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Hegel, der Historismus und die Dialektik

Bülow, Friedrich

Abstract

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Full text

Bülow, F ied ich A icle Hegel, de His o ismus und die Dialek ik Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Bülow, F ied ich (1949) : Hegel, de His o ismus und die Dialek ik, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 69, Iss. 3, pp. 27-62, h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290670 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Im B ennpunk des wissenscha s heo e ischen In e esses de Gegen- wa s eh , sei dem sich de S ei um die his o ische Me hode zum P oblem des His o ismus e dich e ha und die in de wel anschau- lichen Auseinande se zung zum Modewo e lach e Dialek ik de es - losen Klä ung ha , die F age de Geschich lichkei übe haup , d. h. nich de Geschich e als Wissenscha ode als E kenn nisobjek eine Disziplin, sonde n des Geschich lichen als eine Weise des Seins, mi ande en Wo en: die nach dem Wesen de geschich lichen Wi klichkei , wie sie sich sowohl im Leben des Indi iduums als auch und o nehmlich in de En wicklung de menschlichen Gesellscha o enba . Je meh man sich nun mi den so au ge oll en P oblemen ausein- ande gese z ha und in den Ke n de Sache ged ungen is , des o nach- d ückliche is man ungeach e alle be ech ig en und unbe ech ig en K i ik eumü ig zu de dem Kenne s e s e au gebliebenen Einsich zu ückgekeh , daß alle Fäden de geis esgeschich lichen *und sozial- philosophischen P oblema ik des 19. Jah hunde s bei Hegel zusammen- lau en und dahe auch die Auseinande se zung mi ihm o d ingliche Au gabe bleib . Kein Zwei el: seine Logik und seine Geschich sme aphysik sind de uch ba e Näh boden, au dem in Deu schland und da übe hinaus wei gehend auch im üb igen Eu opa das his o ische Denken e wachsen is . Als Ahnhe n ha man, wenn wi Hegels eigene inne e En wicklung ins Auge assen, neben Rousseau, Mon esquien und ande en An ege n o allem He de zu be ach en, bei dem sich die Be eiung des ge- schich lichen Bewuß seins ollzieh 1. Ihm e dank Hegel neben dem Sinn ü Geschich lichkei die de Dialek ik den Weg bahnende Idee de Lebendigkei in de To ali ä de das Uni e sum e üllenden K ä e, 1 Li , Theodo : Die Be eiung des geschich lichen Bewuß seins du ch J. G. He - de . Leipzig 1942. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 28 F ied ich Bülow [284 die konk e e Idee als das „in de E ah ung wah genommene Ganze en gegengese z e Bes immungen"2. Alle his o ischen Schulen — und es gib de en bekann e maßen neben de his o ischen Rech sschule und de his o ischen Schule de Na ionalökonomie in ande en Wissenscha en e wand e Rich ungen — deu en, sie mögen nun im einzelnen zu Hegel ode gegen ihn ges anden haben, au den G oßen hin, de sie alle übe scha e und bei dem le z - lich die Wu zeln desjenigen P oblemansa zes liegen, aus dem His o is- mus und Dialek ik gebo en und zu e s ehen sind. Die Hegeische On ologie is das geis ige Fundamen , au dem alle Denke ußen, die sich mi den F agen des Geschich lichen und des Wesens de Geis eswissenscha en im Un e schiede on den Na u - wissenscha en be aß haben. Man soll e dahe auch an die P oblema ik des His o ismus, wie sie, um nu die wich igs en Namen zu nennen, du ch Dil hey, Windelband, Ricke , Simmel, Max Webe , T oel sch, Meinecke, Sp ange , Somba , Me zge , Ro hacke , Li und Ka l Mann- heim he au beschwo en und du chdach wo den is , nich he angehen, ohne das P oblem de Geschich lichkei „an und ü sich" bei Hegel geklä und in seine Beziehung zu Dialek ik e kann zu haben. Ha e noch Kuno Fische s die E neue ung des Hegels udiums glanz oll einlei ende Da s ellung de Hegeischen Philosophie 19013, die o wiegend au eine so g äl igen In e p e a ion de g oßen Haup - we ke des Meis e s be uh und so all denen, die sich übe Hegel o ien- ie en woll en, ü die jedoch das S udium de We ke Hegels in olge de un e s ändlich gewo denen Ausd ucksweise nahezu unmöglich ge- wo den wa , als willkommene und bequeme Nachschlageg undlage ge- dien , so bedeu e e Wilhelm Dil heys am 23. No embe 1905 in de Be line Akademie de Wissenscha en o ge agene und 1906 e ö en lich e „Jugendgeschich e Hegels" in be on em Gegensa z zu Kuno Fische die Ve wi klichung de Fo de ung, die A - bei en on Ka l Rosenk anz und Rudol Haym „au G und des neuen olls ändigen Appa a s" (gemein is de Hegelnachlaß de Königlichen Biblio hek in Be lin) du ch eine inne e En wicklungsgeschich e Hegels zu ollenden. „Die Zei des Kamp es mi Hegel is o übe , die seine his o ischen E kenn nis is gekommen. Diese his o ische Be ach ung wi d e s das Ve gängliche in ihm on dem Bleibenden sonde n." Dil hey ha die zu lösende Au gabe dahingehend p äzisie , daß es sich da um handle, die Ausbildung on Hegels Pan heismus, seine dialek ischen Me hode, de Ano dnijng de Ka ego ien in seine Logik und seines 1 Vgl. Michele : Geschich e de le z en Sys eme de Philosophie in Deu schland on Kan bis Hegel. Be lin 1837, Bd. I, S. 323. 3 Fische , Kuno: Geschich e de neue en Philosophie. 8. Bd., 1. u. 2. Teil. 1. Au l. 1901. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 285] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 29 Ve ah ens, die Ges al en des geschich lichen Lebens in einen philo- sophischen Zusammenhang zu b ingen und an Hand de e hal enen Manusk ip e da zus ellen. Und wenn e auch selbs im Zeichen de ein- se zenden „Hegel enaissance" und „Rückkeh zu Hegel" (schon Nie zsche ha e au die Philosophie des We dens bei Hegel mi übe - aschendem Nachd uck hingewiesen) einsei ig und le z lich i e üh end die En wicklung des Denke s zum „mys ischen Pan heismus" in den Mi elpunk ge ück ha , so läß sich doch nich e kennen, daß seine Da s ellung de Jugendgeschich e Hegels de E neue ung des Hegel- s udiums die s ä ks en An iebe gegeben ha . Nachdem dann 1910 Wilhelm Windelband in seine Heidel- be ge Fes ede „die E neue ung des Hegelianismus" philosophisch be- g ünde und un e besonde e He o hebung des P oblems des His o is- mus e künde ha e, se z e nich nu in de Philosophie, sonde n auch in en e n e en Disziplinen, insbesonde e in de Rech sphilosophie (man e gleiche die ich ungweisende Sch i des Leipzige Rech sleh e s Richa d Schmid „Die Rückkeh zu Hegel und die s a ech liche Ve - b echensleh e")4 ein auch philologisch e ie es und das Ve s ändnis de einzelnen We ke e schließendes S udium de Hegeischen Philo- sophie ein. Es ha , wenn man o allem die g undlegenden Sch i en on Geo g Lasson, Richa d K one , Theodo Hae ing, He mann Glock- ne , Jus us Schwa z, Nicolai Ha mann und nich zule z im Hinblick au die sozialphilosophischen Belange die de Ju is en Julius Binde , Ma in Busse, Ge ha Dulckei und Ka l La enz be ücksich ig , ein ganz neues Hegelbild gescha en, das es auch ü die Na ionalökonomie und die Soziologie auszuwe en gil und das geeigne is , übe aschend ak uelle, iele Miß e s ändnisse de bishe igen Hegelda s ellung und Hegelk i ik klä ende und besei igende Aspek e zu gewäh en. Übe blick man das gesam e, du ch He mann Nohl un e dem i e- üh enden Ti el „Hegels heologische Jugendsch i en" (1907) e ö en lich e handsch i liche Ma e ial, so is de behe - schende, die geis ige En wicklung Hegels kennzeichnende G undzug olgende : Ha e Kan e kenn nis heo e isch seine philosophischen K i ik als E ah ungssubs a die ma hema ische Na u wissenscha im S ile Keple s, Galileis und New ons zug unde geleg und lau e e dem- en sp echend seine F age: „Wie is ma hema ische Na u wissenscha möglich?", so is Hegels Blick on o nhe ein au das Beg ei en on Leben und Geschich e und da übe hinaus au die Besei igung de in seine Zei zu age ge e enen En zweiungen ge ich e . Sein G und- p oblem lau e : Wie is Leben, wie is Geschich e möglich? Und nich zule z : Wo e geben sich Ansa zpunk e zu eine Heilung de in de Ge- 4 S u ga 1913. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 30 F ied ich Bülow [286 genwa (Hegel s ell sich mi seine Philosophie konk e in die Zei am Ende des 18. Jah hunde s und „in den wes lichen No den") zu age ge e enen Wide sp üche? In diesem Sinne is Hegels Philosophie nich wie die Kan s nu an de wissenscha lichen E ah ung nach A de mode nen Na u wissenscha , sonde n an de menschlichen E ah ung übe haup (sowohl de äuße en wie de inne en) o ien ie . Sie is on G und au Lebens-, Geschich s- und Sozialphilosophie, so seh sie sich auch de heologischen Themen wegen scheinba o nehmlich eligions- philosophisch ge ie und bis zum Tode des Denke s das eligiöse P o- blem als ein höchs es Anliegen im Auge behäl . Bezeichnende weise umk eis das Hegeische Jugenddenken, imme wiede e neu anse zend, zwei ü den Denke in diese Zei en schei- dend wich ige soziologische Phänomene de En zweiung, nämlich das eligiöse, d. h. den Gegensa z on posi i em, pla a ionalis ischem.Ki chendenken und wah e Volks eligion eine sei s, und das poli ische, d.h. den Wide s ei zwischen e s a e , unlebendige S aa s e assung und lebendige , au F eihei au bauen- de Gemeinscha eines Volkes ande e sei s. Von An ang an s eh Hegels Denken im Zeichen des Wide sp uchs zwischen posi i em Ki chenglauben und wah e Volks eligion sowie des Wide s ei s zwischen y annischem Zwang und F eihei . Lei idee is die de Ve lebendigung o und s a gewo dene soziale Fo men. Die on den Ideen de F anzösischen Re olu ion beseel e F age lau e : Was muß eligiös und poli isch geschehen, „wenn menschliche Gesell- scha s a haben soll"5? Cha ak e is isch ü Hegel is die Ta sache, daß das eligiös-si liche Ideal de E neue ung dem poli ischen zunächs o ans eh .- Ziel is in beiden Fällen das Leben als Einhei , als e söhn- e Wide sp uch. In diesem Sinne geh Hegel bei seinem Philosophie en on eligiös und poli isch bes imm e Exis enz aus und s ell in bezug au sie die Seins age. Hie bei wende sich sein ganzes Bemühen mi de Ene gie eines zäh sich du ch ingenden Denkens gegen jede A dualis ische T ennung. Was e will, is Einhei lichkei des Lebens, lebendige Si lichkei , Religiosi ä und Daseinsges al ung in einem sozialen Ganzen, im Hin e g unde — wie Schille und Hölde lin — dem G iechen um als dem Inbeg i ideale Gemeinscha se üllung huldigend. Um die in den beiden genann en E scheinungen soziale Ze issen- hei angeleg e P oblema ik in ih e ganzen T agwei e ü das spä e e Sys em zu e kennen, genüg es nich , lediglich nachzuweisen, wie Hegel on Jugend au geschich liche Exze p e ange e ig und sich liebe oll mi his o ischen Da s ellungen be aß ha , im einzelnen au zuzeigen, 6 Nohl, S. 13. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 287] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 31 welche geis igen Ein lüsse au ihn gewi k haben, im Zeichen welche Denke e ges anden ha . Es gil ielmeh , in den einzelnen S adien seine inne en En wicklung zu e olgen, wie ihn philosophisch, mi be on e Aus ich ung au die soziologischen Phänomene, das P oblem Leben und Geschich e on An ang an und in s eigendem Maße gepack ha , wie sich bei ihm langsam, abe mi unheimliche und e s aunliche Konsequenz und Nachhal igkei die sozialphilosophische P oblema ik en al e , wie sie in Fluß komm und dann — iel äl ig geschich e und „au gehoben" — in das ollende e Sys em einmünde . Nu so geling es abe auch, dem F agenkomplex des His o ismus und de Dialek ik en gegen den Hegelda s ellungen, die wei e hin lediglich ode o wiegend die Al e swe ke zug unde legen, au G und eine e ie en Analyse de inne en En wicklung des Denke s und Au deckung de e schiedenen Mo i e des Hegeischen Philosophie ens ge ech zu we den, an Hand de Au weisung eine geis igen Linie dem heu igen Geschlech , dem das Lesen on Hegels Logik, Enzyklopädie und Rech sphilosophie schon ohnehin ein sp achlich s ä ks ens e - schwe is , das Lebenswe k dieses g öß en deu schen Sozialphilo- sophen wiede nähe zub ingen und so diese in den Al e swe ken e - s a e und dialek isch e b äm e, in ih e g andiosen A chi ek onik und sys ema ischen Geschlossenhei e s aunliche Gedanken ülle aus den noch jugend ischen, sp achlich lüssigen und lebendigen Konzep- ionen de F ühzei e s ehba und ü die Gegenwa sp obleme nu z- ba zu machen. Hinsich lich de Tübinge , Be ne und F ank u e F agmen e gil imme noch das Wo Dil heys: „Hegel ha nich s Schöne es gesch ieben", und man da hinzu ügen: nich s Kla e es, Eind ucks olle es und Tie sinnige es. Nu we sie kenn , weiß, aus welchen Quellen die Hegeische Philosophie, insbesonde e seine Dialek- ik, ih e K ä e gezogen ha . Die beiden geis igen Mäch e, die Hegels Jugenden wicklung en - scheidend bes imm haben, sind G iechen um und Ch is en- um. Und wenn auch zum Un e schied on de o wiegend neu- humanis isch ge ich e en E ziehung de S u ga e Gymnasialzei im Tübinge S i au G und des heologischen S udiums das posi i e Ch is en um in den Vo de g und i und, be eiche du ch die Kan - sche E kenn nisk i ik, au den jungen Hegel wi k , so da doch da- neben nich de pie is isch-mys ische Einschlag des ihm oh Jugend au e mi el en Bildungsgu es hinsich lich de Bedeu ung ü die spä e e Fo mung seines Wel bildes e kann we den. Fü die An änge eigenen Philosophie ens im Gegensa z zu eine Pe iode o wiegend ezep i e geis ige Tä igkei is de e s e Beleg das sogenann e Tübinge F agmen , d. h. de g öß e Teil de OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 32 F ied ich Bülow [288 on He mann Nohl un e dem on ihm gewähl en Ti el „V o 1 k s - eligión und Ch is en u m" e ö en lich en Manusk ip e Hegels6. Deu lich zeig dieses Kon olu , wie das eligiöse und das poli ische P oblem in den Vo de g und des In e esses ücken, beiden gemeinsam de Gedanke de sozialen Ve bundenhei . Insbesonde e is es das Ch is en um, mi dem sich Hegel on nun an in wachsendem Maße k i isch auseinande se z . E s ell sich zunächs konk e die F age, wie in seinem Raum und in s e i n e Zei , d. h. au p o es an- ischem Boden und im Zei al e de Au klä ung und des Absolu ismus, Religion als gesellscha liche E scheinung möglich sei. De gedank- liche Ansa z seines Philosophie ens is also ein ausgesp ochen eligions- soziologische und sozialphilosophische , wie e ja übe haup in diese ganzen F ühzei , wenn wi neben den F agmen en auch die e hal enen Au sä ze be ücksich igen, zu eine ausgesp ochen soziologischen Au - assung de Kul u p obleme neig . Die Ke n age lau e : „Wie is Religion als Angelegenhei de Ge- meinscha möglich?" Wah e Religion is ü ihn nich Sache des In- di iduums, sonde n wesen lich ein soziales Phänomen. Die Spal ung in P i a eligion und S aa ski che, wie e sie o and, soziologisch ge- sehen: die T ennung in eine gebilde e, bü ge liche Schich mi in- di idualis isch- a ionalis ischem Einschlag, die ih e geis ige Selb- s ändigkei gegen den S aa des Absolu ismus zu schü zen ha e und die diesem S aa , insbesonde e de S aa ski che eindlich gegenübe - s and, daneben die Menge de üb igen Menschen, die gleichgül ig S aa und S aa s eligion hinnahmen ode — eben alls in Opposi ion — sich sek ie e isch in kleine en G uppen, meis ens dem Pie ismus huldigend, ge ühlsmäßig ab iegel en, und — allen gegenübe s ehend — de S aa , e kö pe im Fü s en, in de Regie ung, im Beam en um und Mili ä , diese A mosphä e de inne en Disk epanz, des gesell- scha lichen Gegensa zes wa ü ihn de Ans oß und die E ah ungs- g undlage zu En deckung des ü sein ganzes Sys em maßgebenden Beg i s de En gegense zung. Die mi unsägliche Mühe in imme neuen Ansä zen sich ollziehende Denkans engung dieses langsam, abe zäh sich en wickelnden Philosophie ens gil schon hie wie spä e de Übe windung des so e leb en Zwiespal s du ch Syn hese, du ch Au nahme de En gegense zung in die Einhei . En gegense zung und Einhei : das sind die beg i lichen Mi el, die Hegel hie en - deck und die zei seines Lebens diejenigen bleiben, de en e sich zum Beg ei en des Lebens, de Geschich e, de Wi scha , des Rech s be- dien und die die logischen Wu zeln seine dialek ischen Me hode bilden. • Nohl, S. 3—29 und S. 355—359. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 289] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 33 Die de S aa s eligion, de „Objek i i ä ", gegenübe s ehende P i a eligion um aß die au geklä e Ve s andes eligion und die pie- is ische Ge ühls eligion, beide bei ihm zusammenge aß du ch den gemeinsamen Beg i de „Subjek i i ä ": eine syn he ische Zusammen- schau, de en soziologisches Subs a hie an de Quelle des Hegeischen Denkens deu lich e kennba is . Von de Wel des Zwiespal s, des un e söhn en Wide sp uchs nimm diese Philosophie ih en Ausgang. Das Leben als Syn hese, als Ve einigung, als e söhn e Wide sp uch is schon je z ih Ziel. Alle Beg i e, die Hegel en wickel , hängen mi diese U sp ungs- si ua ion de En zweiung zusammen. Abe de Gegensa z is nich nu de seines Denkens, sonde n de seine Exis enz, seine eligiösen und seine poli ischen. Seine Philosophie geh konk e on eligiös und poli isch bes imm e Exis enz, on den Daseinsnö en aus, wie e sie in seine u eigenen Lage e leb . Es is ein bes imm es Sein, dem sein F agen en s amm . Die ganze Au klä ung kann im Hegeischen Sinne als En gegen- se zung gedeu e we den; denn sie is Opposi ion eines Subjek i en gegen ein Objek i es, wie sie uns am ollende s en in de Philosophie Kan s en gegen i . Ih Haup gegne is das he schende eligiöse und poli ische Sys em, o allem die Ve bindung on S aa ski che und ab- solu em S aa . Mi den P inzipien de Kan schen Philosophie und den Ideen de F anzösischen Re olu ion im Bunde wi d de Kamp ge üh . Ha e die Au klä ung im Zeichen de Leibnizschen Idee de p ä- s abilie en Ha monie ges anden, wa sie de eligiös undie e und enaissanceha -kosmisch e leb e Einhei sgedanke diese Epoche ge- wesen und ha e in diesem Sinne auch Adam Smi h die Wi scha s- heo ie des he au kommenden Libe alismus konzipie , indem e Egoismus des Einzelnen und Wohl des Ganzen ha monisch zusammen- üg e, so ollzieh Hegel die konk e e Wendung, indem e au G und eine en wicklungsgeschich lichen Schau die Ha monie nich abs ak o ausse z , sonde n sie konk e als Einhei aus de Übe windung des Wide sp uchs zu gewinnen such , mi ande en Wo en: nich s a isch, sonde n dynamisch, nich analy isch, sonde n syn he isch e äh . De Beg i de En gegense zung und da aus olgend die Negie ung des Gegensa zes, wie e ihn bis zum Sys em hin mi e bissene Ene gie in alle Be eiche e olg , is de Funke, an dem sich das dialek ische Denken Hegels — ausgehend on de au klä e isch-kan ischen Gegen- übe s ellung eines Objek i en und eines Subjek i en — en zünde . Ha en ihm das eligiöse und das poli ische P oblem objek i in de ealen Wi klichkei das P inzip de En gegense zung nahegeb ach , so e leb e es inne lich-subjek i in dem Gegensa z on Ge ühl und Ve s and, on He z und Ve nun , on Rousseaus und Schille s Schmoll e « Jah buch LXIX, 3 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 34 F ied ich Bülow [290 Appell an das Ge ühl eine sei s und on Kan s Ve s andeswel ande e - sei s. Ge ühl, He z, Liebe au de einen, Ve s and, Ve nun au de ande en Sei e we den die beiden geis igen Pole, die es mi einande zu e binden, die es zu e söhnen, die es in einem Höhe en „au zuheben" gil . In diese F ühzei ingen bei ihm Ge ühl und Ve s and mi ein- ande . E such ih en Zwiespal zu übe winden, abe e schei e eins - weilen, und es beda eines langen Weges, um zum Ziele, zu eine Syn hese zu gelangen. Das Ge ühl sp ich ü eine Religion des He zens, de Ve s and ü eine de Ve nun . Kan s si lich- eligiöse G und- sä ze, wie e sie aus seine p ak ischen Philosophie und seine Sch i „Die Religion inne halb de G enzen de bloßen Ve nun " (1793) kennenle n , imponie en ihm gewal ig. Abe He z und Ve s and s ehen noch gegeneinande . Rousseau is wei e hin sein Lieblingssch i s elle , Hölde lin sein F eund und Schille gil seine Begeis e ung. Imme meh jedoch gewinn in diese Zei Kan Raum in Hegels Wel anschauung. Das Ve nun p inzip (Ve s and und Ve nun we den noch nich be- g i lich oneinande geschieden) d oh übe das des He zens, des Ge- ühls zu siegen. Die Be ne Zei s eh be ei s ganz im Zeichen Kan s. Was ihm an dem g oßen Königsbe ge imponie , das is die Kla hei de Ve nun , die Übe legenhei des Denkens und nich zule z das ie e si liche Pa hos. Abe seinem Dualismus und e hischen Rigo ismus begegne e on o nhe ein skep isch-ablehnend. Die Abneigung gegen- übe jede A on ennende En gegense zung is de Gä s o , de seine gedankliche En wicklung wei e eib . Mi Schille is Hegel an h opologisch de Ansich , daß de Mensch ein aus Sinnlichkei und Ve nun , aus Ge ühl und Ve s and zusammenge üg es Wesen is . Die T ennung de menschlichen Na u in ein in elligibles und ein empi isches Ich, wie sie Kan o nimm , will e übe winden. Und diese G und endenz bes imm auch sein sozial- philosophisches Bild. Reine Ve nun eligion — das s eh ü ihn es — is keine Volks- eligion. In ih sollen auch Phan asie, He z und Sinnlichkei zu ih em Rech e kommen. Religion muß zudem au die Gemeinscha ge ich e sein, als soziales Phänomen gewe e we den. Hegel denk on An ang an psychologisch-an h opologisch. E will im Gegensa z zu jede A Au spal ung de Menschenna u den ganzen Menschen in den G i be- kommen. Schon hie beginn de Kamp gegen die Einsei igkei des e lek ie enden Ve s andes. Bei diesem Ringen um eine einhei liche Au assung des Menschen auch be ei s in dem Tübinge F agmen de ü die spä e e F ank- u e Zei so wich ige Beg i de Liebe au . E sch eib : „De G undbeg i des empi ischen Cha ak e s is die Liebe" und üg hin- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 297] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 41 Im Mi elpunk de Aus üh ungen s eh an h opologisch die Analyse des du ch das Si engese z behe sch en Willens. Mi deu liche Ab- lehnung des dualis ischen S andpunk s Kan s und in Übe eins immung mi Schille be on e : Nich in F eihei on den sinnlichen T ieben, sonde n in Ve bundenhei mi de Sinnlichkei bes eh das Wesen de Si lichkei . Imme wiede zeig sich, daß Hegel seine eigenen Gedanken wei e - spinn , sich k i isch auseinande se z und nu hie und da An egungen au nimm . Un e dem Eind uck de Lek ü e Gibbons is das P oblem, das ihn essel , wei e hin de Un e gang Roms und das He au kommen des Ch is en ums21. De Sinn ü das Wachsen, Blühen und Ve gehen übe indi iduelle geis ige Gebilde und Ges al en geh ihm an Hand de Gibbonschen Aspek e so ech au . Imme meh lenk e en gegen s a a ionale Gegenübe s ellung und dualis ische T anszendie ung in eine en wicklungsmäßige Be ach ung ein. Das Gegen- und Neben- einande lös sich in ein his o isches Nacheinande au . Die ü die spä e e Dialek ik en scheidende En wicklung in Gegensä zen auch hie aus Anlaß de Kon on ie ung on An ike und Ch is en um au in de Fo m geschich liche Übe gänge on eine Ges al zu ande en, und zwa zunächs als his o ische Ve bindung sch o au einande - s oßende Phänomene. Wäh end Gibbon abe als His o ike sch eib , denk Hegel als Sozialphilosoph. Übe all blick das eigene Wei e - denken, de we dende Geschich sphilosoph du ch. Zei lich olg die Sch i übe „D ie Posi i i ä de ch is - lichen Religio n", de en F ages ellung lau e : Wie konn e aus de Ve nun eligion e hische P ägung Jesu ein posi i e Glaube we den? Wie ollzog sich de Abs ieg om Absolu en zum His o ischen im Ch is en um, on de Ideali ä zu Posi i i ä ? Eine eminen wich- ige geschich liche und da au sich g ündende sozialphilosophische Ein- sich geh ihm au : Sobald eine eligiöse Gemeinscha nach A de Jünge Jesu du ch Ausb ei ung Mach gewinn , Ki che und dann S aa wi d, e wandel sich im Lau e de Zei die u sp üngliche Ideali ä in ealpoli ische Posi i i ä . De geis ige Gehal e blaß , de soziale Sinn geh e lo en. Da abe das P inzip o zdem es gehal en we den muß, so e wandel es sich in eine Ideologie, die in de P edig als „ omme Wunsch" e schein und de en Ve wi klichung au den Himmel e - schoben wi d. Mi e s aunliche Eind inglichkei schilde Hegel den geschich - lichen P ozeß, wie das Ch is en um die heidnische Religion e d äng , wie die Leh e Jesu Glaube, wie de Glaube Ki che und die Ki che S aa wi d. Zwei Fo de ungen s ehen im Diens e eine Belebung des sozialen 21 Nohl, S. 364—661. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 42 F ied ich Bülow [298 Daseins wei e hin im Vo de g und, nämlich F eihei des Indi iduums, wie sie in gleiche Weise Ch is en um und F anzösische Re olu ion e - heben, und Eingliede ung in das soziale Ganze, wie sie das ideal ge- sehene G iechen um ep äsen ie . Zusammen assend läß sich also sagen, daß in diese ganzen Zei d ei wel anschauliche Mäch e in Hegels Seele mi einande ingen und nach Syn hese e langen: G iechen um, Ch is en- um und F anzösische Re olu ion. Geschich sphilosophisch ge adezu appie end is die A , wie e in Gegenübe s ellung mi de An ike (hie G iechen um und Röme - um zusammenschauend) das Ch is en üm als Dekadenze scheinung de spä ömischen Zei we e . Man wi d unwillkü lich an Nie zsches K i- ik des Ch is en ums e inne , wenn Hegel mi de ch is lichen Tugend de Demu im Gegensa z zu s olzen und heldenha en Gesinnung de An ike ab echne , die ch is liche Religion als „ au ig und melan- cholisch" bezeichne und das ganze Leben de Ch is en als eine ein- zige Vo be ei ung au den Tod, au das Jensei s be ach e mi de Ho nung au pe sönlich-indi iduelle Uns e blichkei 22. Als sich alle Zwecke au das Indi iduelle konzen ie en und nich meh ü das Ganze, ü eine Idee geleb wu de, da e schien de Tod als e was Sch eckliches, und de Gedanke an die Ewigkei de Seele wu de als E lösung emp unden. E s malig23 auch in diesem Zusammenhang de Name de jenigen Ges al au , welche Hegel, die gleichnamige T agödie on Sophokles o Augen, zei seines Lebens als Sinnbild des ge adezu klassischen soziologischen Zwiespal s zwischen dem aus den unbewuß en Tie en in- di iduellen Gewissens au s eigenden si lichen Gebo eine sei s und dem in e habene , u ch ba e Majes ä h onenden S aa sgese z an- de e sei s e eh ha , nämlich An igone, de , wie Hegel spä e sie p eis , „he lichs en Ges al , die je au E den e schien": das klassische Symbol des soziologischen Gegensa zes on Familie und S aa , on Ge- ühl und Ve s and, on F au und Mann, on unbewuß em und bewuß- em Handeln, on gö lichem und menschlichem Gese z, die Hü e in de Pena en, die Bewah e in des gö lichen Gese zes. Was das Ve häl nis on Ch is en um und S aa anbelang , so ing sich Hegel zu de Übe zeugung du ch, daß Jesu Leh e si liche Fo de- ung an den einzelnen sei, jedoch nich Gese z ü einen S aa sein könne. Die ch is liche Leh e will im höchs en Sinne das P oblem menschliche Gesellscha du ch die Liebe lösen. De Ch is glaub , die zwischenmenschlichen Beziehungen du ch die alle Menschen e - 22 Vgl. Nohl, S. 45 .: „Ube den Un e schied de Szene des Todes44. 28 Nohl, S. 222. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 299] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 43 bindende Liebe egeln zu können. Dieses Ideal is abe nich ealisie - ba . Hegel denk iel zu wi klichkei snah, als daß e einem Ideals aa , ausge ich e au die Idee de Liebe, ode eine einen Ve nun mo al das Wo ede . Gesellscha und S aa können nich lediglich au Liebe au gebau sein. Liebe und S aa sind un e einba e Gegensä ze. Was die Religion insbesonde e be i , so is wah e Religiosi ä nu in eine lebendigen Gemeinscha möglich, ech e Religion nu au Sub- jek i i ä zu e ich en. Jede Ve objek i ie ung dagegen (Jesus selbs ha e in seinen Abschiedswo en nu om Handeln gesp ochen, nach de Au e s ehung jedoch om Glauben und on de Tau e als äuße em Zeichen) bi g die Ge ah de Posi i ie ung, de Ve lachung und de gegensä zlichen En wicklung in sich. Alle ana ische und in ole an e Ausb ei ungssuch eines noch so hochges ell en Ideals üh zu Wide - sp üchen, e zeug Legali ä s a Mo ali ä . Mi ande en Wo en: Als im Ch is en um aus de Gemeinde eine Ki che und aus de Ki che ein S aa wu de, da e gaben sich sch eiende Disk epanzen. Ki che und S aa können sich nu au Legali ä , nich au Mo ali ä g ünden. Ge- sinnungen en ziehen sich de ö en lichen Kon olle. Beugen un e ein Gese z is Knech scha , nich F eihei . Wah e F eihei kann nu au Gesinnung geg ünde sein. Dahe is das Ch is en um im ie s en Sinne eine P i a eligion. Neben de eligiösen und e hischen Sphä e we den in den Be ne Sch i en Rech und Wi scha wenn auch nich behandel , so doch in cha ak e is ische Weise be üh . Rech is ü Hegel schon hie im Gegensa z zu Kan keine äuße e Regelung menschliche Lebens e häl nisse im Sinne bloße Legali ä , sonde n muß au Si - lichkei geg ünde sein. Was e in ge adezu dialek ische Fo m übe Eigensinn und Eigen um als P o o ypen egois isch-spieße ha en Gei- s es eine sei s und du chaus be ech ig e En al ung gesunden in- di iduellen Lebens ande e sei s aus üh , das beweis , daß e sozial- philosophisch, abe auch wi scha lich gesehen zwischen be ech ig em Indi idualismus als Pe sönlichkei sen al ung und Egoismus als besi z- gebundene , dem eigenen Selbs e ha e e Gesinnung zu un e schei- den weiß. Jeden alls kenn e schon hie ungeach e alle K i ik einen gu en Beg i des Eigen ums und e eidig es im Sinne de a is o eli- schen P i a eigen umsau assung. Das Ideal wi scha liche Gleich- hei , so be ech ig es in einem kleinen K eise sein mag, handel e , an- gewand au s aa liche Ve häl nisse, mi übe legene I onie ab. Von einem eigens ändigen Beg ei en de Wi scha und dami de bü ge lichen Gesellscha kann in diese Zei schon deswegen bei Hegel nich die Rede sein, weil e beide en wede om eligiös-ki chlichen S andpunk aus we e , de sie e ach en leh , ode abe als spä - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 44 F ied ich Bülow [300 ömische Dekadenze scheinung in sch o em Gegensa z zum Ideal des G iechen ums be ach e . Noch wi d die Wel des Bü ge s nich mode n, sonde n ganz on de An ike, insbesonde e om spä en Rom aus im Rampenlich de wel his o ischen Schau Gibbons gesehen. Wenn Hegel die mi elal e lichen Zün e als S aa im S aa e be ach e , um dami ih e Selbs ändigkei zu kennzeichnen, so lieg da in de Keim zu dem, was e spä e „bü ge liche Gesellscha " nenn . Du ch das ganze Manusk ip zieh sich de Kamp gegen jede A on Ze issenhei und En gegense zung. Höchs es Ziel is wei e hin lebendige Einhei , in de alle Gegensä ze au gehoben sind. Kein Zwei- el: Hegel is de dialek ischen S uk u alle Wi klichkei au de Spu , abe die eigen liche Lösung des P oblems de En gegense zung s eh noch aus. Eins is ü ihn siche : Ra ionalismus im Sinne des bloßen Ve s andesdenkens is Auseinande eißen de Wi klichkei . Auch de Ve s and muß in einem Höhe en au gehoben we den, will e dem lebendigen Cha ak e de Wi klichkei ge ech we den und sie nich au spal en. Das is de o e Faden, de sich du ch alle Be ach- ungen hindu chzieh . Die in F ank u on An ang 1797 bis Janua 1801 e b ach en Jah e sind die en scheidende Pe iode de geis igen En wick- lung Hegels; denn sie bedeu en den Du chb uch zu geschich lichen und dialek ischen Be ach ungsweise de Wi klichkei . Ha e e sich in Be n mi de Wel des Ve s andes auseinande gese z und den Ra io- nalismus in seine einsei igen J^o m übe wunden, so e au e sich je z den Be eichen des Ge ühls an. E schwelg im I a ionalen. Liebe, Leben und Schicksal we den, s a k on äs he ischem E leben ge agen, die S ichwo e seines Philosophie ens. Zwa s eh noch imme das Ch is en um im B ennpunk des In e esses, abe Hegel k i isie es nich meh nega i , sonde n s ell es, in g oßen En wicklungslinien denkend, in die geschich lichen Zusammenhänge hinein. E geh seinem Schicksal nach. Das E gebnis is eins de schöns en und ie sinnigs en We ke Hegels, dem He mann Nohl den Ti el „De Geis des Ch is en- ums und sein Schicksal" gegeben ha . Nunmeh i de Schicksalsbeg i , de ihm aus de g iechischen T agödie e au wa , in den Mi elpunk seines Denkens. E übe äg ihn au das wel - geschich liche Geschehen, um so dem Ch is en um ge ech zu we den. Mi dem Schicksal, das e als „das Bewuß sein seine selbs , abe als eines Feindlichen", de inie , wi d e logisch e ig, ohne sich alle - dings eins weilen dessen bewuß zu we den. Bishe ha e Hegel sein Denken am eligiösen und am poli ischen Ideal geschul , beide abe noch nich ge enn . Die poli ischen S udien, OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 301] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 45 die e un e dessen in Ang i genommen ha 24, leh en ihn, ealpoli isch zu denken, ohne daß e dabei das Ideal eine Volks eligion aus dem Auge e lie . Will man nun das genann e Kon olu sowie die dazugehö igen „En wü e" im Hinblick au die o liegende P oblema ik auswe en, so is es leh eich, o he einen Blick au das on Ka l Rosenk anz25 e ö en lich e F agmen „G eis de O ien alen" zu we en. Nach Hegel gib es einen besonde en Geis des Os ens. Es is den O ien- alen unmöglich, En gegengese z es in sich au zunehmen und sich da- mi zu e söhnen. Es lieg in ih em Wesen, daß sie un e einem mi No wendigkei he schenden Gese ze s ehen. De o ien alische Cha ak- e e einig zwei einande scheinba wide sp echende Züge: „He sch- such übe alles und willige E gebung in jede Skla e ei." In beiden egie das gleiche Gese z de Gewal : „He scha und Knech scha ". Dieses un eie Ve häl nis wi d on Hegel schon hie als „abs ak " ge- kennzeichne , da es au eine bloßen Beziehung be uh . Es ehl die Ges al des einen Lebens: die Liebe, die alle Gegensä ze und Wide - sp üche zu e söhnen e mag. Nich s wide s eb Hegel in diese Zei so s a k wie a ionale, kal e und o e Gegenübe s ellung. Dahe heb e auch bei de Behandlung des Geis es des Juden ums26, den e in be on e An i hese zum Ch is en- um be ach e , die S a hei und sch o e Gegensä zlichkei , wie sie sich sowohl in de Go es o s ellung wie dem Gese zescha ak e de jüdischen Religion und ih e poli ischen Ve assung o enba en. Sinn- bild dieses Geis es is nach Hegel Ab aham. Mi ihm e ö ne e die Reihe jene klassischen Beispiele, die ü ihn on nun ab Symbole be- s imm e geis ige Ges al en sowie his o ische S u en und ypische Rep äsen an en bes imm e soziale Phänomene we den, eine Me hode, die dann spä e in de „Phänomenologie des Geis es" mi ih e Pa al- lelisie ung on Bewuß seinss u en und his o ischen Ges al en g und- sä zliche Bedeu ung gewinn . Ab aham is so gesehen de Typus de Lieblosigkei und de En - emdung on de Na u , d. h. des sich on de heima lichen Na u und allem ä e lichen Besi z los eißenden Menschen, dessen Go dahe auch kein mi de Na u e bundene meh sein konn e. E ze iß die Bande dei^Liebe. Die einzige Liebe, die ihm geblieben wa , ö e e e ab, indem e seinen Sohn op e e. Um sich den Raum als eine une meß- liche Ebene, übe sich den Himmel als ein unendliches Gewölbe, schwei e e umhe . Sein Leben ieb ihn zu Re lexion. Sein Go wa 24 Vgl. die Ca sche Sch i und „Übe die neues en inne en Ve häl nisse Wü - embe gs" (1798). 25 „Hegels Leben", 1844, S. 515 . 26 Nohl, S. 243—260 und 368—374. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 46 F ied ich Bülow [302 ein mäch ige He , dem die Menschen als Knech e, als Skla en gegen- übe e en. Wiede is es das He scha s- und Knech scha s e häl - nis, au das hie abgeziel wi d. Jesus is ü Hegel de e habens e Ve such, das Juden um aus seine geis igen Skla e ei zu be eien. Wenn e so das Ch is en um aus dem Juden um wie ühe aus de An ike he o gehen läß , also his o- isch sch o au einande s oßende Gegensä ze mi einande e binde , so is dies ein Beleg da ü , daß e an äng , dialek ische En wicklungs- linien abzus ecken, his o ische Ges al en und soziale Phänomene als Momen e und S u en eine geschich lichen En wicklung und dami als Gliede eines einhei lichen We dens zu beg ei en. Auch die spä e e dialek ische Ausd ucksweise Hegels wi d hie be- ei s in ih e cha ak e is ischen Fo m an Hand eines konk e en his o- ischen Beispiels en wickel . Wendungen wie „an sich", „ ü sich", „an und ü sich", Beg i e wie Re lexion, Ganzhei , Einhei , Mannig al ig- kei usw. können in ih e ypischen Sinngebung an Hand de Aus üh- ungen übe den Geis des Juden ums an de Quelle, aus de sie en - sp ungen sind, s udie we den und e lie en so ü den heu igen Lese ih e F emdhei . Eins weilen is de Haup e olg seine his o ischen Bemühungen de , daß e uni e sale Aspek e on bishe nich gekann em Ausmaß gewinn . Die logische Auswe ung de dialek ischen Me hode e olg e s in Jena. T ennung, En zweiung is Unglück, Ve einigung is Glück, und im Glück he sch die Liebe27. Wäh end de Ve s and Ze issen- hei bedeu e , is Liebe Ve einigung. Die Rolle de Liebe als Inbeg i de Einhei , de Unendlichkei sbezogenhei und le z lich logisch de Syn hese wi d imme meh in den Vo de g und ge ück . Langsam keim auch de Beg i des Ideals als eines lebendigen Zusammenhanges zwischen Subjek und Objek , zwischen Mensch und Go au . Nach Hegel muß das wah e Ideal ein solches sein, das in uns, nich auße uns, abe doch auch wiede nich in uns allein, sonde n in uns und in ande en, d. h. in eine Gemeinscha leb . Auch diese Beg i wi d so du chaus soziologisch ge aß und an Hand bes imm e his o ische Ge- s al en du ch phänomenologische Wesensanalyse gewonnen28. Liebe is ü Hegel in diese F ank u e Zei Ausd uck des pe - sönlichs en geis igen Ve häl nisses on Mensch zu Mensc e und on Mensch zu Go . Dil hey ha Hegels En wicklung in diese Pe iode als „mys ischen Pan heismus" gekennzeichne . Rich ig is da an, daß ü ihn Liebe ein „Ge ühl des Lebendigen" is . Nich ich ig dagegen is es, im Sinne de Mys ik das Ge ühlsmomen als solches einsei ig zu be- 17 Nohl, S. 373. M Nohl, En wü e 9 „Liebe und Religion", S. 377. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 303] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 47 Ionen; denn de mys ische Zug i bei Hegel du chaus zu ück. Die Liebe als Ge ühl des Lebendigen is ein geis ig-seelisches Phänomen, in dem „das Leben sich selbs inde "29» Ge ühl is eine de G und- lagen des Geis es, is höchs e Quelle de Gewißhei . Abe es bleib nich alleinige Quelle de Wah hei , is ü sich allein kein ideale Geis eszus and. In Be n ha e Hegel gele n : De Ve s and, einsei ig angewand , ze s ö das Leben. In F ank u le n e : Das Ge ühl in seine Einsei igkei wi k nich minde lebenau lösend, indem es 'das Dasein sich im Unendlichen e lie en läß . Eins de schöns en Dokumen e Hegeischen Geis es is zwei elsohne das F agmen „Die Lieb e"30. Es is zwa poe isch gesehen, wie Dil hey sch eib , „ein Hymnus", sozialphilosophisch dagegen s ell es das zähe Ringen mi einem schwie igen P oblem da , nämlich de Übe windung de En gegense zung: Liebe is ü Hegel die Idee de Ve einigung, die jegliche T ennung au heb . Das is de o e Faden, de sich du ch das ganze F agmen hindu chzieh . Im Zuge en husias ische Begeis e ung läß Hegel sich dazu o - eißen, den Ve s and ollkommen auszuschal en. Liebe is hie ü ihn schlech hin Ge ühl, abe als solches höchs e Quelle de Gewißhei . Jeden alls da Liebe nich du ch den Ve s and analysie we den, dessen Wesen in En gegense zung, in Un e scheidung lieg . Liebe is demgegenübe nich s Beg enzendes, nich s Beg enz es; sie is die Idee de Ve einigung. Was Hegel sozialphilosophisch o allem e eichen will, is die Aus- schließung des dualis ischen He scha -Knech scha s-Ve häl nisses. E will soziale Ganzhei , Einhei , inne e Geschlossenhei . Liebe is ü ihn inne s e Ausd uck ech en Lebens und wah e Lebendigkei . Und doch (hie se z die den Ve s and e ende und einbeziehende Gegen- bewegung ein), Ve s and und Liebe schließen sich nich aus. Jesus ha das Gese z nich au gelös ; e ha es e üll . Auch die Re lexion soll in de Liebe zu ih em Rech e kommen. „Diese Einigkei is da um oll- ende es Leben, weil in ih auch de Re lexion Genüge geleis e wo den is ... In de Liebe also sind alle Au gaben, die sich selbs ze s ö ende Einsei igkei de Re lexion und die unendliche En gegense zung des bewuß losen, unen wickel en Einigen gelös "31. So ko igie Hegel sich hie selbs . De le z e Abschni des F agmen s keh zu Auseinande se zung übe das Eigen um zu ück. Wo wah e Liebe ehl , sonde n bloße Beziehungen bes ehen, i das Eigen um in seine Rech e. „Die Lie- benden s ehen mi ielem To en in Ve bindung." Auch die Liebenden 29 Nohl, S. 379. 80 Nohl, Anhang N . 10, S. 376—382. 31 Nohl, S. 379, Anm. b. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 48 F ied ich Bülow [304 sind, ob sie wollen ode nich , in die Sphä e des Rech s und de Wi - scha einbezogen und müssen sich mi ih ab inden. Alle dings können Liebende schenken, abe das Geschenk e bleib Objek . Auch eheliche Gü e gemeinscha äusch den Schein de ölligen Au hebung indi i- duelle Rech e nu o . Hegel mach schon hie wie spä e gel end: Ehe kann und da nich zu einem bloßen Rech sphänomen deg adie we den. Sie is eine E - scheinung lebendige Si lichkei , is kein Ve ag, wie Kan behaup e . Liebe is eben eine besonde e „Modi ika ion des Lebens". E s malig auch in diesem Zusammenhang de Beg i de En wicklung au 32. De s ik e Gegensa z on T ennung und lebendige Ve bundenhei wi d e olu ionis isch gesehen. Es wi d Hegel so möglich, was be ei s o - be ei e is , en gegengese z e E scheinungen als Momen e und S u en eine einhei lichen Au einande olge au zu assen und anzue kennen. Die hie he gehö enden Aus üh ungen33 sind die Keimzelle on geis es- geschich lichen S adien, wie sie Hegel dann spä e in de „Phänomeno- logie des Geis es" abges eck ha . Auch de be ühm e Umschlag on de Quan i ä in die Quali ä (de spä e e „quali a i e Sp ung") kling hie schon an. Noch übe wiegen in de Da s ellung die an h opologische und die his o ische Sei e. Was ehl und e s in Jena hinzukomm , is die Logi izie ung. Beach enswe im Hinblick au die spä e e Dialek ik is die A , wie Hegel im Ve häl nis de Liebenden zueinande die Ve lebendigung des To en an Hand des Eigen ums demons ie und so eine Ve geis igung des Ma e iellen o nimm , indem e es als dialek isches Momen ein- bezieh . Die lebendige Liebesbeziehung beda eine konk e -objek i en Sphä e, um sich ealisie en zu können. Das bishe Nega i e, das To e und S a e, wi d so als in eg ie ende Bes and eil eine dialek ischen Wi klichkei e aß . Das eigen liche Thema des Haup agmen s is das du ch Liebe e - söhn e Schicksal, le z lich eine Abhandlung übe den ch is lichen Geis de Liebe und das Schicksal. Es is de johanneische Liebesgedanke, den de Philosoph dialek isch du chdenk und mi de g iechischen Schicksalsidee e binde . Die en scheidenden Be ach ungen34 e ö ne Hegel, indem e aus- üh , daß das Gese z nich e söhn we den kann, sonde n „imme in seine u ch ba en Majes ä beha ". Mi ehe ne No wendigkei olg die S a e de Ta . Welches Schicksal abe i den Ve b eche ? Was hie en wickel wi d, das is die G undlage zu Hegels Philosophie 32 Nohl, S. 379. 83 Nohl, S. 379. 34 Nohl, S. 276 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 305] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 49 de S a e, wie e sie spä e in den „G undlinien de Philosophie des Rech s" in ih e endgül igen Fo m niede geleg ha . Fü die o - liegende P oblema ik is en scheidend, daß alle A gumen e au s engs e mi dem bishe igen Ke np oblem, de Ve lebendigung alles Daseins, zusammenhängen und dahe auch on ihm aus e s anden sein wollen. Alles ziel au die lebendige Ve söhnung des Ve b eche s, au seine Wiede au nahme in die menschliche Gemeinscha ab. Hegel will da - un, daß S a e ih em ganzen Wesen nach imme T ennung, eine Wel de Ze issenhei , bloße Objek i i ä o ausse z . Wah e Ve söhnung kann in ih nich e olgen. Sie be uh ih em Wesen nach au dem Be- wuß sein eine emden Mach , eines Feindseligen. Ziel muß auch bei de S a e Rückgewinnung des lebendigen Ganzen sein. Dahe s ell Hegel dem Gese z und de S a e als Zeugen eine Wel de En zweiung und Ze issenhei die Ve söhnung des Schick- sals du ch dieLiebe gegenübe , wobei Schicksal das Bewuß sein seine selbs als eines Ganzen is und zwa : dieses Bewuß sein des Gan- zen e lek ie , objek i ie , sich gegenübe s ell . Wenn das Schicksal abe nich s ande es als ein objek i e Beg i ü die Gesam hei alles dessen is , was ich bin und was ich habe, so lieg eine G öße o , die nich meh eine un e einba e T ennung bedeu e , mi en gegengese z is wie ein Gese z ode wie die S a e, sonde n mi de ich wi klich unge enn eins we den kann in de lebendigen Gesam hei meine Lebensbeziehungen. Schicksal is das Gese z selbs , das ich in meine Handlung au ges ell habe, in seine Rückwi kung au mich, wäh end die S a e nu die Folge eines emden Gese zes au mich is . Das Schicksal kann au gehoben we den; denn ein Gese z, das ich selbs au - ges ell habe, kann ich auch selbs e nich en. Das Schicksal kann e - söhn we den, weil es selbs Glied eines Ganzen is . De Ta s eh nich das Gese z, sonde n die gesam e Lebenseinhei gegenübe , on dem das handelnde Indi iduum selbs ein dialek isches Momen is . De Tä e ha sich nich mi dem Gese z, sonde n mi dem lebendigen Leben als solchem en zwei . „De Ve b eche mein e es mi emdem Leben zu un zu haben; abe e ha nu sein eigenes Leben ze s ö ; denn Leben is om Leben nich e schieden"35. Die Au gabe de Ve söhnung du ch die Liebe is dahe auch hie die Wiede e einigung mi dem Leben. So spinn sich Hegel ie in sozialphilosophische Gedanken ein. Seine Philosophie is in diese Jugendzei säkula isie e Theologie, in Sozial- philosophie übe üh e Religion, an heologischen Beispielen demon- s ie e Soziologie. Imme deu liche schäl sich das Schema de dialek- ischen Einhei alles Lebendigen he aus. Lei idee is dabei eins weilen noch die Liebe, abe es blick be ei s de logische Gehal du ch. Wi 35 Nohl, S. 280 Schmolle s Jah buch LXIX, 3 4 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 50 F ied ich Biilow [306 s ehen hie an de Quelle des Hegelsclien dialek ischen Denkens, sehen, wie in die lebendige Einhei das Nega i e als no wendiges Momen hin- eingenommen und so „au gehoben" wi d. Die logische Auswe ung, wie sie dann in Jena ollzogen wi d, is so g äl ig o be ei e . De T ennungszus and wie alle Ze issenhei wi d on nun an so- wohl indi iduell, wie his o isch als no wendige Phase de En wicklung des Lebens beg i en. Es wi d als das no wendige Gese z, als das Schick- sal e kann , daß das Leben wide sp uchs oll sein muß. Hegel kleide diese Einsich in die ie sinnigen Wo e, die als Mo o seine Dialek ik dienen könn en: „Was im Reich des To en Wide sp uch is , is es nich im Reich des Lebens"36. E sp ich in diesem Zusammenhang soga on einem „Gese z de Menschhei "37. Die Uns immigkei en und iele lei Unzulänglichkei en sind nich Abi ungen om Ideal, sonde n das no - wendige Gese z alles Lebens. Zwischen Ideal und Wi klichkei kla imme ein Wide sp uch. Fü das S udium des He ausk is allisie ens de dialek ischen Me- hode is diese ganze F agmen eng uppe eine wah e Fundg ube. Die dialek ische S uk u alles wah ha lebendigen Seins is e kann und ha nu noch de logischen Fo mung. Hegels Dialek ik — das leh en diese An angss adien — is aus einem Kamp gegen zwei F on en he - o gegangen, nämlich aus de An i hese zu ein a ionalis ischen und dualis ischen Geis eshal ung eine sei s und aus de Übe windung des I a ionalen in eine höhe en Syn hese ande e sei s. Was e in diese Zei ans eb , is : „ eines Leben zu denken"38. Mi seine Dialek ik glaub e das Gese z des Lebens e aß zu haben. Wa e in seine geis igen En wicklung on de An inomie zwischen E s a em, To em eine sei s und Lebendigem ande e sei s ausgegangen, so sieh e je z die his o ische No wendigkei alles E s a en und To en ein. Das schlech hin Nega i e wi d zu An i hese und „posi i " gewand . Hegel übe winde das Nega i e, den Gegensa z dialek isch, d. h. e nimm ihn als Momen in die En wicklung au . Alle Wide sp üche und Gegensä ze we den posi i in den Lebenszusammenhang hineinges ell , we den „au gehoben". Was e so bie e , is im G unde eine K i ik de his o- ischen Ve nun , Philosophie de Geschich lichkei mi dialek ischen Mi eln. Und dies besag : Wenn Leben beg ei lich gemach we den soll, so müssen die Wide sp üche und Gegensä ze in den Sinn des Lebens mi au genommen we den. Daß abe Leben und dami Geschich e e - s ehba gemach we den müssen und nich ein Rä sel bleiben dü en, das is und bleib seine G undübe zeugung. 36 Nohl, S. 308/09. 37 Nohl, S. 389. 38 Nohl, S. 302. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 313] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 57 Zei ") au die Geschich e ge ich e . Die Ho nung au die Ges al ung nach de Idee in de Zukun leuch e au . Sein Ziel is posi i e Ve - wi klichung de F eihei in eine sozialen Ganzhei , die e zunächs als Volk und spä e als S aa bezeichne . Was wi d jedoch aus de Subjek i i ä , was aus „Ve s and und Ein- sich " im Ve häl nis zu „blinde Gewal "? Die An wo au diese F age, die an die P oblema ik des demok a ischen Gedankens bei Hegel üh , gib das in Jena 1802 niede gesch iebene „Sys em de Si lich- k e i ", in dem das Volk als die absolu e si liche To ali ä e schein und die absolu e Si lichkei — logisch gesehen — die e wi klich e Iden i ä des Allgemeinen und des Besonde en is , dialek isch die Syn- hese aus de S u e de Na ü lichkei („die Si lichkei nach dem Ve - häl nis") und de S u e, de Hegel die Bezeichnung „Das Nega i e ode die F eihei ode das Ve b echen" gegeben ha . Das P inzip de d i en S u e, des Volkes als absolu e Si lichkei , is die wah e F ei- hei , de en Ve wi klichung au de Ve nich ung de empi ischen F ei- hei , de Selbs negie ung des Subjek i en be uh . „Alle Beziehung au Bedü nis und Ve nich en is (in de absolu en Si lichkei ) au gehoben, und das P ak ische, welches mi dem Ve - nich en des Objek s an ing, is in sein Gegen eil, in Ve nich ung des Subjek i en übe gegangen, so daß das Objek i e die absolu e Iden i ä on beidem is "53. „De Beg i de Si lichkei is in ih e Objek i i ä , die Au hebung de Einzelhei geleg wo den"54. Deu liche und g und- sä zliche kann das Un e auchen, das Au gehen des Subjek i en im Objek i en, das absolu e Au genommensein des Besonde en im Allge- meinen und dami die Negie ung des Eigenwe es des Indi iduellen nich zum Ausd uck geb ach we den. Wenn nun abe die wah e F eihei die des Denkens is und Denken das Wesen des Indi iduums ausmach , so muß die Indi iduali ä eine höhe e Wi klichkei e ingen, wenn sie in de absolu en Si lichkei , im Volke au geh , und so ih wah es eigenes Wesen ealisie , indem ih Tun ein schlech hin Allgemeines wi d. Indem Hegel die Ve wi klichung wah e F eihei schilde , zeig sich ein ihm selbs e s langsam zu Bewuß sein kommende Wide - sp uch. So schön e nämlich — die Idee de g iechischen Polis o Augen — das Volk als Ganzes da zus ellen weiß, e is gezwungen, es sozial in zwei Schich en au zuspal en, on denen de Cha ak e abso- lu e Si lichkei nu de einen, nämlich dem e s en, absolu en S and, zugesp ochen wi d, wäh end die ande e Häl e des Volkes in ela i e Si lichkei , in den Niede ungen des Lebens e ha , wo keine wah e 68 Lasson, S. 463. 54 Lasson, S. 464. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 58 F ied ich Bülow [314 F eihei he sch , sonde n die empi ische F eihei zu Hause is . En - sp echend ha e in dem Au sa z „Übe die wissenscha - lichen Behandlungsa en des Na u ech s" den zwei- en S and als das Schicksal de Si lichkei und den aus alledem sich e gebenden sozialen P ozeß, wie e ihn höchs plas isch am Beispiel de An ike, insbesonde e Roms zu schilde n weiß, als „die Au üh ung de T agödie im Si lichen, die das Absolu e ewig mi sich selbs spiel ", gekennzeichne und mi den Eumeniden des Äschylos e glichen, das T agische da in e blickend, daß „die si liche Na u ih e uno ganische, dami sie sich nich mi ih e wickele, als ein Schicksal on sich ab- enn und sich gegenübe s ell .. ."55 Dies alles is ein aus dem Geis e konzipie und en sp ungen wie Pallas A hene aus dem Haup e des Zeus. Jedes Volk abe is eine ge- schich liche Wi klichkei , die in de Zei en s eh , blüh und e geh . Die en scheidende F age lau e nunmeh : Was is die Zei ? Is sie ein P inzip des Ve nün igen ode des Un e nün igen? In de F üh- pe iode is sie ü Hegel, wie die Sch i übe „Die Ve assung Deu sch- lands" beweis , das „alles Besiegende" und so die Geschich e das Schick- sal des Geis es, soziologisch gesehen: die E innye des un e d ück en, on de poli ischen Ges al ung ausgeschlossenen Subjek i en, aus dessen Sphä e sich geschich lich diejenigen K ä e e heben, die au Ände ung, Be eiung und E neue ung hind ängen. Mi de Idee des G iechen ums im Hin e g unde und eine aus- gesp ochen pla onisie enden Tendenz en wickel e in den Jenense Sch i en eine S ändeleh e, de en soziologische Gehal da in be- schlossen lieg , daß nu die Gliede des e s en S andes T äge de abso- lu en Si lichkei sind. Daneben sinken de S and de Rech scha en- hei (das Bü ge um) und de S and de ohen Si lichkei (das Baue n- um) zu poli ische Bedeu ungslosigkei he ab. De Bü ge s and ins- besonde e wi d in ausgesp ochenem Maße ela i und subal e n ge- we e , sein Lebenssubs a , die Wi scha , „das Sys em de Reali ä " ganz om Poli ischen, om Absolu en he gesehen. Und doch kündig sich in dem „Sys em de Bedü nisse" zusammen mi dem, was übe Bedü nis, A bei , Genuß, We kzeug usw. in iadisch-dialek- ischem Au bau mi boh endem Tie sinn en wickel wi d, be ei s jene Pe ipe ie des Hegeischen Denkens an, die mi de Behandlung de „bü ge lichen Gesellscha " und dami de Wi scha in den „G und- linien de Philosophie des Rech s" ih en Höhepunk e eich und ein philosophisch eine e s ä k en Be ücksich igung a is o elische Denk- mo i e pa allel geh . Auch hie is — in Fo üh ung ühe e Gedanken — on jene „Ungleichhei des Reich ums" die Rede, die an und ü sich 55 Lasson, S. 381. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 315] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 59 no wendig sei, die abe die Ge ah in sich be ge, daß de „E we bs- s and" („de einzelne ungeheue Reiche wi d eine Mach ") das soziale Ge üge des Ganzen sp eng . Man sieh : die dialek ische Me hode ha Hegel aus de idealis isch- pla onisie enden Da s ellung mi en in eine soziologische Be ach ung höchs ealis ische P ägung hineinged äng . An die S elle eine quali- a i gedach en S ändegliede ung mi an ikem Vo bild is im Zeichen eine quan i a i du ch Reich umsun e schiede bes imm en sozialen Schich ung Klassenbildung ge e en. „Das absolu e Band des Volks, das Si liche, is e schwunden, und das Volk au gelös "56. Dami is zu- gegeben, daß das u sp ünglich s a isch gedach e ideale Sys em de absolu en Si lichkei sich, wie Hegel selbs sag , in ein solches de „absolu en Bewegung" ode des „P ozesses des si lichen Lebens" e - wandel ha 57 und die F age au auch , we Hü e de Ideali ä , seine E hal ung sein soll. Man e inne e sich hie bei da an, daß auch P 1 a o n ü seinen Ideals aa nich s meh ü ch e e als die Ve ände ung in de Zei und dahe bei ihm alles — zei - und geschich slos gedach — au E hal ung im Hinblick au die Idee als das ewige und unwandelba e Sein abges ell is . In de Sch i „Die Ve assung Deu schlands" ha e Hegel gegen- übe dem „u an änglichen Schicksal und de alles besiegenden Zei " den g oßen Mann, „einen Theseus" au den Plan ge u en. An seine S elle is im „Sys em de Si lichkei " „die absolu e Regie ung'4, eine absolu höchs e Ins anz ge e en. Imme meh d äng es ihn, sich auch in diesem Be eiche mi dem P oblem de Geschich e, de Zei , mi de F age, we Ge- schich e mach , welche Rolle in ih die Ve nun , welche die blinde Gewal spielen usw. auseinande zuse zen. Un e dessen ha e e in Jena seine dialek ische Me hode logisch un e Dach jind Fach geb ach . Die „Logik, Me aphysik und Na u philosophie" (1802) is die dialek isch geschlossens e Leis ung des Denke s, dasjenige We k, in dem e am s engs en in de ihm eigen ümlichen Denk o m gedach und gesch ieben ha . Die Gliede- ung nach dem G ade de Allgemeinhei ö de bei de S u ung soziale und wi scha liche Phänomene höchs we olle sozialphilosophische Einsich en zu age, wo ü das „Sys em de Si lichkei " mi seine ge- adezu ana isch du chge üh en iadischen Reihung die bes en Belege lie e . Wenn es do — um nu ein Beispiel zu geben — heiß , daß das Indi iduum die absolu e Si lichkei un e sich subsumie 58, so is M Lasson, S. 492. 57 Lasson, S.476. 58 Lasson, S. 464/65. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 60 F ied ich Bülow [316 dami die im Diens e de Allgemeinhei handelnde Pe sönlichkei ge- mein . Dieses Subsumie en bedeu e nich e wa Willkü , sonde n is „ganz allein die äuße e Fo m de Subjek i i ä , un e welche die Si - lichkei e schein , ohne daß ih Wesen dadu ch a izie wi d"59. Was Hegel hie in diese du ch das Gliede ungsp inzip höchs ums ändlich e scheinenden Fo m zum Ausd uck b ingen will, is dies, daß einande pola gegenübe s ehen: das im sozialen Ganzen au gehende Subjek (Subsum ion des Besonde en un e das Allgemeine) und das im Diens e ode im Namen des sozialen Ganzen hand einde Indi iduum (Subsum- ion des Allgemeinen un e das Besonde e). Zwei absolu e P inzipien s ehen einande gegenübe : einmal das Volk als die si liche To ali ä und zum ande n die absolu e Regie ung. De Riß, de hie kla£F , is le z lich de zwischen Geis und Geschich e, Idee und Wi klichkei , zwischen dem spä e en absolu en Geis und dem Wel geis . De absolu en Regie ung und dami de absolu en Mach muß i gendwie, das ahn Hegel, de Cha ak e de Ve nün igkei ga an ie we den. Dahe sag e : „Sie is das unmi elba e P ies e um des Alle höchs en, in dessen Heilig um sie mi ihm Ra p leg und seine O enba ungen e häl "60. Diese höchs e Ins anz (e beg ünde aus üh - lich, daß ih nu die Al en angehö en dü en) is geschich sphiloso- phisch gesehen nich s ande es als de spä e e Wel geis . Die Sch i „Ube die wissenscha lichen Behandlungsa en des Na u ech s" zeig , daß Hegel sich de angedeu e en Wide sp üche in seine Au assung de absolu en Si lichkei du chaus bewuß is . E beg ei das Subjek i e als das Schicksal de Si lichkei , indem e da - leg , daß die si liche To ali ä denjenigen Teil ih e selbs , de das bü ge liche Leben, die Wi scha um aß , sich selbs übe läß , sich on ihm als ih e „uno ganischen Na u " enn , dabei jedoch au ih en Cha ak e als To ali ä nich e zich e ; denn wenn sie dieses Ge- enn e auch als ein F emdes anschauen muß, so schau sie es doch an. Es bleib ein Teil ih e selbs . Die To ali ä — so könn e man hegelisch sagen — is die übe g ei ende Einhei ih e selbs und ih es Gegen- sa zes. Im Keime en wickel Hegel hie be ei s die Realdialek ik on S aa eine sei s und Gesellscha bzw. Wi scha ande e sei s. Es is die Geschich e, die als Tes amen s olls ecke in de e le z- en Subjek i i ä und dami als T äge des sozialen P ozesses au i , wo aus sich le z lich die Konsequenz e gib , daß Ve nun und Ge- schich e eins sind. In diesem Sinne ha die mode ne Zei das P inzip de Subjek i i ä im Gegensa z zu Si lichkei de Polis zu An- e kennung geb ach , was Hegel dann spä e — sich selbs wei gehend 59 Lasson, S. 465. 80 Lasson, S. 483. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 317] Hegel, de His o ismus und die Dialek ik 61 ko igie end — in dem be ühm en sechs en Abschni de „Phänomeno- logie des Geis es" so eind ucks oll da ges ell und auch in de S aa s- idee de „G undlinien de Philosophie des Rech s" zu Gel ung ge- b ach ha . Geschich e is die Selbs bewegung de si lichen To ali ä , „in welche sie in de Zei , es in ih em absolu en Gleichgewich , sowohl zwischen den En gegengese z en au und niede schwank ... als auch ih e wuche nde Ausdehnung und ih Selbs o ganisie en dadu ch ze - s ö , daß sie sie in einzelnen Momen en mi einemmal alle kon un- die .. ."61 Es wi d leide o nich genügend gewü dig , daß de Schluß des Na u ech sau sa zes den Du chb uch zu eine his o ischen Anschau- ungsweise b ing , in de die Zweihei de beiden absolu en P inzipien übe wunden wi d, und zwa dadu ch, daß de Geis de absolu en Si - lichkei mi dem de Geschich e gleichgese z wi d. Was Hegel hie übe die his o ische Me hode und da übe hinaus übe das Wesen de Geschich lichkei sch eib , das is auch heu e noch höchs eind ucks- oll und zeig , wie schwe e mi dem P oblem des Geschich lichen im Ve häl nis zum Sys ema ischen ge ade in diese Zei ge ungen ha . Das E gebnis lau e , daß die absolu e Si lichkei als Geschich e de Wel geis is , de „in jede Ges al sein dump e es ode en wickel- e es, abe absolu es Selbs ge ühl und in jedem Volke, un e jedem Ganzen on Si en und Gese zen sein Wesen und seine selbs genossen ha "62. In wachsendem Maße e hä e sich bei ihm die E kenn nis, daß die Geschich e das Schicksal des Geis es, de an die Zei en äuße e Geis is . Mi ge adezu d ama ische Spannung ollzieh sich nunmeh die En pla onisie ung des Hegeischen Denkens, die Annähe ung an A is o- eles und dami die Übe windung des Dualismus on Ve nun und Geschich e, on F eihei und No wendigkei im Sinne de Übe zeugung, daß alles Wi kliche auch e nün ig is . Es gib ü Hegel on nun ab keine ande e Ve nun und Wah hei meh als die his o ische. E ha die Einsich e eich , „daß die Ve nun und de Menschen e s and und die E ah ung, aus welchen die bes imm en Gese ze he kommen, keine Ve nun und Menschen e s and a p io i ..., sonde n ganz allein die lebendige Indi iduali ä eines Volkes, eine Indi iduali ä , de en höchs e Bes imm hei en wiede aus eine allgemeinen No wendigkei zu beg ei en sind"63. 61 Lasson, S.402. 62 Lasson, S. 404. 63 Lasson, S. 406,407 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45 62 F ied ich Biilow [318 Du ch diese his o ische Wendung, wie sie bei Hegel sei langem o be ei e is und besonde s deu lich bei de Schilde ung de sozialen Ve häl nisse in de An ike in E scheinung a , geling es ihm auch, die bishe ige dualis ische Au spal ung des sozialen Ganzen dialek- isch zu übe winden und die Sphä e de Willkü , de empi ischen F ei- hei als „das Ande e", das En gegengese z e an i he isch zu beg ei en und in die Syn hese au zunehmen. Das soziale Ganze is au diese Weise oll und ganz in die lebendige Bewegung und die geschich liche En - wicklung hineinges ell . Die Wel de empi ischen F eihei wi d zum Gegenspiele des „Absolu en", de Spiel aum de Willkü zu Be- dingung de F eihei . De bishe eichlich abs ak gedach e Wide - s ei on Gesellscha und S aa nimm konk e -his o ische Fo m an. Und was geschich sphilosophisch am wich igs en is : de Sinn des Zei - lichen wi d ein ande e . Die Zei als Inbeg i des Au lösenden, Ze - s ö enden und Ve nich enden wi d du ch den Beg i de Zei als des E üllenden, Schöp e ischen und Au bauenden e se z . His o ische Me hode und Dialek ik lassen so eine Ge- schich sphilosophie he an ei en, die neben dem Poli ischen auch dem Sozialen und dem Wi scha lichen ge ech zy we den e such . Dies wa abe nu möglich, indem in den Beg i des Geis es, de in seine Wah hei die lebendige si liche Wel is und sich als objek i e Geis in den Gebilden de Kul u ealisie , die Geschich lichkei einbezogen is , die Geschich e als Schicksal des Geis es e schein , das Sein de Wi klichkei als Beweg hei ge aß wi d. In de Wi scha , im Rech , in de Si lichkei , im S aa e handel es sich, das s eh ü Hegel on nun ab es , wede um Willkü und zu älliges Menschenwe k noch um unwandelba e ewige Wah hei en, sonde n um Leben, das sich in de Geschich e ealisie und dahe einem Ges al wandel un e lieg , den es e nün ig zu beg ei en gil . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.3.27 | Gene a ed on 2023-04-04 11:02:45