scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Antifeminismus als potenzielle Gefahr für die Soziale Arbeit - Eine Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media

Lotte Verhagen

Abstract

Antifeminismus als Gegenbewegung zum (modernen) Feminismus ist ein immer grösser werdendes gesellschaftliches Phänomen, welches u.a. Heteronormativität, patriarchale Strukturen und gewisse Machtverhältnisse (wieder) herstellen bzw. durchsetzen möchte. Feministische Errungenschaften, die eine wichtige Basis für die Soziale Arbeit bilden, werden debattiert und in Frage gestellt. Social Media wiederum ist ein einflussreicher Faktor in der Gesellschaft, in der Politik und bei jeder einzelnen Person. Diese zwei Aspekte zusammengedacht – Antifeminismus und Social Media – bilden die Ausgangslage für die vorliegende Arbeit. Es wird der Frage nachgegangen, wie sich Antifeminismus im Diskurs auf Social Media zeigt und welche Auswirkungen resp. potenziellen Gefahren dies für die Soziale Arbeit und ihre Handlungsfelder mit sich bringt.Die Methode der Kritischen Diskursanalyse ermöglicht es, das gesellschaftliche Phänomen Antifeminismus greifbar und in seiner Verwobenheit sichtbar zu machen. Das gesamte Vorgehen und damit auch der Aufbau des Hauptteils wird durch die Kritische Diskursanalyse strukturiert. Konkretisiert wird dies durch zwei Methoden aus der Grounded Theory.

Full text

«Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.» Simone de Beauvoir Masterthesis von Lotte Verhagen Antifeminismus als potenzielle Gefahr für die Soziale Arbeit Eine Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media Antifeminismus als potenzielle Gefahr für die Soziale Arbeit Eine Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media Masterthesis von: Lotte Verhagen, Studienbeginn HS21 Fachbegleitung: Dr. phil. Alfred Schwendener Abgabedatum: 05. Januar 2025 Master in Sozialer Arbeit Bern│Luzern│St. Gallen Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 1 abstract Antifeminismus als Gegenbewegung zum (modernen) Feminismus ist ein immer grösser werdendes gesellschaftliches Phänomen, welches u.a. Heteronormativität, patriarchale Strukturen und gewisse Machtverhältnisse (wieder) herstellen bzw. durchsetzen möchte. Feministische Errungenschaften, die eine wichtige Basis für die Soziale Arbeit bilden, werden debattiert und in Frage gestellt. Social Media wiederum ist ein einflussreicher Faktor in der Gesellschaft, in der Politik und bei jeder einzelnen Person. Diese zwei Aspekte zusammengedacht – Antifeminismus und Social Media – bilden die Ausgangslage für die vorliegende Arbeit. Es wird der Frage nachgegangen, wie sich Antifeminismus im Diskurs auf Social Media zeigt und welche Auswirkungen resp. potenziellen Gefahren dies für die Soziale Arbeit und ihre Handlungsfelder mit sich bringt. Die Methode der Kritischen Diskursanalyse ermöglicht es, das gesellschaftliche Phänomen Antifeminismus greifbar und in seiner Verwobenheit sichtbar zu machen. Das gesamte Vorgehen und damit auch der Aufbau des Hauptteils wird durch die Kritische Diskursanalyse strukturiert. Konkretisiert wird dies durch zwei Methoden aus der Grounded Theory. Anhand von ausgewählten antifeministischen Themen, Ereignissen und Akteur:innen auf Social Media konnten Strategien identifiziert werden, wie Antifeminismus dargestellt und verbreitet wird. Als Erkenntnis lässt sich festhalten, dass Antifeminismus grundsätzlich eine Gefahr für die Soziale Arbeit darstellt, sowohl auf der individuellen Ebene der Professionellen und der Adressat:innen, auf Ebene der Handlungsfelder, als auch auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene. Die starke intersektionale Dimension sowohl von Antifeminismus als auch von der Profession Soziale Arbeit erhöht die Angriffsfläche für antifeministische Inhalte. Das Phänomen Antifeminismus auf Social Media muss bei Professionellen der Sozialen Arbeit präsent sein und thematisiert werden, um dem Habitus und der persönlich-professionellen Integrität gerecht zu werden. Nur durch ein Bewusstsein darüber können die grundlegenden, feministischen Werte der Sozialen Arbeit in der täglichen Arbeit mit Adressat:innen gelebt werden. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 2 Vorwort & Dank An dieser Stelle möchte ich ein grosses Danke an meine Begleitperson Alfred Schwendener aussprechen: Merci für die wertvollen inhaltlichen und strukturellen Hinweise, die Förderung im Prozess und das stets offenes Ohr. Mir wurden viele Freiheiten gewährt und dort Unterstützung geboten, wo ich es gebraucht habe, was für mich einen idealen Begleitprozess auszeichnet! Ebenso danke ich all jenen, die mich in dieser Zeit des Schreibens begleitet haben, mit denen ich spannende Gespräche und Diskussionen führen durfte und die mir Rückhalt geboten haben. Ein besonderer Dank gilt den zwei Personen, die meine Arbeit inhaltlich und sprachlich gelesen und mir wertvolle Hinweise mit auf den Weg gegeben haben. Das Thema Antifeminismus in der Sozialen Arbeit hat mich persönlich als Feministin und Sozialpädagogin sehr interessiert und gleichzeitig auch beunruhigt. Durch gesellschaftliche Verwerfungen gerät Feminismus mehr denn je in Kritik. Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, wie diese Strömung fassbarer gemacht werden kann und was die Profession, und damit auch jede einzelne Person, unternehmen könnte. Für mehr Farbe, Diversität, Akzeptanz & Offenheit! Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 3 Inhaltsverzeichnis Vorwort & Dank ................................................................................................................. 2 Einleitung .......................................................................................................................... 5 1. Feminismus & Antifeminismus .................................................................................... 8 1.1 Feminismus: Entstehung und heutiges Verständnis............................................... 8 1.2 Feministische Soziale Arbeit ................................................................................ 9 1.3 Antifeminismus – begriffliche Definition ................................................................11 1.4 Antifeminismus – Forschungsstand .....................................................................13 1.5 Bezug zu anderen Phänomenen .........................................................................14 1.5.1 Rassismus ...................................................................................................15 1.5.2 Sexismus .....................................................................................................15 1.5.3 Rechtsextremismus, Radikalisierung ............................................................15 1.5.4 Sexuelle Gewalt und Femizide .....................................................................16 1.5.5 Queerfeindlichkeit/Homophobie ....................................................................16 1.6 Zwischenfazit: Prinzipien von Antifeminismus ......................................................17 2. Methodik ...................................................................................................................18 2.1 Diskurs und Diskursanalyse ................................................................................18 2.2 Theoretical Sampling ..........................................................................................21 2.3 Snowball-Sampling .............................................................................................21 3. Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media ...................................................22 3.1 Eingrenzung .......................................................................................................22 3.2 Konkretes Vorgehen ...........................................................................................22 3.3 Gesellschaftlicher Gesamtdiskurs ........................................................................23 3.3.1 Politische Lage ............................................................................................23 3.3.2 Gesellschaftliche Lage .................................................................................24 3.4 Diskursive Ebenen ..............................................................................................25 3.5 Diskursstrang .....................................................................................................25 3.5.1 tradwife & stay at home girlfriend ..................................................................26 3.5.2 #prolife – gegen Schwangerschaftsabbrüche ................................................28 3.5.3 Männerrechtler, Männerrechtsbewegungen ..................................................29 3.5.4 #womeninmenfields .....................................................................................31 3.5.5 Ehe für alle ..................................................................................................31 3.5.6 #metoo ........................................................................................................32 3.5.7 Politische Parteien .......................................................................................33 Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 4 3.5.8 Frauen-, Familienund Mutterbild .................................................................39 4. Zwischenfazit: Zusammenführung der Ergebnisse ......................................................41 4.1 Diskurstheoretische Zusammenführung ...............................................................41 4.2 Strategien von Antifeminismus ............................................................................44 5. Bezug Soziale Arbeit .................................................................................................47 5.1 Schutzräume ......................................................................................................47 5.2 (Geschlechtsspezifische) Jugendangebote ..........................................................47 5.3 Studium und Professionalisierung der Sozialen Arbeit ..........................................49 5.3.1 Postheteronormativer Zugang ......................................................................50 5.3.2 Exkurs: Unterwanderung der Lehre...............................................................51 5.3.3 Soziale Arbeit als ‘Frauenberuf’ ....................................................................51 5.4 politische Soziale Arbeit ......................................................................................53 5.5 Andere Handlungsfelder und Phänomene ............................................................53 6. Fazit und Abschluss...................................................................................................55 6.1 Zusammenfassung und Fragestellungen .............................................................55 6.2 Ausblick .............................................................................................................57 6.3 Persönliches Fazit und Reflexion .........................................................................58 Literaturverzeichnis ..........................................................................................................59 Quellenverzeichnis (Instagram) .........................................................................................66 Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................70 Hilfsmittelverzeichnis ........................................................................................................71 Eigenständigkeitserklärung ...............................................................................................72 Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 5 Einleitung «Wir brauchen keinen Feminismus mehr, Gleichberechtigung ist doch längst erreicht» ist ein bekannter Satz, der so oder in ähnlicher Weise täglich in der Gesellschaft genutzt wird und durchaus Anklang findet. Dass Gleichberechtigung und Anerkennung von Vielfalt nicht in allen Lebensbereichen vorherrscht und gelebt wird, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite werden feministische Errungenschaften von einer konkreten Gegenbewegung in Frage gestellt, diffamiert und angegriffen: dem Antifeminismus. Als gesellschaftliches Phänomen ist Antifeminismus nicht neu. Seit es den Feminismus gibt, wird auch Kritik gegen die Bewegung ausgesprochen. Diese Kritik findet auf verschiedenen Ebenen statt: auf der zwischenmenschlichen, individuellen Ebene, in der Gesellschaft, in Politik und Gesetzen aber auch in den Medien. Social Media als ein spezifisches Medium ist ein immer grösser werdender Einflussfaktor für die Meinungsbildung vieler Menschen, dies kann plakativ und offen geschehen oder auch subtil und versteckt. Insbesondere junge Menschen nutzen SocialMedia-Kanäle täglich. Diese Zielgruppe ist gleichzeitig Teil der Sozialen Arbeit, auf der einen Seite als mögliche Adressat:innen, auf der anderen Seite als zukünftige oder bereits ausgebildete und damit zurzeit tätige Professionelle. Die Soziale Arbeit als (Menschenrechts-)Profession setzt sich für jene Werte ein, die sich grundlegend auch im Feminismus wiederfinden, so unter anderem Gleichberechtigung, Emanzipation, Diversität und Inklusion. Damit wird die Soziale Arbeit und ihre inhärenten Werte eine potenzielle Angriffsfläche für Antifeminismus, für antifeministische Haltungen und Überzeugungen. Die feministischen Errungenschaften, die unabdingbarer Teil der Sozialen Arbeit sind, können durch Antifeminismus in Gefahr geraten, sei dies bei geschlechtsspezifischen Beratungen und Angeboten, bei Schutzräumen für marginalisierte und von Diskriminierung betroffene Personen(-gruppen) oder auch bei der Ausbildung von angehenden Professionellen. Zu klären bleibt, ob diese Gefahr real ist, was sie ausmacht, inwiefern dies Professionelle zum Handeln bringen müsste und welche Rolle dabei Social Media einnimmt. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 6 Fragestellung und Erkenntnisinteresse Die vorliegende Masterthesis geht deshalb folgender Fragestellung nach: Diese übergeordnete Fragestellung verlangt, das Erkenntnisinteresse in Unterfragen zu gliedern: Zunächst muss eruiert werden, wie Antifeminismus als Phänomen aus wissenschaftlicher Sicht definiert werden kann. Dabei hilfreich ist das Verständnis von Feminismus sowie von feministischer Sozialer Arbeit. Anschliessend soll an ausgewählten Beispielen von antifeministischen Inhalten auf Social Media ein Bild des Phänomens in dessen Diskurs sichtbar gemacht werden. Sobald diesbezüglich eine Idee vorliegt, kann nach den Auswirkungen für die Profession Soziale Arbeit gefragt werden sowie nach möglichen Gefahrenquellen. In der zum Schluss gestellten Frage nach konkreten Handlungsmöglichkeiten für die Professionellen der Sozialen Arbeit fliessen die Fäden zusammen, sodass am Ende die übergeordnete Fragestellung mit diesen in sich geklärten Aspekten beantwortet werden kann. Zur Übersicht sind die Unterfragen einzeln aufgelistet: • Wie wird Antifeminismus definiert? • Wie zeigt sich Antifeminismus im Diskurs auf Social Media? • Welche Auswirkungen und Bezugspunkte zur Sozialen Arbeit resultieren daraus? Wo entsteht konkrete Gefahr für die Soziale Arbeit, in welchen Handlungsfeldern? • Welche Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit lassen sich daraus ableiten? Diese Unterfragestellungen gliedern die gesamte Arbeit, werden nach und nach angegangen und leiten jeweils zum nächsten Schritt bzw. zur nächsten Fragestellung über. Die Synthese aus den Forschungsergebnissen wird am Ende genutzt, um diese sowie die handlungsleitende übergeordnete Fragestellung zu beantworten. Die Fragestellungen werden mit der Forschungsmethodik der (Kritischen) Diskursanalyse bearbeitet. Dies ermöglicht, das Phänomen Antifeminismus in einem eher untypischen Forschungskontext von Social Media greifbar und verständlich zu machen und daraus Rückschlüsse für die Soziale Arbeit zu ziehen. Die Erläuterung der Methode sowie konkrete Vorgehensschritte werden separat aufgeführt. Wie zeigt sich Antifeminismus im gesellschaftlichen Diskurs auf Social Media und welche Auswirkungen bzw. Gefahren resultieren daraus für die Soziale Arbeit und deren spezifischen Handlungsfelder? Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 7 1 2 3 5 4 6 Aufbau der Arbeit Die vorliegende Masterthesis gliedert sich in sechs Kapitel: Das erste Kapitel widmet sich den beiden Phänomenen Feminismus und Antifeminismus. Es soll deutlich werden, was Feminismus ist und wie dies in Verbindung zur Sozialen Arbeit steht, damit antifeministische Diskurse aus Sicht der Sozialen Arbeit betrachtet und verstanden werden können. Dazu wird nebst der begrifflichen Definition auch der aktuelle Forschungsstand rund um Antifeminismus aufgezeigt. Die Beziehung zu anderen Diskriminierungsformen bzw. gesellschaftlichen Phänomenen schärft den Untersuchungsgegenstand und steckt das Forschungsfeld ab. Mit daraus resultierenden Prinzipien wird das erste Kapitel abgeschlossen. Im zweiten Kapitel wird die Theorie des Diskurses und die Methodik der Diskursanalyse erläutert. Dazu werden einerseits leitende Fragestellungen als Struktur gebendes Element beschrieben, andererseits auch auf die Spezifika der Kritischen Diskursanalyse eingegangen. Zwei weitere Methoden aus der Grounded Theory komplementieren diesen methodischen Teil, um die Diskursanalyse zu konkretisieren. Der Hauptteil der Arbeit bildet das dritte Kapitel: eine Diskursanalyse zum Phänomen Antifeminismus auf Social Media. Die Herleitung aus dem methodischen Teil wird als Aufbau und Struktur dieses Kapitels genutzt, von der thematischen Eingrenzung und dem Gesamtdiskurs über die Ebenen zum eigentlichen Diskursstrang hin. Darin werden ausgewählte Themen, Ereignisse und Akteur:innen beschrieben. Im vierten Kapitel wird ein Zwischenfazit gezogen, um die gesammelten Ergebnisse mithilfe der methodischen, diskurstheoretischen Fragestellungen zusammenzuführen sowie antifeministische Strategien zu identifizieren. Im fünften Kapitel werden diese Ergebnisse in Bezug zur Profession der Sozialen Arbeit gesetzt. An ausgewählten Handlungsfeldern sowie anhand der Lehre und der politischen Sozialen Arbeit werden die potenziellen Gefahren ausgelotet, indem Werte aus der Sozialen Arbeit mit antifeministischen Haltungen gegenübergestellt werden. Mögliche Ansatzpunkte zur Weiterarbeit und erste Handlungsempfehlungen für Professionelle werden darin formuliert. Die Beantwortung der Forschungsfragen, ein Ausblick sowie ein persönliches Fazit runden die Masterthesis im sechsten Kapitel ab. Anmerkungen Die geschlechtersensible und inklusive Schreibweise wird in dieser Arbeit mit der Verwendung des Doppelpunktes (bspw. ‘Akteur:innen’) sichergestellt. Wo möglich wird auf neutrale Formulierungen zurückgegriffen (bspw. ‘Lehrpersonen’ oder ‘Studierende’). Wenn ein bestimmtes Geschlecht gemeint ist, wird entsprechend nicht gegendert. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 14 Radikalisierung, auch mit Bezug zu Social Media, aktueller denn je sind und sich die Gesellschaft dafür interessiert. Das Phänomen Antifeminismus ist gesellschaftsfähig. Die Studie RESIST ist ein im Jahr 2022 gestartetes, international angelegtes Projekt, welches Anti-Gender Politiken verschiedener europäischer Länder untersucht: «RESIST addresses ‘anti-gender’ politics that imperil equality, gender and sexual diversity, and legitimacy of critical knowledge in contemporary Europe» (RESIST, o.D.). Es wird untersucht, wie geschlechterfeindliche Politiken in den jeweiligen Ländern aussehen und welche Konsequenzen diese nach sich tragen. Die Ergebnisse zur Schweiz werden später in der Arbeit aufgegriffen, da sie den gesellschaftlichen und insbesondere politischen Rahmen (Dimension Politik) adäquat beschreiben (Kap. 3.3.1). Hannah Ringhofer aus Österreich hat bereits im Jahr 2015 eine Masterarbeit verfasst, die thematisch nah an der vorliegenden Thesis liegt, sich aber vom Fokus und von der Methodik unterscheidet. Ihre Forschungsfrage lautete: «Inwiefern sind feministische Einrichtungen Sozialer Arbeit von der Präsenz antifeministischer Männerrechtsbewegungen betroffen und wie reagieren sie auf diese?» (Ringhofer, 2017). Ihre qualitative Untersuchung hat sich auf konkrete feministische Einrichtungen bezogen, wie bspw. Frauenhäuser oder Frauenberatungsstellen. Sie konnte aufzeigen, dass diese Einrichtungen sowie auch deren einzelnen Mitarbeiter:innen von antifeministischen Männerrechtsbewegungen angegriffen werden, indirekt und auch direkt durch Verfolgungen oder Bedrohungen. Unter indirekten Angriffen beschreibt sie bspw. einen antifeministischen Internetauftritt (Ringhofer, 2016, 2017). Dieser Aspekt rückt in der vorliegenden Arbeit in den Fokus und schliesst somit (teilweise) an die Untersuchung von Ringhofer an, indem die mediale Präsenz von Antifeminismus sowie deren Auswirkungen als Ausgangspunkt gesehen werden und somit noch fokussierter potenzielle Gefahren für die Soziale Arbeit herausgearbeitet werden können. 1.5 Bezug zu anderen Phänomenen Eine tragende Rolle im Feminismus und damit auch im Antifeminismus spielt die intersektionale Dimension (siehe Kap. 1.1, insb. Dilangu, 2023, S. 9–12). Die Wechselwirkungen und Interdependenzen geben dem Diskurs Antifeminismus seine Struktur und er kann in den Gesamtdiskurs eingebettet werden. Für die Verständlichkeit einerseits aber auch für die Abgrenzung andererseits (da dies jeweils eigene Diskurs(stränge) sind) werden einige ausgewählte, eng mit Antifeminismus in Verbindung stehende Phänomene beschrieben. Die Auflistung ist nicht abschliessend, sondern soll den Diskurs Antifeminismus rahmen, Überschneidungen sichtbar machen und dadurch weiterführende Aspekte aufzeigen, die im Anschluss an die vorliegende Arbeit betrachtet werden könnten. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 15 1.5.1 Rassismus «Rassismus beruft sich hierzulande verstörend häufig auf vermeintlich feministische Werte. Feminismus zeigt sich nach wie vor nicht selten mit der Geste weißer Dominanz.» (Sabel, 2023, S. 116). Rassismus und Feminismus sind eng miteinander verwoben und ihre Diskriminierungsstrukturen bedingen sich teilweise gegenseitig. So waren die ersten Frauenbewegungen von weissen, gebildeten und reichen Frauen geprägt, wodurch sich schwarze Frauen eine eigene feministische Strömung schafften (Dilangu, 2023, 9f). Daraus entwickelte sich ein umfassendes Verständnis, dass sich Diskriminierungen überschneiden können und von gesamtgesellschaftlichen Machtund Herrschaftsstrukturen geprägt sind: das Konzept der Intersektionalität (zurückzuführen u.a. auf Truth & Crenshaw; (Dilangu, 2023, 9f; Sabel, 2023, S. 116). Es ist daher im heutigen Verständnis von Feminismus unabdingbar, Rassismus mitzudenken und zu erkennen, umgekehrt sind antifeministische Diskurse sehr häufig von rassistischen Diskriminierungen durchzogen und entsprechend unter ‘weisser Dominanz’ geführt, wie es Sabel im Zitat treffend formuliert. 1.5.2 Sexismus Wie im Bild des Antifeminismus-Baumes vom femPI Netzwerk (Abbildung 1, Kap. 1.3) ersichtlich ist, kann Sexismus als Strang von Antifeminismus gesehen werden und ist dementsprechend Teil des Gesamtdiskurses. Sexismus ist eine «zweigeschlechtliche Einteilung» und dabei «gleichzeitig eine Hierarchisierung» (González Athenas, 2023, S. 14) innerhalb der Gesellschaft. Das bedeutet, dass einerseits die Binarität der Geschlechter und damit auch die Heteronormativität betont und reproduziert wird und andererseits, dass ein Geschlecht (das männliche) mehr Gewichtung, Anerkennung und damit mehr Privilegien in der Gesellschaft geniesst. Sexismus ist damit im Diskus Antifeminismus involviert und prägt dessen Werte, stellt allerdings gleichzeitig in seiner Fülle einen eigenen Diskursstrang dar. 1.5.3 Rechtsextremismus, Radikalisierung Antifeminismus als Phänomen kann Teil der rechtsextremistischen Bewegung (in der Dimension Politik) sein, muss es aber nicht zwingend, da sich antifeministische Einstellungen und Handlungen auch im (noch) nicht extremistischen Part der Gesellschaft wieder finden. Extremismus und Radikalisierung stellen einen Zuspitzungsprozess dar, wobei man sich von der Normalität entfernt und abgrenzt (Jost, 2017, S. 85; Schneider et al., 2020, S. 2). Es ist kein Zustand, sondern gewisse Einstellungen (hier antifeministische) können sich mit der Zeit Richtung Extremismus und/oder Radikalität hin entwickeln (Schmidt-Kleinert, 2018). Diese Weiterentwicklung von Antifeminismus muss sicherlich im Blick behalten werden, da dessen Radikalisierung erhöhte Gefahr für die Gesellschaft bedeutet. Dieser Prozess kann in der vorliegenden Arbeit nicht umfassend behandelt werden. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 16 Als Hinweis sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich weibliche und männliche Radikalisierung unterscheiden und demnach unterschiedliche präventive Massnahmen zu dessen Vorbeugung notwendig sind (Meier & Verhagen, 2024). Dies könnte möglicherweise bereits einen Einfluss auf weibliche und männliche antifeministische Akteur:innen-Gruppen haben. 1.5.4 Sexuelle Gewalt und Femizide Sexuelle Übergriffe und an deren Spitze stehend Femizide sind sexistische und entsprechend auch antifeministische Handlungen. Damit stellen sie nicht ein eigenes Diskriminierungsphänomen dar und lassen sich von Antifeminismus abgrenzen, sondern füllen vielmehr den Diskurs Antifeminismus aus. Da es aber einen grossen Teil der Gesellschaft betrifft, ist es unabdingbar, in einem eigenen Unterkapitel auf sexualisierte Gewalt als eigenständiges Phänomen einzugehen. Zahlen dazu sind schwierig zu nennen, da eine hohe Dunkelziffer anzunehmen ist und sexuelle sowie häusliche Gewalt unterschiedlichste Formen annehmen kann. Dennoch sprechen die Zahlen in der Schweiz Klartext: Im Jahr 2023 wurden insgesamt über 5000 Straftaten der sexualisierten Gewalt registriert, am häufigsten sind sexuelle Belästigungen, am dritthäufigsten wird mit 839 Taten die Vergewaltigung genannt. 86% der geschädigten Personen sind weiblich (Bundesamt für Statistik BFS, 2024f). In einer Befragung von gfs.bern, im Auftrag von Amnesty International, beschreiben 22 Prozent der Befragten, dass sie ungewollte sexuelle Handlungen persönlich erleben mussten (gfs.bern, 2019, S. 14). Bei Tötungsdelikten im häuslichen Bereich werden Frauen «nahezu viermal häufiger Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten als Männer; der Anteil der getöteten Frauen ist siebenmal höher» (Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG, 2024, S. 5). Es wird deutlich, dass sexualisierte Gewalt weit verbreitet ist und nach wie vor im Bereich der Justiz und Polizei unzureichend abgedeckt ist. Damit ist diese Gewaltform Teil der Gesellschaft und formt wiederum gesellschaftliche Rahmenbedingungen: «Gewalt gegen Frauen wird also auch eingesetzt, um die heterosexistische, binär strukturierte Geschlechterhierarchie zu erhalten und männliche Vorherrschaft abzusichern oder wiederherzustellen» (Suter et al., 2023, S. 14). 1.5.5 Queerfeindlichkeit/Homophobie Im modernen Verständnis von Feminismus sind nebst Frauen noch viel mehr Personen mitgedacht. Auch queere, homosexuelle, trans oder intergeschlechtliche Personen haben darin zurecht ihren Platz. Daher kann man auch von Queerfeminismus sprechen, um die Diversität hinter feministischen Werten und Anliegen sichtbarer zu machen (bspw. in Bretz & Lantzsch, 2013). Aus diesem Grund sind Queerfeindlichkeit/Homophobie und weitere Begriffe, die die Diskriminierung an queeren Personen darstellen, im antifeministischen Diskurs inkludiert (siehe auch die Darstellung in Abbildung 1). Dies wird in der Auswahl der Themen und Ereignisse der Diskursanalyse (sh. Kap. 3) deutlich. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 17 1.6 Zwischenfazit: Prinzipien von Antifeminismus Als Zwischenfazit werden wichtige Prinzipien des Antifeminismus festgehalten, die sich aus der Definition von Antifeminismus aber auch von Feminismus und feministischer Sozialer Arbeit ableiten lassen. Dies sind folgende: • Antifeminismus ist gegen die Emanzipation und für die Förderung der Unterdrückung von Selbstbestimmung und Freiheit der Frau und von queeren Personen. • Es dominiert eine binäre Betrachtung von Geschlecht und damit das Prinzip der Heteronormativität. • Ein traditionelles und konservatives Bild von Geschlechterrollen sowie von Familie liegt vor. • Die Gleichstellung von Mann und Frau wird als gegeben betrachtet, es benötigt keine weiteren Bestrebungen in diese Richtung; es gibt dementsprechend kein Patriarchat (mehr). • Feminismus wird als Gefahr für die Männlichkeit angesehen (daraus resultierend: toxisches Männerbild und/oder Männer als Opfer von feministischen Bestrebungen). Diese Prinzipien werden als Grundlage für die Diskursanalyse genutzt, um Ereignisse, Themen und Akteur:innen herauszufiltern und davon abzuleiten sowie um zu eruieren, welche Aspekte davon möglicherweise gefährlich für die Soziale Arbeit sein können. Um diese Diskursanalyse durchführen zu können, wird im nachfolgenden Kapitel zunächst die Begrifflichkeit Diskurs sowie die Forschungsmethode an sich erläutert. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 18 2. Methodik Das zweite Kapitel widmet sich der Methodik und der Begründung, weshalb die Methode der Diskursanalyse für die Fragestellung geeignet ist. Wichtige Begriffsklärungen sowie konkrete methodische Vorgehensweisen bilden die Basis für die daran anschliessende thematische Analyse. 2.1 Diskurs und Diskursanalyse Um Antifeminismus als gesellschaftliches Phänomen begreifen und daraus Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit ziehen zu können, muss verstanden werden, wie der Diskurs rund um Antifeminismus geführt wird. Die Begrifflichkeit Diskurs wurde unter anderem geprägt durch den französischen Philosophen Michel Foucault. Bevor auf die Methodik der Diskursanalyse eingegangen wird, muss verstanden werden, was ein Diskurs überhaupt ist. Foucault beschreibt dafür drei Bedeutungsmerkmale: • Diskurs steht «für das allgemeine Gebiet aller Aussagen, so dass in dieser Hinsicht von dem Diskurs im Singular zu sprechen ist» (Parr, 2020, S. 274). • Diskurse sind gleichzeitig «pluralistisch zu denken», da sie sich im «Kontext anderer» Diskurse befinden. Eine «individualisierte Gruppe von Aussagen» gehören dann zu einem Diskurs und konstituieren diesen (Parr, 2020, S. 274). • Und drittens «bezeichnet Diskurs eine regulierte Praxis, die ein bestimmtes Feld von Aussagen hervorbringt, neben dem es weitere solche Felder gibt, die von anderen Diskursen konstituiert werden» (Parr, 2020, S. 274). In Bezug auf Antifeminismus bzw. den antifeministischen Diskurs bedeutet dies, dass es Aussagen gibt, die sich eindeutig dem Diskurs zuordnen lassen und die den Diskurs gleichzeitig überhaupt erst bestimmen, da sie aus dem Diskurs hervorgebracht werden. Zusätzlich lässt sich der Diskurs aufgrund dieser Aussagen von anderen Diskursen abgrenzen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ein subjektiver Einfluss nicht zu vermeiden ist, denn Diskurse «können nicht unmittelbar ‘verstanden’ werden, sie müssen also durch ein methodisches Instrument(arium) zugänglich und ‘sichtbar’ gemacht werden» (Diaz-Bone, 1999, S. 126). Dieses Sichtbarmachen erfolgt mithilfe der Diskursanalyse, wovon es verschiedene Ausprägungen gibt mit je unterschiedlichen Foki. Bevor auf diese eingegangen sowie die Wahl der spezifischen Methodik begründet wird, folgen zunächst die allgemeinen, groben Vorgehensschritte im Rahmen der Diskursanalyse. Diese finden sich in der Grundform in den verschiedenen Ausprägungen wieder und bilden eine gute Basisorientierung: Erstens die Abgrenzung eines Diskurses gegen andere; zweitens die bestandsaufnehmende und insofern immer auch empirisch-materielle Beschreibung seiner Formation, also der jeweiligen Diskursstruktur; drittens die Beschreibung der interund extradiskursiven Einbettung eines Diskurses; viertens die Analyse seiner Dynamik, seines historischen Auftauchens, seines Verfalls, seiner Ablösung durch neue Diskurse in neuen Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 19 interdiskursiven Konstellationen; fünftens die Frage nach Interventionsmöglichkeiten. (Parr, 2020, S. 276) Bezogen auf den zu untersuchenden antifeministischen Diskurs sollen folgende Fragen angegangen werden: • Wie grenzt sich Antifeminismus von anderen (nahen und themenverwandten) Diskursen ab? (wie bspw. Anti-Gender, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus etc.) • Wie lässt sich Antifeminismus beschreiben, was macht den Diskurs zu einem antifeministischen Diskurs? • Was findet innerhalb des Diskurses statt, was ausserhalb? Wie ist Antifeminismus in der Gesellschaft eingebettet? • Wie ist der Diskurs entstanden, wie wandelt er sich? • Welche Handlungsoptionen resultieren daraus für die Soziale Arbeit? Diese und weitere, spezifischere Fragestellungen werden bei der Durchführung und Auswertung der Diskursanalyse wieder aufgegriffen. Die Fragen beziehen sich auf den Diskurs Antifeminismus an sich und sind dementsprechend in die gliedernden Fragestellungen der gesamten Arbeit (sh. Einleitung) eingebettet. Diese Grundlage bietet nun die Möglichkeit, verschiedene Arten (Ausprägungen) der Diskursanalyse zu etablieren, darunter fallen bspw. die Kritische Diskursanalyse, die hegemonietheoretische Diskursanalyse, die Diskursperspektive nach Foucault und die Wissenssoziologische Diskursanalyse (Keller, 2013, S. 429–435). Aus dieser Auswahl ist das Forschungsinteresse sowie die Fragestellungen der Kritischen Diskursanalyse (KDA) am besten geeignet für den antifeministischen Diskurs, da es dabei unter anderem um Gesellschaftskritik und das Aufdecken von und die Aufklärung über Machtasymmetrien und Ideologien geht (Keller, 2013, S. 429). Näher konkretisiert und aufgeschlüsselt wird die KDA auch von Zimmermann und Jäger, deren Ausführungen in der Abbildung 2 visualisiert werden (Jäger & Zimmermann, 2010, S. 15–18). Im gesellschaftlichen Gesamtdiskurs und auf differenzierten Zeitebenen befinden sich verschiedenste Themen und Unterthemen sowie unterschiedlichste Diskursstränge. Diese Themenbereiche und auch spezifische Ereignisse können einem oder auch mehreren Diskurssträngen zugeordnet werden, je nach Kontext. Die Diskursposition beschreibt die subjektive Sichtweise auf einen spezifischen Diskurs/Diskursstrang, wie dies auch Foucault bereits beschrieben hat. Der Diskursstrang bewegt sich auf verschiedenen Ebenen, die mit sozialen Orten vergleichbar sind (Wissenschaft, Politik, Medien etc.). Alle diese Elemente können in ihrer Spezifikation analysiert werden, sodass daraus klar dem Diskurs zuordbare Aussagen (allerdings keine objektiven Wahrheiten) resultieren (Jäger & Zimmermann, 2010, S. 15–18). Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 20 Aus den grundlegenden Vorgehensschritten, die Foucault beschreibt, sowie diesen differenzierteren Einordnungen durch die Kritische Diskursanalyse lassen sich nun präzisere Fragestellungen formulieren, die handlungsleitend als Methode angewendet werden können: Wann taucht ein spezifischer Diskurs auf oder verschwindet wieder? Wie, wo, mit welchen Praktiken und Ressourcen wird ein Diskurs (re-)produziert? Welche sprachlichen und symbolischen Mittel und Strategien werden eingesetzt? Welche (auch impliziten) typisierbaren Inhalte werden vermittelt? Welche Phänomenbereiche werden dadurch wie konstituiert? Was sind die entscheidenden Ereignisse im Verlauf eines Diskurses und wie verändert er sich mit der Zeit? Welche Akteure besetzen mit welchen Ressourcen, Interessen, Strategien die Sprecherpositionen? Wer ist Träger, Adressat, Publikum des Diskurses? Welche Bezüge enthält der Diskurs zu anderen, historisch vorangehenden oder parallelen, konkurrierenden Diskursen? Welche (Macht-)Effekte gehen von einem Diskurs aus, und wie verhalten sich diese zu gesellschaftlichen Praxisfeldern und ‚Alltagsrepräsentationen‘? (Keller, 2013, S. 437) Abbildung 2 Kritische Diskursanalyse Anmerkung. Eigene Darstellung in Anlehnung an Jäger & Zimmermann, 2010, S. 15–18. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 21 Mithilfe dieses Verständnisses eines Diskurses im Allgemeinen, mit den konkretisierenden Ausführungen durch die Kritische Diskursanalyse als Methodik sowie den daraus resultierenden Fragestellungen nach Keller wird das Phänomen Antifeminismus in der vorliegenden Arbeit untersucht. Da die Diskursanalyse aber kaum konkrete Methoden vorgibt, wird das Vorgehen innerhalb der KDA durch das Theoretical Sampling (2.2) sowie durch das Snowball-Sampling (2.3) ergänzt. 2.2 Theoretical Sampling Beim Verfahren des Theoretical Samplings wird ein Sample «nach den theoretischen Gesichtspunkten, die sich im Verlauf der empirischen Analyse herauskristallisieren, erst nach und nach zusammengestellt» (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, S. 231). Das bedeutet, dass die Auswahl der antifeministischen Ereignisse, Themen und Akteur:innen im Prozess stattfindet und nicht bereits vorab, sodass im Laufe der Analyse Inhalte dazustossen, sich verändern oder angepasst werden können und damit eine Flexibilität gewährleistet werden kann. Um einer sogenannten «theoretischen Sättigung» (Strauss, 1991, zitiert nach (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, S. 232) nahe zu kommen, wird innerhalb der Themen und Ereignisse nach dem «Prinzip der Minimierung und Maximierung von Unterschieden» (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, S. 232) gearbeitet, um einerseits Thesen expliziter zu (über)prüfen und andererseits um die «Varianz im Untersuchungsfeld auszuloten» (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, S. 232). 2.3 Snowball-Sampling Das sogenannte Schneeballverfahren zeigt Beziehungen und Netzwerke innerhalb des untersuchten Feldes auf (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, 235f). Dies ist insbesondere auf Social Media von Bedeutung: Personen folgen anderen Personen, kommentieren Beiträge, verlinken oder nennen diese und so weiter. Auch gemeinsam geteilte Hashtags (#) zeigen ein Netzwerk und damit gemeinsam geteilte Interessen oder (vermeintliche) Zusammenhänge auf. Dies hilft bei der Erschliessung und Übersicht eines Themas und lässt erkennen, welche Akteur:innen eine Rolle spielen. Nach der Erläuterung der Methodik folgt nun im nächsten Kapitel die eigentliche Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media. Die Begrifflichkeiten der Unterkapitel orientieren sich an der beschriebenen Methode, daher werden weitere Eingrenzungen und Vorgehensschritte entlang der methodisch-inhaltlichen Struktur laufend ergänzt. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 22 3. Diskursanalyse zu Antifeminismus auf Social Media In diesem Kapitel findet die eigentliche Diskursanalyse statt. Dazu gehört, weitere Eingrenzungen vorzunehmen (3.1), die theoretisch beschriebene Methodik auf das Thema zu beziehen (3.2.) und anhand des Schemas aus der Kritischen Diskursanalyse (siehe Abbildung 2, Kap. 2.1) immer weiter in das Phänomen Antifeminismus einzutauchen und Themen, Ereignisse sowie Akteur:innen zu beschreiben und in ihrer Bedeutung zu interpretieren (3.3.- 3.5). 3.1 Eingrenzung Die Diskursanalyse zu Antifeminismus wird auf der Social Media Plattform Instagram durchgeführt. Dies hat mehrere Gründe: zunächst ist die Plattform in der Gesellschaft ziemlich verbreitet, es werden alltägliche, persönliche aber auch politische Inhalte verbreitet. Weiter wird Instagram überwiegend von der Generation Z genutzt, also den Jahrgängen 1996-2009 (Initiative D21 e. V., 2024, S. 35). Diese Zielgruppe wird explizit ausgewählt, da sich in dieser Generation einerseits potenzielle Adressat:innen der Sozialen Arbeit befinden (bspw. Anspruchsgruppe von geschlechtsspezifischen Angeboten für Jugendliche) und andererseits gerade angehende oder frisch ausgebildete Professionelle ebenso zu dieser Zielgruppe zählen. Als dritten Grund für die Auswahl von Instagram lässt sich nennen, dass diese Plattform sowohl mit Bildmaterial, kurzen Videos als auch mit Texten gefüllt wird – das ermöglicht eine multimediale Betrachtungsweise. Die Funktion der sogenannten Story ermöglicht eine spontane Mitteilung und Verbreitung von Videos/Bildern, diese Inhalte sind nämlich nur für 24h einsehbar. Das ist neben der Verwendung von kurzen Videos (Reel genannt) oder Bildern mit Text (Post oder Beitrag) eine Möglichkeit der Aktivität auf der Plattform. Die Recherche befasst sich mit möglichst aktuellen Beiträgen sowie, wenn möglich, mit Personen/Inhalten aus der (deutschsprachigen) Schweiz (insbesondere bei politischen Inhalten). Für gewisse Themen macht es allerdings Sinn, auch englischsprachige und damit internationale Inhalte beizuziehen, da diese häufig eine grössere Reichweite haben und mehr Personen angezeigt werden. Diese Faktoren geben der Recherche einen Rahmen. 3.2 Konkretes Vorgehen Ziel ist es, den Diskurs Antifeminismus fassbar zu machen und beschreiben zu können. Dafür wird anhand der Begrifflichkeiten und dem Schema von Jäger & Zimmermann (Abbildung 2, Kap. 2.1) vorgegangen und versucht, diese inhaltlich zu füllen. Gewisse Aspekte müssen für die Analyse gesetzt werden (bspw. Beschreibung der Diskursposition), andere werden sich im Recherchevorgang ergeben (nach dem Prinzip des Theoretical Sampling sowie des Schneeballverfahrens). Eine offene und explorative Vorgehensweise wird zeigen, wo Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 23 Schwerpunkte gesetzt werden können und wo möglicherweise eine spezifische Suche notwendig erscheint. Um sich eine Übersicht zu verschaffen, soll zunächst ganz allgemein nach Antifeminismus auf Instagram gesucht werden, um den Diskurs(strang) mit seinen jeweiligen Akteur:innen sowie Themen begreifen zu können. Die Suche nach verwandten Begriffen und auch davon abzugrenzenden Phänomenen soll diese Eingrenzung verdeutlichen. Die Suche und Recherche nach explizit feministischen Inhalten («maximale Kontrastierung» nach Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2021, S. 232) wiederum soll zeigen, wie sich die Diskurse gegenüberstehen. Sobald ein grobes Bild vorhanden ist und sich möglicherweise Personen(gruppen) oder Kanäle als sehr typisch für diesen Diskurs gezeigt haben, wird ins Detail gegangen: Wie wird kommuniziert? Welche Begrifflichkeiten/Schlagwörter werden verwendet? Mit welchen Bildern wird gearbeitet? Wie konkretisiert sich die Zielgruppe? Etc. (Konkretisierung der Fragestellungen nach Keller, siehe Kap. 2.1). In einem zweiten Analyseschritt werden anschliessend Verbindungslinien zur Sozialen Arbeit gezogen, die für die Auswertung wichtige Anhaltspunkte in Form von Anspruchsgruppen oder Handlungsfeldern liefern. 3.3 Gesellschaftlicher Gesamtdiskurs Der Diskursstrang Antifeminismus mit den jeweils dazugehörigen Themen und Ereignissen ist in einen gesellschaftlichen Gesamtdiskurs eingebettet. Je nach Auslegung dessen, lassen sich auch unterschiedliche Themen zuordnen (bspw. nationale/internationale Themen). In diesem Fall wird der Fokus auf die Schweiz gelegt, mit einem Augenmerk auf die Politik, da diese Eingrenzung beim Bezug zur Sozialen Arbeit am Ende der Arbeit wichtig ist. Deshalb werden diese Rahmenbedingungen kurz umrissen, um den Gesamtdiskurs fassbar zu machen und die darin befindlichen Ebenen sowie den Diskursstrang selbst einordnen zu können. Dabei werden ausschlaggebende Punkte, die für den Diskurs Antifeminismus von Bedeutung sind, herausgepickt (politische Lage, Gleichberechtigung etc.), da eine umfassende Beschreibung der Gesellschaft im Allgemeinen zu weitreichend wäre. 3.3.1 Politische Lage Die Schweiz ist eine direkte Demokratie, was eine hohe Mitbestimmung und viele Mitsprachemöglichkeiten für die Schweizer Bürger:innen mit sich bringt. Wer keinen Schweizer Pass hat, ist von den Abstimmungen und Wahlen ausgeschlossen (mit ganz wenigen Ausnahmen auf kantonaler und kommunaler Ebene, inkl. entsprechenden Bedingungen). Dies hat zur Folge, dass lediglich rund 60% der Einwohner:innen der Schweiz diese Mitbestimmungsmöglichkeiten zurzeit nutzen können (Einwohnerzahl CH insgesamt: ~9 Mio., davon sind ~5.5 Mio. stimmberechtigt; Bundesamt für Statistik BFS, 2024a; Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, 2024). Dies führt zu einem Ausschluss Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 30 Männerrechtsbewegungen zeichnen ein bestimmtes Bild von Männlichkeit: ein Mann muss stark sein, für seine Frau und Familie sorgen können, er muss erfolgreich sein und sich stets weiterentwickeln, Leistung bringen und dabei besser werden wie andere Männer (ultimate_masculinity, 2024; artofmanhodd, 2024; Hale-Gautsch, 2023, alphaadvice, 2024). Das führt zu einem toxischen Verständnis von Männlichkeit und erzeugt viel Druck. Ausserdem wird dabei von Männern definiert, was Frauen wollen und wie eine Beziehung auszusehen hat – der Einbezug von unterschiedlichen Ansichten (der Frauen), von diversen Beziehungskonstellationen oder von Geschlechtervielfalt fehlt gänzlich. Andrew Tate ist ein Beispiel dafür, wie diese Botschaften auf Social Media verbreitet werden. Der hypermaskuline und misogyne Influencer verkörpert dieses Bild eines erfolgreichen, reichen, muskulösen und einflussreichen Mannes, der mit Frauen machen darf, was er möchte. Er verherrlicht sexuelle Gewalt, bewegt sich im rechten und rechtsradikalen politischen Bereich, verbreitet Frauenhass und verdient u.a. durch das Weitergeben seiner Ideologie massenhaft Geld (Füllemann, 2022; Nagel, 2024). Durch viel Widerstand von Frauenrechtsorganisationen und anderen Organisationen wurde Andrew Tate nun von allen bekannten Social Media Plattformen verbannt und seine Accounts mit Millionen Followern gelöscht (Holpuch, 2022). Seine Fans und Anhänger posten seine Inhalte aber weiterhin auf Fan-Pages oder eigens eingerichteten Konten, sodass er nach wie vor grosse Wirkmächtigkeit erfährt (bspw. andrew.tate._official, tatesofficial, cobratetealiveog, cobratetealiveofficial; auf die direkte Verlinkung zu einzelnen Beiträgen wird daher verzichtet, da sie nicht von Andrew Tate selbst gepostet wurden). In diesem Zusammenhang schliessen sich die Ausführungen des Männerpsychologen und Publizisten Markus Theunert an (Theunert, 2024). Seine Wissensgrundlagen sind im Übergang von Antifeminismus zu Radikalisierung zu sehen (vgl. Kap. 1.5.3) und verdeutlichen damit, welche Auswirkungen antifeministische Männer auf Social Media auslösen können. Theunert hat fünf Konzepte identifiziert, die zu (männlicher) Radikalisierung führen können: Essentialismus, Hypermaskulinität, Misogynie, Bruderschaft und Autoritarismus (2024, S. 18; zusammenfassend dargestellt in Meier & Verhagen, 2024, 8f). Insbesondere das Vermitteln von ‘echter’ bzw. ‘wahrer’ Männlichkeit und den damit verbundenen Hang zu bzw. die Legitimation von Gewalt (Hypermaskulinität; Theunert, 2024, 40ff) und die Frauenfeindlichkeit (Misogynie; Theunert, 2024, 56ff) finden sich bei den Instagram Beiträgen wieder. Aber auch männliche Dominanz (Autoritarismus; Theunert, 2024, 80ff), naturgegebene Geschlechterordnung (Essentialismus; Theunert, 2024, 33ff) und eine starke Zusammengehörigkeit (Bruderschaft Theunert, 2024, 66ff) finden sich auf Social Media als Konzepte wieder. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 31 3.5.4 #womeninmenfields Dieser aktuelle und rasch an Reichweite gewinnende Hashtag womeninmenfields (dt.: ‘Frauen in Männer-Bereichen/Domänen’) ist eine feministische Initiative, die antifeministische Strukturen in der Gesellschaft aufzeigt. Es geht darum, dass Äusserungen, die tagtäglich von Männern getätigt werden bzw. die sich Frauen häufig anhören müssen, umgekehrt werden (Frauen richten diese Aussagen an Männer). Damit werden tief verankerte diskriminierende Strukturen in der Gesellschaft sichtbar. So wird bspw. mit folgender Aussage deutlich, welchen Stellenwert Frauen und Mütter in der Führung nach wie vor haben: «Wie ich unseren Boss frage, ob es hart war, es als Mann mit Kind zum CEO zu schaffen» (finskaflicka, 2024). Auch im Dating-Bereich existieren einige frauenfeindliche Handlungsweisen, die für viele Männer und Frauen aber normal scheinen, wie das Gaslighting (Manipulieren), Ghosten (Ignorieren) oder Warm-halten von verschiedenen Frauen (u.a. erkennbar in gesammelten Posts von giggles_hub_, 2024a, 2024b). Mit dieser Umkehrung schaffen Feminist:innen Sichtbarkeit für antifeministische Haltungen im Alltag, man könnte an dieser Stelle auch von «alltäglichem Antifeminismus» (Rosenbrock, 2012, S. 11) oder auch von Mikroaggressionen sprechen. Damit sind subtile, auf den ersten Blick vernachlässigbare Äusserungen gemeint, die eine Person für die Zugehörigkeit zu einer (angenommenen) Gruppe diskriminieren (Buchanan, 2011, S. 336; de Vries, 2024; Pierce, 1970; Sue, 2010). In der Summe führen diese Äusserungen zu Abwertung und individueller Diskriminierung sowie dazu, dass Stereotype, Vorurteile und gewisse Werte verstetigt und verfestigt werden, was schliesslich zu umfassenderen gesellschaftlichen Diskriminierungsstrukturen führt (bspw. die angenommene Normalität, dass Frauen mehr Care-Arbeit übernehmen als Männer). Diese Mikroaggressionen sind fest verankert und daher schwierig sichtbar zu machen, geschweige denn aufzulösen. Der Hashtag womeninmenfields ist ein Schritt in die Richtung der Sichtbarmachung. 3.5.5 Ehe für alle Die Ehe für alle bezeichnet die Öffnung der Institution Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Diese Möglichkeit wurde zu unterschiedlichen Zeitpunkten in einzelnen Ländern eingeführt, in der Schweiz im Jahr 2021 (vgl. Kap. 3.3.2), in Deutschland im Jahr 2017 (Recht auf Eheschliessung für Personen gleichen Geschlechts; Beschlussempfehlung und Bericht, 2017). Zum jetzigen Zeitpunkt (Herbst/Winter 2024) haben 22 europäische Staaten und 16 Länder ausserhalb Europas die Ehe für alle beschlossen (LSVD - Verband Queere Vielfalt e.V., 2024). Auf Social Media existieren zu diesem Ereignis verschiedenste Inhalte, einerseits Informationsposts und Berichterstattung über Neuerungen in betreffenden Ländern (bspw. tagesschau, 2024 oder queer.de, 2023), andererseits auch viele persönliche Geschichten, die verdeutlichen, welche Bedeutung dem Ereignis Ehe für alle beigemessen wird. Es ermöglicht betroffenen Paaren zu heiraten, setzt aber gleichzeitig ein Zeichen für die queere Community Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 32 im entsprechenden Land. Unter den verschiedenen Beiträgen finden sich nebst grosser Unterstützung auch antifeministische resp. homophobe Kommentare, die verdeutlichen, wie umstritten das Thema nach wie vor ist. Es wird mit religiösen Überzeugungen argumentiert: «Die Bibel bezeichnet Homosexualität eindeutig als Sünde […]» (als Kommentar unter dem Beitrag von Xenia Gromak [true_type], 2023); «Nur die von Gott eingesetzte Ehe zwischen Mann und Frau ist gesegnet» (Beitrag von 100p_jesus, 2024). Weiter finden sich schlicht diskriminierende Äusserungen, die inhaltlich keine Argumente liefern: «Gottseidank hab ich kein Kind im Kindergarten oder Grundschule wo die schon mit dem Regenbogen Mist zu gemüllt werden» (als Kommentar unter dem Beitrag von SWR3 [swr3online], 2024); «[…] es zerstört unsere Gesellschaft» (als Kommentar unter dem Beitrag von Zeit im Bild – ZIB, 2024). Beleidigungen oder Hass-Kommentare werden von den Verfassenden oder von Instagram zeitnah entfernt, weswegen diese schwer nachweisbar sind (sie existieren dennoch zuhauf). Als weiteres Argument berufen sich Kommentierende auf die Natur bzw. Natürlichkeit, wie das bei anderen Themen ebenfalls schon sichtbar wurde: «ganz schlecht […] und unnatürlich» (als Kommentar unter dem Beitrag von SRF News, 2022). An diesem Ereignis der Ehe für alle wird deutlich, wie die verschiedenen Dimensionen ineinanderfliessen und sich bedingen: in erster Linie handelt es sich um Gesetzesänderungen bzw. -entwürfe (Dimension Politik). Dies wird argumentiert und kommentiert mit religiösen Überzeugungen (Dimension Religion) und spielt sich auf der gesellschaftlichen Ebene ab (Dimension Gesellschaft inkl. individuelle Dimension, die beim Feminismus sichtbar geworden ist). Das Thema ist häufig hoch emotional aufgeladen, weil es Grundwerte wie die Institution Ehe und Familie tangiert und damit bestehende Traditionen in Frage stellt bzw. verändert. 3.5.6 #metoo Die Metoo-Bewegung wurde im Jahr 2017 ausgelöst, als über hundert Frauen dem Filmproduzenten Harvey Weinstein Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorwarfen. Seitdem äussern sich bis heute Millionen Opfer von sexuellen Übergriffen und Missbrauch weltweit unter diesem Hashtag, um zu zeigen, dass man nicht allein ist (me too frei übersetzt: ‘ich auch’ bzw. ‘mir ist das auch passiert’) (Friedrich Ebert Stiftung, o.D.a; me too movement, 2024; NZZ, 2024). Auf Instagram sind unter dem Hashtag metoo rund 3.2 Mio. Beiträge zu finden (Stand November 2024). Ein Teil der Beiträge zeigen bekannte Persönlichkeiten, die aktuell Vorwürfe erhalten, die angeklagt sind, verurteilt oder sogar freigesprochen worden sind. Entsprechend werden diese Beiträge als Informationsquelle und Berichterstattung genutzt (bspw. Bill Cosby, SRF News, 2021; Sean ‘Diddy’ Combs und Kanye West, Süddeutsche Zeitung, 2024; Gérard Depardieu, Frankfurter Allgemeine, 2024 etc.). Andere Beiträge zeigen Frauen oder FLINTA* 1 1 Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen (* steht für weitere Geschlechtervariationen) Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 33 direkt oder sie beschreiben anonymisiert ihre persönlichen Erlebnisse. Die Content Creatorin Lena Jensen (@lenajensn) teilt auf ihrem Instagram Profil sowie auf einem persönlichen Blog nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern liest Erlebnisse anderer betroffenen Personen von sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch vor (Lena Jensen [lenajensn], 2022, 2024a, 2024b). Damit schafft sie – und alle weiteren Betroffenen, ob anonym oder persönlich – Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für das Thema. Aus der Metoo-Bewegung entwickeln sich weitere Phänomene und Hashtags, so etwa die Frage ‘Mann oder Bär?’ (‘man vs. bear?’), die im Frühling 2024 auf Tiktok und Instagram bekannt wurde. Dabei geht es um die Frage, ob Frauen eher die Begegnung mit einem fremden Mann oder jene mit einem Bären wählen würden, wenn sie allein im Wald unterwegs sind. Die Mehrheit der Frauen entscheidet sich für den Bären – sie haben mehr Angst vor einem Mann. Die Argumente dazu lauten dann bspw. so: «the police won’t believe a bear over me» (Lisa [the.art.to.change], 2024; dt.: «die Polizei glaubt einem Bären nicht mehr als mir» (DeepL SE, 2024)), «if the bear attacks me, no one will ask what I was wearing» (Lisa [the.art.to.change], 2024; dt.: «wenn der Bär mich angreift, wird niemand fragen, was ich anhatte» (DeepL SE, 2024)) oder «A woman would rather be stuck in the woods with a bear than with a man. At least when she says a bear attacked her, no one suggests that maybe the bear rejected her and now she’s lying out of revenge» (bosswomenmagic, 2024; dt.: «Eine Frau würde lieber mit einem Bären im Wald festsitzen als mit einem Mann. Wenn sie sagt, dass ein Bär sie angegriffen hat, kommt wenigstens niemand auf die Idee, dass der Bär sie vielleicht zurückgewiesen hat und sie nun aus Rache lügt» (DeepL SE, 2024)). Diese Argumente zeigen, welche Vorwürfe Frauen begegnen, wenn sie über einen Übergriff durch einen Mann berichten. Es verdeutlicht, wie absurd die Fragen und Kommentare im Umfeld, der Polizei und Justiz sind und weshalb viele Opfer nicht über ihre Taten sprechen wollen. Die Argumente an sich, die Aktualität und die Tatsache, dass diese nach wie vor sehr verbreitet sind, zeigt den Antifeminismus dahinter. Durch die Metoo-Bewegung und solche Weiter- /Neuentwicklungen daraus möchten Feminist:innen auf nach wie vor bestehende diskriminierende Strukturen wie auch auf real stattfindende Gewalt aufmerksam machen. 3.5.7 Politische Parteien Politische Inhalte spielen sich vermehrt auf Social-Media-Kanälen ab. Insbesondere junge Menschen informieren sich auf diesem Wege über aktuelle Themen und Abstimmungen. Die unterschiedlichen Parteien versuchen dementsprechend, ihre Inhalte, Argumente und Ansichten attraktiv zu gestalten und insbesondere junge Wähler:innen für sich zu gewinnen. Nachfolgend soll ein Blick auf jene Parteien geworfen werden, die sich im politischen Feld klar rechts einordnen: die Schweizerische Volkspartei (SVP) und die junge SVP für die Schweiz und die Alternative für Deutschland (AfD) in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf Inhalten und Äusserungen, die den feministischen/antifeministischen Diskurs betreffen. Da die Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 34 Dimension Politik ein essenzieller Teil des Diskurses Antifeminismus darstellt sowie auch relevant für die Profession Soziale Arbeit ist, werden diese Akteursgruppen inkl. ihren jeweiligen Themen sowie Ereignissen ausführlicher betrachtet. SVP und junge SVP Die SVP zählt auf ihrem Instagram Konto svpch 24'200 Follower (Stand: November 2024) und informiert mittels Beiträgen und Kurzvideos über aktuelle Abstimmungen sowie gesellschaftliche Themen. Die Bebilderung ist zumeist plakativ, die Farben sind deutlich und stechen hervor (siehe Bsp. in den Abbildungen 4-7). Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 35 Insbesondere bei Themen der Asylpolitik und Migration werden explizite und gewalthaltige Bilder verwendet (Abbildung 4 und 7) oder es werden direkt Menschen gezeigt (Abbildung 5). Das erzeugt Aufmerksamkeit und soll bei der betrachtenden Person Emotionen auslösen. Da Antifeminismus intersektional zu verstehen ist (vgl. Kap. 1.1 & 1.5), können die Themen Migration, Rassismus, Asylpolitik oder eben auch Demokratie (Abbildung 6) auf der einen Seite nicht isoliert davon betrachtet werden, auf der anderen Seite bilden sie jeweils eigene Diskurse und Diskursstränge mit eigenen Themen, die einer individuellen Analyse zu unterziehen wären. Diese Überschneidung von Antifeminismus und Migration wird von der SVP allerdings auch strategisch genutzt: Sie verwenden antifeministische Gewalttaten an Frauen, um die Brisanz des sogenannten ‘Asyl-Chaos’ aufzuzeigen – dabei setzt die SVP nicht die Gewalttaten, Nötigungen und Vergewaltigungen an Frauen per se in der Vordergrund, sondern sie setzt den Fokus auf die Täter:innen, die aus dem Ausland stammen: «Türke tötet seine Frau» (SVP Schweiz [svpch], 2023a), «Asylanten belästigen Frauen» (SVP Schweiz [svpch], 2023b) oder «Zwei algerische Asylanten vergehen sich sexuell an Mädchen» (SVP Schweiz [svpch], 2023c). Damit verlagern sie das Problem und deuten eigentlich feministische Anliegen um bzw. nutzen die gesellschaftliche Unterstützung für feministische Themen für ihre eigenen Interessen, die Asylpolitik. In den Kommentaren unter diesen genannten Beiträgen wird von einigen Personen angemerkt, dass Übergriffe und sexuelle Gewalt auch von inländischen Bürger:innen verübt wird – dazu wird allerdings nicht Stellung bezogen (da es der SVP nicht um die Vermeidung solcher Taten an sich geht sondern um das ‘Problem Ausländer’). Die Junge SVP Schweiz (Jungpartei der SVP, jsvp_judc auf Instagram) nutzt Social Media noch expliziter als die SVP, da sie nicht nur junge Wähler:innen und Unterstützer:innen dazugewinnen wollen, sondern auch Parteimitglieder. Der Medienauftritt ähnelt der SVP, ist zusätzlich angereichert mit jungen Gesichtern und qualitativ gut aufbereiteten Kurzvideos. Auch sie arbeiten mit plakativen Bildern sowie klaren Farben. Eine Vermischung von Themen ist ebenso erkennbar, wie an diesem Beispiel in Abbildung 8 zu sehen ist: Abbildung 8 Bild zu sog. ‘islamistischen und woken Antisemitismus’ Anmerkung. Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2024a. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 36 In der Beschreibung dieses Beitrages heisst es: «Angriff auf unsere Freiheit stoppen! Islamistischen und woken Antisemitismus stoppen» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2024a). Ihre vordergründige Botschaft ist demnach, gegen Antisemitismus vorzugehen, konkret gegen Menschen, die sich antisemitisch äussern und bspw. antisemitische Botschaften auf Gebäude sprayen (deshalb das Bild einer Person mit Spraydose). Die Person hat allerdings nicht nur eine Spraydose in der Hand, sondern sie hat pink gefärbte Haare sowie einen Regenbogenschal – die Junge SVP verbindet also das Thema Antisemitismus mit queeren Themen und wirft dabei diese beiden Personengruppen in einen Topf. Dieser Post geriet damals in Kritik und in den Kommentaren finden sich viele Personen wieder, die diese Verbindung und Vermischung nicht unterstützenswert finden. Genau von solchen Provokationen profitiert die Jungpartei allerdings: Kommentare und Reaktionen (egal ob positive oder negative) zu diesem Beitrag erhöhen ihre Reichweite, sie erhalten Aufmerksamkeit und es wird darüber gesprochen. Die Begriffe ‘Freiheit’ und ‘woke’, wie sie auch im genannten Beitrag verwendet werden, tauchen immer wieder auf. Diese Schlagwörter helfen der Jungen SVP konsistent zu bleiben sowie nahe bei der Jugend zu sein, indem Anglizismen und die Jugendsprache aufgenommen werden. Die Junge SVP positioniert sich deutlich gegen alles, was mit Gender und Regenbogenflagge (als inhärente Themen des Feminismus zu verstehen; Bezug auf Queerfeminismus) zu tun hat, so unter anderem auch in diesem Beispiel: im Sommer 2023 sind die Eurogames in Bern zu Gast – eine Sportveranstaltung für queere Menschen (Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 2023). Im Zuge dessen hängt die Stadt Bern Regenbogenfahnen in der Altstadt auf und unterstützt damit die queeren Sportler:innen durch Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Die Junge SVP bezeichnet diese Aktion als einen «Blick in den Abgrund» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023a). Die beiden darauffolgenden Beiträge verdeutlichen ihren Standpunkt: Angehörige der Jungen SVP halten eine Schweizer Fahne in der Hand, im Hintergrund ist die Berner Altstadt mit den Regenbogenfahnen zu sehen. Sie schreiben und sprechen von «Zensur», «Ausgrenzung», «Dekadenz» und «Untergang» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023b, 2023c). Sie möchten die «Schweiz zurückgewinnen», indem sie selbst für «Freiheit und Stärke, für Zusammenhalt und die Zukunft» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023b) stehen. Auch hier wird deutlich, dass sie mit umfassenden Schlagwörtern arbeiten und damit auch bewusst eine Provokation hervorrufen. Denn auch Kritik ist Interaktion, wodurch die Beiträge mehr Personen angezeigt werden. Mit der ‘säg’s eifach!’ Kampagne, bei der Parteimitglieder der Jungen SVP ihre persönliche Meinung äussern, drücken sie diese antifeministische Haltung erneut deutlich aus. Die Kampagne haben sie lanciert, weil von der «intoleranten Linken» vorgegeben sei, «was noch gesagt werden darf und was nicht» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023d) und möchten dazu aufrufen, dass man seine ehrliche Meinung (auch anonym) äussern kann. Den Auftakt Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 37 der Kampagne macht die Aussage «Die Menschheit kennt zwei Geschlechter. Punkt.» (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023d) von Nils Fiechter (damals Chef Strategie, heute Präsident der Jungen SVP). Damit negiert er die wissenschaftlich bewiesene Tatsache, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt (bspw. Intergeschlechtlichkeit, Nägeli & Jeker, 2019, S. 9–10). Einige weitere Beiträge der Kampagne beziehen sich auf das Gendern in der Sprache (geschlechtsneutrale Formulierungen oder das Verwenden von Sonderzeichen wie den Stern oder den Doppelpunkt, um die Vielfältigkeit der Geschlechter sichtbar zu machen). Dabei sprechen sie sich gegen das Gendern aus bzw. möchten ein Verbot dagegen erreichen, verlangen aber gleichzeitig von ‘den Linken’ Toleranz und keine Vorschriften – ein Widerspruch in sich (bspw. in Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2023e, 2023f, 2023g). Weiteres grosses Aufsehen erlangte die Junge SVP im Frühling 2024: die Chefin Strategie der Jungen SVP, Sarah Regez, war Teil eines politischen Treffens, an dem u.a. auch der Rechtsextremist Martin Sellner anwesend war. Sie soll allerdings nichts von seiner Anwesenheit gewusst haben (SRF, 2024). Diese Nähe und gar Verbindung zum Rechtsextremismus lassen sie und auch der Parteipräsident Niels Fiechter (die privat ein Paar sind) lange Zeit offen, sie distanzieren sich aber auch nicht klar dagegen (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2024b, 2024c). Erst später, nach verschiedenen Interviews und Kritik auch aus den eigenen Reihen, stellen sie die inhaltliche Distanzierung zum Extremismus klar (Junge SVP Schweiz [jsvp_judc], 2024d). Die Grenze zwischen politisch rechts und rechtsradikal/rechtsextrem ist dünn (vgl. auch die Beschreibungen dazu in Kap. 1.5.3). AfD – Alternative für Deutschland Diese Nähe zum Rechtsradikalismus und rechtsextremen Milieu macht es unumgänglich, einen Blick in das Nachbarland der Schweiz zu werfen und den insbesondere antifeministischen Social Media Auftritt der AfD (Alternative für Deutschland) zu betrachten. Es werden ein paar Aspekte herausgepickt, um einerseits die Ähnlichkeit und die Überschneidungen zur Schweiz sichtbar zu machen und andererseits den damit verbundenen Einfluss (das Instagram Konto der AfD zählt rund 10x so viele Follower wie dasjenige der SVP, Stand November 2024). Der Gesamtauftritt lässt sich gut vergleichen mit bisherigen Darstellungen: es wird mit klaren Farben gearbeitet, die Bilder sind pragmatisch, teilweise provokativ und die Titel bzw. Überschriften zeigen sich kurz und prägnant (Alternative für Deutschland [afd.bund]). Diese Darstellungsweise zeigt sich unter anderem im nachfolgenden Beispiel, welches zudem inhaltlich hervorzuheben ist (sh. Abbildung 9). In der Beschreibung dieses Beitrages heisst es demnach: «[…], dass Frauen und Mädchen endlich geschützt werden müssen, indem ausländische Straftäter endlich konsequent abgeschoben werden und die Massenmigration gestoppt wird» (Alternative für Deutschland [afd.bund], 2024a). Vergleichbar mit der Strategie Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 38 der SVP (sh. obiger Abschnitt) setzt die AfD nicht den Schutz von Frauen und Mädchen in den Vordergrund, sondern ihre Ziele der Migrationspolitik. Mit diesen Worten vermitteln sie den Eindruck, als sei die Abschiebung die einzige und alleinige Lösung des Problems, und negieren dabei unzählige weitere Ursachen von Gewalt und Belästigung (bei Frauen) im öffentlichen Raum. Das Selbstbestimmungsgesetz, welches ganz aktuell in Deutschland in Kraft getreten ist (am 1. November 2024) führt bei der AfD zu Empörung. Dieses Gesetz ermöglicht transgeschlechtlichen, nicht-binären und intergeschlechtlichen Menschen, ihren Geschlechtseintrag «ohne grosse Hürden» anzupassen, zudem «soll es mehr Beratungsangebote geben», welche «überall zugänglich» sind (Die Bundesregierung, 2024). Selbstbestimmung als solches und im Besonderen im Hinblick auf das Geschlecht ist ein zentraler Pfeiler von Feminismus. Im Beitrag der AfD zu diesem Gesetz wird allerdings betont, dass es nur zwei Geschlechter gäbe, dies sei ein «biologischer Fakt» (Alternative für Deutschland [afd.bund], 2024b). Mit der Beharrung auf der Binarität werden wissenschaftliche Erkenntnisse über die Vielfältigkeit von Geschlecht negiert – wie dies auch bei der (Jungen) SVP zu sehen ist. Die AfD als Partei und ihre politischen Inhalte scheinen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ein offenes Ohr zu treffen (Alternative für Deutschland [afd.bund], 2024c). Da sich diese Zielgruppe vermehrt via Social Media über Politik informiert, wird die Wirkungsmacht solcher Beiträge deutlich. Diesen Umstand nutzt die AfD und spricht die junge Generation, ihre Zukunft und Perspektiven explizit an (Alternative für Deutschland [afd.bund], 2024d). Abbildung 9 Beitrag «Frauen und Mädchen schützen, Abschiebungen durchsetzen» Anmerkung. Alternative für Deutschland [afd.bund], 2024a. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 39 3.5.8 Frauen-, Familienund Mutterbild Nebst den in einem eigens vorgestellten Kapitel genannten tradwives/stay at home girlfriends gibt es auf Social Media unzählige weitere Strömungen, die ein bestimmtes Frauen-, Familiensowie auch Mutterbild propagieren. Diese Aspekte überschneiden sich teilweise mit antifeministischen Prinzipien und/oder sind Teil davon, meist bilden sie aber noch weitere gesellschaftliche Themen mit ab und sind in weitere diskriminierende Strukturen eingebettet. Daher werden diese Aspekte gebündelt in einem Kapitel zusammenfassend dargestellt. Angefangen mit dem insbesondere durch Social Media ausgelösten Druck, stets einem gewissen Ideal entsprechend aussehen zu müssen. Durch Kamera-Filter, Schönheitseingriffe, Kosmetik und nachträgliche Bildbearbeitung hat das, was auf Social Media gezeigt wird, häufig wenig mit der Realität zu tun. Dennoch ist die Beeinflussung, insbesondere bei jungen Personen, sehr hoch: sie eifern einem gewissen Ideal nach und möchten mit Influencer:innen mithalten. Mit Bewegungen wie #thatgirl oder #cleangirl wird ein ganz bestimmtes Bild der Frau und auch deren Lebensstils vermittelt (sakuranbosblossoms, 2024; monacoitgirls, 2024; Mara [marasdailydiary], 2024). Dies kann die Freiheit, Selbstbestimmung und Offenheit von (jungen) Menschen einschränken und in der Entwicklung beeinflussen. Damit einhergehend kann ein Konsumationsdruck ausgelöst werden. Nebst diesen durchaus kritisierbaren Aspekten können diese Bewegungen allerdings auch mehr Bewusstsein für den eigenen Körper fördern und dazu motivieren, sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen, was im Sinne der Selbstfürsorge als positiv zu bewerten ist. Dieses bestimmte Bild einer Frau geht häufig Hand in Hand mit einem bestimmten, teilweise traditionellen Bild von Familie sowie auch Mütterlichkeit (in einer Weiterführung der tradwives). Single-sein und/oder Kinderlosigkeit wird als Versagen eingestuft bzw. als nicht akzeptabel, unabhängig davon, ob dies frei so entschieden wurde oder nicht. Die Sterilisation der Frau als eindeutige Entscheidung gegen Kinder wird von vielen ärztlichen Fachpersonen nicht akzeptiert oder es werden Hürden in den Weg gelegt, wie bspw. ein vorgängiges psychiatrisches Gutachten. Ein Zitat von Julia Brandner bringt die Absurdität dahinter zum Vorschein: «Ohne psychiatrisches Gutachten darf ich also nicht entscheiden, keine Kinder bekommen zu wollen, dürfte aber wohl zehn Kinder in die Welt setzen, ohne dass jemand prüft, ob ich in der Lage bin, sie aufzuziehen, ohne sie zu traumatisieren» (kleinezeitung, 2023). Eines der häufigsten Argumente ist jenes, dass sich diese Frauen später noch umentscheiden werden, da der Mutterinstinkt ja bei jeder Frau vorhanden sei (sh. Kommentare im zitierten Beitrag, bspw. «Habe auch einige Freundinnen, die mit 20-25 Jahren meinten sie wollen nie im Leben Kinder haben! Es hat sich ab ca. 35 bei ALLEN geändert und sie sind jetzt glücklich mit ihrem Nachwuchs!!», kleinezeitung, 2023). Dass Frauen ihr Mutter-Sein auch bereuen könnten (Phänomen des sog. ‘regretting motherhood’), wird negiert. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 46 Kernbegriffe suggerieren Klarheit, Bestimmtheit und bieten Orientierung. Was in den allermeisten Fällen aber nicht passiert, ist eine nähere Definition bzw. die Erläuterung des individuellen Verständnisses dieser Begrifflichkeiten. So lässt man die Lesenden in ihrer eigenen Interpretation und jede Person kann die Termini für sich passend deuten (Strategie: Verwendung von Keywords, eigene Interpretation bewusst offenlassen). Verbunden mit Begrifflichkeiten wie ‘die Wahrheit’ (bspw. von Männlichkeit oder vom Feminismus) tauchen auch Verschwörungstheorien oder schlicht Unrichtigkeiten auf. So z.B. bei der sogenannten ‘Lüge des Feminismus’, welche in tradwife-Kreisen Anklang findet, wo die Behauptung aufgestellt wird, dass der Feminismus rein aus Gründen der Steuereintreibung und staatlicher Kontrolle erfunden worden sei. Personen, die sich mit dem Feminismus teilweise berechtigt kritisch auseinandersetzen, finden womöglich Anklang bei solchen Theorien. Zusätzlich wird damit ein gemeinsames Feindbild geschaffen, in diesem Fall der Staat bzw. die staatliche Kontrolle (Strategie: Unwahrheiten/Verschwörungstheorien verbreiten). Zuletzt ist sicher nicht zu vernachlässigen, dass insbesondere Personen mit grosser Reichweite nebst der Verbreitung ihrer Inhalte und Ansichten auch Geld verdienen möchten, so am Beispiel von Andrew Tate zu sehen. Er verkauft seine Ideologie, lebt dadurch in Reichtum und fördert damit wiederum das Bild des reichen, erfolgreichen Mannes. Geld und Ansehen ist sicherlich ein individueller Faktor, kann in der heutigen Zeit der medialen Präsenz aber aus gesellschaftlicher Sicht ebenso nicht vernachlässigt werden (Strategie: Geld). Diese Strategien werden im nächsten Schritt dafür genutzt, potenzielle Gefahrenquellen für die Soziale Arbeit sowie für spezifische Handlungsfelder zu identifizieren. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 47 5. Bezug Soziale Arbeit Die übergeordnete Fragestellung nach den Gefahren für die Soziale Arbeit, die von Antifeminismus und antifeministischen Strukturen (auf Social Media) ausgehen, gibt den Anlass für dieses zentrale Kapitel. Es muss geklärt werden, welche Bezüge aus antifeministischen Inhalten und Strategien abzuleiten sind und welche Folgen dies nach sich trägt, um Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit formulieren zu können. Dafür werden zunächst Schutzräume (5.1) sowie Jugendangebote (5.2) als Handlungsfelder in den Blick genommen. Anschliessend folgt der Bezug zum Studium der Sozialen Arbeit (5.3), um bereits frühzeitig antifeministische Tendenzen erkennen und ihnen begegnen zu können. Die Wichtigkeit der politischen Sozialen Arbeit sowie die Nähe von Politik und Sozialer Arbeit wird im Kap. 5.4 aufgezeigt. Abgeschlossen wird mit einem Blick auf weitere Handlungsfelder und gesellschaftliche Phänomene (5.5). 5.1 Schutzräume Organisationen der Sozialen Arbeit, die von Diskriminierung betroffenen Personen(gruppen) Schutz gewähren, sind der Gefahr Antifeminismus ausgesetzt. Dies wird unter anderem auf der politischen Ebene sichtbar: der Bedarf an Frauenund Mädchenhäusern sowie auch Männerhäusern (inkl. Plätze für Kinder) ist gross, das Angebot wird allerdings nicht oder zu geringfügig ausgebaut (Dachorganisation der Frauenhäuser Schweiz und Lichtenstein DAO, 2024a, 2024b; ZwüscheHalt - damit Mann weiss wohin, 2024). Dem Thema wird nicht angemessen Rechnung getragen, weder aus finanzieller Sicht noch aus jener der gesellschaftlichen Anerkennung, denn es braucht auch Schutzräume für weitere Geschlechter sowie Anlaufstellen für geschlechtsspezifische Beratungen. Dass Organisationen wie Frauenhäuser tatsächlich antifeministische Angriffe und Gewalt erleben, wurde in der Masterthesis von Hannah Ringhofer deutlich, auf welche im Kapitel 1.4 bereits Bezug genommen worden ist (Ringhofer, 2016). Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem Thema und Handlungsfeld gilt es demnach jene Arbeit zu konsultieren. 5.2 (Geschlechtsspezifische) Jugendangebote Das Handlungsfeld der (geschlechtsspezifischen) Jugendangebote wird im Rahmen der vorliegenden Masterthesis fokussiert, weil zwei Perspektiven vereint werden: Einerseits wird die Soziale Arbeit als Profession mit spezifischen Angeboten in den Blick genommen, andererseits wird die Sicht der Jugendlichen, die Social Media selbst konsumieren, miteinbezogen. Es soll geklärt werden, welchen Einfluss antifeministische Inhalte auf Social Media auf Jugendliche haben und was das für die Professionellen der Sozialen Arbeit bedeutet (Stichwort Medienkompetenz). Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 48 Zwei Prämissen sind vorangehend als gesetzt zu betrachten: Erstens, die Identitätsbildung und die Entwicklung eines persönlichen Lebensentwurfs in der Jugendphase wird durch die immer diversere Lebenswelt und Gesellschaft vermehrt von Medien und entsprechend auch durch Social Media beeinflusst (Friese, 2013, S. 137–138). Social Media ist ein nicht weg zu denkender und damit ein prägender Faktor in der Identitätsentwicklung. Als zweites ist zu nennen, dass eine geschlechtliche Sozialisation existiert, unabhängig von biologischen Merkmalen (Unterscheidung von sex und gender). Das bedeutet, dass eine geschlechtsspezifische Sozialisation ein gesellschaftlich-kulturelles Phänomen darstellt und kein Automatismus aufgrund des biologischen Geschlechts vorliegt (Maihofer, 2015, 630-632 & 640-641). Diese Erkenntnis ist u.a. auf die Arbeit von Simone de Beauvoir zurückzuführen, was mit folgenden Zitaten sichtbar wird: «Nicht jeder weibliche Mensch ist also zwangsläufig eine Frau» und «Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es» (de Beauvoir, 1951). Das Konzept doing gender nach West & Zimmermann, 1987) führte dies weiter und unterstreicht mit dem doing das Prozesshafte («… understandig of gender as a routine, methodical, and recurring accomplishment», (West & Zimmermann, 1987, S. 126). Kurzum: Eine Person entwickelt aufgrund verschiedener sozialisatorischer Aspekte eine eigene Identität. Diese Entwicklung ist in der Jugendphase besonders intensiv und wird u.a. durch Social Media als Faktor beeinflusst. Jugendliche bilden also eine Zielgruppe für antifeministische Inhalte auf Social Media, sei es um sie als zukünftige Wähler:innen zu sichern (AfD und (junge) SVP, politische Dimension), um sie als Follower:innen und zahlende Kund:innen zu gewinnen (bspw. bei Andrew Tate zu sehen), um ihnen mögliche zukünftige Lebensentwürfe zu zeigen (tradwife/stay at home girlfriend als anzustrebendes Lebensziel) oder um ihnen schlichtweg gewisse Werte mit auf den Weg zu geben (Befürworten des Abtreibungsverbots (prolife) oder gewisse christliche Werte). Dies wird erreicht, indem die Jugendsprache angenommen und mit für die Zielgruppe passenden Visualisierungen gearbeitet wird. So fühlen sich Jugendliche abgeholt und sind offen für die Inhalte. Die Soziale Arbeit im Handlungsfeld der (geschlechtsspezifischen) Jugendarbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld … zwischen dem Anspruch, Schutz zu gewähren, aber auch ein subjektivierendes Empowerment zu ermöglichen, oder dem Anspruch, ‘geschlechtsspezifischen’ Bedarfen gerecht werden zu wollen und gleichzeitig die Existenz von etwas ‘Geschlechtsspezifischem’ in Frage zu stellen (Busche, 2021, S. 87) Das bedeutet, dass geschlechtsspezifische Angebote, die als Schutz und rahmendes Angebot existieren, gleichzeitig kein Ort des Ausschliessens darstellen dürfen. Professionelle müssen sich fragen, wie sie sogenannte «heteronormative Otheringprozesse aushebeln» (Busche, 2021, S. 87) und tatsächlichen Raum für Geschlechtervielfalt und Diversität bilden können, was dem Anspruch der (feministischen) Sozialen Arbeit entsprechen würde. Ohne Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 49 Vorbildfunktion suchen sich Jugendliche andere Zugänge und können antifeministische Inhalte auf Social Media entsprechend weniger präzis einordnen, geschweige denn in einen geeigneten und genügend geschützten Rahmen auf die eigene Subjektivierung bezogen reflektieren. Das Handlungsfeld der Offenen Kinderund Jugendarbeit kann, gemäss Definition des Dachverbands, einen geeigneten Raum dafür bieten: Die Offene Kinderund Jugendarbeit ist ein Teilbereich der professionellen Sozialen Arbeit mit einem sozialpolitischen, pädagogischen und soziokulturellen Auftrag. … Sie begleitet, unterstützt und fördert Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen von Beziehungsarbeit auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Ihre Angebote schaffen Freiräume, in denen Kinder und Jugendliche ihre spezifischen Bedürfnisse und ihre Andersartigkeit in Abgrenzung zur Erwachsenenwelt leben und eigene kinderund jugendkulturelle Initiativen entwickeln können (Dachverband Offene Kinderund Jugendarbeit Schweiz DOJ/AFAJ, 2018). Als handlungsleitende Prinzipien werden zusätzlich die Offenheit sowie der geschlechterreflektierte Umgang genannt (Dachverband Offene Kinderund Jugendarbeit Schweiz DOJ/AFAJ, 2018, S. 5–6), wobei explizit die Ziele «Stereotype aufzuweichen» und die Unterstützung «im Umgang mit geschlechtsspezifischen Herausforderungen» genannt werden sowie das Handeln «im Wissen um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt» (Dachverband Offene Kinderund Jugendarbeit Schweiz DOJ/AFAJ, 2018, S. 6). Damit verbunden ist die zentrale Herausforderung der Kinderund Jugendarbeit, der Digitalisierung adäquat zu begegnen und Medienkompetenz sowohl selbst (als Professionelle) zu lernen als auch in gewisser Form zu vermitteln (Mairhofer et al., 2022, S. 15). Diese Zusammenführung von einerseits Social Media als Einflussfaktor in der persönlichen Sozialisation von Jugendlichen und andererseits dem professionellen Auftrag rund um Geschlecht und Medienkompetenz des Handlungsfeldes Kinderund Jugendarbeit in der Sozialen Arbeit verdeutlicht die Notwendigkeit, die Thematik Antifeminismus und das Medium Social Media zusammenzudenken und in der Arbeit mit den Jugendlichen zu thematisieren, dies sowohl bezogen auf den Inhalt als auch auf die Art und Weise des Konsums. Eine Möglichkeit, diesem vielfältigen Anspruch zu begegnen, ist der «postheteronormative Zugang» (Busche, 2021, S. 88). Wie diese Haltung Einzug in die Lehre und damit Ausbildung der Sozialen Arbeit halten könnte, wird u.a. im nachfolgenden Kapitel thematisiert. 5.3 Studium und Professionalisierung der Sozialen Arbeit Der postheteronormative Zugang als konkrete Umsetzung im Studium und damit im Prozess der Professionalisierung der Sozialen Arbeit soll einen Anhaltspunkt bieten, wo frühzeitig antifeministischen Strukturen entgegengewirkt werden kann. Ein kleiner Exkurs zeigt anschliessend, was passieren könnte, wenn die Werte der Sozialen Arbeit im Studium nicht eingehalten werden bzw. sogar bewusst hintergangen werden. Daran anschliessend geht es um die Besetzung von Geschlecht in der Profession im Allgemeinen und den immer wieder Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 50 gehörten Satz, Soziale Arbeit sei ein ‘Frauenberuf’, womit vom konkreten Beispiel in eine Metaperspektive gewechselt wird. 5.3.1 Postheteronormativer Zugang Unter einem postheteronormativen Zugang versteht man das Weiterdenken über die Mehrheitsperspektive (heterosexuell, cis-geschlechtlich, binär) hinaus hin zu einer «real existierenden Vielfalt …, ohne die binäre Logik von Norm und Abweichung erneut herzustellen» (Busche, 2021, S. 88). Hartmann (2018, S. 4) definiert dies weiter: Das Zentrale einer post-heteronormativen Perspektive ist es, Heteronormativität in einer Weise kritisch zum Gegenstand der Auseinandersetzung zu machen, die diese nicht wiederholend aufruft, sondern an etwas über sie Hinausweisendem ansetzt. So kann Heteronormativität quasi zurückblickend bearbeitet werden, ohne konstitutiv für die Thematisierung zu sein. Indem er die gesellschaftliche Ordnung nicht reproduziert, sondern durchbricht, enthält ein solcher Zugang bereits ein kritisch-dekonstruktives Moment und das Potential, empowernde Wirkung zu entfalten. Die Soziale Arbeit bewegt sich ständig im Spannungsfeld zwischen «Normierungsund Normalisierungsfunktion», also zwischen dem Anspruch, «Menschen an gegebene Normen anzupassen» und dem Überdenken und Ausweiten, «was als normal gilt» (Hartmann et al., 2018, S. 1). Diese «Normalisierungsfunktion Sozialer Arbeit» (Castro Varela & Hartmann, 2022, S. 38), wie sie bereits in Kap. 1.2 zu feministischer Sozialer Arbeit aufgeführt wurde, hat die Möglichkeit, Normen anzupassen und zu verändern, so auch heteronormative und/oder antifeministische Normen. In diesem Diskurs über Normalität und gelebte Normen geht es vielfach um Macht, um dominante Verhältnisse in der Gesellschaft und damit auch um das, was marginalisiert und diskriminiert wird. Professionelle der Sozialen Arbeit sind angehalten, diese Machtverhältnisse zu erkennen, zu hinterfragen und neu zu denken, um Strukturen, die gefährlich sein könnten, frühzeitig zu begegnen. In diesem Verständnis wäre es Aufgabe der Professionellen, antifeministische Äusserungen oder Verhaltensweisen zu erkennen und zu thematisieren, da sie sich entgegen einer gelebten Vielfalt in der Gesellschaft entwickeln. Der beschriebene postheteronormative Zugang bietet die Möglichkeiten, fest verankerte oder sich neu entwickelnde antifeministische Tendenzen mit Adressat:innen wie z.B. Jugendlichen zu betrachten und gemeinsam zu hinterfragen. Damit dies gelingt, muss diese Perspektive im Studium der Sozialen Arbeit integriert werden, überschneidend mit Themen wie Diversität, Intersektionalität, Differenzkategorien, Diskriminierungsstrukturen, Machtund Herrschaft etc. (angelehnt an Hartmann et al., 2018, S. 1–2). Wenn Professionelle in diesen Bereichen zu wenig Vorwissen und Reflexionsfähigkeit mitbringen, kann es sein, dass antifeministische Strukturen unbemerkt Einzug in Organisationen, Gesellschaft und Politik nehmen. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 51 5.3.2 Exkurs: Unterwanderung der Lehre Die Frage, ob Antifeminist:innen die Lehre der Sozialen Arbeit unterwandern könnten, ist hypothetisch, aber nicht völlig abwegig und stellt möglicherweise die zurzeit angewandten Zulassungsbedingungen zu einem Studium der Sozialen Arbeit in Frage. Forschende der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern) haben sich eine ähnliche Frage gestellt, die als Ausgangspunkt für diesen Exkurs dienen soll: «Unterwandern evangelikale Gläubige die Pädagogische Hochschule?» (Stienen & Bühler, 2011). Das Ergebnis der im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP58 durchgeführten Untersuchung war, dass nicht die Anzahl an glaubensgewissen Studierenden ein Problem darstellt, sondern vielmehr ihre provokative und konfliktsuchende Haltung, das lautstarke Auftreten sowie das Infragestellen der Wissenschaftlichkeit (Stienen & Bühler, 2011). Bezogen auf den Antifeminismus im Studium der Sozialen Arbeit könnte das ähnlich aussehen (durch die im Antifeminismus teilweise hohe Gewichtung der Dimension Religion lässt sich die Fragestellung nachvollziehbar übertragen): Studierende, die eine antifeministische Haltung mitbringen, könnten ihre Ansichten provokativ vertreten und durch hohe Präsenz mehr Raum als gewollt erhalten. Studierende, die unsicher und nicht gefestigt sind in ihrem persönlichen Habitus und in ihrer Integrität, könnten sich von dieser klaren Haltung beeinflussen lassen – insbesondere, weil sich antifeministische Denkweisen gut ‘verpacken’ lassen (bspw. durch die Ansicht, dass tradwives ihre Lebensweise selbst aussuchen könnten und damit emanzipiert seien – ungeachtet der grossen Abhängigkeit und Verfestigung von patriarchalen Strukturen). Durch die einfache Vermittlungsweise via Social Media liessen sich diese antifeministischen Ansichten rasch unter den Studierenden verbreiten. Eine solche potenzielle Unterwanderung könnte durch bestimmte qualitative Zulassungsbedingungen verhindert oder zumindest sichtbar gemacht werden. Sollten derartige Tendenzen im Laufe des Studiums auffallen, bräuchte es ein transparent geregeltes Vorgehen, wie mit Studierenden umgegangen werden kann. Ein stetiger Austausch zwischen Studierenden, Dozierenden und Leitungspersonen ist sicherlich ein probates Mittel, um querliegende Werte und Haltungen zunächst zu erkennen, anschliessend zu thematisieren und in einem dritten Schritt dagegen vorzugehen. 5.3.3 Soziale Arbeit als ‘Frauenberuf’ Die Ansicht, dass Soziale Arbeit ein Frauenberuf sei, ist zurückzuführen auf wichtige Gründerinnen und Vorreiterinnen der Sozialen Arbeit wie Jane Addams, Alice Salomon oder Mentona Moser in der Schweiz. Sie haben durch Gründung von Ausbildungsstätten ermöglicht, dass Frauen einer professionellen Arbeit nachgehen konnten und setzten sich damit einerseits erheblich für die Emanzipation der Frau in der damaligen Gesellschaft ein sowie andererseits für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit (Rerrich, 2010, S. 96). Zur daraus entstehenden Entwicklung der Profession schreibt Margrit Brückner folgendes: Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 52 Im Zuge der Institutionalisierung und Verwissenschaftlichung der Sozialen Arbeit haben diese Frauen der Ersten Stunde (...) zunehmend an Anerkennung für ihre praxisbezogenen, schulengründenden und wissenschaftlichen Leistungen eingebüßt. (…) Je mehr Soziale Arbeit zur staatlich geplanten und rechtlich kodifizierten Aufgabe sozialer Sicherung wurde und je stärker Soziale Arbeit in Hochschule und Wissenschaft eingebunden ist, desto häufiger sind Männer in Planung, Entwicklung und Theorie öffentlich präsent, während Frauen weiterhin die große Mehrheit der Praktikerinnen stellen. So ist immer noch aktuell was Christoph Sachße für die 1920er Jahre (…) konstatiert: ‚Soziale Arbeit veränderte sich (…) von einem Konzept weiblicher Emanzipation zu einem Dienstleistungsberuf unter männlicher Leitung’ (Sachße 2001: 679) (Brückner, 2008, zitiert nach (Rerrich, 2010, S. 98). Durch die Verwissenschaftlichung von Dingen wie Helfen oder Fürsorge, die den Frauen zugeschrieben wurden und nach wie vor werden, entwickelte sich die Basis der Sozialen Arbeit. Die Professionalisierung dessen in einem patriarchalen Rahmen führt nun zu einem Überhang an Frauen im Studium und Berufsfeld der Sozialen Arbeit und gleichzeitig zu überproportional vielen Männern in leitenden Positionen. Nach wie vor ist dies so und führt einerseits zu kaum vorhandenen männlichen Vorbildern an der Basis (in der direkten Arbeit mit Adressat:innen) sowie andererseits zu wenigen weiblichen oder diversen Führungspersonen, was wiederum die Verfestigung dieser gesamten Struktur fördert und die Konnotation von Care-Arbeit und Frauen weiterhin verstetigt (Rerrich, 2010, S. 98–100). Dieser Teufelskreis führt u.a. auch zu geringerer Bezahlung (und damit auch geringerer Wertschätzung) von sozialen Berufen, begründet durch die geringe gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeiten und Arbeit mit/für Menschen, historisch betrachtet aus einer religiösen, freiwillig helfenden Haltung heraus (Rerrich, 2010, S. 101–102). Die Konklusion daraus: Patriarchale und antifeministische Strukturen durchziehen nach wie vor die Profession Soziale Arbeit und werden laufend reproduziert. Soziale Arbeit ist kein Frauenberuf, sondern ein Beruf bzw. eine Profession, die zurzeit mehrheitlich von Frauen ausgeübt wird. Es braucht ein Umdenken rund um Vorstellungen von Geschlecht in der Gesellschaft und damit auch in der Profession selbst, um die weitere Reproduktion von Antifeminismus zu durchbrechen. Dieser Umstand kann folgendermassen gedacht werden: Meines Erachtens liegt eine doppelte Aufgabe vor uns: Re-Gendering im Sinne des Sichtbarmachens von Geschlecht dort, wo Geschlecht drin ist, aber nicht drauf steht, um den geschlechtsspezifischen Gehalt (z. B. politischer Maßnahmen) sichtbar zu machen und „De-Gendering“ im Sinne der Zurückweisung von Geschlechtszuweisungen dort, wo diese an Entwertung gekoppelt ist oder mit Einengung einhergeht (z. B. die Zuweisung unbezahlter Hausarbeit an Frauen) (Brückner, 2008, zitiert nach (Rerrich, 2010, S. 104). Dieses Zitat leitet über zum nächsten Anhaltspunkt: der Politik und deren Rolle in der Sozialen Arbeit, was im nachfolgenden Kapitel thematisiert wird. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 53 5.4 politische Soziale Arbeit Soziale Arbeit ist stets politisch – Inhalte und Personen der Sozialen Arbeit sind abhängig von politischen Entscheidungen, von real stattfindenden Machtund Herrschaftsstrukturen, von Debatten wie auch von der parteipolitischen Situation der Regierung. Gleichzeitig ist auch die Politik in einer gewissen Form abhängig von der Sozialen Arbeit, indem Professionelle Gesetzesentscheidungen ausführen, indem Themen debattiert und zur Abstimmung gebracht werden und indem Handlungsfelder per se politisch sind. Diese Wechselwirkung und gegenseitige Abhängigkeit ist wichtig und beeinflusst die Legitimation der professionellen Sozialen Arbeit aus bspw. finanzlogischer oder strukturell-gesellschaftlicher Sichtweise. Die politische Dimension ist auch im Phänomen Antifeminismus von grosser Bedeutung, in Form von gesetzlichen Entscheidungen (Ehe für alle, legale Schwangerschaftsabbrüche etc.) oder durch konkrete Parteiprogramme. Entsprechend schliesst sich der Kreis und die gegenseitige Wechselwirkung von Antifeminismus, Sozialer Arbeit und Politik. Parteien nutzen Themen der Sozialen Arbeit für ihre Kampagnen, wie dies bei der SVP und der AfD zu sehen ist. Entsprechend kann die Politik auch Feminismus und feministische Errungenschaften in Gefahr bringen, indem sie bereits bestehende Parteimitglieder wie auch neue Wähler:innen von antifeministischen Werten überzeugen. Eine Strategie dahinter ist es, feministische und damit auch Themen der Sozialen Arbeit abzuwandeln und nur jene Inhalte für sich zu nutzen, die ihnen auch etwas bringen. So werden Themen individualisiert und privatisiert, die eigentlich politisch sind, wie dies Kantonsrätin der SVP Unterägeri Monney Rogenmoser (2022) treffend formuliert: «Die Tatsache, dass Frauen viel mehr unbezahlte Care-Arbeit leisten als Männer, ist hausgemacht. Es ist schlicht ein Beziehungsproblem, wenn der Mann nichts tut und nicht Aufgabe des Staates dies zu beheben». Es lässt sich festhalten, dass antifeministische Themen und Akteur:innen mithilfe der Politik eine Gefahr für die Soziale Arbeit darstellen können. Durch immer mehr Präsenz von politischen Parteien auf Social Media können junge Menschen in ihrer Meinung beeinflusst werden, was wiederum eine Verschiebung von Normen und Werten in der Gesellschaft mit sich bringt, und damit ebenfalls die Legitimationsgrundlage der Sozialen Arbeit ins Wanken bringt. Um dagegen vorzugehen, braucht es aber wiederum die Politik – es herrscht demnach eine permanente Wechselwirkung und die Dimension Politik lässt sich nicht aus der Kopplung Antifeminismus und (feministische) Soziale Arbeit wegdenken. 5.5 Andere Handlungsfelder und Phänomene Wie zu Beginn der Arbeit bereits aufgezeigt, bewegt sich sowohl Feminismus und Antifeminismus als auch die Soziale Arbeit selbst stets in intersektionalen und interdisziplinären Rahmungen. Das bedeutet, dass auch in jenen Handlungsfeldern, die auf den ersten Blick wenig mit feministischen Werten und Geschlechterdiversität zu tun haben, ein Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 54 Bewusstsein für Antifeminismus herrschen sollte. Als Beispiel ist hier der Bereich der Migration und des Asylwesens zu nennen: dort stattfindende Diskriminierungsstrukturen (bspw. Rassismus oder Antisemitismus) sind eng mit Antifeminismus verbunden. Antifeministische Frauenund Familienbilder auf Social Media bspw. schliessen einerseits geschlechtliche und sexuelle Vielfalt aus, andererseits wird auch kaum ethnische oder kulturelle Vielfalt dargestellt (bspw. keine Repräsentation von BIPoC 2 ). Als weiteres Beispiel ist der Bereich Menschen mit Beeinträchtigung zu nennen, wo einerseits Themen wie Identitätsfindung und auch Sexualität ganz grundsätzlich bearbeitet werden und andererseits der Umgang mit Medien eine wichtige Rolle spielt. Beide Aspekte müssen gemeinsam mit den Menschen in den Organisationen fachlich thematisiert und ausgehandelt werden. Auch da ist ein Wissen um bzw. Bewusstsein für Antifeminismus bei den Professionellen unabdingbar, um nach geeigneten Vorbildern, Plattformen oder konkreten Social Media Konten zu suchen. Eine umfassende Analyse zu den Überschneidungen von Antifeminismus auf Social Media in spezifischen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit sowie mit anderen Diskriminierungsstrukturen würde eine weitergehende und eigenständige Fragestellung darstellen. An dieser Stelle muss aber festgehalten werden, dass Antifeminismus ein gesamtgesellschaftliches Phänomen darstellt und daher immer intersektional und interdisziplinär zu denken ist. 2 Black, Indigenous & People of Color Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 55 6. Fazit und Abschluss Das nachfolgende Fazit fasst zum einen die gesammelten Erkenntnisse aus der Masterthesis zusammen und beantwortet die zu Beginn gestellten Forschungsfragen (6.1). Zum anderen erfolgt ein Ausblick (6.2) sowie eine persönliche Reflexion (6.3). 6.1 Zusammenfassung und Fragestellungen Die zusammenfassenden Erkenntnisse aus der Diskursanalyse von Antifeminismus auf Social Media sind grundsätzlich gesprochen folgende: Antifeminismus als Thema und als Phänomen ist Teil der Gesellschaft, der Politik wie auch der Wissenschaft und gewinnt in jüngster Zeit stark an Bedeutung. Weiter ist Antifeminismus auf Social Media vertreten, auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen und auf verschiedenste Arten und Weisen. Diese beiden Feststellungen haben Auswirkungen auf die Soziale Arbeit und deren Handlungsfelder, weil sowohl die Werte und Haltungen der Professionellen beeinflusst werden können als auch die Inhalte und Themen etwas bei den Adressat:innen der Sozialen Arbeit auslösen. Zunächst sollen allerdings die eingangs formulierten Fragestellungen der Reihe nach beantwortet werden, um anschliessend die übergeordnete Frage nach den konkreten Auswirkungen für die Soziale Arbeit zu beantworten. Wie wird Antifeminismus definiert? Antifeminismus ist grundsätzlich eine Bewegung gegen Feminismen und feministische Errungenschaften, mit dem Ziel, entweder den Status quo einer nach wie vor patriarchalen gesellschaftlichen Struktur aufrechtzuerhalten oder sogar gewisse Errungenschaften des Feminismus wieder zu kippen. Es geht dabei nicht nur um die Rechte und das gesellschaftliche Standing von Frauen, sondern auch von FLINTA* und queeren Personen. Antifeministische Akteur:innen können vielfältig sein, es ist kein rein männliches Phänomen. Der Antifeminismus kann als Dach gedacht werden, unter dem verschiedene Diskriminierungsstrukturen zusammenlaufen, so bspw. Anti-Genderismus, Sexismus oder Queerfeindlichkeit. Das Phänomen entwickelte sich parallel zu feministischen Bewegungen und orientiert sich entsprechend auch aktuell daran, weswegen es wohl so lange antifeministische Stimmen geben wird, wie es den Feminismus braucht. Wie zeigt sich Antifeminismus im Diskurs auf Social Media? In dieser Arbeit konnten ein paar ausgewählte Themen, Ereignisse und Akteur:innen des Diskurses Antifeminismus auf Social Media, konkret auf Instagram, untersucht werden. Diese Auswahl hat bereits gezeigt, wie vielfältig antifeministische Inhalte aussehen können: von konservativen und rückschrittlichen Frauenund Familienbildern über politische Meinungsbildung hin zu organisierten (Männer)Bewegungen und hohen finanziellen Anreizen. Die Darstellungsweisen können subtil, informativ, provokativ, klar und deutlich oder bewusst Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 62 Hartmann, J., Köbsell, S. & Schäuble, B. (2018). Neue Selbstverständlichkeiten etablieren – post-normalistische Perspektiven im Studium der Sozialen Arbeit (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre). www.genderdiversitylehre.fu-berlin.de/toolbox/ content/pdf/Hartmann-Koebsell-Schaeuble-2018.pdf Henninger, A. (2020). Antifeminismen: 'Krisen'-Diskurse mit gesellschaftsspaltendem Potenzial? In U. Birsl & A. Henninger (Hrsg.), Antifeminismen: 'Krisen'-Diskurse mit gesellschaftsspaltendem Potential? (S. 9–41). transcript Verlag. Holpuch, A. (2022). Why Social Media Sites Are Removing Andrew Tate’s Accounts. https://www.nytimes.com/2022/08/24/technology/andrew-tate-banned-tiktokinstagram.html Initiative D21 e. V. (2024). D21-Digital-Index 2023/24: Jährliches Lagebild zur Digital Gesellschaft (D21-Digital-Index). https://initiatived21.de/download/163660/d21digitalindex_2023-2024.pdf Jäger, S. & Zimmermann, J. (Hrsg.). (2010). Edition DISS: Bd. 26. Lexikon kritische Diskursanalyse: Eine Werkzeugkiste (1. Auflage). UNRAST-Verlag. Jordan, C. (2024). Zurück in die 1950er: Traditionelles Frauenbild bei TikTok. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/tradwives-social-media-100.html Jost, J. (2017). Der Forschungsstand zum Thema Radikalisierung. SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen, 1(1), 80–89. https://doi.org/10.1515/sirius-2017-0021 Kasten, A., von Bose, K. & Kalender, U. (2022a). Einleitung. In A. Kasten, K. von Bose & U. Kalender (Hrsg.), Feminismen in der Sozialen Arbeit: Debatten, Dis/Kontinuitäten, Interventionen (1. Auflage, S. 13–24). Beltz Juventa. Kasten, A., von Bose, K. & Kalender, U. (Hrsg.). (2022b). Feminismen in der Sozialen Arbeit: Debatten, Dis/Kontinuitäten, Interventionen (1. Auflage). Beltz Juventa. Keller, R. (2013). Diskursanalyse. In M. Seadle, S. Fühles-Ubach & K. Umlauf (Hrsg.), Handbuch Methoden der Bibliotheksund Informationswissenschaft: Bibliotheks-, Benutzerforschung, Informationsanalyse (S. 425–443). De Gruyter. Korte, M. (2023). Digitaler Hass und Demokratiegefährdung: Über Misogynie und Antifeminismus sowie Anschlussstellen zur extremen Rechten am Beispiel der Gruppierung Men Going Their Own Way (MGTOW). In A. Drücker, S. Seng & L. Winterscheidt (Hrsg.), Antifeminismus und Feminismen der Migrationsgesellschaft (S. 27–31): IDA Informationsund Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. Lenz, I. (2018). Was ist Feminismus? Gunda Werner Institut. https://www.gwiboell.de/de/2018/05/25/was-ist-feminismus Lenz, I. (2019). Feminismus: Denkweisen, Differenzen, Debatten. In B. Kortendiek, B. Riegraf & K. Sabisch (Hrsg.), Geschlecht und Gesellschaft: 65,2. Handbuch interdisziplinäre Geschlechterforschung (S. 231–241). Springer. LSVD - Verband Queere Vielfalt e.V. (2024). Die gleichgeschlechtliche Ehe in Europa und weltweit: Diese Länder haben die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. LSVD - Verband Queere Vielfalt e.V. https://www.lsvd.de/de/ct/427-Diegleichgeschlechtliche-Ehe-in-Europa-und-weltweit Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 63 Maihofer, A. (2015). Sozialisation und Geschlecht. In K. Hurrelmann, U. Bauer, M. Grundmann & S. Walper (Hrsg.), Pädagogik. Handbuch Sozialisationsforschung (8. Auflage, S. 630–658). Beltz. Maihofer, A. & Schutzbach, F. (2015). Vom Antifeminismus zum "Anti-Genderismus": Eine zeitdiagnostische Betrachtung am Beispiel Schweiz. In S. Hark & P.-I. Villa (Hrsg.), Gender studies. Anti-Genderismus: Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen (2. unveränderte Auflage, S. 201–217). transcript. Mairhofer, A., Peucker, C., Pluto, L. & van Santen, E. (2022). Herausforderungen der Offenen Kinderund Jugendarbeit: Empirische Erkenntnisse (1. Auflage). Beltz Juventa. https://content-select.com/media/moz_viewer/6228b0c0-f82c-488b-b0200480b0dd2d03/language:de me too movement [Website]. (2024). https://metoomvmt.org/ Meier, M. & Verhagen, L. (2024). Radikalisierung und Geschlecht [unveröffentlichter Leistungsnachweis Modul TL1]. HSLU. Monney-Rogenmoser, E. (2022). Frauen, seid selbstbewusst! SVP. https://www.svpzug.ch/artikel/frauen-seid-selbstbewusst/ Nagel, U. (2024). Zwei Frauen sagen, Andrew Tate habe sie gewürgt und vergewaltigt. https://www.tagesanzeiger.ch/andrew-tate-frauen-werfen-ihm-in-bbc-berichtvergewaltigung-vor-593701966155 Nägeli, J. & Jeker, D. (2019). Intergeschlechtlichkeit im Feld der Sozialen Arbeit: eine qualitative Forschung zum Wissensstand von Fachpersonen [Bachelorarbeit]. HSLU, Luzern. https://files.www.soziothek.ch/source/2019_ba_Jeker_Naegeli.pdf Netzwerk feministische Perspektiven & Interventionen gegen die (extreme) Rechte (Hrsg.). (2022). Antifeminismus – Plädoyer für eine analytische Schärfe. https://fempinetzwerk.wordpress.com/2022/07/01/antifeminismus--pladoyer-fur-eineanalytische-scharfe/ NZZ (Hrsg.). (2024). Der Fall Harvey Weinstein: Der frühere Filmproduzent weist neue Vorwürfe aus dem Jahr 2006 zurück. https://www.nzz.ch/panorama/harvey-weinsteindie-neusten-entwicklungen-ld.1532074 Offen, K. (2000). European Feminisms, 1700-1950: A Political History. Stanford University Press. https://doi.org/10.1515/9780804764162 Parr, R. (2020). Diskurs. In C. Kammler, R. Parr & U. J. Schneider (Hrsg.), FoucaultHandbuch: Leben-Werk-Wirkung (2., aktualisierte und erweiterte Auflage, S. 274– 277). J.B. Metzler Verlag. Pierce, C. (1970). Offensive Mechanisms. In F. B. Barbour (Hrsg.), The Black 70's (S. 265– 282). Plösser, M. & Micus-Loos, C. (2022). Dekonstruktive feministische Perspektiven auf Soziale Arbeit. In A. Kasten, K. von Bose & U. Kalender (Hrsg.), Feminismen in der Sozialen Arbeit: Debatten, Dis/Kontinuitäten, Interventionen (1. Auflage, S. 57–72). Beltz Juventa. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 64 Przyborski, A. & Wohlrab-Sahr, M. (2021). Qualitative Sozialforschung: Ein Arbeitsbuch (5., überarbeitete und erweiterte Auflage). Lehrund Handbücher der Soziologie. De Gruyter Oldenbourg. https://www.degruyter.com/books/9783110710670 Regionaljournal Bern Freiburg Wallis. (2023). Queere Eurogames: Regenbogen überall: LGBTIQ-Sportevent zieht Tausende nach Bern. https://www.srf.ch/news/schweiz/queere-eurogames-regenbogen-ueberall-lgbtiqsportevent-zieht-tausende-nach-bern Rerrich, M. S. (2010). Soziale Arbeit als Frauenberuf: der lange Weg zur Gendered Profession. In C. Engelfried & C. Voigt-Kehlenbeck (Hrsg.), Gendered Profession: Soziale Arbeit vor neuen Herausforderungen in der zweiten Moderne (1. Aufl., S. 91– 105). VS Verl. für Sozialwissenschaften. RESIST. (o.D.). Welcome to The RESIST Project [Website]. https://theresistproject.eu/ RESIST. (2023). The RESIST project: Ergebnisse der Schweizer Fallstudie. https://theresistproject.eu/what-we-have-found/ Ringhofer, H. (2016). Antifeminismus und feministische Soziale Arbeit: Der neue alte Kampf gegen feministische Errungenschaften. soziales_kapital, wissenschaftliches Journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit(15). https://sozialeskapital.at/index.php/sozialeskapital/article/view/424/764 Ringhofer, H. (2017, 11. Mai). Antifeministische Männerrechtsbewegungen und ihre Auswirkungen auf feministische Soziale Arbeit [Präsentation Vortrag]. Rosenbrock, H. (2012). Die antifeministische Männerrechtsbewegung: Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung ; eine Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung. Schriften des Gunda-Werner-Instituts: Bd. 8. Heinrich-Böll-Stiftung. Sabel, A. (2023). Weißen Feminismus verlernen. In A. Drücker, S. Seng & L. Winterscheidt (Hrsg.), Antifeminismus und Feminismen der Migrationsgesellschaft (S. 115–117): IDA Informationsund Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. Sanders, E., Berg, A. O. & Goetz, J. (2019). Frauen*rechte und Frauen*hass: Antifeminismus und die Ethnisierung von Gewalt (Zweite Auflage). Verbrecher Verlag. Schmidt-Kleinert, A. (2018). Ein kritischer Blick auf die Radikalisierungsforschung. Ein Essay. Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, 3(2), 39–51. https://doi.org/10.46499/1151.1058 Schneider, V., Pickel, S. & Pickel, G. (2020). Gesellschaftliche Integration, Radikalisierung und Co-Radikalisierung. In G. Pickel, O. Decker, S. Kailitz, A. Röder & J. Schulze Wessel (Hrsg.), Handbuch Integration (S. 1–13). Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-21570-5_79-1 SRF (Hrsg.). (2024). Sarah Regez: «Der Name Sellner war mir überhaupt kein Begriff». https://www.srf.ch/news/schweiz/junge-svp-sarah-regez-der-name-sellner-war-mirueberhaupt-kein-begriff Stefan, V. (1994). Häutungen (Neuausgabe). Fischer-Taschenbücher: 11837. Die Frau in der Gesellschaft. Fischer Taschenbuch Verlag. Stienen, A. & Bühler, C. (2011). Unterwandern evangelikale Gläubige die Pädagogischen Hochschulen? Nationales Forschungsprogramm NFP 58 (Summary Sheet Nr. 14). https://www.snf.ch/media/en/c1d7qEEA8ntLUX74/NFP58_SS14_Stienen_de.pdf Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 65 Sue, D. W. (2010). Microaggressions in everyday life: Race, gender, and sexual orientation. Wiley. Suter, M., Widla, N. & Schutzbach, F. (2023). Hast du nein gesagt? Vom Umgang mit sexualisierter Gewalt. Limmat Verlag. Theunert, M. (2024). der Faktor M: Männlichkeit und Radikalisierung - Wissensgrundlagen für die Praxis. https://www.maenner.ch/radikalisierung/ von Bargen, H. (2018). Feminismus: Begriffe und FAQs: Was ist Feminismus? Ist Gleichberechtigung nicht längst erreicht? Was bedeutet Intersektionalität? Fragen und Antworten. (böll Thema 2-18). Heinrich Böll Stiftung. https://www.boell.de/de/2018/06/29/feminismus-imueberblick#5.%20Was%20ist%20Antifeminismus? von Roten, I. (1958). Frauen im Laufgitter: Offene Worte zur Stellung der Frau. Efef Verlag. West, C. & Zimmermann, D. H. (1987). Doing Gender. Gender & Society, 1(2), 125–151. https://doi.org/10.1177/0891243287001002002 Y-Kollektiv. (2023). Frauen gegen Frauenrechte – Das Phänomen Antifeminismus [Video]. ARD. https://www.ardmediathek.de/video/y-kollektiv/frauen-gegen-frauenrechte-dasphaenomenantifeminismus/ard/Y3JpZDovL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlLzI0ZGRmYTczLTgwMGYtN GY5NC05MDQ4LTJjN2M0MDVjODFhYy9lcGlzb2RlL3VybjphcmQ6c2hvdzo2MjA5Yj VhYmQ4ODZhN2Fj Y-Kollektiv. (2024). Jung, viral, rechtsradikal? [Video]. ARD. https://www.ardmediathek.de/video/y-kollektiv/jung-viralrechtsradikal/ard/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYmE3NGNjZjAt NzlhMC00ZTY3LWI3NTUtYjk3ZmJlZTljMTYx ZwüscheHalt - damit Mann weiss wohin (Hrsg.). (2024). Jahresbericht 2023. https://www.zwueschehalt.ch/wpcontent/uploads/2024/02/2023_Jahresbericht_ZWH.pdf Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 66 Quellenverzeichnis (Instagram) Die Zugriffe auf die genannten Quellen fanden alle im Zeitraum zwischen August bis Dezember 2024 statt. 100p_jesus. (2024, 15. September). Nur die von Gott eingesetzte Ehe zwischen Mann und Frau ist gesegnet [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_8Qz-NILp5/ Alphaadvice. (2024, 04. September). You can’t take a break from being a MAN. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_gbAcNNtrt/ Alternative für Deutschland [afd.bund]. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/afd.bund/ Alternative für Deutschland [afd.bund]. (2024a, 13. August). 5-fach gesuchter #Afghane entblößt sich vor Kindern: Frauen und Mädchen schützen, #Abschiebungen durchsetzen! [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-myTaqInue/ Alternative für Deutschland [afd.bund]. (2024b, 01. November). Selbstbestimmungsgesetz tritt in Kraft: In Deutschland darfst Du das #Geschlecht frei wählen – aber nicht Deine #Heizung! [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DB0pRCbsbpS/ Alternative für Deutschland [afd.bund]. (2024c, 25. April). Heimat & Identität gibt's nur bei uns: Die AfD ist die Nr. 1 unter Jugendlichen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C6LWtmnt5H3/ Alternative für Deutschland [afd.bund]. (2024d, 17. Mai). Die Politik von Ampel und CDU wird vor allem für Dich 🫵🫵 und viele andere junge Menschen zu einer immer größeren Herausforderung [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C7DxyrFNQZo/ Amanda [lifewith_amanda_]. (2024, 09. August). I am not with her, I am with her [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-bT_oYALvM/ Andrew.tate._official [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/andrew.tate._official/ Appia, K. [allesdanurellanicht]. (2023, 17. Januar). Das Leben einer Frau fängt erst mit dem Muttersein an. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/Cnhb884uJQW/ Artofmanhodd. (2024, 13. Mai). MEN, Keep yourself busy. (…) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C65_zP-tvmO/ Bosswomenmagic. (2024, 25. August). 10 reasons why women would rather be stuck in the woods with a bear than with a man [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_F9QmFPwsW/ Carolina [xmalischka_]. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/xmalischka_/ Catholic_teen_posts. (2024, 21. Oktober). You can not be catholic and pro-choice [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBX5HiLsU6I/ Citizengo. (2024a, 08. August). “NOT A PERSON” [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-aLurDs29E/ Citizengo. (2024b, 16. August). “Progressive”, “Extremist” [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-vJp1VMyyy/ Cobratatealiveofficial. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/cobratatealiveofficial/ Cobratatealiveog. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/cobratatealiveog/ Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 67 Esther & Chris [togetheringod]. (2023, 13. Januar). EHE [Story Highlight]. Instagram. https://www.instagram.com/stories/highlights/17858674151840209/ Estrella, N. [dontyounoa]. (2024, 7. Oktober). She’s obsessed with abortion. It’s disgusting. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DA1Qh2sPK9P/ Finskaflicka. (2024, 22. November). Wie ich unseren Boss frage, ob es hart war, es als Mann mit Kind zum CEO zu schaffen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCrG8kWKw1X/ Frankfurter Allgemeine [faz]. (2024, 28. Oktober). Gérard Depardieu steht erstmals wegen sexueller Übergriffe vor Gericht. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBrIf4nIaWt/ Giggles_hub_. (2024a, 19. November). #womeninmalefields trend is sending me Part 1 [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCjSq69N-wS/ Giggles_hub_. (2024b, 19. November). #womeninmalefields trend is sending me Part 2 [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCjwZ67NF_x/ Grace [lovetobefeminine]. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/lovetobefeminine/ Hale-Gautsch, M. [thesinglewoman]. (2023, 24. Oktober). Masculinity isn’t toxic. The absence of it is. (…) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CywnaPAszdi/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2024a, 09. Mai). Islamistischen und woken Antisemitismus stoppen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C6wjPx3qbzP/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2024b, 11. April). Interview Rundschau. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C5ogDAjqq84/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2024c, 13. April). Interview Rundschau. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C5saILyKddX/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2024d, 12. April). Als @jsvp_judc rücken wir unsere Inhalte täglich in den Fokus des politischen Diskurses. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C5rNbfDqaOV/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023a, 26. Juli). Schweiz zurückgewinnen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CvKeDrrK5ru/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023b, 29. Juli). Schweiz zurückgewinnen – Junge SVP wählen! [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CvRwRWSt_7I/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023c, 30. Juli). Schweiz zurückgewinnen – Junge SVP wählen! [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CvUmuAjKYMa/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023d, 15. September). Säg’s eifach! Kampagne (1) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CxNibnftIJT/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023e, 20. September). Säg’s eifach! Kampagne (2) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CxaMcORN2Sn/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023f, 26. September). Säg’s eifach! Kampagne (3) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CxqBZPytMj7/ Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2023g, 28. September). Säg’s eifach! Kampagne (4) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/Cxughs6NFJb/ Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 68 Katja [digitaltradwife]. (2024a, 28. Juni). Warum Tradwife [Story Highlight]. Instagram. https://www.instagram.com/stories/highlights/18302282074082257/ Katja [digitaltradwife]. (2024b, 03. Oktober). Die Wahrheit über Feminismus [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DAqKdaCNtNq/ Katja [digitaltradwife]. (2024c, 01. Juli). Warum sollte es immer ein Kampf zwischen Mann und Frau sein? [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C833MfWtY19/ Kleinezeitung. (2023, 14. Januar). Für Stand-up-Comedienne Julia Brandner (27) ist klar: Sie möchte keine Kinder, sie will sich sterilisieren lassen. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CnZFI86KDEV/ Lena Jensen [lenajensn]. (2022, 04. Juni). Darum bin ich hier [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CeYRL6NDB75/ Lena Jensen [lenajensn]. (2024a, 07. November). Geschichte einer Betroffenen/Frauenarztbesuch [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCEcGUitFMr/ Lena Jensen [lenajensn]. (2024b, 27. August). Der Mentos Mann [Beitrag]. Instagram. Lisa [the.art.to.change]. (2024, 25. Mai). The bear wouldn’t choose man either [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C7ZC-L5ib14/ Little_miss_homemaker_germany. (2023, 13. März). Mein Weg zu Gott [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CpvO6qkt7eY/ Liveactionorg. (2024, 20. Oktober). Don’t be fooled. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBVNY0NtYaC/ Mara [marasdailydiary]. (2024, 16. Oktober). How to become a morning person [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBL56WKI6Ur/ McCardle, B. [thebiblicalbirthschool]. (2024, 12. August). Antinatalism in the church [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-k-iTppQas/ Monacoitgirls. (2024, 15. Oktober). THE GIRL NEXT DOOR [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBJXJOEMbGc/ proverbs31femininity. (2024, 28. August). A man of God 🤍 [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_NeFAUSX7A/ queer.de. (2023, 20. Juni). Estland öffnet die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CttP031tLX8/ sakuranbosblossoms. (2024, 06. September). THAT GIRL REVEALS : her morning routine [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_kzYRiowkV/ SRF News. (2021, 1. Juli). Bill Cosby auf freiem Fuss [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CQyEK9pL-Dn/ SRF News. (2022, 05. Oktober). Als erstes Osteuropäisches Land: Parlament von Slowenien legalisiert Ehe für alle [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CjVUNPoNfye/ Süddeutsche Zeitung [sz]. (2024, 16. Oktober). Missbrauch. 86 Seiten Vorwürfe gegen Kanye West [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBL4oBItA1k/ Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 69 SVP Schweiz [svpch]. (2024a, 28. August). Grenzschutz-Initiative [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_NImN9KphF/ SVP Schweiz [svpch]. (2024b, 24. Oktober). Asylpolitik [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBgzP8XKlpd/ SVP Schweiz [svpch]. (2024c, 06. November). Medienmitteilung EU-Schweiz [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCCIeWIqevS/ SVP Schweiz [svpch]. (2024d, 11. Juni). Grenzschutz-Initiative (2) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C8EOeU4q4aE/ SVP Schweiz [svpch]. (2023a, 20. Oktober). Türke tötet seine Frau [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CynbW5mqQPk/ SVP Schweiz [svpch]. (2023b, 18. Oktober). Asylanten belästigen Frauen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/Cyh5KZHq_6M/ SVP Schweiz [svpch]. (2023c, 12. Oktober). Zwei algerische Asylanten vergehen sich sexuell an Mädchen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CyTZMD1KEFS/ SWR3 [swr3online]. (2024, 16. Februar). Griechenland legalisiert als erstes christlichorthodoxes Land die Ehe für alle und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C3Z4HvZIH64/ tagesschau. (2024, 16. Februar). Griechenland legalisiert Ehe für alle [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C3Zmu99K5ye/ tatesofficial. [Konto]. Instagram. https://www.instagram.com/tatesofficial/ ultimate_masculinity. (2024, 12. August). There comes a time in a man’s life where he is working hard every single day (…). [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-lR-JsTaMg/ worteleben. (2024, 20. August). Dein Körper, nicht dein Körper = nicht deine Wahl [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-4v3eroe2F/ Xenia Gromak [true_type]. (2023, 25. August). Heute vor 15 Jahren haben wir geheiratet. [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/CwXT_82LW6p/ Zeit im Bild – ZIB. (2024, 25. September). Queere Ehen ab 2025 möglich: Thailands König unterzeichnet Gesetz für die Ehe für alle [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DAVDBHRsjfS/ Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 70 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 Netzwerk feministische Perspektiven & Interventionen gegen die (extreme) Rechte (Hrsg.). (2022). Antifeminismus – Plädoyer für eine analytische Schärfe. https://fempinetzwerk.wordpress.com/2022/07/01/antifeminismus--pladoyer-fur-eineanalytische-scharfe/ Abbildung 2 eigene Darstellung, adaptiert aus: Jäger, S. & Zimmermann, J. (Hrsg.). (2010). Edition DISS: Bd. 26. Lexikon kritische Diskursanalyse: Eine Werkzeugkiste (1. Auflage). UNRAST-Verlag. Abbildung 3 Citizengo. (2024b, 16. August). “Progressive”, “Extremist” [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-vJp1VMyyy/ Abbildung 4 SVP Schweiz [svpch]. (2024a, 28. August). Grenzschutz-Initiative [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C_NImN9KphF/ Abbildung 5 SVP Schweiz [svpch]. (2024b, 24. Oktober). Asylpolitik [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DBgzP8XKlpd/ Abbildung 6 SVP Schweiz [svpch]. (2024c, 06. November). Medienmitteilung EU-Schweiz [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/DCCIeWIqevS/ Abbildung 7 SVP Schweiz [svpch]. (2024d, 11. Juni). Grenzschutz-Initiative (2) [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C8EOeU4q4aE/ Abbildung 8 Junge SVP Schweiz [jsvp_judc]. (2024a, 09. Mai). Islamistischen und woken Antisemitismus stoppen [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C6wjPx3qbzP/ Abbildung 9 Alternative für Deutschland [afd.bund]. (2024a, 13. August). 5-fach gesuchter #Afghane entblößt sich vor Kindern: Frauen und Mädchen schützen, #Abschiebungen durchsetzen! [Beitrag]. Instagram. https://www.instagram.com/p/C-myTaqInue/ Abbildung 10 Eigene Darstellung. Masterthesis von Lotte Verhagen Ma Antifeminismus – eine Gefahr für die Soziale Arbeit? 71 Hilfsmittelverzeichnis Verwendetes Tool: DeepL Übersetzer Textstelle Art der Verwendung Übersetzte Textpassagen S. 33 Wörtliche Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche «the police won’t believe a bear over me» «if the bear attacks me, no one will ask what I was wearing» «A woman would rather be stuck in the woods with a bear than with a man. At least when she says a bear attacked her, no one suggests that maybe the bear rejected her and now she’s lying out of revenge»