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Die Wirtschaft in Leben und Lehre

Wendt, Siegfried

Abstract

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Full text

Wend , Sieg ied A icle Die Wi scha in Leben und Leh e Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Wend , Sieg ied (1958) : Die Wi scha in Leben und Leh e, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 78, Iss. 2, pp. 1-20, h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290894 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Seine um assende Fo schungs- a bei is on seinem Leben, on den a schlichen E lebnissen, die e ha e, on den lebendigen Eind ücken, die e gewann, nich zu ennen. Ihm ging es nich da um, sich mi Meinungen ande e Ge- leh e übe Gegens ände de Wi scha swissenscha auseinande zu- se zen, e such e diese Gegens ände selbs in den G i zu bekommen. Und nu da, wo e zu unmi elba e Anschauung gelangen konn e, wu de de o schende Geis in ihm wach, und e begann nach den Zusammenhängen zu agen. Diese F age wu de on ihm s e s in, ollem E ns ges ell . E begnüg e sich nich dami , du ch Eind ücke S o zu sammeln; die Au gabe de wissenscha lichen Fo schung e - blick e e da in, den S o geis ig zu du chd ingen, om Zu älligen und Ve gänglichen des Tages zu be eien, um so die en scheidenden Zusammenhänge au zudecken. In diese geis igen Du chd ingung des e ah ungsmäßig gewonnenen S o es sah e die Au gabe de ökono- mischen Theo ie1. Theo e isch zu denken bedeu e e ihm nich , ein 1 Vgl. He mann Schumache , Wel wi scha liche S udien. Vo äge und Au sä ze, Leipzig 1911. S. VI: „Die Au gabe de Wissenscha se z e s dann ein und bes ell da in, solches angesammel e Ma e ial gewisse maßen zu heo e i- sie en, d. h. in seinen geis igen Zusammenhängen un e Ausscheidung alles Un- wesen lichen kla zulegen und so om Zu älligen und Ve gänglichen; des Tages zu be eien. Wie in de wi scha lichen P oduk ion e o de n heu e in Deu schland En wicklungss and und in e na ionale Gel ung auch in de wissenscha lichen, nich Rohs o e zu lie e n und billiges Halb ab ika , sonde n hochwe ige Quali- ä swa e, bei welche de S o ganz hin e die A bei zu ück i /4 Schmolle s Jah buch 78, 2 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 2 Sieg ied Wend [130 abgezogenes Sys em unk ionale Beding hei en zu en we en und in allen seinen — deduk i gewonnenen — Bezügen zu besch eiben, sonde n das Allgemeine im Besonde en zu sehen. E ha sich bei allen seinen wissenscha lichen Un e suchungen nie on de Wi klichkei des Lebens en e n . Imme wiede sind es a sächliche P obleme seine Zei gewesen, an denen sich die Fähigkei zu sonde n und zu- sammenzuo dnen bewäh ha . Schon de Weg, den de junge He mann Schumache zu Wi scha swissenscha als eine Wissenscha om Zusammenleben de Menschhei ge üh wo den is , kann als ein Kennzeichen ü die En al ung seine geis igen Pe sönlichkei angesehen we den. Am 6. Mä z 1868 als Sohn des Handelskamme syndikus D . He mann Albe Schumache in B emen gebo en1®, wuchs e schon in den Kinde jah en in die wel o ene Denkweise de Hansea en hinein. Ge ö de wu de die En wicklung zu wel wei em Denken du ch die Ta sache, daß sein Va e seh bald als diploma ische Ve e e des jungen Deu schen Reiches zunächs nach Bogo a iind dann nach New Yo k ging. E s die le z en Schuljah e ha He mann Schumache wiede in B emen zugeb ach . So is es e s ändlich, daß die An eil- nahme am Leben emde Völke die S udienwünsche des Abi u ien en bes imm e. Völke kunde gedach e e zu s udie en. E s als man ihn da au au me ksam mach e, daß diese Disziplin sich an den Uni- e si ä en noch nich oll du chgese z hä e und als selbs ändige Wissenscha noch nich oll ane kann wa , wu de e schwankend und bezog die Uni e si ä F eibu g, ohne sich ü ein besonde es Fachs udium en schieden zu haben. E beleg e Vo lesungen aus den e schiedens en Gebie en: aus de Na u wissenscha , aus de Philo- sophie, de Geschich e, de Rech swissenscha und eine Wissenscha , on de en Vo handensein und Bedeu ung e in seine Va e s ad B emen ga keine Kenn nis bekommen ha e, de Volkswi scha s- leh e. B emen wa so mi de p ak ischen Wi scha beschä ig , daß seine Kau leu e ü die Wi scha swissenscha wede Zei noch In e - esse ha en. Man glaub e, allein mi den p ak ischen E ah ungen in wi scha lichen F agen auskommen zu können. Eugen on Philippo ich las damals ein ie s ündiges Kolleg übe Volkswi scha spoli ik, in dem e sich mi wi scha lichen P oblemen de Gegenwa auseinande se z e. Zwa sp ach e auch on de Ve gangenhei , abe imme in Bezug au die Gegenwa und im la He mann Schumache wä e also in diesem Jah e 90 Jah e al gewo den. E is am 3. Ok obe 1952 in Gö ingen ges o ben. Sein Leben habe ich in eine Ge- däch nissch i de „Schumache -Ve einigung" ku z da ges ell . Vgl. Sieg ied Wend , Schauen, Fo schen, Leh en. Einblick au das Leben He mann Schumache s, in: He mann Schumache , he ausg. on de Schumache -Ve einigung, Ve lag Beh , Wiesbaden 1958, S. 5—15. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 131] Die Wi scha in Leben und Leh e 3 Hinblick au die Zukun . Das wa ü den jungen He mann Schu- mache bedeu ungs oll. E e kann e — auch du ch den Ve gleich de ech sgeschich lichen Vo lesung on Ka l . Ami a mi de wi scha swissenscha lichen on Eugen . Philippo ich — daß „e nich zum S ubengeleh en bes imm wa , sonde n ein a en ohe Gegenwa smensch zu we den bes eb sein müsse"2. E woll e nich in e s e Linie wissen, was in de Ve gangenhei gewesen wa , ihn in e essie e, was on de Ve gangenhei lebendig geblieben wa . Von Philipp o ich behandel e in seine Vo lesung o nehmlich die mi de indus iellen En wicklung zusammenhängenden sozialen P obleme. Diese Aus üh ungen e hal en He mann Schumache zu eine E kenn nis, die seine wissenscha liche Hal ung en scheidend bes imm ha . Die Volkswi scha sleh e is nich , wie so o gesag wu de, eine Wissenscha om „Volks eich um", sonde n eine Wissen- scha om „Gemeinwohl", d. h. eine an Au gaben übe eiche Wissen- scha on de Ges al ung des menschlichen Zusammenlebens. Am meis en abe is He mann Schumache in diese Zei du ch alles das beweg wo den, was ihm unkla geblieben wa ode was e in de Vo lesung e miß ha e. Diese „quälenden F agezeichen" sind es in e s e Linie gewesen, die ihn zum Volkswi gemach haben. E inne ung an eigene E lebnisse, an selbs gewonnene Anschauungen in de al en und in de neuen Wel e lang en eine E gänzung des Gehö en. Ve geblich such e e in de damaligen wissenscha lichen Li e a u nach aus eichende Un e ich ung übe die in e na ionale O ganisa ion on Handel und Ve keh . Es e schien ihm als e locken- des Ziel, die Volkswi scha sleh e ü das Ve s ändnis de Handel und Ve keh in de ganzen Wel bes immenden P obleme nu zba zu machen. Die En scheidung ü das S udium de Volkswi scha sleh e e - anlaß e He mann Schumache , sich mi dem Ve häl nis on Rech swissenscha und Volkswi scha sleh e auseinande zuse zen. Diese F age ha ihn wäh end seines ganzen Lebens beschä ig , weil e sich übe den Au bau des S udiums de Wi scha swissen- scha en imme wiede Gedanken gemach ha — zunächs als e s e S udiendi ek o de e s en selbs ändigen Handelshochschule in Deu schland zu Köln3, spä e als P o esso de Be line Uni e si ä 4. 2 Vgl. He mann Schumache , Ein Leben in de Wel wi scha , Manusk ip S. 101. Diese nu im Manusk ip o liegenden Lebense inne ungen sind ü die nach olgenden Zeilen als wich ige Quelle benu z wo den. 3 Vgl. He mann Schumache , Fes ede bei de E ö nung de Handels- hochschule Köln in: Die Handelshochschule in Köln die e s e selbs ändige Handels- hochschule in Deu schland, 3. Au l., Be lin 1902, S. 12—23. He mann Schu- mache wa on 1901—1904 S udiendi ek o de Handelshochschule Köln und nahm gleichzei ig eine P o essu ü Handelswissenscha en an diese Ans al wah . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 4 Sieg ied Wen d [132 Die Volkswi scha sleh e müsse in enge Ve bindung mi de Rech s- wissenscha be ieben we den. Die ju is ische Schulung sei ü den Volkswi on e heblichem We . Sie e ziehe zu Zuch des Denkens und bewah e o Ve schwommenhei . Zwa b auche de Volkswi keine olls ändige Kenn nis on ju is ischen Dingen, wohl abe ein um assendes Ve s ändnis ü ju is ische F agen. He mann Schu- mache mein e o , daß e jedem olkswi scha lichen Sch i - s elle alsbald anme ken könne, ob e sich mi de Rech swissenscha e au gemach habe ode nich . Den wesen lichen Un e schied zwischen de Rech swissenscha und de Volkswi scha sleh e e blick e He mann Schumache in de e schiedena igen S uk u des Ma e ials, mi dem beide Wissen- scha en umzugehen haben. Fü die Rech swissenscha is das Ma e ial, an dem gedach wi d, im wesen lichen in au be ei e e Fo m gegeben. Es bes eh in den meis als Gese ze es geleg en Rech s- sä zen, die das Leben de Menschen egeln. De Volkswi muß sich dagegen — so e n e nich als ein abs ak denkende Theo e ike a bei en will — das Ma e ial, das e zu un e suchen beabsich ig , aus de Fülle de Lebense scheinungen selbs bescha en. Dazu ge- hö ein besonde s en wickel e Spü sinn. Diesen Spü sinn zu en - al en, eiz e schon den jungen S uden en. Je meh e sich in die Volkswi scha sleh e hineina bei e e, des o deu liche e kann e e , daß das Ma e ial wissenscha lich um so we olle is , je unmi el- ba e es aus dem Leben geschöp wi d. We keine Anschauung om Leben ha , is als Volkswi in de Ge ah , in die I e zu gehen. Alle dings muß man die Fähigkei besi zen, schon bei de Auswahl des Ma e ials das Wesen liche om Unwesen lichen, das Bedeu ungs- olle om Unbedeu enden, das Bleibende om Zu älligen zu un e - scheiden. Nu aus lebendigen Eind ücken des Auges und des Oh es e wuchs ihm de Mu zu eigenem U eil. Das zeig e sich schon, als e mi seinem B ude F i z Schu- mache 5 au wei en Umwegen, die ihn bis Budapes üh en, nach Au bau und En wicklung des S udiums an diese Handelshochschule lagen im wesen lichen in seine Hand. 4 Vgl. He mann Schumache . Zu Re o m de s aa swissenscha lichen S udien, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch., Bd. XLIV. Be lin und München 1920, S. 949—980. De selbe, Ein Wa n u zu geplan en Re o m de olkswi scha lichen S udien, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch., Bd. XL VI. Be lin und München 1922, S. 893—921. Diese Sch i is auch gesonde im Buchhandel e schienen. 5 He mann Schumache s B ude F i z, dem e wäh end des ganzen Lebens seh e bunden wa , s udie e A chi ek u , wu de P o esso an de Techn. Hoch- schule D esden und spä e Obe baudi ek o on Hambu g. E wa eine de e s en g oßen S ad plane de neue en Zei . Zu seinen bedeu ends en Leis ungen können die s äd ebauliche Umges al ung des ehemaligen Fes ungsgü els on Köln und die Ausa bei ung de Gene albebauungspläne on Köln und Hambu g ge echne we - den. Seine un e dem Ti el „S u en des Lebens, E inne ungen eines Baumeis e s", OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 133] Die Wi scha in Leben und Leh e 5 seine zwei en Uni e si ä ss ad München eis e. Die P obleme Un- ga ns, das inne halb de Doppelmona chie, ja im wei e ge aß en Südos aum Eu opas übe haup , eine besonde e S ellung einnahm, eiz en ihn zu Fo schung und Auseinande se zung. Aus diesen Be- mühungen ging seine e s e wissenscha liche A bei he o 6. E ha es spä e als ein g oßes Glück bezeichne , daß de e s e Ve such, sich eigene U eile du ch „so e was wie Fo schung" zu e we ben, sich au ein kleines Land on so ein ache S uk u , wie es das damalige Unga n wa , bezog. Es wa ihm möglich, Land und Volk im Ganzen zu e assen und on diesem Blickpunk aus das Einzelne zu sehen. Das hiel e auch ü den Ke n alle olkswi scha lichen Be ach- ungen, die damals bei ihm alle dings noch hin e den olkskundlichen und kul u poli ischen zu ück a en. Die S udiensemes e in München und Wien haben He mann Schumache na ionalökonomisch wenig gehol en. Hel e ich in München en äusch e ihn, und die wissenscha liche Bedeu ung on Ka l M e n g e in Wien e moch e e nach seinem eigenen U eil damals noch nich zu wü digen. E s in Be lin begegne e e in Gus a . Schmolle und Adol Wagne den beiden Männe n, die e in g oße Dankba kei s e s als seine Leh e bezeichne ha , obwohl e sich in seine wissenscha lichen En al ung wesen lich on beiden un e schieden ha . Als He mann Schumache als S uden nach Be lin kam, wa sein Glaube an die Dogmen de sogenann en klassi- schen Schule be ei s e schü e . Abe e s in Be lin a die F age de wissenscha lichen Me hode in alle Schä e an ihn he an. Im Semina Gus a . Schmolle s is ihm kla gewo den, daß man imme wiede es s ellen muß. ob die Ta sachen des Wi scha slebens auch noch in ollem Um ange denen en sp echen, aus denen die übe - kommenen Leh en abgelei e wo den sind. Kla gewo den is ihm abe auch, daß es nich genüg , bloß Ta sachen zu sammeln. Aus solchen Ta sachen muß en „me hodische Folge ungen" gezogen we - den. Im Semina on Schmolle e hiel e abe keine An wo au die F age, wie das zu geschehen habe. Schmolle be ach e e neue Leh en gleichsam als na ü liche Neben üch e geschich liche S udien. De junge He mann Schumache abe spü e nich , wie aus de Lek ü e al e Zun u kunden neue Leh en on allgemeine Bedeu ung on selbs he o wachsen konn en. Das beun uhig e den on den P oblemen de Gegenwa ge adezu bed äng en jungen Menschen. S u ga , Deu sche Ve lagsans al , o. J., e schienenen Lebense inne ungen be ich- en auch übe die gemeinsamen Reisen de beiden B üde . 6 Vgl. He mann S chumache , Aus dem mode nen Unga n, kul u his o- ische und poli ische Skizzen, Deu sche Zei - und S ei agen, beg ünde on . Hol zendo , he ausgegeben on Jü gen Bohna-Meye . N.F., He 81/82, Hambu g 1891. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 6 Sieg ied Wend 1134 Zunächs such e e den G und ü dieses Ve sagen in sich selbe . E s spä e , als e mi Geo g F ied ich Knapp und seinen wissenscha - lichen A bei en bekann gewo den wa , wu de ihm deu lich, daß es bei alle wissenscha lichen Fo schung en scheidend da au ankomme, aus den Ta sachen u sächliche Zusammenhänge abzulei en, also ech e E kenn nisse om Zusammenhang des Geschehens zu gewinnen und sich wede dami zu begnügen, bloß Ta sachen als solche es zus ellen, noch allein Ideale ü das wi scha liche Handeln he auszua bei en. He mann Schumache ha imme wiede ane kann , daß Geo g F ied ich Knapp seinem olkswi scha lichen Denken zu wi kliche Kla hei e hol en habe. Insbesonde e is e du ch die Fes s ellung K n a p p s beeind uck wo den, daß es sich nich da um handele, mi alle Gewal „Na u gese ze" inden zu wollen, daß es ielmeh da au ankomme, „Anschauungen" zu gewinnen, aus de en Ve gleich man die „Eigen ümlichkei und den En wicklungsgang des behandel en S o es kennen" le nen könne7. So wu de He mann Schumache dazu ge üh , die Volkswi scha sleh e als eine Geis eswissenscha zu beg ei en, in de es da au ankomm , Zu- sammenhänge menschlichen Lebens und Handelns zu e s ehen. An de Klä ung seines olkswi scha lichen Denkens is auch Adol Wagne be eilig gewesen. Seine Pe sönlichkei bilde e ja ge adezu einen Gegensa z zu de Schmolle s. Schmoll e be ach e e, Wagne kämp e. Was den jungen He mann Schu- mache anzog, wa , daß Wagne ü Deu schland kämp e. Deu schlands S ellung in de Wel bilde e ü Wagne den Ke n des na ionalen Gedankens, und die Au gabe de Sozialpoli ik sah e da in, die A bei e scha in die Gemeinscha des Deu schen Volkes einzugliede n. Die Volkswi scha sleh e selbs such e e au die Be- dü nisse de Gegenwa zu beziehen. Obwohl He mann Schumache seine beiden Haup leh e , Gus a . Schmolle und Adol Wagne , zei seines Lebens hoch e eh ha , is e schon in jungen Jah en zu de E kenn nis ge- kommen, daß die Au assungen beide on de Volkswi scha sleh e ihm nich genügen konn en. Fü ihn kam eine Ve bindung de Volks- wi scha sleh e wede mi de Geschich e noch mi de Poli ik in F age. He mann Schumache bemüh e sich, die a sächlichq Wi scha kennenzule nen, die sich im Zei al e de Damp schi ah , de Eisenbahnen und de elek ischen Nach ich enmi el zu Wel - wi scha gewei e ha e. Wel wi scha liche Zusammenhänge zu e - o schen, e schien ihm ebenso eiz oll wie no wendig zu sein. Da e on den P oblemen de wi klichen Wi scha ausging, ha e da on 7 Dieses Zi a nach Geo g F ied ich Knapp inde sich im Manusk ip de Lebense inne ungen on He mann Schumache . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 135] Die Wi scha in Leben und Leh e 7 abgesehen, eine besonde e „Wel wi scha slage" als heo e isches Sys em zu en wickeln. E hiel es ü sinn olle , die konk e en Au - gaben neuzei liche Indus iewi scha in ih en wel wei en Bezügen zu sehen. Dabei wa en es o allem o ganisa o ische P obleme im wei e en Sinne dieses Wo es, die seine Au me ksamkei essel en. Funk ionale F agen des wi scha lichen Rechenzusammenhanges ha e als solche nie selbs ändig behandel , sonde n imme nu im Zu- sammenhang mi o ganisa o ischen P oblemen. He mann Schu- mache ha auch keine abgezogenen Leh en en wickel , sonde n e ha Anschauung e mi el und dadu ch Ve s ändnis ü wi scha - liche Zusammenhänge gescha en. We seine wi scha liche Bedeu ung wü digen will, muß sich deshalb bemühen, einen Übe blick übe Themen und P obleme seine wich igs en A bei en zu gewinnen. Seine zahl eichen wi scha swissenscha lichen Un e suchungen kann man in d ei bzw. ie G uppen zusammen assen, de en F age- s ellungen alle dings au s engs e mi einande e bunden sind: 1. Un e suchungen, in denen F agen de Ma k bildung und Ma k o ganisa ion behandel we den; 2. Un e suchungen zu e keh swi scha lichen P oblemen; 3. Un e suchungen zu F agen des Geld-, K edi - und Bankwesens; 4. Un e suchungen zu G unds uk u de indus iellen Wi scha . Die meis en Un e suchungen de beiden e s en G uppen s anden in unmi elba e Ve bindung mi g oßen Reisen, au denen sich Schumache s Talen zu Enque e in ollende e Weise en - al en konn e. Zu 1 . In de Zei ung ha e He mann Schumache , de da- mals als Kamme ge ich s e e enda in einen K eis junge Volkswi e gekommen wa , gelesen, daß Hen y V i 11 a d , de aus de P alz nach Ame ika ausgewande e E baue de No he n Paci ic Rail oad, dem deu schen Reichskanzle eine g öße e Summe ü S ipendien zu Ve ügung ges ell ha e, um deu schen Ingenieu en den Besuch de Wel auss ellung on Chikago zu e möglichen. In dem Gedanken, daß ein g oße Un e nehme in den Ve einig en S aa en nich klein- lich sein wü de und die ausgese z en Mi el auch einem Nich -Ingenieu zu Ve ügung s ellen wü de, wenn e in Ame ika einen einleuch enden Zweck e olgen wü de, ich e e He mann Schumache eine en sp echende Eingabe an den Reichskanzle . E beg ünde e seine Bewe bung um ein Reises ipendium mi de Absich , S udien übe die O ganisa ion de ame ikanischen Ge eidebö sen du chzu üh en. Es ha e sich damals bei de Vo be ei ung eines deu schen Bö sen» gese zes gezeig , daß man übe die ame ikanischen Ve häl nisse kaum un e ich e wa . Diese Lücke muß e ausge üll we den. He mann Schumache wa ebenso übe asch wie e eu , als e den Be- scheid e hiel , daß sein Gesuch genehmig wo den sei. Mi einem OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 8 Sieg ied Wend [136 S ipendium on 2000 Ma k konn e e 1893 in die Ve einig en S aa en ah en. Das E gebnis seine Fo schungen übe die O ganisa ions- p inzipien des ame ikanischen Ge eidehandels und die Funk ion de ame ikanischen Ge eidebö sen ha He mann Schumache in zwei bedeu enden Abhandlungen zusammenge aß , die 1895 und 1896 in Con ads Jah buch e schienen sind8. In diesen — nach Fo m und Inhal — klassisch zu nennenden Abhandlungen zeig sich ein hohes Maß heo e ische Denkk a , die sich in de Fähigkei , Ta sachen sys ema isch zu o dnen und die Vo gänge gedanklich mi einande zu e binden, kund u . Man muß bedenken, daß He mann Schu- mache mi diesen Un e suchungen gleichsam wissenscha liches Neuland be e en ha . E s ü z e sich in e s e Linie au eigene Be- obach ungen und E ah ungen, in zwei e Linie au das S udium de Jah esbe ich e zahllose Handelso ganisa ionen und Au sich sbehö den und konn e nu in ge ingem Maße au be ei s o liegende meh ode minde wissenscha liche Ve a bei ungen des ,.Rohma e ials" zu ück- g ei en. He mann Schumache ha das Leben wi klich einge- angen, ha Beg i e scha und genau gebilde und ha mi siche e Hand die Fäden de en scheidenden Zusammenhänge geknüp . Mag manche Einzelhei du ch die En wicklung übe hol sein, me hodisch kann die A bei auch heu e noch als ein Vo bild exak e empi ische Fo schung angesehen we den. Abe auch de sachliche Inhal de A bei is noch imme on g oßem wissenscha lichem We . Das gil insbesonde e on den g undsä zlichen Aus üh ungen übe das Bö sen e mingeschä 9. Die E gebnisse de zwei en g öße en A bei übe Ma k p obleme, nämlich eine Un e suchung übe „die O ganisa ion des F emd- handels in China"10, sind heu e nich meh on p ak ische Bedeu ung. We e s ehen will, wie sich die wi scha lichen Beziehungen zwischen China und den eu opäischen Lände n, zwischen chinesischen Kau - leu en und eu opäischen Fi men en wickel haben, wi d abe auch heu e mi Nu zen zu diese Un e suchung g ei en. Auch sie be uh au lebendige Anschauung, die He mann Schumache als Mi - 8 Vgl. He mann Schumache , De Ge eidehandel in den Ve einig en S aa en und seine O ganisa ion, in: Jb. . Na .Oek. u. S a . 3. F. Bd. 10, Jena 1895; de selbe, Die Ge eidebö sen in den Ve einig en S aa en, in: Jb. . Na .Oek, u. S a . 3. F. Bd. 11, Jena 1896. Beide Abhandlungen sind zusammenge aß un e dem Ti el „Die O ganisa ion des Ge eidehandels in den Ve einig en S aa en'4 in den „Wel wi scha lichen S udien" des Ve asse s 1911 S. 209—400 neu ged uck wo den. 9 Vgl. dazu auch He mann Schumache , Das Ve bo des Ge eide e min- handels, in: P euß. Jah b. 1896, Bd. 85 u. 86. 10 Vgl. He mann Schumache , Die O ganisa ion des F emdhandels in China, Vo ag o de in e na ionalen Ve einigung ü e gleichende Rech s- wissenscha und Volkswi scha sleh e im Win e 1898/99, Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch. 1899, wiede abged uck in: Wel wi scha liche S udien, Leipzig 1911. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 143] Die Wi scha in Leben und Leh e 15 menhang: mi de Konzen a ion im Bankwesen, die man in Deu sch- land um die Jah hunde wende beobach en konn e29, mi de Geld- k isis des Jah es 190730, die on Ame ika ausgehend die ganze Wel in Mi leidenscha zog und mi de Ze s ö ung de gesam en O dnung des in e na ionalen Zahlungs e keh s nach dem e s en Wel k ieg31. Seine Geld heo ien und k edi poli ischen Au assungen s anden dem Gedankengu de Banking-Theo ie nahe. Das zeig sich besonde s deu lich in de g oßen Abhandlung übe die deu sche Geld e assung und ih e Re o m. Hie e such He mann Schumache den Be- g i des Geldbeda s gleichsam absolu , d. h. losgelös on den Bedin- gungen de Geldschöp ung zu beg ünden. E mein , daß de Beda an Zahlungsmi eln „aus na ü lichen, olkswi scha lichen und ech lichen G ünden"32 Schwankungen un e liege, denen sich die Geld e assung anpassen müsse. Zu den „ olkswi scha lichen" G ünden, die bei de Anpassung de Geldschöp ung an den Geldbeda beach e we den müssen, echne e auch die Konjunk u schwankungen. Seine Haup - so ge is , de Geldschöp ung die nö ige Elas izi ä zu geben, sich diesen Schwankungen des Beda s an Zahlungsmi eln anzupassen. Im An- schluß an F ied ich Bendixen se z e sich in olgedessen da ü ein, in den Mi elpunk de gesam en No enbank ä igkei die Diskon ie- ung on Wa enwechseln zu s ellen33. Wi sind auch heu e noch de Meinung, daß die P lege des Wechseldiskon geschä s zu den wich ig- 29 Vgl. He mann Schumache , U sachen und Wi kungen de Konzen a- ion im deu schen Bankwesen, akademische Rede zum 27. 1. 1906, gehal en an de Uni e si ä Bonn, e wei . u. geänd. abged uck in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volks- wi sch., Bd. XXX, 1906, wiede abged uck in: Wel wi scha liche S udien, Leip- zig 1911, S. 170—208. 30 Vgl. He mann Schumache , Die U sachen de Geldk ise on 1907, Vo - ag o de Gehe-S i ung, wiede abged uck in: Wel wi scha liche S udien, Leipzig 1911, S. 1—45. Eine anzösische Übe se zung on P o . Jean L e s c u e is un e dem Ti el „Le ma ché inancie Amé icain e sa écen e c ise moné ai e'4 in Pa is 1909 e schienen. He mann Schumache , Die deu sche Geld e assung und ih e Re o m, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch, Bd. XXXII, 1908, wiede abged uck in: Wel wi scha liche S udien, Leipzig 1911, S. 46—169. 31 Vgl. He mann Schumache , Das P oblem de in e na ionalen K iegs- e schuldung, in: Hanno e sche Hochschulgemeinscha , Hanno e 1925; de selbe, Die K iegsschulden, in: S ockholm, In e na ionale sozialki chliche Zei sch i , 1930, He 1; de selbe, Das Wäh ungsp oblem de Gegenwa , In e na ionale Kon e enz ü Ag a wissenscha in Bad Eilsen 1934, Leipzig 1934. 32 Vgl. He mann Schumache , Die deu sche Geld e assung und ih e Re o m, a.a.O., S. 108. 33 Vgl. He mann Schumache , a.a.O., S. 112/113: „Du ch eine solche mi - els des Wa enwechsels he ges ell e o ganische Ve bindung de Bankno enausgabe mi dem Wi scha sleben wi d es somi e eich , daß die Menge de umlau enden Zahlungsmi el dem wechselnden Beda an Zahlungsmi eln au oma isch sich an- paß . Je ollkommene das geschieh , um so meh is es ausgeschlossen, daß das Geld selbs die P eise beein lussende Ve ände ungen e leide und um so meh wi d die P eisbildung allein du ch die Ges al ung on Angebo und Nach age au dem Wa enma k bes imm we den." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 16 Sieg ied Wend [144 s en Au gaben eine No enbank gehö . Alle dings beu eilen wi die Funk ionen de Diskon -Poli ik heu e ande s, als es He mann Schu- mache 34 a . Nach seine Meinung muß en Diskon e ände ungen nu du chge üh we den, um „die Wäh ung zu e eidigen". Da un e e s and e die Au gabe, den Wechselku s zu siche n. Binnenwi - scha lich gesehen ha die Diskon poli ik nach seine Meinung nu die Au gabe, sich dem Geldma k anzupassen. Als konjunk u poli isches Ges al ungsmi el wi d sie noch nich gesehen. Um so beme kens- we e is es, daß He mann Schumache die Ansä ze eine O en- Ma k -Poli ik in England und Deu schland behandel . E be ach e abe die O en-Ma k -Poli ik nich om Blickpunk olkswi scha - liche No wendigkei en, sonde n in e s e Linie als ein geschä liches E o de nis de No enbank35. Volkswi scha lich schien es He mann Schumache die wich igs e Au gabe zu sein, die Bankno e als elas isch zu scha endes Zahlungsmi el im Geld e keh du chzuse zen. Zwei Mi el soll en diesem Zwecke dienen: e s ens müsse da ü So ge ge agen we den, daß die Reichsbank s e s au das nö ige Wechsel- ma e ial ü die P lege des Wechseldiskon geschä s zu ückg ei en könne. Die Reichsbank müsse dahe bemüh sein, den unmi elba en Geschä s e keh mi Un e nehmungen aus Indus ie und Handel zu e dich en. Zwei ens käme es da au an, Gold aus dem Ve keh zu ziehen, um den Ba o a de Bank, de mindes ens ein D i el des No enumlau s be agen müsse, zu s ä ken. Das könne insbesonde e du ch Ausgabe kleine e Bankno en geschehen. Bedeu ungs oll an den Konzep ionen on He mann Schu- mache is de Gedanke, daß ein im Wege des bankmäßigen K e- di es gescha enes Geld de Dynamik indus ielle Wi scha sweise am bes en en sp ich . Unse e So ge bes eh abe heu e nich meh da in, genügend diskon ähiges Wechselma e ial zu bescha en, um den Geld- umlau den Ve ände ungen des Geldbeda es elas isch anpassen zu 34 He mann Schumache ha sich auch mi de leh geschich lichen En - wicklung de No enbank heo ie im 19. Jah hunde beschä ig . Vgl. He mann Schumache , Geschich e de deu schen Bankli e a u im 19. Jah hunde , in: Die En wicklung de deu schen Volkswi scha sleh e im 19. Jah hunde , Fes - sch i ü Gus a . Schmolle , Leipzig 1908, 1. Teil, VII, S. 1—39. 35 Vgl. He mann Schumache , a.a.O., S. 145: „Da sie die le z e Geldquelle in de Volkswi scha da s ell , kann sie nich wie die ande en Banken jede zei , wenn sie ih en Ba o a zu s ä ken such , Rediskon ie ungen o nehmen ... So is ein Bedü nis o handen, einen E sa z ü diese hie o allenden Rediskon ie- ungen zu scha en und um so s ä ke muß es he o e en, je schwäche de Ein- luß de Zen alno enbank au den Geldma k sich ges al e . Dieses Bedü nis ha dahe am ühes en in England sich gezeig und die Bank on England zue s dazu e anlaß , du ch Ve kau on S aa spapie en dem Ma k Gelde , wenn sie im Übe - angebo au ihm o handen wa en, zu en ziehen und dami Da lehnsnehme zu zwingen, die nö igen Gelde sich on de Zen alno enbank zu dem on ih be- s imm en Sa z zu bescha en . .. Die Reichsbank ha zum selben Zweck die un e - zinslichen Scha zanweisungen e wende ." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 145] Die Wi scha in Leben und Leh e 17 können, sonde n da in, die Geldschöp ung au das Maß de En wick- lungs ähigkei de Wi scha zu besch änken36. Zu 4. Das Bild on de wissenscha lichen Bedeu ung He mann Schumache s wä e un olls ändig, wenn man nich e wähnen wü de, daß e sich un e dem Eind uck de poli ischen) Ums ellungen naich dem e s en Wel k ieg auch mi g undsä zlichen P oblemen de Wi scha s- und Sozialo dnunig beschä ig ha 37. In diesen A bei en, die nich nu du ch die So ge bes imm wa en, die wi scha liche Lei- s ungs ähigkei Deu schlands zu e hal en, sonde n auch du ch den Willen, zu eine sinn ollen O dnung des menschlichen Zusammen- lebens beizu agen, zeig sich eine Ve dich ung de Gedanken und eine K a de Da s ellung, die bewunde ungswü dig sind. Es geh ihm da um, die S ellung des Un e nehme s als des schöp e ischen Lei e s de Un e nehmung zu es igen. E e kenn abe auch, daß es no wendig is , die in abhängige S ellung ä igen Menschen, die A bei e und An- ges ell en, mi bes imm en Rech en in die Ve assung de Un e neh- mung einzugliede n. Es gil , das Miß auen, du ch das besonde e Spannungen in die Un e nehmung hineinge agen wo den sind, zu übe winden und Fo men e auens olle Zusammena bei zu en - wickeln. „Es is d ingendes Gebo , Vo keh ungen da ü zu e en, daß die Lebens agen de Un e nehmungen den A bei e n zu Bewuß sein kommen, und das is be iedigend nu möglich, wenn sie egelmäßig in es en Fo men on den Un e nehme n gemeinsam mi Ve e e n de A bei e und Anges ell en e ö e we den. Nu du ch Ve hand- lungen kann das e eich we den, was We ne Siemens einmal als das höchs e Ziel de O ganisa ion bezeichne ha , daß sich nämlich ,im Bewuß sein de A bei e das eigene In e esse mi dem des Geschä s iden i izie e'. Nu so kann Ve auen gewonnen we den. Wie im S aa e, so können auch in de Un e nehmung die ze s ö enden K ä e des Miß- 36 Im Be eich des K edi wesens ha He mann Schumache auch als Lei e g öße e wissenscha liche Un e suchungen gewi k . Im Au age des Ve eins ü Sozialpoli ik en wa e den Plan eine g oßen Un e suchung übe Kapi albildung und Kapi al e wendung, die in olge des e s en Wel k ieges nu zum Teil du ch- ge üh we den konn e. E schienen sind als Bd. 154 I und II de Sch i en des Ve eins ü Soz.Poli ik 1915—1918 die A bei en on Gus a Mo schmann, Das Deposi engeschä de Be line G oßbanken, München u. Leipzig 1915, und on F i z Schul e, Die Hypo hekenbanken, München u. Leipzig 1918. Wei e e Pläne muß en des K ieges wegen au gegeben we den. Vo he gegangen wa en „Un e suchungen übe das Volksspa wesen", die nach einem A bei splan on P o . D . R a h g e n begonnen wo den wa en. Im Jah e 1909 ha dann He mann Schumache die Lei ung diese Enque e übe nommen. Ve ö en lich wu den „Un e suchungen übe das Volksspa wesen" in 4 Bänden als Bd. 136 und 137 I, II u. III de Sch i en des Ve eins ü Soz.Poli ik, München u. Leipzig 1912/13. 37 Vgl. He mann Schumache , Un e nehme um und Sozialismus, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch., Bd. XLIII, München u. Leipzig 1919, S. 405—435; de selbe, Gegenwa s agen des Sozialismus, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch., Bd. XLIV, München u. Leipzig 1920, S. 1—28; de selbe, Die geis igen Bewegungen in de deu schen A bei e scha , in: S ahl und Eisen, 1921, He 1 u. 2. Schmolle s Jah buch 78, 2 2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 18 Sieg ied Wend [146 auens, die heu e alles lähmen, nu übe wunden we den du ch eine g undlegende Ände ung de ganzen Ve assung. Mi dem Kons i u- ionalismus auch in de Un e nehmung muß e ns gemach we den .. . Was bishe als He scha s e häl nis emp unden wu de, muß zu A bei sgemeinscha umges al e we den38." Auch im Be eich de Wi - scha so dnung und bei de F age, wie die Un e nehmung ges al e we - den muß, um eine ih em sozialen Sein en sp echende Ve assung zu bekommen, wende sich He mann Schumache gegen den Dok- ina ismus des Büche wissens und e such , de Weishei , die aus dem Leben schöp , Bahn zu b echen39. Hie zeig sich mi besonde e Deu - lichkei , daß He mann Schumache die K a besaß, lebendige Anschauung zu kla en Gedanken zu e dich en, die de Gegenwa iel zu sagen haben. He mann Schumache ha sich auch bemüh , als He ausgebe on Schmolle s Jah buch (1918—1922) allen Gedanken Raum zu geben, die die En wicklung de wissenscha lichen E kenn nis und die Ges al ung de wi scha lichen und sozialen Wi klichkei zu: ö de n geeigne wa en. Wie e bei de Übe nahme des Jah buchs aus üh 40, sah e die Au gabe diese Zei sch i nich da in, ein A chi ü S o - sammlung zu sein, ihm kam es da au an, den S o , den die Wi klich- kei des wi scha lichen und sozialen Lebens lie e , geis ig so zu du chd ingen, daß „die Fülle des Rohs o s hin e de küns le ischen Knapphei de Fo men e schwinde "41. „Die Zei , ü welche ein Hunge nach Ta sachen o allem kennzeichnend wa , is o übe . Ein Hunge nach inne e Zusammen assung du chzieh heu e das Deu sche Volk, ielleich die ganze Menschhei ." Diese Sa z kann als Lei - gedanke alle geis igen Bemühungen He mann Schumache s an- gesehen we den. E gil auch ü unse e Zei . He mann Schumache ha keine „Schule" im dogma ischen Sinne dieses Wo es beg ünde . Das häng mi seinem wissenscha - lichen Wollen, ja mi seine ganzen Pe sönlichkei zusammen. Ihm lag es ja nich da an, abgezogene Gedanken zu Leh sä zen zu en wickeln, e woll e lebendige Anschauung gewinnen. Wohl abe ha e einen 38 Vgl. He mann Schumache , Un e nehme um und Sozialismus, a.a.O., S. 428. 39 Vgl. He mann Schumache , Die geis igen Bewegungen in de deu schen A bei e scha , a.a.O. Sonde d uck S. 9—10: „Dabei wiede hol sich au dem Boden de Demok a ie, was wi au dem Boden des Sozialismus be ei s kennengele n haben. Wie die al e Leh e, die Ma x o zwei Menschenal e n aus geschich lich be- g ei lichen G ünden en wickel ha , es den A bei e n e schwe ha , den Weg zu p ak ischen Lösungen zu inden, so s ell sich auch hie de imme wiede aus de deu schen G ündlichkei he auswachsende geleh e Dok ina ismus, de Büche - weishei mi Lebensweishei e wechsel , eine schöp e ischen Realpoli ik, wie sie die Zei e o de , in den Weg." 40 Vgl. He mann Schumache , Zu Übe nahme des Jah buchs, in: Jb. . Ges., Ve w. u. Volkswi sch., Bd. XLII, München u. Leipzig, S. 1—10. # 41 Vgl. He mann Schumache , a.a.O., S. 10. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 147] Die Wi scha in Leben und Leh e 19 g oßen K eis on Schüle n um sich gesammel , mi denen e bis zu seinem Tode in lebendige Ve bindung s and. In de A , wissenscha - lich zu denken, ja in de ganzen, geis igen Hal ung sind seine Schüle en scheidend du ch die Be üh ung mi He mann Schumache , de in besonde e Weise pädagogische K a auss ahl e, gep äg wo - den. D ei me hodisch wich ige E kenn nisse e danken sie ih em Leh e : 1. He mann Schumache ha sie geleh , exak zu denken, das heiß zunächs , nach dem jeweils Wesen lichen zu agen. Das Wesen liche abe is im Be eiche des Wi scha slebens das die En wicklung des Geschehens Bes immende. Exak es Denken is also s e s u sächliches Denken. 2. He mann Schumache ha sie geleh , anschaulich zu denken. Anschaulich denken heiß , den Blick au die konk e en Gebilde, au die a sächlichen Ges al en zu ich en, in denen die wi scha liche Wi klichkei sich den Menschen da bie e . Sie le n en Haushal e, Un e nehmungen, Ve bände und ande e O ganisa ionen, in denen Menschen wi scha lich zusammen- wi ken, als die eigen lichen T äge des wi scha lichen Ge- schehens kennen und wu den so da o bewah , einem blassen Funk ionalismus abgezogene G ößen zu e allen. 3. He mann Schumache ha sie geleh , die Wi scha als geschich liche Leis ung, als Lebensäuße ung de Menschen zu beg ei en und dami auch als eine äglich neu zu lösende Ge- s al ungsau gabe. Neben die F age nach dem Wesen lichen und U sächlichen und die F age nach de konk e en Ges al a bei He mann Schumache imme die F age nach dem wi - scha lichen Tun und seinen Auswi kungen. Diese d ei ache F ages ellung üh zu eine Be eiung aus dem bloß zweidimensionalen du ch die Übe lie e ungen de klassischen Schule bes imm en Denken, das sich in de gleichsam zei losen Um- disposi ion on Ma k g ößen, Wa enmengen und P eisen e schöp . Sie e möglich , Wi scha als wi kliches Leben, das sich in de Zei ollzieh , zu e assen. De o schende Mensch gewinn ein Bild om wi scha lichen Leben, das auch die d i e Dimension, nämlich den Zei ablau in seine ollen Bedeu ung mi umg ei . Nich ohne G und ha He mann Schumache dem Al e swe k, in dem e seine Ge- danken übe das Wi scha sleben und seine O dnung sys ema isch zu- sammenge aß ha , den Ti el „Die Wi scha in Leben und Leh e" gegeben. Ein Gesp äch, das He mann Schumache einmal mi Geo g F ied ich Knapp ge üh ha , is ielleich am, bes en geeigne , das Geheimnis, das jede ausgep äg e Pe sönlichkei den Mi menschen da - bie e , aßba zu machen. Nach einem Vo ag, den He mann S c h u - 2* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46 20 Sieg ied Wend [148 mache im Ve ein ü Sozialpoli ik gehal en ha e, nahm Geo g F ied ich Knapp den e olg eichen Re e en en eundscha lich un e den A m und sag e ihm, es könne kaum zwei Menschen geben, die so e schieden wä en wie sie beide. He mann Schumache wa zunächs be o en, weil e Geo g F ied ich Knapp als Fach- genossen besonde s schä z e. Geo g F ied ich Knapp üh e dann mündlich und spä e sch i lich aus, daß He mann Schumache imme om Selbs gesehenen und Selbs e leb en ausginge und e suche, es de Leh e einzu ügen, wogegen e om p ak ischen Wi scha sleben so gu wie nich s gesehen habe, sonde n eine Geleh e sei, de alle - dings nich on de Ve gangenhei aus die» Gegenwa , sonde n umge- keh on de besse bekann en Gegenwa das, wais eins wa , zu e - s ehen suche. E habe abe bei jedem Wo , das Schumache ge- sp ochen habe, den Eind uck, daß es e leb sei. „Vielleich " — so sch eib He mann Schumache 42 — „is in de Ta das E lebnis, die lebendige Anschauung, bei mi Vo alusse zung ü ein Ve s ehen, welches das Ziel de Geis eswissenscha is . Jeden alls wu de jede A bei au G und eines E lebnisses ü mich zum Genuß und ohne ein solches zu Qual." 42 Vgl. He mann Schumache , Ein Leben in de Wel wi scha , Manu- sk ip S. 804. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:46