Demographische Strukturen und Entwicklungen in Kleinstädten
Abstract
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Full text
Leibert, Tim Book Part Demographische Strukturen und Entwicklungen in Kleinstädten Provided in Cooperation with: ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft Suggested Citation: Leibert, Tim (2021) : Demographische Strukturen und Entwicklungen in Kleinstädten, In: Steinführer, Annett Porsche, Lars Sondermann, Martin (Ed.): Kompendium Kleinstadtforschung, ISBN 978-3-88838-103-4, Verlag der ARL - Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft, Hannover, pp. 189-208, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0156-1034111 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/237040 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Leibert, Tim: Demographische Strukturen und Entwicklungen in Kleinstädten https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0156-1034111 In: Steinführer, Annett; Porsche, Lars; Sondermann, Martin (Hrsg.) (2021): Kompendium Kleinstadtforschung. Hannover, 189-208. = Forschungsberichte der ARL 16. URN : http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0156-10341 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/International
189 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten Tim Leibert Demographische sTrukTuren unD enTwickLungen in kLeinsTäDTen Gliederung 1 Einleitung – Kleinstädte: eine vielfältige Siedlungskategorie 2 Definitionsfragen: Was ist eine „Kleinstadt“? 3 Demographische Betrachtungsfelder in der Kleinstadtforschung 4 Bevölkerungsentwicklung von Kleinstädten 5 Natürliche Bevölkerungsentwicklung: Das Problem der kleinen Zahlen 6 Der Elefant im Raum: Der Altersaufbau der Bevölkerung 7 Wanderungsmuster in Kleinstädten und ländlichen Räumen 8 Die andere Seite der Medaille: Immobilität und rural staying 9 Migration und Integration 10 Forschungslücken und weiterer Forschungsbedarf 11 Fazit Literatur Kurzfassung Deutsche Kleinstädte sind in demographischer Hinsicht eine vielfältige Siedlungskategorie. Es gibt wachsende und schrumpfende Kleinstädte, Kleinstädte sind Quelle und Ziel von Binnen- und internationalen Wanderungen. Es gibt Städte mit einer vergleichsweise jungen Bevölkerung und Geburtenüberschüssen, aber auch stark gealterte Kleinstädte mit hohen Sterbeüberschüssen. Der Beitrag gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur natürlichen Bevölkerungsbewegung und zu selektiven Wanderungen in kleinstädtischen Kontexten und zeigt methodische Herausforderungen und Forschungslücken auf. Von besonderer Bedeutung ist das weitgehende Fehlen einer eigenständigen demographischen Kleinstadtforschung. Wünschenswert wären zudem mehr qualitative Arbeiten, vergleichende Fallstudien sowie regelmäßige detaillierte bundesweite Analysen von Bevölkerungsentwicklung und -struktur auf der Gemeindeebene oder einer anderen kleinteiligen Betrachtungsebene (z. B. Rasterzellen). Schlüsselwörter Kleinstadt – Demographie – Bevölkerungsentwicklung – natürliche Bevölkerungsentwicklung – Binnenwanderungen – internationale Wanderungen
190 16 _ Kompendium Kleinstadtforschung Demographic Structures and Developments in Small Towns Abstract In demographic terms German small towns are a diverse settlement category. There are growing and shrinking small towns. Small towns are both the source and the destination of internal and international migration. There are towns with a comparatively young population and excess births, but also aging towns with high excess deaths. The article provides an overview of the state of research on natural population development and selective migration in the context of small towns, identifying methodological challenges and research gaps. Of particular importance is the lack of independent demographic research into small towns. Also desirable is more qualitative work, comparative case studies and regular detailed countrywide analyses of population development and structure on the municipal level or on another small-scale level of analysis (e. g. grid cells). Keywords Small town – demography – population development – natural population development – internal migration – international migration 1 Einleitung – Kleinstädte: eine vielfältige Siedlungskategorie Unter den heutigen Kleinstädten sind im Rahmen des mittelalterlichen inneren Landesausbaus entstandene städtische Siedlungen in ländlichen Räumen ebenso vertreten wie Arbeiter- und Bergbaustädte, die sich im Zuge der Industrialisierung aus kleinen Dörfern entwickelt haben. Viele Kleinstädte sind Versorgungszentren für ihr jeweiliges Umland – es gibt aber auch zahlreiche Kleinstädte im Umland der Großstädte, die sich im Laufe der Zeit zu „Schlafstädten“ entwickelt haben, sowie durch Gebietsreformen entstandene Konglomerate von Landgemeinden ohne zentralörtliche Funktionen (Beetz 2012: 50). Diversität kennzeichnet auch die Bevölkerung der Kleinstädte. Bürk (2012: 63) kritisiert in diesem Zusammenhang die Homogenisierung der Kleinstadtbevölkerung und die Simplifizierung des Kleinstadtlebens in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Wahrnehmung, die sich in einer imaginierten Dichotomie von sozial und kulturell vielfältigen Großstädten und kulturell homogenen Kleinstädten mit überschaubaren Netzwerken und Akteurskonstellationen äußert (ebd.). Unterschiedliche soziale Milieus, Subkulturen und „Repräsentationen von Dissidenz und Differenz“ (ebd.) sind jedoch auch in Kleinstädten zu finden. Wie in Großstädten gibt es „stille Katastrophen“, Armut, Ausgrenzung und überforderte Nachbarschaften (Difu-Projektteam o. J.: 3). Die siedlungsstrukturelle, administrative und sozioökonomische Heterogenität der Kleinstädte lässt die Existenz eines spezifischen „Kleinstadttyps“ der Bevölkerungsentwicklung unwahrscheinlich erscheinen. Stattdessen ist von sehr unterschiedlichen demographischen Strukturen, Mustern und Trends auszugehen. Vor diesem Hintergrund wäre eine sorgfältige bundesweite demographische Bestandsaufnahme inklusive einer Typisierung der Kleinstädte notwendig.
191 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten Warum ist die Beschäftigung mit Kleinstädten sinnvoll? Beetz (2012: 47 f.) zufolge gibt es vier Hauptmotivationen: eine quantitative, nach der Kleinstädte von der Forschung nicht ignoriert werden sollten, da dort ein erheblicher Prozentsatz der deutschen Bevölkerung lebt, eine historisch-prozesshafte, die die typischen Besonderheiten kleinstädtischer Entwicklungen hinterfragt, eine soziologische, die anstrebt, ein vertieftes Wissen über lokale Formen der Vergesellschaftung zu gewinnen, sowie eine problemorientierte, bei der die Auswirkungen gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen – etwa des demographischen Wandels – auf die Kleinstädte im Mittelpunkt stehen und ortsspezifische Lösungsansätze erarbeitet werden sollen. Zusätzlich ließe sich eine Tendenz zur „Demografisierung politischer Entscheidungen“ (Neu 2009: 83) anführen. Mit „Demografisierung“ ist der Rückschluss von der Bevölkerungszusammensetzung auf eine Gesellschaft im Allgemeinen, insbesondere aber der Rückschluss auf ihre „wirtschaftliche Zukunft, ihre politischen Möglichkeiten und kulturellen Leistungen“ (ebd.) gemeint. Zwischen demographischer und wirtschaftlicher Entwicklung besteht ein enger Zusammenhang. Ökonomische Restrukturierungen und die damit einhergehenden Arbeitsplatzverluste lösen alters- und geschlechtsspezifische Abwanderungsprozesse aus und setzen in den Herkunftsorten so eine soziodemographische Abwärtsspirale in Gang (Weber/Fischer 2010: 91). Abwanderung kann mithin als ein „Abstimmungsprozess mit den Füßen“ über die Zukunftsfähigkeit einer Kleinstadt oder einer ganzen Region aufgefasst werden (Bernt/Liebmann 2013: 220). 2 Definitionsfragen: Was ist eine „Kleinstadt“? Da demographische Analysen häufig mit statistischen Daten arbeiten, ist die Definition des Forschungsgegenstands, also die Frage, wie „Kleinstadt“ operationalisiert werden kann, von besonderer Bedeutung. Statistische Daten werden für administrative Einheiten erhoben und veröffentlicht, woraus sich die Konsequenz ergibt, dass Gemeindestrukturen und Datenverfügbarkeiten die Analysemöglichkeiten stark beeinflussen können. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung und -struktur der Kleinstädte sowie der sie prägenden und bestimmenden Triebkräfte ist grundsätzlich eine vergleichende Perspektive sinnvoll, die auch die demographische Entwicklung der Landgemeinden, Mittel- und Großstädte umfasst – nicht zuletzt um zu eruieren, ob es nicht doch spezifisch „kleinstädtische“ Muster der Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik gibt. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) grenzt „Kleinstädte“ als Einheitsgemeinden oder Gemeinden eines Gemeindeverbands mit mindestens 5.000 und maximal 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern oder mindestens grundzentraler Bedeutung mit Teilfunktion eines Mittelzentrums ab (ARL 2019: 3; vgl. auch den Beitrag von Milbert/Fina 2021). Dabei wird zwischen „kleineren Kleinstädten“ mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und „größeren Kleinstädten“, deren Bevölkerungszahl zwischen 10.000 und 20.000 liegt, unterschieden (Gatzweiler/ Adam/Milbert et al. 2012: 18 ff.). Nach dieser Abgrenzung gab es 2015 in Deutschland 2.111 über das gesamte Bundesgebiet verteilte Kleinstädte – dies entspricht knapp 47 % der Einheitsgemeinden und Gemeindeverbände (eigene Berechnungen; Datenquelle: BBSR 2018). Da bei der BBSR-Definition mit Einwohnerzahl und Zentralität
192 16 _ Kompendium Kleinstadtforschung zwei Kriterien zugrunde gelegt wurden, die einen direkten Bezug zu den unterschiedlichen Landesentwicklungspolitiken der Flächenländer haben, bildet die Verteilung der Kleinstädte (und der Landgemeinden) „auch das Ergebnis langjähriger und politisch gesteuerter Siedlungsentwicklungen ab“ (Gatzweiler/Adam/Milbert et al. 2012: 19). So gibt es beispielsweise im Saarland und in Nordrhein-Westfalen, wo man in den 1970er Jahren Großgemeinden mit zahlreichen Ortsteilen gebildet hat, keine Landgemeinden mehr (vgl. ebd.: 21). Betrachtet man statt der Einwohnerzahl die Fläche, wird deutlich, dass Kleinstädte keineswegs immer überschaubare administrative Einheiten sind, wo „jeder jeden kennt“. Sieben der 15 flächengrößten Städte sind mit Stand 31.12.2018 nach dieser Definition Kleinstädte: die Städte Möckern (4.), Wittstock/Dosse (6.), Templin (8.), Jessen (Elster) (11.), Rheinsberg (14.) und Angermünde (15.) sowie die Gemeinde Nuthe-Urstromtal (12.). Die Stadt Möckern (Sachsen-Anhalt) besteht z. B. aus 50 Ortsteilen,1 die Gemeinde Nuthe-Urstromtal (Brandenburg) hat 23 Ortsteile, von denen nur in zwei mehr als 500 Einwohnerinnen und Einwohner leben2 (vgl. MiIbert/Fina 2021). 3 Demographische Betrachtungsfelder in der Kleinstadtforschung Nach der demographischen Grundgleichung ergibt sich die Entwicklung der Einwohnerzahl einer Raumeinheit über einen bestimmten Zeitraum aus dem Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Differenz von Geburten und Sterbefällen) und dem Wanderungssaldo (Differenz von Zu- und Fortzügen). Für die statistisch-demographi- sche Betrachtung von Kleinstädten ergeben sich daraus folgende Betrachtungsfelder: > Natürliche Bevölkerungsentwicklung: Untersuchungen des Geburten- und Sterbeverhaltens können sich der Frage widmen, ob Kleinstädte ein bestimmtes Fertilitäts- bzw. Mortalitätsprofil haben und wie dieses erklärt werden kann. Allerdings steht die Beforschung der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, wie unten noch ausgeführt wird, vor dem methodischen „Problem der kleinen Zahlen“ und dem theoretischen Problem, dass vor dem Hintergrund zunehmender Mobilität unklar ist, wie entscheidend lokale Einflüsse das Geburten- und Sterbeverhalten tatsächlich beeinflussen. > Wanderungen: Bei Wanderungen stehen drei Fragen im Vordergrund: Wer wandert? Über welche Distanz wird gewandert? Von wo nach wo wird gewandert? Mit Blick auf das „Wer“ ist festzuhalten, dass Wanderungen selektiv sind. Die Wanderungswahrscheinlichkeit unterscheidet sich stark zwischen Männern und Frauen und in verschiedenen Altersgruppen, aber auch zwischen deutschen und ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern. Diese Differenzierungen sollten nach Möglichkeit in den Analysen berücksichtigt werden. Das Distanzkriterium leitet über zu der Frage, welche administrativen Grenzen die Wandernden überschreiten. Dabei kann zwischen internationalen und Binnenwanderern unterschieden werden, also Personen, die Bundes- und/oder Kreisgrenzen überschreiten. Daneben sind jedoch auch kleinräumige Wanderungen innerhalb des gleichen 1 http://www.moeckern-flaeming.de/seite/44216/ortschaften.html (06.03.2020). 2 https://nuthe-urstromtal.de/die-gemeinde/zahlen-fakten/statistiken (06.03.2020).
193 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten Landkreises oder innerhalb der Kleinstadt von nicht zu unterschätzender quantitativer Bedeutung. Gemeindeinterne Wanderungen werden nicht systematisch statistisch erfasst und stehen folglich auch sehr selten im Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Das „Von-wo-nach-wo“ bezieht sich auf Wanderungsströme als Quelle-Ziel-Beziehung. Neben dem Wanderungssaldo sollten auch getrennte Betrachtungen des Volumens der Zu- und Abwanderung durchgeführt werden, um abschätzen zu können, wie stark sich die Bevölkerung einer Kleinstadt durch Wanderungen verändert. Demographische Analysen verwenden vorrangig quantitative Methoden und basieren auf Daten der amtlichen Statistik, bisweilen auch auf Befragungen. Insbesondere zum besseren Verständnis von Wanderungsmustern und -motiven werden auch qualitative Studien durchgeführt, welche die Komplexität von Migration und residentieller Mobilität verdeutlichen, etwa im Hinblick auf Wanderungsmotive, Entscheidungsprozesse oder die Bedeutung sozialer Netzwerke im Wanderungsprozess. Qualitative Untersuchungen werden der Diversität der Wandernden, der Wanderungsentscheidungen und der Wanderungsmuster besser gerecht und können auch den Einfluss von individuellen Charakteristika (z. B. Lebenspläne und -entwürfe, Geschlechterrollenbilder) und Intersektionalitäten (z. B. von Gender, Klasse, sexueller Orientierung, Migrationshintergrund) abbilden. Die Kleinstadtforschung könnte von Studien profitieren, die gezielt hinterfragen, warum Menschen in diese Siedlungskategorie zu- bzw. aus ihr fortziehen: Vereint die Kleinstadt „das Beste aus beiden Welten“ – der städtischen und der ländlichen – oder ist sie „nicht Fisch und nicht Fleisch“, sprich weder städtisch noch ländlich genug? Ein weiterer Nachteil quantitativer Analysen auf Basis der amtlichen Statistik besteht in der „doppelten Containerlogik“ ihrer Daten, nach der jede Person genau einem „Raumcontainer“ und genau einem „Haushaltscontainer“ zugeordnet werden kann (Dittrich-Wesbuer/Kramer 2014: 51). Diese „Containerisierung“ spiegelt die Lebenswirklichkeit vieler Menschen nicht wider, wie etwa die Diskussion zu Multilokalität zeigt. Multilokalität stellt laut Weichhart (2009: 7) eine „eigenständige Form einer spezifischen sozialen Praxis der Lebensführung“ dar, die „gleichberechtigt neben Migration und Zirkulation“ gestellt werden sollte. Diese „ ‚Vita activa‘ an zwei (oder mehr) Orten“ (ebd.: 8) entzieht sich weitgehend der statistischen Erfassung. Daraus folgt, dass die Bevölkerungsstatistiken die demographische Lage von Kleinstädten nur teilweise abbilden: mit Hauptwohnsitz gemeldete Einwohnerinnen und Einwohner (z. B. bei den Eltern gemeldete Studierende) sind – zumindest zeitweise – abwesend, nicht oder nicht mit Hauptwohnsitz gemeldete Personen (z. B. Wochenendhausbesitzerinnen und -besitzer) sind dagegen – zumindest zeitweise – anwesend. Insbesondere in Tourismusregionen kann die Zahl der Nebenwohnungen und der Bevölkerungsanteil der mit Nebenwohnsitz Gemeldeten erheblich sein, wie Schlüter (2017: 43 f.) für Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Arbeiten mit demographischer Fragestellung, die dezidiert Kleinstädte in den Blick nehmen, sind – von Untersuchungen zu Migration und Integration oder Fallstudien zum demographischen Wandel abgesehen – sehr selten. Im Folgenden wird daher der Fokus auf Untersuchungen zu demographischen Fragestellungen in ländlichen Räumen gelegt. Die Untersuchungseinheiten sind in der Regel Landkreise. Dabei werden
194 16 _ Kompendium Kleinstadtforschung zwar häufig auch Daten in Kleinstädten gesammelt, in der Auswertung wird dann aber vielfach nicht im Detail auf lokale Besonderheiten eingegangen bzw. die Ergebnisse werden nur auf der Kreisebene präsentiert.3 Das vorhandene Wissen über demographische Strukturen und Prozesse in Kleinstädten speist sich im Wesentlichen aus detaillierten bundesweiten oder teilräumlichen Untersuchungen auf der Gemeindeebene (z. B. Herfert/Osterhage 2011; Simons/Weiden 2016; Slupina/Damm/Klingholz 2016; Wolff/Leibert 2016; Bertelsmann Stiftung 2020). Ebenfalls selten sind Studien, die Bevölkerungsbewegungen und -strukturen auf der Ortsteilebene untersuchen. Die Gründe für diese Fehlstelle dürften insbesondere in der Datenverfügbarkeit liegen. Kleinräumige Bevölkerungs- und Wanderungsdaten sind nur über die kommunalen Melderegister verfügbar. Dieser Weg ist sowohl für die Städte und Gemeinden als Datenbereitsteller als auch für die Forschenden mit hohem Aufwand und Kosten verbunden und setzt die aktive Kooperation der zu beforschenden Kommunen voraus (vgl. Großmann/Franke/Henkel 2021). Flächendeckende Analysen werden so erheblich erschwert (Rößler 2010: 8). Aus den wenigen vorliegenden Studien geht hervor, dass auch innerhalb der Kleinstädte bedeutende demographische Unterschiede festzustellen sind. Leibert/Wiesiolek/Schmidt et al. (2018) zeigen für den Landkreis Nordsachsen selbst in stark schrumpfenden und gealterten Kleinstädten und Landgemeinden ein Nebeneinander von wachsenden und schrumpfenden, von „jungen“ und „alten“ Ortsteilen. Tendenziell ist jedoch die Bevölkerungsdynamik umso günstiger, je größer der Ortsteil, bezogen auf die Einwohnerzahl, ist. Eine detaillierte Studie zur Wohnstandortwahl in sächsischen Kleinstädten (Harms/Trunec 2010; Rößler 2010) unterscheidet zwischen dörflichen und städtischen Ortsteilen. Der Zuzug in die städtischen Ortsteile war von älteren Bevölkerungsgruppen, Mieterinnen/Mietern und Zuwanderern/Zuwanderinnen, die vorher nicht in Sachsen gelebt hatten, geprägt. Die dörflichen Ortsteile waren dagegen Zielgebiet für Familien aus dem Nahraum, die nicht zielgerichtet, sondern wegen des Angebots an Baugrundstücken bzw. Häusern in den jeweiligen Ortsteil gezogen sind (Harms/Trunec 2010: 54 ff.). Die Wanderungsmotive und die Wohnzufriedenheit unterschieden sich kaum zwischen Kernstadt und eingemeindeten Dörfern. Insgesamt wurde durch die Zuwanderung älterer Menschen bei gleichzeitiger Abwanderung junger Erwachsener die Alterung der städtischen Ortsteile forciert, innerhalb der Kleinstädte kam es zu einer Konzentration von Hochbetagten in den Kernen (Rößler 2010). Steinführer und Kohring (2019: 337) sprechen in diesem Zusammenhang von Zentralisierungstendenzen durch Ruhesitzwanderungen und Zuzug in Senioreneinrichtungen. 4 Bevölkerungsentwicklung von Kleinstädten Aus der oben bereits angesprochenen demographischen Grundgleichung ergeben sich unter Berücksichtigung der übergeordneten Entwicklung der Einwohnerzahl sechs Typen der Bevölkerungsentwicklung: 3 Dies gilt z.B. für viele Schülerbefragungen in ländlichen Räumen (z. B. Heinrich/Schwarz 2017; Schametat/Schenk/Engel 2017).
195 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten > Typ 1: Bevölkerungswachstum durch Geburtenüberschüsse und Wanderungsgewinne > Typ 2: Bevölkerungswachstum, Wanderungsgewinne gleichen Sterbeüberschüsse aus > Typ 3: Bevölkerungswachstum, Geburtenüberschüsse kompensieren Wanderungsverluste > Typ 4: Schrumpfung, Wanderungsverluste übersteigen Geburtenüberschüsse > Typ 5: Schrumpfung, Sterbeüberschüsse zehren Wanderungsgewinne auf > Typ 6: Schrumpfung durch Wanderungsverluste und Sterbeüberschüsse Land Stadttyp Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4 Typ 5 Typ 6 gesamt Baden- Württem- berg größere Kleinstädte 38 94 1 0 10 1144 kleinere Kleinstädte 43 81 0 1 24 10 159 Bayern größere Kleinstädte 30 103 0 0 18 1152 kleinere Kleinstädte 75 184 0 4 50 28 341 Brandenburg größere Kleinstädte 617 0 0 12 540 kleinere Kleinstädte 521 0 0 13 18 57 Hessen größere Kleinstädte 10 66 0 0 22 12 110 kleinere Kleinstädte 860 0 3 43 22 136 Mecklenburg-Vor- pommern größere Kleinstädte 04006313 kleinere Kleinstädte 280011 829 Niedersachsen größere Kleinstädte 963 0 0 32 8 112 kleinere Kleinstädte 15 48 0 2 36 24 125
202 16 _ Kompendium Kleinstadtforschung Rural staying setzt häufig andere Formen der Mobilität voraus, etwa Pendeln (zirkuläre Mobilität) oder virtuelle Mobilität. Die Forschung zu Wanderungen und Immobilitäten in Kleinstädten und ländlichen Räumen könnte von den Erkenntnissen des „New Mobilities“-Paradigmas profitieren, das die Existenz von fünf eng miteinander verwobenen Mobilitätsformen postuliert, die „flackernde“ Kombinationen von An- und Abwesenheit entstehen lassen (Sheller/Urry 2006: 222): (1) corporeal travel of people (u. a. Wanderungen, Umzüge), (2) physical movement of objects (z. B. Gütertransport, Lieferservices), (3) imaginative travel (z. B. durch Reisereportagen im Fernsehen),(4) virtual travel on the internet (z. B. Besuch von Webseiten, Skypen) und (5) communicative travel (Kommunikation durch Briefe, E-Mail oder Telefon) (Urry 2004: 28). Eine mögliche Erscheinungsform beschreiben Barcus und Brunn (2010) als place elasticity. Der Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur hat demzufolge die Entstehung neuer Formen der Ortsbindung über geographische Distanz ermöglicht, die es den Fortgezogenen ermöglicht, einen engen Kontakt mit ihren Heimatorten aufrechtzuerhalten. Abwesenheit und Ortsverbundenheit bzw. Teilhabe am örtlichen Leben schließen sich folglich nicht mehr unbedingt aus. Die Grenzen von Mobilität und Immobilität, Anwesenheit und Abwesenheit verschwimmen immer mehr, als Folge wird das Forschungsfeld „Wanderungen“ immer komplexer und fluider. 9 Migration und Integration Der Komplex Migration und Integration ist wohl der Teilaspekt des Themenfelds der demographischen Entwicklung, der am dezidiertesten aus der Kleinstadtperspektive untersucht wurde und wird. Bei den vorliegenden Arbeiten handelt es sich vorrangig um qualitative Fallstudien, die häufig im Rahmen vergleichender Projekte entstanden sind und einen differenzierten Überblick über die mit der Zuwanderung ausländischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger verbundenen Chancen und Herausforderungen bieten. Dabei wird deutlich, dass eigene (theoretische) Modelle zur Erfassung der Beweggründe der Zuwanderung und der Alltagssituationen der Migrantinnen und Migranten notwendig sind, da sich die Rahmenbedingungen in Kleinstädten und Landgemeinden deutlich von den großstädtischen Mustern unterscheiden (Nadler 2012). Bei der Zuwanderung von Geflüchteten und Asylsuchenden in ländliche Räume spielen staatliche Regulierungspolitiken und räumliche Verteilungsmechanismen eine zentrale Rolle (Weidinger/Kordel/Pohle 2017; Glorius 2017). Neben dieser „gesteuerten“ Zuwanderung sind Kleinstädte und Landgemeinden aber auch Wanderungsziele verschiedenster Gruppen von ausländischen Staatsangehörigen, etwa von Arbeitsmigrantinnen und -migranten (Nienaber/Frys 2012) oder von rural gentrifiers (Reichert-Schick 2017). Wie in Großstädten scheint auch in Kleinstädten das Quartier bei der Integration eine wichtige Rolle zu spielen. Zudem lassen sich auch in Kleinstädten Konzentrationen von Migrantinnen und Migranten in bestimmten Nachbarschaften der Kernstadt oder einzelnen Ortsteilen feststellen (z. B. Reimann/Kirchhoff/Pätzold et al. 2018: 52-55). Kreichauf (2012) kommt in seiner Fallstudie zu ethnischer Segregation in der sachsen-anhaltischen Kleinstadt Genthin zu dem Ergebnis, dass sich die Segregationsprozesse in Klein- und Großstädten qualitativ unterscheiden. Ursächlich dafür sei unter
203 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten anderem, dass ein „sozialräumlicher Rückzug der Zugewanderten in das segregierte Quartier […] aufgrund der sozialen Nähe, der unvermeidlichen sozialen Kontakte und der überschaubaren Versorgungseinrichtungen und Strukturen der Stadt nicht möglich“ sei (ebd.: 84). Als weitere Besonderheit der Kleinstadt identifiziert Kreichauf (ebd. 85), dass sich Segregation in der Stigmatisierung von Stadtteilen äußere. Auch für die Integration spielt das Wohnquartier eine zentrale Rolle. Dabei stehen die Stadtzentren der Kleinstädte sowohl als identifikationsstiftende „Kristallisationspunkte des gesellschaftlichen Lebens“, wo Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen aufeinandertreffen, als auch als Wohnstandort für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund im Fokus (Reimann/Kirchhoff/Pätzold et al. 2018: 7). Die Integrationsbereitschaft der lokalen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund scheint von der Migrationsgeschichte eines Ortes, den dort vorherrschenden politischen und ökonomischen Bedingungen sowie den Begegnungsmöglichkeiten mit Migrantinnen und Migranten abzuhängen (Glorius 2017; vgl. auch Kirchhoff 2021). Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass auch in Kleinstädten demographische Analysen auf der Quartiers-, Nachbarschafts- oder Ortsteilebene sinnvoll und notwendig sind. Von Bedeutung sind jedoch auch, wie die Beispiele der nordrhein-westfälischen Kleinstädte Altena, Hamminkeln und Nordkirchen zeigen, das Engagement zentraler Akteure, etwa von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, und die Bereitschaft von Stadtverwaltung und städtischer Zivilgesellschaft (Dymarz/Hanhörster/Hans et al. 2016: 86), gerade in schrumpfenden Kleinstädten die Zuwanderung internationaler Migrantinnen und Migranten gezielt als eine Strategie zur demographischen Stabilisierung zu sehen und entsprechend zu fördern bzw. zu unterstützen. Dazu ist die Schaffung eines „Klima[s] der Aufnahme und Integrationsbereitschaft“ unerlässlich (ebd.: 29). Eine solche Willkommenskultur sollte nicht nur internationale, sondern auch innerdeutsche Zuwanderer adressieren, da auch die Integration von Binnenwanderern mit „zahlreichen Konflikten und Krisen verbunden“ (Hamm 2011: 265) ist. So können in vielen Regionen aus Verteilungskonflikten resultierende negative Einstellungen gegenüber innerdeutschen Zuziehenden festgestellt werden (ebd.: 267), was darauf hindeutet, dass die Integrationsbereitschaft der lokalen Bevölkerungen im Wettbewerb um Fachkräfte eine wichtige, aber gerade mit Blick auf die Binnenwanderer oft unterschätzte Rolle spielt. 10 Forschungslücken und weiterer Forschungsbedarf Als zentrale Forschungslücke ist zunächst das weitgehende Fehlen einer demographischen Kleinstadtforschung zu konstatieren. Es gibt zwar ein wissenschaftliches Interesse an demographischen Entwicklungen in ländlichen Raumen bzw. in Stadtregionen. Dabei wird die Kleinstadt zumeist als Teil des ländlichen bzw. suburbanen Raums betrachtet und nicht als eigenständige siedlungsstrukturelle Kategorie untersucht. Wünschenswert wären mehr qualitative Arbeiten, vergleichende Fallstudien sowie regelmäßige detaillierte bundesweite Analysen der Bevölkerungsentwicklung und -struktur auf der Gemeindeebene oder einer anderen kleinteiligen Betrachtungsebene (z. B. Rasterzellen). Dabei sollten insbesondere innovative Datenquellen, (Erhebungs-)Methoden und Analyseverfahren entwickelt werden, mit denen auch die innergemeindliche Bevölkerungsentwicklung analysiert werden kann (vgl. Milbert/Fina 2021). Eine
204 16 _ Kompendium Kleinstadtforschung methodische Herausforderung ist die Bildung von Zeitreihen vor dem Hintergrund von Gemeindegebietsreformen, insbesondere mit Blick auf Teilausgliederungen. Besonderer Forschungsbedarf besteht in den folgenden Bereichen: > Welche demographischen Raummuster bestehen innerhalb der Kleinstädte? Wie unterscheiden sich die Kernstädte und die dörflichen Ortsteile in Hinblick auf Bevölkerungsstruktur, natürliche Bevölkerungsentwicklung und Wanderungsverhalten? > Welche Rolle spielen Kleinstädte im deutschen (Binnen-)Wanderungssystem? Dabei sollten neben der Alters- und Geschlechtsselektivität von Wanderungen auch laterale Wanderungen innerhalb ländlicher Räume sowie Kurzstreckenwanderungen innerhalb der jeweiligen Landkreise stärker in den Fokus rücken. > Die „Messiness“ und Nicht-Linearität von Wanderungen sollten dabei theoretisch, methodisch und konzeptionell ebenso berücksichtigt werden wie die Eingebundenheit der Wandernden (und Bleibenden) in soziale Netzwerke. > Immobilität und rural staying sollten stärker in den Fokus der Wanderungsforschung zu Kleinstädten rücken, z. B. mit Blick auf die Rolle von Ortsbindungen im Wanderungsprozess und den Einfluss von Stigmatisierungen und Marginalisierungen der (vermeintlich) Immobilen. > Wie „funktioniert“ die (Re-)Integration von Neubürgerinnen und Neubürgern in Kleinstädten? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen verschiedenen Gruppen von Zugezogenen, z. B. internationale Wanderer, Binnenwanderer mit und ohne vorherigen Ortsbezug, Rückwanderer? > Das Zusammenwirken verschiedener Mobilitätsformen (z. B. residentieller, zirkulärer und virtueller Mobilität) sollte stärker in den Blick genommen werden. Kann durch die Digitalisierung die Abwanderung aus Kleinstädten reduziert werden, indem ausbildungs- und berufsbezogene Umzüge durch virtuelle Mobilität ersetzt werden? > Auch in der internationalen Literatur weitestgehend unerforscht sind kleinräumige Muster der Familien- und Haushaltsformen. 11 Fazit Mit Blick auf den Themenkomplex „Demographie“ wird deutlich, dass Kleinstädte in jeder Hinsicht ein heterogener, diverser und komplexer Forschungsgegenstand sind, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor vielfältige theoretische, methodische und konzeptionelle Herausforderungen stellt und die Entwicklung neuer Modelle und Ansätze erforderlich macht. Dabei ist einerseits die in vielen Forschungsarbeiten festzustellende Tendenz zu hinterfragen, Kleinstädte und Landgemeinden undifferenziert als „ländlichen Raum“ zu betrachten, andererseits aber auch das sich
205 Demographische strukturen unD entwicklungen in kleinstäDten aus diesem analytischen Blickwinkel ergebende Ausblenden von Kleinstädten in Agglomerationsräumen. Ein bedeutender Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner suburbaner Räume lebt in Kleinstädten, etwa im Rhein-Main-Raum oder im Umland von Stuttgart und München (Gatzweiler/Adam/Milbert et al. 2012: 22). Daraus ergeben sich in der Literatur bislang kaum beachtete Überschneidungen von Kleinstadt- und Suburbanisierungsforschung. Die Suburbanisierungsforschung betrachtet Stadt- Umland-Wanderungen vorrangig aus einem kernstädtischen Blickwinkel (Mahlerwein 2009: 13), woraus die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels folgt, um zu beleuchten, welche Auswirkungen Suburbanisierungsprozesse auf die Bevölkerungsstrukturen und die natürliche Bevölkerungsentwicklung von Kleinstädten in Agglomerationsräumen haben: Neben der Frage, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen den Kernstädten den Rücken kehren, sollte auch den Zuzugsmotiven und den Erwartungen an den neuen Wohnstandort mehr Beachtung geschenkt werden. Literatur argent, n.; Tonts, m.; Jones, r.; holmes, J. (2014): The Amenity Principle, Internal Migration, and Rural Development in Australia. In: Annals of the Association of American Geographers 104 (2), 305-318. arL – akademie für raumforschung und Landesplanung (Hrsg.) (2019): Kleinstadtforschung. Hannover. = Positionspapier aus der ARL 113. Barcus, h.; Brunn, s. (2010): Place Elasticity: Exploring a New Conceptualization of Mobility and Place Attachment in Rural America. In: Geografiska Annaler Series B Human Geography 92 (4), 281-295. BBsr – Bundesinstitut für Bau-, stadt- und raumforschung (2018): INKAR – Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung. www.inkar.de (22.11.2018). Beetz, s. (2012): Besonderheiten der Entwicklung kleiner Städte in ländlichen Räumen. In: Engel, A.; Harteisen, U.; Kaschlik, A. (Hrsg.): Kleine Städte in peripheren Regionen. Prozesse – Teilhabe und Handlungsbefähigung – Integriertes Stadtentwicklungsmanagement. Detmold, 45-66. Bernt, m.; Liebmann, h. (2013): Zwischenbilanz: Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Forschungsprojekts. In: Bernt, M.; Liebmann, H. (Hrsg.): Peripherisierung, Stigmatisierung, Abhängigkeit? Deutsche Mittelstädte und ihr Umgang mit Peripherisierungsprozessen. Wiesbaden, 218-231. Bertelsmann stiftung (2020): Wegweiser Kommune. Gütersloh. www.wegweiser-kommune.de (18.09.2020). Brachat-schwarz, w. (2016): Warum leben Frauen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald am längsten? Zu möglichen Ursachen für die regional unterschiedliche Lebenserwartung in Baden-Württem- berg. In: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg (8), 13-21. Bürk, T. (2012): Gefahrenzone, Angstraum, Feindesland: Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten. Münster. = Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis 14. Difu-projektteam (Hrsg.) (o. J.): „Integration in Bewegung bringen“ – Die Handlungsfähigkeit von Klein- und Mittelstädten stärken. Ein Positionspapier. Berlin. Dittrich-wesbuer, a.; kramer, c. (2014): Heute hier – morgen dort. Residenzielle Multilokalität in Deutschland. In: Geographische Rundschau 66 (11), 46-52. Dymarz, m.; hanhörster, h.; hans, n.; wallraff, m.; Zimmer-hegmann, r. (2016): Gutachten Gelingende Integration im Quartier. Dortmund. gatzweiler, h.-p.; adam, B.; milbert, a.; pütz, T.; spangenberg, m.; sturm, g.; walther, a. (2012): Klein- und Mittelstädte in Deutschland – eine Bestandsaufnahme. Bonn. = Analysen Bau.Stadt.Raum 10. glorius, B. (2017): The challenge of diversity in rural regions: refugee reception in the German federal state of Saxony. In: Hungarian Geographical Bulletin 66 (2), 113-128. großmann, k.; Franke, r; henkel, L. (2021): Erfahrungsbericht Segregationsanalysen, Teil 1: Die Hürden der Datenbeschaffung. In: Steinführer, A.; Porsche, L.; Sondermann, M. (Hrsg.): Kompendium Kleinstadtforschung. Hannover, 258-274. = Forschungsberichte der ARL 16.
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