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Was kann man von der "Theorie rationaler Erwartungen" rationalerweise erwarten

Tietzel, Manfred

Abstract

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Full text

Tie zel, Man ed A icle Was kann man on de "Theo ie a ionale E wa ungen" a ionale weise e wa en K edi und Kapi al P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Tie zel, Man ed (1982) : Was kann man on de "Theo ie a ionale E wa ungen" a ionale weise e wa en, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 15, Iss. 4, pp. 492-516, h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/292939 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Die Bombe im Fisch eich Nich wegen ih es Inhal es ode ih es Au baues, nich wegen au - sehene egende empi ische Tes s ode ga wegen ih e Neuhei e eg sei einigen Jah en die „Theo ie a ionale E wa ungen" äuße s es Au sehen. Denn keine ih e Annahmen is inhal lich übe aschend, ih Au bau is (im G undmodell) ech ein ach, empi ische P ü ungen sind bishe sel en und on den E gebnissen diese P ü ungen kann man nu sagen, daß sie bishe de Theo ie nich wide sp echen. Von Neu- hei diese Theo ie schließlich kann ga keine Rede sein, denn jedes ih e kons i uie enden Elemen e is sei langem bekann . Diese Ele- men e bes ehen aus einigen ein achen P inzipien de (neo-)klassischen Wi scha s heo ie, und deshalb wu de die Theo ie auch schon mi „al em Wein in neuen Flaschen"1 e glichen. Nach dem G undsa z: „Wa um im Dunkeln he um as en, wenn doch Lich o handen is 2?" bes eh sie aus de Anwendung einige „wohl- undie e klassische P inzipien"3, die alle dings in eine neuen Kom- bina ion zu Schluß olge ungen üh en, die „ eines Dynami da s el- len"4. Und es sind diese Schluß olge ungen, die angeblich wie eine Bombe im Fisch eich de he schenden keynesianischen Theo ie wi - ken und die so iel Au me ksamkei e klä en. „Bis in die ühen 70e Jah e muß en an i-keynesianische Ökonomen zu- ieden sein, ein paa Fische on den Haken ih e Opponen en zu ze en. Abe als das en wickel wu de, was als ,Theo ie de a ionalen E wa ungen4 bekann gewo den is , en deck en diese Ökonomen, daß sie übe einen Sp engsa z e üg en, mi dem alle Fische im Teich e beu e we den konn- 1 K. W. Ro hschild (1977), S. 63 - 65. 2 M. H. Willes (1980), S. 92. 3 M. H, Willes (1980), S. 90. 4 M. H. Willes (1980), S. 90. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 .Theo ie a ionale E wa ungen" 493 en. Das mag nich ganz spo lich sein, zeig abe ein bewunde nswe es Du chd ingen zum G undsä zlichen5." Die ielleich d ama ischs e Implika ion de Theo ie a ionale E - wa ungen is die Behaup ung de ollkommenen Ohnmach jedwede s aa lichen Wi scha spoli ik: P i a e Wi scha ssubjek e we den nach diese Theo ie die Folgewi kungen des Einsa zes wi scha spoli ische Ins umen e „e wa en" und sie du ch en sp echende Ve hal ensanpas- sungen „an izipie en", mi de Folge, daß diese Maßnahmen keine lei eale Mengenwi kungen haben .und in ein nominalen P eise ek en e pu en; Reale ek e sind nu (— und dann auch nu ku z is ig —) möglich, wenn die Wi scha ssubjek e die Wi scha spoli ik „ alsch wah nehmen ode miß e s ehen". „Mi ande en Wo en, Wi scha s- poli ik nu insowei e ek i , wie sie die Menschen äusch 6." Da diese Behaup ungen ähnlich spek akulä klingen wie die jou nalis ische Ideal-Ube sch i : „Mann biß Hund", is es wenig zu e wunde n, daß sie schon on poli ischen Wochenmagazinen au geg i en wu den7. In meh ache Hinsich s eh die Theo ie a ionale E wa ungen in mone a is ische T adi ion: Sie wu zel sachlich in de mone a is ischen K i ik des Konzep es de Phillips-Ku e, eil mi dem Mone a ismus die meis en G undanschauungen, e schä bes imm e seine Hypo he- sen und en wickel sie in gewissem Sinne o . Ein wei e es, ins i u io- nelles Indiz ü diese He kun und gleichzei ig ein wei e es Me kmal des „wissenscha ssoziologischen P o ils" diese Theo ie is , daß ein G oß eil de Diskussion im Jou nal o Money, C edi and Banking und im Jou nal o Mone a y Economics s a and. Es mag ü die E klä ung de Ta sache, wie es zu de Theo ie kam, on Belang sein, ob die (meis jungen) Ökonomen, die sie en wickel en und p opagie en, eine A e sion gegen die „ö en liche Hand" haben, welche ihnen ielleich als eine K alle des Le ia han e schein , ode ob ih Mo i da in zu suchen is , „du ch p o okan e Thesen un e Umge- hung des Ancienni ä sp inzips zu akademischen Eh en zu gelangen"8. Fü die Beu eilung de Validi ä eine Theo ie jeden alls is die He - kun diese Theo ie ebensowenig on Belang wie ih e geis ige Ve - wand scha . 5 M. H. Willes (1980), S. 81. 6 A. M. San ome o, J. J. Sea e (1978), S. 930. 7 Un e den Ti eln „How Expec a ions de ea Economic Policy" (Business Week, 7. No . 1976) und „Wi scha s heo ie: Fü dumm e kau en" (De Spiegel, 29. No . 1976). 8 B. Kühn (1978), S. 109, Fn. 27. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 494 Man ed Tie zel Abe ge ade in de Beu eilung on Validi ä , Reichwei e und Be- wäh ungsg ad de Theo ie zeig sich g oße Unsiche hei und o enba en sich seh g oße Un e schiede zwischen den Ökonomen. Die S ellungnahmen eichen on p ak isch o behal losem En husias- mus: „... Hunde e on Gese zesaussagen und Tausende on Disse a ionen, Büche n und Au sä zen ... sind gegens andslos gewo den"9 übe ambi alen e Aussagen, die zwa de Theo ie gewisse Ve diens e nich absp echen, abe auch Einwände on de A gel end machen: „ ... daß die a ionale E wa ungshypo hese nich als ep äsen a i e E - klä ungsansa z ü das a sächliche Ve hal en de Wi scha seinhei en an- gesehen we den kann. ... Die wi scha spoli ischen Konsequenzen, die die Ve e e de a ionalen E wa ungshypo hesen aus ih em Modellansa z zie- hen, sind dagegen oll zu akzep ie en"10 bis hin zu — seh e schieden beg ünde en — ollkommenen und sch o en Ablehnung: „Hie wi d — abe eben du ch eine neue Theo ie in e essan und ho ähig gemach — wiede einmal das A gumen ü die öllig , eie' Wi scha o - geb ach 11." Einigen k i ischen Einwänden haben die E wa ungs heo e ike bis- he schon du ch E wei e ung und Ve allgemeine ung des Modellansa - zes e olg eich begegnen können. Ohne zu eine g undsä zlichen Abän- de ung de Modelle gebnisse gezwungen zu sein, konn en das Phäno- men un olls ändige P eis lexibili ä , die Exis enz lang is ige Ve - äge (besonde s au dem A bei sma k ) und (wenn auch e s ansa z- weise) das Bes ehen posi i e In o ma ionskos en be ücksich ig we - den12. Hie soll nich wei e e olg we den, welche a sächlich o liegen- den Sach e hal e die Theo ie nich e klä und auch nich , welche Mo- dell a ian en exis ie en ode welche wei e en wünschenswe wä en; hie soll ielmeh zu e klä en e such we den, welche po en iellen Leis ungen die Theo ie a ionale E wa ungen bei gegebenem G und- ansa z übe haup e b ingen kann, was man also on ih a ionale - weise e wa en kann. 9 M. H. Willes (1980), S. 87. 10 M. Willms (1977), S. 67. 11 K. W. Ro hschild (1977), S. 63. 12 s. dazu z.B.: B, Kühn (1979), S. 75 .; B. Kan o (1979), S. 1430 .; J. J. Sijben (1980), S. 84 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 Theo ie a ionale E wa ungen" 495 Wäh end die E wa ungs heo e ike ande e Einwände geschick du ch E wei e ung ih es Ansa zes be ücksich ig en, zogen sie sich- o dem Vo wu , die Theo ie a ionale E wa ungen sei eine En wicklung, in welche die Theo ie mi un ehlba e Logik on un ealis ischen Annah- men zu Konklusionen o sch ei e, die de his o ischen E ah ung wide sp ächen1®, in den (scheinba siche en) Ha en de Me hodologie Mil on F iedmans zu ück. Eine Theo ie könne, so diese Meinung, nich nach de Reali ä snähe ih e Annahmen eingeschä z we den, denn obe lächlich un ealis ische Annahmen könn en ealis ische E gebnisse au weisen14, und nu da au komme es an15. Nun is es aus de Sich de Logik unbezwei elba , daß aus un ealis ischen ( alschen) Annahmen zu e ende (wah e) Konklusionen olgen können (was dami zusam- menhäng , daß man eine gegebene Aussage aus unendlich ielen e - schiedenen — eben auch un ealis ischen — P ämissen ablei en kann), und es mag soga sein, daß aus eine gegebenen Menge on un ealis i- schen Annahmen eine seh g oße Zahl zu e ende (und eine seh kleine Menge alsche ) Konklusionen olg . Zweie lei alle dings is bei diesen Ve ah en de Modellbildung unbe iedigend: Einmal wissen wi (was bei de Schwie igkei , E wa ungen zu beobach en, ielleich nich e wunde lich is ) beim bishe igen S and empi ische Übe p ü ung de Theo ie noch zu wenig da übe , ob diese Konklusionen auch a - sächlich mi de Reali ä übe eins immen; wi haben dahe na ü lich auch nu wenig Au schluß da übe , in welchem G ad die Annahmen de Theo ie un ealis isch sind. Zum zwei en abe können un ealis i- sche Annahmen imme nu zeigen, wie mögliche weise ein Sach e hal e klä we den könn e, nich abe , wie e a sächlich zu e klä en is , was man abe im In e esse de p ognos ischen und echnologischen Leis ungs ähigkei de Theo ie o de n muß16. Da die empi ische K i ik de Theo ie a ionale E wa ungen, wie auch ih e Ve ech e einges ehen, noch au wackeligen Beinen s eh , und da ohnedies die logische de empi ischen K i ik eine Theo ie o ausgeh , soll hie olgende maßen o gegangen we den. Nach eine 13 R. A. Go don (1976), S. 5. 14 Bei F iedman (1953), S. 14, heiß es noch wei schä e : „... ganz allge- mein gil , je signi ikan e die Theo ie, des o un ealis ische die Annahmen. ... um bedeu end zu sein, muß dahe eine Hypo hese in ih en Annahmen desk ip i alsch sein." 15 So a gumen ie e wa M. H. Willes (1980), S. 91 ., ähnlich z.B. auch: B. Kühn (1979), S. 32 . und S. 74; R. J. Ba o, S. Fische (1976), S. 163. 16 Eine aus üh liche Analyse des P oblems in: M. Tie zel (1981 a), S. 237 - 265. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 496 Man ed Tie zel knappen Da s ellung eines ein achen G undmodells mi a ionalen E wa ungen, welches auch die Explika ion de wich igs en Modellele- men e en häl , soll die logische Konsis enz de Vo ausse zungen de Theo ie a ionale E wa ungen übe p ü und ih e Plausibili ä d. h. ih e „Glaubwü digkei " im Lich ande e empi ische Hypo hesen ode Beobach ungen eingeschä z we den. II. E wa ungen in ökonomischen Modellen Imme schon wa den Ökonomen bewuß , daß die Zei eine g oße Bedeu ung ü wi scha liche Vo gänge ha ; man wuß e und weiß: „Die ganze Wi scha is en schieden in die Zukun gewende , häng abe mi es en Ke en in de Ve gangenhei 17." En scheidungen zu einem gegebenen Zei punk hängen on zei aumübe windenden Vo - he sagen übe die zukün igen Folgen diese En scheidung ab, ges ü z au meh ode wenige bewäh e E ah ungen, die zeigen, daß in de Ve gangenhei au En scheidungen (ode Si ua ionen) diese A be- s imm e Folgen (mi meh ode minde g oße Wah scheinlichkei ) ein- a en. Doch wa bishe die A .und Weise de Behandlung dieses Sach e - hal es in de ökonomischen Theo ie18 nich ganz be iedigend ode ge- schah doch nich ohne eine gewisse Willkü . Denn en wede „abs ahie e" man übe haup on den P oblemen, die aus de zei lichen Dimension des Wi scha ens he üh en, ode man be ach e e die Zukun als eine ein ache Fo sch eibung de Ve - gangenhei . Eine solche Abs ak ion on de Zei inde e wa s a , indem ökono- mische Analysen s a isch, also zei los, angeleg we den, ode abe , indem kompa a i -s a ische Analysen implizi (mögliche weise äuße s ) lange F is en o ausse zen, da sie alle zei lichen Anpassungsp ozesse ökono- mische G ößen als abgeschlossen — und somi als p oblemlos — be- ach en. Eine d i e Möglichkei , die häu ig genu z wi d, bes eh in de An- nahme ollkommene Vo aussich . Die annahmenweise En ückung des homo oeconomicus in eine hypo he ische Wel ollkommene In o ma- 17 O. Mo gens e n (1928), S. 62; zum P oblem de Wi scha sp ognose siehe auch M. Tie zel (1981 b), S. 31 - 44 und S. 194 - 197. 18 Vgl. G. L. S. Shackle (1958). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 ,Theo ie a ionale E wa ungen" 497 ion mach ihn zu einem Laplacesehen Dämon, zu eine „In elligenz, welche ü einen gegebenen Augenblick alle in de Na u (und Wi - scha , M. T.) wi kenden K ä e sowie die gegensei ige Lage de sie zusammense zenden Elemen e kenn e, .und übe dies um assend genug wä e, um diese gegebenen G ößen de Analysis zu un e we en; (sie, M. T.) wü de in de selben Fo mel die Bewegungen de g öß en Wel - kö pe wie des leich es en A oms umschließen; nich s wü de ih un- gewiß sein und Zukun wie Ve gangenhei wü den ih o en o Augen liegen"19. Ube die mögliche Auss a ung eine solchen hypo he ischen Wel ha sich Oska Mo gens e n einige Vo s ellungen gemach : „So wi d es z. B. keine Lo e ien und Spielsäle geben, denn we wü de spie- len, wenn es s ünde, wohin de Gewinn ginge? Telephon, Teleg aph, Zei ungen, Annoncen, Plaka e, Reklame usw. wä en eben alls übe - lüssig, wie au de Hand lieg . Abe auch die dazugehö igen, heu e o seh e heblichen Indus ien mi ih en ielen Nebenindus ien wü - den ehlen20." Auch Ökonomen, so soll e man ausd ücklich hinzu ügen, gäbe es nich , denn ein jede wä e sein eigene , dazu absolu pe ek e Sach e s ändigen a . Doch ha e schon de Schöp e dieses Wesen, Laplace, selbs den Ein- d uck: „De menschliche Geis bie e ... ein schwaches Abbild diese In elligenz da 21." Vielleich wa es Laplace und is es ielen Ökono- men nich ausd ücklich bewuß , daß die analy ische Behandlung de Wel als hypo he ische Gö e himmel no wendig bedeu e , daß man Aussagen nich einmal übe eine denkba e (d. h. logisch mögliche), ge- schweige denn übe die Wel mach , wie sie wi klich is 22. Scheide also eine sei s (aus logischen G ünden) die Annahme oll- kommene In o ma ion aus, so scheide au de ande en Sei e auch (aus empi ischen G ünden) die Annahme aus, „es bes ünde übe haup keine Vo aussich , denn das wü de gänzliche Ana chie des Ve hal ens de Menschen bedeu en, mi de E ah ung in gla em Wide sp uch s ehen und die Exis enz de Wi scha ebenso unmöglich machen wie die de Wi scha s heo ie, die wie alle Wissenscha , ein Minimum on Beha ung in de Wel o ausse zen muß"23. 19 P. 5. de Laplace (1932), S. 1 . 20 O. Mo gens e n (1963), S. 64. 21 P. S. de Laplace (1932), S. 2. 22 Beweis und aus üh liche Diskussion in: M. Tie zel (1981c), S. 126-131. 23 O. Mo gens e n (1963), S. 53 .; zu „Wei e des po en iellen Annahmen el- des" s. M. J. M. Neumann (1979), S. 386. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 498 Man ed Tie zel Man wi d, da wede olls ändige Igno anz noch ollkommene In o - ma ion plausibel sind, annehmen müssen, daß „E wa ungen", mi meh ode minde g oße Wah scheinlichkei ausges a e e Vo s ellungen übe ele an e zukün ige Wi scha sda en24, den Disposi ionen de Wi scha ssubjek e zug undeliegen. Von I ing Fishe s amm die me apho ische Umsch eibung dieses Sach e hal es: „Unse gegenwä iges Ve hal en kann nu on de e - wa e en Zukun beein luß we den — nich de Zukun , wie sie sein wi d, sonde n on de Zukun wie sie uns o de hand du ch den Schleie des Unbekann en e schein 25." Einen e s en sys ema ischen Ve such, diesen Schleie analy isch zu lü en, mach e schon sei Beginn dieses Jah hunde s, e s ä k abe in den 30e Jah en, die S ockholme „An izipa ionsschule"26 Wicksells und seine Schüle . Hie wu den zum alle e s en Mal explizi e Annah- men da übe gemach , welches Wissen die Wi scha ssubjek e in wel- che Weise e wenden (E wa ungsmechanismus), um E wa ungen übe die zukün igen Ausp ägungen wi scha liche G ößen zu bilden. Ku z gesp ochen, wu de angenommen, daß de e wa e e We eine wi scha lichen G öße Xe in de zukün igen Pe iode abhängig is om a sächlichen We diese G öße in de lau enden Pe iode — 1 und de mi einem E wa ungskoe izien en c gewich e en Di e enz („Übe aschung") zwischen dem in de lau enden Pe iode a sächlich ealisie en und dem ü diese Pe iode e wa e en We diese G öße. (1) X^X^ + c X^-X^), mi : 0 < c < 1 De ein ache G undgedanke dabei is , die „E wa ungen es in den Übe aschungen de le z en Pe iode (zu, M. T.) e anke n"27; die spä e e „Theo ie adap i e E wa ungen"28 ha diesen G undgedanken nu du ch die Annahme eines „wei e eichenden Gedäch nisses" de Wi - scha ssubjek e e wei e , indem gegenwä ige E wa ungen nich nu on den „Übe aschungen" de lau enden, sonde n, mi abnehmendem Gewich , on n e gangenen Pe ioden abhängen. (2) Xj = c + (1 — c) X _2 + +(l-c)«-iXiJ +(l-c)nxe _1 24 W. Webe , E. S eißle (1961), S. 330; ähnlich O. Mo gens e n (1963), S. 54. 25 I. Fishe (1930), S. 222. 26 De Ausd uck s amm on J. Ake mann (1938), S. 262. 27 Hu M. Some s (1950), S. 539. 28 P. Cagan (1956), S. 25 - 117. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 ,Theo ie a ionale E wa ungen" 499 In beiden Fällen is die e wa e e Zukun nich s ande es als eine bloße Fo sch eibung de Ve gangenhei . Bei diesen Annahmen haben sich die Wi scha ssubjek e on allwis- senden Laplacesc ien Dämonen zu seh iel bescheidene en Pa lo - sehen In elligenzen gewandel , de en Zukun se wa ungen „beding e Re lexe" da s ellen, welche du ch eine Anzahl singulä e Ve gangen- hei sbeobach ungen de e minie sind. Aus de Sich de Theo ie a ionale E wa ungen wu de an diese Hypo hese adap i e E wa ungsbildung zu Rech k i isie , daß sie ielleich a ional sei „ ü Zei läu e, in denen da on ausgegangen we den kann, daß die zu an izipie ende Va iable... einem T end olg "29, ü iele ande e Si ua ionen abe da au hinauslau e, „Scheu- klappen ü die Ma k eilnehme anzunehmen"30. Denn sie e laube es nich , Zukun se wa ungen zu bilden, die sich in g undsä zliche Weise on de Ve gangenhei un e schieden: „Wenn Washing on das Geld- angebo e doppeln wü de, die Einkommens eue abscha e .und den Aya ollah Khomeini in den Obe s en Ge ich sho be ie e, wü den die Wi scha ssubjek e im Schema adap i e E wa ungen seh ge inge Ve ände ungen in de Volkswi scha e wa en. ... Adap i e E wa - ungen kommen dahe i a ionalen E wa ungen gleich31." Die Ve e e de a ionalen E wa ungs heo ie hal en es ü seh unplausibel, daß die Wi scha ssubjek e sich ü ih e Zukun se wa - ungen nu au die Zei eihe de singulä en Ve gangenhei swe e de jeweils in e essie enden Va iablen e lassen soll en und dami au wei e e ele an e In o ma ionen e zich en. Neben de Kenn nis de singulä en We e de Va iablen ges a e de Rückg i a.u nomologi- gische Kenn nisse, au die „ ele an e ökonomische Theo ie"32, Einsich- en in die kausalen Ve u sachungszusammenhänge de jeweiligen Va- iablen. E wa ungen sind nach diese Hypo hese „g undsä zlich das- selbe wie die P ognosen au de G undlage de ele an en ökonomi- schen Theo ie"33, und sie heißen deswegen „ a ional"34. Die Wi scha s- subjek e we den nach Meinung de E wa ungs heo e ike diesen übe - legenen, d. h. genaue e Vo he sagen lie e nden, Mechanismus de E - 29 M. J. M. Neumann (1979), S. 375. 30 M. J. M. Neumann (1980), S. 112. 31 M. H. WiUes (1980), S. 86. 32 So de on Mu h einge üh e Ausd uck (J,. F. Mu h [1961], S. 316). 33 J. F. Mu h (1961), S. 315. 34 J. F. Mu h (1961), S. 316. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 506 Man ed Tie zel S uk u "59, zu Ve mu ung, daß die Wi scha s heo ie Ve ände ungen un e wo en is : „Die Ökonomen besi zen kein akzep ables Modell, au - g und dessen a ionale E wa ungen gebilde we den könn en ..., und gewiß haben sie bishe nich das ,wah e' Modell60." Imme hin bes eh abe die Möglichkei , ü die E wa ungsbildung au das zu einem Zei punk e ügba e, o läu ige nomologische Wissen zu ückzug ei en. Dieses mag im G enz all kos enlos zu Ve ügung s e- hen ode eine s e ige, posi i s eigende Funk ion de au gewende en In o ma ionskos en (z. B. in Fo m on Biblio heksbesuchen ode Be- agung on Fachleu en) da s ellen. Es wä e abe — selbs .un e Au - wendung unendlich g oße Kos en — unmöglich, zukün ige E kenn - nis o sch i e de (Wi scha s-)Wissenscha ode das „wah e Modell" o he zusagen, denn ein gegebene Wissenss and en häl keine lei Hin- weise da au , wie e abgeände we den muß, um zu einem „wah - hei sähnliche en"61 Wissenss and zu gelangen. Diese Übe legungen allein genügen, die In o ma ionsp ämisse, den Wi scha ssubjek en sei das „wah e Modell" des Wi scha sablau es bekann , als empi isch une üllba zu ückzuweisen, .und es e üb ig sich de — wohl ehe he o isch, denn als Tes anweisung gemein e — Vo schlag Shille s, man b auche zu Wide legung diese Annahme bloß den nächs bes en A bei slosen nach den neues en Da en ü das Geld- angebo , den Haushal ssaldo de Regie ung ode nach de neues en In la ionsp ognose eines ökonome ischen Modells zu be agen62. Eine Abschwächung de In o ma ionsp ämissen de a , daß E wa - ungen — sei es wegen de Unmöglichkei , das „wah e Modell" zu kennen, sei es wegen des Bes ehens posi i e In o ma ionskos en — „au ela i ein achen S uk u o s ellungen au gebau we den"63, impli- zie abe en scheidend e ände e Modelle gebnisse. Da dann die E - wa ungen de Wi scha ssubjek e nu zu ällig jenen en sp echen kön- nen, die sie au g und eines bekann en „wah en Modells" bilden wü - den, sind sys ema ische Fehlp ognosen und dami einhe gehende eale 59 M. J. M. Neumann (1979), S. 390. De e wende e Ausd uck „wah e S uk u " läß alle dings Zwei el da an au kommen, ob Neumann diese Aussage me asp achlich, als Behaup ung übe die Wi scha s heo ie, ode objek sp achlich, als Behaup ung übe die Ve ände lichkei eale ökono- mische Zusammenhänge, gedeu e wissen will. 60 W. J. F aze j . (1978), S. 354. 61 Zum Beg i de „Wah hei sähnlichkei " s. z.B. K. R. Poppe (1969), S. 391 - 397. 62 R. J. Shille (1978), S. 44. 63 M. J. M. Neumann (1979), S. 388. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 „Theo ie a ionale E wa ungen" 507 Wi kungen eine Wi scha spoli ik wah scheinlich, welche nämlich un e diesen Bedingungen die Wi scha ssubjek e nich olls ändig an izipie en können. Keine lei Hil skons uk ionen sind in de Lage, dieses un e meid- liche — und ielleich une wünsch e — E gebnis au zuheben. So en - pupp sich z. B. die Behaup ung on Ba o und Fische als pe i io p incipii, eine undamen ale Schwie igkei on E wa ungs heo ien, die nich au den P ognosen des ele an en ökonomischen Modells be- uh en, sei, daß sie eine Theo ie sys ema ische Fehle e o de lich mach en64. Doch wä en de a ige P ognose ehle e s im Lich e eine bekann en, wah hei sähnliche en Theo ie e klä ba ; eine „Theo ie" (besse : E klä ung) de P ognose ehle alle ande en E wa ungshypo- hesen is also iden isch mi de „wah en" Theo ie. Auch Neumanns Beme kung, de G ad de Nich -Neu ali ä de Geldpoli ik sei nich kons an , sonde n a iie e mi dem G ad de ak ischen Annähe ung de S uk u o s ellungen de Ma k eilneh- me an die wah e S uk u 65, weis bes en alls Leh o melcha ak e au . Denn auch de G ad de (Hypo hesen-)Wah scheinlichkei , und dami de Nich -Neu ali ä de Geldpoli ik, eines beliebigen „ein- achen S uk u modells" wä e nu ela i zum (bekann en) „wah en S uk u modell" bes immba . 2. Konku ie ende Modelle Jede Ökonomies uden le n seh bald, daß es nich e wa nu eine „wah e" Hypo hese ü eine gegebene Klasse zu e klä ende Sach- e hal e gib , sonde n daß ihm as imme die Qual de Wahl zwischen e schiedenen konku ie enden Hypo hesen66 übe lassen bleib . In de Theo ie a ionale E wa ungen s ell sich das P oblem de Hypo hesen- konku enz eigen lich ga nich , da ja die Bekann hei des „wah en Modells" o ausgese z und dami implizi die Konku enz mi ande en Modellen ausgeschlossen wi d. Ganz zwei ellos is „die Annahme a io- nale E wa ungen... äuße s s a k, indem sie die Unsiche hei übe die Modellauswahl igno ie "67. Bei Exis enz meh e e konku ie ende 64 R. J. Ba o, S. Fische (1976), S. 163. 65 M. J,. M. Neumann (1979), S. 391. 66 Als „konku ie end" kann man e schiedene Hypo hesen bezeichnen, aus denen sich gleiche Explananda ablei en lassen ode solche, aus denen einande wide sp echende P ognoseaussagen olgen. 67 R. J. Ba o, S. Fische (1976), S. 163. 32* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 508 Man ed Tie zel Hypo hesen en s eh nun eine sei s die unangenehme „p ak ische Schwie igkei , daß man sich bei de E wa ungsbildung ü eines on meh e en denkba en Modellen en scheiden muß"88 und ande e sei s die höchs une wünsch e Folge, daß un e schiedliche Modelle zu un e - schiedlichen a ionalen E wa ungen üh en können. Beide P obleme wä en mi einem Schlage gelös , wenn es ohne wei- e es möglich wä e, aus de Menge konku ie ende Hypo hesen die jeweils wah hei sähnlichs e auszuwählen. Es ließe sich z. B. „a gumen- ie en, daß du ch den We bewe bsmechanismus das besse e Modell die schlech e en Konku en en e d ängen wi d, zumindes bei e wa gleichen In o ma ionskos en ü al e na i e Ansä ze"69. Zwa kann man eine ganze Reihe wissenscha s heo e ische , ins i- u ionelle und soziale ( ielleich auch inanzielle ) Bedingungen au - zeigen, die diesem P ozeß des E kenn nis o sch i s du ch' Hypo hesen- auswahl ö de lich sein können, doch gil , wie Ka l Poppe gezeig ha , „daß die meis en diese Bedingungen nich als no wendig bezeichne we den können und daß sie alle zusammen nich hin eichend sind"70, E kenn nis o sch i zu ga an ie en. Ohne au diese Bedingungen in Einzelhei en und ih e E üllung in den Wi scha swissenscha en ein- zugehen71, läß schon ein lüch ige Blick, z. B. au die Konjunk u - und Beschä igungs heo ie mi ih e ch onischen in ellek uellen Ube - be ölke ung, ausgep äg e P obleme e mu en. Dieses Fehlen eine wissenscha slogisch zwingenden Lösung des P oblems de Modellauswahl läß sich auch nich du ch p agma ische En schlüsse übe b ücken, e wa den, „das RE-A gumen 72 allein mi denjenigen Punk p ognosen on ,Expe en'... (zu e binden, M. T.), die ku z is ig und konjunk u poli isch ele an sind. In de Regel ge- ben die ,Expe en' seh ähnliche und o auch ech gu e P ognosen, obwohl sie keineswegs dieselbe Theo ie anwenden"73. Hie wi d näm- lich — in wissenscha slogisch unhal ba e Weise — die Gül igkei on P ognoseaussagen mi ih e He kun „beg ünde ", ein wohl ech zwei- elha es Ve ah en. Denn nich , we eine P ognoseaussage äuße , son- de n allein, ob o lieg , was die P ognoseaussage behaup e , is ü de- 68 B. Kühn (1979), S. 35. 69 E. S indland (1979), S. 223. 70 K. R. Poppe (1971 b), S. 122. 71 Am Beispiel de Konjunk u heo ie wu de dies nähe un e such in M. Tie zel (1982). 72 „RE" s eh abkü zend ü „ a ionale E wa ungen". 73 E. S indland (1979), S. 223. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 „Theo ie a ionale E wa ungen" 509 en Gül igkei ausschlaggebend74. Es wu de also, so iel is es zuhal en, in de bishe igen Diskussion kein du chschlagende G und genann , wa um Wi scha ssubjek e einhei liche a ionale E wa ungen au de G undlage eines ganz bes imm en un e meh e en konku ie enden Modellen bilden soll en. 3. We weiß was? Indem die Theo ie a ionale E wa ungen on de Annahme aus- geh , die Wi scha ssubjek e bilde en ih e E wa ungen au de G und- lage des „wah en Modells", se z sie dami gleichzei ig eine gleiche Ve eilung gleiche A en on In o ma ionen o aus: Alle wissen alles, was zu Bildung a ionale E wa ungen e o de lich is . Es wu de beme k , „daß die a ionale E wa ungs-Annahme das be- ühm e A gumen on F ied ich A. Hayek übe die In o ma ions unk- ion des Ma k sys ems au den Kop s ell "75. Hayek e such e (schon im Jah e 1936) zu e klä en, wie es in eine Ma k wi scha zum Dis- posi ionsgleichgewich de „ineinande g ei enden Handlungen on Pe - sonen, de en jede nu ein kleines S ück on Wissen besi z ", kommen könne, leh e uns doch die E ah ung, daß e was on diese A ge- schehe. Dem E klä ungs e such de he schenden wal asianischen Gleichgewich s heo ie hiel e ein A gumen en gegen, welches en - sp echend auch ü die Theo ie a ionale E wa ungen gil : „Abe s a daß wi in unse e Analyse zeigen, welche Teilin o ma ionen die e schiedenen Pe sonen haben müssen, dami dieses Ende gebnis zu- s ande komm , lüch en wi p ak isch zu de Annahme, daß jede mann alles weiß, und weichen dami jede wi klichen Lösung des P oblems aus76." Das Ma k p eissys em e laube — analog zu A bei s eilung — eine p oduk i i ä s ö de nde und kos enspa ende „Wissens eilung"77. „Das bedeu ungs olls e an diesem Sys em is die Wi scha lichkei , mi de es das Wissen nü z , d. h. wie wenig die einzelnen Teilnehme zu 74 Es bedü e wohl ga nich de ausd ücklichen E wähnung, daß auch die Komplizie hei eines Modells keineswegs e was ü seine ande en Eigen- scha en, wie z. B. In o ma ionsgehal ode Bewäh ungsg ad, aussag , wenn nich manche Äuße ungen einige E wa ungs heo e ike so in e p e ie ba wä en; z.B. „Du chschni e de E wa ungen on Indus iezweigen sind genaue als nai e Modelle und ebenso genau wie hochen wickel e Glei- chungssys eme" (J. F. Mu h [1961], S. 316). 75 J. Hi shlei e , J. G. Riley (1979), S. 1412. 76 F. A. Hayek (1976 a), S. 71. 77 F. A. Hayek (1976 a), S. 70. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 510 Man ed Tie zel wissen b auchen, um die ich ige Handlung o nehmen zu können78." Nach Kenne h A ows U eil „we den die Lek ionen diese Beobach- ungen manchmal beim heu igen Modellbauen e gessen, besonde s bei de Be onung a ionale E wa ungen, die au seh ausgeklügel e Weise gebilde we den. ... Die An izipa ion de e schiedenen Wi scha s- subjek e basie en nich nu nich au demselben allgemeinen ökonomi- schen Modell, sie we den im allgemeinen un e einande be äch liche Un e schiede au weisen"79. Nich nu die Kos en de In o ma ionsgewinnung, sonde n auch die „op imale Wissens eilung" we den also bewi ken, daß die Wi scha s- subjek e E wa ungen nich a ional („wie die Vo he sagen de ele- an en ökonomischen Theo ie"80), sonde n au de G undlage op imal un olls ändige In o ma ionen bilden we den: Man weiß nich alles, sonde n so iel, wie ü En scheidungen nö ig, bekann und wi scha - lich is . Die Eigenscha en und die Wi kungen so gebilde e „un oll- kommene " E wa ungen weichen on jenen a ionale ab: Au un oll- s ändigen und Kos en e u sachenden In o ma ionen be uhend und in ganz e schiedenen indi iduellen Si ua ionen zus ande gekommenen, wi d es wohl auch zu — sys ema ischen .und nich nu zu älligen — indi iduellen Fehlp ognosen kommen müssen. De a igen „Übe a- schungen" we den die Wi scha ssubjek e wohl mi ku z is igen An- passungs eak ionen und Ko ek u en ih e E wa ungen zu begegnen e suchen ( ial and e o -P ozeß). Auch das „Ma k e gebnis", de kollek i e E ek de indi iduellen Disposi ionen, wi d bei bes ehende Möglichkei sys ema ische indi i- duelle Fehlp ognosen nu zu ällig mi den E wa ungen übe eins im- men, wie sie au g und eines „wah en Modells" gebilde wo den wä en. IV. Vom Nu zen de Theo ie a ionale E wa ungen Kommen wi zu ück au die F age, was man on de Theo ie a io- nale E wa ungen a ionale weise e wa en kann. Es wu de gezeig , daß ih e Annahmen .un ealis isch sind: Bes imm e In o ma ionen, die ü eine a ionale E wa ungsbildung e o de lich wä en, können un e keinen Ums änden bescha we den, denn mensch- liches Wissen bleib imme o läu ig und ehlba ; eine einhei liche 78 F. A. Hayek (1976 b), S. 115. 79 K. J, A ow (1978), S. 164 . 80 J. F. Mu h (1961), S. 316. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 .Theo ie a ionale E wa ungen" 511 E wa ungsbildung alle Wi scha ssubjek e is , da nu zu ällig und nich sys ema isch möglich, höchs unwah scheinlich, denn wede kann o ausgese z we den, daß die E wa ungsbildung de e schiedenen Wi scha ssubjek e nach einem einzigen „wah en S uk u modell" e olg , noch kann eine Gleich e eilung de In o ma ionen angenom- men we den. Ku z: Die Theo ie a ionale E wa ungen is keine adäqua e E - klä ung des Ve hal ens de Wi scha ssubjek e; sie s ell eine hin- eichende, abe keine hin eichende und wah e P ämissenmenge ü dessen Ablei ung da . So mag denn auch die These on de ollkomme- nen Ohnmach alle Wi scha spoli ik des S aa es, de en wegen die Theo ie Fu o e gemach ha , wah ode alsch sein, ih e Gül igkei is du ch die Theo ie a ionale E wa ungen jeden alls nich beg ünd- ba 81. Den eigen lichen Zweck, zu dem sie ( e mu lich) au ges ell wu de, ha sie also gla e ehl . Doch haben wi ih einige Nebene gebnisse zu e danken, de en We keines alls un e schä z we den soll e. Im Lich e de Theo ie a ionale E wa ungen konn en nämlich an- de e, mi ih um die E klä ung menschlichen Ve hal ens konku ie en- de Theo ien in du chg ei ende Weise k i isie we den. Die „Wei e des po en iellen Annahmen eldes (übe menschliches Ve hal en, M. T.), be- g enz au de einen Sei e du ch die Annahme o ale Igno anz und au de ande en Sei e du ch die Annahme .um assende In o mie hei "82, konn e en scheidend „eingeeng " we den, indem gezeig wu de, was nich de Fall sein kann. Dami is ein indi ek e E kenn nis o sch i e bunden, denn obwohl de zu e klä ende Sach e hal selbs nich adäqua e klä wi d, lie e die Theo ie doch Au schlüsse da übe , welche de bes ehenden E klä ungs e suche als unhal ba e wo en we den können. Nich g undsä zlich neu is die K i ik, die man aus de Sich de Theo ie a ionale E wa ungen an de Annahme ollkommene In- o mie hei üben kann: „Obwohl ollkommene Vo aussich siche - lich eine una ak i e Annahme is , bes eh die Ku nich no wendige - weise da in, nich - a ionale Annahmen zu e wenden, sonde n da in, s a dessen nich -de e minis ische Modelle zu en wickeln83." Wei in- 81 Denn nu bei wah en P ämissen sind auch die Konklusionen eines A gumen es imme (ode : „sys ema isch") wah . 82 M. J. M. Neumann (1979), S. 386. 83 R. J. Ba o, S. Fische (1976), S. 163. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 512 Man ed Tie zel e essan e scheinen die E gebnisse de K i ik on Theo ien au de ande en Sei e des „Annahmen eldes" zu sein. Schon aus de Sich de Theo ie adap i e E wa ungen iel die „Annahme o ale Igno anz" (z. B. bei En scheidungen du ch einen Zu allsgene a o ) ü menschliches Ve hal en als höchs un ealis isch aus. Abe e s die K i ik de Theo ie adap i e E wa ungen im Lich e de Theo ie a ionale E wa ungen wies au die bedeu ende Rolle hin, die heo e isches Wissen ü menschliches Handeln ha . In de Theo ie adap i e E wa ungen we - den die E wa ungen de Wi scha ssubjek e als das E gebnis singu- lä e In o ma ionen e klä ; e s die Theo ie a ionale E wa ungen zeig , daß bei de E wa ungsbildung auch nomologische In o ma ionen, Hypo hesen de Wi scha ssubjek e übe gese zmäßige, in a ian e ökonomische Zusammenhänge, ganz en scheidenden An eil haben84. Die K i ik de Theo ie a ionale E wa ungen e gab, daß sie ih e - sei s an eine S elle des „Annahmen eldes" lieg , wo (wegen de un- ealis ischen In o ma ionsp ämissen) noch „eine Wi scha s heo ie ü Engel, abe nich ü Menschen"85 be ieben wi d. Realis ische Annahmen we den i gendwo in de solche a einge- g enz en Spanne des „Annahmen eldes" liegen. Schon o as ün Jah zehn en wies Oska Mo gens e n den auch heu e noch gül igen Weg, „in welche Rich ung die wei e e Fo schung o zuse zen is ". E glaub e, „daß als bewiesen anzusehen is , daß es imme posi i e E wa ungen übe Zukün iges gib und daß diese E wa ungen mi einem gewissen G ade on Vo aussich e knüp sind, diese wiede um ein gewisses Mindes maß on Einsich in die ökonomischen Zusam- menhänge o ausse zen"86. Gewiß s ell die Theo ie a ionale E wa - ungen einen wei e en Sch i au diesem Wege da . (Alle emdsp achigen Zi a e wu den om Au o ins Deu sche übe agen) 84 Diese Ideen üh en z. B. auch zu K i ik ökonome ische Modelle mi kons an en Pa ame e we en ( gl. z.B. R. J. Shille [1978], S. 35). In e es- san is siche auch die Idee, daß die Abs ump ung keynesianische wi - scha spoli ische Ins umen e des demand managemen s auch dami zu un haben könn e, daß die Wi scha ssubjek e du ch E ah ung gele n haben, zu e ende e E wa ungen übe die Wi scha spoli ik zu bilden (ode : wenige Illusionen zu hegen) und diese besse zu an izipie en ( gl. A. Woll [1977], S. 60). 85 H. A nd (1949), S. 224. 86 O. Mo gens e n (1963), S. 68. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 ,Theo ie a ionale E wa ungen" 513 Li e a u e zeichnis J. Ake mann (1938), Das P oblem de sozialökonomischen Syn hese, Lund. — H. A nd (1949), Konku enz und Monopol in Wi klichkei , in: Jah büche ü Na ionalökonomie und S a is ik, Bd. 161, S. 229-296. — K. J. A ow (1978), The Fu u e and he P esen in Economic Li e, in: Economic Inqui y, Vol. XVI, S. 157 - 169. — R. J. 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OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11 Theo ie a ionale E wa ungen" 515 Willes (1980), „Ra ional Expec a ions" as a Coun e e olu ion, in: Public In e es , Special Issue, S. 81 - 96. — M. Willms (1977), Ende de Konjunk u - poli ik?, in: Wi scha sdiens , 57. Jg., S. 65 - 67. — A. Woll (1977), Keine neue Re olu ion in Sich , in: Wi scha sdiens , 57. Jg., S. 59 - 63. Zusammen assung Was kann man on de „Theo ie a ionale E wa ungen" a ionale weise e wa en? Die „Theo ie a ionale E wa ungen" kann die These on de Ohnmach jede disk e ionä en Wi scha spoli ik, die zu beweisen sie — e mu lich — en wickel wu de, nich adäqua e klä en. Ih e P ämissen sind un ealis isch und können dahe nu zeigen, wie de zu e klä ende Sach e hal mögliche weise, nich abe , wie e a sächlich zus andekomm : Bes imm e In o ma ionen, die ü eine a ionale E wa - ungsbildung e o de lich wä en, können un e keinen Ums änden bescha we den; eine einhei liche E wa ungsbildung alle Wi scha ssubjek e is , da nu zu ällig und nich sys ema isch möglich, höchs unwah scheinlich denn wede kann o ausgese z we den, daß die E wa ungsbildung nach einem einzigen „wah en S uk u modell" e olg , noch kann eine Gleich e - eilung de In o ma ionen angenommen we den. Zu den Ve diens en de Theo ie gehö , daß mi ih ein indi ek e E - kenn nis o sch i e bunden is , indem in ih em Lich e konku ie ende E wa ungshypo hesen du chg ei end k i isie we den konn en, und daß sie au die bedeu ende Rolle des heo e ischen Wissens ü die Bildung on E wa ungen hinweis . Summa y Wha can be a ionally expec ed o he "Theo y o Ra ional Expec a ions"? The " heo y o a ional expec a ions" can p o ide no adequa e explana ion o he hesis o he impuissance o all disc e iona y economic policy, o demons a e which i was — p esumably — de eloped. I s p emisses a e un ealis ic and i can he e o e only show how he si ua ion ha is o be explained possibly, bu no ac ually, a ises. Ce ain in o ma ion ha would be necessa y o a ional o ma ion o expec a ions can be p ocu ed unde ce ain ci cums ances; o ma ion o uni o m expec- a ions by all economic en i ies, being me ely coinciden al and no sys em- a ic, is possible bu highly imp obable, o i canno be p esupposed ha expec a ions will be o med in acco dance wi h a single " ue s uc u al model" and i canno be assumed ha in o ma ion is dis ibu ed e enly. One o he me i s o he heo y is ha i b ings indi ec cogni i e p og ess in ha , conside ed in he ligh o he heo y, i al expec a ion hypo heses could be ho oughly c i icized and ha i d ew a en ion o he impo an ole o heo e ical knowledge o he o ma ion o expec a ions. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.15.4.492 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:11