Struktur und Entwicklung der Pendelverflechtungen des Agenturbezirks München
Abstract
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Full text
Böhme, Stefan; Eigenhüller, Lutz; Rossen, Anja Research Report Struktur und Entwicklung der Pendelverflechtungen des Agenturbezirks München IAB-Regional. IAB Bayern, No. 2/2023 Provided in Cooperation with: Institute for Employment Research (IAB) Suggested Citation: Böhme, Stefan; Eigenhüller, Lutz; Rossen, Anja (2023) : Struktur und Entwicklung der Pendelverflechtungen des Agenturbezirks München, IAB-Regional. IAB Bayern, No. 2/2023, Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB), Nürnberg, https://doi.org/10.48720/IAB.REBY.2302 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/280101 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
IAB-Regional, IAB Bayern Nr|JJJJ 0 IAB-REGIONAL Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz 2|2023 IAB Bayern Struktur und Entwicklung der Pendelverflechtungen des Agenturbezirks München Stefan Böhme, Lutz Eigenhüller, Anja Rossen ISSN 1861-4752
Struktur und Entwicklung der Pendelverflechtungen des Agenturbezirks München Stefan Böhme (IAB Bayern), Lutz Eigenhüller (IAB Bayern), Anja Rossen (IAB Bayern) IAB-Regional berichtet über die Forschungsergebnisse des Regionalen Forschungsnetzes des IAB. Schwerpunktmäßig werden die regionalen Unterschiede in Wirtschaft und Arbeitsmarkt – unter Beachtung lokaler Besonderheiten – untersucht. IAB-Regional erscheint in loser Folge in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und wendet sich an Wissenschaft und Praxis.
IAB-Regional Bayern 2|2023 3 Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung ................................................................................................................... 4 Einleitung ........................................................................................................................... 5 Daten .................................................................................................................................. 6 Einund Auspendelquoten aller Agenturbezirke in Deutschland ......................................... 7 Entwicklung der Zahl der Einund Auspendler*innen des Agenturbezirks München ......... 10 Regionale Verteilung der Einund Auspendler*innen des Agenturbezirks München .......... 11 5.1 Einpendler*innen ............................................................................................................... 11 5.2 Auspendler*innen .............................................................................................................. 16 Strukturmerkmale der Einund Auspendler*innen ........................................................... 21 6.1 Einpendler*innen ............................................................................................................... 21 6.2 Auspendler*innen .............................................................................................................. 29 Zusammenfassung ........................................................................................................... 37 Literatur ................................................................................................................................. 40
IAB-Regional Bayern 2|2023 4 Zusammenfassung Im Jahr 2022 war die Einpendelquote des Agenturbezirks Münchens mit 41,1 Prozent die höchste in Bayern. Die Auspendlerquote war mit 17 Prozent dagegen eine der niedrigsten im Bundesland. Die Zahl der Pendler*innen ist in den letzten Jahren nahezu kontinuierlich gewachsen. Die Zahl der Einpendler*innen lag 2022 mit rund 499.000 Personen um 33 Prozent höher als 2013. Die Zahl der Auspendler*innen belief sich auf 144.000 und der Zuwachs betrug sogar 43 Prozent. Die meisten Einpendler*innen kommen aus den direkt an den Agenturbezirk München angrenzenden Kreisen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass sie immer größere Entfernungen zurücklegen und die Zahl der Fernpendler*innen deutlich zugenommen hat. Erhöht hat sich vor allem die Zahl der Einpendler*innen aus anderen deutschen Großstädten bzw. Zentren. Bei den Auspendler*innen zeigen sich ähnliche Entwicklungen. Die Analyse des Pendelverhaltens nach den Strukturmerkmalen Geschlecht, Arbeitszeit, Anforderungsniveau und Staatsangehörigkeit zeigt meist die erwarteten Muster. Eine Ausnahme sind bspw. die relativ hohen Anteile der Fernpendler*innen auf dem Helferniveau. Deutliche Unterschiede gibt es beim Pendelverhalten nach Wirtschaftszweigen sowohl was die Pendelquoten als auch was den Anteil von Fernpendler*innen angeht. Insgesamt ergibt sich der Eindruck einer immer stärker werdenden Verflechtung des Münchner Arbeitsmarkts sowohl mit dem Umland als auch mit weiter entfernten Regionen. Für Arbeitsmarktakteure kann dies auch bedeuten, dass sich neue Perspektiven auf Personalrekrutierung und -vermittlung ergeben. Keywords Arbeitsmarktentwicklung, München, Pendeln Danksagung Wir danken Klara Kaufmann, Andrea Brück-Klingberg und Jochen Stabler für wertvolle inhaltliche Kommentare und für die redaktionelle Überarbeitung.
IAB-Regional Bayern 2|2023 5 Einleitung Räumliche Mobilität von Arbeitskräften gilt als ein wichtiger Mechanismus, um regionale Unterschiede zwischen der Arbeitskräftenachfrage und dem Arbeitskräfteangebot auszugleichen. Dabei ist die Mobilität von Arbeitskräften nicht deckungsgleich mit einem Fortzug aus der bisherigen Heimatregion und der Abwanderung in eine andere Region. Denn neben solchen Wanderungsbewegungen umfasst sie auch das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsort. Insgesamt ist die Pendelmobilität über die Jahre weiter gestiegen und auch die Distanzen, die Pendler*innen zurücklegen, haben zugenommen. Gegenüber der arbeitsmarktbedingten Abwanderung aus einer Region hat Pendeln den Vorteil, dass nicht nur die Einpendelregion die Arbeitskraft der Pendler*innen nutzen kann, sondern auch deren Herkunftsregion in verschiedener Weise von ihrem Verbleib profitiert. Auspendler*innen tragen mit ihrer Güternachfrage zur Stärkung der lokalen Wirtschaft der Herkunftsregion bei. Zudem können Auspendler*innen weiterhin dem potenziellen Arbeitskräftepool der Herkunftsregion zugerechnet werden, falls es dort zu einer erhöhten Arbeitsnachfrage kommt. Abwanderung, insbesondere von gut qualifizierten Beschäftigten, schwächt die Region dagegen meist dauerhaft. Die Gründe, warum die Pendelzahlen über viele Jahre gestiegen sind und warum Menschen pendeln und nicht umziehen, können vielfältig sein. Aus arbeitsmarktlicher Sicht kann z. B. eine Rolle spielen, dass bei der Arbeitssuche zunehmend eine größere regionale Flexibilität erwartet wird. Befristete oder unsichere Beschäftigungsverhältnisse können ebenfalls dazu beitragen, dass mehr Menschen pendeln, da sie sich aufgrund der zeitlich begrenzten Beschäftigungsperspektiven gegen einen Umzug an den Arbeitsort und für das Pendeln entscheiden. Darüber hinaus ist die insgesamt steigende Erwerbsbeteiligung zu berücksichtigen1, die auch zu einer Erhöhung der Pendelmobilität beitragen dürfte. Zudem hat die CoronaPandemie aktuell zu einer stärkeren Trennung von Arbeitsort und Wohnort geführt (vgl. Statistisches Bundesamt 2022). Die Möglichkeit von überall im Home-Office arbeiten zu können und nur einzelne Tage ins Büro fahren zu müssen, hat es attraktiver gemacht, einen Wohnort auch weiter entfernt vom Arbeitsort zu wählen. Neben den Veränderungen am Arbeitsmarkt sind außerdem Suburbanisierungstrends als wichtige Treiber des Pendelns zu nennen. Zum einen die Suburbanisierung der Bevölkerung, das heißt die Verlegung des Wohnorts aus der Stadt in das Umland und das daraus folgende Pendeln zum Arbeitsort in der Stadt. Zum anderen die ebenfalls zu beobachtende Suburbanisierung der Beschäftigung, also die Verlegung oder der Zuzug von Unternehmen in das Umland der Städte, woraus sich größere Pendelströme aus der Stadt in das Umland und auch zwischen Umlandkreisen ergeben können. Schließlich soll hier noch auf die immer weiter fortschreitende Motorisierung der Bevölkerung (vgl. Statistisches Bundesamt 2023) und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (vgl. Bundesministerium für Digitales und Verkehr 2023) hingewiesen werden, die das Pendeln für immer größere Teile der Arbeitnehmerschaft möglich macht. 1 Vgl. hierzu z. B. die Zeitreihe des Statistischen Bundesamts: https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/Tabellen/liste-bevoelkerungerwerbstaetigkeit.html#129460, Abruf am 17.7.2023.
IAB-Regional Bayern 2|2023 6 Der Agenturbezirk München ist durch starke Pendelverflechtungen gekennzeichnet, die in den vergangenen Jahren zudem nahezu kontinuierlich zugenommen haben. Insbesondere durch das große, wachsende und attraktive Arbeitsplatzangebot ist er ein wichtiges Ziel für Einpendler*innen aus dem Umland und ganz Deutschland. In Kapitel 2 wird die Datengrundlage für die Auswertungen zur Pendelmobilität vorgestellt. Kapitel 3 gibt einen Überblick über die Einpendelund Auspendelquoten der Agenturbezirke Deutschlands. Anschließend betrachten wir die Entwicklung der Pendelströme des Agenturbezirks München in den Jahren 2013 bis 2022 (Kapitel 4). In Kapitel 5 zeigen wir, aus welchen Regionen die Beschäftigten nach München zum Arbeiten einpendeln bzw. in welche Regionen sie aus München auspendeln. Danach untersuchen wir die Struktur der Pendler*innen nach verschiedenen Merkmalen (Kapitel 6). In Kapitel 7 werden die Ergebnisse zusammengefasst. Daten Grundlage für die Analyse der Pendelverflechtungen sind die Beschäftigungsdaten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Jahre 2013 bis 2022. Die Daten ermöglichen eine Differenzierung nach Wohnund Arbeitsort. Pendler*innen sind alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, deren Arbeitsort sich vom Wohnort unterscheidet (vgl. Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2022 mit weiteren detaillierten Angaben zu den Datenquellen). Einpendler*innen wohnen nicht an ihrem Arbeitsort, Auspendler*innen arbeiten nicht an ihrem Wohnort. Allerdings beruht die Beschäftigungsstatistik auf den Meldungen zur Sozialversicherung in Deutschland, so dass von den Pendler*innen über die Staatsgrenze nur die Einpendler*innen aus dem Ausland nachgewiesen werden können (Inlandskonzept). Auspendler*innen ins Ausland werden nicht erfasst. Da in der Statistik nur der Hauptwohnsitz berücksichtigt wird, werden auch Beschäftigte, die einen Zweitwohnsitz am Arbeitsort haben, zu den Pendler*innen gezählt. Zu berücksichtigen ist außerdem die Möglichkeit, dass es sich um Personen handeln kann, die am Hauptsitz eines Unternehmens als Beschäftigte gemeldet sind, allerdings bei einer Niederlassung des Unternehmens an einem anderen Standort arbeiten und leben, und damit als Pendler*innen gezählt werden, ohne dass es sich um „echte“ Pendler*innen handelt. Auch Beschäftigte, die ganz oder teilweise im Homeoffice (am Wohnort) arbeiten, werden als Pendler*innen gezählt, wenn der Betrieb bei dem sie arbeiten in einem anderen Ort seinen Sitz hat. Sowohl hinsichtlich des Arbeitsortes als auch des Wohnortes gibt es in Ausnahmefällen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht regional zuordenbar sind. Beschäftigte ohne zuordenbaren Wohnoder Arbeitsort zählen nicht zu den Pendler*innen. Bei der Ermittlung der Einund Auspendler*innen gilt daher: • Einpendler*innen = (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort) – (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Arbeitsort = Wohnort) – (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ohne Angabe zum Wohnort)
IAB-Regional Bayern 2|2023 7 • Auspendler*innen = (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort) – (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Arbeitsort = Wohnort) – (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ohne Angabe zum Arbeitsort) Die Differenz aus Einpendler*innen und Auspendler*innen ergibt den Pendelsaldo. Da große Regionen viele Einund Auspendler*innen aufweisen und kleine Regionen wenige, sind die Absolutzahlen nur bedingt für regionale Vergleiche geeignet. Deshalb berechnen wir folgende Pendelquoten: • Einpendelquote: Anteil der Einpendler*innen an den SvB am Arbeitsort in Prozent • Auspendelquote: Anteil der Auspendler*innen an den SvB am Wohnort in Prozent Einund Auspendelquoten aller Agenturbezirke in Deutschland Abbildung 1 zeigt die Einund Auspendelquoten für alle Agenturbezirke in Deutschland für das Jahr 2022. Generell ist festzustellen, dass die Auspendelquoten der Agenturbezirke in der Umgebung von Städten höher und die Einpendelquoten in den Städten größer sind. In diesem räumlichen Muster zeigt sich die große Bedeutung der Ballungsräume und der Oberzentren für das Arbeitsplatzangebot in den Regionen. Regionen mit niedrigen Einpendelquoten sind in der Regel ländliche Regionen, die weniger gut zu erreichen sind und/oder an der Grenze zum Ausland liegen. Die niedrigsten Einpendelquoten in Deutschland verzeichnen die Agenturbezirke Trier und Lörrach mit 11,6 Prozent bzw. 11,9 Prozent, die höchsten finden sich in den Agenturbezirken Frankfurt (64,7 %) und Düsseldorf (62,5 %). In Bayern weisen die beiden Agenturbezirke München mit 41,1 Prozent und Nürnberg mit 41 Prozent die höchsten Einpendelquoten auf. Die Quote Münchens fällt damit im Vergleich mit manchen anderen Großstadtbezirken relativ niedrig aus. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Quoten auch durch den unterschiedlichen räumlichen Zuschnitt der Agenturbezirke beeinflusst werden können. So gehören zum Agenturbezirk München die Stadt und der Landkreis München, zwischen denen sehr enge Pendelverflechtungen bestehen. Die Einpendelquote für die Stadt München (47,6 %) liegt daher beispielweise höher als die des Agenturbezirks. Hohe Auspendelquoten können sowohl als Hinweis auf die vergleichsweise geringe Ausstattung einer Region mit (passenden) Arbeitsplätzen für ihre Einwohner interpretiert werden, als auch als Zeichen für die Attraktivität einer Region als Wohnort. Abbildung 1 zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen, wobei das räumliche Muster der Auspendelquoten nicht so klar ist, wie bei den Einpendelquoten. Spitzenreiter mit einer Auspendelquote von 57 Prozent ist der Agenturbezirk Gelsenkirchen, gefolgt von Offenbach mit einer Quote von 55,8 Prozent. Innerhalb Bayerns errechnen sich die höchsten Auspendelquoten für die Agenturbezirke Freising mit 55,3 Prozent und Weilheim mit 42,8 Prozent und damit für zwei der Agenturbezirke, die direkt an München angrenzen. Die beiden Bezirke stehen damit stellvertretend für viele Kreise in Ballungsräumen, die sich durch hohe Auspendelquoten auszeichnen. Hierin spiegelt sich die
IAB-Regional Bayern 2|2023 8 Suburbanisierung der Bevölkerung wider, die dazu führt, dass Arbeitskräfte aus dem Umland zu ihrem Arbeitsort in die Städte pendeln. Die niedrigsten Auspendelquoten finden sich in den Agenturbezirken Saarland und Lörrach mit 10 bzw. 12,4 Prozent. Innerhalb Bayerns ist die Auspendelquote des Agenturbezirks München die drittniedrigste mit 17 Prozent. Lediglich die Agenturbezirke Passau und Bayreuth-Hof weisen mit 16,1 bzw. 16,9 Prozent eine noch niedrigere Auspendelquote auf. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Auspendler*innen ins Ausland nicht erfasst werden. Insbesondere bei den bayerischen Agenturbezirken, die an Österreich grenzen, dürfte es sich dabei um eine durchaus relevante Zahl handeln. Zudem errechnen sich relativ niedrige Auspendelquoten für viele Städte Bayerns, die als Arbeitsplatzzentren in ihren Regionen fungieren. Auch wenn vor allem aus den Großstädten, wie München oder Nürnberg, absolut betrachtet, eine durchaus nennenswerte Zahl von Arbeitskräften auspendelt, bleibt deren Auspendelquote dennoch niedrig, da die Gesamtzahl der Beschäftigten mit Wohnort in der Stadt sehr groß ist.
IAB-Regional Bayern 2|2023 15 sein, das Home-Office (Wohnort) aber in einer anderen Region zu haben. Insgesamt dürfte die steigende Distanz und Fahrzeit die überregionale Attraktivität des Münchner Arbeitsmarkts widerspiegeln und es könnten zunehmende Verflechtungen von Unternehmen zwischen den deutschen Zentren sowie eventuell auch der in bestimmten Branchen und Berufen vorhandene Trend zu mehr ortsunabhängigem Arbeiten eine Rolle spielen. Abbildung 5: Entwicklung der zurückgelegten Strecke der Einpendler*innen in den Agenturbezirk München, 2013-2022 144 174 112 133 115 140 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Straßenkilometer Fahrtzeit (min) Distanz Luftlinie (km) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 6 unterscheidet die Einpendler*innen nach Nahund Fernpendler*innen. In Anlehnung an § 140 Absatz 4 SGB III pendelt eine Person in einen „nahen“ Kreis, wenn dieser entweder innerhalb von 75 Fahrtminuten zu erreichen ist oder maximal 100 km entfernt liegt (Straßendistanz). Für München finden sich bei dieser Definition 26 Nahpendlerregionen (vgl. Tabelle A 1 im Anhang). Die restlichen Regionen Deutschlands sind Fernpendlerregionen. Im Jahr 2022 gab es unter den Einpendler*innen 311.000 Nahpendler*innen und 179.000 Fernpendler*innen. Seit 2013 ist die Zahl der Pendler*innen beider Gruppen gestiegen. Das Wachstum fiel bei den Fernpendler*innen mit 67,7 Prozent allerdings deutlich stärker aus als bei den Nahpendler*innen mit 20,3 Prozent. Der Anteil der Nahpendler*innen ist daher im selben Zeitraum von 70,4 auf 63,5 Prozent gesunken. Der Anteil der Fernpendler*innen ist hingegen von 29,1 auf 36,6 Prozent gestiegen. Das zeigt, dass die Verflechtung Münchens mit anderen Regionen und insbesondere mit weiter entfernten Regionen deutlich zugenommen hat. Tendenziell kann dies ein Hinweis darauf sein, dass zunehmend auch überregionale Arbeitsmärkte ein Arbeitskräftereservoir für München darstellen und München ein großes und attraktives Arbeitsplatzangebot aufweist. Gleichzeitig steigt damit aber auch das Risiko einer zunehmenden Abhängigkeit von regionsexternen Arbeitsmärkten. Bei attraktiven Arbeitsangeboten in ihrer
IAB-Regional Bayern 2|2023 16 Herkunftsregion könnten Arbeitskräfte den Arbeitgeber wechseln und würden dann in München nicht mehr zur Verfügung stehen. Abbildung 6: Entwicklung der Zahl der Nahund Fernpendler*innen, die in den Agenturbezirk München einpendeln, 2013-2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe. 70,4 70,3 69,8 69,1 68,2 67,4 67,3 66,8 64,7 63,5 29,1 29,1 29,5 30,8 31,7 32,5 32,8 33,2 35,2 36,6 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 450.000 500.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. 5.2 Auspendler*innen Tabelle 2 enthält die Top-10-Zielkreise der Auspendler*innen aus München für das Jahr 2022 und Abbildung 7 zeigt für alle Kreise Deutschlands die regionale Verteilung der Personen, die in München wohnen, aber zum Arbeiten aus dem Agenturbezirk auspendeln. Ähnlich wie bei den Einpendler*innen finden sich auch bei den Auspendler*innen starke Pendelverflechtungen mit den Umlandkreisen Münchens. Daneben spielen vor allem weitere Kreise in Südbayern sowie andere Großstädte und ihr Umland eine größere Rolle. Mit rund 12.600 Beschäftigten bzw. einem Anteil von 8,8 Prozent arbeiten die meisten Auspendler*innen in Freising, gefolgt von Starnberg mit einem Anteil von 7,8 Prozent und Fürstenfeldbruck mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Zudem finden sich unter den Top-10-Zielkreisen mit Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg drei Großstädte außerhalb Bayerns. Wie bei den Einpendler*innen gibt es in den Daten auch für die Auspendler*innen keine Information darüber, ob sie tatsächlich pendeln. Also ob es sich bei ihnen um Wochenendpendler*innen handelt oder um Personen, die bei Betrieben außerhalb Münchens gemeldet sind, aber in Niederlassungen in München oder in München im Home-Office arbeiten.
IAB-Regional Bayern 2|2023 17 Tabelle 2: Top-10-Zielkreise der Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München, 2022 Kreis Zahl der Auspendler*innen Anteil an allen Auspendler*innen Freising 12.616 8,8 Starnberg 11.236 7,8 Fürstenfeldbruck 9.371 6,5 Ebersberg 8.651 6,0 Dachau 7.234 5,0 Berlin 7.222 5,0 Frankfurt a. M. 4.700 3,3 Erding 4.276 3,0 Miesbach 3.432 2,4 Hamburg 3.041 2,1 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen.
IAB-Regional Bayern 2|2023 18 Abbildung 7: Regionale Verteilung der Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München nach Kreisen im Jahr 2022 Anteil der Auspendler*innen an allen Auspendler*innen in % Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 8 zeigt die Verteilung der Auspendler*innen nach den Kreistypen des BBSR für den Zeitraum zwischen 2013 und 2022. Im Jahr 2022 hatten die meisten Auspendler*innen ihren Arbeitsort in einem städtischen Kreist (49,8 %). Wie bei den Einpendler*innen sind hierfür die starken Pendelverflechtungen mit den Umlandkreisen Münchens verantwortlich. Kreisfreie
IAB-Regional Bayern 2|2023 19 Großstädte spielen mit einem Anteil von 28,9 Prozent ebenfalls eine wichtige Rolle. Auspendler*innen in ländliche Räume stellen die kleinsten Anteile (14,8 % bzw. 6,5 %). Anders als bei den Einpendler*innen ändert sich die Verteilung auf die verschiedenen Kreistypen über die Zeit weniger deutlich. Gleichwohl steigt auch bei den Auspendler*innen der Anteil der kreisfreien Großstädte. Abbildung 8: Entwicklung der Auspendelströme aus dem Agenturbezirk München nach Kreistypen, 2013-2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe. 6,6 6,8 6,8 6,9 6,7 6,8 6,7 6,6 6,7 6,5 14,4 14,6 14,4 14,9 15,0 15,1 15,1 15,3 15,0 14,8 53,8 53,2 53,2 52,2 52,0 51,9 52,1 52,2 51,3 49,8 25,3 25,4 25,6 26,0 26,3 26,3 26,1 25,9 27,0 28,9 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Dünn besiedelter ländlicher Kreis Ländlicher Kreis mit Verdichtungsansätzen Städtischer Kreis Kreisfreie Großstadt Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Die Entfernung zwischen Wohnund Arbeitsort ist für Beschäftigte, die aus München auspendeln, von 2013 bis 2022 leicht gestiegen (vgl. Abbildung 9). Während Auspendler*innen z. B. 2013 im Durchschnitt 191 km bzw. 145 Fahrtminuten gependelt sind, waren es 2022 219 km bzw. 164 Fahrtminuten. Somit nehmen Auspendler*innen aus München im Durchschnitt auch eine längere Strecke in Kauf als die Einpendler*innen nach München.
IAB-Regional Bayern 2|2023 20 Abbildung 9: Entwicklung der zurückgelegten Strecke der Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München, 2013-2022 191 219 145 164 153 176 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Straßenkilometer Fahrtzeit (min) Distanz Luftlinie (km) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 10 differenziert die Auspendler*innen nach Nahund Fernpendler*innen. Im Jahr 2022 zählen rund 80.000 Beschäftigte zu den Nahpendler*innen und rund 65.000 zu den Fernpendler*innen. Der Anteil der Beschäftigten, die in weiter entfernte Regionen pendeln, ist zwischen 2013 und 2022 um sechs Prozentpunkte auf 45,4 Prozent gestiegen. Dabei gingen die Zahl und der Anteil der Fernpendler*innen mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 vorübergehend zurück, stiegen in den Jahren 2021 und 2022 aber schon wieder an. Fasst man die Entwicklung bei den Auspendler*innen und bei den Einpendler*innen zusammen, verstärkt sich der Eindruck einer insgesamt stärker werdenden Verflechtung des Münchner Arbeitsmarktes mit weiter entfernten Arbeitsmärkten, inklusive der oben beschriebenen daraus resultierenden Chancen und Risiken hinsichtlich des Arbeitskräftepotenzials.
IAB-Regional Bayern 2|2023 21 Abbildung 10: Entwicklung der Zahl der Nahund Fernpendler*innen, die aus dem Agenturbezirk auspendeln, 2013-2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe 60,6 60,2 59,9 58,5 58,5 57,8 57,9 58,5 57,0 54,6 39,4 39,8 40,1 41,5 41,5 42,2 42,1 41,5 43,0 45,4 0 25.000 50.000 75.000 100.000 125.000 150.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Strukturmerkmale der Einund Auspendler*innen In diesem Abschnitt untersuchen wir für den Agenturbezirk München die Struktur der Einpendler*innen und der Auspendler*innen nach den Merkmalen Anforderungsniveau, Geschlecht, Arbeitszeit, Staatsangehörigkeit und Wirtschaftszweig. 6.1 Einpendler*innen Der Anteil der Helfer ist unter den Einpendler*innen niedriger (7,4 %) als bei den Beschäftigten mit Arbeitsort München insgesamt (10 %).2 Auch Fachkräfte liegen mit einem Anteil von knapp 40 % an allen Einpendler*innen etwas unter ihrem Anteil an der Gesamtbeschäftigung (41,6 %). Spezialisten und Experten sind mit 53 Prozent dagegen stärker vertreten als bei den Beschäftigten insgesamt (48,2 %). Die Einpendelquote, also der Anteil der Einpendler*innen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort München, steigt mit zunehmendem Anforderungsniveau von 30,7 Prozent auf dem Helferniveau über 39 Prozent bei Fachkräften bis auf 45,2 Prozent bei Spezialisten und Experten (vgl. Abbildung 11). 2 Die Anteilswerte für die Gesamtbeschäftigung finden sich in Tabelle A 3 im Anhang.
IAB-Regional Bayern 2|2023 22 Zudem ist der Anteil der Fernpendler*innen mit 42 Prozent unter den Spezialisten und Experten deutlich höher als unter Helfern und Fachkräften (vgl. Abbildung 13). Allerdings steigt der Anteil der Fernpendler*innen wider Erwarten nicht mit dem Anforderungsniveau. Denn während der Fernpendleranteil unter Helfern bei 36,1 Prozent liegt, beträgt er unter Fachkräften lediglich 29,3 Prozent. Der Anteil der Helfer*innen, die weitere Strecken nach München zum Arbeiten pendeln, ist also trotz der im Helferbereich normalerweise niedrigeren Löhne beachtlich. Möglicherweise ist es für Helfer, trotz durchschnittlich niedriger Löhne, finanziell günstiger auch eine größere Entfernung nach München zu pendeln als im Agenturbezirk München zu wohnen. Für das Merkmal Geschlecht lässt sich zunächst festhalten, dass der Anteil der Männer unter den Einpendler*innen größer ist als in der Beschäftigung insgesamt (59 % zu 54 %). Darüber hinaus ist die Einpendelquote der Männer mit 45 Prozent deutlich höher als die der Frauen (36,5 %) (vgl. Abbildung 11). Unterscheidet man nach Nahund Fernpendler*innen zeigt sich, dass der Anteil der Fernpendler*innen bei den Männern (38,8 %) ebenfalls höher ist als bei den Frauen (33,3 %) (vgl. Abbildung 12). Für die Arbeitszeit errechnet sich bei den Einpendler*innen ein im Vergleich mit der Gesamtbeschäftigung leicht überdurchschnittlicher Anteil von 79 Prozent in Vollzeit (Beschäftigte insgesamt: 75 %). Die Einpendelquote liegt für die Vollzeitbeschäftigten mit 42,9 Prozent um etwa 7 Prozentpunkte höher als bei den Teilzeitbeschäftigten (vgl. Abbildung 11). Auch in Bezug auf den Stellenwert von Nahund Fernpendler*innen unterscheiden sich Vollzeitund Teilzeitbeschäftigte deutlich. So liegt der Anteil der Fernpendler*innen bei den Vollzeitbeschäftigten klar über dem Anteil bei den Teilzeitbeschäftigten (37,9 % zu 31,4 %) (vgl. Abbildung 12). Mit den geringeren Quoten und Anteilswerten für Frauen und Teilzeitbeschäftigte zeigt sich bei den Merkmalen Geschlecht und Arbeitszeit das erwartbare Muster. So ist Pendeln und insbesondere Fernpendeln für Teilzeitbeschäftigte aufgrund des damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwands tendenziell weniger attraktiv als für Vollzeitbeschäftigte. Gleichzeitig dürfte die niedrigere Einpendelquote und der niedrigere Fernpendleranteil von Frauen nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass sie häufiger in Teilzeit beschäftigt sind. Schließlich kann auch die unterschiedliche Verteilung von Männern und Frauen auf Branchen (und Berufe) in diesem Kontext eine Rolle spielen. Unterscheidet man die Einpendler*innen nach ihrer Staatsangehörigkeit zeigt sich, dass auch hier, wie bei der Beschäftigung insgesamt, die Zahl und der Anteil der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit deutlich zugenommen haben (vgl. Abbildung 14). Während 2013 lediglich rund 9 Prozent der Einpendler*innen eine ausländische Staatsangehörigkeit besaßen, waren es 2022 16,1 Prozent. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der Ausländer*innen unter den Einpendler*innen damit immer noch wesentlich niedriger als unter den Beschäftigten insgesamt (24 %). Auch die Einpendelquote der Ausländer*innen liegt mit 27,2 Prozent erheblich unter der Quote der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit (45,5 %) (vgl. Abbildung 11). Der Anteil der Fernpendler*innen ist unter den Ausländer*innen allerdings höher als unter den Deutschen (42,2 % zu 35,4 %) (Abbildung 12).
IAB-Regional Bayern 2|2023 23 Abbildung 11: Einpendelquoten (in %) in den Agenturbezirk München nach verschiedenen Merkmalen, 2022 41,1 27,2 45,5 35,7 42,9 36,5 45,0 45,2 39,0 30,7 Insgesamt Ausland Deutschland Teilzeitbeschäftigt Vollzeitbeschäftigt Weiblich Männlich Spezialist/Experte Fachkraft Helfer Staatsangehörigkeit Arbeitszeit Geschlecht Anforderungsniveau Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 12: Anteil Nahund Fernpendler*innen an allen Einpendler*innen in den Agenturbezirk München nach verschiedenen Merkmalen in %, 2022 63,5 61,2 66,7 62,1 68,6 64,6 57,8 36,5 38,8 33,3 37,9 31,4 35,4 42,2 Insgesamt Männlich Weiblich Vollzeitbeschäftigt Teilzeitbeschäftigt Deutschland Ausland Geschlecht Arbeitszeit Staatsangehörigkeit Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen.
IAB-Regional Bayern 2|2023 24 Abbildung 13: Anteil Nahund Fernpendler*innen an allen Einpendler*innen in den Agenturbezirk München nach Anforderungsniveau in %, 2022 58,0 70,7 63,9 63,5 42,0 29,3 36,1 36,5 Spezialist/ExperteFachkraftHelfer AnforderungsniveauInsgesamt Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 14: Staatsangehörigkeit der Einpendler*innen in den Agenturbezirk München, 2013-2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe 91,3 90,4 88,9 87,8 86,8 85,7 85,3 84,9 84,7 83,9 8,7 9,6 11,1 12,2 13,2 14,3 14,7 15,1 15,3 16,1 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Deutschland Ausland Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 15 zeigt die zehn Wirtschaftsabschnitte, in denen die meisten Einpendler*innen beschäftigt sind. Darunter entfällt die größte Zahl mit rund 81.000 bzw. 16,5 % aller
IAB-Regional Bayern 2|2023 31 Abbildung 19: Auspendelquoten (in %) aus dem Agenturbezirk München nach verschiedenen Merkmalen, 2022 17,0 18,4 16,4 14,3 18,0 13,5 20,2 18,7 14,7 18,7 Insgesamt Ausland Deutschland Teilzeitbeschäftigt Vollzeitbeschäftigt Weiblich Männlich Experte/Spezialist Fachkraft Helfer Staatsangehörigkeit Arbeitszeit Geschlecht Anforderungsniveau Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Abbildung 20: Anteil Nahund Fernpendler*innen (in %) an allen Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München nach verschiedenen Merkmalen, 2022 54,6 54,4 54,9 53,3 59,1 54,1 55,6 45,4 45,6 45,1 46,7 40,9 45,9 44,4 Insgesamt Männlich Weiblich Vollzeitbeschäftigt Teilzeitbeschäftigt Deutschland Ausland Geschlecht Arbeitszeit Staatsangehörigkeit Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen.
IAB-Regional Bayern 2|2023 32 Abbildung 21: Anteil Nahund Fernpendler*innen (in %) an allen Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München nach Anforderungsniveau, 2022 45,7 63,8 63,2 54,6 54,3 36,2 36,8 45,4 Spezialist/ExperteFachkraftHelfer AnforderungsniveauInsgesamt Nahpendler Fernpendler Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Ausländische Beschäftigte haben auch unter den Auspendler*innen an Bedeutung gewonnen (vgl. Abbildung 22). 2013 lag der Anteil an Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit unter den Auspendler*innen bei 21,8 Prozent und stieg bis 2022 auf 32,8 Prozent. Damit ist der Anteil der Ausländer*innen unter den Auspendler*innen auch wesentlich höher als ihr Anteil unter den Beschäftigten insgesamt mit knapp 24 Prozent.
IAB-Regional Bayern 2|2023 33 Abbildung 22: Staatsangehörigkeit der Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München, 2013-2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe 78,1 76,2 74,6 73,4 72,0 70,5 69,6 69,3 68,6 67,2 21,8 23,8 25,4 26,6 28,0 29,5 30,4 30,7 31,4 32,8 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Deutschland Ausland Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Die Liste der Top-10-Wirtschaftszweige, in denen Auspendler*innen aus München arbeiten (vgl. Abbildung 23), ähnelt der Liste für die Einpendler*innen. Allerdings gibt es zwischen den Plätzen einige Verschiebungen. So steht bei den Auspendler*innen das „Verarbeitende Gewerbe“ mit einem Anteil von 16,4 Prozent an allen Auspendler*innen bzw. 23.600 Personen an erster Stelle. Beschäftigte in diesem Bereich arbeiten häufig in der „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“, aber auch im „Maschinenbau“ und „Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen“. An zweiter Stelle folgen die „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“. Diese umfassen vor allem die Unternehmensberatung und Architekturund Ingenieursbüros. An dritter Stelle steht mit einem Anteil von 13,5 Prozent der Bereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz“. Auch hier zeigen sich Geschlechterunterschiede. Der Männeranteil ist in fast allen Top-10Wirtschaftszweigen höher als der Frauenanteil (vgl. Abbildung 23). Lediglich im „Gesundheitsund Sozialwesen“ und im Bereich „Erziehung und Unterricht“ ist der Anteil der Frauen deutlich höher. Vergleicht man den Männeranteil in den einzelnen Wirtschaftsabschnitten für alle Beschäftigten mit dem Männeranteil für die Auspendler*innen, zeigt sich, dass in den meisten Wirtschaftsabschnitten der Männeranteil unter den Auspendler*innen höher ist als unter den Beschäftigten insgesamt. Nur in den Abschnitten „Verarbeitendes Gewerbe“ und „Verkehr und Lagerei“ ist es umgekehrt.
IAB-Regional Bayern 2|2023 34 Abbildung 23: Top-10-Wirtschaftsabschnitte, in denen Auspendler*innen arbeiten, nach Geschlecht, 2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe 72,0 58,5 59,5 61,8 67,5 71,2 30,2 90,4 37,0 59,2 28,0 41,5 40,5 38,2 32,5 28,8 69,8 9,6 63,0 40,8 0 5 10 15 20 25 C Verarbeitendes Gewerbe M Freiberufl., wissensch. u. techn. DL G Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz N Sonstige wirtschaftliche DL J Information und Kommunikation H Verkehr und Lagerei Q Gesundheitsund Sozialwesen F Baugewerbe P Erziehung und Unterricht I Gastgewerbe Anzahl in Tausend Männer Frauen Anmerkung: DL = Dienstleistungen. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Sehr viele Ausländer*innen finden sich bei den Auspendler*innen, wie bei den Einpendler*innen, vor allem in den „Sonstigen wirtschaftliche Dienstleistungen“ und im „Baugewerbe“ (vgl. Abbildung 24). Vergleicht man den Anteil Deutscher in den einzelnen Wirtschaftsabschnitten für alle Beschäftigten mit dem Anteil Deutscher für die Auspendler*innen, zeigt sich, dass in fast allen Wirtschaftsabschnitten der Anteil Deutscher unter den Auspendler*innen niedriger ist als unter den Beschäftigten insgesamt. Besonders hoch ist der Abstand in den Abschnitten „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“, „Baugewerbe“ und „Wasserversorgung, Abwasser/Abfall, Umweltverschmutzung“. In der „Öffentlichen Verwaltung“, dem „Gastgewerbe“ und im Abschnitt „Verkehr und Lagerei“ ist der Anteil der Deutschen unter den Auspendler*innen höher als unter den Beschäftigten insgesamt.
IAB-Regional Bayern 2|2023 35 Abbildung 24: Top-10-Wirtschaftsabschnitte, in denen Auspendler*innen arbeiten, nach Staatsangehörigkeit, 2022 Zahlenangaben in den Balken sind Anteilswerte (in %) der jeweiligen Gruppe 73,6 77,1 69,1 40,7 69,3 61,8 76,3 41,9 79,4 49,0 26,4 22,9 30,9 59,3 30,7 38,2 23,7 58,1 20,6 51,0 0 5 10 15 20 25 C Verarbeitendes Gewerbe M Freiberufl., wissensch. u. techn. DL G Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz N Sonstige wirtschaftliche DL J Information und Kommunikation H Verkehr und Lagerei Q Gesundheitsund Sozialwesen F Baugewerbe P Erziehung und Unterricht I Gastgewerbe Anzahl in Tausend Deutsche Ausländer Anmerkung: DL = Dienstleistungen. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Die Auspendelquoten der Top-10-Wirtschaftszweige liegen, wie die Einpendelquoten, zum Teil weit auseinander, allerdings auf einem insgesamt niedrigeren Niveau (vgl. Abbildung 25). Auffällig ist vor allem die hohe Auspendelquote im Bereich „Verkehr und Lagerei“ (36,9 %). Es folgen die Wirtschaftszweige „Baugewerbe“, „Verarbeitendes Gewerbe“ und „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“, die zwar deutlich unter dem Spitzenwert liegen, aber noch Anteile über 20 Prozent erreichen. Besonders niedrig ist die Auspendelquote im „Gesundheitsund Sozialwesen“ mit 9,2 Prozent sowie im „Gastgewerbe“ und im Bereich „Erziehung und Unterricht“ mit Werten von 10 und 11,3 Prozent. Tendenziell dürften diese Unterschiede die spezifische Branchenstruktur Münchens mit einem sehr hohen Dienstleistungsanteil widerspiegeln. Das heißt, dass Beschäftigte, die Tätigkeiten in diesen Dienstleistungsbereichen ausüben (wollen), seltener auspendeln (müssen) als beispielweise Beschäftigte in Wirtschaftszweigen wie „Verkehr und Lagerei“, „Baugewerbe“ oder „Verarbeitendes Gewerbe“. Die relativ hohe Auspendelquote in den „Sonstigen Wirtschaftlichen Dienstleistungen“ könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass die bereits oben ausgeführten Gründe, wie eine „Filialstruktur“ und relativ unsichere Beschäftigungsbedingungen, dazu führen, dass die Zahl der Pendler*innen zum einen rechnerisch relativ hoch ausfällt und/oder zum anderen deswegen einen hohen Anteilswert erreicht, weil bei einer Beschäftigung in diesem Wirtschaftszweig das Pendeln die sinnvollere Alternative zu einer möglichen Verlegung des Wohnorts an den Arbeitsort ist.
IAB-Regional Bayern 2|2023 36 Abbildung 25: Auspendelquoten (in %) der Top-10-Wirtschaftsabschnitte, in denen Auspendler*innen arbeiten, 2022 17,0 10,0 11,3 28,6 9,2 36,9 16,8 22,9 19,4 17,0 24,3 Insgesamt I Gastgewerbe P Erziehung und Unterricht F Baugewerbe Q Gesundheitsund Sozialwesen H Verkehr und Lagerei J Information und Kommunikation N Sonstige wirtschaftliche DL G Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz M Freiberufl., wissensch. u. techn. DL C Verarbeitendes Gewerbe Anmerkung: DL = Dienstleistungen. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Auch die Anteile der Auspendler*innen in den Nahund Fernbereich unterscheiden sich zwischen den Wirtschaftszweigen beträchtlich (vgl. Abbildung 26). So pendeln fast 82 Prozent der Auspendler*innen im Bereich „Verkehr und Lagerei“ in den Nahpendelbereich Münchens und auch in Wirtschaftszweigen wie dem „Gesundheitsund Sozialwesen“, dem „Gastgewerbe“ und dem „Verarbeitenden Gewerbe“ werden Werte um 70 Prozent erreicht. Das „Gesundheitsund Sozialwesen“ und das „Verarbeitende Gewerbe“ sind damit auch Beispiele für Branchen bei denen sich die gesamte Pendelmobilität relativ stark auf den Nahpendelbereich konzentriert, während Fernpendeln und damit die Verknüpfung mit weiter entfernten Arbeitsmärkten nur eine geringere Rolle spielt. In diesen Branchen genügt offenbar in hohem Maß der Münchner Arbeitsmarkt inklusive des Umlands um Beschäftigungschancen zu realisieren. Bei den Anteilen der Fernpendler*innen fallen – wie schon bei den Einpendler*innen – die Wirtschaftszweige „Information und Kommunikation“ sowie die „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ auf, in denen ein großer Teil der Auspendler*innen auf Fernpendler*innen entfällt (71,4 % bzw. 64,8 %). Insofern zeigt sich bei den Beschäftigten in diesen Branchen generell ein hoher Grad der Fernpendelmobilität, der, wie oben thematisiert, nicht zuletzt durch die Art der Tätigkeiten ermöglicht werden dürfte. Gleichzeitig kann man festhalten, dass München in diesen Wirtschaftszweigen sowohl über die Einpendler*innen von weiter entfernten Arbeitsmarktregionen profitiert als auch über die Auspendler*innen für andere Arbeitsmarktregionen, bei kleineren Absolutzahlen, als Arbeitskräftereservoir dient.
IAB-Regional Bayern 2|2023 37 Abbildung 26: Anteil Nahund Fernpendler*innen (in %) an allen Auspendler*innen aus dem Agenturbezirk München, 2022 67,0 35,2 59,0 46,1 28,6 81,9 73,9 65,9 54,2 72,5 54,6 33,0 64,8 41,0 53,9 71,4 18,1 26,1 34,1 45,8 27,5 45,4 C Verarbeitendes Gewerbe M Freiberufl., wissensch. u. techn. DL G Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz N Sonstige wirtschaftliche DL J Information und Kommunikation H Verkehr und Lagerei Q Gesundheitsund Sozialwesen F Baugewerbe P Erziehung und Unterricht I Gastgewerbe Insgesamt Nahpendler Fernpendler Anmerkung: DL = Dienstleistungen. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen. Zusammenfassung Pendelmobilität hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies gilt auch für den Agenturbezirk München, dessen Pendelverflechtungen mit anderen Regionen sich weiter intensiviert haben. Die Zahl der Einpendler*innen lag 2022 mit rund 490.000 um 33 Prozent höher als 2013. Die Zahl der Auspendler*innen belief sich auf 144.000 und der Zuwachs betrug sogar 43 Prozent. Dementsprechend berechnet sich für München ein positiver Pendelsaldo von rund 346.000 Beschäftigten, der 30 Prozent höher lag als 2013. Im Jahr 2022 war die Einpendelquote des Agenturbezirks Münchens mit 41,1 Prozent die höchste in Bayern. Hierin zeigt sich die große Bedeutung Münchner Arbeitsmarkts für andere Regionen. Die Auspendelquote Münchens war mit 17 Prozent dagegen eine der niedrigsten im Bundesland, was die Bedeutung Münchens als zentralem Arbeitsmarkt unterstreicht. Generell sind die Verflechtungen Münchens mit dem Umland sehr eng. Allerdings nahmen sowohl bei den Einpendler*innen als auch bei den Auspendler*innen die Zahl und der Anteil der Fernpendler*innen deutlich zu. Insbesondere haben sich die Verflechtungen mit anderen deutschen Großstädten verstärkt. Insgesamt zeigen diese Entwicklungen die große Anziehungskraftund Aufnahmefähigkeit des Münchner Arbeitsmarkts, aber auch eine gewisse Abhängigkeit von Arbeitskräften aus überregionalen Arbeitsmärkten. Betrachtet man die Pendler*innen nach Strukturmerkmalen zeigen sich für den Agenturbezirk München meist die erwartbaren Muster. So verzeichnet die Gruppe der Beschäftigten, die als
IAB-Regional Bayern 2|2023 38 Spezialisten und Experten arbeiten, im Vergleich mit den Beschäftigten auf anderen Anforderungsniveaus meist höhere Einund Auspendelquoten sowie höhere Fernpendelanteile. Eher unerwartet ist, dass die Auspendelquote bei Helfer*innen genauso hoch ist wie bei Spezialisten und Experten und auch der Fernpendelanteil der Helfer*innen jeweils höher liegt als bei Fachkräften. Hierfür könnte z. B. eine Rolle spielen, dass sie sich für das Pendeln und gegen einen Umzug – insbesondere nach München - entscheiden, weil sie tendenziell über geringere finanzielle Ressourcen verfügen und es sich auf Helferniveau gleichzeitig häufiger um unsicherere Beschäftigungsverhältnisse handelt. Unterscheidet man nach Geschlecht, zeigt sich, dass die Pendelquote von Männern sowohl bei Einals auch bei Auspendler*innen höher ist als bei Frauen. Und bei Vollzeitbeschäftigten ist die Pendelmobilität deutlicher ausgeprägter als bei Teilbeschäftigten. Diese Unterschiede dürften vor allem damit zusammenhängen, dass Frauen häufiger als Männer Teilzeit arbeiten und für Teilzeitbeschäftigte Pendeln aufgrund des zeitlichen und finanziellen Aufwands weniger attraktiv ist. Außerdem kann auch die unterschiedliche Verteilung von Männern und Frauen auf Berufe und Branchen eine Rolle spielen. Auffällig ist, dass gleichzeitig der Anteil derjenigen, die in den Fernbereich pendeln, bei Frauen und Männern etwa gleich groß ist. Bezogen auf die Staatsangehörigkeit lässt sich festhalten, dass die Einpendelquote von Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit höher ist als die der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit, während es bei der Auspendelquote umgekehrt ist. Ein Grund für die höhere Auspendelquoten der Ausländer*innen könnte dabei sein, dass sie in einigen Branchen stark vertreten sind, für die enge Verbindungen mit dem Münchner Umland bestehen. Bei den Wirtschaftszweigen zeigen sich für München ebenfalls zum Teil große Unterschiede hinsichtlich des Pendelverhaltens der Beschäftigten. So sind bspw. im Gesundheitsund Sozialwesen sowohl die Pendelquoten als auch die Anteile von Fernpendler*innen vergleichsweise niedrig. Dies spricht dafür, dass in dieser Branche der Ausgleich zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot in hohem Maße innerhalb des Münchner Arbeitsmarkt und des engeren Umlands erfolgt. Die Wirtschaftszweige „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ sowie „Information und Kommunikation“ sind dagegen Bereiche, in denen sowohl bei Einals auch bei Auspendler*innen hohe Fernpendelquoten zu beobachten sind und damit starke Verflechtungen mit weiter entfernten Arbeitsmärkten zu verzeichnen sind. München profitiert hier also einerseits von einem externen Arbeitskräfteangebot, stellt aber gleichzeitig auch ein Arbeitskräftereservoir für überregionale Arbeitsmärkte dar. Insgesamt zeigen die Auswertungen, dass die Verflechtungen des Münchner Arbeitsmarkts mit anderen Regionen über die Pendelmobilität weiter zugenommen haben. Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede hinsichtlich der Bedeutung, die das Pendeln für unterschiedliche Personengruppen und Branchen haben kann. Für Arbeitsmarktakteure wie Betriebe und Arbeitsverwaltung kann die zunehmende Bedeutung von überregionalen und auch weiter entfernten Arbeitsmärkten zudem bedeuten, dass sich für Aktivitäten wie Personalrekrutierung und -vermittlung neue Perspektiven ergeben. Die generell steigende Pendelmobilität sowie insbesondere die steigende Zahl von Fernpendler*innen kann ein Hinweis darauf sein, dass sich hier zusätzliche regionale Optionen auftun. Darüber hinaus wird auch zu beobachten sein, wie
IAB-Regional Bayern 2|2023 39 sich der Trend zu ortsunabhängigem Arbeiten weiter entwickeln wird und welche Konsequenzen sich daraus für die weitere Entwicklung der Pendelmobilität ergeben.
IAB-Regional Bayern 2|2023 40 Literatur Bundesministerium für Digitales und Verkehr (2023): Deutschlandtempo für Verkehr und Klima. https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/deutschlandtempo-fuer-verkehr-undklima.html (Aufruf 16.6.2023) Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2022): Tabellen, Pendlerverflechtungen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Ländern, Stichtag 30. Juni 2021. Statistisches Bundesamt (2023): Bestand an Kraftfahrzeugen und Schienenfahrzeugen für die Jahre 2019 bis 2023. https://www.destatis.de/DE/Themen/BranchenUnternehmen/Transport-Verkehr/Unternehmen-InfrastrukturFahrzeugbestand/Tabellen/fahrzeugbestand.html (Aufruf am 8.6.2023) Statistisches Bundesamt (2022): Ein Viertel aller Erwerbstätigen arbeitete 2021 im Homeoffice. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-derWoche/2022/PD22_24_p002.html (Aufruf am 8.6.2023)
Impressum IAB-Regional 🞄 IAB Bayern 2|2023 Veröffentlichungsdatum 22. August 2023 Herausgeber Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit Regensburger Straße 104 90478 Nürnberg Nutzungsrechte Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de Bezugsmöglichkeit http://doku.iab.de/regional/BY/2023/regional_by_0223.pdf Website https://iab.de/ ISSN 1861-4752 DOI 10.48720/IAB.REBY.2302 Rückfragen zum Inhalt Anja Rossen Telefon 0911 179-4158 E-Mail [email protected] Lutz Eigenhüller Telefon 0911 179-4344 E-Mail [email protected]