Die Säugethiere in zoologischer, anatomischer und palæontologischer Beziehung
Abstract
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Full text
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1
Ma
-G
OF
COMPARATIVE
ZOOLOGY,
-
AT
HARVARD
COLLEGE,
CAMBRIDGE,
MASS.
Jfounirt
bj
prftoate
aubscrfjtfon,
fn
1861.
I
DIE
SÄUGETHIERE.
DIE
SÄUGETHIERE
IN
ZOOLOGISCHER,
ANATOMISCHER
UND
PAL^ONTOLOGISCHER
BEZIEHUNG
UMFASSEND
DARGESTELLT
VON
C.
G.
GIEBEL.
LEIPZIG:
VERLAG VON
AMBROSIUS
ABEL.
'S
VA
1855.
Vorrede.
Die
gegenwärtige
Aufgabe
der
Zoologie
ist
nicht
blos
die
thierischen
Gestalten
kennen
zu
lehren
und
deren
inneren
Bau
darzulegen,
sondern
zugleich
die
Einsicht
in
den
nothwendigen
Zusammenhang
der
äusseren
und
inneren
Formen,
die
Einsicht
in
den
geologischen
wie
in
den
individuellen
Entwickelungsgang
zu
erzielen,
kurz:
den
thierischen
Organismus
zu
begreifen.
Unsere
neuesten
Hand-
und
Lehrbücher
für
den
Unterricht
in
der
Zoologie
verfehlen
diese
Auf
gabe,
indem
sie
einseitig
nur
die
äusseren
Formen
oder
ebenso
ein
seitig
den
physiologischen
und
vergleichend
anatomischen
Theil
dar
stellen,
die
zeitliche
Entwickelung
des
Organismus
aber,
die
ich
in
der
zweiten
Auflage
meiner
Paläozoologie
(Allgemeine
Paläontologie.
Leipzig
i8^2)
bis
auf
die
Gattungen
und
Arten
hinab
erörtert
habe,
gänzlich
vernachlässigen.
Sie
erheben
sich
damit
nicht
über
die
ersten
Elemente
der
Wissenschaft
und
es
kann
nicht
wundern,
wenn
immer
noch
der
Unterricht
in
der
Zoologie
wie
in
der
Naturwissen
schaft
überhaupt
bei
Schulmännern
und
Pädagogen
in
Miscredit
steht,
wenn
man
denselben
für
ein
wenig
erspriessliches,
ja
hie
und
da
sogar
für
ein
zweifelhaftes
und
selbst
gefährliches
Bildungemittel
hält
Eine
bis
höchstens
drei
wöchentliche
Unterrichtsstunden,
aller
meist
von
nicht
einmal
gründlich
unterrichteten
Lehrern
gehalten,
von
den
dürftigsten
Hülfsmitteln
unterstützt,
können
selbstverständ
lich
nicht
solche
Resultate
erzielen
als
ein
achtjähriger
wöchentlich
acht-
bis
zehnstündiger
Unterricht
im
Griechischen
und
Lateinischen
oder in
der
Mathematik
und
solcher
begreiflicher
Weise
schlechten
Resultate
wegen
werden
die
Naturwissenschaften
nun
als
ein
höchst
VI
Vorrede.
untergeordnetes
Bildungsmittel
gehalfen.
Was
zieht
denn
der
ab
gehende
Quartaner
von
seiner
Kenntniss
der
griechischen
und
latei
nischen
Sprache
für
Vortheile
?
Tüchtige
Lehrer,
ausreichende
Hülfs-
mittel
und
Zeit
werden
gewiss
auch den
naturwissenschaftliche!]
Unterricht
mit
dem
schönsten
Erfolg
krönen.
Die
grosse
Zahl
der
alljährlich
erscheinenden
Leitfaden
und
Handbücher
der
Zoologie
hielt
mich
ab
dieselben
noch
zu
vermeh
ren
und
brachte
die
Berücksichtigung
eines
schon
frühzeitig
von
mir
erkannten
Bedürfnisses
zum
festen
Entschluss.
Die
zoologischen
Untersuchungen
—
die
Systematik,
die
Anatomie,
die
Physiologie
und
die
vorweltlichen
Thiere
betreffend
—
sind
in
den
letzten
zwanzig
Jahren
so
ungeheuer
gefördert
und
dabei
in
der
Literatur
so
weit
zerstreut
worden,
dass
selbst
der
Zoologe
von
Fach
nicht
mehr
in
allen
Theilen
gleichmassig
folgen
kann.
Ein
Zusammenfassen
dieses
ungeheuren
Materiales
nach
dem
oben
bezeichneten
gegenwärtigen
Stande
der
Wissenschaft
in
der
Weise,
dass
es
dem
Zoologen
als
unentbehrliches
Handbuch
und
Repertorium
bei
seinen
Forschungen
dient,
den
Lehrer
auf
die
Höhe
der
Wissenschaft
erhebt
und
die
ihm
sonst
unzugänglichen
Quellen
eröffnet,
eine
solche
Bearbeitung
der
Zoologie
ist
ein
tiefgefühltes
Bedürfhiss.
Die
vorliegende
Dar
stellung
der
Säugethiere
bildet
den
Anfang
dazu.
Ich
habe
es
versucht
eine
möglichst
vollständige
Characteristik
aller
Abtheilungen
des
Systems
bis
auf
die
Arten
hinab
zu
geben.
Den
dazu
nöthigen
literarischen
Apparat
herbeizuschaffen,
scheuete
ich
kein
Opfer,
und
es
blieben
mir nur
wenige
der
kostbarem
Reise
werke
unzugänglich.
Frühere
gelegentliche
Auszüge
und
die
be
kannten
Sammelwerke
mussten
sie
mir
ersetzen.
Citirt
habe
ich
nur
die
Quellen,
alle
Sammelwerke,
Verzeichnisse
etc.
aber
unbeachtet
gelassen,
weil
sie
nicht
mehr,
meist
aber
weniger
als
meine
Arbeit
bieten
und
für
das
massenhafte
Aufhäufen
von
völlig
werthlosen
Citaten
hier
kein
Raum
war.
Eben
wegen
mangelnden
Raumes
nnterliess
ich
es
auch
jeder
Gattung
und
Art
eine
Geschichte
von
ihrer
Kenntniss
beizufügen
und
lange
Verzeichnisse
von
Messungen
aufzunehmen.
'
Letztere
gehören
zur
Beschreibung
von
Exemplaren,
mit
der
man
Quartanten
zu
füllen
pflegt,
in
der
Characteristik
der
Art
genügt
vollkommen
das
allgemeine
Grössenverhältniss.
Vorrede.
'
VU
Hinsichtlich
der
Nomenclátor
bin
ich
überzeugt,
dass
nur
die
strengste
Consequenz
in
der
Durchführung
der
anerkannten
Regeln
ia
grenzenlos
verworrenen
Synonymie
Schranken
setzen
kann
und
Вт.
k.
Wagner
wird
es
mir
wohl
nicht
übel
deuten,
dass
ich
der
von
ihm
beliebten
Willkür
und
Inconsequent
nicht
beitrete,
in
welcher
er
alle
von
Fr.
Cuvier
eingeführten
barbarischen
Namen
durch
neue
ersetzt,
die
Barbarismen
aller
anderen
Autoren
aber
ohne
Bedenken
beibehält,
in
der
er
einen
aethiopicus
verwirft,
weil
mög
licher
Weise
noch
eine
zweite
Art
in
Aethiopien
entdeckt
werden
könnte,
während
er
doch
sonst
den
americanus,
africanus
etc.
neben
anderen
amerikanischen,
afrikanischen
etc.
Arten
beibehält.
Wo
ich
dieselbe
Benennung
fur
zwei
Arten
einer
Gattung
vorfand,
habeich
nicht
immer
sofort
die
eine
Art
neu
getauft;
Bedenken
gegen
die
Selbständigkeit,
gegen
die
Nothwendigkeit
eines
neuen
Namens
hielten
mich
ab.
Die
ungeheure
Menge
flüchtig
beschriebener,
nur
nach
der
Farbe
und
einigen
anderen
Eigentümlichkeiten
sehr
zweifel
haften
Werthes
characterisirten
Arten
gehörigen
Orts
unterzuordnen
ist
eine
schwierige
ohne
die
unausführbare
Vergleichung
der
Ori
ginal-Exemplare
unlösbare
Aufgabe.
Bei
Weitem
die
Mehrzahl
solcher
Arten
ist
ohne
allen
wissenschaftlichen
Werth.
Differiren
sie
wirklich
in
wesentlichen
Characteren,
warum
werden
dann
die
Differenzen
nicht
bestimmt
angegeben?
Ein
bräunlicher
oder
schwärz
licher
Farbenton,
etwas
kürzeres
oder
längeres,
dichteres
oder
dünneres
Haarkleid,
etwas
kürzerer
oder
längerer
Schwanz
etc.
be
dingen
wahrlich
keine
specifische
Differenz.
Nicht
selten
beruhen
solche
Artdifferenzen
in
der
blossen
Präparation
des
Balges.
Muss
denn
aber
jeder
einzelne
Balg
durch
einen
systematischen
Namen
verherrlicht
werden!
Er
ist
doch
nur
ein
Theil
und
zwar
der
ober
flächlichste
des
Organismus;
wenn
er
nicht
entschieden
auf
Diffe
renzen
in
der
inneren
Organisation
deutet,
ist
er
für die
Systematik
werthlos.
Für
Diejenigen,
welche
den
Werth
naturhistorischer
Schriften
dot
nach
dem
Titel
und
den
schönen
Bildern
beurtheilen
und
dater
die
vorliegende
Arbeit
für
eine
gemeine
Compilation
halten,
diene
die
Bemerkung,
dass
mir
die
hiesigen
Sammlungen
bei
der
Bearbeitung
zur
Disposition
standen.
Um
den
Reichthum
derselben
VUI
Vorrede.
wenigstens
nach
einer
Richtung
hin
näher
zu
bezeichnen,
erwähne
ich
nur
die
weit
über
500
vollständigen
Skelete
der
Meckelschen
und
zoologischen
Sammlung,
darunter
die
seltensten
und
schönsten.
Ihre
sorgfältige
Untersuchung
setzte
mich
in
den
Stand,
die
Familien,
zahlreiche
Gattungen
und
Arten
ausfuhrlicher
und
schär
fer
zu
characterisiren
als
es
in
ähnlichen
monographischen
Bear
beitungen
der
Säugethiere
bisher
geschehen.
Mancher
Irrthum
und
mancher
Zweifel
ist
durch
die
Benutzung
dieses
schönen
Mate
riales
beseitigt,
zugleich
eine
Fülle
von
osteologischen
Details
ge
boten,
welche
für die
von
zoologischen
unzertrennlichen
paläontolo
gischen
Untersuchungen
auch
nicht
ganz
ohne
Werth
sein
möchte.
Gern
hätte
ich
ausser
den
hiesigen
Sammlungen
auch
die
leicht
er
reichbaren
und
zugänglichen
Museen
der
nachbarlichen
Universitäten
zu
Rathe
gezogen
und
die
hier
unlösbaren
Fragen
dort
zu
beseitigen,
die
Lücken
auszufüllen
gesucht, aber
leider
gestattet
mir
die
täg
liche
Sorge
um
die
physische
Existenz
keine
derartigen
Unter
suchungereisen,
wie
sie
denn
auch
die
Befriedigung
der
literarischen
Bedürfnisse
in
empfindlicher
Weise
beeinträchtigt.
Mein
Eifer
und
meine
Liebe
zur
Arbeit
vermochten
nicht
diese
Schranken
zu
durch
brechen,
mag
daher
die
Kritik
Nachsicht
üben.
Halle,
im
Juli
1855.
C.
Giebel.
Inhalt.
Allgemeine
Characteristik
Seile
1-68
Stassencharacter
1
—
Das
Skelei
2
—
Das
Zahnsystem
19
—
Das
Muskelsystem
25
—
Das
Nervensystem
30
—
Die
Sinnesorgane
31
—
Das
Gelasssystem
36
—
Das
Respirations-
und
Stimmorgan 38
—
Das
Verdauungsorgan 39
—
Die
Harn
organe
43
—
Die
Geschlechtsorgane
43
—
Die
äussere
Körperuedeckung
46
—
Aufenthall,
Nahrung.
Lebensweise
48
—
Fortpllanzung
und
Entwickelung
51
—
Geologische
Geschichte
60
—
Einteilung
62.
Seile
68
A.
PINNATA.
Flossensäugethiere.
I.
CETACEA.
Characteristik
.
.
.
Cete
75
1.
Fam.
Balaenodea
....
76
Baiaena
79
—
bal
au
nop
ter
a
81.
2.
Farn.
Delphinodea
....
86
PhyseterS8
—
Phocaena
91
—
Delphi-
nns
98
—
Inia
107
—
Platanista
107
—
Hvperoodon
108
—
Berardius
110
—
Sphius
110
—
Oelphinapterus
112.
3.
Fam.
Monodonta
....
112
Monodon
HZ
Sírvala
114
В.
UNGOLATA.
III.
HULTUNGULA.
Cfcaracteristík
.
.
.
.
.153
1.
Farn.
Proboscidea
....
155
Qepbas
157
—
Mastodon
170.
2.
Farn.
Germina
176
Tapiras
179
—
Palaeotherium
184
—
АкОДелит
188
—
Lophtodoe
188
—
4.
Farn.
Sir
enta
Щ
Rhyline
115
—
Halicore
117
—
Maoa-
tus
118
—
Halilheriura
120
—
Dino-
therium
122.
II.
PINNIPED1A.
Characteristik
124
5.
Fam.
Trichechoidea
.
. .
127
Trichecbus
127.
6.
Fam.
Phocina
129
Halicuoerus
132
—
Phoca
133
—
Lepto-
nyx
138
—
Cyslophora
140
—
otaria
143.
7.
Fam.
Zeuglodontidae
. .
.
148
Zeuglodon 148
—
Squalodon
150.
Hufsäugethiere
150.
Anthracolherium
190
—
Rhinoceros
191
—
Elasmotherium
209
—
Hyrax
210
—
Hippopotamus
214
—
Mcryco-
p
ota
m
и
s
220.
3.
Fam.
Suma
221
Sus
224
—
Porcus
231
—
Dicotyles
232
—
Pbacochoerus
235
—
Palaeo-
choerus
237
—
En
telodon
238
—
Choero
X
Inhalt.
Seite
potamus
238
—
Ilyopotamus
239
—
Hip-
poliytis
240
—
Hyracotherium
240
—
Hyotherium 240
—
Adapir
241.
4.
Farn.
Toxodontidae
...
241
Toxodon
241
—
Nesodon
243.
5.
Farn.
Anoplotheridae
.
.
243
Hoplotheriuui
243
—
Chalicotherium
245
—
Dichodon245
—
Anoplothcrium
245
—
Xiphodon
247
—
Dichobune
247.
IV.
BISULCA.
Characteristik
248
6.
Farn.
Cavicornia
.
. .
254
Bos
255
—
Ovis
274
—
Capra
283
—
Antilope
292.
C.
ÜNGÜICULATA.
VI.
EDENTATA.
Characteristik
389
1.
Fam.
Monotremata
. . .
390
Ornithorhynchus
392
—
Echidna
397.
2.
Fam.
Vermilinguia
.
. .
399
Manis
401
—
Myrmecophaga
407.
3.
Fam.
Fodientia
.
. .
.
412
Orycleropus
413
—
Glossotherinm416
—
Chlamydophorus
416
—
Dasypus
417
—
Euryodon,
Heterodon,
Glyplodon
426
—
Chlamydotherium
427.
4.
Fam.
Gravigrada
. .
.
427
Megatherium
428
—
Megalonyx
429
—
Mylodon 430
—
Scelidotherium
431.
5.
Fam.
Tardigrada
...
431
Bradypus
433
—
Choloepus
437.
VII.
GLIBES.
Characteristik
......
438
6.
Fam.
Leporina
....
442
Lepus
443
—
Lagomys
453
—
Titano-
mys
456.
7-
Fam.
Cavini
457
Cavia
458
—
Kerodon
461
—
Dolicho-
tis
464
—
Hydrochoerus
464
—
Coelo-
genys 466
—
Dasyprocta
467.
Sefli
7.
Fam.
Cervina
...
324
Moschus
326
—
Cervus
331
—
Dorca-
therium
360.
8.
Fam.
Camelopardalidae
36C
Camelopardalis
361
—
Sivatherfum
363
9.
Fam.
Tylopoda
....
36^!
Auchenia
365
—
Camelus
369.
V.
SOLIDUNGULA.
10.
Fam.
Equina
....
372
Hipparion
375
—
Hippolherium
375
—
Equus
376.
Nagelsaugethiere
388.
8.
Fam.
Hystrices
....
471
Cbaetomys
472
—
Cercolabes
473
—
brethizon
477
—
Hystrix
478
—
Albe^
iura
483
—
Theridomys
484
—
Ano-
malurus
485.
9.
Fam.
Muriformes
.
.
.
48C
Myopotaraus
487
—
Capromys
489
—
Plagiodontia
491
—
Echinomys
491
—
Mesomys
494
—
Habrocoma
496
—
Dactylomys
497
—
Cercomys
499
--
Carterodon
499
—
Aulacodus
500
—
Loncheres
501
—
Ctenorays
505
—
Petromys
508
—
Oclodon
508
—
Cleno-
daclylus510
—
Schizodon
51
1
—
Spala-
copus
512.
10.
Fam.
Chinchillidae
. .
512
Lagostomus
513
—
Lagidium
514
—
Chinchilla
515
—
Archaeomys
517.
11.
Fam.
Spaladni
....
517
Bhizomys
518
—
Heterocephalus
520
—
Spalax521
—
Siphneus
522
—
Bath
y
-
ergus
523
—
Georychus
524
—
Helio-
phobius
525
—
Haplodon
526
—
Ello-
bius
527.
12.
Fam.
Sciurospalaeim
. .
526
Geomys
529.
Inhalt.
13.
Fa
531
Astomys
532
—
Smintlms
535
—
Reith
го
don
536
—
Sigmodon
53V
—
Neotoma
538
—
Hespcromys
539
—
Mus
552
—
Steatomys
568
—
Pseudomys
569
—
Demiromys
569
—
Anodon
570
—
Drymomys
571
—
Saccomys
571
—
Pero-
gnathus
571
—
Saccostomus
5T2
—
Crice
iomys
573
—
Cricetus
574
—
Hydromys
578
—
Phloeomys
579
—
Hapalotis
579
14.
Farn.
Merionides
...
580
Menorías
581
—
Myslromys
587
—
Oto
mys
588.
15.
Fam.
Dtpodidae
. .
.
590
Dipus
591
—
Alaclaga
595
—
Jaculus
598
—
Macrocolus
599
Dipodomys
600
—
Pedetes
60O.
16.
Fam.
ArvicoHni
....
602
Mi
od
es
602
—
Arvícola
605
—
Fiber
616
17.
Fam.
Castorini
....
617
Castor
617.
18.
Fam.
Myoacini
-
-
.
621
Glis
622
—
Muscardinus
623
—
Elio-
mys 624
—
Graphiurus
625.
19.
Fam.
Scivrini
.
...
626
Arclomys
627
—
Plesiarclomys
630
—
Spermophüus
631
—
Tamias
638
—
Pleromys
640
—
Sciurus
644.
20.
Fam.
Ckiromyini
.
■
■
663
Chiromys
663.
VIO.
MARSUPIALIA.
Glbaracleristik
21.
Fam.
Rhizophagti
•
■
Pbascolomys
669.
22.
Fam.
Po
ej?
haga.
.
.
■
Macropus
671
—
Dendrolagus
685
—
Hypsiprymnus
685
—
Diprotodoii
690
—
Nolotherium
691.
23.
Fam.
Carpophaga
...
691
Phascolarctos
692
—
Phalangista
694
-
70O-
664
668
670
24.
Fam.
Entomophaga
.
.
703
Tarsipes
704
—
Cheironectes
705
—
Didelphis
706
—
Perameles
719
—
Choeropus
723.
25.
Fam.
Creatophaga
. . .
723
Myrmecobius
724
—
Thylacolherium
735
—
Phascolotherium
726—
Phasco-
iogale
726
—
Dasyurus
729
—
Thyla-
cinus
733.
¡X.
FERAE.
Characteristtk
734
a.
0
m
ni
V
o
rae
735
26.
Fam.
Ursinae
....
736
Ursus
737—
Procyon745
—
Nasua
749—
Cercoleptes
751
—
Ar.
litis
753
—
Ail
u
•
rus
754.
27.
Fam.
Arctocyoninae
.
.
755
Agriotberium
755
—
Palaeocyon
757
—
AmphicyoD
757.
b.
Carnivorae
758
28.
Fam.
Mustelinae
...
758
Meies
759
—
Mydaus
762
—
Mephitis
763
—
Helictis
767
—
Ratelus
768
—
Galictis
769
—
Rhabdogale
771
—
Mustela
772
—
Iclicyon
785
—
Culo
785
—
Lutra
786
—
Ptemra
792
—
Enbydris
793.
29.
Fam.
Viverrinae
.
.
.
794
Cynogale
796
—
Paradoxurus
797
—
Cryptoprocta
802
—
Bassaris
802
—
Viverra
803
—
Galidictis
809
—
Her-
pestes
809
—
Rhyzaena
819
—
Cros-
sarcbus
820
—
Galidiu
820.
30.
Faro.
Caninae
....
821
Otocyon
823
—
Cynodon
823
—
Canis
825
—
Protocyon
851
—
Speothos
851
—
Hyaenodon
852.
31.
Fam.
Hyaeninae
■
.
■
653
Hyaena
855
—
Proteles
859
32.
Fam.
Felinae
....
859
Pseudaelurus
862
—
Machairodns
862—
Cynailurue
863
—
Felis
865.
хп
Inhalt.
Seite
Insectivorae
886
33.
Farn.
Talpinae
....
887
Chrysochloris
887
—
Condylura
890
—
Talpa89i
—
Dimylus.
Geotrypus.
Hypo-
ryssus
894
—
Palaeospalax.
Scalops
895
—
Spalacotherium.
Urotrichus
896.
34.
Farn.
Soriänae
....
897
Sorex
897
—
Solenodon
906
—
Myo-
gale
906
—
Macroscelides
908
—
Rhyn-
chocyon
911
—
Cladobates
913
—
Ptilo-
cercus.
Hylomys.
Gymnura915
—
Euple-
res
916.
35-
Farn.
Aculeatae
.
. .
916
Cenleles
917
—
Ericulus.
Echinogale
918
—
Erinaceus
919.
X.
CHIROPTEKA.
Characteristik
923
36.
Fam.
Gymnorhina
...
926
Furia.
Nycticejus
926
-
Vespertilio
930
—
Thyroptera
952
—
Dysopes
953
—
Diclidurus
958
—
Emballonura
959
—
Noctilio
961
—
Taphozous
962
—
Chilonycteris
965
—
Morra
ops
966.
37.
Fam.
Istiophora
...
967
Stenoderma
967
—
Brachyphylla
968
—
Rhinopoma
968
—
Glossopbaga
969
—
Phyllostoma 971
—
Nycteris
977
—
Nyctophilia
978
—
Megaderraa
979
—
Rfainolophus
990
—
Phyllorhina
985
—
Desmodus
989
—
Diphylla
991.
Ми
38.
Fon».
Frugívora
...
991
Hypoderma
992
—
Harpy
ia
992—
Macro-
glossus
993
—
Pteropus
993.
39.
Fam.
Dermoptera
. .
.
1003
Galeopilhecus
1003.
XI.
QUADRUMANA.
Characteristik
1006
a.
Prosimiae
1006
40.
Fam.
Lémures
....
1008
Tarsius
1009
—
Ololicnus
1011
—
Micro-
cebus
1013
—
Pterodicticus
1014
—
Slenops
1015
—
Chirogaleus
1017
—
Lepidilemur
1018
—
Lemur
1019
—
Propithecus
1023
—
Lichanotus
1024.
b.
Simiae
.....
1025
41.
Fam.
Simiae
platyrrhinae
1025
Hapale
1026
—
Chrysothrix
1033
—
Callithrix
1034
—
Nyctipithecus
1037
—
Brachyurus
1038
—
Pilhecia
1039
—
Cebus
1041
—
Lagothrix
1047
—
Ateles
1047
—
Myceles
1051.
42.
Fam.
Simiae
catarrhinae
1053
Cynocephalus
1054
—
Inuus
1060
—
Cercopithecus 1065
—
Semnopithecus
1071
—
Hylobates
1073
—
Pithecus
1082.
M
A
M
M
A
L
I
A.
Allgemeine
С h
a
г
a
с
t
e
r
i
s
t
i
к.
Säugethiere
sind
warmblütige
Rückgratthiere
mit
theils
homonomen,
theils
heleronomen
Bewegungsorganen,
mit
Haarkleid
und
Zitzen
zur
Ernährung
der
lebendig
geborenen
Jungen.
Das
knöcherne
Skelet,
die
vollkommenen
Sinnesorgane
und
das
rollie
Blut
haben
die
Säugethiere
mit
den
übrigen
Riiekgratthieren
gemein,
sie
unterscheiden
sich
aber
von
den
Amphibien
und
Fischen
sogleich
durch
das
warme
Blut
und
die
Zitzen
zur
Ernähning
der
Jungen.
Durch
letztern
Cha
rakter
sondern
sie
sich
zugleich
von der
zweiten
Klasse
der
warmblütigen
Wirbehhiere
,
den
Vögeln,
welche
überdies
noch
durch
die
allgemeine
Ueber-
einstimmung
ihrer
Körpergestalt,
durch
die
stete
Heleronomität
ihrer
Bewegungs
organe,
durch
das
Federnkleid
und
die
eigentümliche
Schnabelbildung
scharf
von
den
Säugethieren
geschieden
sind.
Die
Säugethiere
sind
zwar
ihrer
innern
Organisation
nach
typische
Land
bewohner,
aber
als
vollendetste
Gruppe
des
ganzen
Thierreiches
wiederholen
sie
in
sich
die
frühem
durch
die
Elemente
bedingten
Slufen
der
Entwicklung
Die
hierin
begründete
auffallende
Mannichfaltigkeit
im
Typus
der
Säugethiere
Hl
jedoch
nur
eine
rein
äusserliche,
die
allgemeine
Körpergestalt
und
r
die
Bewegungsorgane
berührende.
Bei
den
strengen
Wasserbewohnern
dehnt
sich
der
Körper
in
die
Länge
aus
und
nimmt
eine
fischförmige
Gestalt
an,
indem
ach
die
Extremitäten
dieser
Analogie
gemäss
zu
Flossen
sich
umgestalten.
Bei
minder
entschiedenen
Wasserbewohnern
verkürzt
sich
der
Körper,
schei
det
sich
auch
äusserlich
deutlich
in
Kopf,
Rumpf
und
Schwanz,
nur
der
Rompt
bewahrt
noch
die
eigentümliche
Gestalt,
die
Bewegungsorgane
verlie
ren
die
Flossen
mehr
und
mehr.
Die
antibiotischen
Säugethiere
haben
eine
kurze,
gedrungene,
plumpe
Gestalt
,
wenig
beweglich,
am
Rumpfe
ist
Brust
and
Bauch
äusserlich
noch
nicht
geschieden,
die
Bewegungsorgane
kurz
ohne
äusserlich
sichtbare
Gliederung.
Dagegen"
verlängern
sich
die
Gliedmassen
aunaUend
und
nehmen
eine
breite
Flügelform
an
bei
den
Repräsentanten
des
Luftlebens,
deren
Körper
durch
geringe
Grösse
und
zarten
Skelelbau
die
für
sein
Element
nöthige
Leichtigkeit
erhält.
Die
eigentlichen
Landsäugelhiere,
welche
den
Klassentypus
entschieden
repräsentiren
,
zeichnen
sich
durch eben
massigen
und
zierlichen
Körperbau
aus.
Der
Rumpf
ist
schlank,
je
nach
der
Lebensweise
etwas
comprimirt
oder
deprimirt,
schon
äusserlich
in
Brust
und
Bauch
geschieden,
die
Gliedmassen
zeigen
in
der
ebenfalls
äusserlich
erkenn
baren
Gliederung
ihre
grosse
Beweglichkeit
und
stehen
zur
Länge
des
Rumpfes
2
Allgemeine
Characterislik.
in
einem harmonischen
Verhällniss,
welchem
aucli
die
Grösse
des
Kopfes
und
die
Lange
des Halses
und
Schwanzes
entspricht.
In
dieser
Harmonie
dei
einzelnen
Theile
erreicht
die
allgemeine
Körpergcslalt
des
Ihierischen
Orga
nismus
ihre
vollendetste
Gestalt.
Die
Amphibien
und
Fische
zeigen
zwar
eine
ebenso
grosse
Mannigfal
tigkeit
ihrer
äussern
Erscheinung
als
die
Säugelhiere,
allein
dieselbe
beruhl
in
beiden
Thierklassen
auf
einer
mehr
weniger
durchgreifenden
Umgestaltung
des
Typus
selbst.
Die
Kluft
zwischen
Batrachiern,
Sauriern
und
Schildkrö
ten
oder
zwischen
Myxinoiden
und
Cyprinoiden
ist
eine
bei
Weilern
grössere
als
zwischen
Walen
und
Kalzen.
Dort
entspreclien
den
äussern
Unterschie
den
noch
auffallendere
im
Skelet,
im
Nervensystem,
der
Respiration
une
Cir
culation
und
im
Verdauungs-
und
Geschlechtsapparale;
bei
den
Säugelhieren
dagegen
sind
die
Unterschiede
in
der
innern
Organisation
ebenso
gering
al.<
die
äussere
Mannicbfaltigkeit
gross
ist.
Bevor
wir
die
allgemeinen
Organisationsverhällnisse
der
Klassen
weiter
verfolgen,
wollen
wir
den
Bau
und
die
Modificalionen
der
einzelnen
Organe
untersuchen
und
hier
mit
dem
Skelet
als
den
Form
bestimmenden
soliden
Gerüst
des
Körpers
beginnen.
Das
Skelet*).
Das
Skelet
der
Säugelhiere
zeichnet
sich
von
dem
der
übrigen
Wirbel-
thiere
durch
die
vollkommenste
Entwicklung
aller
einzelnen Theile
aus,
durch
die
Solidität
aller
Knochen
,
durch
die
scharf
ausgeprägten
Formen
derselben,
die
bestimmt
umgränzten
und
vollkommen
ausgebildeten
Gelenk-
und
Berüh
rungsflächen
der
einzelnen
Knochen
unter
einander,
die
markirten
Fortsätze,
Leisten,
Kämme
und
Anheflungsstellen
der
Muskeln,
die
scharf
umrandeten
lncisuren,
Kanäle
und
Oeffnungen
für
Gefässe,
Nerven
und
Sehnen,
durch
die
Selbstständigkeit
der
einzelnen
Knochen
und
die
vollendete
Gliederung
des
Ganzen.
Hinsichtlich
der
allgemeinen
Gliederung
des
Skeleles
stimmen
die
Säuge
lhiere
mit
den
Vögeln
vollkommen
überein
,
aber
die
vollendete
Symmetrie
des
ganzen
Gerüstes
erscheint
bei
der
Vergleichung
der
einzelnen
Theile
vielfach
gestört.
An
jedem
Skelet
kann
man
zahlreiche
Anomalien
in
den
Einzelnhei
ten
beobachten,
die
auffallendsten
in
den
Nasenbeinen
und
Nahlzacken der
übrigen
Schädelknochen,
in
den
Fortsätzen,
Höckern
und
Leisten
der
Wirbel,
in
den
Muskelanheftungen,
in
den
Ernährungskanälen
aller
Knochen.
Es
stei
gert
sich
diese
Asymmetrie
gar
nicht
seilen bis
zum
Verschwinden
einzelner
Theile,
zumal
einer
Rippe,
oder
entgegengesetzt
zum
Auftreten
eines
über
zähligen
Theiles.
Ihren
höchsten
Grad
erreicht
diese
Eigentümlichkeit
im
Schädel der
Flossensäugelhiere,
bei
welchem
die
Asymmetrie
normal
ist.
In
den
übrigen
Wirbellhierklassen
und
besonders
bei
den
zunächst
stehenden
Vögeln
sucht
man
vergebens
nach
so
vielen
und
auffallenden
Störungen
in
der
Symmetrie
der
einzelnen
Knochen
und
darum
betrachten
wir
dieselbe
als
eine
auszeichnende
Eigentümlichkeit
des
Säugethierskeleles,
die
um
so
mehr
Beachtung
verdient,
als
sie
gerade
der
vollkommensten
Klasse
des
Thier
reiches
zukömmt.
*)
Die
wichtigsten
Schrillen
über
vergleichende
Osteologic
sind:
Cuvier,
re
cherches
sur
les
ossemens
fossiles.
Paris
1834.
tom.
1-Х.
—
Blainville.
ostéo-
graphie
ou
description
iconographique
comparée du
squelette
et
du
systems
den
taire
etc.
Paris.
(Nicht
vollendet).
—
Cuvier,
Leçons
d'anatomie
comparée,
torn-
1.
Ii-
Paris
1835—37.
—
Meckel,
System
der
vergleichenden
Anatomie
IIb
Halle
1825.
Das
Skelet.
3
Eine
zweite
Eigenthümlichkeit
des
Säugethierskeleles
als
besonders
unter
scheidend
von
dem
der
Vögel
liegt
in
den
langen
Röhrenknochen,
deren
lauere
Höhlen
das
ganze
Leben
hindurch
mit
Mark
erfüllt
sind,
bei
den
Vögeln
dagegen
nur
so
lange
sie
wachsen,
indem
sie
später
pneumatisch
werden.
Verwachsung
nicht
blos
einzelner
Knochen,
sondern
ganzer
Ablheilungen
des
Skeletes
kommen
bei
den
Vögeln
häufig
in
der
Wirbelsäule
vor
und
auf-
bUender
noch
bei
den
Schildkröten
und
Fischen.
In
der
ganzen
Klasse
der
Säagethiere
ist
eine
Verwachsung
mehrerer
Knochen
nur
in
der
Kreuzgegend,
in
dir
Bildung
des
Kreuzbeines
normal
und
ausnahmsweise
findet
eine
solche
unter
den
Mitlelfussknochen
bei
Bradypus
und
zuweilen
unler
einigen
Hals
wirbeln
Statt.
Uebrigen-s
bleiben
alle
einzelnen
Theile
des
Skeletes
selbstän
dig
und
etwaige
Verschmelzungen
zweier
oder
mehrer
Knochen
dürfen
nur
ais
individuelle
Anomalien
betrachtet
werden.
Abweichend
von
den
Vögeln,
deren
übereinstimmende Lebensweise
eine
ebenso
gleichmässige
Ausbildung
aller
wesentlichen
Theile
des
Skeletes
zur
Dothwendigen
Folge
hat
,
kömmt
bei
den
Säugethieren
eine
Verkümmerung
der
zur
Bewegung
dienenden
Skeleltheile
vor,
die
bis
zur
Verschwindung
der
selben
fortgeht.
Sie
betrifft
die
Gliedmassen
selbst,
von
denen
die
hintern
bei
den
typischen
Meeresbewohnern
verschwinden,
oder
sie
beschränkt
sich
in
den
andern
Gruppen
auf
einzelne
Zehen,
Von
gleicher
Bedeutung
ist
der
Ш
durchgreifende
Mangel
des
einen
untern
Quadranten
im
Schultergürtel
tmd
die
häufige
"Verkümmerung
und
selbst
Abwesenheit
des
andern
oder
Schlüsselbeines.
Zu der
allgemeinen
Symmetrie
des
Skeletes,
welche
die
Säugethiere
mit
den
übrigen
Wirbelt
hieren
gemeinsam
haben,
tritt
bei
erstem
noch
der
Ge
gensatz
von
Vorn
und
Hinten.
Diese
Gegensätzlichkeit
bezweckt
eine
innigere
Beziehung
der
einzelnen
Formen
zu
einander.
Am
entschiedensten
spricht
se
sich
in
dem
Rumpfe
und
den
Gliedmassen
aus.
Für
letztere
sind
die
entsprechenden
Glieder
der
vordem
und
hinlern
Extremitäten
einander
entge
gengesetzt,
zunächst
die
obern
und
untern
Quadranten
im
Schulter-
und
Beekengürtel
dann
der
Oberschenkel
und
Oberarm
,
der
Unterschenkel
und
Unterarm.
In
der
letzten
Abtheilung,
in
Fuss
und
Hand
ist
sie
aufgehoben.
Ganz
entschieden
aber
ist
die
Gegensätzlichkeit
in
der
Wirbelsäule
des
Rumpfes
auszenrä-'t.
Die
Körper
der
Brustwirbel
nehmen
von
vorn
nach
hinten
all-
máhh"
an
Grösse
ab
und
von
dem
kleinsten
findet
wieder
eine
Grössenzu-
iSam
durch
die
Lendenwirbel
bis
zum
ersten
Kreuzwirbel
Statt.
Dem
ent
sprechend
richten
sich
die
Dornfortsälze
in
der
vordem
Gegend
der
Wirbel
lute
nach
hinten,
die
der
hinlern
Gegend
nach
vorn,
ebenso
die
Querfort
sätze
Selbst
dann
,
wenn
der
Gegensatz
von
vordem
und
hintern
Extremi
täten
fehll
wie
bei
den
Bipinnaten,
ist
in
der
Wirbelsäule
dieser
Character
own
nicht
verschwunden.
Bei
den
Fischen
zeigt
sich
die
Gegensätzlichkeit
noch
in
keinem
Theile
des
Skeiets,
erst
bei
den
Amphibien
und
Vögeln
tritt
sie
mehr
weniger
deutlich
hervor.
In
Vergleich
mit
diesen
beiden
Klassen
konnten
wir
sie
freilich
in
etwas
andrer
Bedeutung,
auch
in
den
vor
und
hinter
dem
Rumpfe
gelegenen
Abtheilungen
des
Skeletes,
im
Halse
und
Schwänze
"щшептеп
veranlasst
werden.
Bei
den
Säugethieren
bietet
die
Länge
des
Halses
und
Schwanzes
die
grossie
Mannichfaltigkeit
,
aber
erstrer
wird
con
Mari
us
«ieben
Wirbeln
gebildet,
letzterer
meist
aus
einer
grössern
und
selbst
iri
"
sern
Anzahl.
Be*
den
Vögeln
dagegen
verkürzt
sich
der
Schwanz
dar
h™3
und
der
Hals
vermehrt
seine
Wirbelzahl,
bei
den
Amphibien
wird
4
Allgemeine
Characterislik.
umgekehrt
der
Hals
sehr
kurz
mit
Verminderung
der
Wirbelzahl
während
die
Zahl
der
Schwanzwirbel
enorm
wächst.
Die
einzelnen
Formen
des
Säugethierskeletes
gewähren
mannichfallige
in
systematischer
und
physiologischer
Hinsicht
sehr
beachlenswerthe
Modificalio-
sen,
daher
widmen
wir denselben
noch
eine
übersichllich
vergleichende
Betrachtung.
Die
Wirbelsäule.
Die
Wirbelsäule
gliedert
sich
fast
allgemein
in
die
Hals-,
Rücken-,
Len
den-,
Kreuz-
und
Schwanzgegend,
deren
jede
aus
mehrern
eigenlhümlich
ge
stalteten
Wirbeln
gebildet
wird.
Jeder
Wirbel
besteht
aus
einem
vollkommen
ossificirten
,
soliden,
mehr
weniger
cylindrischen
oder
prisma!
ischen
Körper
und
einem
damit
innig
ver
schmolzenen
oberen
Bogen
nebst
Dorn-
und
Querforlsätzen.
Letzlere,
Bogen
und
Fortsätze
verkümmern
und
verschwinden
nur
in
der
hintern
Sehwanzge-
gend.
Andere
elementare
Theile
des
Wirbels,
unlere
Bögen
mit
ihren
Fort
sätzen,
treten
nur
auf
der
niedrigsten
Stufe
des
Süugethiertypus
bei
den
Bi-
pinnalen
in
der
vordem
Schvvanzgegend
auf.
Die
Wirbel
der
einzelnen
Abtheilungen
der
Wirbelsäule
bieten
nach Zahl
und
Form
mehrfache,
zum
Theil
sehr
erhebliche
Differenzen.
Halswirbel.
Die Zahl der
Halswirbel
beträgt
mit
wenigen
geringfügigen
Ausnahmen
constant
sieben.
Eine
Steigerung
dieser
Zahl
wird
bei
dem
Faulthier,
eine
Verminderung
bei
einigen
Celaceen
beobachtet.
Die
Länge
des
Halses
ist
von
der
Zahl
der
Wirbel
völlig
unabhängig,
und
wird
lediglich
durch
die
Länge
der
einzelnen
Wirbel
bestimmt.
Sie
steht
nur
mit
der
Länge
der
vordem
Gliedmassen
in
geradem
Verhältnis,
zurLänge
desKop
fes,
Rumpfes
und
Schwanzes
lässt
sich
keine
nähere
Beziehung
nachweisen.
Dagegen
steht
in
innigstem
Zusammenhange
mit
der
Länge
der
einzelnen
Wirbel
auch
deren
gegenseitige
Beweglichkeit,
welche
um
so
freier
und
grösser
wird,
je
länger
die
Wirbel
werden.
In
gleichem
Grade
steigert
sich
die
Convexitäl
der
vordem
Körpergelenkfläche
bis
zur
Kugelwölbung
und
ihr
entsprechend
die
Goncavitiil
der
hintern.
Auch
verkümmern
in
demselben
Masse
die
Fortsätze,
so
dass
die
längsten
Halswirbel
der
Giraffe
nur
noch
niedrige
Leisten
statt
der
Dornen
tragen.
Je
kürzer
die
Halswirbel
werden,
desto
beschränkter
ist
ihre
gegen
seitige
Beweglichkeit,
die
Gelenkflächen
ihrer
Körpsr
platten
sich bis
zur
völligen
Ebene
ab,
und
Dorn-
und
Querfortsälze
gewinnen
an
Länge
und
Breite.
Hier
tritt
endlich
auch
eine
wirkliche
Verwachsung
einzelner
Wrirbel
ein.
Der
Atlas
zeichnet
sich
durch
völlige
Verkümmerung
seines
Domforlsalzes
durch
überwiegende
Entwicklung
seiner
Querfortsätze,
durch
zwei
tief
concave
vordere
Gelenkflächen
für
die
Condyli
occipitales
und
zwei
plane
oder
leicht
concave
für
die
seitliche
Bewegung
auf
dem
Epistropheus
stets
von
den übri
gen
Halswirbeln
aus.
Der
Epistropheus
ist
immer
länger
als
der
Atlas,
sein
Dornfortsalz
enorm
in
Länge
und
Höhe
entwickelt,
die
Querfortsätze
dagegen
verkümmert,
zwei
vordere
gegen
den
sie
trennenden
und
verlängerten
Zahnfortsatz
geneigte
Gelenkflächen
sind
mehr
weniger
convex,
die
hintere
Fläche
der der
folgen
den
Halswirbel
analog,
mehr
weniger
concav
bis
flach.
Die
übrigen
Halswirbel
haben
eine
mehr
übereinstimmende
Form
unter
einander
und
nehmen
gewöhnlich
bis
zum
siebenten
in
allen
ihren
Theilen
Das
Skelet.
5
за
Umfang
allmühhg
zu.
Cbaraclerislisch
für
sie
sind
die
breiten
kräftigen
Gelenkfortsätze
und
die
schief
nach
unten
gerichteten,
sich
beillörmig
erwei
ternden
oder
zugleich
gabelnden
Querforlsälze.
deren
Basis
allermeist
für diu
Arteria
vertebralis
durchbohrt
ist.
Untere
Dornfortsätze
finden
sich
niemals,
ofl
dagegen
in
der
Mille
der
untern
Körperfläche
Leisten.
Der
Körper
der
Halswirbel
pflegt
im
Verhältnis»
zu
dem
der
folgenden
Wirbel
breit
und
flach
zu
Brustwirbel.
Der
achte
Wirbel
der
Säule
beginnt
die
Bru*tgegend
und
trägt die
erste
Кщ»,
alle
folgenden
rippentragende
werden
gewöhnlich
zu
den
Brustwirbeln
gerechnet
und
beträgt
deren
Zahl
meist
12
bis
Í4.
Indes*
gibt
es
noch
viele
Säugethiere
mit
15.
mehre
mit
11,
einige
mit
16
bis
20.
Die
niedrigste
Zahl
10
besitzt
Dasypus
niger
und
die
höchste
24
das
zweizeilige
Faulthier.
Diese
Schwankungen
der
Zahl
scheinen
ganz
zufällig
zu
sein,
denn
weder
indem
sie
mit
der
Lebensweise
der
Thiere
ab,
wie
die
auffallenden
Unter
schiede
zwischen
den
Schweinen
und
übrigen
Pachydermen
und
die
grosse
rd.*reinslimmung
zwischen
Nagern
und
Raubthieren
darlhut,
noch
lassen
sie
-ich
nach
den
Aenderungen
eines
andern
Theiles
des
Skeletes
normiren.
Die
characteristischen
Eigentümlichkeiten
der
Brustwirbel
liegen
in
der
Anbeftung
der
Rippen
uud
der
dadurch
bedingten
Kürze
der
Querfortsätze,
in
der
Länge
und
Dicke
der
nach
hinten
geneigten
Dornfortsätze,
welche
von
vorn
nach
hinten
abzunehmen
pflegt,
und
in
der
schmalen
Form
ihrer
nach
hinten
an
Grösse
abnehmenden
Körper.
Zur
Aufnahme
der
Rippen
hat
jeder
der
vordem
Brustwirbel
am
vordem
und
hintern
Rande
seines
Körpers
eine
halbe
Gelenkfläche,
welche
durch
die
entsprechende
des
anliegenden
Wirbels
vervollständigt
wird,
und
eine
be
sondere
Gelenkfläche
am
Querforlsatz.
An
den
hintern
Wirbeln
verkümmern
die
Rippen-Gelenflächen
am
Körper,
liegen
nicht
mehr
auf
der
Gränze
zweier
Kör
per,
sondern
nur
an
einem
und,
zumal
bei
den
Flossensäugethieren
geschieht
die
Anheftung
der
hintern
Rippen
nur
an
den
sieb
verlängernden
Querfort-
sätzen.
Diese
gehen
von
den
Bögen
aus,
sind
immer
sehr kurz
und
gerade
nach
Aussen
gerichtet-
Den
Schnabelthieren
allein
fehlen
sie
gänzlich.
Die
Demrortsätze
nehmen
mit
der
Länge
des
Halses
und
Grösse
des
Kopfes
an
Hohe
und
Stärke
zu-
Sellen
ist
schon
der
erste
der
höchste,
meist
erst
der
zueile
bis
vierte
und
diese
höchsten
entstehen
nicht
blos
aus der
Vereinigung
der
Bogenschenkel,
sondern
zugleich
noch
aus
einem
auf
dieselben
aufgesetzten
Kmochenstûck.
Sind
die
Domrortsätze
von
gleicher
oder
nur
wenig
und
all-
rnähhg
zu-
oder
abnehmender
Höhe:
so
haben
sie
gewöhnlich
eine
beträcht
liche
Breile
in
der
Längsachse
des
Wirbels,
wie
bei
vielen
Edentaten
und
Pinaalen.
Die
Neigung
der
Dornen
nach
hinten
variirt
auffallend
und
isl
am
geringsten
bei
den
unvollkommensten
Säugethieren.
Ganz
verkümmert
erscheinen
die
Dornen
bei
den
Chiropteren.
Gelenkforlsätze
tragen
alle
Brust
wirbel
mit
Ausnahme
der
hintern
bei
den
Cetaceen.
Immer
sind
sie
vorn
kräftiger
als
hinten.
An
ihnen
sowie
an
den
Querfortsätzen
und
an
der
Ba
sis
der
Dornen
bilden
sich
häufig
Leisten,
Kämme
oder
Höcker
zu
Muskel-
insälzen
aus.
Lendenwirbel.
Die
Zahl
der
Lendenwirbel
steigt
nie
so
hoch
als
die
der
Brustwirbel
herabsinkt.
Bei
den
me'slen
Säugethieren
schwankt
dieselbe
zwischen
"
6
Allgemeine
Chacrateristik.
und
sieben.
Sie
sinkt
beim
Schnabelthier
und
einigen
andern Edentaten
auf
2
herab
und
steigt
bei
Stenops
auf
9.
Diese
Schwankungen
sind
ganz
un
abhängig
von
denen
in
der
Brustgegend,
denn
der Klippdachs
z.
B.
hat
bei
21
Brust-
8
Lendenwirbel,
der
Tal«
bei
12
Brust-
nur
2
Lendenwirbel.
Doch
pflegt
die
normale
Zahl
(5
—
7)
mit
derselben
in
der
Brustgegend
(12
—
14)
zusammenzufallen.
An
Grösse
ihrer
Körper
und
der
Länge
der
Querfortsätze
übertreffen
die
Lendenwirbel
alle
übrigen
der
Wirbelsäule
und
zwar
nimmt
ihre
Grösse
von
vorn
nach
hinten
zu.
Die
Querforlsälze
gewinnen
in
gleicher
Richtung
an
Länge,
gehen
horizontal,
häufiger
abwärts
und
nach
vorn
gerichtet
vom
Körper
ab.
In
seltenen
Fällen
berühren
sie
einander.
Die
Dornforlsätze
richten
sich
gleichfalls
nach
vorn
mit
abnehmender
Höhe
und
zwar
um
so
mehr
je
länger
der
Schwanz
ist.
Wenn
die
Dornen
der
Rückenwirbel
eine
gleiche
Höhe
bewahren:
so
geht
diese
auch
auf
die
Lendenwirbel
über
ohne Rück
sicht
auf
die
Zahl
der
Wirbel,
die
etwaige
Länge
der
Gegend
oder
des
Schwanzes.
Dienen
die
Dornfortsätze
zugleich
als
Stütze
einer
Rückenflosse:
so
nehmen
sie
vom
ersten
Brustwirbel
und
letzten
Lendenwirbel
gleichmässig
an
Höhe
bis
unter
die
Flosse zu
und
zwar
unabhängig
von
der
Antiklinie.
Als
natürliche
Gränze
zwischen
Brust-
und
Lendenwirbeln
kann
keineswegs
die
Rippenbildung
betrachtet
werden,
denn
wenn
auch
im
gewöhnlichen
Zustande
den
letzten
Wirbeln
der
Rumpfwirbelsäule
die
Rippen
fehlen:
so
kommen
doch
Beispiele
vor,
in
denen
dieses
nicht
der
Fall
ist
und
die
vielmehr
be
weisen,
dass
auch
bei
den
Säugethieren
noch
alle
Wirbel
der
ganzen
Säule
Rippen
tragen
können.
Statt
der
blos
äusserlichen
und
zufälligen
Unterschei
dung
der
Brust-
und
Lendenwirbel
in
Rippentragende
und
Rippenlose
ist
der
in
den
Wirbeln
selbst
deutlich
ausgeprägte
Character
der
Antiklinie
zu
Abgren
zung
beider
Gegenden
zu
wählen.
Danach
sind
alle
Wirbel
der
¡
vordem
Rumpfgegend
Brustwirbel,
welche
nach
hinten
an
Grösse
abnehmen,
und
zur
Lendengegend
gehören
die
folgenden
bis
zum
Kreuzbein
hin
an
Grösse
zu
nehmenden
Wirbel.
Der
Wechsel
dieser
Ab-
und
Zunahme
liegt
in
dem
so
genannten
antiklinischen
Wirbel,
der
passender
der
diaphragmatische
genannt
werden
dürfte
und weder
Brust-
noch
Lendenwirbel
ist,
daher
einen
beson
deren
Namen
verdient.
Durch
diese
Bestimmung
wird
die
Zahl
der
Lenden
wirbel
bei
den
meisten
Säugethieren
etwas
grösser
als
die
gewöhnliche
Zäh
lung
angibt,
seilen
etwas
kleiner,
je
nach
der
Lage
des
diaphragmalischen
Wirbels.*)
Kreuzbein.
Die mit
dem
Becken
sich
verbindenden
Wirbel
bilden
das
Kreuzbein,
welches
den
Bipinnalen
zugleich
mit
dem
Becken
fehlt.
Gewöhnlich
verwach
sen
Körper
und
Querforlsälze
der
das
Becken
tragenden
Wirbel
und
zugleich
noch
einige
der
folgenden
Wirbel.
Die
Querfortsätze
bieten
durch
diese
Ver
schmelzung den
Hüftbeinen
und
seltener
auch
noch
den
Slizbeinen
eine
breite
Fläche
zur
Anheftung.
Die
Dornfortsätze
variiren
in
Dicke,
Breite
und
Höhe
auffallend.
Die
gewöhnliche
Zahl
der
Kreuzbeinwirbel
beträgt
drei
bis
vier,
seltener
nur
zwei
und
in
einem
einzigen
Falle,
bei
Perameles
nur
einen,
dagegen
*)
Vergl.
meine
Mitlheilungen
über
die
Gränze
zwischen
Brust-
und
Lendenge
gend
in
der
Wirbelsäule
der
Säugethiere
und
deren
Zahlenverhältniss
in
der
Zeit
schrift
f.
d.
gesammten
Naturwissenschaften
1853,
April
S.
261.
Das
Skelel.
7
Zabi
öder
auf
fünf
und
sechs,
bei
den
Edentaten
sogar
auf
acht
Die
Grösse
der
Wirbel
pflegt
vom
ersten
bis
letzten
merklich
abzuneh
men,
nur
zuweilen
baben
einige
eine
gleiche
Breite
und
Länge.
Die
relative
tírfcse
des
ganzen
Kreuzbeines,
sein
Längen-
und
Breiten
verhältniss
zu
den
übrigen
Wirbeln
zeigt
auffallende
Differenzen.
Bei
Wiederkäuern
und
Einhu
fern
z.
B.
ist
es
sebr
schmal
und
lang,
noch
mehr
bei
Chiropleren.
bei
den
Edaitaten
dagegen
sebr
breit,
bei
den
Affen
fällt
seine
Breite
noch
auf.
Die
Verschmelzung
der
Wirbel,
wenigstens
der
vordem,
ist
meist
eine
sehr
innige,
bei
den
hintern
bleiben
die
Querlbrtsälze
zuweilen
mehr
wenig
felhsländig
und
beim
Sebnabellbier
allein
bleiben
alle
Kieuzwirbcl
getrennt.
Das
Verhält
niss
der
Fortsätze
ändert
schon
bei
den
nächst
verwandten
iiiflaUend
ab
,
indem
z.
В.
die
Dornfortsälzc
zu
einer
Leiste
verwach-
völlig
getrennt
bleiben,
sich
auffallend
verlängern
oder
verkürzen
bis
Verschwinden,
sich
am
Ende
zuspitzen,
abrunden
oder
verdicken
und
nur
an
den
verdickten
Enden
mit
einander
verschmelzen,
nur
einzelne
mit
Einander
verwachsen
und
der
erstere
oder
andere
völlig
getrennt
bleiben.
Schwanzwirbel.
Die
Schwanzgegend
ist
in
ihrer
Länge
die
veränderlichste
der
ganzen
Wirbelsäule
und
bietet
hinsichtlich
der
Anzahl
und
Form
ihrer
Wirbel
die
grösste
ManniclifaUigkeit.
Von
Körperlänge
und
diese
selbst
noch
übertreffend
variirt
die
Läri^e
des
Schwanzes
bis zum
äusserlich
wenigstens
völligen
Verschwin
den
unabhän^i"
von
der
übrigen
Organisation
des
Thieres.
Unter
den
Affen
and
Nagern
finden
wir
die
Extreme
dieses
Verhältnisses
in
derselben
Fa-
Dit^Zahl
der
Schwanzwirbel
erreicht
das
Maximum
von
46
bei
Manis
macrora
das
Minimum
von
4,
vielleicht
selbst
3
bei
einigen
Affen
der
Allen
Welt
Die
zwischenliegenden
Zahlen
ändern
so
vielfach
unbestimmt
ab,
dasa
eine
herrschende
oder
mittlere
Zahl
nicht
angegeben
werden
kann.
Die
Grösse
der
Schwanzwirbel
nimmt
allgemein
vom
ersten
an
mehr
weniser
schnell
ab,
wobei
jedoch
nicht
selten
bei
sehr
langgeschwänzten
-ми-
-thieren
mit
der
Verkümmerung
der
Wirbel,
mit
dem
Verlust
der
Bögen
und
Fortsätze
die
Länge
der
-K
örper
gewinnt.
Die
ersten
sind
stets
noch
lista
duze
mit
Bogen
und
Fortsätzen versehene
Wirbel,
aber
schnell
ver-
Lf
d"
T
die
Bö"en
und
mit
ihnen
die
Forlsätze
und
es
bleibt
nur
der
cy-
ььтгоегп
*
^
prismatische
Körper
mit
falschen
Forlsätzen
und
Leisten
übrig
Г?*^1*^
^
letzten
auch
diese
verschwinden
und
nur
der
ganz
einfache
Kör-
^wh*"
>rhonden
ist-
Die
Länge
der
Fortsätze
und
deren
Grösse
über-
V°m
keinem
abhängigen
Verhältnisse
zur
Länge
des
Schwanzes.
Ei-
■
j
yurnal
den
unvollkommenen
Säugethieren
untere
Bögen
undDorn-
SinO
AU
j
II
m
'
dèr^vordern
Schwanzgegend,
welche
auf
der
Gränze
je
zweier
Wirbel
liegen
und
in
gleichem
Verhältnis
mit
den
obern
nach
hinten
verkümmern.
Die
Rippen.
Au*eebildete
Rippen
tragen
bei
den
Säugethieren
nur
die
Brustwirbel,
tare
können
wie
bei
den
übrigen
Wirbellhieren
auch
an
fast
allen
Wirbeln
vorkommen.
Am
häufigsten
ist
letzleres
bei
den
Halswirbeln
ter
Fall
wo
der
eine
Schenkel
der
Basis
des
Querfortsatzes
als
Bippenrudi-
'
Гц1
Ы-trachlet
wird
und
am
letzten
Halswirbel
auch
wohl
perennirend
vom
8
Allgemeine
Chr.acteristik.
Querfortsatze
getrennt
ist.
Bei
den
Monotremen
bleiben
diese
Halsrippen
lange
Zeit
hindurch
selbständig.
Sellener
beobachtet
man
die
rudimentären
Rippen
an
den
Lendenwirbeln
z.
B.
bei
dem
Schweine
im
totalen
Zustande,
an
den
Querfortsätzen
der
Kreuz-
und
ersten
Schwanzwirbeln
bei
jungen
Gürtelthieren.
Nach
der
oben
gegebenen
Gränze
zwischen
Brust-
und
Len
dengegend
gehören
jedoch
die
letzten
falschen
Rippen
der meisten
Säugethiere
normal
den
Lendenwirbeln
an,
so dass
streng
genommen
nur
die
wahren
Rippen
ausschliesslich
an
den
Brustwirbeln
vorkommen,
falsche
an
allen
Wir
beln
sich
finden
können,
gewöhnlich
aber
nur
an
den
letzten
Brust-
und
ersten
Lendenwirbeln
auftreten.
Die
Rippen
des
Thorax
sind
lange,
bogenförmig
gekrümmte
Knochen,
welche
mit
den
Brustwirbeln
durch
Gelenkung,
mit
dem
Brustbein
durch
Knorpel
verbunden
sind.
Mit
Ausnahme
des
dreizehigen
Faulthieres,
dessen
überzähliger
achler
und
neunter
Halswirbel
verlängerte,
nicht
an
das
Brust
bein
reichende
Rippen
trägt,
sind
die
vordem
Rippen
wahre,
die
sich
durch
Knorpel
unmittelbar
mit
dem
Brustbein
verbinden,
die
hintern
falsche,
weil
sie
das
Brustbein
nicht
mehr
erreichen.
Die
Gestalt
anlangend
sind
die
Rippen
abgerundet,
cylindrisch,
oder
kan
tig,
prismatisch,
allermeist
breiter
als
dick,
selbst
ganz
flach
gedrückt
und
bei
Myrmecophaga
didactyla
so
sehr,
dass
sich
ihre
Ränder
bedecken.
Zu
weilen sind
alle
Rippen
fast
gleich
breit
und
stark,
häufiger
aber
ist
die
erste
kürzere
und
stark
gekrümmte
die
breiteste,
bei
den
Wiederkäuern
pflegen
die
mittleren
breiter
als
die
vordem
zu
sein,
beim
Stier
die
hintern;
bei
Nagern,
Beutel-,
und
Raubthieren
und
bei
den
Cetaceen
sind
sie
üherhaupl
sehr
schmal.
Die
Länge
nimmt
meist
von
der
Mitte
des
Thorax
nach
vorn
und
nach
hinten
ab,
so
jedoch,
dass
die
letzten
falschen
Rippen
die
kürze
sten
sind.
Die
Krümmung
dagegen
erscheint
meist
bei
den
vordem oder
mittleren
am
stärksten.
Jede
einzelne
Rippe
hat
einen
obem
Kopf
und
Höcker
und
ist
hier
am
stärksten,
das
untere
Ende
dagegen
abgestumpft
oder
zuge
spitzt,
bisweilen
auch
erweitert,
sogar
keulenförmig
verdickt
bei
Zeuglodon.
Die
Verbindung
mit
den
Rückenwirbeln
geschieht
durch
den
Rippen
kopf,
welcher
in
eine
Gelenkfläche
auf
der
Gränze
zweier
Wirbelkörper
ein
greift,
und
durch
den
Rippenhöcker,
der
an
den
Querfortsatz
sich
anlegt.
Hiervon
machen
die
Monotremen
insofern
eine
Ausnahme,
als
ihr
Tuberculum
nicht
mit
dem
Qerfortsatze
articulirt,
also
die
Gelenkung
nur
durch
das
Ca-
pitulum
bewerkstelligt
wird.
Allgemein
liegt
die
Gelenkfläche
für
das
Köpf
chen
der
hintern
Rippen nur
an
einem
Wirbel
und
bei
den
Cetaceen
fehlt
dieselbe
sogar,
indem
die
Rippen
nur
an
das
Ende
der
Querfortsälze
ange
heftet
sind.
Für
das
Brustbein
geht
vom
untem
Ende
jeder
vordem
oder
wahren
Rippe
ein
besonderer
Knorpel
ab.
Diesen
besitzen
auch
die
fal
schen
Rippen
noch,
aber
hier
erreicht
er
das
Brustbein
nicht
mehr,
sondern
legi
sich
an
die
der
hintern
wahren
Rippen
an.
Die
letzten
verkümmerten
Rippen
haben
eine
solche
unmittelbare
untere
Verbindung
nicht.
Die
Knor
pel
verknöchern
schon
sehr
frühzeitig
bei
den
Cetaceen,
vielen
Edentalen,
Fledermäusen,
und
gleichen
darin
den
Stemoeostalrippen
der
Vögel.
Bei
dem
Ornithorhynchus
und
Manis
zerfallen
sogar
einige
Rippenknorpel
in
mehre
Stücke.
Die
Zahl
der
Rippen
entspricht
der
der
Rückenwirbel,
dagegen
variirt
das
Verhältnis
der
wahren
zu
den
falschen
Rippen
unabhängig
von
der
Zahl.
Im
Allgemeinen
überwiegt
die
Zahl
der
falschen
bedeutend nur
bei
den
Ce
taceen,
schon
bei
den
Robben
zählt
man
doppelt
so
viel
wahre
als
falsche
Das
Skelet.
9
Rippen.
Uebrigens
schwankl
die
überwiegende
Zahl
der
wahren
innerhalb
ziemlich
enger
Gränzen
und
sinkt
nur
ausnahmsweise
ins
Umgekehrte
herab.
Das
Brustbein.
Das
Brustbein
besteht
aus
mindestens
zwei,
oft
melirern
hinler
einander
liegenden
cylindrischen
,
prismatischen
oder
ganz
flach
gedrückten
Wirbelkör
pern,
an
deren
Berührungsflächen
jederseits sich
die
Knorpel
der
wahren
Rippen
anheften.
Bei
vielen
Säugelhieren
ist
der
vordere
Theil
des
Brustbeines
beträcht
lich
erweitert
und
dessen
vorderstes
Stück
als
Manubrium
ausgebildet.
Das
selbe
nimmt
selbst
bei
den
Robben
und
Monotremen
noch
einen
verschieden
gestalteten
Episternalknoclien
auf,
welcher
bei
letztern
die
Schlüsselbeine
trägt.
Die
umgekehrte
Ausbildung,
ein
nach
hinten
erweitertes
Brustbein
besitzen
die
Camele.
Uebrigens
pflegt
die
Breite
nach
hinten
nur
wenig
abzunehmen
c-der
das
Brustbein
ist
in
seiner
ganzen
Länge
gleich
breil.
Eine
Annäherung
an
die
grosse
Spina
des
Sternums
der
Vögel
zeigt
eine
hervorspringende
Leiste
bei
den
flatternden
Säugelhieren.
Die
Länge
des
Brustbeines
ändert
vielfach
ab
und
ist
im
Allgemeinen
am
beträchtlichsten
bei
den
Raublhieren,
am
geringsten
im
Verhällniss
zur
eigenen
Breite
und
zur
Tolallänge
des
Kör
pers
bei
den
Cetaceen,
Elephanten
und
Rhinoceroten.
Die
Zahl
der
Wirbelkörper
des
Brustbeines
sinkt
nur
beim
Walfisch
auf
zwei,
bei
allen
übrigen
Säugelhieren
ist
sie
beträchtlicher
als
bei
den
Menseben.
Bei
den
Monotremen
beträgt
sie
4
bis
5,
bei
den
meisten
Beu-
tehhieren
6,
bei
den
Ungulaten
meist
6
bis
7,
bei
den
Raublhieren
8
und
9,
und
am
meislen,
13
bei
dem
zweizehigen
Faullhier.
Die
einzelnen
Körper
bleiben
entweder
beständig
von
einander
getrennt
oder
verwachsen
bald
frü
her
bald
später
mit
einander. Bei
dem
Elephanten
verschmelzen
die
zwischen
der
zweiten
bis
fünflen
Rippe
gelegenen
Körper,
bei
den
Einhufern
die
zwi
schen
der
sechsten
bis
achten
Rippe.
Zwischen
den
einzelnen
Körpern
treten,
jedoch
nur
selten,
kleine
Sesambeine
auf.
Die
vordem
Extremitäten.
Die
vordem
Gliedmassen
weichen
wesentlich,
in
der Anlage
nicht
von
denen
der
Vögel
ab,
zeigen
aber
in
der
Ausbildung
einige
durchgreifende
und
mannichfaltige
Unterschiede.
Dieselben
betreffen
die
Verkümmerung
der
bei
den
untern
Quadranten
des
Sehultergürtels
,
die
grössere
Slärke
des
obern
Quadranten,
die
höchst
veränderliche
Ausbildung
der
Unlerarmknochen
und
die
stets
vollkommenere
Entwickelimg
der
Glieder
vom
Wurzelgelenk
an.
Al
so
dasselbe
umgekehrte
Verhällniss
als
in
der
Wirbelsäule,
denn
gerade
die
untern
Quadranten
des
Schullergürtels
sind
bei
den
Vögeln
am
stärksten
ent
wickelt
und
die
Glieder
der
Hand
verkümmern.
Die
einzelnen
Glieder
der
vordem
Extremitäten
zeigen
sowohl
in
ihrem
gegenseitigen
Verhällniss,
als
hinsichtlich
der
Zahl
und
Form
der
zusammen
setzenden
Knochen
erhebliche
Differenzen.
Der
Schultergürtel.
Der
Schullergürtel
beslehl
allgemein
nur
aus
dem
obern
Quadranten
oder
Schulterblatt,
von
den
untern
Quadranten
ist
häufig
das
Schlüsselbein
banden
der
zweite
unlere
Quadrant
wird
nur
beim
Schnabelthier
als
selb-
Seliger
Koocben
beobachtet.
10
Allgemeine
Characteristic
Das
Schulterblatt
hat
eine
mehr
weniger
regelmässige,
flach
drei-
oder
vierseilige
Gestalt
mit
scharfem
oberen
Rande,
einer
deutlichen
Gelenkfläche
für
den
Oberarm
am
vordem
untern
Ende
und
mit
einer
langen
Gräle,
welche
die
Aussenfläche.
in
zwei
Hälften
der
Länge
nach
theilt.
Am
schmälsten
und
längsten
ist
es
bei
dem
Maulwurf,
demnächst
bei
den
Wiederkäuern
und
Ein
hufern,
dann
wird
es
breiter
bald
durch
Erweiterung
des
hintern
Randes
nach
unten
wie
bei
dem
Elephanlen
oder nach
oben
wie
bei
vielen
Raubthie-
ren,
bis
es
endlich
die
grösste
Kürze
und
Breite
bei
den
Walen
erreicht.
Die
Gräle
erhebt
sich
am
hintern
Rande
und
läuft
mit
zunehmender
Höhe
geradlinig
bis
zur
Humeralgelenkfläche
hin,
die
sie
jedoch
niemals
wirklich
erreicht.
Sie
ist
in
der
Mille
am
höchsten
und
fällt
nach
vorn
wieder
ab,
verdickt
und
krümmt
sich
in
ihrer
gi
össten
Höhe
oder
verlängert
sich
sogar
in
einen
hakenförmigen
Fortsatz
wie
bei
dem
Elephanten;
oder
ihre
Höhe
steigt
bis
an
den
vordem
Rand
und
fällt
dann
plötzlich
ab,
nicht
selten
mil
einem
nach
vorn
und
unten
verlängerten
Haken
(Grätenecke)
versehen,
der
mit
der
Ausbildung
dés
Schlüsselbeines
in
näherer
Beziehung
sieht.
Die
Lage
der
Gräte
und
die
dadurch
bedingte
Theilung
der
Aussenfläche
der
Skapula
in
eine
vordere
lund
hinlere
Grube
ändert
schon
bei
sehr
nah
verwandten
Thieren
ab,
indem
z.
B. bei
dem
Elephanlen
die
Gräle
ganz
dem
vordem,
beim
Tapir
mehr
dem
hinlern
Rande
genähert
ist,
bei
Rhinoceros
dagegen
fast
in
der
Mille
liegt.
Ueber
der
Gelenkfläche
tritt
mit
steter
Neigung
oder
Biegung
nach
Innen der
Rabenschnabelfortsalz
hervor,
der
oft
nur,
zumal
bei
den
Säugethieren
ohne
Schlüsselbein
ein
plumper
Höcker
ist
,
bei
andern
dagegen
als
wirklicher
Haken
ausgebildet
ist.
Die
Gelenkfläche
für
den
Ober
arm
hat einen
mehr
weniger
kreisförmigen
Umfang
und
ist
der
Wölbung
des
Humeralgelenkkopfes
entsprechend
vertieft,
daher
bei
Säugethieren
mit
wenig
gewinkelten
und
ausschliesslich
zum
Gehen
eingerichteten
Vordergliedmassen
flach
concav,
bei
denen
mit
grösserer
und
mannichfalligerer
Beweglichkeit
des
Oberarms
tief
bis
halbkuglig
ausgehöhlt,
welche
Form
die
grösste
Frei
heit
der
Bewegung
mit
der
Sicherheit
des
Gelenkes
verbindet.
Da
der
Schullergürtel
die
Stütze
der
vordem
Extremität
bildet,
so
wird
er
um
so
vollständiger
ausgebildet,
in
seiner
Zusammensetzung
um
so
solider
sein,
als
die
Lebensweise
des
Thieres
die
Thätigkeit
und
Kraft
der
Vorder
gliedmassen
beansprucht
und
diese einer
sicheren
Stütze
bedürfen.
Das
Schlüsselbein
fehlt
daher
allen
Säugethieren,
welche
diese
Gliedmassen
nur
zum
Gehen,
also
blos
zum
Tragen
des
Körpers
brauchen,
der
Schulter
gürtel
besteht
bei
ihnen
nur
aus
der
Skapula.
Das
Schlüsselbein
ist
dagegen
um
so
vollkommener
entwickelt
,
je
mehr
die
Vordergliedmassen
auch
zu an
dern
Verrichtungen
als
zum
Gehen
dienen.
Der
Hase
z.
B.
gräbt
mit
den
Vorderfüssen
eine
kleine
Grube
für
seine
Jungen,
der
Löwe
schlägt
mit
den
selben
seine
Beute
nieder,
und
beide
haben
ein
rudimentäres
Schlüsselbein,
welches
weder,
das Brustbein
noch
das
Schultergelenk
berührt.
Alle
graben
den,
fliegenden
und
kletternden
Säugelhiere
bedürfen
zur
bessern
Ausführung
dieser
Functionen
eine
feste
Stütze
ihrer
Vordergliedmassen,
daher
ihr
Schlüs
selbein
vollkommen
ausgebildet
ist.
Dasselbe
verbindet
sich
in
einer
wenig
beweglichen
Kapsel
mit
dem
Brustbeine
einerseits
und
dem
Acromion
des
Schulterblattes
andrerseits.
Die nächst
liegenden
und
selten
vorkommenden
Grade
der
Verkümmerung
äussern
sich
in
Auflösung
der
unmittelbaren
Ver
bindung
mit
dem
Brustbein
oder
mit
dem
Schulterblatt.
Uebrigens
ist
das
Schlüsselbein
immer
ein
länglicher,
gerader
oder
mehr
weniger
gebogener
Das
Skelet.
11
Knochen,
der
dîe-
grossie
Länge
bei
den
Fledermäusen
,
die
grossie
Dicke
zugleich
mil
der
solidesten
Verbindung
bei
dem
Maul
würfe
besitzt.
Der
Oberarm.
Bei
den
Säugelhieren
ist
der
Oberarm
verhältnissmässig
kür/er
und
dicker
als
bei
den
Vögeln,
in
der
obern
Hälfte
von
vorn
nacb
hinten,
in
der
UHieni
von
aussen
nacb
innen
stärker,
daher
in
der
Mitte
mehr
weniger
ge
dieht
Der
obere
Gelenkkopf
ist
stark
und
nicht
durch
einen
besondern
Uab
vom
Rórper
«Jes
Knochens
abgesetzt,
aussen
mit
dem
grossen,
innen
mit
dem
kleinen,
von
jenem
durch
eine
Sehnenrinne
getrennten
Höcker
verschen.
Der
untere
Gelenkkopf
bildet
eine
quere
Rolle
mit
grösserer
äusserer
und
klei
nerer
innerer
Gelenkfläche,
über
welchen
jederseils
der
Deuge-
und
Streck
knorren
und
hinten
die
Grube
für
das
Olecranon
der
Elle
sich
befindet.
Am
kürzesten
i-t
der
Oberarm
bei
den
Flossensäugethieren
in
Folge der
Verkür
zung
der
ganzen
Extremität,
demnächst
bei
den
Huflhieren,
wo
die
Verkür
zung
im
näheren
Verhältniss
zu
der
verlängerten
Mittelhand
steht, bei
den
übrigen
Säugelhieren
ist
er
meist
sehr
schlank,
am
längsten
hei
den
Chirop-
tertn
und
lebenden
Faullhieren.
Besondere
Eigenlhümlichkeilen
zeigt
er
in
der
Entwicklung
seiner
Leisten
und
Kämme
z.
B.
bei
dem
Gürtellhier
und
IfatuVurf,
ferner
in
der
Perforation
der
Olecranongrube
bc-i
AlTtn,
vielen
Raubtliieren
und
Nagern
u.
a.,
in
der
Anwesenheit
eines
kleinen
Kanales
an
der
Innenseite
über
dem
untern
Gelenk
zum
Durchtritt
des
Nervus medianus
und
der
Arteria
ulnaris
ebenfalls
bei
einigen
Aßen,
Katzen,
Bären,
mehrein
Die
beiden
Knochen
des
Unterarmes,
Speiche
und
Elle,
zeigen
in
ihrem
gegenseitigen
Verhältniss
und
ihrer
Gestalt
bei
den
Säugelhieren
eine
bei
Wei
tem
grössere
Mannichfaltigkeil
als
bei
den
Vögeln,
welche
wiederum
in
dem
vielseitigeren
Gebrauche
der
vorderen
Extremitäten
bedingt
ist.
Fast
allgemein
ist
die
Speiche
stärker
als
die
Elle,
von
deren
Olecra
non
ihr
oberer
Gelenkkopf
stets
überragt
wird.
Am
obern
sowohl
als
arr
untern Ende
pflegt
sie
eine
quere,
concave,
nicht
selten
zusammengesetzte
GeJenkfläche
lur
Oberarm
und
Handwurzel
zu
haben.
Die
Elle
übertrifft
bei
vollkommener
Entwicklung
die
Speiche
in
der
Länge,
indem
sie
nicht
blos
mit
dem
Olecranon
das
obere
Gelenk,
sondern
»di
mit
einem
kurzen
Fortsatze
das
untere
Gelenk
überragt.
Sehr
allgemein
verdünnt
sie
sich
mehr
weniger
von
oben
nach
unten.
Sie
liegt
theils
hinler,
Yhefts
neben
der
Speiche
und
zwar
innig
und
unbeweglich
an
derselben
oder
wenn
der
Vorderarm
drehende
Bewegungen
auszuführen
bestimmt
ist
wie
be:
▼telen
kletternden
Säugethieren,
freibeweglich.
Hienach
vervollständigt
sie
auch
die
Humeral-
und
Garpalgelenkfläche
der
Speiche
bald
nach
hinten
bald
seitlich.
Der
Ellenbogenfortsatz
ist
gewöhnlich
comprimirt,
nicht
selten
am
lüde
rerdirkf,
von
sehr
veränderlicher
Länge,
welche
der
des
übrigen
Kno
den*
sogar
gleichkommen
kann.
Dieser
verkümmert
bei
Einhufern,
Wicder-
lioern
und
Fledermäusen
auffallend
und
verschmilzt
sogar
als
kleiner
kurzer
SrffTe/
mit
der
Speiche.
Bei
andern
geht
er
zwar
tiefer
an
der
Speiche
hinab,
Iber
erreicht
auch
das
Wurzelgelenk
noch
nicht.
Bei
völliger
Verkümmerung
(Tsete/nt
zuweilen
das
untere
Gelenkstück
als
ein
kleiner
freier
Griflelknocheni
Am
längsten
ist
der
Vorderarm
bei
den
Chiropteren,
demnächst
bei
cini-
u.
a.
hie
Unter
armknochen.
12
Allgemeine
Ccharacterisük.
Die
Handtvurzelknochen.
Die
Haudwurzcl
besteht
aus
zwei
Reihen
kleiner
polyedrischer
Knochen,
deren
normale
Zahl
in
der
ersten
Reihe
3,
in
der
zweiten
4
beträgt,
aber
durch
Verschmelzung
einzelner
sowohl
sich
verringert
als
durch
Theilung
und
Hinzutreten
überzähliger
sich
vermehrt,
so
dass
ihre
Gesammlzahl
zwischen
4
und
11
variirt.
Eine
Verschmelzung
einzelner
Knochen
wird
bei
den
Ce-
taceen
und
Nagern
beobachtet,
eine
Vermehrung
besonders
hei
grabenden
Säugethieren,
unter
denen
der
Maulwurf
die
höchste
Zahl
11
besitzt.
Die
Vertheilung
der
einzelnen
Knochen
auf
beide
Reihen
zeigt
mehrfache
Verschie
denheilen;
keineswegs
hat
die
zweile
Reihe
stets
mehr
als
die
erste
und
beide
Reihen
selbst
sind
nicht
immer
gleichmässig
ausgebildet,
oft
vielmehr
dehnen
sich einzelne
Knochen
überwiegend
aus
und
gehören
scheinbar beiden
Reihen
zugleich
an.
Die
Formen
der
einzelnen
Knochen
bieten
eine
überraschende
Mannich-
faltigkeit,
die
jedoch
für
die
Zoologie
kein
besonderes
Interesse
hat.
Bei
der
grossen
Uebereinstimmung
der
Hand
mit
dem
Fusse
vereinigen
wir
die
Betrachtung
beider
und wenden
uns
zunächst
zu
den
hinlern
Gliedmassen.
Die
hintern
Extremitäten.
Die
hintern
Gliedmassen
fehlen
den
Bipinnaten
völlig
und
sind
bei
allen
übrigen
Säugethieren
ebenso
vollkommen
entwickelt
als
die
vordem.
Darin
liegt
der
wesentliche
Unterschied
von den
Vögeln
und
den
Amphibien,
bei
welch'
letztern
alle
Stufen
von
den
vollkommen
ausgebildeten
Hinlergliedmas
sen
durch
eine
allmählige
Verkümmerung
hindurch
bis
zu
dem
völligen
Man
gel
derselben
beobachtet
werden.
Die
einzelnen
Glieder
entsprechen
denen
der
vordem
Extremitäten
jedoch
bis
zum
Wurzelgelenk
hinab
in
gegensätzlicher
Richtung
sich
verhallend.
Die
Unterschiede
beider
beruhen
daher
lediglich
in
der
relativen
Grosse
und
in
der
Form
und
Beweglichkeit
einzelner
Glieder.
Der
Beckengürtel.
Das Becken
der
Säugethiere
besteht
allgemein
jederseits
aus
einem
obern
und
zwei
untern,
unbeweglich
mit
einander
verbundenen
Quadranten,
den
Hüft-,
Scham-
und
Sitzbeinen,
welche
in
der
Gelenkpfanne
für
den
Ober
schenkel
zusammentreffen.
Die
Verbindung
des
Beckens
mit
der
Wirbelsäule
geschieht
durch
das
Hüftbein,
seltener
zugleich
auch
durch
das
Silzbein.
Ab
weichend
von den
Vögeln
ist
das
Becken
unten
durch
die
Vereinigung
der
Schambeine
geschlossen,
wovon
allein
die
Fledermäuse
eine
Aus
nahme
machen.
Das
Hüft-
oder
Darmbein
ist
der
grossie
Knochen
des
Beckens
und
zeichnet
sich
bei
dem
Elephanten,
den
Faulthieren
und
einigen
Affen
durch
überwiegende
Breite
aus,
bei
den
meisten übrigen
Säugethieren
ist
er
schlank,
schmal
und
gestreckt.
Mit
der
Breite
steht
in
innigem
Zusammenhange
die
Neigung
gegen
die
Wirbelsäule.
Sie
ist
bei
dem
Elephanten
mit
dem
breite
sten
Hüftbeine
fast
rechtwinklig,
wogegen
die
ganz
schmalen
Hüftbeine
paral
lel
neben
der
Wirbelsäule,
nur
abwärts
geneigt
liegen.
Die
hinter
den
Hüft
beinen
gelegenen
Sitzbeine
sind
allgemein
schlank
und
dünn.
Sie
verlängern
sich
nach
hinten
und
enden
bei
mehrern
Säugethieren
mit
einer
starken
Ver
dickung.
Diese
Sitzbeinhöcker
verschmelzen
bei
einigen
Fledermäusen
und
Das
Skelet.
13
Edenlaim
hinten
mit
einander
oder
mit
dem
Kreuzbeine
und
ersten
Schwanz-
Wirbel.
Die
Schambeine,
welche
das
Becken
vorn
und
unten
begrenzen,
M
gemeinlich
die
schwächsten
Knochen
im
Beckengürtel.
Unten
treffen,
sie
roo
beiden
Seiten
in
der
Schambeinfuge
zusammen.
Die
Verbindung
ist
liier
bald
eine
sehr
innige,
so
bei
Wiederkäuern,
Einhufern
und
einigen
Pachyder-
roen
eine
völlige
Verschmelzung,
bei
den meisten
Säugethieren
bleibt die
Ver
bindungslinie
immer
kenntlich
—
bald
ist
sie
aber
nur
eine
sehr
lockere
wie
bei
einigen
Nagern
und
lnsectenfiessern
oder
die
Schambeine
beriihren
sich
gar
nicht
einmal
wie
bei
den
Fledermäusen,
die
bierin
den
Vögeln
am
näch
sten
stehen.
Uebrigens
wird
die
Fuge
nicht
immer
von
den
Schambeinen
allein
gebildet,
bei
sehr
langen
Becken
nehmen
auch
die
Sitzbeine
daraa
Thetl
i.
B.
bei
Beutelthieren
,
iNagem
und
einigen
andern.
Das
von
Silz-
und
Schambeinen
umgränzte
eiförmige
Loch
ändert
in
Grösse
und
Form
verschie
dentlich
ab.
Die
Gelenkpfanne
endlich
ist
allermeist
sehr
tief,
halbkuçlig
aus
gehöhlt,
ihr
unterer
Rand
gewöhnlich
mit
tiefem
Ausschnitt,
ihr
Boden
ge
schlossen,
nur
bei
Echidna
vogelähnlich
durchbrochen.
Am
kleinsten
ist
sie
bei
dem
Känguruh
und
Ai,
bei
letzterem
zugleich
sehr
flach.
Bei
den
Säugethieren
ohne
hintere
Extremitäten
findet
sich
ein
völlig
ïprkùmmertes
Becken
vor.
Dasselbe
wird
bei
den
Delphinen
nur
durch
einen
kleinen
länglichen
Knochen
jederseils
gebildet,
der
weder
mit
der
Wirbelsäule
noch
mit
dem
der
entgegengesetzten
Seile
sich
verbindet.
Bei
andern
Cela-
ceen
tritt
unten
noch
ein
zweiter
Knochen
hinzu
und
bewerkstelligt
eine
Ver
bindung
der
beiden
Seiten.
Der
Oberschenkel.
Der
Oberschenkel
übertrifft
den
Humerus
gewöhnlich
an
Länge,
häufig
auch
an
Stärke,
ist
aber
allermeist
kürzer
als
der Unterschenkel
und
selbst
ab
der
Fuss.
Auflallend
kurz
und
flach
ist
er
bei
den
Pinnipediern,
dem
nächst
bei
den
Einhufern,
wo
er zugleich
sehr
dick
wird,
bei
allen
übrigen
Säugethieren
ist
er
länger,
bald
dick,
bald
schlank,
rundlich
cylindrisch
oder
von
vom
nach
hinten
stark
zusammengedrückt.
Der
kugiige
obere
Gelenkkopf
ist
durch
einen
dünnen
Hals
vom
Körper
des
Knochens
abgesetzt
und
neben
ihm
erhebt
sich
ein
sehr
grosser
äusserer
und
ein kleiner
innerer,
zuweilen
fehlender
Rollhügel.
Der
untere
Gelenkkopf
wird
von
zwei
sehr
grossen,
besonders
nach
hinten
stark
gewölbten
Gelenk-
knorren
gebildet,
zwischen
denen
an
der
vordem
Seite
die
Gelenkfläche
lür
die
Kniescheibe
liegt.
Am
obern
Gelenkkopf
findet
sich
in
der
Rege)
eine
markirte
Vertiefung
fiir
das
sogenannte
Ligamentum
teres,
welches
nur
dem
Oran
Ulan,
dem
FauU
thier,
Schnabelthier,
Elephant,
Igel
und
Walross
fehlt.
Häufig
dehnt
sich
dieses
Grübchen
bis
zum
Rande
des
Gelenkkopfes
aus
und
zeigt
überhaupt
in
seinem
Umfange
vielfache,
oft
individuelle
Eigentümlichkeiten.
Die
Kniescheibe
bewegt
sich
auf
der
eben
angegebenen
Fläche
des
Oberschenkels
und
stützt
sich
gewöhnlich
auch
noch
auf
die
vordere
Ecke
der
Tibia.
Sie
ist
breit,
dick,
dreikantig
bei
den
Hüft
hieren,
bei
den
meisten
übrigen
Säugethieren
schmal,
verlängert,
bald
dicker
bald
dünner.
Sie
fehlt
iiiehren
Beutelthieren
völlig,
kömmt
aber
wahrscheinlich
den
Chiropteren
all
gemein
zu.
Der
Unterschenkel.
Das
Sellien-
und
Pfeifétibein
verhalten
sich
ähnlich
wie
die
Knochen
des
14
Allgemeine
Characteristic
Vorderarmes.
Ersteres
ist
stets
sehr
stark,
in
der
obern
Hälfte
gewöhnlich
dreikantig
prismatisch,
nach
unten
sich
verdünnend
und
abrundend.
Oben
»ragt
es eine
horizontale,
für
die
beiden
Gelenkknorren
des
Femur
getheille
GeJenkfläche
,
unten
eine
gerade
oder
schiefe
und
lief
ausgehöhlte
Fläche
iür
die
Rolle
des
Astragalus.
Die
Fibula
ist
immer
viel
schwächer,
aussen
an
die
Tibia
mit
ihren
ver
dickten
und
flach
gedrückten
Enden
angelegt,
beweglich
verbunden
bei
voll
kommenster
Entwicklung,
bei
Verkümmerung
häufig
verwachsen.
Vollständig
ausgebildet
ist
die
Fibula
bei
den
Pachydermen,
Edentalen
und
Pinnipediern,
bei
letztem
beiden
erreicht
sie
zugleich
die
grösste
Dicke.
Die
Verkümme
rung
betrifft
das
obere
Ende
nur
bei
den Wiederkäuern,
deren
Pfeifenbein
als
schwacher
kurzer
Gritfeiknochen
neben
dem
untern
Gelenkkopf
des
Schien
beines
liegt.
Umgekehrt
verkümmert
bei
den
Einhufern
der
unlere
Theil
und
es
bleibt
ein
oben
gelegener
Griffelknochen
übrig.
Ein
ähnlicher langer
und
dünner,
zuweilen
unten
innig
mit
dem
Schienbein
verwachsen
findet
sich
bei
den
Raublhieren
und
Nagern.
Die
Fusswurzel
Abweichend
von den
Vögeln,
wo
der
sehr
verlängerte
Tarsusknochen
die
Fusswurzel
bildet,
besteht
diese
bei
Säugelhieren
stets
aus
mehr
als
zwei,
gewöhnlich
4
bis
9
Knochen,
indem
nur
beim
Ai
die
beiden
Keilbeine
früh
zeitig
mit
dem
Mitlelfussknochen
verwachsen
und
dann
blos
Fersen-
und
Sprungbein
als
einzige
frei
bewegliche
Tarsusknochen
übrig
bleiben.
Calca
neus
und
Astragalus
fehlen
daher
niemals
und
pflegen
auch
die
grösslen
Kno
chen
dieser
Abtheilung
zu
sein.
Das
Fersenbein
zieht
sich
in
einen
langen
Fortsatz
aus,
an
welchen
sich
die
Achillessehne
anheftet.
Bei
Tarsius
und
Otolicnus
verlängert
es
sich zugleich
mit
dem
Kahnbeine
und
beide
gleichen
hinsichtlich
ihrer
Länge
dann
dem
Tarsus
der
Vögel.
Der
Astragalus
ist
im
mer
kürzer
und
hat
eine
Rolle
für
das
Schienbein
und
eine
einfache
untere
Gelenkfläche
für
die
zweite
Tarsusreihe,
deren
Knochenzahl
durch
Auflösung
einzelner
sich
sehr
vermehren
kann
und
denen
der
Handwurzel
besser
ent
spricht
als
die
ersten
beiden.
Hand
und
Fuss.
Die
letzten
Glieder
der
Extremitäten,
die
Mitttelhand,
der
Miltelfuss
und
die
an
diesen
gelenkenden
dreigliedrigen
Zehen
sind
im
Allgemeinen
nach
demselben
Plane
gebildet,
bieten
aber
im
Einzelnen
sowohl
untereinander
als
nach
den
verschiedenen
Familien
mehrfache
und
z.
Th.
sehr
beachtenswerthe
Unterschiede.
Die
Zahl
der
neben
einander
liegenden
Mittelhand
und
Fussknochen
zu
nächst
betreffend
finden
sich
5
bei
den
vollkommnern
Säugelhieren.
Aber
schon
bei
den
Raubthieren
pflegt
einer
zu
verkümmern
und
nur
4
bleiben
vollkommen
ausgebildet.
Bei
den
Nagern
geht
die
Verkümmernng
noch
einen
Schritt
weiter
und
es
sind
bei
einigen
derselben
nur
noch
drei
vorhanden,
ja
bei
Dipus
verschmelzen
die
drei
Mitlelfussknochen
sogar zu
einem
einzigen,
diese
Reduction
ist
bei
Einhufern
und Wiederkäuern
Regel.
Nur
ein
verlän
gerter,
zehentragender
Knochen,
bei
den
Ruminanten
aus
der
Verschmelzung
zweier
entstanden,
findet
sich
in
diesen
Familien,
ein
äusserer
und
innerer
verkümmerter
griffelförmiger
legt
sich
an
denselben
an.
Bei
den
Pachyder
men
steigt
die
Zahl
wieder
von
3
bis
auf
5
und
letztere
ist
auch
die
nor
male
für
die
Flossensäugethiere.
Das
Skelet.
15
Die
Knochen
selbst
sind
schlank,
cylindrisch
oder
undeutlich
prismatisch
ш
obéra
Ende
gewöhnlich
mit
einer
planen
oder
concaven
Gelenkflärhe
für
die
Wurzelknochen, unten
mit
einer
sehr
gewölbten
für
das
erste
Zehen-
jüed.
Die
relative
Länge
ist
je
nach
den
Functionen
der
Hand
und
des
Fus
ses
veränderlich.
Dienen
Hände
und
Füsse
zum
Greifen,
Graben,
Klettern:
да
sied
die
Mittelhand-
und
Miltelfussknochen
verkürzt,
bei
den
plumpen
Uufihierai
verlängern
sie
sich
gleichzeitig
mit
dem
Halse
meist
auf
Kosten
de
Oberarmes
und
Oberschenkels,
daher
sie
bei
Einhufern
und
Wiederkäuern
an
längsten.
Auch
bei
den
Chiropteren,
wo
sie
die
Flughaut
spannen,
er
reichen
sie
eine
sehr
beträchtliche
Länge.
6er
Unterschied
zwischen
Mittelhand
und
Mitlelfuss
spricht
sich
theils
in
der
Zahl,
theils
in
der
Stärke
und
Länge
der
einzelnen
Knochen
aus
und
gebt
sehr
gewöhnlich
auch
auf
die
Zehen
über.
In
der
Hegel
sind
die Mit-
lelmssknochen
grösser
als
die
des
Metacarpus,
aber keineswegs so
häufig
auch die
zahlreichem.
Die
normale
Zahl
der
Zehen
beträgt
5
und
zwar
4
dreigliedrige
und
ein
zweigliedriger
Daumen.
Die
Vcrkümmemng
schreitet
hier
gleichfalls
so
weit
vor,
dass bei
den
Einhufern
endlich
nur
eine einzige
Zehe
übrig
bleibt,
welche
der
mittlem
der
fünfzehigen
Säugelhiere
entspricht.
IJebrigcns
ist
die
Verkümmerung
der
äusserlich
sichtbaren
Zeilen
derer
des
Skeleles
gewöhn
lich
um
einen
Schritt
voraus.
Die
normale
Gliederzahl
der
Zehen
erleidet
bei
den
Cetaceen eine
merkwürdige
Ausnahme,
indem
die
mittlem
vier-
bis
sieben-
gfcedrig
werden,
ein
Ersatz
für
die
fehlenden
Hinterfïisse.
Die
Gestalt
der
Phalangen
ändert
vielfach
ab.
Sie
sind
cylindrisch,
flach
gedruckt
oder
etwas
prismatisch
,
kürzer
als
die
Metacarpus-
und
Met
a
tarsos
-
koochen
und
die
erste
Phalanx
stets
grösser
als
die
zweite.
Am
wichtigsten
ю
zoologischer
Hinsicht
ist
die
Bildung
des
letzten
Zehen-
oder
Nagelgliedes,
die
sich
sehr
bestimmt
nach
der
Lebenweise
des
Thieres
modifkirt.
Die
leBptiâchhchsten
Unterschiede
bilden
die
kurzen,
flachen,
vorn
abgestumpften,
welche
mit
Plattnägeln
bedeckt
sind,
dann
die
comprimirten
,
zugespitzten,
oll
schon
sanft
gebogenen,
die
bei
stärkerer
Krümmung
sich
mit
scharfen
Kral
len
bewaffnen,
und
endlich
die
sehr
kurzen
und
breiten,
abgerundeten,
die
schubförmig
vom
Hufe
bekleidet
werden.
Die
Gelenkung
der
einzelnen
Zehen
oder
deren
Glieder
ändert
gleichfalls
mehrfach
ab
und
der
wichtigste
hierin
begründete
Unterschied
ist
der
zwischen
Hand
und
Fuss,
erslere
mit
einem
den
übrigen
Fingern
entgegengesetzbaren
Daumen,
letetrer
mit
sämmllichen
Zehen
in
gleicher
Ebene.
Die
ächte
Hand
bildung
kömmt
nicht
blos
an
den
Vorderfüssen,
sondern
häufiger
vielmehr
an
den
Hmlerfü.-sen
vor.
Eine
ganz
abnorme
Einlenkung
einzelner
Zehenglieder
•
wird
bei
dem
Megatherium
beobachtet.
Eodlidi
verdienen
noch
eine
Erwähnung
die
an
den
Zehen
vorkommen
den
accessoriseben
Knochen
oder
Sesambeine,
welche
in
einfacher
oder
dop-
Zahl
an
der
untern
Seile
neben
den
Gelenkküpfen
liegen
und
mit
der
der
Zehen
auch
die
ihrige
verändern.
Der
Schädel*).
Die
allgemeine
Gestalt
des
Säugethierschädels
zeigt
ebenso
auflallende
")
lieber
den
Schädel
der
Säugelhiere
sind
ausser
den oben
angeführten
Schrif
ten
über
das
Skelet
noch
zu
vergleichen:
Kösllin,
der
Bau
des
knöchernen
Kop
ie«
in
den
4
Klassen
der
Wirbelthiere.
Stuttgart
1844;
Erdl,
Tafeln
zur
verglei-
des
Schädels.
München
1941.
16
Allgemeine
Characteristik.
Unterschiede
als
die
Körpergeslall.
Bald
ist
er
gestreckt,
walzenförmig,
com-
primirt
oder
deprimirt,
nach
vorn
schnabelartig
verlängert
oder
abgestumpft,
prismalisch,
bald
ist
er
verkürzt,
höher
als
lang,
abgerundet
oder
kantig
und
eckig.
Immer
aber
unterscheidet er
sich
von
dem
der
Vögel
und
Amphibien
bestimmt
durch
zwei
dem
Grundbeine
angehörige
Gelenkhöcker
neben
dem
grossen
Hinlerhauplsloche
für die
Gelenkung
mit der
Wirbelsäule.
Ebenso
bezeichnend
ist
der
stets
unbeweglich
und
innig
mit
dem
Schädel
verbundene
Oberkiefer,
der aus
zwei
einfachen
Aesten
bestehende
Unterkiefer
und
dessen
unmittelbare
Gelenkung
am
Schädel.
Andere
Eigentümlichkeiten
des
Säuge-
thierschädels
liegen
in
der
innigen
Verbindung
aller
Schädelknochen,
in
dem
Mangel
an
Lücken
zwischen
denselben,
in
der
bald
frühern
hald
spätem
völ
ligen
Verwachsung
einzelner
Nähte,
in
dem
allinähligen
Ueberwiegen
des
hirn
tragenden
Theiles
über
das
Antlitz
in
den
vollkommneren
Familien,
in
den
mannichfachen
besonders
die
Kiefer
und
die
Leisten
und
Kämme
des
Hinter
haupts
betreffenden
individuellen
Altersdifferenzen,
endlich
in
der
Zusammen
setzung
aus
drei
modificirten
Wirbeln
und
den
Knochen
der
Sinnes-
und
Kauorgane.
Das
Hinlerhaupt
besteht
allgemein
aus
dem
Grund-, den
beiden
seitli
chen
und
dem
obern
Hinterhauptsbeine,
die
gemeinlich
schon
frühzeitig
mit
einan
der
verschmelzen.
Die
beiden
Gelenkköpfe
am
grossen
Foramen
sind
um
so
stärkfir
gewölbt,
je
länger
und
schwerer
der
Kopf
bei
grosser
Beweglichkeit
ist
wie
bei
Baubthieren
und
Wiederkäuern.
Sie
sind
dagegen
flach
und
wenig
her
vortretend
bei
ganz
verkürztem
Halse
und
beschränkter
Beweglichkeit
wie
bei
den
Cetaceen
und
inseclenfressenden
Baubthieren.
In
Uebereinstimmung
hier
mit
steht
auch
die
Neigung
der
Hinterhauptfläche
und
die
Stärke
der
Kämme
und
Ausbildung
der
Muskelansätzc
überhaupt.
Im
Einzelnen
bieten
die
ver
schiedenen
Familien
und
Gattungen
beachtenswerte
Eigenthümlichkeiten,
die
wir
bei
der
speciellen
Darstellung
hervorheben
werden.
Das
Keilbein
zerfällt
in
zwei
allermeist
nicht
mit
einander
verschmelzende
Stücke,
in
das
hintere
und
vordere
Keilbein.
Ersteres
nicht
immer
das
grös
sere,
pflegt
schnell
mit
dem
Grundbeine
innig
zu
verwachsen.
Ihm
gehören
die
Alae
temporales
und
die
absteigenden
Fortsätze
an,
dem
vorderen
dage
gen
die
Alae
orbitales.
Letzteres
überwiegt
bei
mehren
Familien
an
Grösse
das
hinlere
Keilbein
und
während
die
Flügel
dieses
nicht
seilen
zur
Ilm
schliessung
der
Trommelhöhle
beitragen,
dient
das
Vordere
Keilbein
zum
Durchtrilt
der
Sehnerven,
deren
Foramina
bald
mehr
bald
weniger
von
ein
ander
gelrennt
sind.
Die
Schläfengegend
bilden
mehre
Knochen
von
sehr
verschiedener
Form
und
Bedeutung.
Die
Schuppe
ist
ein
gerader
oder
gewölbter
Knochen,
von
welchem
ein
starker
Fortsatz
mit
der
Gelenkfläche
für
den
Unterkiefer
und
zur
Verbindung
mit
dem
Zygoma
ausgehl.
Der
Umfang
der
Schuppe
ist
besonders
im
Verhältniss
zum
menschlichen
Schädel
sehr
gering
und
ihre
Mannichfaltigkeit
bei
Weitem
nicht
von
so
hohem
Interesse
als
die
veränder
liche
Beschaffenheil
der
horizontalen
Gelenkfläche
für
den
Unterkiefer,
welche
je
nach
der
Bewegungsweise
des
letztem
abändert.
Bei
den
Baubthieren
г.
B.
ist
die
kräftigste
Bewegung
des
Unterkiefers
die
verticale,
daher
die
Gelenk
fläche
tief
querconcav,
vorn
und
hinten
mit
stark
entwickelten
Bändern,
welche
eine
Verschiebung
weder
nach
vorn
noch
nach
hinten
gestatten.
Die
Wieder
käuer
dagegen
haben
eine
sehr
plane
Gelenkfläche
,
auf
welcher
ihr
Unterkiefer
sich
seitlich
frei
bewegen
kann,
und
bei
den
Nagern
ist
in
höherem
Grade
Das
Skelet.
•
17
lie
Bewegung
von
vorn
nach
hinten möglich.
Ausser
der
Schuppe
liegen
in
der
Schläfengegend
noch
das
Paukenhein,
Felsenbein
und
das
zuweilen
feh
lende
oder
mit
letzterem
verwachsende
Zitzenbein.
Das
Paukenbein
bleibt
te
vielen
Säuget
liieren
stets
getrennt
,
und
entsteht
ursprünglich
aus
einem
das
Trommelfell
einfassenden
Ringe.
Es
erscheint
mehr
weniger
blasig
auftrieben
und
kann,
jedoch
nur
selten,
so
nah
an
die
Mittellinie
der
Schä
delbasis
heranrücken,
dass
es
das
der
andern
Seite
berührt.
Bei
den
Cetá
cea
ist
das
Paukenbein
besonders
gross,
elfenheinhart
und
völlig
vom
Schlä
fenbein
getrennt.
Das
Zitzenbein
ändert
in
Grösse
und
Form
vielfach
ab
und
scheint
einigen
Säugethieren
ganz
zu
fehlen.
Ueber
der
Scmäfengegend
liegen
die
paarigen
Scheitel-
und
Stirnbeine,
welche
die
ffirnhöhle
nach
oben
schliessen.
Die
Scheitelbeine
verwachsen
meist
frühzeitig
in
der
Mittellinie
und
geben
dem
Scheitel
bald
eine
platte
oder
abgerundete
gewölbte,
bald
eine
kantige
Gestalt.
Besonders
entwickelt
ist
letztere
in
dem
starken
Pfeilkamme
der
Raublhiere.
Zwischen
Scheilel-
und
oberes
Hinterhauptsbein
schiebt
sich
bei
sehr
vielen
Säugethieren
noch
ein
kleines
Zwickelbein
ein,
welches
bei
einigen
mit
dem
Scheitel-,
bei
an
dern
mit
dem
Hinterhauptsbeine
verschmilzt.
Die
Stirnbeine
bleiben
häutiger
getrennt
als
die
Scheitelbeine,
und
ändern
in
Grösse
und
Form
auflallend
ab
schon
bei
nahverwandten
Thieren
wie
den
Delphinen
und
Walen.
Eigen-
thümlich
sind
ihnen
in
der
Familie
der
Wiederkäuer
besondere
zapfenlörmige,
solide
oder
weitzellige
Knochenfortsätze.
Aiich
an
dem
bei
vielen
Säugethie
ren
kantig
vorspringenden
Augenhöhlenrande
der
Stirnbeine
kommen
beson
dere
Fortsätze
vor.
Durch
einen
solchen,
der
zum
Jochbogen
sich
abwärts
wendet und
diesen
erreicht
oder
nicht,
wird
die
Augenhöhle
nach
hinten
von
der
Schläfengrube
geschieden.
Ganz
andrer Art
ist
der
Supraorbitalfortsatz
z.
B.
bei
dem
Hasen,
der
an
das
Superciliarbein
der
Vögel
erinnert.
Der
letzte
zum
hirntragenden
Schädeltheil
gehörige,
die
Hirnhöhle
nach
vorn
ab
schliessende
Knochen
ist
das
unter
den
Stirnbeinen
gelegene
Siebbein,
welches
nur
wenig
oder
gar
nicht
an
der
Oberfläche
des
Schädels
hervortritt.
Seine
Platte
ist
allermeist
siebförmig
durchlöchert,
nur
bei
den
Delphinen
und
dem
Narwal
merkwürdiger
Weise
nicht,
und
bei
Ornithorhynchus
nur
von
zwei
grossen
Löchern
durchbohrt.
Die
eben
betrachteten
Knochen
bilden
den
eigentlichen
Schädel
oder
den
himtragenden
Theil
des
knöchernen
Kopfes,
an
dessen
Zusammensetzung
also
die
Knochen
des
Gehörorganes
und
das
zum
Geruchsorgan
gehörige
Siebbein
Theil
nehmen.
Ausserdem
beünden
sich
am
Kopfe
noch
die
Antlitzknochen
und
die
Kiefer
mit den
Zähnen.
Im
Gesiebt
liegen
vor den
Stirnbeinen
nach
vorn
sich
ausdehnend
die
Nasenbeine,
paarige
Knochenplalten
,
die
nur
bei
wenigen
Säugethieren
früh
zeitig
zu
einem
Stück
verwachsen.
Sie
überwölben
die
Nasenhöhle
und
bil
den
auch
deren
vordem
Rand,
wovon
nur
die
Cetaceen
eine
Ausnahme
machen,
iodem
sie
bei
diesen
ganz
nach
hinten
genickt
und
verdickt
sind.
Hinsicht-
Ben
ihrer
Grösse,
ihrer
Form
und
der
Begränzung
durch
die
anliegenden
Knochen
gewähren
sie
vielfache
Unterschiede,
die
jedoch
von
untergeordnetem
Interesse
Лаг
die
systematische
Zoologie
sind.
Unter
den
Nasenbeinen,
in
seltenen
Fällen
von
diesen
selbst
ausgehend,
befinden
sich die
Muscheln,
welche
von sehr
dünnen
gewundenen
Platten
gebildet
werden.
Bei
den
Raub-
tbiereo
und
mehren
Nagern
sind
dieselben
am
stärksten
entwickelt,
bei
an
dern
wie
den
Wiederkäuern
ist
nur
die
untere
Muschel
sehr
ausgebildet,
bei
18
Allgemeine
Characteristic.
den
Affen
der
neuen
Welt
gerade
diese
am
einfachsten.
Uebrigens
ändert
der
Bau
schon
bei
den
nächst
verwandten
Gattungen
zuweilen
auffallend
ab.
Das
Thränenbein
ist
als
ein
kleiner
platter
Knochen
zwischen
Stirn-,
Nasen-
und
Oberkieferbein
eingeschoben,
ohne
jedoch
das
Nasenbein
immer
zu
berühren.
Bei
den
Huflhieren
hat
es
den
beträchtlichsten
Umfang
und
nimmt
sogar
bei
einigen
Wiederkäuern
in
einer
äussern
Grube
besondere
Drüsen
auf.
Uebrigens
tritt
es
gewöhnlich
aus
dem
Antlitz
in
die
Augen
höhle
zurück,
verkümmert
auch
hier
bei
den
Affen
sehr,
und
scheint
bei
vielen
Flossensäugelliieren
ganz
zu
fehlen
oder
wenigstens
schon
sehr
früh
zeitig
innig
mit
dem
Oberkiefer
zu
verwachsen.
An
der untern
Schädelseite
legen
sich
vor
das
vordere
Keilbein
und
einen
Theil
des
obern
Gewölbes
der
Bachenhöhle
bildend
die
Gaumenbeine,
von
bald
grössern
bald
geringem
Dimensionen
und
die
zu
diesen
gehörigen,
aber
nur
sehr
selten
damit
verwachsenen
Flügelbeine
von
ebenfalls
sehr
ver
änderlicher
Grösse.
Der
einfache
Vomer
verwächst
meist
früh
mit
dem
Riech-
und
Keilbein
und
ist
als
senkrechte
Scheidewand
in
der
Nasenhöhle
gewöhn
lich
stark
comprimirl,
verlängert
drei-
oder
vierkantig
und
niedrig.
Die
seitliche
und
vordere
Gegend
des
Antlitzes
wird
vom
Oberkiefer
gebildet,
der
in
die
beiden
Kieferbeine
und
den
Zwischenkiefer
zerfällt.
Letz
terer
nimmt
die
vorderste
Stelle
ein
und
ist
paarig.
Beide
Hälften
treten
nur
ausnahmsweise
in
der
Mittellinie
nicht
zusammen
wie
bei
mehrern
Chiropte-
ren,
unter
denen
Taphozous
und
Megaderma
nur
knorplige
Zwischenkiefer
hat,
Nyderis,
Bhinolophus
und
Hypoderma
nur
durch
Bandmasse
mit
dem
Oberkiefer
verbundene,
Hypoderma
sogar
bewegliche.
Die
Berührung
mil
den
Nasen-
und
Kieferbeinen
sowie
die
Grösse
ist
sehr
veränderlich.
Bei
den
meisten
Säugelhieren
trägt
der
Zwischenkiefer
im
vordem
oder
Alveolarrande
die
Schneidezähne,
wenn
dergleichen
überhaupt
vorhanden.
An
der
untern
Seite
umgränzt
er
die
foramina
incisiva
allein
wie
bei
vielen
Nagern,
oder
nur
zum
Theil
und
diese
selbst
sind
von
sehr
verschiedener
Grösse
,
bald
einfach,
bald
doppelt.
Das
Oberkieferbein
breitet
sich
an der
Seite
des
Antlitzes
und
über
das
Rachengewölbe
aus.
Am
grössten
ist
es bei
den
Celaceen,
demnächst
am
längsten
bei
einigen
Edentaten.
An
der untern
Schädelseite
bildet
es
zwischen
dem
Gaumenbeine
und
Zwischenkiefer
gewöhnlich
den
grössten
Theil
des
Bachengewölbes
und
an
der
Seite
sendet
es
nach
hinten
den
Jochfortsatz
aus,
dessen
Basis
bei
vielen
Säugelhieren
von
dem
Unter-
augenhöhlenloche
durchbohrt
ist.
Der
Alveolarrand
trägt
allein
Zähne.
Das
Jochbein
verbindet
den
Jochfortsatz
des
Oberkiefers
mit
dem
des
Schläfen
beines
und
begränzt
die
Schläfenhöhle
nach
Aussen,
deren
Umfang
wie
die
Stärke
und
Krümmung
des
Jochbogens
von
dpr Grösse
der
Kaumuskeln
ab
hängt.
Bei
wenigen
Säugelhieren
verkümmert
das
Jochbein
und
scheint
in
seltenen
Fällen
sogar zu
fehlen,
während
es
bei
andern
einen
beträchllicben
Umfang
erreicht
und
einen
Fortsatz
nach
oben
aussendet,
der
sich
zur Ab-
schliessung
der
Augenhöhle
mit
dem
absteigenden
Aste
des
Stirnbeines
verbindet.
Hier
mögen
noch
die
am
Schädel
vorkommenden
accessorischen
Knochen
einiger
Säugethiere
erwähnt
werden,
nämlich
das
bei
allen
Faulthieren
und
dem
Dasypus
beobachtete
unpaare
os
praenasale,
das
von
Meckel
beschrie
bene
os
praemaxillare
des
Schnabelthieres
und
der
bei
dem
Schweine,
dem
Maulwurfe
und
dem
Perameles
in
der
Spitze
des
Nasenknorpels
sich
bildende
Büsselknochen.
Das
Skelet.
19
Dar
Unterkiefer
besteht
aus
zwei
vorn
mit
einander
unbeweglich
ver-
Aeslen.
Bei
sehr
vielen
Säugelhieren
bleibt
die
Verbindung
in
einer
Naht
fortwährend
sichtbar,
bei
andern,
wie
den
Affen,
vielen
Huf)
hieren
u.
a.
tritt
schon
frühzeitig
eine
innige
Verschmelzung
ein
und
der
ganze
Unterkie
fer
besieht
dann
aus
einem
einzigen
Stück.
Die
Länge
dieses
vordem
oder
Sympüysentheiles
varürt
sehr,
und
ist
bei
den
Cetaceen
am
beträchtlichsten.
Her
horizontale
Ast
ist
bald
dicker,
bald
dünner,
höher
oder
niedriger,
über
haupt
nach
der
Lebensweise
des
Thieres mannichfaltig
modificirt.
Nach
hin
ten
setzt
er
sich
in
den
Kronfortsatz,
den
Kondylus
und
den
Winkelfortsatz
fori.
Letztrer
ist
stark
entwickeil
nur
bei
Nagern,
Faulthieren
und
Beutel-
thieren.
Mill
aber
nicht
selten
ganz.
Der
Kronfortsatz
ist
schwach
bei
den
launlosen
und
allen
Säugelhieren
mit
wenigkräfligem
Gebiss.
Bei
den
Her-
bnoren
steigt
er
immer
als
schmaler
Forlsatz
auf,
bei
den
Baubthieren
ist
er
besonders
hoch
und
breit.
Mil
seiner
Entwicklung
steht
in
innigem
Zu-
Mmmenhange
die
Ausbildung
der
Grube
an
der
Aussenseite
des
hintern
Kie-
ferlheiles,
in
welcher
sich
der
Kaumuskel
anheftet,
und
ebenso
die
höhere
oder
liefere
Lage
des
Gelenkkopfes.
Dieser
steht
in
der
Höhe
des
Alveolar-
randes
oder
noch
etwas
tiefer
bei
den
raubgierigsten
Thieren
und
rückt
bei
minder
raubgierigem
Naturell
über
das
Niveau
der Zahnreihe,
bei
Pflanzen
fressern
befindet
er
sich
hoch
über
demselben,
bis
er
selbst
den
höchsten
Punct
des
hintern
Kieferrandes
einnimmt.
Mit
der
höhern
Lage
des
Condylus
wmi
die
Hebelkraft
des
Kieferastes
geschwächt.
Von
der
vordersten
Spitze
bis
m
die
Nähe
des
Kronfortsatzes
kann
sich
der
obere
Band
des
Kieferastes
mit
Zähnen
bewaffnen.
Wiewohl
im
Dienste
des
Verdauungsorganes
stehend,
reihen
wir
hier
an
die
Betrachtung
des
Schädels,
von
der
wir
die
Knochen
der
Sinnesorgane
nicht
ausschliessen
konnten,
aus
eben
dem
Grunde
die
Characteristik
des
Zahnsystemes
an,
um
so
mehr
als
dasselbe
gerade
für die
systematische
Zoo
logie
von der
höchsten
Wichtigkeit
ist.
Das
Zahnsystem
*).
Das
Gebiss
fehlt
nur
den
wenigsten
Säugelhieren
völlig
und
unterschei
det
sich
im
Allgemeinen
von
dem
der
Amphibien
und
Fische
wesentlich
da
durch
,
dass es
stets
nur
auf
die
Kiefer
selbst
und
zwar
nur
mit
je
einer
einlachen
Zahnreihe
beschränkt
ist
,
und
dadurch
,
dass
in
der
Form
,
Zahl
und
Anordnung
der
Zähne
eine
bei
Weitem
grössere
Bestimmlheit
herrscht.
Die
Slructur
und
Zusammensetzung
betreffend,
bestehen
die
Zähne
ge
wöhnlich
aus
dem
Zahn-
oder
Elfenbein,
aus
Cäment
und
Schmelz.
Diese
drei
Substanzen
treten
in
sehr
verschiedenen
Verhältnissen
ihrer
Menge
sowohl
ab
ihrer
Verlheilung
zur
Bildung
der
Zähne
zusammen
und
bedingen
zunächst
den
wichtigen
Unterschied
von
einfachen
und
zusammengesetzten
Zähnen.
Erstere zeigen,
soweit
sie
frei
über
den
Kieferrand
hervorragen,
nur
eine
jener
Substanzen,
den
Schmelz,
welcher
die
Zahnsubstanz
ganz
überzieht,
daher
die
Zähne
auch
schmelzhöckerige genannt
werden.
Dringt
die
äussere
Sehmekschicht
in
die
Zahnsubstanz
ein,
so
dass
auch
diese
äusserlich
sicht-
*)
l'eber
Odoutographie
sind
ausser
Cuvier's
oss.
foss.
und
ßlainville's
Osleogr.
«fie
wichtigsten
Schriften:
Fr.
Cuvier,
Pents
des
mammifères.
Paris
1825;
Owen,
Odcmtoeraphv.
London
Í840
—
45;
Giebel,
Odontographie.
Leipzig
1853.
(Erscheint
in
"
u
6
Tafeln
4-
mit
dazu
gehörigem
Te*t).
2*
20
Allgemeine
Cliaracteristik.
bar
wird,
so
ist
der
Zahn
zusammengesetzt
und
heisst
schmelzfaltig,
wenn
der
Schmelz
in
gewundenen
Falten
in
die
Zahnsubstanz
dringt
und
der
Zahn
am
untern
Ende
eine
einfache
Oeffnung
hat,
lamellirt
dagegen
oder
blättrig,
wenn
der
Schmelz
dünne
Platten
bildet,
die
den
Zahn
der
ganzen
Länge
nach
zusammensetzen.
Zahnsubstanz
,
Schmelz
und
Cäment
sind
keineswegs
in
jedem
Zahne
zu
gleich
vorhanden.
Das
Cäment
fehlt
sogar
sehr
häufig.
Bei
dem
Elephanten
dient es
zur
Verbindung
der
einzelnen
Schmelzplatten
und
auf
der
Kaufläclie
dieser
Zähne
wechseln
neben
einander
ab
das
Cäment
,
der
Schmelz
und
die
von
diesem
umschlossene
Zahnsubstanz.
Bei
vielen
andern
Säugethieren
bildet
das
Cäment
nur
einen
dünnen
Ueberzug
der
Zahnkrone
und
bei
andern
fehlt
es
völlig.
Der
Schmelz
beschränkt
sich
bisweilen
auf
eine
Seile
des
Zahnes,
wie
an
den
Nagezähnen,
wo
er
nur
die
vordre
oder
äussere
Fläche
über
zieht,
oder
er
fehlt,
jedoch
seltener,
ebenfalls
ganz.
Die
Zahnsubstanz
zeigt
hinsichtlich
ihrer
feineren
Struclur
mehrfache
erhebliche
Unterschiede.
Von
dieser
gewöhnlichen
Struclur
und
Zusammensetzung
weichen
die
Zähne
einiger
weniger
Säugcthiere
merkwürdig
ab.
So
die
des
Orycteropus
und
der
Rytina
durch
ihre
röhrige
Struclur,
die
des
Schnabeltieres
durch
ihre
faserig
knor
plige
Beschaffenheit
und
die
ganz
aus
hornigen
Fasern
besiehenden
Barten
der
Walfische.
Die
aus
thierischer
Gallerle
und
kohlensaurem
Kalk
bestehende
Zahn
substanz
isl
bei
den
Säugethieren
mit
wenigen
Ausnahmen
(Nager,
Edentaten)
nicht
wie
bei
den
Fischen
und
meisten
Amphibien
von
Kanälen
durchzogen.
Die
feinern
Zellen
oder
Röhrchen
,
welche
die
Kalkerde
enthalten,
haben
eine
rundliche
oder
sechsseitige
Gestalt
und
ihr
Durchmesser
wechselt
von
Vioooo
bis
Уялооо
Zoll.
Sie
gehen
vom
Centrum
in
geradem
oder
gekrümmtem
Lauf
sich
verästelnd
und
kleiner
werdend
radial
zur
Peripherie.
In
ihrer
weitern
Beschaffenheit
und
Anordnung
zeigen
sie
manche
Eigentümlichkeiten,
die
wir
im
speciellen
Theil
berücksichtigen
werden.
Das
Cäment
besieht
gewöhnlich
aus
parallelen
Lagen
radialer
Kalkröhrchen
von
sehr
veränder
lichem
Durchmesser,
der
bei
den
Carnivoren
kleiner
als
Viooo
Zoll,
bei
den
Pachydermen
grösser
ist.
Im
Schmelz
zeigt
die
microscopische
Untersuchung
mehr
weniger
gekrümmte
oder
wellenförmige
prismatische
Fasern
von
etwa
V4000
Zoll
Durchmesser
und
in
verticaler
Richtung
gegen
die
radialen
Rülir-
chen
der
Zahnsubstanz.
Die
Befestigung
der
Zähne
im
Kieferknochen
geschieht
in
besondern
Ver
tiefungen
des
lelztern,
in
Alveolen,
und
die
wahren
Zähne
aller
Säugethiere
heissen
daher
eingekeilte,
an-
und
aufgewachsene
wie
bei
den
meisten
Amphi
bien
und
allen
Fischen
kommen
ausser
den
Barten
der
Walfische
und
den
hornigen
Fasern
des
Schnabellhieres
nicht
vor.
Die
Basis
oder
der
untere
Theil
des
Zahnes
ist
in
der
Alveole
verborgen
und
der
obere
oder
freie
Theil
verrichtet
das
Kaugeschäft.
Jener
heist
die
Wurzel,
dieser
die
Krone.
Beide
sind
entweder
in
Form
und
Zusammensetzung
scharf
geschieden
oder
am
Zahn
selbst
nicht
abgegränzl
sondern
nur
durch
den
Alveolarrand
des
Kie
fers
bestimmt.
In
letzterem
Falle
nennt
man
die
Zähne
geradezu
wurzellos,
obwohl
ihr
untrer
Theil
in
der
Alveole
verborgen
ist.
Alle
lamellirten
und
schmelzfalligen
Zähne
sind
wurzellos,
alle
am
untern
Ende
geöffneten.
Die
Wurzel
ist
eine
ein-
oder
mehrfache
und
letztere
nur
den
Zähnen
der
Säuge
thiere
eigentümlich,
wie
überhaupt
wahre
Wurzelzähne
dieser
Klasse
allein
zukommen.
Die
Zahl
der
Wurzeläste
pflegt
mit
den Zacken
oder
Höckern
Das
Zahnsystem.
21
der
Krone
in
einem
nähern
Zusammenhange
zu
stehen
,
denn
einfache
Kronen
»erden
топ
einer
einfachen
Wurzel
gelragen,
mehrhöckerige
Kronen
von
zwei
oder
mehren
Wurzelästen.
Die
Gestalt
der
Kronen
ist
für die
systematische
Zoologie
von
besonderer
Wichtigkeit.
Sach
der
Stellung
im
Kiefer
Iheilen
sich
die
Zähne
in
Schneide-,
Eck-
irnd
Backzähne.
Die
Schneide-
oder
Vorderzähne
sind
ohne
Ausnahmen
аиГ
den
Zwischenkiefer
beschränkt
Ihre
Form
ist
sehr
einfach,
die
Krone
meissel-,
löffei-
oder
kegelförmig
mit
scharfem
schneidenden
Rande,
seltener
stumpf,
mil
ebener
Kaufläche
(Einhufer)
oder
ungeheuer
verlängert
wie
die
Steszähoe
des
Elephanten
und
Dinotherium.
Die
Wurzel
ist
einfach
oder
fehlt,
indem
die
Zähne
nach
unten
grösser
werdend
am
Ende
weit geöffnet
¿ind.
Getheilte
oder
tiefgezackte
Kronen
kommen
nur
äusserst
stillen
vor,
öfters
dagegen
durch
seichte
Eindrücke
undeutlich
gelappte.
Eckzahn
heissl
der
auf
der
Gränze
des
Zwischen-
und
Oberkiefers
ste
hende,
allermeist
einfache,
kegelförmig
gestaltete
Zahn.
Die
eigentümliche
Gestalt
unterscheidet
ihn
gewöhnlich
schon von den
Schneide-
und
Backzäh
nen,
wo
er
aber
mit
denselben
übereinstimmt
oder
von
der
gewöhnlichen
Kegelgestalt
durch
Basalzacken
an der
Krone und
doppelle
Wurzel
abweicht,
kann
er
nur
noch
durch
seine
Stellung
im
Kiefer
bestimmt
werden.
Die
Backzähne
stehen
im
eigentlichen
Kieferbeine
und
weichen
in
mehr
facher
Hinsicht
unter
einander
ab.
Die
vordem
pflegen
in
ihrer
Gestalt
ein
lacher
zu
sein
als
die
hintern.
Aber
nicht
auf
die
Gestalt
gründet
sich
der
Unterschied
der
vordem
und
hintern
oder
eigentlichen
Backzähne,
sondern
anf
ihre
Entwicklung.
Die
Unterscheidung
von
vordem
und
ächten
Back
zähnen
ist
indess
für
die
Systematik
ungenügend.
Entweder
stimmt
nämlich
die
Form
aller
Backzähne
überein
oder
bittet
wenigstens
keine
wesentlichen
Unterschiede
und
dann
hat
ihre
Trennung
keinen
systematischen
Werth
,
oder
die
Form
ist
abhängig
von
der
Function
eine
wesentlich
verschiedene
und
gewährt
wichtigere
systematische
Charactere
als
die
Entwicklung.
Bei
den
Pflanzenfressern
sowie
den
Säugethieren
mit
unvollkommenen
Baubthiergebiss
sind
die
formellen
Differenzen
der
einzelnen
Backzähne
sehr
gering,
in
dem
entschieden
carnivoren
Zahnsystem
dagegen
tritt
ein
dreifacher
Typus
der
Zähne
auf,
welcher
nicht
durch
die
Entwicklung,
sondern
durch
die
Form
imd
Function
bestimmt
wird.
Wir
unterscheiden
daher
die
ersten
Backzähne
als
Lückzäbne
sobald
sie
durch
geringere
Grösse,
durch
einfachere
Formen,
durch
Kronen mit
einfacher
Höckerreihe,
durch
geringe
Zahl
der
Wurzeläslc
sich
auszeichnen,
die
übrigen
als
ächte
Back-
oder
Mahlzähne,
wenn
sie
eine
übereinstimmend
zusammengesetztere
Form,
eine
vielhöckerige
Krone.und
mehr
aktige
Wurzel
haben,
w;enn
dagegen
unter
ihnen
die
scharfzackige
Form
von
der
stumpfhöekerigen
auffallend
verschieden
ist:
so
bildet
jene
den
Fleisch-
zahn,
diese
die
Kau-
oder
ächten
Mahlzähne.
In
der
gleich
festzustellenden
Formel
des
Zahnsyslemes
dürfen
diese
wichtigen
Unterschiede
nicht
unbe
rücksichtigt
bleiben.
Die
Kronen
der
Backzähne
sind
wie
eben
erwähnt
zackig
oder
höcke
rig
und
in
dieser
Beschaffenheit
isl
die
Lebensweise,
das
Naturell
derThiere
ganz
entschieden
ausgedrückt.
Je
spitzzackiger
und
scharfkantiger
die
Kronen
sind,
desto
raub-
und
blutgieriger
ist
das
Thier,
je
mehr
sich
die
Zacken
und
Kanten
abrunden
und
in
stumpfe
Höcker
verwandeln,
desto
milder
wird
das
raobgierige
Naturell
und
deutet
endlich
die
omnivore
Lebensweise
an.
Ganz
:tumpfhôckerige
Backzähne
oder
Mahlzähne
mit
breiten
ebenen
Kauflächen
22
Allgemeine Chara
cteristik.
dienen
nur
zum
Zermalmen
vegetabilischer
Substanzen
und
kommen
also
auch
nur
den
herbivoren
Säugethieren
zu.
Die
ursprüngliche
Beschaffenheit
der
Krone,
die
Schärfe
ihrer
Höcker
und
die
Zeichnung
ihrer
Käufliche
verändert
sich
bei
sehr
langem
Gebrauch.
Die
Höcker
sehr
alter
Thiere
sind
abgenutzt,
die
spitzen
Zacken
der
Raub-
Ihierzähne
abgestumpft,
die
Höcker
und
zierlichen
Falten
auf
den
Kauflächen
des
herbivoren
Zahnsystemes
abgeschliffen.
Diese
durch
das
Alter
des
Thie-
res
hervorgerufenen
Unterschiede
gewinnen
zuweilen
eine
besondere Wichtig
keit
und
verdienen
vor
Allem
bei
der
systematischen
Bestimmung
vereinzelter
fossiler
Zähne
eine
sorgfältige
Berücksichtigung.
Schneide-,
Eck-
und
Backzähne
sind
in
jedem
vollkommen
entwickelten
Zahnsystem,
also bei
allen
höhern
Säugethieren
vorhanden
und
zugleich
durch
ihre
eigenthümliche
Gestalt
von
einander
verschieden.
Bei
mehrern
Säuge
thieren,
z.
B.
vielen
Edentaten
und
Cetaceen
schwindet
jedoch
der
formelle
Unterschied
und
die
drei
Zahnarten
sind
nur
noch
nach
ihrer
Stellung
im
Kiefer
zu
erkennen.
Dieser
Verkümmerung
in
der
Form
folgt
ein
Verschwin
den
einzelner
Zahnarten.
Am
häufigsten
fehlen die
Eckzähne
und
demnächst
die
Schneidezähne.
Völlig
zahnlos
sind
nur
sehr
wenige
Säugelhiere,
wie
die
Ameisenbären.
Die
Zahnreihen
des
Ober-
und
Unterkiefers
stimmen
meist
nicht
voll
kommen
überein,
sondern
zeigen
mehr
weniger
auffallende
Unterschiede
in
der
Zusammensetzung
aus
den
einzelnen
Zahnarten
,
in
der
Form,
Grösse und
Zahl
der
Zähne
selbst.
Schneide-
oder
Eckzähne
oder
auch
beide
zugleich
können
in
einem
Kiefer
fehlen
und
in
dem
andern
vorhanden
sein.
Ob
ein
solcher
Mangel
die
obere
oder
die
untere
Zahnreihe
betrifft,
hängt
von
Zu
fälligkeilen
ab
und
lässt
sich
nach
keinem
durchgreifenden
Gesetze
normiren.
Hinsichtlich
der
Grösse
pflegen
die
Zähne
des
Unterkiefers
meist
kleiner,
stärker
comprimir!
zu
sein
als
die
obern,
wenn
überhaupt
ein
Grössenunter-
schied
beobachtet
wird.
Die
Eck-
und
Schneidezähne
weichen
von
dieser
Regel
ab.
So
sind
die
untern
Nagezähne
bei vielen
Nagethieren
grösser
und
stärker
als
die
obern,
bei
dem
Dinotherium
sind
dieselben
in
gewaltige
Stoss-
zähne
umgewandelt
und
obere
Schneidezähne
gar
nicht
vorhanden.
Die
Un
terschiede
in
der
Form
beziehen
sich
auf
grössere
Einfachheit
der
untern,
indem
deren
Höckerzahl
geringer
oder
die
Falten
minder
gewunden
sind.
Nur
selten,
z.
B.
bei
Rhinoceros,
ist
die
Gestalt
der
obern
und
untern
Zähne
eine
auflallend
verschiedene,
durch
eine
abweichende
Ausbildung
der
einzelnen
Elemente
bedingt.
Immer
aber,
mag
die
Form
in
beiden
Kiefern eine
völlig
gleiche
oder
eine
mehr
weniger
abweichende
sein,
ist
die
Stellung
der
Zähne
in
der
obern
zur untern
Reihe
eine
entgegengesetzte,
so dass
die
rechte
obere
Reihe
der
linken
untern
oder
in
den
Zahnreihen
derselben
Seite
das
Aussen
der
obern
dem
Innern
der
untern
und
umgekehrt
entspricht.
Vollkommen
geschlossen
sind
die
Zahnreihen
nur
bei
den
Affen
und
Menschen,
schon
bei
den
Chiropteren
und
allen
übrigen
Säugethieren
sind
Lücken
im
Gebiss
vorhanden.
Die
häufigsten
Lücken
treten
zur
Trennung
der
drei
Zahnarten
auf, also
zwischen
Schneide-
und
Eckzähnen,
zwischen
letztem
und
den
Backzähnen.
Andere Lücken
kommen
in
der
Mitte
der
Schneidezahnreihen,
zwischen
dem
ersten
und
zweiten,
oder
zwischen
allen
vordem,
selbst
zwischen
sämmtlichen
Backzähnen
vor.
Ist
der
Rachen
ge
schlossen:
so
alterniren
in
der Regel
die
Zähne
der
obern
Reihe
mit
denen
der
untern
und
die
Zacken
und
Höcker
jener
greifen
zwischen
die
dieser.
Dàs
Zahnsystem.
23
Audi
liier
zeigen
sich
ausser
den
durch
Unterbrechung
in
jeder
Reihe
enl-
•landenen
Lücken
andere
Lücken
im
Schluss
des
Gebisses
,
indem
die
Spitzen
der
eisten
verkümmerten
Backzähne
von
oben
und
unten
einander
nicht
mehr
berühren.
Solche
Zähne
pflegen
für
das
Thier
bedeutungslos
zu
sein
und
veranlassen
durch
ihre
Hinfälligkeit
auch
häufig
eine
Schwankung
im
Zah-
lenrerhällniss.
Die
Zahl
der
Zähne
ändert
bei
den
Säugethieren
überhaupt
in
grösster
Maoaichíaltigkeil
ab.
Ihr
Maximum
erreicht
sie
bei
den
Delphinen,
wo
sie
von
50
auf
90
und
darüber
steigt,
ohne
jedoch
jemals
Einhundert
voll
zu
machen.
Diese
hohen
Zahlen
kommen
indess
ebenso
selten
vor
als
die
Mi
nima,
welche
4
bis
О
betragen.
Bei
den
meisten
Säugethieren
schwankt
die
Gesammtzahl
zwischen
30
bis
40,
etwas
darüber
oder
darunter.
In
der
Systematik
verdient
aber
weniger
die
Gesammtzahl,
als
vielmehr
das
Zahlen-
rátállnis-s
der
verschiedenen
Zahnarten
eine
besondere
Berücksichtigung,
aus
dessen
Angabe
die
Totalsumme
sich
von
selbst
ergiebt.
Die
Zahl
der
Schneide
zähne
schwankt
in
der
obern
und
untern
Reihe
unabhängig
von
einander
wischen
0
,
2
,
4
,
6
,
8.
Die
Zahl
der
Eckzähne
kann
4
nicht
übersteigen.
Die
Schwankungen
beschränken
sich
also
nur
auf
das
Eehlen
in
einem
Kie
fer
und
auf
völlige
Abwesenheit.
Die
Backzähne
werden,
wenn
ihre
Formen
auf
keine
verschiedenen
Functionen
deuten,
insgesammt
gezählt,
und
schwan
ken
in
allen
Verhältnissen
der
oben angegebenen
äussersten
Gränzen.
Treten
fuactionelle
Formdifferenzen
auf:
so
ist
deren
Zahlenverhällniss
wichtig.
Die
Zahl
der
Lückzähne
kann
geringer,
gleich
oder
grösser
als
die
der
Mahl
zähne
sein
und
für
beide
von
1
bis
5
jederseits
variiren.
Theilen
sich
die
ächten
Backzähne
in
Fleisch-
und
Kauzähne:
so
beschränkt
sich
die
Zahl,
denn
niemals
(vielleicht
Hyaenodon
ausgenommen)
ist
mehr
als
ein
Fleisch-
zann
und
0
bis
3
Kauzähne
jederseits
vorhanden.
Für
da,?
Zahlenverhällniss
ist
mit
Berücksichtigung
der
Zahnarten
behufs
der
übersichtlichen
und
kurzen
Bezeichnung
eine
Formel
gewählt
worden,
deren
Fassung
jedoch
bald
nach
diesem
bald
nach
jenem
Princip
ausgeführt
wird.
Wir
fordern
von
einer
solchen
Formel
Einfachheit,
Bestimmtheit
und
Deutlichkeit.
Die
obere
und
untere
Zahnreihe
zerfällt
stets
in
zwei
streng
symmetrische
Hälften,
in
eine
rechte
und
linke.
Es
genügt
daher
in
allen
Fallen
die
Angabe
der
Hälfte
des
ganzen
Zahnsystemes.
Hiergegen
ist
ein
gewandt
worden,
dass
in
der
Reihe
der
Schneidezähne
nicht
immer
eine
mittle
Scheide
"sichtbar
ist.
Abgesehen
aber
davon,
dass
ursprünglich
über
all
eine
wirkliche
Gränze
in
der
Mittellinie
existirt,
ist
Zahl
und
Form
der
Schneidezähne
ohne
Ausnahme
symmetrisch
und
die
Angabe
nur
einer
Hälfte
m
der
Formel
vollkommen
gerechtfertigt.
In
den
Backzähnen
pflegt
man
besonders
in
Frankreich
und
England
allgemein
nur
den
Unterschied
zwischen
vordem
und ächten
Backzähnen
anzugeben,
deren
Begriff
selbst
verschiedent
lich
aufgefasst
wird.
Diese
Bezeichnungsweise
genügt
bei
der
Ausbildung
dreier
ranctionell
verschiedener
Backzahnarten
nicht.
Die
Formel
muss
die
nstematiscb
wichtigen
Unterschiede
angeben,
sich
also
nach
dem
Zahnsystem
modificiren
und
nicht
umgekehrt
dieses
nach
der
Formel.
Die
Anwesenheit
rerschiedener
Backzahnarten
ist
daher
in
der
Formel
auszudrücken. Die
Zah
len
der
einzelnen
Zahnarten
überhaupt
genügt
es
durch
das
mathematische
+
zu
trennen,
denn
durch
die
beigefügten
Abkürzungen
inc.,
can.,
mol.,
oder
Sehn.,
Eckz
,
Backz.
u.
a.,
welche
bei
dem
steten
Anfange
der
Zählung
von
den
Sclmeidezähneu
überflüssig
erscheinen,
wird
die
Formel
zerrissen
und
der
24
Allgemeine
Characteristik.
schnelle
Ueberblick
gestört
Schwankungen
in
der
Zahl
ein
und
derselben
Zahnart
werden
am
passendsten
in
(
—
)
gefasst
und
die
obere
und
untere
Zahnreihe
durch
die
Stellung
übereinander
bezeichnet.
Für
dus
mannichfal-
tigste
Zahnsystem
der
carnivoren
Raublhiere
wird
beispielsweise
die
Formel
folgende
Fassung
erhalten:
з*г1|[з1{]
d. h.
jederseits
oben
und
unten
3
Schneidez.
,
1
Eckz.
,
3
bis
4
Luckz.
,
1 Fleischz.
und 2
Kauzähne
oben
,
1
unten,
zusammen
38
bis
44
Zähne.
Bei
den
Insectenfressern
fällt
der
Un
terschied
von
Fleisch-
und
Kauzähnen
weg,
es
sind
nur
Lück-
und
ächte
Backzähne
vorhanden,
also
erhält
die
Formel
z.
B.
folgende
Fassung:
|^4vy+§
d. h. in
jedem
Kiefer
3
Schneidez.,
1
Eckz.,
4
Lückz.
und
3
ächte
Back
zähne. Bei
nur
einer
Backzahnart
erhält
man
z.
B.
für die
Formel
des
Tapir
3
+
1
+
6
'
un(*
w'"
man
c'en
m
^er
Entwicklung
bedingten
Unterschied
von
vordem
und
hintern
Backzähnen
ausdrücken
l^jr^rlj-
Fehlende
Zahnar
ien
werden
durch
0
bezeichnet,
also
bei
den
Nagern
z.
B.
î-rÂxî
•
bei
dem
n
UV
0+0+5
'
1+U+«
Faulthier:
ÓTST*.
Die
Entwicklung
der
Zähne
hat
erst
von
der
Geburt
des
Thieres
an
ein
zoologisches
Interesse.
Nur
wenige
Säugelhiere
zeigen
bei
der
Geburt
noch
keine
Spur
von
Zähnen
und
ebenso
wenige
sogleich
das
vollzählige
Zahn-
syslem.
Bei
den
meisten
sind
dagegen
im
vordem
Theile
der
Kiefer
einige
Zähne
vorhanden,
die sich
alsbald
vervollständigen
und
das
sogenannte
Milch-
gebiss
bilden.
Dasselbe
gehört
nur
dem
jugendlichen
Alter
an
und
wird
meist
gleichzeitig
mit
dem
Hervorwachsen
der
hintern
Backzähne
durch
neue
ersetzt,
welche
dann
das
bleibende
Gebiss
bilden.
Die
Zähne
entstehen
in
den
Alveolen
und
diese
sind
anfangs
vereinigt,
werden
allmählich
durch
un
vollkommene
Scheidewände
getrennt,
die
sich
bei
weiterer
Entwickelung
der
Zähne
vervollständigen
und
endlich
so
sehr
verdicken,
dass
sie
den
Wurzel
theil
des
Zahnes
rings
umschliessen.
Die
Zähne
selbst
entwickeln
sich
aus
doppelthäutigen
Kapseln,
deren
innere
Haut
die
Zalinsubslanz,
die
äussere
den
Schmelz
absondert.
Die
Bildung
dieser
festen
Substanzen
beginnt
an
der
höchsten
Kronenspitze
des
Zahnes
und
zwar
an
einem
Puñete,
wenn
der
Zahn
einspitzig,
an
mehrern,
wenn
er
mehrzackig
ist.
Durch
schichtenweise
Ablagerung
des
Zahnbeines
vergrössert
sich
die
Krone
immer
mehr,
und
erst,
nachdem
sie
ausgebildet
ist,
und
über
den
Alveolarrand
sich
erheben
will,
beginnt
die
Wurzel.
Bei
den
einfachen
oder
den
Zähnen
mit
wahrer
Wurzel
schliesst
sich
deren
Bildung
bald
völlig
ab,
bei
den
sogenannten
wur
zellosen
Zähnen,
die
noch
lange,
nachdem
sie
in
Function
getreten,
weiter
wachsen,
endet
die
Wurzelbildung
erst
sehr
spät.
Sobald
die
Zähne
ausge
bildet
sind,
nutzen
sie
sich
wieder
durch
die
gegenseitige
Reibung
der
untern
auf
den
obern
ab;
die
ganz
mit
festem
Schmelz
überzogenen
wenig
und
langsam,
die
zusammengesetzten
Zähne,
bei
denen
die
weichere
Zahnsubstanz
einen
Theil
der
Kaufläche
bildet,
schneller
und
stärker.
Die
scharfen
und
spilzzackigen
Zähne
verlieren
hierdurch
die
Spitzen
und
scharfen
Kanten
,
die
stumpfhöckerigen
flachen
sich
ganz
ab
und
je
nach
der
innern
Structur
än
dert
die
Zeichnung
der
Kaufläche
mit
zunehmender
Abnutzung
ab.
Ist
das
Milchgebiss,
welches
ausser
den
Schneide-
und
Eckzähnen
nur
vordere
Back
zähne,
alle
bald
in
gleicher
bald
in
geringerer
Zahl
als
das
bleibende
Gebiss
besitzt,
völlig
abgenutzt
:
so
wird
es
durch
neue
senkrecht
oder
schief
darun
ter
sich
ausbildende
Zähne
abgestossen.
Zugleich
vervollständigt
sich
nun
Das
Muskelsystem.
25
das
Zahnsystem
durch
allmähliges
Hervortreten
der
hintern
oder
ächten
Back
zähne,
welche
hinter
einander
den
Kieferrand
durchbrechen.
Hinsichtlich
der
Zeit
des
Zahnwechsels,
der
Zahl
und
Form
der
Milch-
und
Ersatzzähne
fin
det
bei
den
verschiedenen
Familien
und
Gattungen
eine
grosse
Mannigfaltig
keit
Statt,
so
dass
fast
alle
Zwischenstufen
nachgewiesen
werden können
zwischen
den
äussersten
Extremen,
welche
einerseits
der
Walfisch
mit
Zäh
nen
nur
im
fötalen
Zustande
und
andrerseits
der
Elephant
mit
achtmaligem
Wechsel
der
Backzähne
bis ins
höchste
AJter
darstellt.
Auch
in
bleibendem
Gebiss
treten
noch
ausser
den durch
Abnutzung
bedingten
eigentümliche
Veränderungen
hervor,
die
nicht
übersehen
werden
dürfen.
Einige
und
bis
weilen
sogar
alle
Schneidezähne,
die
ersten
einfachen
Lückzähne,
selbst
der
letzte
Backzahn,
wenn
er
verkümmert
ist,
fallen
in
späterem
Alter
aus,
wo
durch
das
Zahienverhältniss
in
einzelnen
Fällen
auflallend
umgestaltet
wird.
Dieses
erleidet
auch
dadurch
zuweilen
ein
ganz
abnormes
Ansehen,
dass
ein
zelne
Milchzähne
noch
lange
nach
dem
Wechsel
in
der
Reihe
der
Ersatz
zähne
stehen
bleiben.
Das
Muskelsystem*).
An
das
Skelet
als
inneres
Gerüst
heften
sich
die
Muskeln
und
bestim
men
die
äussere
Configuration
des
Säugelhierkörpers.
Knochen
und
Muskeln
stehen
in
innigster
Beziehung
zu
einander
und
die
Aenderungen
in
einem
die»
ser
Organe
bedingen
entsprechende
im
andern.
In
der
speciellen
Zoologie
wird
daher
gewöhnlich
auch
nur
das
Knochengerüst
berücksichtigt,
von
dem
Muskelsyslem
der von
diesem
unabhängige
Theil.
Eine
allgemeine
Ueber-
sicht
des
ganzen
Muskelsystemes
ist
jedoch
zur
Einsicht
in
den
Organismus
wesentlich
nothwendig
und
auf
eine
solche
wollen
wir
unsere
Darstellung
beschränken.
Unter
den
Muskeln
des
Rumpfes
sind
zunächst
die
der
Wirbelsäule
zu
betrachten,
welche
mit
Ausnahme
derCelaceen,
wo
der
Hals
verkümmert
und
die
Rückengegend
vom
Schwänze
nicht
gesondert
ist,
in
die
Hals-,
Rücken-
und
Schwanzmuskeln
sich
theilen.
Der
den
Kopf
und
Hals
zurückziehende
M.
splenius
heftet
sich
an das
Hinterhaupt
des
ersten
und
die
Born-
und
einige
Querfortsätze
des
letzten
und
ist
allermeist
einfach.
Unter
ihm
liegt
ein
langer
innerer
Kopfstrecker,
dessen
innerer
Theil
von den
Querfortsätzen
der
ersten
Rückenwirbel
und
den
lernen
der
letzten
Halswirbel
entspringt,
während
der
äussere
nur von
den
Querfortsätzen
ausgeht,
beide
heften
sich
oben
an
die
Hinterhauplsschuppe.
Neben
diesen
beiden
Muskeln
nach
aussen
befindet
sich
der
allermeist
ver
einigte
Nackenzitzenmuskel
und
Quermuskel,
an
welchen
sich
bei
einigen
Säugelhieren
ein
eigentümlicher
aufsteigender
Nackenmuskel,
bei
den
meisten
aber
der
obere
Theil
des
langen
Rückenmuskels
anlegt.
Ausserdem
bestitzen
die
Halswirbel
noch
Zwischendorn-
und
Zwischenquerfortsatzmuskeln
,
welche
и
den
ersten
beiden
Wirbeln
durch
beträchtliche
Grösse
sich
auszeichnen
und
an
das
Hinterhaupt
sich
anheften.
Von
den
Qucrforlsätzen
gehen
ge
wöhnlich
noch
drei,
seltener
zwei
oder
nur
ein
Rippenhalter
zur
ersten
oder
den
Widen
ersten
Rippen
hin.
Die
untere
Fläche
der
Halswirbel
bedecken
der
v«i
den
vordem
Brustwirbeln
bis
zum
Atlas
reichende
lange
Halsmuskel
und
der
grosse
und
kleine
gerade
Kopfmuskel,
welche
von
den
vordem
Halswirbeln
ent-
*)
Die
umfassendsten
Arbeiten
über
die
Muskeln
sind
die
von
Cuvier
in
den
Leçons
und
von
Meckel
in
dem
System
der
vergleichenden
Anatomie
gelieferten.
26
Allgemeine
Characteristic.
springen
und
nicht
überall
deutlich
von
einander
getrennt
sind.
Alle
diese
untern
Muskeln
bedeckt
der
vom
Brustbein,
Schlüsselbein
und
selbst
Ober
arm
entspringende
und
meist
an
das
Zilzenbein
sich
heftende
Kopfnicker.
In
der
Rückengegend
tritt
der
grosse
gemeinschaftliche
Rückgratsstrecker
be
sonders
hervor.
Er
entspringt
an
den
Lenden-
und
Kreuzbeinwirbeln,
ver
einigt
sich
allermeist
mit
dem
Dornmuskel
der
Brustwirbel
und
heftet
sich
an
die
Querforlsätze
dieser
oder
zugleich
auch
an
die
Rippen.
Bei
den
Ce-
taceen
entspringt
er
mit
starker
Sehne
am
Schwänze und
befestigt
sich
flei
schig
an
der
Schuppe
des
Hinterhauptbeines.
Unmittelbar
auf
den
Wirbeln
liegt
der
vieltheilige
Rücken-
und
der
Halbdornmuskel.
Lelztrer
dehnt
sich
vom
Kreuzbein
bis
zum
Epistropheus
aus
und
ist
zuweilen
innig
mit
dem
erstem
verschmolzen.
Die
Zwischendorn-
und
Zwischenquerfortsalzmuskeln
der
Brust-
und
Lendenwirbel
sind
allermeist
sehr
schwach
und
häufig
nicht
scharf
vom
Dorn-
und
Halbdornmuskel
geschieden.
Die
Muskeln
des
Schwanzes
sind
je
nach
dessen Länge, Stärke
und
be
sondern
Functionen
verschiedentlich
entwickelt.
Sehr
allgemein finden
sich
an
ihm
Heber
oder
Strecker,
Seitwärtszieher
und
Niederzieher
oder
Beuger.
Die
Heber
können
als
Fortsetzung der
Muskeln
an
den
Dornfortsätzen
der
Rücken-
und
Lendenwirbel
betrachtet
werden
und
sind
ein
innerer
schwä
cherer,
zwischen
den
Dornfortsätzen
und
an
den
vordem
Gelenkforlsälzen,
und
ein
äusserer
stärkerer,
der
schon von
den
Querfortsätzen
der
Lenden
wirbel
entspringt
und
mit
seinen
zahlreichen
Sehnen
bis
ans
Ende
des
Schwan
zes
reicht.
Von
den
Seitwärtsbeugern
ist
der
eine
Zwischenquerfortsatzmus-
kel
und
der
andre
äussere
Sitzbeinschwanzmuskel,
der
vom
Becken,
gewöhn
lich
nur
vom
Sitzbein
zu
den
vordem
Querfortsätzen
geht.
Die
Beuger
an
der untern
Seite
der
Schwanzwirbel
theilen
sich
in
den
untern
Dornmuskel,
der
nicht
in
der
ganzen
Länge
des
Schwanzes
ausgebildet
ist,
in
einen
zweiten
vom
Kreuzbein
und
den
vordem
Querforlsätzen
entspringenden
mit
langen
Seh
nen
an
die
folgenden
Wirbel
sich
anheftenden,
und
in
den
getheilten
obern
und
vordem
Schwanzbeuger,
jener
vom
Hüftbein,
dieser
vom
Scham
bein
zu
den
untern
Dornfortsätzen
der
vordem
Schwanzwirbel
sich
erstreckend.
Am
Thorax
fällt
zuerst
der
sägeförmige
Muskel
auf,
der
von den
Dorn-
fortsälzen
der
letzten
Halswirbel,
der
Brust-
und
ersten
Lendenwirbel
ent
springt
und
sich
mit
einzelnen
Sehnen
an
den
obern
Theil
der
meisten
Rip
pen
zur
Erweiterung
des
Bruslkaslens
anheftet.
Er
zerfällt
häufig
in
eine
vordre
absteigende
und
hintre
aufsteigende
Hälfte.
Beide
sind
sehr
selten
z.
B.
bei
Nagern
gar
nicht
oder
undeutlich
geschieden,
bei
einigen
Raubthie-
ren
dagegen
verstärkt
sich
der vordre
auffallend
auf
Kosten
des
hintern.
Unter
ihnen
liegen
die
länglich
dreieckigen
Rippenheber,
welche
von den
Quer
fortsätzen
der
Brustwirbel
entspringend
zur
hintern
Gegend
der
Rippen
gehen
und
in
kurze
an
allen
und
lange
meist
nur
an
den
hinlern
Rippen
vorhan
dene,
bisweilen
selbst
ganz
fehlende
sich
theilen.
Allgemein
vorhanden
sind
die
Zwischenrjppenmuskel
,
denen
sich
bei
der
Anwesenheit
einer
Clavicula
nach
der
von
dieser
zur
ersten
Rippe
gehende
Schlüsselbeinmuskel
anscbliesst.
Letz
trer
erreicht
bei
dem
Maulwurf,
den
Fledermäusen
und
den
Quadrumaneii
sogar
eine
sehr
beträchtliche
Grösse.
An
die
Rippenknorpel
und
das
Brust
bein
heftet
sich
als
Niederzieher
der
Rippen
der
dreieckige
Brust
beinmuskel.
D
ie
Brust-
und
Bauchhöhle
werden
bei
allen
Säugethieren
ohne
Aus
nahme
durch
einen
sehr
entwickelten
Muskel,
das
Zwergfell
von
einander
ge
schieden.
Dasselbe
entspringt
mit
einem
dickern
Theile
von den
Körpern
Das
Muskelsystem.
27
und
Querfortsätzen
der
vordem
Lendenwirbel,
breitet
sich
dann
zu
dem
Rip*
peolbeüe
aus
und
heftet
sich
an
die
Knorpel
der
hintern
Rippen
und
den
Sdrwertfbrlsatz
des
Brustbeines.
Auf
der
Gränze
des
Lenden-
und
Rippen
thaies
findet
sich
eine
meist
starke
Zwischensehne,
das
Centrum
tendineum.
Das
Zwergfei!
bildet
aber
niemals
eine
völlig
geschlossene
Wand,
sondern
besitzt
mehre
Oeffnungen
zum
Durchgang
andrer
Organe,
so
in
der
Mitteilt-
nie
der
Wirbelsäule
zunächst
den
Aortenschlitz,
davor
der
SpeiseröhrenschliU,
reehterseits
die
viereckige
Oeffnung
für
die
untere
Hohladcr.
An
lelztrer
be
säten
die
wiederkäuenden
Tylopoden
eine
Ossification,
der
Igel
zwei
ähnliche
am
Aorlenschlitz.
Die
Wandungen
der
Bauchhöhle
bilden
gemeinschaftlich
mehrere
allge
mein
als
Bauchmuskeln
aufgeführte
Muskeln,
welche an
dem
Hüftbeine,
den
Lendenwirbeln,
Rippen
und
Brustbeine
befestigt
sind.
Der
erste
derselben,
der
äussere
schiefe
Bauchmuskel
geht
vom
Rande
des
Hüflbeines
und
der
Schambeinfuge,
hier
bei
den
Säugethieren
mit
äussern
Hoden
durchbrochen,
ni
den
letzten
Rippen.
Viel
kleiner,
unter
demselben
liegend
und
mit
ent
gegengesetzt
verlaufenden
Fasern
versehen,
ist
der
innere
schiefe
Bauchmuskel,
der
von
dem
Hüftbeinkamme
und
den
Querfortsätzen
mehrer
Lendenwirbel
entspringt
und
sich
an
die
Knorpel
der
hintern
Rippen
heftet.
Darunter
folgt
mit fast
gleichen
Ansatzpuncten
der
quere
Bauchmuskel
und
dann
der
vier
eckige
Lendenmuskel,
der
vom
Hüftbeinknorren
unter
den
tiefen
Rückenmus-
kem
hin
an
die
Querfortsätze
der
Lendenwirbel
und
letzten
Rippen
verläuft
und
bei
langer
Lendengegend
auch
sehr
stark
wird,
überhaupt
am
grössten
aber
beim
Känguruh
ist.
Die
viel
schmälern
geraden
Rauchmuskeln,
von
einer
Scheide
umschlossen,
dehnen
sich
von
den
Schambeinen
bis
an
den
nntem
Tbeil
mehrerer
Rippen
ans.
Hinsichtlich
der
Anordnung
der
Sehnen,
der
Grösse
und
Ausbreitung
nach
vorn
bieten
diese
Muskeln
erhebliche
Unter
schiede
nach
den
einzelnen
Familien.
Endlich
der
ebenfalls
vom
Schambein
«(■springende
Pyramidenmuskel,
welcher
sehr
vielen
Säugethieren
gänzlich
fehlt.
Die
Muskeln
der
Extremitäten
sind
zur
Bewegung
der
einzelnen
Glieder
fieser
bestimmt
und
daher
in
ihrer
speciellen
Ausbildung
ebenso
mannichfal-
üjt
als
die
Functionen
der
Vordergliedmassen
selbst.
Sie
theilen
sich
nach
den
einzelnen
Gliedern
ein.
Ton
den
Schultermuskeln
zeigt
der
Kappemnuskel,
der
von
Hinterhaupte,
dem
Nackenbande
und
den
Domfortsätzen
der
Brustwirbel
entspringend
an
die
Gräte
und
Ecke
des
Schulterblattes
sich
heftet,
vielfache
Abänderungen,
»dem
er
sich
bald
mit
dem
äussern
Kopfnicker
und
dem
dreieckigen
Ober-
armheber
verbindet
,
bald
völlig
isolirl
ist,
oder
er
löst
sich
in
zwei
sehr
ver
schieden
entwickelte
Bäuche
auf
wie
beim Maulwurf
und
Igel,
geht
wohl
gar
nur
von
den
Brustwirbeln
zur
Sehultergräte
wie
bei
den
Fledermäusen,
zer-
Ш
selbst
in
mehr
als
zwei
Portionen
u.
s.
w.
Der
Schulterblatlheber
geht
unter
dem
vorigen
von
der
Ecke
der
Skapula
an
die
Querfortsätze
der
letz
ten
Halswirbel.
Er
fehlt
nirgends,
verschmilzt
jedoch
bisweilen
mit
dem
grossen
gezahnten
Muskel.
Ein
dritter
nicht
allgemein
vorhandener,
längli-
Aer
und
platter
Schultermuskel
reicht
vom
untern
Ende
der
Gräle
bis
an
den
Qnerfortsatz
des
ersten
Halswirbels.
Der
Raute"nmuskel
entspringt
von
ilen
Dornen
der
letzten
Hals-
und
ersten
Brustwirbel
und
befestigt
sich
an
den
hintern
Oberrand
des
Schulterblattes.
Er
ist
bald
einfach,
bald
getheilt
rad
von'sehr
veränderlicher
Grösse.
Nach
Innen
von
ihm
und
an
dem
obern
Sîhoflerblattrande
entstehend
geht
der
grosse
vordere
gezahnte
oder
Säge
28
Allgemeine
Characleristik.
muskel
mit
mehrern
Zacken
an
die
vordem
Rippen
und
meist
auch
an
die
Querfortsätze
der
hintern
Halswirbel.
Die
Muskeln
des
Oberarmes
kommen
allermeist
vom
Schulterblatt
und
sind
folgende:
der
Oberarmheber
sehr
veränderlich
in
Grösse
und
Gestalt,
der
Öbergrätenmuskel
von
der
Obergrätengrube
an
den
obern
Höcker
des
Humeras
gehend
und
meist
stark,
der
Untergrätenmuskel
bald
grösser
bald
kleiner
als
voriger,
überhaupt
am
ansehnlichsten
bei
dem
Maulwurf, der
grosse
runde
Armmuskel
von
ebenfalls
sehr
veränderlicher
Grösse,
der
breite
Rücken
muskel
von
den
Rippen
oder
Braslwirbelu
oder
beiden
zugleich
zur
hinlern
Fläche
des
Humeras
laufend,
der
grosse
Brastmuskel,
der an der
Innenseite
der
Skapula
gelegene
und
an
den
innern
Höcker
des
Oberarms
sich
heftende
Unterschullerblattmuskel,
mit
dem
mehr
weniger
getrennten
kleinen
runden
Muskel,
endlich
der
Hakenarmmuskel,
welcher
jedoch
dem
Känguruh
und
eini
gen
Omnivoren
Raubthieren
fehlt.
Am
Unterarm
befinden
sich
mit
Ausnahme
der
Cetaceen
zunächst
der
lange
und
kurze
Beuger,
jener
vom
Schulterblatt
ausgehend
und
an
das
obere
Ende
des
Vorderarmes
geheftet,
dieser
auch
Ellenbogenbeuger
genannt
am
Humerus
entspringend.
Der
Vorderarmstrecker
kommt
vom
untern
Rande
des
Schulterblattes
und
heftet
sich
mit
einer
starken
Sehne
an
das
Olecranon.
Minder
allgemein
werden
noch
zwei
Vorwärtswender
beobachtet
und
ihnen
entsprechend
zwei
Rückwärtswender.
Zur
Bewegung
der
Hand
dienen
zwei
Beuger
und
Strecker
und
die
äus
sern
und
innern
Speichen-
und
Ellenbogenmuskeln,
zu der der
Finger
ein ge
meinschaftlicher
Fingersirecker,
vom
äussern
Humerasknorren
entspringend,
und
die
beiden
langen
Fingerbeuger
vom
innern
Knorren
des
Humerus
aus
gehend.
Je
nach
der Zahl
der
Finger
und
deren
besondern
Bewegungen
fin
den
sich
auch
noch
eigentümliche
Muskeln
vor,
welche
jedoch
nur
den
Un-
guiculaten
allgemein
zukommen
und
bei
diesen
selbst
wieder
grosse
Verschie
denheiten
zeigen,
daher
wir
sie
nicht
namentlich
aufzählen.
Die
Muskeln
-der
hinlern
Gliedmassen
fehlen
natürlich
den
Cetaceen
und
vertheilen
sich bei
den
übrigen
Säugelhieren
wieder
auf
die
einzelnen
Glieder.
Am
Oberschenkel
fungirt
zunächst
der
grosse
oder
äussere
Gesässmuskel,
der
gewöhnlich
nur
vom
obern
Hüflbeinrande
entspringend
eine
sehr
verschiedene
Entwicklung
und
Anheftung
besitzt.
Der
mittlere
Gesässmuskel
befestigt
sieb
an
der
äussern
Fläche
des
grossen
Rollhügels
und
ist
meist
von
beträchtli
cher
Grösse.
Der
kleine
gleich
verlaufende
Gesässmuskel
verschmilzt
bisweilen
mit
vorigem,
seltener
ist
er
grösser
wie
beim
Pferde.
Der
vom
Hüft-
und
Kreuz
bein
kommende
Birnmuskel
heftet
sich
an
die
innere
Fläche
des
grossen
Roll
hügels.
Er
scheint
nicht
selten
zu
fehlen
und
übrigens
sehr
veränderlich
in
der Stärke
zu
sein.
Der
innere
Hüftbeinlochmuskel
geht
aus
der
Höhle
des
Beckens
um
den
absteigenden
Ast
des
Sitzbeines
und
fasst
mit
einer
starken
Sehne,
welche
zwei
vom
Sitzbeinaste
entspringende
Zwillingsmuskeln
begleiten,
die
innereFläche
des
grossen
Rollhügels.
Einigen
Säugelhieren
z.
B.
dem
Schweine
fehlt
dieser
Muskel,
andern
nur
die
Begleiter
desselben,
noch
andern
Beide.
Der
viereckige
Schenkel
muskel
vom
Silzbein
bis
zur
hintern
Fläche
des
Femu
rrei-
chend
fehlt
ebenfalls
bisweilen.
Wenig
Unterschiede
dagegen
bietet
der
äus
sere
Hüftbeinlochmuskel.
Als
Beuger
des
Oberschenkels
fungiren
der
runde
Len
denmuskel
und
der
Hüftbeinmuskel,
die
sich
gemeinschaftlich
an
den
kleinen
Roll
hügel
heften,
als
meist
sehr
stark
entwickelte
Anzieher,
der
nicht
seilen
in
4
zerlegte
vom
Scham-
und
Sitzbein
zur
innern
Fläche
des
Oberschenkels
reichenden
Muskeln.
Das
Muskelsystem.
29
Der
Unterschenkel
hat
gewöhnlich
sechs
Beuger
von
sehr
verschiedener
Entwicklung.
Sie
kommen
theils
vom
Becken
herab,
theils
vom
Oberschen
kel
und
setzen
sich
an
die
Tibia
und
Fibula.
Der
Strecker
theill
sich
in
einen
oberflächlichen
und
einen
tiefen,
letztrer
meist mit
mehrern
Köpfen.
Erstrer
entspringt
über
der
Pfanne
am
Hüftbein
,
wird
am
untern
Femoralge-
lenk
sehnig
und
geht
über
die
Kniescheibe
an
die
Schienbeinhöcker.
Die
Muskeln
des
Fusses
sind
wie
die
der
Hand
Beuger
und
Strecker,
nämlich
der
vordere
Schienbeinmuskel,
die
Wadenbeinmuskel,
der
meist
drei
köpfige
Wadenmuskel
mit
der
Achillessehne,
der
hintere
Schienbeinmuskel.
Für
die
Zehen
finden
sich
allgemein
ein
langer
und
kurzer
gemeinschaftlicher
Zebenslrecker
und
ein
langer
Strecker
der
grossen
Zehe,
und
ebensolche
Beuger.
Jedes
Zehenglied
hat
wiederum
seine
eigenen
Muskeln.
Diese
alle
modiGciren
sich
mannichfach
nach
der
Zahl
und
den
besonderen
Verrichtun
gen
der
Zehen.
Die
den
Kopf
bewegenden
Muskeln
sind
schon
oben
erwähnt,
ausser
diesen
befinden
sich
aber
an
demselben
noch
die
Gesichts-
und
Kaumuskeln,
deren
verschiedene
Entwicklung
die
auffallende
Mannichfaltigkeit
der
Gesichts-
Pbysiognoraie
bedingt
und
die
Säugethiere
wesentlich
von
den
übrigen
Wir-
bellhierklassen
unterscheidet.
Die
eigentlichen
Gesichlsmuskeln
fehlen
den
Schnäbelt
hieren
völlig
und
bestehen
auch
bei
den
Delphinen
nur
aus
den
Na-
senringmuskeln
,
den
Augenlidmuskeln
und
einer
geringfügigen
Lage
auf
dem
Oberkiefer.
Bei
den
meisten
übrigen
Säugethieren
sind
zunächst
mehr
weni
ger
bewegliche
Lippen
vorhanden.
In
denselben
liegt
ein
sehr
ansehnlicher
Kreis-
muskel,
der
Mundschliesser
und
von
dessen
äussern
Rande
strahlen
die
eige
nen
Antagonisten
aus,
welche
sich
in
obere,
mittlere
und
untere
theilen.
Die
obern
kommen
vom
Stirnmuskel
oder
sellener
vom
Jochbeine
und
gehen
in
den
Mundwinkel.
Vor
diesem
einfachen
oder
doppelten
Jochmuskel
liegt
der
vom
untern
Augenhöhlenrande
herabsteigende
breite
Heber
der
Oberlippe
und
der
meist
mit
diesem
innig
verbundene,
vom
Oberkiefer
und
Nasen
beine
zum
äussern
Umfange
der
knorpligen
Nase
und
dem
Mundschliesser
ge
hende
gemeinschaftliche
Heber
der
Nase
und
Oberlippe.
Der
Heber
des
Mund
winkels
hat
seine
Lage
unter
den eben erwähnten
Muskeln.
Die
untern
Mus
keln
sind
der
Niederzieher
des
Mundwinkels,
ein
tiefer
gelegener
und
der
Backenmuskel.
Den
weichen
Gaumen
bewegen
zwei
Erweiterer
und
zwei
Ver
engerer
der
hintern
Mundgegend.
Im
Dienste
des
Unterkiefers
stehen
5
Muskeln.
Der
grosse
mehr
we
niger
deutlich
gelheilte
Masseter
liegt
auf
der
äussern
Fläche
des
Kronfortsat
zes
unter
dem
Jochbogen
und
variirt
nur
hinsichtlich
seiner
Grösse.
Der
Schlafmuskel
geht
als
stärkster
Heber
von
der
Seitenfläche
des
Schädels
zum
Zackenfortsatze des
Unterkiefers
und
der
innere
Heber
aus
der
Flügelgrube
des
Keilbeines
an
die
Innenfläche
des
Kronfortsatzes.
Als
Niederzieher
dient
der
vom
Zitzenfortsatz
an
den
vordem
Unlerrand
des
Kiefers
reichende
Un
terkiefermuskel
und
als
Seitwärtszieher
ein
oben und
innen
am
Kronfortsatz
befestigter
Quermuskel.
Die
Hautmuskeln
der
Säugethiere
endlich
sind
im
allgemeinen
sehr
voll
kommen
ausgebildet
und
erreichen
sogar
bei
denen
mit
Kugelungsvermögen
wie
beim
Gürtelthier,
Echidna
und
Igel
eine
sehr
überwiegende
Grösse.
Dem
nächst
sind
sie
bei
den
Cetaceen
sehr
stark
entwickelt.
Gewöhnlich
hüllen
m
als
ein
zusammenhängender
Muskel
den
ganzen
Rumpf
ein
und
gehen
auch
über
den
Hals, einen
Theil
des
Kopfes
und
Gesichtes
hinweg,
wo
sie
mit
den
30
Allgemeine
Characteristik.
Lippenmuskeln
eine
innigere
Verbindung
einzugehen
pflegen,
während
sie
vo
den
Rumpfmuskeln
durch
Zell-
oder
Fettgewebe
geschieden
sind.
Das
Nervensystem*).
Das
Nervensystem
zeigt
zwar
in
der
Klasse
der
Säugelhiere
noch
sei
verschiedene
Grade
der Entwicklung,
unterscheidet
dieselbe
doch
aber
dure
das
Ueberwiegen
des
Gehirnes
über
das
Rückenmark
und
die
in
innigst«
Deziehung
dazu
stehende
gleichmässige
Ausbildung
der
Sinnesorgane
wesen
lieh
von
den
übrigen
Wirbellhieren.
Wir
wenden
uns
sogleich
zur
Betracl
tung
der
einzelnen
Abtheilungen
desselben.
Das
centrale
Nervensystem.
Das
Gehirn
füllt
wie
bei
den
Vögeln
die
Schädelhöhle
vollständig
ai
und
besitzt
in
der
stark
entwickelten
Brücke,
in
der
beträchtlichem
Ausbi
dung
der
Seitenlappen
des
kleinen
Gehirnes,
in
der
Längscommissur
für
d
Ammonshörner
und
Sehhügel
und
endlich
in
der
Solidität
der
mehr
mind<
scharf
gesonderten
Vierhügel
durchgreifende
Unterschiede
von
dem
Gehii
der
Vögel.
Die
in
den
verschiedenen
Säugethierfamilien
beobachteten
Differenz
e
lassen
eine
fortschreitende
Entwicklung
zu
höherer
Vollkommenheit
nicht
vei
kennen.
Am
vogelähnlichsten
und
unvollkommensten
ist
das
Gehirn
des
Sehn;
belthieres.
In
demselben
erscheint
Brücke
und
Balken,
dieser
auch
bei
de
Beirtelthieren
,
noch
sehr
wenig
entwickelt,
fast
rudimentär,
die
Hemisphäre
des
kleinen
Gehirnes
gleichsam
nur
als
Anhänge
des sehr
ausgebildeten
Wui
mes,
die
Vierhügel
als
nur
ein
Paar
Anschwellungen,
die
Sehhügei
in
d<
Mitte
fast
verschmelzend
und
die
Hemisphären
noch
ohne
Windungen.
I>¡
Hemisphären
des
grossen
Gehirnes
nehmen
allmählig
an
Umfang
zu
;
bei
Ma:
supialien,
Nagern,
Edentaten
und.
Fledermäusen
sind
sie
ganz
glatt,
furcher
los
oder
nur
mit
schwach
angedeuteten
Furchen
und
bedecken
das
kleine
G<
hirn
noch
nicht;
erst
bei
den
Affen
bilden
sich
die
hintern
Lappen
aus
un
die
Windungen,
den
inseclenfressenden
Raubthieren
noch
fehlend
erscheint
deutlicher
bei
den
Katzen,
mehr
bei
den
Hunden,
dann
den
Pferden
ur
Wiederkäuern,
den
Delphinen
und
Elephanten.
Sehr
gross
sind
gewöhnt
к
die
Vierhügel,
in
den
angegebenen
Ordnungen
frei
liegend,
aber
niemals
m
einer
Spur
von
Höhlung,
bei
den
Affen
verhältnissmässig
am
kleinsten,
b
den
Raubthieren,
die
hintern
Hügel,
bei
den
Einhufern,
Wiederkäuer
Nagern,
Insectenfressern
die
vordem
grösser.
Die
Sehhügel
werden
gleicl
falls
allmählig grösser,
der
gestreifte
Körper
dagegen
ist
ansehnlich
besoi
ders
bei
den
niedem
Ordnungen.
Die
allgemein
vorhandene
Zirbel
ande
in
Form
und
Grösse
mehrfach
ab.
Beachtenswerthe
Eigentümlichkeiten
sir
die
allgemein
vorhandenen
Corpora
trapezoidea,
Erhabenheilen
von
quer*
Markfasern
dicht
hinter
der
Brücke
und
neben
den
Pyramiden,
von
den«
Fascikel
des
sechsten
und
siebenten
Hirnnerven
ausgehen,
ferner
die
häuf
vom
an
den
Hemisphären
befindlichen
hohlen
Anschwellungen
der
Geruch
nerven
und
die
zu
denselben
in
näherer
Beziehung
stehenden
seitlichen
E
habenheiten
an
der
Basis
der
Mittellappen
des grossen
Gehirnes.
*)
Treviranus,
Untersuchungen über
den
Bau
und
die
Functionen
des
Gehirne
etc.
Bremen
1820.
—
Swan,
illustrations
of
the
comparative
anatomy
of
the
ne;
vous
system.
London
1841.
—
Tiedemann,
Anatomie
und
Bildungseeschichte
de
Gehirnes
etc.
Nürnberg
1816.
—
Serres,
anatomie
comparée
du
cerveau
etc.
Pari
bas
Nervensystem. 31
Das
Bückenmark
besteht
allgemein
aus
vier
Strängen
und
reicht
wie
bei
den
Vögeln
wenigstens
fast
allgemein
bis
ans
Ende
des
Markkanales
der
Wir
belsäule,
indem
nur
der
Igel,
bei
welchem
es
nicht
bis
an
das
Ende
der
Brustgegend
reicht,
und
Echidna
hiervon
eine
Ausnahme
machen.
In
seiner
geizen
Länge
finden
sich
zwei
Anschwellungen,
welche
den
Ursprungsslellen
der
Nerven
für
die
Gliedmassen
entsprechen,
aber
auch
bei
den
Cetaceen
trotz
der
mangelnden
hintern
Extremitäten
deutlich
ausgebildet
sind.
Die
Grösse
und
Stärke
dieser
Anschwellungen
ändert
mehrfach
ab.
Der
bei
den
Vögeln
am
hintern
Ende
des
Rückenmarks
befindliche
Sinus
rhomboidale
fehlt
den
Säugethieren
allgemein,
dagegen
erhält
sich
der
im
embryonalen
Zustande
allgemein
vorhandene
centrale
Kanal
bisweilen
erkennbar
das
ganze
Liben
hindurch.
Der
meist
vor
dem
Austritt
aus
dem
Markkanale
gelegene
Ursprung
der
Spinalnerven
führt
immer
zur
Bildung
einer
Cauda
equina
sekhe
um
so
stärker
ist,
je
mehr
sich
das
Rückenmark
verkürzt.
Das
peripherische
Nervensystem.
In
dem
Ursprünge
der
Spinalnerven
weichen
die
Säugethiere
nicht
von
den
übrigen
Wirbelthieren,
insbesondre
den Vögeln
ab.
Dagegen
zeichnen
sie
sich
-«deich
durch
den
Besitz
eines
eigenlhümlichen
Nervens,
des
N.
phrenicus
aas,
der
durch
die
vordem
Aeste
mehrer
Halsnerven
gebildet
wird
und
seine
ebenen
zahlreichen
Aeste
im
Zwergfell
ausbreitet.
Der
Plexus
brachialis
ent
steht
gewöhnlich
durch
die
vier
letzten
Halsnerven
und
den
ersten
Rücken-
iwrveo.
Unter
den
zahlreichen
aus
denselben
hervortretenden
Aesten
ist
der
N.
mediaous
hinsichtlich
seines
häufigen
Durchganges
durch
das
Foramen
^jpracondyloideum
des
Oberarmes
bemerkenswert!).
Der
N.
ischiadicus
der
hintern
Extremitäten
entspringt
allgemein
aus
einem
von
den
letzten
Lenden-
uod ersten
Kreuznerven
gebildeten
Lumbargefiechte
,
welches
auch
bei
den
Cetaceen
vorhanden
ist
und
hier
einen
Nervenstamm
aussendet,
dessen
Zweige
pcb
in
den
Muskeln
des
Beckenrudimentes,
der
Genitalien
und
in
der
Afler-
Eegend
verbreiten.
Bei
den
Säugethieren
mit
einem
längerem
Schwänze
bil
det
sich
aus
den vordem
Aesten
der
Kreuznerven
ein
besonderer
Plexus.
Cnter
den
Sinnesnerven,
welche
dem
Hirn
entspringen,
ist
zunächst
der
Sehnoerv
allgemein
vorhanden
und
nur
rudimentär
bei
den
unterirdisch
le
benden
blödsichtigen
Insectenfresseru
,
bei
welchen
denn
auch
die
Augenmus-
keJnerven
vermisst
werden.
Die
Primitivfasern
kreuzen
sich
nur
zum
Theil,
rädern
Theils
laufen
sie
auf
derselben
Seite
vom
Chiasma
aus.
Dagegen
fehlt
der
Riechnerv
den
Delphinen
bestimmt
und
zeichnet
sich
bei
den
meisten
übri
gen
Säugethieren
durch
die
grossen
hohlen
Corpora
mammillaria
aus.
Der
Nervus
acusticus
ist
besonders
bei
den
Cetaceen
sehr
stark,
ebenso
der
stets
mit
zwei
Wurzeln
entspringende
N.
trigeminus,
dessen Aeste
sich
je
nach
der
Bildung
der
Schnauze
und
des
Rüssels
sehr
verschiedentlich
entwickeln,
wo
nach
auch
der
N.
facialis
vielfach
und
auffallend
sich
verändert.
Letztrer
versorgt
zugleich
die
Bart-
und
Schnurrhaare
mit
besonderen
Fäden.
Der
N.
glosso-
i'hanngfus.
N.
vagus
und
N.
hypoglossus
zeigen
einzelne
Eigentümlichkeiten,
«eicfWi
aber
im
Wesentlichen
nicht
von
denen
der
Vögel
ab.
Ebenso
ver
hält
sich
der
N.
sympathicus
in
seinen
drei
nach
der
Hals-,
Brust-,
und
Bauchgegend
geschiedenen
Abtheilungen.
Die
Sinnesorgane.
Die
gleichmässigere
Entwicklung
aller
Sinnesorgane
zeichnet,
wie
oben
"rwähnt,
die
Säugethiere
vor
allen
übrigen
Wirbelthierklassen
aus.
Damit
32
Allgemeine
Characteristic.
ist
aber
keineswegs
gesagt,
dass
jeder
einzelne
Sinn
bei
jedem
Säugelhiere
vollkommener
sei,
als
derselbe
bei
den
Amphibien
oder
Vögeln.
Ueberhaupt
treten
bei
den Vögeln
Geruch
und
Geschmack
am
meisten
zurück,
soweit
als
sie
bei
den
Säugethieren
kaum
ausnahmsweise
zurückstehen,
demnächst
das
Gehör,
während
das
Gesicht
allgemein
überwiegend
ausgebildet
ist.
Bei
den
Säugethieren
bildet
sich
ein
Sinnesorgan
nirgends
in
so
hohem
Grade
überwiegend
aus,
ihre
grössere
Vollkommenheit
besteht
eben
nur
in
der
Gleichmässigkeit
überhaupt,
welche
durch
die
seltenen
Ausnahmen
den
andern
Thierklassen
gegenüber
nicht
gestört
wird.
Wir
wenden
uns
sogleich
zu
dem
Bau
der
Organe
und
deren
Eigenthümlichkeiten
selbst.
Das
Gesichtsorgan*).
Die
Augen
der
Säugelhiere
sind
im
Verhällniss
zum
Kopf«:
durchweg
kleiner
als
bei
den
Vögeln,
und
schwankt
dennoch
ihre
Grösse
zwischen
weitern
Extremen,
indem
viele
Halbaffen
von
geringer
Körpergrösse
verhält-
nissmässig
enorm
grosse
Augen
haben,
Spalax
und
Talpa
dagegen
ganz
ver
kümmerte.
Die
riesenhaftesten
Gestalten,
der
Elephant
und
die
Wale
haben
relativ
sehr
kleine
Augen,
die
kleinen
Fledermäuse
dagegen
sehr
grosse.
Mit
Ausnahme
der
vollkommenen
Affen,
deren
beide
Augen
wie
bei
dem
Menschen
mit
parallelen
Achsen
nach
vorn
gerichtet
sind,
divergiren
bei
allen
übrigen
Säugethieren
diese
Achsen,
die
Augen
stehen
seitlich
am
Kopfe
und
die
Augenhöhle
öffnet
sich
nach
hinten
in
die
Schläfengrube,
indem
höchstens
eine
knöcherne,
Stirn-
und
Jochbein
verbindende
Brücke
eine
äussere
Gränze
bildet.
Als
Scheide
beider
Höhlen
tritt
mit
Ausnahme
der
eigentlichen
Affen,
wo
eine
knöcherne
Wand
sich
findet,
eine
fibröse
Membran
von
verschiedener
Stärke
auf.
Von
Aussen
wird
das
Auge
wie
bei
den
Vögeln
durch
ein
oberes
und
unteres
Augenlid
geschützt,
wozu
auch
häufig
noch
die
Nickhaut
kömmt.
Letztere
fehlt
den
ächten
Cetaceen
gänzlich
und
reducirt
sich
bei
den
Affen
auf
eine
kleine
Falte.
Bei
den
durch
viele
Vogelcharaclere
ausgezeichneten
Schnabellhieren
wird
das
Auge
merkwürdiger
Weise
durch
ein
einziges
kreis
förmiges
Augenlid
geschlossen.
Uebrigens
werden
alle
drei
Augenlider
meist
durch
Knorpel
gestützt
und
das
obere
pflegt
das
grössere zu
sein.
Die
Be
wegung
der
Augenlider
geschieht
durch
besondere
Muskeln,
die
aber
in
ihrer
Ausbildung
ein
höchst
abweichendes
Verhalten
zeigen.
Der
Nickhaut
kommen
eigene
Muskeln
nur
bei
den
wenigsten
Säugethieren
zu
und
kann
dieselbe
auch
nie
über
das
ganze
Auge
vorgezogen
werden.
Umgekehrt
verhalten
sich
die
Lider der
verkümmerten
Augen
z.
B.
bei
Spalax,
indem
sie
gar
nicht
ge
spalten
sind,
sondern
das
Auge
verschlossen
halten.
Augenwimpern
und
Braunen
besitzen
nur
wenige
Säugelhiere.
Der
Augapfel
ist
gewöhnlich
fast
kuglig,
bald
vorn
mehr
abgeplattet,
bald
stark
gewölbt,
bei
einigen
mit
überwiegendem
Querdurchmesser,
bei
an
deren
mit
grösserer
Längsachse.
In
der
Zusammensetzung
aus
den
einzel
nen
Theilen
stimmt
er
bis
auf
den
steten
Mangel
des
knöchernen
Sklerotikal-
ringes
sowie
des
Kammes
mit
dem
der
Vögel
überein
und
die
in
dieser
Hinsicht
beobachteten
Modifikationen
sind
in
der
mannichfaltigen
Lebensweise
bedingt.
Bei
den
wasserbewohnenden
Flossensäugelhieren
z.
B.
wird
die
*)
Sömmering,
de
octilorum
humanorum
animatiumque
sectione
horizontaü.
Gotting.
1818.
—
Treviranus,
Beiträge
zur
Anatomie
und
Physiologie
der
Sinnes
werkzeuge,
tieft
I.
Bremen
1828.
—
Cuvier,
Leçons
d'anatomic
comp.
tom.
III.
1845.
Die
Sinnesorgane.
33
Lmsemehr
kuglig,
die
Hornhaut
flacher,
die
wässrige
Feuchtigkeit
geringer,
bei
den
in
der
Lufl
lebenden
Säugethieren
dagegen
wird
die
Linse
flacher,
die
Cornea
con-
тнег,
die
Menge
der
wässrigen
Feuchtigkeit
grösser.
Die
Sklerotica
zeigt
nicht
sel-
tai
besonders
bei
Wasserbewohnern
eine
verschiedene
Dicke
in
ihrer
Ausdehnung.
Ihre
Oeflhung
für
den
Sehnerv
ist
entweder
erweitert
oder
dieser
schnürt
sich
voT
seinem
Eintritt
ein.
Uebrigens
ändert
die
Lage
der
Eintrittsstelle
mehrfach
ab.
Die
Pupille
weicht
in
ihrer
runden,
vertical
oder
horizontal
veilângerten
Gestalt
öfter
ab,
als
bei
den
Vögeln
und
wird
dadurch
bisweilen
für die
Systematik
besonders
wichtig.
Dem
Säugelhierauge
eigenlhümlich
ist
das
sogenannte
Tapetum,
eine
aus
dünnen
Fasern
gewebte
Membran
in
der
Umgebung
des
Sehnerven
und
von
verschiedener,
bei
Delphinen
und
Rob
ben
über
den
ganzen
Grund
des
Auges
sich
erstreckender
Ausdehnung.
In
diesem
Tapetum
hat
der
metallische
Glanz
vieler
Augen
seinen
Silz,
ja
bei
den
Wiederkäuern
ist
sogar
die
Pigmentschicht
in
das
Tapetum
selbst
verlegt.
Bei
den
Carnivoren
ist
dieses
Gebilde
zellig
und
hinten
mit
einer
kalkarligen
kreideweissen
Substanz
belegt.
Die
Bewegung
des Augapfels
vollziehen
wie
bei
den
Vögeln
fast
allgemein
vier
gerade
und
zwei
schiefe
Muskeln,
zu
de
nen,
ausgenommen
bei
den
Alfen,
noch
ein
Zurückzieher
kömmt
,
welcher
den
Sehnerv umfasst
und
hinter
die
Hornhaut
an
die
Sklerotica
sich
ansetzt,
und
gewöhnlich
in
vier
Portionen
gelheilt,
oder
wie
bei
den
Wiederkäuern
trich
terförmig
ist.
Der
Thränenapparal
scheint
den
Säugethieren
ganz
allgemein
zuzukom
men,
aber
er
bietet
hinsichtlich
der
Grösse der
Thränendrüse,
der
Thränen-
puncte
und
des
Kanales
mancherlei Verschiedenheiten,
die
jedoch
für
die
Systematik
bedeutungslos
sind.
Das
Gehörorgan*).
Durch
die
fast
allgemeine
Anwesenheil
einer
Ohrmuschel,
durch
die
Läufige
Verknöcherung
des
äussern
Gehörganges
und
den
Besitz
dreier
Ge
hörknöchelchen
unterscheidet
sich
dieses
Organ
durchweg
von
dem
der
Vögel.
Die
Ohrmuschel
fehlt
vielen
Flossensäugethieren
und
einigen
unterirdisch
bebenden
Insect
enfressern,
allen
übrigen
kömmt
sie
zu,
aber
in
sehr
verschie
denen
Graden
der
Ausbildung.
Bei
einigen
ist
sie
noch
klein,
wohl
gar
durch
eine
besondere
Klappe
zum
Verschliessen
des
äussern
Gehörganges
vertreten,
äusserlich
nicht
bemerkbar,
bei
andern
ragt
sie
mehr
weniger
hervor
in
den
mannichfaitigslen
Formen
schon
bei
den
nächst
verwandten
Thieren
sich
ver
ändernd,
immer
aber
durch
einen
sehr
entwickelten
Muskelapparat,
der
z.
B.
bei
dem
Pferde
aus
siebzehn
gesonderten
Muskeln
besteht,
mehr
weniger
be
weglich.
Grösse
und
Gestalt,
Stellung
und
äussere
Beschaffenheit
verdienen
bei
der
systematischen
Bestimmung
der
Arien,
Gattungen
und
Familien
eine
besondere
Beachtung.
Welche
bedeutende
Rolle
die
Ohrmuschel
aber
in
die
ser
Hinsicht
noch
bei
Raçenbildung
spielt,
davon
gibt
der
Hund
ein
schönes
Beispiel.
In
ihrem
innern
Bau
lassen sich
gemeinlich
drei
Knorpel
unterschei
den.
Der
grösste
derselben
ist
trichterförmig
und
heisst
die
Muschel.
An
ihn
legt
sich
der
Schild
zur
Aufnahme
mehrer
Muskeln.
Am
untern
Ausschnitt
der
Muschel
und
den
äussern
Gehörgang
gleichsam
vervollständigend
befindet
")
Scarpa,
disquisitiones
anatomicae
de
auditu
et
olfactu.
Ticini
1789
—
92.
—
Bresche!.
Etudes
anatomiques
et
physiologiques
sur
l'organe
de
l'ouie
et
sur
Гаи-
ttion
elé.
Paris
1835.
—
Günther,
Beobachtungen
über
Entwickelung
des
Gehör-
argsnes
etc.
Leipzig
1842.
Sta*eUi«re.
3
34
Allgemeine
Characteristik.
sich
der
Kürass
oder
Ring.
Ossifikationen
in
dem
Ohrknorpel
sind
nur
sehr
seilen
beobachtet
worden*).
Der
äussere
Gehörgang
ist
bei
den
meisten
Säugethieren
knöchern,
bei
sehr
wenigen
fibrös
häutig,
durch
Knorpel
unterstützt,
namentlich
bei
den
Cetaceen.
Diese
Verschiedenheit
steht
aber
keineswegs
in
einem
näheren
Zu
sammenhange
mit
der
Anwesenheil
oder
dem
Mangel
der
Ohrmuschel
und
wird
diess
z.
B.
durch
Chlamydophorus
ohne
letztere
und
mit
einem
knöcher
nen
Gange
bestätigt.
Die
Theile
des
innern
Ohres
zeigen
viele
z.
Th.
sehr
auffallende
Verschie
denheiten.
So
ändern
die
Formen
der
drei
stets
vorhandenen
Gehörknöchel
chen
Hammer,
Ambos,
Steigbügel,
mannichfaltig
ab.
Zuweilen
werden
sie
noch
um
ein
viertes
Knöchelchen
vermehrt,
so
bei Stier
und
Pferd
durch
ein
Sesambeinchen
im
Musculus
stapedius,
bei
Chrysochloris
durch
einen
keu
lenförmigen
zwischen
Hammer
und
Ambos.
Die
Bewegungen
der
drei
Knö
chelchen
vollziehen
wahrscheinlich
überall
nur
zwei Muskeln.
Die
Schnecke
erscheint
bei
den
Monotremen
noch
ganz
vogelähnlich
und
beschreibt
nur
einen
Bogen.
Bei
dem
Igel
und
den
Cetaceen
macht
sie i
Va
Windungen,
bei
der
Gemse
und
Robbe
2
und
so
steigt
die
Zahl
bis
auf
5
bei
Coclogenys
раса.
Die
Grösse
ist
von
der
Zahl
der
Windungen
unabhängig,
dagegen
wird
die
Ge
stalt
bei
mehr
als
drei
Windungen
kegelförmig
und
ragl
in
die
Paukenhöhle
hinein.
Diese
variirt
besonders
in
ihrer
Grösse,
selten
wie
bei
Pferd
und
Schwein
ist
sie
zellig,
oder
in
Fächer
gelheilt,
bei
dem
Faullhier
dringt
sie
sogar
in
den
Jochbogen
vor**).
Das
Trommelfell
zieht
sich
meist
etwas
nach
Innen,
und
liegt,
horizontal,
etwas
geneigt
oder
senkrecht.
Die
halbcirkelförmi-
gen
Kanäle
bieten
sowohl
in
Grösse
als
in
der
Krümmung
'vielfache
Unterschiede
und
die
Eustachischen
Röhren
endlich
sind
theils
knorplig,
theils
knöchern,
bei
den
Delphinen
durch
Krümmung
und
eine
Wulst
an
ihrer
Mündung
in
den
Nasenkanal,
bei
den
Einhufern
durch
die
Verbindung
mit
einem
unter
dem
Grundbeine
gelegenen
Luftfacke
ausgezeichnet.
Das
Geruchsorgan***).
Das
Geruchsorgan
der
Säugethiere
zeigt
im
Allgemeinen
eine
viel
grös
sere
Uebereinstimmung
als
das
Ohr,
indem
nur
die
Cetaceen
einen
wesent
lich
abweichenden
Typus
haben.
Die
äusserlich
von
einander
getrennten
Nasenöffnungen
werden
von
selb
ständigen
Knorpeln
unterstützt
wie
bei
den
Wiederkäuern und
Einhufern
oder
von nach
Aussen
gerollten
Erweiterungen
der
knorpligen
Nasenscheidewand
umgeben
wie
bei
vielen
Raubthieren.
Diese
feslern
Theile
bedingen
gewöhn
lich
die
Gestalt
der
äussern
Nase,
welche
kurz,
platt,
gewölbt,
vorstehend,
spitz
oder
abgestumpft,
röhrig
verlängert,
rüsselartig
sein
kann.
Die
Nasen
löcher
liegen
entweder
ganz
nah
beisammen
oder
durch
ein
,
breites
Septum
getrennt,
bald
mehr
nach
oben,
oder
nach
vorn,
bald
mehr
seillich.
Dit
äussere
Nase
erhöht
nicht
allein
die
Empfänglichkeit
riechender
Stoffe,
sie
dient
zuweilen
auch
noch
zu
besondern
Functionen,
so
zum
Wühlen,
Gra
ben,
Tasten
und
Greifen.
So
eigenlhümlich
der
lange
Rüssel
des
Elephanteri
ist,
so
merkwürdig
erscheint
die
häutig
muskulöse
Blase
des
Klappemützen-
")
Hannover,
de
cartilaginibus,
musculis,
nervis
auris
externae
atque
de
nexu
nervi
vagi
et
facialis.
Ilavinae
1839.
4.
")
Hagenbacli,
Die
Paukenhöhle
der
Säugethiere.
Leipzig
1835.
4.
"")
Harwood,
System
der
vergleichenden
Anatomie
und
Physiologie.
A. d.
Engl,
von
Wiedemann.
Berlin
1790.
Die
Sinnesorgane.
35
Seehundes.
Nach
dieser
verschiedenen
Grösse
und
Function
ist
der
zur
Be
wegung
dienende
Muskelapparat
verschieden
entwickelt,
der
nur
äusserst
sei
len
wie
dem
Schnabelthier
völlig
fehlt
und
immer
unter
dem
Einflüsse
des
Nervus
facialis
sieht.
Die
nach
Innen
sich
fortsetzenden
Nasenhöhlen
werden
durch
den
Vomer
und
eine diesem
aufgesetzte
Knorpelplatle,
welche
bei
Rhi
noceros
tichorhinus
ebenfalls
verknöchert,
von
einander
geschieden
und
von
den
in
Grösse
und
Gestalt
niannichfallig
abändernden
Muscheln
erfüllt.
Diese
iheflen
jede
Höhle
in
drei
Gänge
und
dienen
zur
Erweiterung
der
Fläche,
welche
den Riechstoff
aufzunehmen
bestimmt
ist.
Ihre
Windungen
sind
da
her
auch
um
so
zahlreicher
und
complicirter,
je
empfindlicher
das
Geruchs-
<>rgan
ist.
Sehr
häufig
communiciren
die
Nasenhöhlen
noch
mit
Nebenhöhlen
ñ
den
sie
begrenzenden
Kopfknochen.
Am
gewöhnlichsten
finden
sich
der
gleichen
in
den
Stirnbeinen,
von
denen
aus
sie
sich
bei
dem
Elephanten
so
gar
durch
die
Scheitel-
und
Schläfenbeine
bis
ins
Hinterhaupt
ausbreiten,
ninder
umfangsreich
erscheinen
sie
bei
andern
Pachydermen,
den
Wieder
käuern
und
Faulthieren,
am
kleinsten
sind
sie
bei
den
Raubt!.
ieren.
und
eini
gen
Affen,
Nagern,
Edentaten
fehlen
sie.
Nicht
so allgemein
und
beträcht-
kb
sind
die
Nebenhöhlen
im
Oberkieferbeine,
welche
bei
Einhufern,
Wieder
käuern
und
Beutelthieren
eine
besondere
Beachtung
verdienen.
Im
Keilbeine
gewinnen
sie
wiederum
bei
dem
Elephanten
die
grossie
Ausdehnung,
dem
nächst
bei
einigen
andern
Pachydermen,
aber
vielen
Säugelhieren
fehlen
sie
чет
ganz.
Eigentümliche
Gebilde
in
den
Nasenhöhlen
der
Säugelhiere
sind
die
Stensonschen
Gänge
und
die
Jacobson'schen
Organe,
welche
beide
nur
weni
gen
Säugelhieren
fehlen.
Erslere
bestehen
in
mit
Schleimhaut
ausgekleideten
Kanälen,
welche
durch
die
Foramina
incisiva
laufen
und
an
der
Gaumenfläche
münden.
Mit
ihnen
in
Verbindung
treten
gewöhnlich
die
langen
und
engen,
am
Boden
der
Nasenhöhle
gelegenen
und
gleichfalls
mit
Schleimhaut
ausge
kleideten
Röhren,
welche
das
Jacobson'sche
Organ
genannt
worden
sind.
Die
Nase
der
Cetaceen
ist
in
einen
eigentümlichen
Spritzapparat
umge
wandelt.
Ihre
knöcherne,
einfache
oder
doppelle
Nasenhöhle
sieht
senkrecht,
enthält
keine
Muscheln
und
wird
von einem
.derben
[fibrösen
Gewebe
ausge
kleidet.
Ein
kräftiger
Muskel
umgibt
die
obere
Oeffnung.
Nach
Innen
nimmt
sie
die
Spritzsäcke
mit
ihren
Nebensäcken
aufundmundet
in
die
Rachenhöhle.
Geschmacksorgan
*)
.
Die
Zunge
der
Säugethiere
fungirt
allgemein
als
Geschmacksorgan
und
ist
daher
weder
jemals
so
hornig
und
unempfindlich
wie
bei
den
Vögeln,
noch
verkümmert
sie.
Im
Gegentheil
ist
sie
allgemein weich,
mit
Geschmacks
warzeben
besetzt,
feucht
und
sehr
beweglich,
bietet
aber
dennoch
in
Betreff
ihrer
Grösse.
Gestalt,
der
Beweglichkeil
und
der
Bekleidung
ihrer
Oberfläche
еще
nicht
geringe
Mannichfaltigkeit.
Bei
den
meisten
Säugelhieren
ist
die
Zunge
schmal,
mehr
weniger
dick
■od
vorstreckbar,
nur
bei
dem
Ameisenbär
auffallend
lang,
rundlich,
wurm-
ßnnig,
bei
den
Cetaceen
dagegen
breit,
platt
nicht
vorstreckbar
und
am
Rande
gefranzL
Letztem
fehlen
auch
die
Geschmackswärzchen.
Die
Wärzchen
über-
baopt
gind
von
verschiedener
Grösse,
Zahl
und
Anordnung.
Die
grössern
•ferselben,
die
papilae
vallatae,
haben
bei
den
Alfen
eine
Y
förmige
Stellung
*)
Mayer,
über
die
Zunge
als
Geschmacksorgan.
Nov.
act.
Leop.
XX«
1843.
—
Поогепз
rech.
anat.
p.
I.c
orps
muqueux
delà
langue.
Ann.
sc.
nat.
1837.
VII.
3G
Allgemeine
Characteristik.
und
sind
zu
3
bis
7
vorhanden,
häufiger
beträgt
ihre
Zahl
nur
2
bis
3,
ändert
aber
schon
bei
den
nächst
verwandten
Thieren
auffallend
ab,
denn
neben
der
geringsten
Zahl
bei
den
Fleischfressern
kommen
doch
den
Katzen
8,
dem
braunen
Bär
20,
dem
amerikanischen
Bär 15
zu;
die
Ziege
besitzt
deren
30.
Gewöhnlich
bedecken
Epithelialborslen
die
obere
Fläche der
Zunge,
die
sich
bei
dem
Stachelschwein
im
vordem
Theile
in
knochenharte
Schup
pen
verwandeln,
bei
dem
Schnabellhier
vorn
in
harte
Hornstacheln,
hinten
in
.
weiche
Zollen,
bei
den
Katzen
in
spitze
schneidende
Hornstacheln,
bei
den
Fledermäusen
in
ebensolche
dreizackige,
bei
vielen
andern
treten
an
deren
Statt
weiche
Papillen
oder
die
Zunge
ist,
jedoch
seilen,
ganz
glatt.
Unterhalb
des
freien
Theiles
der
Zunge
besitzen
mehre
Chiropteren
und
Affen
eine
einfache
oder
(bei
Slenops)
doppelte
Vorragung,
eine
sogenannte
Unterzunge.
Die
Bewegung
der
Zunge
geschieht
durch
einen
eigentümlichen
und
verschiedentlich
entwickelten
Muskelapparat
und
der
Nervus
hypoglossus
zeich
net
sich
nicht
selten
durch
eine
hintere
gangliöse
Wurzel
aus.
Das
Zungenbein
der
Säugethiere
besteht
aus
dem
gewöhnlich
sehr
ver
änderlichen
Körper,
den
kleinern
vordem
und
grössern
hintern
Hörnern.
Der
Körper
ist
bogenförmig,
prismatisch,
gewölbt
oder
ausgehöhlt,
bei
Myceles
zu
einer
grossen
knöchernen
Blase
aufgetrieben.
Die
vordem
Hörner
betten
das
Zungenbein
an
die
Pars
petrosa
des
Schädels
und
ändern
«lehr
weniger
in
ihrer
Länge
ab.
Die
hintem
Hörner
fehlen
einigen
Nagern,
Edentaten
und
Cetaceen
und
bestehen
aus
einfachen
Knochenstücken,
welche
ausnahms
weise mit
dem
Körper
völlig
verschmelzen
oder
ganz
von
demselben
ge
trennt
bleiben.
Tastorgan.
Ein besonderes
Tastorgan,
welches
in
den
Fingerspitzen
des
Menschen
ausgebildet
ist,
besitzen
die
Säugethiere
nicht.
Nur
wenige
Affen
scheinen
in
den
Fingerspitzen
Tastgefühl
zu
haben.
Gewöhnlich
dienen
die
Oberlippe,
von
Borsten
und
Taslhaaren
unterstützt,
und
die
Nase
oder
der
Bussel
als
Tastorgan.
Das
Gefasssystem.
Das
Centraiorgan
des
Kreislaufes
der
Säugethiere
gleicht
im
Wesentli
chen
dem
Herzen
der
Vögel,
indem
es
sich
nur
durch
die
mehr
nach
hin
ten
gerückten
und
in
der
vom
Bauche
abgeshlossenen
Brusthöhle
befindlichen
Lage
sowie
in
Grösse
und
Form
unterscheidet.
Lei
ziere
ist
bei
allen
Ceta
ceen
breit
und
platt,
bei
einigen
derselben
sind
die
beiden
Herzkammern
mehr
weniger
gespalten,
häufiger
ist
es
dagegen
beträchtlich
dicker
und
rundlich.
Es
wird
vom
Herzbeutel
umschlossen,
der
nur
ausnahmsweise
durch
Zellgewebe
mit
dem
Zwergfell
verbunden
ist.
Von
seinem
irinern
Bau
ist
nur
beachtenswerth
die
späte
Schliessung
des
eirunden
Loches
bei
vielen
Cetaceen,
der
öftere
Mangel
der
eustachischen
Klappe,
die
fleischige
Valva
tricuspidalis
der
rechten
Herzkammer
bei
dem
Schnabelthier
und
die
in
der
Scheidewand
zuweilen
vorkommenden
Verknöcherungen
der
sogenannten
Herz
knochen
der
Wiederkäuer
und
einiger
anderer.
In
dem
Arteriensystem
kommen
vielfache
Verschiedenheiten
unter
den
Säugelhieren
vor,
von
denen
die
wichtigsten
auch
ein
zoologisches
Interesse
haben.
Der
aus
dem
Herzen
hervortretende
einfache
Stamm
der
Aorta
wen
det
sich
alsbald
in
einem
Bogen
nach
links
und
läuft
nun
als
absteigende
Das
Gefásssystem.
37
Aorte
mil
allmâhliger
Verengerung
an
der Wirbelsäule
entlang.
Gleich
nach
seinem
Austritte
gibt
er
fast
allgemein
zwei
ansehnliche
Kranzarterien
des
Herzens
ab.
Die
aus
dem
Aortenbogen
entspringenden
Aeste
bieten
erhebliche
Differenzen.
So
theill
sich
bei
Einhufern
und
Wiederkäuern
die
einfache
Aorte
sogleich
in
einen
vordem
Stamm,
welcher
die
beiden
Carotiden
und
Schlüsselbein
-Pulsadern
abgibt,
und
in
einen
hintern
für
die
Aorta
abdomi-
ualis.
Dagegen
entspringt
bei
den
meisten
Nagelsäugel
hieren
die
linke
Schlüs-
selbemarterie
unmittelbar
aus
dem
Aortenbogen.
Bei
den
Chiropteren
und
einigen
andern sind
zwei
Trunci
anonymi
vorhanden,
jeder
seine
Carotis
und
¿obelaría
bildend.
Seltener
haben
beide
Carotiden
einen
gemeinschaftlichen
Stamm.
Bei vielen
tauchenden
Säugethieren
werden
Erweiterungen
des
Aor
tenbogens
beobachtet.
Von
den
vielfachen
Verschiedenheiten
in
der Yerästlung
und
dem
Verlauf
der
einzelnen
Arterienstämme
verdienen
etwa
folgende
besonders
hervorgeho
ben
zu
werden.
Die
Carotis
communis
theilt
sich
nur
selten
in
zwei
Aeste
und
die
von
diesem
dem
Hirne
das
Blut
zuführenden
Aeste
treten
bald
als
einlache
in
die
Schädelhöhle
wie
bei
den
Chiropteren,
Affen,
Insectivoren
u.
a.,
bald
durch
Wundernelze
verschiedenen
Ursprungs
hindurch
wie
bei Felis
und
Sos.
Auch
die
Wirbelarterien
gehen
in
die
Schädelhöhle
ein.
Die
Arteria
-obelaría
zeigt
in
ihrer
Fortsetzung
durch
die
axillaris als
A.
brachialis
be
sondere
Eigentümlichkeiten.
Bei
den
meisten
Flossensäugethieren
zerfällt
Hzlere
sogleich
oder
erst
nach
einer
Gablung
in
zahlreiche,
büschelförmig
neben
einander
liegende
Zweige,
bei
mehrern
Edentaten
und
einigen
Halbaf
fen
tritt
sie
durch
Wundernetze
hindurch
oder
bildet
dergleichen
selbst.
Ihre
Theflung
in
die
beiden
Vorderarmarterien
schwankt
in
der
Lage
vom
obern
Tbeile
des
Oberarmes
bis
in
die
Mitte
des
Vorderarmes.
Die
Arteria
thora
cica
gibt
die
Intercostalarterien
nicht
unmittelbar,
sondern
aus
verschieden
^bildeten
Aestcn
ab,
welche
auch
an
den
Wundernetzen
in
der Brusthöhle
Ibeil
nehmen.
Die
Unterleibsaorte
theilt
in
ihrer
weitern
Verästelung
viele
Eigentümlichkeiten
mit
denen
des
Darmes
und
Magens
und
die
Arterien
der
bnkem
Gliedmassen
entsprechen
in
vieler
Hinsicht
denen
der
vordem.
Die
Venen
der
Säugethiere
besitzen
allgemein
innere
Klappen,
welche
bisweilen
selbst
in
der
Pfortader
vorkommen.
Der
Stamm
der
vordem
Hohl
vene
ist
gewöhnlich
einfach,
doch
bei
einzelnen
Galtungen
fast
aller
Ordnun
gen
auch
doppelt.
Die
diesen
angehörigen
Jugularvenen
zeigen
hinsichtlich
der
Grösse
und
Verästelung
wiederum
mehrfache
Verschiedenheiten.
Die
vordem
Whrbelvenen
verhalten
sich
ähnlich
wie
bei
den
Vögeln,
die
hinlern
liegen
mit
wenigen
Ausnahmen
in
der
Bauchhöhle
und
ihre
beiden
Stämme
pflegen
von
verschiedener
Stärke
zu
sein.
Die
Lungenarterie
ist
ein
einfacher
Stamm,
der
sich
in
zwei
Aeste
für
die
beiden
Lungen
theilt.
Bei
vielen
tauchenden
Säugethieren
wird
eine
aosebnlkbe
Erweiterung
an
ihrem
Ursprung
beobachtet.
Lungenvenen
finden
ach
gewöhnlich
zwei
Stämme
jederseits,
seltener
mehre
an
einer
oder
an
beiden
Seiten,
welche
mit
nur
sehr
einzelnen
Ausnahmen
getrennt
in
den
Baken
Vorhof
des
Herzen
eintreten.
Das
Saugadersystem
zeigt
mehrfache
Eigenthümlichkeiten.
Die
aus
netz-
ffinnigen
Anastomosen
der
Chylus-
und
Lymphgefässe
bestehenden
Drüsen
sind
zahlreich
und
in
den
verschiedensten
Körpergegenden
verbreitet,
bei
den
fleischfressenden
Säugethieren
häufen
sich
die
Mesenterialdrüsen
sogar
zu
einer
Pancreas
AseUii
zusammen,
in
welches
alle
Chylusgefässe
des
Darmes
38
Allgemeine
Characteristik.
übergehen.
Unterhalb
des
Zwergfelles
besitzen
viele
Säugethiere
eine
er
weiterte
Cisterna
chyli,
aus
der
ein
doppelter
oder
einfacher
Ductus
thora-
cicus
seinen
Ursprung
nimmt,
welcher
wie
bei
den
Vögeln
in
die
vordere
Hohlader
mündet.
Das
Respirations-
und
Stimmorgan.
Die
Brusthöhle
ist
abweichend
von den
Vögeln
stets
durch
ein
voll
ständiges
Diaphragma
von
der
Bauchhöhle
geschieden
und
enthält
allein
die
paarigen
Lungen,
welche
von
besondern
Säcken
umschlossen,
frei
in
ihr
aufgehängt
sind.
Die
Dicke
des
Pleuraüberzuges
ändert
mehrfach
ab,
ist
aber
bei
den
Cetaceen
am
beträchtlichsten.
In
dieser
Familie
erreicht
auch
die
Lunge
die
beträchtlichste
Grösse.
Gewöhnlich
übertrifft
eine
und
zwar
die
rechte
Lunge
die
linke
an
Grösse
und
damit
stimmt
auch
die
sehr
allgemein
asymmetrische
Zerlheilung
in
Lappen
übercin.
Bei
den
Cetaceen,
mehrern
Hufthieren
und
einzelnen
andern
findet
gar
keine
Lappenbildung
Statt,
bei
allen
übrigen
dagegen
zerfällt
die
rechte
Lunge
gewöhnlich
in
vier
oder
selbst
fünf,
die
linke
in
zwei
oder
drei
Lappen;
bei
den
Nagern
steigt
die
Zahl
der
rechten
Lungenlappen
sogar
auf
6
und
7,
während
häufig
die
linke
Lunge
gar
nicht
oder nur
undeutlich
getheilt
ist.
Die
Bronchien
verästeln
sich
baumförmig
in
jeder
Lunge
und
enden
mit
besondern
Bläschen.
Eine
Erweiterung
des
Respirationsorganes
über
die
Lungen-
und
Brusthöhle
hin
aus
wie
durch besondere
Luftsäcke
und
Kanäle
bei
den
Vögeln
hat
bei
den
Säugethieren
niemals
Statt.
Die
Luftröhre
und
Bronchien
sind
zwar
von
sehr
verschiedener
Länge,
erreichen
hier
jedoch
niemals
die
ungeheure
Länge und
die
darin
bedingte
ungeheure Anzahl
der
sie
zusammensetzenden
Ringe,
welche
bei
den
Vögeln
beobachtet
wird.
Von
der
Länge
des
Halses
abhängig
pflegt
die
Luftröhre
mit
zunehmender
Kürze
auch
breiter
zu
werden,
bis
sie
bei
den
Cetaceen
fast
so
weit
als
lang
ist.
Die
bei
den
Vögeln
nicht
seltenen
Windungen
der
Luftröhre
kommen
unter
den
Säugethieren
nur
den
dreizehigen
Faulthieren
zu.
Ebenso
abweichend
von
den Vögeln
ist
die
Beschaffenheit
der
Ringe,
welche
knorplig
sind
und
nur
äusserst
selten
ossificiren,
auch
sehr
gewöhn
lich
hinten
geöffnet
bleiben
durch
einen
von
Membranen
und
Muskelfasern
geschlossenen
Raum.
Bei
den
Hyänen
und
einigen
andern
wird
dadurch
eine
Schliessung
bewerkstelligt,
dass
sich
die
hintern
freien
Enden
der
Ringe
über
einander
schieben.
Eigenthümlich
ist
den
Cetaceen
und
Sirenen
die
spiralige
Form,
Gabelung
und
theilweise
Verschmelzung
der
Trachealknorpel.
Die
Zahl
der
Ringe
steht
mit
der
Länge
der
Luftröhre
in
geradem
Verhältniss.
So
haben
die
kurzhalsigen
nur
7
bis
12
Tracheairinge,
die
carnivoren
Raublhiere
meist
30
bis
50,
die
langhalsigen
Wiederkäuer
CO
bis
100,
das
Kameel
so
gar
110.
Indess
kommen
auch
individuelle
Verschiedenheiten
in
den
Zah
len
vor.
Von
der
gewöhnlichen
Theilung
der
Luftröhre
in
zwei
Bronchien
für
die
beiden
Lungen
machen
die
Cetaceen
und
mehre
Huflhiere
eine
Ausnahme,
indem
bei
ihnen
noch
vor
der
Bifurcation
ein
dritter
Bronchus
für
die
rechte
Lunge
abgeht,
welcher
als
überzähliger
stets
kleiner
ist,
als
die
andern
beiden.
Im
Allgemeinen
sind
die
Bronchien
sehr
kurz
und
theilen
sich
schon
vor
ihrem
Eintritte
in
die
Lungen
in
mehre
Aeste.
Die
Knorpel
zeigen
dasselbe
Verhalten
als
die
der
Luftröhre.
Meist
verkümmern
sie
bereits
in
den
ersten
Verzweigungen,
nur
bei
den
lauchenden
Säugethieren
erhallen
sie
sich
in
den
Das
Respirations-
und
Stimmorgan.
39
Bronchialästen
tief
in
die
Lungen
hinein,
hier
bei
den
Delphinen
jogar
rerknôchert-
In
der
Bildung
des
Stimmorganes
weichen
die
Säugethiere
auffallend
von
den
Vögeln
ab.
Es
ist
bei
ihnen
stets
nur
ein
Kehlkopf
vorhanden,
welcher
im
vordem
Anfange
der
Luftröhre
liegt
und
aus
einer
constanten
Zahl
nur
sehen
verknöchernder
Knorpel
besteht.
Die
Eigenthfimlichkeiten
der
einzelnen
Familien
beruhen
in
dem
gegenseitigen
Verhältnis
dieser
Knorpel
und
in
dein
Auftreten
kleinerer
accessorischer
Knorpel.
Der
grosse
die
Vorder-
und
Sei
tenflächen
einnehmende
Schildknorpel,
in
der
Form
mehrfach
abrindernd,
ver-
biodel
sich
durch
seine
untern,
zuweilen
slielförmig
verlängerten
Spitzen
mit
dem
Ringknorpel
und
häufig
auch
durch
obere
Horner
mit
dem
Zungenbeine.
.Vor
bei
einigen
Cetaceen
mit
ihm
verbunden,
bei
allen
übrigen
stets
davon
tretrennt
ist
die
Cartílago
epiglottica,
welche
gleichfalls
in
Grösse
und
Form
mehrfache
Unterschiede
bietet.
Det
Ringknorpel
nimmt
von
hinten
nach
vorn
in
Höhe
ab
und
ist
wiederum
mit
Ausnahme
der
Cetaceen
vorn
geschlossen.
Auf
seinem
obern
Bande
sitzen
die
dreieckigen
Giessbeckcnknorpel
,
deren
fordere
von
einander
entfernte
Ränder
eine
Scbleimhaulfallc
spannen,
iu
wel
cher
sich
bei
einigen
Säugethieren
zwei
keilförmige,
die
sogenannten
Wris-
berg'schen
Knorpel
entwickeln.
Ausserdem
nehmen
die
beiden
Giessbccken-
knorpel
zuweilen
noch
einen
kleinen
unpaaren
Zwischengelenkknorpel
zwischen
ach
und
tragen
auch
wohl
auf
ihrer
obern
Spitze
den
accessorischen
ein
fachen
oder
getheilten
sogenannten
Santoriniscben
Knorpel.
Stimmbänder
kommen
mit
Ausnahme
der
Cetaceen
und
dem
Flusspferde
bei
allen
Säuge
thieren
vor.
In
Verbindung
mit
dem
Kehlkopfe
stehen
bei
mehrern
Säugethieren
eigentümliche
Luftsäcke:
so
bei
den
ächten
Walen
ein
solcher
Sack
unter
dem
Schildknorpel,
ein
ähnlicher
bei
dem
Frettchen
und
Hapale.
Ganz
eigen
tümlich
ist
der
Apparat
des
Rrüllaffen.
Den
ganzen
Kehlkopf
bewegen
auf-
und
abwärls
ziehende
Muskeln,
und
kleinere
dienen
zur
Bewegung
der
einzelnen
Knorpel.
Unter
dem
Kehlkopfe
und
die
Luftröhre
mehr
weniger
bedeckend
liegt
die
Schilddrüse.
Sie
ist
meist
völlig
in
zwei
Körper
getrennt,
bei
vielen
Nagern,
Affen
und
Baubthieren
verbindet
ein
schmaler
Streifen
beide
Körper
und
nur
bei
den
Cetaceen
und
einigen
Affen
wird
eine
wirkliche
Verschmel
zung
beobachteL
Im
Brustkasten
aller
Säugethiere,
vielleicht
mit
Ausnahme
einiger
Reu-
lelthiere,
findet
sich
eine
eigenthümliche,
den
Vögeln
fehlende
Drüse,
der
Tlivmus.
Sie
bedeckt
die
Rasis
des
Herzens
und
der grossen
Gefässstämme
und
erstreckt
sich
weit
nach
vorn,
in
einzelnen
Fällen
bis
zur
Schilddrüse
hin.
Ihre
Grösse
ändert
jedoch
bei
vielen
Thieren
mit
dem
Alter
ab,
indem
sie
gewöhnlich
unmittelbar
nach
der
Geburt
am
grössten
ist
,
später
mehr
und
mehr
an
Volumen
verliert.
Bei
tauchenden
Säugethieren
ist
sie
über
haupt
und
das
ganze
Leben
hindurch
am
grössten.
Das
Verdauungsorgan.
Je
nach
der
Nahrung
und
Lebensweise
überhaupt
zeigt
der
Dannkanal
in
seinen
verschiedenen
Abteilungen
und
den
seine
Functionen
unterstützen
den
Orcaneu
mehrfache
und
selbst
sehr
erhebliche
Verschiedenheilen,
durch
welche
sich
die
Säugethiere
auffallender
von den
Vögeln
unterscheiden
,
als
durch
die
allgemeine
Einrichtung
des
Verdauungsapparates
überhaupt.
Hin
40
Allgemeine
Characteristik.
sichtlich
dieser
ist
die
eigentümliche
Beschaffenheit
der
am
Anfange
und
Ende
des
Darmkanales
gelegenen
Organe,
der
stete
Mangel
eines
drüsigen
Vormagens,
das
öftere
Zerfallen
des
Magens
und
die
relativ
grössere
Länge
des
eigentlichen
Darmes
für
die
Säugethiere
besonders
characteristisch.
Am
Eingange
des
Darmkanales
ist
der
Mund
und
die
Rachenhöhle
zu
berücksichtigen.
Ersterer
wird
allgemein
mit
alleiniger
Ausnahme
der ächten
Cetaceen
und
Monotremen
von
beweglichen,
weichen
Lippen
umschlossen
und
ändert
in
Grösse
und
Form
auffallend
ab.
Die
Seitenwandungen
der
Rachen
höhle
bilden
die
den
Vögeln
ebenfalls
fehlenden
Backen,
deren
Muskel,
der
Buccinatorius,
sich
an
beide
Kiefer
anheftet.
Bei
einigen
Affen
der
allen
Welt,
vielen
Nagern
u.
a.
finden
sich
an der
Innenseite
der
Backen
beson
dere
Höhlungen,
die
Backenlaschen,
deren
sich
die
Thiere
bei
dem
Einsam
meln
und
dem
Transporte
ihrer
Nahrungsmittel
bedienen.
Dieselben
haben
bisweilen
einen
sehr
beträchtlichen
Umfang,
über
die
Seilen
des
Kopfes
hin
aus
am
Halse
entlang,
sind
bei
andern
aber
sehr
klein.
Ihre
Erweiterung
und
Verengerung
geschieht
durch den
an
diesen
Stellen
verdickten
Hautmus
kel.
Bei
Coelogenys
und
Ascomys
liegen
die
Backentaschen
ausserhalb
der
Mundhöhle
und
öffnen
sich
mit
einem
schmalen
Schlitz
an
den
Seiten
des
Gesichtes.
Die
innere
Fläche
der
Mundhöhle
ist
gewöhnlich
glatt,
bei
den
Wiederkäuern
jedoch
mit harten
Warzen
bekleidet,'
bei
einigen
Nagern
mit
Borsten
oder
Haaren,
bei
Echidna
mit
scharfen
Stacheln.
Am
Gaumeogewölbe
befinden
sich
häufig
Querfalten,
deren
Zahl
bei
den
Fledermäusen
wenigstens
für die
Systematik
wichtig
geworden
ist.
Das
halbmondförmig
ausgeschnittene
Gaumensegel
zeigt
nur
selten
beachtenswerte
Eigentümlichkeiten,
so
bei
den
Cetaceen
und
Elephanten
in
der
auffallenden
Erweiterung
nach
hinten.
Nur
die
Affen
haben
ein
kleines
Zäpfchen,
allen
übrigen
Säugethieren
fehlt
dasselbe,
dagegen
ist
der
Schlundkopf
allgemein
mit
einem
sehr
entwickelten
Muskel
apparat
versehen.
In
der
Umgebung
der
Mundhöhle
liegen
Drüsen
theils
um
dieselbe
feucht
zu
erhalten,
theils
zur
ersten
Einweichung
der
Nahrungsmittel
während
des
Kauens.
Die
Schleimdrüsen
verbreiten
sich
über
alle
Gegenden
der
Mund
höhle,
an der
Innenseite
der
Lippen,
längs
der
Zahnhöhlenränder,
am
Gaumen
u.
a.
0., allgemein
vorhanden
sind
jedoch nur
die
Mandeln,
aber
auch
in
verschiedener Ausbildung.
Speicheldrüsen
fehlen
nur
den
ächten
Cetaceen,
übrigens
sind
sie
bei
den
Pflanzenfressern
allgemein
viel
stärker
entwickelt
als
bei
den
fleischfressenden
Thieren.
Sehr
gewöhnlich
sind
sie
in
drei
Paaren
vorhanden,
nämlich
die
Ohrspeicheldrüsen,
die
Unterzungen-
und
Unterkieferdrüse.
Die
Speiseröhre
hat
bis
zum
Magen
hin
ziemlich
gleiche
Weite,
welche
mit der
Länge
in
umgekehrtem
Verhältnisse
steht,
indem
sie
bei
den
Ceta
ceen
bei
grösster
Weite
am
kürzesten,
bei
den
Wiederkäuern
bei
grössler
Länge
am
engsten
ist.
Kropf-
oder
sackartige
Erweiterungen
fehlen
überall.
Sie
senkt
sich
gewöhnlich
unmittelbar
nach
ihrem
Durchgang
durch
das
Zwergfell
in
den
Magen,
nur
bei
einigen
Nagern,
Beutellhieren
und
Insecten-
fressern
läuft
sie
noch
eine
kürzere
oder
längere
Strecke
in
der
Bauchhöhle
fort.
Ihre
Innenfläche
ist
glatt,
oder
mit
feinen
Wärzchen
besetzt
oder
selbst
schwach
längsgefaltet.
Vor
ihrer
Mündung
in
den
Magen
kommen
bisweilen
Querfalten,
stachelförmige
Erhöhungen
oder
wohl
gar
eigentliche
Klappen
wie
bei
dem
Pferde
vor,
welche
den
Rücktritt
der
Speisen
aus
dem
Magen
er
schweren
und
selbst
unmöglich
machen.
Das
Verdauungsorgan.
41
Der
Magen
zeigt
die
auffallendsten
Verschiedenheiten
in
Grösse,
Gestalt
and
Stractur.
In
seiner
einfachsten
Gestalt
ist
er
ein
mehr
weniger
erwei
tertet
Sack
,
der
sich
gegen
den
Pförtner hin
umbiegt
und
erst
liier
,
wenn
nicht
in
seiner
ganzen
Ausdehnung,
eine
quere
Lage
erhält.
Gleich
neben
der
Mündung
des
Oesophagus
bildet
er
einen
besonder«
Blindsack
,
klein
und
unscheinbar
bei
Hyänen
und
Katzen,
grösser
schon
bei
den
Monolremen,
Beulehhieren
und
Nagern,
dann
bei
den
Pachydermen,
Inseclivoren
u.
a.
Mit
mnehmender
Ausdehnung
dieses
Blindsackes
rückt
die
Cardia
weiter
nach
rechts
und
nähert
sich
dem
Pylorus.
Die
Gestalt
des
Magens
geht
von
der
langgestreckten
darmähnlicben
durch
die
kegelförmige
in
die
kuglige
über,
jene
mehr
bei
Pflanzenfressern,
diese
bei
Fleischfressern
ausgebildet.
Durch
eine
quere
Einschnürung
geht
der
einfache
Magen
allmählig
in
den
zusam
mengesetzten
über,
indem
er
zunächst
in
zwei
mehr
weniger
tief
gelheille
Säcke
zerfällt
und
an
diesen
sich
wiederum
besondere
Aussackungen
bilden.
Der
Hase,
Hamster,
Klippdachs,
einige
Schweine
und
Seekühe
stellen
diese
verschiedenen,
mit
Aendrungen
in
der
Textur
verbundenen
Formen
dar.
Bei
den
ächten
Cetaceen,
Faulthieren
und
Wiederkäuern
erscheint
endlich
der
Magen
wirklich
zusammengesetzt.
Bei
erstem
lassen
sich drei
Abteilungen
unterscheiden,
die
erste
gleichsam
das
erweiterte
Ende
der
Speiseröhre
,
die
zweite
als
eigentlicher
Magen
und
die
dritte
darmähnliche
oft
wiederum
ge
seilte,
wodurch
die
Zahl
der
Magensäcke
beträchtlich
vermehrt
wird.
Das
drei-
zehige
Faultbier
besitzt
gleichfalls
einen
dreitheiügen
Magen.
Die
erste
Abtheilung
ist
durch
dicke
Falten
wiederum
in
drei
runde
Höhlen
geschieden,
die zweite
ist
schmal und
lang,
durch
breite
Falten
in
tiefe
Taschen
getheilt,
die
letzte
Abtheilung
steht
in
der
Grösse
am
meisten
zurück
und
in
sie
führt
eine
besondere
Rinne
топ
der
Speiseröhre
her.
Von
wiederum
anderer
Beschaf
fenheit
ist
der
dreifache
Magen
bei
den
tylopoden
Wiederkäuern,
und
der
vierfache
der
übrigen
Ruminanten.
Der
erste
sehr
grosse
in
Taschen
ge-
!
beilte
Magensack
ist
der
Pansen, der
zweite
mit
einem
erhabenen
Netzwerk
îof
seiner
Innenfläche
die
Haube,
der
dritte
mit
zahlreichen
blattartigen
Fal
len
im
Innern
der
Psalter
und
der
wieder
grössere
vierte
mit
innemLängs-
fafcen
der
Labmagen.
Die
ersten
drei
stehen
durch
besondere Rinnen
mit
der
Speiseröhre
in
unmittelbarer
Verbindung.
Hier wie
bei
den
Faulthieren,
einigen
Beutel-
und
vielleicht
auch
Nagethieren
findet
das
Wiederkäuen
Statt,
indem
das
gekauete
und
verschluckte
Futter
aus
dem
zweiten
Magen
durch
die
Speiseröhre
wieder
in
die
Mundhöhle
zurückgeführt
wird
und
abermals
gekäuet
dann
in
den
dritten
Magen
gelangt.
Die
innere
Beschaffenheit
des
Magens
zeigt
besonders
noch
hinsichtlich
der
Magendrüsen,
deren
Grösse,
Zahl
und
Anordnung
sehr
beachtenswerthe
EigentbümJicbkeiten.
Bei
dem
Siebenschläfer
z.
B.
drängen
sich
die
Drüsen
nach
тот
zusammen,
bei
dem
Biber,
den
Edentaten
und
Beutellhieren
sind
dieselben
sehr
stark
entwickelt,
bei vielen
Nagern
concentriren
sie
sich
auf
einen
Sack.
Der
Darm
wird
durch
die
beständig
vorhandene
Pförtnerklappe
vom
Magen
gesdueden
und
sondert
sich
gewöhnlich
in
einen
vordem
langem
Dann-
und
einen
hintern
kürzern
und
weiten
Dickdarm,
deren Gränze durch
die
Anwesenheit
eines
besondern
Blinddarmes
bezeichnet
ist.
Bei
den
äch
tet
Celaceen
fehlt
eine
deutliche
Trennung
in
Dünn-
und
Dickdarm
und
bei
éugeo
andern
Sáugethieren
wird
sie
nur
in
der
mehr
weniger
abweichenden
>fracfur
erkannt.
Der
Dünndarm
ist
allgemein
bei
Pflanzenfressern
viel
42
Allgemeine
Characteristik.
länger
als
bei
Raubthieren
,
wovon
nur
die
Robben
eine
Ausnahme
machen.
Häufig
ist
seine
Innenfläche
mit
Längs-
oder
Querfallen
oder wohl
gar
mit
beiden
zugleich
ausgekleidet.
Das
Duodenum
nur
bei
wenigen
Säugelhiereii
inil
einer
plötzlichen
starken
Erweiterung
beginnend
ist
mit
Zotten
oder
an
deren
Statt
mit
netzförmigen
Falten auf
der
Innenseite
besetzt
und
durch
einen
grossen
Reichlhum
an
drüsigen
Gebilden
ausgezeichnet.
Eine
innere
Klappe
auf
der
Gränze
des
Dünn-
und
Dickdarmes
besitzen
sehr
viele
Säuge-
thiere,
nur
die
ächten
Cetaceen,,
viele
Edentaten
u.
a.
nicht.
Der
Blinddarm,
bei
den
Vögeln
allermeist
paarig
vorhanden,
ist
hier
nur
bei
einigen
Eden-
laten
doppelt,
übrigens
höchst
veränderlich
in
Grösse,
Gestalt
und
Anwesen
heit
überhaupt.
Er
fehlt
in
den
meisten Familien
einigen
Repräsentanten
ganz
oder
erscheint
verkümmert,
während
er
bei
andern
sehr
beträchtliche
Dimensionen
erreicht.
Am
grössten
ist
er
bei
einigen
fruchtfressenden
Beu-
telthieren
und
mehrern
Nagern,
wo
er
den
Dickdarm
und
selbst
den
Magen
an
Weite
übertreffen
kann
und
die
Tolallänge
des
Körpers
hinter
sich
lässl.
Auch
theilt
sich
seine
Höhle
zuweilen
in
zahlreiche
Taschen
oder
er
versieht
sich
mit
besonderen
Anhängen.
Der
Dickdarm
endlich
ist
gewöhnlich
sehr
kurz,
nur
bei
entschiedenen
Pflanzenfressern
wird
er
so
lang
oder
selbst
beträchtlich
länger
als
der
Dünndarm.
Ebenso
ändert
seine
Weite
vielfach
ab.
Die
innere
Wandung
ist
meist
glatt,
seltener
mit
netzförmigen
Maschen
und
nur
ausnahmsweise
mit
Zotten
bekleidet.
Der
After
mündet
nur
bei
den
Monotremen
in
eine
bei
den
Vögeln
allgemein
vorhandene
Kloake
und
bei
den
Beutelthieren
gemeinschaftlich
mil
den
Genitalien,
bei
allen
übrigen
Säugelhiereii
ist
er
von
der
Mündung
der
Harn
und
Geschlechtsorgane
getrennt.
Er
wird
von
einem
kräftigen
Schliess-
muskel
und
einem
Heber
umgeben.
Die.
Totallänge
des
Darmkanales
weicht
nach
dem
eben
Dargelegten
in
ihrem
Vcrhältniss
zur
Körperlänge
des
Thieres
vielfach
und
beträchtlich
ab.
Bei
Fledermäusen
hat
der
Darm
die
dreifache,
bei
den
meisten
Raubthieren
die
vierfache
Körperlänge,
bei
den
Wiederkäuern
aber
die
15-
bis
20fache,
bei
dem
Schafe
sogar
die
28fache.
Alle
Shugethiere
haben
wie
die
Vögel
Leber,
Pankreas
und
Milz.
Die
Leber
an
einem
besondern
Bande
befestigt,
liegt
unmittelbar
unter
dem
Zwerg
fell
und
zerfällt
in
zwei
oder
drei
Lappen,
welche
wiederum
durch
mehr
oder
minder
tiefe
Einschnitte
in
vier,
fünf
und
mehr
Theile
zerlegt
erschei
nen.
Beim
Koala
lassen
sich
30
bis
40
Leberläppchen
zählen.
Unabhängig
von
dieser
Zertheilung
ist
die
sehr
verschiedene
Grösse
der
Leber.
Eine
Gallenblase
fehlt
den
ächten
Cetaceen,
sehr
vielen
Hufthieren,
Eden
taten
und
Nagern,
bei
allen
übrigen
ist
sie
vorhanden
und
liegt
in
einer
besondern
Grube
der
concaven
Leberoberfläche.
Bei
dem
Löwen
ist
die
innere
Höhle
der
Blase
gelheilt
und
beim
Orycteropus
zerfällt
sie
auch
äusserlich
in
zwei
Blasen.
Von
ihr
führt
stets
nur
ein
einfacher
Gang
in
den
Darm,
welcher
die
Lebergänge
aufnimmt,
wenn
dieselben
nicht schon
in
die
Gallenblase
münden.
Bei
Abwesenheit
der
letztern
vereinigen
sich
die
Lebergänge
in
einen
gemeinschaftlichen
Kanal.
Zuweilen
bildet
der
Gang
vor
seinem
bald
höher
bald
liefer
gelegenen
Eintritt
in
den
Darm
eine
be
trächtliche
Erweiterung,
welche
meist
innere
Spiralklappen
enthält.
Die
Bauchspeicheldrüse
besieht
gewöhnlich
aus
zwei,
sellener
aus
drei
Haupllappen
mit
einfachem
oder
doppeltem
pankreatischen
Gange,
der
ge
wöhnlich
im erstem
Falle
in
den
Ductus
cholcdochus,
minder
häufig
isolirl
Die
Harnorgane.
43
в
den
Darm
mündet.
Sind
zwei
Gänge
vorhanden,
so geht
entweder
der
eine
aim
Gallengang
und
der
andere
zum
Darm
oder
beide
treten
getrennt
in
den
Darm
ein.
Diese
Unterschiede
sind indes*
von
.sehr
geringer
Bedeu
tung,
niweilen
nur
individuell.
Die
Milz
ist
bald
länglich
und
schmal,
bald
kurz
und
breit,
eng
an
dem
Magen
anliegend,
bei
den
Cetaceen
gewöhnlich
zerfallen,
so
dass
man
z.
B.
bei
den
Delphinen
fünf
bis
sechs,
bei
D.
phocaena
bis
17
kleinere
Neben
mäzen
neben
der
grossen
kugelrunden
zählt.
Das
die
Bauchhöhle
auskleidende
und
das
Verdauungsorgan
umhüllende
Bauchfell
zeigt
in
den
verschiedenen
Familien
keine
UeberehHimmung,
son
dern
ändert
mit
der
Beschaffenheit
des
Darmes
ab.
Die
Eigentümlichkeiten
desselben
haben
kein
besonderes
zoologisches
Interesse.
Die
Harnorgane.
Während
bei
den
Vögeln
die
Grösse
und
Gestalt
der
Nieren
auffallend
aliândert,
dieselben
noch
völlig
mit
einander
verschmelzen
können,
keine
Harnblase
vorbanden
ist
und
die
Harngänge
unmittelbar
in
die
Kloake
füh
ren,
ist
bei
den
Säugelhieren
die
Grösse
der Nieren
relativ
geringer,
ihre
Form
bestimmter,
eine
Verschmelzung
findet
niemals
Stall,
die
Ifarngänge
münden
in
eine
niemals
fehlende
Harnblase,
deren
Ausführungsgang
nur
aus
nahmsweise
in
eine
Kloake
ausgeht.
Die
Lage
der
Nieren
in
der
Bauchhöhle
und
ausserhalb
des
serösen
Bauehfellsackes
zu
beiden
Seiten
der Wirbelsäule
ist
nur
insofern
eigentüm
lich,
ab
meist
die
rechte
Niere
höher
als
die
linke
liegt.
Die
eigenlhüm-
fiehe
Gestalt
verlängert
oder
verkürzt
sich
ohne
von
dem
nach
ihr
benann
ten
Typus
des
Nierenförmigen
weit
abzuweichen.
Dagegen
ist
die
Ober
flächenbeschaffenheit
vielen
Veränderungen
unterworfen.
Bald
erscheint
nämlich
die
Oberfläche
der
Nieren
vollkommen
glatt
und
eben, bald
ist
sie
höckerig
und
die
diese
Höcker
trennenden
Einsenkungen
können
immer
tiefer
ein
schneiden,
bis
die
Niere
zerfällt
und
ein
Iraubenförmiges
Ansehen
erhält.
Höckerige
Nieren
besitzen
z.
B.
mehre
Baubthiere,
ticfgetheilte
der
Bär,
ganz
traubenförmige
die
Bobben
und
Cetaceen.
Bei
den
Bohlten
zählt
man
nah
an
Hundert
und
mehr
Nierenlappen,
bei
dem
Delphin
sogar
200.
Die
böndelförmig
gruppirlen
Harnkanäle
laufen,
wenn
die
Niere
ungeteilt
ist,
gewöhnlich
in
eine
einzige
Papille
zusammen,
bei
höckeriger
Beschaffenheil
der
Niere
öfters
schon
in
mehre,
und
die
Zahl
derselben
steigt
beträchtlich,
wenn
die
Niere
ganz
traubenförmig
wird.
Die
Harnleiter
laufen
vom
Innenrande
der
Nieren
herab
und
münden
allermeist
in
den
Hals
der
Blase,
wovon
nur
einige
Nager
und
Edentaten
eine
beach
tens
werth
e
Ausnahme
bilden.
Die
Grösse,
Gestalt
und
Stärke der
Bfase
zeigt
mehrfache
Unterschiede.
Bei
den
Baublhieren
ist
ihre
Muskelhaut
та
Allgemeinen
viel
stärker
als
bei
den
Pflanzenfressern.
Die
nie
fehlenden
Nebennieren
liegen
bald
über
dem
oberu,
bald
an
dem
innera
Rande
der
Nieren,
sind
von
verschiedener
Grösse
selbst
in
ver
schiedenen
Lebensaltern
und
bestehen
wie
die
Nieren
aus
Binden-
und
Jbrksubifanz.
Die
Geschlechtsorgane.
Die
Genitalien
der
Säugethiere
sind
durchweg
vollkommener
entwickelt,
jfe
die
der
Vögel,
sowohl
hinsichtlich
der
äussern
Beiz-
und
Begattungs
44
Allgemeine
Characteristic
organe,
als
der
producirenden
Drüsen
und
der
für
die
Ernährung
des
Embry
bestimmten
Organe,
welch
letztere
den
Vögeln
ganz
fehlen.
Die
männlichen
Geschlechtsorgane
zunächst
betreffend
sind
die
paarigei
ineist
ovalen
oder
rundlichen
Hoden
stets
von
einer
eigenthümlichen
fibre
sen
Membran,
der
sogenannten
Tunica
fibrosa
umhüllt,
um
welche
die
Sehe
denhaut
sich
legt.
Sie
sind
ausserhalb
der
Beckenhöhle
in
einem
besonder
Sacke
aufgehängt
oder
im
Becken
verborgen.
Bei
vielen
Edentaten,
de
Cetaceen
u.
a.
rücken
sie
nicht
aus
der
Nähe
der
Nieren
fort,
bei
viele
Nagern,
einigen
Wiederkäuern
und
Baubthieren
verharren
sie in
der
Leistei
gegend
unter
der
Haut,
von
wo
sie
bisweilen
wie
bei
den
Fledermäuse
während
der
Brunstzeit,
da
der
Scheidenkanal
beständig
offen
bleibt,
in
dt
Unterleib
zurücktreten,
bei
andern
endlich
ist
ein
äusserer
Hodensack
ba'
mit
bald
ohne
inneres
Septum
vorhanden.
Die
Sperma
führenden
Kanä
zeigen
in
ihrer
Länge,
Weite
und
Anordnung
mancherlei
noch
nicht
gem
gend
erforschte
Differenzen.
Sie
vereinigen
sich
in
einige
grössere
Kanal
welche
als
Nebenhode
mehr
weniger
dicht
am
Hoden
anliegen
und
in
d;
Vas
deferens
führen.
Dieses
hat
je
nach
der
Lage
des
Hodens
eine
ve
schiedene
Länge
und
Dicke
und
windet
sich
bisweilen
sogar
sehr
stark.
Die
Samenfäden
zeigen
stets
ein
vorderes
verdicktes
oder
umgeschl
genes
Ende,
den
sogenannten
Kopf
der
Spermatozoen,
von
knöpf-,
schaufe
oder
sichelförmiger
Gestalt.
Der
Faden
selbst
oder
der
Schwanz
ist
mel
weniger
verlängert.
In
der
Grösse
sowohl
ab
in
der
Gestalt
des
vorder*
Endes
werden
vielfache
Unterschiede
beobachtet,
welche
nicht
selten
bis
a
die
Galtungen
herab
erheblich
sind.
Zwei
besondere
Secretionsorgane
gehören
zum
Hoden,
obwohl
sie
mel
weniger
entfernt
von
demselben
liegen.
Die
irrlhümlich
sogenannten
Same
blasen
kommen
bei
einem
Theil
der
Säugethiere
in
verschiedentlicher
Ei
wicklung
vor, bei
andern
fehlen
sie.
Sie
sind
gewunden,
verzweij
gelappt
oder
einfach,
dickwandig,
und
drüsig
,
inwendig
zellig u.
s.
w.
Wä
rend
sie
z.
B.
bei
dem
Hasen
in
eine
grosse
Blase
verschmolzen
sind,
lr
bei
dem
Pferde
noch
eine
dritte
unpaare
auf.
Ihr
schmaler
enger
At
fübrungsgang
mündet
vor
der
Prostata
in
das
Vas
deferens.
Auch
dies
die
Vorsteherdrüse,
scheint
bisweilen,
wie
den
Monotremen
und
Wiedt
käuern,
zu
fehlen.
Sie
umgibt
die
Harnröhre
und
ist
bald
einfach,
bi
getheill,
traubig,
keulenförmig
oder
platt,
aus
verschiedentlich
gestaltet
Schläuchen
bestehend,
welche
in
die
Harnröhre
münden.
Die
Ruthe
fehlt
keinem
männlichen
Säugethier,
zeigt
aber
in
Lage
u
Gestalt
die
überraschendsten
Eigenthümlichkeilen.
Hinsichtlich
der
Lage
1;
sen
sich
im
Allgemeinen
drei
Modificationcn
unterscheiden.
Bei
den
АП
und
Fledermäusen
hängt
sie,
von
einer
Scheide
der
äussern
Bauchhaut
ui
hüllt,
frei
vom
Schambogen
herab.
Bei
den
übrigen
Nagelsäugethieren
sie
allermeist
mittelst
dieser
Duplicalur
der
äussern
Haut
ihrer
ganzen
Län
nach
äusserlich
an
den
Bauch
angeheftet,
und
öffnet
sich
mit
wenigen
Ai
nahmen
hinter
dem
Nabel.
Bei
den
Huf-
und
Flossensäugethieren
endli
bleibt
sie,
oft
gekrümmt
oder
gewunden,
in
der
Bauchhöhle
versteckt.
E
zelne
Ausnahmen
hiervon
bilden
z.
B.
die
Monotremen
und
Beutelthie
deren
Ruthe
in
der
Kloake
liegt
und
von
deren
Schliessmuskel
umgeben
wii
bei
vielen
Nagern
und
den
Katzen
ist
sie
nach
hinten
gerichtet
und
müui
neben
dem
After.
Die
Länge
der
Ruthe
ist
sehr verschieden
und
ebec
ihre
Gestalt,
besonders
die
der
Eichel.
Letztere
theilt
sich
bei
mehr
Die
Geschlechtsorgane.
45
EdenUten
in
zwei
und
selbst
vier
Lappen
und
ist
hier
gar
nicht
selten
mit
hornigen
Stacheln
besetzt.
Die
meisten
Säugelhiere
haben
jedoch
eine
ein
fache
Eichel
mit
Haaren,
Schuppen,
Warzen,
selbst
hornigen
Haken
besetzt
oder
glatt;
bald
kurz,
scheibenförmig,
pilzförmig,
bald
verlängert
und
dünn.
Bei
vollkommenster
Entwicklung
besteht
die
Ruthe
aus
einem
dreifachen
Zell
körper,
die
Corpora
cavernosa
des
Penis
verschmelzen
indess
oft
völlig
mit
einander
oder
sind
nur
durch
ein
.
unvollständiges
Septum
geschieden
und
bëweilen
wie bei
dem
Känguruh
verschmilzt
mit
diesen
auch
der
Zellkörper
der
Harnröhre
,
so dass
die
Ruthe
einen
einfachen
cylindrischen
Körper
bildet.
Häufig
enthält
die
Ruthe
einen
eigentümlichen
Knochen,
dessen
vorderes
Ende
zur
Gestallung
der
Eichel
beiträgt.
Bei
Nagern,
Raubthieren,
Fleder
mäusen
und
Affen
ist
ein
solcher
Ruthenknochen
bald
von
der
Länge
des
ganzen
Penis,
bald
kürzer
oder
nur
auf
die
Eichel
beschränkt,
vorhanden.
Die
Harnröhre
durchläuft
gewöhnlich,
nachdem
sie
in
der
Gegend
der
Pro-
strata
die
Àusfûhrungsgânge
der
Hoden
aufgenommen,
ihren
Zellkörper,
indem
sk
nur
bei
den
mit
gespaltener Eichel
versehenen
Edenlaten
im
Winkel
der
Spaltung
mündet,
der
Samenkanal
dagegen
gelheilt
in
die
Spitzen
der
Eichel
verläuft.
Der
die
Ruthe
bewegende
Muskelapparat
ist
meist
sehr
entwickelt.
Nicht
minder
grosse
Verschiedenheit,
als
die
männlichen
Genitalien
zei
gen auch
die
weiblichen
unter
einander
sowohl
als
von
denen
der
übrigen
Wirbelthiere.
Paarige
Eierstöcke,
ein
eigentümliches
zur
Entwicklung
des
Embryo
dienendes
Organ,
besondere
äussere
Genilalien
und
endlich
Milch
drüsen
zur
Ernährung
der
Jungen
unmittelbar
nach
der
Geburt
sind
die
wesentlichen
Theile
des
Geschlechtsorganes.
Die
Eierstöcke
sind
paarig
und
zugleich
auch
symmetrisch,
denn
nur
bei
den
Monotremen
verkümmert
der
rechte,
wodurch
an
den
unpaaren
linken
Eierstock
der
Vögel
erinnert
wird.
Bei
mehren
Säugelhieren
liegen
die
Ova
rien
in
einer
von
dem
Peritonäum
gebildeten
mehr
weniger
vollständigen
Tasche,
bei
andern
in
der
erweiterten
Mündung
der
Eileiter,
bei
noch
andern
völlig
frei,
Ihre
Gestalt
ist
rundlich, eiförmig
oder
traubig.
Die
von
einer
doppel
ten
Hülle
umschlossenen
Graafschen
Follikel
sind
in
ein
verschiedentlich
ent
wickeltes
Faserlager
eingebettet
und
enthalten
je
ein
kugelrundes
sehr
kleines
Ovulum
mit
einer
dicken
durchsichtigen
Zona
pellucida,
mit
einer
ebenfalls
chxrcfasichiigen,
die
zähe
körnige
Dottermasse
umschliessenden
Dotterhaut
und
einem
Keimbläschen
mit
einfachem
Keimfleck.
Die
Eileiter
führen
von
dem
Ovarium
zu
dem
Fruchthälter
oder
Uterus.
Sur
bei
den
Monotremen
sind dieselben
asymmetrisch
und
entbehren
der
Fimbrien
an der
hier
taschenartig erweiterten
AbdominalöfTnung.
Die
Länge,
der
Verlauf
und
die
Verbindung
der
Eileiter
mit
dem
Uterus
ändert
mehrfach
ab.
Letzlrer
zeigt
sehr
auffallende
Eigentümlichkeiten.
Bei
den
Monotremen
zunächst
ist
kein
einfacher
Uterus
vorhanden,
vielmehr
erweitert
sich
bei
ihnen
jeder
Eileiter
darmariig
und
mündet
für
sich
in
die
Kloake.
Die
Beu-
tehhiere
haben
ähnlich
erweiterte
Eileiter,
welche
aber
in
einen
innerlichge-
lheilten
ßJindsack
münden
und
von
diesem
gehen
oben
zwei
henkeiförmig
gestaltete
Kanäle
zu
dem
Harnleiter
ab.
Bei
vielen
Nagern
bleiben
die
darm-
ßnnigen
Uteri
auch
nach
ihrer
äusserlichen
Vereinigung
noch
innerlich
ge
trennt,
bei
andern
bildet
sich
schon
ein
einfacher
Gebärmulterkörper.
Dieser
fcwioDl
in
den
übrigen
Ordnungen
an
Umfang,
und
in
eben
dem
Grade
ver
feinern
sich
die
Hörner,
bis
dieselben
bei
den
Fledermäusen
sehr
verküm
4G
Allgemeine
Characterislik.
mert
und
bei
vielen
Edenlaten
und
den
'Affen
völlig
verschwunden
sind.
Die
Eileiter
münden
dann
scharf
abgesetzt
unmittelbar
in
die
Höhle
des
Uterus
körper.
Eine
mehr
weniger
verlängerte,
bald
glatte
bald
runzelige
Scheide
bildet
den
Ausführungsgang
des
Uterus.
Die
äussere
Oeffnung
derselben
wird
von
etwas
erhabenem
Rande
oder
von
einfachen
Wülsten
begrenzt.
Das
Wollustorgan
der
Weibchen
nähert
sich
in
Form
und
der
Bildung
aus
Zellkörpern
dem
Penis
der
Männchen,*
enthält
auch
bisweilen
einen
Knochen
oder
Knorpel
und
wird
sogar,
wenn
auch
nur
in
sehr
seltenen
Fällen
(Maki,
Lori)
von
der
Harnröhre
durchbohrt.
Am
grössten
ist
die
meist mit
einem
besondern
Musculus
erector
versehene
Clitoris
bei
den
Affen,
Raubthieren
und
Nagern,
bei
den
Beutellhieren
ist
sie
gespalten.
Die
Ernährungsorgane
für
das
neugeborne
Junge
fehlen
bei
keinem
Säu-
gethiere.
Es
sind
Milchdrüsen,
welche
aus
blinden
zolligen
Röhren,
oder
aus
sich
verästelnden
Blinddärmen
oder
aus
verzweigten,
in
Lappen
vereinigten
Kanälen
bestehen.
Das
Secret
dieser
Organe,
die
Milch,
kann
durch
eine
oder
durch
mehre
nah
beisammen
liegende
Oeffnungen
entleert
werden.
Mit
Ausnahme
der
Monotremen
geschieht
die
Entleerung
allgemein
durch
eine
per-
forirle
Milchwarze.
In
Function
treten
übrigens
die
Milchdrüsen
nur
kurz
vor
und
eine
Zeillang
nach
der
Zeugung.
Ihre
Zahl
und
Lage
bietet
die
grössten
Verschiedenheiten.
Bei
geringer
Anzahl
sind
sie
auf
die
Brust,
den
Bauch
oder
Schamgegend
beschränkt
,
bei
zunehmender
'Anzahl
verbreiten
sie
sich
über
die
ganze
Bauchgegend
und
endlich
zugleich
noch
über
die
Brust.
Die
Zahl
schwankt
zwischen
2
und 12 und
wenn
auch
in
einzelnen
Ordnungen
die
Zahl
sehr
veränderlich
ist:
so
erhält
sie
doch
in
andern
zugleich
mit
der
bestimmten
Lage
und
den
entsprechenden
Eigentümlichkeiten
der
männlichen
Genitalien
eine
systematische
Bedeutung.
Die äussere
Körperbedeckung.
Von
dem
Knochengerüst
als
der
soliden
Grundlage
des
Körperbaues
der
Säugethiere
beginnend
sind
wir
durch
alle
Organe
hindurch
bis
an
die
äus
sere
Hülle
gelangt,
welche
in
der
grossen
Mannichfaltigkeit
ihrer
Bildung
die
vielfachen
Beziehungen
der
Säugethiere
zur
Aussenwelt
entschiedener
als
in
irgend
einer
andern
Thierklasse
darlegt
und
indem
sie
das
äussere
Ansehen
des
Thieres
bedingt,
auch
für
die
beschreibende
und
systematische
Zoologie
von
ganz
besonderer
Wichtigkeit
ist.
Die
Haut
haftet
meist
innig
an
den
zunächst
unter
ihr
liegenden
Ge
bilden,
indem
sie
nur
bei
einer
Fledermaus
(Nycteris)
von
dem
Körper
durch
von der
Mundhöhle
hineingetriebenen
Luft
sackförmig
aufgeblasen
werden
kann.
Ihre
Dicke
ist
höchst
veränderlich.
Bei
den
Gürtellhieren
haben
sich
auf
Kosten
der
Cutis
eigenlhümliche
Knochenschilder
gebildet;
daher
sie
selbst
ungemein
verdünnt
ist.
Bei
andern
wie
bei
den
Pachyderrnen
verdickt
sie
sich
dagegen
sehr
beträchtlich
und
bildet
an
verschiedenen
Stellen
des
Körpers
Schwielen.
Häufig
beschränkt
sich für
die
übrigen
Säugethiere
die
Bildung
von
Schwielen
z.
B.
auf
die
Innenseite
der
Zehen
in
den
sogenannten
Bal
len
bei
sehr
vielen
Nagelsäugelhieren
,
auf
das
Gesäss
bei
mehren
Affen,
auf
Ellbogen,
Knie-
und
Handwurzelgelenk
bei
den
Kàmeelen.
Unmittelbar
un
ter
der
Haut
häuft
sich
bisweilen
Fett
in
ungeheurer
Menge
an.
Die
allermeist
hornigen Epidermalgebilde
zeigen
eine
sehr
verschieden
artige
Entwicklung.
Gewöhnlich
bedeckt
ein
Haarkleid
den
Körper
der
Säu
gethiere,
daher
man
sie
zum
Unterschiede
von
den1
in
Federn
gekleideten
Die
äussere
Körperhedeckung
47
Vögeln
audi
wold
Haarthiere
genannt
hat.
Diese
fehlen
indess
den
Cetaceen
billig,
nur
einige
derselben
haben
im
fötalen
Zustande
Rarthaare.
Auch
bei
den
Pachydernien
troten
sie
oft
nur
sparsam
und
dünn
zerstreut
auf.
Das
vollständige
Haarkleid
lässt
immernoch
einzelne
Gegenden
des
Körpers
nackt;
«o
die
schwieligen
Stellen
an
den Füssen
und
am
Gesäss,
die
Schamge
gend,
die
.Nase
,
den
Mundsaum,
seltener
auch
wohl
das
ganze
Gesicht.
Das
Haarkleid
ist
ein
einfaches
oder
doppeltes.
Ersteres
besteht
z.
R.
bei
allen
Huflhiereii
aus
überall
gleich
starken
und
langen
Ilaaren,
letzteres,
dagegen
bei
den
Cnguiculalen
aus
Woll-
und
Grannenhaaren.
Diese
sind
länger,
stärker
und
steifer
und
stehen
minder
gedrängt,
die
Zwischenräume
iwischen
ihnen
füllen
die
Wollhaare
aus,
welche
kürzer,
dünner
und
weicher
shhL
Diesen
Unterschied
berührt
die
Structur
und
Entwicklung
jedoch
nicht.
Sowohl
die
Grannen-
als
Wollhaare
stecken
in
Taschen
der
Epidermis,
bil
den
sich
von
dem
untern
hohlen
und
verdickten
Ende
aus
durch
Ablagerung
aeuer
die
alten
nach
oben
vorschiebender
Schichten
und
bestehen
aus
Rin
ken-
und
Marksubstanz
in
sehr
veränderlichem
VerhSItniss
zu
einander.
Die
Oberfläche
der
Haare
ist
bald
glatt,
bald
gerunzelt,
ihre
Gestalt
nicht
immer
drehrund,
sondern
öfters
noch
platt
oder
kantig.
Durch
grössere
Dicke
und
Steifheit
gehen
die
Grannenhaare
in
Borsten
und
Stacheln
über,
theils
nur
an
einzelnen
Kürperstellen
wie
an
den
Lippen
in
die
Schnurrhaare,
theils
über
den
ganzen
Körper
wie
bei
manchen
Nagern
und
Insectenfressern.
Wie
die
Amphibien
sich
häuten,
die
Vögel
ihr
Federkleid
durch
die
Mauser
wechseln,
so
rauhen
sich
die
Säugethiere,
indem
sie ihr
leichtes
dün
nes
Sommerkleid
für
den
Winter
mit
einem
dichtem
und
besser
wärmenden
Pehe
vertauschen.
Die
alten
Haare
werden
abgestossen
und
neue,
zuweilen
anders
gefärbte
treten
hervor.
Das
Haarkleid
ist
zugleich
Träger
des
Colorites.
Die
Färbung
der
Säu-
g&hiere
spielt
in
beschränktem
und
minder
grellen
Tönen
als
das
Federn
kleid
der
Vögel.
Nur
Schwarz
und
Weiss
kommen
intensiv
vor,
Blau
und
Grün,
reines
Gelb
und
reines
Roth
werden
nicht
beobachtet.
Die
Mischfarbe
n»
Weiss
und
Schwarz,
das Grau
findet sich
in
den
verschiedensten
Tönen
und
diese
drei
Farben
mit
dem
Rothgelb
für
sich
oder
in
Mischung
mit
je
nen
bestimmen
allein
das
manuichfaltige,
bald
einfache,
bald
bunte
Coloril
der
Säugethiere.
Von
den
Haaren
verschieden
sind
die
bei
den
Säugethieren
nur
seilen
iuttnitenden
Schuppen,
breite,
ganz
platte
Horngebilde
der
Epidermis.
Ihr
Vorkommen
beschränkt
sich
auf
den
Schwanz
einiger
Nager
und
auf
das
Schuppenthier.
Der
Panzer
des
Gürtelthieree
besteht
aus
knöchernen
Schil
dern
die
von
einer
festen
hornigen
Epidermis
überzogen
sind.
Bei
den
Wiederkäuern
und
dem
Rhinoceros
bilden
sich
auf
der
Stirn
and
Nase
Horner
,
die
Substanz
derselben
besteht
bei
den
Wiederkäuern,
wo
sie
einen
Knochenzapfen
überzieht,
aus
wellenförmigen
sich
einschliessen-
4en,
zu
Bändern
vereinigten
Streifen.
Das
Horn
des
Rhinoceros
dagegen
'W
ab
aus
innig
verbundenen
Haaren
bestehend
betrachtet
werden.
Die
hornige
Bekleidung
des
letzten
Zehengliedes
zeigt
einen
sehr
beslimm-
tm
Character,
der
die
Lebensweise
des
Thieres
unverkennbar
darlhut.
Rei
den
Cetaceen
allein
fehlt
dieselbe,
indem
die
Zehen
in
eine
sehnige
Haut
ein-
-'•sdilossen
die
ungeteilten
Flossen
bilden.
Rei
den
Pinnipediern
sind
die
^tizelnen
Zehen
in
den
Flossen
schon
äusserlich
unterscheidbar
und
das
letzte
¿efceaalied
auch
mit
einem
Nagel
versehen.
Die
Hufthiere
haben
ihren
Namen
48
Allgemeine
Cliaracteristik.
von
den
Hufen,
in
welchen
ihre
letzte
Zehenphalanx
eingehüllt
ist.
Die
übri
gen
Säugethiere
heissen
Unguiculaten
,
weil
ihr
drittes
Zehenglied
einen
Nagel
trägt.
Der
Unterschied
von
Huf
und
Nagel
ist
in
der Art
und
Weise
begrün
det,
nach
welcher
die
hornige
Hülle
das
letzte
Glied
bedeckt
oder
einschliesst.
Bei
der
Hufbildung
steckt
nämlich
das
dritte
Zehenglied
ganz
in
dem
hornigen
Ueberzuge,
der
Huf
hüllt
dasselbe
wie
ein
Schuh
den Fuss
ein.
Der
Nagel
dagegen
bedeckt
niemals
die
untere
Fläche
dieses
Gliedes,
stets
die
obere
und
oft
auch
die
Seilen.
Der
Nagel
heisst
Plaltnagel,
sobald
er
nur
die
obere
Fläche
des
Nagelgliedes
bedeckt,
Kuppnagel,
wenn
er
sich
vorn
sanft
über-
biegl,
wobei
er
zugleich
auch
seillich
sich
etwas
herabsenkt
und
in
der
Milte
wölbt,
Krallnagel,
wenn
die
stark
comprimirte,
gekrümmte
und
zugespitzte
Phalanx
von
einem
ebenso
gestalteten
Nagel
bedeckt
ist.
Die
Grösse,
Krüm
mung
und
scharfspitzige Gestalt
der
Kralle
ist
je
nach
ihrer
Bestimmung
ver
schieden.
Zuweilen
können
die
Krallen
in
eine
hornige
Hülse
an
ihrer
Basis
zurückgezogen
werden,
damit
sich die
Schärfe
ihrer
Spitze bei
der
Berüh
rung
mit
dem
Boden
nicht
abnutzt.
Mit
der
verschiedenen
Beschaffenheit
des
letzten
Zehengliedes
steht
die
Fussbildung
der
Säugethiere
überhaupt
in
innigster
Beziehung.
Bei
den
typi
schen
Wasserbewohnern
sind
alle
Zehen
unbeweglich
mit
einander
verbunden
und
die
Füsse
heissen
in
diesem
Falle
flossenförmig.
Die
Hufgänger
berüh
ren
beim
Gehen
nur
mit
der
Spitze
des
letzten
Zehengliedes,
mit
dem
Hufe
den
Boden
und
wenn
dieser
zu
klein
und
schwach
ist,
den
plumpen
und
schweren
Körper
allein
zu
tragen,
unterstützt
ihn
ein
Theil
der
folgenden,
mit
verdickten
Schwielen
versehenen
Zehenglieder.
Die
Unguiculaten
treten
beim
Gehen
entweder
nur
mit
den
Zehen
oder auch
mit
dem
ganzen
Fusse
auf
und
sind
also
im
ersten
Falle
Zehengänger
oder
digitigrad,
im
letztem
Soh
lengänger
oder
plantigrad.
Durch
Oeffnungen
in
der
Haut
münden
besondere
an
der
Oberfläche
des
Körpers
gelegene
Drüsen.
Die
allgemeinsten
derselben
sind
die
in
die
Haar
bälge
mündenden
Talgdrüsen
und
die
Schweissdrüsen,
deren
Eigentümlich
keiten
jedoch
erst
bei
den
wenigsten
Säugethieren
sorgfältig
untersucht
wor
den
sind.
Andere Drüsen
sondern
ein
eigenthümliches
oft
durch
den
Geruch
besonders
ausgezeichnetes
schmieriges
Secret
ab,
treten
aber
nur
vereinzelt
in
den
verschiedensten
Gegenden
des Körpers,
am
After,
den
Genitalien,
den
Nabel,
den
Füssen,
am
Kopfe
und
andern Orten
auf.
Sie
characterisiren
meist
nur
einzelne
Galtungen
oder
kleine
Familien,
selten
grössere
Gruppen
wie
die
Klauendrüsen
der
Wiederkäuer.
Aufenthalt,
Nahrung
und
Lebensweise.
Der
eben
dargelegte
anatomische
Bau
der
Säugethiere
weist
schon
auf
die
vielseitigen
Lebensverhältnisse
hin,
welche
in
so
hohem
Grade
wohl
nur
bei
den
Insecten,
der
vollkommensten
Gruppe
der
Gliederthiere
beobach
tet
werden.
Ihrer natürlichen
Bestimmung
gemäss
sind
die
Säugethiere
Landbewoh
ner,
aber
nur
in
den höhern
Familien der
Huf-
und
der
Nagelsäugethiere
ist
das
Landleben
vollkommen
repräsenlirt.
Diese
typischen
Landbewohner
sind
ihre
Körpergestalt
anlangend
die
schönsten
Säugethiere,
so
das
Pferd
und
der
Löwe,
um
nur
zwei
Beispiele
anzuführen.
Beide
zeigen
uns
zugleich
den
Unterschied
der
entschieden
herbivoren
und
carnivoren
Lebensweise.
Un
ter
den
Nagelsäugethieren
leben
viele
auf
Bäumen
und
dieser
Aufenthalt
ist
Lebensweise.
49
tie"
einigen
so
bestimmt
ist,
dass
sie
nur
klcllernd
sich
bewegen
können
und
auf
dem
Boden
ihren
Körper
nur
höchst
mühsam
und
unbeholfen
fortschleppen.
Andere
dagegen
leben
unterirdisch,
in
natürlichen
oder
in
selbst
gegrabenen
Höhlen.
Sie
sind
in
der
Regel
sehr
schnelle
Läufer.
Der
Aufenthalt
in
un
terirdischen
Höhlen
isl
ein
beständiger,
indem
die
Thiere
darin
wohnen
und
zngleich
auch
ihre
Nahrung
suchen,
oder
er
dient
nur
zur
Erholung,
zur
Ruhe,
als
Zuflucht
bei
drehender
Gefahr,
zur
Pflege
der
Jungen,
während
die
Thiere
im
Uebrigen
ganz
im
Freien
leben.
Noch
andere
gehen
ins
Was
ser,
wiederum
entweder
nur
um
darin
ihre
Nahrung
zu
suchen
oder
weil
ihnen
dieser
Aufenthalt
besonders
behagl.
Bei
den
typischen
Wasserbewohnern,
welche
das
Land
gar
nicht
betreten,
ist
der
allgemeine
Körperbau
dem
Aulenthalte
in
dem
flüssigen
Elemente
ganz
angepasst. Ihre
Bewegungen
sind
leicht
und
geschickt,
ihr
Vei
bveitungsbeziik
minder
beschrankt
Die
grössten
und
colos-
saislen
Gestalten
dir
ganzen
Ihieriscben
Schöpfung
sind
unter
die
Meeressäu-
gelhiere
verwiesen.
Die
eigentlich
amphibiotischen
Säugelhiere,
durch
ihre
plumpe
Genial
l
.
ihre
wenig
geschickten
Bewegungen,
ihren
Stumpfsinn
cha-
racterisbrl,
finden
sich
unter
den Pachydermen.
Ihr
Körper
ist
zum
ausschliess-
Ikhen
Aufenthalte
auf
dem
Lande
eingerichtet,
aher
sie
-wälzen
sich
gern
im
Schlamme
und
lieben
ebenso
sehr
ein
häufiges
Bad.
Trotz
ihrer
plumpen
Gestalt
und
trotz
des
Mangels
eigentümlicher
Schwimmorgane
bewegen
sie
sieb
sehr
behend
im
Wasser.
Die
Luft
bewohnenden
Säugelhiere
verlieren
das
Gehvermögen
,
indem
ihre
Bewegungsorgane
zu
falschen
Flügeln
umge
staltet
sind.
Die
Fledermäuse
durchschneiden
flatternd
die
Luft
so
geschickt
und
behende
als
die
Wale
die
Fluthen
des
Oceans;
aber
sie
fliegen
nicht
wie
die
Vögel.
Sehr
wenig
kletternde
Säugelhiere
besitzen
in
einer
zwischen
den
vordem
und
hinlern
Gliedmassen
ausgespannten
Haut
einen
eigeiilhûmli-
chen
Fallschirm
,
mittelst
dessen
sie
leicht
und
sicher
von
höhern
Orten
auf
weitere
Dimensionen
sich
herabschwingen
können.
Ihre
Nahrung
wählen
die
Säugelhiere
entweder
nur
aus
dem
Pflanzpn-
odei
nur
aus
dem
Thierreiche
oder aus
beiden
zugleich.
Die
Pflanzenfresser
haben,
je
nachdem
sie
weiche
oder
feste
Pflanzenstoffe
lieben,
unter
einan
der
wieder
eine
verschiedene
Organisation,
welche
sich
im
Zahnsystem,
in
dem
Magen
und
Dann,
besonders
auch
in
den
zum
Venlauungsapparale
zebörigen
Drüsen
aiu
auffälligsten
zeigt.
Einige
ziehen weiche,
saftige
Früchle
vor,
andere
Wurzeln
und
Knollen,
noch
andere
Dlälter
und
junge
Triebe.
Die
auf
harte
Substanzen
angewieseneu
wählen
Körner,
Nüsse,
trockene
vegeiabi-
lische
Stoffe
oder
wie
der
Biber
Holz.
Die
fleischfressenden
Säugelhiere
näh
ren
sich
von
kleinem
Weich-
und
Gliedorlhieren
und
heissen
dann
gewöhn
lich
lasectivoren
oder
von
Fischen wie
die
meisten
Wasserbewohner.
Die
eigentlich
carnivoren
Raublhiere
jagen
auf
lebende
Vögel
und
Säugelhiere,
die
sie
ganz
verzehren
oder
nur
theil
weise,
indem
sie
mit
frischen
Blut
ünen
Hunger
stiUen.
Todtes
Vieh
wählen
nur
die
wenigsten
Raublhiere
zur
Näh
me
und
gewöhnlich
auch
erst
dann
,
wenn
der
Hunger
sie
dazu-
treibt.
Da-
"<"»en
lieben
viele
Omnivoren
thierische
Subslamen.
Ueberhaupt
wählen
diese
«cht
feinschmeckerisch
unter
den
vegetabilischen
und
animalischen
Sl0ffen,
nur
w
grosser
Ueberfluss
an
Nahrung
ist,
verrathen
einige
eine
Neigung
zu ge
wissen
Lieblingsspeisen.
Viele
Omnivoren
ziehen
dem
Aas
und
irockenen
Iberischen
Substanzen
lebende
Thiere
vor,
die
sie
ohne
grosse
Kiaflanstren-
gug
erbeuten
können,
also
besonders
Inseclen
und
Weichlhiere,
sellener
icbon
kaltblütige
Wirbellhiere.
50
Allgemeine
Characteristik.
Die
meisten
Sâugelhiere
wachen
den
Tag
über
und
pflegen
Nachts
der
Ruhe.
Ihre
Beschäftigung
ist
auf
Erhaltung
und
wenn
diese
keinen
Zeitauf
wand
erfordert
auf
Unterhaltung
gerichtet.
Die
Pflanzenfresser
gelten
auf
die
Weide
oder
suchen
nach
Körnern
,
Früchten
und
Wurzeln,
die
Raubthiere
ja
gen,
einige
auf
ihre
Kraft,
andere
auf
ihre List
und
Gewandtheit
vertrauend.
1st
die
Beute
verzehrt:
so
ruhen
sie
eine
Zeitlang
und
suchen
dann
neue
Nah
rung.
Die
gesellig
lebenden
spielen,
andere
sitzen
stumpfsinnig
und
unbeweg
lich
da.
Die
unterirdisch
lebenden
graben
ihre
Wohnungen
und
Gänge
und
viele
derselben
tragen
Vorrath
für
die
kalte
Jahreszeit
ein.
Die Zahl
der
nächtlichen
Säugethiere
ist
gering.
Diese
halten
sich
wälirend
des
Tages
an
verborgenen
und
versteckten
Orten
auf
und
gehen
mit
eintretender
Dämme
rung
und während
der
Nacht
auf
Raub
aus,
den
sie
in
der
Dunkelheit
um
so
sichrer verfolgen
können.
Das
lichtscheue
Wesen,
die
Feigheil
und
Schwäche,
gewöhnlich
auch
Mangel
an
Gewandtheit
und
List
characterisirl
die
hSssliche
Physiognomie
dieser
nächtlichen
Räuber.
Das
Verfallen
in
einen
lethargischen
Zustand
bei
eintretendem
Mangel
an
Nahrung
und
in
der
rauhen
empfindlichen
Jahreszeit
ist
unter
den
Säugelhie-
ren,
besonders
deñ
Körner-
und
Insect
enfressenden
eine
gar
nicht
seltene
und
regelmässige
Erscheinung,
während
dieselbe
normal
bei
keinem
Vögel
beob
achtet,
hier
vielmehr
durch
die
regelmässigen
Wanderungen
vermieden
wird.
Der
Winterschlaf
trifft
zumeist
den
Säugethieren
der gemässigten
und
kalten
Zone,
da
in
den Tropen
ein
völliger
und
anhallender
Mangel
der
Nahrung
nicht
ein
tritt,
auch
die
Temperatur
nicht
so
lange
Zeit
des Jahres
hindurch
und
nicht
so
lief
als
bei
uns
in
höherem
Norden
herabsinkt.
Regelmässige
Winterschla
fer
sind
die
Fledermäuse,
mehre
insectivore
Raubthiere
und
besonders
Na
ger,
einige
grössere
omnivore
Raubthiere
schlafen
eine
Zeitlang
aber
versin
ken
nicht
in
Lethargie
wie
jene
kleinern
Thiere.
Die
meisten
dieser
Thiere
beginnen
ihren
Winterschlaf
im
November,
selt
ner
und
bei
frühzeitig
eintretender
Kälte
schon
im
October,
oder
bei
mildem
und
gelindem
Herbstwetter
erst
im
December.
Von
dieser
Zeit
an
dauert
der
Schlaf
nun
bloss
einige
Wochen
oder
ununterbrochen
auch
einige
(bis
7)
Mo
nate.
Warme
Tage,
auch
künstliche
Wärme
weckt
viele
Winlerschläfer
auf,
aber
die
darauf
folgende
Kälte
versenkt
sie
wieder
in
Schlummer.
Um
äusserlich
vor
dem
Einflüsse
der
rauhen
Jahreszeit
geschützt
zu
sein
suchen
sich
die
Winterschläfer
gesicherte
Verstecke
auf,
in
Gebäuden,
altem
Gemäuer,
in
Felsenrissen
oder
hohlen
Bäumen,
seltner
blos
unter
Buschwerk
und
Hecken,
viele
in
ihren
unterirdischen
Sommerwohnungen
oder
sogar
in
eigens
zu
diesem
Zwecke
gegrabenen
tiefen
Höhlen.
Sie
ruhen
meist
verein
zelt,
nur
wenige
wie
das
Murmelthier
Familienweise,
die
Fledermäuse
allein
hängen
sich
in
Gesellschaften
von
einigen
Hunderten
in
Höhlen
und
Felsen-
spallen
auf.
Während
letztere
hängend
diesen
Zustand
überdauern,
rollen
sich
alle
andern
Winterschläfer
ein,
indem
sie
den
Kopf
gegen
den
After
oder
Schwanz
Biegen,
die
Gliedmassen
einziehen
und
auf
die
Seite
sich
legen.
Augen,
Mund
und
After
sind
geschlossen.
Während
des
Winterschlafes
sinkt
die
Lebenswärme
der
Schlafenden
auf
die
Hälfle
der
gewöhnlichen
und
viel
tiefer,
selbst bis
auf
0
Grad
herab,
die
Respiration
wird
schwach,
Herz-
und
Pulsschlag
langsam
und
selten,
die
Empfindlichkeit
gegen
äussere
Reize
vermindert
sich
auffallend,
Magen
und
Darm
schrumpfen
zusammen,
die
Secretion
ist
gering,
die
Genitalien
ohne
Thätigkeit.
Der
auf das
Minimum
reducirte
Lebensprocess
wird
durch
Ver
Lebensweise.
51
dirung
des
Fettes
unterhalten,
welches
alle
Winterschläfer
gegen
den
Herbst
bin
durch
die
reichliche
Nahrung
des
Sommers
gewonnen
haben.
Nach
dem
Erwachen
sind
sie
daher
abgemagert.
Die
ausschliesslich
Körnerfressenden
wie
der
Hamster
finden
auch
im
Frühlinge
noch
keine
Nahrung
und
leben
während
dieser
Zeit
von den
Vorräthen,
welche
sie
in
ausreichender
Menge
pad
Güte
im
Herbste
eingesammeil
und
aufgespeichert
haben
Grösser
aber
als
der
Nahrungslrieb
ist
bei
dem
erwachten
Winlerschläfer
der
Geschlechts
trieb,
dessen
zeitige
Befriedigung
ihm
nicht
blos
ein
angenehmes
Bedürmiss
sondern
zugleich
nolhwendig
ist,
wenn
die
junge
Nachkommenschaft
für
den
oachslen
Winter
schon
erhallungsfahig
seinesoll.
Bei
allen
Säugelhieren,
deren
Nahrung
im
Winter
ganz
aufhört
oder
sehr
dürftig
wird,
sammelt
sich
gegen
den
Herbsl
hin
reichliches
Fett
au
und
dies«
ersetzt
den
Verlust
an
Nahrung.
Wanderungen
unternehmen
nur
einige
Säugelhiere
des
kallen
Nordens
und
auch
diese
nicht
regelmässig,
sondern
nur
bei
sehr
strengen Wintern.
So ziehen
die
schwarzen
Landbären
aus
Canada
nach
den
Vereinten
Staaten,
das
geraeine
Eichhörnchen
in
Lappland
gegen
Süden,
der
Lemming
in
Sehaa-
rra
von
Millionen
aus
Skandinavien
nach
den
Südwesten.
In
Sibirien
unter
nimmt
das
Rennlhier
Streifzüge
in
die
Ebenen
des
Polarmeeres
bei
Beginn
der
warmen
Jahreszeil.
Die
wilden
Esel
am
Aralsee
ziehen
Heerdenweise
nach
dem
nördlichen
Indien
und
Persien.
Unter
den
Robben
und
Celaceen
wan
dern
ebenfalls
einige
nach
Norden,
andere
nach
Süden.
Kunsltriebe
verrathen
die
Säugethiere
im
freien
Naturleben
nur
wenige.
Die
Wohnungen,
welche
einige
selbst
bauen,
sind
einfach
und
ebenso
das
Nal
der
Jungen.
Der
Biber
scheint
der
geschickteste
Baumeister
von
Allen
m
sein.
Diesen
im
Verhällniss
zu
den
Vögeln
und
Inserten
besonders
auf
feilenden
Mangel
an
Ihierischem
Kunstsinn
ersetzen
die
Säugelhiere
durch
ihre
grosse
Gelehrigkeit
und
Achtsamkeil
auf
alles,
was
um
sie
vorgeht.
Es
zeich
nen
sicli
in
dieser
Hinsicht
nicht
blos
die
Hauslhiere
aus,
welche
durch
ihren
beständigen
Umgang
mit
dem
Menschen
ihre
Fähigkeilen
bis
zur
Bewundrung
und
zum
Staunen
sieigem,
auch
die
wilden
geben
iin
gezähmten
Zustande
überraschende
Beweise
ihrer
Gelehrigkeit.
Bei
der
nahen
Beziehung
der
Säugelhiere
zu
dem
Menschen
möchte
es
hier
überflüssig
erscheinen
den
Nutzen
und
Schaden
derselben
aufzuzählen.
Hinsichtlich
des
gen
einsamen
Lebens
findet
ein
ziemlich
schroffer
Gegen
satz
zwischen
den
Pflanzenfressern
und
den
Raublhieren
Stall.
Erslere
leben
!*i
ihrem
milden
und
gulmüthigen
Naturell
meist
gesellig,
paarweise,
in
Fa
milien,
Rudeln,
Haufen
und
Hecrden
,
dk:
Raubthiere
dagegen
gewöhnlich
ein-
iem.
nicht
seilen
in
ebenso
grosser
Feindschaft
mit
ihrer
eigenen
Arl,
als
mit
den
von
ihnen
verfolgten
Herbivoren,
nur
sehr
wenige
jagen
gemeinschaft
lich.
Unter
ganz
einsam
lebenden
suchen
die
Manne!
en
zur
Zeit
der
Brunst
die
Weibchen
auf,
ziehen
sich
aber
nach
dieser
Zeit
wieder zurück
und
über
lassen
den
letzlern
allein
die
Sorge
für
die
Jungen,
welche,
sobald
sie
her
anwachsen
sind,
von
der
Mutter
sich
trennen.
Fortpflanzung
und
Entwicklung
*).
Die
Säugelhiere
leben
theils
monogamisch,
theils
polygamisch,
im
letztern
falle
ist
jedoch
die
Zahl
der
von
einem
Männchen
geführten
Weibchen
nicht
")
Tli.
L.
W.
Bischoff,
Entwicklungsgeschichte
der
Siiugetliiere
und
des
Menschen.
Leipzig
1842.
8.;
Entwicklungsgeschichte
des
Kaninchen-Eies.
Mil
10
ТПп.
Braun
Allgemeine
Characleristik.
so
gross,
als
bei
einigen
Vögeln.
Die
Brunstzeit
tritt
gewöhnlich
nach
der
strengen
Jahreszeil
ein
und
ist
bei
den
meisten
von
kurzer
Dauer,
bei
einigen
findet
jedoch
eine
wiederholte
jährlich
zwei
bis
dreimalige
Begattung
Statt.
Der
Act
derselben
wird
bei
allen
Säugelhieren
ohne
Ausnahme
durch
Copu
lation
vollzogen,
bei
welcher
die
Bulhe
in
die
weibliche
Scheide
eindringt
und
auf
diese
Weise
der
männliche
Samen
in
die
innern
weiblichen
Genitalien
er
gossen
wird.
Nach
der
Befruchtung
erfolgt
die
Entwicklung
der
Eier
und
des
Embryo
im
Uterus
des
Weibchens
und
wenn
diese
eine
gewisse
Stufe
erreicht
hat,
wird
das
Junge
gebo.en.
Nach
der
Geburt
säugt
das
Junge
noch
eine
Zeitlang
an
den
Zitzen
der
Mutler,
wird
von
derselben
gepflegt
und
bei
dem
weiteren
Heranwachsen
zur
eigenen
Erhaltung
geleitet.
Die
Ent
wicklung
des
Jungen
im
Ei
und
Uterus
bis
zur
Geburt
weicht
in
mancher
Beziehung
von
der
der
Vögel
und
übrigen
Wirbelthiere
ab,
daher
wir
die
Hauptmomente
derselben
kurz
darlegen
wollen.
Die
Befruchtung
des
weiblichen
Eies
durch
den
männlichen
Samen
er
folgt
am
Eierstock
selbst
und
zwar
erst
einige
Zeit
nach
dem
Begattungs-
acte.
Schon
vor
diesem,
in
der
Brunstzeit
überhaupt,
werden
einige
der
Graafschen
Bläschen
sehr
gefäss-
und
blutreich,
schwellen
durch
die
in
ihnen
enthaltene
Flüssigkeit
bedeutend
an,
wobei
ihre
Hüllen
verdünnt
und
ausge
dehnt
werden,
bis
sie
nach
der
Einwirkung
des
Samens
an
ihrer
erhabensten
Stelle
platzen
und
ihren
Inhalt
mit
dem
Eichen
in
den
Eileiter
ergiessen.
Dieses
Platzen
der
Graafschen
Bläschen
und
das
Eintreten
der
Eier
in
die
Tuben
erfolgt
bei
einigen
Säugelhieren
.-chon
wenige
Stunden
nach
der
Be
fruchtung,
bei
andern
erst
in
einigen
Tagen,
doch
geschieht
das
Eintreten
aller
zur
Entwicklung
kommenden
Eier
gleichzeitig.
Das
Eichen
selbst
erlei
det
durch
die
Befruchtung
sogleich
einige
Veränderungen.
Die
Zellen
oder
Körner
des
umgebenden
Discus verändern
ihre
rundliche
Gestalt
in
eine
ge
streckte
spindelförmige,
der
Dotier
wird
voller
und
dichter,
und
das
Keim
bläschen
scheint
zu
verschwinden.
Im
Eileiter
selbst
erfahren
die
Eier
bei
verschiedenen
Thieren
auch
verschiedene
Veränderungen.
Bei
dem
Kaninchen
bildet
sich
um
die
Zona
herum
eine
dünne
Schicht
Eiweis,
welche
mit
dem
weitern
Herabrücken
des
Eies
dicker
wird.
Der
Doller
gerälh
in
eine
lang
same
drehende
Bewegung
und
zerfällt
alsbald
in
rundliche
Kugeln
(2
bis
16
und
mehr).
In
diesem
Zustande
gelangt
das
Ei
in
den
Uterus.
Bei
dem
Hunde
dagegen
konnte
Bischolf,
dessen
Darstellung
wir
folgen,
keine
Eiweiss-
bildung
beobachten,
ebensowenig
eine
drehende
Bewegung,
wohl
aber
deut
lich
den
Furchungsprocess,
der
bei
den
befruchteten
Eiern
aller
Thiere
eintritt.
In
den
Uterus
eingetreten,
ist
der
weitere
Bildungsgang
zunächst
noch
ein
wenn
auch
nur wenig
verschiedener
bei
den
am
meisten
und
sorgfältig
sten
untersuchten Thieren,
dem
Kaninchen
und
Hunde.
Bei
ersterem
ver
wandeln
sich
die
kleinen
Dotterkugeln
in
polygonale
Zellen,
die
sich
an
die
innere
Fläche
der
Zona
anlagern
und
eine
wirkliche
Zellenmembran
,
die
eigent
liche
Keimblase
bilden.
Gleichzeitig
verschmilzt
hei
steter
Grössenzunahme
des
Eies
die
Eiweissschicht
mit
der
Zona
und
beide
stellen
endlich
eine
voll
kommen
durchsichtige,
structurlose
Hülle
des
Eies
dar,
welche
auch
bei
schweig
1842.
4.;
des
Hunde-Eies.
Mit
15
Tfln.
Ebd.
1845.;
des
Meerschwein-Eies.
Giessen
1852.
4.
Mit
8
Tfln.
—
R.
Wagner,
Lehrbuch
der
specialen
Physiologie.
Leipzig
1842.
8.
—
G.
Valentin,
Handbuch
der
Entwicklungsgeschichte
des
Menschen
mit
vergleichender
Rücksicht
der
Säugethiere
und
Vögel.
Herlin
1835.
8.
Fortpflanzung
und
Entwicklung.
53
stärkster
Vergrößerung
noch
ganz
einfach
erscheint.
In
dem
nunmehr
eine
Linie
grossen
hellen
Bläschen
mit
doppelter
Hülle
häufen
sich
allmählig
an
einer
Stelle
in
der
Keimblase
Zellen
und
Zellenkerne
zu
einem
rundlichen
Embryonalfleck
zusammen,
an
welchem
sich
alsdann
zwei sehr
zarte
Blätter
deutlich
unterscheiden
lassen,
ein
äusseres
seröses
oder
animalisches
und
ein
inneres
vegetatives
oder
Schleimblatt.
Bis
zu zwei
Linien
Durchmesser
des
Eichens
wachsen
diese
Blätler
und
der
Embryonalfleck
oder
Fruchlhof
gleich-
massig
an
Umfang
fort.
Dann
wird
das
Ei
elliptisch
und
auf
seiner
Ober
fläche
zeigen
sich
körnige
Erhabenheiten,
welche
sich
später
zu Zotten
aus
bilden.
Bei
vier
Linien
Länge
hat
das
Ei
schon
eine
feste
Stelle
an der
Wand
des
Uterus
gewonnen,
deren
Schleimhaut
sich
um
dasselbe
herumlegt.
Dieser
blos
äusserlichen
Anheftung
folgt
sehr
bald
eine
innige
Verbindung,
welche
eine
unverletzte
Trennung
des
Eies
vom
Uterus
nicht
mehr
gestattet.
Der
Fruchthof
wird
jetzt
in
der
Mitte
heller,
und
geht
aus
der
bisher
run
den
durch
die
ovale
in
die
birnförmige
Gestalt
über.
Die
erste
Spur
des
Embryo
zeigt
sich-
Bei
dem
Hundeei
bildet
sich
auch
nach
dem
Eintritt
in
den
Uterus
keine
Eiweissschicht,
die
Bildung
der
Keimblase,
der
beiden
Blät
ter,
die
Anheflung
und
innige
Verbindung
mit
dem
Uterus,
des
birnförmigen
Fleckes
ist
im
Wesentlichen
dieselbe.
Im
Uterus
selbst
beginnt
schon
vor
dem
Eintritt
des
Eichens
eine
erhöhele
Thätigkeit.
An
der
Bildung
des
Fruchlhofes
haben
beide
Blätter
der
Keimblase
Theil
genommen.
Ihr
äusserer
dunkler
Ring wird
der
spätere
Gefässhof,
der
von
diesem
eingeschlossene
helle
Raum
ist
der
durchsichtige
Fruchlhof
,
in
dessen
Achse
ein
heller
Streifen,
eine
von
dem
serösen
Blatte
allein
gebildete
Rinne
sich
zeigt.
Zu
beiden
Seiten
der
Rinne
treten
zwei
dunklere
Ansammlungen
auf,
welche
den
nächsten
Gestaltänderungen
des
Fruchthofes
folgen
und
die
Anlage
des
Embryokörpers
sind.
Sobald
der
durchsichtige
Hof
eine
bisquit-
oder
guilarrenförmige
Gestalt
annimmt,
schlagen
sich
dieselben
als
Platten
über
der
Rinne
zusammen,
diese
wird
dadurch
ein
geschlossener
Kanal,
in
dessen
Innerem
neue
Zellen
das
Material
für
Rückenmark
und
Gehirn
produ-
ciren,
und
an
dessen
Aussenseite
sich kleine
dunkle
viereckige
Plättchen,
die
Bogenstücke
der
Wirbel
hervordrängen
*).
Die äusseren
Ränder
jener
An
sammlungen
biegen
sich
gegen
die
Höhlung
der
Keimblase
um
und
es
ent
steht
die
vordere
Leibeshöhle.
Mit
der Bildung
der
Nervensubstanz
in
dem
eben
geschlossenen
Kanäle
erweitert
sich
das
vordere
Ende
der
Primitivrinne
blasenartig
zum
Gehirn
und
das
hintere
bleibt
breit
und
flach
zur
Bildung
der
Cauda
equina.
Ersteres
hebt
sich
alsbald
über
die
Keimblase
empor,
schnürt
sich
ab
und
biegt
sich
nach
vorn
fast
rechtwinklig
herab.
Während
dieser
Vorgänge
mit
dem
animalischen
Blatte
beginnt
zwischen
demselben
und
dem
vegetativen
Blatte
die
Ablagerung
beosnderer
Zellen,
welche
zu
Gefässen
und
Blut
sich
ausbilden
und
da
sie
eine
besondere
Schicht
darstellen,
als
Gefässblalt
unterschieden
werden.
Ein
starkes
Kreisgefäss
zeichnet
sich
als
bald
darin
aus,
von
dem
aus
bis
zum
Embryo
hin
und
wieder
zu
ihm
zurück
ein
doppeltes
Gefässnetz
sich
entwickelt.
Im
Embryo
entsteht
an der
Ver
bindungsslelle
des
abgeschnürten
Kopfes
mit
der
Keimblase
ein
Kanal, der
*)
Die
Bildung
dieser
Plättchen
beginnt
in
der
Mitte
der
Länge
des
Primitiv
streifens
und
schreitet
von
hieraus
nach
vorn
und
hinten
fort,
also
an
der
Stelle,
wo
auch
in
der
ausgebildeten
Wirbelsäule
der
Gegensatz
von
vorn
und
hinten
auf
gehoben
ist
und
welche
wir mit
dem
diaphragmatischen
Wirbel
(S.
6)
be
zeichneten.
54
Allgemeine
Characteristic
bald
rythmische
Conlraclionen
äussert
und
als
Herz
sich
zu
erkennen
gibt
Er
theilt
sich
oben
und
unten
in
je
zwei
Aeste.
Die
obern
derselben
laufen
nach
abwärts
und
verästeln
sich
in
der
Ebene
der
Kcimblase,
die
untern
gehen
in
diese
da
,
wo
das
Kopfende
des
Embryo
mit
ihr
verbunden
ist.
Inzwischen
dehnt
sich
das
seröse
Blatt
weiter
aus,
und
umschliesst
mit
be
sonderen
sich
vereinigenden
Falten
den ganzen
Embryo.
Eine
eigentümliche
Flüssigkeit
trennt
alsbald
das
nunmehrige
Amnion
von
dem
eingeschlossenen
Embryo.
Nach
diesen
einander
schnell
folgenden
Vorgängen
beginnt
die
Bildung
des
Darmes
und
die
Abschnürung
des
Embryo
von der
Keiinblase.
Zunächst
sondert
sich
das
Schwänzende
ebenso
wie
vorher
das
Kopfende
von
der
Ebene
der
Keim
blase
und
bildet
das
hintere
Ende
der
Visceralröhre.
Nun
neigen
sich
all-
mählig
auch
die
Seitenränder
des
serösen
Blattes
als
mittler
Thcil
der
Vis-
ceralplallen
gegen
einander,
um
später
die
Brust
und
Bauchhöhle
zu
schlies-
sen.
Aus
dem
centralen Theile
des
Gefäss-
und
Schleimblattes
entwickelt
sich
anfangs
als
Rinne
das
Dannrohr,
nach
dessen
Abschnürung
die
bisherige
Keimblase
zur
Nabelblase
wird.
Die
mit
letzlrer
vorgehenden
Veränderun
gen' sind
je
nach
den
Familien
z.
Tb.
erheblich
verschieden.
Gleichzeitig
mit
ihrer
Bildung
tritt
an
dem
untern
Ende
des
Embryo
eine
kleine
gefäss-
reiche
Blase
hervor,
die
Allantois
oder
Harnhaut,
deren
Anlage
eine
gefäss-
reiche
Zellenmasse,
als
eine
Wucherung
der
Visceralplallen
des
Schwanzes
erscheint.
Bei
Schliessung
dieser
Platlen
zur
Bauchhöhle
wird
die
Blase
in
zwei
Abtheilungen
gelrennt,
indem
der
kleinere
Theil
innerhalb
des
Embryo
zur
spätem
Harnblase
verwandt
wird,
der
äussere
alsbald
die
Ernährung
des
Embryo
durch
die
Muller
vermittelt.
Zu
diesem Behufe
erweitert
sich
die
Allantois
mit
ihren
Gelassen
schnell
gegen
die
äussere
Eihaut
hin,
verwächst
mit
derselben,
sendet
ihre
Gelasse
in
deren
äussere
Zollen
,
zugleich
entwickelt
sich
die
Schleimhaut
und
das
GefSsssystem
des
Uterus
ausserordentlich
und
die
Vereinigung
beider
Gebilde
erzeugt
die
Plácenla
oder
den
Mutterkuchen,
in
welchem
die
Gefässe
der
Allantois
mit
denen
des
Uterus
in
innigste
Ver
bindung
gebracht
sind.
Auch
in
dieser
Bildung
der
Placenta
zeigen
sich
ziemlich
auffallende
Differenzen
bei
einigen
Familien.
Der
Embryo
ist
nunmehr
ein
isolirtes,
nur noch
durch
den
Nabelstrang,
durch
welchen
die
ernährenden
Gefässe
von
der
Placenta
und
der
Allantois
in
sie
eintreten,
mit
der
Mutter
verbundenes
Geschöpf,
dessen
einzelne
Organe
sich
selbständig
weiter
entwickeln.
Das
Gehirn
zunächst
erscheint
als
einfache
blasige
Ausbuchtung
der
Medullarröhre,
zuerst
eine
vordersle
Hirnzelle,
gleich
darauf
zwei
hintere.
Die
vordere
und
hinterste
Zelle
theilen
sich
alsbald
wieder
in
je
zwei,
so
dass
fünf
Abtheilungen,
das
Vorder-
und
Zwischenhirn,
das
Mittelhirn
,
das
Hinter
und
Nachhirn
unterschieden
werden.
Durch
eine
dreifache
Biegung
ist
das
ganze
Gehirn
aus
der
Achse
der
Medullarröhre
und
der
Ebene
der
Keim
blase
gehoben.
Das
Vorderhirn
wächst
schnell
weiter
und
scheidet
sich
durch
eine
Falte
der
Gefässhaul
schärfer
vom
Zwischenhirn
ab.
Dieses
spaltet
sich
vorn
und
indem
es
dadurch
zusammensinkt
kann
das
Vorderhirn
sich
mit
seinen
hintern
Rändern
leichter
darüber
wölben.
Diese
Ausdehnung
erstreckt
sich
endlich
auch
über
das
Mittel-
und
Hinterhirn
und
da
gleichzeitig
eine
früher
erst
angedeutete,
dann
tiefergreifende
Trennung
durch
das
Septum
sich
mehr
und
mehr
ausbildet,
so
characterisirt
sich
endlich
das
Vorderhirn
deutlich
als
die
grossen
Hemisphären,
auf
welchen
erst
spät
oder
gar
nicht
Fortpflanzung
und
Entwicklung.
55
die
Windungen
beroerkhch
werden.
Inzwischen
entwickeln
sich
im
obern
Ibeile
des
Zwischetihirnes
die
Selihügel,
an
dessen
hinlerem
Rande
die
Zir
beldrüse,
und
der
niedergedrückte
Boden
desselben
gestaltet
sich
zum
Hirn-
iiichter.
Das
Millolhirn
senkt
sich
mit
Zunahme
der
Hemisphären
gleichfalls
herab,
bildet
unten
die
Hirnschenkel
und
theilt
sich
von
oben
her
durch
eine
kreuzförmige
Einrenkung
in
die
Vicrhügel.
Das
Hinterhirn
gestaltet
sich
zum
Meinen
Gehirn,
welches
sich
über
das aus
dem
Nachhirn
entstandene
verlan
ge
Mark
herüberwölbt.
Pie
Ablagerung
der
Nervensubstanz
in
den
einzel
nen
ursprünglich
mit
einer
völlig
durchsichtigen
Flüssigkeit
erfüllten
Zellen
geschieht
von
unten
und
von
den
Seiten
her
bis
zur
Ausbildung
der
soliden
tournasse.
Ebenso
geschieht
die
Bildung des
Rückenmarkes,
in
dessen
Achse
1и
einigeu
Saugethieren
ein
nicht
ausgefülller
Kanal
zurückbleibt.
Die
peri
pherischen
Nerven
wachsen
nicht
aus
dem
Centralnervensysterac
hervor
oder
ron
aussen
her
in
dasselbe,
sondern
sie
entstehen
gleichzeitig
mit
den
Orga
nen,
denen
sie
angehören,
und zwar
durch
Diflerenzirung
der
ursprünglich
homogenen
Substanz
beider.
Der
Sympathicus
erscheint
schon
frühzeitig,
Evuentlich
in
seinem
Brusttheile,
stark
entwickelt
und
bleibt
dann
gegen
die
feilere
Ausbildung
des
Rückenmarkes
zurück.
Die
Entwicklung
der
Sinnesorgane,
wenigstens
der
höhern.
schliesst
sich
der
des
Gehirns
innig
an.
Schon
bei
der
frühesten
Bildung
der
ersten
Hirn-
KÜe
zeigt
diese
vorn
zwei
sanfte
Ausbuchtungen,
die
sich
immermehr
von
(kr
Zelle
abschnüren
und
zu
zwei
kegelförmigen
Ausstülpungen
gestalten.
Es
and
die
vom
ersten
Ursprünge
an
von
einander
getrennten
Augen,
denn
das
fordere
geschlossene
Ende
des
hohlen
Fortsatzes
der
Medullarröhre
wird
durch
kuglige
Ausdehnung
zum
Bulbus
oculi,
das
hintere
röhrige
Ende
zum
soliden
Sehnerven.
In
ersterem
bildet
sich
alsbald
eine
besondere
Augenhaut,
die
in
Cornea
und
Sklerotica
zerfällt.
Darauf
zeigen
sich
die
Anfänge
der
Cboroidea,
später
die
Iris
und
eine
die
Pupille
und
Linse
kapselartig
ein
hüllende
Membran,
welche
bei
weiterer
Ausbildung
der
einzelnen
Theile
wie
der
verschwindet.
Sehr
früh
erscheint
auch
die
Retina,
anfangs
beträchtlich
dick
und
allmählig
dünner
werdend,
umgekehrt
nimmt
der
Glaskörper
an
Grösse
zu.
Die
ersten
Anfänge
der
Linse,
deren
Fasern
aus
Zellen
der Lin
senkapsel
und
des
Gefässsackes
entstehen,
sind
nach
nicht
mit
genügender
Sicherheit
erkannt.
Später
als
diese
innern
Theile
entstehen
die
Augenmus
keln,
die
Augenuder
als
sich
allmählig
vereinigende
und
bei
der
Geburt
häufig
schon
wieder
getrennte
Haut/allen,
und
die
Thränendrüse.
Das
Gehörorgan
entwickelt
sich
getrennt
aus
der
Medullarröhre
und
aus
den
Visceralplatten
,
aus
jener
das
Labyrinth,
aus
diesen
die
Trommelhöhle
und
das
äussere
Ohr.
Das
Labyrinth
beginnt
als
blasenartige
Auftreibung
an
der
dritten
Hirnzelle,
zwischen
Hinter-
und
Nachhirn,
nur
wenig
später
deut
lieh
erkennbar
als die
Augen.
Das
Bläschen
schnürt
sich
demnächst
ab
und
sein
Stiel
wird
der
Hörnerv,
und
es
selbst
das
Labyrinth,
indem
es
sich
mit
einer
ringförmig
entstehenden
Kapsel
(das
Felsenbein)
umgibt.
Das
nunmeh
rige
Vorhofbläschen
gibt
durch
Abschnürung
seiner
Ränder
zur
Bildung
der
lalbcirkel/ormigen
Kanäle
Veranlassung
und
durch
eine
untere
Aussackung
zur
Bildung
der
Schnecke,
welche
stark
weiter
wächst.
Die
übrigen
Theile
des
Gehöres
entstehen
aus
dem
ersten
Visceralbogen.
In
demselben
bildet
sich
ш
der
Nahe
des
Labyrinthes
anfänglich
ein
Kanal,
dessen
oberes
Ende
sich
m
Trommelhöhle
erweitert,
dessen
unteres
verengtes
die
Eustachische
Röhre
wird
Ein
aus
der
allgemeinen
Bildungsmasse
des
Bogens
entstehender
Knor
56
Allgemeine
Characteristic
pelstreifen
theilt
sich
in
ein
vorderes
unteres
und
hinteres
oberes
Stück,
je
nes
gestaltet
sich
zum
Hammer,
dieses
zum
Amboss.
Der
Steigbügel
ist
das
ursprünglich
mittlere
Stück
des
zweiten
in
drei
Theile
zerfallenen
Visceral-
bogens.
Gleichzeitig
entsteht
das
Trommelfell
und
der
dasselbe
spannende
Ring.
Die
Verknöcherung
der
Paukenhöhle
sowie
des
äussern
Gehörganges
erfolgt
viel
später,
ebenso
die
Knorpelbildung
des
äussern
Obres.
Später
als
Auge
und
Ohr
erscheint
die
blasige
Auftreihung
der Medullar-
röhre,
aus
welcher
sich
der
Riechnerv
entwickelt.
Ihr
entgegen
strebt
eine
Einstülpung
Her
Kopfwand,
die
erste
Spur
der
äussern
Nase,
lange
vor der
Bildung
der
Mundhöhle.
Die
ersten
Spuren
des
Skeletes
zeigen
sich
bereits
in
der
frühesten
Ent
wicklung
des
Keimes
als
kleine
Plättchen
neben
dem
Primitivstreifen.
Zwi
schen
denselben
in
der
Mitte
liegt
die
Rückensaite
als
ein
feiner
Streifpn,
die
Grundlage
der
Wirbelsäule.
Um
diese
Chorda
lagert
sich
nämlich
frühzeitig
ein
grobkörniges,
zelliges
Blastem
ab,
welches
rechts
und
links
an
gewissen
Stellen
besonders
wuchert
und
dadurch
eine
Menge
kleiner
Platten
erzeugt.
Paarweise
wachsen
dieselben
nun
über
und
unter
der
Chorda
einander
ent
gegen
und
verschmelzen
zu Ringen,
welche
endlich
die
Rückensaite
einschnü
ren
und
zuletzt
nur
noch
in
ihren
Zwischenräumen
übrig
lassen.
Die
Ringe
sind
die
Wirbelkörper
geworden
und
der
Rest
der
Chorda
die
Ligamenta
in
tervertebrals.
Ehe
aber
die
Ringe
geschlossen
sind,
sendet
die
Belegungs-
masse
schon
Fortsätze
nach
oben
aus,
welche
das
Rückenmark
umfassen
und
die
spätem Bögen
der
Wirbel
bilden.
Aehnliche
seitliche
Ausstrahlungen
wer
den
zu
Querfortsätzen
und
wenn
sie
sich
abschnüren
zu
Rippen.
Die
Ver-
knöclierung
geschieht
bald
früher,
bald
später,
bei
den
einzelnen
Wirbeln
so
wohl
als
bei
einzelnen
Thieren
von
einer
verschiedenen
Anzahl
von
Verknö-
cherungspuneten
aus.
Nachdem
die
häutigen
Viscernlplatten
bereits
die
Visceralhöhle
umschlos
sen haben,
dringen
in
ihnen
die
seitlichen
obern
Ausstrahlungen
des
Chordal
belegs
nach
unten
und
bogenförmig
vor
und
indem
sie
sich
oben
abschnü
ren,
bildet
sich
an
ihrem
untern
Ende
jederseits
ein
verbindender
Längsstrei-
fen.
Diese
Streifen treten
in
der
Mittellinie
zusammen
und
verschmelzen
zum
Brustbein.
4
Als
Grundlage
des
Kopfskeletes
ist
die
dreigetheilte
Kapsel
der
primiti
ven
Hirnzellen
zu
betrachten.
Die
Chorda
dorsalis
spitzt
sich
zwischen
den
aus
der
hintersten
Gehirnzelle
hervortretenden
Gehörbläschen
aus
und
von
der
sich hier
ansammelnden
ßelegungsmasse,
die
nach
vorn
und
oben
weiter
wuchert,
geht
die
Bildung
der
Schädelknochen
aus.
Zuerst
entsteht
ganz
nach
Art der
Wirbelkörper
das
Grundbein
des
Hinterhauptes
und
vor
demselben,
auch
vor der
Spitze
der
Chorda,
der
Körper
des
hintern
Keilbeines,
welcher
allmählig
nach
hinten
rückt
und,
da
kein
Rest
der
Chorda
als
Ligamentum
intervertébrale
vorhanden
ist,
sich
unmittelbar
zur
spätem
Verschmelzung
an
das
Grundbein
anlegt.
Vor
diesem
hintern
Keilbeinkörper
und
noch
unab
hängiger
von
der
Chorda
entsteht
bei
vielen
Säugethieren
ein
besonderer
vor
derer
Keilbeinkörper.
Die
seillichen
Hinterhauptsbeine
streben
unmittelbar
aus
der
Belegungsmasse
der
Chorda
empor
und
da
sie
weit
auseinander
stehen,
schiebt
sich die
Schuppe
als
Schaltslück
ein.
Die
beiden
Flügel
der
Keil
beine
sind
dagegen
niemals solche
Ausstrahlungen
ihrer
Körper,
sondern
bil
den
sich
selbständig
in
den
Seitenwänden
der
Hirnkapsel
aus.
Das
beträcht
liche
Wachsthum
des
Gehirns
lässl
sie
oben
nicht
zum
Schluss
kommen,
son
Fortpflanzung
und
Entwicklung.
57
dem
bewerkstelligt
diesen
ebenfalls
durch
eigentümliche
Schaltknochen,
die
Scheitel-
und
Stirnbeine.
Aus
den
Fortsätzen
der
ursprünglichen
Belegungs-
nas«e
nach
vorn
geht
die
Scheidewand
dor
Nasenhöhlen
mit
den
Riechmu
scheln
und
dem
Vomer,
das
Siebbein,
die
Nasenbeine
und
Zwisrhenkiefer
her
rar.
Die
Mundhöhle
und
der
Schlund
entstehen
aus
dem
vordersten
unter
der
ersten
Gehirnblase
blind
endenden
Theile
der
Visceralhöhle.
In
den
Plat
ten
dieser
zeigen
sich
schon
sehr
früh
vier
von
der
Hirnkapsel
ausgehende
Streifen,
welche
bald
die
Visceralplalten
selbst
verdrängen
und
dann
die
Visce
ralbogen
und
Spalten
darstellen,
deren
Verknöcherung
sehr
schnell
aus
einer
grössern
Anzahl
von
Puncten
erfolgt.
Ein
vom
obern
Ende
des
Bogens
aus
gehender
Fortsatz
gestaltet
sich
zu
den
Gaumen
-
und
Flügelbeinen
um
und
an
gleichzeitig
an
der
Aussenseite
dieses
Fortsatzes
ausgeschiedenes
Blastem
gibt
die
Grundlage
für
den
Oberkiefer
und
das
Jochbein.
Eine
an
der
Aussenseite
des
Visceralbogens
hervorwucbernde
Belegungsmasse
wird
zum
Unterkiefer,
der
ebenfalls
früh zu
verknöchern
beginnt.
Von
der
Spalte
zwi
schen
dem
ersten
und
zweiten
Visceralbogen
bleibt
der
äussere
Gehörgang
ab
letzte
Spur
zurück,
der
also
keineswegs
als
eine
Einstülpung
von
aussen
gegen
das
Labyrinth
zu
betrachten
ist.
Vom
zweiten
Visceralbogen
sahen
wir
oben
den
Steigbügel
entstehen,
das
obere
Stück
desselben
verschwindet,
das
drille
und
längste
Stück
zerfällt
bei
der
weitern
Metamorphose
in
das
vordere
Horn
des
Zungenbeines,
in
den
Processus
styloideus
und
einige
nahliegende
Theüe.
Von
der
zweiten
Visceralspalte
erhält
sich
später
keine
Spur.
Der
dritte
Visceralbogen
löst
sich
bei
seiner
Verknorpelung
in
vier
Stücke
jeder-
seits.
Die
beiden
obern
Stücke
verkümmern
schnell
und
verschwinden.
Die
beiden
mittlem
bilden
den
Körper
des
Zungenbeines,
die
beiden
seitlichen
die
Yôsâem
Hörner
desselben;
die
vordem
Stücke
erhalten
sich
bis
zur
Entste
llung
des
Kehldeckels
und
Kehlkopfes.
Die
drille
Visceralspalle
und
der
vierte
Bogen
liefern
das
Material
zu
den
Muskeln,
Gefässen,
Drüsen und
andern
Weich
t
heilen
des
Halses.
Erst
wenn
Gehirn
und
Schädel,
Rückenmark
und
Wirbelsäule
in
der
Anlage
vollendet,
erheben
sich
an
den
Seiten
des
Embryo
in
Form
kleiner
Leisten
die
Extremitäten.
Diese
Leisten
verlängern
sich
stiellörmig
und
er
hallen
alsbald
einige
Verknöcherungspuncte
,
mit
denen
die
Gliederung
und
zugleich
auch
die
Differenzirung
ihrer
Masse
in
Muskeln,
Nerven,
Gefässe
и.
s.
w.
eintritt.
Die
Anlage
des
Gefässsyslemes
wurde
in
einem
Kanäle
und
den
davon
ausgehenden
Stämmen
erkannt.
Beide,
Kanal
und
Stämme,
bestehen
anfangs
ner
aus
locker
zusammenhängenden
Zellen
ohne
Höhle.
Mit
dem
Fester-
w
er
den
der
äussern
Wandung
bildet
sich
die
innere
Höhle,
welche
mit
Flüs
sigkeit
und
losen
Zellen
als
erste
Spur
des
Blutes
gefüllt
erscheint.
Der
Herzkanal
krümmt
sich
dann
S
förmig
und
beginnt
seine
Contractionen,
durch
welche
der
flüssige
Inhalt
nach
vorn
ausgetrieben
und
durch,
die
hintern
Ve-
oeustämme
neuer-
herbeigezogen
wird.
Mit
diesen
treten
die
ebengebildeten
Gefasse
des
Gefässblalles
in
Communication.
Die
beiden
obern
Stämme
des
Henkanales,
die
Aortenbogen,
gehen
an der
Basis
der
Hirnkapsel
vorbei
in
de
Hintergrund
des
Embryo,
vereinigen
sich
vor
den
Rückenplallen
wieder
ю
einen
Stamm,
der
abwärts
laufend
sich
abermals
theilt
und
mit
beiden
iesten
bis
zum
Schwänzende
sich
erstreckt.
Einzelne
im
Verlaufe
abgehende
Ътще
verästeln
sich
in
der
Ebene
der
Keimblase
und
stellen
die
Verbin-
àsmg
mil
dem
venösen
Systeme
her.
Inzwischen
hat
sich
das
Herz
schon
Allgemeine
Ccharacterisük.
stärker
gekrümmt
und
die
losen
Zellen
in
der
Flüssigkeit
sind
zu
Blutkörper
chen
umgebildet.
Der
erste
Kreislauf
des
Blutes
ist
vollständig entwickelt.
Das
kanalartige
Herz
erweitert
sich
an
drei
Stellen
zur
Bildung
der
Kammern,
Vorkammern
und
des
Bulbus
Aorlae
und
seine
ursprüngliche
Lage
unter
dem
Kopie
rückt
in
die
Brust,
sobald
diese
und
der
Hals
am
Embryo
sich
zei-
gen^
Allmählig
und
zwar
mit
der
Entwicklung
des
Darmes
treten
die
von
der
Wirbelarterie
in
die
Keimblase
führenden
Aeste
bis
auf
einen
sich
ver
stärkenden
zurück
und
dieser
wird
die
Arteria
orriphalomesenterica.
Vorn
am
Herzen
bilden
sich
drei
Paare
von
Aortenbogen,
deren
vorderste
beide
die
Carotiden
und
Subclavien,
deren
zweiter
linker
die
bleibende
Aorte
(der
rechte
obliterirt),
und
deren
dritter
beiderseits
zur
Arteria
pulmonalis
wird.
Venen
stämme
bilden
sich
anfangs
je
zwei
in
der
vordem
und
in
der
hintern
Kör
perhafte
aus,
nachdem
schon
vorher
die
Nabelgekrösvene
den
Kreislauf
zwi
schen
Embryo
und
Keimblase
eröffnet
hat,
aber
auch
diese
Hauptstämme
er
leiden
eine
durchgreifende
Metamorphose.
Die
Lungen
beginnen
mit
der
Wucherung
eines
Blastems
an der
äussern
Darmlage
vor der
Magengegend,
Die
Bronchien
und
die
Luftröhre
entwickeln
sich
selbständig
in
demselben
und
allmählig
löst
sich
das
Organ
vom
Darm
ab.
Den
Kehlkopf
deuten
zuerst
zwei
Wülste
am
Eingange
der
Luftröhre
in
den
Oesophagus
an;
sie
sind
die
Anlagen
der
Giesskannenknorpel
,
unter
de
nen
sich
später
Schild-
und
Ringknorpel
entwickeln.
Die
erste
Anlage
des
Darmes
macht
sich
in
einer
Rinne
zwischen
Schleim
und
Gefässblatt
bemerklich.
Diese
Rinne
schliessl
sich
von
vorn
und
hinten
gegen
die
Mitte
hin
zu
einem
Kanäle,
anfangs
noch
innig
mit der
Keimblase
verbunden,
dann
nur
noch
durch
den
Nabelblasengang
und
endlich
bis
auf
die
Nabelblasengelasse
aus der
Verbindung
mit
dieser
heraustretend.
Gleich
zeitig
verlängert
sich
das
Darmrohr
beträchtlich
und
theilt
sich
in
drei
Ab
theilungen.
Der
Anfangs-
oder
Munddarm
verläuft
auch
später
noch
gerad
linig
und
gestaltet
sich
zur
Mundhöhle
mit
der Zunge,
zur
Speiseröhre,
dem
Magen
und
Zwölffingerdarm
um,
in
seiner
Umgebung
die
Speicheldrüsen,
Lun
gen,
Leber
und
Pankreas
erzeugend.
Der
eigentliche
Mund
öffnet
sich erst
mit
der
oben
beschriebenen
B/Jdung
der
Kiefer.
Die
Zunge
wuchert
ana
Bo
den
der
Mundhöhle, von
der
innern
Fläche
des
ersten
Visceralbogens
hervor.
Der
Magen
erweitert
sich
ganz
allmählig
aus
einer
Ausbuchtung
des
Darm
rohres
Der
Milleldarm
wächst
sehr
stark
unter
vielfachen
Krümmungen
zu
den
dünnen
Gedärmen
aus,
der
nur
zum
Mastdarm
sich
umgestaltende
End
darm
erleidet
dagegen
die
geringsten
Veränderungen.
Zur
Entwicklung
der
dem
Darmkanale
angehörigen
Drüsen
biegt
sich
zuerst die
innere
Darmlage
an
der
betreffenden
Stelle
sanft
aus,
alsbald
auch
die
äussere
und
es
entsteht
ein
kleiner
Höcker,
gleichsam
eine
Knospe
des
Darmes.
Die
Speicheldrüsen
zeigen
sich
nicht
gleichzeitig,
sondern
nach
einander,
erst
die
Unterkieferdrüse,
dann
die
Unterzungen
und
zuletzt
die
Ohrspeicheldrüse.
Früher
als
diese
wuchert
schon
das
Pankreas
hervor
auf
der
linken
Seite
des
Darmes.
Die
Leber
zeichnet
sich
unter
diesen
drüsigen
Organen
durch
ihr
sehr
schnelles
Wachslhum
aus,
indem
sie
frühzeitig
den
grösslen
Theil
der
Bauchhöhle
ein
nimmt
und
gegen
die
Geburt
hin
und
später
wieder
kleiner
wird.
Die
Asym
metrie
ihrer
beiden
Lappen
wie
auch
der
der
Lungen
bildet
sich
erst
all
mählig
aus.
Die
Entwicklung
der
Milz
geht
vom
Magen
aus
und
ist
in
ih
rem
Blastem
häufig
mit
dem
des
Pankreas
vereinigt.
Die
Schilddrüse
ent
steht
zu
beiden
Seiten
des
Kehlkopfes
ganz
selbständig,
ebenso
die
Thymus
Fortpflanzung
und
Entwicklung;
50
drüse
an
den
Seiten
der
Luftröhre,
beide
ohne
besondere
Ausführungs-
Den
ilarnorganen
geben
bei
den
Säugethieren
und
höhern
Wirbellhieren
überhaupt
die
Urnieren
oder
WolfVhen
Körper
voraus,
welche
gleich
nach
d<T
Bildung
des
Darmrohres
7.U
beiden
Seilen
der
Wirbelsäule
auftreten.
Sic
-ind
schon
in
der
erslen
Anlage
paarig,
aus
zwei
Reihen
kleiner
gestielter
Bläschen
mit
verbindendem
Längskanal
lind
Aüsführungsgarig
bestehend.
t)ie
Bläschen
verwandeln
sich
in
schlängelnde
blind
endende
Kanäle,
die
sich
end
lich
ru
Knäueln
gestalten,
wobei
gleichzeitig
die
Länge
der
ganzen
Körner
sich
beträchtlich
zurückzieht
und
die
bandförmige
Gestalt
in
die
bohnenför-
mipe
oder
rundliche
übergeht.
Die
Ausfiihrungsgänge
senken
sich
in
die
Al-
bnlois.
Sobald
nun
die
Nieren
sich
zu
entwickeln
anfangen,
treten
die
WoIP-
M'lien
Körper
zuriiek
und
verschwinden
endlich
ganz.
Dieselben
zeigen
sich
reerst
als
ovale
glatte
Körperchen,
die
von
hinten
nach
vom
vorrücken
und
bald
such
auf
der
Oberfläche
sich
finchen
und
zertheilen.
Die
Zerlheilung
bleibt
bei
einigen
Sängelhieren
das
ganze
Leben
hindurch,
bei
andern
ver-
■ilmindel
sie
wieder
vor
oder
b;.ld
nach der
Geburt.
In
dem
sie
bildenden
Blastem
erscheinen anfänglich
kleine
mit
ihren
Stielen
vereinigte
Kolben,
de
ren
Zahl
sich
mehrt
und
die
Krümmung
der
Niere
veranlasst.
Dann
macht
«Ii
auch
der
Harnleiter
bemerklich.
Mit
noch
grösserer
Vermehrung
der
ЫЬеп
strecken
sicli
dieselben
in
die
Länge,
schlängeln
und
winden
sich.
Die
Anlage
der
Geschlechtsorgane
macht
sich
schon
vor
der der
Nieren
;ra
innern
Rande
der
Wolfschen
Körper
bemerklich
als
ein
weisses
ans
klei
nen
Zellen
und
Zellenkerncben
bestehendes
Blastem.
Kin
Unterschied
zwi
schen
männlichen
und
weiblichen
Organen
zeigt
sich zuerst
in
der
Form,
dann
in
der
Stellung.
Der
Hode
wird
kurz,
cylindrisch,
rückt
nach
und
nach
in
die
Leistengegend
herab
und
zeigt
in
Querstreifen
die
er
sten
Spuren
der
Samenkanälchen.
Der
Eierstock
bleibt
länglicher
und
plat
ter,
-stellt
sich
schief
und
endlich
ganz
quer,
rückt
nicht
so
tief
herab
als
der
Hode,
und
die
Follikel
bilden
sich
in
ihm
später
als
die
Samenkanäle
m
Hoden.
Die
Ausführungsgänge,
die
Samenblase,
der
Uterus,
die
Abschnü-
ning
der
Harnblase
vom
Darme
und
ihre
Verbindung.
mit
den
Genitalien
ent-
w.ckell
sich
ziemlich
schnell,
später
erst
die
anfangs
völlig
unterschiedslosen
äussern
Genitalien,
mit
deren
Diüerenzirung
auch
die
Milchdrüsen
sich
her
anbilden.
In
der
Entwicklung
der
Muskeln
im
Allgemeinen
ist
noch
gar
kein
Un-
ierschied
der
Säugelhiere
von
den
Vögeln
beobachtet
worden.
Dieselbe
be
ginnt
später
als
die
der
Knochen
und
zwar
aus
kernhaltigen
sich
verlängern
den
Zellen,
welche
gleichzeitig
für
die
ganze
Länge
des
Muskels
von
einem
bheftunsspunete
zum
andern
erscheinen.
Die
Körperoberhaut
beginnt
frühzeitig
sich
zu
entwickeln
und
zwar
aus
"iuer
einfachen
von
primären
kernhaltigen
Zellen
gebildeten
Lage,
in
der
durch
Faserbildung
alsbald
die
unlere
Lederhaut
von
der
Epidermis
sich
fbeidet.
Letztere
bleibt
noch
lange
Zeil
hindurch
sehr
dünn
und
durchsich-
tig-
Die
Haultalgdriisen
erscheinen
gleichzeitig
oder
später
als
die
Haarbälge,
'i'
»eichen
noch
lange
vor
der
Geburt
die
Haare
oder
sonstigen
Epidermal-
ifbilde
ihre
Entwicklung
gewinnen.
Die
Ausbildung
des
Embryo
erfolgt
bei
den
Säugethieren
ohne
Ausnahme
te
zur
Geburt
hin
im
Uterus.
Der
höchst
zarte
und
weiche
Embryo
hängt
ror
an
der
Nabelschnur
befestigt
frei
im
Frucht-
oder
Schafwasser,
welches
länge.
60
Allgemeine
Characteristik.
ihm
die
leichtesten
Bewegungen
gestattet
und
gegen
mechanischen
Druck
von
Aussen
her
möglichste
Sicherheit
gewährt.
Die
Ernährung
erfolgt
durch
die
Mutter
unter
Vermiltelung der
Nabelgefässe.
lieber
die
Functionen
der
ein
zelnen
Organe
während
des
fötalen
Lebens
werden
wir
im
allgemeinen
Theile
unserer
Arbeit
Ausführlicheres
miltheilen.
Die
Geburt
der
Jungen
erfolgt
nun
sobald
dieselben
ausgetragen
sind,
d.
h.
die
Entwicklung
der
einzelnen
Organe
bis
zur
selbständigen
Erhallung
vorgeschritten
ist.
Frühgeburten
kommen
normal
nur
bei
den
Beulelthieren
vor.
Die
Zeit
von
der
ersten
Entwicklung
des
Embryo
durch
das
fötale
Leben
bis
zur
Geburt
ist
bei
den
verschiedenen
Säugethieren
eine
höelist
verschiedene;
von
einigen
Wochen
bis
zu
einem
Jahre
und
darüber.
Schon
die
nächst
verwandten
Thiere
weichen
hierin,
wenn
auch
nur
wenig
,
von
ein
ander
ab.
Dagegen
werden
allgemein
die
Jungen
der
Pflanzenfresser
und
der
niedern
Säugethiere
überhaupt
verhältnissmässig
vollkommener
geboren
als
die
der
Fleischfresser.
Letztere
sind
allermeist
nackt
und
blind,
bedürfen
aber
nur
kurze
Zeit
der
Milchernährung
durch
die
Mutter,
die
erstem
dagegen
werden
sehend
geboren,
folgen
sogleich
derMulter,
säugen
aber
längere
Zeit.
Nach
der
Geburt
liegt
die
Pflege
und
Ernährung
der
Jungen
der
Mut
ler
ob.
Sie
ernährt
dieselben
mit
ihrer
Milch,
bringt
ihnen
die
erste
Nah
rung,
führt
sie
auf
die
Weide,
oder
Hält
sie
zur
Jagd
an,
schützt
sie
gegen
Gefahren
und
vertheidigt
sie
gegen
den
Feind
mit
eigner
Aufopferung.
Der
Vater
lebt
entweder
völlig
unbekümmert
um
seine
Jungen,
bisweilen
ist
er
sogar
feindlich
gegen
sie
gesinnt,
oder
er
nimmt
höchstens
nur
an
der
Her
beischaffung
der
Nahrungsmittel
und
der
Verteidigung
gegen
den
Feind
Antlieil.
Die
Zahl
der
auf
einmal
erzeugten
Jungen
ist
bei
den
grössten
und
bei
den
vollkommensten
Säugethieren
gering,
meist
nur
eins,
seltner
zwei.
Sie
haben
auch
nur
zwei
höchstens
vier
Zitzen
zu
deren
Ernährung.
Bei
andern
steigt
die
Zahl
auf
5,
7
und
9,
höher
nur
bei
sehr
wenigen
wie
bei
dem
Schwein,
wo
Fälle
von
22
Jungen
bei
einer
Geburt
bekannt
sind.
Die
Lebenszeit
der
Säugethiere
dauert
im
Allgemeinen
viel
geringer,
als
die
des
Menschen,
denn
nur
Walfische
und
Elephanten
werden
älter.
Die
grössern
erreichen
durchschnittlich
ein
Alter
von
20
bis
30,
die
kleinern
von
6
bis
15
Jahren.
Geologische
Geschichte
*).
Die
Säugethiere
geben
in
ihrem
geologischen
Auftreten
den
schlagendsten
Beweis
für
eine
allmählige
Vervollkommnung
des
thierischen
Organismus
auf
der
Erdoberfläche
und
durch
ihr
Studium
erlangle
die
Paläontologie
über
haupt
zuerst
eine
höhere
Bedeutung,
die
Geologie
und
Geognosie
eine
fesle
Stütze.
Das
erste
noch
nicht
genügend
begründete
Auftreten
eines
Säugethieres
fällt
an
das
Ende
der
Triasischen
Epoche und
beruht
auf
dem
Zahne
eines
kleinen
insectenfressenden
Raubthieres
oder
Beutelthieres
,
welchen
Plieninger
in
den
Keuperbreccie
bei
Degerloch
erkannte.
Die
ältesten
unzweifelhaften
Spuren
von
der
Existenz
der
Säugethiere
haben
uns
die
Unterkiefer,
von
Stonesfield
aus
Schichten der
mittlem
Juraepoche
geliefert.
Diese
Reste
be
weisen
ganz
entschieden
das
Dasein
frühgebärender
Beulelthiere
in
einer
Pe
riode,
welche
durch
die
höchste
Entwicklung
des
Amphibientypus
chara
cterisirt
*)
Giebel,
Fauna
der
Vorwelt.
Säugethiere.
Leipzig
1847.
8.
und
Allgemeine
Paläontologie.
Ebd.
1852.
8.
Geologische
Geschichte,
Gl
wird,
und
in
einer
Gegend
der
Erdoberfläche,
deren
Fauna
in
der
gegenwär
tig«
Schöpfung
keine
einzige
jener
ältesten
näher
verwandle
Gestalt
mehr
besitzt.
Also
Beulelthiere,
die
noch
heutigen
Tages
unvollkommen
geboren
»erdin,
sind
die
ersten
Vorboten
der
vollendetsten
Thierklasse,
nicht
fisch-
artige
oder
amphibiotische
Gestalten,
sondern
Nagelsäugethiere.
Mit
Eintritt
der
tertiären
Periode
erscheinen
die
Säugelhiere
zahlreich
und
maonichfallig
und
schliessen
in
dieser
die
geologische
Entwicklung
des
Ihienschen
Organismus
ab,
indem
nunmehr
alle
Stufen
des
Tliierlebeus
re-
präsentirt
sind.
Ihre
eigene
Geschichte
beschränkt
sich
also
auf
die
letzte
Periode
der
Erdbildung,
deren
schnell
folgende
Epochen
uns
den
Wechsel
der
Gestalten
bis
zur
Schöpfung
der
heutigen
Fauna
zeigen.
In
der
ersten
tertiären
Epoche
erscheinen
einige
Flossensäugethiere,
Raublhiere,
Fledermäuse,
Affen
und
in
überwiegender
Anzahl
und
Mannieh-
blligkeit
eigentümliche
Gattungen'
der
Hulthiere,
besonders
Pachydermen.
Letztere,
die
Repräsentanten
des
amphibioliscben
Säugethierlebens,
characle-
nsiren
diese
äitesle
Säugel
hierfauna
des
Erdbodens
am
augenfälligsten.
Ge
rade
diese
Gruppe
ist
gegenwärtig
arm
an
Arten
und
Gattungen,
ärmer
als
damals;
die
Gestalten
stehen
scharf
geschieden
neben
einander,
in
jener
älte
sten
Epoche
dagegen
waren
sie
einander
mehr
genähert.
Die
entschieden
eoceneii
Reste
von
Pachydermen
deuten
auch
ausschliesslich
auf
die
Existen/,
íigenthümlicher
Gallungen,
also
auf
eine
von
der
heutigen
durchweg
verschie
dene
Fauna.
Die
im
Allgemeinen
grössere
Mannichfaltigkeit
neben
den
ver
einzelten
Repräsentanten
der
andern
Gruppen,
beweist,
wie
sehr
sich
die
Bildumrefähigkeit
des
Säugel
hiertypus
Concentrin
hatte.
Die
Paläotherien,
Lophiodonten
und
Anoplotherien
vereinigen
in
sich
Characlere,
welche
heule
juí
verschiedene
Gallungen
und
selbst
Familien
vertheilt
sind.
In
der
nächst
folgenden
Epoche
vermehrt
sich
die
Anzahl
und
Mannich-
(alligkeit
der
Säugelhiere
beträchtlich.
Cetaceen
in
noch
lebenden
und
eigen
tümlichen
Gallungen,
wiederum
viele
Pachydermen
zugleich
mit
Wiederkäuern
mi
Einhufern
,
einige
Nager
und
zahlreichere
Raublhiere
,
auch
Fledermäuse
and
Affen.
Das
Verhältniss
zwischen
Pflanzenfressern
und
Raublhieren
gleicht
seh
allraählig
aus.
Von
den
eigenthümlichen
Gallungen
der
erslen
Epoche
-ind
mehre
verschwunden
und
neue
an
ihre
Stelle
getreten,
zugleich
erschei
nen
noch
jetzt
lebende
Gattungen.
Die
Zahl
dieser
steigert
sich
von
nun
an
■dad.
In
der
folgenden
Epoche
treten
die
Raublhiere
bereits
in
ein
völ
liges
Gleichgewicht
mit
den
Huflhieren.
Aber
während
diese
schon
mehr
den
gegenwärtigen
sich
genähert
haben,
sind
unter
den
erstem noch
viele
eigenthümliche
Gattungen.
In
der
Epoche
des
Diluviums
endlich
sind
alle
heuligen
Familien
bereits
vertreten
und
zwar
zumeist
auch
durch
jetzt
lebende
•■altimgen,
ja
einzelne
Arten
sind
aus
jener
Zeit
unverändert
in
die
gegen
wärtige
Schöpfung
übergegangen.
Der
Unterschied
zwischen
der
diluvialen
Ш
lebenden
Sänget
hierfauna
ist
daher
nur
ein
sehr
geringer.
Wie
die
Gestallen
der
ältesten
bis
auf
die
diluviale
Epoche
den
heutigen
'lamer
ähnlicher
werden:
so
nimml
auch
die
Verbreitung
mehr
und
mehr
gegenwärtigen
Gliaracler
an.
Die
Säuget
hierfauna
des
mittlem
Europa
'
B.
war
während
der
ersten
und
zweiten
tertiären
Epoche
zum
grössten
Ibeile
aus
Repräsentanten
der
heutigen
Tropenbewohner
gebildet.
Erst
in
■kr
Diluvialepoche
gränzen
sich
die
einzelnen
Verbreitungsbezirke
schärfer
ab
•d
nur
gewisse
Arten
bewegen
sich
noch
in
viel
umfangreichem
Gebieten
■
ihren
heutigen
Vertretern
angewiesen
sind.
Allgemeine
Cliaracteristik.
Eintheilung.
Die
Klasse
der
Säugethiere
wurde
zuerst
scharf
und
nalürlich
begránzt
und
unter
ihrem
noch
heute
allgemein
als
passend
beibehaltenen
Namen
ein
geführt
von
dem
Schöpfer
der
neuem
Naturgeschichte,
von
Linné
in
der
zehnten
Ausgabe
des
Systema
naturae
1758.
Er
vereinigte
hier
die
Vögel
und
Säugethiere,
als
Warmblüter
von
den
kaltblütigen
Wirbelthieren
geschie
den,
und
trennte
die
Säugethiere
als
lebendiggebärende
von den
eierlegenden
Vögeln.
Durch
diese
glückliche
Wahl
der
durchgreifenden
Charactere,
das
rothe
warme
Blut
,
das
Lebendiggebären
und
Säugen,
war
zum
ersten
Male
und
für
alle
Zeiten
eine
scharfe
Gränze
zwischen
Amphibien
,
Säugethieren
und
Fischen
gezogen,
welche
bis
dahin
Niemand
mit
gleicher
Sicherheit
erkannl
hatte.
Für
die
weitere
Eintheilung
der
Säugethiere
wählte
Linné
ganz
richtig
die
Bewegungsoigane
und
das
Gebiss.
Nach
erstem
schied
er
die
Flossen-
säugethiere,
die
heuligen
Celaceen,
von
den
übrigen
vierlüssigen
Säugethieren
aus
und
nannte
sie
Cete.
Die
übrigen
Ordnungen
bestimmte
er
nach
dem
Zahnsystem,
insbesondere
den
Schneidezähnen, nämlich:
Belluae:
mehre
stumpfe
Schneidezähne,
oben
sechs;
Pferd,
Nilpferd.
Pécora:
nur
unten
Schneidezähne;
wohin
unsere
Wiederkäuer.
Glires:
oben
und
unten
2
Schneidezähne,
keine
Eckzähne;
die
heutigen
Nagethiere
und
das
Nashorn.
Besliae:
oben
und
unten
Schneidezähne
in
unbestimmter
Zahl,
mehr
ab
ein
Eckzahn;
Schwein,
Armadill,
Igel,
Maulwurf,
Spitzmaus,
Beu-
telthier.
Ferae:
Schneidezähne
oben
und
unten
6;
die
carnivoren
und
Omnivoren
Raubthiere
mit
den
Robben
und
Walross.
Bruta:
ohne
alle
Schneidezähne;
Elephant
und
Zahnlose.
Primales:
vier
Schneidezähne
oben;
Fledermäuse,
Affen,
Mensch.
So
glücklich
auch
die
Organe
zur
Gruppirung
hier
gewählt
waren:
so
sehr
mussle
bei
der
damals
noch
sehr
oberflächlichen
und
lückenhallen
Kennt-
niss
derselben
dieser
Versuch
missglücken.
Linné
selbst
uberzeugle
sich
noch,
dass
die
Ordnung
der
Bestiae
unnatürlich
sei
und
in
der
letzten
Ausgabe
seines
Systèmes
wurden
die
Insectenfiesser
zu
den
Raubthieren,
das
Arma
dill
zu
dem
Schuppenthier
versetzt,
auch
das
Schwein,
Nashorn, Pferd
und
Nilpferd
in
eine
Gruppe
vereinigt.
Der
Weg
zu
einer
natürlichen
Eintheilung
der
Säugethiere
war
indess
durch Linné
bestimmt
vorgezeichnet
und
die
fortgesetzten
Untersuchungen
mussten
zur
sichern
Lösung
der
Aufgabe
führen.
Pennant
hob
alsbald')
die
wichtigsten
Unterschiede
in
der
Fussbilduug
her
vor
und
begründete
auf
dieselben
vier
Ordnungen,
nämlich
die
Säugethiere
mit
Hufen,
mit
Zehen,
mit
Finnen
und
mit
Flughaut.
Skopoli-)
vereinigte
mit
Recht
die
Zehenthiere
und
Flughäuter
in
eine
einzige
Gruppe,
characle-
risirt
durch
die
Klauen,
so
dass
nunmehr
drei
grosse
Ordnungen
begründet
waren.
In
der
Anordnung
der
Familien
halte
schon
Pennant
das
Pferd
von
den
übrigen
Hufthieren
gesondert,
auch
die
Edentalen
als
harmlose
Thiere
in
eine
Familie
vereinigt,
aber
er
konnte
die
lnsectivoren
noch
nicht
von
den
1)
Pennant,
Synopsis
of
Quadrupeds.
Chester
1771.
8.
—
2)
Scopoli,
Introduc-
tio
ad
historian)
naturalem
sistens
genera
lupidum,
plantarum
et
animaliuin
hac-
tenus
detecta,
charaetcribus
essentialibus
donata
in
tribus
divisa,
subinde
ad
leges
naturae.
Pragae
1777.
8.
Eintheilung.
63
Nagern,
die
Beuleltliicre
nicht
топ den
Raublhieren,
die
Wiederkäuer
nicht
ton
den
Vielhufem
trennen.
Für
die
SSugethiere
mit
Klanen
fand
Skopol.
«neo
glücklichen
Character
in
der
Zahl
der
Zitzen,
nach
welcher
er
zwei1
Abtitfilungen,
nämlich
solche
mit
2
und
solche
mit
mehr
als
2
Milchorganen,
aufteilte.
In
der
ersten
Abtheilung
slelren
Mensch,
Affen,
Fledermäuse
und
Faullhier
neben
einander.
Eine
flüchtige
Vergleichung
der
männlichen
Ge
schlechtsorgane
hätte
genügt,
um
das
Faulthier
aus
dieser
unnatürlichen
Stel
lung
zu
vertreiben.
Die
Familien
der
zweiten
Abiheilung
bestimmte
und
ord
nete
Skopoli
nicht
geschickter
als
Pennant,
und
während
er
unter
den
Huf-
thieren
die
Wiederkäuer
absondert,
vereinigt
er
das
Pferd
mit
den
Vielhufern.
Völlig
misslungen
ist
die
Gruppe
der
Wasserthiere
bei
Skopoli,
in
welcher
(Se
verschiedensten
Geschöpfe
beisammen
stehen.
Erxleben
')
theilte
diese
Irrthümer
nicht,
aber
er
reihte
nicht
minder
unpassend
Didelphis
den
Le-
mnren
an,
liess
dann
die
Edentaten
folgen,
verkannte
die
insectivoren
Raub-
thiere
ebenfalls
noch
ganz
und
stellte
die
carnivoren
Raubthiere
zwischen
Nager
und
Pinnaten.
Das
Material
war
seit
Linné
bereits
bet
rechlich
vermehrt
worden und
mil
dieser
Erweiterung
auch
die
Einsicht
in
den
Organismus
der
Säugethiere
fort
geschritten,
daher
es
dem
emst
und
thätig
forschenden
Blumenbach
gelang
Se
Ordnungen
schärfer zu
characterisiren
und
in
eine
ihrer
Dignität
mehr
relsprechende
Reihenfolge
zu
bringen.
Schon
in
der
ersten
Aullage
seines
Handbuches
der
Naturgeschichte
von
1779
wählte
er
folgende
Uebersicht
der
Ordnungen,
an
der
er
auch
später
nichts
mehr
änderte:
1.
Bimanus.
II.
Qua-
dromana.
Ш.
Chiroplera.
IV.
Digilata,
welche
in
Glires,
Ferae,
Bruta
гегЬНеп.
V.
Solidungula.
VI.
Bisulca.
VII.
Multungula.
VIH.
Pálmala,
welche
Güres,
Ferae
oder
Bruta
sind,
und
IX.
Cetácea.
Bis
auf
die
Digilata
und
Pálmala
mit
ihren
parallelen
Reihen
hat
sich
diese
Classification
bis
auf
den
heutigen
Tag
als
die
natürlichste
bewährt.
Hätte
Rlumenbach
bei
Aufstellung
seiner
Doppelreihe
der
Glires,
Ferae,
Bruta
dem
Zahnsystem
die
gebührende
Aufmerksamkeit
geschenkt:
so
würde
ihm
die
Verwandtschaft
des
Bibers
mit
semen
Zehen
-Nagern
und
der
Ottern
mit
seinen
Zehen
-Raublhieren
nicht
fßlpngen
sein,
für
die
Palmaten
würde
er
nur
die
Seehunde
und
das
Wei
ras
übrig
behalten
haben.
Diesen
Irrt
hum
vermied
denn
auch
Storr*)
als
er
1780
sein
System
der
Säugethiere
entwarf.
Er
versetzte
unter
die
ñossenfüsser
mir
Robben,
Walross
und
Manati,
schied
die
Nagethiere
und
Edentalen
als
gleichwertig
Ordnungen
aus
und
trennte
auch
die
Beutellhiere
ят
ersten
Male
von
den
Raublhieren.
Zu
bedauern
ist,
dass
Storr
bei
die
ser
scharfsinnigen
und
gründlichen
Verbesserung
der
bisherigen
Eintheilung
gegen
Blumenbach
die
Fledermäuse
wieder
mit
den
insectivoren
und Omnivo
ren
Raubthieren
in
eine
Familie
den
carnivoren
gegenüber
rereinigte.
Die
nächst
folgenden
Versuche
das
System
der
Säugethiere
naturgemäss
ra
gliedern
haben
bei
Weitem
nicht
den
Werth
als
die
eben
angeführten
von
Blunvnbach
und
Storr,
obwohl
sie
einzelne
Familien
richtiger
erkannten.
So
finden
wir
bei
Hermann3)
die
Insectivoren
von den
übrigen
Raublhieren
geschieden,
bei
Balsch4)
die
Raubthiere
in
vier
natürliche
Familien
aufgelöst,
1)
Emleben,
Systema
regni
animalis.
Mammalia.
I.ipsiae.
1777.
8.
—
2)
Storr,
frodromus
method
i
mammalium
et
avium
Tubingac.
1789,
4.
—
3)
Hermann,
Tabula
'íÍDitatom
animalium
per
totum
animale
regnum
in
tribus
foliis
expósita.
Argento-
Tti
I7S3
4
—
4)
Batsch
,
Versuch
,
einer
Anleitung
zur
Kenntniss
und
Geschichte
4er
Tbiere
und
Mineralien.
Jena.
1788.
8.
64
Allgemeine
Characteristic
aber
neben
diesen
glücklichen
Griffen
leidet
das
System
beider
an
grossen
Mängeln,
selbst
an
solchen,
welche
schon
gründlich
beseitigt
waren.
Durch
die
epochemachenden
Arbeiten
Cüviers
wurde
endlich
die
volle
Einsicht
in
die
Gliederung
des
Säugel
hierly
pus
gewonnen,
Der
erste
Entwurf
von
1798
')
gewährt
folgende
Uebersicht:
Hinter
dieser
Einlheilung
bleibt
die
spätere
von
Iiiiger2)
in
14
Ordnun
gen
weil
zurück,
denn
sie
vereinigt
die
fleischfressenden
Beulellhiere
wieder
mit
den
Affen,
bildet
aus
dem
Känguruh
die
Ordnung
der Springer und
löst
die
Edenlaten
in
drei
Ordnungen
auf.
Dagegen
begränzl
sie
die
Fami
lien
der
Ferae,
als
Krall
enfüssler
in
unterirdische
(insectivore),
Sohlengänger
(omnivore)
und
eigentliche
Raubthiere
(carnivore)
getbeilt,
schärfer
als
Cüvier
und
versetzt
auch
die
Elephanten
wieder
unter
die Vielhufcr.
In
seinem
neuen
fast
20
Jahre
später
erschienenen
Systeme,
welches
durch
das
seither
bedeutend
vermehrte
Material
zu
einer
viel
strengem
und
speciellern
Gliederung
führte,
reducirle
Cüvier3)
die
Zahl der
Ordnungen
auf
9,
indem
er
die
antibiotischen
Säugethiere
als
besondere
Zunft unter
die
Ferae
und
die
Elephanten
unter
die
Pachydermen
versetzte,
die
Beutellhiere
aber
als
eigentümliche
Ordnung
von den
Carnivoren
ausschied.
Indem
Cüvier
durch
seine
vergleichend
anatomischen
Untersuchungen
das
richtige
Princip
der
neuern
Systematik
begründete
und
dieses
für
die
Säugethiere
glücklich
durchführte,
machte
sich
gleichzeitig
eine
naturphilosophische
Rich
tung
in
der
Naturgeschichte
gellend,
welche
zwar
eine
tiefere
Einsicht
in
das
Wesen
der
Organismen
erstreble,
aber
doch
in
der
Wahl
der
bestimmenden
Momente
ihrer
Begriffe
irrte
und
daher
das
Ziel
ihrer
Aufgabe
verfehlte.
Oken,
der
eifrigste
und
geistreichste
Vertreter
dieser
Richtung,
erkannte
das
Zahn
system
als
das
wichtigste
Organ
für
die
Classification
der
Säugethiere
und
scheidet
danach
die
ganze
Klasse
in
zwei
Hauplgruppen
:
unlere
Haavtliiere
mit
Zahnlücken,
obere
Haarthiere
mit
angeschlossenen
Zähnen.
Die
erstem
(heilen
sich
in
3
Ordnungen:
Nagmäuse,
wohin
die
eigentlichen
Nager,
Kau-
mause
oder
Edenlaten
und
Beutellhiere,
und
Raubmäuse,
zu
denen
die
in-
sectivoren
Raubthiere
und
Fledermäuse
gehören.
Die
obem
Haarthiere
haben
Hufe
und
gleichförmige
stumpfe,
Backzähne und
bilden
die
vierte
Ordnung
als
Hufthiere,
wohin
Wale,
Schweine
und
Rinder oder
sie
sind
Nagellhiere
mit
allen
Zalinarten
wie
Robben, Hunde,
Bären,
Affen
und
Mensch.
Die
irrthümliche
Deutung
des
Zahnsyslemes,
sowie
die
einseilige
Bevor
zugung
desselben
vor
den
Bewegungsorganen
führte
zur
Trennung
der
nächst
verwandten
Gruppen
und
zur
Vereinigung
der
fremdartigsten
Familien
in
dem
Oken'schen
Systeme.
Edenlaten
und
Beutellhiere
haben,
wie wir
im
specia
len
Theile
ausführlich
darlegen
werden,
ein
völlig
verschiedenes
Zahnsyslem
1)
Georg
Cuvier,
Tableau
élémentaire
de
l'histoire
naturelle
des
animaux.
Paris
au
6.
8.
—
2)
Iiiiger,
Prodromus
systematis
mammalium
el
avium.
Berolini
1811.
8.
—
3) G.
Cuvier,
Le
régne
animal,
distribué
d'api
es
son
organisation.
Paris
1817.
(Paris
1829
—
1836)
8.
1.
Quadiumana
II.
Ferae
V.
Elephanlina
VI.
Pachydermata
VII.
Ruminantia
VIII
Solidungula
IX.
Amphibiotica
X.
Cetácea.
1)
Chiroptera
2)
Plantigrade
3)
Carnivora
III
Rodenlia
IV.
Edentata
Einteilung.
G5
und
ílelien
Iiier
in
einer
Ordnung
beisammen.
Das
Gebiss
der
Nager
ist
dem
der
Pferde
und
Wiederkäuer
viel
ähnlicher
als
dem
der
inseclivoren
Raublhiere
und
doch
siud
diese,
weit
von
ihren
nächsten
Verwandten
den
carnivoren
Raubtliieren
getrennt,
mit
den
Nagern
vereinigt.
Die
Wale
sollen
wie
die
Pferde,
Wiederkäuer
und
Schweine
Hufthiere
sein,
wem
aber
möchte
es
ge
lingen,
in
der
Form,
dem
anatomischen
Bau
und
den
Functionen
einer
Wal-
fechflosse
eine
grossere
Aehnlichkeit
mit
den
Hufen
der
Schweine
und
Pferde
als
wischen
diesen
und
den
Zehen
aller
Nagelsäugelhiere
nachzuweisen.
So
unnatürlich
Oken
die
Ilaupigruppen
begränzle
und
ordnete,
ebenso
unnatürlich
sind
die
meisten
seiner
Zünfte
und
Familien.
Das
System
bat
sich
daher
auch
nur
den
Beifall
der
Dilettanten
erwerben
können,
welche
nicht
über
die
Bewumlrung
des
Scharfsinnes
hinausgehen,
der
in
dem
gewaltsamen
und
über
raschenden
Parallelismus
der
verschiedenen
Organe
des
thierischen
Kör
pers
und
der
hühern
und
niedern
Abibeilungen
des
Systems
dem
Unkundi
gen
imponirL
Die
wichtigsten
Unterschiede
im
Typus
der
Säugelhiere
sind
in
den
Be-
iegungsorganen
und
dem
Z;ihnsystcm
am
auffälligsten
ausgesprochen.
Beide
Organe
ändern
je
nach
der
Lebensweise
empfindlich
ab
und
ihre
Modifikatio
nen
ferralhen
daher
auch
am
bestimmtesten
die
Aenderungen
in
der
gesamm-
leo
Organisation.
Sie
gewähren
die
ersten
und
schärfsten
Charactere
zur
Fetstellung
der
Hauptgruppen
und
Ordnungen.
Die
Digniläl
dieser
und
die
darauf
begründete
Reihenfolge
ergibt
sich
aus
der
Stufe,
welche
die
Säuge
lhiere
in
der
Enlwicklungsreihe
des
thierischen
Organismus
einnehmen,
und
*вз
den
Elementen
,
welche
die
Entwicklungsstufen der
höhern
Thiei
Massen
überhaupt
bestimmen.
Hienach
scheiden
wir zunächst
die
strengen
Wasser
bewohner
rail
ihrem
gestreckten
fischförmigen
Körper
und
den
flossenförmi-
gen
Gliedmassen
als die
unvollkommenste
Gruppe
aus.
Ihre
Mitglieder
thei-
sich
je
nach
dem
Mangel
oder
der
Anwesenheit
der
hintern
Flossenfüsse
ш
»ei
gleichwertige
Ordnungen
in
die
eigentlichen
Wale
oder
Celaceen
und
in
die
Flossenfüsser
oder
Pinnipidier.
Alle
übrigen
Säugelhiere
haben
tesartige
Bewegungsorgane.
Dieselben
zeigen
einen
zwiefach
verschiedenen
Tjpus,
indem
entweder
ihr
letztes
Zehenglied
ganz
von
der
hornigen
Be
deckung
eingehüllt
ist
und
bei
seiner
ausschliesslichen
Bestimmung
zum
Gehen
mir
mit
der
Spitze
den
Boden
berührt,
oder
das
letzte
Zehenglied
nur
teil
weise
von
der
hornige
Hülle
umschlossen
und
ganz oder
zugleich
mit
den
übri
gen
Zehengliedern
den
Boden
beim
Geben
berührt.
Der
Unterschied
beider
ronden
tlossenförmigen
Bewegungsorganen
ist
also
ein
formeller,
anatomischer
und
funclioneller,
er
ist
dasselbe
aber
auch
für die
Nagelgänger
mit
Hufen
und
lur
die
Zellengänger
mit
Nägeln,
daher
die
Ungulaten
und
Unguiculalen
r*ei
den
Pinnalen
gleichwertige
Hauptgruppen
bilden.
Die
typischen
Beprä-
snUnten
der
Huftiere
sind
die
Schweine.
Sie
nehmen
die
Stelle
in
der
Reihe
der
Säugelhiere
ein,
welche
die
Amphibien
in
der
Reihe
der
Wirbel-
(fiiere
haben,
d.
b.
sie
bilden
den
Uebergang
von
den
niedern
zu
den
höhern
uod
vollkommener
organisirten
Säugethieren.
Die
wesentlichen
Differenzen
и
Typus
der
Hufthiere
entsprechen
der
Zahl
der Hufe,
mit
welchen
die
Tliiere
den
Boden
beim
Gehen
berühren.
Darin
ist
die
Trennung
der
drei
«ion
von
Bluinenbach
erkannten
Ordnungen
der
Vielhufer,
Zweihufer
oder
Wiederkäuer
und
der
Einhufer
begründet.
Die
Mitglieder
der
eben
bezeichneten
fünf
Ordnungen
bedienen
sich
ih-
f«r
Gfiedrnassen
ausschliesslich
nur
zur
Bewegung
im
Wasser
oder
zum
Gehen
66
Allgemeine
Cliaracteristik.
auf
dem
Festlande.
Ihr
Zahnsystem
ist
unvollkommen.
Bei
den
Nagelsäuge-
thieren
dienen
die
Extremitäten
zugleich
noch
als
Greif-,
Grab-,
Kletter-
und
Flugorgane,
sie
haben
überhaupt
eine
mannichfaltigere
Function.
Dieser
Man-
nichfalligkeit
entspricht
die
Bildung
des
Zahnsystemes,
welches
meist
alle
Zahn
arten
enthält
und
also
ein
vollständiges
ist.
Schon
hierdurch
characterisiren
sich
die
Unguiculaten
als
die
vollkommneren
Säugelhiere
im
Verhältniss
zu
den
Hufthieren
und
Pinnalen
und
ihre
ganze
innere
Organisation
bestätigt
diese
höhere
Bangordnung.
Die
einzeln
Stufen
innerhalb
derselben
scheiden
sich
ebenso
scharf
und
bestimmt
von
einander
als
bei
den
Ungulalen
und
Flossensäugelhieren.
Zunächst
werden
sie
durch
das
Zahijsyslem
in
zwei
Ab
theilungen
gesondert,
in
solche
mit unvollständigem
und
solche
mit
vollstän
digem,
aus
allen
Zahnarien
gebildetem
Gebiss.
Ersteren
fehlen
alle
Zähne
oder
mir
gewisse
Zahnarten.
Unter
diesen
bilden
die
Nagelhiere
mit
ihren
eigentümlichen
Nagzähnen
und
stets
fehlenden
Eckzähnen
den
vollkommnem
Typus,
die
Edenlaten
haben
ein
in
jeder
Hinsicht,
in
der
Zahl
der
Zahnar
ten,
in
deren
Form
und
Sructur
unvollkommneres
Gebiss
und
beginnen
da
her
die
Beihe
der
Nagelsäuget
hiere.
Die
höhern
Ordnungen
mit
allen
Zahn
arten
sind
ihrer
gesammlen
Organisation
und
ihrer
Dignilät
nach
leichter
zu
erkennen
als
nach einem
durchgreifenden
Character
zu unterscheiden.
Einige
Beutellhiere
schliessen
in
ihrer
Lebensweise,
in
Zahnbau
und
Fussbildung
noch
ziemlich
eng
an
die
Nager
an,
andere
dagegen
sind
entschiedene
Baubthiere.
Deesen
ungeachtet
sind
beide
durch
den
physiologischen
Character
der
Früh
geburt,
der
nirgends
in
der
Beihe
der
Säugelhiere
vorkömmt
und von
wesent
licher
Bedeutung
ist,
vereinigt
und
insgesammt
von
den
Nagern sowohl
als
den
eigentlichen
Baublhieren
scharf
unterschieden.
Ein
dieser
physiologischen
Eigentümlichkeit
entsprechender
äusserer
Unterschied
der
Beutellhiere
von
den
Baublhieren
ist
in
dem
Beutel
oder
der
Tasche
gegeben,
in
welcher
sich
die
Zitzen
befinden
und
die
Jungen
ausgetragen
werden.
Wir
hätten
also
in
den
Beutelthieren
die
dritte
Ordnung
der
Unguiculaten,
welchen
als
vierte
die
eigentlichen
Baubthiere
sich
anschliessen
,
sowohl
hinsichtlich
des
Zahnsys
temes
als
der
zahlreichen
Zitzen
am
Bauch
und
an
der
Brust,
nur
dass
diese
hier
nicht
in
Taschen
befindlich
sondern
frei
sind.
Durch
die
zahlreichen
Zitzen
und
deren
Lage
erhallen
wir
zugleich
einen
sichern
Character,
alle
noch
übrigen
Nagelsäugelhiere
von
den
Baublhieren
zu
unterscheiden,
indem
dieselben
nur
zwei
Zitzen
und
zwar
an der Brust
haben.
Auch
in
den
männ
lichen
Genitalien
isl
dieser
Unterschied,
wie
schon
früher
erwähnt,
entschie
den
ausgesprochen,
in
der
äusserlich
am
Bauche
angehefteten
Buthe
der
Baub
thiere
und
der
frei
herabhängenden
der
Fledermäuse
und
Affen.
Beide
zeichnen
sich
überdies*
noch
durch
ihre
abweichenden
Gliedmassen
aus,
welche
bei
den
Fledermäusen
durch
Flughäute
verbunden,
bei
den
Affen
zwar
frei
sind
wie
bei
den
Ferae,
aber
dagegen
hinten
stets,
häufig
auch
vorn
Hände
ha
ben.
Die
Affen
nehmen
die
höchste
Stufe
in
der
Beihe
der
Säugethiere
ein,
zugleich
auch
die
letzle,
denn
der
Mensch
mil
seinem
selbst
bewussten
Geiste
bildet
ein
eignes,
durch
eine
weite
Kluft
von
dem
Thierreiche
geschiedenes
Beich,
und
nicht
eine
den
Affen
gleichwertige
Ordnung
der
Säiigethiere.
Die
Aehnlichkeit
dieser
mil
dem
Menschen
berührt
blos
die
thierische
Seite
des
letztem
,
wie
sich
in
gleichem
Grade
eine
Aehnlichkeil
des
Thierreiches
mit
dem
Pflanzenreiche
in
vielen
Infusorien,
Polypen
und
den
Haarsternen
ausspricht.
Nach
den
angegebenen
Characteren
stellen
wir
die
Hauptgruppen
und
Ordnungen
der
Säugelhiere
nochmals
übersichtlich
zusammen:
Einthellung.
67
A.
Flossemäugethiere.
Himala.
Mil
zwei
Flüssen
/.
Cetácea.
Mil
vier
Flossen
II.
IHnnipedia.
II.
Hußäugethiere.
Vngulata.
Mit
mehr
als
zwei
auftretenden
Hufen
....
///.
Mullungula
Mit
nur
zwei
auftretenden
Hufen
IV.
Витка
Mit
einem
Huf
V.
Solidungula
C.
Nayehäugethiere.
Unguiculala.
Mit
unvollständigem
Zahnsystem
Sclmeidczähne,
oft
auch
Eckzähne oder
aHe
fehlen
V7.
Edentata
Magezühoe;
nur
Ute
Eckzähne
lehlen
.
.
.
MI
Glire»
Mit
vollständigem
Zahnsystem
Mit
zahlreichen
Zitzen
an
Bauch
und
Brust
in
Taschen
....
Mil.
Marsupialia
frei
/.V.
Ferae
Mit
zwei
Zitzen
an
der
Brust
Cliedinassen mit
Flughaut
-V.
Cltiroptera
Giedmassen
frei
,
hinten
stets
Hände
.
.
.
XI.
Uuadiumaiia.
Von
den
zahlreichen
systematischen
Arbeilen
über
die
ganze
Klasse
der
Säu
gelhiere
mögen
hier
mir
folgende
hervorgehoben
werden:
F.
Ch.
D.
v.
Schrebei.
Naturgeschichte
der
Säugelhiere.
Mit
den
Fortseizungen von
Aug.
Goldfuu
und
1.
A.
Wagner.
1775
—
1845.
4.
(Neue
Nachträge
weiden
erwartet).
—
Geoffroy
St.
HUaire
et
Fred.
Cuvier,
Histoire
naturelle
des
Mammifères.
Paris
1829
sq.
fol.
—
À.
G.
Detmarest,
Maminalogie
ou
Description
des
espèces
de
Mammifères.
Paris
1*20
—
22.
4.
—
С.
t.
Temminck,
Monographie de
rnammalogie
ou
description
de
quelques
genres
rie
Mammifères,
dont
les
espèces
ont
été
observées
dans
les
difié
reos
musées
del'
Europe,
l'aris
1825
—
39.
4.
—
1.
B.
Fitcher,
Synopsis
Mammaliura.
Stuttgart
1829.
8.
—
II.
Я.
Schinz,
Systematisches
Verzeichniss
aller
bis
jetzt
be
kannte«
Säugelhiere
oder
Synopsis
Mnmmalium
nach
dem
Cüuerschen
Systeme.
Sololhiirn
1845.
46.
8.
—
C.
G.
Giebel,
Fauna
der
Vorwelt.
Säugelhiere.
Leipzig.
1847.
8.
—
ßuerotay
de
Blainville,
Ostégraphie
ou
descriplion
iconographique
com
parée
du
squelette
et
du
système
dentaire
des
cinq
classes
d'animaux
vertébrés
recens
et
fossiles,
l'aris
1839
—
48.
fol.
(unvollendet).
—
G.
Cuvier,
Recherches
sur
les
ossemens
fossi.es.
Paris
1835
—
37.4.
édit,
8.
—
Й.
Owen,
A
history
of
british
fossil
M.unmals
and
Birds.
London
1843
—
46.
8.
—
Paul
Genau,
Zoologie
et
Pa
léontologie
française.
I.
Paris
1848
—
52.
4.
5*
A.
PINNATA.
Flossensäugethiere.
Die
typischen
Wasserbewohner
unter
den
Säugethieren
liaben
einen
der
Lebensweise
in
ihrem
Elemente
entsprechenden
Körperbau.
Die
allgemeine
Gestalt
ihres
Körpers
ist
gestreckt, fischförmig;
der
Kopf
nicht
scharf
vom
Rumpfe
abgesetzt,
im
Verhältniss
zu
diesem
von
ungeheurem
Umfange
oder
sehr
klein;
die
äussern
Organe
an
demselben,
Ohren,
Augen,
Nase
gar
nicht
oder
nur
wenig
hervortretend;
der
Hals
äusserlich
nicht
sichtbar
oder
kurz
und
nur
wenig
dünner
als
der
Kopf;
der
Rumpf
nach
hinten
in
den
Schwanz
sich
zuspitzend,
etwas
deprimir!
oder
seitlich
zusammengedrückt;
die
Glied
massen
im
Verhältniss,
zur
Körperlänge
sehr
kurz,
die
hintern
oft
ganz
feh
lend
und
dann
durch
eine
sehr
entwickelte
Schwanzflosse
ersetzt,
die
fünf
Zehen
nicht
frei
beweglich,
von
einer
derben
Flossenhaut
umschlossen.
Der
Körper
ist
nackt
oder
mit
einem
kurzen,
straffen
Haarkleide
bedeckt
Die
verschiedene
theils
herbivore,
theils
carnivore
Lebensweise
bedingt
einen
mehrfach
verschiedenen
anatomischen
Bau
und
nur
der
beständige
Aufent
halt
im
Wasser
zeichnet
diesen
durch
einige
besondere,
vorzüglich
im
Res
pirations-
und
Circulationssyslcm
beruhende
Eigentümlichkeiten
aus.
Die
Weibchen
haben
nur
zwei
,
höchstens
vier
Zitzen
und
gebären
diesen
entsprechend
nur
ein
oder
zwei
Junge,
die
der
Mutter
gleich
nach
der
Geburt
folgen.
Das
Naturell
ist
meist
munler
und
lebhaft,
viele
leben
gesellig,
be
wegen
sich
leicht
und
schnell.
Alle
Fischsäugethiere
bewohnen
das
Meer,
zumeist
des
hohen
Nordens,
nach den
Tropen
hin
nehmen
sie
an Zahl
und
Mannichfaltigkeil
ab.
Die
beiden
hierher
gehörigen
Ordnungen
der
Cetácea
s.
Bipinnata
und
Pinnipedia
s.
Quadripinnata
sind
durch
die
Zahl
und
den
Bau
ihrer
Flossen-
füsse
scharf
geschieden.
Erste
Ordnung.
CETACEA.
Wale.
Die
Wale
oder
Fischsäugethiere
entfernen
sich
am
Weitesten
von
allen
übrigen
Säugethieren,
um
sich
den
Fischen,
den
eigentlich
wasserbewohnen
den
Wirbelthieren
zu
nähern.
Kopf
und
Bumpf
liegen,
durch
keinen
äusser
lich
sichtbaren
Hals
geschieden,
in
einer
Flucht.
An
crslerein
fehlen
die
Ohr
muscheln,
die
Augen
sind
klein,
die
Nase
tritt
gar
nicht
oder
nur
wenig
her
vor,
der
Rachen
ist
gross
und
meist
weit
gespalten,
die
hinlern
Extremitäten
fehlen
völlig,
die
vordem
sind
bis
auf
die
Wurzelgelenke
im
Bumpfe
verborgen,
die
fünf
nagellosen
Zehen
durch
eine
derbe
sehnige
Haut
zu
einer
Flosse
Pinnata. Cetácea.
69
verbunden,
auch
der
Schwanz
sehr
gewöhnlich
mit
einer
horizontal
gestellten,
zweilappigen
ans
faserigknorpliger
Masse
bestehenden
Flosse
versehen.
Die
Oberfläche
ist
völlig
nackt
oder
nur
mit
einzelnen
zerstreuten
Borsten
besetzt.
Die
Knochen
des
Skeletes
zeichnen
sich
durch
ihre
schwammige,
locker
zellige
Struclur
aus
und
haben
nirgends
Markhöhlen,
sondern
sind
von
flüs
sigem Fett
ganz
durchdrungen,
so
innig,
dass
sie
selbst
nach
längerem
Blei
chen
nicht
die
schöne
weisse
Farbe
der
Knochen
höherer
Säugethiere
trhallen.
Der
Schädel,
bei
einigen
von
ungeheuren
Dimensionen,
bei
andern
in
normalem
Verhältnis
zur
Grösse
des
Rumpfes,
zeichnet
.sich
fast
allgemein
durch
grosse
Asymmetrie
aus,
welche
oft
schon
frühzeitig,
im
lötalen
Zustande
und
nicht
erst
nach
der
Geburt
sich
ausbildet.
Am
Hinterhaupt
ist
das
grosse
Foramen
ganz
an
die
hintere
Fläche
gerückt,
meist
von
beträchtlichem,
rundlichem
Umfange,
seitlich
von
dengrossen,
flachen,
breiten
und
sehr
stei
len
Gelenkflächen
für
den
Alias
begränzt.
Das
Grundhein
ist
sehr
gross,
breit
und
dünn,
ebenso
die
starkgewölbte
Schuppe,
welche
in
der
Mitte
ver
tieft
ist
und
hier
an
der
Innenseite
einen
nach
unlen
sich
(heilenden
sichel
förmigen
Fortsalz
trägt.
Besondere
Muskelforlsälze
fehlen,
häufig
kommen
dagegen
unverknöcherte
Stellen
vor,
wie
denn
auch
die
ganze
Nackenfläche
geneigt
ist.
Das
hinlere
Keilbein
verschmilzt
schon
frühzeitig
mit
dem
Grund
beine
des
Hinterhauptes,
ist
übrigens
wie
dieses
breit
und
lang,
flach
ausge
höhlt.
Die
grossen
Flügel
haben
einen
mässigen
Umfang,
die
unlern
einen
beträchtlichen
und
vergrössern
besonders
die
untere
Schädelfläche.
Nach
vorn
an
das
Gaumenbein
slossend
bilden
sie
einen
Theil
der
hintern
Gaumenfläche,
hie
Schuppe
des
Schläfenbeines
ist
sehr
klein,
der
Jochforlsatz
allgemein
sehr
dick,
seine
Unterkiefergelenkfläche
platt
und
durch
keine
Vorspriinge
begränzt.
Das
Felsenbein
bleibt
stets
vom
Schläfenbein
gelrennt,
indem
es
nur
durch
fibrösknorpliges
Gewebe
verbunden
ist.
Die
Scheitelbeine
verschmälern
sich
gegen
die
Mittellinie
hin
in
einen
dünnen
Fortsatz
und
erreichen
sich
hier
ircht
immer,
sondern
das
Stirnbein
berührt
unmittelbar
die
Hinterhauptsschuppe.
Bei
jungen
Thieren
schiebt
sich
jedooh
das
os
inlerparietale
ein.
Deslo
grösser
sind die
Stirnbeine,
die
schon
frühzeitig
mit
einander
verschmelzen.
Das
Siebbein
ist
häufig
nicht
durchlöchert,
nur
ein bis
drei
kleine
Löcher
perforiren
dasselbe.
Der
Oberkiefer
besitzt
bei
der
grossen
Mannichfaltigkeit
seiner
Formen
immer
eine
beträchtliche
Grösse,
hinten
breit
und
platt,
zu
weilen
das
Stirnbein
bedeckend,
nach
vorn
verlängert,
an
der
Gaumenfläche
schmal.
Wo
ein
selbständiges
Zygoma
fehlt,
stösst
sein
Jochfortsatz
unmit
telbar
an
den
des
Schläfenbeines.
Der
Zwischenkiefer
ist
meist
lang
und
schmal,,
an
der
untern
Seite
nur
vorn
sichtbar.
Die
Nasenbeine"
haben
eine
ganz
eigentümliche
Gestalt
und
Lage.
Ein
kleines
undurchbohrtes
Thränen-
bein
scheint
wohl
allgemein
vorhanden
zu
sein,
wenigstens
in
der
Jugend.
Das
Jochbein
ändert
auflallend
ab.
Die
Gaumenbeine
zeichnen
sich
durch
ansehnliche
Dicke
aus.
Die
Muschelbeine
scheinen
verkümmert
zu
sein
oder
fehlen
vielleicht
ganz.
Dagegen
ist
die
Pflugschar
sehr
gross
und
stark.
Der
Unterkiefer
ändert
je
nach
den
Familien
in
seiner
Gestalt
mehrfach
und
auffallend
ab.
In
der
Wirbelsäule
ist
der
Hals
die
kürzeste
Gegend.
Ihre
sieben
Wir
bel
gleichen
dünnen
platten
Ringen,
von
denen
in
Folge
der
geringen
Beweg
lichkeit
nicht
selten
einige
mit
einander
verwachsen,
aber
auch
dann
ist
die
normale
Zahl
noch
aus
der
Zahl
der
Kanäle
zu
erkennen,
durch
welche
die
70
Pinnata. Cetácea.
Halsnervenpaare
hervortreten.
Die
Verwachsung
trifft
gewöhnlich
einige
der
vordem,
ausnahmsweise
bis
sechs
oder sämmtliche
Wirbel.
Eine
wirkliche
Verringerung
der
Halswirbel
auf
sechs
ist
erst
bei
Manalus
und
Ryline
mit
Bestimmtheit
nachgewiesen.
Der
Atlas
hält
sich
gern
frei
von
der
Verwach
sung
und
zeichnet
sich
häufig
nicht
blos
durch
grosse
Querforlsälze
,
sondern
auch
durch
einen
grossen
Domfortsatz
aus.
Dem
Epistropheus
fehlt
bisweilen
dor
Zahnforlsatz.
An
den
übrigen
Halswirbeln
bleiben
die
bald
mehr
bnld
weniger
entwickelten
Quer-
und
Dornfortsätze,
wenn
sie
nicht
völlig
abwesend
sind,
auch
bei
der
Verwachsung
frei.
Die
Zahl
der
Brustwirbel
schwankt
nach
der
gewöhnlichen
Zählung
zwischen
11
bis
19,
wird
aber
für
die
ein
zeln
nach
dem
diaphragmatischen
Wirbel
bestimmt
um
einige
grösser
auf
Kosten der
Lendenwirbel.
Hinsichtlich
der
Zahl
dieser
übertreffen
die
Cela-
ceen
alle
übrigen
Säugethiere,
indem
sie
von
10
bis
24
besitzen.
Doch
sinkt
bei
einigen
Sirenen
die
Zahl
auch
auf
das
Minimum
von
2
und3
herab,
so
dass
beide
in
der
ganzen
Klasse
der
Säugethiere
vorkommende
Extreme
in
der
Ordnung
der Cetaceen
vereinigt
sind.
Bei
dem
Mangel
eines
Beckens
und
des
damit
verbundenen
Kreuzbeines
kann
eine
beslimmle
Gränze
gegen
die
Schwanzgegend
hin
erst
in
das
Auftreten untrer
Dornforlsälze
gelegt
werden.
Danach
zählt
man
22
bis
34
Schwanzwirbel.
Die
Dornfortsätzc
nehmen
ab
weichend
von
den
übrigen
Säugelhieren
bei
den
Cetaceen
vom
ersten
Brust
wirbel
bis
in
die
mittlere
Lendengegend
an
Höhe
zu
und
von
hier
bis
zum
Verschwinden
auf
den
letzten
Schwanzwirbeln
wieder
allmählig
ab.
Sie
sind
meist
auch
sehr
breit.
Gelenkfortsätze
besitzen
nur
die
vordem
Brustwirbel.
Die
hindern
Gelenkfortsälze
verschwinden
schon
an
den
hinlern
Brustwirbeln
und
gle
chzeitig
heben
sich
die
vordem
an
den
Dornfortsätzen
empor
und
bilden
Gabeln,
welche den vor
ihnen
stehenden
Dornfortsatz
umfassen.
Die
Querfortsätze
verhalten
sich
in
ihrer
Längenzunahme
wie
die
Dornforlsälze.
Die
untern
Dornen
sind
Gabelbeine,
welche
auf
der
Gränze
je
zweier Schwanz
wirbel
frei
angeheftet
sind
und
in
den
von
ihnen
gebildeten
Kanal
die
Aorte
aufnehmen.
In
den
ersten
4
oder
5
findet
eine
Grössenzunalime
Statt,
dann
aber
eine
allmählige
Abnahme
bis
zum
Verschwinden.
Die
Verkümmerung
der
Fortsätze
in
der
hintern
Schwanzgegend
trifft
znersl
die
queren,
dann
die
obern
und
zuletzt
die
untern
Dornen.
Die
Wirbelkörper
sind
cylindrisch,
ihre
Epiphysen
meist
sehr
lange
oder
stets
getrennt,
die
Zwischenwirbel
löcher
sehr
gross.
Von
den
Rippen
articuliren
nur
die
vordersten
gleichzeitig
mit
dem
Wirbelkör
per
und
dem
Querfortsatze,
die
folgenden
nur
mit
dem
lefztern.
Ausnahmsweise
heften
sich
alle
Rippen
nur
an
die
Querfortsätze
und
die
letzten
rudimentären
lösen
sich
auch
noch
von
diesen
ab.
Die
Zahl
der
wahren
Rippen
sinkt
hier
auf
ibr
Minimum
herab,
denn
die
Walfische
haben
nur
eine;
überhaupt
scheint
deren
Zahl
nicht
über
sechs
zu
steigen,
so dass
stets
mehr
falsche
vorhanden
sind.
Die
Rippenknorpel
verknöchern
meist,
oft
schon
während
des
fötalen Lebens.
Das
Brustbein
besteht
nur
aus
einem
einzigen,
oder
aus
wenigen
hinler
einander
liegenden
Stücken,
ist
meist
sehr
kurz
und
breit,
oft
mit
einem
milderen
Loche
versehen.
Bei
einigen
Cetaceen
bleibt
es
lange
Zeit
hindurch
knorplig
In
den
vordem
Extremitäten
wird
der
Schullergürtel
nur
aus
dem
sehr
breiten
und
starken
Schulterblatt
gebildet.
Der
obere
Rand
desselben
ist
sehr
convex,
die
Gräte
fehlt
völlig
oder
isfsehr
klein,
nach
vom
gerückl.
mit
hakig
ausgezogener
Ecke.
Die
übrigen
Gliedmassenknochen
zeichnen
sich
durch
ihre
Kürze
und
platte
Form
aus.
Der
brcile
Oberarm
gelenkt
milteist
Pinnata.
Cetácea.
71
eines
halbkugligen
Kopfes
am
Schullerblatt
und
hat
an
dessen
innerer
Seite
einen
sehr
dicken
Höcker.
Der
untere
Kopf
trägt
zwar
zwei
besondere
Fliehen für
die
Unterarmknoclien,
aber
gemeinlicli
ist
dieses
(¡elenk
nicht
frei.
Speiche
und
Elle,
meist
so
breit
als
lang,
verwachsen
an
beiden
Knden
unbeweglich
mit
einander.
Die
Handwurzel
besteht
aus
wenigen
(3
bis
6)
m
rwei
Reihen
liegenden,
rundlirlten
,
ebenfalls
unbeweglichen
Knochen.
Die
fünf
Millelhandknochcn
sind
völlig
platl,
nur
die
beiden
äussern
kleinen
etwas
gerundet.
In
den
Fingern
mehrt
sich
hier
allein
unter
allen
Säugethiercn
die
IM
der
Wieder
über
drei,
aber
dieselben
sind
unbeweglich
verbunden.
Die
Qiederahl
steigt
in
einzelnen
Fingern
auf
6,
9,
sogar
12.
Doch
gibl
es
auch
Gattungen
mit
der
normalen
Zahl
drei.
Die
Phalangen
werden
bis
zum
Uzten
hin
kleiner,
dieses
spitzt
sich
zu,
trägt
aber
allermeist
keinen
Nagel
oder
besonders
ausgezeichnete
hornige
Hülle.
Die
hinlern
Extremitäten
fehlen
und
mit
ihnen
auch
das
Becken.
Statt
liessen
finden
sich
ausser
unmittelbarer
Verbindung
mit
der
Wirbelsäule
bei
den
Delphinen
zwei
cylindrische
Knochen,
welche
den
Zellkörper
der
Ruthe
tragen.
Bei
andern
Cetaceen
sind
diese
Knochen
breit
und
flach,
auch
wohl
durch
einen
dritten
queren
mit
einander
verbunden.
Ihre
Lage
ist
da,
wo
das
Auftreten
untrer
Dornen
den
Anfang
der
Schwanzgegend
bezeichnet.
Das
Zahnsystem
ändert
je
nach
der
herbivoren
oder
carnivoren
Lebens
weise
auffallend
ab.
Im
Allgemeinen
sind
aber
die
Zähne
einer
Reibe
und
die
der
obem
und
untern
Reihe
von
sehr
fibereinstimmender
Form.
Die
grossie
bei
den
Säugelhieren
vorkommende
Zahl
der
Zähne
haben
die
Ceta
ceen
und
dennoch
fehlen
im
Gegentheil
Einigen
alle
Zähne,
wenigstens
ver
lieren
sie
dieselben
schon
in
der
frühesten
Jugend.
Die
Muskulatur
der
Celaceen
isl
einfach
und
sehr
kräftig,
zur
Ausfüh
rung
schneller
und
leichter
Bewegungen
in
dem
flüssigen
Element
eingerich
tet,
zu
Bewegungen
auf
dem
Lande
ganz
untauglich.
Das
Auf-
und
Nieder-
stejgen
sowie
die
horizontale
Bewegung
vollführt
der
von
einer
kräftigen
wag
rechten
Flosse
unterstützte
Schwanz,
die
seitlichen
Wendungen
die
vordem
Flossen.
Die
Muskeln
sind
von
dunkelrother
F'arbe,
sehr
grobfaserig
und
serliereft
bald
nach
dem
Tode
ihr
faseriges
Ansehen.
Bei
dem
Mangel
der
liiolern
Gliedmassen
fehlt
auch
die
für
dieselben
bestimmte
Muskulatur,
ebenso
«od
die
Muskeln
der
untern
Glieder
in
den
vordem
Extremitäten
durch
de
ren
Umgestaltung
zu
Flossen
entbehrlich
geworden.
Von
der
Schuppe
des
llmterhaupls
beginnt
der
grosse
Musculus
spinalis
dorsi,
heftet
sich
mit
langen
Sehnen
an
die
Wurzeln
aller
Dornfortsätze
und
verwächst
schon
von
den
vordem
Rückenwirbeln
an
mit
dem
M.
sacrolumbal^
und
M.
longissimus
dorsi,
deren
äusserer
Rand
sich
an
die
Rippen
und
später
an
die
starken
Querfort
atze
heftet.
Letzlrer
beginnt
gleichfalls
an
der
Schuppe
des
Hinterhauptes
md
löst
sich,
bevor
er
die
Schwanzflosse
erreicht
in
neun
lange
Sehnen
auf.
Ihnen
entgegen
wirkt
der
M.
psoas
major,
der
von
den
letzten
Rippen
und
Rückenwirbeln,
von den
Körpern
und
Querforlsätzen
der
Lendenwirbel
ent
springt
und
mit
zahlreichen
Sehnen
an
den
Spitzen
der
untern
Domen
ange
heftet
ist.
Die
zur
Bewegung
der
Rippen bestimmten
Muskeln
bieten
keine
bejondem
Eigentümlichkeiten.
Der
M.
rectus
abdominis
läuft
von
der
ersten
Rippe
bis
in
die
Gegend
der
Genitalien,
wo
er
sich
dann
sehnig
in
der
zwischen
Streck-
und
Beugemuskeln
des
Schwanzes
liegenden
fibrösen
Haut
verliert.
D»s
stark
muskulöse
Zwergfell
hat
fasl
keine
pars
tendinea
und
biegt
sich
°ben
weil
nach
hinten.
An
seiner
vordem
Fläche
wächst
ein
grosser
Theil
72
Pinnata. Cetácea.
des
Herzbeuleis
fest.
Von
den
Muskeln
der
vordem
Extremitäten
entspringt
der
Heber
des
Schulterblattes
am
Querfortsalz
des
Atlas
und
ist
sehr
kurz.
Der
grosse
Sägemuskel
kömmt
von den
vier
obern
Rippen.
Ein
M.
cephalo-
liumeralis
geht
neben
dem
M.
sternomastoideus
herab
an
den
Höcker
des
Oberarmes und
zieht
die
ganze
Brustflosse
nach
vorn.
Der
entgegengesetzt
wirkende
M.
lalissimus
dorsi
entspringt
dreizackig
an
der
vierten
bis
sechsten
Rippe,
verbindet
sich
mit
dem
M.
teres
major
und
legt
sich
an
den
biulern
Rand
des
Oberarmes.
Der
Deltoideus
ist
kurz
und
stark.
An
Stelle
des
Triceps
geht
ein
kurzer
Muskel
vom
Schulterblaltrande
an
das
Olecranon.
Der
Temporaiis
und
Masseler
ist
sehr
schwach,
die
Gesichlsmiiskeln
verküm
mert,
der
Hautmuskel
aber
deutlich entwickelt.
Die
Schwanz-
und
Rücken
flosse
besieht
aus
festem
faserigknorpligen
Gewebe.
Das
Nervensystem
zeichnet
sich
im
Allgemeinen
durch
geringe
Grösse
des Gehirnes
und
dessen
beträchtliche
Breite
aus.
Bei
einem
11000
Pfund
schweren
Walfisch
von
19
Fuss
Länge
wog
das Gehirn
noch
nicht
4
Pfund.
Die
Windungen
auf
der
Oberfläche
der
Hemisphären
sind
zahlreicher
sogar
noch
als
bei
dem
menschlichen
Gehirn,
zugleich
aber
in
höherem
Grade
asymmetrisch
als
bei
irgend
einem
andern
Säugethier.
Die
beide
Hemisphä
ren des
grossen Gehirns
trennende
Furche
wird
im
vordem
Theile,
wo
auch
der
Sichelfortsalz
fehlt,
von
der
Arachnoidea
brückenarlig
überwölbt.
Auf
der
Basis
ist
ein
tiefer
querer
Einschnitt,
die
Fossa
Sylvii
wie
bei
den
Qua-
drumanen
und
Robben
vorhanden.
Die
gestreiften
Körper
sind
sehr
klein.
Dem
Ammonshom
fehlen
die
wellenförmigen
Einschnitte
und
der
seitliche
Ventrikel
hat
wiederum
mit
den
Affen
ein drilles
Horn
gemein.
Das
kleine
Gehirn
wird
fast
ganz
von
den
Hemisphären
des
grossen
bedeckt,
ist
aber
im
Verhältnis
zu
diesem
sehr
beträchtlich.
Die
Vierhügel
sind
gross,
die
darauf
liegende
Zirbeldrüse
klein,
die
varolischc
Brücke
lang
und
die
Gorpora
Irape-
zoidea
wohl
allgemein
vorhanden.
Das
Rückenmark
füllt
den
Kanal
der
Wir
belsäule
nicht
ganz
aus
und
wird
nur
bis
zur
Gauda
equina
von
der
dünnen
Dura
maier
eingehüllt,
durch
welche
die
Wurzeln
der
Spinalnerven
getrennt
hindurchtrelen.
Von
den
Sinnesnerven
fehlt
der
Riechnerv
bisweilen
völlig.
Der
N.
trigeminus
bildet
innerhalb
der
Hirnhöhle
keine
Anschwellung
und
der
N.
facialis
endet
meist
in
der
das
Spritzloch
umgebenden
Muskelschicht.
Unler
den
Sinnesorganen
zeichnen
sich
zunächst
die
Augen
')
durch
ihre
sehr
geringe
Grösse
aus.
Zuweilen
fehlt
ihnen
das
innere
Augenlid,
slets
die
Tarsen
und
die
Meibom'schen
Drüsen,
aber
niemals
die
Thränendrüsc.
Im
Augapfel
ist
die
Sklerolika
von
ausserordentlicher
Dicke,
so
dass
sie
die
in
nere
Höhle
linsenförmig
verengt.
Um
den
Sehnerven
bildet
sie
eine
flache
trichterförmige
Verliefung,
in
der
wieder
kleinere
für
die
Giliargefässe
und
Nerven
bemerkt
werden.
Gegen
die
Hornhaut
hin
färbt
sie
sich
schwarz
braun
und
in
diese
hinein
trelen
ihre
Fasern.
Diese
selbst
ist
quer
elliptisch
und
sehr
flach.
Das
der
Choroidea
angeliörigo
Tapeluin
ist
verschiedentlich
(blau,
grün,
weiss)
und
prächtig
gefärbt.
Die
Pupille
hat
eine
quer
verlängerte,
zuweilen
fast
nierenförmige
Gestalt,
die
Linse
eine
kugelige.
Im
Gehörorgan
sind
die
weilen
Sinus
der
Trommelhöhle,
der
Mangel
einer
knorpligen
Grund
lage
der
Eustachischen
Röhre,
die
Klappen
in
derselben
beachtenswerth.
Der
Hümmer
ist
fast
dreieckig,
grösser
als
der
Ambos,
und
der
kleine
Steig-
")
Mayer,
anatomische
Untersuchungen
über
das
Auge
vom
Walfisch
und
ande
rer Celaceen.
Rhein.
Verhandl.
X.
1.
Pinnata.
Cetácea.
73
bügel
oll
gar
nicht
perforirt,
sondern
solide.
Bei
dem
Mangel
der
Ohrmuschel
entzieht
sich
die
auffallend
kleine
äussere
Ohröffnung
häufig
der
Beobachtung.
Sie
fuhrt
in
den
engen
häuligen,
von
einer
schwarzen
Membran
¡msgekleide-
len,
äussern
Gehörgang.
Das
Geruchsorgan
ist
bei
den
pflanzen-
und
fleisch
fressenden
Celaceen
sehr
verschieden
gebildet.
Den
Eingang
zum
Respirationsorgane
bildet
der
sehr
grosse,
oft
pyra
midal
zu
den
hintern
Nasenlöchern
aufragende
Kehlkopf,
der
wenig
geeignet
ist
eine
Slimme
hervorzubringen.
Quer
vor
der Luftröhre
liegt
die
bald
einfache
bald
gelheille
Schilddrüse.
Die
Luftröhre
selbst
ist
sehr
weit
und
kurz,
bei
den
pflanzenfressenden
Celaceen
mit
einem
spiralen
Knorpelstreifen
statt
der
Finge,
bei
einigen
mit
sich
gabelnden,
bei
andern
mit
vorn
geöff-
nelen
Knorpeln.
Noch
vor
der
Tlieüung
in
die
beiden
Bronchien
geht zu
weilen
ein
kleiner
Ast
in
die
rechte
Lunge
ab.
Die
Lungen
sind
von
sehr
beträchtlichem
Umfange,
besonders
oben
weil
nach
hinten
verlängert,
und
nicht
gelappt,
aber
von
festem
elastischem
Gewebe.
Die
sich
in
ihnen
ver
breitenden
Luftröhrenäsle
stehen
unter
einander
in
Verbindung,
so
dass
man
von
einem
Aste
aus
die
ganze
Lunge
aufblasen
kann.
Der
aus
zwei
Hälften
besiehende
Thymus
bleibt
wie
bei
andern
tauchenden
Säugelhieren
das
ganze
Leben
hindurch
sehr
gross.
Das
Herz,
in
eine
Grube
der
Lungen
eingesenkt,
ist
platt
,
breit,
gross,
an
der
Spitze
meist
eingekerbt
und
hat
in
der
linken
Kammer
dreimal
dickere
Wandungi
n
als
in
der
rechten.
Die
Eustachische
und
Thebesiscbe
Klappe
fehlt,
aber
am
Ursprung
der
dünnhäutigen
Lungen
pulsader
finden
sich
drei
Klappen
mit
deutlichen Muskelfasern.
Das
eiförmige
Loch
schliesst
sich
sehr
frühzeitig.
Lungenpulsader
und
Aorte
bilden
nach
ihrem
Austritte
aus
den
Herzen
eine
sackförmige
Erweiterung.
Im
Gefäss-
system
zeigen
sich
noch
mancherlei
Eigentümlichkeiten,
die
jedoch
nicht
allgemein
sind.
Bei
der
Verkümmerung
der
vordem
Extremitäten
ist
auch
die
Arteria
subclavia
sehr
klein.
Sie
sendet
Zweige
über
das
Schulterblatt,
in
die
äussere
Fläche
der
Brust
und
lös't
sich
auf
dem
Oberarme
in
zwei
Büschel
auf,
welche
die
Haut
und Knochen
der
Flossen
versorgen.
Ein
dich
tes
Arteriengeflechl
liegt
in
der
Brusthöhle
zu
beiden
Seilen
der
Wirbelsäule,
ein
ähnliches
umgibt
das
Bückenmark.
Die
Venen,
denen
die
Klappen
feh
len,
bilden
häufiger
ausgedehnte
Geflechte,
auch
erweitert
sich die
untere
Holllader,
bevor
sie
durch
das
Zwergfell
tritt,
zu
einem
sehr
beträchtlichen
Sinus.
Die
lymphatischen
Gelasse
sind
sehr
entwickelt.
Der
Verdauungsapparal
bietet
mannichfache
und
höchst
beachtenswerte
Eigentümlichkeiten.
In
den
Umgebung
der
Bachenhöhle
fehlen
zunächst
die
Speicheldrüsen
den
fleischfressenden
Cetaceen
völlig,
dagegen
sind
sie
bei
den
lierbivoren
sehr
gross,
zu
nal
die
Ohrspeicheldrüse.
Die
Zunge
ist
glatt
oder
grubig
vertieft,
zuweilen
mit
gefran/.lern
rtinde
versehen,
bei
den
Pflanzen
fressern
sehr
kurz
und
rauh,
auch
die
Innenseite
der
Backen
mit
Borsten
besetzt.
Gaumenfalten
fehlen.
Das
Gaumensegel
ist
bei
denen
mit
Spritzap
parat
versehenen
eigentümlich,
zugleich
theilt
bei
diesen
der
hervorragende
Kehlkopf
den
Eingang
in
die
Speiseröhre
in
zwei
Oeffnungjn.
Die
Speise
röhre
und
der
Magen
sind
je
nach
der
Lebensweise
verschieden,
letztrer
je
doch
meist
geteilt,
seltner
einfach.
Das
Duodenum
beginnt
bisweilen
mit
einer
sackförmigen
Erweiterung,
in
welche
die
Ausführungsgänge
der
Leber
und
des
Pankreas
münden.
An
der
innern
Wandung
des
Darmkanales
treten
3
bis
8
Längsfalten
hervor.
In
der
Länge
des
Darmes
weichen
die
pflan
zenfressenden
Cetaceen
wieder
von
den
fleischfressenden
erheblich
ab,
ebenso
74
Pinnata.
Cetácea.
in
Betreff
des
Blinddarmes,
der
irtnern
Schleimhaut
Und
andern
Structurver-
liältnissen.
Die
Leber
ist
allermeist
sehr
klein,
beld«?
Hälften
wenig
oder
gar
nicht
gelappt,
dagegen
zerfällt
die ebenfalls kleine
MHZ
häufig
in
mehre
Milzen.
Das
Fell
fehlt
im
Gekröse
und
concentrirl
sich
vielmehr
auf
die
mächtige
Specklage
unter
der
Haut.
Die
Nieren
zerfallen
sehr
gewöhnlich
in
zahlreiche
kleine
Läppchen
und
erhallen
dadurch
ein
traubenförmiges
Ansehen.
Die
Auslührungsgänge
der
Läppchen
vereinigen
sich
nach
und
nach
zu
dem
Harnleiter,
der
vom
hintern
Ende
der
Nieren
seinen
Ursprung
nimmt.
Uebrigens
sind
die
Nieren
sehr
gross,
die
Nebennieren
dagegen
klein.
Die
kurzen
Harnleiter
münden
nah
am
Blasenhalse
in
die
dickwandige,
längliche
und
merkwürdig
kleine
Blase.
Gleich
hinter
den
Nieren
liegen
die
gestreckten
Hoden
mit
den
engverbundc-
Hen
Nebenhoden,
von
welchen
das
Vas
deferens
in
vielfachen,
selbst
knäuel-
förmigen
Windungen
ausgeht.
Samenblasett
besitzen
nur
die
Sirenen.
Die
Prostata
hat
ein
schwammiges
Ansehen,
umgibt
ringförmig
die
Harnröhre
und
wird
selbst
von
einem
kräftigen
Muskel
bedeckt,
der
auf
sie
wirkt.
Die
bald
getrennten
bald
vereinigten
Zellkörper
der
schlangeniörmig
gekrümmten
Buthe
sind
an
den
rudimentären
Beckenknochen
befestigt
und
bilden
vorn
eine
verschieden
gestaltete
Eichel,
welche
von
keiner
Vorhaut
geschützt
wird.
Die
Ovarien
der
Weibchen
sind
eiförmig,
die
Gebärmutter
zweihörnig
mit
kurzem
Körper,
der
Band
der
Tuben
nicht
gefranzt,
die
Eileiter
mitten
längsgefaltet.
Die
Scheide
öffnet
sich
unmittelbar
vor
dem
After
in
einem
schmalen
Längsspalt.
Milchdrüsen
sind
nur
zwei
in
der
Schamgegend
oder
an
der
Brust
vorhanden.
In
der
Körperhaut
besitzt
das
Malpighi'sche
Netz
eine
ausserordentliche
Dicke
und
wird
von
fadenförmigen
Verlängerungen
durchzogen,
welche
von
der
aus
weissen,
zähen,
sich
kreuzenden
Fasern
bestehenden
Lederhaut
aus
gehen
Die
Epidermis
ist
glatt
und
allermeist
auch
nackt.
Unter
der
Haut
sammelt
sich
allgemein,
zumal
auf
der
obern
Körperseile
eine
mächtige
Lage
flüssigen
Fettes
an,
welches
nicht
wenig
zur
Erleichterung
des
schweren
Körpers
beiträgt.
Die
Wale
bewohnen
das
Meer
und
zwar
die
grösslen
unter
ihnen,
die
zugleich
die
riesenhaftesten
aller
Thiere
sind,
den
offenen
Ocean
nach
dem
Nord-
und
Südpole
hin,
fern
von
den
Küsten,
die
kleinern
dagegen
lieben
die
Nähe
der
Küsten,
besonders
grosser
Flussmündungen,
in
die
sie
auch
zuweilen
hinaufsteigen.
Sie
schwimmen
ungemein
schnell
und
leicht,
halten
sich
meist
an
der
Oberfläche,
um
zu
alhmen,
da
sie
nicht
lange
unter
dem
Wasser
ohne
frische
Luft
zu
schöpfen
ausdauem.
Auf
dem
Festlande
kön
nen
sie
sich
nicht
bewegen
und
schon
nach
kurzem
Aufenthalle
im
Trock
nen
sind
sie
dem
Verderben
preisgegeben.
Die
meisten
leben
gesellig
,
fam-
lienweise,
einige
isolirt,
nur
zur
Brunstzeit
paarweise.
Sie
tragen
mehre
Monate
bis
ein
Jahr
und
gebären
ein
sehr
grosses
Junge,
welches
lange
säugt
und
Schutz
und
Pflege
der Multer
geniesst.
Bire
Sinnesorgane
sind
stumpf,
daher
auch
ihre
Fähigkeiten
gering.
Angegriffen
suchen
sie
durch
unbän
dige
Bewegungen,
einzelne
auch
mit
ihrem
scharfen
Gebiss
sich
zu
verthei-
digen.
Hire
Nahrung
ist
Iheils
vegetabilisch,
Iheils
animalisch,
im
erslern
Falle
Meerespflanzen,
im
andern
besonders
Fische
und
Mollusken.
Grosse
Gefrässigkeit
zeichnet
alle
aus.
Ueber
ihr
Alter
und
ihre
Entwicklungsge
schichte
sind
noch
keine
befriedigenden
Beobachtungen
gesammelt.
^innata.
Cetácea.
75
Streng
an
das
Wesser
gebunden
iiiitl
in
ihrer
ganzen
Organisation
am
weitesten
von
den
typischen
Säugelhieren
sich
entfernend
nchmeu
die
Wale
die
niedrigste
Stufe
in
der
Reihe
der
Säuget
hiere
ein.
Das
wanne
Blut
und
die
Lungenathmung
,
das
Lebendiggebären
und
Säugen
der
Jungen,
die
voll
kommenere
Entwicklung
des
centralen
Nervensj
sternes,
diese
wesentlichen
Charaetere
des
Säugelliierlypus
sind
zugleich
die
einzigen,
welche
die
Reta
ceen
mit
den
übrigen
Ordnungen
ihrer
Klasse
(heilen.
Der
fischförmige
Kör
per,
der
völlige
Mangel
der
hintern
Extremitäten,
der
Delitz
einer
Schwanz-,
aweílen
audi
noch
einer
Rückenflosse,
die
Umgestaltung
der
vordem
Glied-
roas*en
in
Flossen,
din
geringe
Ausbildung
eller
Sinnesorgane,
die
unbestimm
ten
Verhältnisse
in
der
Wirbelsäule
und
den
Zeilengliedern,
die
Asymmetrie
des
Schädels,
die
nackte
Epidermis,
die
Unvollkommenheit
des
Zahnsj
sternes,
der
Lungen
urtd
der
Drüsen
des
A'erdauungsapparales,
sowie
des
Muskel
-
íjslemes
erniedrigen
iosgesarrimt
hier
den
Klasseälypüs
allf
étntí
viel
liefere
Stufe
der
Entwicklung
als
die
auf
einzelne
wenige
Organe
beschränkte,
liöchil
einseitige
VogelälltiHchkeil
der
Monolremen
oder
gar
die
cigenlhftm-
fkhen
Frühgeburten
der
Beulelthiere.
Die
Cetaceen
repräsentiren
unter
den
Sauget
hieren
das
Wasserleben
ganz
in
derselben
Weise
wie
die
Fische
unter
den
Wirbellhieren.
Nach
der
verschiedenen
Lebensweise
sondern
sich
die
Cetaceen
in
zwei
Gruppen,
nämlich
in
die
fleischfressenden
oder
ächten
Wale
und
in
die
pflan
zenfressenden
oder
Seekühe.
Ausser
den
oben
angeführten
allgemeinen
Schriften
sind
Ober
die
Cetaceen
insbesondere
zu
vergleichen:
W.
Rupp.
Die
Maceen
zoologisch-anatomisch
darge
stellt.
Stuttgart
1937.
8.
Mit
8
Tfln.
—
H.
Schlegel,
Abhandlungen
aus
dem
Gebiete
Фт
Zoologie
und
vergleichenden
Anatomie.
Heft 1,2.
Leiden
1841
-43
4.
Tf.
1—9.—
B.
P.
Lesson.
Histoire
naturelle
des
mammifères
et
des
oiseaux. Cétacés.
Paris
1*24.
8.
—
Fr.
Cuvier,
Histoire
naturelle
des
Cétacés.
Paris
1836.
8.
—
I.
C.
Gray,
Zoology
of
the
voynge
of
II.
M.
S.
Erebus and
Terror.
Mammals
P.nts
3—5.
—
BuTcrnoy,
Annules
ties
sciences
naturelles
1851.
XV.
5.
65.
Ж.
Crte.
Aechte
Cetncren.
Die
fleischfressenden
oder
ächten
Cetaceen
sind
characlerisirt
durch
den
reriingerten
,
nach
vorn
meist
zugespitzten
Kopf,
den
weit
gespaltenen
Mund
ohne
Lippen, die
ganz
nach
hinten
gerückte
Nasenhöhle
mit
einfachem
oder
doppeltem
Eingänge,
den
Mangel
des
innern
Augenlides,
die
quere
Pupille,
(fie
kegelförmigen
Zähne
oder
Barten
.statt
derselben,
den
völligen
Mangel
der
Spaclieldrfisen
,
den
vielfach
getbeillen
Magen,
das
schwammige
zellige
Ge
webe
aller
Knochen,
die
vermehrte
Zahl
der
Zehenglieder,
die
Unbeweglich-
keit
der
Glieder
in
den
Brustflossen,
die
Lage
der
Milchdrüsen
neben
den
Genitalien,
und
endlich
den
völlig"
nackten Körper.
Von
den
besondern
Eigentümlichkeiten
in
anatomischer
Hinsicht sind
schon
m
der allgemeinen
Schilderung
einige
der
wichtigsten
hervorgehoben
worden,
andere
minder
allgemeine
werden
bei
der
speciellen
Cliaracteristik
Erwähnung
finden.
Vor
Allem
ist
es
der
Verdauungsapparat,
der
abweichend
von
den
herbivoren
Seekühen
für
die
carnivore
Lebensweise
eingerichtet
ist
Eine
sehr
gross«
Anzahl
starkkegelförmiger
Zähne
bewaffnet
die
langen
liefrr,
aber
keine
Lippen
schliessen
den
Mund
und
keine
Speicheldrüsen
«wessen
ihr
Secret
in
die
Rachenhöhle.
Die
Zunge
ist
glatt
und
ohne
her-
wrragende
Papillen,
die
Speiseröhre
weit
und
dehnbar,
der
Magen
vierfach.
Der
erste
Magen
hat
den
beträchtlichsten
Umfang,
die
dickste
Muskulatur,
76
Pinnata.
Cetácea.
unregelmässige
Runzeln
der
innern
Wandung
und
zahlreiche
kleine
Drüsen.
Der
zweite
viel
kleinere
Magen,
der
so lange
das
Thier
säugt
jedoch
der
grossie
ist,
liegt
rechts
neben
dem
ersten
und
mündet
nah
an
der
Speise
röhre
mit
einer
weilen
kreisförmigen
OetTnung
in
denselben.
Seine
Muskel
lage
ist
schwächer
und
die
innere
Wandung
mit
einer
be?ondcrn
aus
Fasern
bestehenden
zelligen
Schicht
ausgekleidet.
Der
dritte
kleinste
Magen
ragt
mit
einem
erhöhten
Rande
seiner
Mündung
in
die
Höhle
des
zweiten
und
besitzt
eine
ähnliche
nur
dünnere
zellige
Schicht.
Der
vierte
grössere
Magen
hat
eine
cylindrischc
gekrümmte
Gestalt
und
ist
nur
von
einer
faltenlosen
Schleimhaut
ausgekleidet.
Der
enge
Darm
hat
die
12-
bis
löfache
Körper
länge.
Durch
die
Pförtnerklappe
vom
Magen
geschieden
beginnt
das
Duo
denum
mit
einer
blasigen
Erweiterung
und
von
dieser
aus
verengt
sich
der
Darm
bis
zum
Rectum
hin
allmählig,
wo
auch
die
Längsfalten
verschwinden.
Der
ganze
Darmkanal
ist
an
einer
einfachen
Falle
des
Bauchfells
befestigt.
Die
kleine,
undeutlich
gelappte
Leber
führt
ihr
Secret
durch
einen
zweiwurz
ligen
Gang,
dessen
Inneres
gefächert
ist,
in
den
Zwölffingerdarm,
die
Gallen
blase
fehlt
und
die
mit
5
bis
6 Ausführungsgängen
versehene
Bauchspeichel
drüse
ist
klein
und
feinkörnig.
Die
nach
der
Stirn
hinaufgerückle
Nasenöffnung
führt
senkrecht
m
den,
in
dem
Eingange
der
Speiseröhre
hervorstehenden
sehr
grossen
Kehlkopf
und
brauchen
daher
die
Thiere
beim
Alhmen
nur
den
obern
Theil
des
Kopfes
über
die
Oberfläche
des
Wassers
zu
erheben.
Am
Kehlkopf
ver
längern
sich
besonders
die
Giessbeckenknorpel
röhrenförmig
mit
dem
fest
verbundenem
Kehldeckel,
dem
alle
Elasticität
abgeht.
Der
Ringknorpel
hegt
horizontal
und
ist
vorn
nicht
geschlossen,
auch
fehlen
Slimmrilzenbänder.
Das
Herz
hat
nur
eine
sehr
schwache
Kerbung
an
der
Spitze.
Im
Skelet
ist
hier
die
Asymmetrie
des
Schädels,
die
Verwachsung
der
Halswirbel,
die
geringe
Zahl
der
wahren
Rippen,
die
vermehrten
Zehenpha
langen
und
deren
völlige
Unbeweglichkeit
characleristisch.
Unter
den
ächten
Cetaceen
finden
sich die
grössten
kolossalsten
Thiere
der
ganzen
Schöpfung,
von
50
bis
100
Fuss
Länge
und
entsprechender
Dicke.
Ihre
Nahrung
besieht
besonders
in
kleinern
\Vasserlhieren,
in
Fischen,
Krebsen
und
Mollusken,
die
sie
bei
ihrer
grossen
Gefrässigkeil
in
ungeheuren
Mengen
vertilgen.
Die
ganze
Gruppe
umfasst
nur
drei
Familien,
die
durch
das
Zahnsystem
characterisirt
sind,
nämlich:
1)
Balaenodea
ohne
Zähne,
aber
mit
Barten
im
Oberkiefer.
2)
Delphinodea
mit
zahlreichen
Backzähnen.
3)
Monodonta
nur
mit
Stosszähnen
im
Oberkiefer,
ohne
Backzähne.
1.
Familie.
Balaenodea.
Walfische.
Cetaceen
von
ungeheuren
Dimensionen,
mit
sehr
grossem
Kopfe,
weit
gespaltenem
Rachen,
mit auf
dem
Scheitel
gelegenen
doppelten
Nasenlöchern,
neben
dem
Mundwinkel
befindlichen
sehr
kleinen
Augen,
versteckter
OhröfT-
nung,
mit
zahlreichen
Hornplatten
oder
Barten
in
zwei
Reihen
im
Oberkiefer.
Der
Kopf
misst
den
dritten
bis
höchstens
fünften
Theil
von
der
Ge-
sammtlänge
des
bald
plumpen
bald
schlanken
Körpers
und
spitzt
sich
nach
vorn
kegelförmig
zu.
An
der
Schnauzenspilze
stehen
in
der
Jugend
einzelne
Borsten,
die
zuweilen
auch
bei
ältern
Thieren
noch
sichtbar
sind.
Die
Augen
liegen
ganz
nah
und
etwas
über
dem
Mundwinkel.
Cete.
Balaenodea.
77
Die
Barten
sind
vier-
oder
dreiseitige
hornige
Platten,
an
denen
man
Rinden-
und
Marksubstanz
unterscheiden
kann.
Die
erslere
besieht
aus
übereinanderliegenden
Hornblättern
wie
die
Nägel
an
den
Zehen
andrer
Thiere.
Die
innere
Substanz
bilden
parallele
Röhren,
welche
am
un
tern
Rande
der
Platte
in
borstenarlige
Fasern
enden.
Sie
beginnt
erst
etwas
über
der
Basis,
daher
diese
hohl
ist.
Ein
aus
gekrümmten
Hornlamellen
bestehender
Kranz
an
der
Basis,
der
bei
den
kleinern
noel)
in
der
Ausbil
dung
begriffenen
Barten
als
eine
weisse
faserige
Masse
erscheint,
verbindet
à»
neben
einander
stehenden
Rarten
und
so
vereinigt
ruhen
dieselben
auf
«пет
Zoll
dicken
gefässreichen
Haut,
welche
mit
einer
Falle
in
die
basale
Bohle einer
jeden
hineinragt
und
von
dieser
fadenartige
Verlängerungen
in
die
Röhreben
der
innern
Substanz
absendet.
Die
Gelasse,
deren
letzte
Ver
zweigungen
die
Fäden
begleiten,
-kommen
mit
sehr
starken
Aesten
aus
dem
(lanmentheil
des
Kiefers
hervor.
Zur
Aufnahme
der
zahlreichen
Barten
ist
das
Rachengewölbe
zu
beiden
Seiten
eines
in
seiner
Mitte
hervortretenden
Längskieles
muldenförmig
vertieft.
In
diesen
Mulden
stehen
die
Platten
quer
und
hinter
einander,
nach
vorn
dicht
gedrängt,
nach
hinten
in
grössern
Zwischen
räumen,
und
nach
beiden
Richtungen
hin
kleiner
werdend.
Mit
ihrem
stumpfen
Ende
erscheinen
sie
am
äussern
Rande
ties
Kiefer
wie
regelmässig
geordnete
senkrechte
Stäbe,
wie
die
Zinken
eines
Kammes,
nach
der
Mille
der
Gaumen-
fläche
hin
verschmälern
sie
sich
und
enden
zugespitzt.
Die
Zahl
der
Barten
beider
Kiefer
beläuft
sich
auf
300
bis
1000.
Die
Barten
weichen
nach
diesen
Angaben,
die
wir
den
Untersuchungen
Romenthals
*)
verdanken,
wesentlich
von der
Struclur
und
Anordnung
der
Zähne
aller
übrigen
Säugethiere
ab.
Ihre
quere
Stellung
am
Gewölbe
der
Mundhöhle
erinnert
vielmehr
an
die
Gaumenzfdine
der
Fische
als
an
irgend
ein
Säugethier
und
Struct
ur sowohl
als
die
Bildung
gleicht
unverkennbar den
hornigen
Epidermalgebilden.
Wirkliche
Zähne
besitzt
kein
Walfisch,
obwohl
die
Anlage
zu
denselben
irn
fötalen
Zustande
vorhanden
ist,
denn
man
fand
in
dem
Zahnfleisch
des
Ober-
und
Unterkiefers
linsenförmige
knochenähnliche
Körper
als
Keime
von
Zähnen
**).
Am
Schädel
sind
die
Kiefer
schnahelattig
verlängert,
die
Aesle
des
Un
terkiefers
schmal
und
niedrig,
bogenförmig
gekrümmt,
ohne
oder
mit
nur
schwach
angedeuteten
Kronfortsatz
und
völlig
zahnlos.
Die
Stirnbeine
liegen
frei,
nicht
vom
Oberkiefer
bedeckt
;
auch
die
Nasenbeine
sind
verlängert,
ho
rizontal,
über
das
Stirnbein
vorragend.
Die
Nasenhöhle
ist
durch
eine
breite
SnochenJaroelle
auf
jeder
Seile
in
zwei
Abtheilungen
geschieden,
von
denen
le
obere
mit
Etlimoidalzellen
und
durch
diese
mit
einem
Loche
im
Siebbeine
b
Verbindung
steht.
Das
kleine
Thränenbein
liegt
locker
zwischen
Stirnbein
Und
Oberkiefer,
das
Jochbein
ist
kurz
und
dick
,
der
Jochfortsalz
des
Schlä
fenbeines
last
gerade
nach
Aussen
gerichtet.
Die
hintern
Nasenlöcher
öffnen
sich
wat
nach
hinten
und
das
Foramen
occipitale
zeichnet
sich
durch
rela
tiv
?erinffe
Grösse
aus.
Alle
Fortsätze
der
Wirbel
sind
breit
und
kurz.
Die
Wirbelsäule
bestellt
aus
7
Hals-,
14
bis
15
Brust-,
11
bis
15
Lenden-
und
21
und
mehr
Schwanz
wirbel.
Von
den
Rippen
verbindet
sich
nur
eine
mit
dem
Brustbeine,
die
übrigen
sind
falsche.
Das
Schulterblatt
»
.V.K
„Л1
RPi-lin
Akad.
1832.
S.
127.
ТГ.
1—3..
vgl.
auch
Owen.
Odontography
■>„
?.
«
«^
Geoffroy
St.
Hilaire,
Ann.
d.
Mus.
d'hist.
nat.
X.
364;
Eschricht,
Ui
\lnk7videak.
Selak.naturvid.
og
math.
Afhandl.
XI.
1845.
p.281.
78
Pinnnta.
Cetácea.
ist
sehr
breit
und
kurz,
statt
der
Gräle
nur
mit
einem
Haken
verseben.
Die
Zahl
der
Zeilen
verschieden
*).
Im
Verdauungsapparate
fallt
die
sehr
geringe
Weile
der
Speiseröhre
auf.
Der
Magen
ist
dreifach
und
der
Dannkanal
mit
unregelmässigen,
viel
fach
zusammenflicssendon
Längsfalten
ausgekleidet.
Ein
kleiner
spitzer
Blind
darm
bezeichnet
die
Gränze
zwischen
dünnem
und
dickem
Darme.
Die
Zunge
ist
ihrer
ganzen
Länge
nach
unbeweglich
am
Doden
der
Mundhöhle
an
geheilet.
Ausgewachsen
erreichen
die
Walfische
eine
Länge
von
mehr
denn
50
Fuss,
einige
sogar
bis
100
Fuss.
Sie
zeigen
sich
bisweilen
inSchaaren
bei
sammen,
bisweilen
nur
einzeln
oder
paarweise.
Einige
lieben
die
Regionen
des
äussersten
Nordens,
und
verlassen
nur
selten
die
Buchten
der
grossen
Eisfelder,
andere
dagegen
ziehen
die
gemässigten
Meere
vor.
Hier
treiben
sie
mit
über den
Wasserspiegel
erhobenen
Rücken
und
Spritzlöchern
ruhig
und
langsam
umher,
bis
sie
ein
Vogel,
der
sich
auf
dem
schwimmenden
Coloss
niederlässt,
erschrickt
oder
ein
feindlicher
Angriff
stört.
Dann
schies
sen
sie
pfeilschnell
in
die
Tiefe
oder
fliehen
mit
unbändigen
Schwanzschlägen
von
dannen.
Zuweilen
naht
sich
ein
Walfisch
dem
Sclufl'e
und
begleitet
das
selbe
eine
weite
Strecke
hin.
Mit
besonderem
Wohlbehagen
wirft
er
sich
auf
den
Rücken,
plätschert
mit
den
gewaltigen
Flossen,
die
stille
Luft
mit
Donnergelöse
erfüllend,
stellt
sich
senkrecht
auf
den
Kopf
und
schüttelt
mit
dem
Schwänze
die
ungeheure
Wassermasse,
dann
hebt
er
schnell
den
Kopf
empor
und
taucht
ebenso
schnell
wieder
unter.
Die
gewaltige
Muskelkraü,
mit
welcher
die
grosse
Schwanzflosse
die
Wogen
peitscht,
führt
Hin
12
Mei
len
weit
in
der
Stunde
fort
und
befähigt
ihn
den
unabsehbaren
Ocean
nach
allen
Richtungen
schnell
zu
durchkreuzen.
Bei
seiner
gewöhnlichen
Wande
rung
pflegt
er
jedoch
nur
vier
Meilen
in
der
Stunde
zurückzulegen.
Bei
dem
Tauchen
geht er
in
die
hedeulendsten
Tiefen
hinab,
bleibt
aber
nur
wenige
Minuten
unten,
nur
in
Todesgefahr
verbirgt
er
sich
bisweilen
eine
Stunde
lang
in
der
Tiefe.
Dann
kömmt
er
wieder
an
die
Oberfläche
und
bläst
laut
und
stark.
Aus
seinen
Spritzlöchern
schiesst
4
bis
5
Mal
in
der Minute
ein
Wasserstrahl
empor.
Sind
viele
Walfische
beisammen:
so
gleichen
in
der
Ferne
die
Wasserstrahlen
den
rauchenden
Schornsteinen
einer
Stadt.
Die
Männchen
lieben
die
Weibchen
sehr
und
hallen
sich
gern
in
deren
Nähe
aut
Bei
der
Begattung,
die
zu
jeder
Zeit
des
Jahres,
am
häufigsten
wohl
gegen
Ende
des
Sommers
vollzogen
wird,
wirft
sich
das
Weibchen
auf
den
Rücken
und
senkt
den
Schwanz,
das
Männchen
rutscht
dann
auf
den
Bauch
und
plätschert
mit
den
Flossen.
Sie
tragen
9
bis
10
Monate
und
gebären
im
Februar
bis
April
ein,
seltener
zwei
Junge.
Diese
sind
schwarz,
10
bis
14
Fuss
lang
und
ihre
Barten
schon
einige
Zoll
gross-
Sie
säugen
die
fette
und
nahrhafte
Milch
der
Mutter,
wobei
sich
diese
auf
die
Seite
oder
den
Rücken
legt.
Unter
der
Leitung
und
dem
Schutz
der Mutter
wachsen
sie
heran.
Erst
nach
dem
zwanzigsten
Jahre
scheinen
sie
vollkommen
ausgewaclisen
zu
sein.
Ihre
Lebensdauer
kennt
man
nicht,
aber
die
Zeichen
eines
hohen
Allers
sind
Zunahme
des
Grau
am
Körper
und
Kopf,
Gelblichwerden
der
weissen
Farbe,
Abnahme
des
Thranes,
grosse
Härle
des
Specks
und
Zähigkeit
der
sehnigen
Theile
desselben.
Die
Feinde
der
Walfische
sind
besonders
der
Hay
und
Schwerdtfisch,
die
sich
in
Kampf
mit
ihnen
einlassen
und
ihren
Cada-
*)
Cuvier,
ossemens
fossiles
VIH.b
p.
Balaenodea.
Balaena.
79
ver
mil
grossem
Wohlbehagen
verzehren.
Ihr
gefährlichster
Feind
aber
ist
der
Mensch,
der
seit
1000
Jahren
ihre
Jagd
systematisch
verfolgt.
Zur
Walfischjagd
segeln
die
Schiffe
im
Frühjahr
aus.
Jedes
derselben
hat
mindestens
zwei
leicht
bemannbare
Bote
bei
sich.
Wird
ein
Walfisch
in
der
Ferne
aus
dem
Mastkorbe
erblickt:
so
hält
sich
die
Mannschaft
be
reit.
Er
taucht
und
sowie
er
wieder
emporkömmt,
werden
die
Bote
zur
Verfolgung
bemannt.
Sie
nähern
sich
dem
Ungeheuer,
werfen
die
lödtliche
Harpune
aus,
und
feuern
auch
wohl
eine
Geschütz-Harpune
mit
Bomben
und
Carcassen
ab.
Das
verwundete
Thier
schiesst
blilzesschnell
in
die
Tiefe,
kömmt
aber
bald
wieder
an
die
Oberfläche
und
zeigt
durch
gewaltige
Schwanzschläge
seinen
Todeskampf
an.
Ist
die
Verwundung
nicht
lödllich;
so
sucht
es
unter
einem
Eisfelsen
oder
in
wiederholtem
Tauchen
Schulz.
Aber
bald
unterliegt
es,
da
ihm
bei
jedem Athemzuge
an der
Oberfläche
neue
Verwundungen
beigebracht
werden.
Früher
war
die
Jagd
viel
ergiebi
ger
als
in
diesem
Jahrhundert.
Zwischen
dem
77.
bis
79.°
N.
Br.
sam
melten
sich
mehr
denn
300
Schiffe
und
fingen
in
zwei
Monaten
gegen
2000
Wale.
Der
hauptsächlichste
Nutzen
der
Walfische"
besteht
in
dem
Thran und
Fischbein.
Letzteres
liefern
die
Barten
und
am
reichsten
und
besten
die
von
Balaena
mysticelus.
Der Thran
wird
aus
dem
Speck
gewonnen,
von
welchem
4
Tonnen
schon
3
Tonnen
Thran
geben.
Am
meisten
enthalten
die
Kieferüberzüge,
die
Zunge und
die
Finnen.
Die
Familie
der
Bartenwale
zählt
nur
zwei
Gallungen,
nämlich Balaena
ohne
Rückenfinne
und
Balaenoptera
mit
Hückenfinne.
So
bestimmt
beide
von
einander
zu
unterscheiden
sind:
so
wenig
sicher
sind
die
speeifischen
Differenzen
bei
ihnen.
Auch
hinsichtlich
ihrer
Lebensweise
ist
Vieles
von
den
Walfischen
auf
die
Finnfische
und
umgekehrt
übertragen
worden.
Gerade
die
grossartigen
Verhältnisse,
welche
diese
Thiere
bieten,
entziehen
ihre
Naturgeschichte
der
Beobachtung,
so
dass
trolz
des
regelmässigen
Fanges
schon
seit
Jahrhunderten
die
Wissenschaft
hier
noch
wenig
vorgeschritten
ist.
Balaena
L.
Die
eigentlichen
Walfische
haben
einen
plumpen
gedrungenen
Körper
von
50
bis
70
Fuss
Länge,
keine
Rückenflosse
und
keine
Furchen
am
Bauch,
eine
nach
vorn
verschmälerte
und
abwärts
gekrümmte
Schnauze,
sehr
lange
Barten,
breite
Brustflossen
und
eine
grosse
tief
ausgeschnittene
Schwanzflosse.
Der
Skeletbau
ist
sehr
kräftig;
am
Schädel
der
Anlütztheil
sehr
verschmälert,
die
Un'.erkiefer
stark
nach
Aussen
gebogen,
der
hirn
tragende
Theil
kurz
und
breit,
die
Zwischenkiefer,
Nasen-
und
Stirnbeine
von
eigentümlicher
Form.
Mit
Sicherheit
unterscheidet
man
nur
eine
nordische
und
eine
südliche
Art,
von
denen
die
erstere
die
häufigere
und
die
besser
bekannte
ist.
B.
mysticelus
Lin.1)
Der
gemeine
Walfisch
erreicht
eine
Länge
1)
Linné
Fauna
suce.
II,
16;
Scoresby,
Account
Ol
(lie
aret.
reg.
I.
449,
26
12
26
1
2
B:
Bonnet.
Vech.
Haarl.
Manisch.
V.
1.
262;
Camper,
Celac.
261;
Cuvier,
oss.
foss.
V.
26
25.
flg.
9.
10;
Hunier,
Philos.
Transact. LXXVII.
6.
371.
26
16—23;
A-
Wagner,
Schreb.
Säugeth.
VIL
173;
Brandl
und
Ratzeburg,
medic.
Zool.
I.
III.
TÎ-
14
fig.
4.
Tf.
16.
fig.
3.
4.
•
—
Synonym
mit
B.
mysticelus
sind
B.
borealis
Lesson,
ft-
Groenlandica
Lin.,
В.
vulgaris
Brisson.
Als
besondere
Art
wurde
B.
glacialis
Lacepede,
Cetac.
26.
2.
aufgeführt,
weil
er
dünner
und
kleiner,
grau
von
Farbe
sei,
grössere
Flossen
und
schiefstehende
Augen
habe.
Allein
diese
Unterschiede
sind
theils
geringfügig
theils
beruhen
sie
auf
ungenauer
Beobachtung.
80
Pinnata.
Cetácea.
von
60
Fuss
und
in
der
grössten
Dicke
etwa
'/4
bis
Va
dieses
Masses.
Der
Kopf
raisst
ein
Drittheil
der
Totallänge.
Die
Schnauze
ist
sehr
schmal,
vorn
stark
abwärts
gebogen,
nach
hinten
nur
leicht
gekrümmt.
Die
Brust
flosse
breit,
mit
sehr
stumpfer
Spitze,
die
Schwanzflosse
in
der
Mitte
lief
ausgeschnitten.
Der
obere
Theil
des
Körpers
ist
schwarz,
der
uutere
weiss
gefärbt,
an
den
Seilen
gehen
beide
Farben
in
einander
über.
Im
Alter
ändert
das
Colorit
bisweilen
ab,
in
der
Jugend
zieht
es
ins
Bläuliche.
Die
ersten
zuverlässigen
und
ausführlichen
Beobachtungen
über
die
Naturgeschichte
des
gemeinen
Walfisches
verdanken
wir
Scoresby,
der
bei
dem
Fange
von
322
Individuen
persönlich
beschäftigt
war.
Kein einziges
derselben
mass
über
60
Fuss
Länge
und
ein
von
Gieseke
1813
bei
God-
have
gemessenes
Exemplar
von
67
Fuss
Länge
ist
das
zuverlässig
grösste.
Der
Umfang
hinter
den
Flossen
beträgt
30
bis
40
Fuss
und
hieraus
lässt
sich
das
Gewicht
eines
grossen
Walfisches
auf
224,000
Pfund
abschätzen.
Der
klaffende
Rachen
ist
6
bis
8
Fuss
weit,
10
bis
12
Fuss
hoch
und
15
bis
16
Fuss
lang.
Die
Brustflossen
liegen
etwa
2 Fuss
hinler
dem
Mundwinkel
und
erreichen
bis
9
Fuss
Länge
und
5
Fuss
Breite,
die
Schwanzflosse
bei
6
Fuss
Länge
20
bis
26
Fuss
Breite.
Die
Augen
sind
nur
wenig
grösser
als
Ochsenaugen.
Die
Barten
werden
gewöhnlich
10
Fuss
lang,
bei
den
grössten
15
Fuss.
Vorn
tragen
beide
Lippen
ein
zelne
kurze
weisse
Haare.
Eine
8
bis
20
Zoll
dicke
Speckschicht
umgibt
den
ganzen
Körper
unmittelbar
unter
der
Haut.
Das
Fleisch
junger
Wal
fische
ist
roth
und
schmeckt
gut
zubereitet
wie
derbes
Rindfleisch,
bei
alten
Thieren
ist
es
beinah
schwarz
und
sehr
grobfaserig.
Die
Knochen
enthalten
in
ihrem
locker
porösen
Gewebe
viel
Oel.
Das
Gehör
scheint
gegen
Schallschwingungen
in
der
Luft
unempfindlich
zu
sein,
ebenso
ist
das
Gesicht
über
der
Oberfläche
des
Wassers
sehr
schwach,
im
klaren
Wasser
dagegen
scharf.
Die
Stimme
fehlt
ganz,
aber
das
Athemholen
und
Ausspritzen
des
Wassers
geschieht
mit
grossem
Geräusch.
Die
Nahrung
besteht
in
kleinen
Wasserthieren,
in
Medusen,
Krebsen,
Sepien
und
be
sonders
in
Clio.
Diese
Thierchen
verwickeln
sich
in
den
Fasern
der
Barten,
wenn
der
Walfisch
mit
geöffnetem
Rachen
schnell
an
der
Ober
fläche
hinstreicht.
Schliesst
er
das
Maul,
so
tritt
das
Wasser
an
den
-
Seiten
zwischen
den
Barten
heraus
und
die
Thiere
bleiben
zurück
und
werden
verschluckt.
Der
Wallfisch
bewohnt
ausschliesslich
dje
nordischen
Meere
soweit
hinauf
als
das
Eis
ihm
den
Zugang
gestattet.
Besonders
häufig
ist
er
um
Grönland
ostwärts
bis
Spitzbergen,
westlich
durch
die
Davisstrasse
in
die
Baffins-Bay
und
durch
die
Hudsonsstrasse
in
die
Hudsons-Bay.
Die
süd
lichen
Grenzen
seines
Bezirkes
lassen
sich
nicht
überall
angeben,
doch
kömmt
er
an
der
europäischen
Seite
nicht
an
die
skandinavischen
und
schottischen
Küsten
herab,
wenn
er
nicht
dahin
verschlagen
wird.
Esch-
richt
gibt
als
südliche
Gränze
der
Verbreitung
bei
Grönland
den
65.°
an.
Die
unausgesetzten
Nachstellungen
haben
die
Zahl der
Walfische
bereits
ungemein
verringert
und
ihnen
zu
entgehen,
ziehen
sie
sich
mehr
und
mehr
zurück
in
Gegenden,
wo
der
gefährliche
Fang
den Nutzen
zweifel
haft
lässt.
Von
der
grossartigen
Vertilgung
geben
z.
B.
die
Jahre
1814
bis
1817
einen
Beleg,
während
welcher
von den
englischen
Grönlands
fahrern
und
in
der
Davisstrasse
5030
Stück
erlegt
wurden.
Balaenodea.
Balaenoptera.
81
В
aiistralis
Desmoid.*)
Der
südliche
Walfisch
erreicht
nicht
ganz
die
Grösse
des
nordischen,
hat
einen
kleineren
Kopf,
der
nur
ein
Vier
theil
der
Totallange
einnimmt
und
zwischen
den
Augen
relativ
breiter
ist,
fine
breitere
Schnauze,
vorn
mit
einer
starken
Erhabenheit
und
an
der
Spitze
weniger
gekrümmt,
einen
nach
dem
Mundwinkel
hin
viel
tiefer
ab
wärts
und
nach
aussen
steigenden
Oberkiefer,
kürzere
Barten,
grössere
spitzere
Brustflossen,
eine
minder
lief
ausgeschnittene
Schwanzflosse
und
eine
fast
ganz
schwarze
Färbung,
indem
das
Weiss
der
Unterseite
auf
eine
kleine
Stelle
dos
Bauches
beschränkt
ist.
Im
Skelet
ist
die
speeifische
Differenz
nicht
minder
ausgeprägt.
Der
Schädel
ist
hinten
viel
höher
und
breiter,
die
Kiefer
an
den
Seiten
weniger
bauebig
vortretend,
die
Stirnbeine
und
der
hintere
Ast
des
Oberkiefers
nicht
schräg
nach
hinten,
sondern
seitlich
gewandt,
die
Nasenbeine
schmä
ler,
das
Schläfenbein von
fast
quadratischem
Umfang.
Während
der
nor
dische
Wallfisch
13
Rippenpaare
besitzt,
finden
sich
bei
diesem
15,
von
welchen
die
dritte
bis
zehnte
Köpfchen
besitzen,
die
nicht
die
Wirbel
körper
berühren,
drei
Paare
erreichen
das
Brusthein.
Die
erste
Rippe
gelenkt
an
zwei
Wirbeln,
so
dass
eigentlich
16
Rücken-,
8
Lenden-
und
24
Schwanzwirhel
gezählt
werden.
Die
Dornforlsatze
der
Halswirbel
ver
schmelzen
in
einen
zusammenhängenden
scharfen
Kamm.
Von
den
weichen
Theilen
sind
noch
keine
Eigenthümlichkeiten bekannt.
Diese
Art
liebt
die
Nähe
der
Küsten
in
den
südlichen
Meeren
;
an
der
Südspitze
Amerika's,
Afrika's,
Neuholland's
zeigt
sie
sich
häufig
und
gebt
von
hier
weiter
nach
Norden.
An
der
Ostseite
Asien's
besucht
sie
Japan
und
steigt
vielleicht
bis
Kamtschatka
hinauf,
ebenso
berührt
sie
die
Kiiste
von
Peru,
Neuseeland
und
das
mittlere
Afrika.
Die
Existenz
der
Walfische
in
frühem
Schöpfungsperioden
ist
erst
durch
einige
Ueberreste
aus
tertiären
Straten
nachgewiesen
worden,
die
jedoch
zu
einer
streng
systematischen
Bestimmung
noch
keineswegs
ge
nügen.
Das
Schädelfragment
eines
etwa
24
Fuss
langen
Thieres
aus
einer
angeblich
tertiären
Schicht
in
Paris,
welchem
Desmoulins
3)
den
Namen
B.
Lamanoni
gab,
unterscheidet
sich
von
dem
nordischen
Walfisch
durch
ein
abweichendes
(irösseuverhältniss
des
unvollständigen
Schläfenbeines.
Andere
Vorkommnisse
gestatten
Jteiue
speciellere
Vergleichung
mit
den
lebenden
Arten.
Balaenoptera
Lacep.
Die
Finnfische
unterscheiden
sich
von
dem
Walfisch
durch
ihren
schlan
kem
Körperbau,
durch
meisl
beträchtlichere
L.änge,
durch
eine
Feltflosse
hinler
der
Mille
des
Rückens,
eine
kleinere
Schwanzflosse,
schmälere
Brust-
flosseD,
eine
weniger
gekrümmte
Schnauze,
viel
kürzere
Harten
und
2}
Desmoulins,
Diction,
class.
II.
161
;
Olivier,
nss.
foss.
Va
368.
th.
25
fig.
1—8
Ib.
26
fig.
7.
11.
13.
23.
th.
27
fig.
10—15;
Wagner,
Schrei).
Sâugelh.
Vit.
197;
Schlegel."
Faun,
japon.
18.
Tf.
28.
29;
Abhandlungen
I.
37;
Lesson,
Cetac.
391
(В.
antárctica).
—
Gray
begründet
in
der
Zool.
of
the
voyage
of
Erebus
a.
Terror
noch
t-ine
besondere
Art,
B.
marginara,
ans
Westaustralien,
von
der
er
nur
3
Barten,
sehr
lanp
und
dünn,
rein
weiss,
mil
ziemlich
breitem
schwarzen
Rand
an
der
äussern
Seite
pesehen.
Die
Veränderlichkeit
der
Barlen mit
dem
Alter
und
nach
den
fatfi
vidualiläten
macht
den
Werth
dieser
Art
mehr
als
zweifelhaft.
3)
Desmoulins,
Diction,
class.
II.
107;
Cuvier,
oss.
foss.
4
edit.
Vfllb
315
Ib.
22S
fig-
16-
Sioçetbiere.
6
82
Pinna
(a.
Cetácea.
durch
zahlreiche
vom
Unterkiefer
rande
bis
zur
Nabelgegend
verlaufende
Furchen.
Die
Körperlänge
erreicht
90
und
meist
über
60
Fuss
und von
dieser
nimmt
der
Kopf
meist
weniger
als
ein
Viertheil
ein,
so
dass
derselbe
relativ
kleiner
als
bei
dem
Wallisch
isl.
Die
Schnauze
biegt
sich
weder
vorn
so
stark
herab
noch
bildet
sie
unter
dem
Auge
einen
so
liefen
Bogen.
Die
Rückenlinne
hat
eine
dreiseilige,
bald
schmälere
bald
breilere
Gestalt.
Die
Schwanzflosse
theill
sich
in
zwei
lief
getrennte,
schmale
und
zugespitzte
Lappen.
Die
schmalen
Brustflossen
sind
meisl
zugespitzt,
und
von
sehr
ver
änderlicher
Länge.
Das
Skelet
zeichnet
sich
durch
gedrungene
und
kräftige
Schädelknochen,
durch
schlanke
und
zierliche
Formen
der
Bumpfknochen
aus.
Am
Schädel
selbst
erscheint
im
Vergleich
mit
Balaena der
Oberkieferkörper,
dessen
äussere
Wand
weniger
senkrecht
abgedacht,
die
Zwischenkiefer
mil
flach
gewölbter
Oberfläche,
in
der
Mille
des
obern
Endes
ohne
bemerkbare
Bogenleisle,
vorn
durch
den
zwischenliegenden
Vomer
getrennt,
die
Stirnbeine
mil
plallenför-
inigem
breiten
Oibilalfortsalz,
die
Nasenbeine
kürzer,
vorn
und
oben
mit
einer
Furche.
Der
Unterkiefer
hat
einen
deutlichen
Kronfortsatz.
Die
Hals
wirbel
bleiben
in
der
Begel
getrennt
und
tragen
ansehnliche
QuerlortsiiUe.
Binen
folgen
15
Bücken-,
14
Lenden-
und
20
bis
24
Schwanzwirbel,
von
denen
15
untere
V
förmige
Dornen
tragen.
Die
erste
Bippe
verbindet
sich
mit
dem
letzten
Hals-
und
ersten
Bückenwirbel,
die
zweite
bis vierte
haben
noch
einen,
den
Wirbelkörper
nicht
erreichenden
Kopf,
die
letzte
liegt
frei
in
den
Muskeln.
Die
lebenden
Arten
bewohnen
gleichfalls
die
Meere
der
nördlichen
und
südlichen
Hemisphäre,
nähren
sich
von
Fischen
und
Weichthieren
und
haben
ein
wilderes
Naturell
als
die
Walfische,
daher
ihr
Fang
gefährlicher,
zugleich
auch
wegen
der
kleineren
Barten
und
des
geringeren
Speckes
minder
vorteil
haft.
Man
fängt
sie
deshalb
nur
gelegentlich.
Die
fossilen
Arien
sind
aus
tertiären
Straten
in
vollständigem
Besten
bekannl
als
die
Baläneu.
a)
Mil
verlängerten
Brustflossen:
B.
longimana
Rud.4)
Der
iangflossige
Kinnfiseli
nähert
sich
durch
seinen
gedrungenen
und
plumpen
Körperbau
und
dem
relativ
grossen
Kopf
mehr
als
alle
übrigen
Arten
dem
Walfisphe.
Besonders
charakteristisch
für
ihn
sind
die
am
vordem
und
hintern
Rande
buclitig
gekerbten,
rundlich
4)
r.mtolplii,
ALhamll.
11<мМп.
Akad.
1829.
Tf.
1—5;
Cuvier,
oss.
foss.
Va
tb.
26.
fig.
1.
2. 9.
22;
Iii
audi
und
Haneburg,
median.
Zool.
t.
122.
Tf. 15.
lig.
2.
Tf.
16.
lig.
5
—
7.
—
Schlegel
liai
in
der
fauna
japon.
Mamrn.
21.
Tf.
30,
wo
er
diesen
langflossigen
Finr.lisch
ala
1).
sulcata
antárctica
aufluhrt,
zuerst
diu
vielfachen
Miss-
grilfe in
der
systematischen
Bestimmung
nachgewiesen.
Synonym
sind
Balaena
Lalandi
Fisch
,
Balaena
boops
hei
Fabricius,
Faun,
groenland.
30'
und
Pallas,
Zoogr.
I.
291,
Balaena
auslralis
bei
Lesson,
Lélac.
372,
Rorqualus
antárcticas
bei
Fr.
Cuvier,
Cétac.
347.
Gray
hat
aus
dieser
Art
in
der
Zoology
of
the
voy.
of
Erebus
a.
Terror,
Mainm.,
die
eigenlhunihche
Gattung
Megaptera
gebildet
und
derselben
4
Arten
zu
geschrieben,
nä
nil
ich
M.
I'oeskop
nach
Desiuoulins,
Diet,
class.
II.
164,
welche
der
Cüviersclie
Korqual
du Cap
ist,
dann
die
Schleselsclie
Art.
M.
antárctica,
die
eigent
liche
Af.
longimana
und
eine
neue
AT
americana.
Hie
Identität
der
drei
ersten
unterliegt
bei
sorgfältiger
Vergleichung
der
Beschreibungen
keinem
Zweifel,
die
letzte
beruht
auf einer
blossen
Handzeichnung,
welche
eine
niedrigere
Huckenflosse
und
eine
breitere
Schwanzflosse
ab
specitisch
eigentümlich
angibt.
Weder
der
Ursprung
der
Zeichnung
noch
die
angegebenen
Unterschiede
gestatten
dieser
Art
eine
Stelle
im
Systeme
einzuräumen.
Balaenodea.
Balaenoplera.
83
Brustflossen,
welche
'Д
der
Totallänge
des
Körpers
messen,
und
die
halbkugligen
Höcker
mit
fusslangen
Bartborsten
am
Unterkiefer.
Am
kegelförmigen,
wenig
über
den
vierten
Theil
der
Körperlange
ein
nehmenden
Kopfe
ist
der
Unterkiefer
länger
und
breiter
als
der
Oberkie
fer,
dieser
fast
gerade,
niedrig
zugespitzt
und
mit
mehr
als
800
Barten
besetzt.
Die
kleinen
Augen
liegen
dicht
hinter
und
über
dem
Mundwinkel.
Die
Ruckenfinne,
über
der
Nabelgegend
gelegen,
steigt
allmählig
auf
und
fallt
von
ihrer
höchsten
Spitze mit
buchtigem
Hinterrande
ab.
Die
Lappen
der
Schwanzflossen
sind
gerade
nicht
tief
getheilt,
ziehen
sich
aber
spitz
aas.
Die
Bauchfurchen
beginnen
hinter
der
zweiten
Reihe
der
Unterkiefer
höcker
und
laufen
parallel
bis
zum
Nabel.
Die
Furche
in
der
Mittellinie
des
Bauches
ist
die
längste,
die
zehn andern
jederseits
allmählig
kürzer.
Hinter
dem
After
macht
sich eine
starke
Auftreibung,
vielleicht
als
Andeu
tung
einer
Afterflosse bemerklich.
Die
schwarze
Färbung
der
obern
Kör-
perbälfte
geht
an
der
Bauchseite
und
den
Brustflossen
in
ein
Graulich-
weiss
über.
Am
Schädel
zeigen
einzelne
Knochen
unverkennbar
speeißsche
Eigen-
thümltchkeiten,
so
die
Nasenbeine
in
der
starken
Vertiefung
ihrer
Ober
flache
und
der
beträchtlichen
Abdachung,
die
langen
vorn
hohen
und
breiten
Gaumenbeine,
der
sehr
gewölbte
und
gebogene
Unterkiefer
mit
kleinem
wenig
gekrümmten
Kronfortsatz.
Die
Zahl
der
Rückenwirbel
wird
nur
auf
14-
angegeben,
die
der
Lendenwirhel
auf
11
und
22
Schwanzwirbel.
Alle
Wirbel
sind
stark
und
kräftig.
Das
Schulterblatt
ist
höher
als
breit,
die
Unterarmknochen
lang.
Drei
Handwurzelknochen
liegen
in
einer
Reihe.
Der
Daumen
fehlt,
der
Zeigefinger
hat
zwei
Glieder,
der
mittlere
7,
der
vierte
5
und
der
fünfte
wieder
zwei
Glieder*).
Die
Beckenknochen
sind
lang;
und
haben
in
der
Mitte
einen
starken
Höcker.
Das
grossie
gemessene
Exemplar
hatte
88
Fuss
Länge
und
26
Fuss
langre
Brustflossen.
Es
strandete
an
den
Küsten
der
Bermudas-Inseln.
Zur
ersten
Untersuchung
erhielt
Cüvier das
Skelet
eines
Exemplars
vom
Kap,
ein
drittes
strandete
an
der
Elbmündung
und
gelangte
in
das
Berliner
Vuse«m.
Der
Verbreitungsbezirk
dieses
Finnfisches
dehnt
sich
über
die
Meere
beider
Halbkugeln
aus
und
er
scheint
seine
Wanderungen
über
die-
unbegränzten
Bezirk
auszudehnen.
Im
Frühjahr
nähert
er
sich
den
und
im Winter
entfernt
er
sich
in
die
offene
See.
Seine
Nahrung
besteht
hauptsächlich
in
kleinen
Fischen,
b) Mit
kleinen
Brustflossen*).
B.
boops
Lin.
Das
längste
aller
Thiere,
meist
mehr
denn
80
Fuss
Lange
ja
über
100
(105)
Fuss
erreichend
und
das
schlankste
in
der
")
Cuvier
zählte
im
mittlem
und
vierten
Finger
7,
im
fünften
2
Glieder.
5}
Die
Brustflossen
der
hieher
gehörigen
Arten
messen
höchstens
den
achten
Theil
der
Körperlänge,
meist
weniger,
und
sind
zugespitzt.
Ausserdem
sind
allge
mein
die
Lappen der
Schwanzflosse
tiefer
getheilt
und
did
Rückenflosse
kürzer
und
höher
Der
Körper
aller
Arten
ist
schlanker
als
bei
B.
longimana
und
der
Kopf
relatif
k/einer.
Gray
hat
Ann.
a.
mag.
nat.
hist.
1847.
XX.
277
diese
Arten
in
2
besondere
Gattungen
vertheilt,
nämlich
in
Balaenoplera,
bei
welcher
die
Uruslfinne
V
i
d
die
Bückenfinne
*/s
der
Körperlänge
von
der
Nase
entfernt,
die
Dornfort-
ösj
Л
-<t
2
und
3-
Halswirbels
verwachsen
und
46
bis
48
Wirbel
vorhanden
sind,
au
-
oL
*1ii¡
wo
die
Brustfinne
'/4
"^d
die
Rückenfinne
%
der
Körperlänge
X
e
л
rf^rNase
entfernt,
alle
Halswirbel
getrennt
und
die
Zahl
der
Wirbel
aul
M
Encle
4bF,
jj¡e
Stellung
der
Flossen
betreffend
müssen
wir
derselben,
bevor
"
bis
64
steig»-
g4
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