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IMK Inflationsmonitor: Inflation fällt im April 2025 weiter auf 2,1 %, Kernrate durch Osterfeiertage verzerrt

Tober, Silke

Abstract

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Full text

Tober, Silke Research Report IMK Inflationsmonitor: Inflation fällt im April 2025 weiter auf 2,1 %, Kernrate durch Osterfeiertage verzerrt IMK Policy Brief, No. 191 Provided in Cooperation with: Macroeconomic Policy Institute (IMK) at the Hans Boeckler Foundation Suggested Citation: Tober, Silke (2025) : IMK Inflationsmonitor: Inflation fällt im April 2025 weiter auf 2,1 %, Kernrate durch Osterfeiertage verzerrt, IMK Policy Brief, No. 191, Hans-Böckler-Stiftung, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Düsseldorf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/318546 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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Demgegenüber stieg die Kernrate um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 % an, was allerdings daran lag, dass Ostern anders als im Vorjahr auf Mitte April fiel. Auch der Anstieg des für die EZB besonders relevanten harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) schwächte sich weiter auf 2,2 % ab, während die Kernrate ebenfalls feiertagsbedingt um 0,3 Prozentpunkte auf nunmehr 3,1 % zulegte. Die Inflationsraten der neun hier betrachteten Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen lagen im April 2025 zwischen 1,4 % und 2,2 %. Die Spanne der haushaltsspezifischen Inflationsraten war damit – anders als in den Vormonaten – relativ hoch. Hauptverantwortlich waren der starke Rückgang der Preise für Kraftstoffe und Heizöl einerseits sowie die verstärkte Teuerung bei Pauschalreisen andererseits. Die Heterogenität der Preisanstiege bei den einzelnen Gütergruppen dürfte im Jahresverlauf weiter abnehmen und die Inflationsrate dürfte sowohl in Deutschland als auch im Euroraum um das Inflationsziel von 2 % schwanken. Allerdings sind die Abwärtsrisiken für die Inflation durch den – von den USA ausgelösten – internationalen Zollkonflikt und die daraus resultierende Unsicherheit merklich gestiegen. Entsprechend eingetrübt bleiben trotz kleiner Lichtblicke die konjunkturellen Aussichten für Deutschland und den Euroraum insgesamt. Mit dem Ziel, die Binnennachfrage zu stärken, sollte die EZB daher die Geldpolitik zeitnah weiter lockern. 1 Dr. Silke Tober, Referatsleitung Geldpolitik, [email protected] Seite 2 von 13 Anstieg der Nahrungsmittelpreise etwas schwächer Die Inflationsrate in Deutschland war im April 2025 mit 2,1 % etwas niedriger als im Monat zuvor, obwohl die Preise für Dienstleistungen wegen der im Vergleich zu 2024 späten Lage der Osterfeiertage und entsprechend stark steigender Preise für Pauschalreisen und Flüge wie erwartet merklich anzogen (3,9 % nach 3,5 %). Ausschlaggebend war der nochmals verstärkte Rückgang der Energiepreise um 5,4 % (März 2025: -2,8 %). Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabakwaren schwächte sich leicht ab (3,1 % nach 3,3 % im März 2025). Entsprechend zog die Kernrate, bei der Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak unberücksichtigt bleiben, merklich an, und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 % (Abbildung 1).2 Die Teuerungsrate von Nahrungsmitteln im engen Sinne verringerte sich im April auf 2,8 % (März 2025: 3,0 %). Abgeschwächt haben sich auch die Teuerungsraten von alkoholfreien Getränken (6,2 % nach 6,9 %) und Alkohol (0,1 % nach 0,6 %), während der Preisanstieg bei Tabakwaren zulegte (4,6 % nach 4,2 %). Abbildung 1: Inflation und Kerninflation in Deutschland Januar 2015 – April 2025 Veränderungen der Indizes gegenüber Vorjahresmonat, in % Quellen: Eurostat; Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK Von den 132 Nahrungsmitteln, die im Verbraucherpreisindex enthalten sind,3 waren 44 im April 2025 preiswerter als ein Jahr zuvor, besonders deutlich, wie auch schon im Vormonat, Zucker (-28,7 %), Olivenöl (-14,5 %), Zwiebeln, Knoblauch und Ähnliches (-12,2 %), Möhren 2 Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Kernrate stieg von 2,6 % auf 2,9 %. Das Statistische Bundesamt lässt dabei neben Energie nur Nahrungsmittel im engen Sinne unberücksichtigt, während hier in Einklang mit Eurostat Nahrungsmittel im weiten Sinne einschließlich alkoholfreier und alkoholischer Getränke sowie Tabakwaren herausgerechnet werden. 3 Infolge der turnusgemäßen Änderungen im Erhebungskatalog in Vorbereitung auf das neue Basisjahr 2025 enthalten die 10-Steller der Klassifikation der Verwendungszwecke des Individualkonsums seit Dezember 2024 nur noch 132 Nahrungsmittel und damit 36 weniger als zuvor. 2,1 2,8 2,2 3,1 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Verbraucherpreisindex (VPI) VPI ohne Energie, Nahrungsmittel, Getränke, Tabak Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) HVPI ohne Energie, Nahrungsmittel, Getränke, Tabak Inflationsziel der EZB Seite 3 von 13 (-10,7 %), Tomatenketchup (-9,9 %), Honig (-8,7 %) und Kartoffeln (-7,6). Der Preisrückgang bei Toastbrot verstärkte sich auf -8,6 %, nach -2,3 % im März 2025. Allerdings hatten 15 Nahrungsmittel eine zweistellige Preissteigerungsrate – verglichen mit 13 Nahrungsmitteln im März 2025 –, und zwar Paprika (33,0 %), Tomaten (24,0 %), Schokolade (20,2 %), Erdbeeren, Himbeeren oder Ähnliches (19,8 %), Kakaopulver (19,1 %), Orangensaft oder Ähnliches (18,6 %), Gurken (17,1 %), Pralinen (17,0 %), Butter (16,5 %), Kaffeepads bzw. -kapseln (12,8 %), Bohnenkaffee (12,2 %), Rinderhackfleisch (11,7 %), Schokoriegel (11,6 %), Rindfleisch zum Kochen (11,1 %) und Apfelsaft oder Ähnliches (10,9 %). Auf dem Höhepunkt der Lebensmittelteuerung im Februar 2023 hatten 146 von 168 Nahrungsmitteln Preisanstiege von 10 % oder mehr. In der längeren Betrachtung von sechs Jahren – also seit vor der Pandemie und den darauffolgenden Krisen – haben sich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 40,1 % verteuert, darunter als Spitzenreiter Kakaopulver (69,7 %), kondensierte Milch (69,6 %), Olivenöl (64,0 %), Schokolade (61,0 %), Fruchtund Gemüsesäfte (60,0 %), Sonnenblumenöl, Rapsöl und Ähnliches (58,3 %), Margarine (56,7 %), tiefgefrorenes Gemüse außer Kartoffeln (54,4 %), Käse und Quark (52,8 %) sowie Zucker (51,8 %). Ein Grund für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise sind die globalen Agrarrohstoffpreise, die im Monat nach der russischen Invasion der Ukraine ihren Höhepunkt erreichten, und – nach Rückgängen bis vor einem Jahr – im April 2025 um 37,3 % höher lagen als sechs Jahre zuvor (Abbildung 2). Auch die stark gestiegenen Energiepreise, die aufholende Lohnentwicklung nach den hohen Inflationsraten der Jahre 2022 und 2023 sowie das Klima spielten eine bedeutende Rolle. Wären die Preise um durchschnittlich 2 % im Jahr gestiegen – was dem Inflationsziel der EZB entspricht –, hätten sie sich innerhalb von sechs Jahren um insgesamt 12,6 % erhöht. Abbildung 2: Internationale Energieund Agrarrohstoffpreise Index 2019=100, Januar 2019 – April 2025 Quellen: EZB; FAO; Macrobond; U.S. Energy Information Administration; Berechnungen des IMK. 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300 1.400 1.500 1.600 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Erdgas (ICE Dutch TTF Daily, 1st Pos., EUR) Erdgas (Henry Hub, USA, USD) Strompreis (EPEX Spot, Day-Ahead, EUR) 0 25 50 75 100 125 150 175 200 225 250 275 300 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Nahrungsmittelpreisindex (FAO, USD) Rohöl (Brent, EUR) Seite 4 von 13 Starker Preisrückgang bei Heizöl und Kraftstoffen Die Energiepreise waren im April 2025 mit -5,4 % fast doppelt so stark rückläufig wie im Vormonat (-2,8 %) und verringerten die Inflationsrate um einen halben Prozentpunkt. Unter den drei großen Energieträgern für Haushaltsenergie sank der Preis für Heizöl mit -11,2 % am stärksten (März 2025: -8,0 %), gefolgt von Erdgas mit -3,7 % (März 2025: -2,2 %) und Strom mit -2,5 % (März 2025: -2,1 %).4 Fernwärme verteuerte sich um nur 0,2 % nach 9,5 % im März 2025 und 30,7 % im Dezember 2024, da die starken Preisanstiege bis vor einem Jahr nicht mehr in die Inflationsberechnung eingingen und die Fernwärmepreise im Monatsvergleich seit September 2024 leicht rückläufig waren. Insgesamt war Haushaltsenergie im April 2025 3,4 % günstiger als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe verbilligten sich mit -8,4 % nochmals deutlich stärker als im Vormonat (-4,6 %). Ausschlaggebend war der starke Rückgang der Rohölpreise, die ein Jahr zuvor ihren Jahreshöchststand erreicht hatten. Der Rohölpreis der Nordseesorte Brent war im April mit 68 USDollar bzw. 61 Euro je Fass 24 % bzw. 28 % preiswerter als ein Jahr zuvor und auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2021. Für den Euro-Preis spielte auch der Wechselkurs eine, wenn auch untergeordnete Rolle: Er lag im April 2025 bei 1,12 USD/EUR verglichen mit 1,07 USD/EUR im April 2024 und 1,21 USD/EUR im Mai 2021. Verglichen mit April 2019 lagen die Energiepreise insgesamt 35,7 % höher, darunter Haushaltsenergie 46,2 % und Kraftstoffe 21,5 %. Am höchsten war der Preisanstieg in dem Sechsjahreszeitraum bei Kohlebriketts (92,5 %), gefolgt von Erdgas (89,4 %), Fernwärme (74,2 %), Flüssiggas (68,8 %), Brennholz und Holzpellets (37,4 %), Strom (28,7 %) und Heizöl (18,5 %). Kernrate steigt auf 2,8 % Die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ist auf 2,8 % gestiegen, nachdem sie zuvor drei Monate in Folge gesunken war. Während sich die Waren in der Kernrate – alle Waren ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak – um 0,9 % verteuerten (März 2025: 0,8 %), legten die Dienstleistungspreise, die einen Anteil von 65,2 % an der Kernrate haben, um 3,9 % zu, nach 3,5 % im März 2025. Entscheidend für den stärkeren Anstieg der Dienstleistungspreise – und damit der Kernrate – war der Preisanstieg bei Pauschalreisen und Flugreisen in Höhe von 9,2 % bzw. 19,1 % nach 3,2 % bzw. -8,0 % im März 2025. Ursächlich hierfür dürfte gewesen sein, dass die Osterfeiertage in diesem Jahr überwiegend Mitte April lagen, und nicht wie im Vorjahr Ende März. Wie bereits im März wird daher bei der Berechnung der Inflation im April das Preisniveau in einem Monat mit Osterfeiertagen mit dem Preisniveau in einem Monat ohne Osterfeiertage verglichen. Darüber hinaus verzeichneten einige andere Dienstleistungen weiterhin sehr hohe Preisanstiege, insbesondere Versicherungsdienstleistungen für private Fahrzeuge und soziale Dienstleistungen. Der Preisanstieg bei Versicherungsdienstleistungen für private Verkehrsmittel 4 Einschließlich der Betriebskosten von Zentralheizungen. Betrachtet man nur die Haushalte mit eigenem Gasanschluss bzw. eigener Ölheizung wie in den Pressemitteilungen von Destatis, betrug die Teuerungsrate im April 2025 -0,2 % bei Erdgas und -12,8 % bei Heizöl. Seite 5 von 13 schwächte sich dabei etwas ab (16,5 % nach 19,2 %), darunter mit 17,7 % Kfz-Versicherungsprämien, nach 20,6 % im März 2025. Ähnliches gilt für kombinierte Personenbeförderungsleistungen (11,3 % nach 11,4 %) und für soziale Dienstleistungen, insbesondere in der Altenpflege, die sich noch um 9,4 % verteuerten, nach 10,0 % im Monat zuvor. Stärker als im Vormonat verteuerten sich hingegen Bahntickets (10,2 % nach 7,1 %), Dienstleistungen für die Gartenpflege (7,1 % nach 6,3 %), der Beitrag zu privaten Krankenversicherungen (6,4 % nach 6,1 %), die Reparatur von Haushaltsgeräten (5,0 % nach 4,0 %), andere Gebühren und Dienstleistungen (4,9 % nach 4,0 %) – darunter Gebühren für Geburtsund Sterbeurkunden und Ähnliches (2,3 % nach 1,8 %), Kleinanzeigen in einer Zeitung (4,3 % nach 2,3 %) und Kurtaxen (5,2 % nach 5,0 %) –, des Weiteren Bildungsdienstleistungen (4,8 % nach 4,7 %), sowie Dienstleistungen von Hauspersonal und andere häusliche Dienste (4,5 % nach 4,4 %). Auch die unterstellten Nettokaltmieten bei selbstgenutztem Wohneigentum erhöhten sich etwas stärker als zuvor – 2,1 % nach 2,0 % – und folgten damit dem Anstieg bei den tatsächlichen Mieten im Vormonat. Abgeschwächt gegenüber März 2025 hat sich beispielsweise die Teuerung der ambulanten Gesundheitsdienstleistungen (1,5 % nach 1,7 %), darunter zahnärztliche Dienstleistungen (3,4 % nach 3,9 %), der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (5,7 % nach 5,8 %), der Sport-, Freizeitund Erholungsdienstleistungen (1,3 % nach 1,5 %), Kulturdienstleistungen (1,5 % nach 1,9 %) und Übernachtungen (2,0 % nach 2,2 %). Telekommunikationsdienstleistungen verbilligten sich um 1,2 %, und damit etwas stärker als im Vormonat (-1,1 %). Im Vergleich zu April 2019 verteuerten sich Dienstleistungen um 19,2 % und Waren ohne Energie, Nahrungsmittel, Getränke und Tabak um 16,2 %, und damit deutlich weniger stark als Energie und Nahrungsmittel im weiten Sinne. Dabei sanken beispielsweise die Preise für Bahntickets um 8,5 %, für den öffentlichen Nahverkehr um 6,8 %, für Telefone sowie andere Geräte für die Kommunikation um 15,3 %, für Telekommunikationsdienstleistungen um 4,4 % und für Personal-Computer sogar um 17,2 %. Einzelne Dienstleistungen verteuerten sich allerdings stark, insbesondere Flüge (73,8 %), Dienstleistungen für die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung (55,7 %), Dienstleistungen von Hauspersonal und andere häusliche Dienste (41,9 %), soziale Dienstleistungen (41,5 %), Veterinärdienstleistungen (37,5 %), Gaststättendienstleistungen (36,1 %), chemische Reinigung, Waschen und Bügeln (35,9 %), Versicherungen für Reise und Gepäck (31,4 %), Pauschalreisen (31,2 %), Schifffahrt (30,6 %), Friseurdienstleistungen (30,3 %), Übernachtungen (26,9 %) und stationäre Gesundheitsdienstleistungen (25,9 %). Haustiere und Güter für Haustiere waren 32,9 % teurer als sechs Jahre zuvor, während die Preise für Zeitungen und Zeitschriften um 33,6 % höher lagen. Rund ums Auto ist es in den vergangenen sechs Jahren ebenfalls deutlich teurer geworden: Die Preise für Pkw stiegen seit April 2019 um 27,9 % – darunter Gebrauchtwagenpreise um 44,6 % –, die Preise für Ersatzteile und Zubehör um 21,8 %, für Wartung und Reparatur um 38,5 % und für die Versicherung von privaten Verkehrsmitteln um 64,0 %.5 5 Der kräftige Anstieg der Versicherungspreise für private Fahrzeuge um 64 % seit April 2019 ist schwer mit den oben genannten Preissteigerungen bei Pkw, bei Ersatzteilen sowie bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen in Einklang zu bringen, selbst unter Berücksichtigung erhöhter Reparaturkosten im Schadensfall infolge technologischer Neuerungen, der gestiegenen Seite 6 von 13 Spanne der haushaltsspezifischen Teuerungsraten gestiegen Die Inflationsraten der neun im IMK Inflationsmonitor monatlich betrachteten Durchschnittshaushalte (siehe Anhang) lagen im April 2025 zwischen 1,4 % und 2,2 %. Abbildung 3 zeigt die auf der Grundlage von 30 Ausgabenpositionen berechneten haushaltsspezifischen Inflationsraten und die Beiträge der 12 zusammengefassten Ausgabenpositionen zu der jeweiligen Inflationsrate sowie zum Anstieg des nationalen und des harmonisierten Verbraucherpreisindex.6 Tabelle 1: Ausgewählte haushaltsspezifische Inflationsbeiträge im April 2025 Inflationsbeiträge in Prozentpunkten Paar, 2 Kinder 2.000–2.600 € Paar, 2 Kinder 3.600–5.000 € Alleinlebende < 900 € Alleinlebende ≥ 5.000 € Nahrungsmittel, Getränke, Tabak 0,7 0,6 0,7 0,3 Miete, Nebenkosten, Instandhaltung 0,6 0,6 0,8 0,6 Haushaltsenergie -0,3 -0,2 -0,4 -0,2 Kraftund Schmierstoffe -0,5 -0,5 -0,2 -0,3 Verkehr ohne Kraftstoffe 0,4 0,4 0,3 0,5 Freizeit und Kultur 0,1 0,2 0,1 0,4 Gastgewerbe 0,1 0,2 0,2 0,3 Übrige Konsumausgaben 0,3 0,4 0,3 0,6 Inflationsrate in % 1,4 1,7 1,8 2,2 Die Inflationsbeiträge summieren sich gegebenenfalls rundungsbedingt nicht zur Inflationsrate oder zu den Summen im Text. Quellen: Statistisches Bundesamt, Berechnungen des IMK. Die Teuerungsrate von Familien im unteren Einkommenssegment lag mit 1,4 % am niedrigsten, die Teuerung von einkommensstarken Alleinlebenden mit 2,2 % am höchsten. Dabei sank die Inflationsrate der einkommensschwachen Familien gegenüber März 2025 mit -0,3 Prozentpunkten besonders deutlich, weil sie am stärksten von den sinkenden Energiepreisen profitierten. Insgesamt verringerte der Preisrückgang bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen die Inflationsrate von einkommensschwachen Familien um 0,8 Prozentpunkte und damit doppelt so stark wie im Vormonat. Zwar hat Haushaltsenergie ein höheres Gewicht im Warenkorb von einkommensEntlohnung im Versicherungsgewerbe und höherer medizinischer Kosten. Das wirft die Frage auf, ob die Versicherungsunternehmen übermäßig auf eine Aufforderung der Finanzaufsicht BaFin Ende 2023 reagiert haben, die Prämien zu erhöhen (BaFin 2023). Die Aufforderung an einen Sektor, die Preise zu erhöhen, statt beispielsweise Kostensenkungen auch bei den Rückversicherern anzumahnen, erscheint zudem aus wettbewerbspolitischer Sicht problematisch. 6 Die 30 Ausgabenpositionen sind in Tabelle 2 des Anhangs wiedergegeben. Die 12 Untergruppen weichen von den 12 Abteilungen des Verbraucherpreisindex ab, um die besonders einflussreichen Gütergruppen gezielt auszuweisen. Entsprechend wurde die Haushaltsenergie aus der Abteilung 4 (Wohnen) herausgelöst und die Kraftund Schmierstoffe aus der Abteilung 7 (Verkehr). Mit dem Ziel der Übersichtlichkeit wurden dann Abteilungen 1 und 2 in die Untergruppe Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren zusammengefasst und das Bildungswesen (Abteilung 10) mit einem geringen Gewicht von durchschnittlich 0,9 % am Warenkorb der Abteilung 12 (Andere Waren und Dienstleistungen) zugeschlagen. Seite 7 von 13 schwachen Alleinlebenden, aber Kraftstoffe spielen eine geringere Rolle, so dass sich der negative Inflationsbeitrag von Energie zwar ebenfalls verdoppelte, aber nur -0,6 Prozentpunkte betrug. Dass die Inflationsrate für einkommensschwache Alleinlebende mit 1,8 % deutlich höher lag als jene einkommensschwacher Familien, liegt auch daran, dass die Miete stärker ins Gewicht fällt, auch wenn diese im Vorjahresvergleich nur um 2,1 % gestiegen ist.7 Abbildung 3: Haushaltsspezifische Inflationsraten und Inflationsbeiträge im April 2025 in % bzw. Prozentpunkten VPI: Verbraucherpreisindex, HVPI: Harmonisierter Verbraucherpreisindex. Inflationsbeiträge beim HVPI berechnet als Ribe-Beiträge nach Eurostat (2018). Quellen: Eurostat, Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK. Während die Inflationsraten aller Alleinlebenden außer den einkommensstarken im April 2025 ebenso hoch waren wie im März 2025 und die Inflationsraten aller Familien außer den 7 Der starke Anstieg der Preise für Flüge (19,1 %) und für den öffentlichen Nahverkehr (11,3 %) gehen nicht einzeln in die Berechnung der haushaltsspezifischen Inflationsraten ein, sondern über die Position Personenbeförderung, die sich im April 2025 um 11,8 % verteuerte. Dadurch wird die Teuerung für einkommensschwache Haushalte April 2025 etwas überzeichnet, während die Teuerung der einkommensstarken Haushalte unterzeichnet wird. Im März 2025, als die Flugpreise stark sanken, wirkte die mangelnde Disaggregation entsprechend andersherum. 0,5 0,3 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 0,8 0,7 0,7 0,6 -0,2 -0,2 -0,3 -0,2 -0,2 -0,2 -0,3 -0,4 -0,3 -0,3 -0,2 0,5 0,5 0,7 0,6 0,4 0,4 0,5 0,7 0,5 0,4 0,3 -0,3 -0,4 -0,5 -0,5 -0,4 -0,4 -0,5 -0,2 -0,3 -0,4 -0,3 0,5 0,6 0,4 0,4 0,5 0,5 0,4 0,3 0,4 0,5 0,5 0,1 0,1 0,1 0,2 0,3 0,1 0,2 0,3 0,4 0,3 0,3 0,3 0,4 0,2 0,3 0,1 0,2 0,3 0,3 0,2 0,2 0,2 0,2 0,3 0,1 0,2 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,3 0,6 0,7 0,2 0,3 0,3 0,2 0,3 0,2 0,2 0,2 0,3 2,1 2,2 1,4 1,7 2,0 1,9 1,6 1,8 1,8 1,8 2,2 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 VPI HVPI Paare, 2 Kinder 2000-2600€ Paare, 2 Kinder 3600-5000€ Paare, 2 Kinder ≥5000€ Paare 3600-5000€ Alleinerziehende, 1 K 2000-2600€ Alleinlebende <900€ Alleinlebende 1500-2000€ Alleinlebende 2000-2600€ Alleinlebende ≥5000€ Mieten, Nebenkosten, Wohnungsinstandhaltung Haushaltsenergie Nahrungsmittel, Getränke, Tabak Nachrichtenübermittlung Kraftund Schmierstoffe für Fahrzeuge Verkehr ohne Kraftund Schmierstoffe Bekleidung und Schuhe Freizeit und Kultur Gaststättenund Übernachtungsdienstleistungen Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände Gesundheitspflege Andere Dienstleistungen, Bildungswesen Inflationsrate Impressum Herausgeber Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Georg-Glock-Str. 18, 40474 Düsseldorf, Telefon +49 211 7778-312, Mail [email protected] Die Reihe „IMK Policy Brief“ ist als unregelmäßig erscheinende Online-Publikation erhältlich über: https://www.imk-boeckler.de/de/imk-policy-brief-15382.htm ISSN 2365-2098 Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Lizenz: Namensnennung 4.0 International (CC BY). 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