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Langenferner Massenhaushaltsstudien - Bericht über das Haushaltsjahr 2024/25

Galos, Stephan Peter; Amt für Hydrologie und Stauanlagen der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol

Abstract

This report describes the mass balance survey at Langenferner / Vedretta Lunga, Ortler Alps (Italy) for the hydrological year 2025

Full text

Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 1 LANGENFERNER MASSENHAUSHALTSSTUDIEN Bericht über das Haushaltsjahr 2024/25 Stephan Peter Galos, PhD Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 2 LANGENFERNER MASSENHAUSHALTSSTUDIEN Bericht über das Haushaltsjahr 2024/25 Projektrealisation, Analysen und Bericht: Stephan P. Galos, PhD Gries 12, 6161 Natters, Österreich E-mail: [email protected] Im Auftrag der: Agentur für Bevölkerungsschutz der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol Amt für Hydrologie und Stauanlagen Drususallee 116, 39100 Bozen, Italien E-mail: [email protected] Tel.: +39 0471 41 47 40 Titelbild: Christian Wild bei der Abfahrt zum ersten Messpunkt während der Begehung zur Erstellung der Jahresbilanz 2025 (Lorenzo Rieg, 28.09.2025). Alle Rechte bei den Autor:innen. Dieses Werk und seine Bestandteile unterliegen den Bedingungen der CC BY 4.0 Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/). Alle Inhalte dürfen unter Voraussetzung der Namensnennung von Autor:in (Abbildungen), Verfasser und Auftraggeberin verwendet und verbreitet werden. Zitiervorschlag: Galos, S. P. & Amt für Hydrologie und Stauanlagen der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol (2025). Langenferner Massenhaushaltsstudien - Bericht über das Haushaltsjahr 2024/25. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17977168 Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 3 Kurzfassung Der Langenferner (Vedretta Lunga, WGMS-ID: 661) liegt am Talschluss des Martelltales (46,47°N|10,61°E) in der Ortler-Cevedale Gruppe, Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Italien. Der Gletscher bedeckt eine Fläche von rund 1,26 km² und erstreckt sich von einer Höhe von 3359 m bis auf rund 2742 m an seinem tiefsten Punkt (Stand 2023). Während der obere Bereich des Gletschers hauptsächlich nach Norden exponiert ist, weist der verbliebene Rest der Gletscherzunge nach Osten. Seit dem hydrologischen Haushaltsjahr 2003/04 werden am Langenferner Untersuchungen zur Bestimmung des Massenhaushalts durchgeführt. Die Messungen und Analysen umfassen die Jahresund die Winterbilanz des Gletschers und folgen der direkten glaziologischen Methode mit fixem Datum. Der vorliegende Bericht beschreibt die Messungen, Analysen und Ergebnisse sowohl zur Winterbilanz als auch zur Jahresbilanz 2024/25. Für die Auswertungen zur Winterbilanz konnte auf Daten aus drei Dichteschächten und 89 Schneehöhensondierungen zurückgegriffen werden, welche am 1. Mai 2025 angelegt wurden. Im Sommer 2025 wurden zwei weitere Messkampagnen durchgeführt, wobei die Abschlussbegehung zur Erstellung der Jahresbilanz am 28. September 2025 erfolgte. Die dabei erhobenen Daten ermöglichten die Bestimmung der spezifischen Jahresbilanz an 28 Messpunkten. Die hydrologische Winterperiode 2024/25 war erneut deutlich zu mild und verlief im Ostalpenraum insgesamt teils deutlich zu trocken. Trotzdem ergeben die Analysen für den Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. April 2025 am Langenferner eine mittlere spezifische Winterbilanz von 992 kg/m², die in etwa dem langjährigen Mittel der 21 bisherigen Messjahre von exakt 1000 kg/m² entspricht. Ein großer Teil der Niederschläge fiel bereits im Oktober sowie in den letzten beiden Monaten des Beobachtungszeitraums, also im März und April. Nach einem extrem warmen Juni, verlief der Rest des Sommers verglichen mit den Sommern der letzten Dekade zumindest für hoch gelegene Gletscher der Region relativ glimpflich. Trotz einer andauernden Hitzeperiode im August und einer ungewöhnlichen Hitzewelle zu Beginn der zweiten Septemberhälfte, bremsten Neuschneefälle immer wieder die Schmelze und sorgten teils über längere Perioden für eine erhöhte Oberflächenalbedo. So fällt die mittlere spezifische Bilanz von -1024 kg/m² zwar wieder deutlich negativ aus, ist jedoch trotz bedeutend geringerer Schneerücklagen aus dem Winter und dem extrem warmen Juni nur wenig negativer als im Vorjahr. Auch heuer bilanzierte keine Höhenstufe am Langenferner positiv, wodurch abermals keine Gleichgewichtshöhe bestimmbar war. Das Akkumulationsflächenverhältnis betrug 0,15. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 4 Abstract Langenferner (Vedretta Lunga, WGMS-ID: 661) is located at the head of the Martell Valley (46.47°N|10.61°E) in the Ortler-Cevedale Group, Autonomous Province of Bolzano - South Tyrol, Italy. The glacier covers an area of around 1.26 km² and extends from an altitude of 3359 m to around 2742 m at its lowest point (as of 2023). While the upper part of the glacier is mainly exposed to the north, the remaining part of the glacier's former tongue faces east. Since the hydrological budget year 2003/04, investigations have been carried out at Langenferner to determine the mass balance. The measurements and analyses include the annual and winter balance of the glacier and follow the direct glaciological method with a fixed date. This report presents the measurements, analyses, and results for both the winter and annual mass balance 2024/25. The winter-balance assessment draws on data from three snow-density pits and 89 snow-depth soundings conducted on 1 May 2025. Two additional field campaigns were carried out during summer 2025, with the final survey for determining the annual balance taking place on 28 September 2025. The data collected enabled the calculation of the specific annual mass balance at 28 measurement points. The hydrological winter period 2024/25 was once again markedly too mild and, across the Eastern Alps, and in most areas distinctly too dry. Nevertheless, analyses for the period from 1 October 2024 to 30 April 2025 yield a mean specific winter balance of 992 kg/m² for Langenferner, which is very close to the long-term average of exactly 1000 kg/m² for the 21 years of measurements to date. A large part of the precipitation already fell in October and in the last two months of the observation period, i.e., in March and April. Following an exceptionally warm June, the rest of the summer was relatively benign compared to the summers of the last decade, at least for the high-altitude glaciers in the region. Despite a prolonged heat episode in August and an unusual heatwave at the beginning of the second half of September, fresh snowfall repeatedly slowed down the melt and ensured increased surface albedo, in some cases over longer periods. As a result, the mean specific annual balance of -1024 kg/m² is again clearly negative, but despite significantly lower snow reserves from the winter and the extremely warm June, it is only slightly more negative than in the previous year. Once again, no altitude level of Langenferner showed a positive balance, which meant that no equilibrium line altitude (ELA) could be determined. The accumulation area ratio (AAR) was 0.15. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 5 1 Einführung 1.1 Der Langenferner Der Langenferner ist ein kleiner Talgletscher am Talschluss des Martelltales in der Südtiroler Ortlergruppe (46,46°N|10,61°O). Der Gletscher ist Teil der großen zusammenhängenden Gletscherfläche am Cevedale-Massiv welche neben dem Langenferner noch Fürkeleund Zufallferner, Vedretta de la Mare und Vedretta di Cedec umfasst. Der höchste Punkt des Langenferners ist über die Eisscheide zwischen Zufallferner und Vedretta di Cedec definiert. Also als der höchste Punkt von welchem das Eis in das Talbecken zwischen Suldenspitze und Drei Kanonen abfließt. In der Realität ist dieser Punkt schwierig zu bestimmen, da die exakte räumliche Verteilung des Eisflusses kaum messbar ist. Außerdem ist diese auch zeitlichen Änderungen unterworfen. Als Annäherung für die Richtung des Eisflusses und damit für die Bestimmung der Gletschergrenzen in den obersten Regionen am Langenferner dient die Neigung/Exposition der Eisoberfläche, welche aus den verfügbaren Geländemodellen abgeleitet wird. Aktuell erstreckt sich der Langenferner von einer Höhe von ca. 3359 m bis auf etwa 2742 m (Jahr 2023) an den untersten, schuttbedeckten Resten seiner ehemaligen Zunge. Er deckt somit noch eine Höhendifferenz von ca. 617 m ab. Die vergletscherte Fläche beträgt ca. 1.26 km². Die genannten Zahlen beruhen auf der eigenen Auswertung von hochaufgelösten Orthophotodaten, aufgenommen im September 2023 (Galos et al, 2025). Seit dem Bilanzjahr 2004 sind die Massenänderungen am Langenferner Inhalt intensiver glaziologischer Untersuchungen (Galos et al., 2015; 2017) welche bis 2017 vom Institut für Atmosphärenund Kryosphären-wissenschaften (bis 2011 vom Institut für Geographie) der Universität Innsbruck im Auftrag vonund in Zusammenarbeit mit dem Amt für Hydrologie und Stauanlagen (ehemals Hydrographisches Amt) der Autonomen Provinz Bozen / Südtirol durchgeführt wurden. Seit dem Haushaltsjahr 2017/18 erfolgt die Abwicklung der Bilanzmessungen am Langenferner auf Werkvertragsbasis durch Stephan P. Galos, welcher das Messprogramm bereits seit dem Jahre 2009 koordiniert. 1.2 Klima Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Südtiroler Vinschgau. Dieser zählt zu den trockensten Gebieten des gesamten Alpenraumes. Die inneralpine Lage und die damit verbundene Abschattung vor orographischen Stauniederschlägen aus Westen und Norden durch hohe Gebirgsgruppen in der Umgebung (Bernina, Sesvenna, Ötztaler Alpen, etc.) bedingen am Talboden jährliche Niederschlags- Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 6 Abb.1: Übersichtskarte zur Lage des Untersuchungsgebietes. Rot umrandet der Langenferner. (Eigene Bearbeitung des Orthophoto 2012, Bing Imagery). summen von rund 500 l/m² oder gar weniger. Am Stausee Zufritt im Martelltal betragen die mittleren jährlichen Niederschlagssummen auf einer Höhe von 1851 m a.s.l. etwa 800 l/m². Ein großer Teil des Niederschlages fällt während der Sommermonate durch das häufigere Auftreten von konvektiven Ereignissen, während die größten Einzelereignisse häufig in den Herbstmonaten verzeichnet werden. Letztere stehen meist im Zusammenhang mit südwestlicher Anströmung durch Mittelmeertiefs. Temperatur und Sonnenstrahlung sind verglichen mit Gebieten derselben Höhenlage am Alpenrand dementsprechend relativ hoch. Die genannten klimatischen Merkmale führen dazu, dass die Gletscher der Region erst in relativ großen Höhen anzutreffen sind. Die Auswertung von Daten der Wetterstationen Sulden-Madritsch (2825 m a.s.l.) und SuldenSchöntaufspitze (3325 m), die beide von der Agentur für Zivilschutz der autonomen Provinz Südtirol betrieben werden, führt für die Periode 2004 bis 2013 zu einer Jahresmitteltemperatur von -3,5° auf einer Höhe von 3000 m a.s.l. Der wärmste Monat ist auf dieser Höhe mit einer durchschnittlichen Temperatur von etwa +4,7°C (ebenfalls bezogen auf die Periode 2004 bis 2013) der Juli, der kälteste Monat ist der Februar mit einer Durchschnittstemperatur von etwa -11,8°C. Der mittlere Temperaturgradient zwischen den beiden genannten Stationen beträgt rund -0,76°C/100 m. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 7 2 Methoden und Daten 2.1 Die Methodik der Massenbilanzbestimmung am Langenferner Die Bestimmung des Massenhaushaltes am Langenferner erfolgt unter Anwendung der direkten glaziologischen Methode (z.B. Hoinkes, 1970; Cogley et al., 2011). Die Ablation (Massenverlust) des Gletschers wird mit Hilfe von ins Eis eingebohrten Pegelstangen gemessen. Die Messung der Akkumulation (Massengewinn) erfolgt einerseits über Schneeschächte, in denen die Dichte des angesammelten Schnees bestimmt wird, andererseits über Sondierungen der Schneehöhe, welche Aufschluss über die flächenhafte Verteilung der Akkumulation geben. Die Messungen am Langenferner umfassen sowohl die Winterbilanz (1. Oktober bis 30. April des Folgejahres) als auch die Massenbilanz über das gesamte hydrologische Haushaltsjahr vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres. Zusätzlich wird die Sommerbilanz als Differenz zwischen Winterbilanz und Jahresbilanz berechnet. Die Messungen zur Jahresbilanz am Langenferner folgen seit jeher der „Fixed Date“ - Methode. Dies bedeutet, dass die Messungen exakt am Ende des hydrologischen Haushaltsjahres erfolgen, oder eine entsprechende Korrektur der Messdaten vollzogen wird, sodass eine Bestimmung der Massenbilanz über den Zeitraum des hydrologischen Jahres erfolgen kann (Galos et al., 2017). Zur laufenden Kontrolle des Messnetzes und zur höheren zeitlichen Auflösung der beobachteten Änderungen am Gletscher erfolgen während der Ablationsperiode zusätzliche Begehungen. Die Winterbilanz am Langenferner wurde bis inklusive 2014/15 nach der „Floating Date“-Methode erstellt. Dies bedeutet, dass die Massenänderungen zwischen Beginn des Haushaltsjahres am 1. Oktober des Vorjahres bis zum Datum der jeweiligen Messungen im Mai analysiert wurden, wobei in allen Analysejahren seit Beginn der Messungen im Haushaltsjahr 2003/04 die Messungen jeweils zwischen dem 2. und dem 18. Mai erfolgten. Die Bilanzen seit dem Jahre 2016 und somit auch die vorliegende Winterbilanz 2024/25 wurden nach der Fixed-Date Methode erstellt. Im Rahmen der Reanalyse durch Galos et al. (2017) wurde die Zeitreihe der Winterbilanzen auf die Fixed-Date Methode umgerechnet. In diesem Bericht abgebildete Zeitreihen (z.B. Abb.9 und 12) beruhen auf diesen Ergebnissen. Detaillierte Informationen zur Massenbilanz-Methodik finden sich in z.B. bei Cogley et al. (2011), spezifisch für das Programm am Langenferner bei Galos et al. (2017). Es folgt eine Auflistung der wichtigsten verwendeten Symbole mit deren (SI-)Einheit, der Akronyme und Indizes nach dem Glossary of Glacier Mass Balance and related Terms (Cogley et al., 2011). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 8 Wichtigste verwendete Massenbilanzsymbole und deren Einheiten: ∆M flächenhafte Massenänderung, absolute Massenbilanz [kg] b spezifische Massenbilanz an einem Punkt [kg/m²] B spezifische Massenbilanz über den Gletscher oder eine Teilfläche [kg/m²] S Fläche [m²] Akronyme: A Ablation, Massenreduktion des Gletschers C Akkumulation, Massenzugewinn des Gletschers EL Gleichgewichtslinie, Linie aller Punkte mit ausgeglichener Bilanz, b = 0 ELA Gleichgewichtshöhe, niedrigste Höhe des Massenbilanz-Höhenprofils mit Bilanzwert 0 AAR Akkumulationsflächenverhältnis, Anteil der Akkumulationsflächen an der Gesamtfläche Indizes: ref Referenz (bei Fläche) w, s, a Winter, Sommer, Jahr 2.2 Ablationspegel Die Messung der Eisablation am Langenferner erfolgt an Kunststoffstangen mit jeweils ca. zwei Metern Länge welche mit einem Stück Gummischlauch miteinander verbunden und mittels Dampfbohrer oder mechanisch bis zu zwölf Meter tief ins Eis eingebohrt werden. Die Länge des aus dem Eis ragenden Teils dieser Ablationspegel wird bei wiederholten Begehungen jeweils mit einem Meterstab bestimmt, wodurch die Eisschmelze an der Gletscheroberfläche quantifiziert werden kann. Die Namensgebung der Pegel am Langenferner erfolgt einerseits fortlaufend über deren Standort (erste Zahl), andererseits über das Jahr in dem der jeweilige Pegel (nach)gebohrt wurde (zweite Zahl). Ein eventuell vorhandener Buchstabe nach der ersten Zahl (z.B. 13a/11) weist darauf hin, dass der Pegel aus diversen Gründen (meist wegen dem Gletscherrückgang) nicht an der ursprünglichen Stelle installiert wurde. Seit dem Sommer 2018 werden im oberen Gletscherbereich auch Holzpegel verwendet, die nur 3 bis 4 m tief, meist mittels Kovac-Bohrer mechanisch eingebohrt werden. Diese Pegel müssen zwar alle 12 Jahre erneuert werden, was aber aufgrund des geringen Tragegewichtes der Holzstangen und des Mechanischen Bohrers sowie der geringen Bohrtiefe für alle Pegel innerhalb kurzer Zeit relativ komfortabel erledigt werden kann. Die Holzpegel haben sich trotz häufig geknickter Enden an mehreren Positionen gut bewährt, zumal sie auch bei der Bestimmung der Akkumulation hilfreich sein können, weil sich in Schneeschächten ohne Pegel das Aufeis über dem letztjährigen Horizont nicht quantifizieren lässt. Im Sommer 2025 konnten von den angesprochenen Holzpegeln, die Pegel 23, 24, 37, 38 und 39 erneuert werden. Pegel 31 wurde aufgrund der ausgeglichenen Bilanz nicht erneuert. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 9 Zu Beginn des Haushaltsjahres 2024/25 umfasste das Pegelnetz am Langenferner 36 (dokumentierte) Pegel an 27 Messstandorten. Im heurigen Jahr wurde kein Standort aufgelassen, die bis zur Abschlussbegehung dokumentierten 33 Pegel sind in Tab.A4 aufgelistet. Trotz der Tatsache, dass mehrere Pegel (11, 13a, 18, 27, 33) mittelfristig vom Auflassen bzw. Versetzen ins Gletscherinnere bedroht sind, sollte auch im Jahr 2026 das bestehende Netzwerk (noch) erhalten werden können. Abb.2: Das Pegelnetz am Langenferner zum Ende des Haushaltsjahres 2025 auf dem Orthofoto vom 7. September 2023. Der tiefstgelegene Messpunkt ist aktuell Pegel 11a. Die der Winterund Jahresbilanz 2025 zugrundeliegenden Messpunkte und -Werte sind jeweils in den Abbildungen 8 und 10 dargestellt. 2.3 Schneeschächte (Dichtemessungen) Die Bestimmung der Schneeoder Firndichte und damit in weiterer Folge des Wasserwerts der jeweiligen Schicht erfolgt vertikalen Schächten die meist bis auf die Eisoberfläche, zumindest aber bis auf den Vorjahreshorizont einer eventuellen mehrjährigen Firnschicht reichen. Die Messung der Dichte erfolgt durch den Abstich eines definierten Schneevolumens in einem Metallzylinder mit bekannten Abmessungen. Dann wird mit einer Federwaage die Masse des Schnees bestimmt, wodurch in weiterer Folge die Dichte errechnet werden kann (vgl. Tab.4 bis 6 sowie Tab.10 und 11). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 16 Ausaperung am Gletscher erreicht wird (Abb.5), bevor ab dem 29. August dann eine nachhaltig kühlere Phase mit wiederholtem Wechsel aus Neuschneefällen und sonnig-milder Witterung einsetzt. Abb.5: Die maximale Ausaperung im Sommer 2025 wurde am Langenferner am 28. August erreicht (oberes Bild vom 27.08. aufgrund anhaltend schlechter Sicht am 28.08.). Nach mehreren Schneefällen führte eine Wärmeperiode ab etwa Mitte September dazu, dass der Neuschnee bis zum 21.09. (unteres Bild) noch einmal weitgehend abschmolz und das Massenminimum des hydrologischen Jahres 2025 an diesem Tag erreicht wurde. In der Folge ist der Gletscher dann über einer Höhe von ca. 3050 m bis Mitte September konstant mit Schnee bedeckt. Dies ändert sich erst mit einer kurzen aber markanten und für die fortgeschrittene Jahreszeit höchst ungewöhnlichen Hitzewelle ab dem 17. September. In den obersten Bereichen des Gletschers und in den steilen Hängen nördlich der Drei Kanonen schmilzt der Schnee aus der ersten Septemberhälfte jedoch nicht mehr gänzlich ab (Abb.5) und ab dem 22. September beenden erste Schneefälle und eine kühle Periode mit ergiebigem Schneefall bis zum 27. September das natürliche Haushaltsjahr am Langenferner. Insgesamt schneidet der September leicht zu mild ab, wobei die Niederschläge in etwa dem langjährigen Schnitt entsprechen. Die Abschlussbegehung am 28.09. kann durch Helikopterunterstützung bei einer homogenen Schneelage am Gletscher von rund 30 cm schon gut mit Schi durchgeführt werden. Der 29. und 30. September gestalten sich kühl und trocken, sodass Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 17 die Messwerte der Abschlussbegehung in Bezug auf das fixe Datum nicht korrigiert werden müssen. In der sehr kühlen ersten Oktoberwoche gibt es weiteren Neuschneezuwachs, wodurch auch die untersten Gletscherbereiche nicht mehr schneefrei werden. Abb.6: Der Verlauf der Schneeschmelze am Langenferner in der Ablationsperiode 2025 anhand der Webcam an der Butzenspitze. Anfang Juni entspricht die Schneedecke in etwa dem langjährigen Durchschnitt. Die außergewöhnlich warme Witterung im Frühsommer führt zu einem raschen Abschmelzen, sodass Anfang Juli schon erste Teile des Gletschers schneefrei sind. Im feuchten und teils kühlen Juli verlangsamen einige Neuschneefälle die weitere Ausaperung, bevor diese ab der zweiten Augustwoche wieder bis in große Höhen rasch voranschreitet. Ab Ende August folgt abermals eine wechselhafte Periode mit mehreren Neuschneefällen. Mitte September beginnt nochmals ungewöhnlich spät eine intensivere Schmelzphase, bevor mehrere Niederschlagsstaffeln ab dem 22. September das natürliche Haushaltsjahr beenden. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 18 Abb.7: Der meteorologische Verlauf der hydrologischen Sommerperiode 2025 anhand von Daten der Stationen Madritsch und Sulden: Nach einem gemäßigten Mai lagen die Temperaturen im Juni durchwegs weit über dem klimatischen Mittel. Ab der zweiten Juliwoche verlief der Sommer wechselhaft mit wiederholten Schneefällen in der Gletscherregion. Zwei Hitzewellen waren Mitte August und um den 20. September zu verzeichnen. Trotz des heißen Junis und der deutlich geringeren Winterschneemenge als im Vorjahr, führte die günstige Abfolge von Sommerschneefällen und Schmelzperioden zu einer nur geringfügig negativere Massenbilanz als im Jahr 2024. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 19 3.2 Die Winterbilanz 2024/25 Die mittlere spezifische Winterbilanz 2025 nach fixem Datum (1. Oktober 2024 bis 30. April 2025) am Langenferner beträgt +992 kg/m². Dieser Wert liegt nur knapp unter dem Durchschnitt der 21 bisherigen Analysejahre von ca. 1000 kg/m² (Abb.9). Ein großer Teil der Niederschläge fiel bereits in den ersten Wochen und dann wieder in den Monaten März und April, während der Kernwinter bis auf den Jänner vergleichsweise trocken ausfiel. Die Höhenverteilung der Winterbilanz 2025 ist in Tabelle 2 dargestellt, während Abbildung 8 die räumliche Verteilung am Gletscher zeigt. Die Schneelage bei der Begehung am 1. Mai 2025 war in etwa durchschnittlich sowohl was die Schneemenge als auch die Lage der Schneegrenze betrifft. Etwas deutlicher ausgeprägt als in mach anderen Jahren waren die Unterschiede zwischen abgeschatteten und sonnenexponierten Lagen. Auch der starke Dichtegradient zwischen Schacht 1 (knapp 360 kg/m³) und Schacht 2 (ca. 420 kg/m³) zeigt den relativ stark ausgeprägten Strahlungseinfluss auf die Schneedecke. Die Umverlagerung von Schnee durch Wind war heuer wieder offensichtlich, wenn auch keine gänzlich abgeblasenen Flächen vorhanden waren. Wie schon im Vorjahr war der Oberflächenhorizont des Vorjahres sehr homogen und glatt, sodass sich die drei Sondierungen an den jeweiligen Standorten oft kaum voneinander unterschieden. Diese relativ geringe Oberflächenrauhigkeit deutet auf wiederholtes oberflächliches Schmelzen und Wiedergefrieren am Ende des natürlichen Haushaltsjahres 2024 hin. Die Massenrücklage (Neuschnee aus dem Frühherbst) aus dem Haushaltsjahr 2023/24 wurde bei der Erstellung der Winterbilanz 2025 insofern berücksichtigt, als dass die Schneelage auf dem Gletscher vom 29.09.2024 von der Schneedecke am 01.05.2025 abgezogen wurde (Spalte cba 24 in den Tabellen 6a und 6b). Der Effekt dieser Korrektur beträgt gletscherweit ca. -73 kg/m², deren Unsicherheit in etwa ± 20 kg/m². Die Auswertung zur Winterbilanz 2024/25 beinhaltet keine Korrekturen für Massenänderungen zwischen den Referenzdaten (1. Oktober 2024 und 30. April 2025) und den Begehungszeitpunkten (29. September 2024 und 1. Mai 2024), zumal im kurzen Zeitraum zwischen der Begehung am 29. September 2024 und dem Ende des Haushaltsjahres am 30. September 2024 aufgrund der trockenen und kühlen Witterung bezogen auf den Gesamtgletscher keine signifikanten Massenänderungen stattfanden. Die Winterbegehung wurde unmittelbar nach Ende der hydrologischen Winterperiode durchgeführt, wodurch auch hier keine Korrekturen notwendig waren. Die Unsicherheit der Winterbilanz 2024/25 ist aufgrund der hohen Anzahl an verwendeten Messpunkten (insgesamt 89) und der sehr guten Messbedingungen als eher gering einzuschätzen. Sie dürfte sich bezogen auf die gletscherweite Bilanz mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb des Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 20 Abb.8: Die räumliche Verteilung der Winterbilanz 2024/25 am Langenferner mit der Lage und den Messwerten der für die Auswertung verwendeten Messpunkte. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 21 Schwankungsbereiches von ± 50 kg/m² bewegen (vergl. Galos et al., 2017). Folgende Aspekte liegen diese Abschätzung zu Grunde: Bezogen auf die Bilanz des gesamten Gletschers liegen Unsicherheitspotenziale einerseits in den auch heuer fehlenden Messungen in den steilen Gletscherbereichen nordwestlich unterhalb der Drei Kanonen, andererseits bei der Messungenauigkeit bei den Sondierungen selbst. So sorgten auch heuer harte Zwischenschichten in der Schneedecke für die ein oder andere Unsicherheit beim Sondieren und führten schließlich zu zwei ausgeschlossenen Messungen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung zur Schneeverteilung auf dem Gletscher erfolgten jedoch stets weitere Sondierungen bei denen die genannten Schichten in den meisten Fällen durchdrungen werden konnten. Trotzdem wurde sicher die ein oder andere Sondierung nicht ganz vertikal angelegt, was zu einem (leichten) positiven Bias im Gesamtergebnis führt der höchstwahrscheinlich weniger als 25 kg/m² beträgt. Die mögliche Bildung von Aufeis im Frühjahr kann praktisch ausgeschlossen werden, zumal die Schneedecke noch nirgends einer Schmelzwassersättigung nahe war. Anders verhält es sich mit den bereits erwähnten Schmelzund Wiedergefrierprozessen am Ende der letztjährigen Schmelzperiode im Oktober 2024. Die nicht erfasste, zumindest im mittleren und unteren Gletscherteil wohl verbreitete Bildung von Aufeis, schlägt sich im Ergebnis negativ nieder. Eine genaue Quantifizierung der Terme bleibt leider unmöglich, gefühlsmäßig dürften sich die genannten Effekte bei der Winterbilanz 2025 aber insgesamt wohl in etwa ausgleichen. Bezüglich des Gesamtergebnisses kann damit von einer Unsicherheit von ca. 50 kg/m² ausgegangen werden. Abb.9: Die gemessenen Winterbilanzen am Langenferner seit dem hydrologischen Winterhalbjahr 2003/04. Die Werte für 2004 bis 2014 sind das Ergebnis der Reanalyse durch Galos et al. (2017). Die rote Linie markiert das Mittel der Winterbilanzen im Zeitraum 2004 – 2024 von genau 1000 kg/m². Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 22 3.3 Die Jahresbilanz 2024/25 Die mittlere spezifische Massenbilanz am Langenferner im hydrologischen Haushaltsjahr 2024/25 (1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025) beträgt -1024 kg/m². Der Massenverlust liegt damit deutlich unter dem Mittel über die 21 bisherigen Messjahre von -1295 kg/m², wobei hierbei die gerade in den letzten Jahren deutlich verringerten Gletscherflächen in den unteren Höhenstufen berücksichtigt werden müssen. Für das Haushaltsjahr 2025 liegen, Bilanzdaten von 28 Messpunkten in nahezu allen Regionen des Gletschers vor (Tab.1, Abb.10 und 11). Flächen ohne Messpunkte befinden sich in erster Linie in den steilen Hängen nordwestlich der Drei Kanonen. Die Extrapolation der Messwerte auf diese Flächen erfolgte auch im aktuellen Jahr unter Berücksichtigung des Ausaperungszeitpunktes und der Lage der Altschneegrenze zum Ende des Haushaltsjahres. Auch für andere Gebiete am Gletscher boten diese zusätzlichen Informationen zur flächenhaften Verteilung der Bilanz eine wertvolle Hilfe. Trotzdem bildet die Extrapolation der Punktwerte ein ähnlich großes Unsicherheitspotenzial für die Bilanz 2025 wie die Verwendung der Referenzfläche aus dem Jahr 2023, während die Massenänderungen zwischen den Begehungen (29.09.2024 und 28.09.2025) und den Referenzzeitpunkten (jeweils 30.09.) aufgrund der zeitlichen Nähe und der jeweils kühlen und trockenen Witterung kaum Potenzial für Unsicherheiten bieten. Die Unsicherheiten bezogen auf die gletscherweite Massenbilanz 2024/25 sollten sich damit im Bereich von unter 75 kg/m² bewegen, wobei dieser relativ konservativen Abschätzung die Annahme eines zufälligen Fehlers von maximal 40 kg/m² und eines (negativen) Bias (durch mögliche Unsicherheiten in der Referenzfläche 2023) von bis zu 35 kg/m² zugrunde liegt. Weiterführende Informationen zur systematischen Fehlerabschätzung bei Gletschermassenbilanzen finden sich in Galos et al., (2017). Bemerkenswert war der besonders stark ausgeprägte Höhengradient der Jahresbilanz 2025. Maßgeblich dafür war der Witterungsverlauf in der Sommerperiode: Die in etwa durchschnittliche Schneedecke zu Beginn der hydrologischen Sommerperiode schmolz nach letzten Schneefällen Mitte Mai im extrem heißen Frühsommer schnell ab, was zu früh einsetzender Ausaperung in den unteren Bereichen des Gletschers führte. Diese Gebiete waren dann trotz wiederholter Schneefälle im Juli und ab Ende August die meiste Zeit frei von Schnee, während oberhalb von 3200 m a.s.l. in den Monaten Juli bis September an rund zwei Dritteln der Tage eine Neuschneedecke vorhanden war, die vor starkem Abschmelzen schützte. Eine vergleichbare Anzahl an Sommerschneefällen war übrigens nur im Jahr 2014, dem einzigen mit positiver Jahresbilanz seit Beginn der Messungen am Langenferner, zu verzeichnen. Die größten Massenverluste brachte eine Hitzewelle mit Höhepunkt in der zweiten Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 23 Augustwoche, während eine weitere, ungewöhnlich späte Hitzewelle zu Beginn der zweiten Septemberhälfte aufgrund der bereits deutlich verminderten Sonnenscheindauer und sehr niedriger relativer Luftfeuchte deutlich geringere Auswirkungen auf die Massenbilanz hatte. Saharastaub spielte im Haushaltsjahr 2024/25 nur eine geringe Rolle. Nach relativ ergiebigen Schneefällen in der letzten Septemberwoche trat nach Ende des Haushaltsjahres am 30. September 2025 keine nennenswerte Eisablation am Gletscher mehr auf, zumal die vorhandene Schneedecke aufgrund der gemäßigten Witterung im Oktober 2025 in keinem Bereich des Gletschers mehr abschmolz. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 24 Abb.10: Die räumliche Verteilung der Jahresbilanz 2024/25 am Langenferner mit der Lage der für die Auswertung verwendeten Messpunkte und den entsprechenden Bilanzwerten. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 25 Abb.11: Die Höhenprofile der saisonalen Bilanzen 2024/25 am Langenferner mit den Messpunkten für die Jahresbilanz und die Verteilung der vergletscherten Fläche (2023) nach Höhenstufen. Zur besseren Einordnung grau strichliert die Profile der Jahresbilanzen 2004 bis 2023 und in orange jenes des Jahres 2024. Auffallend am Bilanzprofil 2025 ist der starke Höhengradient, insbesondere im Vergleich zum Vorjahr. Die untersten beiden Höhenstufen umfassen nur noch kleine, teils schuttbedeckte Flächen und sollten in der Betrachtung nicht berücksichtigt werden. Bei einem Akkumulationsflächenverhältnis (AAR) von 0,15 konnte (knapp) keine Gleichgewichtshöhe (ELA) bestimmt werden. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 32 Aktuelle Situation Nach einem im Ostalpenraum allgemein trockenen Winterhalbjahr präsentiert sich der Langenferner entgegen den Erwartungen mit einer Schneebedeckung die in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Auch die Schneegrenze ist für die Jahreszeit als etwa durchschnittlich einzustufen. Eine Schiabfahrt wäre mit Unterbrechungen noch bis zum Parkplatz der Zufallhütte hinunter möglich gewesen. Diese allgemein sehr guten Verhältnisse wurden auch von einer sehr großen Anzahl an Tourengeher:innen genutzt. Witterung In der Früh wolkenlos, im Tagesverlauf Quellwolken über den Gipfeln die den sonnigen Charakter nicht stören. Den ganzen Tag nur wenig Wind. Der Jahreszeit und der Witterung entsprechende milde Temperaturen. Nullgradgrenze wohl um 3000 m. Perfekte Arbeitsbedingungen. Erhobene Daten Tab.4: Die Auswertung zu Schacht 1 bei der Begehung zur Messung der Winterbilanz am 1. Mai 2025. 1)Aufgrund des Begehungsdatums und der trockenen Witterung ist keine Korrektur notwendig. Schacht S1: S. Galos & C. Hesselbach, 01.05.2025 GPS (ETRS89, 32N) RW: 623526 HW: 5146676 Alt: 3260 Pegel 24 Tiefe [m]: r= [m] l= [m] V= [m³] 2,78 0,0284 0,211 0,00053465 Abstich Füll_korr [m] Füllhöhe [m] m [g] offset [g] m_korr [g] rho [kg/m³] ww [kg/m²] 1 0,211 689 548 141 264 56 2 0,211 682 548 134 251 53 3 0,211 701 548 153 286 60 4 0,211 702 548 154 288 61 5 0,211 728 548 180 337 71 6 0,211 742 548 194 363 77 7 0,003 0,214 773 548 225 415 89 8 0,211 758 548 210 393 83 9 0,211 753 548 205 383 81 10 0,211 747 548 199 372 79 11 0,211 767 548 219 410 86 12 0,211 775 548 227 425 90 13 0,005 0,216 788 548 240 439 95 14 0,050 603 548 55 434 22 Gesamt: 0,008 2,801 10208 7672 2536 357 1001 Korrekturen: Diff. gem. Tiefe - Summe Abstiche [m] -0,02 rho [kg/m³]: 357 ww [kg/m²]: -8 Schnee 30.09.2024 (Messung 29.09.2024) 0,27 rho [kg/m³]: 311 ww [kg/m²]: -83 Schnee seit inkl. 01.05.2025 1): rho [kg/m³]: ww [kg/m²]: korrigiert: 910 kg/m² Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 33 Tab.5: Die Auswertung zu Schacht 2 bei der Begehung zur Messung der Winterbilanz am 1. Mai 2025. 1)Aufgrund des Begehungsdatums und der trockenen Witterung ist keine Korrektur notwendig. Schacht S2: S. Galos & C. Hesselbach, 01.05.2025 GPS (ETRS89, 32N) RW: 623404 HW: 5147535 Alt: 3075 Tiefe [m]: r= [m] l= [m] V= [m³] 3 0,0284 0,211 0,00053465 Abstich Füll_korr [m] Füllhöhe [m] m [g] offset [g] m_korr [g] rho [kg/m³] ww [kg/m²] 1 0,211 725 548 177 331 70 2 0,211 733 548 185 346 73 3 0,211 751 548 203 380 80 4 0,211 741 548 193 361 76 5 0,211 747 548 199 372 79 6 0,211 775 548 227 425 90 7 0,211 777 548 229 428 90 8 0,211 794 548 246 460 97 9 0,211 789 548 241 451 95 10 0,211 795 548 247 462 97 11 0,211 754 548 206 385 81 12 0,211 791 548 243 455 96 13 0,211 800 548 252 471 99 14 0,007 0,218 837 548 289 523 114 15 0,030 587 548 39 513 15 Gesamt: 2,991 11396 8220 3176 419 1253 Korrekturen: Diff. gem. Tiefe - Summe Abstiche [m] 0,01 rho [kg/m³]: 419 ww [kg/m²]: 4 Schnee 30.09.2024 (Messung 29.09.2024) 0,3 rho [kg/m³]: 370 ww [kg/m²]: -111 Schnee seit inkl. 01.05.2025 1): rho [kg/m³]: ww [kg/m²]: korrigiert: 1146 kg/m² Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 34 Tab.6: Die Auswertung zu Schacht 2 bei der Begehung zur Messung der Winterbilanz am 1. Mai 2025. 1) Aufgrund des Begehungsdatums und der trockenen Witterung ist keine Korrektur notwendig. Schacht S3: S. Galos & C. Hesselbach, 01.05.2025 GPS (ETRS89, 32N) RW: 624040 HW: 5147672 Alt: 2885 Tiefe [m]: r= [m] l= [m] V= [m³] 2,42 0,0284 0,211 0,00053465 Abstich Füll_korr [m] Füllhöhe [m] m [g] offset [g] m_korr [g] rho [kg/m³] ww [kg/m²] 1 0,211 758 558 200 374 79 2 0,211 792 558 234 438 92 3 0,211 748 558 190 355 75 4 0,211 763 558 205 383 81 5 0,211 770 558 212 397 84 6 0,211 788 558 230 430 91 7 0,211 788 558 230 430 91 8 0,211 779 558 221 413 87 9 0,211 770 558 212 397 84 10 0,211 775 558 217 406 86 11 0,211 850 558 292 546 115 12 0,050 625 558 67 529 26 Gesamt: 2,371 9206 6696 2510 418 991 Korrekturen: Diff. gem. Tiefe - Summe Abstiche [m] 0,05 rho [kg/m³]: 418 ww [kg/m²]: 20 Schnee 30.09.2024 (Messung 29.09.2024) 0,18 rho [kg/m³]: 340 ww [kg/m²]: -61 Schnee seit inkl. 01.05.2025: rho [kg/m³]: ww [kg/m²]: korrigiert: 950 kg/m² Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 35 Tab.7a: Die Sondierungen zur Winterbilanz 2024/25. Fortlaufende Nummer, Messpunkt-ID (für die Nummern 1 bis 25 die ID des Pegels an dessen Standort die Sondierungen durchgeführt wurden), UTM-Rechtswert, UTMHochwert, Seehöhe, die Ablesewerte der einzelnen Sondierungen (3 Spalten), Korrektur für Sondenverlängerung, gemittelte Schneehöhe, mittlere Dichte, Korrektur für Schnee aus dem Bilanzjahr 2024, Korrektur für Schnee seit 01.05.2025, Korrektur für herbstliche Eisschmelze und korrigierter Winterbilanzwert für die Periode 01.10.2024 bis 30.04.2025. Nr. LGF_ID X UTM Y UTM Alt prob1prob2prob3ext hsrhoscba 24 cbs 25 abw bw raw bw fix [m] [m] [m a.s.l.] [cm] [cm] [cm] [cm] [cm] [kg/m³] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] 1 11/23 5147582 624096 2877 105 82 102 5296 410 26 0 0 1215 1189 2 13a 5147708 623574 3043 242 241 245 2323 420 19 0 0 1355 1336 3 15/24 5147845 623545 3030 52 50 49 4210 420 53 0 0 883 830 4 16/24 5147525 623473 3073 125 126 126 2206 420 27 0 0 864 837 5 17/24 5147416 623696 3047 155 190 169 2251 410 21 0 0 1030 1009 6 18/22 5147666 623388 3079 186 180 185 4344 420 153 0 0 1443 1290 7 20a/22 5147195 623257 3160 114 102 96 4264 400 90 0 0 1056 966 8 20c/24 5147246 623389 3144 92 87 77 2165 390 56 0 0 645 589 9 21/24 5146986 623498 3214 56 63 52 2137 390 68 0 0 534 466 10 22/22 5146868 623223 3218 180 173 182 2258 380 43 0 0 982 939 11 23/23 5146704 623872 3285 110 100 104 2185 365 88 0 0 674 586 12 25/22 5146309 623646 3354 220 219 208 0216 355 104 0 0 766 662 13 27/24 5147870 623688 2988 93 88 85 4249 420 34 0 0 1044 1010 14 29/23 5147458 623262 3107 185 190 172 4342 410 180 0 0 1404 1224 15 30/23 5146884 623727 3258 136 142 134 2217 370 63 0 0 804 741 16 31/21 5146527 623213 3281 185 186 178 2263 370 83 0 0 973 890 17 32/23 5146929 623013 3242 288 284 278 2363 390 70 0 0 1417 1347 18 33/19 5147832 623315 3118 266 277 270 4431 410 85 0 0 1767 1682 19 34/23 5147336 623361 3120 45 41 41 4202 400 27 0 0 809 782 20 35/22 5147676 623902 2915 127 122 111 5320 420 133 0 0 1344 1211 21 36/23 5146857 624040 3282 177 169 168 2251 375 92 0 0 942 850 22 37/23 5146709 623687 3276 209 207 206 2287 360 64 0 0 1034 970 23 38/23 5146507 623746 3330 85 65 87 4239 360 72 0 0 860 788 24 39/23 5146771 623361 3231 155 151 168 2238 375 39 0 0 893 854 25 40/23 5147547 623888 2952 65 65 59 5263 420 34 0 0 1105 1071 26 b02 5146270 623726 3366 176 180 173 0176 355 85 0 0 626 541 27 b03 5146404 623679 3348 231 240 233 0235 360 85 0 0 845 760 28 b04 5146444 623800 3338 252 241 236 4403 360 100 0 0 1451 1351 29 b05 5146511 623666 3323 253 268 266 0262 360 80 0 0 944 864 30 b06 5146589 623848 3306 128 125 138 4290 360 75 0 0 1045 970 31 b07 5146602 623625 3294 215 215 216 2295 360 80 0 0 1063 983 32 b08 5146636 623748 3296 155 162 152 4316 360 90 0 0 1139 1049 33 b11 5146768 623605 3256 168 158 164 2243 365 70 0 0 888 818 34 b12 5146785 623776 3270 185 194 189 2269 365 80 0 0 983 903 35 b13 5146773 623978 3280 155 154 156 2235 370 90 0 0 870 780 36 b15 5146846 623883 3273 157 152 152 2234 370 80 0 0 865 785 37 b17 5146887 623545 3231 97 105 108 2183 375 65 0 0 687 622 38 b18 5146818 623432 3229 173 165 158 2245 375 55 0 0 920 865 39 b19 5146995 623658 3220 61 65 64 2143 380 60 0 0 545 485 40 b21 5146926 623373 3214 113 116 102 2190 380 55 0 0 723 668 41 b22 5146992 623265 3200 142 146 144 2224 390 60 0 0 874 814 Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 36 Tab.7b: Die Sondierungen zur Winterbilanz 2024/25. Fortlaufende Nummer, Messpunkt-ID, UTM-Rechtswert, UTM-Hochwert, Seehöhe, die Ablesewerte der einzelnen Sondierungen (3 Spalten), Korrektur für Sondenverlängerung, gemittelte Schneehöhe, mittlere Dichte, Korrektur für Schnee aus dem Bilanzjahr 2024, Korrektur für Schnee seit 01.05.2025, Korrektur für herbstliche Eisschmelze und korrigierter Winterbilanzwert für die Periode 01.10.2024 bis 30.04.2025. In Rot: nicht in der Analyse berücksichtigte Ausreißer. Nr. LGF_ID X UTM Y UTM Alt prob1prob2prob3ext hsrhoscba 24 cbs 25 abw bw raw bw fix [m] [m] [m a.s.l.] [cm] [cm] [cm] [cm] [cm] [kg/m³] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] [kg/m²] 42 b23 623189 5147089 3184 177 177 177 2257 390 75 0 0 1002 927 43 b24 623373 5147139 3171 156 148 152 2232 390 80 0 0 905 825 44 b25 623494 5147167 3158 103 108 105 2185 390 70 0 0 723 653 45 b29 623511 5147259 3121 230 239 236 2315 390 60 0 0 1229 1169 46 b30 623796 5147295 3056 180 180 180 2260 400 65 0 0 1040 975 47 b32 623589 5147396 3073 124 135 133 2 210,7 410 22 0 0 864 842 48 b34a 623280 5147623 3102 260 269 248 4419 410 160 0 0 1718 1558 49 b38a 623393 5147957 3074 174 167 176 4332 410 65 0 0 1363 1298 50 b39 623407 5147812 3067 149 140 182 4317 410 75 0 0 1300 1225 51 b40 623459 5147895 3049 145 155 161 4314 420 75 0 0 1317 1242 52 b47 623630 5147216 3101 250 250 250 2330 390 100 0 0 1287 1187 53 ba0 623439 5146718 3237 165 160 149 2238 365 70 0 0 869 799 54 ep23k 623244 5147810 3144 129 148 175 4311 400 120 0 0 1243 1123 55 ep23l 623613 5147809 3020 162 172 176 4330 410 75 0 0 1353 1278 56 ep23m 623641 5147911 3002 104 105 110 4266 420 75 0 0 1119 1044 57 ep23n 623702 5147800 2986 175 172 172 4333 410 75 0 0 1365 1290 58 ep25a 624119 5147576 2877 340 340 340 0340 410 30 001394 1364 59 ep25b 624187 5147546 2873 270 300 305 0292 400 30 0 0 1167 1137 60 ep25c 624137 5147673 2858 115 105 115 0112 420 30 00469 439 61 ep25d 624199 5147716 2840 310 340 340 0330 420 30 0 0 1386 1356 62 ep25e 624305 5147761 2814 310 304 312 0309 420 30 0 0 1296 1266 63 ep25f 623497 5147831 3038 75 75 74 4235 420 55 0 0 986 931 64 ep25g 623711 5147206 3092 248 248 248 2328 400 100 0 0 1312 1212 65 ep25h 623217 5147685 3125 192 200 196 4356 400 160 0 0 1424 1264 66 ep25i 623671 5147535 3031 148 142 131 4300 420 22 0 0 1261 1239 67 ep25j 623807 5147619 2949 130 134 115 5326 420 135 0 0 1371 1236 68 ep25k 623882 5147618 2919 129 134 131 5331 420 85 0 0 1392 1307 69 ep25l 623356 5147902 3091 242 252 246 4407 410 100 0 0 1667 1567 70 ep25m 623527 5147900 3038 104 105 110 4266 420 65 0 0 1119 1054 71 ep25n 623759 5147477 3017 160 118 132 4297 420 25 0 0 1246 1221 72 ep25o 623782 5147512 2998 263 250 249 4414 420 115 0 0 1739 1624 73 ep25p 623759 5147567 2992 295 310 325 5510 420 135 0 0 2142 2007 74 ep25q 623893 5147494 2975 75 88 72 5278 410 30 0 0 1141 1111 75 r02 623573 5146408 3330 180 175 176 0177 360 85 0 0 637 552 76 r03 623542 5146503 3306 256 255 255 0255 360 80 0 0 919 839 77 r04 623470 5146586 3274 173 170 171 2251 360 80 0 0 905 825 78 r05 623308 5146539 3273 170 171 173 2251 365 80 0 0 917 837 79 r07 623327 5146632 3244 176 176 172 2255 365 60 0 0 930 870 80 r08 623236 5146663 3241 195 213 193 2280 370 60 0 0 1037 977 81 r09 623144 5146754 3234 196 201 195 2277 375 45 0 0 1040 995 82 r10 623241 5146767 3229 160 174 160 2245 375 45 0 0 918 873 83 r12 623123 5146960 3204 216 205 207 2289 390 65 0 0 1128 1063 84 r14 623081 5147057 3215 212 212 210 2291 390 70 0 0 1136 1066 85 r15 623114 5147173 3203,22 290 280 265 4 438,3 390 120 0 0 1709 1589 86 r16 623283 5147228 3156,57 66 67 67 4 226,7 400 60 0 0 907 847 87 r17 623197 5147319 3154,25 270 285 284 4 439,7 400 180 0 0 1759 1579 88 r19 623210 5147445 3121,67 190 197 220 4 362,3 400 180 0 0 1449 1269 89 r21 623427 5147410 3089,38 60 60 67 4 222,3 410 22 0 0 912 890 90 r24a 623493 5147632 3060,82 203 209 207 2 286,3 420 50 0 0 1203 1153 91 r25a 623576 5147592 3048,96 122 127 118 2 202,3 420 22 0 0 850 828 Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 37 Fotodokumentation Abb.13: Blick beim Anflug zum Gletscher auf den Bereich westlich der Zufallhütte (S. Galos). Abb.14: Zufallspitzen und Drei Kanonen beim Anflug zum Gletscher (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 38 Abb.15: Blick aus dem Heli auf das Vorfeld des Langenferners (S. Galos). Abb.16: Der mittlere Gletscherteil mit Suldenspitze beim Anflug mit dem Heli (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 39 Abb.17: Das bei jeder Begehung obligatorische Bild von Königspitze und Ortler (S. Galos). Abb.18: Die Reste des abgetrennten Gletscherteils östlich des Eisseepasses (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 40 Abb.19: Blick von der Wetterstation am Felsköpfl auf die Nordhänge unter den Drei Kanonen (S. Galos). Abb.20: Blick von der Wetterstation am Felsköpfl auf das Gletschervorfeld (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 41 Abb.21: M. Binder beim Notieren der Messwerte zur letzten Sondierung (S. Galos). Abb.22: Blick beim Rückflug hinaus ins Martelltal (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 48 Fotodokumentation Abb.26: Blick von Pegel 38 auf Königsspitze und Ortler. Im Vordergrund Casatihütte und Suldenspitze (S. Galos). Abb.27: Blick von Pegel 38 nach Norden Richtung Reschenpass und auf die Region um Pegel 37 und 30 (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 49 Abb.28: Blick nach Nordosten auf die Drei Kanonen. Ganz im Hintergrund die Zillertaler Alpen (S. Galos). Abb.29: Christoph Hesselbach und Michi Binder bei Pegel 39 an der Altschneegrenze (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 50 Abb.30: Auch die Ostflanke der Suldenspitze wird immer labiler und es lösen sich Felsbrocken (S. Galos). Abb.31: Christoph Hesselbach nahe Pegel 34 mit Eisseeund Butzenspitze im Hintergrund (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 51 Abb.32: Blick von Pegel 18 auf die Steilmulde im mittleren Gletscherteil die heuer von einer Lawine im Hochwinter von einem großen Teil der dort abgelagerten Akkumulation befreit wurde (S. Galos). Abb.33: Christoph Hesselbach und Michael Binder beim Bohren von Pegel 18a/25 (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 52 Abb.34: Der neue Standort von Pegel 18a befindet sich um einiges weiter gletschereinwärts (S. Galos). Abb.35: Die Überreste des vom Hauptgletscher abgetrennten nordwestlichsten Gletscherteils unter dem Eisseepass gesehen von der Wetterstation am Felsköpfl (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 53 Abb.36: Blick vom Felsköpfl nach Süden auf die Steilhänge nordwestlich der Drei Kanonen (S. Galos). Abb.37: Der unterste Teil des Langenferners mit dem Standort von Pegel 11/23 (S. Galos). Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 54 Appendix 3: Protokoll zur Abschlussbegehung am 28.09.2025 Ziel der Begehung Erhebung der notwendigen Daten zur Erstellung der Jahresbilanz 2025. Aufsuchen aller Pegelpositionen und Messung der Ablation sowie der Akkumulation durch Neuschnee. Check der Wetterstation am Felsköpfl, Auslesen der Daten und Dokumentation der aktuellen Verhältnisse amund um den Gletscher. Teilnehmer Stephan Galos, Christian Wild und Lorenzo Rieg Ablauf Um 04:40 Uhr Abfahrt in Natters nach Innsbruck, Zustieg von C. Wild und L.Rieg. Weiterfahrt über den Reschen ins Martelltal und an den Talschluss zum ehemaligen Hotel Paradies. Pünktlich um ca. 08:00 Uhr Abflug mit dem Hubschrauber auf das Plateau nordwestlich des Cevedale. Start der Arbeiten am Gletscher mit Schi um ca. 08:45 Uhr. Ablesen der Pegel in folgender Reihenfolge: 25, 38, 23. Während S. Galos bei Pegel 37, der nicht gefunden wird, einen Altschneeschacht anlegt, suchen C. Wild und L. Rieg die Pegel 36 und 30 auf bevor sich die Gruppe bei Pegel 37 wieder trifft. Gemeinsam weiter zu den Pegeln 24 und 31. Ablesung weiterer Pegel in der Reihenfolge 39, 21, 22, 32, 20a, 20c und 34. Abermals trennen sich die Gruppen und L. Rieg liest die Pegel 18, 33, 15 und 27 ab während C. Wild und S. Galos die Pegel 16, 17 und 13a ablesen. Nach einer Jause auf den Felsen nahe Pegel 13a gemeinsame Abfahrt hinunter zu den Pegel 40, 35, 12 und 11b bevor die Arbeiten um ca. 15 Uhr beendet werden und der Hubschrauber die Teilnehmer etwas unterhalb des Eisrandes östlich von Pegel 12 um 15:30 aufnimmt und wieder ins Tal fliegt. Ausgeführte Arbeiten Es wurden alle Pegelpositionen aufgesucht. Außer an der Position von Pegel 37 konnten überall Pegel aufgefunden und abgelesen werden. Wobei insbesondere Pegel 21 und einige weitere Pegel bei nur geringfügig mehr Neuschnee nicht zu finden gewesen wären! An allen Positionen wurden Messungen der Neuschneehöhe und - wo vorhanden - auch des Altschnees durchgeführt. Alle aufgefundenen Pegel wurden mit GPS neu eingemessen. Die Wetterstation Felsköpfl wurde nicht aufgesucht. Die aktuellen Verhältnisse amund um den Gletscher wurden ausführlich mit Fotos dokumentiert. Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 55 Aktuelle Situation Der gesamte Gletscher ist mit einer homogenen Schneeschicht von etwa 30 cm bedeckt, die von den Schneefällen vom 22. bis zum 27. September stammt. Nur in den obersten Gletscherbereichen ist teils auch noch älterer Schnee aus dem Spätsommer vorhanden, der die Hitzewelle Mitte September überdauert hat. Auffallend ist die räumliche Homogenität der Schneedecke, die auf wenig Windeinfluss währendund nach den Schneefällen schließen lässt. Die Entscheidung die Begehung mit Skiern durchzuführen war in jedem Fall richtig und erleichterte die Arbeiten maßgeblich. Witterung Die tiefen Wolken am Morgen lösen sich in der Sonne bald auf und es folgt ein strahlend sonniger Tag mit der Jahreszeit angemessenen Temperaturen und wenig Wind. Somit trotz sonnigem Wetter nur in den der Sonne strak ausgesetzten Bereichen feuchter Schnee. Sonst kaum Oberflächenschmelze, selbst im unteren Gletscherbereich. Entsprechend geringe Abflüsse. Tab.9: Das Pegelprotokoll vom 28.09.2025. Pegelprotokoll 28.09.2025 ( S. Galos, L. Rieg, C. Wild) Pegel X UTM Y UTM Alt. AS NS FEE1 FEE2 Kommentar [m] [m] [m a.s.l.] [cm] [cm] [cm] [cm] 11b/25 624026 5147562 2880 31 173 12/24 624039 5147663 2866 30 321 13a/22 623573 5147705 3040 31 384 15/24 623544 5147836 3023 37 245 16/24 623481 5147513 3066 28 256 17/24 623703 5147416 3042 29 352 18/25 623391 5147646 3070 29 50 20a/22 623293 5146929 3204 26 209 20c/24 623257 5147196 3156 27 255 21/24 623496 5146985 3210 31 131 22/22 623219 5146871 3215 31 269 23/22 623873 5146706 3278 43 103 23/23 623874 5146705 3278 51 143 23/25 0 nicht gefunden 24/23 623523 5146676 3252 48 71 24/25 623512 5146679 3248 48 62 25/25 623635 5146308 3355 37 181 27/24 623692 5147865 2975 30 295 29/23 623260 5147454 3100 32 342 30/23 623727 5146884 3252 42 134 Holz 31/21 623210 5146523 3277 44 16 31/23 623210 5146523 3277 44 62 geknickt bei 65 32/23 623008 5146929 3236 29 324 33/19 623312 5147831 3114 29 33 34/23 623389 5147250 3132 27 259 35/25 623900 5147649 2918 32 121 36/23 624042 5146857 3278 43 65 Plastik 37/25 623695 5146692 3276 39 49 38/23 623748 5146507 3331 58 148 39/23 623359 5146773 3216 29 104 39/25 623362 5146772 3215 29 44 40/25 623901 5147547 2936 43 77 Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 56 Tab.10: Die Auswertung des Schneeschachtes bei Pegel 37 vom 28.09.2025. Tab.11: Die Auswertung der Neuschneeabstiche bei Pegel 13a vom 28.09.2025. Pegel 37: S. Galos, L. Rieg, C.Wild 28.09.2025 GPS (ETRS89, 32T) RW: 623729 HW: 5146883 Alt: 3250 Tiefe [cm] r= [m] l= [m] V= [m³] 87 0,0285 0,211 0,00053842 Abstich Füll_korr [m] Füllhöhe [m] m [g] offset [g] m_korr [g] rho [kg/m³] ww [kg/m²] 1 0,211 640 543 97 180 38 Neuschnee 2 -0,072 0,139 625 543 82 231 32 Neuschnee 3 -0,071 0,140 675 543 132 369 52 Schnee aus Sommer 4 0,211 812 543 269 500 105 Altschnee (Winter) 5 -0,035 0,176 776 543 233 519 91 Altschnee (Winter) Gesamt: 0,877 3528 2715 813 363 319 Neuschnee: 200 kg/m³ Sommerschnee: 370 kg/ m³ Altschnee: 508 kg/m³ Pegel 13a: S. Galos, L. Rieg, C.Wild 28.09.2025 GPS (ETRS89, 32T) RW: 623573 HW: 5147705 Alt: 3040 Tiefe [cm] r= [m] l= [m] V= [m³] 31 0,0285 0,211 0,00053842 Abstich Füll_korr [m] Füllhöhe [m] m [g] offset [g] m_korr [g] rho [kg/m³] ww [kg/m²] 1 0,211 642 543 99 184 39 2 -0,109 0,102 599 543 56 215 22 Gesamt: 0,313 1241 1086 155 194 61 Glaziologisches Projekt Langenferner – Jahresbericht 2025 57 Fotodokumentation Abb.38: Die Zufallhütte beim Anflug zur Abschlussbegehung 2025 (S.Galos). Abb.39: Blick aus dem Hubschrauber auf den oberen Teil des Zufallferners und den Ansatz des Nordgrates zur Zufallspitze (S. Galos).