Die dritte sowjetische Agrarrevolution und die neue Wanderung der Arbeitskräfte
Abstract
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Full text
Ho mann, We ne
A icle
Die d i e sowje ische Ag a e olu ion und die neue
Wande ung de A bei sk ä e
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ho mann, We ne (1954) : Die d i e sowje ische Ag a e olu ion und die
neue Wande ung de A bei sk ä e, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 74, Iss. 6, pp. 77-93,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.74.6.77
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717] 77
Die d i e sowje ische Ag a e olu ion
und die neue Wande ung de A bei sk ä e
Von
We ne Ho mann, München
Inhal s e zeichnis: I. Die Ve ände ung de landwi scha lichen P o-
duk ionss uk u : 1. Übe gang zu allsei igen E zeugung S. 78 — 2. G oß aum-
planung de ag a ischen S ando e S. 83 — 3. Allgemeine E wei e ung de land-
wi scha lichen Nu z lächen S. 85 — 4. Übe gang zum ausgeglichenen Wi -
scha sbe ieb S. 88 — II. Die neue Bewegung de A bei sk ä e S. 88.
Was sich sei Malenko s Rede o dem Obe s en Sowje am
8. Augus 1953 und den Beschlüssen des CK de Pa ei om He bs
1953 und Feb ua /Mä z 1954 in de Sowje union ollzieh , s ell sich
imme meh als eine neue Umwälzung de Ag a wi scha , die d i e
in de Sowje ä a und ebenbü ig de jenigen on 1917/18 und on
1929/31, da . Die e s e Re olu ion im ussischen Do wa eine aus-
schließlich soziale gewesen: Sie ha e den He scha s e häl nissen au
dem Lande die eudale Spi ze du ch Liquidie ung des Adelsbesi zes
abgeb ochen und mi de Einebnung de landwi scha lichen Gesell-
scha ss uk u begonnen. Die zwei e wa zugleich eine gesellscha -
liche und wi scha liche: indem sie die bäue liche P i a wi scha
au hob, b ach sie zugleich mi de kleinbäue lichen Wi scha s o m
und un e wa sie die landwi scha liche E zeugung den Ma k bedü -
nissen eines Landes mi apide Indus ialisie ung. Die gegenwä ige
Umwälzung de Landwi scha endlich ha ausschließlich ökonomische
Ziele (was eilich Rückwi kungen au die ag a ische Gesellscha s-
o dnung nich ausschließ ). Wäh end de wi scha liche E ek de
Kollek i ie ung (g öße es Ma k p oduk on wenige P oduzen en)
hin e dem gesellscha lichen Zweck (Übe üh ung de Landbe ölke-
ung in „sozialis ische66 Eigen ums e häl nisse) e s nach Jah en he -
o ge e en wa ,1 soll de gegenwä ige Umschwung in de sowje-
ischen Landwi scha möglichs unmi elba wi scha liche Resul-
1 So, daß S alin, um den p og essi en Cha ak e de Kollek i wi scha en,
de en ökonomische E olg zunächs auss and, zu beweisen, seine Zu luch zu dem
Beg i de höhe en „gesellscha lichen" P oduk i i ä des Kolchos als Typus
gegenübe de p i a en Baue nwi scha nehmen muß e.
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78 We ne Ho mann [718
ä e b ingen. Rückwi kungen au die Ag a e assung zeichnen sich
e s in wei e e Zukun ab. Dahe e schein die gegenwä ige Ve -
ände ung in de sowje ischen Landwi scha „sachliche ", wenige
ums ü zend, wenige schme zha ; es ehl das ze s ö ende Elemen
de beiden o angegangenen E schü e ungen de ussischen Ag a -
gesellscha . Dies ha mi dazu beige agen, daß die T agwei e dessen,
was sich gegenwä ig in de sowje ischen Landwi scha abspiel , bis
heu e un e schä z wo den is ; und doch is de Umb uch ein unda-
men ale .
I. Die Ve ände ung de landwi scha lichen P oduk ionss uk u
Wo in bes eh das Wesen de „d i en sowje ischen Ag a e o-
lu ion"? Es bes eh zunächs in eine Ve ände ung de landwi scha -
lichen E zeugungss uk u , und zwa in meh ache Hinsich :
1. Abkeh on de ch onischen Einsei igkei de ussischen Ag a -
p oduk ion du ch E gänzung de ex ensi en du ch in ensi e E zeu-
gungszweige.
2. Übe gang zu ag a ischen G oß aumplanung und zu Anlage
aus eichende landwi scha liche Ve so gungsgü el um die Zen en
de Be ölke ung.
3. Allgemeine E wei e ung de landwi scha lichen Nu z lächen.
4. Übe gang om monokul u ellen zum ausgeglichenen Wi scha s-
be ieb.
Jede diese ie neuen Tendenzen, die sich heu e abzeichnen, be-
deu e einen B uch mi de adi ionellen E zeugungsweise de so-
wje ischen Landwi scha , die auch nach de Kollek i ie ung die
G undzüge de za is ischen landwi scha lichen P oduk ionss uk u
gewah ha . Wenn die Kollek i ie ung die P oduk ionsmi -
e 1 de Landwi scha e olu ionie und die Maschine au dem
Do e heimisch gemach ha , so e g ei de je zige Umschwung das
landwi scha liche P oduk .
Be ach en wi die neuen Tendenzen im einzelnen.
1. Übe gang zu allsei igen E zeugung
Es is heu e ü jede mann, auch in de Sowje union, o enkundig
gewo den, daß allen o ausgegangenen Be eue ungen zum T o z die
Landwi scha das schwächs e Glied de Sowje wi scha geblieben
is . De G und lieg zunächs in de auße o den lichen Unguns des
ex em kon inen alen ussischen Klimas mi seine Ins abili ä de
Niede schläge, seinen s a ken jah es- und ageszei lichen Tempe a u -
ausschlägen, seine meis ku zen jäh lichen Vege a ionspe iode, seinen
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719] Die d i e sowje ische Ag a e olu ion 79
Daue ös en in wei en Gebie en des Landes.2 De G und lieg abe
auch da in, daß die sowje ische Landwi scha bis heu e die Folgen
de Kollek i ie ung nich zu übe winden e moch ha .
So unausweichlich eine Fo m bäue liche G oßp oduk ion ü
den Ma k sich gegen Ende de NEP e wiesen ha e, so wenig
haben die Ums ände und die A de Kollek i ie ung de
sowje ischen Landwi scha au die Daue au hel en können:
E s ens e wandel e de No s andscha ak e de Kollek i ie ung
die „Kampagne44 in einen egel ech en Feldzug gegen das Do ,
mi den Schäden, die ein egel ech e ökonomische Bü ge k ieg
hin e läß . Zwei ens s eige e die olgende Pe iode um asche wi -
scha liche E olge willen das o handene Miß e häl nis in de
übe kommenen P oduk ionss uk u de Landwi scha du ch Hype -
ophie des Bes ehenden und du ch wei e e Ve einsei igung de Wi -
scha sbe iebe („Ge eide us s44, „Baumwoll us s44 usw.). D i ens
schließlich wu de dieses Miß e häl nis du ch einsei ige In es i ionen
on Jah zu Jah be es ig : Wäh end das Land heu e mi T ak o en
hinlänglich e so g is ,3 ehl es ande e sei s in olge daue nde
Hin ans ellung no wendige Nebenin es i ionen in den Ausleih-
s a ionen an Un e s ellmöglichkei en ü die T ak o en, so daß o -
zei ige Ve schleiß die Folge is . Wäh end die Ge eidewi scha as
olls ändig mechanisie is , ha die Kollek i ie ung bei Hack üch en
und Gemüse sowie in de Viehwi scha bis o ku zem kaum eine
Ve ände ung in de Wi scha sweise geb ach . Obwohl die Viehwi -
scha ausgedehn we den soll e, mangel e es Jah ü Jah an Fu e ,
an S ällen, an Silos, und jede Win e iß g oße Lücken in den Vieh-
bes and und -e ag.4 Die sowje ische Landwi scha ha ih e Un e -
o dnung un e die Akkumula ionsbedü nisse de Indus ie mi
2 Die Somme ockenhei minde nich nu die Wi kung de küns lichen
Düngung, sie e schwe auch eine ge egel e F uch wechselwi scha , da de Hack-
uch - und Feld u e bau in ielen Gebie en (Tajga, S eppe, Waldzone) nich
möglich is . „Sozialpoli ische und gese zgebe ische Fak o en sind gegenübe den na-
ü lichen e s an zwei e S elle ü das Zu ückbleiben de ussischen Landwi scha
e an wo lich zu machen." (V. . Pole ika, Die Ag a geog aphie de Sowje -
union, Uni e si as, Jg. 4 (1949), H. 3, S. 302). — Die auße o den liche klima ische
Benach eilung de sowje ischen Landwi scha gegenübe den ande en Indus ie-
lände n de E de wi d beim in e na ionalen E gebnis e gleich imme wiede auße
Ach gelassen.
3 Im Somme 1954 e üg e die sowje ische Landwi scha (l . Sel'skoe Choz.
om 3. Augus 1954) übe 1 260 000 T ak o en (au 15-PS-Einhei en umge echne ).
Dami a ein T ak o jeweils au und 120 ha Acke läche, wäh end zum Ve gleich
in de anzösischen Landwi scha im Jah e 1950 ein T ak o ü je
150 ha be ei s and (M ülle -Ohlsen, S uk u wandlungen und Nachk iegs-
p obleme de Wi scha F ank eichs, 1952, S. 22). — Dabei muß eilich die Un e -
schiedlichkei de ag a isdien P oduk ionsweise beide Lände be ücksich ig we den.
4 Vgl. Sel'skoe Choz. 25. Ap il 1954.
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80 We ne Ho mann [720
daue nde wi scha liche Ine ek i i ä bezahl . De Sp ung in die
ag a ische G oßwi scha e wies sich als zu ku z ge a en. Die Ve -
so gungsk ise, die den Ans oß dazu gegeben ha e, wa nich übe -
wunden, sonde n e ag , und das Mene ekel s and, ähnlich wie gegen
Ende des NEP, wiede um an die Wand gesch ieben. Abe mals wa
die Landwi scha zu jenem Teil de olkswi scha lichen Rep o-
duk ion gewo den, de allen ande en Be eichen de Wi scha seine
langsame e Ganga au zuzwingen d oh e.
Die ag a ische P oduk ion ha wede mi de Volks e meh ung
noch mi de Ve ände ung de Konsumbedü nisse, die eine sich
indus ialisie ende Gesellscha un e meidlich e äh , Sch i hal en
können. Die sowje ische E näh ung is wede quan i a i noch quali-
a i gesiche , und die S uk u de Nah ungsmi ele zeugung geh
an de S uk u de „Ve b auchsneigung" o bei; ebenso ungenügend
is die ag a ische Rohs o basis de Leich indus ie gewo den. Diese
S uk u ehle abe sind au die Daue un e einba mi dem Rückg i
au die Wohls andspa ole in de Sowje union sei Malenko und mi
eine Fo se zung de Poli ik eine jäh lichen Senkung de Nah ungs-
mi elp eise.5 Zwei wide sp üchliche Tendenzen kommen also au -
einande zu. Sei langem ha man dies e kann , abe es ha eines
jah elangen p ak ischen Nachweises de Un auglichkei alle Mi el
bedu , die au de Linie de he kömmlichen s alinis ischen Land-
wi scha spoli ik lagen, um den En schluß zu de je zigen Gene al-
be einigung des P oblems zu Rei e zu b ingen.
Die Völke de Sowje union sind sei jehe „ ypische B o esse "
(W. Leimbach) gewesen. 73,3% de gesam en Acke läche de
Union (nämlich 100 Mill. ha on insgesam 136,4 Mill.) wa en 1938
au den Ge eidebau e wand . Was ü den deu schen und den eng-
lischen A bei e de ühen Indus ieepoche die Ka o el wa , das is
ü den sowje ischen Indus iea bei e bis heu e das Schwa zb o ge-
blieben. Je einsei ige die E näh ung, des o an ällige is sie zugleich
ü Na u ka as ophen. Die Dü e on 1946, „die schlimms e sei
ün zig Jah e",5a se z e die Ände ung de landwi scha lichen E -
zeugungss uk u als p imä e F age de sowje ischen Volkswi scha
au die Tageso dnung; sie is on ih sei dem nich meh e -
schwunden.
Die e s e An wo au die Dü e on 1946 wa eine Re o m de
A bei so ganisa ion in den Kolchosen, die Ve eine ung des Pla-
nungs-, Ab echnungs- und Leis ungssys ems und die Wiede he s ellung
5 Von 1947 bis zum Ap il 1954 sind insgesam sieben P eissenkungen bei den
Lebensmi eln du chge üh wo den.
5u Ku opa kin, Vop . ek. sel'skochoz. uda, Moskau 1950, S. 293.
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721] Die d i e sowje ische Ag a e olu ion 81
de Au o i ä des A els a u s nach den Wi en des K ieges, des Nach-
k iegs und de Hunge sno .6 „Je z , nach dem Übe gang zum ied-
lichen Wiede au bau" e klä e das Feb ua plenum des ZK 1947, „ha
sich o unse e Pa ei und o de Regie ung au s neue in ganze
G öße und o d inglich die Au gabe e hoben, einen Au schwung de
Landwi scha he beizu üh en, de es in kü zes e F is e laub , einen
Ube luß an P oduk en ü unse e Be ölke ung und an Rohs o en
ü unse e Leich indus ie zu lie e n und den Au bau on Wa en-
und Rohs o ese en du ch die Regie ung zu e möglichen64. Das S ich-
wo on dem in „kü zes e F is " zu e eichenden „Übe luß" is
sei dem s ehend gewo den. Einen gewissen Abschluß de Reo gani-
sa ionspe iode in de Landwi scha nach dem K iege (de en e -
s iegens e Idee das P ojek de „Ag os äd e" wa ) b ach e o läu ig
die Zusammenlegung on bis dahin und 254 000 landwi scha lichen
A eis zu und 97 000 G oßkolchosen in den Jah en 1951/52, mi dem
Zweck, die Ma k leis ungs ähigkei de kollek i ie en Landwi scha
zu heben.
F eilich konn en Reo ganisa ionsmaßnahmen ein S uk u p oblem
nich daue ha lösen. Die zwei e Phase de Re o mbemühungen s ell-
en dahe wi scha liche Sonde p og amme und Einzelmaßnahmen zu
P lege de zu ückgebliebenen ag a ischen P oduk ionszweige da , in-
ne halb eine im ganzen imme noch un e ände en wi scha lichen
Schwe punk s a egie zuunguns en de Landwi scha . In diese Phase
äll de am 18. Ap il 1949 e künde e „D eijah plan zu En wick-
lung de gesellscha lichen Viehwi scha de Kolchosen und So -
chosen 1949 bis 1951".7 Hie he gehö en e ne die G oßobjek e zu
S abilisie ung des süd ussischen Klimas du ch Anlage on Waldschu z-
s ei en und Wasse ese en,8 sowie die „G oßbau en des Kommunis-
mus" im Räume zwischen Don, I ys und Amu Da ja,9 du ch welche
de Wasse haushal meh e e Republiken ge egel und als E -
gebnis de Gewinnung neue Kul u lächen die sowje ische Land-
wi scha , wenn nich ih G undp oblem gelös , so doch ih en
Spiel aum e wei e inden soll e. Hie he gehö en auch wi -
6 ZK-Beschlüsse om Sep embe 1946 und Feb ua 1947, VO des Minis e a s
om 19. Ap il 1948.
7 S. V 1 a d i m i o ha ihn in den „E udes so ié iques" (1949, H. 14, S. 69)
seh e üh als einen „ e olu ionä en Plan" ge eie .
8 Ve o dnung om 20. Ok obe 1948 „Übe den Plan de Anlage on Wald-
schu zs ei en, des Baues on Be ieselungsanlagen, de Anlage on Teichen und
Wasse speiche n zu Siche ung hohe und s ändige E n en in S eppen- und
Baums eppengebie en des eu opäischen Teils de UdSSR".
9 VO om Augus 1950 „Ube den Übe gang zu einem neuen Sys em de Be-
wässe ung zum Zwecke höhe e Ausnu zung de Bewässe ungsböden und de
Ve besse ung de Mechanisie ung landwi scha liche A bei en".
Schindle s Jah buch LXXTV, 6 6
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82 We ne Ho mann [722
scha liche Einzelmaßnahmen wie die P lege des (du ch K ieg und
Nachk ieg zu Massenbewegung angeschwollenen) Eigenbaues on
Gemüse und Ka o eln du ch die S ad be ölke ung,10 die An-
echnung zusä zliche Tagewe ke ü Kolchosb igaden, die übe -
planmäßige E olge im Gemüsebau e ziel haben.11 De Au gabe
wa man sich bewuß ; die Rich linien des XIX. Pa ei ags ü
den 5. Fün jah plan o mulie en sie: „Rich ige Ve einigung de
P oduk ionszweige des Acke baus und de Viehwi scha "12 (also
nich nu P opo ionie ung on Feldbau und Viehzuch , sonde n
auch de einzelnen Feldkul u en und de e schiedenen Zweige de
Viehzuch un e einande ), und Malenko e klä e in seinem
Rechenscha sbe ich an den XIX. Pa ei ag, daß „nach dem K ieg die
allsei ige (!) wei e e En wicklung de Viehwi scha zu Haup au -
gabe de Pa ei und des S aa es bei de En wicklung de Landwi -
scha gewo den is ".13 — Daß o zdem de Ag a poli ik de Re-
gie ung in den le z en Lebensjah en S alins nich de e wa e e E -
olg beschieden wa , lag an de mangelnden Ube eins immung ih e
einzelnen Sei en — und namen lich de P eis- und S eue poli ik —
mi den allgemeinen Zielen.
Es bedu e meh als isolie e , wenngleich eilweise gewal ige
Sonde p ojek e, um das P oblem de e hä e en Disp opo ionen
und de allgemeinen Une giebigkei de sowje ischen Landwi scha
anzu assen: Komplex, wie de Ta bes and is ., konn e e nu noch
du ch eine Schwenkung au de ganzen Linie be einig we den. Ein
Wechsel in de Gesam s a egie wa no wendig, eine Abkeh
on dem geheilig en Vo u eil de G enzenlosigkei eine noch so
einsei igen Ausdehnung de Schwe indus ie und eine Neubesinnung
au die F age de P opo ionen in de olkswi scha lichen
o sch ei enden Rep oduk ion.14
10 1953 bes ell en nich wenige als 18 Mill. A bei e und Anges ell e in de
Sowje union kleine Sch ebe gä en (die Landpa zellen de landwi scha lichen A -
bei sbe ölke ung nich ge echne ). Die Gesam e n e an Ka o eln und Gemüse
wu de dabei au 10,5 Mill geschä z . (P a da 6. Mai 1954.)
11 VO 19. Ap il 1948. Dabei wi d den B igadeangehö igen Gemüse in na u a
gegeben, o enba , um ihnen einen zusä zlichen E lös aus dem Ve kau on Ge-
müse au dem Kolchosma k zu e scha en.
12 Vgl. Sabu o , Rede übe den 5. Fün jah plan, Be lin 1952, S. 26.
13 Rechenscha sbe ich , S u ga , o. J. S. 50.
14 Diese Besinnung wa zunächs eine p ak ische, doch is ih mi le weile auch
eine allgemeine heo e ische ge olg . Und is dies nich de in ime Gehal schon
jene beiden mi S alins Au o i ä gedeck en A ikel im „Bol'se ik" übe
„ökonomische P obleme des Sozialismus in de UdSSR" om Jah e 1952 mi ih e
Wiede belebung de Leh e on den „objek i en Gese zen", denen auch die so-
wje ische Planwi scha un e wo en sei?
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723] Die d i e sowje ische Ag a e olu ion 83
Ge ade die lange Vo geschich e des je zigen Umschwungs beglau-
big seine inne e No wendigkei und seine Tie e. Daß es dem neuen
Regime diesmal e ns e denn je mi de P opo ionalisie ung de
sowje ischen Landwi scha is , beweis wohl nich s besse als das
Op e an s aa lichem P es ige, das man dabei zu b ingen be ei is .
Die ücksich slose Selbs en hüllung de sowje ischen Landwi scha s-
lei ung o dem Sep embe plenum 1953 des ZK, die Vo gänge au
dem VII. Pa ei ag Ki giziens im Feb ua 195415 und die Ta sache,
daß das Ve sagen in de Viehzuch in eine Reihe asia ische Repu-
bliken (den ..Viehzuch -Republiken66) zu poli ischen K isen und in
einem Fall (Kazachs an) im Feb ua 1954 soga zu Auswechslung de
Regie ung ge üh ha , e a en die En schlossenhei , das übe ällige
P oblem adikal zu lösen. Ha monisie ung alle Zweige de Landwi -
scha heiß die Fo de ung des Tages.
2. G oß aumplanung de ag a ischen S ando e
Zwei Tendenzen liegen in de sowje ischen Landwi scha sei län-
ge e Zei im Wide s ei mi einande : die Tendenz zu egiona-
len Monokul u und die zu Polykul u . Zu äumlichen
Spezialisie ung d ängen Einwi kungen des Klimas, de Wunsch nach
Einhei lichkei und Übe sich lichkei de Planungsbe eiche, das Be-
dü nis ö liche Ve a bei ungsindus ien usw. Vielsei igkei de P o-
duk ion dagegen e langen die S äd e mi ih em di e enzie en Be-
da sowie die Rücksich au möglichs e En las ung des T anspo -
sys ems; schließlich sind E gänzungsp oduk ionen in de Landwi -
scha auch ein Gebo inne be iebliche Ra ionali ä . Das neue Be-
mühen geh nun o enba dahin, beide Rich ungen o ga-
nisch zu e binden, indem jede klima ische Zone
nach Möglichkei das ih en sp echende Vo -
zugsp oduk an e au e häl , bei gleichzei i-
ge k ä ige En wicklung eine lebens ähigen
allsei igen Nebenp oduk ion ü den egionalen
Eigenbeda .
Dami zeichnen sich heu e die Um isse eine plan ollen gebie -
lichen A bei s eilung on Unionsausmaß in de sowje ischen Land-
wi scha ab. In g oßen S ichen skizzie , sind heu e ie a bei s-
eilige G oß äume im En s ehen beg i en: das eu opäische Rußland,
dessen bishe o wiegende Ge eidewi scha eine wesen liche poly-
kul u elle E gänzung (Ka o el- und Gemüsebau, Viehwi scha , eine
Reihe on Handelsp lanzen) e hal en und dessen Ge eidegü el sich
15 Vgl. P a da 18. Feb ua 1954.
6*
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84 We ne Ho mann [724
gleichzei ig in die Wolga-, Kalmücken- und Ki gizens eppe hinein o -
schieben soll;16 die Baumwoll epubliken Tu kmenis an und Uzbekis an,
ü beide wu den im Feb ua 1954 du ch den Minis e a und das
ZK de Pa ei de UdSSR Fün jah essonde pläne zu En wicklung
de Baumwollwi scha 1954 bis 1958 un e Nu zba machung de
neugewonnenen Bewässe ungsgebie e e künde ;17 die übe wiegend
Viehzuch be eibenden Republiken Ki gizis an und Kazachs an; und
schließlich die kün ige Ko nkamme de Sowje union in Wes - und
Mi elsibi ien und in No d-Kazachs an18 mi s a kem Viehzuch ein-
schlag in den Gebi gszonen.
Gleichzei ig mi dem Übe gang zu eine g oß äumigen ag a ischen
A bei s eilung ollzieh sich gegenwä ig die Anlage „Thünensche
K eise" in ensi e Polykul u um die G oßs äd e. Schon o dem
sowje isch-deu schen K ieg wa das P oblem wissenscha lich e ö e 19
und seine Lösung du ch den S aa eingelei e wo den.20 Hie an knüp
de neue Ku s de Ag a planung an: Im Feb ua 1954 and eine
Kon e enz de landwi scha lichen Bes a bei e de RSFSR in Mos-
kau s a , in de en Schlußau u es heiß :
„Kolchosbaue n und Lei e de Kolchosen und MTS de s ad -
nahen Rajons on Moskau. Lening ad, S e dlo sk, Go kij, S aling ad,
Kujbyse , Celjabinsk, des Kuzbas und ande e Indus iezen en! En -
wickel eu e gesellscha liche Wi scha au dem Gebie de E zeu-
gung on Milch, Ka o eln und Gemüse, e wei e die T eibhauskul-
u en, e wei e die F üka o el- und F ühgemüsezuch , e so g da-
du ch besse die Be ölke ung de S äd e und de Indus iezen en."21
— Wenn die Böden hie ü in de Nähe de S äd e nich geeigne
Vgl. „MTS" 1954, He 3.
17 Auch im benachba en Tadzikis an soll de Baumwollanbau bis 1960 um und
50 H e g öße we den; gl. VO 5. Juni 3954. Eine wei e e Ve o dnung om
Augus 1954 sieh die Ausdehnung de Baumwollkul u Aze bajdzans o .
18 Schon zu Beginn de Planä a ha e de ühe e Volkskommissa ü Land-
wi scha , J a k o
1
e , den Balase in P obl. Ek. 1932 (H. 1, S. 112) zi ie ,
gemein , man solle die Ge eide lächen am Kuban und in gewissen Gebie en de
Uk aine zuguns en we olle e P oduk e eigeben; „mi dem Weizen wollen wi
in jene Lands iche gehen, wo keine hochwe igen Kul u en angebau und wo die
T ak o en olle 24 S unden den Tag ausgenu z we den können".
19 Vgl. A. G o
1
o i n , Molocno-zi o no odceskaja baza Mosk y, PI. Choz. 1940,
H. 12, S. 101 ., Dz. Ab amo , Za ob azco uju ka o e no-o ascnuju bazu
ok ug Mosk y, P obl. Ek. 1941. H. 1, S. 118 .
20 Vgl. VO om 15. Feb ua 1939 „Übe die En wicklung des Gemüsebaus und
de Schweinemas in de s ad nahen Zone on Moskau, Lening ad, Go 'kij,
S e dlo sk, Baku und in den Indus iebezi ken de Gebie e S alinsk und Vo o-
Silo g ad".
21 P a da 18. Feb ua 1954. Gleichzei ig appellie e die Ve sammlung an jedes
de Haup e zeugungsgebie e de e schiedenen echnischen Kul u en, P oduk ion
und Ma k leis ung zu e höhen. Hie komm zugleich die neue ag a ische Raum e -
eilung kla zum Ausd uck.
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731] Die d i e sowje ische Ag a e olu ion 91
en begann — ha die landwi scha liche Be ölke ung selbs e g i en.
Zum Teil ha eine inne äumliche Um e eilung landwi -
scha liche A bei sk ä e begonnen. So is mi de Inkul u nahme
neue Bewässe ungsgebie e in den Baumwollände n Uzbekis an und
Tu kmenis an die inne e Umsiedlung on Teilen de Kolchosbe öl-
ke ung diese Republiken no wendig gewo den. Nach dem Fün jah -
plan zu En wicklung des Baumwollanbaues diese Republiken om
Feb ua 1954 sollen 1954 6000 Baue nwi scha en, 1955 7000, 1956
8000, 1957 9000 und 1958 10 000 Baue n amilien inne halb de
beiden Republiken umgesiedel we den.41 Da übe hinaus abe
is zugleich eine zwischen äumliche Umg uppie ung land-
wi scha liche A bei sbe ölke ung im Gange. Ih geplan e Um-
ang be ech ig , hie on eine neuen sowje ischen Os koloni-
sa ion zu sp echen. Welche Räume dabei die Abgabegebie e ü
diese Os kolonisa ion sein sollen, geh aus einem A ikel des
Lei e s de Haup ab eilung Umsiedlung im Landwi scha sminis e-
ium de UdSSR, S. Ce emuskin, in de P a da om 3. Sep-
embe 1954 he o , in dem es heiß : „In den nächs en Jah en
wi d im Zusammenhang mi de Aneignung neue Böden au
eiwillige G undlage in g oßem Maßs ab die Umsiedlung aus den
zen alen und wes lichen Gebie en des Landes, die einen Übe -
luß (??) an Händen haben, in die ös lichen Gebie e s a inden/4 In
de P äambel de Ve o dnung „Übe die wei e e Aneignung jung-
äuliche und b achliegende Böden zu E wei e ung de Ge eide-
p oduk ion"42 wu de mi ge eil , daß bishe be ei s übe 150 000 A -
bei sk ä e in die neue schlossenen Räume gesand wo den sind. Doch
is dies e s de Beginn eine Umsiedlung g öß en S ils. Das gegen-
wä ige P og amm de B achlandgewinnung is ja nach dem eigenen
Zeugnis des Regimes „nu de An ang eine gewal igen A bei zu
E wei e ung de landwi scha lichen Nu z läche; denn in den nächs en
zwei Jah en, in denen dieses P og amm du chge üh wi d, müssen
auch die Vo ausse zungen gescha en we den, um neue und noch
schwe e zu bea bei ende Böden im Os en u ba zu machen". Man
kann dahe an die Nu zba machung de jung äulichen Böden .,,die
gleichen Maßs äbe anlegen und ih die gleiche Bedeu ung zusch eiben,
wie den g öß en Un e nehmungen, die unse Volk . . . du chge üh
ha 46.43
41 P a da, 12. Feb ua 1954. Das Bemühen um einen o ganischen Ablau de
Ak ion du ch Ve eilung au meh e e Jah e und allmähliche S eige ung ih es
Um angs äll au .
42 P a da, 17. Augus 1954.
43 Plano oe Choz. Feb ua 1954.
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92 We ne Ho mann [732
Bei diesem Um ang de Ak ion abe s ell sich heu e e -
neu die Sowje ökonomie die F age de Gesam p opo io-
nen des olkswi scha lichen Fo sch i s
schlech hin. Nach de E schließung so o e ügba e Böden we -
den wei e e P oduk ions lächen nu mi zunehmenden In es i io-
nen zu gewinnen sein. Schon heu e geh man in den ,, al en"
Anbaugebie en an so au wendige Un e nehmen wie die En sump-
ung g öße e Gebie e he an, so in den bal ischen Republiken,
in Weiß ußland, in T anska pa hien, Hinzu kommen die um ang-
eichen P ojek e de wei e en Bewässe ung on Tu kmenis an,
Uzbekis an, Tadzikis an und T anskaukasien. Abe nich nu die mi
de Neulandgewinnung e bundenen In es i ionen — auch die sei
Jah zehn en übe älligen Nachholin es i ionen in de gesam en Land-
wi scha auch de al en Gebie e haben sich nunmeh als unau schieb-
ba e wiesen. Schließlich: De Einzug on eie A bei sbe ölke-
ung in geog aphische Zonen, die bislang zum Teil Rese a e de
Zwangsa bei gewesen sind, das Bes eben um möglichs e F eiwillig-
kei dieses Vo gangs, die No wendigkei , die Kolonisa o en in den
neuen Gebie en au Daue zu hal en, mach en diesmal um ang eiche
kul u elle, sani ä e, soziale und wi scha liche Neben- und E gänzungs-
in es i ionen als Bes and eil des ag a ischen Haup p og amms un e -
meidlich. Allein das neue Ag a p og amm wä e dami hin eichend,
um die bishe ige S uk u de In es i ionen, die öllig einsei ig au
die Indus ie einges ell wa , g undlegend zu e ände n.44
Ta sächlich abe is de gegenwä ige Umschwung in de sowje-
ischen Ag a wi scha , mi seinen Rückwi kungen au die ländliche
A bei s e assung, selbs nu Teil eine du chgängigen allgemeinen
ökonomischen „Re olu ion", die mi dem Wo on de „Wiede en -
deckung des Ve b auche s" nu seh mangelha angedeu e wi d: Es
is die En deckung, daß de Ve b auch des a bei enden Menschen
mi Fo sch ei en de mode nen indus iellen P oduk ion auch im ein
physischen Sinn meh und meh zu eine unumgänglichen mi wi ken-
den Bedingung wi scha liche E izienz gewo den is . Es is die En -
deckung jene in imen Ko ela ion zwischen Lebenss anda d und
44 Vgl. Beschluß des ZK om 2. Mä z und VO des Minis e a s om 27. Mä z
1954. — Wie g oßi die Bindung wi scha liche K ä e und wie auße o den lich
die gegenwä igen Ans engungen sind, e ä de Ums and, daß man soga
wich ige wi scha liche Ve p lich ungen gegenübe de e bünde en Volks epublik
China zei weise abgebau ha . Nich nu wu den im F ühjah 1954 die e aglichen
Lie e ungen o übe gehend eingesch änk ; nach eine Meldung des Pekinge Sende s
is im Mai 1954 auch ein (o enba nich une hebliche ) Teil de Sowje bü ge , die
in China als echnische und wi scha liche Be a e ungie en, in die Sowje union
zu ückge u en wo den, da sie beim „g oßen kommunis ischen Au bauwe k" be-
nö ig wü den.
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733] Die d i e sowje ische Ag a e olu ion 93
Leis ungsbe ei scha , du ch welche die Sowje wi scha en sp e-
chende Vo gänge, die sich in de wes lichen Indus iegesellscha sei
Ende des 19. Jah hunde s abspielen, nachhol . De G undcha ak-
e de jeweiligen gesellscha lichen P oduk ions e assung wi d da-
du ch nich au gehoben, wohl abe we den de en E scheinungs- und
Bewuß seins o men e eine . — In diesem Lich e gesehen, e häl
die gegenwä ige sowje ische Ag a e olu ion ih e inne e his o ische
Beglaubigung, und es is dahe nich on unge äh , daß ge ade das
schwächs e Glied de Sowje wi scha abe mals zum beweglichen
Glied de ganzen Ke e gewo den is .
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