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Über makroökonomische Gewinnbegriffe

Ott, Alfred E.

Abstract

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Full text

O , Al ed E. A icle Übe mak oökonomische Gewinnbeg i e Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: O , Al ed E. (1965) : Übe mak oökonomische Gewinnbeg i e, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 85, Iss. 6, pp. 729-734, h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291097 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Die en scheidende F age lau e dann, ob in de Gleichgewich sbedingung lex an e = Sex an e die nich ausgeschü e en Gewinne zum eiwilligen ex an e^Spa en zu echnen ode ob sie als nach äglich an allendes un eiwilliges Spa en zu be ach en sind. Libbe en scheide sich ü die e s e Möglichkei , so daß also die Gleichgewich sbedingung geplan e In es i ion = eiwilliges Spa en aus dem Fak o einkommen + Selbs inanzie- ung de Un e nehmungen lau e . Mi Hil e diese Bedingung en - wickel Libbe im e s en, de ku z is igen Analyse gewidme en Teil seine A bei eine modi izie e Mul iplika o o mel; im zwei en Teil kombinie de Ve asse — nach dem Vo bild Doma s — diese Gleichung ü den Einkommense ek de zusä zlichen In es i ionen mi de Gleichung ü den Kapa ai ä s-e ek und e häl so eine eben- alls modi izie e Fo mel ü die gleich-gewich ige Wachs ums a e. Seine These, die nich ausgeschü e en Gewinne seien in die Gleich- gewich sbedinguixg lex an e = Sex an e ei azubeziehen, s ü z Libbe * Wol am Libbe : Gleichgewich swe e ü P eisni eau und Einkommens- e eilung in eine wachsenden Wi scha (Wi scha swissenscha liche Abhand- lungen, Bd. 18). Be lin 1963. Duncke & Humblo . 114 S. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14 730 Be ich e du ch Übe legungen übe die Ve schiuldungsg enze de Un e nehmun- gen. Diese in ih em Ansa z beme kenswe en Übe legungen hä en e was aus üh liche und g ündliche aus allen können; zu ih en Gun- s en hä e man ge n au manches Bekann e in de Un e suchung e zich e . Mi de Einbeziehung de nich ausgeschü e en bzw. nich - en nommenen Gewinne in die I = S-Gleichgewich sbedingung ha Libbe ein Thema au geg i en, das in de Li e a u noch imme nich on Unkla hei en ei is . Diese Unkla hei en üh en auch bei Libbe dahe , daß die aus de olkswi scha lichen Gesam echnung s ammenden Beg i e e eil e bzw. en nommene und un e eil e bzw. nich en nommene Gewinn mi den aus de Ve eilungs- und Beschä igungs heo ie s ammenden Beg i en des s a ischen und dyna- mischen Gewinns e meng we den. Daß diese beiden Beg i spaa e au zwei e schiedenen Ebenen liegen, wi d in alle Regel übe s-ehen. Um es mi einem Sa z zu sagen: S a ische Gewinne können ausge- schü e we den ode nich , und dasselbe gil zunächs einmal auch ü den dynamischen Ma k lagengewinn. Eine wei e e F age, au die Bombach au me ksam gemach ha 1, komm noch hinzu, nämlich die F age, aus welche Gewinng öße ein „P opensi y-Spa en" möglich sei, welche Gewinnbeg i also sinn oll mi eine Spa neigung de Gewinnbeziehe e bunden we den könne. Ve suchen wi in alle Kü ze diese P obleme, die die A bei Libbe s au wi , abe nich lös , eine Klä ung nähe zub ingen. De Gesam gewinn in eine Volkswi scha läß sich nach den K i e ien de olkswi scha lichen Gesam echnung au spal en in e eil e und un e eil e Gewinne: (1) G = G e . + Gun e . Ve eilungs- bzw. beschä igungs heo e isch enn man die Gesam - hei alle s a ischen Gewinne G* om dynamischen Ma k lagen- gewinn Q: (2) G = G* + Q Zu diese zwei en Gewinngleichung gehö en wahlweise die Einkom- mens e eilungsgleichungen Y = L + G bzw. Y = iE + Q, wobei E die Summe aus den Löhnen und Gehäl e n L und den s a ischen Gewinnen G* da s ell . 1 Go ied Bombach: Die e schiedenen Ansä ze de Ve eilungs heo ie. In: Einkommens e eilung und echnische Fo sch i . Von Jü g Niehans, Go ied Bombach, Al ed E. O . (H sg. on E ich Schneide , Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik, N.F., Bd. 17) Be lin 1959. S. 137. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14 Be ich e 731 Aus den beiden Gleichungen (1) und (2) olg nun nu , daß die Summe de e eil en und un e eil en Gewinne de Summe aus s a ischen und dynamischen Gewinnen gleich sein muß. I gendeine Zuo dnung wie z. B. die naheliegende, die e eil en Gewinne seien die s a ischen und die un e eil en die dynamischen, olg aus (1) und (2) nich . Bezeichne man den Teil de s a ischen Gewinne, de aus- geschü e wi d, mi & (0 ^ a < 1), den nich ausgeschü e en Teil mi 1-a und en sp echend mi ß und 1-ß beim dynamischen Gewinn, so e häl man: (3a) <xG* + ßQ = G e . (3b) (l-a)G* + (l-ß)Q = ^un e . Dies is zunächs eine ein o male P ozedu , die insbesonde e nich s da übe aussag , ob e wa ein hohe We on a ode soga a = 1 und ein nied ige We on ß ode soga ß = 0 als ealis isch anzusehen sind. Wenden wi uns je z , um zunächs unse Fundamen zu e oll- s ändigen, de Bombach-F age zu, welche Gewinnbeg i sinn oll mi eine Konsum- und Spa neigung de Gewinnbeziehe e bunden we - den kann. De Ausd uck Gewinnbeziehe deu e schon an, daß sich die Al e na i e Konsum ode Spa en nu bei dem e eil en Gewinn s ell , also (4) G e . = CG + SG ode spezi izie (4a) CG = cGG e . (4b) SG = «Q G e . Mi Hil e de ange üh en Gleichungen lassen sich nunmeh einige Modelle, die in de Li e a u e wende wu den, bezüglich ih e Vo - ausse zungen un e suchen. Bei Libbe e wa ehl de dynamische Ma k lagengewinn Q olls ändig; die Gleichungen (3a) und (3b) e - kü zen sich dann zu (3a*) aG* = G e <3b*) (1-*)G* = Gun e Die Selbs inanzie ung de Un e nehmungen Gun e . wi d bei Libbe zu einem s a ischen Phänomen dekla ie . Und e ne gil : „Im lang is igen Gleichgewich we den .. . die nich ausgeschü e en Gewinne de Un e nehmungen on eine Übe aschungsg öße zum geplan en Spa en" (S. 104). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14 732 Be ich e Ganz ande s liegen die Dinge in de ku z is igen Analyse P eise s „Mul iplika o p ozeß und dynamische Un e nehme gewinn"2. Bei de Au eilung des Gewinns au Konsum und Spa en geh P eise nich om e eil en, sonde n om s a ischen Gewinn aus, d. h. es gil : Da jedoch die Ausschü ung bzw. die En nahme des Gewinns ganz o ensich lich die zwingende Vo ausse zung da ü is , daß man übe - haup zwischen de konsum i en Ve wendung und dem Spa en des Gewinns un e scheiden kann, is de s a ische Gewinn bei P eise gleich dem ausgeschü e en Gewinn: G* = G e .. Bei P eise is dem- nach a = 1 und ß = 0, so daß sich die Gleichungen (3a) und (3b) wie olg e ände n: Sieh man die Dinge de a , so lassen sich die in sich nich wide - sp uchs eien Aus üh ungen, die Libbe zu P eise s Modell mach , ollends nich au ech e hal en ( gl. die Anm. 4 S. 67 und S. 68 oben sowie Anm. 6). Es is insbesonde e unmöglich, eine Ve bindung zwischen de ausschließlich ku z is igen Analyse P eise s und de ku z- und lang is igen Be ach ung Libbe s he zus ellen. Dies zeigen die Gleichungspaa e (3a*) und (3b*) sowie (3a**) und (3b**) in olle Deu lichkei : De dynamische Ma k lagengewinn Q bei P eise ha nich s mi den un e eil en Gewinnen bei Libbe zu un; es gil wede Q = Su (in de Bezeichnung bei Libbe ) noch Q = Su + SG. Be ach en wi schließlich noch ein d i es Modell, nämlich das Kaldo s, au das Libbe leide nu in eine einzigen Fußno e Bezug nimm . Bei Kaldo ehl sowohl die Un e scheidung on e eil en und un e eil en als auch die T ennung zwischen s a ischen und dynamischen Gewinnen. Das Fehlen de e s en Un e scheidung (au die zwei e wollen wi im Zusammenhang mi Kaldo zunächs nich eingehen) läß nun zwei Möglichkei en de In e p e a ion zu. En - wede ha Kaldo mi Hil e eine „he oischen Annahme" on de Exis enz de un e eil en Gewinne übe haup abgesehen, dann is die Kaido sche Spa neigimg aus den Gewinnen gleich de Spa - neigung sq in de Funk ion (4b). Ode abe es exis ie en auch bei Kaldo nich ausgeschü e e Gewinne, und das Spa en aus den Gewin- nen se z sich dann aus diesen nich ausgeschü e en Gewinnen und 2 Jah büche ü Na ionalökonomie und S a is ik. Bd. 167 (1955). S. 89 ., abged . in E ich P eise : Bildung und Ve eilung des Volkseinkommens. 3. Au l. Gö in- gen 1963. S. 124—167. (4-) G* = Cq + SG (3a**) (3b**) OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14 Be ich e 733 dem Spa en de Gewinnbeziehe aus den ausgeschü e en Gewinnen zusammen. In diesem Falle hä e man m. E. Kaldo e nün ige - weise wie olg zu in e p e ie en. Die Gesam e spa nis aus den Ge- winnen is bei Kaldo Bezeichne man mi Y den An eil de e eil en und mi 1-Y den An eil de un e eil en Gewinne am Gesam gewinn und be ücksich- ig die Spa unk ion (4b), so e gib sich3 Die Spa neigung aus den Gewinnen s ell demnach ein gewogenes a i hme isches Mi el aus de Spa neigung de Gewinnbeziehe SQ und de „Spa neigung" aus den un e eil en Gewinnen da , die pe se gleich eins is . Ais Gewich e ungie en die An eile de e eil en und de un e eil en Gewinne am Gesam gewinn. Gegen diesen heo e ischen Ansa z is a enba dann kaum e was einzuwenden, wenn die An eile am Gesam gewinn Y und 1-Y einige - maßen kons an e G ößen sind bzw., um es noch au eine ande e A zu o mulie en, wenn das Ve häl nis de e eil en zu den un e eil- en Gewinnen y/1-Y einige maßen kons an is . Wesen lich wah - scheinliche und plausible als eine ela i e Kons anz on y/1-Y e schein jedoch — und dami g ei en wi die Un e scheidung on s a ischen und dynamischen Gewinnen wiede au — eine ela i e Kons anz on a/l-a, also de Rela ion zwischen e eil en und un e - eil en s a ischen Gewinnen. Da ü sp ich eine Reihe on G ünden, die auch Libbe an üh , wie e wa die Gewöhnung de Un e nehme an einen bes imm en G ad de Selbs inanzie ung, die Kon inui ä de Di idendenpoli ik usw. De unsiche e Kan onis in diesem Bild bleib de dynamische Ma k lagengewinn Q. E besi z den Cha ak e eines Zu allsgewinns, wie es in de englischen Bezeichnung wind all p o i plas isch zum Ausd uck komm . Mi g oße Wah scheinlich- kei kann man annehmen, daß ß wesen lich kleine is als <*. Wi un e s ellen de Ein achhei halbe wie P eise , de Q-Gewinn we de nich ausgeschü e , also ß = 0. Die Gleichungen (3a) und (3b) e ah- en demnach die olgenden Modi ika ionen: (5) (5a) Sc = 8gG= 8GYG + (1-Y)G und ü die Kaldo sche Spa neigung: (5b) ®G = 8G Y (1"Y) 3 Vgl. dazu Allan M. Ca e : Theo y o Wages and Employmen . Homewood, 111. 1959. S. 156. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14 734 Be i& e * (3a* ) (3b***) (l-a)G* + Q = Gun e . <xG* — G e In diesen D ei-S e ne-Gleichungen, die de Rezensen na ü lich ü die bes en häl , bedeu e «G* = G e . die ausgeschü e en Di idenden und en nommenen Gewinne, die s a ische Einkommen sind. (l-a)G* s ell die un e eil en bzw. nich en nommenen Gewinne da . Audi sie sind s a ische Na u , da ein bes imm e Um ang de Selbs - inanzie ung on den Un e nehme n nich nu gewünsch , sonde n inne halb gewisse G enzen auch s e s ealisie we den kann. Den zwei en Bes and eil de un e eil en Gewinne bilde de dynamische Ma k lagengewinn Q. Das gesam e Spa en aus Gewinnen SG* be äg , wenn die Gleichun- * * gen (3a*,*) und (3b**) sowie die Spa iunk ion (4b) zug unde geleg we den, (6a) SG* = SQ. aG* + (l-a)G* + Q Von den d ei G ößen au de ech en Sei e können abe nu zwei zum geplan en Spa en ge echne we den, nämlich das Spa en de Gewinnbeziehe SG = SG^G* und die geplan e Selbs inanzie ung aus un e eil en s a ischen Gewinnen, d. i. (1-&)G*. De dynamische Ma k lagengewinn Q echne dagegen zu un eiwilligen, ungeplan en E spa nis. E is „Gegenpos en eine ollzogenen In es i ion, Aus- gleichspos en, Residuum gegenübe den Plang ößen I und S" (E. P eise , Mul iplika o p azeß . . . a.a.O., S. 134). Die I = S — Gleichgewich sbedingung lau e demnach wobei slL das eiwillige Spa en de Lohn- und Gehal sbeziehe bedeu e . Fü die „Spa neigung" aus den Gewinnen G* e gib sich Man e häl also wie bei Kaldo ein gewogenes a i hme isches Mi el aus de Spa neigung de Gewinnbeziehe SQ und de „Spa neigung" on eins aus den un e eil en, je z abe ausschließlich s a ischen Gewinnen; <* und l-<* dienen als Gewich e. Man e kenn je z auch deu lich, daß die hie o ge agenen Übe legungen sozusagen einen Kaldo -Libbe -P eise -Komp omiß da s ellen. De Rezensen kann nu ho en, die De ini ion des Komp omisses als eines Vo schlags, bei dem man es allen ech machen will, abe keinem ech mach , möge igepl. = S eiw. = sG a G* + (l-a)G# + sL L (6b) eiw. I / -| — *- - SG«+ (1-«) hie nich zu e en. Al ed E. O , Tübingen OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.729 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:14