Digitale Medien in Betrieben - heute und morgen: eine repräsentative Bestandsanalyse
Abstract
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Full text
Gensicke, Miriam et al. Research Report Digitale Medien in Betrieben - heute und morgen: eine repräsentative Bestandsanalyse Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 177 Provided in Cooperation with: Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB), Bonn Suggested Citation: Gensicke, Miriam et al. (2016) : Digitale Medien in Betrieben - heute und morgen: eine repräsentative Bestandsanalyse, Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 177, ISBN 978-3-945981-55-9, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0035-0601-1 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/236142 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/
WISSENSCHAFTLICHE DISKUSSIONSPAPIERE Miriam Gensicke | Sebastian Bechmann | Michael Härtel Tanja Schubert | Isabel García-Wülfing | Betül Güntürk-Kuhl Digitale Medien in Betrieben – heute und morgen Eine repräsentative Bestandsanalyse
WISSENSCHAFTLICHE DISKUSSIONSPAPIERE Heft 177 Miriam Gensicke | Sebastian Bechmann | Michael Härtel Tanja Schubert | Isabel García-Wülfing | Betül Güntürk-Kuhl Digitale Medien in Betrieben – heute und morgen Eine repräsentative Bestandsanalyse
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Inhaltsverzeichnis Das Wichtigste in Kürze ..................................................... 7 1Einleitung ............................................................ 10 2Hintergrund der Erhebung .............................................. 11 3Zielsetzung und Anlage der Untersuchung ................................ 13 3.1 Methodische Anlage der Untersuchung ...................................... 13 3.2 Zur Struktur der bundesdeutschen Betriebslandschaft .......................... 15 3.3 Innovationsindex ....................................................... 18 4 Begriffsbestimmung: Was sind digitale Geräte und digitale Medien? ........ 21 5Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute ..... 25 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess ................................ 25 5.1.1 Verbreitungsgrad digitaler Geräte ..................................... 25 5.1.2 Nutzergruppen digitaler Geräte ....................................... 29 5.1.3 Nutzungshäufigkeit von digitalen Geräten .............................. 30 5.1.4 Zweck der digitalen Geräte heute ..................................... 33 5.1.5 Bring your own device (BYOD) – Erlaubnis und Nutzung privater mobiler Geräte für dienstliche Zwecke ........................................ 35 5.1.6 Digitale Medien im Arbeitsprozess .................................... 37 5.2 Einstellungen zu digitalen Medien in der Aus- und Weiterbildung ................ 42 5.3 Digitale Geräte und digitale Medien in der Ausbildung ......................... 43 5.3.1 Digitale Geräte in der Ausbildung im Betrieb ............................ 44 5.3.2 Digitale Medien in der Ausbildung im Betrieb ........................... 48 5.3.3 Digitale Medien in der Berufsschule ................................... 50 5.3.4 Mobile Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der Ausbildung ....... 52 5.4 Digitale Medien in der Weiterbildung ....................................... 54 5.4.1 Digitale Lern- und Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung ....... 55 5.4.2 Mobile Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der Weiterbildung ..... 57 6Einschätzung der Entwicklung für die kommenden drei Jahre .............. 59 6.1 Künftiger Stellenwert digitaler Geräte bei Tätigkeiten im Betrieb .................. 59 6.2 Entwicklung der Bedeutung digitaler Medien in der Ausbildung .................. 61 6.3 Entwicklung der Bedeutung digitaler Medien in der betrieblichen Weiterbildung .... 63 7Handlungsfelder ...................................................... 66 7.1 Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften ........................... 66 7.2 Weiterbildungsbedarf bei Auszubildenden ................................... 68 7.3 IT-Kenntnisse der Auszubildenden ......................................... 69 Inhaltsverzeichnis WDP 177 3
7.4 Weiterbildungsbedarf des Ausbildungspersonals .............................. 71 7.5 Die Rolle des Betriebsrates beim Einsatz digitaler Geräte und Medien im Betrieb .... 72 7.6 Hürden bei der Nutzung von digitalen Medien in der Aus- und Weiterbildung ...... 73 8Zusammenfassung ..................................................... 76 9Literaturverzeichnis .................................................... 80 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht .................................... 81 Abstract ................................................................ 103 Abbildungen Abb. 1: Anteil der Betriebe und Beschäftigten nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............................ 16 Abb. 2: Anteil der Ausbildungsbetriebe und Weiterbildungsbetriebe nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............................ 17 Abb. 3: Selbsteinschätzung der Betriebe im Vergleich zum unmittelbaren Markt- oder Konkurrenzumfeld – Mittelwerte ................................. 18 Abb. 4: Anteil der innovativen, zeitgemäßen und traditionellen Betriebe nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ................... 19 Abb. 5: Derzeitige Nutzung von Geräten mit Internetzugang nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............................ 27 Abb. 6: Derzeitige Nutzung von digitalen Neuentwicklungen nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............................ 28 Abb. 7: Anteile der Nutzergruppen von digitalen Geräten im Arbeitsprozess – in % .... 30 Abb. 8: Nutzungshäufigkeit von PC und Laptop im Arbeitsprozess nach Branchen und Betriebsgrößenklassen – Mittelwerte ............................... 32 Abb. 9: Nutzungshäufigkeit von Smartphone und Tablet im Arbeitsprozess nach Branchen und Betriebsgrößenklassen – Mittelwerte ...................... 33 Abb. 10: Derzeitige Wichtigkeit digitaler Geräte bei Tätigkeiten im Betrieb – Durchschnittswerte ................................................. 34 Abb. 11: Anteil der Nutzung von mindestens einem Web 2.0-Format im Arbeitsprozess nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ... 39 Abb. 12: Nutzungsanteile von Web 2.0-Formaten im Arbeitsprozess nach Betriebsgrößenklassen – in % ........................................ 40 Abb. 13: Nutzungshäufigkeit digitaler Medien im Arbeitsprozess – Durchschnittswerte .. 41 Abb. 14: Derzeitige Nutzung von Geräten mit Internetzugang in der betrieblichen Ausbildung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen, Regionen und Ausbildungsrichtungen – in % ........................................ 46 Abb. 15: Derzeitige Nutzung von digitalen Neuentwicklungen in der betrieblichen Ausbildung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen, Regionen und Ausbildungsrichtungen – in % ........................................ 47 4WDP 177 Inhaltsverzeichnis
Abb. 16: Derzeitige Wichtigkeit digitaler und klassischer Medien in der beruflichen Ausbildung im Betrieb – Durchschnittswerte ............................ 49 Abb. 17: Anzahl Lernformate, deren Nutzung in der Berufsschule bzw. überbetrieblichen Ausbildungsstätte im Betrieb bekannt ist, nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – Mittelwert und Median ............. 51 Abb. 18: Nutzungsgrad von digitalen Lern- und Medienformaten in der Berufsschule bzw. überbetrieblichen Ausbildungsstätte nach Angaben der Betriebe – in % ............................................................. 52 Abb. 19: Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Ausbildung – in % ...................................... 53 Abb. 20: Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Ausbildung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ................................................... 54 Abb. 21: Derzeitige Wichtigkeit digitaler Medien in der beruflichen Weiterbildung im Betrieb – Durchschnittswerte ......................................... 55 Abb. 22: Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung – in % ................................... 58 Abb. 23: Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ................................................... 58 Abb. 24: Derzeitiger und künftiger Stellenwert digitaler Geräte bei betrieblichen Tätigkeiten – Mittelwerte ............................................ 60 Abb. 25: Derzeit wichtige Medienformate in der betrieblichen Ausbildung und ihr künftiger Stellenwert – Mittelwerte .................................... 61 Abb. 26: Derzeit weniger wichtige Medienformate in der betrieblichen Ausbildung und ihr künftiger Stellenwert – Mittelwerte ............................. 62 Abb. 27: Derzeit weniger wichtige Medienformate in der Weiterbildung und ihr künftiger Stellenwert – Mittelwerte .................................... 64 Abb. 28: Derzeit wichtige Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung und ihr künftiger Stellenwert – Mittelwerte .................................... 65 Abb. 29: Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............... 67 Abb. 30: Anteil der Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf bei ihren Auszubildenden nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ............................................................. 68 Abb. 31: Bewertung der IT-Grundkenntnisse der Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung, nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ..... 70 Abb. 32: Anteil der Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf beim betrieblichen Ausbildungspersonal nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % ........................................................... 71 Abb. 33: Haltung des Betriebsrats/Personalrats bei dem Einsatz von digitalen Geräten und digitalen Medien im Betrieb – in % ................................ 72 Inhaltsverzeichnis WDP 177 5
Tabellen Tab. 1: Verteilung der Nettostichprobe nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Ausbildungsbetrieben ................................................ 14 Tab. 2: Anteil der Betriebe mit derzeitiger Nutzung digitaler Geräte im Arbeitsprozess ... 25 Tab. 3: Anteil der Betriebe mit derzeitiger Nutzung digitaler Neuentwicklungen im Arbeitsprozess ...................................................... 26 Tab. 4: Nutzungshäufigkeit digitaler Geräte im Arbeitsprozess – Mittelwerte .......... 31 Tab. 5: Erlaubnis zur dienstlichen Nutzung privater mobiler Geräte – in % ........... 36 Tab. 6: Erlaubnis und dienstliche Nutzung privater mobiler Geräte nach Branchen – in% .............................................................. 37 Tab. 7: Derzeitige Nutzung digitaler Medien/Medienformate im Arbeitsprozess – in % ... 38 Tab. 8: Derzeitige Nutzung digitaler Geräte in der Ausbildung ...................... 44 Tab. 9: Derzeitige Nutzung von digitalen Neuentwicklungen in der Ausbildung ........ 45 Tab. 10: Übersicht über Problemwahrnehmung, Mittelwerte auf einer Skala von 1 für „große Hürde“ bis 3 für „keine Hürde“ .................................. 75 6WDP 177 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze ▶Digitale Geräte sind mittlerweile fast flächendeckend in deutschen Betrieben präsent. An erster Stelle stehen Desktop-PCs mit Internetzugang: 92 Prozent der Betriebe nutzen den Desk top-PC mit Internetzugang (vgl. Tabelle 2, S.25). Zusammen mit Smartphones, Laptops mit Internetzugang und Tablets verwenden insgesamt 98 Prozent aller Betriebe Geräte mit Internet zugang. Im Gegensatz dazu ist der Anteil an Betrieben, die digitale Neuentwicklungen wie Da tenuhren oder -brillen einsetzen (vgl. Tabelle 3, S.26), sehr gering (3%). Dabei zeigen sich teilweise Unterschiede zwischen den Branchen und nach Betriebsgrößenklassen (vgl. Abbil dung 5, S.27). Mit zunehmender Betriebsgröße steigt auch der Nutzungsgrad von digitalen Neuentwicklungen (vgl. Abbildung 6, S.28). ▶Desktop-PCs haben sowohl auf der Ebene der Betriebe als auch auf der Ebene der Beschäftigten den höchsten Verbreitungsgrad (vgl. Abbildung 7, S.30). 60 Prozent aller Mitarbeiter/ innen nutzen den Desktop-PC mit Internetzugang. Dagegen werden Tablets häufig nur auf der Führungsebene genutzt (41%). Oft ist die Nutzung von digitalen Geräten auch an bestimmte Tätigkeiten im Betrieb gekoppelt, am deutlichsten zeigt sich dies bei MDE-Geräten, d.h. Geräten für die mobile Datenerfassung. Diese werden zu 48 Prozent von bestimmten Funktionsträgern genutzt. Insgesamt gilt, dass lediglich PCs mit Internetzugang flächendeckend genutzt werden. Neuere technologische Entwicklungen werden – sofern im Betrieb eingesetzt – häufig nur von Führungskräften oder Beschäftigten in bestimmten Funktionen genutzt. ▶Auch bei der Nutzungshäufigkeit liegt der Desktop-PC vorne, er wird im Grunde täglich von den Beschäftigten genutzt. Ähnliches gilt für das Smartphone (vgl. Tabelle 4, S.31). In Bran chen, in denen die Arbeit an wechselnden Einsatzorten verrichtet wird, werden erwartungsge mäß häufiger mobile Geräte genutzt (vgl. Abbildung 9, S.33). In der Beherbergung und Gas tronomie sowie in den Übrigen Personennahen Dienstleistungen werden digitale Geräte nicht nur anteilsmäßig von weniger Betrieben genutzt, der Einsatz findet auch seltener statt. Nut zungsintensive Branchen sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur, die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen (vgl. Abbildung 8, S.32). ▶Digitale Geräte werden derzeit vor allem zur Informationsbeschaffung (Mittelwert 1,40)1 und zur externen Kommunikation und Kooperation (Mittelwert: 1,45) genutzt (vgl. Abbildung 10, S.34). Die geringste Rolle spielen sie derzeit bei der Produktentwicklung (Mittelwert: 2,48). ▶Eine große Mehrheit der deutschen Betriebe erlaubt ihren Beschäftigten die Nutzung privater mobiler Geräte2 für dienstliche Zwecke, mehrheitlich ohne Einschränkung. Je größer der Be trieb, desto häufiger sind Restriktionen zu finden. Bei Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäf tigten ist die Nutzung privater Geräte bei 57 Prozent der Betriebe untersagt, bei Betrieben bis 19 Beschäftigte nur zu 19 Prozent (vgl. Tabelle 5, S.36). Besonders häufig wird die Nutzungser laubnis in Betrieben des Baugewerbes (83%), der Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistun gen und dem Öffentlichen Dienst (jeweils 78%) erteilt. In Betrieben mit Nutzungserlaubnis wer den die privaten Geräte auch von einer Mehrheit der Beschäftigten eingesetzt (vgl. Tabelle 6, S.37). 1Skala geht von 1 (sehr wichtig) bis 4 (unwichtig). 2BYOD: Bring your own device. Das Wichtigste in Kürze WDP 177 7
Tabelle 1 Verteilung der Nettostichprobe nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Ausbildungsbetrieben Branchengruppen Betriebsgrößenklasse Gesamt 1 bis 19 20 bis 49 50 bis 249 250+ Summe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur 130 49 43 33 255 Übriges Verarbeitendes Gewerbe 224 125 148 84 581 Baugewerbe 134 57 40 10 241 Groß- und Einzelhandel 209 73 51 14 347 Beherbergung und Gastronomie 80 32 20 4 136 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 46 7 18 18 89 Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen 232 80 73 34 419 Gesundheits- und Sozialwesen 100 51 113 54 318 Übrige Personennahe Dienstleistungen 145 48 67 14 274 Öffentlicher Dienst 62 87 125 72 346 Summe 1.362 609 698 337 3.006 darunter Ausbildungsbetrieb 502 403 555 319 1.779 darunter Nicht-Ausbildungsbetrieb 860 206 143 18 1.227 Weitere Analysegruppen waren das Merkmal „Region“ sowie ein Innovationsindex. Die vier Re gionen setzen sich dabei wie folgt zusammen: ►Nord: Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen ►Ost: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Berlin ►Süd: Bayern, Baden-Württemberg ►West: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen Die Bildung des Innovationsindex und die Zusammensetzung der Teilgruppen werden in Ab schnitt 3.3 dargestellt. Wie die einzelnen Wirtschaftsbereiche den zehn Branchen zugeordnet sind, zeigt die folgende Übersicht: Übersicht 1 Zuordnung der Einzelbranchen zu den Branchengruppen Branchengruppen Zuordnung von Einzelbranchen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Fahrzeug- oder Maschinenbau Kfz-Reparatur oder Kfz-Handel Übriges Verarbeitendes Gewerbe Herstellung von Nahrungsmitteln oder Getränken Herstellung von Textilien oder Bekleidung Herstellung von chemischen oder pharmazeutischen Erzeugnissen Herstellung von elektronischen oder optischen Erzeugnissen oder elektrischen Ausrüstungen oder Geräten 14 WDP 177 Zielsetzung und Anlage der Untersuchung 3
(Fortsetzung Übersicht 1) Branchengruppen Zuordnung von Einzelbranchen Herstellung von Möbeln Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe Energieversorgung Baugewerbe Bergbau Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Groß- und Einzelhandel Beherbergung und Gastronomie Beherbergung und Gastronomie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Finanzen, Versicherungen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Verkehr und Lagerei Information und Kommunikation Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung Wirtschaftliche Dienstleistungen, Freie Berufe Gesundheits- und Sozialwesen Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Personennahe Dienstleistungen Erziehung, Unterricht Sonstige Dienstleistungen Öffentlicher Dienst Öffentlicher Dienst In ca. jedem dritten der befragten Betriebe haben die Betriebsinhaber/innen den Fragebogen be antwortet, in weiteren 25 Prozent der Fälle die Geschäftsleitung, in den übrigen 41 Prozent der Betriebe wurden die Fragen von der Personalleitung, der Ausbildungsleitung oder einer Person mit einer anderen Funktion beantwortet. Erwartungsgemäß waren die Inhaber/innen vor allem in den kleineren Betrieben zu finden, während vor allem in den Großbetrieben die Personallei tung den Fragebogen ausgefüllt hat. 3.2 Zur Struktur der bundesdeutschen Betriebslandschaft Untersuchungsgegenstand sind alle Betriebe aus allen Branchen (ohne Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, private Haushalte und exterritoriale Organisationen), dabei wird auf die Struk tur der Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gewichtet. 2015 waren dies insgesamt 2,028 Millionen Betriebe. Mit einem Anteil von 85 Prozent gehört das Gros der Betriebe zu den Kleinbetrieben mit weniger als 20 Beschäftigten; im Schnitt sind in einem Kleinbetrieb sechs Personen beschäftigt (vgl. Abbildung 1). Etwa jeder zehnte Betrieb be schäftigt 20 bis 49 Personen mit durchschnittlich 30 Mitarbeiter/inne/n, weitere fünf Prozent beschäftigen 50 bis 249 Beschäftigte mit durchschnittlich 100 Mitarbeiter/inne/n. Nur etwa ein Prozent der Betriebe darf zur Gruppe der Großbetriebe gezählt werden, die 250 Beschäftigte oder mehr haben und im Schnitt 628 Personen beschäftigen. In diesen Betrieben ist mit einem Anteil von 29 Prozent auf Beschäftigtenbasis fast jeder Dritte beschäftigt. In der größten Gruppe der Kleinbetriebe waren mit einem Anteil von 28 Prozent ähnlich viele Beschäftigte tätig (vgl. Abbildung 1). Die ostdeutsche Betriebslandschaft ist etwas kleinteiliger organisiert als die ein zelnen westdeutschen Regionen. 3.2 Zur Struktur der bundesdeutschen Betriebslandschaft WDP 177 15
Die meisten Betriebe gehören mit einem Anteil von 25 Prozent zur Gruppe der Übrigen Unter nehmensnahen Dienstleistungen (Verkehr und Lagerei, Information und Kommunikation, Freie Berufe), mit einem Anteil von 17 Prozent zum Groß- und Einzelhandel, mit einem Anteil von zu sammen 14 Prozent zum Verarbeitenden Gewerbe (Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur und das Übrige Verarbeitende Gewerbe) sowie mit einem Anteil von jeweils elf Prozent zum Baugewerbe inkl. Bergbau und zum Gesundheits- und Sozialwesen. Mit Ausnahme des Bauge werbes gehören diese Branchen auch zu den beschäftigungsstärksten Branchen in Deutschland mit Anteilen zwischen zwölf und 23 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe in Ostdeutschland weist mit 19 Prozent eine geringe Beschäftigungsintensität auf, in Süddeutschland mit 29 Pro zent hingegen eine recht hohe. Die übrigen westdeutschen Regionen bewegen sich im Mittel feld. Abbildung 1 Anteil der Betriebe und Beschäftigten nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 25 17 11 11 9 8 7 5 4 3 85 10 5 1 16 34 30 21 Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Öffentlicher Dienst Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Beherbergung und Gastronomie Übrige Personennahe Dienstleistungen Übriges Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Groß- und Einzelhandel Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen 0 5 10 15 20 25 30 35 23 12 12 6 15 7 5 8 9 3 28 16 27 29 16 35 31 18 Beschäftigte %% Basis: Alle Betriebe (n=3.006) Mit einem Anteil von 29 Prozent bildete 2015 weniger als ein Drittel der Betriebe aus. Bei der Einordnung dieser Zahl muss berücksichtigt werden, dass von den bundesdeutschen Betrieben nur gut die Hälfte der Betriebe überhaupt eine Ausbildungsberechtigung besitzt (vgl. Bechmann 2015). Am häufigsten bilden Großbetriebe aus: Während mit 87 Prozent eine deutliche Mehr heit der Großbetriebe ausbildet, ist es mit einem Anteil von 23 Prozent nur etwas mehr als jeder fünfte Kleinbetrieb. Dies liegt vor allem am geringen Anteil ausbildungsberechtigter Betriebe in dieser Betriebsgrößenklasse. Bei einer Branchenbetrachtung stechen die Betriebe aus dem Ver 16 WDP 177 Zielsetzung und Anlage der Untersuchung 3
arbeitenden Gewerbe (inkl. Fahrzeug-/Maschinenbau und Kfz-Reparatur) und dem Groß- und Einzelhandel mit einem relativ hohen Anteil an Ausbildungsbetrieben hervor. Am seltensten bil den Betriebe aus Beherbergung und Gastronomie und den Übrigen Personennahen Dienstleis tungen aus. Die Ausbildungsbeteiligung liegt in West- und Norddeutschland mit 32 Prozent bzw. 31 Prozent über dem Niveau von Süd- und Ostdeutschland mit 28 Prozent bzw. 23 Prozent. Die Weiterbildungsbeteiligung bundesdeutscher Betriebe liegt mit einem Anteil von 65 Pro zent deutlich über der Ausbildungsbeteiligung. Auch hier sieht man einen ausgewiesenen Be triebsgrößenklasseneffekt. Während 61 Prozent der Kleinstbetriebe weiterbilden, sind es bei den größeren Betrieben mit einem Anteil von 96 Prozent beinahe alle Betriebe. Bei einer Branchen betrachtung sieht man, dass der Öffentliche Dienst mit einer Weiterbildungsbeteiligung von 86 Prozent in diesem Punkt Spitzenreiter ist, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit ei nem Anteil von 78 Prozent an weiterbildenden Betrieben (vermutlich wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungen). Weiterbildung findet man in der Beherbergung und Gas tronomie sowie im Baugewerbe mit einem Anteil von 48 Prozent bzw. 52 Prozent seltener. In Ostdeutschland liegt die Weiterbildungsbeteiligung mit 69 Prozent am höchsten und in West deutschland mit 63 Prozent am niedrigsten. Süd- und Norddeutschland liegen im Mittelfeld. Abbildung 2 Anteil der Ausbildungsbetriebe und Weiterbildungsbetriebe nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 45 40 37 32 30 27 26 24 23 19 23 56 71 87 31 32 28 23 29 Ausbildungsbetriebe Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Beherbergung und Gastronomie Übrige Personennahe Dienstleistungen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Gesundheits- und Sozialwesen Öffentlicher Dienst Groß- und Einzelhandel Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Baugewerbe Übriges Verarbeitendes Gewerbe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur 0 20406080100 70 70 52 81 64 86 78 64 64 48 61 88 96 96 64 63 66 69 65 Weiterbildungsbetriebe %% Basis: Alle Betriebe (n=3.006) 3.2 Zur Struktur der bundesdeutschen Betriebslandschaft WDP 177 17
Etwas weniger als die Hälfte der Betriebe ist vor 1990 gegründet worden. Acht Prozent der Be triebe haben einen Betriebs- oder Personalrat. Das Gros der Betriebe sind eigenständige Unter nehmen. Etwa 13 Prozent der Betriebe sind Organisationseinheiten eines Mehrbetriebsunter nehmens. 3.3 Innovationsindex Die Betriebe wurden um eine Einschätzung gebeten, wie sie sich selbst im Vergleich zum Markt- und Konkurrenzumfeld in folgenden sechs Bereichen einstufen: ►Technologische Anlagen/Ausstattung ►Innovationsbereitschaft ►Umsetzung von Innovationen ►Personal- und Organisationsentwicklung ►derzeitige Markt- und Wettbewerbsfähigkeit ►Markt- und Wettbewerbsfähigkeit in drei Jahren Hierfür wurde eine fünfstufige Skala mit folgenden Werten angeboten: „5: eher schlecht“, „4: weniger gut“, „3: annehmbar“, „2: sehr gut“ und „1: ausgezeichnet“. Auf Basis der Mittelwerte zu diesen sechs Merkmalen erfolgte eine Segmentierung der Betriebe in drei Gruppen.5 Betriebe, die im Durchschnitt über alle Items einen Wert von unter 2,0 hatten, schätzen sich im Vergleich zu ihrem unmittelbaren Markt- und Konkurrenzumfeld als innovative Betriebe ein, Betriebe mit einem Wert von 2,0 bis unter 2,8 als zeitgemäße Betriebe und Betriebe mit einem Wert von 2,8 und höher als traditionelle Betriebe.6 Abbildung 3 Selbsteinschätzung der Betriebe im Vergleich zum unmittelbaren Markt- oder Konkurrenzumfeld – Mittelwerte 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 2,38 2,26 2,45 2,48 2,26 2,81 3,12 3,13 3,29 3,23 3,05 3,57 2,32 2,17 2,4 2,42 2,18 2,44 1,55 1,3 1,46 1,67 1,47 1,73 Alle Betriebe Zeitgemäße Betriebe Traditionelle Betriebe Innovative Betriebe Markt- und Wettbewerbsfähigkeit in 3 Jahren Derzeitige Markt- und Wettbewerbsfähigkeit Personal- und Organisationsentwicklung Umsetzung von Innovationen Innovationsbereitschaft Technologische Anlagen/Ausstattung Basis: Alle Betriebe mit mindestens fünf gültigen Angaben zu den sechs Items (n=2.806) 5Die Indexbildung erfolgte nach dem Vorbild des Projektes „ADeBar“, das im Rahmen der FreQueNz-Initiative bis 2006 vom BMBF gefördert wurde. Die Indexbildung ist beschrieben in: Kuwan/Thum 2013. 6Betriebe mit mehr als einmal „Keine Angabe“ oder „Weiß nicht“ bei den sechs Items gingen nicht in die Seg mentierung ein. 18 WDP 177 Zielsetzung und Anlage der Untersuchung 3
Erwartungsgemäß stellen die sog. zeitgemäßen Betriebe mit einem Anteil von 58 Prozent die Mehrheit der Betriebe, gefolgt von der Gruppe der sog. traditionellen Betriebe mit einem Anteil von 24 Prozent und der Gruppe der in ihrer Selbstwahrnehmung innovativen Betriebe mit einem Anteil von 18 Prozent. Die sog. innovativen Betriebe bewerten sich selbst mit einem durch schnittlichen Wert von 1,5 hinsichtlich der oben genannten Kriterien, die sog. zeitgemäßen Betriebe mit einem Durchschnitt von 2,3 und die sog. traditionellen Betriebe mit einem Durch schnitt von 3,3. In Abbildung 3 ist die durchschnittliche Selbsteinschätzung der Betriebe ge trennt für die einzelnen Gruppen dargestellt. Dabei fällt auf, dass sich die Betriebe innerhalb der drei Gruppen hinsichtlich aller Kriterien jeweils recht ähnlich bewerten. Abbildung 4 Anteil der innovativen, zeitgemäßen und traditionellen Betriebe nach Branchen, Betriebsgrößen klassen und Regionen – in % 08040 32 24 20 19 18 17 17 15 13 7 17 21 23 29 27 15 17 17 41 75 18 Innovative Betriebe Alle Betriebe Weiterbildungsbetriebe Ausbildungsbetriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50-249 Beschäftigte 20-49 Beschäftigte 1-19 Beschäftigte Öffentlicher Dienst Gesundheits- und Sozialwesen Beherbergung und Gastronomie Groß- und Einzelhandel Übriges Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Übrige Personennahe Dienstleistungen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 03060 11 24 22 28 22 22 26 34 21 47 26 17 15 9 19 28 24 24 20 53 24 Traditionelle Betriebe 04080 58 52 58 53 60 61 57 51 66 45 57 62 63 62 54 57 59 59 29 68 58 Zeitgemäße Betriebe %%% Basis: Alle Betriebe mit mindestens fünf gültigen Angaben zu den sechs Items (n=2.806) Kleinbetriebe gehören dabei mit einem Anteil von 26 Prozent relativ gesehen häufiger zur Gruppe der sog. traditionellen Betriebe als größere Betriebe; bei den Großbetrieben z. B. sind es nur neun Prozent. Umgekehrt zählen größere Betriebe nach eigener Einschätzung relativ häufiger zur Gruppe der innovativen Betriebe (29 %) als kleinere Betriebe (17 %). Bei einer Branchenbe 3.3 Innovationsindex WDP 177 19
trachtung fallen die Finanz- und Versicherungsdienstleister, der Fahrzeug- und Maschinenbau und die Übrigen Unternehmens- und Personennahen Dienstleistungen mit einem jeweils beson ders hohen Anteil an innovativen Betrieben auf: Betrieben also, die sich als besser als ihr unmit telbares Markt- und Konkurrenzumfeld einstufen. Das Gesundheits- und Sozialwesen, das Übrige Verarbeitende Gewerbe sowie das Baugewerbe sind Branchen mit einem überdurch schnittlich hohen Anteil an sog. zeitgemäßen Betrieben: Betrieben also, die sich weder besser noch schlechter einstufen als ihr unmittelbares Markt- und Konkurrenzumfeld. Der Öffentliche Dienst und die Beherbergung und Gastronomie fallen mit jeweils überdurchschnittlich hohen Anteilen an traditionellen Betrieben auf: Betrieben also, die sich als schlechter als ihr unmittel bares Markt- und Konkurrenzumfeld einstufen (vgl. Abbildung 4). 20 WDP 177 Zielsetzung und Anlage der Untersuchung 3
4 Begriffsbestimmung: Was sind digitale Geräte und digitale Medien? Zu Beginn des Interviews wurden die Betriebe gebeten, alle digitalen Geräte zu nennen, die ih nen für einen Einsatz in der Arbeitswelt grundsätzlich einfallen. Diese offene Frage war zum ei nen als Warm-up gedacht, um sich dem Thema anzunähern. Zum anderen sollte die Frage einen Eindruck darüber geben, an was die Betriebe denken, wenn sie spontan und ohne Vorgabe digi tale Geräte benennen sollen. Im Folgenden geben wir eine qualitative Auswertung dieser offenen Nennungen. Das Gerät, an das die Betriebe am häufigsten dachten, war der Computer. Dabei wurden so wohl der Desktop-PC als auch der Laptop genannt. Viele nannten ebenfalls Tablet oder Note book. Am zweithäufigsten nannten die Betriebe das Telefon, wobei meistens von Smartphones die Rede war. Zum Teil wurden auch Smartphone-Hersteller genannt. Weitere Geräte, die vielen Betrieben einfielen, waren Drucker, Scanner, Kopierer und Beamer. Schon seltener – jedoch noch in nennenswerter Zahl – wurden Faxgeräte, Digitalkameras, Navi gationsgeräte oder digitale Kassensysteme genannt. Digitale Geräte für die Fertigung, wie CNC-Maschinen, Messgeräte oder Roboter, wurden le diglich von einzelnen Betrieben aufgeführt. Dasselbe gilt für Whiteboards (digitale Tafeln), (me dizinische) Diagnosegeräte, Lasergeräte und digitale Kalender- oder Fotowände, 3-D-Drucker, Wearables, Datenuhren und -brillen. In Einzelfällen wurden auch digitale Geräte in der Nah rungsmittelproduktion oder der Gastronomie genannt, wie z.B. Öfen oder Dampfgarer. Damit zeigt sich in den offenen Nennungen ein buntes Portfolio an digitalen Geräten, die im Zuge der Digitalisierung im Arbeitsalltag vorstellbar oder vorhanden sind. Für die große Mehr heit der Betriebe liegt der Schwerpunkt klar auf den verschiedenen Computergeräten, Telefonen sowie anderen, für ein Büro typischen Geräten wie Druckern, Scannern und Kopierern. Letztere sind häufig bereits in einem Multifunktionsgerät integriert und werden gar nicht mehr als Ein zelgeräte wahrgenommen. Für die Abfrage zum derzeitigen Einsatz digitaler Geräte wurde eine Liste zusammengestellt, in der alle Geräte abgefragt wurden, die derzeit auf dem Markt sind und von denen anzuneh men war, dass sie nicht nur in einzelnen Branchen zum Einsatz kommen (wie beispielsweise CNC-Maschinen), sondern eine gewisse Breite in der Nutzung haben. Diese Liste wurde im Rah men eines Pretests überprüft und ergänzt. Darüber hinaus hatten die Betriebe die Möglichkeit, weitere digitale Geräte zu nennen, sofern solche im Arbeitsprozess oder in der Aus- oder Weiter bildung im Betrieb zum Einsatz kommen. Die offenen Nennungen zu diesen Nachfragen zeigen, dass kein Gerät mit größerer Verbreitung in der Liste fehlte. Häufig waren die genannten Geräte einer Kategorie zuzuordnen oder waren Spezifikationen davon. Geräte, die nicht in der Liste wa ren, wurden nur von einzelnen Betrieben genannt. Für die folgenden elf digitalen Geräte wurde erhoben, ob und von welchen Beschäftigtengrup pen sie wie häufig und zu welchen Zwecken heute und in der näheren Zukunft im alltäglichen Arbeitsprozess genutzt werden. Für Ausbildungsbetriebe wurde darüber hinaus ermittelt, ob diese digitalen Geräte im Rahmen der Ausbildung im Betrieb eingesetzt werden. 4 Begriffsbestimmung: Was sind digitale Geräte und digitale Medien? WDP 177 21
Übersicht 2 Liste der abgefragten digitalen Geräte im Arbeitsprozess und in der Ausbildung 1Desktop-PC mit Internetzugang 2Laptop mit Internetzugang 3Tablet 4Smartphone 5 3-D-Drucker 6Datenbrille 7Datenuhr 8Head-Mounted Display 9Wearables 10 MDE-Geräte, also Geräte für die mobile Datenerfassung 11 Scanner Die ersten vier Geräte lassen sich dabei als Geräte mit Internetzugang zusammenfassen, sodass dies als Indikator für die Internetdurchdringung in den Betrieben in Deutschland herangezogen werden kann. Datenbrillen, Datenuhren, Head-Mounted Displays und Wearables können als technologisch neuere Entwicklungen betrachtet werden, bei denen es von Interesse ist, ob und in welchem Ausmaß sie heute bereits im Arbeitsalltag oder in der Ausbildung Einsatz finden. Neben der Verwendung digitaler Geräte wurde der Einsatz verschiedener Medien und Medienformate im Arbeitsprozess, in der beruflichen Ausbildung sowie in der betrieblichen Weiterbil dung ermittelt (vgl. Übersicht 3 und 4). Die Frage nach den abgefragten 15 Medienformaten im alltäglichen Arbeitsprozess (Übersicht 3) bezog sich ausschließlich auf digitale Formate und auf die Häufigkeit des Einsatzes. Dagegen waren unter den 20 Formaten in der Aus- und Weiterbil dung (Übersicht 4) auch fünf klassische, nicht-digitale Formate, die nach ihrer derzeitigen und künftigen Wichtigkeit bewertet wurden. Hier interessiert insbesondere ein Vergleich des Stellen werts klassischer, nicht-digitaler auf der einen und neuerer, digitaler Medienformate auf der an deren Seite. Die folgenden zwei Übersichten zeigen die 15 Medienformate, für die die Nutzung im Arbeits prozess erhoben wurde, sowie die 20 Medienformate, für die die Bedeutung in der Aus- und Weiterbildung ermittelt wurde. Übersicht 3 Liste der abgefragten Medien und Medienformate im Arbeitsprozess Software für Arbeitsorganisation, z.B. Outlook, Word, Excel etc. Software zur Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen Software zur Prüfung oder Verbesserung von Arbeitsprozessen oder Arbeitswerkzeugen Software für die Warenwirtschaft Software für die interne/externe Bestellung von Waren und Dienstleistungen Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. Intranet 22 WDP 177 Begriffsbestimmung: Was sind digitale Geräte und digitale Medien? 4
(Fortsetzung Übersicht 3) Web 2.0-Formate: Simulationen/virtuelle Welten Cloud-Dienste, z.B. Datenspeicherung im Internet Videokonferenzen, Skype Soziale Netzwerke, z.B. Facebook, XING Wikis Blogs Online-Foren Podcasts Folgende Medienformate lassen sich dabei als Web 2.0-Formate im Arbeitsprozess zusammen fassen: Simulationen/virtuelle Welten, Cloud-Dienste (z.B. Datenspeicherung im Internet), Vi deokonferenzen oder Skype, Soziale Netzwerke, Wikis, Blogs, Online-Foren und Podcasts. Die folgende Übersicht zu den Medien in der Aus- und Weiterbildung unterscheidet nach klas sischen (nicht-digitalen) und digitalen Formaten. Übersicht 4 Liste der abgefragten Medien und Medienformate in der Aus- und Weiterbildung Klassische Medienformate: Lehrbücher, Fachbücher Schriftliche Unterlagen, Handouts Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit Referat, Vortrag Präsenzunterricht im Betrieb Digitale Medienformate: Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training Fachspezifische Software Software zur Prüfung von Lernerfolgen Lernplattformen Videos Virtuelle Klassenzimmer Serious Games, also Lernspiele MOOCs, also Massive Open Online Courses Videokonferenzen, Skype Simulationen/virtuelle Welten Wikis Blogs Online-Foren Podcasts 4 Begriffsbestimmung: Was sind digitale Geräte und digitale Medien? WDP 177 23
einem knappen Viertel der Betriebe, die Smartphones einsetzen, ist die Nutzung an bestimmte Funktionen gebunden. An bestimmte Funktionen ist die Nutzung dabei am häufigsten bei den MDE-Geräten gebun den (48% aller Betriebe, die MDE-Geräte einsetzen). Dies hängt vermutlich mit den Aufgaben, die mit diesem Gerät verrichtet werden, zusammen, z.B. der Registrierung von Waren im Lager oder bei einer Inventur, die nur von bestimmten Mitarbeitergruppen übernommen werden. Die Nutzung von Tablets ist dagegen am häufigsten an die Führungsebene gebunden (41% aller Betriebe, die Tablets einsetzen). Bei den anderen digitalen Geräten hält sich die Nutzung durch die gesamte Belegschaft, nur durch Beschäftigte in bestimmten Funktionen oder nur auf der Führungsebene in etwa die Waage. Dass ein digitales Gerät im Betrieb genutzt wird, gibt demnach noch keinen Aufschluss über die Verbreitung des Gerätes in der Belegschaft. Der Fokus der Untersuchung lag auf der Be triebsebene und nicht auf der Mitarbeiterebene. Die Angabe, dass das Gerät von (fast) allen Be schäftigten genutzt wird, ist ein Hinweis auf den flächendeckenden Einsatz im Betrieb. Werden die Geräte nur von einem Teil der Mitarbeiter/innen genutzt, lässt sich nichts zu dem Verbrei tungsgrad in der Belegschaft sagen, da nicht erhoben wurde, wie hoch der jeweilige Nutzeran teil der Geräte ist. 5.1.3 Nutzungshäufigkeit von digitalen Geräten Auch bei der Nutzungshäufigkeit liegt der Desktop-PC vorn, er wird im Grunde täglich genutzt. Ähnliches gilt für das Smartphone. Nutzungsintensive Branchen sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur, die Finanz- und Ver sicherungsdienstleistungen sowie die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen. Abbildung 7 Anteile der Nutzergruppen von digitalen Geräten im Arbeitsprozess – in %* 0 20406080100 18 29 31 14 41 12 32 31 35 23 33 21 23 31 28 31 48 28 29 28 35 27 60 48 39 58 28 41 41 41 37 42 40 Datenbrille Wearables Head-Mounted Display Datenuhr 3-D-Drucker MDE-Geräte Tablet Scanner Laptop mit Internetzugang Smartphone Desktop-PC mit Internetzugang Alle Mitarbeiter In bestimmten Funktionen Nur auf der Führungsebene % Basis: Betriebe, die das jeweilige digitale Gerät nutzen (n=51 bis 2.878 – je nach Gerät) *Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 30 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Betriebe, die das jeweilige digitale Gerät nutzen, wurden gefragt, wie häufig die Mitarbeiter/ innen im Durchschnitt das Gerät verwenden. Erhoben wurde, ob das Gerät in der Regel täglich (=1), mehrmals die Woche (=2) oder seltener bzw. ausnahmsweise (=3) genutzt wird. Es zeigt sich: Alle digitalen Geräte werden im Durchschnitt mehrmals die Woche von den Beschäftigten, die sie nutzen, eingesetzt. Betrachtet man die Mittelwerte der Nutzungshäufigkeit, so zeigt sich die häufigste Nutzung bei Desktop-PCs und Smartphones. Beide Geräte werden in der Regel täg lich verwendet. Beinahe ebenso häufig werden Laptops eingesetzt. An vierter Stelle der Nut zungshäufigkeit liegen Scanner, gefolgt von Tablets, Datenuhren, 3-D-Druckern sowie MDE-Ge räten. Etwas weniger häufig werden die Neuentwicklungen Wearables, Head-Mounted Displays und Datenbrillen verwendet. Die folgende Tabelle 4 gibt einen Überblick über die Mittelwerte der Nutzungshäufigkeit. Tabelle 4 Nutzungshäufigkeit digitaler Geräte im Arbeitsprozess – Mittelwerte Basis: Betriebe, die Gerät nutzen Mittelwert Desktop-PC mit Internetzugang 1,11 Smartphone 1,15 Laptop mit Internetzugang 1,32 Scanner 1,51 Tablet 1,52 Datenuhr 1,55 3-D-Drucker 1,56 MDE-Geräte, also Geräte für die mobile Datenerfassung 1,58 Wearables 1,71 Head-Mounted Display 1,78 Datenbrille 1,87 Basis: Betriebe, die jeweiliges Gerät nutzen (n=37 bis 2.874) (Skala: 1 = täglich, 2 = mehrmals die Woche, 3 = seltener bzw. ausnahmsweise) Digitale Geräte werden in größeren Betrieben häufiger eingesetzt als in kleineren Betrieben. Nach Branchen betrachtet werden viele digitale Geräte überdurchschnittlich häufig von Betrie ben aus der Finanz- und Versicherungsdienstleistung, den Übrigen Unternehmensnahen Dienst leistungen sowie aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur genutzt. Die folgenden zwei Abbildungen (Abbildung 8 und 9) zeigen die Unterschiede in der Nut zungshäufigkeit der vier internetfähigen digitalen Geräte nach Branchen. Zunächst wird die Nutzung von Desktop-PC und Laptop mit Internetzugang, also zwei Geräten, die in der individu ellen Nutzung eher alternativ als komplementär sind, nach Branchen und Größenklasse darge stellt. Die Sortierung nach Branchen erfolgte dabei nach den Nutzeranteilen der internetfähigen Geräte, wie sie in Abbildung 5 dargestellt sind. 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess WDP 177 31
Abbildung 8 Nutzungshäufigkeit von PC und Laptop im Arbeitsprozess nach Branchen und Betriebsgrößenklas sen – Mittelwerte 321 Desktop-PC Alle Betriebe 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Beherbergung und Gastronomie Übrige Personennahe Dienstleistungen Groß- und Einzelhandel Baugewerbe Übriges Verarbeitendes Gewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Öffentlicher Dienst Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur 1,05 1,04 1,03 1,02 1,11 1,1 1,15 1,08 1,29 1,43 1,13 1,02 1,01 1,01 1,11 321 Laptop 1,17 1,15 1,55 1,25 1,35 1,3 1,32 1,39 1,42 1,44 1,34 1,29 1,19 1,12 1,32 selten täglich selten täglich Basis: Betriebe, die PC (n=2.874) und Laptop (n=2.526) nutzen Überdurchschnittliche Häufigkeit von beiden Geräten zeigt sich in den drei Branchen Finanz- und Versicherungsdienstleistung, Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen und Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur. Diese sind bereits als häufige Nutzer von digitalen Geräten insgesamt aufgefallen. Häufiger als im Durchschnitt wird der Desktop-PC darüber hinaus auch noch im Öffentlichen Dienst und im Groß- und Einzelhandel genutzt, der Laptop dagegen wird dort unterdurchschnittlich häufig eingesetzt. Bei der Nutzung von Smartphone und Tablet, zwei Geräten, die vor allem für den mobilen Einsatz geeignet sind, fallen neben den drei bereits als nutzungsintensiv bekannten Branchen (Finanz- und Versicherungsdienstleistung, Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen und Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur) das Übrige Verarbeitende Gewerbe und das Bau gewerbe mit häufigerer Nutzung auf. Dies lässt sich aufgrund der dort anfallenden Arbeit, die häufig an verschiedenen Einsatzorten und damit mobil stattfindet, unmittelbar erklären. In den Branchen Beherbergung und Gastronomie und in den Übrigen Personennahen Dienst leistungen werden alle vier internetfähigen Geräte seltener als im Durchschnitt genutzt. Be trachtet man die Größe des Betriebes, steigt die Nutzungshäufigkeit dieser vier Geräte mit zu nehmender Betriebsgröße. Bezogen auf alle digitalen Geräte zeigen auch Betriebe, die sich selbst als besonders innovativ einschätzen, eine überdurchschnittlich häufige Nutzung von digitalen Geräten. Seltener als im 32 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Durchschnitt werden digitale Geräte dagegen in traditionellen Betrieben verwendet.8 Keine nen nenswerten Unterschiede ergeben sich nach den Regionen. Abbildung 9 Nutzungshäufigkeit von Smartphone und Tablet im Arbeitsprozess nach Branchen und Betriebs größenklassen – Mittelwerte 321 Tablet Alle Betriebe 250+ Beschäftigte 50-249 Beschäftigte 20-49 Beschäftigte 1-19 Beschäftigte Beherbergung und Gastronomie Übrige Personennahe Dienstleistungen Groß- und Einzelhandel Baugewerbe Übriges Verarbeitendes Gewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Öffentlicher Dienst Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur 1,4 1,41 1,69 1,54 1,48 1,45 1,51 1,46 1,71 1,61 1,53 1,5 1,43 1,25 1,52 321 Smartphone 1,12 1,1 1,16 1,08 1,35 1,08 1,07 1,2 1,3 1,27 1,16 1,12 1,11 1,1 1,15 selten täglichselten täglich Basis: Betriebe, die Tablet (n=1.582) und Smartphone (n=2.423) nutzen 5.1.4 Zweck der digitalen Geräte heute Der wichtigste Einsatzzweck der weit verbreiteten digitalen Geräte – darunter werden in erster Linie Desktop-PCs und Laptops verstanden – liegt derzeit in der Informationsbeschaffung und Kommunikation und Kooperation außerhalb des Betriebs. Für welchen Zweck, also bei welchen Tätigkeiten, sind digitale Geräte derzeit in bundesdeut schen Betrieben wichtig? Dies wurde für verschiedene Aufgaben anhand einer 4er-Skala von „1“ für „sehr wichtig“ bis „4“ für „unwichtig“ erhoben. Bezugspunkt sind dabei die digitalen Geräte, die derzeit hauptsächlich in den Betrieben genutzt werden. Wie aus den vorherigen Kapiteln hervorgeht, sind es Desktop-PCs und Laptops, die am stärksten in den Betrieben verbreitet sind. Damit dürfte die Mehrheit der betrieblichen Interviewpartner bei der Frage, für welche Tätigkei ten digitale Geräte besonders wichtig sind, in erster Linie an Desktop-PCs und Laptops gedacht 8Auswertungen nach Teilgruppen sind für die Geräte „Datenuhr“, „Head-Mounted Display“, „Wearables“ und „Datenbrille“ aufgrund der geringen Fallzahl nicht möglich. 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess WDP 177 33
haben. Die folgende Grafik gibt für die Betriebe, in denen die jeweilige Tätigkeit anfällt, einen Überblick darüber, wie wichtig derzeit digitale Geräte dafür sind. Abbildung 10 Derzeitige Wichtigkeit digitaler Geräte bei Tätigkeiten im Betrieb – Durchschnittswerte 4321 Entwicklung und Design von Produkten Durchführung o. Steuerung v. Maschinen o. Arbeitsprozessen Qualitätskontrolle Interne Kommunikation und Kooperation Verkauf Ihrer Waren und Produkte Planung, Organisation und Controlling Bestellung von Waren und Dienstleistungen Dokumentation der eigenen Arbeit Erstellung von Konzepten, Angeboten und Präsentationen Externe Kommunikation und Kooperation Informationsbeschaffung 1,4 1,45 1,64 1,64 1,73 1,81 1,84 1,95 2,14 2,33 2,48 unwichtig sehr wichtig Basis: Betriebe, in denen die jeweilige Tätigkeit ausgeübt wird (n=432 bis 2.875 – je nach Tätigkeit) Bei einer Betrachtung der derzeitigen Wichtigkeit von digitalen Geräten bei betrieblichen Tätig keiten steht die „Informationsbeschaffung“ an erster Stelle (Mittelwert von 1,40). Beinahe ebenso wichtig sind digitale Geräte bei der „Externen Kommunikation und Kooperation“. Beide Tätigkeiten werden in so gut wie allen Betrieben ausgeübt, und zu ihrer Ausübung sind digitale Geräte sehr wichtig. Bei der „Internen Kommunikation und Kooperation“ spielen digitale Geräte dagegen eine deutlich geringere Rolle. Diese Tätigkeit ist lediglich auf Rang acht von zwölf in der derzeitigen Wichtigkeit (1,95), wobei sich nennenswerte Unterschiede nach Betriebsgrö ßenklasse zeigen. Während in Kleinbetrieben die durchschnittliche Wichtigkeit mit 2,04 bewer tet wird – dort erfolgt die interne Kommunikation offensichtlich eher persönlich-mündlich –, liegt diese in Großbetrieben bei 1,17 und wird damit als etwas wichtiger eingeschätzt als der Stellenwert digitaler Geräte für die externe Kommunikation (Mittelwert von 1,20). Auf dem dritten Rang hinsichtlich der Wichtigkeit liegen die „Erstellung von Konzepten, An geboten und Präsentationen“ sowie die „Dokumentation der eigenen Arbeit“. Im mittleren Be reich der Rangreihe finden sich die Tätigkeiten „Bestellung von Waren und Dienstleistungen“, „Planung, Organisation und Controlling“, „Verkauf Ihrer Waren und Produkte“ sowie – wie be reits genannt – „Interne Kommunikation und Kooperation“. Die geringste Relevanz haben digitale Geräte derzeit bei der „Qualitätskontrolle“, der „Durch führung oder Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen“ und bei „Entwicklung und Design von Produkten“. Sowohl der Anteil an Betrieben, in denen diese Tätigkeiten ausgeübt werden, ist hier – bis auf den Aspekt der Qualitätskontrolle – am niedrigsten als auch der durch schnittliche Wert der Wichtigkeit, den digitale Geräte bei der Ausübung dieser drei Tätigkeiten spielen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in Betrie ben vorrangig auf Informationsbeschaffung und -austausch beziehen. 34 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Mit zunehmender Betriebsgröße spielen bei allen betrieblichen Tätigkeiten digitale Geräte eine wichtigere Rolle. Dasselbe gilt, wenn man den Innovationsgrad der Betriebe betrachtet. In novative Betriebe geben für alle Tätigkeiten eine höhere Wichtigkeit der digitalen Geräte an als die zeitgemäßen Betriebe, und diese wiederum geben eine höhere Relevanz an als die traditio nellen Betriebe. Eine Auswertung nach Branchen zeigt, dass die Relevanz digitaler Geräte für nahezu alle Tä tigkeiten in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und den Übrigen Unternehmensna hen Dienstleistungen überdurchschnittlich hoch ist. Daneben haben im Öffentlichen Dienst so wie im Übrigen Verarbeitenden Gewerbe die digitalen Geräte in mehreren Tätigkeitsfeldern eine höhere Bedeutung als im Durchschnitt aller Betriebe. Für den Öffentlichen Dienst gilt dies insbesondere für Tätigkeiten rund um Information und Kommunikation (Wissensmanagement). Beim Übrigen Verarbeitenden Gewerbe spielen digitale Geräte eine deutlich wichtigere Rolle bei der Erstellung von Konzepten und Angeboten, bei der Durchführung oder Steuerung von Ma schinen oder Arbeitsprozessen sowie bei der Produktentwicklung als in den übrigen Branchen. Dies gilt insbesondere für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie für Betriebe aus der Metallerzeugung und -bearbeitung. Branchen, in denen die digitalen Geräte bei den meisten Tätigkeiten eine unterdurchschnittli che Rolle spielen, sind Beherbergung und Gastronomie, die Übrigen Personennahen Dienstleis tungen sowie der Groß- und Einzelhandel. Ausnahme ist die „Bestellung von Waren und Dienst leistungen“ im Handel, hier haben digitale Geräte eine sehr hohe Bedeutung. Lediglich im „Fahrzeug- und Maschinenbau, Kfz-Reparatur“ wird die Wichtigkeit bei dieser Tätigkeit noch höher eingeschätzt (1,39). Eine Übersicht mit den Durchschnittswerten zur derzeitigen Wichtig keit von digitalen Geräten bei den verschiedenen betrieblichen Tätigkeiten nach Betriebsgrö ßenklassen, Innovationsindex, Region und Branchen findet sich im Tabellenanhang in den Ta bellen A1 und A2. Die Betriebe wurden gefragt, ob es weitere Tätigkeiten im Betrieb gibt, bei denen typischer weise digitale Geräte genutzt werden. Lediglich jeder zehnte Betrieb nannte hier eine Tätigkeit, wobei viele der genannten Tätigkeiten einer der vorgegebenen Kategorien zuzuordnen sind. Weitere Tätigkeitsfelder, die von einzelnen Betrieben als typisch für den Einsatz von digitalen Geräten genannt wurden, waren die Diagnostik im Gesundheitssektor, die Durchführung von Messungen oder der Einsatz zu Unterrichtszwecken, z.B. zur Vorbereitung, Erstellung von Prä sentationen oder zur zentralen Verteilung von Unterrichtsmaterialien. 5.1.5 Bring your own device (BYOD) – Erlaubnis und Nutzung privater mobiler Geräte für dienstliche Zwecke Eine große Mehrheit der deutschen Betriebe erlaubt ihren Beschäftigten die Nutzung privater mobiler Geräte für dienst liche Zwecke, mehrheitlich ohne Einschränkung. Je größer der Betrieb, desto häufiger sind dabei Restriktionen zu finden. Viele Beschäftigte verfügen privat über mobile Geräte wie Laptops, Tablets oder Smartphones, die prinzipiell auch für dienstliche Zwecke eingesetzt werden können. Wie viele Betriebe grund sätzlich BYOD erlauben und in welchem Umfang private Geräte genutzt werden, wurde eben falls im Rahmen der Studie ermittelt. Drei von vier Betrieben erlauben ihren Mitarbeitenden die dienstliche Nutzung von privaten mobilen Geräten. Gut die Hälfte der Betriebe gesteht ihren Beschäftigten dabei grundsätzlich die Nutzung zu, bei jedem fünften Betrieb ist die Nutzung privater Geräte nur eingeschränkt erlaubt und z.B. durch Richtlinien geregelt. In knapp jedem vierten Betrieb ist die Nutzung privater mo 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess WDP 177 35
biler Geräte für dienstliche Zwecke untersagt. Dieser Anteil ist umso höher, je größer der Betrieb ist. Während lediglich knapp jeder fünfte Kleinbetrieb die Nutzung nicht erlaubt, sind es unter den Großbetrieben deutlich mehr als die Hälfte (57%). Für den Fall, dass die Nutzung nicht grundsätzlich untersagt ist, ist sie in größeren Betrieben auch häufiger mit Einschränkungen verbunden, während Kleinbetriebe der Nutzung privater Geräte überwiegend eine grundsätzli che Erlaubnis erteilen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Anteil der Betriebe nach Größenklassen, die die Nutzung privater Geräte zu dienstlichen Zwecken erlauben. Tabelle 5 Erlaubnis zur dienstlichen Nutzung privater mobiler Geräte – in % BYOD-Erlaubnis Nutzung privater Geräte ist grundsätzlich erlaubt eingeschränkt erlaubt untersagt Keine Angabe 1–19 Beschäftigte 59 18 19 4 20–49 Beschäftigte 40 30 29 1 50–249 Beschäftigte 26 30 41 2 250+ Beschäftigte 12 31 57 0 Alle Größenklassen 55 20 21 4 Basis: Alle Betriebe (n=3.006) Der Grund dafür, dass Großbetriebe häufiger als kleinere Betriebe die dienstliche Nutzung priva ter mobiler Geräte untersagen, dürfte in der flächendeckenderen Ausstattung an digitalen Gerä ten in größeren Betrieben liegen (vgl. hierzu Abschnitt 5.1.1). Damit ergibt sich in größeren Betrieben seltener die Notwendigkeit, dass Mitarbeiter/innen auf private mobile Geräte zurück greifen müssen. Zudem dürften Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit in Großbe trieben eher im Fokus stehen und stärker formalisiert geregelt sein als in Kleinbetrieben. Überdurchschnittlich viele Betriebe aus dem Baugewerbe, den Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen sowie aus dem Öffentlichen Dienst lassen grundsätzlich die Nutzung von priva ten mobilen Geräten zu. Dies hängt beim Baugewerbe vermutlich mit dem häufigen Außen diensteinsatz der Mitarbeiter/innen zusammen, die auf der Baustelle oder vor Ort beim Kunden unterwegs sind. Dagegen ist im Gesundheits- und Sozialwesen der Anteil an Betrieben, die die Nutzung untersagen, höher als im Durchschnitt. Grund hierfür könnten Reglementierungen sein, die es aufgrund des Umgangs mit sensiblen personenbezogenen Daten in dieser Branche häufiger gibt. Die allermeisten Betriebe, die die Nutzung privater mobiler Geräte untersagen, planen auch nicht, dies zu ändern. Lediglich zwei Prozent dieser Betriebe plant die Nutzung von Privatgerä ten zu dienstlichen Zwecken, in weiteren vier Prozent der Betriebe findet aktuell eine Diskussion zu diesem Thema statt. Dass so wenige Betriebe die dienstliche Nutzung von Privatgeräten dis kutieren, liegt vermutlich auch daran, dass das Verbot aus Gründen der Datensicherheit besteht. In gut acht von zehn Betrieben, die die Nutzung privater Geräte zulassen, nutzen die Mitarbei ter/innen diese Möglichkeit. In knapp der Hälfte der Betriebe mit Nutzungserlaubnis tun dies alle Mitarbeiter/innen und in gut einem Drittel der Betriebe nur ein Teil der Belegschaft. Dabei zeigen sich ähnliche Unterschiede in den Anteilen nach Betriebsgrößenklassen wie bei den An teilen an Betrieben, die eine Nutzungserlaubnis erteilen. In der Gruppe der größeren Betriebe ist der Anteil der Betriebe, in denen lediglich ein Teil der Mitarbeiter/innen Privatgeräte für Dienst 36 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
zwecke nutzt, höher als in der Gruppe der kleineren Betriebe. Während in knapp der Hälfte der Kleinbetriebe mit Nutzungserlaubnis alle Mitarbeiter/innen private Geräte nutzen, sind es bei den Großbetrieben lediglich 13 Prozent. Dies überrascht allerdings nicht, da die Wahrscheinlich keit, dass in einem kleineren Betrieb alle Beschäftigten ihre privaten Geräte auch dienstlich nut zen, höher ist als in einem Betrieb mit vielen Beschäftigten, von denen u.U. ein Teil auch noch mit dienstlichen Geräten ausgestattet ist. In drei Vierteln der Großbetriebe, in denen BYOD überhaupt praktiziert wird, nutzt nur ein Teil der Mitarbeiter/innen private Geräte, dagegen ist dies nur in jedem dritten Kleinbetrieb mit Nutzungserlaubnis der Fall. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Nutzung von BYOD nach Branchen. Tabelle 6 Erlaubnis und dienstliche Nutzung privater mobiler Geräte nach Branchen – in % Nutzung von BYOD Betriebe mit Erlaubnis Nutzung in Betrieben mit Erlaubnis Alle Mitarbeiter Teil der Mitarbeiter Keine Nutzung Keine Angabe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur 73 34 49 17 1 Übriges Verarbeitendes Gewerbe 74 42 38 20 0 Baugewerbe 83 46 37 16 1 Groß- und Einzelhandel 74 48 30 21 1 Beherbergung und Gastronomie 72 32 46 22 - Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 76 46 40 14 - Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen 78 56 28 17 0 Gesundheits- und Sozialwesen 66 41 31 28 - Übrige Personennahe Dienstleistungen 73 47 37 15 1 Öffentlicher Dienst 78 30 64 6 - Gesamt 75 46 35 19 0 Basis: Alle Betriebe (n=3.006) 5.1.6 Digitale Medien im Arbeitsprozess Das am stärksten verbreitete und im Grunde täglich genutzte Format unter den digitalen Medienformaten im alltägli chen Arbeitsprozess ist die gängige Bürosoftware zur Arbeitsorganisation mit Programmen wie Outlook, Word, Excel und Ähnlichem. Mit Ausnahme von Sozialen Netzwerken werden die meisten Web 2.0-Formate nur von wenigen Betrieben genutzt. Die Nutzung hängt dabei stark mit der Größe des Betriebes zusammen. Neben dem Einsatz von digitalen Geräten wurde auch ermittelt, welche digitalen Medien und Medienformate die Betriebe im alltäglichen Arbeitsprozess einsetzen. Hierfür wurde den Betrie ben eine Liste mit fünfzehn Medienformaten vorgelegt. Sie sollten angeben, ob diese in der Regel täglich, häufig, also mehrmals die Woche, selten, also eher ausnahmsweise, oder nie ein gesetzt werden. Die folgende Tabelle 7 gibt zunächst einen Überblick, welche digitalen Medien formate in Betrieben in Deutschland im Arbeitsalltag genutzt werden. Web 2.0-Formate sind da bei farblich etwas heller markiert. 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess WDP 177 37
Am stärksten verbreitet ist Software für die Arbeitsorganisation, z.B. Outlook, Word, Excel oder vergleichbare Programme (vgl. Tabelle 7). Lediglich acht Prozent der Betriebe nutzen dies nicht. An zweiter Stelle stehen Informationsangebote im Internet, die acht von zehn Betrieben nutzen. Ebenfalls stark verbreitet ist Software für die Bestellung von Waren und Dienstleistun gen, die in 70 Prozent der Betriebe eingesetzt wird. In mehr als der Hälfte der Betriebe gehört Software für die Warenwirtschaft zum Arbeitsalltag. Nicht ganz so stark verbreitet ist Software zur Prüfung oder Verbesserung von Arbeitsprozessen oder Arbeitswerkzeugen bzw. zur Steue rung von Maschinen oder Arbeitsprozessen (41% bzw. 40% Nutzungsanteil). Die Web 2.0-Formate wie Soziale Netzwerke, Cloud-Dienste, Videokonferenzen/Skype, On line-Foren, Wikis, Blogs, Simulationen/virtuelle Welten oder Podcasts sind im betrieblichen Ar beitsprozess unterschiedlich stark verbreitet. Bei Web 2.0-Formaten werden Soziale Netzwerke mit Abstand am häufigsten verwendet (44%). Bereits deutlich seltener werden Cloud-Dienste und Videokonferenzen oder Skype genutzt (29% bzw. 27%). Lediglich jeder vierte Betrieb nutzt Online-Foren, Wikis setzt jeder fünfte Betrieb ein. Blogs und Podcasts sind am seltensten (17% bzw. 12% Nutzungsanteile). Damit zeigt sich ein deutlicher Unterschied in den Nutzungs anteilen zwischen gängigen Softwareprogrammen – wie Office-Paketen oder anderer Büro-Stan dardsoftware – und Informationsangeboten im Internet und den neuen interaktiven Web 2.0- Formaten. Tabelle 7 Derzeitige Nutzung digitaler Medien/Medienformate im Arbeitsprozess – in % Nutzung digitaler Medien/Medienformate im Arbeitsprozess Nutzung Keine Nutzung Keine Angabe Software für Arbeitsorganisation, z.B. Outlook, Word, Excel etc. 92 8 0 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 79 20 1 Software für die interne/externe Bestellung von Waren und Dienstleistungen 70 29 1 Software für die Warenwirtschaft 54 44 2 Soziale Netzwerke, z.B. Facebook, XING 44 54 2 Software zur Prüfung oder Verbesserung von Arbeitsprozessen oder Arbeitswerkzeugen 41 58 2 Software zur Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen 40 57 2 Intranet 35 63 2 Cloud-Dienste, z.B. Datenspeicherung im Internet 29 69 2 Videokonferenzen, Skype 27 72 2 Online-Foren 25 73 2 Wikis 20 77 3 Blogs 17 80 3 Simulationen/virtuelle Welten 13 84 3 Podcasts 12 85 3 Basis: Alle Betriebe (n=3.006) Fasst man die acht Web 2.0-Medienformate zusammen, ergibt sich ein Anteil von 60 Prozent aller Betriebe, die mindestens eines davon nutzen. Dabei zeigen sich ähnliche Unterschiede zwischen den Branchen wie bei der Nutzung digitaler Geräte. Am stärksten verbreitet sind Web 2.0-Formate im Finanz- und Versicherungswesen, den Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen und im Öffentlichen Dienst. Dies dürfte daran liegen, dass in diesen Branchen Bürotätigkeiten überwiegen. Überraschend ist, dass auch unter den Übrigen Personennahen 38 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Dienstleitungen überdurchschnittlich viele Betriebe Web 2.0-Formate nutzen. Dies liegt vor al lem an einer häufigeren Nutzung von Sozialen Netzwerken und Online-Foren in diesem Bereich. Seltener werden die interaktiven Medienformate dagegen in den Branchen Beherbergung und Gastronomie, Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe genutzt. Nach Regionen betrachtet gibt es insbesondere in Westdeutschland einen höheren Anteil an Betrieben, die mindestens ein Web 2.0-Format im Arbeitsprozess nutzen. Die stärkere Verbrei tung ist dabei bei allen Web 2.0-Formaten zu finden. In Ost- und Norddeutschland ist der Web 2.0-Nutzeranteil am niedrigsten. Dies lässt sich zum Teil durch die Betriebsstruktur in den Regionen erklären. So gibt es im Osten Deutschlands einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kleinbetrieben, im Westen an Großbetrieben. Abbildung 11 Anteil der Nutzung von mindestens einem Web 2.0-Format im Arbeitsprozess nach Branchen, Be triebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 77 % 71 70 68 61 60 57 52 51 41 58 67 82 91 56 68 59 53 60 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Baugewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Beherbergung und Gastronomie Groß- und Einzelhandel Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übriges Verarbeitendes Gewerbe Übrige Personennahe Dienstleistungen Öffentlicher Dienst Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Basis: Alle Betriebe (n=3.006) Deutliche Unterschiede bei den Anteilen an Betrieben, die Web 2.0-Formate nutzen, zeigen sich auch nach der Betriebsgröße. Je größer die Betriebe sind, desto höher ist der Anteil an Betrie ben, die solche Formate nutzen. Wie sich die Nutzung bei den einzelnen Formaten nach Betriebsgrößenklasse darstellt, zeigt die folgende Abbildung. 5.1 Digitale Geräte und Medien im Arbeitsprozess WDP 177 39
Die folgenden zwei Abbildungen geben einen Überblick über den Anteil an Ausbildungsbetrie ben mit mindestens einem internetfähigen Gerät sowie mit mindestens einer technologischen Neuentwicklung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen, Regionen und Ausbildungsrichtungen. Abbildung 14 Derzeitige Nutzung von Geräten mit Internetzugang* in der betrieblichen Ausbildung nach Bran chen, Betriebsgrößenklassen, Regionen und Ausbildungsrichtungen – in % 0 20406080100 100 100 92 88 87 87 85 75 74 72 85 84 91 92 88 87 86 82 78 95 85 86 Gesamtsumme pflegerisch-sozial kaufmännisch-verwaltend gewerblich-technisch Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Baugewerbe Beherbergung und Gastronomie Übriges Verarbeitendes Gewerbe Übrige Personennahe Dienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Groß- und Einzelhandel Gesundheits- und Sozialwesen Öffentlicher Dienst Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) * Desktop-PC mit Internetzugang, Laptop mit Internetzugang, Smartphone oder Tablet Für die anderen digitalen Geräte lassen sich folgende Unterschiede festhalten: In mittelgroßen Betrieben mit 50–249 Mitarbeiter/inne/n sind Scanner deutlich überdurchschnittlich verbreitet (67% vs. 52%). MDE-Geräte spielen in Kleinbetrieben mit unter 20 Beschäftigten eine nachran gige Rolle (9% Nutzung), während sie in Betriebsgrößenklassen mit 20 und mehr Mitarbeiten den Nutzungsanteile von 20 Prozent bis 23 Prozent haben. MDE-Geräte werden besonders häu fig im Groß- und Einzelhandel verwendet. Hier verwendet jeder dritte Ausbildungsbetrieb ein solches Gerät im Rahmen der betrieblichen Ausbildung, während es im Durchschnitt lediglich 13 Prozent sind. 46 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Deutliche Unterschiede bei der Nutzung digitaler Geräte gibt es auch hinsichtlich der Ausbil dungsrichtungen. In den kaufmännisch-verwaltenden Ausbildungsberufen ist die Nutzung von Desktop-PC, Scanner und Laptop am stärksten verbreitet. Hier werden überwiegend klassische Bürotätigkeiten verrichtet, die dieses Ergebnis erklären. Auch in pflegerisch-sozialen Berufen spielen diese Geräte eine starke Rolle, während sie in gewerblich-technischen Ausbildungen deutlich seltener vorkommen. Offenbar fallen in gewerblich-technischen Berufen weniger Büro- und Verwaltungsaufgaben für die Auszubildenden an als in kaufmännisch-verwaltenden, sodass seltener Geräte wie Desktop-PCs, Laptops oder Scanner benötigt werden. Dagegen werden in gewerblich-technischen Ausbildungen Smartphones häufiger als bei anderen Ausbildungsrich tungen eingesetzt. Dies dürfte mit den wechselnden Einsatzorten zu tun haben, die in gewerb lich-technischen Berufen häufiger vorkommen als bei Bürotätigkeiten. Abbildung 15 Derzeitige Nutzung von digitalen Neuentwicklungen* in der betrieblichen Ausbildung nach Bran chen, Betriebsgrößenklassen, Regionen und Ausbildungsrichtungen – in % 012345 4,7 2,9 1,6 1,8 4,4 3,6 0,6 4 2,3 2 2,7 4,3 2,6 2 3 3,2 2,8 2,8 2,6 3,3 3,8 3 Gesamtsumme pflegerisch-sozial kaufmännisch-verwaltend gewerblich-technisch Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50-249 Beschäftigte 20-49 Beschäftigte 1-19 Beschäftigte Baugewerbe Beherbergung und Gastronomie Übriges Verarbeitendes Gewerbe Übrige Personennahe Dienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Groß- und Einzelhandel Gesundheits- und Sozialwesen Öffentlicher Dienst Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) * Datenuhren, Head-Mounted Displays, Wearables oder Datenbrillen 5.3 Digitale Geräte und digitale Medien in der Ausbildung WDP 177 47
In einer offenen Nachfrage, ob weitere digitale Geräte bei der Ausbildung genutzt werden, nannten die Befragten z.B. Beamer, digitale Kameras, Smartboards und digitale Messgeräte (z.B. Digitalwaage). Betrachtet man die Nutzung digitaler Geräte im Rahmen der Ausbildung nach Betriebsgrö ßenklassen, ergibt sich kein einheitliches Bild. Während die gängigeren Geräte Desktop-PC und Laptop mit Internetzugang am stärksten in Großbetrieben ab 250 Mitarbeiter/inne/n (91% bzw. 58%) verbreitet sind, werden technologisch innovative und bislang weniger verbreitete di gitale Geräte wie Datenuhr, Datenbrille, Head-Mounted-Display und Wearables am häufigsten von mittelgroßen Betrieben mit 20–49 Beschäftigten genutzt. Insgesamt ist der Anteil an Ausbil dungsbetrieben, die mindestens eine dieser Neuentwicklungen der letzten Jahre im Rahmen der Ausbildung einsetzen, mit drei Prozent sehr gering – jedoch war der Anteil unter allen Betrieben mit vier Prozent (vgl. Abschnitt 5.1.1) auch nicht nennenswert höher. Die technologischen Neu entwicklungen werden in den Branchen des Übrigen Verarbeitenden Gewerbes sowie der Fi nanz- und Versicherungsdienstleistungen überdurchschnittlich häufig genutzt. Dagegen geht die Nutzung von solchen Geräten bei den Übrigen Personennahen Dienstleistungen und im Öf fentlichen Dienst gegen null. 5.3.2 Digitale Medien in der Ausbildung im Betrieb Nach wie vor sind klassische, nicht-digitale Medienformate in den Augen der Ausbildungsbetriebe für die betriebliche Qualifizierung am wichtigsten. Erst an fünfter Stelle der Rangfolge steht mit fachspezifischer Software ein digitales For mat. Die Betriebe wurden zudem um ihre Bewertung gebeten, wie wichtig verschiedene Medien bzw. Medienformate in der beruflichen Ausbildung im Betrieb derzeit sind. Insgesamt wurden zwan zig Medienformate bewertet, darunter fünf klassische, nicht-digitale Formate, wie Lehrbücher oder Präsenzunterricht, und fünfzehn neue, digitale Lernformate, wie Web Based Training (WBT) oder Serious Games. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, wie die derzeitige Wich tigkeit der Medienformate auf einer Skala von 1 für „sehr wichtig“ bis 4 für „unwichtig“ in Aus bildungsbetrieben eingestuft wird. Zur leichteren Unterscheidung sind die klassischen, nicht-di gitalen Formate farblich von den digitalen Formaten abgehoben. Auffällig ist, dass die ersten vier Ränge der wichtigsten Medienformate in der beruflichen Aus bildung von klassischen, nicht-digitalen Medienformaten belegt werden. Als wichtigstes Format wird das klassische Lehr- oder Fachbuch mit einem Durchschnittswert von 1,47 eingestuft, ge folgt von schriftlichen Unterlagen und Handouts. An dritter Stelle folgt die reale Gruppen- oder Teamarbeit, und an vierter Position wird Präsenzunterricht im Betrieb genannt. Alle vier klassi schen Lernformate werden mit Werten unter 2,5 als wichtig bis sehr wichtig eingestuft. Das wichtigste digitale Medienformat ist die fachspezifische Software, die an fünfter Stelle der Rangfolge liegt (Durchschnittswert 2,51), gefolgt von Informationsangeboten im Internet, de nen eine vergleichbare Bedeutung bescheinigt wird. Das fünfte klassische, nicht-digitale Medi enformat „Referat, Vortrag“ liegt auf dem siebten Rang. Lernprogramme (web based trainings oder computer based trainings) werden auf der 4er-Skala mit 2,77 bewertet. Alle elf übrigen di gitalen Medienformate haben Durchschnittswerte von über drei und werden damit derzeit als „eher unwichtig“ in der beruflichen Ausbildung eingestuft. Die Bedeutung vieler dieser Medienformate wird dabei in größeren Betrieben höher einge schätzt als in kleineren: Besonders deutlich fallen diese Unterschiede bei drei der fünf klassi schen, nicht-digitalen Formate aus, nämlich beim Referat oder Vortrag, beim Präsenzunterricht im Betrieb sowie bei der Gruppen- oder Teamarbeit, die in Großbetrieben deutlich wichtiger 48 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
sind. Unter den digitalen Formaten gibt es zwei, die einen deutlich höheren Stellenwert in Groß betrieben als in Kleinbetrieben haben: Software zur Prüfung von Lernerfolgen sowie die fach spezifische Software. Bei den Branchen heben sich wieder vor allem die Finanz- und Versicherungsdienstleistung sowie die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen gegenüber den übrigen Branchen ab. Hier werden viele der genannten digitalen Lernformate als wichtiger eingeschätzt als im Durch schnitt. Dagegen haben im Öffentlichen Dienst, im Baugewerbe und in der Beherbergung und Gastronomie die digitalen Medienformate mehrheitlich eine unterdurchschnittliche Bedeutung in der Ausbildung. Die Unterschiede zwischen den Branchen spiegeln sich auch in der Medienbewertung nach Ausbildungsrichtungen wider. So werden in Betrieben, die im kaufmännisch-verwaltenden Be reich ausbilden, alle digitalen Medienformate wichtiger bewertet als im Durchschnitt. Dagegen spielen bei Ausbildungen im gewerblich-technischen Bereich alle digitalen Lernformate eine un terdurchschnittliche Rolle. In den pflegerisch-sozialen Ausbildungen spielen drei der fünf nichtdigitalen Lernformate die wichtigste Rolle: Lehr- und Fachbücher, schriftliche Unterlagen und Teamarbeit. Abbildung 16 Derzeitige Wichtigkeit digitaler und klassischer Medien in der beruflichen Ausbildung im Betrieb – Durchschnittswerte 4321 Podcasts Blogs Videokonferenzen, Skype MOOCs, also Massive Open Online Courses Serious Games, also Lernspiele Virtuelle Klassenzimmer Online-Foren Wikis Simulationen/virtuelle Welten Software zur Prüfung von Lernerfolgen Videos Lernplattformen Lernprogramme, also WBT oder CBT Referat, Vortrag Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. Fachspezifische Software Präsenzunterricht im Betrieb Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit Schriftliche Unterlagen, Handouts Lehrbücher, Fachbücher 1,47 1,63 2,04 2,28 2,51 2,55 2,7 3,09 3,19 3,55 3,59 3,61 3,68 3,68 3,68 3,71 3,71 3,78 Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) 5.3 Digitale Geräte und digitale Medien in der Ausbildung WDP 177 49
Betrachtet man den Innovationsindex, ergibt sich das bereits gewohnte Bild: Innovative Be triebe schätzen die Bedeutung sowohl der klassischen als auch der digitalen Lernformate höher ein als die zeitgemäßen Betriebe, und diese wiederum höher als die traditionellen Betriebe. Dies gilt durchgängig für alle Medienformate außer den Wikis und den Online-Foren, die von den zeitgemäßen Betrieben als am wichtigsten bewertet werden. Nach Regionen zeigen sich kaum Unterschiede. Eine gewisse Auffälligkeit ergibt sich im Os ten, wo viele Medienformate – sowohl klassische wie digitale – überdurchschnittlich wichtig ein geschätzt werden. Eine Übersicht der Durchschnittswerte zur derzeitigen Wichtigkeit der einzel nen Medienformate nach den Teilgruppen findet sich im Anhang (vgl. Tabelle A5ff.). Nur ein sehr kleiner Teil der Ausbildungsbetriebe (4%) nannte in einer offenen Nachfrage weitere Medienformate, die in der Ausbildung im Betrieb eingesetzt werden. Darunter waren beispielsweise Intranet, betriebsinterne Unterrichtungen durch Fachpersonal, Betriebsbesichti gungen sowie Fachzeitschriften. Dies sind überwiegend nicht-digitale Formate, in denen persön liche Kommunikation eine Rolle spielt. Viele der offenen Nennungen sind Spezifizierungen von bereits in der geschlossenen Abfrage genannten Formaten. 5.3.3 Digitale Medien in der Berufsschule Betriebe verfügen über wenige Informationen zur Nutzung digitaler Medien in der Berufsschule. Nach Angaben der Be triebe werden dort vor allem die gängigen digitalen Lern- und Medienformate genutzt. Mit der Digitalisierung der Berufsausbildung erhofft man sich u.a. eine Verbesserung der Ausbil dungsqualität. So soll durch eine bessere Abstimmung und Zusammenarbeit der an der dualen Berufsausbildung beteiligten Organisationen (Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Aus bildungsstätten) die Lernortkooperation optimiert werden. Durch eine engere Lernortkoopera tion sollen Auszubildende das in der Berufsschule Gelernte besser in ihren Betrieben umsetzen und Bezüge besser herstellen können (Hellriegel u.a. 2015). Eine Möglichkeit der besseren Verzahnung beider Ausbildungsstränge wird im (zunehmenden) Einsatz von digitalen Lern- und Medienformaten sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule gesehen. In der Diskussion um eine Verbesserung der Lernortkooperation können die Informationen zur Nutzung von digitalen Lern- und Medienformaten wichtige Hinweise geben. Neben dem (stationären) Einsatz der digitalen Geräte in den Betrieben spielt insbesondere die mobile Nut zung eine wichtige Rolle, um mithilfe digitaler Lern- und Medienformate die Ausbildung im Be trieb und in der Berufsschule besser aufeinander abzustimmen. Aus diesem Grund wurden die Betriebe gefragt, ob digitale Lern- und Medienformate auch in der Berufsschule bzw. überbe trieblichen Ausbildungsstätte eingesetzt werden. Je häufiger Betriebe darüber Auskunft geben können und je weiter eine solche Nutzung verbreitet ist, umso größer – so die Annahme – ist das Potenzial, durch digitale Lern- und Medienformate Lernortkooperation zu intensivieren und die Ausbildungsqualität zu erhöhen. Informationen über die Nutzung digitaler Medien in der Berufsschule liegen Betrieben häufig nicht in ausreichendem Maße vor. Auch wenn immerhin gut jeder vierte Ausbildungsbetrieb zu allen genannten digitalen Me dien sagen konnte, ob sie in der Berufsschule oder der überbetrieblichen Ausbildungsstätte der zeit genutzt werden oder nicht, war einem Drittel der Ausbildungsbetriebe keine Auskunft zu di gitalen Lern- und Medienformaten möglich. Gut ein Viertel der Betriebe konnte bis zu acht der genannten Formate nennen. Ein größerer Anteil von Ausbildungsbetrieben ist demnach zwar über die Ausbildungssituation bezüglich der Nutzung digitaler Medienformate an der Berufs 50 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
schule relativ gut informiert, aber bei einem doch recht großen Bestand an Betrieben sind Infor mationen hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien in der Berufsschule in diesem Punkt nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Tendenziell scheint das Wissen über die Nutzung von digitalen Lern- und Medienformaten in der Berufsschule bei Kleinbetrieben eher vorhanden zu sein als bei größeren Betrieben (vgl. Ab bildung 17). So liegt der Median bei den Kleinbetrieben um drei Punkte über dem Wert der Großbetriebe. Süd- und norddeutsche Betriebe sind eigenen Angaben zufolge besser über die außerbetriebliche Ausbildungssituation ihrer Auszubildenden informiert als west- und ostdeut sche Betriebe. Bei einer Branchenbetrachtung fallen die Betriebe der Finanz- und Versicherungs dienstleistungen mit einem im Durchschnitt sehr guten Wissensstand über die außerbetriebliche Nutzung von digitalen Lern- und Medienformaten in der Ausbildung positiv auf. Die Beherber gung und Gastronomie ist dagegen durch einen sehr geringen Wissensstand gekennzeichnet. Abbildung 17 Anzahl Lernformate, deren Nutzung in der Berufsschule bzw. überbetrieblichen Ausbildungsstätte im Betrieb bekannt ist, nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – Mittelwert und Median* 0246810 9,4 6 6 4 4 5 3 5 4 12 1 4 3 4 7 6 3 5 6,56 6,54 6,44 6,33 6,13 5,98 5,83 5,76 5,36 6,47 5,76 6,05 5,68 6,3 5,99 6,94 5,66 6,27 Mittelwert Median Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50-249 Beschäftigte 20-49 Beschäftigte 1-19 Beschäftigte Beherbergung und Gastronomie Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Baugewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Übriges Verarbeitendes Gewerbe Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Übrige Personennahe Dienstleistungen Öffentlicher Dienst Groß- und Einzelhandel Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 4 6 Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) *Hohe Werte entsprechen einem Kenntnisstand über viele Formate, niedrige Werte einem Wissensstand über wenige Formate. 5.3 Digitale Geräte und digitale Medien in der Ausbildung WDP 177 51
Abbildung 18 gibt einen Überblick über den außerbetrieblichen Nutzungsgrad von digitalen Lern- und Medienformaten nach Angaben der Betriebe. So werden nach Angaben der Betriebe vor allem übliche digitale Lern- und Medienformate wie die Informationssuche im Netz oder fachspezifische Software genutzt. Web 2.0-Formate dagegen werden eher selten genutzt. Abbildung 18 Nutzungsgrad von digitalen Lern- und Medienformaten in der Berufsschule bzw. überbetriebli chen Ausbildungsstätte nach Angaben der Betriebe – in % 0 20406080100 4 4 4 5 4 4 5 5 5 5 5 5 38 41 43 48 46 52 53 55 53 55 53 58 56 56 14 16 21 22 24 32 33 32 35 33 36 31 35 36 43 39 32 26 25 11 9 8 7 7 6 6 5 3 Podcasts Blogs MOOCs Videokonferenzen, Skype Wikis Virtuelle Klassenzimmer Online-Foren Serious Games Simulationen/virtuelle Welten Software zur Prüfung von Lernerfolgen Lernplattformen Lernprogramme (WBT, CBT) Fachspezifische Software Informationsangebote im Internet 5 5 Wird genutzt Wird nicht genutzt Keine Kenntnis Keine Angabe % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 5.3.4 Mobile Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der Ausbildung Nur gut jeder dritte Betrieb sagt aus, dass digitale Lern- und Medienformate in der Ausbildung auch mobil genutzt wer den. Jugendliche nutzen heute ganz selbstverständlich das Internet, insbesondere die mobile Nut zung von digitalen Medien ist heute allgegenwärtig. Die Möglichkeit, mit digitalen Geräten und über moderne digitale Medienformate in der Ausbildung zu lernen, wird als Chance betrachtet, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung zu steigern und mehr junge Menschen hierfür zu ge winnen. Inwieweit digitale Medien heute bereits in der Berufsausbildung mobil genutzt werden, wird im Folgenden dargestellt. In diesem Zusammenhang wurden die Betriebe gefragt, ob ihre Auszubildenden digitale Me dien- und Lernformate, die in der betrieblichen Ausbildung aktuell genutzt werden, auch mobil nutzen. Mobil meint die Nutzung der Formate außerhalb des Betriebs oder der Berufsschule. Gut 62 Prozent der Betriebe gaben an, dass keines der in der Ausbildung genutzten Formate von ihren Auszubildenden auch mobil genutzt wird. Das mag angesichts der digitalen Vernetzung zu Hause und der intensiven Nutzung von Smartphones überraschen. Umgekehrt bedeutet das 52 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
aber auch, dass gut jeder dritte Betrieb davon ausgeht, dass digitale Lern- und Medienformate durchaus mobil genutzt werden. Unter den in der Ausbildung verwendeten Formaten wird mit einem Anteil von 38 Prozent am häufigsten die mobile Nutzung von Informationsangeboten im Internet genannt. Gut jeder vierte bis fünfte Betrieb gab an, dass die Auszubildenden Wikis, Online-Foren, fachspezifische Software, Software zur Prüfung von Lernerfolgen, Blogs und Lernplattformen (auch) mobil nut zen. Mit einem Anteil von weniger als zehn Prozent nannten relativ wenige Betriebe neue Medi enformate wie etwa Virtuelles Klassenzimmer oder Serious Games. Ob der relativ geringe Grad mobiler Nutzung auf möglicherweise fehlende Medienkompetenz oder IT-Kenntnisse der Auszu bildenden zurückzuführen ist (vgl. ausführlich Abschnitt 7.3), lässt sich an dieser Stelle nicht be antworten. Sicher ist nur, dass der geringe Nutzungsgrad auch damit zusammenhängt, dass eine Nutzung außerhalb des Betriebs oder der Berufsschule für den Erfolg der Ausbildung nicht un bedingt notwendig oder vom Ausbildungsplan vorgegeben ist. Abbildung 19 Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Ausbildung – in % 0 5 10 15 20 25 30 35 40 38 27 26 24 22 21 20 18 12 9 9 9 8 7 Virtuelle Klassenzimmer MOOCs Videokonferenzen, Skype Serious Games Simulationen/virtuelle Welten Podcasts Lernprogramme (WBT, CBT) Lernplattformen Blogs Software zur Prüfung von Lernerfolgen Fachspezifische Software Online-Foren Wikis Informationsangebote im Internet % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe mit digitalen Lern- und Medienformaten in der Ausbildung oder sonstigen digitalen Formaten in der Berufsschule (n = 261 bis 1.225 je nach Format) Bei Kleinbetrieben mit weniger als 20 Beschäftigten sieht man mit einem Anteil von 36 Prozent einen deutlich geringeren Nutzungsgrad als in den übrigen Größenklassen. In der Finanz- und Versicherungsbranche sowie in den Übrigen Personennahen Dienstleistungen und dem Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur wird am häufigsten von einer mobilen Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Ausbildung berichtet, am seltensten von Betrieben aus der Beherbergung und Gastronomie und dem Öffentlichen Dienst (vgl. Abbildung 20). 5.3 Digitale Geräte und digitale Medien in der Ausbildung WDP 177 53
Abbildung 20 Grad mobiler Nutzung digitaler Lern- und Medienformate in der betrieblichen Ausbildung nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 1020304050607080 65 48 43 41 40 35 35 32 30 27 36 44 43 38 29 39 43 39 38 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–149 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Öffentlicher Dienst Beherbergung und Gastronomie Baugewerbe Gesundheits- und Sozialwesen Übriges Verarbeitendes Gewerbe Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Groß- und Einzelhandel Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übrige Personennahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) 5.4 Digitale Medien in der Weiterbildung Wie ist der derzeitige Stellenwert von digitalen Medien und Medienformaten in der betriebli chen Weiterbildung in Betrieben? Um dies zu ermitteln, wurde zunächst erfragt, ob der Betrieb in den letzten zwölf Monaten Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt hat. Sofern teilneh mende Mitarbeiter/innen dabei ganz oder teilweise freigestellt waren, die Maßnahme während der Arbeitszeit stattfand oder die Kosten ganz oder teilweise vom Betrieb getragen wurden, zäh len als Weiterbildungsmaßnahme folgende Formate: ►Interne oder externe Kurse, Seminare oder Lehrgänge und ►andere Formen der Weiterbildung, z.B. Unterweisungen am Arbeitsplatz, Informationsver anstaltungen oder selbstgesteuertes Lernen. 65 Prozent der Betriebe führten in den letzten zwölf Monaten Weiterbildungsmaßnahmen durch. Der Anteil an Betrieben, in denen Weiterbildung in den letzten zwölf Monaten stattge funden hat, steigt mit der Betriebsgröße. Während der Anteil in Kleinbetrieben bei 61 Prozent liegt, sind es in der Betriebsgrößenklasse von 20 bis 49 Beschäftigten bereits 88 Prozent. Unter den Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten liegt der Anteil bei 96 Prozent. Nach Branchen differenziert weist die Branche Beherbergung und Gastronomie mit 48 Prozent den niedrigsten 54 WDP 177 Nutzen und Wichtigkeit digitaler Geräte und Medien in Betrieben heute 5
Anteil an Weiterbildung auf, der zweitniedrigste Anteil ist unter den Betrieben des Baugewerbes mit 52 Prozent zu finden. Den höchsten Anteil an Weiterbildung gibt es dagegen im Öffentlichen Dienst (86%), bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (81%) und im Gesundheits- und Sozialwesen (78%). 5.4.1 Digitale Lern- und Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung In der betrieblichen Weiterbildung dominieren – wie in der betrieblichen Ausbildung – „klassische“, nicht-digitale Lern- und Medienformate. Unter den digitalen Medien nehmen fachspezifische Lernsoftware und Lernprogramme der zeit eine zentrale Position ein. Die Betriebe mit Weiterbildung wurden nach ihrer Einschätzung zur derzeitigen Bedeutung ver schiedener Medien oder Medienformate in der beruflichen Weiterbildung im Betrieb gefragt. Hierbei wurden dieselben zwanzig Medienformate zur Bewertung vorgelegt wie bei den Fragen zur beruflichen Ausbildung, mit fünf klassischen, nicht-digitalen Formaten (in Grün) sowie fünf zehn digitalen Lernformaten (in Blau). Wie die Wichtigkeit der Medienformate auf einer Skala von 1 für „sehr wichtig“ bis 4 für „unwichtig“ heute im Durchschnitt aller Weiterbildungsbe triebe bewertet wird, zeigt die folgende Abbildung. Abbildung 21 Derzeitige Wichtigkeit digitaler Medien in der beruflichen Weiterbildung im Betrieb – Durchschnittswerte 4321 Podcasts Serious Games, also Lernspiele Virtuelle Klassenzimmer Blogs Wikis MOOCs, also Massive Open Online Courses Online-Foren Videokonferenzen, Skype Simulationen/virtuelle Welten Software zur Prüfung von Lernerfolgen Lernplattformen Videos Lernprogramme (WBT oder CBT) Referat, Vortrag Präsenzunterricht im Betrieb Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. Fachspezifische Software Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit Lehrbücher, Fachbücher Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 2,14 2,28 2,48 2,54 2,58 2,63 2,92 3,06 3,19 3,38 3,55 3,55 3,55 3,61 3,61 3,68 3,71 3,73 3,75 Basis: Alle Betriebe mit Weiterbildung (n=2.439) 5.4 Digitale Medien in der Weiterbildung WDP 177 55
So wird für sechs der technologisch innovativen Medien, die bereits in ihrer derzeitigen Be deutung eher gering eingeschätzt werden, von einem weiteren leichten Bedeutungsverlust aus gegangen. Die geringste Relevanz haben dabei sowohl heute als auch in der nahen Zukunft Blogs und Podcasts. Zudem gehen die Betriebe von einer abnehmenden Bedeutung bei Wikis, Online-Foren, Lernspielen und Videokonferenzen bzw. Skype aus. Keine Veränderung erwarten die Betriebe bei Virtuellen Klassenzimmern. Fünf digitale Lernformate, die derzeit eher weniger wichtig sind, gewinnen nach Einschät zung der Betriebe in naher Zukunft an Bedeutung für die Ausbildung – wenn auch nur moderat. Dies sind Lernplattformen, Software zur Prüfung von Lernerfolg, Videos, Simulationen/virtuelle Welten und MOOCs. Das deutet darauf hin, dass die technologischen Innovationen nur langsam in Betrieben und Berufsschulen ankommen. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über derzeit weniger wichtige Lernformate und die Einschätzung zu ihrer künftigen Entwicklung. Die Reihenfolge ist wiederum nach dem aktu ellen Stellenwert geordnet. Abbildung 26 Derzeit weniger wichtige Medienformate in der betrieblichen Ausbildung und ihr künftiger Stel lenwert – Mittelwerte –0,5 0 0,5 0,37 0,21 0,28 0,08 –0,05 –0,05 0 –0,04 0,02 –0,01 –0,11 –0,13 Künftige Wichtigkeit Podcasts Blogs Videokonferenzen, Skype MOOCs, also Massive Open Online Courses Serious Games, also Lernspiele Virtuelle Klassenzimmer Online-Foren Wikis Simulationen/virtuelle Welten Software zur Prüfung von Lernerfolgen Videos Lernplattformen Derzeitige Wichtigkeit 3,02 3,09 3,19 3,55 3,59 3,61 3,68 3,68 3,68 3,71 3,71 3,78 1 = sehr wichtig 4 = unwichtig gleichbleibend Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) (Antwortskala „Künftige Wichtigkeit“: −2=Deutlich weniger wichtig, −1=Etwas weniger wichtig, 0=In der Bedeutung gleichbleibend, 1=Etwas wichtiger, 2=Deutlich wichtiger) Wie schon beim Status quo gilt auch für die Erwartungen an die Zukunft: Je größer der Betrieb, desto höher wird der Bedeutungszuwachs bei den digitalen Formaten eingeschätzt. Bei den klas sischen Medienformaten ist es umgekehrt. Hier erwarten die kleineren Betriebe einen stärkeren Bedeutungsgewinn als die Großbetriebe. Ausnahme ist hier die reale Gruppenarbeit bzw. Teamarbeit, die in ihrer Entwicklung von allen Betriebsgrößenklassen ähnlich eingeschätzt wird. Auch die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie die Übrigen Unternehmensnahen Dienst 62 WDP 177 Einschätzung der Entwicklung für die kommenden drei Jahre 6
leistungen erwarten bei vielen Medienformaten – auch bei den klassischen – eine überdurch schnittliche Bedeutungszunahme. Diese Branchenunterschiede zeigen sich – wie bereits bei den Einschätzungen zur derzeitigen Wichtigkeit – auch bei den Bewertungen nach Ausbildungsrichtung. Für die kaufmännisch-ver waltenden Berufsausbildungen erwarten die Betriebe durchgängig für alle digitalen Medienfor mate (außer für Podcasts) einen Bedeutungszuwachs in den nächsten drei Jahren, während im Durchschnitt aller Betriebe für einige digitale Formate von einer Stagnation oder einem Bedeu tungsrückgang ausgegangen wird. Für die gewerblich-technischen Ausbildungen gehen die Be triebe von einem geringeren Bedeutungszuwachs aller Medienformate aus bzw. erwarten für acht der fünfzehn digitalen Lernformate einen stärkeren Bedeutungsrückgang als die übrigen Betriebe. Über alle Lernformate für die Ausbildung hinweg betrachtet gilt: Es ist ein digitales Lernfor mat, für das die stärkste Bedeutungszunahme erwartet wird: die web- und computerbasierten Lernprogramme. Dies ist für gewerblich-technische, für kaufmännisch-verwaltende und auch für pflegerisch-soziale Berufsausbildungen der Fall. Für die zuletzt Genannten spielen künftig auch Informationsangebote im Internet sowie fachspezifische Lernsoftware eine wichtigere Rolle. Daneben können aber auch klassische Formate wie Bücher, schriftliche Unterlagen und Präsenzunterricht ihre Position leicht ausbauen. Nach der Selbsteinschätzung des Innovationsgrades oder nach den Regionen zeigen sich da gegen keine eindeutigen Muster bzw. keine nennenswerten Unterschiede. Eine Übersicht nach Teilgruppen hinsichtlich der Entwicklung der Wichtigkeit der einzelnen Formate findet sich im Tabellenanhang (vgl. Tabellen A13 und A14). 6.3 Entwicklung der Bedeutung digitaler Medien in der betrieblichen Weiterbil dung Für die betriebliche Weiterbildung werden in den nächsten drei Jahren die bereits heute dominierenden digitalen For mate und Anwendungen auch weiter an Bedeutung gewinnen: Informationsangebote im Internet, Lernprogramme und fachspezifische Software. Ein moderater Bedeutungsanstieg wird auch Offline-Medien zugewiesen. Bundesdeutsche Betriebe schätzen die Veränderungen bei den verschiedenen Lernformaten bei der betrieblichen Weiterbildung eher konservativ ein: Abbildung 27 verdeutlicht, dass Lern- und Medienformate, die derzeit als eher weniger wichtig bewertet werden – all jene Formate, die bei der derzeitigen Wichtigkeit einen Mittelwert von drei und darüber haben –, meistenteils an Be deutung verlieren. Zwölf der fünfzehn digitalen Medienformate werden derzeit als eher weniger wichtig betrachtet. Sieben davon werden nach Einschätzung der Betriebe weiter für die berufliche Weiterbildung in ihrer Bedeutung abnehmen. Podcasts, Wikis, Blogs, Serious Games, Virtu elles Klassenzimmer, Online-Foren und MOOCs wird ein Bedeutungsverlust vorhergesagt. Da mit wird für die gleichen digitalen Formate ein Rückgang der Wichtigkeit erwartet wie in der beruflichen Ausbildung. Ausnahme ist das Virtuelle Klassenzimmer, bei dem für die Ausbildung eine gleichbleibende Bedeutung erwartet wird. Lernplattformen, Videos und Software zur Prüfung von Lernerfolgen sind digitale Formate, die derzeit ebenfalls weniger wichtig sind, bei denen jedoch ein leichter Bedeutungsgewinn er wartet wird. 6.3 Entwicklung der Bedeutung digitaler Medien in der betrieblichen Weiterbildung WDP 177 63
Abbildung 27 Derzeit weniger wichtige Medienformate in der Weiterbildung und ihr künftiger Stellenwert – Mit telwerte –0,5 0 0,5 0,15 0,21 0,12 0,01 0,02 –0,05 –0,03 –0,13 –0,12 –0,07 –0,11 –0,16 Künftige Wichtigkeit Podcasts Serious Games, also Lernspiele Virtuelle Klassenzimmer Blogs Wikis MOOCs, also Massive Open Online Courses Online-Foren Videokonferenzen, Skype Simulationen/virtuelle Welten Software zur Prüfung von Lernerfolgen Lernplattformen Videos Derzeitige Wichtigkeit 3,06 3,19 3,38 3,55 3,55 3,55 3,61 3,61 3,68 3,71 3,73 3,75 1 = sehr wichtig 4 = unwichtig gleichbleibend Basis: Alle Betriebe mit Weiterbildung (n=2.439) (Antwortskala „Künftige Wichtigkeit“: −2=Deutlich weniger wichtig, −1=Etwas weniger wichtig, 0=In der Bedeutung gleichbleibend, 1=Etwas wichtiger, 2=Deutlich wichtiger) Auf der anderen Seite sieht man in der folgenden Abbildung 28, dass alle Lern- und Medienfor mate, die heute für die Weiterbildung als wichtig angesehen werden, in Zukunft weiter an Be deutung gewinnen werden. Der stärkste Bedeutungsgewinn wird dabei bei den drei digitalen Medienformaten gesehen, die bereits derzeit eher wichtig sind: web- und computerbasierte Lernprogramme, Informationsangebote im Internet sowie fachspezifische Software. Insgesamt erwarten die Betriebe also bei acht der fünfzehn digitalen Medienformate einen Be deutungsgewinn, wenn auch bei den meisten Formaten nur einen leichten. Für sieben digitale Formate wird mit einer geringeren Relevanz gerechnet – und das, obwohl diese Formate auch derzeit nur eine geringe Bedeutung für die betriebliche Weiterbildung haben. Die fünf klassischen, nicht-digitalen Formate werden als derzeit wichtig in der Weiterbildung gesehen. Bei ihnen wird erwartet, dass sie in der nahen Zukunft noch wichtiger werden – wenn auch nur in moderater Weise. Die folgende Abbildung zeigt alle Lernformate, die derzeit für die Weiterbildung wichtig sind. Die Reihenfolge der Items ist nach derzeitiger Wichtigkeit sortiert. Je länger ein Balken nach rechts ausschlägt, desto wichtiger wird das Format in der Zukunft. Der Wert null bedeutet, dass die Bedeutung des Formats gleich bleibt. Ist ein Balken nach links gerichtet, nimmt die Bedeu tung des Mediums ab. 64 WDP 177 Einschätzung der Entwicklung für die kommenden drei Jahre 6
Abbildung 28 Derzeit wichtige Medienformate in der betrieblichen Weiterbildung und ihr künftiger Stellen wert – Mittelwerte 1 = sehr wichtig 4 = unwichtig gleichbleibend –0,5 0,0 0,5 0,12 0,05 0,29 0,37 0,42 0,21 0,1 0,44 Künftige Wichtigkeit Lernprogramme, also WBT oder CBT Referat, Vortrag Präsenzunterricht im Betrieb Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher Fachspezifische Software Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit Lehrbücher, Fachbücher Schriftliche Unterlagen, Handouts Derzeitige Wichtigkeit 1,89 2,14 2,28 2,48 2,54 2,58 2,63 2,92 Basis: Alle Betriebe mit Weiterbildung (n=2.439) (Antwortskala „Künftige Wichtigkeit“: −2=Deutlich weniger wichtig, −1=Etwas weniger wichtig, 0=In der Bedeutung gleichbleibend, 1=Etwas wichtiger, 2=Deutlich wichtiger) Mit anderen Worten: Was aktuell wichtig ist, wird in Zukunft noch wichtiger. Viele Formate, die aktuell weniger wichtig sind, werden in Zukunft an Boden verlieren. Die Einschätzungen zur ak tuellen Bedeutung der Medienformate in der Weiterbildung sowie zu ihrer Entwicklung in den nächsten drei Jahren decken sich mit denen für die berufliche Ausbildung. Allerdings fallen die Erwartungen an den künftigen Bedeutungsgewinn bei allen Formaten, die wichtiger werden, für die Weiterbildung geringer aus. Größere Betriebe sehen in der Summe einen stärkeren Bedeutungszuwachs der genannten Lern- und Medienformate als kleinere Betriebe. Die insgesamt eher zurückhaltende Einstellung gegenüber den meisten digitalen Lern- und Medienformaten ist vor allem auf die Kleinbetriebe zurückzuführen. Auffällig ist, dass Großbetriebe entgegen dem Durchschnitt einen Bedeutungs rückgang von Lehr- und Fachbüchern erwarten. Zurückhaltend in der Bewertung der künftigen Wichtigkeit digitaler Medienformate sind das Baugewerbe, die Übrigen Personennahen Dienstleistungen, der Öffentliche Dienst und das Ge sundheits- und Sozialwesen. In diesen Branchen nehmen klassische Medien in der Bedeutung künftig sogar zu. Überdurchschnittlich starken Bedeutungsgewinn für digitale Medienformate erwarten Be triebe aus dem Finanz- und Versicherungswesen und den Übrigen Unternehmensnahen Dienst leistungen, aber auch der Fahrzeug- und Maschinenbau. Von einigen Ausnahmen abgesehen, wird Lern- und Medienformaten, bei denen die Betriebe einen Bedeutungsrückgang erwarten, dies branchenübergreifend zugeschrieben. Betriebe, die sich selbst als innovativ einschätzen, erwarten in der Summe einen größeren Be deutungszuwachs der genannten Lern- und Medienformate als zeitgemäße Betriebe, und diese wiederum einen größeren als traditionelle Betriebe. Größere regionale Unterschiede lassen sich nicht feststellen. Eine Übersicht nach Teilgruppen im Einzelnen findet sich im Anhang (vgl. Ta bellen A10–A14). 6.3 Entwicklung der Bedeutung digitaler Medien in der betrieblichen Weiterbildung WDP 177 65
7Handlungsfelder Die Erhebung zeigt, dass in etwa jedem zweiten Betrieb ein Weiterbildungsbedarf bei den betrieblichen Fachkräften ge sehen wird. Dasselbe gilt auch für den Weiterbildungsbedarf beim Ausbildungspersonal. Die Betriebe sehen einen etwas höheren Bedarf bei ihren Auszubildenden als bei ihren betrieblichen Fachkräften. Grundsätzlich gilt, dass Betriebe mit einem höheren Nutzungsgrad digitaler Geräte häufiger einen Weiterbildungsbedarf sehen als Betriebe mit einem geringeren Nutzungsgrad. An vorderster Stelle wären hier das Finanz- und Versicherungswesen sowie größere Betriebe zu nennen. Die Ergebnisse des fünften Kapitels zeigen, dass der Umgang mit digitalen Geräten und Medien im alltäglichen Arbeitsprozess schon in Teilen (z.B. Nutzung des PCs oder Software zur Arbeits organisation) sehr weit verbreitet ist. Dabei sind einige Branchen wie das Finanz- und Versiche rungswesen mit einem besonders hohen Nutzungsgrad aufgefallen, andere wiederum, z.B. Be herbergung und Gastronomie, mit einem eher niedrigen Nutzungsgrad. Inwieweit besteht nach Ansicht der Betriebe für die Mitarbeiter/innen noch ein großer Weiterbildungsbedarf hinsicht lich der Nutzung digitaler Geräte und Medien? Die Betriebe wurden hierzu differenziert nach betrieblichen Fachkräften, Auszubildenden und betrieblichem Ausbildungspersonal befragt. 7.1 Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften Etwa jeder zweite Betrieb sieht Weiterbildungsbedarf bei den betrieblichen Fachkräften. Knapp die Hälfte der Betriebe ist der Ansicht, dass ihre betrieblichen Fachkräfte keinen Weiter bildungsbedarf im Umgang mit digitalen Medien- und Lernformaten und deren Einsatzmöglich keiten haben (vgl. Abbildung 29). Gut jeder vierte Betrieb meint jedoch, dass ein solcher Weiter bildungsbedarf teilweise besteht, und ein weiteres knappes Viertel, dass ihre betrieblichen Fachkräfte im Umgang mit digitalen Medien- und Lernformaten generell weitergebildet werden müssten. Zusammengenommen besteht also in jedem zweiten Betrieb Weiterbildungsbedarf. Dieser wird u.a. für die Anwendung von neuer Software und neuen digitalen Geräten sowie bei Fragen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz ausgemacht. Kleinere Betriebe (Be triebe mit einem etwas niedrigeren Nutzungsgrad) sehen dabei seltener einen Weiterbildungs bedarf bei ihren betrieblichen Fachkräften als größere Betriebe (Betriebe mit einem etwas höhe ren Nutzungsgrad). Während nur knapp die Hälfte der Kleinbetriebe meint, dass für einzelne Zielgruppen Weiterbildungsbedarf besteht, sagten dies 84 Prozent der Großbetriebe. Dieser aus gewiesene Betriebsgrößenklasseneffekt – der auch bei Kontrolle der Branche bestehen bleibt – wird vor allem darauf zurückzuführen sein, dass in einem Großbetrieb allein aufgrund der grö ßeren Beschäftigtenzahl die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens ein/e Mitarbeiter/in weiterge bildet werden sollte, deutlich größer ist als bei einem Kleinbetrieb. Bei einer Branchenbetrachtung stellt man fest, dass im Öffentlichen Dienst mit einem Anteil von 19 Prozent und im Finanz- und Versicherungswesen mit einem Anteil von 38 Prozent nur eine Minderheit der Betriebe bei ihren betrieblichen Fachkräften keinen Weiterbildungsbedarf sieht; umgekehrt sieht in der Beherbergung und Gastronomie und im Baugewerbe mit einem Anteil von 63 Prozent bzw. 62 Prozent eine deutliche Mehrheit überhaupt keinen Weiterbil dungsbedarf bezüglich digitaler Medien bei ihren betrieblichen Fachkräften. Damit zeichnen 66 WDP 177 Handlungsfelder 7
sich Branchen mit einem hohen Nutzungsgrad digitaler Geräte und Medien durch einen höheren Weiterbildungsbedarf ihrer betrieblichen Fachkräfte aus als Branchen mit einem niedrigen Nut zungsgrad. Wenn digitale Geräte und Medien häufiger und von mehr Beschäftigten genutzt wer den, dann scheint das Bewusstsein um die Notwendigkeit von Weiterbildung größer zu werden. Grundsätzlich gilt, dass der Anteil der Betriebe, die nur teilweise Weiterbildungsbedarf sehen, etwas höher ist als der Anteil der Betriebe, die generell Weiterbildungsbedarf sehen. Bei einem regionalen Vergleich stellt man fest, dass süddeutsche Betriebe bei ihren betrieblichen Fachkräf ten relativ häufiger Weiterbildungsbedarf sehen als Betriebe aus den übrigen bundesdeutschen Regionen. Abbildung 29 Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften nach Branchen, Be triebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 1 0 1 1 1 0 1 1 0 0 1 0 1 1 1 1 1 2 1 19 38 50 45 47 56 48 44 62 63 53 33 19 15 52 51 46 49 2 49 44 29 23 28 29 23 30 35 22 23 26 36 37 43 23 24 30 31 27 36 33 26 26 24 21 21 20 15 14 20 31 43 41 24 24 24 18 23 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50-249 Beschäftigte 20-49 Beschäftigte 1-19 Beschäftigte Beherbergung und Gastronomie Baugewerbe Übriges Verarbeitendes Gewerbe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übrige Personennahe Dienstleistungen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Gesundheits- und Sozialwesen Groß- und Einzelhandel Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Öffentlicher Dienst Ja, es besteht Bedarf Es besteht teilweise Bedar f Nein, es besteht kein Bedarf Weiß nicht/Keine Angabe % Basis: Alle Betriebe (n=3.006) Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 7.1 Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften WDP 177 67
7.2 Weiterbildungsbedarf bei Auszubildenden Das jungen Menschen häufig zugeschriebene hohe Maß an Medienkompetenz wird aus dem hier vorliegenden Ergebnis der Erhebung nicht ersichtlich. Sie verfügen nach Ansicht der meisten Betriebe nicht über ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Geräten und Medien im betrieblichen Alltag. Wie steht es nach Einschätzung der Betriebe um die Medienkompetenz der Auszubildenden? Im Vergleich zu den betrieblichen Fachkräften sehen die Betriebe mit 55 Prozent etwas häufiger Weiterbildungsbedarf bei ihren Auszubildenden hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Geräten und Medien als bei den betrieblichen Fachkräften (50%). Auch wenn jungen Menschen häufig ein hohes Maß an Medienkompetenz zugeschrieben wird, so kann aus dem hier vorliegenden Ergebnis geschlussfolgert werden, dass sie nach Ansicht der Betriebe keine in ausreichendem Maße für den betrieblichen Alltag notwendigen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Geräten und Medien haben. Abbildung 30 Anteil der Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf bei ihren Auszubildenden nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 4 5 3 1 8 6 8 4 7 6 6 6 5 1 2 6 6 9 6 20 38 41 40 33 41 38 40 44 44 41 37 32 33 48 28 37 34 41 39 33 21 20 22 23 21 23 26 27 30 24 25 30 28 18 26 28 24 25 43 37 36 36 36 32 32 31 22 20 29 32 33 37 31 31 32 25 30 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Übriges Verarbeitendes Gewerbe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übrige Personennahe Dienstleistungen Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Beherbergung und Gastronomie Gesundheits- und Sozialwesen Öffentlicher Dienst Ja, es besteht Bedarf Nein, es besteht kein Bedarf Weiß nicht/Keine Angabe Es besteht teilweise Bedar f % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 68 WDP 177 Handlungsfelder 7
Ähnlich wie bei den betrieblichen Fachkräften sieht man bei der Einschätzung des Weiterbil dungsbedarfs der Auszubildenden einen Betriebsgrößenklasseneffekt, der im Vergleich zum Weiterbildungsbedarf bei betrieblichen Fachkräften deutlich schwächer und in den einzelnen Branchen zum Teil auch recht unterschiedlich ausfällt. Mit einem Anteil von 41 Prozent sehen Kleinbetriebe (Betriebe mit einem etwas niedrigeren Nutzungsgrad) deutlich häufiger keinen Weiterbildungsbedarf als Großbetriebe (Betriebe mit einem etwas höheren Nutzungsgrad) mit einem Anteil von 33 Prozent. Umgekehrt sehen 53 Prozent der Kleinbetriebe und 65 Prozent der Großbetriebe einen (teilweisen) Weiterbildungsbedarf. Ähnlich wie bei den betrieblichen Fachkräften sehen allen voran Betriebe aus dem Öffentlichen Dienst einen Weiterbildungsbedarf bei ihren Auszubildenden. Anders als bei den betriebli chen Fachkräften ist die Einschätzung der Auszubildenden im Finanz- und Versicherungswesen eher durchschnittlich. Das Baugewerbe und der Groß- und Einzelhandel dagegen sehen deutlich seltener als der Durchschnitt Weiterbildungsbedarf bei ihren Auszubildenden. Es zeigen sich auch regionale Unterschiede. Süd- und westdeutsche Betriebe sowie ostdeut sche sehen überdurchschnittlich häufig bei ihren Auszubildenden Weiterbildungsbedarf im Um gang mit digitalen Medien- und Lernformaten. 7.3 IT-Kenntnisse der Auszubildenden Nur etwa jeder dritte Betrieb schätzt die IT-Grundkenntnisse seiner Auszubildenden in Bezug auf die betrieblichen Er fordernisse als sehr gut oder gut ein, knapp die Hälfte bewertet sie nur als ausreichend. Die Betriebe sollten auch die IT-Grundkenntnisse12 ihrer Auszubildenden zu Beginn der Ausbil dung beschreiben, und zwar in Bezug auf die betrieblichen Erfordernisse. Während rund ein Drittel der Betriebe die Grundkenntnisse ihrer Auszubildenden als sehr gut oder gut bewerten, stufen 46 Prozent der Betriebe die IT-Kenntnisse ihrer Auszubildenden nur als ausreichend ein. Gut jeder zehnte Betrieb meint sogar, dass Auszubildenden notwendige, auf die betrieblichen Erfordernisse bezogene IT-Grundkenntnisse zu Beginn der Ausbildung fehlten, weitere zwölf Prozent der Betriebe geben an, dass die Kenntnisse unter ihren Auszubildenden sehr unter schiedlich seien. Insgesamt können Betriebe in dieser Hinsicht auf Auszubildende zurückgreifen, die den Umgang mit einigen der grundlegenden PC-Standardanwendungen beherrschen. Ob gleich damit aus Sicht der Befragten ein dringender Ausbildungsbedarf hinsichtlich von IT- Grundkenntnissen ihrer Auszubildenden nicht notwendig erscheint, muss festgehalten werden, dass es sich hier um einen lediglich eng begrenzten Einsatzradius der mit PC-/IT-Anwendungen verbundenen Werkzeuge zum Lehren, Lernen und Arbeiten in der modernen Berufswelt han delt. Es ist hervorzuheben, dass IT-Grundkenntnisse, wie sie in der Erhebung als Kenntnis der gängigen Standardsoftware (z.B. das „Office-Paket“) definiert wurden, angesichts der zuneh menden Digitalisierung der Arbeitswelt („Wirtschaft 4.0“) nur einen Teilaspekt eines umfangrei cheren Portfolios an digitalen Werkzeugen umfassen, der für eine qualifizierte berufliche Tätig keit zukünftig erforderlich sein wird. Die Einschätzung der IT-Grundkenntnisse der Auszubildenden ist zwischen den verschiede nen Betriebsgrößenklassen relativ ähnlich (vgl. Abbildung 31). Allein der erhöhte Anteil von Großbetrieben, die die Kenntnisse der Auszubildenden als sehr unterschiedlich beschreiben, sticht ins Auge, lässt sich aber relativ leicht damit erklären, dass Großbetriebe in der Regel rela 12 Im Fragebogen wurden IT-Grundkenntnisse folgendermaßen definiert: „Unter IT-Grundkenntnissen verstehen wir den allgemeinen Umgang mit Computern und Internet sowie die Anwendung von Programmen, wie z.B. Text- oder Bildverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail-Programm“. 7.3 IT-Kenntnisse der Auszubildenden WDP 177 69
tiv viele Auszubildende haben und dass sich damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Kenntnisse von Auszubildenden unterschiedlich ausfallen. Bei einer Differenzierung nach den zehn Branchen stechen die Finanz- und Versicherungs branche, die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen, der Öffentliche Dienst sowie der Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur positiv hervor. Mit Anteilen von 61 Prozent, 42 Pro zent, 40 Prozent bzw. 31 Prozent bewerten überdurchschnittlich viele Betriebe dieser Branchen die IT-Grundkenntnisse ihrer Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung und auf die betriebli chen Erfordernisse bezogen als sehr gut oder gut; mit einem Anteil von jeweils 14 Prozent bzw. zwölf Prozent meinen überdurchschnittlich häufig Betriebe aus dem Übrigen Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und dem Öffentlichen Dienst, dass die entsprechenden notwendigen Kenntnisse fehlen. Abbildung 31 Bewertung der IT-Grundkenntnisse der Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung, nach Bran chen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 1 3 4 8 5 7 3 11 4 12 6 6 3 4 4 7 5 6 6 8 6 11 9 11 12 13 9 15 18 11 12 13 18 13 9 13 14 12 8 8 12 8 14 5 6 4 9 14 10 9 8 6 9 9 10 8 9 22 41 33 44 45 51 55 54 52 42 45 47 48 47 43 50 40 46 46 61 42 40 31 26 25 23 22 20 14 29 27 29 24 32 25 32 26 28 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Übrige Personennahe Dienstleistungen Gesundheits- und Sozialwesen Beherbergung und Gastronomie Übriges Verarbeitendes Gewerbe Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Öffentlicher Dienst Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sehr unterschiedlich Weiß nicht/keine Angabe sehr gut oder gut ausreichend notwendige Kenntnisse fehlten % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 70 WDP 177 Handlungsfelder 7
7.4 Weiterbildungsbedarf des Ausbildungspersonals Insgesamt sieht in etwa jeder zweite Betrieb Weiterbildungsbedarf beim betrieblichen Ausbildungspersonal. Fast die Hälfte der Betriebe sieht bei ihrem betrieblichen Ausbildungspersonal keine Notwendig keit, dieses im Umgang mit digitalen Medien- und Lernformaten und deren Einsatzmöglichkei ten weiterzubilden. Etwa jeder vierte Betrieb sieht einen grundsätzlichen Bedarf, ein weiteres Viertel nur teilweise einen Bedarf. Zusammen besteht also bei etwa jedem zweiten Betrieb Weiterbildungsbedarf beim betrieblichen Ausbildungspersonal. Dieser Anteil ist damit mit dem der betrieblichen Fachkräfte vergleichbar. Am häufigsten sehen Kleinbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, die einen etwas niedrigeren Nutzungsgrad aufweisen, keinen Weiterbildungsbedarf bei ihrem betrieblichen Ausbildungspersonal. Der Anteil der Betriebe mit dieser Einschätzung sinkt mit zunehmender Betriebsgrößenklasse. So ist nur noch gut jeder dritte Großbetrieb – Betriebe mit einem etwas höheren Nutzungsgrad – dieser Meinung. Umgekehrt steigt mit zunehmender Betriebsgrößenklasse der Anteil der Betriebe, die generellen oder teilweisen Weiterbildungsbedarf sehen. Abbildung 32 Anteil der Betriebe ohne und mit Weiterbildungsbedarf beim betrieblichen Ausbildungspersonal nach Branchen, Betriebsgrößenklassen und Regionen – in % 0 20406080100 3 0 3 2 2 6 2 12 2 4 2 3 4 3 1 4 4 2 3 3 29 34 47 43 42 49 43 47 51 54 50 47 36 32 52 44 41 59 47 27 28 16 27 27 24 21 28 23 28 22 24 33 31 15 27 29 18 24 40 38 34 28 26 25 25 24 22 21 25 25 28 36 29 26 28 19 26 Alle Betriebe Ostdeutschland Süddeutschland Westdeutschland Norddeutschland 250+ Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 1–19 Beschäftigte Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Übriges Verarbeitendes Gewerbe Beherbergung und Gastronomie Übrige Unternehmensnahe Dienstleistungen Fahrzeug-/Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übrige Personennahe Dienstleistungen Gesundheits- und Sozialwesen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen Öffentlicher Dienst Ja, es besteht Bedarf Nein, es besteht kein Bedarf Weiß nicht/Keine Angabe Es besteht teilweise Bedarf 2 2 2 2 2 % Basis: Alle Ausbildungsbetriebe (n=1.779) Die Abweichung der Summe der hier auf ganze Zahlen gerundeten Prozentwerte zu 100 Prozent ist auf Run dungseffekte zurückzuführen. 7.4 Weiterbildungsbedarf des Ausbildungspersonals WDP 177 71
Vorreiter mit einer deutlich häufigeren Nutzung. Den größten Aufholbedarf haben an dieser Stelle das Übrige Verarbeitende Gewerbe, die Beherbergung und Gastronomie sowie das Bauge werbe. Alle übrigen digitalen Geräte werden derzeit in der Ausbildung selten genutzt. Die Bewertungen des Stellenwertes der Medienformate fallen für die Aus- und Weiterbildung sehr ähnlich aus. Im Vordergrund stehen derzeit klassische, nicht-digitale Medienformate. Auch die offenen Textnennungen zeigen die Wichtigkeit von Präsenzschulungen und direkter Kom munikation in der Aus- und Weiterbildung. Die größte Rolle unter den digitalen Medienforma ten spielen fachspezifische Software und Informationsangebote im Internet. Dagegen spielen sowohl Web 2.0-Anwendungen als auch virtuelle Formate, z.B. Simulationen, Virtuelle Klassen zimmer oder Lernspiele, derzeit eine nachrangige Rolle. Wieder heben sich vor allem die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen gegenüber den übrigen Branchen ab, da hier alle Lernfor mate wichtiger eingeschätzt werden als in den übrigen Branchen. Im Öffentlichen Dienst, im Baugewerbe und in der Beherbergung und Gastronomie haben die Medienformate mehrheitlich eine unterdurchschnittliche Bedeutung – dies gilt für die Ausbildung genauso wie für die Weiter bildung. Es sind die folgenden digitalen Formate, die am stärksten an Bedeutung für die Aus- und Wei terbildung in den nächsten drei Jahren gewinnen: computergestützte Lernformate, Informa tionsangebote im Internet, fachspezifische Software und Lernplattformen. Ebenfalls wichtiger werden nach Ansicht der Betriebe: Software zur Prüfung von Lernerfolg, Videos, Simulationen/ virtuelle Welten und MOOCs. Allerdings gibt es etliche digitale Medienformate, für die in den nächsten drei Jahren keine Bedeutungsveränderung für die Aus- und Weiterbildung (Virtuelle Klassenzimmer) oder sogar ein leichter Bedeutungsverlust (Wikis, Online-Foren, Lernspiele, Vi deokonferenzen, Skype) erwartet wird. Die klassischen, nicht-digitalen Lernformate, die heute bereits wichtig sind, nehmen künftig sowohl für die Ausals auch für die Weiterbildung noch etwas an Bedeutung zu. Großbetriebe erwarten bei fast allen digitalen Medienformaten einen stärkeren Bedeutungs zuwachs in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung als Kleinbetriebe. Die Finanz- und Versi cherungsdienstleistungen sowie die Übrigen Unternehmensnahen Dienstleistungen erwarten bei vielen Medienformaten – auch bei den klassischen – eine überdurchschnittliche Bedeutungs zunahme. In den kaufmännisch-verwaltenden Berufsausbildungen werden fast alle digitalen Medienformate in den nächsten drei Jahren wichtiger, während im Durchschnitt aller Betriebe für viele digitale Formate von einer Stagnation oder einem Bedeutungsverlust ausgegangen wird. Das Wissen der Betriebe über die Nutzung digitaler Geräte und Medienformate in außerbe trieblichen Ausbildungsstätten ist insgesamt ausbaufähig. Eine mobile Nutzung von digitalen Medien- und Lernformaten findet im Rahmen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung statt, ist aber im Großen und Ganzen nicht sehr ausgeprägt. Am stärksten werden Informationsangebote im Internet, Online-Foren, fachspezifische Software und Wikis mobil genutzt. ►Weiterbildungsbedarf im Umgang mit digitalen Geräten und Medien Jungen Menschen wird häufig ein hohes Maß an – meist nicht klar definierter – Medienkompe tenz zugeschrieben. Aus den hier vorliegenden Ergebnissen kann jedoch gefolgert werden, dass sie nach Ansicht der Betriebe keine ausreichenden Kompetenzen in den Bereichen mitbringen, die für den Umgang mit digitalen Geräten und Medien im betrieblichen Alltag erforderlich sind. 46 Prozent der Betriebe bewerten die IT-Grundkenntnisse ihrer Auszubildenden lediglich als ausreichend. Nur 28 Prozent bewerten die Kenntnisse als sehr gut oder gut. 78 WDP 177 Zusammenfassung 8
In etwa jedem zweiten Betrieb wird in bestimmten Bereichen ein Weiterbildungsbedarf bei den betrieblichen Fachkräften gesehen. Dasselbe gilt auch für das Ausbildungspersonal. Grund sätzlich gilt, dass Betriebe mit einem höheren Nutzungsgrad digitaler Geräte häufiger einen Weiterbildungsbedarf sehen, als Betriebe mit einem geringeren Nutzungsgrad. An vorderster Stelle sind hier das Finanz- und Versicherungswesen sowie größere Betriebe zu nennen. Gut die Hälfte der Betriebe sieht bei ihren Auszubildenden einen Weiterbildungsbedarf. Das liegt offenbar an dem Umstand, dass die Auszubildenden trotz einer grundsätzlichen Bedien kompetenz mobiler Endgeräte (Smartphones) im Umgang mit weiteren digitalen Geräten (stati onärer PC im Betrieb) und deren „Standard“-Anwendungen (Office-Paket) gezielt geschult wer den müssen. Dies betrifft zum einen den Bereich von Computerbasis- und Anwendungswissen für den betrieblichen Alltag. Zum anderen umfasst es angesichts des umfangreichen Portfolios an inzwischen existierenden unterschiedlichen digitalen Medienformaten die Vermittlung von Medienkompetenz, um diese digitalen Werkzeuge reflektiert und bewusst ergebnisorientiert nutzen zu können. Die Vermittlung fach- und branchenspezifischer IT-Anwendungen komplet tiert diesen Kontext. Insgesamt zeigt sich hier die Mächtigkeit und Komplexität digitaler Geräte und Anwendungen im betrieblichen Alltag, deren Einsatzpotenzial mithilfe gezielter Aus- und Weiterbildungsangebote aktiviert werden sollte. In der Gesamtschau wird deutlich, dass die Betriebe den Aufwand bei der Erstellung, Anschaf fung und Wartung von betriebsspezifischer Software und Lernsoftware im Verhältnis zum Ertrag (momentan) als zu hoch einschätzen. Das gilt sowohl für alle Branchen und Betriebsgrößenklas sen als auch für Betriebe aus allen Regionen Deutschlands. Hier muss festgehalten werden, dass angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen, die mit dem Synonym „Wirtschaft 4.0“ ver bunden sind, die Betriebe insgesamt zu wenig einschätzen können, wie sie die mit der Nutzung digitaler Geräte und Medien verbundenen Veränderungsprozesse effektiv, pragmatisch und be triebsspezifisch gestalten können. Dies umfasst die Synchronisation von Technologie/Infrastruk tur mit der notwendigen Organisationsentwicklung und der Qualifizierung der Beschäftigten. 8Zusammenfassung WDP 177 79
9Literaturverzeichnis Bechmann, Sebastian; Dahms, Vera; Tschersich, Nikolai; Frei, Marek; Schwengler, Barbara; Möller, Iris, 2015: Wandel der Betriebslandschaft in West- und Ostdeutschland. Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2014. IAB-Forschungsbericht, 09/2015. Nürnberg. Bonin, Holger; Gregory, Terry; Zierahn, Ulrich, 2015: Übertragung der Studie von Frey/ Osborne (2013) auf Deutschland. Kurzexpertise Nr. 57, Bundesministerium für Arbeit und So ziales. Berlin. Dengler, Katharina; Matthes, Britta, 2015: Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt. Sub stituierbarkeitspotenziale von Berufen in Deutschland. IAB-Forschungsbericht 11/2015. Nürn berg. Frey, Carl; Osborne, Michael, 2013: The Future of Employment: How Susceptible are Jobs to Computerization? University of Oxford. Feierabend, Sabine; Karg, Ulrike; Rathgeb, Thomas, 2013: JIM Studie (Jugend, Information, Multimedia). Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Medienpä dagogischer Forschungsverbund Südwest. Stuttgart. Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver, 2015: Fachkräftesicherung im Zeichen der Digitalisie rung. Empirische Evidenz auf Basis des IW Personalpanels 2014. Institut der deutschen Wirt schaft. Köln. Hellriegel, Jan; Prescher, Thomas; Rensing, Christoph; Weber, Harald, 2015: Herausforde rungen und Konsequenzen für die Konzeption eines digitalen Lernraumes in der beruflichen Erstausbildung zur Förderung der Lernortkooperation. München. Kuwan, Helmut; Thum, Miriam, 2003: Der Logistiksektor: Strukturen, Dynamik und Qualifizierungsstrategien. In: FreQueNz-Band 7: Transport in die Zukunft. Hrsg.: Schnalzer, Kathrin; Gidion, Gerd; Bullinger, Hans-Joachim. S.15–32. Bertelsmann. Bielefeld. Landmann, Juliane; Heumann, Stefan (Hrsg.), 2016: Auf dem Weg zum Arbeitsmarkt 4.0? Mög liche Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Beschäftigung in Deutschland bis 2030. Bertelsmann Stiftung. Berlin/Gütersloh. Pfeiffer, Sabine; Suphan, Anne, 2015a: Der AV-Index. Lebendiges Arbeitsvermögen und Erfah rung als Ressourcen auf dem Weg zu Industrie 4.0. Working Paper 2015 #1 (draft v1.0 vom 13.04.2015), Universität Hohenheim, Fg. Soziologie. Download: http://www.sabine-pfeif fer.de/files/downloads/2015-Pfeiffer-Suphan-draft.pdf (Stand: 19.07.2016). Pfeiffer, Sabine; Suphan, Anne, 2015b: Erfahrung oder Routine? Ein anderer Blick auf das Ver hältnis von Industrie 4.0 und Beschäftigung. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 6 (2015b) 44, S.21–25. Tiemann, Michael, 2016 (in Veröffentlichung): Polarisierung von Tätigkeiten in der Wirtschaft 4.0. Fachkräftequalifikationen und Fachkräftebedarf in der digitalisierten Arbeit von morgen. Kurzexpertise im Auftrag des BMBF. Tippelt, Florian; Kupferschmitt, Thomas, 2015: Social Web: Ausdifferenzierung der Nut zung – Potenziale für Medienanbieter. Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015. Media Perspektiven 10/2015, S. 442–452. Download: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/filead min/Onlinestudie_2015/10-15_Tippelt_Kupferschmitt.pdf (Stand: 19.07.2016). Wolter, Marc Ingo; Mönnig, Anke; Hummel, Markus; Schneemann, Christian; Weber, Enzo; Zika, Gerd; Helmrich, Robert; Maier, Tobias; Neuber-Pohl, Caroline, 2015: Industrie 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Szenario-Rechnungen im Rahmen der BIBBIAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen. Nürnberg. 80 WDP 177 Literaturverzeichnis 9
10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 81
Q10: Wenn Sie an die digitalen Geräte denken, die derzeit in Ihrem Betrieb hauptsächlich genutzt werden: Wie wichtig sind diese derzeit bei den folgenden Tätigkeiten in Ihrem Betrieb? Sind sie 1=sehr wichtig, 2=wichtig, 3=weniger wichtig oder 4=unwichtig? Tabelle A1 Größenklassen Innovationsindex Region Derzeitige Wichtigkeit von digitalen Geräten bei Tätigkeiten im Be trieb Alle Beschäftigte 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte innovativ zeitgemäß traditionell Nord West Süd Ost 1 Informationsbeschaffung 1,40 1,42 1,30 1,22 1,22 1,20 1,36 1,62 1,46 1,41 1,40 1,33 2Externe Kommunikation und Kooperation 1,45 1,48 1,33 1,23 1,20 1,21 1,42 1,67 1,45 1,48 1,45 1,39 3Dokumentation der eigenen Arbeit 1,64 1,68 1,47 1,40 1,38 1,37 1,62 1,90 1,62 1,65 1,70 1,58 4Erstellung von Konzepten, Angeboten und Präsentationen 1,64 1,68 1,45 1,42 1,38 1,37 1,62 1,87 1,68 1,57 1,70 1,62 5Bestellung von Waren und Dienstleistungen 1,73 1,75 1,68 1,54 1,48 1,55 1,72 1,88 1,72 1,75 1,80 1,62 6Planung, Organisation und Controlling 1,81 1,88 1,53 1,43 1,39 1,50 1,79 2,09 1,78 1,79 1,85 1,81 7Verkauf Ihrer Waren und Produkte 1,84 1,87 1,68 1,61 1,63 1,58 1,80 2,11 1,75 1,74 1,91 1,94 8Interne Kommunikation und Kooperation 1,95 2,04 1,61 1,37 1,17 1,70 1,94 2,24 1,98 1,94 2,04 1,81 9Qualitätskontrolle 2,14 2,21 1,92 1,68 1,62 1,79 2,14 2,41 2,11 2,05 2,23 2,20 10 Durchführung oder Steuerung von Maschinen oder Arbeits prozessen 2,33 2,40 2,09 1,86 1,65 2,02 2,30 2,65 2,27 2,30 2,35 2,37 11 Entwicklung und Design von Produkten 2,48 2,53 2,38 1,99 1,74 2,10 2,52 2,65 2,50 2,32 2,55 2,61 Basis: Betriebe, auf die die jeweilige Tätigkeit zutrifft Antwortskala „Derzeitige Wichtigkeit“: 1=sehr wichtig, 2=wichtig, 3=weniger wichtig oder 4=unwichtig 82 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q10: Wenn Sie an die digitalen Geräte denken, die derzeit in Ihrem Betrieb hauptsächlich genutzt werden: Wie wichtig sind diese derzeit bei den folgenden Tätigkeiten in Ihrem Betrieb? Sind sie 1=sehr wichtig, 2=wichtig, 3=weniger wichtig oder 4=unwichtig? Tabelle A2 Branchen Derzeitige Wichtigkeit von digitalen Ge räten bei Tätigkeiten im Betrieb Alle Branchen Fahrzeug-/ Maschinenbau, Kfz-Reparatur Übriges Verar beitendes Gewerbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherbergung und Gastronomie Finanz- und Versicherungs- DL Übrige Unter nehmensnahe DL Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Perso nennahe DL Öffentlicher Dienst 1 Informationsbeschaffung 1,40 1,24 1,33 1,43 1,55 1,86 1,13 1,22 1,52 1,45 1,16 2Externe Kommunikation und Ko operation 1,45 1,40 1,39 1,43 1,56 1,81 1,11 1,24 1,64 1,65 1,19 3Dokumentation der eigenen Arbeit 1,64 1,74 1,62 1,69 1,83 2,02 1,50 1,42 1,56 1,79 1,53 4Erstellung von Konzepten, Ange boten und Präsentationen 1,64 1,69 1,43 1,38 1,92 1,90 1,42 1,43 2,07 1,69 1,47 5Bestellung von Waren und Dienst leistungen 1,73 1,39 1,55 1,66 1,42 1,98 1,96 1,85 1,95 1,94 1,92 6Planung, Organisation und Con trolling 1,81 1,91 1,74 1,91 1,92 2,19 1,61 1,63 1,73 1,98 1,69 7Verkauf Ihrer Waren und Produkte 1,84 1,60 1,68 2,05 1,61 2,15 1,58 1,76 2,26 2,23 1,82 8Interne Kommunikation und Ko operation 1,95 2,14 1,93 1,81 2,19 2,80 1,53 1,70 1,97 2,07 1,37 9Qualitätskontrolle 2,14 2,12 2,05 2,40 2,22 2,74 1,85 1,94 1,94 2,25 2,30 10 Durchführung oder Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen 2,33 2,20 2,01 2,72 2,34 2,95 2,12 2,14 2,18 2,54 2,54 11 Entwicklung und Design von Pro dukten 2,48 2,67 2,07 2,70 2,86 2,93 2,09 2,10 2,74 2,77 2,13 Basis: Betriebe, auf die die jeweilige Tätigkeit zutrifft Antwortskala „Derzeitige Wichtigkeit“: 1=sehr wichtig, 2=wichtig, 3=weniger wichtig oder 4=unwichtig 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 83
Q13: Wie häufig setzt Ihr Betrieb folgende digitale Medien/Medienformate im alltäglichen Arbeitsprozess ein? Antwortskala: 1=In der Regel täglich, 2=Häufig, also mehrmals in der Woche, 3=Selten, also eher ausnahmsweise Tabelle A3 Größenklassen Innovationsindex Region Häufigkeit der Nutzung digitaler Medien/Medienformate im Ar beitsprozess Alle Beschäftigte 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte innovativ zeitgemäß traditionell Nord West Süd Ost Software für Arbeitsorganisation, z.B. Outlook, Word, Excel etc. 1,34 1,39 1,12 1,03 1,02 1,18 1,33 1,51 1,37 1,35 1,29 1,37 Intranet 1,62 1,69 1,50 1,39 1,20 1,50 1,60 1,88 1,54 1,65 1,62 1,65 Software für die Warenwirtschaft 1,68 1,73 1,51 1,38 1,27 1,54 1,68 1,80 1,70 1,67 1,59 1,78 Software zur Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen 1,69 1,72 1,68 1,43 1,34 1,50 1,67 2,00 1,68 1,62 1,72 1,76 Software für die interne/externe Bestellung von Waren und Dienstleis tungen 1,76 1,81 1,62 1,45 1,30 1,59 1,73 1,94 1,84 1,80 1,70 1,72 Cloud-Dienste, z.B. Datenspeicherung im Internet 2,02 2,02 2,13 1,90 2,08 1,92 2,04 2,11 2,05 1,97 2,04 2,10 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,04 2,09 1,87 1,74 1,76 1,85 2,03 2,25 2,00 2,03 2,05 2,09 Software zur Prüfung oder Verbesserung von Arbeitsprozessen oder Arbeitswerkzeugen 2,09 2,13 2,06 1,85 1,81 1,88 2,11 2,33 2,08 2,04 2,13 2,12 Soziale Netzwerke, z.B. Facebook, XING 2,14 2,13 2,20 2,15 2,18 1,89 2,18 2,28 2,03 2,12 2,23 2,14 Simulationen/virtuelle Welten 2,40 2,38 2,49 2,40 2,47 2,18 2,46 2,56 2,39 2,28 2,54 2,47 Wikis 2,40 2,42 2,41 2,23 2,28 2,16 2,41 2,65 2,53 2,39 2,32 2,55 Blogs 2,45 2,45 2,55 2,29 2,50 2,26 2,43 2,71 2,47 2,36 2,50 2,63 Online-Foren 2,47 2,46 2,54 2,38 2,49 2,28 2,43 2,73 2,61 2,43 2,49 2,44 Podcasts 2,53 2,50 2,69 2,55 2,66 2,26 2,53 2,79 2,82 2,39 2,65 2,59 Videokonferenzen, Skype 2,55 2,54 2,68 2,50 2,49 2,38 2,55 2,76 2,58 2,51 2,57 2,63 Basis: Betriebe, die jeweiliges Gerät nutzen Antwortskala „Häufigkeit der Nutzung“: 1=In der Regel täglich, 2=Häufig, also mehrmals in der Woche, 3=Selten, also eher ausnahmsweise 84 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q13: Wie häufig setzt Ihr Betrieb folgende digitale Medien/Medienformate im alltäglichen Arbeitsprozess ein? Antwortskala: 1=In der Regel täglich, 2=Häufig, also mehrmals in der Woche, 3=Selten, also eher ausnahmsweise Tabelle A4 Branchen Häufigkeit der Nutzung digitaler Medien/Medienfor mate im Arbeitsprozess Alle Branchen Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verar beitendes Gewerbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherbergung und Gastronomie Finanz- und Versiche rungs-DL Übrige Unter nehmensnahe DL Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Perso nennahe DL Öffentlicher Dienst Software für Arbeitsorganisation, z.B. Outlook, Word, Excel etc. 1,34 1,33 1,27 1,50 1,41 1,46 1,03 1,20 1,41 1,60 1,08 Intranet 1,62 1,74 1,63 1,86 1,75 1,78 1,38 1,54 1,64 1,66 1,26 Software für die Warenwirtschaft 1,68 1,43 1,53 2,00 1,37 1,83 2,02 1,84 1,75 2,08 1,94 Software zur Steuerung von Maschinen oder Arbeitspro zessen 1,69 1,62 1,55 2,25 1,72 1,35 1,85 1,60 1,53 2,07 1,71 Software für die interne/externe Bestellung von Waren und Dienstleistungen 1,76 1,40 1,52 1,86 1,36 1,95 2,19 1,90 1,93 2,22 2,23 Cloud-Dienste, z.B. Datenspeicherung im Internet 2,02 2,18 2,26 2,24 2,03 1,69 1,84 1,96 1,71 2,21 2,22 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,04 1,75 1,94 2,24 2,02 2,10 1,83 1,93 2,23 2,33 2,05 Software zur Prüfung oder Verbesserung von Arbeitspro zessen oder Arbeitswerkzeugen 2,09 2,00 1,95 2,48 2,11 2,34 2,18 2,01 1,92 2,35 1,90 Soziale Netzwerke, z.B. Facebook, XING 2,14 2,35 2,42 2,32 2,18 1,92 1,99 2,12 2,03 2,06 2,02 Simulationen/virtuelle Welten 2,40 2,49 2,46 2,29 2,20 2,29 2,20 2,46 2,18 2,47 2,73 Wikis 2,40 2,58 2,60 2,65 2,65 2,41 2,45 2,20 2,38 2,47 2,59 Blogs 2,45 2,51 2,73 2,85 2,39 2,30 2,31 2,35 2,50 2,34 2,87 Online-Foren 2,47 2,53 2,76 2,75 2,57 2,39 2,20 2,29 2,44 2,61 2,58 Podcasts 2,53 2,68 2,80 2,78 2,66 2,39 2,46 2,37 2,45 2,61 2,83 Videokonferenzen, Skype 2,55 2,71 2,63 2,69 2,58 2,73 2,03 2,54 2,29 2,73 2,90 Basis: Betriebe, die jeweiliges Gerät nutzen Antwortskala „Häufigkeit der Nutzung“: 1=In der Regel täglich, 2=Häufig, also mehrmals in der Woche, 3=Selten, also eher ausnahmsweise 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 85
Q26 und Q28: Bitte sagen Sie mir, wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Ausbildung einschätzen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A5 Größenklassen – derzeitige Wichtigkeit Größenklassen – künftige Wichtigkeit Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der beruflichen Ausbildung Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wich tigkeit (Mittel wert) 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte Lehrbücher, Fachbücher 1,47 0,12 1,47 1,50 1,48 1,50 0,15 0,08 0,10 0,01 Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,63 0,18 1,65 1,66 1,51 1,60 0,21 0,16 0,12 -0,01 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,04 0,34 2,11 2,02 1,76 1,67 0,32 0,37 0,42 0,37 Präsenzunterricht im Betrieb 2,28 0,33 2,35 2,24 2,04 1,89 0,35 0,28 0,34 0,19 Fachspezifische Software 2,51 0,39 2,60 2,42 2,29 2,06 0,35 0,47 0,48 0,51 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,55 0,49 2,60 2,51 2,40 2,33 0,46 0,52 0,56 0,62 Referat, Vortrag 2,70 0,17 2,82 2,61 2,39 2,01 0,16 0,23 0,17 0,22 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,77 0,63 2,84 2,75 2,49 2,57 0,62 0,59 0,73 0,72 Lernplattformen 3,02 0,37 3,09 2,97 2,79 2,85 0,34 0,41 0,45 0,52 Videos 3,09 0,21 3,12 3,02 3,03 2,94 0,18 0,25 0,26 0,23 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,19 0,28 3,25 3,16 3,02 2,84 0,22 0,38 0,43 0,43 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,08 3,58 3,57 3,41 3,35 0,06 0,08 0,16 0,26 Wikis 3,59 -0,05 3,65 3,52 3,40 3,34 -0,08 -0,03 0,04 0,18 Online-Foren 3,61 -0,05 3,66 3,54 3,49 3,43 -0,09 0,01 0,06 0,16 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,68 0,02 3,72 3,62 3,54 3,63 -0,01 0,03 0,11 0,12 Virtuelle Klassenzimmer 3,68 0,00 3,69 3,70 3,59 3,64 -0,03 0,01 0,07 0,16 Serious Games, also Lernspiele 3,68 -0,04 3,71 3,69 3,57 3,55 -0,05 -0,05 0,00 0,10 Videokonferenzen, Skype 3,71 -0,01 3,72 3,74 3,63 3,52 -0,05 0,04 0,09 0,28 Blogs 3,71 -0,11 3,75 3,67 3,61 3,57 -0,15 -0,05 -0,01 0,08 Podcasts 3,78 -0,13 3,81 3,74 3,71 3,71 -0,17 -0,06 -0,04 0,04 Basis: Betriebe, die in einem oder mehreren Ausbildungsberufen ausbilden oder in den letzten 12 Monaten ausgebildet haben (Bei mehreren Ausbildungsberufen zählt der Beruf mit den meisten Auszubildenden) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2–−2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 86 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q26 und Q28: Bitte sagen Sie mir, wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Ausbildung einschätzen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A6 Branchen – derzeitige Wchtigkeit Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der beruflichen Ausbildung Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig erwartete Wichtigkeit (Mittelwert) Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz-Re paratur Übriges Verar beitendes Gewerbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherbergung und Gastronomie Finanz- und Versiche rungs-DL Übrige Unter nehmensnahe DL Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Perso nennahe DL Öffentlicher Dienst Lehrbücher, Fachbücher 1,47 0,12 1,58 1,52 1,54 1,60 1,60 1,33 1,40 1,20 1,40 1,52 Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,63 0,18 1,73 1,62 1,73 1,78 1,66 1,50 1,59 1,36 1,53 1,56 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,04 0,34 2,15 2,16 2,23 2,17 1,82 1,51 1,99 1,81 1,78 2,25 Präsenzunterricht im Betrieb 2,28 0,33 2,38 2,26 2,67 2,32 2,10 1,58 2,18 2,02 2,34 2,46 Fachspezifische Software 2,51 0,39 2,40 2,66 2,87 2,51 2,90 1,80 2,16 2,51 2,78 2,65 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,55 0,49 2,58 2,60 2,88 2,73 2,70 2,06 2,27 2,44 2,39 2,63 Referat, Vortrag 2,70 0,17 2,96 2,72 3,07 2,67 2,93 2,03 2,53 2,58 2,69 2,59 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,77 0,63 2,65 2,85 2,98 2,86 3,05 1,88 2,48 2,96 2,98 3,00 Lernplattformen 3,02 0,37 3,05 3,10 3,28 2,97 3,08 2,30 2,83 3,16 3,07 3,30 Videos 3,09 0,21 3,09 3,13 3,28 3,19 3,12 2,76 2,98 3,02 2,72 3,48 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,19 0,28 2,93 3,21 3,26 3,17 3,49 2,60 3,12 3,36 3,34 3,50 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,08 3,52 3,54 3,61 3,67 3,68 2,84 3,45 3,64 3,60 3,79 Wikis 3,59 -0,05 3,59 3,65 3,80 3,64 3,56 3,41 3,38 3,51 3,70 3,65 Online-Foren 3,61 -0,05 3,55 3,68 3,79 3,63 3,64 3,32 3,39 3,69 3,69 3,75 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,68 0,02 3,66 3,68 3,78 3,68 3,78 3,42 3,56 3,78 3,69 3,82 Virtuelle Klassenzimmer 3,68 0,00 3,68 3,73 3,73 3,79 3,82 3,19 3,54 3,74 3,65 3,87 Serious Games, also Lernspiele 3,68 -0,04 3,73 3,73 3,76 3,71 3,78 3,43 3,57 3,72 3,65 3,73 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 87
Q38 und Q40: Bitte sagen Sie mir, als wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Weiterbildung einschät zen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A10 Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Größenklassen – derzeitige Wichtigkeit Größenklassen – künftige Wichtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wich tigkeit (Mittel wert) 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 0,12 1,92 1,81 1,70 1,73 0,12 0,13 0,14 0,03 Lehrbücher, Fachbücher 2,14 0,05 2,18 2,04 2,00 1,89 0,06 0,04 0,00 -0,05 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,28 0,29 2,35 2,13 1,90 1,84 0,27 0,36 0,42 0,29 Fachspezifische Software 2,48 0,37 2,53 2,31 2,20 1,98 0,35 0,42 0,52 0,40 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,54 0,42 2,59 2,42 2,27 2,23 0,41 0,44 0,52 0,52 Präsenzunterricht im Betrieb 2,58 0,21 2,64 2,45 2,18 2,05 0,20 0,27 0,29 0,10 Referat, Vortrag 2,63 0,10 2,69 2,51 2,26 2,07 0,08 0,13 0,22 0,17 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,92 0,44 2,98 2,77 2,54 2,63 0,40 0,57 0,58 0,57 Videos 3,06 0,15 3,09 2,97 2,86 2,99 0,13 0,20 0,27 0,25 Lernplattformen 3,19 0,21 3,25 3,03 2,85 2,95 0,16 0,33 0,42 0,42 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,38 0,12 3,43 3,28 3,12 3,03 0,08 0,26 0,31 0,34 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,01 3,57 3,53 3,37 3,38 -0,01 0,00 0,14 0,20 Videokonferenzen, Skype 3,55 0,02 3,59 3,49 3,32 3,23 -0,01 0,05 0,23 0,29 Online-Foren 3,55 -0,05 3,57 3,56 3,45 3,42 -0,07 -0,04 0,07 0,10 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,61 -0,03 3,65 3,54 3,40 3,49 -0,06 0,02 0,12 0,15 Wikis 3,61 -0,13 3,65 3,51 3,39 3,30 -0,15 -0,10 0,04 0,12 Blogs 3,68 -0,12 3,70 3,64 3,53 3,52 -0,13 -0,12 0,01 0,06 Virtuelle Klassenzimmer 3,71 -0,07 3,73 3,66 3,53 3,58 -0,08 -0,06 0,05 0,12 Serious Games, also Lernspiele 3,73 -0,11 3,77 3,65 3,58 3,56 -0,13 -0,08 0,02 0,12 Podcasts 3,75 -0,16 3,77 3,72 3,61 3,67 -0,17 -0,17 -0,04 0,04 Basis: Weiterbildungsbetriebe (Q36=1 or Q37=1) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2 – −2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 94 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q38 und Q40: Bitte sagen Sie mir, als wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Weiterbildung einschät zen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A11 Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Branchen – derzeitige Wchtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wichtigkeit (Mittelwert) Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verarbei tendes Ge werbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherber gung und Gastrono mie Finanz- und Versi cherungs- DL Übrige Un terneh mensnahe DL Gesund heits- und Sozialwe sen Übrige Per sonennahe DL Öffentlicher Dienst Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 0,12 1,90 1,98 1,77 1,99 2,25 1,73 1,82 1,70 2,00 1,91 Lehrbücher, Fachbücher 2,14 0,05 2,12 2,23 2,03 2,38 2,56 2,22 2,08 1,85 2,04 2,08 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,28 0,29 2,30 2,25 2,47 2,34 2,76 2,33 2,17 2,11 2,09 2,48 Fachspezifische Software 2,48 0,37 2,25 2,51 2,60 2,67 2,99 2,16 2,15 2,45 2,86 2,49 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,54 0,42 2,31 2,63 2,70 2,68 2,76 2,45 2,38 2,59 2,64 2,24 Präsenzunterricht im Betrieb 2,58 0,21 2,58 2,46 2,78 2,50 2,80 2,59 2,54 2,48 2,55 2,94 Referat, Vortrag 2,63 0,10 2,82 2,72 3,03 2,66 3,24 2,17 2,51 2,49 2,62 2,09 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,92 0,44 2,65 2,90 3,13 2,98 3,29 2,15 2,73 3,05 3,16 3,10 Videos 3,06 0,15 2,88 3,04 3,33 3,04 3,31 2,68 2,96 3,19 2,86 3,28 Lernplattformen 3,19 0,21 3,11 3,24 3,34 3,08 3,34 3,02 3,05 3,33 3,27 3,40 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,38 0,12 3,22 3,37 3,52 3,35 3,50 3,21 3,31 3,40 3,49 3,64 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,01 3,42 3,52 3,54 3,61 3,65 3,48 3,42 3,68 3,62 3,78 Videokonferenzen, Skype 3,55 0,02 3,66 3,51 3,73 3,54 3,73 3,01 3,37 3,73 3,68 3,69 Online-Foren 3,55 -0,05 3,44 3,60 3,68 3,58 3,74 3,37 3,35 3,68 3,71 3,62 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,61 -0,03 3,46 3,58 3,77 3,58 3,79 3,51 3,48 3,76 3,72 3,61 Wikis 3,61 -0,13 3,58 3,60 3,77 3,66 3,75 3,44 3,40 3,79 3,71 3,63 Blogs 3,68 -0,12 3,69 3,64 3,77 3,72 3,81 3,50 3,54 3,79 3,73 3,76 Virtuelle Klassenzimmer 3,71 -0,07 3,63 3,69 3,75 3,75 3,73 3,66 3,62 3,77 3,74 3,84 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 95
(Fortsetzung Tab. A11) Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Branchen – derzeitige Wchtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wichtigkeit (Mittelwert) Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verarbei tendes Ge werbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherber gung und Gastrono mie Finanz- und Versi cherungs- DL Übrige Un terneh mensnahe DL Gesund heits- und Sozialwe sen Übrige Per sonennahe DL Öffentlicher Dienst Serious Games, also Lernspiele 3,73 -0,11 3,70 3,68 3,76 3,76 3,72 3,71 3,71 3,77 3,71 3,88 Podcasts 3,75 -0,16 3,75 3,76 3,84 3,74 3,82 3,63 3,69 3,80 3,81 3,74 Basis: Weiterbildungsbetriebe (Q36=1 or Q37=1) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2 – −2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 96 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q38 und Q40: Bitte sagen Sie mir, als wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Weiterbildung einschät zen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A12 Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Branchen – künftige Wchtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wichtigkeit (Mittelwert) Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verarbei tendes Ge werbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherber gung und Gastrono mie Finanz- und Versi cherungs- DL Übrige Un terneh mensnahe DL Gesund heits- und Sozialwesen Übrige Per sonennahe DL Öffentlicher Dienst Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 0,12 0,19 0,17 0,26 0,05 -0,04 0,12 0,12 0,21 0,09 -0,08 Lehrbücher, Fachbücher 2,14 0,05 0,06 0,12 0,29 -0,04 -0,12 -0,10 0,03 0,21 -0,02 -0,12 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,28 0,29 0,31 0,33 0,37 0,27 0,24 0,16 0,31 0,29 0,37 0,08 Fachspezifische Software 2,48 0,37 0,61 0,34 0,32 0,22 0,14 0,40 0,54 0,32 0,36 0,31 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,54 0,42 0,42 0,32 0,33 0,37 0,35 0,41 0,51 0,48 0,39 0,49 Präsenzunterricht im Betrieb 2,58 0,21 0,21 0,23 0,29 0,16 0,01 0,31 0,28 0,20 0,16 0,14 Referat, Vortrag 2,63 0,10 0,07 0,10 0,15 0,08 -0,23 0,15 0,21 0,05 0,07 0,12 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,92 0,44 0,62 0,41 0,18 0,36 0,43 0,75 0,53 0,46 0,26 0,47 Videos 3,06 0,15 0,25 0,19 0,06 0,16 0,03 0,47 0,15 0,10 0,07 0,19 Lernplattformen 3,19 0,21 0,32 0,21 0,13 0,15 0,12 0,51 0,31 0,14 0,07 0,18 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,38 0,12 0,22 0,16 0,12 0,07 -0,16 0,34 0,18 0,08 0,05 0,19 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,01 0,02 0,04 -0,03 0,01 -0,19 0,19 0,10 -0,09 -0,06 -0,04 Videokonferenzen, Skype 3,55 0,02 0,01 -0,04 -0,09 0,00 -0,25 0,20 0,17 -0,09 -0,14 0,29 Online-Foren 3,55 -0,05 -0,02 -0,17 -0,07 -0,04 -0,06 0,10 0,01 -0,11 -0,16 -0,03 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,61 -0,03 0,01 -0,10 -0,09 -0,06 -0,22 0,10 0,10 -0,16 -0,15 0,26 Wikis 3,61 -0,13 -0,12 -0,17 -0,08 -0,16 -0,21 -0,03 -0,04 -0,22 -0,21 -0,04 Blogs 3,68 -0,12 -0,15 -0,21 -0,13 -0,16 -0,06 -0,07 -0,01 -0,21 -0,24 0,01 Virtuelle Klassenzimmer 3,71 -0,07 -0,08 -0,07 -0,06 -0,13 -0,21 0,14 0,03 -0,15 -0,17 0,03 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 97
(Fortsetzung Tab. A12) Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Branchen – künftige Wchtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig er wartete Wichtigkeit (Mittelwert) Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verarbei tendes Ge werbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherber gung und Gastrono mie Finanz- und Versi cherungs- DL Übrige Un terneh mensnahe DL Gesund heits- und Sozialwesen Übrige Per sonennahe DL Öffentlicher Dienst Serious Games, also Lernspiele 3,73 -0,11 -0,12 -0,12 -0,06 -0,17 -0,19 -0,12 -0,03 -0,15 -0,17 -0,09 Podcasts 3,75 -0,16 -0,17 -0,22 -0,19 -0,13 -0,06 -0,09 -0,12 -0,26 -0,25 -0,03 Basis: Weiterbildungsbetriebe (Q36=1 or Q37=1) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2 – −2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 98 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q38 und Q40: Bitte sagen Sie mir, als wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Weiterbildung einschät zen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A13 Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Innovationsindex – derzeitige Wichtigkeit Innovationsindex – künftige Wichtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig erwar tete Wichtigkeit (Mittelwert) innovativ zeitgemäß traditionell innovativ zeitgemäß traditionell Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 0,12 1,65 1,94 2,01 0,17 0,12 0,07 Lehrbücher, Fachbücher 2,14 0,05 1,93 2,16 2,33 0,06 0,06 0,01 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,28 0,29 2,08 2,23 2,58 0,46 0,27 0,22 Fachspezifische Software 2,48 0,37 2,28 2,46 2,68 0,44 0,37 0,31 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,54 0,42 2,38 2,55 2,63 0,53 0,38 0,42 Präsenzunterricht im Betrieb 2,58 0,21 2,32 2,55 2,83 0,41 0,20 0,03 Referat, Vortrag 2,63 0,10 2,48 2,67 2,70 0,19 0,07 0,08 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,92 0,44 2,64 2,92 3,10 0,58 0,42 0,40 Videos 3,06 0,15 2,88 3,07 3,13 0,30 0,11 0,11 Lernplattformen 3,19 0,21 3,02 3,18 3,29 0,31 0,19 0,15 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,38 0,12 3,30 3,38 3,44 0,09 0,14 0,11 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,01 3,38 3,56 3,67 0,00 0,02 0,01 Videokonferenzen, Skype 3,55 0,02 3,46 3,54 3,64 -0,04 0,04 0,00 Online-Foren 3,55 -0,05 3,47 3,54 3,65 -0,08 -0,03 -0,13 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,61 -0,03 3,52 3,61 3,67 -0,10 -0,02 0,02 Wikis 3,61 -0,13 3,54 3,59 3,74 -0,14 -0,11 -0,16 Blogs 3,68 -0,12 3,64 3,68 3,68 -0,14 -0,11 -0,15 Virtuelle Klassenzimmer 3,71 -0,07 3,65 3,70 3,76 -0,14 -0,05 -0,07 Serious Games, also Lernspiele 3,73 -0,11 3,74 3,72 3,74 -0,15 -0,10 -0,12 Podcasts 3,75 -0,16 3,71 3,74 3,82 -0,15 -0,17 -0,17 Basis: Weiterbildungsbetriebe (Q36=1 or Q37=1) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2 – −2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 99
Q38 und Q40: Bitte sagen Sie mir, als wie wichtig Sie die folgenden Medienformate derzeit und künftig in der beruflichen Weiterbildung einschät zen? Antwortskala derzeit: 1=Sehr wichtig, 2=Wichtig, 3=Weniger wichtig, 4=Unwichtig; Antwortskala künftig: 2=Deutlich wichtiger, 1=Etwas wichtiger, 0=In seiner Bedeutung gleichbleibend, −1=Etwas weniger wichtig, −2=Deutlich weniger wichtig. Tabelle A14 Derzeitige und künftig erwartete Wichtigkeit von Medienformaten in der Weiterbildung Regionen – derzeitige Wichtigkeit Regionen – künftige Wichtigkeit Derzeitige Wichtigkeit (Mittelwert) Künftig erwartete Wich tigkeit (Mittelwert) Nord West Süd Ost Nord West Süd Ost Schriftliche Unterlagen, Handouts 1,89 0,12 1,98 1,85 1,90 1,86 0,12 0,12 0,08 0,18 Lehrbücher, Fachbücher 2,14 0,05 2,04 2,10 2,23 2,17 0,05 0,07 -0,02 0,12 Reale Gruppenarbeit, Teamarbeit 2,28 0,29 2,31 2,28 2,31 2,23 0,29 0,31 0,29 0,27 Fachspezifische Software 2,48 0,37 2,71 2,46 2,41 2,44 0,30 0,45 0,38 0,30 Informationsangebote im Internet, z.B. Handbücher, Filme etc. 2,54 0,42 2,57 2,56 2,49 2,59 0,39 0,41 0,47 0,39 Präsenzunterricht im Betrieb 2,58 0,21 2,49 2,52 2,61 2,69 0,20 0,31 0,22 0,06 Referat, Vortrag 2,63 0,10 2,67 2,65 2,54 2,70 0,11 0,10 0,12 0,06 Lernprogramme, also WBT: web based training oder CBT: computer based training 2,92 0,44 2,90 2,92 2,91 2,94 0,33 0,50 0,52 0,30 Videos 3,06 0,15 2,93 3,06 3,15 3,01 0,16 0,18 0,13 0,12 Lernplattformen 3,19 0,21 3,23 3,13 3,23 3,18 0,21 0,28 0,24 0,06 Software zur Prüfung von Lernerfolgen 3,38 0,12 3,41 3,28 3,37 3,54 0,01 0,19 0,22 -0,03 Simulationen/virtuelle Welten 3,55 0,01 3,46 3,51 3,62 3,57 0,03 0,02 0,03 -0,05 Videokonferenzen, Skype 3,55 0,02 3,58 3,45 3,61 3,62 0,02 0,05 0,05 -0,10 Online-Foren 3,55 -0,05 3,61 3,50 3,56 3,60 -0,16 0,01 0,00 -0,16 MOOCs, also Massive Open Online Courses 3,61 -0,03 3,56 3,59 3,61 3,68 -0,05 -0,04 0,05 -0,12 Wikis 3,61 -0,13 3,63 3,53 3,61 3,74 -0,14 -0,11 -0,05 -0,25 Blogs 3,68 -0,12 3,72 3,60 3,71 3,73 -0,13 -0,08 -0,06 -0,26 Virtuelle Klassenzimmer 3,71 -0,07 3,67 3,69 3,70 3,76 -0,12 -0,09 0,03 -0,14 Serious Games, also Lernspiele 3,73 -0,11 3,66 3,69 3,80 3,77 -0,17 -0,08 -0,06 -0,19 Podcasts 3,75 -0,16 3,76 3,70 3,74 3,85 -0,19 -0,12 -0,09 -0,30 Basis: Weiterbildungsbetriebe (Q36=1 or Q37=1) Mittelwerte von 1–4 für derzeit und +2 – −2 für künftig, Ranking nach derzeitiger Wichtigkeit absteigend 100 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Q12: Und wie wird sich die Bedeutung der digitalen Geräte Ihrer Meinung nach in Ihrem Betrieb in den nächsten drei Jahren entwickeln? Werden die digitalen Geräte bei den folgenden Tätigkeiten 2=deutlich wichtiger, 1=etwas wichtiger, 0=in ihrer Bedeutung gleichbleiben, −1=etwas weniger wichtig, −2=deutlich weniger wichtig? Tabelle A15 Künftige Entwicklung der Bedeutung von digitalen Geräten bei Tätigkeiten im Betrieb Größenklassen Innovationsindex Region Alle Beschäftigte 1–19 Beschäftigte 20–49 Beschäftigte 50–249 Beschäftigte 250+ Beschäftigte innovativ zeitgemäß traditionell Nord West Süd Ost 1 Informationsbeschaffung 0,77 0,76 0,80 0,95 0,90 0,89 0,76 0,73 0,72 0,82 0,78 0,73 2Externe Kommunikation und Kooperation 0,76 0,74 0,80 0,97 0,91 0,86 0,79 0,64 0,76 0,77 0,79 0,71 3Verkauf Ihrer Waren und Produkte 0,65 0,63 0,74 0,89 0,85 0,75 0,68 0,52 0,59 0,72 0,64 0,64 4Dokumentation der eigenen Arbeit 0,60 0,58 0,63 0,81 0,60 0,76 0,60 0,48 0,68 0,61 0,54 0,58 5Bestellung von Waren und Dienstleistungen 0,59 0,58 0,60 0,75 0,72 0,65 0,60 0,53 0,65 0,60 0,53 0,63 6Erstellung von Konzepten, Angeboten und Präsentationen 0,56 0,53 0,62 0,81 0,63 0,73 0,55 0,46 0,63 0,57 0,51 0,55 7Interne Kommunikation und Kooperation 0,54 0,49 0,69 0,91 0,76 0,68 0,51 0,45 0,55 0,54 0,55 0,49 8Planung, Organisation und Controlling 0,54 0,51 0,65 0,86 0,66 0,67 0,54 0,45 0,56 0,62 0,47 0,52 9Qualitätskontrolle 0,49 0,45 0,62 0,83 0,65 0,63 0,50 0,40 0,48 0,54 0,46 0,46 10 Durchführung oder Steuerung von Maschinen oder Arbeits prozessen 0,43 0,38 0,55 0,80 0,80 0,51 0,49 0,24 0,40 0,50 0,42 0,38 11 Entwicklung und Design von Produkten 0,42 0,38 0,47 0,72 0,69 0,67 0,37 0,31 0,27 0,49 0,42 0,40 Basis: Betriebe, auf die Tätigkeit derzeit zutrifft (n=1.633 bis 2.990 – je nach Tätigkeit) Antwortskala „Künftige Wichtigkeit“: −2=deutlich weniger wichtig, −1=etwas weniger wichtig, 0=in der Bedeutung gleichbleibend, 1=etwas wichtiger, 2=deutlich wichtiger 10 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht WDP 177 101
Q12: Und wie wird sich die Bedeutung der digitalen Geräte Ihrer Meinung nach in Ihrem Betrieb in den nächsten drei Jahren entwickeln? Werden die digitalen Geräte bei den folgenden Tätigkeiten 2=deutlich wichtiger, 1=etwas wichtiger, 0=in ihrer Bedeutung gleichbleiben, −1=etwas weniger wichtig, −2=deutlich weniger wichtig? Tabelle A16 Branchen Künftige Entwicklung der Bedeutung von digitalen Geräten bei Tätigkeiten im Betrieb Alle Branchen Fahrzeug-/ Maschinen bau, Kfz- Reparatur Übriges Verar beitendes Ge werbe Baugewerbe Groß- und Einzelhandel Beherbergung und Gastronomie Finanz- und Versiche rungs-DL Übrige Unter nehmensnahe DL Gesundheits- und Sozialwesen Übrige Perso nennahe DL Öffentlicher Dienst 1 Informationsbeschaffung 0,77 0,88 0,89 0,75 0,76 0,70 1,00 0,72 0,85 0,74 0,62 2Externe Kommunikation und Kooperation 0,76 0,86 0,87 0,72 0,73 0,73 1,13 0,73 0,75 0,71 0,72 3Verkauf Ihrer Waren und Produkte 0,65 0,74 0,81 0,55 0,74 0,66 0,79 0,61 0,51 0,48 0,54 4Dokumentation der eigenen Arbeit 0,60 0,47 0,65 0,60 0,53 0,54 0,80 0,57 0,75 0,51 0,73 5Bestellung von Waren und Dienstleistungen 0,59 0,73 0,75 0,61 0,67 0,72 0,71 0,45 0,57 0,50 0,42 6Erstellung von Konzepten, Angeboten und Prä sentationen 0,56 0,62 0,71 0,59 0,54 0,50 0,95 0,54 0,42 0,51 0,46 7Planung, Organisation und Controlling 0,54 0,54 0,67 0,54 0,55 0,54 0,87 0,50 0,51 0,47 0,47 8Interne Kommunikation und Kooperation 0,54 0,55 0,61 0,57 0,52 0,37 0,78 0,53 0,50 0,45 0,68 9Qualitätskontrolle 0,49 0,54 0,65 0,36 0,49 0,45 0,47 0,44 0,64 0,41 0,60 10 Durchführung oder Steuerung von Maschinen oder Arbeitsprozessen 0,43 0,55 0,75 0,35 0,37 0,26 0,53 0,39 0,40 0,36 0,54 11 Entwicklung und Design von Produkten 0,42 0,30 0,63 0,23 0,25 0,43 0,73 0,51 0,40 0,24 0,40 Basis: Betriebe, auf die Tätigkeit derzeit zutrifft (n=1.633 bis 2.990 – je nach Tätigkeit) Antwortskala „Künftige Wichtigkeit“: −2=deutlich weniger wichtig, −1=etwas weniger wichtig, 0=in der Bedeutung gleichbleibend, 1=etwas wichtiger, 2=deutlich wichtiger 102 WDP 177 Tabellenanhang zum Ergebnisbericht 10
Abstract Lernen im Arbeitsprozess ist das Paradigma zur Förderung beruflicher Handlungskompe tenz. Wie steht es um dieses Paradigma ange sichts der Digitalisierung der Arbeits- und Be rufswelt? Welche digitalen Geräte und Anwen dungen werden in den Betrieben für Lern- und Arbeitsprozesse eingesetzt, welche nicht? Wie sieht das Nutzungsverhalten im Betriebsalltag aus? Welche Chancen und welche Barrieren existieren? Antworten auf diese und viele an dere Fragen gibt die vorliegende Publikation, die Ergebnisse einer erstmalig durchgeführten repräsentativen Betriebsbefragung in Deutsch land dokumentiert. Die Studie wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auf trag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit TNS Infra test Sozialforschung durchgeführt. Learning within the work process is the paradigm for the promotion of professional employability skills. What has become of this paradigm in view of the digitalization of the work and professional world? Which digital devices and applications are used in the workplace for learning and work processes, and which are not? What is the usage behaviour in day-to-day operation like? Which opportunities and barriers exist? Answers to these and many other questions are provided by the current publication, the documented results of the first representative company survey performed in Germany. The study was conducted on behalf of the Federal Ministry of Education and Research by the Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB), in cooperation with TNS Infratest Sozialforschung. Abstract WDP 177 103