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Über die Relativität der ökonomischen Freiheit

Sperling, Hans

Abstract

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Full text

Spe ling, Hans A icle Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Spe ling, Hans (1950) : Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei , Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 5, pp. 35-51, h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290708 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Emble- ma isch ü ein Zei al e de angewand en Na u wissenscha , de echnologischen Emanzipa ion des Menschen, is abe , daß sich dieses Ringen um E kenn nis on de ein spekula i en Philosophie zu den Physike n, un e ihnen solchen om Range Plancks zu e lage n schein . De Beg i de F eihei is komplex. E umschließ eine Meh zahl e schieden bes imm e Ve hal ensbezi ke. Das Wesen de Wi scha bes eh in einem Zusammenwi ken zweckge ich e e Handlungen. Sein Akzen lieg dahe au de Sphä e des Bes immens übe die anzuwen- denden Mi el, also im enge en Sinne übe den Einsa z de P oduk ions- mi el, somi im Ve hal ensbe eich des Willens. Die P oduk ions- und Konsum ions o men de Gegenwa we den du ch die E gebnisse eine um assenden und di e enzie en echnisch- wissenscha lichen, also le z en Endes physikalischen und chemophysi- kalischen Fo schung bes imm , de en ökonomische Anwendung die Ak ionsmöglichkei en des Indi iduums, ja ganze äumlich beg enz e o ganisa o ische Gemeinscha en in iel ache Hinsich übe sch ei e , also ein a bei s eiliges Wi ken im Rahmen eines de Einzel unk ion übe geo dne en Gemeinscha ens o ausse z . Ohne Rücksich au die P oblemlösung als solche e schein es dahe ü die Ra ionali ä unse- e Zei ge adezu symp oma isch, daß sich die Physike im besonde en de F age de Willens eihei zuwenden. Planck1 e i die Gül igkei eines allgemeinen Kausalgese zes und die De e minie ung säm liche Vo gänge in de na ü lichen und geis igen Wel du ch dieses Gese z und schließ da aus, daß on eine uni e salen Kausali ä nich die Rede sein könne, wenn nich auch de menschliche Wille diesem Kausalgese z un e wo en wä e. Um 1 Planck, Vom Wesen de Willens eihei , Leipzig 1948. 3* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 36 Hans Spe ling [548 eilich die De e mina ion menschliche Willensäuße ungen, also Handlungen, als Resul a e de mo i ie enden Fak o en e kennen zu können, bedü e es de Annahme eines neu alen, also in den Ve lau de Vo gänge nich eing ei enden Beobach e s. Die Rolle eines solchen Beobach e s im Wi scha sleben spiel die S a is ik. Das Bedü nis nach diesem Beobach e a geschich lich bei de S aa s üh ung au , d. h. bei dem übe geo dne en Funk ions äge des Sozialo ganismus, wie sich denn auch de Name on dem i alieni- schen Wo s a is a ü S aa smann he lei e . Daß ih nich meh als die S ellung eines Beobach e s zukam und zukomm , kennzeichne die u sp üngliche De ini ion ih es Wesens als de Summe alles dessen, „was zu g ündliche Einsich eines Reiches bei agen kann", ebenso wie die in de Gegenwa en wickel en Beg i e de Wi scha s„beobach ung" und Ma k beobach ung". Ungeach e ih es Bedeu ungswandels ü die Lei ung des Sozialo ganismus im Lau e de Ve ände ungen in de Sozialo ganisa ion is sie in ih em Wesen auch imme mi de sozialen Ganzhei sbe ach ung e bunden (geblieben. Gewiß e lo die S a is ik ü die S aa s e wal ung in dem Maß an p ak ische Bedeu ung, als de Libe alismus Boden gewann und die Wi scha de Selbs bes im- mung ih e T äge übe lassen wu de. Es is abe kennzeichnend ü den Zug de p i a kapi alis ischen En wicklung, daß sich das Bedü - nis nach „g ündliche Einsich " in die wi scha lichen Zusammen- hänge ge ade bei den T äge n de P i a wi scha in dem Maß en - al e e, als die du ch die echnische En wicklung beding e Kapi al- in ensi ie ung de P oduk ion das Ve häl nis zwischen in es i o i- schem E o de nis und Gewinnchance e eng e. Mi de Ve lage ung des p oduk ionswi scha lichen Schwe gewich s om Einzelun e - nehmen zu Gesellscha als dominan e Un e nehmungs o m ging nich nu die Ausbildung de Be iebss a is ik und die Ein ich ung ganze olkswi scha liche Bü os bei den indus iellen Un e nehmun- gen einhe , sonde n die Kons i uie ung g oße , on de Indus ie allein ode in Ve bindung mi dem S aa ge agene Ma k - und Wi scha s- o schungsins i u e. Wu de e ne in de Zei de sogenann en g oßen Wi scha sexpansion den S a is iken de P oduk ion, de Kapi al- bewegungen und des Handels e keh s nahezu ausschließliche Daseins- be ech igung zugebillig , so wuchs mi de zunehmenden Beding hei diese Expansion das Bedü nis de E o schung des Ve b auchs und seine Kausali ä en. Es is selbs e s ändlich, daß sich die O ganisa io- nen de A bei sk a äge un e ih em spezi ischen Aspek de A - bei sk a e wendung des Ve wendungse ages und de E ags e - wendung on diese En wicklung nich ausschließen konn en. Da nun abe einmal das „Gese z de g oßen Zahl" das Fundamen de S a is ik is und de S aa übe die b ei es e Funk ionsbasis e üg , wa es bei OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 549] Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei 37 dem gegebenen S and de wi scha lichen En wicklung un e meidlich, daß ihm in zunehmendem Maß die Au gabe de um assenden Beob- ach ung de wi kenden Fak o en zu iel, welche ü alle Gliede de sozialen Gemeinscha on Bedeu ung sind. Ih en Sinn emp ing diese Au gabe abe nu aus dem Bedü nis und de No wendigkei , on de E kenn nis de Kausalzusammenhänge au die De e minie hei de Wi scha s o gänge zu schließen und dami die Vo aussich au die wah scheinliche kün ige En wicklung zu ge- winnen. Bei de Analyse de indi iduellen Willensbildung gelang nun Planck zu de Fes s ellung, daß „es ü einen Beobach e im wi k- lichen Leben häu ig ga nich möglich is , die Rolle de Passi i ä öllig zu wah eii". Im Rahmen eine Ve wal ung is diese T ennung des „e kennenden Ich" und des „wollenden Ich" g undsä zlich nich o ga- nisa o isch unmöglich. Sind abe schon die Vo ausse zungen ü die Passi i ä des beobach enden Ich in de geis igen Hal ung des Indi- iduums bei e ospek i e Be ach ung ande e, als wenn es sich um zukün ige Willenshandlungen d eh , so ha die Wi scha sbeobach ung ih en Sinn allein als E kenn nisg undlage ü die Beu eilung eines zukün igen Ablau s wi scha liche Ve hal ensweisen. Daß die E - kenn nis on Kausali ä en aus naheliegenden psychologischen G ünden auch im Wi scha sleben nich nu dazu an eg , das Ve hal en nach gegebenen Kausali ä en einzu ich en, sonde n solche auch bewuß aus- zulösen und wollend zu scha en, beweis die wi scha liche We bung. Ha abe einmal die s uk u elle En wicklung dem sozialwi scha - lichen Risiko das Übe gewich übe das p i a wi scha liche e - liehen, so üh die Bewuß hei de sozialo ganisa o ischen Ve an wo - ung die Ve wal ung mi gleiche Zwangsläu igkei wie das Selbs - bewuß sein den einzelnen Menschen zu Ve schmelzung on „e - kennendem" und „wollendem Ich". Nich s ande es abe beinhal e de Beg i eine übe geo dne en Planung, als daß die Lei ung des Sozial- o ganismus aus de E kenn nis des Kausalp inzips an sich und de Wi kungsweise gegebene Kausali ä en he aus den kün igen Ablau wi scha liche Vo gänge zu beein lussen such . Haben sich die G ößeno dnung de agenden P oduk ionsagg e- ga e, die e o de lichen Finanzkomplexe, die Fo men de A bei sk a - e wendung und die No wendigkei en eine angemessenen Ve eilung des Sozialp oduk s übe die Leis ungs- und Ve an wo ungskapazi ä des Indi iduums hinausen wickel , so üh ein ungeo dne es Neben- einande di e gie ende Einzelplanungen on den di e sen Agg ega en und Sek o en aus mi inne e No wendigkei zu jene Schwächung de sozialwi scha lichen Leis ungs ähigkei , die de sozialo ganisa o i- schen Planung das P ima de wi scha lichen Ges al ung e leih . E - lang das plane ische Wollen de Ve wal ung abe wi scha liche Ge- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 38 Hans Spe ling [550 s al ungsk a , so is de Ta bes and de Wi scha slenkung gegeben. Sie s eh also zu Planung e wa im Ve häl nis on Exeku i e zu Legis- la i e ode , ande s ausged ück , S a is ik, Plaming und Lenkung s ehen zueinande in ähnliche Beziehung wie Wah nehmen, Denken und Han- deln. Wi scha slenkung bedeu e somi nich meh , abe auch nich wenige als die Scha ung und O dnung wi scha sbewegende Kausa- li ä en nach Maßgabe eines den Willensbildungen inne halb de Wi - scha übe geo dne en plane ischen Wollens. Die Wi scha slenkung e olg k a s aa liche Au o i ä . Sie sch änk dahe die Sou e äni ä de jenigen ein, die k a p i a en Rech s eine Bes immungsbe ugnis übe die P oduk ionsmi el ausüben. Mi ih i de S aa aus de Hil es ellung ü die Handlungsbedü - nisse de p i a en Wi scha s äge in die S ellung eines die Elemen e de Wi scha seinen Belangen un e o dnenden Wi scha sges al e s. Inso e n s eh die Wi scha slenkung im Gegensa z zu libe alis ischen Wi scha s o m. Ih e Mi el eichen on de ein achen Emp ehlung übe die Rich - linie, die mi S a and ohung e sehene Ano dnung, die Kon ingen ie- ung ma e ielle und inanzielle P oduk ions o ausse zungen, die Fes legung des P oduk ionsmaßes und seine Ve wendung bis zu Aus- schal ung on P oduk ionsagg ega en, ih e bishe bes immenden Pe - sonen und zu Übe nahme on P oduk ionsmi eln in S aa s egie. Die sachliche Ausdehnung de Wi scha slenkung und Anwendung be- s imm e Mi el eich on de Besch änkung au einzelne P oduk- ionszweige bis zu E assung de Gesam p oduk ion, on de Be- sch änkung au die P oduk ions- und Außenhandelss eue ung bis zu Ve b auchslenkung und on de ahmenmäßigen Bes immune: de Wi - scha shandhabung bis zu de aillie en Ra ionie ung. Mi elanwen- dung und Ausdehnung de Wi scha slenkung ich en sich nach de Wi scha spoli ik. De en Willensbildung kann sich sowohl au koope a i e wie au au o i a i e G undlage ollziehen. Sie kann on de pa lamen a ischen Gese zgebung übe ein pa i ä isches Zusammenwi ken de S aa s e - wal ung mi den Einzelwi scha e n ode ein bloßes Anhö en diese bis zum au o i ä en Ve ah en alle Spiela en poli ische Willens- bildung: um assen, ohne du ch die eine ode ande e A im E gebnis den Cha ak e eine s aa lichen Maßnahme gegenübe den einzelnen Gliede n de Wi scha zu e lie en. Welche a ionalen ode ideologi- schen Gesich spunk e die Linie de Wi scha spoli ik auch bes immen mögen, sobald ein S aa sich zu eine eigenen Wi scha spoli ik be- kann ha , was in de E ich ung eines Wi scha sminis e iums ode eine Wi scha s e wal ung seinen Ausd uck zu inden p leg , ha e g undsä zlich den Weg de Wi scha slenkung besch i en. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 551] Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei 39 Vom S andpunk des Ve e e s de einzelnen wi scha lichen Ein- hei bedeu e die Gebundenhei seine Willensbe ä igung an nach übe geo dne en Gesich spunk en angeleg e Rich linien selbs e s änd- lich eine Un e o dnung. Auch eine uneingesch änk e Ma k wi scha bedeu e abe die Besch änkung de Willens eihei des einzelnen P o- duzen en du ch die Ve hal ensweise de Konku enz und de Ve - b auche scha , und zwa um so ühlba e , als die Vo ausse zungen eine Wi scha sexpansion abnehmen. Ohne zu un e suchen, ob die Wi scha slenkung als solche ode ein bes imm es Sys em de selben ein ge inge es, gleiches ode g öße es Maß an Beein äch igung de indi iduellen Willens eihei e o de , kann dahe als wesen lich es - ges ell we den, daß die Wi scha slenkung hinsich lich des Maßes pe sönliche Willensbe ä igung nu die Bezugsbasis ände , ohne eine o he unbeg enz e Willens eihei au zuheben ode eine Einsch än- kung ih e als e was noch nie Dagewesenes auszulösen. Da die Willens- eihei des Menschen nich nu gelegen lich au Wide s ände s öß , sonde n p inzipiell beg enz is , weil sie s e s nu ela i bes eh , is es auch kaum nu zb ingend, e schieden de e minie e Willensbesch än- kungen gegeneinande abzuwägen. Zumal ü ein ganzes Wi scha s- sys em kann wenige die F age danach bean wo e we den, ob eine Beein äch igung de Willens eihei gegenübe dem Zus and o he ein i , als danach, welche Willens äge mi welchen um das g öß - mögliche Maß an Willens eihei ingen. De p inzipielle Un e schied zwischen dem libe alis ischen Wi scha ssys em und dem de Wi - scha slenkung lieg nich so seh au dem Gebie e de Willens eihei an sich als da in, daß die Willensbes immung de einzelnen Wi - scha s äge dem wi scha lichen Ges al ungswillen des Sozialo ganis- mus bzw. seine Exponen en un e wo en wi d. Ein S aa mi hoch- g adig kapi alin ensi e P oduk ion kann es sich eben nich meh leis en, Indus ieun e nehmungen sich gegensei ig „ eiwillig" zu Tode konku ie en zu lassen. Und ein Sozialo ganismus mi dominan e In- dus iebe ölke ung is nich in de Lage, sich zu den P oblemen de A bei sk a ebenso zu e hal en wie ein S aa mi dominan e land- wi scha liche , insbesonde e bäue liche Be ölke ung. Da in lieg die wesen liche Bes immung des sozialo ganisa o ischen Rahmens eines Sys ems de Wi scha slenkung. Die Ve lage ung de Dominan e de wi scha lichen Willens äge - scha zu Ve wal ung des Sozialo ganismus bedeu e abe — und des- halb wi d sie in so hohem Maße ohne Rücksich au die aus ih he o - gehende Fo m des Ablau s de Wi scha s o gänge als Eing i in die un e nehme ische Willens eihei be ach e — nich ein ach gewisse - maßen einen Fah e wechsel, sonde n de S aa is schon aus de Haus- hal s üh ung seine Ve wal ung he da au einges ell , nach An o de- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 40 Hans Spe ling [552 ung, also on de Beda ssei e he zu planen und nich un e dem Ge- sich spunk de Gewinne zielung. Das schließ nich aus, daß die ein- zelnen Wi scha sagg ega e inne halb des allgemeinen, au den Beda ode subsumie en Ve b auch abges ell en Rahmens ü ih en Be eich au Gewinn a bei en können* Abe allein die Ta sache, daß die De ise de Gewinns ebigkei du ch eine beda so ien ie e Wi scha s- planung e se z wi d, de e minie das Ve häl nis de Gewinnchance zum Kos enau wand und benimm dem Un e nehme um die in seinem u sp ünglichen Wesen beg ünde e Möglichkei , au die o ene Chance zu se zen. Das is abe de Ke n de Besch änkung un e nehme ische Willensbe ä igung, daß die sozialwi scha liche S uk u einen Spiel- einsa z de sozialwi scha lichen K ä e ohne schwe wiegendes sozia- les Risiko nich meh e laub . Dami schließ sich das eie Spiel de K ä e on selbs aus. Hinzu komm in Hinsich au die Willenshandlungen de P oduk- ion die Gliede ung des Beda s in den ö en lichen und den p i a en. Un e dem Gesich spunk de eien Wi scha is de S aa hinsich - lich des e s e en unmi elba Pa ei. Dies wi d besonde s ühlba da- du ch, daß das Sys em de Wi scha slenkung seine besonde e Aus- p ägung in Zei en e hal en ha , in denen die ö en lichen Au gaben eine Expansion e ah en. Selbs e s ändlich denk man hie bei nach den E ah ungen de e gangenen Jah e unwillkü lich in e s e Linie an Rüs ungs- und Ve eidigungsbedü nisse, weil die Lenkungs o men o ensich lich ih e di e enzie es e Ausp ägung bishe in K iegszei en e ah en haben. Es is dahe naheliegend, daß de Wide s and gegen ein Sys em de Wi scha slenkung nach Abschluß eines K ieges und beim Abklingen seine Nachwi kungen zunimm , weil die p i a e Wi - scha e s ändliche weise geneig is , die in diese Zei en wickel e Handhabung de Wi scha s o gänge als eine o übe gehende No - lösung anzusehen, de en Vo ausse zungen mi de Beendigung des No - s andes en allen. Sie un es wohl auch g aduell und e lauben es, on eine o alen zu eine pa iellen und on eine de aillie en zu eine meh globalen Lenkung übe zugehen. Daß und insowei dies geschieh , als einen E olg de in e essie en K eise im Kamp um die E hal ung de eien Wi scha zu e buchen, wä e abe o eilig. Man muß sich hü en, das Wo om K ieg als Va e alle Dinge allzu wö lich zu nehmen. Abgesehen da on, daß ö en liche G oßau gaben iedlichen Cha ak e s wie die T ockenlegung on Binnenseen ode Sump gebie- en, die Kul i ie ung on Ödland und e sandenden Räumen usw. die Ansp üche an das Sozialp oduk in ähnliche Weise e lage n können und auch e lage haben, is du ch die beiden Wel k iege eine En - wicklung höchs ens sublimie wo den, de en G ünde sich be ei s o - he in eine wi scha ss uk u ellen En wicklung angebahn ha en, OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 553] Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei 41 in de en Zug diese K iege ielleich ehe als eine Auseinande se zung um sie au ge aß we den dü en, als daß diese En wicklung du ch die K iege ausgelös wo den is . Auch die E o schung und Auswe ung de A omene gie hä e ih en wi scha shis o ischen und wi scha spoli ischen Rang ohne den zwei en Wel k ieg, wenn auch nich in gleichem Tempo, e lang ; denn ganz abgesehen on den his in das Jah 1786 zu ückgehenden Vo - leis ungen de U anen deckung du ch Kliap o h und seine Radio- ak i i ä du ch Becque el 1896, abgesehen auch on den Fo - schungse gebnissen on Ma ie Cu ie (1898) sowie I ene Cu ie und F. Jolio (1934) und on de Au s ellung de Quan en heo ie du ch Planck (1900) ha auch die En wicklung de A omze ümme ung im enge en Sinn be ei s 1919 eingese z . 1931/32 s ell e E. O. Law- ence das e s e Cyclo on he . Selbs die wich igs e G undlage ü die Auswe ung de A omene gie, die En deckung de U anke n- spal ung du ch O. Hahn und F. S aßmann iel be ei s in das Jah 1938. Daß die E s ellung de e s en U anba e ie, des wich igs en echnischen Agg ega s des U anzei al e s, an de Columbia Uni e si ä New Yo k in das Jah 1941 iel, wa zei lich ehe das E gebnis eine olge ich igen echnisch-wissenscha lichen En wicklung als eine un- mi elba e Wi kung des K ieges.2 Daß im üb igen de K ieg keineswegs meh als Mo o ü eine E - wei e ung und Ve besse ung de Daseinsbedingungen beu eil wi d, beweisen die on den blu op e nden Be ölke ungen höchs ens s im- mungsmäßig un e s ü z en, in Wi klichkei abe on den du chaus a ional handelnden Exponen en de sozialo ganisa o ischen Ve an - wo ung ge agenen e ns en Bemühungen um eine endgül ige Be ie- dung de Wel , die nach dem e s en Wel k ieg in de G ündung des Völke bundes, nach dem zwei en in de Kons i uie ung de UN-O gani- sa ion, im Zusammen i eines Eu opa-Ra es und schließlich in den e schiedenen Bewegungen zum Ausd uck komm , die — ob nun in ealis ische ode u opische Abwägung de Möglichkei en — eine Wel egie ung ans eben. Wenn bewa ne e Kon lik e bei alledem auch nich als ausgeschlossen gel en können, ohne daß man sich deswegen unbeding des Wo es Plancks e inne n müß e, die F eihei des Willens be uhe au dem Ums and, daß de Wille eines Menschen sei- nem Ve s and o gehe, so agen die Bemühungen um eine möglichs wei äumige Mach akkumula ion doch den Cha ak e eine unlichs en Ve minde ung des ungeheu en Sozial isikos, das ein mode ne K ieg ü alle Be eilig en bedeu e . Auch insowei is eben das Ve häl nis zwischen Gewinnchance, zwischen „K iegen" ode „Beu e", und sozial- 2 Da en nach Römpp, A om-Lexikon, S u ga 1949. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 42 Hans Spe ling [554 wi scha lichem wie -o ganisa o ischem K ä eau wand in olge de echnologisch s uk u ellen En wicklung so agwü dig gewo den, daß de Einsa z de e o de lichen komplexen K ä e in solch gewal igem Gladia o enspiel wenig „ en abel" — im ma e iellen wie ideellen Sinn — e schein . Is abe de K ieg du ch eben die wi scha liche En wicklung p oblema isch gewo den, die zu eine Wi scha s o m ge üh ha , de en Kennzeichen die bewuß e sozialo ganisa o ische Lenkung de Wi scha s o gänge is , so bes eh kein G und ü die Annahme, daß mi dem Fo all k iegs ypische ö en liche G oßau - gaben die Au ech e hal ung des G undsa zes de Wi scha slenkung ih e Vo ausse zung e lie . Ande e sei s schließ bei de G oß äumig- kei de mode nen Mach kons ella ion die indus iein ensi e S uk u eines Teilgebie s inne halb eines Mach be eichs den Ausb uch mili- an e Auseinande se zungen au einem Teilgebie ag a in ensi e S uk u des gleichen Mach be eichs mi ein wi scha liche Rück- wi kung au das mili an nich in eg ie e indus iein ensi e nich aus. Und das ü indus iein ensi e Sozial äume nich meh e olgs äch ige Risiko bewa ne e Kon lik e kann die mach poli ischen Auseinande - ' Se zungen in die ökonomische und ideologische Sphä e e d ängen. Ha die wi scha liche En wicklung einen S and e eich , de die sozialo ganisa o ische Abs immung on E zeugung und Beda e o - de lich mach , so is die Un e scheidung zwischen ö en lichem und p i a em Beda inso e n une heblich, als sie die g undsä zliche No - wendigkei eine Wi scha slenkung nich be üh , weil de en le z e U sache ge ade nich im Beda , sonde n in dem in es i o ischen Risiko de P oduk ion lieg . Demgegenübe is de Beda , also de Absa z- aum als solche , Maßs ab. Die T äge de Wi scha spoli ik können die Kausali ä en des Ve b auchs wohl au den ö en lichen Sek o lenken, mani es ie en dami die Wi scha slenkung abe nich als solche, sonde n nu eine bes imm e Fo m de selben. Umgekeh kann ein besonde e No s and des ö en lichen Beda s die Aus ich ung de Wi scha slenkung nach dessen besonde e Lage bedingen; dann lieg hie in nu ein Mo i ü die G aduie ung des Maßs abs. Diese is gegenübe de P oduk ion als ganze die Ganzhei des Beda s. In diesem Rahmen ha abe de p i a e Beda , und zwa de jenige an Konsumgü e n, undamen ale Bedeu ung. Kein soziale O ganismus is au die Daue lebens- und leis ungs ähig, dessen physische Gliede hunge n, ie en und obdachlos sind. Wohl kann zei weilig ein Kon- sum e zich zuguns en ö en liche Bedü nisse e o de lich we den. Diese cha ak e isie en sich abe ge ade dadu ch als aus dem p i a en Beda abgelei e , daß sich das Maß ih e T agba kei ü die Be ölke- ung nach ih e E olgsaussich ü de en kün ige Lebensges al ung OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 561] Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei 49 scha slenkung enge gezogen sind als ü ein Wi scha ssys em di e - gie ende eie K ä e. Die S eue ung des Sozialp oduk s nach Maß- gabe eines übe geo dne en Wi scha splanes bedeu e e ne nich gleiche An eile ü alle. Nich nu , weil sich das Sozialp oduk nach wie o au den Beda de P oduk ionswi scha und den de Konsum- wi scha e eilen muß, sonde n weil die e schiedenen olkswi - scha lichen Funk ionen zu E hal ung ih e Wi kungs ähigkei eine en sp echend e schiedenen Do ie ung ebenso bedü en wie die e - schiedenen O gane im menschlichen Kö pe . Ein Beispiel aus de e näh ungswi scha lichen Planung is de Schwe a bei e , de on de Ra ion und also om Sozialp oduk he gesehen gegenübe dem No mal e b auche eine p i ilegie e Klasse bilde e. Wi scha s- lenkung bedeu e auch nich , daß jedem sein An eil schema isch und spiel aumlos einzeln zugemessen wi d. Einzel a ionie ung is nu eins on meh e en Mi eln und ein — besonde s hohe — G ad de Wi - scha slenkung. Sie b ing auch nich jedem gleiche Rech e an allem; denn die Funk ions äge des ö en lichen Lenkungswillens müssen zwangsläu ig Be ugnisse gegenübe denen besi zen, de en Handlungen du ch diesen ö en lichen Willen beein luß we den sollen. Und die T äge des be iebswi scha lichen Planungswillens bedü en in diesem Rahmen wiede eine Handlungsbe ugnis, die im Ve häl nis zu den Aus üh ungse o de nissen diese Planung s eh . Planung und Lenkung se zen auch kein s a isches Wi scha ssys em o aus, in welchem jede Teil des sozialwi scha lichen Ge iebes unabände lich an seinen Pla z gebunden is . Sozialo ganisa o ische Wi scha slenkung is e mu lich, so seh sie als solche ü die Gegenwa auch e scheinen mag, keine le z e Lösung de wi scha lichen P obleme und wi d eine ande en ielleich einmal ebenso weichen, wie die Skla enwi - scha , die Feudalwi scha und die eie Wi scha Sys eme on zei - lich beg enz e Gül igkei wa en. Wi scha slenkung als Sys em is auch nich „gu " ode „schlech ", „ alsch" ode „ ich ig" in einem all- gemeingül igen Sinn. Sie is lediglich eine S u e de wi scha so gani- sa o ischen En wicklung, die ü die Gegenwa und absehba e Zukun ein eales P oblem gewo den is . Heu e be inde sich das sozialo ganisa o ische Wi scha ssys em noch in seinen e s en S adien. Es is als e kennba e und de inie ba e E scheinung noch keine 40 Jah e al . Jede En wicklungsan ang is p imi i , g obschläch ig und in de Auseinande se zung mi dem o an- gehenden Zus and o b u al. Die sich he ausbildende E scheinung ha ih e inne en P opo ionen und ih e äuße e Fo mung noch nich ge- unden. Es is dahe be ech ig , sich dagegen zu wenden, daß de Rahmen das Bild e d ück . De S ei um die Willens eihei is da um ielleich ga nich einmal so seh eine Angelegenhei de Be ach- Schmolle s Jah buch LXX, 5 4 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 50 Hans Spe ling [562 ungsweise als in diesem sozialwi scha lichen Zusammenhang eine F age de o ganischen P opo ionen. Wi ken die einzelnen Teile des sozialwi scha lichen Ge iebes in o ganische , ih e Funk ion und Kapazi ä en sp echenden Zuo dnung, so is nich meh die F age aku , ob die einzelnen Willens äge im absolu en ode in welchem ela i en Sinn ei sind, sonde n es d eh sich da um, daß sie sich au G und eine ih e ungiblen und ezep i en Na u gemäßen Eino dnung in den Ge- sam o ganismus ei ühlen. Diese Au gabe de o ganischen Zuo dnung alle K ä e um aß den zwei en Abschni in de En wicklung des Sys ems sozialo ganisa o i- sche Wi scha slenkung, den Teil, den man ielleich zu e end als den eigen lich kons uk i en gegenübe de e s en Phase des p imä egula i en bezeichnen kann, wiewohl eine exak e Abg enzung sozial- wi scha liche En wicklungsabschni e niemals möglich is . So g oße An o de ungen die e s e Phase an die T äge und Exeku o en des ö en lichen Willens ges ell ha , e lang die zwei e in iel höhe em Maß on ihnen neben b ei em Wissen Ges al ungsk a und ei liches Abwägen. Diese Linie de Wohle wogenhei wi d sich abe nich on Beam en hal en lassen, de en esso mäßige und o male Übe las ung sie zu besse en Kon ingen ie ungs- und Ab e igungsmaschinen he ab- d ück und die En wicklung de Wi scha slenkung in einen öden Fo malbü ok a ismus d äng . Wenn die inne e Logik de wi scha s- s uk u ellen En wicklung das Schwe gewich de wi scha so ganisa- o ischen Ges al ung einmal zum sozialo ganisa o ischen Willens äge und dami zu ö en lichen Ve wal ung als dessen aus üh endem O gan e lage ha , so wi d diese En wicklung du ch eine Beengung diese Ve wal ung nich au eine o angegangene wi scha sgeschich liche S u e zu ückged eh , sonde n ih e Abklä ung und Aus o mung wi d gehemm , und zwa zum Schaden alle Gliede de Wi scha selbs . De in Jah en de Zwangswi scha mi ih e lähmenden Minu- iosi ä de Einzelzumessungen e wachsene psychologische Ho o o dem Plan, die Fu ch o de Fehlen wicklung eine olkswi scha - lichen Funk ions o m zum unelas ischen Mechanismus eine bü ok a i- schen S aa smach und die Pach ung gewisse sozialökonomische E - kenn nisse du ch bes imm e Ideologien mi Ausschließlichkei san- sp uch e schwe en nich nu das a sächliche Einspielen de ökonomi- schen K ä e nach dem Gese z de P opo ionali ä en sp echend de ihnen innewohnenden wi scha lichen Dynamik, sonde n haben auch zu eine Ve k amp ung des Selbs we bewuß seins ge üh , welche die Vo s ellungen übe die F eihei neu o isie ha . Unleugba liegen die U sachen hie ü nich nu au wi scha lichem Gebie . Dennoch soll e das Pos ula de menschenwü digen F eihei sich nich zu einem Ve - d ängungs o gang en wickeln, de den Blick ü die De e minie hei OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36 563] Übe die Rela i i ä de ökonomischen F eihei 51 de wi scha shis o ischen En wicklungs endenz üb und du ch eine Nega ion de Wandlungs o gänge im sozialökonomischen Rahmen des na ü lichen menschlichen En al ungss ebens die ko ek i en Gegen- k ä e übe das Maß ih e wi scha sdynamischen P opo ionali ä wachsen läß , so daß die beabsich ig e Re ung de F eihei in eben jene Reglemen ie ung un e geh , die sie e hü en will. Die E ah ung soll e geleh haben, daß die Zwangs eglemen ie ung ebenso wie das ana chische Chaos als ih Gegenpol nich nu in ih e le z en Folge gleiche maßen des uk i wi ken, sonde n auch gleiche weise au eine Disp opo ionali ä de wi scha so dnenden K ä e be uhen. Die He - s ellung de K ä ep opo ionali ä is abe bei de heu igen G ößen- o dnung de sozialen Risiken nich als Siegesp eis ü die im wi - scha spoli ischen und mach egois ischen Kamp übe lebenden S ä ke- en agba , sonde n nu als E gebnis eine on allen Teilen in eie Ve an wo ung gemeinscha lich ge agenen O dnung, die dem au wi scha lichem Gebie zwangsläu ig aus de Passi i ä he ausge e e- nen S aa das Rech de In e essewah ung ü alle seine Teile zuge- s eh . Diese Au gabe des S aa es im olkswi scha lichen Be eich wi d da um wede in de Pla zhal ung ü ein „Laissez ai e" noch in eine ze nie enden Reglemen ie ung de indi iduellen Wi scha sk ä e be- s ehen, sonde n in eine sozialo ganisa o ischen Koo dina ion. 4* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.5.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:36