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Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion und Unterbeschäftigungsgleichgewicht

Farmer, Karl

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Farmer, Karl Article Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion und Unterbeschäftigungsgleichgewicht Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften (ZWS) - Vierteljahresschrift der Gesellschaft für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, Verein für Socialpolitik Provided in Cooperation with: Duncker & Humblot, Berlin Suggested Citation: Farmer, Karl (1986) : Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion und Unterbeschäftigungsgleichgewicht, Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften (ZWS) - Vierteljahresschrift der Gesellschaft für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, Verein für Socialpolitik, ISSN 0342-1783, Duncker & Humblot, Berlin, Vol. 106, Iss. 5, pp. 441-465, https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/291644 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. 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Sozialwissenschaften (ZWS) 106 (1986), S. 441 - 465 Duncker & Humblot, Berlin 41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion und Unterbeschäftigungsgleichgewicht Von Karl Farmer In dieser Arbeit wird der in der neueren Literatur, z.B. von Benassy (1976) und Negishi (1979), erhobene Anspruch, durch deterministische Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte (Temporäres Gleichgewicht mit Mengenrationierung, Konjekturales Gleichgewicht) das Keynesianische Unterbeschäftigungsgleichgewicht mikroökonomisch fundieren zu können, kritisch untersucht. 1. Einleitung: Der beschäftigungstheoretische Anspruch von Keynes' General Theory und die neoklassische „Konterrevolution" Nach wohl noch immer überwiegender Fachmeinung begründete Keynes (1936) in seinem Hauptwerk "The General Theory of Employment, Interest and Money" eine eigenständige Theorie des Niveaus der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung. Demgegenüber habe - wenn überhaupt - die bis Keynes herrschende Wirtschaftstheorie die Bestimmungsgründe des gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsniveaus von Ressourcen durch Anwendung der wahl(handlungs)- und markttheoretisch (= mikrotheoretisch)1 fundierten Wertund Verteilungstheorie analysiert. Diese von Keynes (1936) als „klassisch" bezeichnete Beschäftigungstheorie war - seinen eigenen Ausführungen zufolge2 - nur auf den Spezialfall der VoZZbeschäftigung aller prinzipiell vorgegebenen Ressourcen anwendbar. Mit seiner Theorie des „Unterbeschäftigungsgleichgewichts" versuchte er, eine (gegenüber der klassischen) allgemeine Theorie der tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung verfügbarer Produktionsfaktoren zu entwickeln. Nach einer theoriegeschichtlichen Auffassung3 ist Keynes bald zur Überzeugung gelangt, daß eine bloße Verallgemeinerung der klassischen Theorie nicht möglich war, sondern nur eine mehr oder weniger radikale alternative Grundlegung der gesamten Wirtschaftstheorie eine allgemeine Beschäfti1 Vgl. zu dieser Begriffsbildung Riese (1980), 11. 2 Vgl. Keynes (1936), chap. 2. 3 Vgl. zur folgenden Darstellung des Keynesschen „Forschungsprogramms" Riese (1980), Teil A, Kap. I. 28 Zeitschrift für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften 1986/5 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 442 Karl Farmer gungstheorie ermöglichen würde. In seiner einkommenstheoretisch fundierten Gleichgewichtstheorie der gesamtwirtschaftlichen (Unter-)Beschäftigung mit der Möglichkeit eines - im Hinblick auf die Vollbeschäftigungstendenz - defekten, aber sonst reibungslos funktionierenden Preismechanismus seien die Konsequenzen dieser anderen Basis möglichst eindrucksvoll zu Tage getreten. Keynes' Kritik an der klassischen Beschäftigungstheorie und der mit seiner Theorie von seinen Schülern verbundene Anspruch lösten eine bis heute andauernde Grundsatzdebatte in der Wirtschaftstheorie aus, die ihrer methodischen Brisanz wegen weit über den Bereich der Beschäftigungstheorie hinausreicht. Diese bereits fünfzig Jahre dauernde Diskussion verlief auf verschiedenen - teils methodischen, teils inhaltlichen - Ebenen und wechselndem Engagement prominenter Ökonomen, immer aber ging es um den theorieverändernden Kern der Keynesschen Argumentation. Obwohl zur Methode und zu den Inhalten der Keynesschen Theorie oft nur ein äußerst lockerer Zusammenhang besteht, wurden und werden mit in der Zeit abnehmender Intensität eigene theoretische Innovationen durch Hinweise auf ihre Verbindung zur Keynesschen Theorie als theoretisch fortschrittlich auszuweisen versucht. Diese Beobachtung trifft auch auf einen zentralen Bereich wirtschaftstheoretischer Arbeit, die sogenannte Allgemeine Gleichgewichtstheorie (= AGT) vor allem Walrasscher Provenienz4, zu. In der Tat spielte sich auf diesem Gebiet der Theorie die theoretische Auseinandersetzung der herrschenden Ökonomik mit dem Keynesschen Ansatz ab. In der Diskussion um die Bedeutung der Keynesschen Theorie für die AGT und umgekehrt, kann man aufgrund kursorischer theoriegeschichtlicher Betrachtung grob zwei Etappen unterscheiden5: Eine erste Phase, in der sich beide „Ansätze" mehr oder weniger unbeeinflußt voneinander entwickelten, und eine zweite Phase, in der vor allem im Rahmen der sogenannten Mikrofundierungsdiskussion6 die Beziehungen zwischen den Ansätzen in den Mittelpunkt des Interesses traten. Dabei ist zu beachten, daß Verbindungen durch die gemeinsame Verwendung der Gleichgewichtsmethode immer schon gegeben waren und auch recht bald nach der Publikation von Keynes' General Theory erkannt wurden. Nicht zufällig gelang es Hicks (1937) gerade in Anlehnung an die Walrassche Gleichgewichtsmethode die totalanalytischen Aspekte der Keynesschen Theorie in einer Weise zu erfassen, die auch „Nichteingeweihten" verständlich war, und auf diese Weise der Keynesschen Theorie Eingang in die 4 Weintraub (1985), 25, spricht vom „Neo-Walrasschem" Forschungsprogramm. 5 Vgl. Clower (1975). 6 Für einen Überblick vgl. Weintraub (1979). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 443 bis dahin herrschende Wirtschaftstheorie zu verschaffen. Für die Universitätsökonomik fand erst zu diesem Zeitpunkt die Keynessche Revolution statt. Die Folge war allerdings die Spaltung dieser bis dahin einheitlich einzelwirtschaftlich fundierten Wissenschaft. Die methodisch motivierte Trennung der Wirtschaftstheorie in zwei zueinander komplementäre Teilgebiete Makround MikroÖkonomik wird von nun an als inhaltlich fruchtbar anerkannt. Die Keynessche Kritik an der klassischen Theorie betrifft deren gesamtwirtschaftliche Aussagen, die - weitgehend in Analogie zu einzelwirtschaftlichen Analysen formuliert - nur unter den restriktiven Bedingungen des Sayschen Gesetzes7 Gültigkeit beanspruchen können. Da diese für eine monetäre Produktionswirtschaft nicht zutreffen, benötigt man eine selbständige Theorie des gesamtwirtschaftlichen Outputs und der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung, welche die klassische als Spezialfall enthält. Das aber ist genau der Platz, den die Keynessche Theorie ausfüllt. Die Vorstellung von der Komplementarität der mit verschiedenen Inhalten befaßten und sich unterschiedlicher Methoden bedienenden Teilbereiche der Wirtschaftstheorie findet ihren eindrucksvollsten Ausdruck in der von Samuelson (1948) so bezeichneten „neoklassischen Synthese": Die Bestimmungsgründe des Niveaus gesamtwirtschaftlicher Größen werden auf der Grundlage der Keynesschen MakroÖkonomik behandelt, die Allokation und Distribution der makrotheoretisch bestimmten Niveaugrößen werden im Rahmen der klassischen, d. h. Walrasianischen MikroÖkonomik untersucht. 2. Clowers Kritik an der neoklassischen Synthese und das Konzept der „Temporären Gleichgewichte mit Mengenrationierung" (= KTGR) Aber irgendwie war die neoklassische Synthese doch nicht geglückt. Dies wurde zunehmend deutlich, als nach einer Zeit intensiver Bemühungen um eine formal befriedigende Formulierung der mikroökonomisch fundierten AGT und relativer Stagnation der makrotheoretischen Entwicklung die Frage nach den mikroökonomischen, d. h. vor allem wahltheoretischen Grundlagen der Keynesianischen MakroÖkonomik immer dringender gestellt wurde. Denn während im wahltheoretisch fundierten Walrasschen Allgemeinen Gleichgewichtsmodell Arbeitslosigkeit nicht auftreten konnte, war im lediglich „verhaltenstheoretisch"8 fundierten Keynesschen Makro7 Nach Keynes (1936), 25/26, besagt dieses Gesetz "that the aggregate demand price (or proceeds) always accomodates itself to the aggregate supply price". 8 Vgl. zum Begriffsinhalt Riese (1980), 72. 28' OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 444 Karl Farmer gleichgewichtsmodell Vollbeschäftigung die eher zufällig zustandekommende Ausnahme als die Regel. Das Dilemma, dem die Vertreter der neoklassischen Synthese gegenüberstanden, hat Clower (1965) in seiner bereits klassischen Studie mit aller Deutlichkeit sinngemäß wie folgt formuliert: Entweder ist die Keynesianische Theorie in entscheidenden Punkten mit der Walrasschen unvereinbar oder Keynes hat uns theoretisch nichts Neues zu bieten. Clower selbst versuchte zu zeigen, daß ersteres der Fall ist und daher die neoklassische Konterrevolution nicht gelingen kann. Mit seiner Neuinterpretation der Keynesschen Konsumfunktion als wahltheoretisch fundierter Güternachfragefunktion unter den Bedingungen eines Walrasschen Ungleichgewichts (in diesem Fall Überangebot am Arbeitsmarkt) weist Clower gleichzeitig einen Ausweg aus dem Dilemma der neoklassischen Synthese und einen Weg zu einer wahltheoretisch fundierten, NichtWalrasschen AGT der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung. Die von Clower zur wahltheoretischen Begründung der Keynesschen Konsumfunktion verwendete „Duale Entscheidungshypothese" kann man auch auf das Wahlhandlungsproblem einer güterproduzierenden Unternehmung im Fall eines Überangebots auf dem entsprechenden Markt anwenden. Der Mengenabhängigkeit der nutzenoptimalen Konsumnachfrage entspricht eine Mengenabhängigkeit der gewinnoptimalen Arbeitsnachfrage. Unter gewissen Annahmen über den Tausch zu Nicht-Gleichgewichtspreisen kann in einem stark vereinfachten Aggregatmodell bei generellem Überangebot die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsmenge nicht höher als die gesamtwirtschaftliche Arbeitsnachfrage und das gesamtwirtschaftliche Produktionsniveau nicht höher als die gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage sein. Man kann dann in Anlehnung an die Problemformulierung von Barro / Grossman (1971) untersuchen, bei welchen Wertekombinationen von Preisund Lohnniveau ökonomisch plausible, durch die Marktgegenseite bestimmte Schranken für Beschäftigungsund Produktionsniveaus zu einer simultanen Realisierbarkeit der zieloptimalen Arbeitsund Konsumnachfragegrößen führen. Die Schranken für die Produktionsund Beschäftigungsniveaus übernehmen die equilibrierende Funktion der Preise im Walrasschen Modell. Dem Preisgleichgewicht im Walrasschen Modell entspricht ein Gleichgewicht in den Mengenschranken im Nicht-Walrasschen Mengenrationierungsmodell. Die Frage nun, unter welchen minimalen Voraussetzungen bei beliebig, aber fest vorgegebenen Nicht-Walras-Gleichgewichtspreisen ein Gleichgewicht mit Mengenrationierung existiert, erweckte bald das Interesse der formal-rigoros arbeitenden Totalgleichgewichtstheoretiker in der Arrow - Debreu - McKenzie (1954, 1959) Tradition. Dabei ging es nicht bloß um eine rein formale Verallgemeinerung der ganz einfachen Zwei-Güter-Zwei-(Repräsentativ-)Agenten-Modelle. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 445 Erst die disaggregierte Betrachtungsweise ließ nämlich ein wichtiges Problem einer Marktungleichgewichtssituation offensichtlich werden: Die Aufteilung der am Markt verfügbaren Menge auf die zu den herrschenden Preisen nicht alle vollständig zu befriedigenden Agenten. Im Falle eines Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage muß nicht nur für jedes Gut eine gesamtwirtschaftliche Schranke für die Summe der individuellen Transaktionsmengenpläne, sondern auch ein Schema individueller Schranken (= Rationierungsschema) eingeführt werden. Zu den elementaren Charakteristika eines reinen Preisallokationsmodells (Präferenzen, Produktionsmöglichkeiten, Erstausstattung) kommt in einem disaggregierten Mengenrationierungsmodell noch das Rationierungsschema. Anfang der Siebziger]ahre gelingt Benassy (1975) und Dréze (1975) sowie Grandmont / Laroque (1976) der Nachweis von (hinreichenden) Bedingungen für die Existenz von Gleichgewichten mit Mengenrationierung im üblichen Arrow-Debreu-Modellrahmen für beliebig, aber fest vorgegebene Preisoberund Preisuntergrenzen (welche im Extremfall zusammenfallen können und so die Fest-Preis-Annahme beinhalten). Entsprechend festgelegte Preisschranken implizieren Mengengleichgewichte, die Unterbeschäftigung (im Vergleich zur Walrasschen Vollbeschäftigung) und auch Arbeitslosigkeit (im Sinne eines Überschusses des Arbeitsangebots über die gleichgewichtige Beschäftigungsmenge) aufweisen können. Unterbeschäftigungssituationen können demnach nicht nur in einem bloß verhaltenstheoretisch fundierten Aggregatmodell, sondern auch in einem wahltheoretisch begründeten disaggregierten Marktmodell Walrasianischen Typs gleichgewichtstheoretisch analysiert werden. Walrassche Gleichgewichtslösungen schöpfen nicht die Menge der mikrotheoretisch begründbaren Gleichgewichtslösungen aus. Die Beschäftigungstheorie braucht weder auf die Gleichgewichtsmethode noch auf den mikrotheoretischen Standard post-Walrasscher Gleichgewichtsmodelle zu verzichten. Der vom modernen Theorieverständnis aus betrachtet fortschrittliche „Modellrahmen" der Walrasschen Theorietradition kann beibehalten werden, einzig das beschäftigungstheoretisch zu spezielle Walrassche „Gleichgewichtskonzept" muß zugunsten des Konzepts der „Temporären Gleichgewichte mit Mengenrationierung", kurz: KTGR9, aufgegeben werden. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß durch die Theorie der Gleichgewichte mit Mengenrationierung der Anwendungsbereich der wahltheoretisch fundierten AGT erheblich größer wurde, so daß auch Walrassche Ungleichgewichtssituationen wie z. B. Arbeitslosigkeit totalgleichgewichtstheoretisch untersucht werden können. 9 Vgl. den nach wie vor lesenswerten Überblicksartikel von Grandmont (1977). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 446 Karl Farmer 3. Die Fest-Preis-Annahme des KTGR als Ursache für dessen Inadäquanz als Mikrobasis des Keynesschen Unterbeschäftigungsgleichgewichts Allerdings darf der Erfolg, die allgemeine Gleichgewichtstheorie ohne Gefährdung ihrer methodischen Einheit auch auf Probleme der Unterbeschäftigungsanalyse anwenden zu können, nicht über ein grundsätzliches Problem des KTGR hinwegtäuschen. Diese Theorie enthält eine Annahme, die nicht nur in der Walrasschen Theorie fehlt, sondern darüber hinaus der weithin (wenigstens implizit) geteilten „Vision"10 von der Funktionsweise des Preismechanismus in einem rein marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem in ganz bestimmter Weise widerspricht. Gemeint ist hier die Annahme exogen vorgegebener Preise, die für alle individuellen Transaktionsakte verbindlich sind. Diese Fest-Preis-Annahme i. w. S. muß als eine zentrale Annahme des KTGR betrachtet werden. Insbesondere der beschäftigungsanalytisch erweiterte Anwendungsbereich der AGT mit Mengenrationierung resultiert aus der Einbeziehung der Mengenschranken als equilibrierende Variable. Mengenschranken als Gleichgewichtsvariable treten in einem sonst Walrasianisch strukturierten Marktkonkurrenzmodell nur auf, wenn die Preise ihre Rationierungsfunktion nicht oder nur eingeschränkt ausüben können. Exogen bedingte partiell oder total eingeschränkte Flexibilität der Preise entspricht aber gerade nicht der Vorstellung von der normalen Funktionsweise des marktwirtschaftlichen Preismechanismus. Keine bislang entwikkelte Wertund Preistheorie für das marktwirtschaftliche System enthält daher feste Preisgrenzen bzw. Festpreise als nicht begründungswürdige Annahme. Entweder kann mit dem KTGR das elementare Problem der Bestimmung von Preis-Mengenlösungen in einem normal, d. h. mit prinzipiell frei beweglichen Preisen funktionierenden marktwirtschaftlichen System nicht gelöst werden oder Nicht-Walrassche Theorien der Preis-Mengenbestimmung in der Marktwirtschaft können feste Preise bzw. für gewisse Wirtschaftseinheiten feste Preisgrenzen als Ergebnis ableiten. Auf keinen Fall kann mit dem KTGR allein erklärt werden, warum die Walrassche Vollbeschäftigungstheorie für die Untersuchung der Bestimmungsgründe der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung in einem funktionierenden marktwirtschaftlichen System im allgemeinen nicht angemessen ist. So bleibt dann nur die Möglichkeit, sich den „neoklassischen" Konterrevolutionären anzuschließen oder preistheoretische Begründungen für die Fest-Preisannahme im Rahmen eines alternativen Nicht-Walrasschen Gleichgewichtskonzeptes zu entwickeln. 10 Vgl. Schumpeter (1954), 41. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 447 4. Feste Preise als Gleichgewichtsphänomen im Konzept des Konjekturalen Gleichgewichts Den zuletzt genannten Ausweg aus den Problemen mit dem KTGR haben einige Vertreter der AGT, allen voran F. H. Hahn (1978), etwas systematischer untersucht. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist das Konzept der „ Konj ekturalen Gleichgewichte "11. Mit dem Konzept der Konjekturalen Gleichgewichte (= KKG) soll erklärt werden, warum Preise sich nicht ändern, obwohl im Walrasschen Sinne Marktungleichgewichte auftreten und Mengenrationierung notwendig ist. Der entscheidende Unterschied zum KTGR besteht darin, daß am Markt erfahrene Mengenschranken nicht „erzwungenermaßen", sondern im gewissen Sinn „freiwillig" eingehalten werden. Dieses freiwillige Einhalten der Mengenschranken ist in der „Einschätzung" (= „conjecture") der Wirtschaftseinheiten begründet, daß ein über die erfahrene Mengenschranke hinausgehender Transaktionswunsch nur zu subjektiv für ungünstiger gehaltenen Preisen befriedigt werden kann. In der Regel hängen diese subjektiven Vermutungen über Preis-Absatzsowie Preis-Beschaffungsmöglichkeiten von den gerade herrschenden Preisen und Mengenschranken ab. Je nach der Form dieser Preis-Mengen-Einschätzungen gibt es Nicht-Walrassche Preis-Mengen-Kombinationen, die einen simultanen Ausgleich der zieloptimalen aggregierten Angebotsund Nachfragepläne ermöglichen. Solche konjekturale Gleichgewichtslösungen können bei entsprechenden Preis-Mengen-Einschätzungen (der Wirtschaftseinheiten) eine im Vergleich zur Walrasschen Gleichgewichtslösung geringere Beschäftigung der angebotenen Ressourcen aufweisen, ohne daß eine Tendenz zur Beseitigung dieser (relativen) Unterbeschäftigung durch den Preismechanismus bestünde. Ressourcen sind unterbeschäftigt, weil unter den gegebenen Preis-Mengenbestimmungsbedingungen ein höheres Angebot nicht lohnend ist, obwohl unter Walrasschen Marktorganisationsbedingungen eine wechselseitig vorteilhafte Tauschsituation besteht. Wie im KTGR das Rationierungsschema als zusätzliches Basiselement des Gleichgewichtsmodells auftritt, spielen im KKG die Eigenschaften der subjektiven Preis-Mengen-Einschätzungen neben jenen der Präferenzen, Technologie, Erstausstattungsgrößen und subjektiven Zukunftsgrößenerwartungen eine wichtige Rolle. Mit gewissen Einschränkungen kann jede beliebig vorgegebene Preis-Mengenschranken-Kombination Gleichgewichtslösung im konjekturalen Sinne sein, wenn man die Eigenschaften der konjekturalen Relationen entsprechend wählt und bei dieser Auswahl keinerlei Restriktionen unterworfen ist.12 Bei faktisch beliebig vorgebbaren konjek11 Vgl. Hahn (1978) und Drazen (1980). 12 Vgl. John (1980). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 448 Karl Farmer turalen Relationen gibt es unendlich viele konjekturale Gleichgewichte, die man ähnlich wie in der Fest-Preis-Mengenrationierungstheorie je nach der Art der konjekturalen Relationen typisieren kann. Dies ist für die Erklärung der Ursachen einer bestimmten Unterbeschäftigungslösung von Bedeutung. So kann Unterbeschäftigung im Vergleich zur Walrasschen Beschäftigungsmenge nicht nur auf die Existenz und Form der konjekturalen Preis-Absatz-Funktionen der Arbeitsanbieter, sondern auch auf jene der Güteranbieter zurückzuführen sein. Unter gewissen Voraussetzungen kann ein derartiger Typ eines konjekturalen Gleichgewichts Unterbeschäftigung in genau der von Keynes (1936) definierten Form aufweisen:13 Bei der bestehenden Beschäftigungssituation führt eine geringe Senkung des Reallohnes zu einem Anstieg von Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot. 5. Negishis Diagnose der Ursachen für die beschäftigungstheoretische Sterilität des Walrasschen Gleichgewichtskonzepts So gesehen ist die Behauptung Negishis (1979), mit dem KKG die gleichgewichtstheoretische Mikrobasis der Keynesschen Makrobeschäftigungstheorie gefunden zu haben, auf den ersten Blick sehr einleuchtend. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man Negishis Argumentation in seinem Buch "The Microeconomic Foundations of Keynesian Macroeconomics" folgt. Sein Ziel besteht u. a. darin, zu erklären, warum mit der Walrasschen Gleichgewichtstheorie Unterbeschäftigung und unfreiwillige Arbeitslosigkeit nicht adäquat analysiert werden können, und wie in einem Allgemeinen Gleichgewichtsmodell „ohne Auktionator" auf der Grundlage des KKG unfreiwillige Arbeitslosigkeit erfaßt und damit erst ihre Ursachen theoretisch untersucht werden können. In einem ersten Schritt versucht Negishi also zu zeigen, warum die Walrassche Gleichgewichtstheorie unfreiwillige Arbeitslosigkeit im Keynesschen Sinne nicht erklären kann, um so auch die Ansatzpunkte für eine Nicht-Walrassche Gleichgewichtstheorie der Beschäftigung von Produktionsfaktoren zu finden. Anders als die Vorläufer und gewisse kontemporäre Vertreter der Mengenrationierungstheorie zieht Negishi explizit die beschäftigungstheoretische Relevanz der Walrasschen Theorie als Gleichgewichtstheorie in Zweifel. Im Walrasschen Gleichgewichtskonzept ist nämlich eine Annahme enthalten, die als unzulässige Abstraktion von der Preis-Mengenbestimmung auf den Güterund Faktormärkten eines marktwirtschaftlichen Konkurrenzsystems angesehen werden muß: die Annahme vollständig elastischer, 13 Vgl. Keynes (1936), 15. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 455 nitionen dieser Rationalität15 der subjektiven Preis-Mengeneinschätzungen entsprechende rationale Konjekturale Gleichgewichte existieren, und zwar auch dann, wenn im betrachteten Modell Walrassche Gleichgewichte möglich sind. Falls nur infinitesimal (= lokal) rationale Konjekturale Gleichgewichte (Hahn) im Vergleich zum Walrasschen Gleichgewicht geringere Beschäftigung aufweisen, kann die Ursache für Unterbeschäftigung in einem dezentralen Wirtschaftssystem auf individuell nicht bzw. nur unter hohen Kosten überwindbare Grenzen der Informationsbeschaffung über Markteinschätzungen anderer Marktteilnehmer etc. zurückgeführt werden. Diese für das Funktionieren eines dezentralisierten Wirtschaftssystems notwendigen subjektiven Preis-Mengen-Einschätzungen sind im Walrasschen Modell nicht erforderlich (und stören daher auch nicht die Annäherung an den Vollbeschäftigungszustand), weil die zentrale Instanz des Auktionators kostenlos all jene Informationen bereitstellt, die eine preisparametrische, dezentrale Mengenplanung überhaupt erst ermöglichen und auch individuell rational machen. Der Auktionator stellt ja erst sicher, daß im Parameter des relativen Preises alle individuell interessanten Informationen bezüglich der Pläne anderer Wirtschaftseinheiten enthalten sind, so daß eine individuelle, kostenverursachende Informationsbeschaffung über Preis-Einschätzungen anderer Wirtschaftseinheiten unterbleiben kann. Um nun wieder auf Negishis speziell beschäftigungstheoretisch relevantes Modell zurückzukommen, muß zunächst festgestellt werden, daß im Vergleich zu Hahns infinitesimaler Rationalität die Preis-Mengeneinschätzungen der repräsentativen Agenten in Negishis Modell nicht diesem Rationalitätserfordernis genügen. Dies kann bedeuten, daß Negishis konjekturales Unterbeschäftigungsgleichgewicht nur temporären Charakter hat, und in einer relativ stabilen Umwelt über Lerneffekte der Güterund Arbeitsanbieter ein Gleichgewicht mit höherer Beschäftigung zustandekommt. Für den Fall, daß die Investitionsgüternachfrage auf dem Walrasschen Vollbeschäftigungsniveau liegt, wird bei nicht zu unelastischen Preis-Absatzfunktionen der Anbieter eine Gleichgewichtsbeschäftigungsmenge nahe der Walrasschen realisiert. Aber auch für den Fall, daß die Anbieter „zunächst" relativ unelastische Preis-Absatzeinschätzungen haben, dürfte über einen Lernprozeß in einer relativ stabilen Umgebung eine Anpassung der erwarteten Preis-Elastizitäten der Nachfrage an die Preis-Elastizität der objektiven Nachfragefunktion stattfinden. Nur wenn die objektiven Nachfragefunktionen geringe Preiselastizität aufweisen, werden die Anbieter ihre subjektiven Elastizitätseinschätzungen nicht ändern, so daß eine Unterbeschäftigungssituation von der Motivation der Individuen her betrachtet tatsächlich Dauercharakter haben kann. 15 Vgl. Hahns (1977) infinitesimale Rationalität. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 456 Karl Farmer Als Ergebnis dieser Überlegungen kann festgehalten werden: Wenn - wie im Negishi-Modell - die subjektiven Preis-Absatzfunktionen der repräsentativen Anbieter nur in einem Punkt mit den objektiven Nachfragefunktionen übereinstimmen, dürfte ein konjekturales Unterbeschäftigungsgleichgewicht nur temporären Bestand haben. Falls das gesamtwirtschaftliche Investitionsgüternachfrageniveau die Walrassche Größe aufweist, kann über einen Lernund Anpassungsprozeß der Anbieter letztlich sogar die Walrassche Beschäftigungsmenge realisiert werden. Dies ist um so wahrscheinlicher, je mehr Informationen die repräsentativen Anbieter über die objektiven Nachfragefunktionen haben. In Analogie zu den streng bewiesenen Ergebnissen von Hahn (1978) und Gate (1978) für völlig disaggregierte Tauschmodelle kann für den Extremfall, daß die repräsentativen Anbieter die objektiven Nachfragefunktionen zur Gänze kennen, vermutet werden, daß keine Nicht-Walrassche Konjekturale Gleichgewichtslösung existiert. Das ist zwar noch lange kein Nachweis, daß der „Marktmechanismus" automatisch die Vollbeschäftigung der Ressourcen bewerkstelligt; aber dieses für eine Produktionswirtschaft zunächst noch vermutete Ergebnis weist doch recht klar darauf hin, daß Unterbeschäftigung und ihre Beharrungstendenz im Rahmen der Theorie Konjekturaler Gleichgewichte entweder auf Informationsmängeln, die in einem entscheidungsdezentralisierten System zum Teil durch Lernprozesse der Wirtschaftseinheiten und/oder Informationspolitik Dritter behoben, bis zu einem gewissen Grad aber auch nicht überwunden werden können, oder bei entsprechend hohem Informationsstand auf spezifische Eigenschaften der objektiven Faktoren wie Präferenzen, Technologie und Erstausstattung zurückgeführt werden müssen. Die Zweifel an der Endgültigkeit der Lösung des Mikrofundierungsproblems durch das KKG verstärken sich noch, wenn man von einer Analyse der Ursachen für die Beharrung Stendern einer Unterbeschäftigungslösung zu einer Untersuchung der Ursachen des Unterbeschäftigungsniveaus übergeht. Nun kann in einer Gleichgewichtsanalyse die unfreiwillige Unterbeschäftigung in einem Gleichgewichtsmodell nur durch den Vergleich mit der Gleichgewichtsbeschäftigungsmenge eines Alternativmodells definitorisch erfaßt und gemessen werden. Daher können auch die modelltheoretischen Ursachen für das Unterbeschäftigungsniveau in einem marktwirtschaftlichkapitalistischen Wirtschaftssystem nur durch den Vergleich der Modellstruktur und der Rahmenbedingungen der betrachteten Alternativen hinterfragt werden. Im vorliegenden Fall unterscheiden sich die Modellalternativen sowohl hinsichtlich der Form der Systemrelationen als auch hinsichtlich des Niveaus der modellexogenen Investitionsgüternachfrage. Zusätzlich besteht eine Abhängigkeit zwischen dem Niveau der Datenvariable „Investitionsgüternachfrageniveau" und der Form der Systemrelationen. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 457 Die Bedingungen des Walrasschen Gleichgewichtskonzepts sind konsistent nur anwendbar, wenn das Investitionsgüternachfrageniveau eine ganz bestimmte Höhe hat. Jede Abweichung nach unten erfordert die Anwendung des KKG, falls eine konsistente Gleichgewichtsanalyse durchgeführt werden soll. Unter Berücksichtigung der Einschränkung, daß bei einem Investitionsgüternachfrageniveau, das unter dem Walrasschen liegt, eine konsistente, gleichgewichtstheoretische Bestimmung der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung auf der Grundlage des Walrasschen Gleichgewichtskonzepts gar nicht mehr möglich ist, kann die relative Unterbeschäftigung im konjekturalen Gleichgewichtsmodell von Negishi doch eindeutig auf das relativ geringere Investitionsgüternachfrageniveau und damit auf eine fehlende effektive Nachfrage zurückgeführt werden. So gesehen bietet die Anwendung des KKG keine neue Erkenntnismöglichkeiten für die Ursachenanalyse der Unterbeschäftigung. 8. Die (unbeachtete) Komplementarität zwischen Nicht-Walrasschem Gleichgewichtskonzept und Nicht-Walrasschem Konzept der Investitionsbestimmung als Grenze einer ausschließlich gleichgewichtskonzeptionellen Mikrofundierung des Keynesschen Unterbeschäftigungsgleichgewichts Man darf nicht unbegründet vermuten, daß gerade für den Versuch, die Grenzen beschäftigungstheoretischer Nützlichkeit Nicht-Walrasscher Gleichgewichtskonzepte aufzuzeigen, die Konzentration auf einen produktionsund akkumulationswirtschaftlichen Modellrahmen notwendig ist. An dem Modell einer reinen Tauschwirtschaft lassen sich im Prinzip nur die preistheoretischen Grenzen (und auch Möglichkeiten) der bisher diskutierten Gleichgewichtskonzepte untersuchen. Tatsächlich besteht die seit etwa zwanzig Jahren laufende Mikrofundierungsdebatte im Kern darin, die beschäftigungstheoretische Sterilität des Walrasschen Gleichgewichtskonzepts ausschließlich durch Veränderung seiner preistheoretischen Voraussetzungen in Form Nicht-Walrasscher Preis-Mengen-Gleichgewichtskonzeptionen zu überwinden. Nach dieser Auffassung führt eine empirisch reichhaltige und mikrotheoretisch befriedigende Preistheorie des Gütertausches direkt zu einer interessanten Theorie der Produktion und Beschäftigung in einer monetären ProduktionsAkkumulationswirtschaft.16 Da man sich aus methodischen Gründen nur mit der formalen Analyse von reinen Gütertauschmodellen oder auch quasitauschwirtschaftlichen Produktionsmodellen befaßt, reduziert sich das 16 Diese Auffassung entspricht gemäß Negishi (1979) genau Walras' eigenem methodischen Vorgehen. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 458 Karl Farmer beschäftigungstheoretisch interessante Mikrofundierungsproblem tatsächlich auf die Suche nach einem preistheoretisch angemessenen und beschäftigungstheoretisch nicht zu restriktiven Preis-Mengen-Gleichgewichtskonzept. Ein Blick in die Theoriegeschichte der Mikrofundierungsdiskussion (allgemeiner: der Diskussion der gleichgewichtstheoretischen Grundlagen der MakroÖkonomik) zeigt jedoch, daß die beschäftigungstheoretische Sterilität der Walrasschen Theorie weniger auf das darin enthaltene Gleichgewichtskonzept und dessen preistheoretisch unhaltbare Implikationen, als vielmehr auf deren unrealistischer „Vision" des Produktionsund Akkumulationsprozesses und der entsprechenden modellmäßigen Abbildung dieses Prozesses zurückgeführt wurde.17 So wurden z. B. von Morishima (1977) die klassischen Eigenschaften der Walrasschen Konzeption der gesamtwirtschaftlichen Investitionsfunktion (= Walrassche „Investitionskonzeption"), die weiter oben bereits ansatzweise dargestellt wurde, besonders betont. Die Keynesianische Kritik an der klassisch-Walrasschen Investitionskonzeption und deren Revitalisierung durch die neoklassische Wachstumstheorie in den Fünfzigerund Sechziger jähren wurde von den Makrotheoretikern der neueren Theoriegeschichte jedoch so weitgehend akzeptiert, daß trotz beträchtlicher Diskussionen um die mikroökonomischen Grundlagen der Keynesianischen Investitionskonzeption18 die Walrassche Alternative faktisch überhaupt nicht mehr in Betracht gezogen wurde. Dies führte u. a. dazu, daß die Annahmen der Keynesianischen Investitionskonzeption entweder nicht mehr diskutiert oder die Angemessenheit der Annahmen zur Fundierung der Investitionskonzeption in der investitionstheoretisch erklärten Unterbeschäftigungssituation als gegeben akzeptiert wurde. Diese Kritik trifft besonders auf die in dem vergangenen Jahrzehnt entwickelten Makro-„Ungleichgewichtsmodelle" (besser: Nicht-Walrassche Makrogleichgewichtsmodelle), angefangen mit dem Mengenrationierungsmodell von Barro / Grossman (1971) über deren Modell (1976) bis zu den Modellen von Negishi (1979) und Malinvaud (1980) zu. Entweder wird eine reine Konsumptions-Produktionswirtschaft analysiert, wo das Problem der Bestimmungsgründe der Investitionstätigkeit definitionsgemäß nicht auftritt19 oder das gesamtwirtschaftliche Investitionsniveau wird bei impliziter Zugrundelegung der Keynesianischen Konzeption modellexogen festgelegt20 oder die gesamtwirtschaftliche Investitionsnachfrage wird im Rahmen der Keynesianischen Konzeption wahl17 Vgl. dazu Sen (1963) und Morishima (1977). 18 Einen guten Überblick über diese Diskussion bietet nach wie vor Ebel (1978). 19 So etwa Barro / Grossman (1971) und viele andere. 20 So vor allem Malinvaud (1977) und Negishi (1979), chap. 7. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 459 theoretisch begründet, ohne daß allerdings die Angemessenheit der dazu verwendeten Annahmen in der zu analysierenden Unterbeschäftigungssituation problematisiert wird21. Selbstverständlich taucht das Problem der Bestimmung und Begründung der Investitionskonzeption nur bei der Analyse einer Modellwirtschaft mit Produktion von Gütern und Akkumulation von Vermögenswerten auf. Nur wenn man an die beschäftigungstheoretische Analyse solcher Modellwirtschaften geht, wird deutlich, daß es im Rahmen einer methodisch befriedigenden Mikrofundierung der Theorie der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung nicht nur um die Entwicklung eines mikrotheoretisch fundierten und beschäftigungstheoretisch befriedigenden Gleichgewichtskonzepts, sondern auch um die Erarbeitung eines mikrotheoretisch fundierten Investitionskonzepts geht. Dabei werden die (wechselseitigen) Abhängigkeiten zwischen Investitionskonzeption und Gleichgewichtskonzeption besonders beachtet werden müssen. Daß solche Beziehungen bestehen, läßt sich beispielhaft am Zusammenhang zwischen Walrasscher Investitionskonzeption und konjekturalem Unterbeschäftigungsgleichgewicht zeigen. Bei Walrasscher Investitionskonzeption in einem Zwei-Sektoren-Modell kann ein Investitionsgütermarkt mit voneinander unabhängigem Investitionsgüterangebot und Investitionsgüternachfrage nicht identifiziert werden, weil die von den Sachkapitalverwendern insgesamt geplante Akkumulationsmenge (= Investitionsgüternachfrage) wahltheoretisch nicht eindeutig bestimmbar ist und daher nur über die Markträumungsbedingung determiniert werden kann. Da die Marktnachfragemenge ausschließlich durch die Marktangebotsmenge eindeutig bestimmt werden kann, gibt es kein Preissystem bei dem diese beiden Mengen nicht übereinstimmen, weshalb auch nie Mengenrationierung erforderlich ist. Die nutzenoptimalen Akkumulationsmengen sind unbestimmt, weil in einem deterministischen Entscheidungskalkül ohne Transaktionsund Anpassungskosten22 positive Mengen von allen Vermögensobjekten nur akkumuliert werden, wenn die Ertragsraten der geplanten akkumulierten Bestände der verschiedenen Vermögensobjekte gleich hoch sind.23 Ersetzt man das Walrassche Preis-Gleichgewichtskonzept auf den Faktorund Produktmärkten durch das konjekturale, behält ersteres aber auf den Vermögensmärkten bei, bleibt die Indeterminiertheit der Komponenten des nutzenoptimalen Vermögens am Periodenende erhalten. Der Grund 21 Dazu Barro / Grossman (1976), chap. 3, Negishi (1979), chap. 11 und Malinvaud (1980). 22 Das Fehlen streng konvexer Transaktionsund Anpassungskosten bei der Allokation von Investitionsgütern ist eine notwendige Bedingung der Walrasschen Investitionskonzeption. Vgl. dazu Kap. 3 von Farmer (1985). 23 Vgl. dazu Farmer (1985), Kap. 3. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 460 Karl Farmer dafür ist, daß die Walrassche Investitionskonzeption auch bei Walrasscher Preis-Gleichgewichtskonzeption auf den Produktund Faktormärkten (zwar wahltheoretisch determinierte) Fest-Preise für Investitionsgüter voraussetzt. Auf dem Investitionsgütermarkt gelten bei Walrasscher und (Nicht-Walrasscher) konjekturaler Preis-Gleichgewichtskonzeption dieselben Gleichgewichtsbedingungen. Noch mehr: die vollständig elastische (= Walrassche Form der) konjekturale(n) Preis-Absatzfunktion des repräsentativen Investitionsgüterherstellers ist sogar global rational, weil die objektive Investitionsgüternachfrage bei dem wahltheoretisch determinierten Investitionsgüterpreis vollständig elastisch ist. Daraus folgt, daß in einem konjekturalen Gleichgewicht bei Walrasscher Investitionskonzeption eine eventuelle Unterbeschäftigung immer nur „klassischer" Art24 sein kann. „Unfreiwillige" Arbeitslosigkeit wegen eines aggregierten Nachfragedefizits gibt es nicht. Anders ausgedrückt: Die von Malinvaud popularisierte Typologie25 von Mengenrationierungsgleichgewichten kann bei Walrasscher Investitionskonzeption nicht mehr aufrechterhalten werden, weil auf dem Investitionsgütermarkt weder der Typ der „Keynesschen Arbeitslosigkeit" noch der „klassischen Arbeitslosigkeit" (Übernachfrage am Produktmarkt, Überangebot am Arbeitsmarkt) auftreten kann. Diese an einem Beispiel skizzenhaft dargestellte Abhängigkeit der Anwendungsmöglichkeiten und Ergebnisse eines bestimmten Gleichgewichtskonzepts von der investitionstheoretischen Konzeption gilt aber auch umgekehrt. Die Eigenschaften einer bestimmten investitionstheoretischen Konzeption, vor allem die Art ihrer mikrotheoretischen Begründung, hängen vermutlich vom zugrundegelegten Gleichgewichtskonzept ab. In Analogie zu Clowers Begründung der Keynesianischen Konsumfunktion auf der Basis eines Nicht-Walrasschen Gleichgewichtskonzeptes können ähnliche Ergebnisse auch für die Keynesianische Investitionsfunktion erwartet werden. In der Tat hat Grossman bei Anwendung des KTGR in einem Makromodell einer Produktions-Akkumulationswirtschaft eine akzeleratorähnliche Mengenabhängigkeit der Investitionsgüternachfrage nachgewiesen, während bei Zugrundelegung des Walrasschen Gleichgewichtskonzepts „nur" die übliche Zinsabhängigkeit begründet werden kann.26 Schließlich kann Negishi in einem ähnlich strukturierten konjekturalen Gleichgewichtsmodell die vieldiskutierte Zinsunelastizität der Investitionsgüternachfrage bei gewissen Nicht-Walrasschen Marktkonstellationen wahltheoretisch begründen.27 24 Keynes (1936), chap. 2. 25 Malinvaud (1977), 29 ff. 26 Vgl. Grossman (1972). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 461 Damit ist an Beispielen eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen Gleichgewichtskonzept und Investitionskonzept aufgezeigt. Aufgrund dieser Interdependenz kann insbesondere die beschäftigungstheoretisch bedeutsame kritische Würdigung in neuerer Zeit entwickelter Nicht-Walrasscher Gleichgewichtskonzepte nicht unabhängig von der Analyse alternativer Investitionskonzepte erfolgen. Das bislang in der Literatur praktizierte Vorgehen entspricht nicht dieser Erkenntnis. Soweit dem Verfasser bekannt, entwickeln sich die Diskussionen um makroökonomisch interessante und mikrotheoretisch fundierte Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte fast völlig unabhängig von der Debatte um die mikroökonomische Begründung gesamtwirtschaftlicher Investitionskonzeptionen, insbesondere der Keynesianischen. Vor allem die Abhängigkeit der Bedeutung der einzelnen Gleichgewichtskonzepte von der zugrundegelegten Konzeption der gesamtwirtschaftlichen Investitionsfunktion wird viel zu wenig beachtet. 9. Die Inkonsistenz der Keynesianischen Investitionskonzeption als Grenze für die Möglichkeit einer Mikrofundierung des Keynesschen Unterbeschäftigungsgleichgewichts durch deterministische Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte Aber auch wenn dieser Abhängigkeit, wie z. B. von Negishi (1979) oder Morishima (1977), Rechnung getragen wird, bleibt noch das weitere Problem einer mikroökonomisch überzeugenden Begründung einer Investitionskonzeption, die zusammen mit dem relativ überzeugendsten NichtWalrasschen Gleichgewichtskonzept (d. h. dem KKG) Unterbeschäftigung gleichgewichtstheoretisch erklären läßt. An dieser Stelle ist an Ebels Überlegungen zur mikroökonomischen Begründung einer Keynesianischen Investitionsfunktion im Unterbeschäftigungsgleichgewicht zu erinnern.28 Ebel kommt zum Ergebnis, daß in deterministischen neoklassischen Mikromodellen eine wahltheoretisch begründbare Investitionsgüternachfrage Keynesianischen Typs nur bei steigenden Grenzkosten der Kapitalbestandsanpassung abgeleitet werden kann. Steigende Grenzkosten der Kapitalbestandsanpassung sind aber äußerst schwer mit einer Situation gesamtwirtschaftlich unterbeschäftigter Ressourcen zu vereinbaren. Ebels Ergebnisse sind nun insofern bedeutsam als in einem Konjekturalen Gleichgewicht Keynesianische Unterbeschäftigung aufgrund fehlender Güternachfrage in allen Sektoren nur auftreten kann, wenn die Investi27 Vgl. Negishi (1979), Kap. 11. 28 Vgl. Ebel (1978). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 462 Karl Farmer tionsgütermengen wahltheoretisch eindeutig determiniert sind. Hinreichend dafür sind in einem deterministischen Vermögensallokationsmodell steigenden Grenzkosten der Kapitalstockanpassung, eine Annahme, die in der zu analysierenden Situation gleichfalls nicht oder nur schwerlich zu halten ist. Sind andererseits die Grenzkosten der Kapitalstockanpassung konstant (gleich Null), wie in einer Unterbeschäftigungssituation viel eher angenommen werden muß, dann kann - wie bereits oben gezeigt - in einem Konjekturalen Gleichgewicht nie Keynessche Unterbeschäftigung mit Rationierung von Arbeitsund Güteranbietern auftreten. Daraus folgt, daß entweder deterministische neoklassische Allgemeine Gleichgewichtsmodelle mit Nicht-Walrasschen Gleichgewichtskonzepten nicht zur Mikrofundierung des Keynesianischen Unterbeschäftigungsgleichgewichts verwendet werden können, oder ein Keynesianisches Unterbeschäftigungsgleichgewicht überhaupt keine_ (Nicht-Walrassche) Gleichgewichtslösung sein kann. Im ersten Fall bliebe zu prüfen, ob stochastische neoklassische AGM andere Ergebnisse aufweisen. Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte mit stochastischer Rationierung wurden bereits entwickelt29, die Prüfung ihrer beschäftigungstheoretischen Fruchtbarkeit bei Berücksichtigung der Investitionskonzeption steht noch aus. Im zweiten Fall hätten die neoklassischen Konterrevolutionäre wieder einmal eine gewisse theoretische Unterstützung für ihren Optimismus hinsichtlich der Vollbeschäftigungstendenz des marktwirtschaftlichen Systems erhalten. 10. Zusammenfassung und Schlußfolgerung In dieser Arbeit wurde der in der neueren Literatur, z. B. von Benassy (1976) und Negishi (1979), erhobene Anspruch, durch deterministische Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte (Temporäres Gleichgewicht mit Mengenrationierung, Konjekturales Gleichgewicht) das Keynesianische Unterbeschäftigungsgleichgewicht mikroökonomisch fundieren zu können, kritisch untersucht. In Form eines theoriegeschichtlichen Überblicks wurden zuerst die im Hinblick auf diesen Anspruch immanenten Mängel dieser Gleichgewichtskonzepte dargestellt. Während im Konzept des TGR wegen marktwirtschaftlich allerdings nur schwer begründbaren Preisschranken Unterbeschäftigung eine langfristige Gleichgewichtslösung sein kann, führen im KKG (zwar endogen begründbare) Preisrigiditäten zu allenfalls auf Informationsmängel zurückzuführenden Unterbeschäftigungslösungen. 29 Vgl. Honkapohja / Ito (1985). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 Gleichgewichtskonzept, Investitionsfunktion 463 Weitere Schwächen der in der Literatur vorgebrachten Nicht-Walrasschen Begründungen der Keynesianischen Unterbeschäftigung treten zu Tage, wenn man die älteren investitionstheoretischen Begründungen Keynesianischer Unterbeschäftigung in die Betrachtung miteinbezieht. Dann zeigt sich, daß bei konsistenten produktionstheoretischen Voraussetzungen in einem Konjekturalen Gleichgewicht Keynesianische Unterbeschäftigung (wegen der implizierten Gültigkeit des Sayschen Gesetzes) nie auftreten kann bzw. eine Keynesianisches Unterbeschäftigungsgleichgewicht nur bei produktionstheoretisch schwer zu rechtfertigenden steigenden Grenzkosten der Kapitalbestandsanpassung vorkommen kann. Die Mikrofundierung Keynesianischer Unterbeschäftigungsgleichgewichte im Rahmen deterministischer neoklassischer Allgemeiner Gleichgewichtsmodelle mit Hilfe Nicht-Walrasscher Gleichgewichtskonzepte ist demnach (noch) nicht zufriedenstellend gelungen. Zusammenfassung In dieser Arbeit wird der in der neueren Literatur, z. B. von Benassy (1976) und Negishi (1978), erhobene Anspruch, durch deterministische Nicht-Walrassche Gleichgewichtskonzepte (Temporäres Gleichgewicht mit Mengenrationierung, Konjekturales Gleichgewicht) das Keynesianische Unterbeschäftigungsgleichgewicht mikroökonomisch fundieren zu können, kritisch untersucht. In Form eines theoriegeschichtlichen Überblicks werden zuerst die im Hinblick auf diesen Anspruch immanenten Mängel dieser Gleichgewichtskonzepte dargestellt. Dann wird gezeigt, daß diese Gleichgewichtskonzepte noch weniger zur Mikrofundierung eines Keynesianischen Unterbeschäftigungsgleichgewichts geeignet sind, wenn man die Konzeption der Investitionsbestimmung in den betrachteten allgemeinen Gleichgewichtsmodellen miteinbezieht. Summary In this paper the recently often heard proposition explicitly stated by Benassy (1976) and Negishi (1979) that Keynesian unemployment equilibria can be microtheoretically founded by Non-Walrasian equilibrium concepts (= Temporary equilibrium with quantity rationing, conjectural equilibrium) is critically examined. By means of a short historical survey the immanent shortcomings of both equilibrium concepts with respect to the above-stated proposition are analysed. The weakness of Non-Walrasian general equilibrium foundations of Keynesian unemployment is further accentuated if one takes into account the investment-theoretical foundations of non-Walrasian general equilibrium models. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.106.5.441 | Generated on 2023-04-04 12:07:41 464 Karl Farmer Literatur Arrow, K. J. / Debreu, G. (1954), Existence of an Equilibrium for a Competitive Economy. Econometrica 22, 265 - 290. Barro, R. J. / Grossman, H. I. (1971), A General Disequilibrium Model of Income and Employment. American Economic Review 60, 82 - 93. — / — (1976), Money, Employment and Inflation. London. Benassy, J.-P. (1975), Neo-Keynesian Disequilibrium Theory in a Monetary Economy. Review of Economic Studies 42, 503 - 523. — (1976), Theorie du Desequilibre et Fondements Microeconomiques de la Macroeconomie. Revue Economique 27 (5), 755 - 804. Clower, R. W. (1965), The Keynesian Counterrevolution: A Theoretical Appraisal, in: Hahn, F. H. und Brechling, R. P. (eds.), The Theory of Interest Rates. London. — (1975), Reflections on the Keynesian Perplex. Zeitschrift für Nationalökonomie 35, 1-24. 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