Das Rätsel "Volkswirtschaft"
Abstract
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Full text
K öll, Michael
A icle
Das Rä sel "Volkswi scha "
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K öll, Michael (1953) : Das Rä sel "Volkswi scha ", Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
73, Iss. 3, pp. 1-30,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.73.3.1
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257] 1
Das Rä sel „Volkswi scha "
Von
Michael K öll
-
Wien
Inhal s e zeichnis: I. Das säkula e P oblem: 1. De ehlende G undbeg i S. 1. —
2. Fo mlose Wissenscha S. 6. — II. Eine Lösung im Geis e Smi h4: 1. A bei als
wah es Wi scha sgu S. 10. — 2. Volkswi scha als A bei sgemeinscha S. 13. —
Sich ung des E gebnisses S. 18. — III. Die Wi scha swissenscha en: 1. Volks-
wi scha und Gü e ausch S. 21. — 2. Volkswi scha und Wohl ah ss aa S. 24 —
3. Die Einhei de Leh e S. 28.
I. Das säkula e P oblem
1. De ehlende G undbeg i
S o m b a lei e sein me hodologisches Al e swe k „Die d ei
Na ionalökonomien" mi dem Sa ze ein: „In de Na ionalökonomie is
alles unbes imm , soga de Gegens and . . . und das is eine Eigena ,
die sie mi keine ande en Wissenscha eil , die nu die Philosophie
mi ih gemeinsam ha ", wobei e de Philosophie o enba einen den
Wissenscha en übe geo dne en Rang zue kenn . Somba lieb s a ke
E ek e, iele seine Fo mulie ungen bedü en eine Milde ung, abe
den zi ie en Sa z muß jede Na ionalökonom bes ä igen, mag e da -
übe noch so bed ück sein; als Milde ungsg und könn e e höchs ens
o b ingen, daß in de Schwes e wissenscha Soziologie noch meh Ve -
wi ung bes ehe und daß dies übe haup das Schicksal eine jungen
Wissenscha sei, wie schon I. S . M i 11 he o gehoben ha . Üb igens be-
gib sich Somba selbs ga nich au die Suche nach dem G undbeg i ,
e se z sich bekann lich nu das Ziel, zwischen ich ende , o dnende
und e s ehende Me hodei zu un e scheiden und nu die le z genann e
anzue kennen. Auch im angelsächsischen Be eiche is man sich de Un-
bes imm hei des E kenn nisobjek es bewuß . Dies bezeug im neues en
Sch i um R o b b i n s, de in seinem „Essay on he na u e and
signi icance o economic science" bei allem englischen Unde s a emen
bekenn , daß un e dem Mangel de G undbeg i e „ epu a ion o
Economics su e s", de abe in seinem Lösungs e suche auch kaum
Schmolle s Jah buch LXXIII, 3 1
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2 Michael K oll [258
Neues o zub ingen ha . Die Na ionalökonomie en beh nach wie o
eines G undbeg i es und dami eine Abg enzung ih e Fo schungs-
au gabe und eine es en Me hode.
T os und Ho nung knüp en sich da an, daß wenigs ens übe den
Beg i des „Wi scha ens" als eines bes imm en Handelns kein ie -
g ei ende Zwei el bes eh , denn diese Beg i muß doch wohl auch de
Schlüssel ü den de „Volkswi scha " sein. Wenn es nun abe kaum
ein Leh buch gib , das nich schon einlei end das „wi scha liche P in-
zip" en wickel , so is doch auch dessen Fo mulie ung nu sel en ganz
eindeu ig. In de klassischen Epoche ha man das Haup gewich au die
objek i e Sei e geleg , also au das S eben, mi ge ings en Kos en
höchs en E ag zu e zielen, was besonde s ü die P oduk ion, also
ü den Be ieb ich unggebend is . Sei dem Au kommen de G enz-
nu zenleh e abe leg man das Haup gewich au die subjek i e
Sei e, nämlich au das S eben, die Bedü nisse in jene Rango dnung
zu be iedigen, die bei ge ings em Lus e zich höchs en Lus gewinn
e b ing , wie dies ü die Konsum ion, also ü den Haushal ich ung-
gebend is . Eine zusammen assende De ini ion abe s eh aus und bei
dem Ve suche, mi ih aus dem Gesam e hal en des Menschen einen be-
s imm en Be eich als Wi scha en he auszugliede n, begegne die
Theo ie übe dies dem Einwände, daß das wi scha liche P inzip im
G unde ein allgemeines Ve nun p inzip sei, welches de a ionale
Mensch nich nu bei seinen ma e iellen, sonde n bei allen Ziel-
se zungen übe haup e olge
T os und Ho nung schwinden auße dem asch wiede , wenn man sich
den nich ssagenden De ini ionen gegenübe sieh , mi denen auch die
uni e sells en Na ionalökonomen den eigen lichen G undbeg i e -
ledigen. Die Volkswi scha sei ein „Inbeg i on Einzelwi scha en"
bzw. de „Inbeg i de Wi scha shandlungen eines Volkes"
(Schmolle )2 ode eine „o ganisie e Komplika ion on Einzelwi -
scha en" bzw. „eine zu höhe e Einhei e bundene Vielhei on
Einzelwi scha en" (Menge ) ode die „Wi scha eines Volkes inne -
halb eine bes imm en sozialen O dnung" (Philippo ich) ode die „Wi -
scha eines Volkes un e einem sozial ech lichen Gesich spunk e" (Diehl)
und de gleichen meh . Nich wenige begnügen sich übe haup nu mi
dem Beg i e „Wi scha ", so Wiese ode Schumpe e ode Voig 3. All
1 Auseinande se zungen neue en Da ums übe dieses Thema b ingen P eise :
„Das Ra ionalp inzip in de Wi scha und Wi scha spoli ik", Jah büche ü Na .
ök. 168. Bd. 1943; Klug, Das P oblem des Wi scha en als Ausgangspunk de
Wi scha swissenscha ", Schmolle s Jb. 68. Bd.; M a c h a 1 : Gegens and und
Wesen de Wi scha swissenscha ", Z sch . . d. Ges. S w. 106. Bd. 1950.
2 HWB II. Au l.
3 HWB III. Au l.
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259] Das Rä sel „Volkswi scha " 3
den De ini ionen de genann en A häl A m o n n 4 ein ü allemal en -
gegen, daß die dem Wi scha sbeg i e „zug undeliegenden Elemen e
ein indi iduelle A nu die E i n z e lwi scha kennzeichnen", daß
man abe „ on ihnen aus logisch nich zu Volks Wi scha gelangen
könne", diese e scheine ja nich „als ein einhei liches Zielsys em", wie
es die Einzelwi scha is , bei einem Volke e e ielmeh eine „Viel-
hei on Einzelwillen" au einande . In de Ta , mi allgemeinen Wen-
dungen, wie „Inbeg i ", „höhe e Einhei ", „Komplika ion", is ga
nich s e klä . Soll de Ausd uck „Volkswi scha " nich eine bloße
Abb e ia u sein, dann muß gezeig we den, daß ein Volk als Ganzes
Wi scha sme hoden und Ein ich ungen e wi klich , die eine Vielhei
on Einzelwi scha en in de Tag o ganisch, eal zu eine
„höhe en Einhei " e binden und all dies muß in eine ku zen p äzisen
De ini ion ausged ück we den.
Die Übe legungen da übe , was die Volkswi scha eigen lich sei,
eichen üb igens ga nich seh wei zu ück. Die Klassike geb auchen
das Wo „poli ical ecconomy" ode „S aa swi scha " ja meis nu
im Sinne eine S ellungnahme des S aa es zu Volkswi scha . Sie
haben sich dahe nu Rechenscha übe die F agen gegeben, au die sie
an wo en woll en. Sie alle woll en nu un e suchen, wie de ma e-
ielle Wohls and des Volkes (weal h, ichesse = Einkommen,
Ve mögen) en s eh und wie e sich e eil , wobei an änglich meh
Augenme k de „P oduk ion" und spä e hin meh de „Dis ibu ion"
gewidme wu de. Auch die N e o klassike , wie Ma shall, Cannan, haben
diese De ini ion beibehal en, welche ßobbins die „ma e ial de ini ion"
nenn . Smi h ha dabei bekann lich un e „weal h" ziemlich eindeu ig
nu den Sachgü e besi z e s ehen wollen, und die ande en sind übe
die sich hie e gebenden Unkla hei en sach e hinweggegli en. Also nich
einmal Kla hei übe die Wi scha sobjek e ha sich so e geben, ge-
schweige denn übe die „Volkswi scha ".
Adam Mülle und Lis haben aus diese P oblema ik lediglich
den Gu sbeg i he ausgeg i en und du ch seine sch ankenlose Aus-
wei ung (auch die Monogamie, die Mona chie, das Ch is en um sind
Wi scha sgü e ) hinsich lich des G undbeg i es nu nega i e A bei
geleis e . Das E gebnis is denn auch die Sch ankenlosigkei de
„his o ischen Schul e", die de Volkswi scha sleh e ausd ück-
lich nich nu „ch ema is ischen", sonde n ge adezu „philosophisch-
soziologischen" bzw. „poli isch-e hischen" Cha ak e zusp ich 5 und
mi ih e Uni e sali ä alles u , um eine Klä ung des G undbeg i es
zu e hinde n.
4 „Objek und G undbeg i e de Na ionalökonomie", 1. Au l. 1926, S. 153.
5 Schmolle in HWB II. Au l.
1*
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4 Michael K oll [260
De „Me hodens ei " is dahe nich nu ein S ei übe „deduk i
ode induk i ", sonde n auch eine Reak ion au das Übe - und Ze -
ließen de Fo schung und ein S eben nach Abg enzung des E kenn nis-
objek es. In Menge 's De ini ion om We e als eine du ch „Nü z-
lichkei und Sel enhei " bes imm en subjek i en Einschä zung on
Gü e n wu zel die mode ne Au assung, wonach allein die „Knapp-
hei " ein Ding, sei es auch noch so unkö pe lich,zum Wi scha sobjek e
mache und daß das Wi scha en nich s ande es als das S eben nach
Übe windung diese Knapphei sei. Diese „sca ci y de ini ion" (Robbins)
behe sch nunmeh das Feld. Abgesehen da on, daß dies nich zu eine
kla en Abg enzung üh , denn schließlich kann ja alles mangeln und
dahe Gegens and eines Bedü nisses und somi ein Gu sein, soga die
bloße Zei , nähe sich diese ganze E ö e ung auch nich am Rande
dem Beg i e de „Volkswi scha " selbs .
Indessen wa die Ka allak ik in Ges al de Gleichgewich s-
heo ien de Lausanne Schule (Wal as-Pa e o) imme s ä ke he o -
ge e en, und die Theo e ike besch änken sich on nun an imme meh
au das S udium des Tausches, au die F agen on P eis, Ve eilung,
Gleichgewich ss ö ungen usw. und ge allen sich imme meh da in, diese
quan i izie ba en P obleme ma hema isch zu behandeln. Zugleich se zen
abe auch die e s en me hodologischen S udien übe die G undbeg i e
ein, und da is es also nich e wunde lich, wenn sich Me hodologie und
Theo ie au halbem Wege e en. A m o n n en wickel in dem 6chon
genann en, ü seine Zei epochemachenden We ke olgenden S and-
punk : Aus dem „E ah ungsobjek " Volkswi scha , das „unendlich
e schlungen, ielges al ig und wandelba " is (S. 29), lös sich das „E -
kenn nisobjek " de „sozialen Ve keh s- und Tausch beziehungen"
he aus, wie sie sich un e den „ ie Vo ausse zungen des Eigen ums, de
Ve ags eihei , de eien P eisbildung und eines allgemeinen Tausch-
mi els" en wickeln (S. 190—202)6. Schumpe e abe bezieh in seinem
ziemlich gleichzei ig e schienenen E s lingswe ke „Objek und Haup -
inhal de Na ionalökonomie" den schlech hin posi i is ischen S and-
punk , daß „das Wesen de Volkswi scha ü den Na ionalökonomen
gleichgül ig" sei und daß diese nu die Au gabe habe, die ma k lichen
Gü e bewegungen als Funk ionen wi scha liche Quan i ä en zu
s udie en. Die Ka allak ike e zich en demnach ein ach au die
E kenn nis des Wesens de Volkswi scha . Sie behaup en auch nich
e wa, daß die Volkswi scha ein ach eine Tauschgesellscha sei, was ja
6 In einem neue en Buche „Volkswi scha liche G undbeg i e und G und-
p obleme" 1944 geh Amonn alle dings wiede übe die bloßen Tauschbeziehungen
hinaus und in einem jüngs en Au sa z „Beg i sbildung Und -bes immung in de
Na ionalökonomie" (Jb. . Na . ök. 165/53) gliede e E ah ungs-, Denk- und
E kenn nisobjek .
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261] Das Rä sel „Volkswi scha " 5
imme hin eine De ini ion wä e, die sich alle dings angesich s de min-
des ens heo e ischen Möglichkei eine s eng kommunis ischen Volks-
wi scha nich au ech e hal en ließe, abe sie besch änken ih E -
kenn nisobjek au den Tausch e keh mi de Beg ündung, „daß ein
Riesenoikos übe haup kein sozialwissenscha liches P oblem s elle"7.
Diese ka allak ische Rich ung behe sch heu e als „Wi scha s heo ie,
Sozialökonomik, economics" wei hin das Feld, is abe in olge ih e Be-
sch änkung unzus ändig ü alle auße - und übe ka allak ischen F agen.
In Deu schland is die „Volkswi scha sleh e" o allem un e dem
Ein lüsse Cassels du ch eine solche bloße „Sozialökonomik" e -
d äng wo den, sie, „de die ganze Liebe on Mülle , Lis , Schmolle
und Wagne gehö ha e"8. Diese s eng „indi idualis ischen" Ve -
engung de Wissenscha se z e nach 1918 Spann seinen „Uni e sa-
lismus" en gegen. „Alle Wi scha mein Gesellscha "0 leh e e ; die
Volkswi scha kann nu im Zusammenhange mi dem S aa e gedach
we den, denn ih e Wesensme kmale sind ja „Ve einhei lichung du ch
das gemeinsame Kapi al höhe e O dnung" (= Inbeg i de wi scha s-
poli ischen Ins i u ionen) und „Gemeinsamkei de Ziele (Völkische
Wi scha )"10. Wie abe das Ganze o dem Teile geh , so gehe auch die
Wi scha se kenn nis nich on de Einzel- zu Volkswi scha , son-
de n sie nehme den umgekeh en Weg. In de Volkswi scha
sind die Wi scha e und Wi scha smi el „Gliede ", nich bloße
Tauschpa ne und Tauschobjek e, „de A omisie ung und dem Tausche
i die Wechselsei igkei im Zweckganzen gegenübe , so e geben sich
die gliedlich- eleologischen Beg i e de Leis ung und des Diens es" 11.
Alles du chaus ich ig, abe es üh au s neue in die U e losigkei und
Nebelha igkei de Roman ik hinein. Pa allel kämp auch G o 111
gegen die ka allak ische Besch änkung. In „He scha des Wo es" wi d
de Na ionalökonomie nich die äuße e „Wel de E scheinungen" (de
Tauschp ozeß), sonde n die „Wel de E lebungen" zugewiesen, die nu
„im Allzusammenhang" e aßba is , ähnlich den his o ischen Ta sachen.
E kenn nisobjek is die olle Wi klichkei , denn „Wi scha is
Leben". Spä e hin en schließ sich Go l doch zu eine P äzisie ung:
„Wi scha is die Ges al ung menschlichen Zusammenlebens im Geis e
daue nden Einklangs on Beda und Deckung", was abe doch auch nu
eine schöne, abe nich ssagende Fo mulie ung is .
7 Da übe genaue : Weddigen „Übe die Einhei de Sozialwissenscha en",
Zsch . . d. g. S w. 1951, de alle dings einen du chaus uni e sellen Wissenscha sbeg i
en wickel .
8 Somba am angegebenen O e S. 123.
9 „Fundamen de Volkswi scha sleh e" S. 3.
10 Fundamen S. 167.
11 „Vom Geis e de Volkswi scha ", Akademische An i s ede.
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6 Michael K oll [262
Die jüngs e Phase de Objek bes immung is die mo pho-
logische. Als G undp oblem e klä Eucken die F age: „Wie
e olg die Lenkung dieses gewal igen a bei s eiligen Zusammenhanges,
on dem die Ve so gung jedes Menschen mi Gü e n abhäng ?" Ähn-
lich ha e alle dings schon Menge ge ag 12. Eucken's Da s ellung de
„Wi scha so dnungen" is die An wo da au . Ih e sind iele mög-
lich, sie alle abe bewegen sich zwischen den zwei Ex emen de „ eien
Ve keh swi scha " und de „Zen alen Ve wal ungswi scha ". Die
Na ionalökonomie ha zu zeigen, wie diese O dnungen sich bewäh en,
wobei inne halb de Ve keh swi scha die ganze Tonlei e on de
„ olls ändigen Konku enz" bis zum „ olls ändigen Monopol" du chzu-
gehen is . De ande e Mo phologe is R i s c h 1, de abe die e schie-
denen Wi scha so dnungen nich nu nebeneinande s ell , sonde n
da übe hinaus zeig , wie sich in Wi klichkei „Ma k - und Gemein-
wi scha " zu eine „dualis ischen O dnung" e binden13. Dami
äumen die Mo phologen de Na ionalökonomie imme hin ein b ei e es
und wü dige es Feld ein als die Ka allak ike . Doch machen auch sie
keinen Ve such, die Volkswi scha an sich exak zu de inie en.
2. Fo mlose Wissenscha
De Mangel eines G undbeg i es ha die ie s en Rückwi kungen
au die En wicklung unse e Wissenscha . Sie gleich einem Baume ohne
P ahlwu zel, den jede S u m umlegen kann, einem Volke ohne
Regie ung, das om Bü ge k ieg bed äng is . Schon ha eine bedaue -
liche Sezession s a ge unden. Von de s ändig um ih e G undlagen
ingenden und dadu ch den p ak ischen Anliegen de Wi scha s a k
en emde en Mu e wissenscha ha sich die Be iebswi -
scha sleh e abgespal en, aus de gesunden Tendenz he aus, es
sich zunächs mi den g ei ba en und o d inglichen P oblemen des
kapi alis ischen All ags genügen zu lassen und diese p ak isch e we -
ba en Lösungen en gegenzu üh en. Nu äuße lich komm nämlich diese
Wissenscha on un en he , aus den „Kuns leh en", die sich um die
Geschä s üh ung, Ve echnung, O ganisa ion de Handels- und Indu-
s iebe iebe en wickel haben. Tie e e P obleme können sich abe aus
diesen Kuns leh en he aus ga nich en wickeln, zu wissenscha lichen
Behandlung augen nu jene Be iebsp obleme, die aus de S ellung
des Be iebes in de Volkswi scha he aus e ö e we den können.
Is e wa Schmalenbachs Theo ie om Schei e n de eien Wi -
1?- „G undlagen de Na ionalökonomie", 1. Au l. 1939.
13 In „Gemeinwi scha und kapi alis ische Ma k wi scha " 1931 und in
„Theo e ische Volkswi scha sleh e" 1947. Genaue es mein Au sa z „Die Wi scha s-
ypologien E u c k e n s und R i s c h 1 s", Zsch . . d. g. S w. 1952.
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263] Das Rä sel „Volkswi scha " 7
scha an de zunehmenden Kos ens a hei 14 ode sind die on
Gu enbe g e wogenen E ags- und P eisp obleme15 aus de einen
Be iebspe spek i e he aus lösba ? Ohnedies ühl sich, wie Somba
es s ell , auch die Be iebswi scha sleh e schon längs in eine
„K ise", „sie such nach einem es abgeg enz en A bei sgebie ". Ein
solches au wissenscha liche Höhe gib es nich , denn es is unhal ba ,
die Un e nehmung aus de Volkswi scha auszuklamme n und zu
einem Spezials udium zu machen, ebenso unhal ba wie wenn man die
Regie ung und ih e Adminis a ion zum Gegens and eine „Regie ungs-
wissenscha " machen woll e. Die P obleme, mi denen es die Regie ung
zu un ha , sind Sache de S aa swissenscha en, die wei aus höhe e
Gesich spunk e e olgen als die adminis a i e Technik, die das Objek
eine bloßen „Ve wal ungskunde" sein mag. Die „Kame alis ik" is
in de Ta in den S aa swissenscha en au gegangen, wa um also die
hie ge üg e Ausgliede ung, mi de die Na ionalökonomie nich Ballas ,
sonde n we olle ca go au gegeben ha ? Man sage nich , daß es gleich-
gül ig sei, un e welche Spa e und in welchem K eise die P obleme
behandel we den. Die Indus ien ich en sich gemeinsame Fo schungs-
ins i u e ein, die Wissenscha abe leis e sich hie eine Doppelgeleisig-
kei , die wegen eine gewissen gegensei igen Abschließungs endenz
eine Ve schwendung on Denkene gie bedeu e . Abe auch aus de
Füh e gondel des na ionalökonomischen Lu schi es sind Absp ünge
e olg , denn üh ende Köp e haben sich den eigen lichen Wi scha s-
p oblemen en emde und haben sich au soziologisch-e hisch-philo-
sophische G enzgebie e begeben. Die Max und Al ed Webe , die
Spann und G o 111, die Somba und Salin, die Mülle -
A m a c k und Gö zB ie s, die Röpke und M i s e s sind doch
wi klich nu noch am Rande Na ionalökonomen zu nennen, üb ig abe
blieb gleichwohl eine unausgeglichene, o mlose, di use Wissenscha .
Übe blick man ih e Li e a u , so könn e man ih seh wohl den Ti el
eines Ch is ian Wol 'schen Wälze s geben: „Ve nün ige Gedanken on
Go , Wel , Seele und allen Dingen übe haup "; und angesich s diese
Un ö mlichkei e inne man sich an Pu endo 's Seu ze : „Das Reich
is ein Mons um".
De Mangel eines G undbeg i es äg e ne wohl die Haup schuld
da an, daß die Na ionalökonomie om me hodischen Zwiespal e
heu e ebenso geplag is wie eh und je. Fü die Na u wissenscha en ha
Baco ein ü allemal die Fo schungsme hode es geleg , hie gab es
sei he niemals meh einen Me hodens ei , in de Geschich swissen-
scha ha ein solche zumindes niemals spal end gewi k , nu mi den
14 Zei sch . ü Handelswissenscha l. Fo schung 1928 und neues ens „De eien
Wi scha zum Ve mäch nis".
15 „G undlagen de Be iebswi scha sleh e" I: Die P oduk ion" 1951.
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8 Michael K oll [264
philosophischen Disziplinen bis he ab zu Psychologie und Soziologie
eil die Na ionalökonomie auch hie das Schicksal. Vo 80 Jah en ha
es da übe einen o enen K ieg in de Geleh enscha gegeben; e is
ohne F iedensschluß allmählich in eine A kal en K ieges übe -
gegangen. Die me hodologischen Sch i en sind sonde Zahl; nimm man
noch alle die dogmenhis o ischen Be ach ungen mi dazu, so machen
sie im Um ange ielleich ebenso iel aus wie das me i o ische Sch i um.
Go l, de gegen „die He scha des Wo es" gewe e ha , ha ein
Leben lang kaum me i o ische, sonde n im G unde nu me hologische
F agen e ö e , sein Buch „Wi scha und Wissenscha " zähl
1500 Sei en eine Me hodologie; das is zu iel, es is ein ewiges Messe -
schä en, ohne jemals mi dem Messe zu schneiden. Ebensowenig ha
sich eine ane kann e Sys ema ik he ausgebilde . Un e de Viel-
zahl on Leh büche n gleich nich eines dem ande n, jedes leg sich ein
eigenes Sys em zu ech , die übliche i iale Gliede ung in allgemeine
und spezielle, heo e ische und p ak ische Volkswi scha sleh e wi k
nach ih e Handhabung kaum jemals übe zeugend. Das bedenklichs e
E gebnis de bishe igen En wicklung is abe die He ausges al ung
zweie F on en, die du ch ein b ei es Niemandsland ge enn sind, also
nich einmal in Ge ech sbe üh ung s ehen, weil sie einande ga nich
e s ehen können. Die eine is die e bale und die ande e die
ma hema ische Me hode, was sich so ziemlich mi de Som-
ba 'schen Gegenübe s ellung on „ e s ehende " ode geis wissen-
scha liche und „o dnende " ode na u wissenscha liche Na ional-
ökonomie deck . Die ma hema ischen Ökonomen e ö e n g undsä zlich
nich Wesens-, sonde n nu G ößen p obleme, denn „science is
measu emen ", so wie die Physike die K a in posi i is ische Weise als
„Masse mal Beschleunigung" de inie en. F agen e wa on de A : Wie
sieh das P oduk ionssys em ode de K eislau de Wi scha eigen -
lich aus, wie e olg die Lenkung des Wi scha sp ozesses, was is de
Un e schied on Geld und Kapi al und de gleichen we den ga nich au -
gewo en, sie we den als gelös be ach e , man s ü z sich so o in
ein Gleichungs-, Fo mel- und Ku enwesen, man en üh uns in ge-
heimnis olle Räume, in denen de Mensch, seines Willens en kleide ,
„ ühllos selbs ü seines Schöp e s Eh e, wie de o e Schlag de Pendel-
uh , olge knech isch dem Gese z de Schwe e". Im G unde genommen
is dies eilich nu de Wide schein des g oßen Zwiespal es im Geis e
de heu igen Menschhei , de sie zwischen phainomena und noumena,
Logis ik und Lebensphilosophie, expe imen elle und in ospek i e
Psychologie, Medianismus und Vi alismus, „Gesellscha und Gemein-
scha " e zwei el hin und he pendeln läß .
In de Na u wissenscha abe kann sich die exak e Fo schung, wenn
nich au Wesense kenn nis, so doch au ih e Leis ungen ü die Technik
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271] Das Rä sel „Volkswi scha " 15
Maßanzug s ecken demnach zwei A bei sleis ungen, nämlich die) u n mi -
elba e de An e igung, und diese komm nu dem Bes elle zugu e
und ih e Kos en belas en ihn dahe oll, wei e s abe auch die mi el-
ba e de E le nung des Gewe bes. Diese A bei is jedoch ein „G e -
meinkos e n"au wand, denn sie e eil sich au alle die Anzüge,
die de Schneide in seinem ganzen Leben an e ig und sie belas e
dahe den einzelnen Anzug nu mi eine kleinen Pa ikel. Die F uch
on diese abe is , daß einmal die unmi elba e An e igungsa bei
iel ge inge is als bei ungele n e A bei , denn ein gele n e A bei e
a bei e ja iel asche und mi iel wenige Mühe, und zum ande n, daß
diese Anzug nun wi klich kuns ge ech is , demnach einen wei höhe en
Geb audiswe da s ell als ein Behel skleidungss ück, das sich de
Bes elle ielleich selbs an e igen könn e. Ku z, de Be u sschneide
p oduzie , besonde s wenn wi den wei höhe en Geb audiswe eines
kuns ge ech en E zeugnisses be ücksich igen, mi eine un e gleichlich
höhe en P oduk i i ä als ein au a ke Wi . Du ch ein Sys em s eng
be u liche „A bei s eilung", bei dem also jede einen Be u g ünd-
lich e le n und dann auch ein Leben lang ausüb , wi d die höhe e
E giebigkei gele n e A bei ü alle en sp echenden Diens leis ungen
und P oduk ionsau gaben e wi klich . Nunmeh bilde das ganze Volk
wah ha ig eine! wi sdia sbeding e A bei sgemeinscha in dem Sinne,
daß ein jede im Diens e des Gesam beda es eine e le n e Au gabe als
„Be u " e üll , wodu ch die so e wo benen Fähigkei en e s oll
ausgenü z und wodu ch denn auch ein un e gleichlich güns ige es
Ve häl nis on Au wand und E olg e ziel wi d als in de Au a kie.
Die Spezialisie ung abe kann hie bei um so wei e ge ieben we den,
je zahl eiche das Volk is , und ih e Vo eile wachsen p og essi mi
de G öße des Ma k es.
Smi h ha ja die „A bei s eilung" ande s ausged ück , die G e -
meinnu zung an den be u lichen A bei sleis ungen als
eine das Bild de Volkswi sdia g undlegend bes immende E sdiei-
nung nachgewiesen. Wa um ha niemand, de nach dem Beg i e de
Volkswi scha such e, hie angeknüp ? E ha abe ein zwei es nich
minde wich iges P inzip übe sehen, das ich die Gemeinnu zung
an Sachgü e n nennen möch e als Pendan zu Gemeinnu zung
an den A bei sleis ungen und das die E giebigkei de gesellscha lichen
A bei nich minde s a k s eige wie die „A bei s eilung". Jedes Leh -
buch un e scheide schon eingangs Ve b auchs
-
und Geb auchs-
gü e , besse ausged ück au zeh ba e und daue ba e Gü e ,
abe kaum eines zieh da aus i gendeine Folge ung, und dennoch knüp-
en sich höchs wich ige Folge ungen da an und die wich igs e is auch
ü den Beg i de Volkswi scha beis immend. Ein au zeh ba es Gu ,
z. B. ein Mi agb o , gewäh nu einen Nu zungsak und diesen nu
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16 Michael K oll [272
ü eine Pe son, ein daue ba es Gu hingegen s ell ein ganzes Bündel
Nu zungen da , es ha eine nach de Zahl de möglichen Nu zungs-
ak e zu bemessende Nu zungskapazi ä g öße als 1, und die einzelnen
Nu zungsak e sind, wenn das Gu nich ganz und ga einem indi iduellen
Bedü nisse angepaß is , e schiedenen Menschen zugänglich. Es können
z. B. iele Menschen nacheinande und in de Regel auch einige zugleich
in einem Pe sonenk a wagen ah en. Du ch Einzelnu zung wi d diese
Nu zungskapazi ä zumeis nu zu einem ge ingen Teile ausgenü z ,
hingegen e möglich eine Gemeinnu zung, bei de meh e e ode iele
ein Geb auchsgu eils nacheinande , eils nebeneinande benü zen, eine
wei s ä ke e, häu ig soga die Voll ausnü zung. Dies bedeu e nun,
daß sich die He s ellungskos en eines solchen Gu es, die in Hinblick
au die Vielhei de du ch sie ge agenen Nu zungsak e „G emein-
kos en" sind und die sich di ek ode indi ek alle au A bei zu ück-
üh en lassen, au die ielen Nu zungsak e e eilen, so daß die einzelne
Nu zung nu mi einem B uch eil, bei Vollausnü zung dahe mi dem
denkba en Minimum de Kos en belas e is . Am eue s en s ell sich,
om spo lichen Ve gnügen abgesehen, das Fah en im eigenen Wagen,
billige äh man mi eine D oschke, noch billige mi dem Au obus
und am billigs en mi de Eisenbahn, denn in diese Reihe s eige sich
die Zahl de Fah gäs e, die das Vehikel neben- und nacheinande be-
nü zen, mi jedem Gliede p og essi . Die Gemeinnu zung e olg dabei
nich nu an dem Fah zeuge selbs , sonde n auch an de Leis ung
des Bedienungspe sonals. De Lohnau wand ü dieses e eil
sich au die Vielhei de Fah gäs e ebenso, wie dies beim Sachau wand
in Ges al de Absch eibung geschieh , so daß insbesonde e bei den
ö en lichen T anspo mi eln o z ih e eno men Au wendigkei das
Pe sonen-Kilome e nu einen minimalen Kos enau wand e u sach .
Schon hie sei auch au das du ch E ah ung und heo e ische Übe -
legung wohl beg ünde e Gese z hingewiesen, daß mi wachsende
G öße de echnischen Einhei die Gemeinkos en langsame
wachsen als die Nu zungskapazi ä , die Kos enquo e ü die Einzel-
nu zung also imme nied ige wi d. Bei einem D-Zug ode Schi mi
2000 Plä zen wi d na ü lich die au den einzelnen Fah gas en allende
Quo e de T ak ionskos en, olle Bese zung o ausgese z , seh iel
nied ige sein als bei zwei D-Zügen ode Schi en mi je 1000 Si zplä zen.
Pe sonen anspo mi el, sowei sie den P i a eisen dienen, Ve -
sammlungs äume u. dgl. sind Konsumgü e . In de mode nen Wi -
scha s ehen seh iele Konsumgü e in Gemeinnu zung g oße Men-
scheng uppen. Schon das Mie haus s eh in seinen allgemeinen Bau eilen
in Gemeinnu zung de Mie pa eien. In de S ad s ehen die Ve keh s*
lächen und Lei ungsne ze, die Schulen und K ankenhäuse , Gas s ä en,
Ve gnügungslokale und Spo anlagen, die Kul u gebäude und die Pa k-
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273] Das Rä sel „Volkswi scha " 1?
anlagen in Gemeinnu zung alle Einwohne . Die Ein ich ungen de
ö en lichen Siche hei , das Ne z de Übe lands aßen, de Eisenbahnen,
des Nach ich enwesens, de In o ma ionsdiens , Rund unk und Film
s ehen in Gemeinnu zung des ganzen Volkes, die g oßen Ube see-
damp e und die Ho els in e na ionale Plä ze in Gemeinnu zung de
ganzen eisenden Menschhei . De ungeheu e, du chaus au A bei iick-
üh ba e Kos enau wand ü diese Ein ich ungen e eil sich du ch
Gemeinnu zung au eine solche Vielzahl on Nu znieße n, daß auch
äuße s luxu iöse Nu zungen mi Kop quo en belas e sind, die ü die
Massen e schwinglich sind, so daß diesen heu e Genußmöglichkei en
o en s ehen, on denen die Fü s en de Ba ockzei höchs ens äumen
konn en.
Nun s ehen abe indi ek auch alle daue ba en P oduk ions-
mi el, ande s ausged ück alle Be iebsanlagen, we mäßig
die Be iebs e mögen alle Un e nehmungen eines Wi scha sgebie es
in allen Wi scha szweigen, in U p oduk ion, Indus ie, T anspo und
Absa z in Gemeinnu zung säm liche Ve b auche ih e E zeugnisse
und Leis ungen, zumeis also des ganzen Volkes, was sich in de Ve -
keh swi scha da in ausd ück , daß im P eise jede Wa e Abnü zungs-
bzw. Absch eibungsquo en ü alle bei ih e He s ellung und Ve eilung
di ek ode indi ek mi wi kenden Be iebsanlagen en hal en sind.
Hie ei s e lang das P inzip seine ganze übe agende Bedeu ung.
Keines diese P oduk ionsmi el wü de in eine Selbs e so ge wi -
scha auch nu zu einem kleinen B uch eil seine Nu zungskapazi ä
ausgenü z we den; die das Einzele zeugnis belas enden Gemeinkos en
wä en dahe un agba hoch und dahe müß e eine ab o o beginnende
Selbs e so ge wi scha auch bei noch so g oßem echnischen Wissen
au die echnische Aus üs ung de heu igen P oduk ion öllig e -
zich en, sie müß e sich mi s einzei lichen We kzeugen begnügen, und
da gil es nun zu e gleichen die A bei skos en und die Leis ung eine
neoli hischen S einax und die eine ab izie en S ahlax , um die nu
du ch Gemeinnu zung bewi k e ungeheu e S eige ung de P oduk i i ä
zu e kennen.
Das Gese z on de Übe legenhei de g oßen echnischen Ein-
hei abe gil e s ech ü alle P oduk ionsmi el. Die Anlage- und
wei gehend auch die Be iebs kos en wachsen mi de Ve g öße ung
eine Fab ik inne halb gewisse G enzen e heblich langsame als
ih e P oduk ions kapazi ä , so daß bei gleichbleibendem Aus-
nü zungsg ad die die P oduk einhei belas ende Gemeinkos enquo e
imme ge inge wi d, ein Sach e hal , de alle dings in e schiedenen
P oduk ionszweigen e schieden s a k wi k , z. B. wenige in de media-
nischen Fe igung, s ä ke in de me allu gischen ode chemischen. Die
Übe legenhei de g oßen Einhei zeig sich e ne , wiede um o allem
Schindle s Jah buch LXXIII, 3 2
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18 Michael K oll [274
in de Indus ie da in, daß mi s eigende P oduk ionsmenge imme
kos spielige e Maschinen die „Nu zschwelle" übe sch ei en, daß also
im G oßbe iebe die E zeugung iel s ä ke mechanisie
we den kann. Die Be iebsg ößen sind eilich beding du ch die G öße
des Ma k es und die Kos enübe legenhei de Massenp oduk ion d äng
dahe imme s ä ke au die Ve g öße ung de Wi scha gebie e. Die
Folge de Gemeinnu zungs endenz wie auch de A bei s eilung is
übe dies die Konzen a ion wachsende Be ölke ungs eile in G oß-
s äd en, denn die äumliche Ve dich ung und Symbiose on Men-
schen und Be ieben is wei gehend die Vo ausse zung ü die Ve -
wi klichung diese P inzipien.
Auch die Gemeinnu zung an Sachgü e n im g oßen Maßs abe e -
einig also das Volk ebenso wie die „A bei s eilung", die eine Gemein-
nu zung de A bei sleis ungen is , zu eine g oßa igen, au Wi -
scha lichkei zielenden A bei sgemeinscha , zumal
ja nun jede Wi scha s- und Be u szweig sich au die Be ei s ellung
bes imm e Gemeinnu zungsgü e ü den Gesam beda spezialisie
und auch in diese Hinsich e s das Zusammenwi ken alle die uni e -
selle Beda sdeckung des In ididuums e möglich , dies abe e möge
de Vollauisnü zung alle Gemeinnu zungsgü e mi un e gleich-
lich nied ige en Kos en und un e gleichlich höhe e Vollkommenhei
als in eine Selbs e so ge wi scha .
3. Sich ung des E gebnisses
Die gewonnenen Einsich en seien in den olgenden Leh sä zen zu-
sammenge aß , die in ih e Reihung im Ve häl nis on G und und Folge
s ehen:
1. Un e den zu menschlichen Beda sdeckung nö igen E o de -
nissen is allein die A bei sk a knapp. A bei sk a is die
gesam e kö pe liche und geis ige Scha ensene gie des Menschen. Die
Knapphei alle zu Beda sdeckung nö igen P oduk e und Diens -
leis ungen lei e sich on diese o iginä en Knapphei ab. Dies gil auch
ü die Knapphei an Kapi al, denn dieses is nu die in Ges al on
P oduk en o ge ane A bei . Es gil auch ü alle, diese Gü e da -
s ellenden und au sie anweisenden Geldeinkommen.
2. Alles Wi scha en bes eh dahe zunächs in de Wahl
jene A bei sme hoden, die bei dem ge ings en, nach Daue und An-
s engungsg ad zu messenden A bei sau wand den g öß en nach Menge
und Quali ä zu messenden A bei se olg zei igen, ku z de Me hoden
on höchs e A bei se giebigkei ode P oduk i i ä .
Die wich igs en P inzipien hie bei sind eine sei s die Mechanisie ung
de A bei , ande e sei s die Zusammen assung gleicha ige A bei en
in einem A bei sgange. Es bes eh wei e in de äuße s en Ausnu zung,
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275] Das Rä sei „Volkswi scha "
dem s engs en Zu a ehal en de A bei se gebnisse. Wi d abe auch
du ch solche Ra ionalisie ung die Knapphei an A bei sk a und ih e
E gebnisse nich öllig übe wunden, so bes eh das Wi scha en wei e -
hin in de haushäl e ischen Auswahl und Bemessung de einzelnen
„Genüsse" gemäß dem Gese z om Ausgleich de G enznu zen, wodu ch
dann das mögliche Höchs maß an Wohl ah e ziel wi d.
3. Viele A bei sleis ungen und A bei se gebnisse, Diens e wie auch
P oduk e, weisen nun eine Nu zungskapazi ä g öße als 1
au , sie e mögen also eine Meh hei on Menschen zugleich zu
nü zen. In de Au a kie1 wi d diese höhe e Nu zungskapazi ä meis
nu zum ge ingen Teile ausgenü z , die wenige möglichen Einzel-
nu zungen sind dahe hie mi dem ollen A bei sau wande belas e .
En schließ sich abe eine Meh hei on Menschen zu gemein-
samen Wi scha , dann b auch jede Diens leis ung, jedes
P oduk nu in so ielen Einhei en da gebo en zu we den, daß die
Nu zungskapazi ä en oll ode doch nahezu oll ausgenü z
we den können. Die Einzelnu zung is dann nu mi einem kleins en
B uch eil des e o de lichen A bei sau wandes belas e . Diese Voll-
ausnü zung alle Nu zungskapazi ä en s eige gewal ig die A bei s-
e giebigkei ode P oduk i i ä . Dieses en scheidende P inzip, du ch
A bei s- und Nu zungs gemeinscha die Nu zungskapazi ä en
alle du ch A bei gewonnenen Gü e oll auszunü zen und so die
Kos enquo e de Einzelnu zung au ein Minimum zu senken, wollen wi
das „ o
1
k s wi scha liche P inzip" nennen. V o 11 ausnu zung du ch
Gemein nu zung, das is das „Sesam, ö ne dich" ü die E kenn nis
de Volkswi scha .
4. Dieses P inzip e wi klich sich insbesonde e du ch be u liche
A bei s eilung und du ch Gemeinnu zung an daue ba en Sach-
gü e n. Du ch die e s genann e wi d um den P eis eine Le na bei ,
die die Leis ungseinhei nu mi eine minimalen Kos enquo e belas e ,
de Wi kungsg ad de unmi elba en Leis ung und die Quali ä ih es
E gebnisses un e gleichlich e höh . Du ch die zwei genann e wi d die
Nu zungskapazi ä de daue ba en Gü e oll ausgenü z und so de
A bei sau wand ü die Nu zungseinhei au das Mindes maß he ab-
ged ück . Die Kos en sinken e ne mi wachsende G öße de
echnischen Einhei . Ve ein e wi klichen sich beide P inzipien im
G oßbe ieb und in de G oßs ad . Im G oßbe ieb wi d un e
de Vo ausse zung de Vollausnü zung die A bei se giebigkei du ch
scha e A bei sze legung, g oße echnische Einhei , scha e Mechani-
sie ung, Massenp oduk ion au das höchs e ges eige . Das Zusammen-
siedeln de Menschen in de G oßs ad is die Bedingung ü iele
G oßbe iebe und iele Gemeinnu zungen.
2*
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20 Michael K oll [276
5. Das olkswi scha liche P inzip b ing das Gese z om zuneh-
menden E age ode on den allenden Kos en ( on de
Kos endeg ession) zu allgemeinen Gel ung. Diese Kos endeg ession
wi k sich zudem in zwei S u en aus, in e s e du ch wachsende Aus-
nü zung alle Nu zungskapazi ä en, in zwei e du ch zunehmende Spe-
zialisie ung, Ve g öße ung de echnischen Einhei en, Mechanisie ung.
Doch gib es in allen diesen Beziehungen eine op imale G enze, nach
de en Übe sch ei ung ein Gese z on den zunehmenden Kos en zu
wi ken beginn . Das Gese z on den allenden Kos en is on all-
gemeine , das nu in de U p oduk ion gel ende Gese z om
abnehmenden Bodene age, abe nu on pa ielle Bedeu ung, und
auch hie wi d es om e s genann en Gese ze wei gehend übe -
kompensie . Das bishe übe wiegend in de Be iebswi scha sleh e
disku ie e Kos endeg essionsgese z is in den Mi elpunk de Volks-
wi scha sleh e zu s ellen, es behe sch sie wie das G a i a ionsgese z
die Physik.
6. Das olkswi scha liche P inzip lös e ne no wendig die Kon-
zen a ions endenz aus. Diese wi k in d ei ache Rich ung. Sie
geh e s ens au Zusammen assung de Menschen in imme wenige und
imme g öße en Volkswi scha en und basie hie au
den poli ischen K ä en des Impe ialismus und des Föde alismus. Sie
geh zwei ens au Konzen a ion des nich in de U p oduk ion und
nich in den ohs o o ien ie en Indus ien gebundenen Be ölke ungs-
übe schusses in imme wenige und imme g öße en S äd en als
Zen en eine sei s de Indus ie, ande e sei s des Lebensgenusses, sie
geh d i ens au Konzen a ion alle be ieblichen Leis ungse s ellung
in imme wenige und imme g öße en Be ieben. Diese Tendenz
inde jedoch, abgesehen on de dezen alisie enden Wi kung s ei-
gende T anspo kos en, ih Gegengewich eine sei s in wachsende
Schwie igkei de O ganisa ion, ande e sei s in dem kul u ellen Wide -
s ande, de in de Indi idualisie ungs endenz de Na ionen, S ämme
und Indi iduen wu zel , so daß im Ende gebnis doch auch iele Klein-
s aa en, Kleins äd e und Kleinbe iebe e olg eich bes ehen. Gleichwohl
is die Konzen a ion eine de Volkswi scha wesensno wendige und
behe schende Tendenz.
7. De Beg i de Volkswi scha (gesellscha lichen
Wi scha ) lau e demnach: Sie is eine A bei s- und Nu zungs-
gemeinscha , ge ich e au Vollausnü zung alle A bei slei-
s ungen und A bei se zeugnisse on g öße e Nu zungskapazi ä
und dami au äuße s e S eige ung de A bei se giebigkei und wei es -
gehende Übe windung des du ch A bei sknapphei beding en Gü e -
mangels. Sie is demnach nich eine bloße Summe on Einzelwi -
scha en, sonde n in de Ta eine höhe e Einhei , eine R e a -
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277] Das Rä sel „Volkswi scha " 21
1
i ä , eine» E n i ä , die sie kons i uie ende Menscheng uppe is
ein „Wi scha e im G oßen". Sie is ein O ganismus im wah en,
nich im allego ischen Sinne, in dem die geis igen Be u e die inne ie-
enden, die manuellen die mo o ischen Funk ionen e üllen. Wie abe
die Zellen des biologischen O ganismus auße dem Gemeinscha sleben
auch ein Eigenleben haben, so haben es auch die Einzelwi scha en
im Rahmen de Volkswi scha , sie gehen im ganzen nich öllig un e .
III. Die Wi scha swissenscha en
1. Volkswi scha und Gü e ausch
Die o s ehende Lösung is inso e n eine im Geis e on Adam
Smi h, als sie A bei und P oduk ion als Fundamen de
Volkswi scha und als G undp oblem ih e Leh e e scheinen läß .
Alle dings ha selbs Smi h diesen G und a sachen wei aus nich jene
Au me ksamkei gewidme , die nach seine G undlegung zu e wa en
gewesen wä e. „Ein üh ung und Plan des We kes geben wohl g oße
Ho nung au eine sys ema ische Theo ie de P oduk ion, abe die E -
üllung is wei ge inge als das Ve sp echen, denn Smi h glei e bald
on seinem Thema ab"20. Sein aus üh liches In e esse wende Smi h
ielmeh de Leh e om Tausche, on Geld und Kapi al, on P eis-
bildung und Gü e e eilung zu, und so gewinn die Volkswi scha s-
leh e schon bei ih em Beg ünde wei gehend den Cha ak e eine
Tausch Wissenscha , eine „Ka allak ik". Rica do s ell sich
ollends nu die Au gabe, die Gese ze de Ve eilung zu en wickeln,
und wenngleich S a y , M i 11 und die deu sche Na ionalökonomie
P oduk ion und Ve eilung in einem gewissen Gleichmaß behandeln,
geh die spä e e En wicklung doch imme s ä ke den Weg de Ka al-
lak ik, und die heu ige „Wi scha s heo ie" („economics") is nich s
ande es als eine „quan i izie ende, exak e Ma k wi scha sleh e" 21.
Wo is da de Einklang mi unse em G undbeg i e?
Diese Sach e hal is zwa gewiß nich geeigne , die hie en wickel e
Ablei ung zwei elha e scheinen zu lassen, doch knüp sich an ihn
imme hin die F age, ob denn die Tausch- und Ma k e scheinungen nich
gleich alls Wes e n sme kmale1 de Volkswi scha sind. Nun sie sind es
du chaus nich , denn wi können uns ebensowohl eine Volkswi scha
ohne Tausch e keh wie einen Tausch e keh ohne Volkswi scha
o s ellen. Jenes i zu bei olle Gemein Wi scha , bei s engem
Kommunismus, also bei Au hebung de pe sönlichen F eihei und des
P i a eigen ums. Dieses i inso e n zu, als es schon lange, be o es
20 Cannan: A Re iew o Econ. Theo y, London 1921.
n Se aphim: Bei ag in de Fes sch i ü Degen eld-Schönbu g 1952.
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22 Michael K oll [278
eine Volkswi scha mi A bei s eilung und Gemeinnu zung gab, einen
Handel gegeben ha . Ein solche en wickel sich nämlich übe all do ,
wo es gil , Übe schuß und Mangel, wie sie sich schon allein aus de Ve -
schiedenhei de Na u auss a ung e geben, auszugleichen. Schon die „ge-
schlossene Hauswi scha " wa nich s eng geschlossen, sie e gänz e
sich du ch einen gewissen Tauschhandel, und schon im Zei al e de
„S ad wi scha " ha sich zwischen O ien und Okziden eine sei s
übe das Mi elmee , ande e sei s übe die Os see hin ein g oßa ige
Fe nhandel en wickel , de gleichwohl in de Haup sache ein Aus ausch
zu ällige na u beding e Übe schüsse geblieben is . Diese Handelsbei-
ziehungen spielen jedoch in de mi elal e lichen Gesellscha eine ganz
ande e Rolle wie de mode ne Handel in de heu igen, sie we den du ch
Faus ens Wo gekennzeichne : „K ieg, Handel und Pi a e ie, d ei-
einig sind sie, nich zu ennen". Und doch ha auch schon diese Handel
jene Ein ich ungen und E scheinungen he o geb ach , die die heu ige
Wi scha s heo ie beschä igen: P eise, Kapi alzins, P o i e, Monopole,
Geld, K edi , Banken usw. Logisch bes eh demnach zwischen Volks-
wi scha und Gü e ausch kein Zusammenhang.
Keh en wi abe zu unse e Ablei ung zu ück. Wi haben die En al-
ung de Volkswi scha au gezeig , unabhängig on ih en gesellscha -
lichen und ech lichen Vo ausse zungen. Fassen wi abe diese nunmeh
ins Auge, so zeig sich, daß sich die Wi scha sgemeinscha im allgemei-
nen en al e au de psychischen G undlage des Eigennu zes und
au de ech lichen de pe sönlichen F eihei und des P i a -
eigen ums. Es is kla , daß sich A bei s eilung und Gemeinnu zung au
diese G undlage nu in Ges al des Tausch e keh s als eines Inbeg i s
en gel liche Ve äge en al en können, und in diesem Sinne
wi d de Tausch und „Ma k " zum no wendigen E gänzungss ück de
gesellscha lichen Wi scha , zu einem Lebenselemen , ohne daß sie
nich bes ehen kann. E is also iel ie e beg ünde als in eine all-
gemein menschlichen „Neigung zu auschen", wie Smi h leh . Diese
mode ne Tausch e keh zeig ja nun auch, zum Un e schied om mi el-
al e lichen Handel, eine S uk u , die seine o ganische Ve bindung mi
de gesellscha lichen P oduk ion deu lich e kennen läß . Heben wi
nu olgende Wesensme kmale he o : 1. Ge ausch we den hie nich
zu ällige Übe schüsse, sonde n au G und eine um assenden A bei s-
eilung planmäßig ü den Ma k be ei ges ell e Diens leis ungen
und P oduk e. 2. Diese Aus ausch e olg in Mengen e häl nissen, die,
oh gesehen, du ch die in ihnen en hal enen A bei smengen bei-
s imm sind. (Da in lieg du chaus keine Ane kennung de A bei swe -
heo ie, s ell doch auch die Nu zwe heo ie die Tendenz zu Übe -
eins immung on Kos en und P eis es .) 3. Schon mi dem Du chd ingen
de o kapi alis ischen, handwe ksmäßigen A bei s eilung en al e
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279] Das Rä sel „Volkswi scha " 23
sich eine au einem einhei lichen Tauschmi el be uhende planmäßige
Geldwi scha . Vo he is das Edelme all nu Tauschgu , nun
he sch cha ales Wäh ungsgeld. 4. Das P inzip de Gemeinnu zung
se z sich no wendig e s
•
in Ges al des kapi alis ischen
Sys ems du ch. Die Gemeinnu zungsgü e (z. B. Fab ikanlagen,
K a we ke, F ach schi e, Mie häuse usw.) s ellen ja g oße Quan a
o ge ane A bei , g oße Kapi alien da , die nu on einem Teil de
Wi scha e angesammel we den können, die nun du ch ih en Kapi al-
besi z zu Füh ung de gesellscha lichen Wi scha be u en we den.
5. Im kapi alis ischen P ozeß e eil sich das Sozialp oduk in Ge-
s al on Besi z- und A bei seinkommen gemäß den „p oduk i en Bei-
ägen". Als solche e scheinen auch die Leis ungen on Boden und
Kapi al, sie s ellen e spa e A bei sleis ungen da , und Kapi alzinsen
und G und en e können dahe als eine A Lohn ü diese au ge aß
we den. 6 In de mode nen Volkswi scha sind alle ih e Gliede
in den Gü e aus ausch eingeschal e , alle sind hie „e we bs ä ig". De
Tausch e keh zeig dahe hie eine Dich e, einen Um ang und eine
Regel mäßigkei , diei übe einen bloßen „Handel" im mi elal e lichen
Sinne wei hinausgeh . Es is also hie in de Ta on eine „Ma k -
wi scha " als eine besonde en Ausp ägung de Volkswi scha zu
sp echen.
Diese Wi scha s o m s ell nun auch eine Fülle neue P obleme,
die sich an den bloßen Handel noch nich knüp en. E s hie en wickel
sich das Geldwesen zu einem K eislau sys em, das alle mi allen
e binde , e s hie en al e sich ein du ch allsei ige In e dependenz
bes imm es P eissys em, hie komm es zu dem g oßa igen Ve -
eilungsp ozeß des Sozialp oduk es und zu dem g oßa igen
Lenkungssys em des Kapi alismus. Rund um diese P obleme
en al e sich dahe eine ganze zusä zliche Wi scha swissenscha .
Es is abe alsch, diese „Volkswi scha sleh e" zu nennen, auch de
Beisa z „ heo e isch" bedeu e ü den Laien keine Einsch änkung,
sie kann nu als Ma k wi scha sleh e ode als Leh e om
Tausch e keh bezeichne we den. Abe sie is doch eine W i -
s c h a s Wissenscha , und dies is im besonde en noch so zu belegen:
1. Die Ma k wi scha is nu eine Vollzugsweise' de Volkswi -
scha , ih „K eislau " spiegel du chaus den P oduk ionsablau diese .
2. Die mo o ische- K a des Tausch e keh s bleib das wi scha -
liche P inzip, das hie jedoch in die Geld echnung ansponie
wi d. Jede such hie „billigs " zu e zeugen und seine Geschä e „ o -
eilha es " abzuschließen, und Auswahl und Beg enzung de Genüsse
e olgen un e Be ücksich igung ih e P eise". 3. Die Bes immungs-
g ünde ü P eise und Ve eilung sind le z en Endes die A bei s-
kos en und die „p oduk i en Bei äge", denn „in eine komme -
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24 Michael K oll [280
ziellen Wi scha sind P oduk ion und Ve eilung nu zwei Aspek e
desselben P ozesses" 22. 4. Sie ealisie nach heo e ische Übe legung
auch ü die Gesam hei ein Maximum an Wohls and bei einem Mini-
mum an Kos en.
Die Ma k wi scha sleh e gehö also jeden alls in den Be eich de
Volkswi scha sleh e, abe sie s eh zu ih doch nu im Ve häl nis eine
Zweig- zu eine G und Wissenscha . Es is ein Ve häl nis ähnlich
dem de Op ik zu Mechanik ode de de Mo phologie zu Geologie.
Die Lich e scheinungen haben mi den Kö pe bewegungen äuße lich
nich s gemeinsam, und doch bau die Op ik au den Gese zen de
Mechanik au (Re lexionsgese z, Wellenmechanik, magne ische Ab-
lenkung usw.). Die Geologie s ell das Wi ken de innenbü igen K ä e
des Geos da , die Mo phologie die außenbü igen K ä e, die sich e s an
den E gebnissen de innenbü igen be ä igen. Wie seh abe Volkswi -
scha und Ma k wi scha auseinande gehal en we den müssen, ha
schon I. S . Mi 11, de Sys ema ike un e den Klassike n, au gezeig ,
indem e sein Leh buch einlei e : „Die G undsä ze des e s en Ab-
schni es ( on de P oduk ion) un e scheiden sich in gewissen Rück-
sich en bedeu end on denen des zwei en ( on de Ve eilung). Die
Gese ze de He o b ingung haben den Cha ak e physikalische Wah -
hei en . . . bei de Ve eilung is dies nich ebenso, sie sind das E gebnis
menschliche Ano dnung." In ande em Zusammenhange haben Rod-
b e u s und Adol Wagne die beiden P oblemk eise bekann -
lich als die „ökonomisch- echnische" und die „his o isch- ech liche"
Ka ego ie un e schieden23. Das Ve häl nis de Ma k wi scha sleh e
zu ih e G undwissenscha abe e p lich e sie, in einem „uni e sa-
lis ischen" Geis e, d. h. in s e igem Hinblick au ih e G undlage1, die
gesellscha liche P oduk ion be ieben zu we den. Eine Ve sündigung
is es, wenn sie im Geis e eine bloßen „Ma k s a egie" be ieben wi d
und schließlich in eine „Theo y o games" ausmünde 24. De P eis-
heo e ike is noch lange kein Na ionalökonom und als Wi schia s-
minis e wü de e ielleich gänzlich e sagen.
2. Volkswi scha und Wohl ah ss aa
Die ka allak ische Theo ie aß , ückg ei end au Rica do, die Volks-
wi scha nich nu als eine Ma k wi scha , sonde n auch als
Na u gebilde au , das sich unabhängig om S aa e en al e . Auch
hie in is sie Gegenpol de äl e en deu schen Na ionalökonomie, die
22 Schumpe e : „Kapi alismus, Sozialismus und Demok a ie".
53 Wagne : Leh - und Handbuch de poli ischen Ökonomie I G undlegung.
24 Mo gens e n u. Neu mann: Theo y o games and economic beha iou ,
P ince on 1947.
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