Fachkräftemangel in Deutschland: Befunde der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung
Abstract
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Full text
Ahlers, Elke; Quispe Villalobos, Valeria Research Report Fachkräftemangel in Deutschland: Befunde der WSI- Betriebs- und Personalrätebefragung WSI Report, No. 76 Provided in Cooperation with: The Institute of Economic and Social Research (WSI), Hans Böckler Foundation Suggested Citation: Ahlers, Elke; Quispe Villalobos, Valeria (2022) : Fachkräftemangel in Deutschland: Befunde der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung, WSI Report, No. 76, Hans-Böckler-Stiftung, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Düsseldorf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/263001 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de
REPORT Nr. 76, Juli 2022 FACHKRÄFTEMANGEL IN DEUTSCHLAND? Befunde der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22 Elke Ahlers, Valeria Quispe Villalobos Der Fachkräftemangel ist in vielen Betrieben spürbar, nicht nur für Fachkräfte im engeren Sinne, sondern für Arbeitskräfte allgemein. 56 % der vom WSI befragten Betriebe haben nach Aussagen von Betriebs- und Personalräten Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen. Eine nähere Analyse der Befunde zeigt, dass die Ursachen hierfür nicht immer eindeutig sind. Zwar machen auch die Betriebs- und Personalräte im Wesentlichen den Mangel an Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt dafür verantwortlich. Aber ein nicht unerheblicher Anteil von 24 bis 32 % der Befragten verweist auf betriebliche Ursachen, wie unattraktive Löhne oder Arbeitszeiten. Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede in den Ursachenzuschreibungen, sodass im Zuge der Diskussion um Fachkräftemangel eine differenzierte Betrachtung geboten ist. Um den Fachkräftemangel zu reduzieren, sollten auch die Betriebe dafür sorgen, die Arbeitsbedingungen attraktiver, vor allem aber humaner und familienfreundlicher, zu gestalten. Damit könnten bisher vernachlässigte Beschäftigtengruppen wie gut ausgebildete Frauen, die wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten können, oder erfahrene ältere Beschäftigte bis zum 64. Lebensjahr, die den Belastungen und dem hohen Arbeitsdruck nicht mehr gewachsen sind, über bessere Angebote und bessere Arbeitsbedingungen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Daten: WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22 (N = 2.173) Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme (Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte) hochqualifizierte Tätigkeiten mittlere Tätigkeiten einfache oder Hilfstätigkeiten Auszubildende eher zu schlechte Konditionen (z.B. Bezahlung) keine geeigneten Bewerber*innen sonstige Gründe/ weiß nicht 11,0 % 32,1 % 24,1 % 30,9 % 72,5 % 57,0 % 65,8 % 58,0 %
INHALT AUTORIN Dr. Elke Ahlers Referatsleiterin Qualität der Arbeit [email protected] Valeria Quispe Villalobos Studentische Hilfskraft am WSI und Masterstudentin der Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf [email protected] 1 Ausgangslage und Ziel des Reports . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2 Überblick über zentrale Studien zum Fachkräftemangel . . . . . . . . . . . . . . . . 3 3 Fragestellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 4 Die WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22 . . . . . . . . . . . . . . . . 4 5 Stellenbesetzungsprobleme —Befunde aus Sicht der Betriebs- und Personalräte . . . 5 5.1 Stellenbesetzungsprobleme nach Branchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 5.2 Stellenbesetzungsprobleme nach Qualifizierungsstufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 6 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 7 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10 8 Handlungsoptionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 8.1 Aus- und Weiterbildung stärken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 8.2 Bessere, attraktivere Arbeitsbedingungen und weniger Verschleiß am Arbeitsplatz . . . . . 12 8.3 Potenziale junger Eltern einbinden – Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12 8.4 Potenziale älterer Beschäftigter (bis 64 Jahre) einbinden – Förderung alternsgerechter Maßnahmen und Gesundheitsprävention . . . . . . . . . . . . 12 8.5 Faire Migration aus der EU und aus Drittstaaten ermöglichen . . . . . . . . . . . . . . . .13 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 3 Seit Jahren gibt es eine anhaltende Diskussion um Fachkräftemangel. Verschiedene Studien belegen einen sektoralen Mangel auf der Grundlage administrativer oder Befragungsdaten. Zwar weisen die meisten Studien darauf hin, dass Engpässe auf dem Arbeitsmarkt vorliegen, allerdings zeigen sie meist auch ein differenziertes Bild und eine unterschiedliche Betroffenheit je nach Branche und Region. Einige kritische Stimmen dagegen stellen das Gesamtbild nicht infrage, wohl aber die Größenordnung, und werfen zudem die Frage nach den Ursachen für den Fachkräftemangel auf. Dieser Report soll das Bild aus einer weiteren Befragung ergänzen, und zwar aus Sicht von Betriebs- und Personalräten, und aus deren Blickwinkel auch den möglichen Ursachen nachgehen. 1 AUSGANGSLAGE UND ZIEL DES REPORTS 2 ÜBERBLICK ÜBER ZENTRALE STUDIEN ZUM FACHKRÄFTEMANGEL Laut Definition der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird dann von Fachkräftemangel gesprochen, wenn es im Verhältnis zur Arbeitsnachfrage (Stellenangebote) zu wenig passend qualifizierte Arbeitskräfte gibt (Bundesagentur für Arbeit 2019). Die von der BA regelmäßig durchgeführte Engpassanalyse kommt für die Jahre 2019 und 2020 1 zu dem Ergebnis, dass von einem flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland nicht gesprochen werden kann, wohl aber von einem Fachkräftemangel für einzelne Branchen, wie die Pflege, einige IT- und technische Berufsfelder sowie die Bauberufe (Bundesagentur für Arbeit 2019, 2020). Diese Analysen der BA basieren im Wesentlichen auf zeitnah gemeldeten offenen Arbeitsstellen in den Berufssegmenten und den andererseits registrierten Arbeitslosen (sowie ab dem Jahr 2020 auf einem zusätzlichen Set an weiteren detaillierteren Engpass-Indikatoren). Es erfolgt eine transparente Datenerhebung mit Statistikdaten der Bundesagentur für Arbeit. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ermittelt auf Basis von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit eine Fachkräftelücke – allerdings mit einer eigenen Methodik. Auch das IW stellt fest, dass es für viele Bereiche einen Mangel an Fachkräften mit Berufsausbildung gibt (Burstedde et al. 2021), aber keinen branchenübergreifenden Fachkräftemangel. Dieser konzentriere sich auf bestimmte Berufe und Tätigkeitsfelder, etwa technische und soziale Berufe (ebd.). Besonders betroffen sei auch das Handwerk, so das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). Im Jahr 2021 fehlten 65.000 Handwerker in Deutschland, insbesondere solche mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, aber auch Handwerksmeister (KOFA-Studie 2021). Im Einzelnen seien Bauelektriker*innen, 1 Das Jahr 2020 wird in der Engpassanalyse pandemiebedingt als Ausnahmejahr mit einem Rückgang der Arbeitskräftenachfrage beschrieben. Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker*innen, Kfz- Techniker*innen sowie Fachverkaufspersonal für Fleischwaren schwer zu finden. Einen anderen methodischen Weg zur Messung des Fachkräftemangels schlägt das ifo-Institut ein. Es weist mit dem ifo-KfW-Fachkräftebarometer 2 auf Basis der ifo-Konjunkturumfragen bei rund 9.000 deutschen Unternehmen nach, dass sich im Oktober 2021 43 % dieser Unternehmen durch einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Ausübung ihrer Geschäfte behindert sahen. Vor allem Dienstleistungsbereiche, wie das Beherbergungsgewerbe, Transport und Logistik oder die Arbeitskräfteüberlassung seien betroffen. Generell sähen sich aber fast alle Unternehmen, die neue Fachkräfte suchen, bei der Stellenbesetzung mit mittleren bis schweren Problemen konfrontiert (Freuding und Garnitz 2022). Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte im Rahmen seiner DIHK-Kon- junkturumfrage im Herbst 2021 fest, dass jedes zweite der 23.000 antwortenden Unternehmen seine offenen Stellen zumindest teilweise nicht besetzen konnte 3 – vor allem nicht solche Stellen, die eine duale Berufsausbildung erfordern. Besonders die Bauwirtschaft sei massiv betroffen (Deutscher Industrie- und Handelskammertag 2021). 2 Im Rahmen der ifo Konjunkturumfragen werden die etwa 9.000 teilnehmenden Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen einmal pro Quartal nach Geschäftsbehinderungen durch einen Mangel an qualifizierten Fachkräften befragt. Aus den Antworten auf diese Frage werden die verschiedenen Indikatoren des Fachkräftebarometers berechnet. Der Gesamtindikator für die deutsche Wirtschaft gibt demnach an, welcher Anteil der deutschen Unternehmen durch Fachkräftemangel beeinträchtigt wird. 3 Die Frage in der DIHK-Konjunkturumfrage lautete: Können Sie in Ihrem Unternehmen derzeit offene Stellen längerfristig (mehr als zwei Monate) nicht besetzen, weil Sie keine passenden Arbeitskräfte finden?
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 4 Aber es wird in der Diskussion um den Fachkräftemangel auch gegengehalten, dass dieser aufgrund unternehmerischer Schwächen und fehlender Weitsichtigkeit in Bezug auf die Personalentwicklung der Unternehmen hausgemacht sei (Gaedt 2014). Der DGB etwa kritisiert, dass in der Baubranche im Jahr 2022 die Arbeitgeberseite die Lohnuntergrenzen nicht angehoben habe, sodass die dortigen Arbeitsplätze für potenzielle Bewerbende weiter an Attraktivität verlieren (DGB Klartext 2022). Auch das Ausmaß der quantitativen Fachkräftelücke wird mit Blick auf widersprüchliche Berechnungsgrundlagen angezweifelt (u. a. Seils 2018). 3 FRAGESTELLUNG Wie oben skizziert, bleiben die Ursachen der Stellenbesetzungsprobleme unklar. Sind diese immer mit einem Mangel an Fachkräften zu erklären oder können auch weitere betriebliche Faktoren eine Rolle spielen, wie etwa unattraktive Löhne und Gehälter sowie Arbeitszeiten? Zu diesen Fragen gibt es kaum Daten. Diese Lücke kann die WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22 schließen. Hier wurden nicht die Unternehmen, sondern die beteiligten Betriebs- und Personalräte zu ihren Beobachtungen in Bezug auf die schwer zu besetzenden Stellen befragt, um Hintergründe zu beleuchten. Mit diesem Report wird die Frage beantwortet, wie die Betriebs- und Personalräte auf den Fachkräftemangel blicken. Die Sichtweise von Betriebs- und Personalräten wurde auch deshalb gewählt, weil diese als „Experten“ einen umfassenden Einblick in betriebliche Rahmenbedingungen und teils auch einen „… privilegierten Zugang zu Informationen über Personengruppen, Soziallagen, Entscheidungsprozesse, Politikfelder usw. haben“ (Meuser und Nagel 2009) und somit einen hinterfragenden Blick auf das betriebliche Geschehen entwickeln können. Ihre Erfahrungen und Einschätzungen können daher die Diskussion um den Fachkräftemangel bereichern. Dafür soll zunächst die Methodik der WSI- Betriebs- und Personalrätebefragung vorgestellt werden. Darauf aufbauend werden die Beobachtungen und Einschätzungen der betrieblichen Interessenvertretungen vorgestellt und vor dem Hintergrund der betrachteten Studien eingeordnet und diskutiert. 4 DIE WSI-BETRIEBS- UND PERSONALRÄTEBEFRAGUNG 2021/22 Dieser Report basiert auf Daten der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung. Die Befragung ist ein seit 2015 laufendes Befragungspanel von Betriebsräten, das 2021 in der fünften Befragungswelle um Personalräte des Öffentlichen Dienstes erweitert wurde. Grundgesamtheit der Befragung sind Betriebe und Dienststellen aller Branchen ab 20 Beschäftigten mit Betriebs- oder Personalrat. Damit unterscheidet sich dieser Datensatz aufgrund seiner Betriebsgrößenstruktur von den oben vorgestellten Vergleichsstudien. 4 4 Über die Auswahl von Betrieben ab 20 Beschäftigten entsteht der Nachteil, das kleine Unternehmen mit traditionell hohem Fachkräftemangel, wie solche aus der Gastronomie oder dem Handwerk, nicht im Sample vertreten sind. Der eigentliche Fachkräftemangel wird dadurch eher unterschätzt. Der Befragungszeitraum der jüngsten Welle war vom 26. Mai bis 14. Dezember 2021. Die Interviews mit den Betriebs- und Personalräten wurden telefonisch (CATI) vom Umfragezentrum Bonn (uzbonn) durchgeführt, und behandeln verschiedene betriebliche Themen wie Entwicklungen in den Betrieben, Arbeitsbedingungen, Probleme der Betriebsratsarbeit und Weiteres. Es wurden im Erhebungsjahr 2021 2.924 Betriebsrats- und 963 Personalratsinterviews durchgeführt. Die Panelteilnahmequote lag bei 57,7 %. Die Daten sind gewichtet, um die disproportionale Besetzung der Stichprobenzellen gegenüber der Grundgesamtheit auszugleichen.
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 5 56,2 % aller befragten Betriebs- und Personalräte geben für ihren Betrieb Stellenbesetzungsprobleme an, das heißt konkret, dass in den vergangenen 24 Monaten (also von 2019 bis 2021) nicht alle ausgeschriebenen Stellen besetzt werden konnten. Damit ist auch der Zeitraum vor der Corona- Pandemie erfasst. Während der Pandemie ging der Anteil aufgrund der pandemiebedingten Unsicherheit und der geringeren Zahl an Ausschreibungen etwas zurück. 5 Nun wären allein Stellenbesetzungsprobleme noch kein Hinweis auf einen Fachkräfte- oder Arbeitskräftemangel. Eine Betrachtung der Befunde nach Branchen und Qualifikationsniveaus lässt die Problematik jedoch klarer erscheinen. 5 Von allen Unternehmen mit Problemen bei der Stellenbesetzung hatten 82,6 % auch während der Coronakrise Schwierigkeiten, Stellen zu besetzten. 5.1 Stellenbesetzungsprobleme nach Branchen Betriebe mit Stellenbesetzungsproblemen finden sich vor allem im Baugewerbe (72,2 %), in den Öffentlichen Dienstleistungen (66,7 %) und bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (64,5 %), so die Befunde (siehe Abbildung 1 und Datenanhang). Die Branche Öffentliche Dienstleistungen 6 gehört zu den größten Branchen im vorliegenden (und gewichteten) Sample. Sie umfasst vor allem das Gesundheitswesen, in dem 80,8 % der Befragten von offenen und schwer zu besetzenden Stellen berichten (Abbildung 2). Damit werden die bisherigen Befunde zu den Personalnotständen im Gesundheitssektor bestätigt (Auffenberg et al. 2022). Betroffen sind Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapiepraxen und medizinische Labore. 6 Die Brancheneinteilung erfolgte über die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ-Zweisteller 2008, vgl. auch https://www.destatis.de/DE/Methoden/Klassifikationen/Gueter-Wirtschaftsklassifikationen/klassifikationwz-2008.html Die Branche „Öffentliche Dienstleistungen“ umfasst damit die Bereiche Erziehung und Unterricht, Gesundheitswesen, Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) und Sozialwesen. Abbildung 1 In welchen Branchen konnten nicht alle offenen Stellen besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=3.840 (25 Betriebe konnten nicht zu einer Branche zugeordnet werden und 22 weitere Betriebe gaben Weiß nicht/Keine Angabe an) 47,3 50,0 51,8 52,9 54,3 55,8 56,1 56,2 64,5 66,7 72,2 Handel (N=345) Information und Kommunikation (N=110) Bergbau, Produz. Gewerbe (N=437) Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe (N=153) Investitionsgüter (N=453) Unternehmensnahe Dienstleistungen (N=317) Öffentliche Verwaltung (N=774) Mittelwert (N=3840) Finanzdienstleistungen und Versicherungen (N=166) Öffentliche Dienstleistungen (N=741) Baugewerbe (N=90) Abbildung 2 In welchen Bereichen der Öffentlichen Dienstleistungen konnten nicht alle offenen Stellen besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragungen 2021/22, N=741 56,1 58,0 67,8 80,8 66,7 Sozialwesen (ohne Heime) (N=173) Erziehung und Unterricht (N=169) Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) (N=180) Gesundheitswesen (N=219) Öffentliche Dienstleistungen (N=741) 5 STELLENBESETZUNGSPROBLEME — BEFUNDE AUS SICHT DER BETRIEBS- UND PERSONALRÄTE
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 6 Aber auch die weiteren sozialen Dienstleistungen, wie Heime, Schulen oder Kitas, haben Personalbedarf und offene Stellen (Abbildung 2). Bei diesen Befunden stimmen die Beobachtungen der betrieblichen Interessenvertretungen also deutlich mit denen der Fachkräfteengpassanalyse 2020 der Bundesagentur für Arbeit überein. Das heißt, die erfragten Stellenbesetzungsprobleme können zugleich als Indiz für Arbeitskräfte- bzw. Fachkräfteengpässe gewertet werden. Weniger ausgeprägt ist die Problematik im Handel (47,3 %) und in der Branche Information und Kommunikation (50 %), in der „nur“ jeder zweite Betriebsrat von schwer zu besetzenden Stellen berichtet. 5.2 Stellenbesetzungsprobleme nach Qualifizierungsstufen Die Stellenbesetzungsprobleme variieren nicht nur auffällig zwischen den Branchen, sondern auch zwischen den Bildungsgraden und Qualifizierungsstufen (Abbildung 3). Besonders große Schwierigkeiten gibt es demnach dabei, offene Stellen für Hochqualifizierte und für Fachkräfte mit verlangter abgeschlossener Berufsausbildung zu besetzen. Stellen für Hochqualifizierte: 70,5 % der von Stellenbesetzungsproblemen berichtenden Betriebs- und Personalräte geben an, dass besonders Stellen für hoch qualifizierte Tätigkeiten schwer zu besetzen sind – vor allem in den Branchen Information und Kommunikation (90,9 %), Öffentliche Verwaltung (80,7 %) und Baugewerbe (80 %) (siehe Abbildung 4 im Anhang). Diese Befunde bestätigen Burstedde et al. (2021), die ebenfalls auf einen hohen Fachkräftemangel bei Hochqualifizierten hinweisen. Stellen mit abgeschlossener Berufsausbildung: 63,2 % der Befragten geben an, dass Arbeitsstellen, für die eine abgeschlossene Berufsausbildung verlangt wird, vakant sind. Hier ist besonders das Gesundheitswesen betroffen, in dem 85,3 % der Befragten angeben, dass Fachkräfte mit Berufsausbildung gesucht werden (siehe Anhang 5). Dies ist erneut eine Bestätigung für den Fachkräftemangel in der Pflege. Aber auch die Öffentlichen Dienstleistungen sind betroffen, auch hier können 76,5 % der Einrichtungen nicht alle ausgeschriebenen Stellen für mittlere Tätigkeiten besetzen. Im Handel sind es 68,1 % und im Produzierenden Gewerbe 65,2 % der Betriebe, die ihre offenen Stellen für mittlere Tätigkeiten nicht mit Fachkräften besetzen können (siehe Abbildung 3 im Anhang). Ausbildungsstellen: 28,6 % der Befragten legen dar, dass auch ausgeschriebene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. Dies gilt besonders für den Bau (58,5 %) und den Handel (45,4 %) sowie für Finanzdienstleistungen und Versicherungen (41,1 %) (siehe Abbildung 1 im Anhang). Stellen für einfache Tätigkeiten: Deutlich geringer fällt das Ergebnis für einfache oder Hilfstätigkeiten aus. Weniger als 20 % der Betriebs- und Personalräte berichten hier von Stellenbesetzungsproblemen (19,4 %). Im Branchenvergleich zeigen sich aber erhebliche Unterschiede, denn der Anteil im Gastgewerbe und in der Branche Verkehr und Lagerei ist mit 40,7 % deutlich höher. Ebenfalls größer sind auch die Nennungen für die Öffentlichen Dienstleistungen (26,9 %) und damit wiederum im Sektor Gesundheit und Soziales. Auch im Produzierenden Gewerbe finden 24,7 % der Unternehmen kein Personal für ihre offenen Stellen für einfache Tätigkeiten (siehe Abbildung 2 im Anhang). Diese Befunde zeigen, dass vor allem (gut) ausgebildete Arbeitskräfte gesucht werden. Eine Tarifbindung des Betriebs hat den Befunden zufolge keinen Einfluss auf die Stellenbesetzungsprobleme. Auch ist irrelevant, ob der Betrieb in West- oder Ostdeutschland liegt. Einen Größeneffekt gibt es zwar, das heißt je größer das Unternehmen, desto eher wird von schwer zu besetzenden Stellen berichtet, doch dieser Effekt liegt in der Natur der Sache, zumal die Wahrscheinlichkeit für offene Stellen bei größeren Unternehmen höher ist. Abbildung 3 Schwer zu besetzende vakante Stellen nach Qualifikationsniveau Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 19,4 28,6 63,2 70,5 einfache oder Hilfstätigkeiten Auszubildende mittlere Tätigkeiten Hochqualifizierte
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 7 Es stellt sich nun die Frage nach den Gründen für die schwer zu besetzenden offenen Stellen. Die Betriebs- und Personalräte wurden gefragt, ob der Hauptgrund eher durch fehlende qualifizierte Bewerbende oder eher durch unattraktive Konditionen der offenen Stellen zu erklären sei, etwa niedrige Löhne oder belastende Arbeitsbedingungen oder -zeiten. Insgesamt sehen die Betriebs- und Personalräte den Hauptgrund in den fehlenden qualifizierten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt (Abbildung 4). Dies gilt (mit unterschiedlicher Nuancierung) für alle Qualifikationsgruppen gleichermaßen. Besonders für solche offenen Stellen, für die eine qualifizierte Berufsausbildung erwartet wird (mittlere Tätigkeiten), gilt der Mangel an geeigneten Bewerber*innen als Hauptursache (65,8 %, Abbildung 4). Ein deutlich geringerer Teil von 24,1 % macht die schlechten Konditionen verantwortlich. 9,3 % nennen sonstige Gründe, die aber nicht näher erhoben wurden. Auch bei den Auszubildenden wird in erster Linie ein Mangel an Bewerber*innen gesehen (72,5 %). Bei den offenen Akademiker*innenstellen sehen 58 % und bei den Hilfstätigkeiten 57 % der Befragten den Grund in den fehlenden Bewerber*innen. Aber auch die unattraktiven Arbeitsbedingungen und Konditionen bei den Job-Angeboten spielen in den Augen so einiger Betriebs- und Personalräte eine wichtige Rolle, also Gehalt und Arbeitszeit. Für die schwer zu besetzenden Akademiker*innenstellen sehen dies 30,9 % der Befragten so, dies gilt besonders für jene in der öffentlichen Verwaltung mit ca. 39,4 % (siehe Abbildung 8). Das Gleiche gilt für die schwierige Stellenbesetzung bei einfachen Tätigkeiten. Hier sieht fast ein Drittel der Befragten die schlechten Konditionen als Hauptgrund an (32,1 %). Im Handel liegt der Anteil bei 36,4 % und in der Branche Verkehr, Lagerei und Gastgewerbe sogar bei 45,5 % (siehe Abbildung 6). Aber auch bei den gesuchten Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung wird auf die wenig attraktiven Arbeitsbedingungen verwiesen, besonders in der Gastronomie und in der Branche Verkehr/Lagerei (35,3 %) sowie im Handel (31,5 %, siehe Abbildung 7). Zudem werden von 27,2 % der betroffenen Betriebs- und Personalräte aus dem Gesundheitswesen die schlechten Arbeitsbedingungen und Gehälter im Gesundheitswesen als Begründung angeführt (27,2 %, siehe Abbildung 16 im Anhang). Das heißt, einige Branchen haben mit Blick auf attraktive Konditionen und Arbeitsbedingungen noch Luft nach oben, um mehr Bewerber*innen anzuziehen. Die Ursachen (fehlendes qualifiziertes Personal vs. unattraktive Arbeitsbedingungen) können sich in ihrer Komplexität dabei auch vermischen, denn wenn die Arbeitsbedingungen nicht attraktiv sind, dann bleiben auch die qualifizierten Bewerber*innen aus. Branchenspezifische Auswertungen zu den Gründen für den Fachkräftemangel finden sich im Datenanhang. Auffällig sind die zugeschriebenen Gründe für die schwer zu besetzenden Ausbildungsstellen. 7 Für 72,5 % der Befragten können diese aufgrund fehlender geeigneter Bewerbungen nicht besetzt werden. Nur 11 % geben an, dass die Konditionen der Ausbildungsplätze nicht attraktiv genug seien (besonders in den Öffentlichen Dienstleistungen und den unternehmensnahen Dienstleistungen). 7 Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2022 zeigt, dass die Ausbildungsplatzsituation kritisch ist. 63.200 Ausbildungsstellen blieben im Jahr 2021 unbesetzt – ein Plus von 3.200 offenen Stellen. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Grundsätzlich gebe es zu wenig Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt – allerdings blieben gleichzeitig auch 24.600 Bewerber*innen mit ihren Berufsvorstellungen unversorgt (Kreuder 2022). 6 GRÜNDE FÜR DIE STELLENBESETZUNGSPROBLEME
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 8 Abbildung 5 Ursachen für die Stellenbesetzungsprobleme (aus Sicht der Betriebs- und Personalräte) – Einfache Tätigkeiten Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 16,7 23,2 30,3 32,1 33,1 36,4 42,9 45,5 66,7 69,6 60,6 57,0 54,1 54,6 48,6 42,4 14,6 5,4 6,1 10,0 12,0 9,1 8,6 12,1 Öffentliche Verwaltung (N=48) Bergbau, Produzierendes Gewerbe (N=56) Unternehmensnahe Dienstleistungen (N=33) Mittelwert (N=421) Öffentliche Dienstleistungen (N=133) Handel (N=33) Investitionsgüter (N=35) Verkehr/Lagerei, Gastgewerbe (N=33) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 4 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme (branchenübergreifend) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 24,1 30,9 32,1 11,0 65,8 58,0 57,0 72,5 9,3 9,5 10,0 15,8 mittlere Tätigkeiten (N=1373) hochqualifizierte Tätigkeiten (N=1532) einfache oder Hilfstätigkeiten (N=421) Auszubildende (N=621) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 15 KOFA-Studie (2021): Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Fachkräftemangel und Nachwuchsqualifizierung im Handwerk, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, online verfügbar unter https://www.iwkoeln.de/ fileadmin/user_upload/Studien/Kofa_ kompakt/2021/KOFA_Studie_Hand- werk_05_dk_komprimiert.pdf (letzter Zugriff: 27.04.2022) Kreuder, A.-K. (2022): Berufsbildungsbericht 2022, Bundesministerium für Bildung und Forschung, online verfügbar unter https://www.bmbf. de/SharedDocs/Downloads/de/2022/ berufsbildungsbericht-2022.pdf?__ blob=publicationFile&v=1 (letzter Zugriff:11.05.2022) ManpowerGroup (2020): Was Arbeitnehmer wirklich wollen. So schließen Sie die Qualifikationslücke, online verfügbar unter https://www.manpowergroup.de/-/media/project/manpowergroup/manpowergroup/manpowergroup-germany/studien_pdf/mpg_ fachkraeftemangel_2019_whitepaper. pdf (letzter Zugriff: 10.06.2022) Meuser, M./Nagel, U. (2009): Das Experteninterview — konzeptionelle Grundlagen und methodische Anlage, in: Pickel, S./Pickel, G./Lauth, H.-J./Jahn, D. (Hrsg.): Methoden der vergleichenden Politik- und Sozialwissenschaft. Neue Entwicklungen und Anwendungen, Wiesbaden, S. 465–479 Müller, K.-U./Samtleben, C. (2022): Reduktion und partnerschaftliche Aufteilung unbezahlter Sorgearbeit erhöhen Erwerbsbeteiligung von Frauen, online verfügbar unter https://www. diw.de/documents/publikationen/73/ diw_01.c.836537.de/22-9-1.pdf (letzter Zugriff: 14.06.2022) Rat der Arbeitswelt (2021): Vielfältige Ressourcen stärken – Zukunft gestalten, hrsg. vom Rat der Arbeitswelt, Berlin, online verfügbar unter https://www.arbeitswelt-portal.de/ fileadmin/user_upload/awb_2021/Zusammenfassung.pdf (letzter Zugriff: 17.05.2022) Seils, E. (2018): Mangel an Fachkräften oder Zahlungsbereitschaft. Eine Analyse von Daten des DIHK. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-Böckler- Stiftung: WSI-Report 41, August 2018, online verfügbar unter https:// www.boeckler.de/pdf/p_wsi_re- port_41_2018.pdf (letzter Zugriff: 13.05.2022) Siegrist, J. (2015): Arbeitswelt und stressbedingte Erkrankungen. Forschungsevidenz und präventive Maßnahmen, München Zucco, A./Lott, Y. (2021): Stand der Gleichstellung. Ein Jahr mit Corona. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-Böckler- Stiftung: WSI Report 64), März/2021, online verfügbar unter https:// www.boeckler.de/pdf/p_wsi_re- port_64_2021.pdf (letzter Zugriff: 14.06.2022)
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 16 Nun kommen wir zum Thema „Fachkräftemangel“. Denken Sie dabei bitte zunächst an die letzten 24 Monate. Das betrifft die Coronakriseaber auch die Zeit davor. Frage H1 ”fkr: Konnten alle von {BR: Ihrem Betrieb / PR: Ihrer Dienststelle} in den letzten 24 Monaten ausgeschriebenen Stellen besetzt werden? Es sind nur externe Besetzungen von außerhalb des Betriebs gemeint, keine betriebsinternen Be- bzw. Versetzungen. 1: Ja 2: Nein -7: Verweigert -8: Weiß nicht WENN: fkr = 2: Frage H2 ”fkrt: Bei welchen der folgenden Tätigkeiten konnten Stellen nicht besetzt werden? War das bei… fkra: Auszubildenden? fkru: hochqualifizierten Tätigkeiten? fkrm: mittleren Tätigkeiten? fkrh: einfachen oder Hilfstätigkeiten? INT: Bei Bedarf: Für hochqualifizierte Tätigkeiten braucht man üblicherweise ein Studium oder einen Techniker oder Meister. Mittleren Tätigkeiten werden z. B. von Facharbeiter und –angestellte ausgeführt. 1: Ja 2: Nein -7: Verweigert -8: Weiß nicht Frage H3 ”fkrgr: Warum konnten die offenen [WENN: fkra=1: Ausbildungsplätze, fkru=1: Stellen für hochqualifizierte Tätigkeiten, fkrm=1 Stellen für Facharbeiter oder Fachangestellte, fkrh=1 Stellen für einfache oder Hilfstätigkeiten] nicht besetzt werden? Lag das ihrer Meinung nach eher daran, dass es auf dem Arbeitsmarkt keine geeigneten Bewerber gab, oder lag das eher an den zu schlechten Konditionen der Stellen, wie z. B. der Bezahlung? 1: Keine geeigneten Bewerber auf dem Arbeitsmarkt 2: Eher zu schlechte Konditionen der Stellen, wie z. B. Bezahlung 3: Sonstige Gründe -7: Verweigert -8: Weiß nicht fkra_grund: Auszubildende fkru_grund: hochqualifizierten Tätigkeiten fkrm_grund: mittleren Tätigkeiten fkrh_grund: einfachen oder Hilfstätigkeiten WENN: fkr = 2: Frage H4 ”frk_cor: Gab es auch in der Zeit seit der Coronakrise, also seit März 2020, offene Stellen, die nicht besetzt werden konnten? Schlüssel Text / Anweisung INT: eine nicht besetzte Stelle ist ausreichend, um die Frage zu bejahen. 1: Ja 2: Nein -7: Verweigert -8: Weiß nicht ANHANG INTERVIEWFRAGEN ZUM THEMA FACHKRÄFTEMANGEL
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 17 DATENANHANG Abbildung 1 In welchen Branchen konnten nicht alle offenen Stellen für einfache und Hilfstätigkeiten besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 7,3 8,4 11,1 14,2 16,9 18,6 19,4 20,3 24,7 26,9 40,7 Information und Kommunikation (n=55) Finanzdienstleistungen und Versicherungen (n=107) Öffentliche Verwaltung (n=434) Investitionsgüter (n=246) Baugewerbe (n=65) Unternehmensnahe Dienstleistungen (n=177) Mittelwert (n=2160) Handel (n=163) Bergbau, Produzierendes Gewerbe (n=227) Öffentliche Dienstleistungen (n=494) Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe (n=81) Abbildung 2 In welchen Branchen konnten nicht alle offenen Stellen für mittlere Tätigkeiten besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 38,2 52,5 57,6 59,4 63,0 63,2 63,6 64,6 65,2 68,1 76,5 Information und Kommunikation (n=55) Unternehmensnahe Dienstleistungen (n=177) Öffentliche Verwaltung (n=434) Investitionsgüter (n=246) Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe (n=81) Mittelwert (n=2160) Finanzdienstleistungen und Versicherungen (n=107) Baugewerbe (n=65) Bergbau, Produzierendes Gewerbe (n=227) Handel (n=163) Öffentliche Dienstleistungen (n=494)
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 18 Abbildung 3 UIn welchen Branchen konnten nicht alle offenen Stellen für hochqualifizierte Tätigkeiten besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 50,6 51,5 63,9 65,6 70,5 72,8 73,8 78,0 80,0 80,7 90,9 Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe (n=81) Handel (n=163) Bergbau, Produzierendes Gewerbe (n=227) Öffentliche Dienstleistungen (n=494) Mittelwert (n=2160) Investitionsgüter (n=246) Finanzdienstleistungen und Versicherungen (n=107) Unternehmensnahe Dienstleistungen (n=177) Baugewerbe (n=65) Öffentliche Verwaltung (n=434) Information und Kommunikation (n=55) Abbildung 4 In welchen Branchen konnten nicht alle offenen Ausbildungsstellen besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 12,7 18,4 20,3 20,9 22,0 28,6 32,1 35,4 41,1 45,4 58,5 Information und Kommunikation (n=55) Öffentliche Verwaltung (n=434) Bergbau, Produzierendes Gewerbe (n=227) Öffentliche Dienstleistungen (n=494) Unternehmensnahe Dienstleistungen (n=177) Mittelwert (n=2160) Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe (n=81) Investitionsgüter (n=246) Finanzdienstleistungen und Versicherungen (n=107) Handel (n=163) Baugewerbe (n=65)
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 19 Abbildung 5 In welchen Bereichen des Gesundheitswesens konnten nicht alle offenen Stellen besetzt werden? Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=177 22,0 28,8 74,0 85,3 Auszubildenden einfache Tätigkeiten Hochqualifizierte mittlere Tätigkeiten Abbildung 6 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in der Branche Investitionsgüter (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 10,3 23,3 29,1 42,9 74,6 69,9 59,2 48,6 14,9 5,5 10,6 8,6 Auszubildende (n=87) mittlere Tätigkeiten (n=146) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=179) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=35) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 20 Abbildung 7 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme im Produzierenden Gewerbe inkl. Bergbau (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 13,7 16,9 23,2 24,8 69,5 73,0 69,6 60,7 15,8 9,5 5,4 13,1 Auszubildende (n=95) mittlere Tätigkeiten (n=148) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=56) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=145) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 8 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in den Finanzdienstleistungen (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 2,3 11,1 14,7 22,8 84,1 66,7 69,1 68,4 13,6 22,2 16,2 8,9 Auszubildende (n=44) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=9) mittlere Tätigkeiten (n=68) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=79) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 21 Abbildung 9 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in den Öffentlichen Dienstleistungen (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 15,5 25,6 25,9 33,1 61,2 63,0 63,8 54,1 22,3 10,2 10,1 12,0 Auszubildende (n=103) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=324) mittlere Tätigkeiten (n=378) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=133) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 10 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme im Handel (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 8,1 31,5 32,1 36,4 75,7 57,7 54,8 54,6 16,2 9,0 11,9 9,1 Auszubildende (n=74) mittlere Tätigkeiten (n=111) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=84) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=33) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 22 Abbildung 11 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in den unternehmensnahen Dienstleistungen (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 18,0 24,7 27,5 30,3 71,8 65,6 63,0 60,6 10,3 8,6 6,5 6,1 Auszubildende (n=39) mittlere Tätigkeiten (n=93) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=138) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=33) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 12 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in der Branche Verkehr/Lagerei und dem Gastgewerbe (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 11,5 29,3 35,3 45,5 69,2 63,4 54,9 42,4 19,2 7,3 9,8 12,1 Auszubildende (n=26) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=41) mittlere Tätigkeiten (n=51) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=33) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 23 Abbildung 13 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in der Branche Information und Kommunikation (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 14,3 28,6 36,0 100,0 85,7 57,1 52,0 14,3 10,0 Auszubildende (n=7) mittlere Tätigkeiten (n=21) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=50) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=4) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 14 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme im Baugewerbe (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 2,6 9,1 13,5 21,4 79,0 72,7 75,0 69,1 18,4 18,2 9,6 9,5 Auszubildende (n=38) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=11) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=52) mittlere Tätigkeiten (n=42) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht
WSI Report Nr. 76, Juli 2022 Seite 24 Abbildung 15 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme in der Öffentlichen Verwaltung (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 8,8 16,7 20,8 39,4 76,3 66,7 69,2 51,1 12,5 14,6 8,4 7,7 Auszubildende (n=80) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=48) mittlere Tätigkeiten (n=250) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=350) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht Abbildung 16 Gründe für die Stellenbesetzungsprobleme im Gesundheitswesen (nach Beschäftigtengruppe) Angaben der befragten Betriebs- und Personalräte in Prozent Quelle: eigene Berechnungen; gewichtete Prozente; WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung 2021/22, N=2.173 10,3 19,1 27,2 29,4 64,1 68,7 61,6 52,9 25,6 10,7 11,3 17,7 Auszubildende (n=39) hochqualifizierte Tätigkeiten (n=131) mittlere Tätigkeiten (n=151) einfache oder Hilfstätigkeiten (n=51) eher zu schlechte Konditionen der Stellen, z.B. Bezahlung keine geeigneten Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt sonstige Gründe weiß nicht