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Die UNESCO-Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung (2023) – In Kürze.

Schweizerische UNESCO-Kommission; Österreichische UNESCO-Kommission; Luxemburgische UNESCO-Kommission; Deutsche UNESCO-Kommission

Abstract

2023 einigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf eine weltweite Empfehlung zur Zukunft der Bildung. Sie ist das einzige globale völkerrechtliche Dokument, das Leitlinien für Bildung, deren Inhalte, Organisation und Beitrag zu Frieden und nachhaltiger Entwicklung vorgibt. Die Empfehlung wurde erarbeitet, um Länder dabei zu unterstützen, ihre Bildungssysteme fit für das 21. Jahrhundert zu machen. Der Gesamttitel lautet: UNESCO-Empfehlung zu Bildung für Frieden und Menschenrechte, internationale Verständigung, Zusammenarbeit, Grundfreiheiten, Global Citizenship und nachhaltige Entwicklung. Die Empfehlung ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Verhandlungen und wurde schliesslich von allen 194 Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Sie ist eine aktualisierte Fassung der UNESCO-Empfehlung zur Erziehung für internationale Verständigung von 1974, die erstmals den Beitrag von Bildung zu Frieden, internationaler Verständigung und Gerechtigkeit als Konsens zwischen Regierungen erfasste. Um die Publikation für alle zugänglich zu machen, erarbeiteten die Schweizerische, Österreichische, Luxemburgische und Deutsche UNESCO-Kommission eine Kurzversion auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

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Die UNESCO-Empfehlung zu BILDUNG FÜR FRIEDEN, MENSCHENRECHTE UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG (2023) — IN KÜRZE Gemeinsame Publikation der Schweizerischen, Österreichischen, Luxemburgischen und Deutschen UNESCO-Kommissionen UNESCO-Kommissionen Deutschland, Luxemburg, Österreich und Schweiz EIN MEILENSTEIN FÜR DIE ZUKUNFT DER BILDUNG 2023 einigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf eine weltweite Empfehlung zur Zukunft der Bildung. Sie ist das einzige globale völkerrechtliche Dokument, das Leitlinien für Bildung, deren Inhalte, Organisation und Beitrag zu Frieden und nachhaltiger Entwicklung vorgibt. Die Empfehlung wurde erarbeitet, um Länder dabei zu unterstützen, ihre Bildungssysteme fit für das 21. Jahrhundert zu machen. Der Gesamttitel lautet: UNESCO-Empfehlung zu Bildung für Frieden und Menschenrechte, internationale Verständigung, Zusammenarbeit, Grundfreiheiten, Global Citizenship und nachhaltige Entwicklung. Die Empfehlung ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Verhandlungen und wurde schliesslich von allen 194 Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Sie ist eine aktualisierte Fassung der UNESCO-Empfehlung zur Erziehung für internationale Verständigung von 1974, die erstmals den Beitrag von Bildung zu Frieden, internationaler Verständigung und Gerechtigkeit als Konsens zwischen Regierungen erfasste. WAS IST EINE UNESCOEMPFEHLUNG? UNESCO-Empfehlungen sind völkerrechtliche Dokumente 1, die wichtige Standards festlegen, die die Mitgliedstaaten bei ihrer Gesetzgebung und Politik umsetzen sollen. „Empfehlung“ ist ein klar definierter völkerrechtlicher Begriff und nicht wie im Alltagssprachgebrauch zu verstehen. Jeder Satz einer UNESCO-Empfehlung wird sorgfältig und einstimmig ausgehandelt und von der UNESCO-Generalkonferenz 2 verabschiedet. UNESCO-Mitgliedstaaten berichten alle vier Jahre über Umsetzungsmassnahmen. WOFÜR STEHT DIE EMPFEHLUNG? WAS SIND IHRE ZIELE? Die Empfehlung der UNESCO bietet einen Fahrplan für die Bildung für eine gerechtere, gesündere und friedlichere Zukunft für unsere Gesellschaften. Angesichts globaler Krisen, die den Weltfrieden und die menschliche Existenz bedrohen – Zerstörung der Umwelt und der Artenvielfalt, wachsende Ungleichheiten, Verbreitung hasserfüllter Ideologien, Angriffe auf die Grundfreiheiten – fordert sie eine radikale Kurswende. Die UNESCO-Empfehlung formuliert Leitlinien für Bildungssysteme und -inhalte weltweit. Dabei führt sie Bildungsansätze und -konzepte wie Friedensbildung, Menschenrechtsbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Global Citizenship Education und kulturelle Bildung zusammen. →Im Einklang mit der Agenda 2030 3 setzt sich die Empfehlung für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ein und stellt Bildung als Katalysator für Frieden und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung in den Mittelpunkt. →Sie fordert, im Sinne des SDG 4 3, ganz klar: Damit Bildung ihr transformatives Potential entfalten kann, muss sie zugänglich, chancengerecht, inklusiv und hochwertig sein. → Inklusive Bildung bedeutet, dass Bildung die Talente und Bedürfnisse jedes Menschen berücksichtigt, dass alle Lernenden gemeinsam lernen und dass alle Menschen in der Verwirklichung ihres Potentials individuell gefördert werden. Sie geht hierauf ein und legt zugleich besonderes Augenmerk auf Lernende, die von Ausgrenzung und/ oder Marginalisierung bedroht sind oder besondere Bedarfe haben. →Zentrales Anliegen der Empfehlung besteht darin, „transformative Bildung“ zu verankern, also eine Bildung die Menschen befähigt, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken, positive Veränderungen in ihrem Lebensumfeld, in der Gesellschaft und weltweit zu bewirken und im Alltag aktiv zum Frieden beizutragen. Die Verwirklichung einer transformativen Bildung erfordert auch eine Transformation des Bildungssystems. Dafür nennt die Empfehlung Leitlinien und Voraussetzungen, die die Staaten umsetzen und fördern sollen. →Zugleich betont die Empfehlung erneut das langjährige Verständnis der UNESCO, dass Bildung ein grundlegendes Menschenrecht und ein öffentliches Gut ist. Jeder Mensch hat das Recht auf hochwertige Bildung während des gesamten Lebens, unabhängig von sozialen oder wirtschaftlichen Faktoren. →Bildung muss weit mehr leisten als nur Wissen zu vermitteln. Bildung soll jeden Menschen in seiner persönlichen Entwicklung unterstützen und dabei helfen, das eigene Potenzial vollständig zu entfalten. Das ganzheitliche und humanistische Bildungsverständnis der UNESCO berücksichtigt dabei alle Dimensionen des Lernens, von kognitiven Fähigkeiten über Werte, soziale und emotionale Kompetenzen bis hin zu körperlichen und verhaltensbezogenen Aspekten. →Die Empfehlung legt Anforderungen für alle Bildungsstufen fest – von der frühkindlichen Bildung über die Primarund Sekundarschulbildung bis hin zur Hochschulbildung, der beruflichen Bildung und Erwachsenenbildung. Dabei bezieht sie sich auf sämtliche Kontexte formaler, non-formaler und informeller Bildung. Denn gelernt wird nicht nur in Schulen und Universitäten, sondern auch im Beruf, in Museen, bei Sportoder Kulturvereinen – und das ein Leben lang. Zusammengefasst: Die UNESCO-Empfehlung ist ein fortschrittlicher, konsensualer Völkerrechtstext mit eindeutiger Unterstützung für Menschenrechte und für schnelles Handeln in Antwort auf globale Umweltund Sozialkrisen. Ein solch starker globaler Konsens ist ein grosser Erfolg der UNESCO und der Vereinten Nationen! WELCHE LEITPRINZIPIEN SOLLEN BILDUNG IM 21. JAHRHUNDERT PRÄGEN? Leitprinzipien der Empfehlung sollen in alle Dimensionen der Bildung (formal, non-formal, und informell) einfliessen, d. h. in Bildungsgesetze, -politik und -strategien, Lehrpläne und Pädagogik, Lehrkräfteausbildung, Bewertung/Assessment, Lehrund Lernmaterialien und Lernumgebungen uvw. Bildung soll… →auf den Menschenrechten basieren →lebenslang, lebensumspannend, kontinuierlich und transformativ sein →für alle zugänglich und qualitativ hochwertig sein (Bildung als öffentliches Gut und als Gemeingut) →die Ko-Kreation von Wissen fördern →auf dem Grundsatz der Nicht-Diskriminierung beruhen →Gedanken-, GewissensGlaubensund Religionsfreiheit sowie Redeund Meinungsfreiheit gewährleisten und alle Formen der Verbreitung von Hass unterbinden →eine Ethik der Fürsorge, des Mitgefühls und der Solidarität vermitteln →partizipativ sein, insbesondere durch den ethischen und verantwortungsvollen Einsatz von Technologien →Geschlechtergerechtigkeit fördern →eine internationale und globale Perspektive anwenden, unter Betonung der wechselseitigen Beziehungen zwischen lokalem und globalem Geschehen →chancengerecht, inklusiv und respektvoll gegenüber Vielfalt sein →den Dialog zwischen Kulturen und Generationen fördern →Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden aller Lernenden und Lehrkräfte sowie des sonstigen Bildungspersonals sicherstellen →eine Ethik der Global Citizenship und der gemeinsamen Verantwortung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung zum Wohle aller verankern WELCHE KOMPETENZEN SOLLEN DURCH BILDUNG VERMITTELT WERDEN? Transformative Bildung ist gemeinsam gestaltetes Lehren und Lernen. Sie erkennt die Würde und Vielfalt der Lernenden in Bildungseinrichtungen an und schätzt sie, beseitigt Hindernisse für ihr Lernen, motiviert und befähigt, kritisch zu denken, den Wandel herbeizuführen und ihre Zukunft zu gestalten.