Junge Menschen ohne Berufsabschluss: Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland
Abstract
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Full text
Wydra-Somaggio, Gabriele; Schorr, Niklas Research Report Junge Menschen ohne Berufsabschluss: Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland IAB-Regional. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland, No. 3/2025 Provided in Cooperation with: Institute for Employment Research (IAB) Suggested Citation: Wydra-Somaggio, Gabriele; Schorr, Niklas (2025) : Junge Menschen ohne Berufsabschluss: Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland, IAB-Regional. IAB RheinlandPfalz-Saarland, No. 3/2025, Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB), Nürnberg, https://doi.org/10.48720/IAB.RERPS.2503 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/330587 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
IAB-Regional, IAB Bayern Nr|JJJJ 0 IAB-REGIONAL Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz 03|2025 IAB Rheinland-Pfalz-Saarland Junge Menschen ohne Berufsabschluss Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland Gabriele Wydra-Somaggio, Niklas Schorr ISSN 1861-1540
Junge Menschen ohne Berufsabschluss - Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland Gabriele Wydra -Somaggio (IAB RPS) Niklas Schorr (IAB RPS) IAB - Regional berichtet über die Forschungsergebnisse des Regionalen Forschungsnetzes des IAB. Schwerpunktmäßig werden die regionalen Unterschiede in Wirtschaft und Arbeitsmarkt – unter Beachtung lokaler Besonderheiten – untersucht. IAB-Regional erscheint in loser Folge in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und wendet sich an Wissenschaft und Praxis.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 3 Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung ................................................................................................................... 4 1 Hintergrund ........................................................................................................................ 5 2 Datengrundlage und Eingrenzung des Personenkreises ...................................................... 7 3 Erwerbsverläufe von jungen Menschen ohne Berufsabschluss ............................................ 9 3.1 Zeit vor der ersten Beschäftigung ....................................................................................... 9 3.2 Struktur der ersten Beschäftigung: Ein Vergleich von jungen Menschen ohne Berufsabschluss mit allen jungen Menschen .................................................................... 13 3.3 Weiterer Erwerbsverlauf .................................................................................................... 22 3.3.1 Erwerb eines Berufsabschlusses und Dauer einer weiteren Beschäftigung ......... 22 3.3.2 Entwicklung der Entgelte mit und ohne Berufsabschluss ..................................... 26 3.3.3 Berufliche Aufstiege im weiteren Erwerbsverlauf .................................................. 27 4 Erwerbsverlaufsmuster der jungen Menschen .................................................................. 28 5 Fazit ................................................................................................................................. 32 Literatur ................................................................................................................................. 34
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 4 Zusammenfassung Zwischen 2013 und 2022 haben im Saarland ungefähr 20.900 junge Menschen bis zum Alter von 25 Jahren eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (sv-Beschäftigung) aufgenommen, ohne zuvor einen formalen Berufsabschluss erworben zu haben. Einige dieser Personen beginnen zwar eine Ausbildung, beenden diese aber vorzeitig, also ohne Abschluss. Andere wiederum besuchen Maßnahmen, die gezielt die Berufswahl und Berufsorientierung bzw. die Aktivierung und berufliche Eingliederung unterstützen, aber auch Beschäftigung schaffende Maßnahmen. Meist erzielen die jungen Menschen jedoch nicht unmittelbar Ausbildungsabschlüsse, so dass das Fachkräftepotenzial dieser ungelernten jungen Menschen nicht genutzt werden kann. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Betriebe, die insbesondere im Saarland von einem ausgeprägten Fachkräftebedarf betroffen sind. Zudem wirkt sich Ausbildungslosigkeit negativ auf die Erwerbskarrieren der jungen Menschen aus. Vor allem junge Menschen mit einem niedrigen Schulabschluss und mit ausländischer Staatsbürgerschaft weisen ein hohes Risiko auf, dauerhaft ohne Ausbildung zu bleiben. Insgesamt schaffen 39 Prozent der knapp 11.000 Personen, die zwischen 2013 und 2017 bis zum Alter von 25 Jahren zunächst eine sv Beschäftigung aufnehmen, es auch bis zum Alter von 35 Jahren nicht, einen Berufsabschluss zu erwerben. Ihre weiteren Erwerbskarrieren sind von geringeren Löhnen, geringen Aufstiegschancen und unsteteren Beschäftigungsverläufen geprägt. Insbesondere Erwerbsverläufe, die zu Beginn von einer langen Phase in sv-Beschäftigung, die ohne Berufsabschluss ausgeübt wird, gekennzeichnet sind, aber auch unstete Verläufe mit langen Phasen der Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Zeiten außerhalb des Arbeitsmarktes bergen ein hohes Risiko, langfristig ohne Berufsabschluss zu bleiben. Keywords Fachkräfte, Junge Menschen ohne Berufsabschluss, Saarland Danksagung Ganz besonderen Dank möchten wir dem IAB-Regional Baden-Württemberg zukommen lassen, deren Ausarbeitung Grundlage für dieses Heft ist. Insbesondere hat uns Rüdiger Wapler bei der Auswertung sehr unterstützt. Für die Mitlese bedanken wir uns herzlich bei Sarah Kuhn, bei Jochen Stabler für die Formatierungsarbeiten sowie Birgit Carl für die redaktionelle Prüfung.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 5 1 Hintergrund Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Saarland ist seit Jahren angespannt. Für Betriebe wird es zunehmend schwieriger, passende Auszubildende zu finden, weil sich immer weniger Schulabgehende auf eine Ausbildungsstelle bewerben. Infolgedessen bleibt eine zunehmende Zahl an Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Gründe für den Rückgang der Bewerberzahlen sind vielseitig: Erstens werden, bedingt durch den demografischen Wandel, die Schulabgangskohorten immer kleiner. Zweitens beginnen immer mehr junge Menschen ein Studium, weil die akademischen Berufe in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert einnehmen als Berufe der Berufsausbildung (Mischler 2017). Neben dem gegenüber akademischen Berufen schlechteren Image von Ausbildungsberufen entscheiden sich Jugendliche schließlich auch wegen vermeintlich weniger attraktiven Arbeitsbedingungen sowie weniger vielversprechenden Karriereund Verdienstmöglichkeiten gegen eine Ausbildung (Fitzenberger/Leber/Schwengler 2024). Außerdem finden auch einige der Schulabgänger*innen trotz intensiver Bemühungen keinen Ausbildungsstellenplatz, weil sie die Anforderungen des Ausbildungsbetriebes nicht erfüllen. Zwischen 2014 und 2023 hat sich der Anteil der unbesetzten Stellen zum Ende eines Ausbildungsberichtsjahres im Saarland von 8 Prozent auf 13 Prozent erhöht, was für 2023 eine Anzahl von ca. 5.700 gemeldeten unbesetzten Ausbildungsstellen bedeutet. Gleichzeitig erhalten aber auch viele junge Menschen kein Ausbildungsangebot. Die Gruppe lässt sich für das Saarland auf ca. 4.900 unversorgte Bewerber*innen beziffern. Schon heute reicht somit die Zahl der Bewerber*innen, die sich an die Bundesagentur für Arbeit wenden, rein quantitativ nicht mehr aus, um die gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen zu besetzen. Die Differenz zwischen der Zahl der Bewerbungen und der gemeldeten Ausbildungsstellen zeigt zunehmende Passungsprobleme zwischen regionalem, qualifikatorischem Angebot und Bedarf der Betriebe sowie Divergenzen bei Berufswünschen und angebotenen Ausbildungsstellen. Die zunehmenden Passungsprobleme zeigen sich teilweise sicher auch in der steigenden Zahl der Personen zwischen 20 und 34 Jahren, die ohne Berufsabschluss bleiben. Diese Gruppe hat sich in Deutschland von 1,9 Mio. im Jahr 2015 auf 2,9 Mio. im Jahr 2022 vergrößert, was einem Anteil von 19 Prozent dieser Altersgruppe entspricht (BMBF 2024). Im Saarland liegt dieser Anteil mit ungefähr 20 Prozent etwa 1 Prozentpunkt über dem Bundesdurchschnitt. Auch ein mangelndes Ausbildungsplatzangebot und die fehlende Chance, sich überhaupt für eine (gewünschte) Ausbildung zu bewerben, kann zu Ausbildungslosigkeit führen. Eine Studie zeigt einen negativen Zusammenhang zwischen der Höhe des Ausbildungsplatzangebots und der Anzahl von Jugendlichen, die nicht in Ausbildung oder Beschäftigung sind (NEETs) (Risius/Herzer/Arndt 2024): Je weniger Ausbildungsplätze in einer Region pro Ausbildungsbewerber*in bereitstehen, umso größer ist die Zahl der NEETs (Schnelle/Wieland, 2024). Ein fehlender Berufsabschluss hat nachhaltige Folgen für die jungen Menschen selbst, weil Erwerbskarrieren unsteter, mit häufigen Phasen von Arbeitslosigkeit verlaufen und die Verdienste geringer sind (Bertelsmann Stiftung 2022; Patzina/Wydra-Somaggio 2021). So lag 2023 die Arbeitslosenquote derjenigen ohne Berufsabschluss bei knapp 21 Prozent und damit viermal
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 6 so hoch wie die durchschnittliche Arbeitslosenquote (Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2024a). Seit 2022 steigt die Jugendarbeitslosigkeit. Besonders betroffen sind vor allem die unter 25-Jährigen ohne Berufsabschluss (Seibert 2025). Dies zeigt, dass vor allem ungelernte Personen in konjunkturell schwächeren Phasen Schwierigkeiten haben, in Beschäftigung zu kommen bzw. in dieser zu verbleiben. Zudem ist ein hoher Anteil an Menschen ohne Berufsabschluss mit negativen Folgen für die Gesellschaft verbunden, da das ohnehin durch den demografischen Wandel geringer werdende Erwerbsbzw. Fachkräftepotenzial nicht ausgeschöpft und das Sozialversicherungssystem weiter belastet wird. Trotz des steigenden Anteils an jungen Menschen ohne Berufsabschluss ist auch eine steigende Erwerbsbeteiligung unter den Jüngeren zu erkennen. Nach Hellwagner und Weber (2025) gehen im Jahr 2023 75 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren einer Erwerbsarbeit nach. 2015 waren es noch sechs Prozentpunkte weniger. Gründe hierfür sind, so Hellwagner und Weber (2025) weiter, dass die Hochschulabsolvent*innen jünger sind und damit früher in das Erwerbsleben einsteigen. Zwischen 2015 und 2023 hat der Anteil der Jüngeren in Vollzeit leicht zugenommen. Der eigentliche Grund könnte aber darin liegen, dass aktuell mehr Studierende arbeiten gehen, was den Anstieg bei den Teilzeitjobs – zwischen 2015 und 2023 von 20,4 auf 24,9 Prozent – erklärt. In diesem Bericht wollen wir Personen genauer untersuchen, die mit einer Beschäftigung ins Erwerbsleben starten, ohne zuvor einen Berufsabschluss erworben zu haben. Ziel ist es, zwischen Personen zu differenzieren, die die Beschäftigung als Orientierungsphase nutzen, um eine berufliche Qualifikation zu erlangen und jenen, die aus verschiedenen Gründen längerfristig weder eine Ausbildung noch ein Studium abschließen und somit ohne berufliche Qualifikation bleiben. Letztere stehen damit als potenzielle Fachkräfte dem Arbeitsmarkt dauerhaft nicht zur Verfügung. Zudem untersuchen wir die unterschiedlichen Werdegänge vor und nach der ersten Beschäftigung und vergleichen sie mit allen Personen bis 25 Jahre. Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, wie groß das nicht ausgeschöpfte Fachkräftepotenzial von jungen Menschen beim Arbeitsmarkteinstieg im Saarland ist und welche Personen sich dahinter verbergen. In Kapitel 2 wird zunächst die Datengrundlage beschrieben und der untersuchte Personenkreis eingegrenzt. Kapitel 3 beschreibt die Erwerbsbiografien vor der ersten sv-Beschäftigung, die Merkmalsstruktur der ungelernten jungen Erwachsenen sowie den weiteren Erwerbsverlauf der jungen Menschen, die ihren Arbeitsmarkteinstieg ohne Berufsabschluss bewältigen. In Kapitel 4 werden verschiedene Erwerbsverlaufsmuster identifiziert und untersucht, welche zu einer Erhöhung des Fachkräftepotenzials führen. Kapitel 5 schließt mit einem Fazit.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 7 2 Datengrundlage und Eingrenzung des Personenkreises Grundlage für die Auswertungen zu den Erwerbsverläufen von jungen Menschen bilden die Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB). Die IEB führen Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit aus verschiedenen Datenquellen wie die Beschäftigtenhistorik, Arbeitslosendaten, Maßnahmendaten sowie Daten aus der Arbeitsuchendenstatistik zusammen. Somit sind tagesgenaue Angaben für Personen u. a. zu sozialversicherungspflichtiger und geringfügiger Beschäftigung, zum ausgeübten Beruf, Wirtschaftszweig sowie Zeiten der Arbeitslosigkeit, zum Entgelt, dem Arbeitsort, Alter, Geschlecht, der Nationalität und weitere Merkmale enthalten. Mit Hilfe der IEB können somit Erwerbsverläufe auf Personenebene nachvollzogen werden. Die Beschreibung der Strukturmerkmale der begonnenen Beschäftigungsverhältnisse beruht ebenfalls auf Auswertungen der IEB. Für unsere Auswertungen verwenden wir eine repräsentative 10 %- Stichprobe der IEB. Damit bestimmen wir durch Hochrechnung das nicht ausgeschöpfte Fachkräftepotenzial unter jungen Menschen im Saarland. In einem ersten Schritt werden anhand der IEB alle Personen im Alter von höchstens 25 Jahren identifiziert, die im Zeitraum zwischen 2013 und 2022, dem aktuellen Datenrand der IEB, eine erste sozialversicherungspflichtige Beschäftigung1 beginnen, ohne dass sie (den Angaben aus der Arbeitgebermeldung gemäß) vorher einen beruflichen Abschluss erlangt haben. Zur Zielgruppe gehören sowohl Personen, die direkt den Übergang von der Schule in Beschäftigung wählen und auf diese Weise Ausbildungschancen verpassen wie auch Personen, die eine Ausbildung beginnen, aber nicht erfolgreich abschließen. Der Wohnoder Arbeitsort der jungen Menschen muss sich zum Zeitpunkt der ersten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Saarland befinden. Auf diese Weise haben wir zunächst rund 46.150 Personen identifiziert, die vorläufig zur Untersuchungspopulation gehören. 1 Sozialversicherungspflichtige Ausbildungsverhältnisse werden nicht betrachtet.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 8 Abbildung 1: Eingrenzung des Personenkreises Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB Ein erheblicher Teil dieser Population gehört jedoch nicht im engeren Sinne zur interessierenden Untersuchungseinheit, da es sich um Beschäftigungsaufnahmen im Rahmen eines freiwilligen sozialen/ökologischen Jahres (etwa 10.000 Personen), um Werkstudent*innen (ca. 7.620) oder Praktikant*innen (ca. 3.700) handelt. Für diese jungen Menschen wird unterstellt, dass die genannten – in der Regel zeitlich befristeten – Phasen u. a. auch der beruflichen Orientierung dienen und sich Qualifizierungen mit hoher Wahrscheinlichkeit anschließen (so auch zu finden in Bundesministerium für Bildung und Forschung 2024). Nachdem wir die genannten drei Gruppen aus der Untersuchungsgruppe ausgeschlossen haben, ergeben sich ca. 23.700 Personen, die für die nähere Betrachtung in Frage kommen.2 Um zu verhindern, dass sich hierunter Personen befinden, für die lediglich versäumt wurde, im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung Angaben über erfolgte Ausbildungsabschlüsse zu machen, wurde eine weitere Plausibilitätsprüfung vorgenommen: Junge Menschen, die im Vorfeld ihrer ersten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Ausbildungszeiten von mehr als zwei Jahren aufweisen, wurden nicht zur Untersuchungspopulation gezählt; es sei denn, sie üben in ihrer ersten Beschäftigung lediglich Helfertätigkeiten aus, die in der Regel keinen Ausbildungsabschluss voraussetzen. Im Ergebnis gehören nach den vorgenommenen Abgrenzungen rund 20.900 junge Menschen in die Kerngruppe unserer 2 Ebenfalls nicht mehr berücksichtigt werden Personen, die bspw. als Familienangehörige in der Landwirtschaft tätig sind oder Menschen mit Behinderung.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 15 Bei der Aufnahme der ersten Beschäftigung sind junge Menschen ohne Berufsabschluss im Durchschnitt etwas jünger als die jungen Menschen insgesamt, zu denen auch Personen mit Abschlüssen zählen. Das ist nicht weiter überraschend, da Studienoder Ausbildungszeiten, die erfolgreich beendet werden, länger andauern und damit den Einstieg in den Arbeitsmarkt verzögern. Deutlich größere Unterschiede lassen sich jedoch im Hinblick auf die schulische Vorbildung erkennen. Der Anteil der Ungelernten, die eine mittlere Reife erreicht haben, ist mit ungefähr 26 Prozent deutlich geringer als bei den Beschäftigungsaufnahmen in dieser Altersgruppe insgesamt, wohingegen der Anteil an Personen mit (Fach-) Hochschulreife mit 45 Prozent deutlich über dem aller Beschäftigter liegt. Dies könnte einer Studie zu Folge daran liegen, dass insbesondere die Teilzeitbeschäftigung unter jungen Erwachsenen bis zum Alter von 24 Jahren zugenommen hat. Dieser Anstieg dürfte, nach Hellwagner und Weber (2025) insbesondere dem steigenden Anteil an Studierenden mit Nebenjob geschuldet sein. Diese Personen erwerben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen formalen Abschluss. Ihr Fachkräftepotenzial kann künftig genutzt werden. Darüber hinaus steigen junge Menschen ohne Berufsabschluss erwartungsgemäß häufiger auf dem Helfer*innenniveau ein. Um diese Art der Tätigkeit auszuüben, benötigt man in der Regel keinen qualifizierten Berufsabschluss. Der Unterschied zu allen Beschäftigten beträgt 38 Prozentpunkte. Dagegen beginnen junge Menschen ohne Berufsabschluss sehr viel seltener eine Beschäftigung als Fachkraft. Hier ist die Differenz 31 Prozentpunkte. Tätigkeiten auf Fachkraftniveau benötigen normalerweise mindestens einen Abschluss einer dualen oder schulischen Berufsausbildung. Dies zeigt, um eine qualifizierte Tätigkeit ausüben zu können, ist ein Berufsabschluss unerlässlich. Die großen Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Anforderungsniveaus der ersten Beschäftigung belegen das hohe nicht genutzte Potenzial auf Seiten der Ungelernten. Auch ein Blick auf die Berufe, in denen die jungen Menschen tätig sind, lassen Unterschiede zwischen denjenigen ohne Berufsabschluss und allen Personen in dieser Altersgruppe erkennen. Die zehn Berufe, die von jungen Männern ohne Abschluss und allen Männern dieser Altersgruppe am häufigsten ausgeübt werden, sind in Abbildung 5 dargestellt.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 16 Abbildung 5: Top10-Berufe der ersten Beschäftigungsaufnahmen von Männern im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB 22,1 17,0 8,9 7,5 6,4 4,5 4,1 3,1 2,7 2,5 24 Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbauberufe 51 Verkehrsund Logistikberufe (außer Fahrzeugführung) 25 Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe 29 Lebensmittelherstellung und -verarbeitung 62 Verkaufsberufe 71 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 32 Hochund Tiefbauberufe 26 Mechatronik-, Energieund Elektroberufe 63 Tourismus-, Hotelund Gaststättenberufe 22 Kunststoffherstellung und -verarbeitung, Holzbeund -verarbeitung 14,7 13,5 10,6 6,1 5,6 4,8 4,3 4,0 3,6 2,8 24 Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbauberufe 25 Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe 51 Verkehrsund Logistikberufe (außer Fahrzeugführung) 26 Mechatronik-, Energieund Elektroberufe 62 Verkaufsberufe 29 Lebensmittelherstellung und -verarbeitung 32 Hochund Tiefbauberufe 71 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 34 Gebäudeund versorgungstechnische Berufe 22 Kunststoffherstellung und -verarbeitung, Holzbeund -verarbeitung Junge Männer ohne Berufsabschluss Alle jungen Männer
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 17 Abbildung 5 verdeutlicht, dass sich die Berufswahl der ungelernten jungen Männer kaum von der aller jungen Männer unterscheidet. Jedoch nehmen die Berufe für die beiden Personengruppen verschiedene Rangfolgen ein. Zudem konzentrieren sich die Ungelernten auf weniger Berufe als die Beschäftigten dieser Altersgruppe insgesamt. Am häufigsten sind sowohl die ungelernten jungen Männer wie auch alle jungen Männer in der Metallerzeugung und -bearbeitung/Metallberufe tätig. Die Ungelernten nehmen deutlich häufiger in diesem Bereich ihre erste sv-Beschäftigung auf als alle jungen Männer (22 % vs. 15 %). Am zweithäufigsten werden Beschäftigungsverhältnisse von jungen Menschen ohne Berufsabschluss in den Verkehrsund Logistikberufen aufgenommen (17 %), gefolgt von Maschinenund Fahrzeugtechnikberufen (ca. 9 %). Die Rangfolge der Berufe, die am zweitbzw. dritthäufigsten von allen jungen Männern als Einstiegsberuf ausgeübt werden, ist im Vergleich zu den Ungelernten vertauscht. Auffällig ist, dass von den ausgeübten Berufen der Ungelernten einige zu den im Durchschnitt gut entlohnten Berufen gehören, wie die Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe, die Metallberufe und die Mechatronik-, Energieund Elektroberufe. In diesen (mit Ausnahme der Metallberufe) sowie in den Hochund Tiefbauberufen sind Fachkräfte knapp (vgl. Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2024b). Gleichzeitig sind diese Berufe von Strukturwandelprozessen besonders betroffen: Gemäß den Projektionen von Zika et al. (2022) stehen vor allem die Berufe Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe, die Metallberufe und die Mechatronik-, Energieund Elektroberufe einer zukünftig tendenziell sinkenden Arbeitsnachfrage gegenüber, im letztgenannten Beruf mit einer weiter steigenden Fachkräftelücke.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 18 Abbildung 6: Top10-Berufe der Beschäftigungsaufnahmen von Frauen im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB 18,9 14,0 12,3 10,2 7,3 4,7 4,5 4,4 4,0 2,9 81 Medizinische Gesundheitsberufe 62 Verkaufsberufe 71 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 83 Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie 82 Nichtmedizinische Gesundheits-, Körperpflege- /Wellnessberufe, Medizintechnik 51 Verkehrsund Logistikberufe (außer Fahrzeugführung) 63 Tourismus-, Hotelund Gaststättenberufe 73 Berufe in Recht und Verwaltung 72 Berufe in Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung 29 Lebensmittelherstellung und -verarbeitung 23,7 11,1 9,4 6,5 6,4 6,2 6,0 5,6 4,5 3,9 62 Verkaufsberufe 71 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 51 Verkehrsund Logistikberufe (außer Fahrzeugführung) 29 Lebensmittelherstellung und -verarbeitung 24 Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbauberufe 25 Maschinenund Fahrzeugtechnikberufe 63 Tourismus-, Hotelund Gaststättenberufe 83 Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie 81 Medizinische Gesundheitsberufe 82 Nichtmedizinische Gesundheits-, KörperpflegeWellnessberufe, Medizintechnik Junge Frauen ohne Berufsabschluss Alle jungen Frauen
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 19 Die Berufswahl der ungelernten Frauen im Vergleich zum Einstiegsberuf aller jungen Frauen variiert nur geringfügig stärker als die der Männer (Abbildung 6). Zwei der zehn am häufigsten ausgeübten Berufe unterscheiden sich, bei den Männern ist es einer. Knapp ein Viertel der ungelernten Frauen arbeitet in einem Verkaufsberuf, immerhin 11 Prozent in Berufen der Unternehmensführung und - organisation. Dagegen sind in den medizinischen Gesundheitsberufen die meisten aller Frauen tätig (19 %), gefolgt von den Verkaufsberufen (14 %) und Berufen in der Unternehmensführung und -organisation (12 %). Die Berufswahl der Frauen beschränkt sich anders als bei den Männern auf wenige Berufe. Auf die Top-Drei Berufe konzentrieren sich ca. 45 Prozent der Frauen, unabhängig davon, ob ein Berufsabschluss vorhanden ist oder nicht. Ein Blick auf die Wirtschaftszweige, in denen die erste Beschäftigung aufgenommen wird, zeigt ebenfalls Unterschiede. Die Konzentration auf wenige Wirtschaftszweige ist unter den Ungelernten ausgeprägter als unter allen jungen Menschen.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 20 Abbildung 7: Top10-Wirtschaftszweige der Beschäftigungsaufnahmen im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB Junge Menschen ohne Berufsabschluss Alle jungen Menschen 27,5 12,5 6,2 5,5 3,6 3,2 2,9 2,6 2,6 2,3 78 Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 29 Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 56 Gastronomie 43 Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 53 Post-, Kurierund Expressdienste 24 Metallerzeugung und -bearbeitung 82 Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g. 87 Heime (ohne Erholungsund Ferienheime) 86 Gesundheitswesen 10,3 8,7 6,7 5,4 5,4 3,9 3,9 3,8 3,2 3,2 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 86 Gesundheitswesen 78 Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften 29 Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 43 Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 84 Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 46 Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 56 Gastronomie 25 Herstellung von Metallerzeugnissen 87 Heime (ohne Erholungsund Ferienheime)
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 21 Wie aus Abbildung 7 hervorgeht, nahmen die meisten jungen Menschen ohne Berufsabschluss eine Beschäftigung in der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (knapp 28 %) auf, dicht gefolgt vom Einzelhandel (knapp 13%). Im Vergleich hierzu nutzen lediglich rund sieben Prozent aller jungen Menschen die Zeitarbeit für den Arbeitsmarkteinstieg. Dieser Unterschied zeigt, dass die Arbeitsnehmerüberlassung eine wichtige Zielbranche für ungelernte Menschen darstellt, da sie ermöglicht, schnell und einfach in den Arbeitsmarkt einzutreten. Allerdings sind die Beschäftigungsverhältnisse selten von langer Dauer und zudem weniger stabil, da sich bspw. bei konjunkturellen Eintrübungen Unternehmen zuerst von den Zeitarbeitenden trennen. Außerdem lassen sich Ungelernte von den Betrieben leichter ersetzen, was ebenfalls kürzere und instabilere Beschäftigungsverhältnisse bedeutet. So haben Studien gezeigt, dass bspw. während der Covid-19-Pandemie der Rückgang der Arbeitsnachfrage vor allem zu Lasten von Helfertätigkeiten ging (Kubis/Popp 2021). Abbildung 8 stellt die Dauer der ersten Beschäftigungsverhältnisse der jungen Menschen ohne Berufsabschluss dar und stellt sie der aller jungen Menschen gegenüber. Abbildung 8: Dauer des ersten Beschäftigungsverhältnisses von jungen Menschen ohne Berufsabschluss und von allen jungen Menschen in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB Rund zwei Drittel der zwischen 2013 und 2022 aufgenommenen Beschäftigungen von Personen ohne Berufsabschluss dauern maximal ein halbes Jahr (180 Tage) an. Das ist relativ kurz verglichen mit den Beschäftigungsdauern aller Personen dieser Altersgruppe. In dieser Gruppe ist lediglich jede*r Sechste weniger als 6 Monate beschäftigt. Daran schließt sich die Frage an, warum die Beschäftigungsdauern der jungen Menschen ohne Berufsabschluss so kurz ausfallen? Fällt die erste Beschäftigung deswegen kürzer aus, weil sich für einen Teil der Ungelernten möglicherweise Aufstiegschancen in anderen Bereichen ergeben, weil bspw. berufliche Abschlüsse noch nachgeholt werden? 19,1 16,8 29,5 16,7 8,3 2,9 1,8 1,1 3,8 1,7 2,8 12,3 29,9 21,7 11,6 7,8 6,3 5,9 1-30 Tage 31-60 Tage 61-180 Tage 181-365 Tage 1 bis unt er 2 Jahre 2 bis unt er 3 Jahre 3 bis unt er 4 Jahre 4 bis unt er 5 Jahre 5 oder mehr Jahre junge Menschen ohne Berufsabschluss alle Beschäftigte
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 22 3.3 Weiterer Erwerbsverlauf Um die Gründe für die kürzeren Beschäftigungsdauern identifizieren zu können, gehen wir nun folgenden Fragen nach der weiteren Erwerbskarriere nach: – Verbringen junge Menschen ohne Berufsabschluss nach ihrer ersten Beschäftigung Zeiten in Ausbildung und wie viele erwerben bis zum Alter von 35 Jahren doch noch einen Berufsabschluss? Würde ein formaler Abschluss einigen von ihnen noch gelingen, könnte dieses Potenzial an Fachkräften zusätzlich genutzt werden? – Wie hoch ist der Anteil der jungen Menschen, die keinen Berufsabschluss erwerben, die aber dennoch im Laufe der Zeit eine Tätigkeit auf einem höheren Anforderungsniveau ausüben als beim Arbeitsmarkteintritt? Bei der Beantwortung der Frage, ob eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wird, untersuchen wir auch, inwieweit ein Zusammenhang zwischen dem erfolgreichen Nachholen eines Berufsabschlusses und einem Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit besteht. Schließlich wird gezeigt, ob die jungen Menschen vor der Aufnahme der ersten Beschäftigung bzw. während der ersten Beschäftigung in Kontakt mit der BA standen und wie lange für diese die Beschäftigungsverhältnisse andauern. Für die nachfolgenden Untersuchungen betrachten wir junge Menschen ohne Berufsabschluss, die zwischen dem 1.1.2013 und 31.12.2017 eine Beschäftigung aufnehmen, ohne zuvor einen Berufsabschluss erworben zu haben. Mit dieser Einschränkung des Zeitraums können wir die Erwerbstatus von Personen zwischen fünf und zehn Jahren nach Beschäftigungsaufnahme bzw. nach dem ersten Erscheinen in unseren Daten verfolgen. Hochgerechnet auf die tatsächliche Untersuchungspopulation betrachten wir nunmehr 11.000 junge Menschen, die in dem Zeitraum in das Erwerbsleben ohne Berufsabschluss gestartet sind. 3.3.1 Erwerb eines Berufsabschlusses und Dauer einer weiteren Beschäftigung Für die meisten jungen Menschen ohne Berufsabschluss folgt nach der ersten Beschäftigung eine weitere sv-Beschäftigung, die im Durchschnitt länger als die erste ist. Dauert im Durchschnitt die erste Beschäftigung zwischen 61 und 180 Tage, erreicht die darauffolgende Beschäftigung im Durchschnitt eine Dauer zwischen 180 und 365 Tagen (siehe Abbildung A1 im Anhang). Viele dieser Menschen ohne Berufsabschluss (knapp 40 %) durchlaufen jedoch auch im weiteren Erwerbsverlauf eine Ausbildung, die bei knapp zwei Drittel länger als zwei Jahre andauert.7 Dies könnte auf das erfolgreiche Absolvieren einer Ausbildung hindeuten. Im Folgenden wird auch geprüft, ob die jungen Menschen ohne Berufsabschluss in Kontakt zur BA gestanden sind und ob in dieser Gruppe relativ häufiger Berufsabschlüsse erworben werden als in der Gruppe ohne Kontakt zu BA. 7 Da Studienzeiten oder nichtakademische Ausbildungen außerhalb des dualen Systems (wie zum Beispiel Ausbildungen in der Logopädie oder der Physiotherapie) nicht in unseren Daten enthalten sind, fällt die oben genannte Gruppe vermutlich noch größer aus.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 23 Abbildung 9: Anteil von Ausbildungsabschlüssen differenziert nach Kontaktarten Untersuchungssample 2013 bis 2017, Anteile in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB Insgesamt schaffen 27 Prozent der jungen Menschen, die zwischen 2013 und 2017 ohne Berufsabschluss mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den Arbeitsmarkt starteten, im Nachhinein einen Berufsabschluss, 12 Prozent erlangen einen akademischen Grad (vgl. Abbildung 9). Besteht ein Kontakt zur BA vor der ersten Beschäftigung, der weniger lang ausfällt als die mittlere Dauer (559 Tage), schaffen in dieser Gruppe anteilig ungefähr 6 Prozentpunkte mehr junge Menschen einen nicht-akademischen Berufsabschluss als ohne Kontakt. Bei längeren Kontaktdauern zeigt sich ein leicht höherer Anteil mit erfolgreichem Berufsabschluss im Vergleich zu der Gruppe ohne Kontakt zur BA. Dies könnte der Tatsache geschuldet sein, dass ein längerer Kontakt zur BA meist mit Schwierigkeiten der Jugendlichen verbunden ist, einen Ausbildungsplatz zu bekommen bzw. die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Dagegen liegt der Anteil der Personen, die einen dualen Berufsabschluss erworben haben und Kontakt zur BA während der ersten Beschäftigung haben, knapp 3 Prozentpunkte unter dem Anteil derjenigen ohne Kontakt zur BA. Jedoch liegt der Anteil an Personen ohne Kontakt zur BA, die erfolgreich einen Berufsabschluss erworben haben, nur leicht über dem Durchschnitt. Gibt es während der ersten Beschäftigung keinen Kontakt zur BA, können ungefähr 14 Prozent einen akademischen Abschluss erzielen. Junge Menschen, die eine sv-Beschäftigung aufnehmen, ohne zuvor einen Berufsabschluss erworben zu haben, tun dies aus unterschiedlichen Gründen. Einerseits nutzen viele Personen die Aufnahme einer Beschäftigung als Orientierungsphase für den weiteren Bildungsweg. Diesem 39,2 39,4 32,7 44,4 40,1 38,9 26,9 25,7 31,6 27,5 24,9 27,6 11,8 15,7 4,1 2,3 5,6 13,8 22,1 19,1 31,6 25,7 29,4 19,7 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 0 Tage bis Median über Median ja nein Insgesamt Kontakt zur BA vor erster svB Kontakt zur BA während erster svB weiter ohne Berufsausbildung mit Berufsausbildung Studium keine Angabe
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 24 folgt nicht selten ein erfolgreicher Berufsabschluss oder ein akademischer Abschluss. Untermauert werden kann dies durch den hohen Anteil an akademischen Abschlüssen für diejenigen, die keinen Kontakt zur BA hatten. Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese schon bei der Aufnahme der ersten Beschäftigung ein Studium geplant bzw. die erste Beschäftigung zum Anlass genommen haben, sich beruflich auch im Hinblick auf die Studienfachwahl zu orientieren. Andererseits zeigen die Ergebnisse auch, dass viele Personen scheinbar große Schwierigkeiten beim Arbeitsmarkteinstieg haben und deshalb besonders lang in Kontakt zur BA stehen und intensive Beratung benötigen. Nach Biermeier et al. (2022) sind beständige Kontakte und ausreichend Zeit Voraussetzungen, um mit bildungsfernen Jugendlichen Perspektiven für einen nachhaltigen Arbeitsmarktbzw. Ausbildungseinstieg zu erarbeiten. Von 39 Prozent der jungen Menschen, die ohne Berufsabschluss mit einer svBeschäftigung ihre Erwerbskarriere starten und bis zum Alter von 35 Jahren auch keinen Berufsabschluss erwerben, bleibt das Fachkräftepotenzial ungenutzt. Das sind rund 4.300 junge Menschen bzw. knapp 6 Prozent der Schulabgänger*innen im Zeitraum zwischen 2013 und 2017. Eine erfolgreiche Qualifizierung dieser jungen Menschen könnte einen bedeutenden Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Der Aufund Ausbau beruflicher Kompetenzen zählt neben der Einwanderung von Fachkräften und der Erhöhung der Erwerbsbeteiligung respektive des Arbeitszeitvolumens auch quantitativ zu den wichtigsten Hebeln zur Gewinnung von Fachkräften. Daher stellt sich die Frage, ob sich die Beschäftigungsdauern der jungen Personen, die im Nachhinein einen beruflichen Abschluss erwerben, gegenüber denjenigen, denen es nicht gelingt, einen Abschluss zu erwerben, unterscheiden? Abbildung 10 zeigt die Dauer der weiteren Beschäftigung danach, ob ein beruflicher Abschluss erworben wurde und differenziert zudem danach, ob ein Kontakt zur BA vor bzw. während der ersten Beschäftigung bestanden hat.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 31 zwischen 18 und 20 Jahren (47 %). 64 Prozent der betrachteten Personen sind Männer und 93 Prozent besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Die meisten in diesem Cluster besitzen eine Hochschulreife (42 %). Darüber hinaus ist der Anteil mit Hauptschulabschluss und mittlerer Reife ähnlich hoch (jeweils ungefähr 28 %). 51 Prozent der jungen Menschen, die diesem Cluster zugeordnet werden, erlangen im Betrachtungszeitraum einen Ausbildungsabschluss. Das ist der höchste Anteil im Vergleich zu den anderen Clustern. Dieses Cluster umfasst somit vor allem Personen, die über Umwege verzögert in eine Ausbildung einmünden und den (nichtakademischen) Berufsabschluss noch verspätet nachholen. Cluster 5 ist geprägt von Erwerbsverläufen außerhalb des Arbeitsmarktes und mit einem gewissen Anteil mit langer Verweildauer in svbzw. geringfügiger Beschäftigung. Mit 2.080 jungen Menschen (19 %) ist dies das zweitgrößte Cluster. Der hohe Anteil an jungen Menschen in geringfügiger Beschäftigung geht im Laufe des zeitlichen Analyserahmens etwas zurück. Gegen Ende der Beobachtungszeit erhöht sich der Anteil der Personen, die sich außerhalb des Arbeitsmarktes befinden, ebenso wie der Anteil in Ausbildung und sonstiger Beschäftigung. Etwas über 43 Prozent der jungen Menschen sind zwischen 18 und 20 Jahren. Es sind mehr Männer als Frauen in diesem Cluster (Männer: 56 %; Frauen: 44 %). Mit 63 Prozent verfügt ein relativ hoher Anteil an jungen Menschen über die Hochschulreife, was auch hier in Zusammenhang mit dem hohen Anteil an jungen Menschen stehen könnte, die im Betrachtungszeitraum einen formalen Abschluss nachholen. 22 Prozent der Personen, die diesem Cluster zugeordnet werden, erlangen im Beobachtungszeitraum einen Studienabschluss. Das entspricht dem zweithöchsten Anteil gegenüber den anderen Clustern. Auch dieses Cluster, wie Cluster 3 und 4, ist geprägt von Personen, die einen Bildungsabschluss nach anfänglicher Orientierungsphase erwerben. Cluster 6: Dieses Cluster ist geprägt von Erwerbsverläufen außerhalb des Arbeitsmarktes. 1380 Personen sind diesem Cluster zugeordnet, was einem Anteil von 13 Prozent von allen Personen im Untersuchungssample entspricht. Dies ist damit das zweitkleinste Cluster. Im Gegensatz zu Cluster 5 beginnen die Erwerbsverläufe fast ausschließlich mit einer svBeschäftigung als ersten IEB-Eintrag, die von sehr kurzer Dauer ist. Etwas über die Hälfte der jungen Menschen ist zwischen 18 und 20 Jahre. Es sind deutlich mehr Männer als Frauen in diesem Cluster (Männer: 72 %; Frauen: 28 %). Über die Hälfte der jungen Menschen besitzt eine EU-Staatsbürgerschaft. Zwar ist auch hier der Anteil mit Hochschulreife relativ hoch (43 %), aber im Gegensatz zu Cluster 5 ist auch der Anteil der Personen mit Hauptschulabschluss sehr hoch (41 %). Der Anteil der Personen, die diesem Cluster zugeordnet werden und im Beobachtungszeitraum einen dualen bzw. Studienabschluss erlangen, ist der geringste von allen Clustern (10 %). Wie in Cluster 2 ist auch dieses Cluster von Personen geprägt, die verlorenes Fachkräftepotenzial bergen. Im Unterschied zu Cluster 2 sind hier Personen zugeordnet, die überhaupt nicht auf dem Arbeitsmarkt und damit auch schwer für Agenturen zu greifen sind. Die Clusteranalyse zeigt, dass vor allem Personen mit höheren Schulabschlüssen und Erwerbsverlaufsmustern, die von langen Phasen in geringfügiger Beschäftigung sowie von Phasen außerhalb des Arbeitsmarktes geprägt sind (Cluster 3, 4 und 5), Fachkräftepotenzial bergen, weil in vielen Fällen formale Qualifikationen verzögert nachgeholt werden. Erwerbsverlaufsmuster, die hauptsächlich von Zeiten in sv-Beschäftigung und heterogenen
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 32 Arbeitsmarktverläufen (Cluster 1 und 2) bzw. keine Erwerbsverläufe zu beobachten sind, weil sich die Personen außerhalb des Arbeitsmarktes befinden (Cluster 6), geprägt sind, führen selten zu Berufsabschlüssen. Sie beschreiben Personen, deren Fachkräftepotenzial längerfristig nicht genutzt wird und somit nachhaltig verloren geht. 5 Fazit Aufgrund des demografischen Wandels werden in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt austreten, die rein quantitativ von den jüngeren kleineren Jahrgängen nicht ersetzt werden können. Zu dieser Arbeitskräftelücke kommt die Fachkräftelücke, die sich in den nächsten Jahren vergrößern wird (Schneemann et al. 2025), wenn die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt und die Ausbildungslosigkeit weiter zunehmen. Daher hat die Untersuchung zum Ziel, das Potenzial von jungen Menschen, die langfristig ohne formalen Berufsabschluss bleiben, für das Saarland zu quantifizieren. Zwischen 2013 und 2022 nahmen im Saarland ungefähr 76.000 junge Menschen eine svBeschäftigung auf, ohne zuvor einen beruflichen Abschluss erworben zu haben. Das entspricht einem Anteil von 16 Prozent der Schulabgänger*innen in diesem Zeitraum. Dabei zeigt sich, dass die Erwerbsbiografien vor der ersten Beschäftigung sehr vielseitig sind. In etwas mehr als 39 Prozent der Fälle führen die Erwerbsverläufe zu einem Bildungsabschluss (nichtakademischen oder akademischen Abschluss). Dies zeigt, dass viele junge Menschen die svBeschäftigung vor einem erfolgreichen Berufsabschluss mutmaßlich als beruflichen Orientierung nutzen. Immerhin 39 Prozent der jungen Menschen bleiben auch weiterhin (bis 2022) ohne Berufsabschluss. Im Saarland betrifft dies 430 junge Menschen, die zwischen 2013 und 2017 eine sv-Beschäftigung aufgenommen haben. Dies ist die Größenordnung des Fachkräftepotenzials, das auf absehbare Zeit nicht ausgeschöpft wird und verloren geht. Eine anschließende Clusteranalyse zeigt ein hohes Risiko langfristiger Ausbildungslosigkeit für Personen mit direktem Einstieg in Beschäftigung nach Schulabschluss, die längere Zeit in diesem Arbeitsmarktstatus verbleiben. Überwiegend Männer, nicht-deutsche Personen und Personen mit Hauptschulabschluss gehören zu dem Fachkräftepotenzial, das längerfristig nicht genutzt wird. Diese Personen haben häufig stark heterogene Arbeitsmarktbiografien, teilweise mit längeren Phasen in Maßnahmen der BA oder in Arbeitslosigkeit. Damit das Fachkräftepotenzial nicht langfristig ungenutzt bleibt, gilt es gerade die Personen, die keinen beruflichen Abschluss erwerben, aber dennoch sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, zu adressieren. Sie zu motivieren und ihnen aufzuzeigen, welche Karriereperspektiven sich mit einem nachgeholten Abschluss ergeben, könnte Erfolg versprechen. Personen mit heterogenen Arbeitsmarktbiografien können verstärkt Schwierigkeiten bei nachhaltigen, wie auch häufigen (nahtlosen) Jobwechseln haben. Diese bedürfen einer intensiven Betreuung, unter anderem durch die BA. Unsere Analysen haben gezeigt, dass eine Unterstützung durch die BA häufiger mit dem Nachholen eines Berufsabschlusses einhergeht sowie mit stabileren Beschäftigungen.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 33 Werden berufliche Abschlüsse nicht nachgeholt, ist dies sowohl für die jungen Menschen als auch für die Betriebe von Nachteil: Eine Einstellung als Fachkraft kann für Ungelernte kurzfristig zwar finanzielle Anreize bieten. Aus Sicht der gesamten Erwerbskarriere erzielen Personen ohne beruflichen Abschluss aber die geringsten Entgelte (Stüber 2022). Weiterer Nachteil für die Person, aber auch für die Betriebe, ist die geringe berufliche und betriebliche Mobilität. Ungelernte erwerben häufig spezifisches Wissen, das möglicherweise aufgrund des Strukturwandels zukünftig nicht mehr im selben Umfang benötigt wird. Wenn die ungelernte Person arbeitslos wird, kann sie nur schwer wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, da der technologische Wandel immer schnellere Anpassungen von Kompetenzen erfordert, wodurch Arbeitslose und Ungelernte schneller als zu früheren Zeiten abgehängt werden.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 34 Literatur Bertelsmann Stiftung (2022): Berufsabschluss durch Weiterbildung. Zur Wirksamkeit beruflicher Nachqualifizierung. DOI: 10.11586/2022049 Biermeier, Sandra; Dietz, Martin; Dony, Elke; Greger, Sabine; Knapp, Barbara (2022): Der nachträgliche Hauptschulabschluss: zentrale Erfolgsvoraussetzungen aus Sicht der arbeitsmarktpolitischen Praxis, IAB-Forum vom 17. Oktober 2022. DOI: 10.48720/IAB.FOO.20221017.01 Bundesministerium für Bildung und Forschung (2024): Berufsbildungsbericht. https://www.bmftr.bund.de/DE/Bildung/Ausbildung/Berufsbildungsbericht/berufsbildungsberic ht.html 1 [18.8.2025] Eckelt, Marcus; Burkard, Claudia (2022): Nachschulische Bildung in Deutschland. Zentrale Ergebnisse und bildungspolitische Einordnung. Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. DOI: 10.11586/2023095. Fitzenberger, Bernd; Ute Leber; Barbara Schwengler (2024): IAB-Betriebspanel: Rekordhoch beim Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen. (IAB-Kurzbericht 16/2024), Nürnberg, 8 S. http://dx.doi.org/10.48720/IAB.KB.2416. Hellwagner, Timon, Enzo Weber (2025): Generation Z noch ein Klischee weniger. In: IAB-Forum, H. 17.02.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250217.01. Kubis, Alexander; Popp, Martin (2021): Einbruch am Arbeitsmarkt ging zulasten von Helfertätigkeiten, In: IAB-Forum 10. Juni 2021, https://iab-forum.de/einbruch-am-arbeitsmarktging-zulasten-von-helfertaetigkeiten. https://iab-forum.de/einbruch-am-arbeitsmarkt-gingzulasten-von-helfertaetigkeiten/ [5.12.2024] Mischler, Till (2017): Die Attraktivität von Ausbildungsberufen im Handwerk. Eine empirische Studie zur beruflichen Orientierung von Jugendlichen. Berichte zur beruflichen Bildung. BiBB, Bonn. Ostermann, Kerstin (2025): Ausbildungsabbrüche im regionalen Vergleich: Die Schere geht immer weiter auseinander, In: IAB-Forum 7. Januar 2025, https://www.iabforum.de/ausbildungsabbrueche-im-regionalen-vergleich-die-schere-geht-immer-weiterauseinander/ [ 20. 5. 2025] Patzina, Alexander; Wydra-Somaggio, Gabriele (2021): Ohne Abschluss ist der Verdienst geringer und die Dauer der Beschäftigung kürzer, IAB-Kurzbericht Nr. 18/2021. Risius, Paula; Herzer, Philip; Arndt, Franziska (2024): Unternehme gehen Kompromiss bei der Azubi-Rekrutierung ein. In: IW-Kurzbericht, Nr. 58/2024, Köln. Schnelle, Caroline / Wieland, Clemens, 2024, Fakten-check NEETs 2024: Abgehängt oder nur am Abhängen, Bertelsmann. https://www.bertelsmannstiftung.de/de/publikationen/publikation/did/faktencheck-neets-2024-abgehaengt-oder-nuram-abhaengen-1 [5.12.2024] Schneemann, Christian; Bernardt, Florian; Kalinowski, Michael; Maier, Tobias; Zika, G; Wolter, Marc Ingo (2025): Auswirkungen des Strukturwandels auf die Arbeitsmarktregionen und
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 35 Bundesländer in der langen Frist – Qualifikationsund Berufsprojektion bis 2040. IABForschungsbericht Nr. 03/2025, Nürnberg, 46 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2503. Seibert, Holger (2025): Regionale Ausbildungsmärkte: Höheres Lehrstellenangebot ist verknüpft mit niedrigerer Jugendarbeitslosigkeit. IAB-Kurzbericht Nr. 05/2025. DOI:10.48720/IAB.KB.2505. Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2024a): Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten (Jahreszahlen). Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2024b): Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Fachkräfteengpassanalyse 2021. Stüber, Heiko (2022): Ein Studium garantiert nicht immer das höchste Lebensentgelt, IABKurzbericht Nr. 18/2022. Walwei, Ulrich (2021): Geringfügige Beschäftigung: Ausweiten oder Abschaffen?, IABStellungnahme Nr. 1/2021. Zika, Gerd; Bernardt, Florian; Hummel, Markus; Kalinowski, Michael; Maier, Tobias; Mönnig, Anke; Schneemann, Christian; Wolter, Marc Ingo (2022): Auswirkung des Strukturwandels für die Bundesländer in der langen Frist - Qualifikationsund Berufsprojektion bis 2040, IABForschungsbericht Nr. 22/2022.
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 36 Anhang Abbildung A1: Dauer der weiteren Erwerbsbiografien nach der ersten Beschäftigungsaufnahme von jungen Menschen ohne Berufsabschluss Untersuchungssample 2013 bis 2017, Anteile in % Quelle: 10 %-Stichprobe der Integrierten Erwerbsbiografien, eigene Berechnungen. © IAB 60,9 5,5 8,7 24,9 49,8 33,1 7,5 9,6 61,2 19,9 6,8 12,1 8,7 20,1 23,4 27,7 20,1 0 Tage 1-365 Tage 1 bis unter 2 Jahre 2 oder mehr Jahre 0 Tage 1-365 Tage 1 bis unter 2 Jahre 2 oder mehr Jahre 0 Tage 1-365 Tage 1 bis unter 2 Jahre 2 oder mehr Jahre 1-60 Tage 61-180 Tage 181-365 Tage 1 bis unter 2 Jahre 2 oder mehr Jahre Zeiten in Ausbildung Zeiten in Kontakt mit BA Zeiten in Leistungsbezug Durchschnittliche Dauer in anschließendender Beschäftigung
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 37 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Eingrenzung des Personenkreises .................................................................................. 8 Abbildung 2: Personen nach Arbeitsmarktstatus vor Beschäftigungsaufnahme als formal nicht Qualifizierte ................................................................................................................... 10 Abbildung 3: Personen mit Zeiten in Maßnahmen vor Beschäftigungsaufnahme ........................... 12 Abbildung 4: Strukturmerkmale der ersten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von allen jungen Menschen und jungen Menschen ohne Berufsabschluss im Alter bis 25 Jahre ......................................................................................................................... 14 Abbildung 5: Top10-Berufe der ersten Beschäftigungsaufnahmen von Männern im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 ................................................................................................ 16 Abbildung 6: Top10-Berufe der Beschäftigungsaufnahmen von Frauen im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 ................................................................................................................ 18 Abbildung 7: Top10-Wirtschaftszweige der Beschäftigungsaufnahmen im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 ................................................................................................................ 20 Abbildung 8: Dauer des ersten Beschäftigungsverhältnisses von jungen Menschen ohne Berufsabschluss und von allen jungen Menschen ........................................................ 21 Abbildung 9: Anteil von Ausbildungsabschlüssen differenziert nach Kontaktarten ........................ 23 Abbildung 10: Dauer der Beschäftigung in Zusammenhang mit Kontakt zur BA bzw. beruflichem Abschluss nach der ersten Beschäftigung .................................................................... 25 Abbildung 11: Erwerbsverlaufsmuster junger Menschen ohne Berufsabschluss ............................... 29 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Zeit zwischen erster erwerbsbiografischer Episode und Beschäftigungsaufnahme .. 13 Tabelle 2: Summe der Entgelte und Arbeitsmarktstatus .............................................................. 26 Tabelle 3: Anforderungsniveau der ausgeübten Tätigkeit bei erster und letzter Beschäftigung ................................................................................................................ 27 Anhangsverzeichnis Abbildung A1: Dauer der weiteren Erwerbsbiografien nach der ersten Beschäftigungsaufnahme von jungen Menschen ohne Berufsabschluss ............................................................... 36
IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 38 In der Reihe IAB-Regional Rheinland-Pfalz-Saarland zuletzt erschienen Nummer Autoren Titel 2/2025 Christian Faißt, Silke Hamann, Daniel Jahn, Markus Janser, Anne Otto, Rüdiger Wapler, Gabriele Wydra-Somaggio Beruflicher Wandel in Rheinland-Pfalz: Nimmt die Bedeutung umweltschonender Kompetenzen zu? 1/2025 Gabriele Wydra-Somaggio, Niklas Schorr Junge Menschen ohne Berufsabschluss Verborgenes Fachkräftepotenzial für Rheinland-Pfalz 2/2023 Jochen Stabler, Anne Otto, Gabriele Wydra-Somaggio, Michael Stops, Anna-Maria Kindt, Antje Weyh Kompetenz-Kompass Saarland 1/2023 Anne Otto, Gabriele Wydra-Somaggio Helfer-Shuttle für das Ahrtal nach der Flutkatastrophe 2021 - Arbeitsweise einer spontan initiierten Hilfsorganisation 4/2022 Gabriele Wydra-Somaggio, Jochen Stabler Zum Beschäftigungsbedarf in der Pflege im Saarland bis 2035: Modellrechnungen für die ambulante und stationäre Pflege Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional Saarland-Saarland“ finden Sie unter: https://iab.de/publikationen/iab-publikationsreihen/iab-regional/iab-regional-Saarlandsaarland/ Eine vollständige Liste aller Veröffentlichungen der Reihe „IAB-Regional“ finden Sie unter: https://iab.de/publikationen/iab-publikationsreihen/iab-regional/
Impressum IAB-RegionalIAB Rheinland-Pfalz-Saarland 03|2025 Veröffentlichungsdatum 22. September 2025 Herausgeber Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit Regensburger Straße 104 90478 Nürnberg Nutzungsrechte Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de Bezugsmöglichkeit https://doku.iab.de/regional/RPS/2025/regional_rps_0325.pdf Website https:/iab.de ISSN 1861-1540 DOI 10.48720/IAB.RERPS.2503 Rückfragen zum Inhalt Gabriele Wydra-Somaggio Telefon 0681-849268 E-Mail [email protected]
