Aktionsplan des FID-Netzwerks 2026-2028
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Inhaltsverzeichnis 1. Präambel ..................................................................................................................................................... 2 2. Weiterentwicklung des FID-Netzwerks .............................................................................................. 4 2.1 Governance, Netzwerkorganisation, Internationalisierung ..................................................... 4 2.2. Strategische Kommunikation ........................................................................................................ 7 2.3 Einheitliche Standards für die Indikatorik ................................................................................... 7 3. Koordination der technischen Infrastrukturen und Entwicklungen ........................................... 9 3.1 Ausbau der Strukturen für die technische Zusammenarbeit ................................................ 10 3.2 Technische Dienste / Basisdienste ............................................................................................. 10 3.3. Innovation ........................................................................................................................................... 11 4. Spezifische Handlungsfelder .............................................................................................................. 12 4.1. Erwerbungsprofile: Akquise und Bereitstellung von Print- & E-Medien ........................... 12 FID Erwerbungsprofile ............................................................................................................................ 13 4.2. Erschließung & Datenqualität ....................................................................................................... 14 4.3. Open-Access-Publikationen und -Publikationsservices ....................................................... 16 4.4. Forschungsdaten & Vernetzung mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) .......................................................................................................................................................... 17 4.5. Künstliche Intelligenz ..................................................................................................................... 18 5. Anhänge .................................................................................................................................................. 20 5.1 Übersicht über die aktuell geförderten FID mit Jahr der Antragstellung in FIDplus .... 20 5.2 Übersicht über die Gremien und Einrichtungen .................................................................... 22 5.3 Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................. 22 Impressum ................................................................................................................................................... 24
2 1. Präambel Als forschungsunterstützende Infrastrukturen bieten die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) seit der Einführung des Programms 2014 eine an den Spezialbedarfen der wissenschaftlichen Disziplinen orientierte, vorrangig digitale und standortunabhängige Informationsversorgung an. Die FID sind damit ein systemrelevanter Bestandteil der nationalen Forschungsinfrastruktur und sichern den Spezialbedarf der Fächer durch Angebote, die über die der lokalen Informationsinfrastrukturen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen hinausgehen. Das FID-Netzwerk hat das Ziel, die Erfolgsgeschichte der kooperativen wissenschaftlichen Literaturund Informationsversorgung in Deutschland fortzusetzen, deren Anfänge ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen und die in der Bundesrepublik Deutschland ab 1949 mit dem ersten Sondersammelgebietsplan strukturbildend ausgestaltet wurde. Als Gesamtstruktur ist das Netzwerk der Fachinformationsdienste (FID-Netzwerk) nach der 2019 durchgeführten Programmevaluierung durch die DFG und dem anschließenden Prozess der Selbstorganisation weiterentwickelt worden. Derzeit gehören ihm 36 FID1 an, die von 38 Staats-, Universitätsund Landesbibliotheken2 sowie zahlreichen beteiligten Spezialbibliotheken, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Partnern getragen werden. Die drei Zentralen Fachbibliotheken TIB, ZB MED und ZBW sind integrale Bestandteile des FID-Netzwerks.3 Ziel des FID-Netzwerks ist es, durch eine koordinierte, transparente und nachhaltige Arbeitsteilung innerhalb der Gesamtstruktur effizienter, wirtschaftlicher und zur Erleichterung der interdisziplinären Nutzung, nach einheitlichen Standards zu arbeiten. Dabei gilt das Subsidiaritätsprinzip: Bei der Ausgestaltung der einzelnen Fachinformationsdienste stehen die Interessen der Forschung in den jeweiligen Fächern im Mittelpunkt. Dort wo es inhaltlich, technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden gemeinsame Standards und Services entwickelt. Mit diesem Aktionsplan, der auf dem Aktionsplan 2022-24 aufsetzt, gibt sich das FID-Netzwerk eine gemeinsame Agenda für die Jahre 2026 bis 2028 und startet damit in eine wichtige neue Entwicklungsphase. Dabei setzt das FID-Netzwerk auf den Dialog mit der Wissenschaft und ihren Organisationen, die kollaborative Entwicklung gemeinsamer Standards und Dienste, die Förderung von Innovation, Interoperabilität sowie von Wissensaustausch und Technologietransfer. 1 Bisher wurden insgesamt 42 FID gefördert. Derzeit werden 36 Projekte gefördert (Stand Sept. 25). Ab 2026 werden drei neue FID hinzukommen. 2 Diese Zahl variiert, so werden 2026 neue Einrichtungen dazukommen. 3 Webis - Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken – Webis.
3 Die Einführung der Förderlinie FIDplus, beschlossen durch den Hauptausschuss der DFG im September 2024, ermöglicht es, dass FID nach positiver Begutachtung ohne zeitliche Begrenzung fortgeführt werden können und damit Teil der nationalen Forschungsinfrastruktur bleiben. Dieser Aktionsplan begleitet die Einführung von FIDplus und bildet eine Grundlage für die von der DFG vorgesehene Evaluierung der Förderlinie. Die nationale und internationale Sichtbarkeit und Vernetzung des FID-Netzwerks zu entwickeln, ist eine wichtige gemeinsame Aufgabe des Netzwerks in den kommenden Jahren. Durch die bessere Sichtbarkeit der Fachinformationsdienste und ihrer Angebote stärkt das Netzwerk den Auftrag der einzelnen FID, die Wissenschaft in Deutschland mit relevanten Informationen der internationalen Forschung zu versorgen und durch die Bereitstellung und Verbreitung von Informationen die weltweite Sichtbarkeit deutscher Forschung und Forschungsinfrastrukturen zu stärken. Das FID-Netzwerk bekennt sich ausdrücklich zu Open Access und Open Science als grundlegenden Voraussetzungen für eine offene, transparente und nachhaltige Wissenschaft. Forschungsergebnisse, Daten und Dienste sollen soweit möglich frei zugänglich sein und im Sinne der FAIR-Prinzipien auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar gestaltet werden. In ihrer Rolle als Wegbereiter (Enabler) sind die Fachinformationsdienste nicht ausschließlich Partizipanten, sondern übernehmen auch die Funktion als Produzenten. Zum einen gilt dies bei der Erstellung bibliographischer Metadaten und von Normdaten, zum anderen aber auch beim Betrieb von (D)OA-Publikationsinfrastrukturen (z.B. für Bücher, Journals, Forschungsdaten). Dabei werden Strategien entwickelt, um die OA-Publikationsproduktion der FID - im Sinne einer konsequenten Erweiterung des FID-Erwerbungshandelns - als integralen Aspekt des Bestandsaufbaus zu etablieren. Grundsätze der Zusammenarbeit sind auf der Basis der individuellen FID-Profile weiterhin synergetisches Handeln, die Sharing-Mentalität, Kollaboration, Transparenz, Nachnutzbarkeit von Ergebnissen, die Orientierung am Netzwerk. Dieser Aktionsplan bündelt die gemeinsamen Entwicklungslinien und -themen der einzelnen FID mit einem besonderen Fokus auf dem Übergang der ersten FID ins FIDplus-Programm. Einen besonderen Stellenwert nehmen deshalb die Maßnahmen und Beiträge ein, die zur Entwicklung der Gesamtstruktur erforderlich sind und in den kommenden Jahren realisiert werden sollen. Darauf aufbauend konkretisiert das FID-Netzwerk im ersten Halbjahr 2026 soweit erforderlich die Ziele und unterlegt sie mit einer zeitlichen Planung. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der wissenschaftlichen Informationswelt ist es vorgesehen, dass der Umsetzungsstand des Aktionsplans jährlich überprüft und in diesem Zusammenhang ggf. ergänzt und fortgeschrieben wird. Das FID-Office erhebt den Stand der Umsetzung und berichtet dazu den Gremien des Netzwerks.
4 2. Weiterentwicklung des FID-Netzwerks 2.1 Governance, Netzwerkorganisation, Internationalisierung Die in den vergangenen Jahren ausgebaute Zusammenarbeit innerhalb des FID-Netzwerks als Gesamtstruktur sichert die koordinierte konzeptionelle, inhaltliche und vor allem technische Weiterentwicklung der FID mit dem Ziel einer interoperablen sowie inhaltlich und auch technisch möglichst optimierten Organisation der Angebote. Auf dieser Grundlage ist für die Jahre 2026-2028 die Sichtbarkeit nach außen und die Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen im Inund Ausland ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Netzwerks. Abbildung: Das FID-Netzwerk und seine Struktur Die Steuerung des FID-Netzwerks erfolgt durch das Lenkungsgremium (FID-LG), in dem die Leitungen der die FID tragenden Einrichtungen vertreten sind, im Zusammenspiel mit der Arbeitsgemeinschaft der FID (AG FID), in der die Projektleitungen und die in den Einrichtungen fachlich Verantwortlichen zusammenarbeiten. In der AG FID wird die inhaltliche Zusammenarbeit des FID-Netzwerks in aktuell 6 Unterarbeitsgruppen4 und 9 regionalen, fachlichen und methodischen Clustern/Netzwerken5 mit unterschiedlichen fachlichen und technischen Aufgabenfeldern organisiert. Sie wird durch zentrale Services wie das FID-Office und das KfL unterstützt. 4 Elektronisches Publizieren, Forschungsdaten, Lizenzierung, Öffentlichkeitsarbeit, Sacherschließung, Semantische Technologien. 5 Die Cluster bzw. FID-Netzwerke sind zur Zeit Asien, Geschichte, Künste & Kultur, NordOst, Philologien, Rechts- , Wirtschaftsund Sozialwissenschaften/ REWISO+, Regionale FID, VuFind.
5 FID-LG und AG FID sind organisatorisch eng verbunden: Sechs Vertreterinnen der AG FID sind Mitglied des Lenkungsgremiums, die Sprecherinnen und Sprecher der AG FID berichten in dessen Sitzungen. Umgekehrt berichtet der Vorstand des FID-LG in den Sitzungen der AG FID. Mit dem Technik-Board (s.u.) gibt es ein gemeinsames Gremium. Bei Bedarf werden gemeinsame Task Forces eingerichtet – 2025 wurde eine Task Force Indikatorik gebildet (s.u.). Neben den dezentralen Aufgaben und dem seit 2014 bestehenden Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) werden seit 2025 im Rahmen des Projekts „FID-Netzwerk“ (Laufzeit 20252027) weitere zentrale Services für das Netzwerk (siehe Maßnahmen) aufbzw. ausgebaut und weiterentwickelt. Der Ausbau weiterer netzwerkübergreifender Services durch Beiträge, die von den einzelnen FID für die Gesamtstruktur entwickelt und erbracht werden, ist im Rahmen des Übergangs zu FIDplus ein zentrales Handlungsfeld dieses Aktionsplans. Eine koordinierte Weiterentwicklung der Entscheidungsund Organisationsstrukturen ermöglicht es dem FID-Netzwerk bei aller fachlichen Vielfalt gemeinsame Interessen zu bündeln, schneller Entscheidungen zu treffen und langfristige Entwicklungsziele kohärent zu verfolgen. Im Rahmen des arbeitsteiligen Netzwerks werden organisatorische Aufgaben des Gesamtsystems künftig an klar definierten Stellen wahrgenommen. Das FID-Netzwerk agiert als kompetenter Akteur im System der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen und kann gemeinsam Ziele und Maßnahmen entwickeln und auf neue Herausforderungen reagieren. Durch gezielte Förderung der auf Innovation ausgerichteten Kooperation werden die Stärken der beteiligten Einrichtungen besser für das gesamte Netzwerk wirksam, Dienstleistungen werden schneller an veränderte Bedarfe von Wissenschaft und Forschung sowie neue technische Möglichkeiten angepasst. Das Förderformat bringt es mit sich, dass es nicht für alle wissenschaftlichen Disziplinen in gleicher Weise FID-Angebote gibt. Eine aktuelle Kartierung der fachlichen, regionalen und ggf. medienspezifischen Zuschnitte sowie der methodischen und technischen Serviceportfolios der FID soll die Angebote transparent und über die Disziplinen hinweg sichtbar machen und ermöglicht es dem Netzwerk, ggf. auch neue, leistungsfähige Partnereinrichtungen für die Mitarbeit im FID-Netzwerk zu gewinnen. Die Beiträge der einzelnen FID und ihrer Trägereinrichtungen zur Gesamtstruktur können vielfältig und unterschiedlich ausgestaltet sein und beinhalten auch die Beteiligung an der steuernden und fachlichen Arbeit des Netzwerks – also die aktive Mitarbeit in den Gremien auf verschiedener Ebene. Zur Kultur der Zusammenarbeit gehört auch die aktive Nachnutzung der in anderen FID entwickelten Best Practices und technischen Lösungen. In der Regel knüpfen die Beiträge zur Gesamtstruktur an diesen Aktionsplan an. Sie können sowohl im Rahmen fachlich ausgerichteter Anträge im FIDplusbzw. FID-Programm als auch in Form von eigenen Servicebzw. Querschnittsprojekten (ggf. auch in anderen Förderlinien) realisiert werden und werden mit konkreten, erreichbaren und messbaren Zielen unterlegt.
6 Die in den Anträgen dargestellten Beiträge der einzelnen FID zur Gesamtstruktur werden im Netzwerk transparent gemacht. Die Beantragung von Querschnittsprojekten bzw. von koordinierenden Aufgaben und netzwerkweiten Serviceangeboten werden vor der jeweiligen Antragstellung im Netzwerk abgestimmt. Sie werden auf der Basis einer erfolgreichen Vorstellung und Konsultation der AG FID und des Technik-Boards vom Lenkungsgremium beschlossen. Das FID-Office führt eine Übersicht der beantragten und bewilligten Beiträge zum Gesamtsystem und berichtet den Gremien des Netzwerks regelmäßig über den Stand der Realisierung. Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur Weiterentwicklung der Netzwerkorganisation sowie nationale und internationale Vernetzung ● Evaluation der Organisation und Arbeitsstrukturen des FID-Netzwerks zur Identifizierung von Stärken und Schwächen sowie Herausforderungen und Chancen im Jahr 2027, im Anschluss daran Auswertung und Umsetzung der Ergebnisse. ● Aufund Ausbau Netzwerkorganisation/Governance, Kommunikation und Marketing sowie Unterstützung der technischen Koordination durch das Netzwerkprojekt einschließlich Erstellung eines Verstetigungskonzepts im Jahr 2026. ● Unterstützung der gemeinsamen Aufgaben des Netzwerks mit geeigneten Arbeitsinstrumenten (z. B. Kollaborationsplattform FID.Connect) ● jährliche FID-Konferenzen mit fokussierter Themenstellung ● Kartierung der Internationalisierungsaktivitäten der einzelnen FID. Mit dem Ziel, Kernelemente zu identifizieren, die sich für Austausch und Angleichung eignen; im Anschluss: Schaffung von Austauschformaten, Best Practices, Musterpräsentationen etc. ● Aufbau von Kontakten und Arbeitsbeziehungen mit nationalen und internationalen Akteuren im Bereich der wissenschaftlichen Fachinformation, mit dem Ziel des Informationsaustauschs sowie der Initiierung gemeinsamer Aktivitäten ● Positionierung des FID-Systems bei relevanten Stakeholdern in Universitätsleitungen, Wissenschaftsorganisationen, Verwaltung und Politik. ● Entwicklung von Kooperationsmodellen für transnationale Serviceangebote oder gemeinsame Infrastrukturprojekte auf der Ebene des FID-Netzwerks durch einschlägige FID Koordinierung der Beiträge zur Gesamtstruktur ● Laufende Ermittlung und gemeinsame Erörterung des Bedarfs und der Angebote für Beiträge zur Gesamtstruktur ● Koordination und Monitoring der Beiträge der einzelnen FID zum FID-Netzwerk
7 ● Kartierung der beantragten und bewilligten Beiträge zur Gesamtstruktur ● Entwicklung eines Verfahrens für die Einrichtung und die Entwicklung von Kompetenzzentren im FID-Netzwerk ● Klärung des Verhältnisses und der Zusammenarbeit der FID mit den NFDI-Konsortien in der Infrastrukturlandschaft 2.2. Strategische Kommunikation Die Entwicklung der FID hin zu einem integrierten Netzwerk erfordert den Ausbau und die Professionalisierung der strategischen Kommunikation. Die Kommunikation mit den einzelnen wissenschaftlichen Communities ist in erster Linie Aufgabe der einzelnen FID. Übergreifend ist das FID-Netzwerk als gemeinsame Marke gegenüber Wissenschaft und ihren Infrastrukturen, gegenüber Politik, Gremien und Förderinstitutionen sowie gegenüber kommerziellen Interessen wie Verlagen zu etablieren. Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur ● Betrieb, Ausbau und Nutzung der digitalen Kollaborationsplattform FID.Connect für den internen Austausch und die gemeinsame Arbeit ● Förderung und Weiterentwicklung digitaler Kollaboration auf allen Ebenen, zwischen den FID, perspektivisch auch in der Kooperation mit Partnereinrichtungen ● Evaluierung, Fortführung sowie Weiterund Neuentwicklung regelmäßiger Austauschformate ● Entwicklung einer Corporate Identity und eines integrativen Design-Konzepts ● Neuer gemeinsamer Webauftritt des FID-Netzwerks (Ablösung von webis) ● ÖA-Maßnahmen zu übergreifenden Themen und Anlässen für das FID-Netzwerk ● Aufbau und Pflege einer PR-Toolbox ● Erarbeitung strukturierter Onboarding -Prozesse für neue FID und neue Mitarbeitende im FID-Netzwerk 2.3 Einheitliche Standards für die Indikatorik Grundlegend für die Steuerung und Entwicklung der FID, aber auch für ihre Begutachtung und die Förderentscheidungen der DFG, sind die definierten quantitativen Kennzahlen und qualitativen Aussagen, die im Rahmen der Indikatorik erhoben werden. Die Erarbeitung und
8 Anwendung gemeinsamer verbindlicher Standards bei der Erhebung und Bewertung der Indikatorik hat daher für das FID-Netzwerk eine besondere Bedeutung. Das FID-Netzwerk hat dafür eine Task Force gebildet, die diesen Abstimmungsprozess gestaltet, koordiniert und kommuniziert. Für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Indikatorik für das FIDplus-Programm wurden Ansätze identifiziert, die auch im FID-Programm angewendet werden. Darauf aufbauend ermöglicht eine an den zentralen Leistungsdimensionen des FID-Netzwerks ausgerichtete Zusammenfassung der Kennzahlen, die Leistungen des Netzwerks insgesamt zu analysieren und zu kommunizieren. Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Indikatorik ● Anwendung, Monitoring und Weiterentwicklung der 2025 erarbeiteten Standards für die Definition und Erhebung der Zielgruppen ● Best Practices für die Erhebung von Online-Nutzungszahlen und Erarbeitung von Richtlinien ● Bewertung und Diskussion aller im Datenblatt des Förderprogramms FIDplus enthaltenen Indikatoren in Bezug auf den Standardisierungsbedarf der Erhebungsmethoden ● Erarbeitung von Erhebungsstandards mit modellhaftem Charakter für die so identifizierten Indikatoren ● Vorbereitung der Evaluierung der Indikatorik
15 wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen (NFDI, GND, Wikidata etc.) zu gestalten, Desiderata und Potenziale zu identifizieren, FID-Dienste entsprechend weiterzuentwickeln und ihre Sichtbarkeit zu steigern. Abbildung: Serviceportfolio Forschungsnahe Normdatenarbeit und Datenqualität in den FID Ein besonderer Fokus liegt dabei auf forschungsnaher Normdatenarbeit, da hochwertige fachspezifische Normdaten im digitalen Raum zunehmend zur Grundlage von Linked Open Data und Knowledge Graphen, Sichtbarkeit, internationaler Vernetzung und Analysierbarkeit sowohl von gedruckten als auch von digitalen Sammlungen sowie Publikationsdiensten werden, und damit ihrerseits Forschungsvorhaben anstoßen können. Die konkreten Maßnahmen werden wesentlich von der UAG Sacherschließung der AG FID betreut, deren Vertreterinnen auch in den Gremien der GND (z.B. dem GND-Ausschuss) sowie einschlägigen Arbeitsgruppen des Standardisierungsausschusses (STA) mitarbeiten. Zur Datenqualität und internationalen Anschlussfähigkeit der FID gehört auch die Verwendung nicht-lateinischer Schriften bei der Erschließung und die entsprechende retrospektive Anreicherung vorhandener Metadaten sowie die Entwicklung von Konzepten zur (mit KI-Anwendungen generierten) Mehrsprachigkeit der Daten. Die im FID-Netzwerk vorhandene Expertise auf diesem Gebiet, die auch die Rechercheseite zu berücksichtigen hat, gilt es 20262028 unter den FID zu teilen und weiterzuentwickeln.
16 Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur ● Informationsund Beratungsangebote zur Sicherung von Datenqualität, Normdatenarbeit und Inhaltserschließung (Arbeitstreffen, Workshops, Fortbildungen, Hands-onLabs etc.) für FID ● Entwicklung von Expertise im Bereich Mehrsprachigkeit von Metadaten und Datenkorpora ● Bereitstellung anwenderorientierter Dienstleistungen (Erfassungshilfen, Sprechstunden etc.) und Tools für die Datenarbeit ● Produktmonitoring der normdatenbasierten Services, die in internationalen Kontexten verbreitet sind, z.B. Wikidata, Virtual International Authority File (VIAF), Library of Congress Authorities (LCAuth), Open Researcher and Contributor ID (ORCID), Research Organization Registry (ROR) ● Bereitstellung aller produzierten bzw. aufbereiteten Metaund Normdaten zur nachhaltigen Nutzung im Open Access auf Basis der FAIR-Prinzipien über standardisierte Schnittstellen ● Kartierung und Statistiken der geleisteten Datenarbeit zwecks Sichtbarmachung nach außen (z.B. in der GND-Kooperative), Bereitstellung von Ergebnissen 4.3. Open-Access-Publikationen und -Publikationsservices Open-Access-Publikationen sind als Teil der Open-Science-Bewegung im Wissenschaftsbetrieb weltweit mittlerweile fest verankert. FID sind hier seit ihrer Gründung mit verschiedenen Services aktiv, die entsprechend den Bedürfnissen ihrer jeweiligen Fachcommunities unterschiedlich ausgestaltet sind. Sie entwickeln Konzepte, wie (und wo) sie Open Access-Publikationen nachweisen. Sie betreiben dauerhaft OA-(Publikations)Infrastrukturen für ihre Fachcommunities; dazu gehören auch Zweitveröffentlichungsservices, Beratungsdienstleistungen und OA-Finanzierungsmodelle. Viele FID agieren als Teil der Open-Science-Bewegung und bieten ihren Fachcommunities maßgeschneiderte Beratungsservicesund Diamond-Open-Access-Publikationsservices an. 2026-2028 gilt es, ein Konzept für das OA-Publizieren der FID im Dialog mit der Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) zu entwickeln, auch im Zusammenspiel mit den anderen DFG-Förderprogrammen im Förderbereich „Wissenschaftliche Literaturversorgungsund Informationssysteme (LIS)“. Ziel ist es, ein FID Publishing Competence Cluster für wissenschaftsgeleitetes Publizieren zu etablieren. Es bietet als klar adressierbares (D)OA-Angebot fachspezifische, diversifizierte und vernetzte Beratungsservices, Transformationsunterstützung (auch in Abstimmung mit dem KfL [siehe Kapitel 4.1]) – OA-Transformationsmodelle und Publikationsdienste dauerhaft und für das FID-System nachnutzbar an.
17 Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur ● Abstimmung und Kartierung des Nachweises und der langfristigen Bereitstellung von OA-Publikationen in den FID (s.a. 4.1) sowie Kartierung von OA-Publikationsangeboten für die gezielte Beratung der FID-Fachcommunities ● Etablierung eines "FID Publishing Competence Cluster" (Markenbildung), das auch zur Weiterentwicklung fachspezifischer Publikationskulturen beiträgt ● Konzepterstellung und Strategieentwicklung für das Handlungsfeld OA-Publizieren im FIDNetzwerk in Abstimmung mit anderen LIS-Programmen und SeDOA ● Konkrete Abstimmungen von Standards des OA-Publizierens (CC-Lizenzen, OA-Statistik/Counter, bibliographische Metadaten) mit communityspezifischen Bedarfen sowie ethischer und rechtlicher Fragen; Maßnahmen zu Erhöhung der Qualität hinsichtlich Anforderungen, insbesondere von Plan S, DOAJ, DOAR ● Entwicklung, Dokumentation und Umsetzung von Strategien für nationale und internationale Vernetzung mit Fachgesellschaften, Verlagen, Zeitschriftenredaktionen sowie anderen Infrastrukturanbietern u.a. mit dem Ziel des umfassenden Nachweises in relevanten (FID-)Recherchesystemen. 4.4. Forschungsdaten & Vernetzung mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) Im Zuge der Open-Science-Transformation benötigen Forschende zunehmend Orientierung zu Fragen des Forschungsdatenmanagements (FDM).10 Die FID mit ihrer gewachsenen fachbezogenen FDM-Expertise übernehmen hier in unterschiedlicher Ausprägung wichtige Funktionen, etwa durch zielgruppenspezifische Beratung, die Vermittlung von Datenkompetenzen, die Entwicklung innovativer Discovery-Verfahren bei der Metadatenpflege und Ontologieentwicklung sowie durch Bereitstellung von Infrastrukturen zur Publikation von Forschungsdaten. Der umfassende Nachweis von Forschungsdaten in FID-Portalen und anderen Nachweissystemen ist ein relevantes Aufgabenfeld der FID und als essentieller Beitrag zur Daten-FAIRness.11 FID sehen ihre Rolle zudem als Brückenbauer zwischen den Konsortien der NFDI und ihren Fachcommunities. 10 Die Relevanz von Forschungsdaten im Forschungsalltag wird auch in den Initiativen zur Neubewertung der Forschungsleistung (der San Francisco Declaration on Research Assessment - DORA und dem Agreement on Reforming Research Assessment der Coalition for Advancing Research Assessment CoARA) sichtbar. 11 Bei einzelnen FID kann der Nachweis von Forschungsdaten auch mit deren Bereitstellung zusammenfallen, etwa wenn es keine anderen fachlichen Repositorien gibt oder - insbesondere bei regionalwissenschaftlich ausgerichteten FID - die Gefahr von Datenverlust besteht.
18 Für 2026 bis 2028 setzt sich das FID-Netzwerk das Ziel, die bei den FID vorhandene Metadatenkuratierungsund Publikationsexpertise im Bereich Forschungsdatennachweis systematisch auszubauen und weiterzuentwickeln. Zudem soll die Komplementarität der Angebote des FID-Netzwerks und der NFDI sowie der Datenkompetenzzentren und Landesinitiativen herausgearbeitet und durch die Etablierung systematischer Kooperationen deutlich sichtbar gemacht werden. Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur ● Optimierung der Metadatenqualität: Abstimmung bzgl. der verbindlichen Anwendung vorhandener (Internationaler) Standards & Best Practices (Metadatenschemata, Klassifikationen, persistente Identifikatoren (z.B. PIDs, ORCID, ROR, DOI Datacite), Harvesting-Workflows und Katalogisierungspraktiken, Verzahnung von Forschungsdaten und Publikationen, Abrufkennzeichen); Etablierung von Datentausch zwischen inhaltlich verwandten, kooperierenden FID ● Etablierung von Austauschformaten mit den NFDI-Gremien (dem Direktorat und, wo thematisch sinnvoll, den Sektionen). Jährliche Treffen zwischen NFDI-Direktorat und dem FID-Netzwerk. ● FID betreiben weiterhin Informations-, Beratungund Weiterbildungsformate zum FDM für Forschende und Data-Stewards in den Bereichen ihrer spezifischen Expertise und entsprechend der Bedarfe der jeweiligen Fachcommunities. Wo sinnvoll, d.h. für beide Systeme von hoher Relevanz, in Kooperation mit NFDI-Konsortien (Themen: Rechtsfragen, Empfehlungen zu fachlich passenden Repositorien oder Lizenzierung) 4.5. Künstliche Intelligenz Die rasante Entwicklung von Werkzeugen unter Einsatz von KI wirkt zunehmend als zentrale Aufgabe in viele gesellschaftliche und fachliche Bereiche hinein – gerade auch in die wissenschaftliche Informationsversorgung. Nutzerinnen und Nutzer der FID erwarten heute KIgestützte Recherchemöglichkeiten, wie sie sie aus dem Alltag mit Internetsuchmaschinen und KI-basierten Dialogsystemen wie ChatGPT kennen. Im FID-Kontext liegt der Fokus nicht auf generischen Anwendungen, sondern auf der Bereitstellung spezifischer Lösungen mit einem hohen Anspruch an Rechtssicherheit, Qualität und Transparenz, namentlich beim effizienten, treffsicheren Auffinden und Verarbeiten von Originalliteratur und deren Metadaten. Eine Reihe von FID sind bereits dabei, KI-gestützte Anwendungen zu realisieren und zu konzipieren. Es geht darum, die in den FID vorhandenen Ansätze zu bündeln und als Querschnittsaufgabe in der Organisation des Netzwerks zu verankern.
19 Maßnahmen für die FID-Gesamtstruktur ● Kartierung des im FID-Netzwerk vorhandenen Know-hows und produktiver bzw. bereits konzipierter Dienstleistungen als Basis für Nachnutzungsszenarien ● Verankerung des Themas KI in der Zusammenarbeit des FID-Netzwerks ● regelmäßige Fortbildungen und Austauschformate zum Thema KI-Anwendung für die Beteiligten im FID-Netzwerk, ggf. in Kooperation mit externen Partnern, z.B. mit dem Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz am Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ● Best Practices zur Anwendung von künstlicher Intelligenz in FID-Services ● KI-bezogene Vernetzung des FID-Netzwerks mit anderen Akteuren
20 5. Anhänge 5.1 Übersicht über die aktuell geförderten FID mit voraussichtlicher FIDplus-Antragstellung in den Jahren 2026-2028 Name des FID Beginn des FID FIDplus-Kohorte Afrikastudien 2016 Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft 2016 Altertumswissenschaften – Propylaeum 2014 2027 Anglo-American Culture 2016 2028 Asien 2016 2027 BAUdigital 2020-2023 Benelux / Low Countries Studies 2016 2027 Biodiversitätsforschung 2017 Buch-, Bibliotheksund Informationswissenschaft 2017 Chemie 2026 Darstellende Kunst 2015 Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung 2015 2026 Finnisch-ugrische / uralische Sprachen, Literaturen und Kulturen 2017-2023 Gender Studies 2026 Geowissenschaften 2016 2028 Germanistik 2018-2023 Geschichtswissenschaft 2016 2028
21 Internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung 2014 2026 Jüdische Studien 2016 2028 Kartographie und Geobasisdaten 2016 2028 Kommunikations-, Medienund Filmwissenschaft 2014 2027 Kriminologie 2014 2026 Kunst, Fotografie, Design – arthistoricum.net 2014 2026 Lateinamerika, Karibik und Latino Studies 2016 Linguistik 2017 Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (FID Materials Science) 2021 Mathematik 2015-2020 Mobilitätsund Verkehrsforschung 2018 Montan (Bergbau und Hüttenwesen) 2016-2024 Musikwissenschaft 2014 2026 Nahost-, Nordafrikaund Islamstudien 2016 2027 Nordeuropa 2016 2027 Ost-, Ostmittel-, Südosteuropa 2016 2027 Pharmazie 2015 2027 Philosophie 2018 Physik 2026 Politikwissenschaft 2016 2028 Religionswissenschaft 2016 2027
22 Romanistik 2016 2027 Slawistik 2016 2027 Sozialund Kulturanthropologie 2016 2027 Soziologie 2016 2027 Südasien 2016 2027 Theologie 2015 2026 Zentralasien 2019-2022 5.2 Übersicht über die Gremien und Einrichtungen Folgt als ein Ergebnis der Umsetzung von Maßnahmen des Aktionsplans 5.3 Abkürzungsverzeichnis AG FID Arbeitsgemeinschaft der FID API Application Programming Interface (Schnittstelle) CARE Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility, Ethics CC-Lizenzen Creative Commons Lizenzen DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft DH Digital Humanities DOA Diamond Open Access DOAJ Directory of Open Access Journals FAIR Findable, Accessible, Interoperable, Reusable FDM Forschungsdatenmanagement FID Fachinformationsdienst FID-LG Lenkungsgremium des FID-Netzwerks GND Gemeinsame Normdatei KfL Kompetenzzentrum für Lizenzierung KI Künstliche Intelligenz LCAuth Library of Congress Authorities
23 NFDI Nationale Forschungsdateninfrastruktur OA Open Access ÖA Öffentlichkeitsarbeit OCR Optical Character Recognition ORCID Open Researcher and Contributor ID PR Public Relations ROR Research Organization Registry SeDOA Servicestelle Diamond Open Access TDM Textund Data-Mining TIB Technische Informationsbibliothek - Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek UAG Unterarbeitsgruppen UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization VIAF Virtual International Authority File ZB MED ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften ZBW ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
24 Impressum Aktionsplan des FID-Netzwerks 2026-2028 Lizenz: CC-BY-SA 4.0 Herausgegeben von FID-Lenkungsgremium: Dorothea Sommer (BSB München), Robert Strötgen (UB Braunschweig), Robert Zepf (SUB Hamburg) AG FID: Gudrun Wirtz (BSB München), Franziska Voß (UBJCS Frankfurt); unterstützt durch Franziska Hormuth (FID-Office) Stand: 08.12.2025 verabschiedet durch das FID-Lenkungsgremium am 17.11.2025 verantwortlich im Sinne des § 18 MStV Prof. Robert Zepf Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky Von-Melle-Park 3 20146 Hamburg, Germany Kontakt: [email protected]