scieee Open visual document viewer

Karl Diehl und die sozialrechtliche Richtung in der Nationalökonomie

Hesse, Albert

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Full text

Hesse, Albe A icle Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Hesse, Albe (1950) : Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 6, pp. 1-20, h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290711 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ 641] 1 Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie Von Albe Hesse - Speye Inhal : I. Das Leben, S. 1. — II. Das We k: 1. Wi scha und Rech , S. 6. — 2. „Eigengese zlichkei de Wi scha ", S. 12. — 3. Au gaben und G enzen de Wi scha s heo ie, S. 14. — 4. Wi scha swissenscha und Wi scha spoli ik, S. 18. — 5. S ellung in de En wicklung de deu schen na ionalökonomischen Wissenscha , S. 19. In eine Reihe on Da s ellungen des Lebens und Wi kens bedeu- ende Na ionalökonomen, die in le z e Zei on uns gegangen sind, da Ka l Diehl nich ehlen. E is den Jünge en in einem langen Leben als Mensch, als Leh e , als Fo sche ein Vo bild gewesen. De Ve asse is als Schüle on ihm en scheidend beein luß wo den, dann sein Nach- olge in Königsbe g gewesen und ihm bis in seine le z en Jah e eng e - bunden geblieben. Wenn e nun selbs in das Al e gelang , in dem de Mensch zu ückzublicken beginn , dann e gib sich ü ihn ein Ge- denken an den Leh e und F eund, und aus gemeinsamem Leben und S eben wachsen E inne ungen und Gedanken, die sich zu einem Bild des e eh en und gelieb en Mannes zusammenschließen. We ein Lebenswe k e s ehen will, muß zu o das Leben dessen be ach en, de das We k schu . I. Ube sein Leben ha Ka l Diehl selbs im e s en Band des on Meine 1924 he ausgegebenen Sammelwe kes „Die Volkswi scha sleh e de Gegenwa in Selbs da s ellungen" diejenigen Da en mi ge eil , die „ ü seinen wissenscha lichen Bildungs- und En wicklungsgang on Ein luß gewesen sind". Wi un gu , ihm zu olgen. E is gebo en am 27. Mä z 1864 in de damaligen F eien Reichs- s ad F ank u am Main, wo sein Va e als Rich e am S ad ge ich ä ig wa und sein G oß a e ä e liche sei s als Sena o gewi k ha e. Seine Mu e en s amm e eine heinischen Kau manns amilie. E Schmollen Jah buch LXX, 6 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 2 Albe Hesse [642 besuch e ein Realgymnasium, das sich on Obe sekunda ab in eine Real- ab eilung und eine Handelsab eilung spal e e und in diese Un e ich in olks- und p i a wi scha lichen F agen bo . Ka l Diehl a in die Handelsab eilung ein und wu de dami schon du ch die Schule in die Rich ung seines spä e en S udiums ge üh ; eine seine Leh e wa Ka l Büche , dessen o e lichen Un e ich e besonde s he o - heb mi de Beme kung: „Ich ü ch e alle dings, daß ich Büche als Schüle noch wenige F eude be ei e habe als spä e , als ich sein Fach- genosse wa ." Nach dem Abi u ien enexamen Os e n 1882 s udie e e in Be lin ein Semes e Na ionalökonomie. Hie begeis e en ihn die Vo lesungen on Adolph Wagne so, daß e beschloß, sein Leben de na ional- ökonomischen Wissenscha zu widmen und die akademische Lau bahn zu besch ei en. Die on Schmolle e e ene Rich ung sag e ihm wenige zu. Auße den na ionalökonomischen hö e e noch philo- sophische Vo lesungen, genoß die glänzenden his o ischen Kollegs on T ei schke und D oysen und gewann damals schon s a kes In- e esse an de Ju isp udenz du ch die Vo lesungen on B u n n e und Goldschmid . Von diesem e s en Semes e nahm e zunächs Abschied, um seine mili ä ischen Diens p lich zu genügen, nach de en Ableis ung e den e ns en Wunsch ha e, zum S udium de Na ional- ökonomie zu ückzukeh en. Da e die Handelsab eilung des Realgym- nasiums besuch ha e, muß e e , um mi de sog. g oßen Ma ikel im- ma ikulie we den zu können, noch das Abi u ien enexamen des Real- gymnasiums in F ank u am Main ablegen. E s udie e zunächs zwei Semes e in Jena, wo e Mi glied des Semina s on Pie s o wu de und namen lich die Vo lesungen de Philosophen E u c k e n und Liebmann g oße Anziehungsk a au ihn ausüb en. Dann ging e nach Halle, wo Con ad es e s anden ha e, in seinem Semina eine g oße Zahl ausländische S uden en, o allem aus den Ve einig en S aa en, um sich zu sammeln. Con ad wa ein ausgezeichne e Päd- agoge. E a seinen Schüle n menschlich nahe, ö de e sie in au - op e nde Weise und ließ ihnen in ih en In e essen und S udien oll- kommene F eihei . E ha e Tausende on Schüle n und doch keine Schule. So e einig e sich ein g oße K eis e schieden in e essie e junge Na ionalökonomen um ihn, die in lebha en Diskussionen alle F agen des Faches e ö e en, auch diejenigen, die sich on dem Fo - schungsgebie des Leh e s en e n en. Die inne e Ve bundenhei de Mi gliede des Semina s mi dessen Lei e wa die G undlage diese einziga igen A bei sgemeinscha . Und wenn, besonde s in F agen de Theo ie, de Leh e sich zu ückhiel , nich weil e sie un e schä z e, so i^ de n weil sie ihm nich lagen, so gab e doch auch hie aus dem eichen Scha z seine E ah ung, indem e den We de Theo ien ü das p ak- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 643] Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie 3 ische Leben p ü e und de en Anwendung au die Wi klichkei e - ö e e. Die Jah e 1886 bis 1888, die Ka l Diehl als S uden in Halle zu- b ach e, ielen in die Blü ezei de Hallense Uni e si ä . Die Ju is en S ammle Loening und L i s z , die Philosophen H a y m und E d m a n n , de His o ike Edua d Meye bo en auch dem Na- ionalökonomen eiche An egung. Diese kam nich nu in den Hö sälen zu Gel ung. Mi einigen Kommili onen g ünde e Ka l Diehl den Aka- demisch-s aa swissenscha lichen Ve ein, an dessen Abenden Vo äge de Dozen en und äl e en Kommili onen, abe auch ein gesellige F euden Leh e und Schüle zusammen üh en. „Ähnlich wie in Be lin die Bekann scha mi Adolph Wagne ü mein Leben bedeu ungs oll wu de, soll e in Halle Rudol S amm- le ü mich ich unggebend wi ken". Ha e in den F agen de Theo ie Adol Wagne das Denken des jungen Na ionalökonomen ge o m , so e hiel dieses je z seine Zielse zung du ch die Rech sphilosophie S ammle s. Dessen Ansich en übe die engen Beziehungen zwischen Wi - scha und Rech mach en au Ka l Diehl den g öß en Eind uck. Auch S ammle , de an Jah en Ka l Diehl nähe s and als Con ad, wi k e nich nu du ch seine Vo lesungen, sonde n du ch den pe sönlichen Um- gang s a k au seine S udie enden ein, wenngleich de en K eis nich so g oß wa wie de des Con adschen Semina s. Du ch enge pe sönliche Beziehungen, die zu as äglichen Aussp achen üh en, du ch die ge- meinsame Lek ü e philosophische We ke wu den me hodische und philosophischen G undlagen gescha en, die wede das Audi o ium noch das Semina noch da3 P i a s udium zu bie en e moch en. Den Abschluß de S udien bilde e die Disse a ion, die den e s en Band eines We kes übe P oudhon da s ell e. Im Mä z 1888 wu de Ka l Diehl zum D . phil p omo ie . Die Absich , sich nunmeh an de Uni- e si ä Halle zu habili ie en, s ieß au ein une wa e es Hinde nis, inso e n zu Habili a ion das Abi u ien enexamen eines humanis ischen Gymnasiums e o de lich wa . So muß e Ka l Diehl dieses nach äglich ablegen und sich ein ganzes Jah lang du ch la einischen und g iechi- schen Un e ich o be ei en. E ha dies bi e emp unden und be- zwei el , ob au diese Weise humanis ische Geis gewonnen we den könne. Jeden alls abe ha e ü seinen akademischen Be u auch in- so e n meh geleis e als ande e, als e d eimal das Abi u ien en- examen abgeleg ha . Nach den gel enden Habili a ionsbes immungen muß en mindes ens zwei Jah e sei de Dok o p omo ion e s ichen sein. So blieb nu noch ein Jah ü die Habili a ionssch i üb ig, wenn diese Mindes is ein- gehal en we den soll e. Dieses Jah e b ach e Ka l Diehl in Wien, um den zwei en Band seines We kes übe P oudhon zu e assen. In 1* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 4 Albe Hesse [644 Wien wi k en An on Menge , de die g öß e sozialis ische Biblio- hek de Wel besaß, und Ka l Menge , eine de üh enden Männe de G enznu zenschule. Mi beiden e banden den jungen Dok o enge pe sönliche Beziehungen, die ihm ie e Einblicke e - scha en, abe doch seine be ei s gewonnenen Anschauungen nich be- ein luß en. Zu Beginn des Somme semes e s 1890 e olg e dann die Habili a ion in Halle. Nach d ei Jah en dozen ische Tä igkei wu de Ka l Diehl 1893 zum auße o den lichen P o esso e nann . So gewann die Zusammena bei mi dem ühe en Leh e S ammle wie au eine höhe en Ebene eine noch g öße e In imi ä . Das Jah 1893 wa wei e hin inso e n bedeu ungs oll ü Ka l Diehl, als e sich in diesem Jah e e lob e und An ang 1894 die Ga in heim üh e, die ihn sein ganzes Leben hindu ch beglei e ha . Als junge Dozen ha Ka l Diehl auße o den lich an egend ge- wi k . Gegenübe den on den äl e en Kollegen Con ad und F iedbe g be on en Fäche n de Volkswi scha spoli ik und Finanzwissenscha wa e de Ve e e de Theo ie. Gegenübe de his o ischen Rich- ung und ih em ßemühen, die geschich liche Beding hei in ih em ollen Um ang und in allen Einzelhei en zu e assen, e wies e au die g oßen Klassike , besonde s Rica do, und leh e seine Schüle olks- wi scha lich denken. Und wie e du ch die pe sönlichen Beziehungen zu seinen Leh e n selbs so iel gewonnen ha e, so such e e im Um- gang mi de akademischen Jugend das wei e zugeben, was e emp- angen ha e. Was wa en das ü schöne S unden in seinem Haus und ü an egende Abende im S aa swissenscha lichen Ve ein! E s ell e sich menschlich au den gleichen Boden mi jedem einzelnen, e b auch e nich au Dis anz zu hal en, die e s and sich on selbs . Sein eund- liche Zusp uch lös e manche So ge, sein gu e Ra behob iele Zwei el. Seine inne e F öhlichkei und sein he liche Humo ges al- e en o mals die Zusammenkün e zu Fes en, die wohl keine e - gessen ha , de an ihnen eilnehmen du e. So wa es ü alle eine T aue bo scha , als es 1898 hieß: Ka l Diehl geh nach Ros ock. Hie ha e nu ein Jah hindu ch als einzige Ve e e des Faches gewi k und das enge Zusammenleben de e schiedenen Fakul ä en, o allem wiede den Ve keh mi den Mi gliede n de ju is ischen Fakul ä besonde s geschä z . Dann wu de e nach Königsbe g be u en. Audi hie p leg e e enge Beziehungen zu ju is ischen Fakul- ä .. Mi de P axis e band ihn seine Tä igkei als Mi glied des Be- zi ksausschusses, die ihm die Wich igkei des na ionalökonomischen S udiums ü den Ve wal ungsdiens zeig e. Besonde e Ve diens e e - wa b e sich du ch die Ein ich ung on Handelshochschulku sen, aus denen sich spä e eine Handelshochschule en wickel e. Neuneinhalb Jah e blieb e in Königsbe g. 1908 e hiel e einen Ru nach F ei- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 645] Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie 5 bü g, an die Uni e si ä , die ihm on jehe am bes en ge allen ha e. E e üll e den os p eußischen Sp uch nich , daß die „Leu e aus dem Reich mi T änen nach Königsbe g kämen, abe auch weinend wiede o gingen", und hiel es mi de F eibu ge Meinung, daß de jenige nich e dien habe, nach F eibu g zu kommen, de es wiede e lasse. In F eibu g ha Ka l Diehl 35 Jah e als Mi glied, zule z als Senio de Rech s- und S aa swissenscha lichen Fakul ä gewi k . Be ei s in seine An i s ede en wickel e e die G undgedanken, die ihn lei e en; in den ie Bänden seines g oßen heo e ischen Leh buches üh e e sie aus. In F eibu g en s anden die um ang eichen sozialwissen- scha lichen E läu e ungen zu Da id Rica dos G undgese zen de Volkswi scha und Bes eue ung, du ch die e seine S ellung gegen- übe de klassischen Na ionalökonomie es leg e. Au de ande en Sei e p äzisie e e seine Hal ung gegenübe dem Sozialismus du ch den Abschluß seine S udien übe P oudhon und du ch seine A bei en übe Ma x, übe die Dik a u des P ole a ia s und das Rä esys em und du ch sein We k übe Sozialismus, Kommunismus und Ana chismus. In F eibu g en s anden wei e seine Un e suchungen übe F agen des Geldwesens und de Valu a wäh end des K ieges und nach dem K iege und übe die ech lichen G undlagen des Kapi alismus sowie sein We k „De Einzelne und die Gemeinscha ". In zahl eichen Au sä zen ü die g oßen Zei sch i en und in Bei ägen zu Sammelwe ken ha e wi - scha s- und sozialpoli ische F agen sowie P obleme de Finanzwissen- scha e ö e . In une müdliche Scha ensk a mi eine sel enen Uni e sali ä ha e alle Gebie e de Volkswi scha sleh e in den Be- eich seine A bei gezogen und ein ungewöhnlich um assendes Lebens- we k gescha en. In F eibu g ha Ka l Diehl zahl eiche Schüle um sich e sammel ; hie ha e in seinem Semina einen engen K eis on Schüle n und Kollegen, on F eunden um sich e ein , die in seinem Haus zu ach- liche A bei und an egende Aussp ache zusammenkamen und die Gedenk age eie n hal en, an denen mi zunehmendem Al e imme meh auch die ielgelieb en Scha en de Ve gangenhei sich zu uns an den Tisch se zen. Es wa en Jah e eines sel enen Reich ums im Geben und Nehmen. Den Un e g und bilde e die Liebe zu dem Am , das ihm an e au wa , das Bewuß sein de Ve an wo ung im Diens de wissenscha lichen Wah hei , dann die inne e Gü e und die imme gleichbleibende F eundlichkei zu den Menschen seine Umgebung. E wa o en, denn e ha e nich s zu e be gen. E b auch e sich nich zu Gel ung zu b ingen und konn e ande e gel en lassen. E beneide e niemanden, denn e besaß das, was ihm we wa . E ha e manchen Gegne , denn e e a seine Ansich en mi alle En schiedenhei , abe e ha e keinen Feind. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 6 Albe Hesse [646 Seine wissenscha liche und menschliche Au o i ä kam auch übe den Be eich seine Uni e si ä hinaus in den akademischen Ve eini- gungen zu Auswi kung. Au den Kong essen bilde e e einen Mi el- punk ; in diesem wei e en Rahmen a seine G oßzügigkei besonde s he o , ließ ihn mi wohlabgewogene Tole anz zwischen Gegensä zen e mi eln und se z e ihn ins and, mi übe legene Ruhe Ang i e zu- ückzuweisen ode zu igno ie en. Alle Liebe und Dankba kei kam in den Reden bei de T aue - eie am 14. Mai 1943 und de Gedäch nis eie de F eibu ge Reeh s- und S aa swissenscha lichen Fakul ä am 30. Juni 1943 zum Ausd uck. Die Gedäch niswo e on W. E u c k e n b ach en eine eingehende Wü - digung des wissenscha lichen We kes, au das nunmeh einzugehen is , sowei die lei ende G undidee in F age komm . IL Be ei s im Jah e 1897 ha Ka l Diehl in eine Besp echung on Rudol S ammle s „Wi scha und Rech " den G und iß seines wissen- scha lichen We kes en wo en und in seinem g oßen ie bändigen We k übe heo e ische Na ionalökonomie das Leh gebäude e ich e . Den Abschluß bilde die 1941 e schienene Sch i on Diehl „Die sozial- ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie", sein wissenscha liches Tes amen , in dem e eine sys ema ische und li e a his o ische Zu- sammen assung seine Ansich en gib . Es kann auch hie de Ve - asse die eigenen Aus üh ungen on Ka l Diehl zug unde legen, um so ehe , als diese die wich igs en G undgedanken in Lei sä zen zu- sammen aß . E sch eib dazu — bezeichnend ü seine menschliche G undhal ung — „Ich kann nich ho en und e wa en, daß die on mi au ges ell en Lei sä ze in ih em posi i en Inhal die allgemeine Zu- s immung de Fachgenossen inden we den. Ich möch e diese Lei sä ze auch meh als Diskussionsbasis be ach en und könn e mich nu euen, wenn on Sei en e ns ha e K i ike Vo schläge und Modi ika ionen, Abände ungen ode E gänzungen gemach wü den." 1. Die e s en beiden Lei sä ze haben olgenden Inhal : „Die Wi - scha is ein Teil des menschlichen Kul u lebens, und zwa de Teil, de sich mi de Scha ung und Ve eilung de Gü e beschä ig , die zu Be iedigung de menschlichen Bedü nisse dienen. Wie alles Kul- u leben ollzieh sich auch die Wi scha sges al ung im Zusammen- leben menschliche Gemeinscha en. Da aus olg , daß bei de E - o schung de Vo gänge des wi scha lichen Lebens nich eine isolie e Wi scha , eine Robinsonwi scha , den Ausgangspunk bilden kann, sonde n nu das Wi scha sleben in Gemeinscha s o m." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 617] Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie 7 Gegen den e s en diese Sä ze we den kaum Einwendungen zu e - heben sein. Sowei auch die Au assungen om Wesen de Wi scha auseinande gehen, da in s immen sie übe ein, daß den Ausgang die Be- dü nisse bilden, welche de Mensch be iedigen muß, um leben und a bei en zu können. Aus de besonde en A de geüb en Bedü nis- be iedigung e geben sich Gewohnhei en, die sich mi den p imä en An- ieben e binden, zumeis gleich in ensi wi ken wie jene und nu in No zei en als minde wich ig zu ück e en. Audi de zwei e Lei sa z wi d ane kann we den müssen. De isolie ü sich wi scha ende Mensch is eine Ges al de Dich ung, abe nich de Wi klichkei . Schon die U kul u en lassen ein Zusammenwi ken de Familienmi gliede z i Bescha ung de Lebensmi el e kennen. Die wei e e En wicklung zeig eine zunehmende Ausdehnung diese Gemeinscha en, eine o - daue nde In eg a ion und Di e enzie ung de Einzelnen. Die Ausbil- dung des Tausch e keh s und die A bei s eilung haben die Leis ungs- ähigkei de Einzelwi scha en e höh und eine ielsei ige e und ei- che e Deckung des Beda s e möglich . Nich nu äumlich, sonde n auch zei lich sind die einzelnen Wi scha en e bunden, inso e n sie An eil an den Leis ungen ühe e Gene a ionen haben, abe auch ü die Zu- kun a bei en. Aus diese Bes immung des Gegens andes e gib sich als Au gabe de Na ionalökonomie die E o schung de Zu- sammenhänge de mi einande e bundenen und au einande ange- wiesenen Einzelwi scha en. Das In e esse an de Da s ellung de En - wicklung eich so wei , als ühe e Gemeinscha s o men o liegen. Das P oblem de Fo schung is nich die Wi scha sgemeinscha als solche im Gegensa z zu einem isolie wi scha enden Menschen, sonde n die besonde e Fo m diese Gemeinscha en und die S ellung de Ein- zelnen in ihnen. Das wi scha liche und soziale Ke np oblem is das Ve häl nis des Einzelnen zum Ganzen. Alles menschliche Leben is Eigen- und Gemeinscha sleben. De Einzelne e häl sich nu , wenn e sein Leben und seine Eigena behaup e , abe auch nu , wenn e sich in die Gemeinscha ein üg , ohne die e nich bes ehen kann. Da aus e gib sich, daß die Eino dnung des Einzelnen in die Ge- meinscha den Gegens and de Fo schung zu bilden ha . Diese P o- blema ik i Ka l Diehl mi den beiden olgenden Lei sä zen: „Die Na ionalökonomie gehö zu den Sozialwissenscha en, die s eng on den na u wissenscha lichen Disziplinen ge enn we den müssen. Das Wi scha sleben e o de , nachdem es aus de animalisch- iebha en S u e in das S adium des Kul u lebens ge e en is , eine äuße e O d- nung und Regelung. Diese O dnung is die Wi scha s e assung. Die G undlage jede Wi scha s e assung is die jeweilige wi scha liche Rech so dnung." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 8 Albe Hesse [648 Daß das Rech die Ges al ung des wi scha lichen Zusammenlebens beein luß , is nich bes i en und dem Rech eine meh ode minde wich ige Rolle neben de E hik, de Na u , de Technik zue kann wo den. Diehl s ell die sozial ech lichen Ideen in äl e en s aa swissen- scha lichen und na ionalökonomischen Sch i en eingehend da un e besonde e Be ücksich igung on Rodbe us und Adolph Wagne . Die en scheidende F age is abe , welche Bedeu ung dem Rech zukomm , Bes immend ü das Wesen de sozial ech lichen Rich ung is die Leh e on S ammle (Wi scha und Rech nach de ma e ialis i- schen Geschich sau assung. 1. Au l. Leipzig 1896, 5. Au lage 1928), de en G undgedanken Diehl sich zu eigen mach . S ammle such das K i e ium, du ch welches das soziale Leben als eigene Gegens and unse e E kenn nis so kons i uie wi d, daß es dem bloß physischen Nebeneinande bes ehen e schiedene Menschen in bleibende o male Eigena gegenübe i , und e blick das en - scheidende Me kmal in de äuße en Regelung: „Sozial is äuße lich ge- egel ". Dami is übe Fo m und Inhal de äuße en Regelung noch nich s ausgesag . Es kann gegen S ammle eingewand we den, daß diese E klä ung le z lich o mal is , daß ü das Wesen des Sozialen maß- gebend is de Inhal diese Regelung, nämlich die Eino dnung des Einzelnen in die Gesam hei . En scheidend bleib die E kenn nis, daß jedes wi scha liche Zusammenwi ken eine ech liche O dnung o aus- se z . Die ech liche O dnung is , wie S ammle sag , die „Fo m", das Tun und Wi ken des au Bedü nisbe iedigung ge ich e en Zu- sammenlebens de Menschen die „Ma e ie" des sozialen Lebens. Das Rech is nich eine un e ande en Fak o en, sonde n die kons i- uie ende Bedingung, ohne die ein menschliches Zusammen- wi ken nich nu als eigene Gegens and unse e E kenn nis, sonde n auch als Ta sache de Wi klichkei nich möglich is ; es bilde den Rah- men, inne halb dessen die wi scha enden Menschen ih e Ziele e - olgen und mi einande in Beziehung e en. Ka l Diehl ha diesen G undgedanken on S ammle übe nommen, abe auch be ei s in de e s en K i ik des We kes on S ammle e - schiedene Einwendungen gel end gemach . S ammle ha in seinen Aus- üh ungen das Rech in den Vo de g und ges ell ; ü ihn is Na ional- ökonomie die Un e suchung bes imm e einzelne Rech so dnungen nach de Sei e ih e konk e en Du ch üh ung. Diese Beg i sbes im- mung lehn Diehl mi Rech ab. Es handel sich nich da um, bes imm e Rech so dnungen zu un e suchen und zu in e p e ie en. Es kann auch nich zugegeben we den, daß jede einzelne Rech so dnung eine beson- de e Ges al de Volkswi scha he o u , um so meh , als die ü das Wi scha sleben wich igs en G undno men e schiedenen Rech s- o dnungen gemein sind. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 655] Ka l Diehl und die sozial ech licbe Rich ung in de Na ionalökonomie 15 nimm eine on de jeweils gel enden Rech so dnung unabhängige Eigengese zlichkei de Wi scha an, die au die na ü lichen T iebe de Menschen zu ückgeh . De Mensch ha nach de Meinung on Wagne eine im Wesen gleiche und un e ände liche psychische und physische Na u ; die Ve schiedenhei en de En wick- lungss u en de Völke und Klassen sind ge ing. Diese gleichen na ü - lichen T iebe de Menschen wi ken sich in Ube eins immungen de wi scha lichen E scheinungen, in wi scha lichen Gese zmäßigkei en aus. Demgegenübe wende Diehl ein, daß die Mo i e de Menschen selbs wiede wesen lich on den sozialen Ins i u ionen beding sind. De Wille de Einzelnen wi d nich nu du ch das Rech , sonde n wei gehend du ch die Kon en ion beein luß , die un e Ums änden s ä ke wi k als die ech lichen Vo sch i en. Au de ande en Sei e is abe die Be ücksich igung de na ü lichen T iebe de Menschen die Vo ausse zung ü die Wi ksamkei de sozialen O dnung. Ebenso wie Diehl on de Rech so dnung unabhängige wi scha - liche Gese ze nich ane kenn , lehn e auch eine zei lose Theo ie ab. Nach seine Meinung sind die gesellscha lichen Bedingungen de Wi scha so dnung en scheidend und dahe alle allgemeinen Aus- sagen au den Be eich eine Wi scha sepoche besch änk . Auch hie kann, wie be ei s bei de Be ach ung de na ü lichen Bedingungen ausge üh , da au e wiesen we den, daß nich nu de „gewillkü e" Fak o de Wi scha s e assung sich wandel , sonde n auch die du ch die Na u beding en äuße en Ve häl nisse äumlich e schieden sind und du ch die Technik e ände we den. Es können allgemeine Aus- sagen also keines alls on einem gegebenen gleichbleibenden Zus and de Wi scha ausgehen. Die Un e schiede de konk e en E scheinun- gen sind au sozialem Gebie nich nu g öße , sonde n auch on höhe em In e esse. Die Au gabe de Theo ie is die eindeu ige beg i liche Be- s immung und die Zusammen assung de E scheinungen. Übe all do , wo nich die his o ische Indi iduali ä das P oblem is , suchen wi Allgemeinbeg i e zu bilden. Wi heben aus de Fülle de E scheinungen diejenigen he aus, die gleiche Me kmale au - weisen ode die wi als gleich be ach en, weil sie hinsich lich diese Me kmale nu inne halb bes imm e G enzen a iie en. Au dem Gebie e de Volkswi scha sind die E scheinungen nich nu e - schiedene als in de äuße en Na u , sie sind wei e abhängig on Be- dingungen, welche de Mensch scha und die sich s ändig e ände n. Dahe sind in de Volkswi scha sleh e auch die Allgemeinbeg i e ande e A als in de Na u wissenscha ; sie hängen on jenen Vo - ausse zungen ab, welche die Eigena de beg i lich zu e assenden E scheinungen bedingen. Auch de Zusammen assung des E - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 16 Albe Hesse [656 ah ungss o es s ehen au dem Gebie e de Volkswi scha sleh e be- sonde e Schwie igkei en en gegen. Die Beobach ung de Wiede keh de E scheinungen gelang allein zu Fes s ellung on Regelmäßig- kei en, welche Ausnahmen e leiden und nich exak e Kausal e häl - nisse ausd ücken, sonde n sich ihnen nu meh ode wenige annähe n. Es is also auch hie Ka l Diehl zuzus immen, wenn e als Au gabe des Theo e ike s die E mi lung on Tendenzen und Wah scheinlichkei en ansieh . Wi können nu du ch imme genaue es E assen de Einzel- e scheinungen und ie e es Eind ingen in die Zusammenhänge dem Ziel einhei liche Zusammen assung nähe kommen, abe es nich oll e - eichen. Die Fes s ellung, daß wede allgemeingül ige Beg i e noch Gese ze, sonde n imme nu ela i e Aussagen gewonnen we den können, bedeu e nich , daß dami de Theo ie de Boden en zogen wi d und die Na ionalökonomie sich in eine ein empi ische Fo schung mi Hil e de Geschich e und S a is ik au lös . Auch wenn die Sä ze ela i sind, so gewinnen sie doch Allgemeingül igkei , wenn die Be- dingungen kla ges ell we den, on denen ih e Gel ung abhäng . Ka l Diehl ha hie mi seinem g oßen We k die Au gabe angeg i en, welche die his o ische Schule e nachlässig ha e. Diese begnüg e sich mi de E o schung de geschich lichen Ve häl nisse und e kann e nich , daß auch ü einen jeweils his o isch beding en Beobach ungss o heo e i- sche Aussagen gewonnen we den können, die zwa nich allgemein sind, weil de S o beding is , abe gül ig sind un e de Vo ausse zung de gegebenen Ve häl nisse. Ka l Diehl is on de jeweiligen ech lichen Fo m de O dnung ausgegangen und ha au de en G undlage die Theo ie au gebau . Eine solche Theo ie is zum Teil als „ ealis ische" Theo ie de „ einen" Theo ie gegenübe ges ell , jene wissenscha - lichen Me hode, die, wie Ka l Diehl sag , „aus de Ra io de Wi scha ode aus dem ökonomischen P inzip ode ähnlichen P ämissen den Ve such un e nimm , zu daue nden allgemeingül igen Wi scha sge- se zen zu gelangen". Diese Gegenübe s ellung is abzulehnen. Jede Theo ie is in dem Sinne „ ein", als sie nich Wi klichkei szusammen- hänge, sonde n Gedankenzusammenhänge da s ell . Auch die An- wendung de Theo ie is imme die Anwendung eine Theo ie, denn sie bedeu e Ve we ung gedankliche Zusammenhänge zu E kenn - nis empi ische Zus ände. Eine solche Anwendung e anlaß uns, die Elemen e, on denen die Theo ie abgesehen ha , in die Be ach ung einzuse zen. Dies is um so schwie ige , je wei e die Abs ak ion o - gesch i en is , je meh sich die Vo ausse zungen de Theo ie on de Wi klichkei en e nen. Gegen eine solche zu wei gehende En e nung on de Wi klichkei wende sich Diehl mi besonde e Schä e, Im OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 657] Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie 17 Vo wo zum d i en Band seine heo e ischen Na ionalökonomie üh e aus, daß die eine Ökonomie iele ü den Ve lau des Wi - scha slebens ele an e Fak o en nich be ücksich ig habe, daß ih e kühnen und s olzen Gedankengebäude de E kenn nis de Wi klichkei wenig gedien haben und dadu ch die na ionalökonomische Wissen- scha an äuße e Gel ung e lo en habe. Audi hie is ihm zuzus im- men. Die Theo ie muß sich on de konk e en Wi klichkei abs a- hie end en e nen, sons kann sie keine übe das konk e e De ail hin- ausgehenden Aussagen gewinnen; sie b auch sich abe nu so wei übe die Wi klichkei zu e heben, als nö ig is , um diese Übe sich zu e - langen. Je höhe wi s eigen, um so meh wei e sich de Blick, um so meh e schwimmen abe auch die Um isse de einzelnen Gegens ände. Insonde hei wende sich Ka l Diehl gegen die „m a hema ische M e h o d e" in de Na ionalökonomie. Sie ha in le z e Zei in Deu schland un e dem Ein luß englische und ame ikanische Li e- a u an Boden und ih e K i ik an Schä e gewonnen. Eine solche „ma hema isch-quan i a i e" Volkswi scha sleh e is abe als G und- konzep ion abzulehnen, weil sie im le z en einen mechanischen Ve lau o ausse z , dem das Wi scha sleben nich un e wo en is . Dabei soll de We a ionale Quan i izie ung und ma hema ische Ausd ucks o men ü diejenigen Teilgebie e de Wi scha s- wissenscha nich bes i en we den, au denen die na u alen Fak o en en scheidend sind und die G ößen e häl nisse den Gegens and des In- e esses bilden. Die E scheinungen, welche die Volkswi scha sleh e zu e kennen such , gehen nich nu au na ü liche Bedingungen zu ück, sie we den ge o m du ch die Tä igkei de wi scha enden Menschen und in wachsende Ausdehnung du ch den Ges al ungswillen de S aa s- üh ung, die au E zeugung, Umsa z und Ve eilung de Gü e ein- wi k . Im Mi elpunk des Wi scha slebens s eh de Mensch mi seinem Eigensinn und seinem Wide sp uch; sein Handeln weis nu Regelmäßigkei en au , de en Annähe ung an die Kons anz du ch Be- echnungen wohl o mulie , abe nich e höh wi d. Dabei is imme die F age, ob ma hema ische Ausd ücke ü annähe nde Ube eins im- mungen die E kenn nis meh ö de n als die Da legung de Beding - hei , de Ve schiedenhei und des Wechsels de sozialen Phänomene. Selbs wenn die Angehö igen eines Volkes on junge Kul u , das du ch ausgedehn e und andaue nde Einwande ung e schiedena ige na io- nale Eigen ümlichkei en au genommen und e schmolzen ha , als aus demselben menschlichen S o gescha en be ach e we den können, so is diese Au assung doch nich ü Völke zu e end, de en ausge- p äg e na ionale Eigen ümlichkei en und al e T adi ion zu eine wei - gehenden Di e enzie ung ge üh haben. Sch aolle s Jah buch LXX, 6 2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 18 Albe Hesse [658 4. „Wenn die sozial ech liche Rich ung au das his o isch Beding e und Ve ände liche de wi scha lichen E scheinungen hinweis und dabei Ideale und We u eile au zeig , aus denen he aus bes imm e Ins i- u ionen gescha en we den, weis sie auch au das subjek i e Momen de Meinungen, Wünsche und Bes ebungen hin, de en le z es Resul a sich in diesen Ins i u ionen zeig ." In diesem le z en seine Lei säUc- b ing Diehl zum Ausd uck, daß e als Bes immungsg ünde auch die Ideale und We u eile ane kenn , aus denen he aus be- s imm e Ins i u ionen gescha en wu den; e läß da übe keinen Zwei- el, daß dami subjek i en Meinungen und Wünschen ein Ein luß au die konk e e En wicklung zuges anden wi d. Diese Au assung be- deu e , daß die wi scha liche Analyse die We u eile als Elemen e de die En wicklung bes immenden Komplexe zu be ücksich igen ha . Dami we den abe diese We u eile selbs nich als objek i e wissenscha liche E gebnisse ane kann . Da aus olg , daß We u eile und wi scha spoli ische Fo de ungen on de sozial- wissenscha lichen E kenn nis zu ennen sind. Die wissenscha liche Be ach ung ha ih e Auswi kungen au den Gang de En wicklung zu un e suchen, ha abe nich selbs We u eile abzugeben und wi - scha spoli ische Fo de ungen zu s ellen. Auch au diese ielums i e- nen F agen wi d dami eine kla e An wo gegeben. Das Ve häl nis de Wi scha swissenscha zu Wi - scha spoli ik ha in de Na ionalökonomie eine g oße Rolle ge- spiel . Die Klassike , welche die „na ü lichen" Gese ze de Wi scha such en, woll en zugleich de Wi scha spoli ik Rich linien geben, zu- mindes wa en sie sich übe die nu logische Bedeu ung ih e allge- meinen Aussagen nich genügend kla , um empi ische Mißb äuche zu e hinde n. Die deu sche his o ische Rich ung such e die Gese zmäßig- kei en de En wicklung zu e mi eln. Indem sie da leg e, wie die gegen- wä igen Ve häl nisse sich aus de Ve gangenhei he ausgebilde ha en, woll e sie zugleich die No wendigkei au zeigen, mi de die wi scha liche En wicklung sich wei e ollziehe. Gegenübe diesen Meinungen is die kla e Un e scheidung, die Ka l Diehl o genommen ha , on besonde e Bedeu ung. Weil e da on ausgeh , daß die so- zialen Ins i u ionen on Menschen ges al e und diese En scheidungen on We u eilen und Idealen bes imm we den, muß e die sozialpoli i- schen Aussagen on de sozialwissenscha lichen E kenn nis ennen. Weil e den Ein luß de Mach e häl nisse au die Ges al ung de sozialen Ins i u ionen ane kenn , kann e nich eine no male, na ü - liche, ich ige Wi scha o ausse zen und da au hin wi scha s- und sozialpoli ische Fo de ungen s ellen. Diese T ennung de E kenn nis OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 659] Ka l Diehl und die sozial ech liche Rich ung in de Na ionalökonomie 19 on de Poli ik is um so nö ige , je meh die Ve häl nisse de Wi - scha sich komplizie en und die konk e e Lage Fo de ungen und Wün- sche he o u . Die Na ionalökonomie is eine poli ische Wissenscha , weil die Gegens ände, die sie be ach e , du ch die Poli ik ge o m sind und o daue nd neu ge o m we den. Sie is abe keine poli isie ende Wissenscha . Sie bie e de Poli ik Un e lagen ü ih e Schlüsse und En schlüsse, ha abe selbs keine Poli ik zu eiben. Dami is das Ve - häl nis de Wi scha swissenscha zu Wi scha spoli ik kla be- s imm . 5. W. E u c k e n ha in seine Rede anläßlich de Gedäch nis eie de Rech s- und S aa swissenscha lichen Fakul ä de Uni e si ä F eibu g die wissenscha lichen Leis ungen on Ka l Diehl oll gewü dig und den Ve such gemach , die S ellung Diehls in de En wicklung de deu schen na ionalökonomischen Wissenscha zu bes immen. E ha ausge üh , daß Diehl gegenübe den S ömungen, die ihn umgaben, de neue en his o ischen, wie de mode nen heo e ischen Schule einen eigenen S andpunk sich bewah . Dies is ich ig. Sein S eben nach Reali- ä üh ihn abe im le z en au die Sei e de his o ischen Na io- nalökonomie, de en Leh en seinen Bildungsgang beein luß haben. E ha jedoch das Gedankengu de his o ischen Schule nach zwei Rich- ungen hin en scheidend e meh . Einmal ha e de These, daß die Wi scha du ch die his o ischen Ve häl nisse beding is , eine p ä- zise e Fassung und eindeu ige Fundie ung dadu ch ge- geben, daß e die ech liche Regelung als den en scheidenden Fak o nachgewiesen ha , als die kons i uie ende Bedingung, de gegenübe die ande en äuße en Ein lüsse sekundä e scheinen. Zwei ens ha e au de G undlage diese his o isch - ech lichen Eins ellung eine na ional- ökonomische Theo ie au gebau und gezeig , daß nich nu un e de Vo ausse zung eine übe Raum und Zei e habenen Wi scha all- gemeingül ige heo e ische Aussagen gewonnen we den können, daß die his o ische Be ach ung, die zu eine Theo ie nich ge üh ha e, doch zu eine Theo ie üh en kann. Audi wenn die Aussagen de Theo ie Diehls ela i sind, inso e n sie eine bes imm e Wi scha s e assung o ausse zen, sind sie doch inne halb diese G enzen gül ige Aussagen, die übe das empi ische De ail hinausgehen. De ausgep äg e Sinn ü die Reali ä ha Diehl dazu ge üh , die Bedeu ung de Theo ie ande s einzuschä zen als die klassische und die mode ne heo e ische Rich ung. Seine empi ische Denkweise ha ihn e anlaß , sich on den hypo he ischen Gese zen de mo- de nen Na ionalökonomie, die on bes imm en Vo ausse zungen aus logische Folge ungen zu gewinnen such , zu dis anzie en, weil e 2* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14 20 Albe Heese [660 mein e, daß diese Vo ausse zungen in de Wi klichkei nich o lägen. Diese Einwand kann gegen zahl eiche Theo ien e hoben we den, i abe nich allgemein zu. Die Folge is , daß Diehl den „ins umen alen We " de Theo ie, wie Eucken sag , nich ane kann e. E ha e kein In e esse an o malen P äzisionen, wenn Augenmaß und Ge ühl ihm aus eichend e schienen, um die Bedeu ung de einzelnen Elemen e ab- zuschä zen, am wenigs en dann, wenn diese P äzisie ung nu in eine quan i a i en Bes immung de Annähe ung an die Kons anz, also des Maßes de Ungena-uigkei bes ehen konn e. Abe auch übe die ein ins umen ale Bedeu ung de Theo ie hin- aus kann ih empi ische We , au den es Diehl ankam, um so meh e höh we den, je wenige die Vo ausse zungen de Theo ie, die le z - lich in eine gedanklichen Ve ein achung de Wi klichkei bes ehen, sich on diese en e nen. S a eines a ional kons uie en homo oeco- nomicus kann auch ein Wi scha smensch be ach e we den, de als P oduzen und Konsumen bes imm e Wi klichkei szüge äg , die z.B. in de Beha ungs endenz gewohn e P oduk ionsweise und Beda s- deckung, in dem S eben nach dem üblichen Gewinn und de s andes- gemäßen Lebens üh ung zu age e en. Dies heiß abe , daß die Theo ie on Ka l Diehl kein Ende bedeu e , sonde n o ge üh we den kann. E ha in de heo e isch un uch - ba en Zei de his o ischen Schule ein Leh gebäude e ich e , das mi Hil e de mode nen Theo ie auszubauen is . E ha das E be de Ve - gangenhei wohlübe leg e hal en, es e meh und de Zukun zu wei e en Ausges al ung hin e lassen. Hie du ch we den im le z en S ellung und Rang bes imm , die ihm in de En wicklung de deu schen na ionalökonomischen Wissenscha zukommen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.6.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:14