Entwicklung und Struktur der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts
Abstract
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Full text
Fuchs, Michaela; Fritzsche, Birgit; Sujata, Uwe Research Report Entwicklung und Struktur der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts IAB-Regional. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen, No. 1/2025 Provided in Cooperation with: Institute for Employment Research (IAB) Suggested Citation: Fuchs, Michaela; Fritzsche, Birgit; Sujata, Uwe (2025) : Entwicklung und Struktur der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts, IAB-Regional. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen, No. 1/2025, Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB), Nürnberg, https://doi.org/10.48720/IAB.RESAT.2501 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/315975 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
IAB-Regional, IAB Bayern Nr|JJJJ 0 IAB-REGIONAL Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz 1|2025 IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen Entwicklung und Struktur der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts Michaela Fuchs, Birgit Fritzsche, Uwe Sujata ISSN 1861-1435
Entwicklung und Struktur der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts Michaela Fuchs (IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen) Birgit Fritzsche (IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen), Uwe Sujata (IAB Sachsen) IAB-Regional berichtet über die Forschungsergebnisse des Regionalen Forschungsnetzes des IAB. Schwerpunktmäßig werden die regionalen Unterschiede in Wirtschaft und Arbeitsmarkt – unter Beachtung lokaler Besonderheiten – untersucht. IAB-Regional erscheint in loser Folge in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und wendet sich an Wissenschaft und Praxis.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 3 Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung ................................................................................................................... 4 1 Einleitung ........................................................................................................................... 6 2 Hintergrund ........................................................................................................................ 7 3 Daten und Definitionen ....................................................................................................... 9 4 Pendlerverflechtungen auf Ebene der Bundesländer ........................................................ 11 4.1 Zeitliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt .......................................................................... 11 4.2 Pendlerverflechtungen im Bundesländervergleich .......................................................... 14 5 Pendlerverflechtungen auf Ebene der Kreise .................................................................... 19 5.1 Allgemeines Muster ............................................................................................................ 19 5.2 Kreise in Sachsen-Anhalt ................................................................................................... 21 6 Merkmale der Pendler aus und nach Sachsen-Anhalt ........................................................ 24 6.1 Soziodemografische Merkmale ......................................................................................... 24 6.2 Berufe ................................................................................................................................. 26 6.3 Branchen ............................................................................................................................ 29 7 Kleinräumige Pendlerverflechtungen über die Landesgrenzen hinweg ............................. 32 7.1 Allgemeines Muster ............................................................................................................ 32 7.2 Sachsen .............................................................................................................................. 33 7.3 Berlin .................................................................................................................................. 36 7.4 Niedersachsen .................................................................................................................... 38 8 Fazit ................................................................................................................................. 40 Literatur ................................................................................................................................. 43
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 4 Zusammenfassung Pendeln erfüllt eine wichtige Funktion beim räumlichen Ausgleich von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage. Aus Sachsen-Anhalt pendelten im Jahr 2024 über 148.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in andere Bundesländer, was 17 Prozent aller Beschäftigten mit Wohnort in Sachsen-Anhalt entspricht. Gleichzeitig hatten über 76.000 Beschäftigte aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland ihren Arbeitsort in SachsenAnhalt. Sie machen 10 Prozent aller Beschäftigten mit Arbeitsort in Sachsen-Anhalt aus. Seit 1999 ist die Zahl der Einpendler deutlich stärker gewachsen als die Zahl der Auspendler. Als Folge ist der negative Pendlersaldo seit 2008 fast durchgehend rückläufig. Ein wesentlicher Grund für die hohen Auspendlerzahlen sind fehlende Arbeitsplätze vor Ort. Jeweils rund ein Viertel der Auspendler arbeitet in Sachsen und Niedersachsen, und ein Drittel der Einpendler kommt ebenfalls aus Sachsen. In Bezug auf die individuellen Merkmale der Pendler offenbaren sich teils deutliche Unterschiede zwischen den Pendlern und Nichtpendlern. Besonders auffällig unter den Auspendlern ist die Dominanz nur weniger Berufe und Branchen, was bei den Einpendlern so nicht zu beobachten ist. Betrachtungen auf der Ebene der Kreise innerhalb Sachsen-Anhalts machen deutlich, dass Magdeburg, Halle/Saale und Dessau-Roßlau als überregionale Einpendlerzentren fungieren. Alle anderen Kreise haben negative Pendlersalden. Die kleinräumigen Pendlerverflechtungen über die Landesgrenzen hinweg werden stark von Verbindungen mit Sachsen und dort vor allem mit Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen, aber auch mit Berlin geprägt. Zwar arbeiten auch viele Auspendler in Wolfsburg, ihre Zahl hat sich aber in den letzten Jahren verringert. Da generell aus den niedersächsischen angrenzenden Kreisen wenig Einpendler nach Sachsen-Anhalt kommen, kann hier nicht von einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt wie im Fall von Halle/Saale und Leipzig gesprochen werden. Was das Potenzial der Pendler für die Stabilisierung des Arbeitskräftebedarfs betrifft, dürfte der hohe Auspendlerüberschuss auch in Zukunft ein bestimmendes Merkmal des sachsenanhaltinischen Arbeitsmarktes bleiben. Allerding hat sich die Zahl der Einpendler aus Sachsen und insbesondere aus Leipzig sehr positiv entwickelt, so dass gerade das südöstliche SachsenAnhalt von dieser Entwicklung profitieren kann. Außerdem legt die gestiegene Zahl der Einpendler aus westdeutschen Regionen nahe, dass hier weitere Potenziale bestehen, wenn auch in einem wesentlich geringeren Ausmaß als im Fall Leipzigs. Schließlich stellen auch die Einpendler aus dem Ausland eine wichtige Ressource dar.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 5 Keywords Auspendler, Einpendler, Mobilität, Sachsen-Anhalt Danksagung Für die Unterstützung bei der Bearbeitung der Studie möchten wir uns herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem Regionalen Forschungsnetz bedanken. Unser besonderer Dank geht an Stefan Böhme und Oliver Ludewig für die inhaltliche Mitlese, an Birgit Carl für wertvolle Unterstützung bei der Erstellung der Karten, an Daniel Jahn für die Formatierung, an Andrea Stöckmann für das Erstellen der barrierefreien Texte und an Doris Baumann für die redaktionelle Überarbeitung.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 6 1 Einleitung Pendeln gehört für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Im Jahr 2023 arbeiteten 20,48 Millionen Beschäftigte in einer anderen Gemeinde als sie wohnten. Insgesamt pendelten knapp 60 Prozent aller Beschäftigten zwischen Arbeitsort und Wohnort. Sie legten dabei einen durchschnittlichen einfachen Arbeitsweg von 17,2 Kilometern zurück (BBSR 2024). Aus regionaler Sicht erfüllt Pendeln eine wichtige Funktion beim Ausgleich von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zwischen einzelnen Regionen und trägt somit zum Abbau von regionalen Arbeitsmarktdisparitäten bei. Vorteile ergeben sich für die Erwerbstätigen dadurch, dass sie durch die Ausweitung des räumlichen Suchradius nicht an die Jobangebote vor Ort gebunden sind, sondern ihre Arbeitsmarktchancen durch die Berücksichtigung von Jobs in anderen Regionen erhöhen können. Unternehmen können wiederum aus einem größeren Bewerberpool auswählen. Mit Pendeln gehen aber auch Nachteile einher, denn Pendeln nimmt Zeit in Anspruch, und es fallen Kosten für den Arbeitsweg an. In Ostdeutschland sind aufgrund der umfassenden Transformationsprozesse zu Beginn der 1990er Jahre Arbeitsplätze in großem Ausmaß weggefallen, so dass viele Beschäftigte gezwungen waren, zu Arbeitgebern in Westdeutschland zu pendeln oder umzuziehen. Da sie den ostdeutschen Arbeitsmarkt entlasteten, wurden damals hohe Auspendlerzahlen insbesondere nach Westdeutschland begrüßt (vgl. Brautzsch 2002). Seitdem hat vor allem demografisch bedingt die Zahl der Einwohner und damit auch der Erwerbspersonen sehr stark abgenommen. Gleichzeitig bleibt aber die Nachfrage nach Arbeitskräften im Wesentlichen stabil, so dass mittlerweile in vielen Bereichen Arbeitskräfte gesucht werden. Vor diesem Hintergrund werden die Pendler als eine von mehreren Personengruppen gesehen, die in Frage kommen könnten, die Engpässe abzufedern. Um eine Grundlage für die Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen bei der Ausschöpfung des Potenzials der Pendler für den Arbeitskräftebedarf in Sachsen-Anhalt zu bieten, unterzieht der vorliegende Bericht die Pendlerverflechtungen einer umfassenden Analyse. Dabei dient der Pendlerbericht von Dietrich/Fritzsche (2010) als Grundlage, wird aber durch verschiedene Aspekte erweitert. Die Entwicklung der Ausund Einpendlerzahlen seit 1999 wird ebenso aufgegriffen wie die Frage, inwiefern in Sachsen-Anhalt genügend Beschäftigungsmöglichkeiten für die dort wohnenden Arbeitskräfte existieren. Um das Ausmaß der Pendlerintensität besser einordnen zu können, erfolgt ein Vergleich auf der administrativen Ebene der Bundesländer und der Kreise. Einen weiteren Schwerpunkt bilden ausgewählte individuelle Merkmale der mobilen Beschäftigten aus und nach Sachsen-Anhalt. Schließlich wird ein detaillierter Blick auf die Pendlerverflechtungen drei ausgewählter Regionen auf beiden Seiten der Landesgrenze geworfen. Damit können kleinräumige Besonderheiten der regionalen Arbeitsmärkte aufgezeigt werden, die das Bild auf Bundeslandebene wesentlich prägen. Im Fazit werden die verschiedenen Erkenntnisse zusammengeführt und diskutiert.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 7 2 Hintergrund In die Entscheidung, zu pendeln, spielt eine Vielzahl an Bestimmungsfaktoren hinein. Sie reichen von individuellen Faktoren über die Bedürfnisse des Haushalts bzw. der Familie bis hin zur Situation auf dem regionalen Arbeitsund Wohnungsmarkt und der verfügbaren Verkehrsinfrastruktur. Wie Abraham/Nisic (2007: 71) betonen, existiert bislang kein theoretisches Modell, das die Länge bzw. die Dauer des Arbeitsweges befriedigend erklären könnte. Aus ökonomischer Sicht kann die Pendelentscheidung aus dem individuellen Zusammenspiel von Nutzen und Kosten des Pendelns erklärt werden. Übersteigt der erwartete Gesamtnutzen eines räumlichen Jobwechsels die erwarteten Kosten, wird die Entscheidung zugunsten des Pendelns ausfallen. Der Nutzen bestimmt sich dabei im Wesentlichen durch die Arbeitsbedingungen, zu denen monetäre Faktoren wie der Lohn zählen (vgl. Pfaff 2014; Ganesch/Dütsch/Struck 2019). Aber auch nicht-monetäre Aspekte wie die generelle Attraktivität einer Stelle oder eines bestimmten Unternehmens können dazu gehören. Die Kosten des Pendelns umfassen in erster Linie die erforderliche Zeit, die man für den Arbeitsweg aufbringen muss, und die entsprechenden monetären Kosten dafür. Hier besteht ein enger Zusammenhang mit den individuellen Mobilitätsmöglichkeiten. Diese umfassen zum Beispiel den Besitz einer Fahrererlaubnis und die Verfügbarkeit eines eigenen Autos, den Ausbau des Straßennetzes oder die Verfügbarkeit und Taktung des öffentlichen Personennahund Schienenverkehrs. Durch Homeoffice, das während der Covid-19-Pandemie einen starken Anstieg erfahren hat1, lassen sich die Kosten des Pendelns sowohl in zeitlicher als auch in monetärer Hinsicht entscheidend senken. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass der Anteil der Beschäftigten mit Homeoffice-Möglichkeiten zwar eher wieder etwas absinken dürfte. Die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort dürfte aber zumindest für einen Teil der Beschäftigten eine größere Rolle spielen als vor der Pandemie (vgl. Frodermann et al. 2021). In Bezug auf das Pendlerverhalten bedeutet das, dass die räumliche Entfernung zwischen Arbeitsund Wohnort für diese Beschäftigten an Relevanz verlieren dürfte. Dennoch werden wesentliche wissensbasierte Arbeitsprozesse bevorzugt in Städten verortet bleiben (Volgmann et al. 2022: 399). Diese Aspekte werden in der vorliegenden Analyse nicht weiter thematisiert. In die individuelle Entscheidung für oder gegen Pendeln spielen weiterhin Aspekte der Lebenszufriedenheit und gesundheitliche Kosten des Pendelns hinein. So zeigt Pfaff (2014), dass Pendelmobilität sich zwar finanziell auszahlt, aber die allgemeine Lebenszufriedenheit senkt. Auch die Gesundheit kann leiden, wenn der mit dem Pendeln einhergehende Stress und Zeitdruck z. B. zu hohem Blutdruck oder psychischen Problemen führt (vgl. Kersting et al. 2021). Die Abwägung von Nutzen und Kosten des Pendelns wird durch weitere individuelle Präferenzen beeinflusst. Bevorzugt man beispielsweise das Wohnen im Grünen, wird man eher bereit sein, sich für einen Arbeitsort in der Stadt und einen Wohnort auf dem Land und damit für eine längere Pendeldistanz zu entscheiden. Außerdem ist zu beachten, dass Mobilitätsentscheidungen in 1 2023 haben 23,5 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland von zu Hause aus gearbeitet. Der Anteil hat sich gegenüber dem Vor-Corona-Niveau fast verdoppelt. Im Jahr 2019 hatten noch 12,9 Prozent der Erwerbstätigen im Homeoffice gearbeitet, im ersten Corona-Jahr 2020 waren es 21,0 Prozent. Vgl. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/QualitaetArbeit/Dimension-3/home-office.html (abgerufen am 02.01.2025).
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 8 Abhängigkeit von den übrigen Haushaltsmitgliedern wie Partnern oder Kindern getroffen werden (vgl. Kersting et al. 2021). Hier bieten verhandlungsund tauschtheoretische Ansätze, die Interessenskonflikte und Aushandlungsprozesse im Haushalt berücksichtigen, Erklärungsansätze. So können das Vorhandensein von Wohneigentum, die Arbeitsstelle des Partners/der Partnerin vor Ort, der Schulbesuch der Kinder, die Einbindung in soziale Netzwerke oder eine starke regionale Bindung wichtige Gründe dafür sein, dass die von einem Arbeitsortwechsel betroffene Person dorthin pendelt, anstatt mit dem gesamten Haushalt umzuziehen (vgl. Abraham/Nisic 2007; Pfaff 2012). Die Kosten-Nutzen-Entscheidung des Pendelns steht außerdem mit individuellen Merkmalen der Erwerbstätigen in Wechselwirkung (vgl. Ganesch/Dütsch/Struck 2019). Eine zentrale Rolle spielt das Geschlecht, denn Frauen weisen sowohl eine geringere Pendelneigung als auch kürzere Pendeldistanzen und -zeiten auf als Männer (vgl. Fuchs et al. 2024a, 2024b). Frauen übernehmen insbesondere in Familien mit einem traditionellen Rollenverständnis immer noch den größten Teil des Haushalts und der Kinderbetreuung, was die Zeit, die sie für den Weg zur Arbeit aufbringen können, einschränkt (vgl. Paff 2012). Daher sind ihre Pendelkosten höher als die der Männer. Als Folge bewegen sie sich in einem kleineren räumlichen Arbeitsmarkt und müssen eher Zugeständnisse bei der Arbeitsplatzwahl machen. Auch das Alter stellt einen wichtigen Bestimmungsfaktor des Pendelns dar. Wie Ganesch/Dütsch/Struck (2019: 186) darlegen, ist das frühe Erwachsenenalter verstärkt von Orientierungsund Entscheidungsphasen im beruflichen wie privaten Bereich geprägt, was mit höherer Mobilität einhergeht. Mit zunehmendem Alter sind diese Wahlund Entscheidungsprozesse weitgehend abgeschlossen und die soziale Einbettung in einen Betrieb oder eine Region weitgehend vollzogen. Als Folge steigen die Kosten des Pendelns mit dem Alter. Ein weiterer wichtiger Faktor, der mit dem Pendeln zusammenhängt, ist das Qualifikationsniveau. Je nach Qualifikation stehen Arbeitnehmern unterschiedliche Betätigungsfelder und Arbeitsmärkte offen (Paff 2012: 462). Zum Beispiel üben Hochqualifizierte oftmals sehr spezifische Tätigkeiten aus, die mitunter nur in spezialisierten überregionalen Arbeitsmärkten nachgefragt werden. Um ihre individuellen Bildungsinvestitionen bestmöglich zu verwerten, pendeln sie daher in der Regel weiter als Geringqualifizierte, deren Arbeitsnachfrage gleichmäßiger über den Raum verteilt ist. Zudem verdienen hochqualifizierte Erwerbstätige besser als geringqualifizierte, sodass es für sie profitabler ist, längere Strecken zu pendeln (vgl. Ganesch/Dütsch/Struck 2019; Kersting et al. 2021). Bedeutsam für die individuelle Pendelentscheidung sind nicht nur individuelle Faktoren, sondern auch solche Faktoren, die die Arbeitsmärkte in den einzelnen Regionen prägen und die das Individuum selbst nicht beeinflussen kann. Zentrale regionale Merkmale sind Wirtschaftskraft und Arbeitslosigkeit, die die Beschäftigungsperspektiven vor Ort wesentlich bestimmen. Die Entscheidung zum Pendeln wird dann anhand eines Vergleichs der regionalen Gegebenheiten zwischen Wohnort und (potenziellem) Arbeitsort getroffen (vgl. Ganesch/Dütsch/Struck 2019). In räumlicher Hinsicht kommt der Siedlungsstruktur eine große Bedeutung zu. Sie gibt Auskunft über die Verteilung der Bevölkerung im Raum und über dessen Nutzung. Wohnen Personen beispielsweise in dicht besiedelten Räumen, können sie von großen Arbeitsmärkten direkt vor der Haustüre profitieren. Zwar sind sie dort mit hohen Wohnkosten konfrontiert, pendeln allerdings in der Regel kürzer als Personen, die in ländlichen Räumen wohnen (vgl.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 15 Abbildung 5: Auspendlerquoten der Bundesländer Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort in Prozent, 2024 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Bei Betrachtung der Einpendlerquoten in Abbildung 6 stechen die Stadtstaaten Bremen und Hamburg hervor. In Bremen liegt die Einpendlerquote bei 41,4 Prozent, in Hamburg ist sie mit 37,4 Prozent nur geringfügig niedriger. Die hohen Quoten lassen sich mit dem Charakter von Stadtstaaten erklären, die ein hohes Arbeitsplatzangebot bereitstellen. Demgegenüber fällt Berlin mit einer Einpendlerquote von 24,2 Prozent deutlich ab. Wie Seibert/Wiethölter/Carstensen (2019: 20 f) ausführen, stehen dort einerseits verhältnismäßig weniger Arbeitsplätze zur Verfügung als in Hamburg und Bremen. Andererseits ist das Berliner Umland dünner besiedelt, was in unterschiedlich strukturierten Stadt-Umland-Beziehungen resultiert. Sachsen-Anhalt liegt mit einer Einpendlerquote von 9,6 Prozent wiederum im Mittelfeld der Bundesländer. Die geringste Einpendlerquote weist Mecklenburg-Vorpommern auf, was einem relativ geringen Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten und der großen räumlichen Ausdehnung des Bundeslandes geschuldet sein dürfte. 5,7 6,2 6,8 9,6 10,1 11,4 12,5 14,7 14,9 14,9 17,2 18,3 21,7 22,3 23,1 31,6 Nordrhein-Westfalen Bayern Baden-Württemberg Sachsen Saarland Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Berlin Thüringen Sachsen-Anhalt Hamburg Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein Bremen Brandenburg
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 16 Abbildung 6: Einpendlerquoten der Bundesländer Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort in Prozent, 2024 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Von Bedeutung ist nicht nur, wie viele Beschäftigte aus und nach Sachsen-Anhalt pendeln, sondern auch, mit welchen Regionen starke Verflechtungen bestehen. Hierzu zeigt Abbildung 7 die Ziele der SvB mit Wohnort in Sachsen-Anhalt. Wie in Abbildung 1 deutlich wurde, wohnt und arbeitet der Großteil der SvB in Sachsen-Anhalt (82,8 %). Von den insgesamt 148.567 Auspendlern arbeiteten 38.382 in Sachsen und 38.158 in Niedersachsen, was zusammengenommen mehr als der Hälfte aller Auspendler entspricht. Alle anderen Bundesländer spielen als Arbeitsort eine wesentlich geringere Rolle. Neben Thüringen (9,7 %) sind noch Nordrhein-Westfalen (6,9 %), Brandenburg (6,9 %) und Berlin (6,6 %) zu nennen. Über die Jahre hat sich die Relevanz der einzelnen Bundesländer für die Auspendler verändert. Tabelle A 1 im Anhang zeigt die Auspendler nach Bundesländern in den Jahren 1999 und 2024. Unter den wichtigsten Zielbundesländern ist ein überdurchschnittlicher Anstieg für Berlin (99,7 %), Sachsen (74,2 %), Thüringen (60,9 %) und Brandenburg (43,8 %) festzustellen, während sich nur sehr geringe Zuwächse nach Nordrhein-Westfalen (12,9 %) oder Niedersachsen (9,3 %) zeigen. Als Folge hat sich für Sachsen der Anteil an den Auspendlern von 20,6 Prozent auf 25,8 Prozent erhöht, Niedersachsen seinen Anteil aber von 32,6 Prozent auf 25,7 Prozent verringert. Die Entwicklungen in diesen beiden Bundesländern stehen stellvertretend für einen generellen Bedeutungsverlust Westdeutschlands und für einen Bedeutungsgewinn Ostdeutschlands als Zielregionen der Auspendler aus Sachsen-Anhalt.5 5 Der Anteil der Auspendler nach Westdeutschland ist von 58,1 Prozent auf 50,0 Prozent gesunken, der Anteil der Auspendler in die übrigen ostdeutschen Bundesländer ist von 41,9 Prozent auf 50,0 Prozent gestiegen (vgl. Tabelle A 1im Anhang). 6,1 6,9 7,5 8,9 9,4 9,4 9,6 10,2 13,8 13,9 14,4 16,1 20,3 24,2 37,4 41,4 Mecklenburg-Vorpommern Nordrhein-Westfalen Bayern Sachsen Thüringen Baden-Württemberg Sachsen-Anhalt Niedersachsen Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein Saarland Hessen Brandenburg Berlin Hamburg Bremen
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 17 Abbildung 7: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Sachsen-Anhalt Nichtpendler in Sachsen-Anhalt und Zielregionen der Auspendler aus Sachsen-Anhalt, 2024 Anmerkung: Nur SvB mit bekanntem Arbeitsort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Von den insgesamt 793.259 SvB, die im Jahr 2024 in Sachsen-Anhalt einer Beschäftigung nachgingen, wohnten 76.207 Personen in einem anderen Bundesland. Die meisten Einpendler kamen dabei aus Sachsen, die 25.561 SvB stellten 33,5 Prozent aller Einpendler (vgl. Abbildung 8). Aus Thüringen kamen 9.581 SvB (12,6 %) und aus Niedersachsen 9.364 SvB (12,3 %). Unter den übrigen ostdeutschen Bundesländern sind noch Brandenburg (9,8 %) und Berlin (4,7 %) zu nennen. Aus Nordrhein-Westfalen pendelten 7,3 Prozent und aus Bayern 3,0 Prozent zum Arbeiten nach Sachsen-Anhalt. 5.234 Einpendler hatten einen Wohnort im Ausland. Der Großteil entfällt auf Polen (79,8 %), gefolgt von Tschechien (5,6 %), der Slowakei (4,6 %) und Rumänien (4,2 %). Diese Einpendler aus dem Ausland stellen generell eine wachsende Gruppe von Beschäftigten in Deutschland dar (vgl. Seibert 2024). Betrachtet man die Veränderung der Zahl der Einpendler zwischen 1999 und 2024 (vgl. Tabelle A 1im Anhang), wird ein konträres Muster zu den Auspendlern sichtbar. Wenngleich sich die absoluten Werte immer noch auf einem recht niedrigen Niveau bewegen, hat sich die Zahl der Einpendler aus mehreren westdeutschen Bundesländern teils mehr als verdoppelt. Dies gilt zum Beispiel für Nordrhein-Westfalen (177,3 %) oder Niedersachsen (92,4 %). Demgegenüber fallen die Zuwachsraten für Einpendler aus Sachsen (65,1 %) oder Thüringen (16,1 %) deutlich kleiner aus. Im Ergebnis haben Einpendler aus den westdeutschen Bundesländern einen Bedeutungsgewinn verzeichnet und Einpendler aus den anderen ostdeutschen Bundesländern einen Bedeutungsverlust.6 6 Der Anteil der Einpendler aus Westdeutschland ist von 22,7 Prozent auf 29,8 Prozent gestiegen, der Anteil der Einpendler aus den übrigen ostdeutschen Bundesländern ist von 77,1 Prozent auf 63,3 Prozent gesunken (vgl. Tabelle A 1 im Anhang). Sachsen-Anhalt 82,8% Sachsen 25,8% Niedersachsen 25,7% Thüringen 9,7% übriges Ostdeutschland 14,4% übriges Westdeutschland 24,3% Auspendler insgesamt 17,2%
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 18 Abbildung 8: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Sachsen-Anhalt Nichtpendler in Sachsen-Anhalt und Herkunftsregionen der Einpendler nach Sachsen-Anhalt, 2024 Anmerkung: Nur SvB mit bekanntem Arbeitsort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Die Bundesländer unterscheiden sich stark in ihrer Beschäftigungsdichte. Stehen in einem Bundesland nicht ausreichend Arbeitsplätze bereit, pendeln Arbeitnehmer in ein anderes Bundesland aus. Umgekehrt bieten Regionen mit einer hohen Beschäftigungsdichte Möglichkeiten für Einpendler aus anderen Bundesländern. Bei einem Vergleich zeigt sich, dass Hamburg die höchste Beschäftigungsdichte aufweist (vgl. Tabelle 1). Auf 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter kommen dort 830 SvB. An zweiter Stelle folgt Bremen mit einer Beschäftigungsdichte von 773. Beide Stadtstaaten sind dicht bevölkert und stellen mit ihrem großen Unternehmensbesatz überregionale Wirtschaftsund Arbeitsmarktzentren dar. Es folgen Bayern (686) und Baden-Württemberg (674). Die Beschäftigungsdichte in Sachsen-Anhalt (611) liegt unter dem nationalen Durchschnittswert (647). Allerdings weisen fünf Bundesländer noch niedrigere Werte auf. Dazu zählen Niedersachsen (609), Mecklenburg-Vorpommern (588), Schleswig-Holstein (569), Rheinland-Pfalz (564) und Brandenburg (563). Tabelle 1: Beschäftigungsdichte in den Bundesländern Beschäftigte und Einwohner im erwerbsfähigen Alter, 2024 - SvB am Arbeitsort Einwohner 15-64 Jahre Beschäftigungsdichte Schleswig-Holstein 1.058.498 1.861.815 569 Hamburg 1.073.152 1.292.996 830 Niedersachsen 3.139.939 5.151.673 609 Bremen 345.317 446.506 773 Nordrhein-Westfalen 7.326.630 11.628.745 630 Hessen 2.761.767 4.133.719 668 Rheinland-Pfalz 1.485.875 2.634.009 564 Sachsen-Anhalt 90,4% Sachsen 33,5% Thüringen 12,6% Niedersachsen 12,3% übriges Westdeutschland 17,5% übriges Ostdeutschland 17,2% Ausland 6,9% Einpendler insgesamt 9,6%
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 19 - SvB am Arbeitsort Einwohner 15-64 Jahre Beschäftigungsdichte Baden-Württemberg 4.925.299 7.305.268 674 Bayern 5.959.550 8.685.527 686 Saarland 390.229 616.669 633 Berlin 1.686.597 2.533.247 666 Brandenburg 881.641 1.565.239 563 Mecklenburg-Vorpommern 577.322 982.283 588 Sachsen 1.637.894 2.443.852 670 Sachsen-Anhalt 793.259 1.298.531 611 Thüringen 791.968 1.267.555 625 Deutschland 34.834.937 53.847.634 647 Anmerkung: Bevölkerung zum Stichtag 31.12.2023, SvB am Arbeitsort zum Stichtag 30.06.2024. Bei 2.165 SvB ist keine Zuordnung des Arbeitsorts zu einem Bundesland möglich. Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 5 Pendlerverflechtungen auf Ebene der Kreise In diesem Kapitel wird der Fokus von der Ebene der Bundesländer auf die Ebene der Kreise verschoben. Die Analyse berücksichtigt die Ausund Einpendlerströme der Kreise unabhängig davon, ob die Verflechtungen mit Kreisen in dem eigenen oder in einem anderen Bundesland bestehen. Eine detaillierte Betrachtung der Pendlerverflechtungen mit Kreisen außerhalb Sachsen-Anhalts erfolgt in Kapitel 7. 5.1 Allgemeines Muster Die Analyse von Pendlerverflechtungen auf Kreisebene offenbart große Disparitäten zwischen den regionalen Beschäftigungsmöglichkeiten. Wie in Kapitel 2 ausgeführt, bieten Städte bzw. Ballungsräume generell ein großes Arbeitsplatzangebot und gelten als Einpendlerregionen. Demgegenüber weisen ländliche Regionen oder auch Regionen in direkter Nachbarschaft zu großen Städten eher weniger Arbeitsplätze auf und stellen demnach Auspendlerregionen dar. Dieses regionale Muster wird in Abbildung 9 deutlich sichtbar. Die höchste Auspendlerquote unter allen Kreisen von 79,8 Prozent verzeichnet der Rhein-Pfalz-Kreis (vgl. linke Karte in Abbildung 9). Er liegt im Südosten von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar in unmittelbarer Nachbarschaft der Städte Mannheim, Speyer und Ludwigshafen. Als attraktive Wohnregion für die Beschäftigten in den umliegenden größeren Städten spiegelt der Rhein-PfalzKreis Suburbanisierungsprozesse der Bevölkerung wider. Sie führen dazu, dass Arbeitskräfte im Umland wohnen und zu ihrer Arbeit in die Städte pendeln. Auch der Landkreis Fürth, der sich westlich der Städte Fürth und Nürnberg befindet, hat eine sehr hohe Auspendlerquote von 76,8 Prozent. Weiterhin pendeln aus der Stadt Offenbach/Main 73,6 Prozent der Wohnortbeschäftigten aus, die meisten von ihnen arbeiten im direkt angrenzenden Frankfurt/Main. Die niedrigsten Auspendlerquoten finden sich demgegenüber in Berlin (14,9 %) und in der Region Hannover (15,2 %), die aufgrund ihrer Funktion als große Arbeitsmarktzentren ausreichend Arbeitsplätze bereitstellen. Auch der Landkreis Lörrach im äußersten Südwesten Deutschlands hat eine sehr niedrige Auspendlerquote (17,2 %). Hier – wie auch in anderen
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 20 Kreisen an der Außengrenze Deutschlands – ist jedoch zu beachten, dass Auspendler ins Ausland statistisch nicht erfasst sind, so dass die Auspendlerquote nach unten verzerrt sein dürfte.7 Die höchste Einpendlerquote von 79,1 Prozent weist der Landkreis München auf (vgl. rechte Karte in Abbildung 9). Er ist eng mit dem Arbeitsmarkt der Stadt München verbunden, die zwar absolut gesehen die meisten Einpendler aller Kreise (461.895 SvB) hat, aber aufgrund der hohen Zahl an Beschäftigten mit Wohnort in der Stadt nur eine Einpendlerquote von 47,6 Prozent aufweist (vgl. Böhme/Eigenhüller/Rossen 2023). Es folgt die Stadt Schweinfurt (75,0 %), die ebenfalls als Arbeitsmarktzentrum für die umliegenden Landkreise fungiert. Auch die industriell geprägte Stadt Frankenthal/Pfalz in direkter Nachbarschaft zum Rhein-Pfalz-Kreis hat mit 72,4 Prozent eine hohe Einpendlerquote. Die geringsten Einpendlerquoten sind in den beiden sehr dünn besiedelten und strukturschwachen Landkreisen Vorpommern-Rügen (11,7 %) und Mecklenburgische Seenplatte (13,7 %) zu finden. Sie zeichnen sich gleichzeitig durch geringe Auspendlerquoten aus, was auf lokal begrenzte Arbeitsmärkte im ländlichen Raum hindeutet. Mit dem Landkreis Harz (14,2 %) befindet sich auch ein Kreis aus Sachsen-Anhalt unter den Kreisen mit den geringsten Einpendlerquoten. Abbildung 9: Ausund Einpendlerquoten nach Kreisen in Deutschland 2024 Anmerkung: Auspendlerquote = Anteil der Auspendler an den SvB am Wohnort. Einpendlerquote = Anteil der Einpendler an den SvB am Arbeitsort. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 7 Insbesondere die regionalen grenznahen Arbeitsmärkte in der Schweiz, Frankreich, Luxemburg oder den Niederlanden dürften Auspendler aus Deutschland anziehen. Wie die Beispiele der Grenzpendler aus Polen zeigen, können aber auch die Regionen in Deutschland von einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt profitieren (Seibert/Wiethölter 2020).
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 21 5.2 Kreise in Sachsen-Anhalt Die Kreise in Sachsen-Anhalt zeigen auf den ersten Blick im Vergleich zu den anderen Kreisen in Abbildung 9 keine besonderen Auffälligkeiten. In Bezug auf die Auspendlerquoten überwiegt ein buntes Bild, das auch Kreise in anderen Bundesländern aufweisen. Die höchste Auspendlerquote von 54,7 Prozent weist der Saalekreis auf (vgl. Tabelle 2). Er ist stark durch StadtUmlandverflechtungen mit der Stadt Halle/Saale geprägt, in der 43,4 Prozent der Auspendler arbeiten. An zweiter Stelle folgt der Landkreis Börde, aus dem 48,5 Prozent der dort wohnenden SvB auspendeln. Er wird in Ost-West-Richtung von der Autobahn A 2 durchschnitten, was es erleichtert, in der direkt östlich angrenzenden Landeshauptstadt Magdeburg oder den nächstgelegenen westlichen Kreisen Wolfsburg und Helmstedt zu arbeiten (jeweils 45,0 %, 9,6 % und 9,5 % der Auspendler). Auch der ebenfalls von der A 2 durchzogene Landkreis Jerichower Land zeigt eine hohe Auspendlerquote von 46,3 Prozent. Hier spielt ebenfalls die direkte Nachbarschaft zu Magdeburg eine entscheidende Rolle, denn dort haben 43,7 Prozent der Auspendler ihren Arbeitsort. Die geringsten Auspendlerquoten finden sich in den Landkreisen Harz (26,6 %), Stendal (30,7 %) und Wittenberg (31,6 %). Diese drei Landkreise zählen von ihrer Raumstruktur her zu den dünn besiedelten ländlichen und peripheren Kreisen. Viele ihrer ländlich geprägten Nachbarkreise haben eher kleinere Städte, die als lokale Arbeitsmarktzentren fungieren und wenig Ausstrahlungskraft auf Pendler aus anderen Kreisen ausüben. Auch die Landkreise Börde und Jerichower Land sind zwar dünn besiedelt. Sie haben aber die Stadt Magdeburg als großes überregionales Arbeitsmarktzentrum in der Nähe, in das Beschäftigte aus allen umliegenden Kreisen pendeln. Betrachtet man die Einpendlerquoten in Abbildung 9, so weisen der Saalekreis und Halle/Saale im Südosten des Landes die höchsten Werte auf. Die beiden Kreise haben Einpendlerquoten von 48,8 Prozent und 41,9 Prozent, wobei die meisten Einpendler jeweils aus dem anderen Kreis stammen. Von den Einpendlern in den Saalekreis wohnt rund ein Drittel in Halle (34,7 %), 14,4 Prozent kommen aus dem Burgenlandkreis. Von den Einpendlern nach Halle wohnen wiederum 43,8 Prozent im Saalekreis, dann folgt die Stadt Leipzig (10,4 %). In Verbindung mit dem hohen Anteil der Auspendler, die aus dem Saalekreis nach Halle/Saale pendeln, zeigt sich damit die Zusammengehörigkeit der beiden Kreise zu einer Arbeitsmarktregion.8 Die Landeshauptstadt Magdeburg hat als überregionales Arbeitsmarktzentrum ebenfalls eine hohe Einpendlerquote von 41,2 Prozent. Ein Drittel der Einpendler (34,3 %) wohnt im Bördekreis, 17,1 Prozent im Salzlandkreis und 15,5 Prozent im Landkreis Jerichower Land. Damit verteilen sich die Einpendler gleichmäßiger auf die umliegenden Kreise als in Halle/Saale, was aber den administrativen Kreisabgrenzungen geschuldet sein dürfte. Auch die dritte kreisfreie Stadt Sachsen-Anhalts, Dessau-Roßlau, weist mit 40,6 Prozent eine hohe Einpendlerquote auf. Sie dient ebenfalls als Arbeitsmarktzentrum für die Einwohner der umgebenden Kreise. Die meisten Beschäftigten pendeln aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld (41,7 %) und Wittenberg (27,3 %) ein. 8 Das Bundesamt für Bau-, Stadtund Raumforschung (BBSR) bietet eine kreisscharfe Abgrenzung von Arbeitsmarktregionen an, welche die Zentren der regionalen Arbeitsmärkte mit ihren jeweiligen Verflechtungsbereichen umfassen. Vgl. https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/regionen/arbeitsmarktre gionen/Arbeitsmarktregionen.html (abgerufen am 20.09.2024).
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 22 Die geringsten Einpendlerquoten unter den Kreisen Sachsen-Anhalts weisen die drei Landkreise auf, die auch die geringsten Auspendlerquoten haben. In den Landkreis Harz pendeln 14,2 Prozent der dortigen Beschäftigten aus anderen Kreisen ein, vorrangig aus dem Salzlandkreis (21,3 % aller Einpendler in den Landkreis Harz). Im Landkreis Stendal beläuft sich die Einpendlerquote auf 18,2 Prozent. Hier wohnen die meisten Einpendler im benachbarten Altmarkkreis Salzwedel (22,7 %). Der Landkreis Wittenberg hat schließlich eine Einpendlerquote von 19,1 Prozent, hier wohnen die meisten Einpendler (23,9 %) in Dessau-Roßlau. Tabelle 2: Beschäftigte und Pendler nach Kreisen in Sachsen-Anhalt 2024 Kreis SvB am Wohnort SvB am Arbeitsort SvB Wohnort= Arbeitsort Auspendler Einpendler Auspendlerquote Einpendlerquote Binnenpendlerintensität Anzahl Prozent Dessau-Roßlau 29.236 33.145 19.692 9.544 13.448 32,6 40,6 67,4 Halle (Saale) 92.644 100.674 58.457 34.184 42.186 36,9 41,9 63,1 Magdeburg 97.652 111.593 65.610 32.038 45.948 32,8 41,2 67,2 Altmarkkreis Salzwedel 33.398 25.260 20.067 13.331 5.178 39,9 20,5 60,1 Anhalt-Bitterfeld 64.102 56.176 38.869 25.233 17.290 39,4 30,8 60,6 Börde 72.171 62.121 37.154 35.011 24.945 48,5 40,2 51,5 Burgenlandkreis 70.618 59.866 45.027 25.591 14.820 36,2 24,8 63,8 Harz 82.744 70.814 60.745 21.996 10.053 26,6 14,2 73,4 Jerichower Land 35.170 27.791 18.868 16.300 8.918 46,3 32,1 53,6 Mansfeld-Südharz 48.126 39.422 31.048 17.078 8.367 35,5 21,2 64,5 Saalekreis 77.712 68.827 35.211 42.496 33.592 54,7 48,8 45,3 Salzlandkreis 71.273 60.912 45.270 26.000 15.630 36,5 25,7 63,5 Stendal 41.369 35.048 28.653 12.712 6.387 30,7 18,2 69,3 Wittenberg 49.209 41.610 33.640 15.568 7.960 31,6 19,1 68,4 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Die Ausund Einpendlerquoten messen die räumliche Mobilität der SvB über die Kreisgrenzen, Mobilität innerhalb der Kreise wird nicht betrachtet. Um ihr Ausmaß zu erfassen, erfolgt ein Rückgriff auf die Binnenpendlerintensität (vgl. Seibert/Wiethölter/Carstensen 2019: 28 f). Sie bildet den Anteil der Nichtpendler an den Wohnortbeschäftigten ab und dient zur Einschätzung des Ausmaßes, in dem der erwerbsfähigen Bevölkerung Arbeitsplätze vor Ort zur Verfügung stehen. Wie Tabelle 2 ausweist, ist die Binnenpendlerintensität im Landkreis Harz am höchsten: 73,4 Prozent der SvB, die dort wohnen, arbeiten auch dort. Auch in den Landkreisen Stendal und Wittenberg (69,3 % und 68,4 %) ist die Binnenpendlerintensität recht hoch. Dieser Befund korrespondiert mit den geringen Ausund Einpendlerquoten der drei Kreise. Er kann als typisch für ländlich geprägte Regionen gesehen werden, die keine größeren Auspendelziele in der näheren Umgebung haben. Umgekehrt ist der Versorgungsgrad mit Arbeitsplätzen im Saalekreis (45,3 %), dem Landkreis Börde (51,5 %) und dem Landkreis Jerichower Land (53,6 %) am geringsten. Diese Kreise sind zwar auch ländlich geprägt, haben aber mit Halle/Saale bzw. der Landeshauptstadt Magdeburg überregionale Wirtschaftszentren in erreichbarer Nähe. Dementsprechend hoch sind die jeweiligen Pendlerbewegungen.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 23 Abbildung 10 zeigt grafisch den beschriebenen Zusammenhang zwischen den Pendlerbewegungen und der Beschäftigungsdichte. Zur besseren Vergleichbarkeit werden dabei die jeweiligen Pendlersalden ins Verhältnis zur Zahl der SvB pro Kreis gesetzt. In Dessau-Roßlau kommen rein rechnerisch 781 Beschäftigte auf 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, in Magdeburg sind es 732. Damit weisen sie die höchste Beschäftigungsdichte unter allen Kreisen auf. Halle/Saale verfügt mit einem Wert von 711 über eine geringere Beschäftigungsdichte, die aber immer noch über dem bundesweiten Durchschnitt von 647 liegt. Die Funktion der drei kreisfreien Städte als Arbeitsmarktzentren wird durch den positiven Pendlersaldo unterstrichen. In allen anderen Kreisen ist er negativ. Deutlich fällt hierbei der Unterschied zwischen Halle/Saale und dem Saalekreis auf. Der Saalekreis bietet mit seiner hohen Beschäftigungsdichte im Vergleich zu den anderen Landkreisen zwar Arbeitsmöglichkeiten für Einpendler aus den sonstigen ihn umgebenden Kreisen wie zum Beispiel dem Burgenlandkreis, doch erreicht deren absolute Zahl nicht dasjenige der Verflechtungen mit Halle/Saale. Die übrigen Landkreise haben alle sowohl eine geringere Beschäftigungsdichte als auch einen negativeren Pendlersaldo. Dabei weisen der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Jerichower Land bei beiden Indikatoren die niedrigsten Werte auf. Abbildung 10: Zusammenhang zwischen Pendlersaldo und Beschäftigungsdichte auf Kreisebene in Sachsen-Anhalt 2024 Anmerkung: Beschäftigungsdichte: Zahl der SvB am Arbeitsort (Stichtag 30.06.2024) je 1.000 Einwohner im Alter von 15 bis unter 65 Jahren (Stichtag 31.12.2023). Gewichteter Pendlersaldo: Pendlersaldo je 1.000 SvB am Arbeitsort zum Stichtag 30.06.2024. Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt; Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Dessau-Roßlau Halle Magdeburg Altmarkkreis Salzwedel Anhalt-Bitterfeld Börde Burgenlandkreis Harz Jerichower Land Mansfeld-Südharz Saalekreis Salzlandkreis Stendal Wittenberg -350 -300 -250 -200 -150 -100 -50 - 50 100 150 400 450 500 550 600 650 700 750 800 gewichteter Pendlersaldo Beschäftigungsdichte
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 24 6 Merkmale der Pendler aus und nach Sachsen-Anhalt Im Folgenden werden die Pendler genauer betrachtet. Dabei liegt der Fokus auf denjenigen Beschäftigten, die über die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts mobil sind. Um Besonderheiten nachzugehen, werden die Pendler mit den Beschäftigten verglichen, die innerhalb SachsenAnhalts wohnen und arbeiten. Zuerst erfolgt ein Überblick über die soziodemografischen Merkmale der Pendler und Nichtpendler. Danach werden die ausgeübten Berufe und die Branchen, in denen die Pendler tätig sind, präsentiert. 6.1 Soziodemografische Merkmale Die Ausund Einpendler unterscheiden sich in wichtigen Merkmalen von den Nichtpendlern (vgl. Abbildung 11). Tabelle A 2 im Anhang enthält die absoluten Zahlen sowie die Ausund Einpendlerquoten und die Pendlersalden. Bei der Unterscheidung nach dem Geschlecht fällt auf, dass mehr Männer als Frauen über die Landesgrenze mobil sind. Jeweils rund zwei Drittel der Auspendler wie auch der Einpendler sind Männer (66,5 % und 66,2 %), während sie nur die Hälfte der Nichtpendler stellen (50,0 %). Dementsprechend ist die Auspendlerquote der Männer mit 21,6 Prozent fast doppelt so hoch wie die der Frauen (12,2 %). Dieses geschlechtsspezifische Muster zeigt sich auch bei den Einpendlern. Es steht in Einklang mit anderen Befunden zur Mobilität auf dem Arbeitsmarkt und verweist auf eine mögliche stärkere räumliche Gebundenheit von Frauen (vgl. Kapitel 2). Mit Blick auf die Altersstruktur existieren kaum Unterschiede zwischen den Auspendlern und den Nichtpendlern. Im Vergleich sind die Einpendler etwas jünger, wie die höheren Anteile der 20bis 39-Jährigen zeigen. In Bezug auf die Staatsangehörigkeit gibt es unter den Pendlern verhältnismäßig mehr SvB mit einer ausländischen Nationalität als unter den Nichtpendlern. Dabei fällt auf, dass ihr Anteil unter den Einpendlern doppelt so hoch ist wie unter den Auspendlern (21,1 % vs. 10,3 %). Die meisten ausländischen Einpendler haben eine polnische Staatsangehörigkeit (79,8 % aller ausländischen Einpendler), gefolgt von tschechischen, slowakischen und rumänischen Einpendlern (jeweils 5,6 %, 4,6 % und 4,2 %).9 Die deutlich höheren Pendlerquoten der ausländischen SvB belegen eine höhere Mobilität dieser Gruppe. So liegt die Einpendlerquote unter den SvB mit deutscher Staatsangehörigkeit bei 8,2 Prozent, unter den SvB mit ausländischer Staatsangehörigkeit aber bei 25,6 Prozent (Auspendlerquoten: 16,6 % und 24,7 %). Der Pendlersaldo unter den ausländischen SvB ist als einziger unter allen hier betrachteten Gruppen positiv (vgl. Tabelle A 2 im Anhang). Auch bei der Arbeitszeit werden Unterschiede sichtbar. Knapp ein Drittel der Nichtpendler arbeitet in Teilzeit, aber nur rund ein Fünftel der Pendler (vgl. Abbildung 11). Wie in Kapitel 2 diskutiert, ist davon auszugehen, dass Pendeln für Teilzeitbeschäftigte unattraktiver ist als für Vollzeitbeschäftigte. Pendeln ist zeitintensiv und verursacht Kosten, die mit der Entfernung 9 Polnische Beschäftigte stellen die größte Gruppe bezogen auf alle ausländischen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt dar, es folgen rumänische Beschäftigte (vgl. Leclerque/Fritzsche 2024: 22). Es ist zu vermuten, dass diese Personen aufgrund der großen Entfernung zu ihren Herkunftsländern einen Nebenwohnsitz in Deutschland haben dürften.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 31 32,8 Prozent der SvB, die in Sachsen-Anhalt in dieser Branche arbeiten, in einem anderen Bundesland. Die ebenfalls hohe Auspendlerquote (vgl. Abbildung 16) verdeutlicht, dass räumliche Mobilität über die Landesgrenzen hinweg für diese Branche generell eine große Relevanz besitzt. An zweiter Stelle folgen die Wachund Sicherheitsdienste mit einer Einpendlerquote von 26,9 Prozent. Die weiteren drei Branchen sind durch nur leicht geringere Quoten gekennzeichnet. Zu den kleineren Branchen mit den geringsten Einpendlerquoten zählen die Erbringer von Finanzdienstleistungen (5,3 %) und die Metallerzeugung und -bearbeitung (4,2 %). Aber auch in der beschäftigungsmäßig sehr großen Branche der öffentlichen Verwaltung spielen die Einpendler mit einer Quote von 4,6 Prozent eine geringe Rolle. Die niedrigste Einpendlerquote (3,1 %) ist für die Heime zu beobachten. Wie beim Sozialwesen zeigt sich damit eine geringe Mobilität der SvB dieser Branche nicht nur unter den Auspendlern, sondern auch unter den Einpendlern. Abbildung 17: Die Branchen mit den höchsten und niedrigsten Einpendlerquoten nach Sachsen-Anhalt Einpendlerquote in Prozent und Anzahl Einpendler, 2024 Anmerkung: DL: Dienstleistungen. Nur Branchen mit mindestens 100 Ausoder Einpendlern berücksichtigt. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Legt man die absolute Zahl der Einpendler aus Tabelle A 4 im Anhang zugrunde, so kommen die meisten Beschäftigten nach Sachsen-Anhalt, um im Landverkehr und Transport in Rohrleitungen zu arbeiten. Zum 30. Juni 2024 waren das 4.764 SvB, die 6,3 Prozent aller Einpendler ausmachten und vorrangig aus dem Ausland und aus Sachsen kamen (zu je 27,4 % und 25,5 %). Weiterhin arbeiteten 4.320 Einpendler im Bereich der vorbereitenden Baustellenarbeiten und 4.302 Einpendler in der Lagerei und der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr. In der letztgenannten Branche sind Einpendler mit ausländischer Staatsangehörigkeit mit einem Anteil von 34,8 Prozent ebenfalls stark vertreten. 3,1 3,5 4,2 4,6 5,3 21,9 22,2 23,4 26,9 32,8 Heime (ohne Erholungsund Ferienheime) Sozialwesen (ohne Heime) Metallerzeugung und -bearbeitung Öffentl. Verwaltung, Verteidigung; Sozialvers. Erbringung von Finanzdienstleistungen Erbringung von DL der Informationstechnologie Lagerei u. Erbringung v. sonstigen DL für den Verkehr Herst., Verleih, Vertrieb v. Filmen u. Fernsehprogrammen, Kinos, Tonstudios u. Verlegen v. Musik Wachu. Sicherheitsdienste sowie Detekteien Rundfunkveranstalter Einpendlerquote 1.060 1.460 272 2.885 414 1.627 4.302 119 1.464 185 Anzahl Einpendler
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 32 Die dargestellten branchenspezifischen Pendlerstrukturen zeigen sich auch in den Pendlersalden Sachsen-Anhalts (vgl. Tabelle A 4 im Anhang). Angesichts des insgesamt negativen Pendlersaldos verwundert es nicht, dass 57 der berücksichtigten Branchen einen negativen Saldo und nur 10 Branchen einen positiven Saldo aufweisen. Die absolut größten negativen Pendlersalden sind in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-7.887) und im Einzelhandel (-5.535) zu finden, die größten positiven Salden in der Herstellung von Nahrungsund Futtermitteln (635) und in der Gewinnung von Steinen und Erden (294). Gewichtet man den branchenspezifischen Pendlersaldo mit der Zahl der SvB am Arbeitsort, um die unterschiedlich großen Branchen miteinander vergleichen zu können, verändert sich die Reihenfolge nur unwesentlich. An erster Stelle liegt die Getränkeherstellung (83) und an letzter Stelle die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-1.889). 7 Kleinräumige Pendlerverflechtungen über die Landesgrenzen hinweg Im Zentrum dieses Kapitels stehen die kleinräumigen Pendlerverflechtungen über die Bundeslandgrenze Sachsen-Anhalts. Zuerst erfolgt ein allgemeiner Überblick darüber, mit welchen Kreisen die stärksten Verflechtungen bestehen. Anschließend werden die Besonderheiten der Pendlermuster mit den drei Regionen, in denen die meisten Auspendler aus Sachsen-Anhalt arbeiten, vorgestellt. 7.1 Allgemeines Muster Bei der Analyse der Auspendler aus Sachsen-Anhalt nach Bundesländern in Abbildung 7 wurde deutlich, dass jeweils rund ein Viertel von ihnen in Sachsen und Niedersachsen arbeitet. Wie die linke Karte in Abbildung 18 zeigt, haben die meisten Auspendler ihren Arbeitsort in den direkt angrenzenden oder nahen Kreisen. An erster Stelle unter allen Kreisen in Deutschland steht die Stadt Leipzig, in der 21.678 SvB oder 14,6 Prozent aller Auspendler aus Sachsen-Anhalt arbeiten. Es folgt Berlin, dort arbeiten 9.744 SvB oder 6,6 Prozent aller Auspendler. An dritter Stelle kommt der Landkreis Nordsachsen, dorthin pendeln 8.574 SvB oder 5,8 Prozent aller Auspendler. Weitere bedeutendere Auspendelziele aus Sachsen-Anhalt stellen die niedersächsischen Kreise Wolfsburg (5,7 %), Helmstedt (3,5 %) sowie die Region Hannover, Braunschweig und Goslar (jeweils 2,4 %) dar. Weiter entfernt liegende Regionen werden nur von wenigen Auspendlern aufgesucht. Darunter fallen auch die Großstädte Hamburg (1,9 %) und Frankfurt/Main (1,3 %), die als überregionale Arbeitsmarktzentren viele Arbeitskräfte aus anderen Regionen anziehen (vgl. Kapitel 5.1). Die Analyse der Einpendler nach Sachsen-Anhalt zeigte in Abbildung 8, dass gut ein Drittel von ihnen in Sachsen wohnt (34 %). Auf der rechten Karte in Abbildung 18 wird deutlich, dass auch hier die engsten Beziehungen mit den Kreisen direkt an oder in enger Nähe der Landesgrenze existieren. Die meisten Einpendler kommen wiederum aus Leipzig: 12.489 SvB oder 16,4 Prozent aller Einpendler nach Sachsen-Anhalt haben dort ihren Wohnort. Auch in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig wohnen viele Einpendler (6,7 % und 4,9 %). Berlin folgt an vierter Stelle
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 33 mit 4,7 Prozent aller Einpendler. Aus dem Kyffhäuserkreis in Thüringen, der an den Landkreis Mansfeld-Südharz, den Saalekreis und den Burgenlandkreis angrenzt, kommen weitere 2,9 Prozent der Einpendler. 1,8 Prozent der Einpendler wohnen im ebenfalls direkt angrenzenden Kreis Helmstedt sowie 1,7 Prozent in den Kreisen Potsdam-Mittelmark, Nordhausen und Goslar. Unter den weiter entfernten Kreisen sind Gütersloh (1,7 %) und Dresden (1,2 %) zu nennen. Abbildung 18: Auspendler aus und Einpendler nach Sachsen-Anhalt nach Kreisen Ausund Einpendler, 2024 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB 7.2 Sachsen Die Stadt Leipzig nimmt nicht nur unter den Auspendelzielen aus Sachsen-Anhalt eine Sonderstellung ein (14,6 %), sondern dort wohnen auch die meisten Einpendler nach SachsenAnhalt (16,4 %). Mit keinem anderen Kreis in Deutschland bestehen derart enge Verflechtungen. Nimmt man die direkt an Sachsen-Anhalt angrenzenden Landkreise Nordsachsen und Leipzig hinzu, haben insgesamt 22,6 Prozent aller Auspendler aus Sachsen-Anhalt ihren Arbeitsplatz im nordwestlichen Sachsen. Umgekehrt wohnen dort 27,9 Prozent aller Einpendler nach SachsenAnhalt.11 11 In die Stadt Leipzig pendeln 21.678 SvB aus Sachsen-Anhalt, in den Landkreis Nordsachsen 8.574 SvB und in den Landkreis Leipzig 3.318 SvB. Aus der Stadt Leipzig pendeln 12.489 SvB zum Arbeiten nach Sachsen-Anhalt, aus dem Landkreis Nordsachsen 5.096 SvB und aus dem Landkreis Leipzig 3.701 SvB.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 34 Kleinräumige Verflechtungen Im Folgenden werden diejenigen sachsen-anhaltinischen Kreise, in denen die meisten Auspendler in die drei sächsischen Kreise wohnen bzw. in denen die meisten Einpendler aus den drei Kreisen arbeiten, näher analysiert. Die meisten Auspendler aus Sachsen-Anhalt, die in Leipzig arbeiten, wohnen im Saalekreis (5.910 SvB oder 27,3 %), in Halle/Saale (24,8 %)12 und im Burgenlandkreis (15,5 %). Die meisten Auspendler mit Arbeitsplatz im Landkreis Nordsachsen wohnen zumeist ebenfalls im Saalekreis (2.428 SvB oder 28,3 %), in Halle/Saale (25,3 %) oder im nördlich angrenzenden Landkreis Anhalt-Bitterfeld (19,7 %). Für den Landkreis Leipzig stellt sich das Muster leicht anders dar, die meisten Auspendler mit diesem Ziel wohnen im Burgenlandkreis und im Saalekreis (39,3 % und 27,0 %). Die Betrachtung der Einpendler aus Leipzig in die Kreise Sachsen-Anhalts zeigt, dass die meisten von ihnen in Halle/Saale (4.369 SvB oder 35,0 %) und im Saalekreis (25,6 %) arbeiten. Auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und im Burgenlandkreis haben relativ viele Leipziger ihren Arbeitsplatz (11,6 % und 10,9 %). Die meisten Einpendler mit Wohnort im Landkreis Nordsachsen arbeiten im Landkreis Anhalt-Bitterfeld (28,0 %), im Saalekreis (24,3 %) und in Halle/Saale (20,2 %). Aus dem Landkreis Leipzig schließlich pendeln die meisten Beschäftigten in den Burgenlandkreis und in den Saalekreis (32,0 % und 30,3 %). Die ausgeprägten Pendlerverflechtungen zwischen den vier Kreisen im Südosten SachsenAnhalts und den drei Kreisen im Nordwesten Sachsens zeigen die Existenz eines bundeslandübergreifenden Arbeitsmarktes auf. Dabei fungieren die beiden Städte Leipzig und Halle/Saale als Zentren innerhalb dieses Arbeitsmarktes. Sie sind durch ein sehr gut ausgebautes Infrastrukturnetz miteinander verbunden, das unter anderem Autobahnen, S-Bahnen und Fernzüge umfasst. Die Beobachtung, dass jeweils viele Beschäftigte im einen Bundesland wohnen und im anderen arbeiten, verdeutlicht, dass politische Abgrenzungen der Bundesländer sowie administrative Abgrenzungen der Kreise nicht die funktionalen Zusammenhänge regionaler Arbeitsmärkte abbilden. Dies kommt auch in der vom IAB vorgenommenen Abgrenzung von Arbeitsmarktregionen zum Ausdruck, die die hier genannten Kreise zur Arbeitsmarktregion Leipzig zusammenfasst.13 Die wichtigsten Berufe Von Interesse ist weiterhin, in welchen Berufen die Pendler arbeiten. Für einen besseren Überblick wird im Folgenden der Fokus auf die Verflechtungen Sachsen-Anhalts mit der Stadt Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen gelegt. 13,7 Prozent aller Auspendler aus SachsenAnhalt, die in Leipzig arbeiten, üben Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe aus. Maßgeblich für den hohen Stellenwert dieser Berufe dürfte – neben dem generellen Industrieund Dienstleistungsstandort – die Entwicklung Leipzigs zu einem bedeutenden Standort der Automobilproduktion sein.14 Weitere 12,3 Prozent sind in Berufen der Unternehmensführung und -organisation und 9,5 Prozent in Verkehrsund Logistikberufen tätig. Die anders gearteten 12 Aus sächsischer Sicht steht Halle/Saale an zweiter Stelle der wichtigsten Einpendlergemeinden nach Leipzig. Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen (2024). 13 Zur Arbeitsmarktregion Leipzig zählen weiterhin die Kreise Dessau-Roßlau, Mansfeld-Südharz, Wittenberg und Altenburger Land. Vgl. https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Klassifikationen/Regionale-Gliederungen/WeitereGebietsgliederungen-Nav.html (abgerufen am 22.10.2024). 14 Vgl. https://www.leipzig.de/wirtschaft-und-wissenschaft/branchenvielfalt (abgerufen am 22.02.2025).
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 35 Wirtschaftsschwerpunkte im Landkreis Nordsachsen zeigen sich daran, dass über ein Drittel der Auspendler aus Sachsen-Anhalt Verkehrsund Logistikberufe ausübt (34,9 %). Hier dürften sich der Standort des Flughafens Leipzig/Halle und das damit verbundene DHL Drehkreuz15 sowie die Niederlassung weiterer Versandund Logistikunternehmen in Schkeuditz niederschlagen. Die Region weist eine sehr günstige verkehrsgeographische Lage auf und ist über die S-Bahn sowie die Autobahn A 14 direkt mit Halle/Saale und Leipzig verbunden. Die Einpendler, die aus Leipzig zum Arbeiten nach Sachsen-Anhalt kommen, verteilen sich auf ein etwas anderes Berufsspektrum. Von den insgesamt 12.489 Einpendlern aus Leipzig arbeiten 14,5 Prozent in Berufen der Unternehmensführung und -organisation, 9,7 Prozent in medizinischen Gesundheitsberufen und 7,3 Prozent in lehrenden und ausbildenden Berufen. Auch die Einpendler aus dem Landkreis Nordsachsen sind zum Großteil in Berufen der Unternehmensführung und -organisation beschäftigt (11,1 %), gefolgt von Verkehrsund Logistikberufen (9,9 %) und von Berufen des Führens von Fahrzeugund Transportgeräten (8,5 %). Zeitliche Entwicklung Seit 1999 haben sich die Pendlerverflechtungen zwischen Sachsen-Anhalt und den Kreisen in Nordwestsachsen stark intensiviert (vgl. Abbildung 19). Während die Zahl aller Auspendler aus Sachsen-Anhalt zwischen 1999 und 2024 um 38,8 Prozent gestiegen ist, hat sich die Zahl der Auspendler nach Leipzig mehr als verdoppelt (+112,2 %). Dies trifft auch grob auf den Landkreis Nordsachsen zu (+98,9 %). Als Folge haben die beiden Kreise ihre Bedeutung als Auspendelziele für Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt ausgebaut: der Anteil der Auspendler, die in Leipzig arbeiten, erhöhte sich von 9,5 Prozent im Jahr 1999 auf 14,6 Prozent im Jahr 2024. Für den Landkreis Nordsachsen ergab sich ein Anstieg von 4,0 Prozent auf 5,8 Prozent. In Bezug auf die Berufe der Auspendler nach Leipzig sticht zwischen 2014 und 2024 die überdurchschnittliche Dynamik in den Berufen der Informatik und Informationsund Kommunikationstechnologie hervor (+87,5 %). Ihr Anteil an allen Auspendlern hat sich in diesem Zeitraum von 2,2 Prozent auf 3,7 Prozent erhöht. Auch in den medizinischen Gesundheitsberufen (+40,7 %, Anteil 2024: 3,9 %), den Berufen in Recht und Verwaltung (+37,5 %, Anteil 2024: 2,8 %) und den Berufen in Unternehmensführung und -organisation (+24,6 %) stieg die Zahl der Auspendler deutlich an. Die Zahl der Auspendler in den Landkreis Nordsachsen hat sich demgegenüber vor allem in den Verkehrsund Logistikberufen (+89,1 %) sehr stark erhöht. Bei der Entwicklung der Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt sticht Leipzig ebenfalls heraus (vgl. Abbildung 19). Im Betrachtungszeitraum stieg die Zahl aller Einpendler um 67,8 Prozent, die der Einpendler aus Leipzig jedoch um 183,9 Prozent. Auch in Bezug auf die Einpendler hat Leipzig damit seinen Platz als wichtigster Herkunftskreis gefestigt: der Anteil der Einpendler aus der Messestadt an allen Einpendlern erhöhte sich von 9,7 Prozent im Jahr 1999 auf 16,4 Prozent im Jahr 2023. Die Zunahme ist dabei verschiedenen Berufen geschuldet. So stieg die Zahl der Einpendler aus Leipzig, die in Sachsen-Anhalt in lehrenden und ausbildendenden Berufen arbeiten, zwischen 2014 und 2024 um 141,1 Prozent, in Berufen in Recht und Verwaltung um 69,0 Prozent und in medizinischen Gesundheitsberufen um 58,7 Prozent. 15 Am DHL Drehkreuz Leipzig sind nach Angaben des Unternehmens mehr als 7.000 Mitarbeitende tätig. Vgl. https://www.dhl.com/de-de/microsites/express/hubs/hub-leipzig.html (abgerufen am 22.10.2024).
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 36 Abbildung 19: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit den wichtigsten sächsischen Kreisen Index 1999=100 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Zusammenfassend nehmen Leipzig und der Landkreis Nordsachsen eine immer bedeutendere Rolle als Arbeitsort für die Auspendler aus Sachsen-Anhalt – und hier insbesondere aus den südöstlichen Kreisen – ein. Die Berufsstruktur legt nahe, dass wesentliche Treiber hierfür die Automobilbranche in Leipzig und die Verkehrsund Logistikbranche im Landkreis Leipzig darstellen. Diese prägen die jeweiligen Wirtschaftsstrukturen und ziehen Beschäftigte aus dem Umland an. Demgegenüber fallen bei den Einpendlern aus Leipzig eher die medizinischen Gesundheitsberufe sowie die lehrenden und ausbildenden Berufe auf, was wesentlich dem Hochschulund Gesundheitsstandort Halle geschuldet sein dürfte. Die Region stellt insgesamt einen einheitlichen und die Bundeslandgrenzen überschreitenden Arbeitsmarkt dar. 7.3 Berlin Berlin steht an zweiter Stelle unter den Top Auspendelzielen aus Sachsen-Anhalt und an vierter Stelle unter den Top Einpendlerzielen. 9.744 SvB oder 6,6 Prozent aller Auspendler arbeiteten zum 30. Juni 2024 in der Bundeshauptstadt, und 3.550 Einpendler aus Berlin waren in SachsenAnhalt beschäftigt (4,7 % aller Einpendler). Kleinräumige Verflechtungen Die meisten Auspendler nach Berlin wohnen in Magdeburg (16,8 %), in Halle (15,8 %) und im Landkreis Wittenberg (11,0 %). Aus den beiden Großstädten und aus Wittenberg bestehen sehr gute ICE-Verbindungen nach Berlin, und die Autobahnen A 2 und A 9 ermöglichen auch eine gute Erreichbarkeit mit dem PKW. Berlin hat jedoch für die Kreise in Sachsen-Anhalt eine unterschiedlich große Relevanz als Arbeitsdestination. 6,9 Prozent aller Auspendler aus dem Landkreis Wittenberg und 6,0 Prozent aller Auspendler aus dem Landkreis Stendal arbeiten in Berlin. Dagegen fahren nur 5,1 Prozent der Auspendler aus Magdeburg und 4,5 Prozent der Auspendler aus Halle/Saale nach Berlin zum Arbeiten. 50 75 100 125 150 175 200 225 250 275 300 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Auspendler Stadt Leipzig Landkreis Leipzig Landkreis Nordsachsen Insgesamt 50 75 100 125 150 175 200 225 250 275 300 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Einpendler
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 37 Die Einpendler aus Berlin konzentrieren sich ebenfalls auf die beiden sachsen-anhaltinischen Großstädte. In Magdeburg arbeiten 22,3 Prozent der Berliner Einpendler und in Halle/Saale 20,6 Prozent. Weitere Ziele stellen die Landkreise Dessau-Roßlau (10,1 %) und Wittenberg (6,8 %) dar. Im Vergleich zu allen Einpendlern spielen die Beschäftigten aus Berlin eine recht geringe Rolle. Im Landkreis Wittenberg ist ihr Anteil mit 3,0 Prozent am höchsten, in Dessau-Roßlau beträgt er 2,7 Prozent und in Halle und Magdeburg jeweils 1,7 Prozent. Die wichtigsten Berufe Die Auspendler aus Sachsen-Anhalt nach Berlin sind in einer großen Bandbreite an Berufen tätig. Am häufigsten werden Berufe der Unternehmensführung und -organisation ausgeübt (14,1 %), gefolgt von Berufen in Verkehr und Logistik (7,5 %) und im Führen von Fahrzeugund Transportgeräten (6,4 %). Auch die Einpendler aus Berlin verteilen sich über eine Vielzahl an Berufen. Die meisten von ihnen üben ebenfalls Berufe der Unternehmensführung und -organisation aus (12,3 %). Es folgen lehrende und ausbildende Berufe (8,2 %) und medizinische Gesundheitsberufe (7,0 %). Zeitliche Entwicklung Wie Abbildung 20 zeigt, hat sich die Zahl der Auspendler nach Berlin bis zum Jahr 2015 weitgehend im Gleichklang mit der Gesamtzahl der Auspendler entwickelt. Seit 2016 ist allerdings ein überdurchschnittlicher Anstieg zu beobachten, der seit 2021 noch einmal an Dynamik dazugewonnen hat. Insgesamt ist die Zahl der Auspendler nach Berlin zwischen 1999 und 2024 um 99,7 Prozent gestiegen. Damit hat sich der Anteil Berlins unter den Auspendlern von 4,6 Prozent in 1999 auf 6,6 Prozent in 2024 erhöht, der Anteil unter den Einpendlern stieg ebenfalls leicht von 4,5 Prozent auf 4,7 Prozent. Abbildung 20: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit Berlin Index 1999=100 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Zusammenfassend werden die Pendlerverflechtungen mit Berlin in regionaler Hinsicht von Pendlern aus und nach Magdeburg und Halle sowie Wittenberg geprägt. Sowohl die Auspendler 50 75 100 125 150 175 200 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Auspendler Berlin Insgesamt 50 75 100 125 150 175 200 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Einpendler
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 38 als auch die Einpendler sind in einer Vielzahl an Berufen beschäftigt, unter denen die Berufe der Unternehmensführung und -organisation am stärksten vertreten sind. Auffällig ist weiterhin der hohe Stellenwert der lehrenden und ausbildenden Berufe sowie der medizinischen Gesundheitsberufe unter den Einpendlern. Ähnlich wie bei den Einpendlern aus Leipzig dürften hierbei die Hochschulund Gesundheitsstandorte Magdeburg und Halle eine Rolle spielen. Es ist davon auszugehen, dass die Pendlerbeziehungen stark durch die gute Verkehrsanbindung insbesondere mit dem ICE geprägt werden. 7.4 Niedersachsen Die Auspendler aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen verteilen sich recht gleichmäßig auf verschiedene angrenzende bzw. gut zu erreichende Kreise. Damit weisen sie keine so starke Konzentration auf nur einen Kreis auf wie im Fall Sachsens. Die meisten Auspendler nach Niedersachsen arbeiten in Wolfsburg, sie stellen 8.409 SvB oder 5,7 Prozent aller Auspendler. Es folgen Helmstedt (3,5 %), die Region Hannover, Braunschweig und Goslar (jeweils 2,4 %). Die Einpendler aus Niedersachsen stellen insgesamt nur 12,3 Prozent aller Einpendler (vgl. Abbildung 8). Nennenswerte Anteile sind hier für Helmstedt (1,8 %) und Goslar (1,7 %) zu beobachten. Kleinräumige Verflechtungen Wolfsburg zieht vor allem diejenigen Pendler aus Sachsen-Anhalt an, die in den beiden nächstgelegenen Kreisen wohnen: 3.367 SvB (40,0 %) haben ihren Wohnsitz im Landkreis Börde und 2.884 SvB (34,3 %) im Altmarkkreis Salzwedel. Weitere 10,0 Prozent wohnen in Magdeburg und 5,3 Prozent im Landkreis Harz. Auch die meisten Auspendler aus Sachsen-Anhalt, die in Helmstedt arbeiten, wohnen im direkt angrenzenden Landkreis Börde (3.316 SvB oder 64,4 %), 11,7 Prozent wohnen im Landkreis Harz und 11,4 Prozent in Magdeburg. Die wenigen Einpendler aus Helmstedt haben ihren Arbeitsort vorrangig im Landkreis Börde und in Magdeburg, die Einpendler aus Goslar im Landkreis Harz. Die wichtigsten Berufe Noch stärker als bei den Auspendlern nach Leipzig stehen bei den Auspendlern nach Wolfsburg Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe im Vordergrund, in denen 20,7 Prozent tätig sind. Es folgen Berufe der Unternehmensführung und -organisation (12,7 %) sowie Mechatronik-, Energieund Elektroberufe (10,5 %). Diese Berufsstruktur dürfte stark vom Automobilstandort Wolfsburg geprägt sein, der Beschäftigte aus allen umliegenden Kreisen anzieht. 16 Demgegenüber arbeiten die Auspendler nach Helmstedt hauptsächlich in Verkaufsberufen (16,4 %) und in Verkehrsund Logistikberufen (12,5 %). Zeitliche Entwicklung Die Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalt mit den wichtigsten niedersächsischen Kreisen zeigt deutlich die Sonderrolle Wolfsburgs (vgl. Abbildung 21). Zwischen 1999 und 2024 nahm die Zahl der Auspendler nach Wolfsburg zwar um 133,6 Prozent zu. Dieser Zuwachs ist jedoch nur auf den Zeitraum bis 2016 zurückzuführen. Seitdem ist ein 16 Die meisten Einpendler nach Wolfsburg wohnen in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt sowie in Braunschweig (zusammen 63,6 %). Die Einpendler aus dem Landkreis Börde machen nur 4,3 Prozent aller Einpendler aus.
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 39 kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Auspendler nach Helmstedt nur eine leichte Zunahme, die aber seit 2022 merklich angezogen hat. Die Zahl der Auspendler nach Goslar ist demgegenüber gesunken.17 Unter den Einpendlern aus Helmstedt und Goslar schließlich ist seit 2015 eine weitgehende Konstanz zu verzeichnen. Abbildung 21: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit den wichtigsten niedersächsischen Kreisen Index 1999=100 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB Zusammenfassend ergibt sich für die Pendlerverflechtungen mit den niedersächsischen Kreisen ein sehr einseitiges Bild. Zwar existieren die intensivsten Verbindungen auch wie im Fall Sachsens zwischen den direkt oder nahe an der Bundeslandgrenze gelegenen Kreisen. Es pendeln jedoch viel mehr Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen aus als ein. Das liegt maßgeblich an Wolfsburg, das ebenso wie Leipzig Pendlern aus dem gesamten Umfeld sehr gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt hat Wolfsburg als Pendlerziel für die Beschäftigten aus Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren etwas eingebüßt, was in noch stärkerem Maße auch für die anderen niedersächsischen Kreise gilt. Für die wenigen Einpendler schließlich scheinen die ländlich geprägten Regionen entlang der Bundeslandgrenze vergleichsweise wenig Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Damit kann – im Gegensatz zu Nordwestsachsen - nicht von einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt gesprochen werden, sondern eher von der Dominanz einer Branche in einem Kreis, die die Pendlerverflechtungen in der gesamten Region prägt. 17 Generell hat sich die Zahl der Auspendler aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen zwischen 1999 und 2024 nur um 9,3 Prozent erhöht, nach Sachsen aber um 74,2 Prozent. Die gesamte Zunahme betrug 38.8 Prozent. 50 100 150 200 250 300 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Auspendler Wolfsburg Helmstedt Goslar Insgesamt 50 100 150 200 250 300 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Einpendler
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 40 8 Fazit Pendeln erfüllt eine wichtige Funktion beim räumlichen Ausgleich von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage. Für die Beschäftigten, Unternehmen und Regionen gehen mit dieser Form der räumlichen Arbeitskräftemobilität Vorund Nachteile einher. So wurde die hohe Zahl der Auspendler aus den ostdeutschen Regionen während der wirtschaftlichen Umbrüche und hohen Arbeitslosigkeit in den 1990er Jahren positiv bewertet, da diese den Arbeitsmarkt entlasteten. Mittlerweile stellt sich zunehmend die Frage, inwieweit sich das Arbeitskräfteangebot angesichts des demografisch bedingten Rückgangs der Erwerbsbevölkerung und einer gleichzeitig (noch) konstanten Nachfrage nach Beschäftigten stabilisieren lässt. Um eine Grundlage für die Diskussion der Möglichkeiten, aber auch der Grenzen bei der Ausschöpfung des Potenzials der Pendler für die Arbeitskräftesicherung in Sachsen-Anhalt zu bieten, hat der vorliegende Bericht die Struktur und Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts einer umfassenden Bestandsaufnahme unterzogen. Sachsen-Anhalt ist in weiten Bereichen ländlich geprägt. Die Analyse hat gezeigt, dass lediglich die beiden größten Städte Magdeburg und Halle/Saale sowie Dessau-Roßlau als überregionale Arbeitsmarktzentren fungieren, in die Beschäftigte aus den umliegenden Landkreisen einpendeln. So arbeiten in Magdeburg viele Beschäftigte mit Wohnort im Bördekreis und im Salzlandkreis, und nach Halle/Saale pendelt der Großteil aus dem Saalekreis ein. Es gibt aber auch Kreise mit geringen Pendlerverflechtungen und einer hohen Binnenpendlerintensität. Dies zeigt einerseits an, dass diese Kreise eine hohe Selbstversorgung der Beschäftigten mit Arbeitsplätzen gewährleisten können, zum Beispiel in den lokalen Arbeitsmarktzentren der Kreisstädte. Andererseits bedeutet das aber auch, dass keine anderen größeren Wirtschaftszentren in der Nähe sind, wohin sich ein Auspendeln lohnen würde. Eine regionale Besonderheit stellen die Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit Sachsen, Berlin und Niedersachsen dar, die jeweils spezifische kleinräumige Muster aufweisen. Sehr intensive Mobilitätsverbindungen existieren zwischen den südöstlichen Kreisen in SachsenAnhalt und den nordwestlichen Kreisen in Sachsen, mit Halle/Saale und Leipzig als überregionalen Zentren. Über ein Fünftel aller Auspendler aus Sachsen-Anhalt und über ein Viertel aller Einpendler leben in diesem Großraum. Wesentliche Treiber für die äußerst dynamische Zunahme der Zahl der Auspendler aus Sachsen-Anhalt dürften der Automobilstandort in Leipzig und die Verkehrsund Logistikbranche im Landkreis Leipzig darstellen. Diese prägen die jeweiligen Wirtschaftsstrukturen und ziehen mit ihren spezifischen Berufsbedarfen Beschäftigte aus dem Umland an. Demgegenüber verteilen sich die Einpendler aus den beiden Kreisen nach Sachsen-Anhalt gleichmäßiger über verschiedene Berufe. Für sie dürfte insbesondere die diversifizierte Wirtschaftsstruktur im Dienstleistungsbereich in Halle/Saale Anreize bieten. Die Region stellt damit einen einheitlichen und die Bundeslandgrenzen überschreitenden Arbeitsmarkt dar, von dem sowohl Sachsen als auch Sachsen-Anhalt profitieren. Die Pendlerverflechtungen mit Berlin werden im Wesentlichen von den größeren Städten in Sachsen-Anhalt getragen, da sie von Pendlern aus und nach Magdeburg und Halle sowie Wittenberg geprägt sind. Es ist daher davon auszugehen, dass die gute
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 47 Soziodemografisches Merkmal Auspendler Einpendler Nichtpendler Gruppenspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in % APQ Absolut Anteile in % EPQ Absolut Anteile in % EinpendlerAuspendler Gewichtet Anforderungsniveau Helfer-/Anlerntätigkeiten 21.171 14,3 14,9 9.826 12,9 7,5 121.304 16,9 -11.345 -86 fachlich ausgerichtete Tätigkeiten 84.253 56,7 16,3 41.692 54,7 8,8 432.441 60,3 -42.561 -90 komplexe Spezialistentätigkeiten 23.613 15,9 22,2 10.428 13,7 11,2 82.816 11,6 -13.185 -141 hoch komplexe Tätigkeiten 19.356 13,0 21,2 14.131 18,5 16,4 72.059 10,1 -5.225 -61 Berufssegmente Produktionsberufe 49.001 33,0 21,1 20.136 26,4 9,9 182.947 25,5 -28.865 -142 Personenbezogene Dienstleistungsberufe 21.832 14,7 9,6 15.049 19,7 6,8 205.552 28,7 -6.783 -31 Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe 40.170 27,0 17,5 20.486 26,9 9,8 189.387 26,4 -19.684 -94 ITund naturwissenschaftl. Dienstleistungsberufe 6.981 4,7 23,4 3.328 4,4 12,7 22.860 3,2 -3.653 -139 Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe 30.400 20,5 22,0 17.073 22,4 13,7 107.831 15,0 -13.327 -107 Wirtschaftssektoren Primär 1.329 0,9 9,9 1.064 1,4 8,1 12.053 1,7 -265 -20 Sekundär 46.513 31,3 19,8 23.537 30,9 11,1 188.886 26,4 -22.976 -108 Tertiär 100.725 67,8 16,3 51.605 67,7 9,1 515.879 72,0 -49.120 -87 Insgesamt 148.567 100,0 17,2 76.207 100,0 9,6 716.826 100,0 -72.360 -91 Anmerkungen: Primärer Wirtschaftssektor = Wirtschaftsabteilung A (WZ 2008); Sekundärer Wirtschaftssektor = Wirtschaftsabteilungen B bis F (WZ 2008); Tertiärer Wirtschaftssektor = Wirtschaftsabteilungen G bis U (WZ 2008). Gewichteter Pendlersaldo: Pendlersaldo je 1.000 SvB am Arbeitsort. Rundungsdifferenzen durch die Nichtberücksichtigung von SvB ohne Angabe möglich. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 48 Tabelle A 3: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Berufshauptgruppen 2024 Berufshauptgruppen der KldB 2010 Auspendler Einpendler Nichtpendler Berufsspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in Prozent APQ Absolut Anteile in Prozent EPQ Absolut Anteile in Prozent EinpendlerAuspendler Gewichtet 11 Land-, Tier-, Forstwirtschaftsberufe 1.255 0,8 10,9 1.114 1,5 9,8 10.257 1,4 -141 -12 12 Gartenbauberufe, Floristik 707 0,5 10,4 391 0,5 6,0 6.081 0,8 -316 -49 21 Rohstoffgewinnung und -aufbereitung, Glasund Keramikherstellung und -verarbeitung 975 0,7 15,8 795 1,0 13,3 5.186 0,7 -180 -30 22 Kunststoffherstellung und -verarbeitung, Holzbeund -verarbeitung 1.556 1,0 14,2 1.021 1,3 9,8 9.400 1,3 -535 -51 23 Papier-, Druckberufe, technische Mediengestaltung 620 0,4 13,8 340 0,4 8,1 3.878 0,5 -280 -66 24 Metallerzeugung,-bearbeitung, Metallbauberufe 4.906 3,3 16,6 2.038 2,7 7,6 24.593 3,4 -2.868 -108 25 Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe 13.261 8,9 28,0 3.473 4,6 9,2 34.160 4,8 -9.788 -260 26 Mechatronik-, Energieund Elektroberufe 6.358 4,3 24,0 2.252 3,0 10,1 20.091 2,8 -4.106 -184 27 Technische Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktionsund Produktionssteuerungsberufe 5.057 3,4 25,3 2.459 3,2 14,1 14.925 2,1 -2.598 -149 28 Textilund Lederberufe 286 0,2 23,3 96 0,1 9,3 941 0,1 -190 -183 29 Lebensmittelherstellung u. -verarbeitung 2.864 1,9 11,5 3.058 4,0 12,1 22.111 3,1 194 8 31 Bauplanungs-, Architekturund Vermessungsberufe 2.027 1,4 29,8 1.096 1,4 18,7 4.767 0,7 -931 -159 32 Hochund Tiefbauberufe 5.395 3,6 24,5 2.374 3,1 12,5 16.631 2,3 -3.021 -159 33 (Innen-)Ausbauberufe 1.909 1,3 18,0 837 1,1 8,8 8.678 1,2 -1.072 -113 34 Gebäudeu. versorgungstechnische Berufe 4.526 3,0 16,6 1.774 2,3 7,3 22.665 3,2 -2.752 -113 41 Mathematik-, Biologie-, Chemie--und Physikberufe 1.492 1,0 9,5 1.359 1,8 8,7 14.181 2,0 -133 -9 42 Geologie-, Geografieund Umweltschutzberufe 281 0,2 22,0 303 0,4 23,3 998 0,1 22 17 43 Informatik-, Informationsund Kommunikationstechnologieberufe 5.208 3,5 40,4 1.666 2,2 17,8 7.681 1,1 -3.542 -379 51 Verkehr, Logistik (außer Fahrzeugführung) 13.507 9,1 20,9 4.509 5,9 8,1 51.202 7,1 -8.998 -161 52 Führer/innen von Fahrzeugu. Transportgeräten 9.995 6,7 25,7 8.482 11,1 22,7 28.909 4,0 -1.513 -40 53 Schutz-, Sicherheitsund Überwachungsberufe 3.021 2,0 28,3 1.818 2,4 19,2 7.657 1,1 -1.203 -127 54 Reinigungsberufe 3.877 2,6 16,2 2.264 3,0 10,1 20.063 2,8 -1.613 -72
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 49 Berufshauptgruppen der KldB 2010 Auspendler Einpendler Nichtpendler Berufsspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in Prozent APQ Absolut Anteile in Prozent EPQ Absolut Anteile in Prozent EinpendlerAuspendler Gewichtet 61 Einkaufs-, Vertriebsund Handelsberufe 6.585 4,4 35,6 3.016 4,0 20,2 11.919 1,7 -3.569 -239 62 Verkaufsberufe 7.579 5,1 13,4 3.241 4,3 6,2 48.849 6,8 -4.338 -83 63 Tourismus-, Hotelund Gaststättenberufe 2.430 1,6 14,8 1.419 1,9 9,2 14.034 2,0 -1.011 -65 71 Berufe Unternehmensführung und-organisation 15.431 10,4 18,5 7.838 10,3 10,4 67.858 9,5 -7.593 -100 72 Berufe in Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung 4.345 2,9 18,7 1.510 2,0 7,4 18.913 2,6 -2.835 -139 73 Berufe in Recht und Verwaltung 3.207 2,2 9,5 1.717 2,3 5,3 30.713 4,3 -1.490 -46 81 Medizinische Gesundheitsberufe 7.177 4,8 9,7 4.116 5,4 5,8 67.132 9,4 -3.061 -43 82 Nichtmedizinische Gesundheits-, Körperpflegeund Wellnessberufe, Medizintechnik 2.953 2,0 8,7 1.284 1,7 4,0 31.181 4,3 -1.669 -51 83 Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie 3.572 2,4 6,8 1.793 2,4 3,6 48.651 6,8 -1.779 -35 84 Lehrende und ausbildende Berufe 2.103 1,4 10,3 2.556 3,4 12,2 18.316 2,6 453 22 91 Sprach-, literatur-, geistes-, gesellschaftsund wirtschaftswissenschaftliche Berufe 309 0,2 13,2 299 0,4 12,8 2.032 0,3 -10 -4 92 Werbung, Marketing, kaufmännische und redaktionelle Medienberufe 3.023 2,0 21,4 3.164 4,2 22,1 11.135 1,6 141 10 93 Produktdesign und kunsthandwerkliche Berufe, bildende Kunst, Musikinstrumentenbau 163 0,1 19,0 76 0,1 9,9 694 0,1 -87 -113 94 Darstellende, unterhaltende Berufe 424 0,3 16,8 524 0,7 20,0 2.095 0,3 100 38 Insgesamt 148.567 100,0 17,2 76.207 100,0 9,6 716.826 100,0 -72.360 -91 Anmerkungen: Gewichteter Pendlersaldo: Pendlersaldo je 1.000 SvB am Arbeitsort. Rundungsdifferenzen durch die Nichtberücksichtigung von SvB ohne Angabe möglich. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 50 Tabelle A 4: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Wirtschaftsabteilungen 2024 Wirtschaftsabteilung Auspendler Einpendler Nichtpendler Branchenspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in Prozent APQ Absolut Anteile in Prozent EPQ Absolut Anteile in Prozent EinpendlerAuspendler Gewichtet 01 Landwirtschaft, Jagd u. damit verbundene Tätigkeiten 1.169 0,8 9,6 932 1,2 7,8 11.036 1,5 -237 -20 02 Forstwirtschaft und Holzeinschlag 154 0,1 13,7 129 0,2 11,7 969 0,1 -25 -23 08 Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau 182 0,1 4,4 476 0,6 10,8 3.928 0,5 294 67 10 Herstellung von Nahrungsund Futtermitteln 2.942 2,0 13,2 3.577 4,7 15,6 19.328 2,7 635 28 11 Getränkeherstellung 200 0,1 9,0 402 0,5 16,6 2.025 0,3 202 83 16 Herstellung von Holz-, Flecht-, Korbund Korkwaren (ohne Möbel) 297 0,2 12,2 404 0,5 15,8 2.143 0,3 107 42 17 Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 253 0,2 8,0 178 0,2 5,8 2.911 0,4 -75 -24 18 Herstellung von Druckerzeugnissen, Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bildund Datenträgern 212 0,1 12,2 127 0,2 7,7 1.528 0,2 -85 -51 20 Herstellung von chemischen Erzeugnissen 1.210 0,8 10,0 1.214 1,6 10,1 10.842 1,5 4 0 21 Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 535 0,4 8,7 544 0,7 8,9 5.599 0,8 9 1 22 Herstellung von Gummiund Kunststoffwaren 842 0,6 11,1 481 0,6 6,6 6.771 0,9 -361 -50 23 Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 1.063 0,7 12,6 777 1,0 9,5 7.399 1,0 -286 -35 24 Metallerzeugung und -bearbeitung 851 0,6 12,1 272 0,4 4,2 6.197 0,9 -579 -89 25 Herstellung von Metallerzeugnissen 2.530 1,7 14,1 1.723 2,3 10,0 15.441 2,2 -807 -47 26 Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 941 0,6 19,4 647 0,8 14,2 3.915 0,5 -294 -64 27 Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 994 0,7 22,7 337 0,4 9,0 3.394 0,5 -657 -176 28 Maschinenbau 3.542 2,4 20,6 1.137 1,5 7,7 13.648 1,9 -2.405 -163 29 Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 8.241 5,5 68,3 354 0,5 8,5 3.822 0,5 -7.887 -1.889 30 Sonstiger Fahrzeugbau 456 0,3 15,6 204 0,3 7,6 2.474 0,3 -252 -94 31 Herstellung von Möbeln 211 0,1 9,3 203 0,3 9,0 2.059 0,3 -8 -4 32 Herstellung von sonstigen Waren 776 0,5 21,2 164 0,2 5,4 2.892 0,4 -612 -200 33 Reparatur u. Installation v. Maschinen u. Ausrüstungen 2.226 1,5 32,9 1.093 1,4 19,4 4.548 0,6 -1.133 -201 35 Energieversorgung 1.427 1,0 18,4 711 0,9 10,1 6.345 0,9 -716 -101
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 51 Wirtschaftsabteilung Auspendler Einpendler Nichtpendler Branchenspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in Prozent APQ Absolut Anteile in Prozent EPQ Absolut Anteile in Prozent EinpendlerAuspendler Gewichtet 38 Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen, Rückgewinnung 1.442 1,0 17,4 690 0,9 9,2 6.848 1,0 -752 -100 41 Hochbau 1.789 1,2 23,0 803 1,1 11,8 5.991 0,8 -986 -145 42 Tiefbau 4.059 2,7 32,4 1.532 2,0 15,3 8.456 1,2 -2.527 -253 43 Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation, und sonstiges Ausbaugewerbe 8.191 5,5 19,5 4.320 5,7 11,3 33.843 4,7 -3.871 -101 45 Handel m. Kraftfahrzeugen; Instanthaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 2.336 1,6 13,3 1.011 1,3 6,2 15.234 2,1 -1.325 -82 46 Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 7.233 4,9 29,2 2.839 3,7 13,9 17.549 2,4 -4.394 -215 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 9.395 6,3 13,9 3.860 5,1 6,2 58.298 8,1 -5.535 -89 49 Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen 4.814 3,2 21,3 4.764 6,3 21,1 17.804 2,5 -50 -2 52 Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr 7.758 5,2 34,0 4.302 5,6 22,2 15.044 2,1 -3.456 -179 53 Post-, Kurierund Expressdienste 1.884 1,3 18,3 732 1,0 8,0 8.388 1,2 -1.152 -126 55 Beherbergung 718 0,5 11,1 395 0,5 6,4 5.779 0,8 -323 -52 56 Gastronomie 2.317 1,6 12,4 988 1,3 5,7 16.408 2,3 -1.329 -76 58 Verlagswesen 285 0,2 33,6 104 0,1 15,6 563 0,1 -181 -271 59 Herstellung, Verleih u. Vertrieb v. Filmen u. Fernsehprogrammen; Kinos; Tonstudios u. Verlegen von Musik 144 0,1 27,0 119 0,2 23,4 389 0,1 -25 -49 60 Rundfunkveranstalter 332 0,2 46,7 185 0,2 32,8 379 0,1 -147 -261 61 Telekommunikation 595 0,4 37,0 172 0,2 14,5 1.011 0,1 -423 -358 62 Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie 4.560 3,1 44,0 1.627 2,1 21,9 5.799 0,8 -2.933 -395 63 Informationsdienstleistungen 495 0,3 41,6 117 0,2 14,4 694 0,1 -378 -466 64 Erbringung von Finanzdienstleistungen 1.543 1,0 17,3 414 0,5 5,3 7.384 1,0 -1.129 -145 66 Mit Finanzund Versicherungsdienstleistungen verbundene Tätigkeiten 780 0,5 23,4 220 0,3 7,9 2.550 0,4 -560 -202 68 Grundstücksund Wohnungswesen 1.535 1,0 18,4 683 0,9 9,1 6.808 0,9 -852 -114 69 Rechtsund Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung 1.425 1,0 18,5 479 0,6 7,1 6.262 0,9 -946 -140 70 Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung 4.800 3,2 43,2 1.168 1,5 15,6 6.316 0,9 -3.632 -485
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 52 Wirtschaftsabteilung Auspendler Einpendler Nichtpendler Branchenspezifischer Pendlersaldo Absolut Anteile in Prozent APQ Absolut Anteile in Prozent EPQ Absolut Anteile in Prozent EinpendlerAuspendler Gewichtet 71 Architektur-, Ingenieurbüros; Labore 4.700 3,2 38,0 1.573 2,1 17,0 7.660 1,1 -3.127 -339 72 Forschung und Entwicklung 921 0,6 18,6 820 1,1 16,9 4.029 0,6 -101 -21 73 Werbung und Marktforschung 385 0,3 31,8 101 0,1 10,9 826 0,1 -284 -306 74 Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten 359 0,2 28,6 169 0,2 15,9 897 0,1 -190 -178 77 Vermietung von beweglichen Sachen 610 0,4 25,3 266 0,3 12,9 1.799 0,3 -344 -167 78 Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften 6.553 4,4 34,4 2.150 2,8 14,7 12.482 1,7 -4.403 -301 79 Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringung sonstiger Reservierungsdienstleistungen 219 0,1 16,4 121 0,2 9,8 1.113 0,2 -98 -79 80 Wachund Sicherheitsdienste sowie Detekteien 2.160 1,5 35,2 1.464 1,9 26,9 3.974 0,6 -696 -128 81 Gebäudebetreuung; Gartenund Landschaftsbau 4.865 3,3 19,2 3.030 4,0 12,9 20.528 2,9 -1.835 -78 82 Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g. 3.229 2,2 19,2 3.305 4,3 19,5 13.613 1,9 76 4 84 Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 5.022 3,4 7,7 2.885 3,8 4,6 60.212 8,4 -2.137 -34 85 Erziehung und Unterricht 2.876 1,9 7,9 2.762 3,6 7,6 33.564 4,7 -114 -3 86 Gesundheitswesen 5.983 4,0 8,5 3.722 4,9 5,4 64.719 9,0 -2.261 -33 87 Heime (ohne Erholungsund Ferienheime) 2.354 1,6 6,6 1.060 1,4 3,1 33.326 4,6 -1.294 -38 88 Sozialwesen (ohne Heime) 3.217 2,2 7,3 1.460 1,9 3,5 40.835 5,7 -1.757 -42 90 Kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten 170 0,1 12,5 243 0,3 16,9 1.191 0,2 73 51 92 Spiel-, Wettund Lotteriewesen 248 0,2 20,3 113 0,1 10,4 974 0,1 -135 -124 93 Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und der Erholung 383 0,3 14,1 257 0,3 9,9 2.326 0,3 -126 -49 94 Interessenvertretungen sowie kirchliche und sonstige Vereine 1.222 0,8 14,4 521 0,7 6,7 7.287 1,0 -701 -90 96 Erbringung von sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen 902 0,6 9,4 961 1,3 9,9 8.736 1,2 59 6 Gesamt 148.567 100,0 17,2 76.207 100,0 9,6 716.826 100,0 -72.360 -91 Anmerkungen: Nur Branchen mit mindestens 102 Einoder Auspendlern. Gewichteter Pendlersaldo: Pendlersaldo je 1.000 SvB am Arbeitsort. Rundungsdifferenzen durch die Nichtberücksichtigung von SvB ohne Angabe möglich. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. © IAB
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 53 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Beschäftigte mit Wohnort und Arbeitsort in Sachsen-Anhalt ...................................... 11 Abbildung 2: Auspendler aus und Einpendler nach Sachsen-Anhalt ................................................ 12 Abbildung 3: Auspendlerquoten aus und Einpendlerquoten nach Sachsen-Anhalt ........................ 13 Abbildung 4: Entwicklung der Beschäftigungsdichte in Sachsen-Anhalt ......................................... 14 Abbildung 5: Auspendlerquoten der Bundesländer .......................................................................... 15 Abbildung 6: Einpendlerquoten der Bundesländer ........................................................................... 16 Abbildung 7: Arbeitsorte der Beschäftigten mit Wohnort in Sachsen-Anhalt ................................... 17 Abbildung 8: Wohnorte der Beschäftigten mit Arbeitsort in Sachsen-Anhalt ................................... 18 Abbildung 9: Ausund Einpendlerquoten nach Kreisen .................................................................... 20 Abbildung 10: Zusammenhang zwischen Pendlersaldo und Beschäftigungsdichte auf Kreisebene in Sachsen-Anhalt ...................................................................................... 23 Abbildung 11: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach soziodemografischen Merkmalen ................................................................................. 25 Abbildung 12: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Berufssegmenten .......................................................................................................... 26 Abbildung 13: Die Berufe mit den höchsten und niedrigsten Auspendlerquoten aus SachsenAnhalt ............................................................................................................................. 27 Abbildung 14: Die Berufe mit den höchsten und niedrigsten Einpendlerquoten nach SachsenAnhalt ............................................................................................................................. 28 Abbildung 15: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Wirtschaftssektoren ...................................................................................................... 29 Abbildung 16: Die Branchen mit den höchsten und niedrigsten Auspendlerquoten aus SachsenAnhalt ............................................................................................................................. 30 Abbildung 17: Die Branchen mit den höchsten und niedrigsten Einpendlerquoten nach SachsenAnhalt ............................................................................................................................. 31 Abbildung 18: Auspendler aus und Einpendler nach Sachsen-Anhalt nach Kreisen .......................... 33 Abbildung 19: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit den wichtigsten sächsischen Kreisen ...................................................................................................... 36 Abbildung 20: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit Berlin ........................ 37 Abbildung 21: Entwicklung der Pendlerverflechtungen Sachsen-Anhalts mit den wichtigsten niedersächsischen Kreisen ............................................................................................ 39
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 54 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Beschäftigungsdichte in den Bundesländern............................................................... 18 Tabelle 2: Beschäftigte und Pendler nach Kreisen in Sachsen-Anhalt ......................................... 22 Anhang Tabelle A 1: Auspendler und Einpendler in Sachsen-Anhalt nach Bundesländern ......................... 45 Tabelle A 2: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach soziodemografischen Merkmalen ................................................................................. 46 Tabelle A 3: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Berufshauptgruppen ..................................................................................................... 48 Tabelle A 4: Auspendler, Einpendler und Nichtpendler in Sachsen-Anhalt nach Wirtschaftsabteilungen ................................................................................................. 50
IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 55 In der Reihe IAB-Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen zuletzt erschienen Nummer Autoren Titel 2/2024 Leclerque, Cornelia; Fritzsche, Birgit Entwicklung und Struktur der Beschäftigung von Ausländer*innen in Thüringen 1/2024 Leclerque, Cornelia; Fritzsche, Birgit Entwicklung und Struktur der Beschäftigung von Ausländer*innen in Sachsen-Anhalt 2/2022 Fuchs, Michaela; Fritzsche, Birgit Der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Sachsen-Anhalt: Modellrechnungen auf Kreisebene bis zum Jahr 2035 1/2022 Schmiedel, Lisa; Kropp, Per; Fritzsche, Birgit; Theuer, Stefan Energieintensive Industrien in Mitteldeutschland 3/2021 Kropp, Per; Fritzsche, Birgit; Theuer, Stefan Digitalisierung schreitet voran – Neuschätzung der Substituierbarkeitspotenziale in Thüringen 2019 Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional Sachsen-AnhaltThüringen“ finden Sie unter: https://iab.de/publikationen/iab-publikationsreihen/iab-regional/iab-regional-sachsen-anhaltthueringen/ Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional“ finden Sie unter: https://iab.de/publikationen/iab-publikationsreihen/iab-regional/
Impressum IAB-Regional IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen 1|2025 Veröffentlichungsdatum 10. April 2025 Herausgeber Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit Regensburger Straße 104 90478 Nürnberg Nutzungsrechte Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de Bezugsmöglichkeit https://doku.iab.de/regional/SAT/2025/regional_sat_0125.pdf Website https:/iab.de ISSN 1861-1435 DOI 10.48720/IAB.RESAT.2501 Rückfragen zum Inhalt Dr. Michaela Fuchs Telefon 0345-1332 232 E-Mail [email protected]
