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Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 – Eindrücke von der EFA-Jahrestagung 2017 in Mannheim und Erfolge deutscher Hochschulen bei den DGF- und EFA-Tagungen seit 2009

Breuer, Wolfgang

Abstract

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Breuer, Wolfgang Article Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 – Eindrücke von der EFA- Jahrestagung 2017 in Mannheim und Erfolge deutscher Hochschulen bei den DGF- und EFA-Tagungen seit 2009 Credit and Capital Markets – Kredit und Kapital Provided in Cooperation with: Duncker & Humblot, Berlin Suggested Citation: Breuer, Wolfgang (2018) : Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 – Eindrücke von der EFA-Jahrestagung 2017 in Mannheim und Erfolge deutscher Hochschulen bei den DGF- und EFA-Tagungen seit 2009, Credit and Capital Markets – Kredit und Kapital, ISSN 2199-1235, Duncker & Humblot, Berlin, Vol. 51, Iss. 2, pp. 325-337, https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/293841 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. 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If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Credit and Capital Markets 2 / 2018 Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017– Eindrücke von der EFA-Jahrestagung 2017 in Mannheim und Erfolge deutscher Hochschulen bei den DGF- und EFA-Tagungen seit 2009 Wolfgang Breuer* I. Überblick Vom 23. bis 26.August 2017 fand die 44. Jahrestagung der European Finance Association (EFA) unter der Leitung von Ernst Maug und Wolfgang Bühler an der Universität Mannheim statt. Als Keynote Speaker ließ sich Professor Campbell R. Harvey von der Fuqua School of Business der Duke University gewinnen. Von ca. 1.800 eingereichten Aufsätzen wurden 222 zur Präsentation zugelassen. Gegenüber dem Jahr 2009 hat die Zahl der Einreichungen damit um ca. 50 % zugenommen, während die Annahmequote mit 12,33 % den tiefsten Wert mindestens seit dem Jahre 2009 erreicht hat. Tabelle 1 stellt die Entwicklung seit 2009 im Detail vor. An den auf der Tagung vorgestellten 222 Aufsätzen wirkten insgesamt 568 Wissenschaftler mit, wobei an 27 Aufsätzen 46 Autoren von 15 Hochschulen und Institutionen mit Sitz in Deutschland beteiligt waren. Die Quote von 27 / 222 = 12,16 % ist die zweitbeste seit 2009 − direkt hinter dem Ausreißerjahr 2010 (EFA-Tagung in Frankfurt). Gemessen an der Anzahl der Downloads im Social Science Research Network (SSRN; Stichtag: 13.10.2017) waren die drei erfolgreichsten Beiträge mit deutscher Beteiligung: 1. Jacobs, H. (Universität Mannheim) / Müller, S. (German Graduate School of Management and Law, Heilbronn): Anomalies across the Globe: once Public, no Longer Existent?, 932 Downloads, Gesamtrang 4. 2. Braun, R. (TU München) / Jenkinson, T. (University of Oxford) / Schem merl, C. (TU München): Adverse Selection and the Performance of Private Equity Co-Investments, 452 Downloads, Gesamtrang 17. * Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Breuer, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebliche Finanzwirtschaft, Templergraben 64, D-52056 Aachen, E-Mail: [email protected]. Credit and Capital Markets, Volume 51, Issue 2, pp. 325–337 Reports OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 326 Wolfgang Breuer Credit and Capital Markets 2 / 2018 Tabelle 1 Ausgewählte Kennzahlen im Jahresvergleich 2009 bis 2017  2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Einreichungen 1.200 1.350 1.600 1.600 1.713 1.700 1.700 1.853 1.800 Annahmen 215 217 201 216 240 267 240 243 222 Annahmequote 17,92 % 16,07 % 12,56 % 13,50 % 14,01 % 15,71 % 14,12 % 13,11 % 12,33 % „Deutsche“ Aufsätze 13 33 18 21 19 30 18 29 27 Quote Deutschland 6,05 % 15,21 % 8,96 % 9,72 % 7,92 % 11,24 % 7,50 % 11,93 % 12,16 % Downloads gesamt 47.400 26.941 25.879 32.936 30.109 31.923 32.613 35.454 34.523 Über SSRN verfügbar 174 143 112 170 163 181 145 144 148 Rel. Verfügbarkeit 80,93 % 65,90 % 55,72 % 78,70 % 67,92 % 67,79 % 60,42 % 59,26 % 66,67 % Downloads pro Papier 272 188 231 194 185 176 225 246 233 Downloads deutsche Top 3 1.180 2.864 1.463 1.074 1.424 1.607 685 1.236 1.729 Platzierung deutsche Top 3 24,33 2,67 14,33 26,67 13,67 11 47.67 15 15,67 Downloads Top 7 16.762 6.624 5.988 6.880 7.095 6.445 7.328 9.313 8.370 Anteil Downloads Top 7 35,36 % 24,59 % 23,14 % 20,89 % 23,56 % 20,19 % 22,47 % 26,27 % 24,24 % OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 327 Credit and Capital Markets 2 / 2018 3. Gider, J. (Universität Bonn) / Cziraki, P. (University of Toronto): Perks or Peanuts? The Dollar Profits to Insider Trading, 345 Downloads, Gesamtrang 26. Dies ergibt eine Gesamtdownloadzahl von 1.729 bei einer Durchschnittsplatzierung von 15,67, was über die Zeit hinweg als ein sehr gutes Resultat zu werten ist (vgl. erneut Tabelle 1). Die für die Jahre 2009 bis 2017 ausgewiesenen Downloadzahlen beruhen dabei jeweils auf dem Stand von ca. Mitte Oktober des jeweiligen Jahres. Allgemein sind von der Tagung in Mannheim über SSRN 148 der insgesamt 222 angenommenen Aufsätze zum Download verfügbar. Die Quote von 66,67 % liegt im Mittelfeld der seit 2009 beobachtbaren Werte, während die Gesamtzahl der Downloads und die Zahl der Downloads pro Papier (bis zum 13.10.2017) mit 34.523 bzw. 233 eher dem oberen Drittel seit 2009 zuzuordnen sind. In Tabelle 2 sind die Anteile von Autoren ausgewählter Herkunftsländer über die Jahre 2009 bis 2016 für die jeweilige Gesamtzahl der Präsentationen aufgeführt. Die Zuordnung der Autoren zu Ländern erfolgte dabei nach dem Sitz der Hochschule oder Institution, an der der Autor tätig ist. Jeder Autor wurde entsprechend seiner anteiligen Mitwirkung an einem Tagungsbeitrag gewichtet (z. B. mit je 0,5 Beteiligungspunkten bei zwei Autoren oder mit je 0,33 bei drei Autoren). Wie bereits im Bericht zur letztjährigen Tagung vorhergesagt, ist das deutsche Ergebnis überaus gut. Tatsächlich handelt es sich hierbei nach 2010 (EFA-Tagung in Frankfurt) um den zweitbesten Wert. Auf das im Zeitablauf sehr robust auftretende Phänomen eines Heimvorteils wurde schon in anderen Tagungsberichten hingewiesen. Räumliche Nähe zu Deutschland scheint dieses Mal allerdings kein Vorteil gewesen zu sein, wie die schlechten Resultate für Frankreich, die Niederlande und die Schweiz nahelegen. Auch die marktbeherr- Tabelle 2 Anteile von Autoren nach Herkunftsländern  2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 USA 46,0 % 39,3 % 49,5 % 49,9 % 53,0 % 42,0 % 44,0 % 40,2 % 43,0 % Großbrit. 10,3 % 9,0 % 8,4 % 7,6 % 11,5 % 12,3 % 11,2 % 9,7 % 9,5 % Deutschland 7,1 % 10,8 % 5,9 % 7,0 % 5,2 % 7,2 % 5,3 % 7,9 % 8,1 % Kanada 5,5 % 5,1 % 3,4 % 4,4 % 3,5 % 4,0 % 6,8 % 4,3 % 6,9 % China 1,0 % 2,5 % 1,7 % 3,2 % 2,5 % 3,5 % 4,2 % 3,6 % 5,7 % Schweiz 4,0 % 5,8 % 4,6 % 5,1 % 6,3 % 7,2 % 2,8 % 4,8 % 3,5 % Schweden 1,5 % 1,4 % 1,6 % 1,8 % 0,8 % 2,0 % 1,9 % 1,8 % 3,3 % Niederlande 4,8 % 5,0 % 6,0 % 4,3 % 4,0 % 2,5 % 4,7 % 4,8 % 2,5 % Frankreich 3,8 % 7,3 % 4,2 % 4,6 % 3,0 % 4,8 % 4,8 % 4,7 % 2,1 % Italien 2,2 % 2,6 % 3,2 % 2,5 % 0,9 % 2,8 % 0,9 % 2,3 % 2,0 % Norwegen 2,8 % 1,3 % 1,6 % 0,9 % 1,9 % 1,3 % 0,4 % 2,1 % 1,6 % Dänemark 2,3 % 1,0 % 0,9 % 2,3 % 0,7 % 0,7 % 1,3 % 2,3 % 0,7 % OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 328 Wolfgang Breuer Credit and Capital Markets 2 / 2018 schende Stellung der angelsächsischen Teilnehmer und hier insbesondere die aus europäischer Sicht beklagenswerte dominante Position der USA sind durch bemerkenswerte Persistenz über die Zeit hinweg gekennzeichnet. In der Tabelle 3 ist die Relevanz einzelner Themengebiete der EFA-Ta gung 2017 gemäß der jeweiligen Zahl angenommener Manuskripte und den zugehörigen Downloadwerten dargestellt. Bis 2013 variierten die Definitionen der Themengebiete von EFA-Tagung zu EFA-Tagung mehr oder weniger unvorhersehbar, seit 2014 gibt es bis heute gar keine Benennung größerer Themengebiete mehr. Der Autor des vorliegenden Berichts hat daher die Systematik des Jahres 2013 übernommen und die Aufsätze ab dem Jahre 2014 „manuell“ den betreffenden Kategorien zugeordnet. Grundsätzlich sehen die 2017er-Zahlen ähnlich wie die aus den Vorjahren aus, wie auch Tabelle 4 belegt. Traditionell stark vertreten sind die Bereiche Asset Pricing & Financial Econometrics sowie Corporate Finance und Corporate Governance. Etwas schwächer als im langjährigen Mittel präsentiert sich Financial Intermediation and Banking, während Central Banking and Regulation geringfügig über dem zugehörigen Durchschnitt liegt. Freilich aber sind die beiden Bereiche auch nicht immer trennscharf zu differenzieren. In Summe entsprechen die beiden Anteile recht genau den Werten der Vorjahre. Im Hinblick auf Tabelle 3 ist insbesondere auffällig, dass sich zwar eher wenige Tagungsbeiträge mit Fragen aus dem Teilgebiet der Behavioral Finance befassen, der Anteil an den Downloads aber deutlich höher liegt. Umgekehrtes gilt für das Themengebiet „Household Finance“. Erwähnenswert ist ferner eine gewisse Tendenz, den Begriff „Finance“ ex trem weit zu fassen. Themen aber wie „Does Being an Only Child Matter for Entrepreneurship and Innovation?“ oder „Drivers of Effort: Evidence from Employee Absenteeism“ lassen sich selbst mit großen Wohlwollen nicht einmal unter „Finance“ im weitesten Sinne einsortieren. Konsequent zu Ende gedacht würde diese Entwicklung dazu führen, dass Financevon Economics-Konferenzen nicht mehr zu unterscheiden wären. Es stellt sich die Frau ge, was sich die Organisatoren der Tagung dabei denken, die Grenzen zwischen den Disziplinen derart aufzuweichen. Erklären könnte man dies damit, dass es nicht genügend hochwertige Einreichungen mit finanzwirtschaftlichem Fokus gegeben hat. Doch dies ist bei ca. 1.800 Submissionen für 222 Plätze kaum zu glauben. Möglicherweise kommt hier aber auch eine falsche Vorstellung vom „Primat der Finance“ zum Ausdruck. Letzten Endes geht es bei ökonomischen Entscheidungen immer um Mittelbeschaffung und / oder Mittelverwendung. Damit wäre jedes ökonomische Entscheidungsproblem als ein finanzwirtschaftliches interpretierbar. Eine derart inhaltsleere Definition von „Finance“ ist aber augenscheinlich für Abgrenzungszwecke ungeeignet, könnte jedoch erklären, wie etwa die oben genannten Beiträge auf die EFA-Tagung gelangt sind. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 329 Credit and Capital Markets 2 / 2018 Tabelle 3 SSRN-Downloads und Tagungsbeiträge je Themengebiet  Anzahl Downloads Anteil Downloads Anzahl Tagungsbeiträge Anteil Tagungsbeiträge Asset Pricing and Fin. Econ. 8.657 25,08 % 50 22,52 % Corporate Finance 5.822 16,86 % 37 16,67 % Behavioral Fincance 3.984 11,54 % 11 4,95 % Market Microstructure 3.874 11,22 % 20 9,01 % Corporate Goverance 3.654 10,58 % 28 12,61 % Central Bank., Bank. & Regulation 2.882 8,35 % 24 10,81 % Financial Intermediation 1.597 4,63 % 21 9,46 % International Finance 1.509 4,37 % 7 3,15 % Special Tracks 1.163 3,37 % 8 3,60 % Derivatives 730 2,11 % 4 1,80 % Household Finance 587 1,70 % 11 4,95 % Real Estate Finance 64 0,19 % 1 0,45 % Gesamt 34.523 100 % 222 100 % Asset Pricing and Fin. Econ.: Asset Pricing and Financial Econometrics, Central Bank., Bank. & Regulation: Central Banking, Banking & Regulation. Tabelle 4 Bedeutung der Themengebiete über die Zeit hinweg  2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 ∅ AP&FE 28 % 19 % 23 % 15 % 22 % 21 % 23 % 22 % CorFin 27 % 19 % 24 % 10 % 18 % 14 % 17 % 18 % FinIn&B 11 % 10 % 10 % 15 % 16 % 13 % 9 % 12 % CorGov 0 % 10 % 8 % 14 % 12 % 12 % 13 % 10 % MMS 6 % 4 % 5 % 10 % 8 % 8 % 9 % 7 % IntFin 9 % 6 % 4 % 4 % 5 % 5 % 3 % 5 % BehFin 5 % 6 % 6 % 3 % 6 % 5 % 5 % 5 % CentrB&R 3 % 0 % 9 % 7 % 6 % 10 % 11 % 7 % Deriv 0 % 3 % 3 % 3 % 1 % 3 % 2 % 2 % AP&FE: Asset Pricing and Financial Econometrics, CorFin: Corporate Finance, FinIn&B: Financial Intermediation and Banking, CorGov: Corporate Gover nance, MMS: Market Microstructure, IntFin: International Finance, BehFin: Behavioral Finance, CentrB&R: Central Banking and Regulation, Deriv: Derivatives. Ausgewiesen ist jeweils der Anteil an den Tagungsbeiträgen. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 330 Wolfgang Breuer Credit and Capital Markets 2 / 2018 II. Die wichtigsten Beiträge Anders als im Vorjahr ist es deutschen Autoren dieses Mal zumindest wieder mit einem Beitrag gelungen, sich unter die Urheber der Top-7-Aufsätze nach Gesamtdownloadzahl zu mischen. 24,24 % aller Downloads entfallen insgesamt auf diese Top 7, was sich grundsätzlich auf dem seit 2010 beobachtbaren Niveau bewegt. Im Weiteren werden die Top 7 nach Gesamtdownloadzahlen kurz im Detail präsentiert. Platz 1: The Dividend Disconnect. Von Samuel Hartzmark und David Howard Solomon (2.163 Downloads, Platz 2 nach Downloads pro Tag). Die Autoren setzen an der seit Längerem in der Literatur diskutieren These an, dass Dividendenzahlungen und Kursgewinne von Investoren auf verschiedenen mentalen Konten verbucht werden, und ergänzen diese Literatur um eine umfassende empirische Analyse mit neuen Erkenntnissen. Konsequenz der mentalen Kontenbildung ist, dass Aktien mit hohen Dividendenzahlungen länger als Aktien mit geringeren Dividendenzahlungen gehalten werden, obwohl der Gesamterfolg aus dem Halten einer Aktie aus Dividendenzahlung plus Kursgewinn besteht. Daraus resultieren jährliche Renditeeinbußen von 2 % bis 4 %. Infolge der besonderen Dividendenpräferenz von Aktionären werden in Zeiten geringerer Anleihezinssätze dividendenstarke Aktien besonders intensiv nachgefragt. Ausgeschüttete Dividenden werden nicht primär in die betreffenden Aktien reinvestiert. Dieses für private Investoren bereits bekannte Resultat lässt sich auch auf Investmentfonds und andere institutionelle Anleger übertragen. Platz 2: The Value of Offshore Secrets: Evidence from the Panama Papers. Von James O’Donovan, Hannes F. Wagner und Stefan Zeume (1.794 Downloads, Platz4 nach Downloads pro Tag). Die Autoren nehmen die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Kanzlei Mossack Fonseca & Co. im April 2016 zum Anlass, um Motive für verdeckte Unternehmensaktivitäten in Steueroasen zu untersuchen. Im Rahmen einer Ereignisstudie für 397 Unternehmen, die mit der besagten Kanzlei in geschäftlicher Verbindung standen, stellen sie fest, dass die verdeckten Finanztransaktionen in der Tat dem Zweck der Steuervermeidung und auch der Ermöglichung verdeckter Bestechungen korrupter Personen im Rahmen von Ausschreibungen dienten. Die Veröffentlichung der Panama Papers führte dementsprechend zu einem Verlust an Unternehmenswerten in Höhe von 135 Mrd. US-$ für die 397 betrachteten Unternehmen. Gemindert wurden die Wertverluste durch den Umstand, dass die Aufdeckung der Beziehungen zu Mossack Fonseca & Co. auch in messbarem Umfang Möglichkeiten des Managements zur Bereicherung auf Kosten der Aktionäre genommen hat. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 Nach Frankfurt 2010 nun Mannheim 2017 331 Credit and Capital Markets 2 / 2018 Platz 3: How Costly is Forced Gender-Balancing of Corporate Boards? Von Espen Eckbo, Knut Nygaard und Karin Thorburn (944 Downloads, Platz 11 nach Downloads pro Tag). Im Dezember 2005 führte Norwegen als erstes Land der Welt eine verbindliche Frauenquote für die „Boards“ von Unternehmen in der Rechtsform „Allmenaksjeselskap“ (Äquivalent zur deutschen Aktiengesellschaft) ein. Dadurch wurde die durchschnittliche Erfahrung im Top-Management norwegischer Unternehmen reduziert, zugleich aber die Unabhängigkeit des Boards erhöht. Die Autoren belegen durch verschiedene empirische Tests, dass diese neue Restriktion generell als wenig kostenträchtig aufgefasst wurde. Zum einen lassen sich kaum Ausweichhandlungen beobachten (Vergrößerung der Boards, um vorhandene männliche Mitglieder nicht zu entlassen, Umwandlung in das norwegische GmbH-Äquivalent, das keiner Frauenquote unterliegt). Zum anderen waren am Aktienmarkt keine kurz- oder langfristigen negativen Kursreaktionen zu beobachten. Die vorliegenden Ergebnisse stehen damit zum Teilim Widerspruch zu früheren Studien, was die Autoren mit gewissen methodischen Schwächen der Vorgängerarbeiten erklären. Platz 4: Anomalies across the Globe: once Public, no Longer Existent? Von Heiko Jacobs und Sebastian Müller (932 Downloads, Platz 8 nach Downloads pro Tag). Motiviert durch eine entsprechende Metastudie nur für den US-amerikani- schen Markt analysieren die Autoren 231 verschiedene Kapitalmarktanomalien für 39 Staaten. Tatsächlich lässt sich aber nur für die USA beobachten, dass Kapitalmarktanomalien nach ihrer Publikation in Fachzeitschriften an Bedeutung verlieren. Es werden diverse mögliche Ursachen für diesen Befund untersucht. Am ehesten scheinen länderspezifische Begrenzungen von Arbitragemöglichkeiten zur Erklärung der Unterschiede geeignet zu sein. Darüber hinaus kann die Studie viele der in der Literatur beschriebenen Anomalien als globale Phänomene bestätigen, was den Vorwurf des Data Mining im Zusammenhang mit der Publikation von Kapitalmarktanomalien abschwächt. Zugleich deuten die Ergebnisse auf eine spürbare internationale Marktsegmentierung hin. Platz 5: Every Cloud has a Silver Lining: Fast Trading, Microwave Connectivity and Trading Costs. Von Andriy Shkilko und Konstantin Sokolov (917 Downloads, Platz 7 nach Downloads pro Tag). Geschwindigkeitsvorteile bei Informationsverarbeitung und Order-Platzie- rung ermöglichen das Einstreichen von Extragewinnen auf Kosten langsamer agierender Händler. Daher ist unklar, ob Geschwindigkeitsvorteile nur für einige Händler insgesamt die Liquidität eines Marktes positiv oder negativ beeinflussen. Dieser Frage geht die vorliegende empirische Studie auf zwei verschiedene Arten nach. Zum einen gab es in den Jahren 2011 / 2012 eine Mikrowellenverbindung zwischen Chicago und New York, die nur einigen Marktteilnehmern zur OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33 332 Wolfgang Breuer Credit and Capital Markets 2 / 2018 Verfügung stand. Dieser Geschwindigkeitsvorteil konnte aber bei Regen- oder Schneefällen nicht genutzt werden. Bei derart ungünstigem Wetter musste auf die langsameren Glasfaserkabel zurückgegriffen werden, wodurch der Geschwindigkeitsvorteil verschwand. Zum anderen wurde im Winter 2012 / 2013 durch einen neuen Kommunikationsanbieter die Mikrowellentechnologie für alle Händler zugänglich gemacht. Tatsächlich ergibt sich in beiden Fällen aus dem Wegfall des Geschwindigkeitsvorteils eine Verbesserung der Kapitalmarktqualität in Form grundsätzlich reduzierter Handelskosten und geringerer Volatilität. Platz 6: Asset Pricing and Ambiguity: Empirical Evidence. Von Menachem Brenner und Yehuda Izhakian (877 Downloads, Platz 63 nach Downloads pro Tag). Aufbauend auf eigenen theoretischen Vorarbeiten untersuchen die Autoren, ob Ambiguitätspräferenzen einen Beitrag zur Erklärung des sogenannten Equity Premium Puzzle leisten können, nach dem die am Kapitalmarkt beobachtbaren Risikoprämien im Vergleich zu gängigen Risikoaversionsniveaus zu hoch sind. Ambiguität wird dabei als Volatilität der nicht eindeutig bekannten Eintrittswahrscheinlichkeiten von Renditerealisationen verstanden. Vier Hypothesen werden aufgestellt und empirisch bestätigt. Erstens ergibt sich ein positiver Rendite-Risiko-Zusammenhang, wenn man für Ambiguitätseinflüsse kontrolliert. Zweitens resultiert ambiguitätsliebendes Verhalten bei hoher erwarteter Wahrscheinlichkeit ungünstiger Renditerealisationen und drittens ambiguitätsscheues Verhalten bei hoher erwarteter Wahrscheinlichkeit günstiger Renditerealisationen. Viertens steigt das Ausmaß der Ambiguitätsprämie damit betraglich generell mit höheren erwarteten Wahrscheinlichkeiten an. Platz 7: Political Cycles and Stock Returns. Von Ľuboš Pástor und Pietro Vero nesi (743 Downloads, Platz 5 nach Downloads pro Tag). Unter dem „Presidential Puzzle“ versteht man in den USA den Umstand, dass die durchschnittlichen jährlichen Überschussrenditen auf dem Aktienmarkt unter einem Präsidenten aus den Reihen der Demokratischen Partei mit 10,7 % im Zeitraum von 1927 bis 2015 deutlich über denen für den Fall eines Republikanischen Präsidenten mit nur −0,2 % liegen. Damit einher geht eine Differenz im jährlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in den USA von über drei Prozentpunkten zugunsten der Phasen mit Präsidenten aus dem Lager der Demokratischen Partei. Die Autoren des vorliegenden Papiers führen aus, dass diese Befunde für Aktienmarkt und realwirtschaftlichen Sektor nicht in einem kausalen Zusammenhang zum jeweiligen Wahlausgang in den USA stehen, sondern vielmehr auf derselben Ursache zeitvariierender Risikoaversion beruhen. In Zeiten großer Risikoscheu steigen die Risikoprämien am Aktienmarkt und werden nur besonders produktive Individuen unternehmerisch tätig, während gleichzeitig die Sympathien für die mehr auf soziale Sicherung ausgelegte Demokratische Partei besonders ausgeprägt sind. In Zeiten geringer Risikoscheu gewinnt die Partei der Republikaner an Attraktivität, während zugleich niedrigere Risi- OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/ccm.51.2.325 | Generated on 2023-01-16 13:27:33