SOEP FiD - "Familien in Deutschland" 2010: Methodenbericht
Abstract
EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.
Full text
Jänsch, Agnes; Huber, Simon; Siegel, Nico A.; Stimmel, Salma; Geue, Dirk Research Report SOEP FiD - "Familien in Deutschland" 2010: Methodenbericht SOEP Survey Papers, No. 903 Provided in Cooperation with: German Institute for Economic Research (DIW Berlin) Suggested Citation: Jänsch, Agnes; Huber, Simon; Siegel, Nico A.; Stimmel, Salma; Geue, Dirk (2020) : SOEP FiD - "Familien in Deutschland" 2010: Methodenbericht, SOEP Survey Papers, No. 903, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/227589 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
SOEP Survey Papers Series B - Survey Reports (Methodenberichte) SOEP FiD – 'Familien in Deutschland' 2010: Methodenbericht 903 SOEP — The German Socio-Economic Panel at DIW Berlin 2020 Agnes Jänsch, Simon Huber, Nico A. Siegel, Salma Stimmel, Dirk Geue (TNS Infratest Sozialforschung)
Running since 1984, the German Socio-Economic Panel (SOEP) is a wide-ranging representative longitudinal study of private households, located at the German Institute for Economic Research, DIW Berlin. The aim of the SOEP Survey Papers Series is to thoroughly document the survey’s data collection and data processing. The SOEP Survey Papers is comprised of the following series: Series A – Survey Instruments (Erhebungsinstrumente) Series B – Survey Reports (Methodenberichte) Series C – Data Documentation (Datendokumentationen) Series D – Variable Descriptions and Coding Series E – SOEPmonitors Series F – SOEP Newsletters Series G – General Issues and Teaching Materials The SOEP Survey Papers are available at http://www.diw.de/soepsurveypapers Editors: Dr. Jan Goebel, DIW Berlin Prof. Dr. Stefan Liebig, DIW Berlin and Freie Universität Berlin Dr. David Richter, DIW Berlin and Freie Universität Berlin Prof. Dr. Carsten Schröder, DIW Berlin and Freie Universität Berlin Prof. Dr. Jürgen Schupp, DIW Berlin and Freie Universität Berlin Dr. Sabine Zinn, DIW Berlin Please cite this paper as follows: Agnes Jänsch, Simon Huber, Nico A. Siegel, Salma Stimmel, Dirk Geue (TNS Infratest Sozialforschung). 2020. SOEP FiD – 'Familien in Deutschland' 2010: Methodenbericht. SOEP Survey Papers 903: Series B. Berlin: DIW/SOEP. This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License. © 2020 by SOEP ISSN: 2193-5580 (online) DIW Berlin German Socio-Economic Panel (SOEP) Mohrenstr. 58 10117 Berlin, Germany Contact: soeppa[email protected]
SOEP FiD – 'Familien in Deutschland' 2010: Methodenbericht Agnes Jänsch, Simon Huber, Nico A. Siegel, Salma Stimmel, Dirk Geue (TNS Infratest Sozialforschung) München, März 2011
3 Inhalt Seite 1. Gegenstand und Ziele der Erhebung 4 2. Stichprobenund Erhebungsdesign der FiD-Stichproben 8 2.1 Screening-Stichproben 9 2.1.1 CATI-Screening 10 2.1.2 F2F-Haupterhebung 17 2.2 Kohorten-Stichproben 19 3. Durchführung der Studie 29 3.1 Zeitlicher Verlauf 29 3.2 Interviewerschulungen, Incentivierungskonzept und Panelpflege 30 4. Bearbeitungsergebnisse 33 4.1 Rücklauf und Teilnahmequoten auf Haushaltsebene 33 4.1.1 Screening-Stichproben: CATI-Screening 33 4.1.2 Screening-Stichproben: F2F-Haupterhebung 36 4.1.3 Kohorten-Stichproben 38 4.2 Teilnahmequoten auf Personenebene 41 5. Erhebungsinstrumente 46 5.1 Haushaltsfragebogen 46 5.2 Personenfragebogen 52 5.3 Jugendfragebogen 68 5.4 Kindbezogene Fragebögen 69 Anhang 81 SOEP Survey Papers 903
4 1. Gegenstand und Ziele der Erhebung Dieser Methodenbericht fasst die wichtigsten Eckpfeiler der Datenerhebung im Rahmen der Erstbefragung von „Familien in Deutschland (FiD)“ im Jahr 2010 zusammen. Bei Familien in Deutschland handelt es sich um den Aufbau einer „SOEP-kompatiblen“ Haushalts-Längsschnittdatenbasis, die im Rahmen der „Gesamtevaluation familienund ehebezogener Leistungen“ über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (2010 – 2012) realisiert wird. Mit der erfolgreichen Konzeption und Durchführung der Erstbefragung von FiD wurde das wesentliche Fundament für die Etablierung der neuen Längsschnittdateninfrastruktur geschaffen. Ziel des Ausbaus der Haushaltsdatenbasis mit enger Anlehnung an die Methodik des Soziooekonomische Panel (SOEP), ist die quantitative Erweiterung und der qualitative Ausbau an Längsschnittinformationen über Familien in Deutschland, die im Hinblick auf vorrangige familienpolitische Zielsetzungen besonders wichtige Zielgruppen darstellen. Die der Konzeption der nunmehr abgeschlossenen ersten Befragungswelle zugrundeliegenden Zielsetzungen und deren Umsetzung in Form des Aufbaus eines eigenständigen Haushaltspanels wurden an anderer Stelle ausführlich beschrieben und sind daher nicht Gegenstand dieses technischen Reports. 1 Dieser Bericht fokussiert auf die wesentlichen Eckpunkte der FiD-Erhebung 2010 im Hinblick auf (1) Stichprobendesign, (2) Vorbereitung und Durchführung der Datenerhebung und (3) Erhebungsinstrumente. Das vorrangige Ziel des technischen Reports besteht darin, dass die im Rahmen der Evaluation geplanten wissenschaftlichen Evaluationsanalysen auf eine solide Beschreibung der Stichprobenkonzeption (Abschnitt 2), der Vorbereitung der Feldarbeit (Abschnitt 3), der Erhebungsinstrumente (Abschnitt 5) sowie der Bearbeitungsergebnisse der Erhebung (Abschnitt 4) zurückgreifen können. 2 Der Aufbau einer für die Zwecke der Gesamtevaluation konzipierten Längsschnitt-Haushaltsdatenbasis fußt auf zwei wesentlichen Pfeilern: erstens der Konzeption und der Realisierung eines Stichprobensystems für die zielgruppenspezifischen Evaluationen und zweitens auf dem Ausbau bestehender SOEP-Erhebungsinstrumente zur Erfassung sozialpolitischer Familienleistungen, allgemeinen Informationen zu Einkommen und Lebenslagen von Familien sowie speziell zur Situation und Entwicklung von Kindern in den teilnehmenden Haushalten der Erhebung. 1 Vgl. insbesondere: Machbarkeitsstudie zur stufenweisen Evaluation des Gesamttableaus eheund familienbezogener Leistungen in Deutschland im Auftrag der Prognos AG für das Kompetenzzentrum für familienbezogene Leistungen, Autorenverbund, 2009; Expertise zum Ausbau der SOEPDateninfrastruktur zur Evaluation familienund ehebezogener Leistungen, TNS Infratest Sozialforschung/DIW Berlin, 2009; Wege zur Erweiterung der Datenbasis zu familienpolitischen Zielen und Leistungen. Bewertungen und Vorschläge, Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik, 2009. 2 Die Abteilung SOEP am DIW hat von TNS Infratest Sozialforschung bereits während der Datenerhebung 2010 Auszüge dieses Berichts als vorläufige Reports ebenso erhalten wie darüber hinausgehende Auswertungen für Zwecke der Dokumentation und Hochrechnung. Diese zusätzlichen Materialien werden ebenso wie die Inhalte dieses Berichts in die ausführliche wissenschaftliche Methodenberichterstattung seitens der Abteilung SOEP am DIW eingebunden. SOEP Survey Papers 903
5 Stichproben Das FiD-Stichprobensystem umfasst im Wesentlichen vier Hauptsamples, die auf zwei unterschiedlichen Random-Sampling-Verfahren beruhen und insgesamt sieben Teilstichproben umfassen. (1) vier Kohortenstichproben von Familien mit Kleinkindern und Kindern im Vorschulund Einschulungsalter, konkret: a) von Haushalten mit Kindern, die im Zeitraum 1.1.2007 bis 31.12.2007 geboren sind b) von Haushalten mit Kindern, die im Zeitraum 1.1.2008 bis 31.12.2008 geboren sind c) von Haushalten mit Kindern, die im Zeitraum 1.1.2009 bis 31.12.2009 geboren sind d) von Haushalten mit Kindern, die im Zeitraum 1.1.2010 bis 31.3.2010 geboren sind 3 (2) Familien in sogenannten kritischen „Einkommenssegmenten“, d.h. Haushalte, deren bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen unterhalb oder knapp oberhalb der jeweiligen Armutsrisikoschwelle angesiedelt ist („Niedrigeinkommenssample“) (3) Alleinerziehendenhaushalte (4) Haushalten in denen mindestens drei Kinder leben („Mehrkindsample“) Die Verfahren der Konkretisierung der jeweiligen Auswahlgesamtheiten der einzelnen Teilstichproben ist in den Abschnitten 2.1 und 2.2 detailliert beschrieben. Bei sämtlichen Verfahren handelt es sich um die Umsetzung der in der FiD-Expertise vom September 2009 von TNS Infratest in Zusammenarbeit mit dem DIW Berlin vorgeschlagenen Stichprobenverfahren. Im Prozess der Stichprobenziehung wurden diejenigen Parameter abschließend definiert, die in der Expertise noch nicht oder nicht ausreichend präzisiert waren. Bei den Samples 1a-1d handelt es sich um Einwohnermeldeamtsstichproben, ein zweistufiges Auswahlverfahren das als Best-practice-Modell für anspruchsvolle Random Samples bei Personenstichproben in Deutschland gilt. Für die spezifischen Zwecke einer Haushaltserhebung muss das Verfahren entsprechend angepasst werden – und zwar sowohl für die Kontaktierung der Zielhaushalte als auch für die Gewichtung/Hochrechnung, weil eine Transformation einer Personenstichprobe in eine Haushaltsstichprobe erfolgen muss. Für die Samples (2) bis (4) liegt im Gegensatz zu den Kohortenstichproben kein Sampling frame im Sinne eines für Stichprobenziehungen zugänglichen Registers vor. Daher wurde für die drei Zielgruppen „Alleinerziehende“, „Familien im kritischen Einkommenssegment“ und „Mehrkindhaushalte“ ein alternatives, „Second best“-Verfahren angewendet. Hierbei werden ehemalige Teilnehmer von Mehrthemenbefragungen bei TNS Infratest neuerlich kontaktiert, insofern sie der Speicherung ihrer Adresse zugestimmt haben und Informationen aus dem „Ursprungsinterview“ vorliegen, die nahe liegen, dass die oder der Befragte in die entsprechende Zielgruppe fallen. Die ehemaligen Teilnehmer werden im so genannten telefonischen „Screening-Verfahren“ erneut kontaktiert, um festzustellen, ob sie aufgrund Haushaltszusammensetzung oder anderer Merkmale (wie zum Beispiel Einkommen) zur Grundgesamtheit 3 Die Einschränkung auf ausschließlich im ersten Quartal 2010 geborene Kinder war notwendig, um noch während des Geburtsjahres die Befragung realisieren zu können und die für die entsprechenden Familien und Kinder erhobenen Daten zusammen mit den anderen Befragtenangaben der anderen FiD-Samples 2010 aufbereiten und ausliefern zu können. SOEP Survey Papers 903
6 gehören und zweitens um ihre Teilnahmebereitschaft für die persönlich-mündliche Erhebung im Haushaltskontext zu klären. Auch bei diesem Verfahren wird eine (ehemalige) Personenstichprobe in ein Haushaltssample transformiert. In Abschnitt 2.1 dieses Berichts werden die wesentlichen methodischen Kernpfeiler der so genannten Screening-Samples ausführlich beschrieben. Eine Darstellung des Stichprobenverfahrens für die Einwohnermeldesamples „Kohorten 2007 – 2010“ erfolgt in Abschnitt 2.2. Erhebungsinstrumente Neben der Etablierung eines eigenen FiD-Stichprobensystems besteht die maßgebliche, auf die Evaluationszwecke zugeschnittene Erweiterung der SOEP-Haushaltslängsschnittdatenbasis im Rahmen von Familien in Deutschland im Aufbau eines für familienpolitische Evaluationsanalysen deutlich ausgebauten Datenbestandes. Die primär haushaltsbezogenen und auch die primär kindzentrierten Erhebungsinstrumente sind für diesen Zweck gegenüber den vorhandenen Instrumenten im SOEP deutlich ausgebaut bzw. erweitert worden. Das SOEPInstrumentarium der SOEP-Hauptbefragung beruht je nach Haushaltstyp auf bis zu zwölf unterschiedlichen Fragebogen, wobei den so genannten Haushaltsund Personenfragebogen als „Kerninstrumente“ eine besondere Bedeutung zukommt. Gegenüber der SOEP-Haupterhebung wurden die vier kindspezifischen Fragebogen für FiD deutlich ausgebaut und zudem zwei neue Fragebogen konzipiert. Durch den qualitativen und quantitativen Ausbau des familienbzw. kindspezifischen Erhebungsinstrumentariums wurde ein für die Evaluationsanalysen maßgeschneidertes Erstwellenprogramm konzipiert. Aufgrund der spezifischen Anforderungen im Sinne einer möglichst schnellen Datenerhebung und -aufbereitung wurden zudem die Stellschrauben für die Erhebung biographischer Variablen so geändert, dass nicht wie im SOEP am Ende der zweiten Befragungswelle, sondern bereits mit Datenlieferung der Erstbefragung sämtliche wesentlichen biographischen Hintergrundinformationen über die Eltern (und indirekt über die Großeltern) von Kindern in FiD-Haushalten vorliegen. Abschnitt 5 dieses Berichts bietet eine Übersicht über die wesentlichen Erhebungsinstrumente, die in der Erstbefragung von Familien in Deutschland zum Einsatz gelangten sowie deren spezifische Ausrichtung für die Zwecke der Gesamtevaluation. Ergebnisse der Stichprobenbearbeitung 2010 Die Ergebnisse der Erhebung von Familien in Deutschland wurden dem DIW in nach SOEPStandard aufbereiteten Bruttound Netto-Datensätzen im August 2010 (Screening-Stichproben) bzw. Anfang Dezember 2010 (Kohortensamples) übermittelt. Die Datenprüfung bei TNS Infratest, die strikt den strengen Vorgaben der SOEP-Qualitätsstandards folgte, sowie die in Abschnitt 4 dieses Berichts zusammengefassten Ergebnisse der Stichprobenbearbeitung zeigen, dass im Hinblick auf die beiden wesentlichen Anforderungen an qualitativ hochwertige Sozialforschungssurveys „Familien in Deutschland 2010“ die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen hat. Dies gilt erstens für die Response Rates, die in sämtlichen Teilsamples nicht nur oberhalb der Ausschöpfung für allgemeine Bevölkerungssurveys mit SOEP Survey Papers 903
7 analogen Sampling-Verfahren liegen, sondern auch die vor Projektbeginn bestehenden Erwartungen deutlich übertroffen haben. Zweitens ist angesichts der gegenüber ähnlich anspruchsvollen Erhebungen deutlich kürzeren Vorbereitungszeit und der gegenüber dem SOEP kürzeren Feldzeit die im Rahmen von Haushaltserhebungen besondere Anforderungen stellende Datenqualität der FiD-Erhebungen hervorzuheben. Effektivität und die Effizienz insbesondere bei der Etablierung des so genannten Niedrigeinkommenssamples sind im Vergleich zu anderen Surveys in diesem schwierigen gesellschaftlichen Segment besonders hervorzuheben. SOEP Survey Papers 903
14 Schichtung Sämtliche Gemeinden des Untersuchungsgebietes werden nach regionalen Kriterien in Schichten eingeteilt. Als Schichtungsmerkmale dienen: • Bundesländer • Regierungsbezirke • BIK-Gemeindetypen 5 Die Aufteilung der Auswahleinheiten der ersten Auswahlstufe (Sample-Points) erfolgt proportional zur Zahl der Haushalte in den Schichten (Zellen), und zwar so, dass auch die jeweiligen Randbesetzungen der Schichtungsmerkmale optimal die Haushaltsverteilungen der entsprechenden Randkategorien abbilden. Die Größenzuordnung bezieht sich auf die Einwohnerzahl der betreffenden BIK-Region. Bei Gemeinden außerhalb dieser Regionen erfolgt die Zuordnung entsprechend der politischen Gemeindegrößenklasse. Auswahlstufen Für die erste Auswahlstufe wird die Bundesrepublik in rund 53.000 Flächen anhand der kommunalen, statistischen Bezirke und unter Zuhilfenahme eines geografischen Informationssystems (GIS) zur Straßeneinteilung der BRD aufgeteilt. Diese Flächen oder Sample-Points bilden die Auswahleinheiten der ersten Auswahlstufe. Mit Wahrscheinlichkeiten proportional zur Zahl der Haushalte in den Sample Points wird nun in jeder Zelle die erforderliche Anzahl Sample-Points gezogen. Ein zusätzlicher Schichtungseffekt ergibt sich dabei durch Sortierung der Auswahleinheiten nach Kreisen, Gemeinden und ggf. nach Stadtbezirken innerhalb jeder Zelle. In der zweiten Auswahlstufe werden die für die Stichprobe pro Sample-Point benötigten Haushaltsadressen bestimmt. Dem Interviewer wurde eine durch Zufallsauswahl festgelegte Adresse als Startpunkt für einen Random-Walk übermittelt. Ausgehend von dieser Startad5 Gemeindetyp (entsprechend der BIK Regionen) 0 = 500.000 und mehr Einwohner (Strukturtyp 1) 1 = 500.000 und mehr Einwohner (Strukturtyp 2, 3, 4) 2 = 100.000 bis unter 500.000 Einwohner (Strukturtyp 1) 3 = 100.000 bis unter 500.000 Einwohner (Strukturtyp 2, 3, 4) 4 = 50.000 bis unter 100.000 Einwohner (Strukturtyp 1) 5 = 50.000 bis unter 100.000 Einwohner (Strukturtyp 2, 3, 4) 6 = 20.000 bis unter 50.000 Einwohner 7 = 5.000 bis unter 20.000 Einwohner 8 = 2.000 bis unter 5.000 Einwohner 9 = unter 2.000 Einwohner Strukturtyp 1: Kernbereich der BIK-Region Strukturtyp 2: Verdichtungsbereich der BIK-Region Strukturtyp 3: Übergangsbereich der BIK-Region Strukturtyp 4: Peripherer Bereich SOEP Survey Papers 903
15 resse folgt der Interviewer nach vorgegebenen Regeln einem Begehungsweg, auf dem jeder dritte Haushalt als Befragungshaushalt definiert ist. In diesen vorgegebenen Befragungshaushalten ermitteln die Interviewer in der dritten Auswahlstufe die zu befragende Zielperson. Dies geschah mit Hilfe eines systematischen Auswahlschlüssels, der allen zum Haushalt gehörenden Personen der Grundgesamtheit die gleiche Chance gewährleistet, in die Stichprobe zu gelangen, und die Zielperson eindeutig festlegt. Gewichtung Nicht in allen von den Interviewern angegangenen Haushalten kommt ein Interview zustande. Diese Ausfälle können sich disproportional zur Grundgesamtheit verteilen und so Verzerrungen der Stichprobe hervorrufen. Derartige Verzerrungen werden durch aufeinanderfolgende Faktorengewichtungen ebenso ausgeglichen wie die von der Haushaltsgröße abhängende Auswahlchance für die Zielperson (sog. Designgewichtung). Ausgehend von der unterschiedlichen Mobilität der Befragten, dargestellt als Wahrscheinlichkeit, zu bestimmten Zeitpunkten die Zielperson zu Hause anzutreffen, lässt sich durch Gruppierung der Befragten nach Häufigkeit der Antreffbarkeit die Gesamtheit rekonstruieren, indem man durch eine einfache Entzerrung dieser Chancenungleichheit, d. h. durch Gewichtung mit dem entsprechenden Faktor, diesen Effekt ausgleicht. Die weiteren Gewichtungsschritte erfolgen analog zu den im vorigen Abschnitt zum CATI-Bus InfraScope beschriebenen Gewichtungsschritten. Zuordnung zu den Zielgruppen Anhand der vorhandenen Strukturund Demografie-Variablen aus den Bus-Interviews wurde eine Selektions-Variable zur Klassifizierung der Fälle aus den beiden Befragungsbussen gebildet (im ausgelieferten CATI-Screening-Bruttoband „cidorg“). Gemäß den im vorigen Abschnitt beschriebenen Definitionen wurden dadurch Fälle identifiziert, die laut den Informationen aus den Bussen mindestens einer der Zielgruppen „Alleinerziehende“, „Mehrkindfamilie“ oder „Niedrigeinkommenshaushalt“ zuzuordnen ist. Aus den beiden Bussen gelangten sodann die Fälle, die mindestens einer der Zielgruppen zugeordnet waren, gemäß ihrer Einteilung in der Klassifizierung „cidorg“ in die Bruttostichprobe für das CATI-Screening. Das waren aus dem F2F-Bus 2.960 und aus dem Telefonbus 10.693 Fälle. Insgesamt gelangten also 13.653 Fälle in die Feldeinsatzstichprobe. Tabelle 2.2 zeigt die Zellenbesetzung der einzelnen Zielgruppen und Mischkategorien nach Ursprungsbus in der Bruttostichprobe für das CATI-Screening. SOEP Survey Papers 903
16 Tabelle 2.2: Feldeinsatzstichprobe CATI-Screening nach Zielgruppen und Ursprungsbus Aus Telefonbus Aus F2F-Bus Gesamt Abs. % Abs. % Abs. % Zielgruppe gemäß Infos aus den Bussen Niedrigeinkommenshaushalte 1.962 18,3 1.595 53,9 3.557 26,1 Alleinerziehendenhaushalte 1.367 12,8 160 5,4 1.527 11,2 Mehrkindhaushalte 1.623 15,2 394 13,3 2.017 14,8 Niedrigeinkommensund Alleinerziehendenhaushalte 3.415 31,9 519 17,5 3.934 28,8 Niedrigeinkommensund Mehrkindhaushalte 1.636 15,3 210 7,1 1.846 13,5 Alleinerziehendenund Mehrkindhaushalte 325 3,0 19 0,6 344 2,5 Niedrigeinkommensund Alleinerziehendenund Mehrkindhaushalte 365 3,4 63 2,1 428 3,1 Gesamt 10.693 100,0 2.960 100,0 13.653 100,0 Durchführung CATI-Screening Das Ziel des CATI-Screenings bestand in der Klärung der tatsächlichen Zielgruppenzugehörigkeit der durch die Bus-Informationen vorselektierten Bruttofälle. In der telefonischen Kurzbefragung wurden unter anderem die Haushaltsgröße, die Anzahl der Personen unter 18 Jahren und das Nettohaushaltseinkommen (kategorial) abgefragt. Nach einer automatischen Prüfung der Zielgruppenzugehörigkeit wurden diejenigen Zielpersonen, die mindestens einer der Gruppen zugeordnet wurden, nach ihrer Teilnahmebereitschaft an der F2F-Hauptstudie gefragt. Insgesamt fielen 3.701 Haushalte in die Zielgruppen, 3.261 davon gaben ihre Erlaubnis, dass ihnen TNS Infratest die Einladung zur Studie „Familien in Deutschland“ zuschicken darf. Das exakte Bearbeitungsergebnis des CATI-Screenings kann Abschnitt 4.1.1 entnommen werden. SOEP Survey Papers 903
17 2.1.2 F2F-Haupterhebung Vor der Durchführung der Haupterhebung wurde die gescreente Stichprobe aufbereitet. Zunächst wurde das Stichprobenkennzeichen gebildet. Das entspricht einer eindeutigen Zuordnung der Haushalte, die aufgrund der Screening-Informationen in mehr als eine Zielgruppe fallen. Anhand Tabelle 2.3 wird ersichtlich, dass alle bereits im ersten Schritt eindeutig zugeordneten Fälle eins zu eins das entsprechende Stichprobenkennzeichen erhielten. Aus den Haushalten mit keiner eindeutigen Zuordnung, die also mehr als ein Zielgruppenkriterium erfüllten, erfolgte die Zuordnung zu den einzelnen Stichprobenkennzeichen mit Hilfe einer disproportionalen Zufallsauswahl, wobei die Ziehungswahrscheinlichkeit zwischen den Mischgruppen variierte. Tabelle 2.3: Verteilung der Nettofälle aus dem CATI-Screening auf die Stichprobenkennzeichen (Prozentwerte in Klammern) Zielgruppe laut CATI-Screening 1 2 3 4 5 6 7 Ges. Stichprobenkennzeichen 60 FiD 2010 Niedrigeinkommensstichprobe 1.181 (100,0) 0 0 425 (62,5) 78 (26,6) 0 5 (15,2) 1.689 (51,8) 61 FiD 2010 Alleinerziehendenstichprobe 0 511 (100,0) 0 255 (37,5) 0 34 (39,5) 5 (15,2) 805 (24,7) 62 FiD 2010 Mehrkindfamilienstichprobe 0 0 477 (100,0) 0 215 (73,4) 52 (60,5) 23 (69,7) 767 (23,5) Gesamt 1.181 (100,0) 511 (100,0) 477 (100,0) 680 (100,0) 293 (100,0) 86 (100,0) 33 (100,0) 3.261 (100,0) Anmerkung: Zielgruppe 1: Niedrigeinkommenshaushalt Zielgruppe 2: Alleinerziehendenhaushalt Zielgruppe 3: Mehrkindhaushalt Zielgruppe 4: Niedrigeinkommensund Alleinerziehendenhaushalt Zielgruppe 5: Niedrigeinkommensund Mehrkindhaushalt Zielgruppe 6: Alleinerziehendenund Mehrkindhaushalt Zielgruppe 7: Niedrigeinkommensund Alleinerziehendenund Mehrkindhaushalt Ein weiterer Schritt vor der endgültigen Definition der Bruttostichprobe für die persönlichmündliche Haupterhebung war die Berücksichtigung der Güte und der Streuung der Adressen. Hierfür wurden die Adressen aufbereitet, validiert und fehlerhafte bzw. fehlende Adressen recherchiert. Anschließend wurde allen Adressen ein Code zugewiesen, der die Adressgüte festlegte. In 95 % der Fälle war die Qualität der Adressen erster Güte, in 5 % der Fälle fehlten einzelne Angaben, wie das Geburtsjahr der Kinder, der Vorname der Zielperson oder der Straßenname. SOEP Survey Papers 903
18 Anhand Tabelle 2.4 wird ersichtlich, dass von den 3.261 Fällen 3.149, also rund 97 %, für den Feldeinsatz herangezogen werden konnten. Lediglich 112 Fälle konnten somit nicht verwendet werden. Bei 61 Fällen war ausschlaggebend, dass der Straßenname fehlte, die Haushalte also nicht angeschrieben werden konnten. Diese Fälle können in gewissem Sinne als „versteckte“ Teilnahmeverweigerer betrachtet werden. Die Zielpersonen stimmten zwar telefonisch zu, zu einer weiteren Befragung eingeladen zu werden, weigerten sich aber dann, ihre exakte Adresse anzugeben. Das Vorliegen des Straßennamens ist aber unerlässlich für die Bildung einer Bruttoeinsatzstichprobe im Rahmen der persönlich-mündlichen Erhebung, weshalb die Haushalte nicht in das Ausgangsbrutto der F2F-Erhebung eingingen. Wie aus Tabelle 2.4 hervorgeht, gelangten aber auch Adressen ausreichender Güte nicht zum Feldeinsatz. Bei diesen insgesamt 51 Fällen handelt sich um sogenannte Streuadressen. Diese sind räumlich derart gestreut, dass sie für den Feldeinsatz nicht geeignet sind. Es müssten Interviewer eingesetzt werden, die teilweise nur eine einzige Adresse zu bearbeiten hätten. In solchen Fällen ist es den Interviewern nicht zuzumuten, sich wegen einer Haushaltsadresse mit unbekannter Realisierungschance in die Anforderungen einer komplexen Erhebung einzuarbeiten, etwa Intervieweranleitung und -handbuch zu lesen und einen Schulungstermin mit dem zuständigen Kontaktinterviewer zu vereinbaren. Tabelle 2.4: Klassifizierung der Adressgüte teilnahmebereiter Haushalte Für Feldeinsatz ausgewählt Nicht für Feldeinsatz ausgewählt Gesamt Adressgüte Adresse vollständig 3.040 49 3.089 Fehlende Angaben bei den Kindern (Geburtsjahr) 41 1 42 Vorname nicht bekannt 68 1 69 Straße unbekannt 0 61 61 Gesamt 3.149 112 3.261 Die 3.149 Bruttohaushalte wurden schriftlich kontaktiert und zur Befragung eingeladen. Es wurden insgesamt 355 Interviewer eingesetzt, die während der gut dreimonatigen Feldzeit 2.500 Haushalte realisieren konnten. Der Erhebungsmodus war ausschließlich CAPI. Die einzelnen Erhebungsinstrumente werden in Abschnitt 5 erläutert. Das Bearbeitungsergebnis der Screeningstichproben wird detailliert in den Abschnitten 4.1.2 (Haushaltsebene) und 4.2 (Personenebene) erörtert. SOEP Survey Papers 903
19 2.2 Kohorten-Stichproben Bei den Kohortensamples handelt es sich um personenbasierte Einwohnermeldeamtsstichproben von Haushalten mit Kindern der Geburtsjahrgänge 2007 bis 2010, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung in der Bundesrepublik Deutschland am Ort der Hauptwohnung gemeldet waren. Die Substichprobe 2010 nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Da die Feldarbeit für alle vier Kohorten noch im selben Jahr abgeschlossen sein musste und die Einwohnermeldeämter einen relativ langen Vorlauf für die Stichprobenziehung benötigen, musste die Substichprobe 2010 auf Haushalte mit Kindern beschränkt werden, die im 1. Quartal 2010 geboren wurden. Die Stichprobenziehung wurde als geschichtete, mehrstufige Zufallsauswahl realisiert. Die erste Auswahlstufe umfasste die Ziehung der Gemeinden (bzw. Sample-Points), die zweite Auswahlstufe die Ziehung der Personenstichprobe durch die Einwohnermeldeämter. Die Ausländerkennung wurde als getrennte Variable erfasst. Der gesamte Adresspool wurde zudem einem onomastischen Verfahren unterzogen, um einen etwaigen Migrationshintergrund festzustellen. Unabhängig von der Nationalität und dem Onomastik-Kennzeichen erfolgte in einem wieteren Schritt zunächst eine einfache Zufallsauswahl mit einer fixen Anzahl Adressen pro Sample-Point. In jedem Point wurde sodann die Anzahl der in der Zufallsstichprobe enthaltenen Ausländer/Migranten verdoppelt, indem aus dem restlichen Adressbestand pro Point die entsprechende Anzahl an Ausländern/Migranten nachgezogen wurde. Abbildung 2.2 fasst das Stichprobendesign zusammen. Die einzelnen Schritte werden in den folgenden Abschnitten ausführlich behandelt. Zum zeitlichen Verlauf der FiD-Kohorten-Stichproben siehe Abschnitt 3.1. SOEP Survey Papers 903
20 Abbildung 2.2: Stichprobendesign für die FiD-Kohorten-Stichproben SOEP Survey Papers 903
21 Gemeindeauswahl Auf der ersten Auswahlstufe wurde zunächst die Basisstichprobe für die Kohorten 2007, 2008 und 2009 gezogen. Hierfür wurde für jede Gemeinde in Deutschland die Anzahl der Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren ermittelt. Als Quelle wurde „Statistik lokal“ vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik in Nordrhein-Westfalen herangezogen. 6 Als Schichtungskriterien dienten Bundesland, Regierungsbezirk und BIK-Typ, wobei das Bedeutungsgewicht die Anzahl der Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren darstellte. Auf Grundlage der Bedeutungsgewichte wurden 160 Sample-Points auf die einzelnen Schichten verteilt. Bei der Allokation wurde dabei berücksichtigt, dass die Anzahl der Gemeinden mit hohen Einwohnerzahlen deutlich niedriger ist als die Anzahl der Gemeinden mit niedrigeren Einwohnerzahlen, indem den BIK-Regionen mit höheren Einwohnerzahlen überproportional viele Sample-Points zugeordnet wurden. Innerhalb der ausgewählten Schichten wurde die Gemeindeauswahl als systematische Ziehung mit Zufallsstart je Schicht realisiert. Gemeinden mit einem Bedeutungsgewicht kleiner als 36 wurden aufgrund der zu geringen Auswahlgesamtheit in den Einwohnermeldeamtsregistern gesperrt. Für Gemeinden mit einem Bedeutungsgewicht größer/gleich 36 und kleiner 80 wurden synthetische Points gebildet. Das bedeutet, dass auf der gleichen regionalen Ebene – Regierungsbezirk, BIK und politische Gemeindegrößenklasse (GKPOL) – eine benachbarte Gemeinde diesem Point zugewiesen wurde, um damit die Summe der Personenauswahlgesamtheit für den Point zu erhöhen. Bei Großstädten fallen hingegen in der Regel mehrere Sample-Points auf eine Gemeinde. Insgesamt verteilten sich die 160 Sample-Points der Basisstichprobe zunächst auf 145 Gemeinden. Da 15 Gemeinden aufgrund der zu geringen Anzahl an Kindern zwischen 0 und 2 Jahren mit 15 weiteren – jeweils strukturgleichen – Gemeinden zu synthetischen Points zusammengefasst wurden, betrug die Anzahl ausgewählter Gemeinden letztendlich 160. Bei der Bildung der Substichprobe für die Kohorte 2010 mussten mehrere Restriktionen und Besonderheiten beachtet werden. Da die Feldarbeit bereits 2010 erfolgte, konnte sich die Stichprobe nur auf Kinder beziehen, die im 1. Quartal 2010 geboren waren. Zum Zeitpunkt der Bildung der Gemeindestichprobe waren die Kinder der Kohorte 2010 also noch nicht geboren. Somit lag die Zahl der in 2010 neugeborenen Kinder pro Gemeinde nicht vor. Daher wurde von der Annahme ausgegangen, dass sich die Bedeutungsgewichte in etwa so verteilen wie für die Kohorten der Basisstichprobe. Aus Kostenund vor allem Zeitgründen – die Einwohnermeldeämter mussten ein zweites Mal angeschrieben werden und in einem kürzeren Zeitfenster eine weitere Stichprobenziehung vornehmen – wurden nicht alle 160 Sample-Points herangezogen, sondern eine zufallsbasierte Substichprobe von 80 Sample-Points gebildet. Diese verteilten sich auf 73 Gemeinden, hinzu kamen 11 Gemeinden zur Bildung synthetischer Points. 6 Die Bevölkerungszahlen bezogen sich auf den Gebietsstand vom 31. 12. 2007. Da die eigentliche Gemeindestichprobe auf Basis des Gebietsstandes zum 31 .12. 2008 gezogen wurde, wurden die Bedeutungsgewichte auf den aktuellen Gebietsstand übertragen. Wurden zwischen 2007 und 2008 Eingemeindungen vorgenommen, so ergab sich das neue Bedeutungsgewicht für die Gemeinde aus der Summe der Teilgemeinden. SOEP Survey Papers 903
22 Personenauswahl Auswahleinheiten der zweiten Auswahlstufe sind Kinder der jeweiligen Geburtenkohorte. Hierfür wurden die Einwohnermeldeämter der ausgewählten Gemeinden angeschrieben. Den Gemeinden wurde für die Ziehung jeweils vorgegeben, wie viele Kinder gezogen werden sollten. Die Lage der Sample-Points definierte dabei die Bestellmenge pro Point. Je nach politischer Gemeindegrößenklassewaren die Bestellmengen pro Point folgendermaßen gestaffelt: 7, 8, 9 − GKPOL 1-2: je Kohorte n = 15 (synthetische Points: je Kohorte n = 2*8) − GKPOL 3, bis 7.999 Einwohner: je Kohorte n = 20 − GKPOL 3, ab 8.000 Einwohner: je Kohorte n = 30 − GKPOL 4-5: je Kohorte n = 30 − GKPOL 6-7: je Kohorte n = 75 Für die Basisstichprobe haben die Einwohnermeldeämter für nahezu alle Sample-Points die bestellte Anzahl der Adressen geliefert. Für zwei Points erfolgte die Lieferung zu spät für den Feldeinsatz. Für die Bildung der Feldeinsatzstichprobe standen somit für die Kohorten 2007 – 2009 jeweils 158 Sample-Points zur Verfügung. Bei der Substichprobe musste die Anzahl der Sample Points deutlich stärker reduziert werden. Aus Datenschutzgründen werden Points, für die weniger als acht Adressen vorliegen, grundsätzlich nicht eingesetzt. In zehn Gemeinden war die Zahl der Kinder der Geburtenkohorte 2010 so gering, dass sie für die Feldeinsatzstichprobe nicht herangezogen werden konnten bzw. die Einwohnermeldeämter erst gar nicht geliefert haben. Somit standen für die Substichprobe 70 Sample-Points zur Verfügung. Innerhalb dieser Points entspricht die Bestellmenge in vielen Fällen nicht der Menge der gelieferten Adressen, da in den entsprechenden Gemeinden nicht ausreichend neugeborene Kinder in den Meldekarteien geführt waren. Tabelle 2.5 zeigt, wie sich die eingesetzten Sample-Points in den beiden Stichproben über die Bundesländer verteilen. Das ehemalige Bundesgebiet West ist demnach mit 128 Gemeinden in der Basisstichprobe und 57 in der Substichprobe repräsentiert, das Gebiet der ehemaligen 7 Politische Gemeindegrößenklasse (GKPOL) Stand 31 .12. 2008: 1 = unter 2.000 Einwohner 2 = 2.000 bis unter 5.000 Einwohner 3 = 5.000 bis unter 20.000 Einwohner 4 = 20.000 bis unter 50.000 Einwohner 5 = 50.000 bis unter 100.000 Einwohner 6 = 1000.000 bis unter 500.000 Einwohner 7 = 500.000 und mehr Einwohner 8 In kleineren Gemeinden ist die Adressbestellmenge deutlich geringer als in größeren Gemeinen, da in diesen oftmals kaum mehr - und in manchen Gemeinden sogar weniger – als die beispielsweise für GKPOL 1 bestellten 15 Adressen von neugeborenen Kinder in den Meldekarteien geführt sind. 9 Bei Einwohnermeldeamtsstichproben wird den Gemeinden grundsätzlich eine höhere Zahl an Adressen für die Ziehung vorgegeben, als für die Stichprobenbildung ausreichend wäre. Zum einen ist davon auszugehen, dass manche Ämter die Adressen gar nicht, nicht in bestellter Anzahl oder nicht rechtzeitig für den Feldeinsatz liefern. Zudem können durch einen größeren Adresspool nicht mehr existierende Adressen, qualitätsneutrale Ausfälle, Haushaltsdubletten und Ähnliches kompensiert werden. Des Weiteren muss bei Studien, die einen disproportionalen Stichprobenansatz verfolgen, um beispielsweise bestimmte Bevölkerungsgruppen überzurepräsentieren, eine ausreichende Adressbasis vorhanden sein. SOEP Survey Papers 903
23 DDR mit 23 Gemeinden in der Basisstichprobe und 9 in der Substichprobe. Auf Berlin fallen 7 bzw. 4 Points. Tabelle 2.5: Verteilungen der Sample-Points auf die Bundesländer Basisstichprobe (Kohorten 2007 - 2009) Substichprobe (Kohorte 2010) Bundesland Schleswig-Holstein 5 2 Hamburg 4 2 Niedersachsen 16 7 Bremen 2 1 Nordrhein-Westfalen 35 17 Hessen 12 5 Rheinland-Pfalz 8 3 Baden-Württemberg 20 9 Bayern 25 10 Saarland 1 1 Berlin 7 4 Brandenburg 4 1 Mecklenburg-Vorpommern 3 1 Sachsen 8 4 Sachsen-Anhalt 4 2 Thüringen 4 1 Insgesamt 158 70 SOEP Survey Papers 903
30 Abbildung 3.1: Zeitlicher Studienverlauf Screening-Samples Kohorten-Samples Dezember 2009 Vorbereitung des CATIScreenings Auswahl der Gemeinden und Sample Points Januar 2010 Februar 2010 März 2010 CATIScreening Versand an Interviewer und Zielpersonen Stichprobenziehung der Basisstichprobe in den Einwohnermeldeämtern April 2010 Mai 2010 Bildung der Feldeinsatzstichprobe (Basisstichprobe) Juni 2010 Feldzeit Tranche 1 Feldzeit Tranche 2 Stichprobenziehung der Substichprobe in den Einwohnermeldeämtern Juli 2010 Bildung der Feldeinsatzstichprobe 2010 (Substichprobe) August 2010 September 2010 Datenlieferung ans DIW Oktober 2010 Feldzeit der Basisstichprobe Feldzeit der Substichprobe 2010 November 2010 Datenprüfung und -aufbereitung Dezember 2010 Datenlieferung ans DIW 3.2 Interviewerschulungen, Incentivierungskonzept und Panelpflege Interviewerschulungen Aufgrund der anspruchsvollen Datenerhebung und des hohen Komplexitätsgrades der Studie, wurde vor Beginn der beiden Feldphasen jeweils eine Interviewerschulung durchgeführt. Die erste Schulung fand am 25.02.2010 in München statt und diente der Schulung von 70 Interviewern, die ihr Wissen anschließend an die weiteren für die Screening-Stichprobe eingesetzten Interviewer vermittelten. Den Interviewern wurden dabei nicht nur die ErhebungsinSOEP Survey Papers 903
31 strumente detailliert vorgestellt, sondern auch die Hintergründe der Studie näher erläutert. Eine wichtige Rolle spielte außerdem das Incentivierungskonzept, das vom Interviewer genau verstanden werden musste, um die korrekte Verteilung der monetären Incentives gewährleisten zu können. Eine zweite Schulung fand am 02.06.2010 für 70 Interviewer, die für die KohortenStichproben eingesetzt waren, statt. In diesem Workshop konnten, neben dem Schulungsprogramm an sich, bereits erste Ergebnisse aus der Feldphase der Screening-Stichprobe diskutiert werden. Positiv hervorgehoben wurden in den Interviewerrückmeldungen die vorab verschickten Incentives, die sich als äußerst hilfreich für die Kontaktaufnahme durch den Interviewer erwiesen hatten. Das CATI-Screening führte, nach Aussagen der Interviewer, zu großer Aufgeschlossenheit der Zielpersonen und auch die Bereitschaft für Wiederholungsbefragungen wurde äußerst positiv beurteilt. Außerdem äußersten sich die Interviewer positiv überrascht über die hohe Antwortbereitschaft bei Fragen zur finanziellen Situation. Kritisch gesehen wurde das Fehlen eines eindeutigen Hinweises auf den Hausbesuch des Interviewers beim CATI-Screening und die Länge des Interviews aufgrund des umfangreichen Befragungsprogramms. Allerdings wurden die Fragebögen als gut verständlich und komplikationslos durchführbar eingeschätzt. Als problematisch beurteilten die Interviewer lediglich die Fragen zu früheren Partnerschaften, da durch die Anwesenheit anderer Haushaltsmitglieder, insbesondere des gegenwärtigen Partners, die Beantwortung für die Zielperson unangenehm sein konnte sowie die Fragen des Ausgabenund Konsummoduls. Außerdem sahen die Interviewer die erforderliche Anwesenheit aller Haushaltsmitglieder bei der Befragung als häufig schwer realisierbar an und machten aufgrund ihrer Erfahrungen Vorschläge, um an dieser Stelle die Datenerhebung zu erleichtern. Sie empfahlen, nur Kollegen einzusetzen, bei denen die Bereitschaft bestünde auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten, um die Anwesenheit aller Haushaltsmitglieder zu ermöglichen. Ein Alternativvorschlag sah zwei Befragungstermine vor und auch die Befragung abwesender Zielpersonen mittels CATI wurde angedacht. Neben den persönlichen Schulungen wurden die Interviewer mit umfangreichem schriftlichen Material in Form eines Interviewerhandbuchs auf ihre Tätigkeit im Rahmen von „Familien in Deutschland“ vorbereitet. Dieses diente der genauen Beschreibung der Studienanlage und -durchführung und enthielt sowohl umfassendes Bildmaterial zur Veranschaulichung des korrekten Vorgehens bei der Datenerhebung als auch Kurzzusammenfassungen am Ende jeden Kapitels als Übersicht und Erinnerungshilfe. Rückfragen der Interviewer während der Feldzeit bezogen sich vorrangig auf das korrekte Vorgehen bei der Incentivierung und den Aufruf der CAPI-Fragebögen, da es an dieser Stelle zwischen Screeningund Kohortenstichproben technische Abweichungen gab. Während durch das telefonische Screening bei ersterer die Haushaltszusammensetzung bekannt war und diese bereits im CAPI hinterlegt werden konnte, mussten die Interviewer bei den Kohorten-Stichproben die Fragebogenauswahl selbst steuern, da aufgrund der am Kind ausgerichteten Personenstichprobe keine Daten zur Zusammensetzung des Haushalts vor Feldbeginn vorlagen. SOEP Survey Papers 903
32 Incentivierung und Panel-Pflege Die durch das CATI-Screening ermittelten befragungsbereiten Personen erhielten bereits vor Durchführung der Datenerhebung Incentives, um die Teilnahmebereitschaft bis zur Kontaktaufnahme durch den Interviewer aufrecht zu erhalten. Als Dankeschön für ihre Bereitschaft, an „Familien in Deutschland“ teilzunehmen, wurde den Familien der Screening-Stichprobe vorab ein Briefmarkenset mit Marken im Gesamtwert von 5,50 Euro zugeschickt sowie Luftballons mit dem Schriftzug „Familien in Deutschland“. Außerdem wurde ihnen ein von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christina Schröder, unterzeichnetes Anschreiben und eine Informationsbroschüre zur Befragung zugesandt, die auch Erläuterungen der als Dankeschön für die Teilnahme ausbezahlten Geldbeträge enthielt. Die Incentivierung für das Bearbeiten der Fragebogen setzte sich aus zwei Modulen zusammen. Zum einen erhielten die befragten Familien als Dankeschön für das Ausfüllen des Haushaltsfragebogens und des ersten Personenfragebogens zusammen 5 Euro sowie für jeden weiteren Personenund Jugendfragebogen jeweils 5 Euro. Zum anderen wurde eine sogenannte „Kinderprämie“ ausbezahlt, wenn alle für einen Haushalt erforderlichen Fragebogen vollständig vorlagen. Diese zusätzliche Incentivierung belief sich auf 5 Euro je im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren. In diese Berechnung wurden nicht nur diejenigen Kinder einbezogen, für die ein Elternfragebogen auszufüllen war, sondern auch alle weiteren. Da dieses relativ komplexe Incentivierungsschema einigen Interviewern zunächst Schwierigkeiten bereitete, wurde noch während der Feldzeit der Screening-Stichprobe zusätzliches Schulungsmaterial verschickt, das anhand einer Musterincentivierung das Konzept anschaulich erläuterte. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Unklarheiten auf Seiten der Interviewer bezüglich der korrekten Zusammensetzung der Incentivierung eines Haushalts. Im Rahmen der Panelpflege wurden auch an Familien von 2007 bis 2009 geborenen Kindern (Basisstichprobe), die für die Kohorten-Stichproben über die Einwohnermeldeämter gezogen worden waren, Briefmarken-Sets und Luftballons vorab verschickt. Familien von 2010 geborenen Kindern (Substichprobe) erhielten einen bunt bemalten Hampelmann aus Holz. Außerdem bekamen auch Familien aus der Screening-Stichprobe mit Kindern, die 2008 geboren waren, zusammen mit dem postalisch versandten „Drop off“ Elternfragebogen 1B einen Hampelmann als Dankeschön für ihr Engagement beim zusätzlichen Ausfüllen dieses nachträglich erhobenen Fragebogens. Positive Rückmeldungen gab es seitens der Befragten insbesondere zu dem vorab versandten Anschreiben mit der Unterschrift der Ministerin, welche die Bedeutung und Seriosität des Forschungsprojekts belegte. Außerdem wurden die Luftballons mit dem Schriftzug der Studie äußerst positiv aufgenommen. SOEP Survey Papers 903
33 4. Bearbeitungsergebnisse Wie in Abschnitt 2 aufgezeigt wurde, besteht das FiD-Stichprobensystem aus zwei separat gesampelten Stichproben: den Screening-Stichproben und den Kohorten-Stichproben. Die realisierten Nettostichproben entstammen demzufolge zwei unterschiedlichen Stichprobenbasen: einerseits einer nach Zielgruppen und Teilnahmebereitschaft vorgescreenten Stichprobe und andererseits einer von Einwohnermeldeämtern bereitgestellten Kohortenstichprobe mit Oversampling von Kindern mit Migrationshintergrund. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Bearbeitungsergebnisse auf Haushaltsebene dargelegt. Als erstes wird das CATI-Screening behandelt (Abschnitt 4.1.1). In Abschnitt 4.1.2 folgt das Ergebnis der Feldarbeit der Haupterhebung der Screening-Stichproben. Die Ergebnisse der Kohorten-Stichproben werden in Abschnitt 4.1.3 beschrieben. Die Bearbeitungsergebnisse beider Teilstudien auf Personenebene werden in Abschnitt 4.2 aufgeführt. 4.1 Rücklauf und Teilnahmequoten auf Haushaltsebene 4.1.1 Screening-Stichproben: CATI-Screening Tabelle 4.1 gibt das Bearbeitungsergebnis des telefonischen Screenings detailliert wieder. Tabelle 4.2 zeigt das Ergebnis in aggregierter Form. Von den 13.653 eingesetzten Telefonnummern konnte in 24 % der Fälle kein Kontakt hergestellt werden. Zu den nicht erfolgreich kontaktierten Fällen zählen neben ungültigen Telefonnummern und vergeblichen Kontaktversuchen auch Haushalte, in denen die aus den Bussen bekannte Zielgruppe nicht mehr im Haushalt lebt. Die Kontaktrate beträgt somit 76 %. Um die Kooperationsrate bestimmen zu können, müssen Zielpersonen, die das Telefonat ohne Begründung abbrechen, krankheitsbedingt oder zeitlich nicht in der Lage sind oder die Befragung verweigern, abgezogen werden. So kommt man auf einen Anteil von kooperierenden Haushalten, die sich an der Kurzbefragung beteiligen, von 49 % der eingesetzten Telefonnummern, das sind 64 % der erfolgreich kontaktierten Haushalte. In den kooperierenden Haushalten wurde in einem kurzen Screening-Interview die Auskunft gebende Person um die Beantwortung einiger zentraler Fragen gebeten. Anhand dieser Informationen konnten 56 % der dabei in mindestens eine der oben beschriebenen Zielgruppen. Diese erhielten am Ende der Kurzbefragung die Frage, ob sie Interesse daran hätten, an der eigentlichen Erhebung zu „Familien in Deutschland“ teilzunehmen. Die Teilnahmebereitschaft an der Haupterhebung ist mit 88 % als sehr hoch einzustufen. Dies liegt einerseits am Thema, da es die selektierten Zielhaushalte in ihren aktuellen Lebensumständen „abholt“, und andererseits an der generell befragungsaffinen Gruppe von Personen und Haushalten, die sich im Befragungspool von Telefonund F2F-Bussen befinden. SOEP Survey Papers 903
34 Tabelle 4.1: Bearbeitungsergebnis CATI-Screening Abs. % Bearbeitungsergebnis Ungültige Telefonnummer 1.046 7,7 Kein Privathaushalt 85 0,6 Kein Kontakt hergestellt 1.664 12,2 Person nicht mehr im Haushalt 441 3,2 Abbruch 960 7,0 Nicht in der Lage/krank 13 0,1 Termin innerhalb Feldzeit nicht möglich 576 4,2 Verweigerung: - Grundsätzliche Verweigerung 1.944 14,2 - Kein Interesse am Thema 237 1,7 Teilnahmeinteresse bekundet 3.261 23,9 nicht in Zielgruppe: - K.A. Personenangaben 6 0,0 - Einpersonen-Haushalt 190 1,4 - Mehrpersonen-Haushalt ohne Kinder 1.008 7,4 - Niedrigeinkommens-Schwellenwert überschritten 1.751 12,8 In Zielgruppe, aber nicht teilnahmebereit laut Q6(a) 440 3,2 Doppeladresse 21 0,2 Sonstige 10 0,1 Gesamt 13.653 100,0 SOEP Survey Papers 903
35 Tabelle 4.2: Kontaktrate, Kooperationsrate und Teilnahmebereitschaft CATI Screening Abs. % aller Tel.-Nr. % von Teilgruppe Anzahl eingesetzter Telefonnummern 13.653 100,0 Davon: 100,0 - Kein Kontakt möglich/hergestellt 3.257 23,9 23,9 - Kontaktaufnahme erfolgreich 10.396 76,1 76,1 Davon: 100,0 - Keine Kooperation 3.740 27,4 36,0 - Kooperation 6.656 48,6 64,0 Davon: 100,0 - Nicht in Zielgruppe 2.955 21,6 44,4 - In Zielgruppe 3.701 27,1 55,6 Davon: 100,0 - Keine Teilnahmebereitschaft für Hauptstudie 440 3,2 11,9 - Teilnahmebereitschaft für Hauptstudie 3.261 23,9 88,1 Interessant ist ein Blick auf die einzelnen Realisierungsquoten aus dem CATI-Screening nach dem Ursprung der eingesetzten Telefonnummern (siehe Tabelle 4.3). Zunächst ist auffällig, dass die Kooperationsrate bei den Haushalten aus dem Telefonbus deutlich höher ist als bei denjenigen aus dem F2F-Bus (7,5 Prozentpunkte). Bei der Teilnahmebereitschaft für die Haupterhebung verhält es sich hingegen genau andersherum, hier ist die Quote bei den Haushalten aus dem F2F-Bus um 5,5 Prozentpunkte höher als bei denjenigen aus dem Telefonbus. Hier zeigt sich deutlich die „Vorprägung“ der Teilnehmer aus den Bussen: Während bei der telefonischen Kurzbefragung bei den Teilnehmern aus dem telefonischen Befragungspool eine höhere Ausschöpfung erzielt wurde, ist die Teilnahmebereitschaft an einer persönlich-mündlichen Befragung bei den Haushalten aus dem F2F-Pool höher. Letztere kennen die F2F-Befragungssituation und stimmen daher eher zu, von einem Interviewer aufgesucht zu werden, als Zielpersonen, die bisher nur mit telefonischen Befragungen zu tun hatten. SOEP Survey Papers 903
36 Tabelle 4.3: Realisierungsquoten CATI-Screening nach Adressquelle Ursprung Telefonbus F2F-Bus Gesamt Eingesetzte Telefonnummern: 10.693 2.960 13.653 Erfolgreiches Screening-Interview: 5.387 1.269 6.656 Haushalte in Zielgruppe: 2.843 858 3.701 Teilnahmebereit: 2.469 792 3.261 ⇒ Kooperationsrate CATI-Screening: 50,4 % 42,9 % 48,6 % ⇒ Anteil der HH in Zielgruppe: 52,8 % 67,6 % 55,6 % ⇒ Teilnahmebereitschaft an F2F-Haupterhebung: 86,8 % 92,3 % 88,1 % Betrachtet man den Anteil der kooperierenden Haushalte, die in mindestens eine der drei Zielgruppen fallen, zeigt sich, dass dieser bei Haushalten aus dem F2F-Bus deutlich höher ist als bei den Teilnehmern aus dem Telefonbus (14,8 Prozentpunkte). Auch dies kann zumindest teilweise auf die modespezifischen Unterschiede zurückgeführt werden. Angaben aus Telefoninterviews sind im Vergleich zu F2F-Interviews insbesondere bei Fragen zum Einkommen mit Abstrichen bei der Qualität zu versehen, während die Validität der Angaben aus persönlich-mündlichen Interviews als höher einzustufen ist. 4.1.2 Screening-Stichproben: F2F-Haupterhebung Für die F2F-Haupterhebung wurden 3.149 Adressen eingesetzt. Knapp ein Prozent der Adressen erwiesen sich als qualitätsneutrale Ausfälle, da sich im Laufe der Feldarbeit herausstellte, dass keine Kinder unter 18 Jahren im Haushalt leben oder der Haushalt ins Ausland verzogen ist (vgl. Tabelle 4.4). In zwei Prozent der Fälle konnte der Haushalt während der gesamten Feldzeit nicht erreicht bzw. die Adresse nicht validiert werden. Weitere zwei Prozent der Bruttostichprobe blieben ohne Bearbeitungsergebnis, da es den betreffenden Interviewern nicht gelang, diese Adressen während der Feldzeit zu bearbeiten. Die Verweigerungsquote betrug knapp 16 %. 79 % der Bruttostichprobe konnten realisiert werden. SOEP Survey Papers 903
37 Tabelle 4.4: Bearbeitungsergebnis F2F-Hauptstudie Abs. % Bearbeitungsergebnis Realisiertes Interview 2.500 79,4 Nicht auswertbar (LIDstatt FiD-Interview) 1 0,0 Derzeit nicht zum Interview bereit 77 2,4 Endgültig nicht zum Interview bereit 417 13,2 Adresse bekannt, HH aber nicht erreichbar 48 1,5 Adressprobleme 15 0,5 Ohne Ergebnis/nicht bearbeitet 73 2,3 QNA 18 0,6 Gesamt 3.149 100,0 Tabelle 4.5: Ausschöpfung F2F-Hauptstudie Eingesetzte Adressen: 3.149 Bereinigt um QNA: 3.131 Realisierte Interviews: 2.500 ⇒ Ausschöpfungsquote: 79,8 % Bereinigt um die qualitätsneutralen Ausfälle beträgt die Ausschöpfungsquote der F2F-Haupterhebung rund 80 % (vgl. Tabelle 4.5). Diese Quote ist enorm hoch und muss einerseits vor dem Hintergrund der besonderen Stichprobenbildung betrachtet werden: Da die vorgescreenten Bruttofälle aus befragungsaffinen Adressbeständen stammen und für diese Studie explizit ihr Teilnahmeinteresse bekundet hatten, war von einer höheren Ausschöpfung auszugehen, als bei Adress-Randomoder Einwohnermeldeamtsstichproben zu erwarten ist. Die erzielte Ausschöpfung liegt andererseits aber deutlich über den Erwartungen. Um die angestrebte Zielfallzahl von 2.000 Haushalten zu erreichen, wurde bei dem eingesetzten Brutto von einer realistischen Ausschöpfung von etwa 65 % ausgegangen. Die tatsächlich erreichte Quote liegt rund 15 Prozentpunkte darüber. Die gute Betreuung durch den geschulten und SOEP Survey Papers 903
38 motivierten F2F-Interviewerstab sowie das Thema, das für die gescreenten Zielgruppen eine große Relevanz aufweist, dürften maßgeblich dazu beigetragen haben. Durch die erfreulich hohe Ausschöpfung konnten die angestrebten Nettofallzahlen in den einzelnen Zielgruppen deutlich übertroffen und somit die statistische Power in den einzelnen Gruppen erhöht werden (vgl. Tabelle 4.6). Tabelle 4.6: Zusammensetzung der realisierten Nettostichprobe nach Stichprobenzugehörigkeit Zielfallzahl Realisiertes Netto % des realisierten Nettos Stichprobe Niedrigeinkommensstichprobe 1.000 1.261 50,4 Alleinerziehendenstichprobe 500 649 26,0 Mehrkindfamilienstichprobe 500 590 23,6 Gesamt 2.000 2.500 100,0 4.1.3 Kohorten-Stichproben Das Stichprobenbrutto für die FiD Kohorten-Stichproben 2010 bestand aus 5.366 Befragungshaushalten. Davon konnten 2.074 Haushalte realisiert werden (vgl. Tabelle 4.7). Die Zahl der Ausfälle beläuft sich auf 3.292 Haushalte. Die häufigsten Ausfallgründe waren explizite Teilnahmeverweigerungen (1.440 Haushalte oder 43,7 % der Ausfälle) sowie die Nichterreichbarkeit von Haushalten während der Feldzeit (862 Haushalte oder 26,2 % der Ausfälle). 9,2 % der Stichprobe konnten von den Interviewern im Laufe der Feldzeit nicht mehr bearbeitet werden, bei 2,8 % der Stichprobe war die von den Einwohnermeldeämtern gelieferte Adresse nicht mehr zutreffend und konnte während der Feldzeit nicht ermittelt werden. Der Anteil der qualitätsneutralen Ausfälle (QNA) beträgt 1,8 % der eingesetzten Stichprobe. Bei diesen Fällen handelt es sich um Familien, die nicht in Privathaushalten leben (Wohnheim für Asylbewerber, Bundeswehr-/US-Army-Gelände etc.), ins Ausland verzogen sind oder in denen das vom Einwohnermeldeamt gemeldete Kind verstorben ist. Bereinigt man die Feldeinsatzstichprobe um die qualitätsneutralen Ausfälle, beträgt die erzielte Ausschöpfung 39,3 % (vgl. Tabelle 4.8). Dieser Wert ist angesichts der Erfahrungen mit Erstbefragungen (aus nicht vorgescreenten Stichproben) der letzten Jahre, bei denen stets rückläufige Teilnahmequoten zu beobachten waren, als hoch zu bewerten. Gemessen an der zur Erreichung der Zielmarke von 1.600 Haushalten benötigten Ausschöpfung von rund 30 %, die sich wiederum vom Ergebnis der Erstbefragung des Innovationssamples I des Jahres SOEP Survey Papers 903
39 2009 (32 % Ausschöpfung) abgeleitet hatte, liegt die erzielte Ausschöpfung um knapp 10 Prozentpunkte höher. Tabelle 4.7: Bearbeitungsergebnis FiD Kohorten-Stichproben Abs. % Bearbeitungsergebnis Realisiertes Interview 2.074 38,7 Derzeit nicht zum Interview bereit 71 1,3 Endgültig nicht zum Interview bereit 1.440 26,8 Während der Feldzeit nicht erreichbar 862 16,1 Nicht in der Lage teilzunehmen (z. B. Pflegefall) 183 3,4 Nicht bearbeitet 493 9,2 Adressprobleme (Adresse konnte während Feldzeit nicht ermittelt werden) 148 2,8 QNA 95 1,8 Gesamt 5.366 100,0 Tabelle 4.8: Ausschöpfung FiD Kohorten-Stichproben Eingesetzte Adressen: 5.366 Bereinigt um QNA: 5.271 Realisierte Interviews: 2.074 ⇒ Ausschöpfungsquote: 39,3 % Als ursächlich für die hohe Ausschöpfung können vor allem motivationale Faktoren herangezogen werden, die sowohl auf Seiten der Interviewer als auch auf Seiten der Befragten anzusiedeln sind. Die an anderer Stelle bereits beschriebene Interviewerschulung (vgl. Abschnitt 3.1), bei der neben der Vermittlung der inhaltlichen und technischen Aspekte und Besonderheiten der Studie nicht zuletzt auch die Motivationssteigerung der Interviewer von zentralem Interesse war, hat zu dem guten Bearbeitungsergebnis ebenso mit beigetragen wie eine attraktive Honorierung der Interviewer. Auf Seiten der Befragten, also in aller Regel junger Mütter und Väter, war sicherlich entscheidend, dass das Befragungsthema, nämlich die LeSOEP Survey Papers 903
46 5. Erhebungsinstrumente Das im Rahmen von „Familien in Deutschland“ eingesetzte Instrumentarium fußte auf dem Befragungsprogramm der SOEP-Haupterhebung, erfuhr jedoch einen deutlichen themenspezifischen Ausbau, um eine belastbare Datenbasis für familienpolitisch relevante Fragestellungen bereitstellen zu können. Bei den eingesetzten Instrumenten handelte es sich, an die Konzeption des SOEP angelehnt, um einen Haushaltsund einen Personen-, einen Jugendund mehrere kindbezogene Fragebögen. Haushaltsund Personenfragebogen entsprachen im Kern den Instrumenten der SOEP-Haupterhebung, ergänzt um Fragen zum Schwerpunktthema „Familie und Kinder“. Der Haushaltsfragebogen wurde einmal je Haushalt erhoben. Er sollte, wie im SOEP, möglichst von derjenigen Person ausgefüllt werden, die mit den Belangen des Haushalts am besten vertraut war. Der Personenfragebogen sollte von allen Personen im Haushalt bearbeitet werden, die 1992 oder früher geboren wurden. Der Jugendfragebogen richtete sich an alle Haushaltsmitglieder, die 1993 geboren waren. Die kindbezogenen Fragebögen lagen in fünf (Screening-Samples) bzw. sechs (Kohorten-Samples) altersangepassten Versionen vor, die jeweils von der Mutter bzw. beiden Elternteilen ausgefüllt werden sollten. Für alle Teilstichproben (Screeningund Kohorten-Stichproben) lagen der Haushalts-, der Personenund der Jugendfragebogen als CAPI-Version vor. Während der Feldzeit der Screening-Stichprobe wurden die Elternfragebogen als PAPI-Instrumente eingesetzt, da aufgrund des begrenzten Zeitrahmens des Setups der Studie die vollständige Programmierung aller Instrumente nicht möglich war. Bis zum Feldbeginn der Kohorten-Stichproben wurden auch die Elternfragebögen als CAPI-Fassung programmiert. 5.1 Haushaltsfragebogen Der Haushaltsfragebogen umfasste, analog zur SOEP-Haupterhebung, Fragen zu folgenden Themenfeldern: • Wohnen und Wohnkosten (Fr. 2 – 29) • Haushaltsbezogene Einkünfte (Sozialleistungen und Einkünfte aus Vermietungen/Verpachtungen/Kapitalvermögen) und Ausgaben (Fr. 30 – 34, Fr. 42 – 43, Fr. 54, Fr. 74 - 75) • Haushaltseinkommen insgesamt, Kreditbelastungen, Ersparnisse und Vermögensbildung (Fr. 35 – 41, Fr. 45 – 48) • Kinder im Haushalt (Fr. 55 – 73) • Hilfeund pflegebedürftige Personen im Haushalt (Fr. 49 – 53) Der Zielsetzung der Studie entsprechend, wurden die familienspezifisch besonders relevanten Fragemodule ausgebaut. Um die Gesamtbefragungsdauer aufgrund dieser Erweiterungen nicht deutlich zu erhöhen, wurden einzelne Fragen der anderen Themenkomplexe herausgenommen. Im Folgenden sollen vorrangig diese inhaltlich besonders wichtigen Ergänzungen SOEP Survey Papers 903
47 genauer dargestellt werden. Für einen Überblick über die notwendigen Kürzungen an einigen Stellen sei auf Tabelle A im Anhang verwiesen. Der komplette Haushaltsfragebogen sowie alle anderen für FiD eingesetzten Fragebogen können den Anlagenbänden zum Methodenbericht entnommen werden. 15 Staatliche Leistungen Eine erste Ergänzung betraf die in der SOEP-Haupterhebung ebenfalls enthaltene Frage nach staatlichen Leistungen, welche ein Haushaltsmitglied im vorangegangenen Kalenderjahr erhalten hatte. Diese wurde durch einen zweiten Frageteil speziell für Hartz IV-Bezieher und Geringverdiener vervollständigt (Fr. 42b). Sie richtete sich somit insbesondere an die Befragten der Zusatzstichprobe „Familien im Niedrigeinkommensbereich“. Für diesen Personenkreis wurde erhoben, welche weiteren spezifischen Leistungen in Anspruch genommen wurden. 8,6 % der Zielpersonen, die in der vorangegangenen Frage angegeben hatten, Kinderzuschlag, Arbeitslosengeld II bzw. Wohngeld oder Lastenzuschuss erhalten zu haben, gaben in Frage 42b an, kommunale Vergünstigungen bezogen zu haben. 16,1 % nannten das Schulbedarfspaket, 11,2 % hatten nach eigener Aussage Zuschüsse für Klassenfahrten ihrer Kinder erhalten, 19,6 % machten keine Angabe und 58,2 % gaben an, keine Vergünstigungen bezogen zu haben. Schule und Betreuung Der spezifisch kindund betreuungsbezogene Teil des Haushaltsfragebogens umfasste die Fragen 55 bis 72. Zunächst wurde erfasst, ob es im Zielhaushalt Kinder gab, die 1994 oder später geboren wurden (Fr. 55). Wenn dies der Fall war, wurden für bis zu vier Kinder der Name sowie Geburtsjahr und -monat erhoben (Fr. 56), andernfalls übersprang die Befragungsperson die kindbezogenen Fragen und setzte das Interview mit dem Teil zu den Haushaltsausgaben ab Frage 74 fort. An die Fragen zu Geburtsjahr und -monat schlossen sich schulbezogene Items an. Es wurde für jedes Kind die Art der besuchten Schule (Fr. 57), die Klassenstufe (Fr. 58), die Dauer des täglichen Schulbesuchs (Fr. 59), die schulischen Verpflegungsmöglichkeiten (Fr. 60) sowie die etwaigen entstandenen Kosten (Fr. 61) und die Trägerschaft der Schule (Fr. 62) erhoben. Bei Frage 57 wurde gegenüber der entsprechenden Frage der SOEP-Haupterhebung das Item „Berufsschule“ herausgenommen, dafür hatten die Zielpersonen, die „Sonstige Schule“ angegeben hatten, die Möglichkeit, über ein Freitextfeld die Schulart genauer anzugeben. Diese Möglichkeit der freien Eingabe nutzten 0,1 % (Angaben zum 4. Kind) bis 3,2 % (Angaben zum 1. Kind). Besonders häufig wurden dabei verschiedene Arten von Förderschulen sowie Waldorfschulen genannt. 15 TNS Infratest Sozialforschung: FiD 2010: Erhebungsinstrumente „Screeningstichproben“ – Anlagenband zum Methodenbericht und FiD 2010: Erhebungsinstrumente „Kohortenstichproben“ – Anlagenband zum Methodenbericht, München, November 2010. SOEP Survey Papers 903
48 Frage 58 wurde neu implementiert, sodass nun nicht nur auf Basis des Alters Rückschlüsse auf die besuchte Schulstufe gezogen werden können, sondern konkrete Angaben zu den von den Kindern besuchten Klassenstufen vorliegen. Dies ermöglicht beispielsweise im Längsschnitt Aussagen über den Verlauf der Schullaufbahn verschiedener Teilgruppen, da beispielsweise das Wiederholen einer Klassenstufe anhand der Daten nachvollzogen werden kann. Die K.A.-Anteile waren mit 0 bis 0,3 % erfreulich gering. Für die ebenfalls neu implementierte Frage nach der Trägerschaft der Schule fielen die K.A.-Anteile ebenso niedrig aus, wie aus Tabelle 5.1 zu ersehen ist. Es fällt auf, dass ab dem dritten Kind keine Nennungen mehr auf gewerbliche Privatschulen entfielen, was möglicherweise durch die höheren finanziellen Belastungen aufgrund der größeren Kinderzahl zu erklären ist. Tabelle 5.1: Trägerschaft der besuchten Schulen (Häufigkeitsangaben in %) 1) 1. Kind 2. Kind 3. Kind 4. Kind Wer ist der Träger dieser Schule? Ist es… eine öffentliche Schule, z. B. staatlich 90,1 92,9 91,6 81,8 eine kirchliche Schule 5,9 4,1 3,8 11,4 eine gemeinnützige Schule, auch Freie Alternativschule, Laborschule 1,9 2,2 4,2 6,8 eine gewerbliche Privatschule 1,1 0,1 - - Keine Angabe 0,0 0,0 0,3 - Anmerkung: 1 die Prozentuierung erfolgt jeweils spaltenweise, 1. Kind: n = 2430, 2. Kind: n = 1078, 3. Kind: n = 286, 4. Kind: n = 44. Die darauf folgenden beiden, ebenfalls neu eingeführten, Fragen bezogen sich auf das Thema Nachhilfe. Zunächst wurde in Frage 63 für jedes Kind erhoben, ob es in den vorangegangenen sechs Monaten Nachhilfe erhalten hatte. 14,6 % der Zielpersonen, die Angaben zum ersten Kind machten, gaben an, dass dieses in den letzten sechs Monaten Nachhilfe erhalten habe. Für das zweite Kind gaben dies 10,9 % an, für das dritte 5,9 % und für das vierte 4,5 %. Augenfällig ist der abnehmende Anteil positiver Antworten mit der Kinderzahl. Auch hier kann ein Zusammenhang mit geringeren zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen angenommen werden, der näher zu analysieren wäre. In den Fällen, in denen die Frage nach etwaiger Nachhilfe innerhalb der vorangegangenen sechs Monate mit „Ja“ beantwortet wurde, wurden die entstandenen Kosten erfragt, wobei hier zu beachten ist, dass es sich nicht um den monatlichen Betrag, sondern die Gesamtsumme der letzten sechs Monate handelte (Fr. 64). Für das erste Kind wurden im Mittel 331 Euro (Median = 240 Euro) angegeben, für das zweite 277 Euro (Median = 180 Euro), für das dritte 303 Euro (Median = 300 Euro) und für das vierte Kind wurden keine Kosten angegeben. 33,3 % der Befragten, die in Frage 63 angegeSOEP Survey Papers 903
49 ben hatten, ihr erstes Kind habe Nachhilfe erhalten, antworteten auf die Frage nach den Kosten, dass ihnen keine Kosten entstanden seien. Dies gilt für das zweite Kind in 44,4 % der Fälle, für das dritte Kind in 58,8 % der Fälle und für das vierte Kind in 50,0 % der Fälle, wobei aufgrund der äußerst geringen Datenbasis (17 bzw. zwei Fälle) hier keine zuverlässigen Aussagen getroffen werden können und die Ergebnisse lediglich der Vollständigkeit halber berichtet werden. Die ebenfalls neu implementierten Fragen 65 und 66 befassten sich mit der möglichen Fremdbetreuung der im Haushalt vorhandenen Kinder. Zunächst wurde, falls das Kind bereits einmal eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort besucht hatte, sowohl das Jahr des erstmaligen Besuchs erhoben (Fr. 65) als auch der gegenwärtige Betreuungsstatus erfragt, d.h. es wurde erfasst, ob das Kind zum Befragungszeitpunkt eine derartige Einrichtung besuchte (Fr. 66). Tabelle 5.2 gibt einen Überblick über die Anteile der Kinder, die bereits einmal eine Betreuungseinrichtung besucht haben. Hier wird ersichtlich, dass mit der Anzahl der Kinder auch der Anteil derjenigen Kinder steigt, die nie eine Einrichtung besucht haben. Als mögliche Hypothesen für eine genauere Analyse der Hintergründe kommen sowohl pädagogische als auch finanzielle oder alltagspraktische Argumente in Betracht. Beispielsweise könnten Eltern einer kinderreichen Familie der Meinung sein, dass der Besuch einer Kindertageseinrichtung für die jüngeren Kinder weniger wichtig ist, da durch die Geschwister bereits eine ausreichend große Peergroup vorhanden ist. Ebenso könnten die durch Fremdbetreuung entstehenden Kosten bei einer größeren Kinderzahl ein Grund für die Betreuung innerhalb der Familie sein. Die K.A.-Anteile bewegen sich für Frage 65 in einem akzeptablen Rahmen, allerdings fällt auf, dass beim vierten Kind häufiger von dieser Antwortmöglichkeit Gebrauch gemacht wurde. Tabelle 5.2: Antworthäufigkeiten auf die Frage zum erstmaliger Besuch einer Kindertageseinrichtung (Häufigkeitsangaben in %) 1) 1. Kind 2. Kind 3. Kind 4. Kind Kind hat nie eine Einrichtung besucht 20,3 33,3 38,1 47,9 Jahr genannt 2) 78,6 65,2 59,1 47,5 Keine Angabe 1,1 1,5 2,8 4,5 Anmerkungen: 1 Die Prozentuierung erfolgt jeweils spaltenweise, 1. Kind: n = 4472, 2. Kind: n = 2706, 3. Kind: n = 994, 4. Kind: n = 242. 2 Der Übersichtlichkeit halber erfolgt hier keine Darstellung aller genannten Jahreszahlen, sondern es werden lediglich Angaben zum Anteil derer, die eine Jahreszahl nannten, gemacht. Nur denjenigen Zielpersonen, die auf Frage 65 nicht mit „Das Kind hat nie eine dieser Einrichtungen besucht“ geantwortet hatten, wurde Frage 66, ob das Kind derzeit eine KinderSOEP Survey Papers 903
50 krippe, einen Kindergarten, eine Kindertageseinrichtung oder einen Hort besuche, gestellt. Darauf antworteten 58,4 % der Befragten für das erste Kind mit „Nein, besucht keine dieser Einrichtungen“, hinsichtlich des zweiten Kindes lag der Anteil bei 51,7 %, für das dritte Kind verneinten 42,4 % die Frage und für das vierte Kind 28,7 %. Dies bedeutet, dass sich mit steigender Stellung in der Geschwisterfolge und damit mit abnehmendem Alter, der Anteil der Kinder, die gegenwärtig eine Betreuungseinrichtung besuchen, erhöht. Die K.A.-Anteile waren mit 0 bis 0,9 % gering. Im Bezug auf das erste Kind gaben die Befragten durchschnittlich eine tägliche Betreuungszeit von 5,4 Stunden an, für das zweite lag der Mittelwert bei 5,5 Stunden, für das dritte Kind ebenfalls bei 5,5 Stunden und für das vierte bei 5,1 Stunden. Es fällt auf, dass die Mittelwerte der Betreuungszeiten sich trotz des unterschiedlichen Alters der Kinder – das erste Kind ist laut Frage 56 durchschnittlich 7,9 Jahre alt, das zweite 5,8 Jahre, das dritte 4,7 Jahre und das vierte 3,9 Jahre – nicht grundlegend unterscheiden. Auch hier wurde die Verpflegungsmöglichkeit in der Einrichtung („Erhält das Kind, wenn Sie das wollen, mittags dort ein Essen?“) sowie die durch den Besuch entstehenden Kosten durch zwei neu eingeführte Fragen (Fr. 67 bis 68) erfasst. Auf die Frage, ob das Kind, wenn es von den Eltern gewünscht werde, mittags ein Essen in der Einrichtung erhalten könne, antworteten zwischen 62,2 % (Angaben zum vierten Kind) und 74,4 % (Angaben zum ersten Kind) mit „Ja“. Diese Unterschiede erscheinen angesichts der Tatsache, dass die Betreuungszeiten zwischen den verschiedenen Altersgruppen der Kinder nicht sehr stark variierten, also bei allen gleichermaßen Verpflegungsbedarf bestand, überraschend. Die K.A.-Anteile lagen mit 0 bis 0,3 % im erfreulich niedrigen Bereich. Gefragt, ob der Besuch der Einrichtung kostenlos oder ein fester Betrag zu zahlen sei, gaben zwischen 18,7 % (Angaben zum ersten Kind) und 25,7 % (Angaben zum dritten Kind) an, der Besuch sei kostenlos. Für das erste Kind nannten die Zielpersonen im Mittel einen monatlichen Betrag von 115 Euro (Median = 83 Euro), für das zweite durchschnittlich 102 Euro (Median = 80 Euro), für das dritte 88 Euro (Median = 68 Euro) und für das vierte 72 Euro (Median = 47 Euro). Der vom ersten zum vierten Kind abnehmende Mittelwert kann einerseits darauf hindeuten, dass die Eltern bei steigender Kinderzahl aufgrund von sozialen Vergünstigungen für die Betreuung weiterer Kinder weniger bezahlen müssen. Andererseits achten Familien mit mehreren Kindern möglicherweise bei der Wahl der Betreuungseinrichtung, aufgrund eingeschränkter finanzieller Mittel, stärker auf die Kosten und wählen ggf. eine günstigere Alternative. Des Weiteren wurde in der neu implementierten Frage 69 auch für die nicht-schulischen Betreuungseinrichtungen die Trägerschaft erhoben, sodass Aussagen zur Beteiligung unterschiedlicher institutioneller und privater Akteure, wie beispielsweise Kommune, Kirche und Elterninitiativen, an der Kinderbetreuung ermöglicht wurden. Die Häufigkeiten der Nennungen gibt Tabelle 5.3 wieder. SOEP Survey Papers 903
51 Tabelle 5.3: Trägerschaft der besuchten Betreuungseinrichtungen (Häufigkeitsangaben in %) 1) 1. Kind 2. Kind 3. Kind 4. Kind Wer ist der Träger dieser Einrichtung? Ist es… eine öffentliche Einrichtung, z. B. städtischer Kindergarten 46,7 51,5 47,6 45,1 eine kirchliche oder sonstige gemeinnützige Einrichtung 39,4 35,8 41,1 46,3 eine private gemeinnützige Elterninitiative 7,1 7,1 6,5 4,9 eine betriebliche Einrichtung, z.B. betrieblicher Kindergarten 0,5 0,7 0,6 - oder eine privat-gewerbliche Einrichtung, wie z.B. privater Kindergarten 6,1 4,5 4,1 2,4 Keine Angabe 2,7 0,5 - 1,2 Anmerkung: 1 die Prozentuierung erfolgt jeweils spaltenweise, 1. Kind: n = 1431, 2. Kind: n = 847, 3. Kind: n = 338, 4. Kind: n = 82. Auch bei dieser Frage lagen die K.A.-Anteile mit 0 bis 2,7 % im akzeptablen Bereich. Wiederum ist eine Tendenz zu bemerken, die darauf hindeutet, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Betreuung durch eine kirchliche Einrichtung und Anzahl der Kinder innerhalb einer Familie besteht, der möglicherweise durch die kirchliche Bindung der Eltern moderiert wird. Die folgende Frage bezog sich auf mögliche weitere, nicht zum Haushalt gehörende, Personen, die das betreffende Kind regelmäßig betreuten (Fr. 70) und die anschließende neu eingeführte Nachfrage auf die dadurch verursachten Kosten (Fr. 71). Zum ersten Kind machten dabei 155 Befragte eine Angabe und nannten im Mittel 188 Euro als Betrag, den sie monatlich an eine andere Betreuungsperson zahlten. Zum zweiten Kind gaben 82 Personen einen Betrag an, der bei durchschnittlich 163 Euro lag. Für das dritte Kind liegen lediglich Informationen von 32 Zielpersonen vor, die im Mittel einen Betrag von 172 Euro angaben, für das vierte Kind machten nur noch sieben Personen eine Angabe, sodass die hier durchschnittlich angegebenen 81 Euro kaum mehr als empirisch gesichert angesehen werden können. Abschließend wurden die Aktivitäten, an denen das jeweilige Kind teilnahm, erfragt. Diese Items wurden dem Alter der Kinder insofern angepasst, als sie für Kinder, die noch nicht zur Schule gingen und Kinder, die bereits eine Schule besuchen, getrennt erhoben wurden (Fr. 72). Für erstere lauteten die Items beispielsweise „Kinderturnen, -sport, -schwimmen“ oder „Frühkindliche Musikerziehung“, für die Schulkinder fand eine weitere Aufteilung in Aktivitäten in der Schule, wie SOEP Survey Papers 903
52 „Sport-AG“ oder „Musik-AG“, und Aktivitäten außerhalb der Schule, wie „Sport, Tanzen, Gymnastik, Ballett“ oder „Musikoder Gesangsunterricht“, statt. In Frage 73 wurden die durch die Aktivitäten des Kindes entstehenden Kosten erfasst. 5.2 Personenfragebogen Der bei „Familien in Deutschland“ eingesetzte Personenfragebogen entsprach in weiten Teilen dem Personenfragebogen der SOEP-Haupterhebung 2010. Ebenso wie beim Haushaltsfragebogen erfolgten jedoch auch hier zielsetzungsspezifische Anpassungen. Zum einen wurde der Komplex familienbezogener Fragen ausgebaut, zum anderen wurden Teile des Lebenslauffragebogens, der normalerweise im SOEP erst in der zweiten Befragungswelle eingesetzt wird, direkt in den Personenfragebogen integriert. Ziel war es, bereits in der ersten Erhebungswelle einen Kern besonders relevanter Informationen zu erheben, um für den ungünstigen Fall des Ausscheidens der Zielperson aus der Studie dennoch, zumindest auf den Querschnitt bezogen, zentrale Variablen auswerten zu können. Der Fragebogen umfasste folgende Themenschwerpunkte: • Allgemeine Lebenszufriedenheit und Zufriedenheit in verschiedenen Bereichen (Fr. 1, Fr. 104) • Staatsbürgerschaft, Migrationshintergrund und Religionszugehörigkeit (Fr. L1 – L14) • Bildungsbiographie (Fr. L23 – L40) • Wohnsituation (Fr. L41 – L42) • Partnerschaft und Familie (Fr. L43 – L67) • Erwerbstätigkeit, Zeitverwendung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Fr. 3 – 57, Fr. 59 – 63, Fr. 66 – 70) • Gesundheit und Krankheit (Fr. 76 – 87) • Krankenversicherung und Alterssicherung (Fr. 88 – 95) • Persönlichkeit und Risikoverhalten (Fr.2, 97, 102) • Einstellungen und Meinungen (Fr. 98 – 101) • Verdienst, Einkünfte und Gewährung privater, finanzieller Unterstützung (Fr. 58, Fr. 64 – 65, Fr. 71 – 75, Fr. 103) Auch an dieser Stelle kann nicht auf alle einzelnen Abweichungen im Fragenprogramm zwischen der SOEP-Haupterhebung und „Familien in Deutschland“ eingegangen werden. Streichungen wurden bei den Fragen zur beruflichen Selbständigkeit, zur Stellensuche, zu betrieblichen Veränderungen, zum Urlaubsanspruch, zu Sonderzahlungen und betrieblichen Zusatzleistungen, zu gesundheitlichen Beschwerden und Alkohol-/Nikotingenuss, zur Krankenversicherung und zu Spendenaktivitäten durchgeführt. Für einen genauen Überblick über die entfernten Items sei auf die tabellarische Gegenüberstellung in Tabelle B im Anhang verwiesen. Bei einigen Fragen, beispielsweise zur Bildungsbiographie und zur Herkunft, wurde die Positionierung im Fragebogen verändert. Sie wurden aufgrund der Integration von Teilen des Lebenslauffragebogens in den Personenfragebogen nach vorne gezogen. Die für die SOEP Survey Papers 903
53 spezifische Zielsetzung der vorliegenden Studie besonders relevanten Ergänzungen sollen im Folgenden näher beleuchtet werden. Herkunft, Wohnsituation und Bildungsbiographie (Fr. L1 – L42) Den Einstieg in das Lebenslauf-Modul bildeten, wie auch beim Lebenslauffragebogen der SOEP-Haupterhebung, Fragen zum Geburtsdatum, zum Geburtsland und, bei Personen mit Migrationshintergrund, zur Zugehörigkeit zu einer Zuwanderergruppe (Fr. L1 – L5). Daran schlossen sich Fragen zur Staatsangehörigkeit und zur Muttersprache an, die im SOEP gewöhnlich weiter hinten im Personenfragebogen gestellt werden (Fr. L6 – L13). Dieser Block wurde durch den Zusatz „Welche Staatsbürgerschaft hatten Sie vorher“ (Fr. L10) für Personen, welche die deutsche Staatsangehörigkeit nicht von Geburt an besaßen, ergänzt. Anschließend wurde die Frage nach der Religionszugehörigkeit gestellt (Fr. L14), bei der es sich um eine bewährte SOEP-Frage handelt, die allerdings in 2010 nicht erhoben wurde. Die folgenden Fragen L23 bis L40 zur Bildungsbiographie bezogen sich sowohl auf die schulische und akademische als auch die berufliche Bildung der Zielpersonen. Die Fragen zur Bildungsbiographie wurden weitgehend dem Lebenslauffragebogen entnommen, jedoch um Fragen zur Einschulung (Fr. L23) sowie zu etwaigen angefangenen aber nicht mit einem Abschluss beendeten Ausbildungen und Studiengängen (Fr. L34 und L35) ergänzt. 16,6 % der Befragten gaben an, dass dies für sie zuträfe, 0,1 % machten keine Angabe. Auf die Frage, welchen Abschluss sie angestrebt hätten, nannten 47,2 % „Lehre“, 11,4 % „Berufsfachschule, Handelsschule, Schule des Gesundheitswesens“, 3,6 % „Fachschule“, 0,6 % „Beamtenausbildung“, 8,6 % „Fachhochschule, Berufsakademie“, 26,7 % „Universitäts-, Hochschulabschluss“ und 0,7 % „Promotion“. 3,4 % der Antworten entfielen auf „Sonstigen Abschluss“, der K.A.- Anteil lag bei 0,5 %. An das Modul zu Schule und Ausbildung schloss sich ein kurzer Einschub zur gegenwärtigen Wohnsituation an, wie er auch im Lebenslauffragebogen der SOEP-Haupterhebung enthalten ist. In Frage L41 wurde erhoben, seit wann die Zielperson bereits in ihrer gegenwärtigen Wohnung lebte. In Frage L42 wurde erfragt, ob noch weitere Wohnsitze existierten, und wenn ja, wo sich diese befanden, welche Wohnung überwiegend genutzt wurde und von welcher Wohnung aus die Befragungsperson überwiegend zur Arbeit oder Schule/Hochschule ging. Partnerschaft und Familie (Fr. L43 – L67) Während im Lebenslauffragebogen der SOEP-Haupterhebung zum Themenkomplex „Partnerschaft und Familie“ lediglich gefragt wird, ob und wie viele Kinder die Zielperson hat und anschließend Geburtsjahr, Geschlecht und Wohnsitz des Kindes oder der Kinder erfasst werden (Fr. 70 Lebenslauffragebogen LID), wurde für „Familien in Deutschland“ dieses Modul deutlich ausgebaut und differenzierte Angaben erhoben. Ebenso wurde der Beziehungsstatus, der im SOEP über die Frage „Sind Sie heute oder waren Sie einmal verheiratet?“ und „Seit wann sind Sie bzw. von wann bis wann waren Sie verheiratet?“ (Fr. 71 und 72 Lebenslauffragebogen LID) erhoben wird, wesentlich genauer erfasst. SOEP Survey Papers 903
54 Das Modul lässt sich in die beiden Punkte „Partnerschaft“ (Fr. L43 – L62d) und „Familienund kindbezogene Fragen“ (Fr. L63 – L67) gliedern. Im Rahmen der vorliegenden Studie interessierte zum Thema „Partnerschaft“ nicht nur die aktuelle feste Beziehung der Zielperson, sondern auch vorangegangene feste Partnerschaften, worunter mindestens sechs Monate dauernde Beziehungen zu verstehen waren. Da frühere Partnerschaften zum einen ein heikles Thema sein können und zum anderen bei mehreren früheren Beziehungen Wiederholungen im Fragenprogramm unvermeidlich waren, wurde diesem Schwerpunkt ein kurzer Einleitungstext vorangestellt, der den Zielpersonen die Fragenabfolge erklärte. Zunächst wurde zur gegenwärtigen festen Beziehung befragt, anschließend folgten Angaben zu vorangegangenen festen Partnerschaften. Der Fragenkomplex begann mit der Frage, ob aktuell eine feste Beziehung existierte (Fr. L43). 85,1 % der 7.807 Zielpersonen, für die ein Personenfragebogen vorlag, antworteten darauf mit „Ja“, 14,8 % mit „Nein“ und 0,1 % machten keine Angabe. Diejenigen, welche die Frage bejaht hatten, wurden anschließend zu dieser Beziehung und zum gegenwärtigen Partner befragt (Fr. L44 – L48). Dabei wurde erfasst, seit wann die aktuelle Partnerschaft bestand (Fr. L44), ob es sich dabei um eine Ehe handelte (Fr. L45), wann diese geschlossen wurde (Fr. L46), ob der Partner/die Partnerin im gleichen Haushalt lebte (Fr. L47) und wie der Vorname des Partners/der Partnerin lautete (Fr. L48). Im Mittel bestand die gegenwärtige Beziehung seit 11,3 Jahren, der K.A.-Anteil für diese Frage lag bei 0,4 %. 77,9 % der Zielpersonen, die angaben, eine feste Beziehung zu haben, waren mit ihrer Partnerin/ihrem Partner auch verheiratet, im Mittel seit 8,9 Jahren. 92,1 % der Befragten, die eine Partnerschaft hatten, gaben an, mit ihrer Partnerin/ihrem Partner in einem Haushalt zusammenzuleben. Sofern beide Partner im gleichen Haushalt lebten, sollte die Zielperson den Vornamen der Partnerin/des Partners nennen, um einen Abgleich mit der protokollierten Haushaltszusammensetzung vornehmen zu können. Wenn die Partner nicht in einem Haushalt zusammenlebten, wurde nachgefragt, ob dies früher einmal der Fall gewesen war (Fr. L49). 9,7 % dieser Zielpersonen gaben an, dass dies zutraf, 0,8 % machten keine Angabe. Diejenigen, die früher zusammengelebt hatten, sollten anschließend das Jahr nennen, in dem die gemeinsame Wohnung aufgegeben wurde. Der K.A.-Anteil lag hier bei 2,0 %, wobei die Basis an dieser Stelle lediglich 51 Personen bildeten. Anschließend sollten die Zielpersonen angeben, wie sie den Umgang mit dem Einkommen in ihrer Partnerschaft regelten (Fr. L51). Tabelle 5.4 gibt die Antworthäufigkeiten für verschiedene Modelle des Umgangs mit Einkommen in der Partnerschaft wieder. SOEP Survey Papers 903
55 Tabelle 5.4: Umgang mit dem Einkommen Häufigkeitsangaben (in %) Jeder verwaltet sein eigenes Geld 17,2 Ich verwalte das ganze Geld und gebe meinem Partner seinen Anteil 5,8 Mein Partner verwaltet das ganze Geld und gibt mir meinen Anteil 5,7 Wir legen das ganze Geld zusammen und jeder nimmt sich, was er/sie braucht 60,1 Wir legen einen Teil des Geldes zusammen und jeder behält einen Teil für sich 10,5 Keine Angabe 0,7 Anmerkung: 1 Die prozentualen Angaben beziehen sich auf alle Zielpersonen, die in Frage L43 angaben, eine feste Beziehung zu haben, n = 6.644. Gefragt, wer bei finanziellen Entscheidungen das letzte Wort habe (Fr. L52), antworteten 14,7 % „Ich selbst“, 9,6 % „Partner/in“ und 74,9 % „Beide in gleichem Maße“, 0,8 % machten keine Angabe. Tabelle 5.5 gibt die Antwortverteilungen aufgeschlüsselt nach dem Geschlecht der Befragungspersonen wieder. Tabelle 5.5: Antworthäufigkeiten auf die Frage nach finanziellen Entscheidungen (Häufigkeitsangaben in %) 1 Geschlecht der Zielperson männlich weiblich Wer hat in Ihrer Partnerschaft/Ehe das letzte Wort, wenn wichtige finanzielle Entscheidungen getroffen werden? Ich selbst 13,1 16,0 Partner/in 9,2 10,0 Beide in gleichem Maße 77,2 73,0 Keine Angabe 0,5 0,9 Anmerkung: 1 Die prozentualen Angaben beziehen sich auf alle Zielpersonen, die in Frage L43 angaben, eine feste Beziehung zu haben, n = 6644. SOEP Survey Papers 903
62 Die Fragen 3 bis 37 entsprachen weitgehend denjenigen im Personenfragebogen der SOEPHaupterhebung 2010 (Fr. 3 – 44), allerdings mit einigen Kürzungen an mehreren Stellen zugunsten der Erweiterung des Fragenkomplexes zur Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie. Es wurde nach dem Ablauf des normalen Alltags der Zielperson gefragt (Fr. 3), nach der Ausübung einer bezahlten Arbeit, ob die Befragungsperson sich zum Befragungszeitpunkt in Ausbildung befand sowie nach der bisherigen, gegenwärtigen und erwarteten zukünftigen Erwerbstätigkeit (Fr. 4 – 37). Anschließend an diese bewährten Fragen folgte die neu implementierte Frage 38 zu familienfreundlichen Maßnahmen des Betriebs, in dem die Zielperson arbeitete. Die Itemliste umfasste sowohl Fragen zu betrieblichen Betreuungsangeboten als auch zu flexibler Arbeitszeitund Arbeitsortgestaltung und zur Unterstützung durch den Vorgesetzten, durch Bereitstellung von Informationen, durch Gleichstellungsbeauftragte u. ä. Anschließend wurde die Nutzung der zuvor genannten Angebote durch die Zielperson erhoben (Fr. 39). Die Trennung in Angebot und Nachfrage spiegelt eine Empfehlung von TNS Infratest wider, um analog zur sozialpolitischen „Wirkungsforschung“ nicht nur das Angebot einer bestimmten Leistung abschätzen zu können, sondern auch die Nachfrage 18 . Die Zielperson sollte angeben, ob sie die jeweilige Maßnahme regelmäßig, gelegentlich oder nicht nutzte. Es wurde also nicht nur der Umfang familienfreundlicher Maßnahmen in den Betrieben erhoben, sondern gleichzeitig auch deren Inanspruchnahme, um Rückschlüsse auf die Passung von Angebot und Nachfrage zu ermöglichen. Tabelle 5.10 gibt die Antworthäufigkeiten sowohl für Frage 38 als auch Frage 39 wieder. Tabelle 5.10: Betriebliche familienfreundliche Maßnahmen und ihre Nutzung (Häufigkeitsangaben in %) Angebot des Arbeitgebers 1) Inanspruchnahme 2) Ja Nein Weiß nicht Keine Angabe Ja, regelmäßig Ja, gelegentlich Nein Keine Angabe Betriebliche Kinderbetreuungsangebote 8,3 n = 411 87,4 2,3 2,0 11,7 7,8 80,3 0,2 Finanzielle Unterstützung von Kinderbetreuung 4,1 n = 201 90,4 3,4 2,1 39,8 8,5 49,3 2,5 Andere Formen der Hilfe bei der Kinderbetreuung 5,6 n = 278 88,2 4,1 2,1 10,4 12,9 75,9 0,7 Flexible Arbeitszeitgestaltung 42,1 n = 2075 54,0 1,9 2,0 - - - - 18 In der sozialpolitischen Forschung werden unter anderem so genannte „take up“-Ratios für bedürftigkeitsgeprüfte Sozialhilfeprogramme berechnet. SOEP Survey Papers 903
63 Flexible Gestaltung des Arbeitsortes 11,7 n = 577 83,8 2,4 2,0 - - - - Angebote an Beschäftigte, die wegen Elternzeit freigestellt sind 20,6 n = 1012 69,5 7,6 2,4 14,1 18,7 66,2 1,0 Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen 2,0 n = 96 91,8 4,1 2,1 8,3 11,5 79,2 1,0 Eine für Chancengleichheit zuständige Stelle oder Person 20,9 n = 1031 70,8 6,1 2,1 6,3 17,2 76,2 0,3 Flexible Unterstützung durch den Vorgesetzten in Notfallsituationen 47,4 n = 2333 45,5 5,0 2,1 9,5 55,1 34,7 0,7 Beratungsund Informationsangebote 25,5 n = 1256 67,4 5,0 2,1 13,2 40,1 46,3 0,4 Anmerkung: 1 Die prozentualen Angaben beziehen sich auf erwerbstätige Befrage, n = 4.923. 2 Die prozentualen Angaben beziehen sich auf diejenigen Befragten, die auf das jeweilige äquivalente Item in Frage 38 mit „Ja“ geantwortet hatten. Die Items 4 und 5 zur flexiblen Arbeitszeitund Arbeitsortgestaltung wurden Frage 39 ausgenommen, da zu diesen Themen Informationen in separaten Fragen erhoben wurden. Aufgrund der vorliegenden Daten lässt sich keine eindeutige Gegenüberstellung von betrieblichen Angeboten und deren Inanspruchnahme vornehmen, da zwischen den unterschiedlichen Gründen, die zu „Nein“-Antworten in Frage 39 führten, nicht ohne Weiteres unterschieden werden kann. Um die Nutzungsquote familienfreundlicher Angebote bestimmen zu können, muss einerseits bekannt sein, ob die jeweilige Maßnahme für eine Person zur Verfügung steht und andererseits, ob die betreffende Person dieses Angebot auch wahrnimmt. Im vorliegenden Fall lassen sich jedoch lediglich Aussagen darüber treffen, ob der Arbeitgeber der Zielperson ein bestimmtes Angebot grundsätzlich macht, und ob dieses von der Zielperson genutzt wird. Unklar bleibt dabei, a) ob das Angebot für die Befragungsperson passend ist, und b) ob sie tatsächlich Zugang dazu hat. Beispielsweise könnte der Arbeitgeber Krippenplätze anbieten, die Zielperson diese jedoch nicht nutzen, weil ihre Kinder bereits im Vorschulalter sind. Oder der Arbeitgeber könnte zwar grundsätzlich Kinderbetreuung anbieten, jedoch nicht in ausreichendem Umfang, sodass die Zielperson für ihr Kind keinen Platz erhalten hat. In beiden Fällen wird die Zielperson mit „Nein“ antworten, ohne dass dadurch der Rückschluss berechtigt wäre, ein verfügbares, passendes Angebot würde nicht genützt. Die folgenden Fragen, die bereits in früheren Jahren im Personenfragebogen der SOEPHaupterhebung eingesetzt worden waren, bezogen sich auf die zeitliche und räumliche Flexibilität, die den Befragten vom Arbeitgeber zugestanden bzw. auch abverlangt wurden und die relevante Variablen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie darstellen. In SOEP Survey Papers 903
64 Frage 40 wurde zunächst nach dem Arbeitszeitmodell gefragt, das für die Tätigkeit der Zielperson am ehesten zutraf. Die Items reichten dabei von stark strukturierten Modellen bis hin zu Vereinbarungen, die dem Arbeitnehmer viel Gestaltungsmöglichkeit lassen. Anschließend wurde erhoben, ob die Befragungsperson auch von zuhause aus arbeitete und wenn dies nicht der Fall war, ob sie daran interessiert wäre, wenn ihr Arbeitgeber dies ermöglichen würde (Fr. 41 – 42). Die Fragen 43 und 44 erfassten, ob Abendund Wochenendarbeit geleistet wurde und wenn ja, in welchem Umfang. Im Folgenden wurden die vereinbarte und die tatsächliche Wochenarbeitszeit sowie eine etwaige Einstufung der Tätigkeit als Minioder Midi-Job bzw. Teilzeitbeschäftigung nach dem Gesetz zur Elternteilzeit erfragt (Fr. 45 – 48). Die anschließenden Fragen zur Altersteilzeit und zur Kurzarbeit (Fr. 49 und 50) gehören nicht zum Kern der Fragen nach der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie. Da in der vorliegenden Studie jedoch nicht nur Eltern, sondern ganze Familien befragt wurden, kann auch Altersteilzeit eine relevante Größe sein, um innerhalb der Familie die Betreuung von Kindern zu sichern. Die Frage nach Kurzarbeit war v. a. im Kontext der Maßnahmen zur Überwindung der Wirtschaftskrise relevant, stellte durch ihre finanziellen Auswirkungen jedoch auch eine Variable dar, welche die Ressourcen der betroffenen Familien beeinflusste. Die Fragen 51 bis 53 beschäftigten sich mit der wöchentlichen Wunscharbeitszeit der Befragten und möglichen Hinderungsgründen, die es ihr nicht erlaubten, die Arbeitszeit entsprechend anzupassen. Eine Frage zur persönlich favorisierten wöchentlichen Arbeitszeit besteht im SOEP bereits seit mehreren Jahren. Diese wurde jedoch im Rahmen von „Familien in Deutschland“ weiter ausdifferenziert, um genauere Aussagen darüber machen zu können, wie sich Arbeitszeit nach Meinung der Befragten idealerweise gestalten sollte und welche Bedingungen einer Realisierung dieser Vorstellungen entgegenstehen. Familiäre Gründe können hierbei eine wichtige Rolle spielen, da die finanzielle Belastung durch die Versorgung einer Familie einerseits die Notwendigkeit zur Ausweitung der Erwerbstätigkeit schaffen kann, während andererseits eine unzureichende Betreuung der Kinder dazu führen kann, dass die Arbeitszeit reduziert werden muss. Um einen genaueren Einblick in dieses komplexe Gefüge zu erhalten, wurden die Hinderungsgründe als Freitext-Angaben offen erfasst (Fr. 53). 64,5 % der erwerbstätigen Befragten gaben an, ihre derzeitige Wochenarbeitszeit beibehalten zu wollen, 14,8 % hielten eine Verringerung für wünschenswert und 19,0 % eine Erhöhung, 1,6 % machten keine Angabe (Fr. 51). Durchschnittlich wünschten sich die Zielpersonen eine wöchentliche Arbeitszeit von 33,5 Stunden (Median = 35,0 Stunden). Interessant ist das Ergebnis der Auswertung getrennt für diejenigen, die ihre Arbeitszeit verringern und denjenigen, die sie erhöhen möchten. Beide Gruppen geben im Mittel eine fast identische Wunscharbeitszeit an: Diejenigen, die eine Verringerung anstrebten, wollten durchschnittlich 33,8 Wochenstunden (Median = 35,0 Stunden) arbeiten, diejenigen, die eine Erhöhung anstrebten, 33,2 Stunden (Median = 35,0 Stunden). Der Range umfasste für diejenigen, die verringern wollten, 0 bis 60 Wochenstunden und für diejenigen, die erhöhen wollten, 0 bis 96 Wochenstunden. Da eine Erhöhung auf 0 Stunden nicht möglich ist, wurde die Untergrenze des zulässigen Wertebereichs angehoben. Bei Werten größer Null ergibt sich wiederum ein Mittelwert von 33,2 Stunden, bei zugelassenen Werten ab 10 Wochenstunden liegt das arithmetische Mittel bei 33,8 Stunden, d.h. es ergibt sich durch eine Bereinigung am unteren Datenrand keine grundlegende Verschiebung des Mittelwerts. Dies deutet darauf hin, dass eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von ca. 33 Stunden dem Ideal der Befragten am nächsten kommt. SOEP Survey Papers 903
65 Gefragt nach den Gründen, die sie an einer Reduktion der Arbeitszeit hinderten, gaben diejenigen, die gerne weniger arbeiten wollten, beispielsweise an: − dies sei aus finanziellen Gründen nicht möglich − das Arbeitsvolumen ließe es nicht zu − die Selbständigkeit verhindere eine geringere Arbeitszeit − oder der Arbeitgeber stimme einer Reduktion nicht zu. Diejenigen, die ihre Arbeitszeit erhöhen wollten, gaben als Hinderungsgrund besonders häufig die fehlende Zustimmung bzw. mangelnden Bedarf des Arbeitgebers und fehlende Kinderbetreuung an. In den folgenden Fragen 54 bis 57 wurden Informationen zu einem weiteren im Zusammenhang mit der Koordination von Familie und Erwerbstätigkeit relevanten Thema erhoben: der Ableistung von Überstunden und unterschiedlichen Möglichkeiten diese abzugelten. Hierbei wurde, wie auch bei den Fragen 59 bis 63, die sich mit möglichen Nebentätigkeiten der Befragten befassten, auf bewährte SOEP-Fragen zurückgegriffen. Hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie war es wichtig, nicht nur die Haupterwerbstätigkeit einer Person zu erfassen, sondern auch weitere Tätigkeiten zu erheben, da diese beispielsweise den zeitlichen Bedarf an Kinderbetreuung deutlich vergrößern können. Die Fragen 66 bis 70 erfassten die berufliche Tätigkeit und berufliche Veränderungen seit Anfang 2009. Themenspezifische Ergänzungen in anderen Fragebogenteilen Neben den beschriebenen schwerpunktmäßigen Ergänzungen gab es auch an anderen Stellen im Fragebogen einzelne familienbezogene Erweiterungen. Frage 20, bei der es um die Art beruflicher Veränderungen im vergangenen Jahr ging, wurde um eine Zusatzfrage ergänzt. Wenn die Zielperson angab, sie sei nach einer Unterbrechung wieder zu ihrem früheren Arbeitgeber zurückgekehrt, wurde die Nachfrage: „Wurde die Tätigkeit wegen einem oder mehrerer Kinder unterbrochen, z. B. Mutterschutz oder Elternzeit?“ gestellt. Insgesamt gaben 10,8 % aller Befragten, die einen Wechsel bzw. eine berufliche Veränderung im vorangegangenen Jahr berichteten, Kinder als Grund dafür an. Von denjenigen, die bei der Frage nach der Art der Veränderung „Bin nach einer Unterbrechung jetzt wieder zum früheren Arbeitgeber zurückgekehrt“ geantwortet hatten, waren es sogar 76,0 %. Für die Fragen 65 und 71, die sich auf die persönlichen Einkünfte der Zielperson zum Zeitpunkt der Befragung (Fr. 65) bzw. im vorangegangenen Jahr (Fr. 71) bezogen, erfolgte eine Aufsplittung des Items „Gesetzlicher Ehegattenunterhalt, Kindesunterhalt, Betreuungsunterhalt“. Die Einkommensarten „Kindesunterhalt“, „Betreuungsunterhalt“ und „Nachehelicher Unterhalt, Trennungsunterhalt“ wurden nun getrennt voneinander erhoben. Tabelle 5.11 gibt einen Überblick über die bezogenen Einkommensarten und deren durchschnittliche monatliche Höhe. SOEP Survey Papers 903
66 Tabelle 5.11: Einkünfte aufgeschlüsselt nach Einkommensarten gegenwärtige Einkünfte 1) Einkünfte 2009 2) Ja (Häufigkeiten in %) monatl. Bruttobetrag (in €) Ja (Häufigkeiten in %) monatl. Bruttobetrag (in €) Lohn/Gehalt als Arbeitnehmer - - 62,9 2226 Einkommen aus selbständiger/freiberuflicher Tätigkeit - - 7,3 2667 Einkommen aus Nebenerwerbstätigkeit, Nebenverdienste - - 7,9 432 Eigene Rente, Pension 1,4 968 1,3 - Witwenrente/-pension, Waisenrente 1,0 444 0,9 - Arbeitslosengeld 2,1 847 4,2 842 Arbeitslosengeld II/Sozialgeld 14,0 - 14,4 - Unterhaltsgeld bei Fortbildung/Umschulung; Übergangsgeld 0,3 822 0,3 1010 Vorruhestandszahlungen des (ehemaligen) Arbeitgebers - - - - Mutterschaftsgeld während des Mutterschutzes, Elterngeld, Erziehungsgeld 12,4 618 13,7 673 Kindesunterhalt 11,1 370 10,2 354 Betreuungsunterhalt 0,4 443 0,4 420 Nachehelicher Unterhalt, Trennungsunterhalt 0,9 542 0,9 535 Unterhaltszahlung aus Unterhaltsvorschusskassen 2,3 219 2,1 218 BAföG, Stipendium, Berufsausbildungsbeihilfe 1,1 490 1,3 496 Wehrsold/Zivildienstvergütung - - - - Sonstige Unterstützung von Personen, die nicht im Haushalt leben 0,7 483 1,0 453 Hatte 2009 überhaupt keine Einkünfte der genannten Art 62,3 - 9,6 - SOEP Survey Papers 903
67 Anmerkungen: 1 Die ersten drei Items wurden in Frage 65 nicht erhoben, da gegenwärtiger Lohn/gegenwärtiges Gehalt aus eigener Erwerbstätigkeit an anderer Stelle bereits erfasst wurden. Die Beträge des Arbeitslosengelds II/Sozialgelds wurden über den Haushaltsfragebogen erhoben. Die Datenbasis für Vorruhestandszahlungen und Wehrsold/Zivildienstvergütung ist mit n = 2 bzw. n = 5 äußerst gering. Da auf dieser Basis keine empirisch belastbaren Aussagen getroffen werden können, werden hier keine Werte ausgewiesen. 2 Vorruhestandszahlungen wurden für 2009, entsprechend dem Personenfragebogen der SOEP-Haupterhebung, nicht erhoben. Die Angaben zu Wehrsold/Zivildienstvergütung beruhen auf einer extrem geringen Datenbasis von n =6, sodass hier keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden können und deshalb keine Werte ausgewiesen werden. Der mittlere monatliche Bruttobetrag für „Sonstige Unterstützung von Personen, die nicht im Haushalt leben“ wird bei einer Datenbasis von 73 Fällen, für die ein Betrag vorliegt, durch einen einzelnen Fall, bei dem die Zielperson 99.999 Euro angab, stark nach oben verzerrt (Mittelwert = 1816 Euro, Median = 350 Euro). Aus diesem Grund wird in der Tabelle der um diesen Ausreißer bereinigte Mittelwert ausgewiesen. In das Modul „Gesundheit und Krankheit“ wurde für weibliche Zielpersonen eine Frage nach dem Vorliegen einer Schwangerschaft eingefügt (Fr. 77). Dies ist sowohl für die Bewertung der Angaben zum Gesundheitszustand relevant als auch für die Aussagen zur Familienplanung sowie im Hinblick auf das Längsschnittdesign der vorliegenden Studie, da dadurch Veränderungen im Haushalt antizipiert werden können. 2,7 % der befragten Frauen gaben an, gegenwärtig schwanger zu sein, 96,4 % antworteten mit „Nein“ und 0,3 % mit „Weiß nicht“. Trotz des in manchen Fällen sicherlich sensiblen Themas, lag der K.A.-Anteil erfreulicherweise unter 0,01 %. Zusätzlich zu den in der SOEP-Haupterhebung üblichen Fragen zu Krankheitszeiten und dadurch bedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz im vorangegangenen Jahr, wurde Frage 87 eingeführt, welche die Gründe für Fehlzeiten erweiterte. Hier wurde getrennt erhoben, ob die Zielperson aufgrund von Erkrankungen des Kindes oder aus anderen persönlichen Gründen, beispielsweise nicht verschiebbaren Behördengängen, nicht gearbeitet hatte. War dies der Fall, sollte auch die Anzahl der Fehltage eingetragen werden. Diese Information ist im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie wichtig, da sich im Krankheitsfall des Kindes die Frage nach der Betreuung unter Umständen verschärft stellt. 11,0 % der Zielpersonen gaben an, wegen Krankheit des Kindes in 2009 nicht gearbeitet zu haben. Durchschnittlich handelte es sich dabei um 6,8 Tage (Median = 5,0 Tage), wobei der Range von einem Tag bis 90 Tage reichte. 4,7 % der Befragten gaben an, aus anderen, nicht krankheitsbedingten Gründen nicht gearbeitet zu haben. Hier lag die mittlere Abwesenheitsdauer bei 20,5 Tagen mit einem Median von 5,0 Tagen. 25 % der Befragten gaben 15 Abwesenheitstage und mehr an, die Werte reichten von einem Tag bis 334 Tage. 56,1 % der Zielpersonen antworteten mit „Nein“, 0,5 % machten keine Angabe. Des Weiteren erfolgte eine Ergänzung zur im SOEP üblichen Frage nach Abschluss einer Riester-Rente. Im Anschluss an Frage 93: „Haben Sie einen Vertrag zur ‚Riester-Rente’ abgeschlossen?“ wurde im Falle einer positiven Beantwortung anschließend erhoben, ob im vorangegangenen Jahr Einzahlungen geleistet wurden (Fr. 94), und ob die Kinderzulage beantragt wurde (Fr. 95). 41,5 % der Befragten gaben an, einen Vertrag zur „Riester-Rente“ abgeschlossen zu haben. Der K.A.-Anteil lag mit 0,2 % im normalen Bereich. 89,3 % dieser Personen hatten, laut eigener Aussage, im vorangegangenen Jahr Einzahlungen auf diesen Vertrag geleistet und 66,0 % hatten die Kinderzulage beantragt. 0,2 % bzw. 0,8 % machten zu diesen Fragen keine Angabe. SOEP Survey Papers 903
68 In Frage 102 wurde an eine Liste bewährter SOEP-Items zu möglichen Sorgenfeldern der Zielpersonen, wie beispielsweise Sorgen um die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung oder um die eigene Gesundheit, ein Block mit drei kindbezogenen Fragen angegliedert. Die Befragten sollten jeweils angeben, ob sie sich um die Gesundheit ihrer Kinder, die wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder und die Qualität der Betreuungseinrichtungen „Große Sorgen“, „Einige Sorgen“ oder „Keine Sorgen“ machten. Tabelle 5.12 gibt die Einschätzungen der eigenen Besorgtheit für die neu implementierten Items wieder. Tabelle 5.12: Besorgtheit hinsichtlich kindbezogener Themenfelder (Häufigkeitsangaben in %) Große Sorgen Einige Sorgen Keine Sorgen Trifft nicht zu 1) Keine Angabe Wie ist es mit den folgenden Gebieten – machen Sie sich da Sorgen? Um die Gesundheit Ihrer Kinder 41,0 35,9 18,6 4,4 0,2 Um die wirtschaftliche Zukunft Ihrer Kinder 45,9 37,1 12,3 4,3 0,3 Um die Qualität der Betreuungseinrichtungen 23,7 39,3 29,6 5,6 1,7 Anmerkung: 1 Da die Frage an alle Zielpersonen, unabhängig von der Kinderanzahl, gestellt wurde, wurde die Antwortkategorie „Trifft nicht zu, habe keine Kinder“ eingefügt. Die Häufigkeitsverteilungen zeigen, dass die Eltern erwartungsgemäß um so existenzielle Aspekte wie Gesundheit und wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder besonders besorgt sind. Nichtsdestotrotz berichten die Befragten auch hinsichtlich der Qualität der Kinderbetreuung einen hohen Grad an Besorgtheit. 63,0 % geben an, sich entweder „große Sorgen“ oder „einige Sorgen“ um dieses Thema zu machen. Dies spricht einerseits dafür, dass die Qualität der Betreuungseinrichtungen eine hohe Relevanz für die befragten Eltern besitzt und diese andererseits von vielen Zielpersonen als nicht zufriedenstellend erlebt wird. 5.3 Jugendfragebogen Der Jugendfragebogen richtete sich an alle 1993 geborenen Haushaltsmitglieder. Da er gegenüber der SOEP-Haupterhebung nicht verändert wurde, soll er an dieser Stelle lediglich in seinen Grundzügen dargestellt werden. SOEP Survey Papers 903
69 Der Jugendfragebogen gliederte sich in folgende Fragemodule, die jeweils, der Zielgruppe entsprechend, mit altersgerechten Überschriften versehen wurden: • Wohnen (Fr. 1 – 3): Wohnsituation der Zielperson • Jobs und Geld (Fr. 4 – 11): eigener Verdienst und finanzielle Unterstützung, Bildung finanzieller Rücklagen • Beziehungen (Fr. 12 – 14): Relevanz der Beziehung zu Familienangehörigen, Freunden und anderen Personen, Konflikte mit Familienangehörigen und Freunden, Beziehung zu den Eltern • Freizeit und Sport (Fr. 15 – 25): Freizeitaktivitäten, Musik und Musikunterricht, aktiv ausgeübte Sportarten • Schule (Fr. 26 – 45): schulische Bildungsbiographie, Relevanz schulischer Leistungen im Elternhaus, Migrantenanteil in der (ehemaligen) Schulklasse der Zielperson • Ausbildung und Berufspläne (Fr. 46 – 58): Ausbildungsbiographie, (geplante) Berufswahl, außerdem integrierte Fragen zum Gesundheitszustand, zur Körpergröße und zum Gewicht • Zukunft (Fr. 59): Wahrscheinlichkeitseinschätzungen für verschiedene zukünftige Ereignisse im privaten und beruflichen Bereich • Ihre Herkunft (Fr. 60 – 71): Migrationshintergrund, Staatsangehörigkeit, Sprachkompetenz • Kindheit und Elternhaus (Fr. 72 – 85): biographische Angaben zur eigenen Person und zu den Eltern der Zielperson, Bildungsbiographie und berufliche Tätigkeit der Eltern • Einstellungen und Meinungen (Fr. 86 – 90): Einstellung zu Partnerschaft und Familie, Einschätzung sozialer Aufstiegschancen, Risikobereitschaft, Kontrollerwartungen • Was für eine Persönlichkeit sind Sie? (Fr. 91 – 99): Big Five, Emotionen, politisches Interesse und Parteienaffinität, allgemeine Lebenszufriedenheit, außerdem integrierte Fragen zur Ausübung einer bezahlten Tätigkeit, Arbeitslosigkeit und Stellensuche 5.4 Kindbezogene Fragebögen Insgesamt wurden im Rahmen der ersten Erhebungswelle von „Familien in Deutschland“ sechs kindbezogene Fragebögen eingesetzt, wobei für die Screening-Stichprobe zunächst fünf altersangepasste Fragebogenversionen verwendet wurden und anschließend für die Kohorten-Stichproben ein weiterer ergänzend hinzukam, um die frühkindliche Phase engmaschiger abbilden zu können 19 . Um auch für die Screening-Stichprobe Daten des Geburtenjahrgangs 2008 zu erhalten, wurde dieses Instrument in seiner Papierversion an Mütter von Kindern im entsprechenden Alter nachversandt mit der Bitte, diesen ausgefüllt zurückzuschicken. Während die Fragebogen anfangs mit dem Alter des betreffenden Kindes bezeichnet waren, also beispielsweise „Ihr Kind im Alter von 2 oder 3 Jahren“, wurde für die Kohortenstichproben 19 Der zusätzlich eingeführte Fragebogen wurde zunächst mit der Nummerierung „1B“ bezeichnet, um ihn in die Reihe der bereits vorhandenen Instrumente einfügen zu können, d.h. die fortlaufende Nummerierung lautete: „1A, 1B, 2, 3, 4, 5“. Inzwischen wurde die Nummerierung der Verständlichkeit halber auf „1, 2, 3, 4, 5, 6“ umgestellt. Da im Anlagenband und auf den Fragebögen selbst jedoch noch die alten Bezeichnungen verwendet wurden, werden sie auch an dieser Stelle beibehalten. SOEP Survey Papers 903
70 das Geburtsjahr in den Titel aufgenommen, um eine unmissverständliche Zuordenbarkeit der Fragebögen zu gewährleisten. Um die Orientierung zusätzlich zu erleichtern, erhielt jeder Fragebogen durch ein Comic-Erdmännchen, das jeweils eine altersgemäße Aktivität ausübte, ein unterschiedliches Design. Je nach Altersstufe richteten sich die Fragebögen entweder nur an die Mütter der betreffenden Kinder oder an beide Elternteile. Während der Fragebogen zu neugeborenen Kindern („Ihr neugeborenes Kind“/ „Für alle Kinder der Jahrgänge 2009/2010“) ausschließlich von Müttern beantwortet werden sollte, da er Fragen zur Schwangerschaft und Geburt enthielt und auch die folgenden Fragebögen für die 1bis 6-jährigen Kinder vorzugsweise von den Müttern ausgefüllt werden sollte, richteten sich die letzten beiden Fragebögen explizit an beide Eltern der 7bis 10-Jährigen. Auch wenn manche der Instrumente nicht für beide Elternteile gedacht waren, werden sie im Folgenden insgesamt als „Elternfragebögen“ bezeichnet. Alle kindbezogenen Fragebögen finden sich in den Anlagenbänden zum Methodenbericht. Die folgenden Beschreibungen gehen jeweils von den Instrumenten der Screening-Stichprobe aus und zeigen anschließend Veränderungen auf, die auf Basis der Erfahrungen aus diesem ersten Erhebungszeitraum für die Kohorten-Stichproben vorgenommen wurden. Aufgrund dieser chronologischen Darstellung beziehen sich die genannten Fragenummerierungen auf die Screening-Instrumente, nachträgliche Ergänzungen und Modifikationen werden jeweils im letzten Absatz der Instrumentenbeschreibung berichtet. Die Elternfragebögen von „Familien in Deutschland“ bauen direkt auf den Instrumenten der SOEP-Haupterhebung auf, stellen jedoch aufgrund ihres größeren Umfangs und des erweiterten Altersspektrums einen wichtigen Ausbau der bisherigen kindbezogenen Erhebungsinstrumente dar. Parallel zum Elternfragebogen 4 in FiD wurde auch im SOEP ein Fragebogen für Eltern von 7und 8-jährigen Kindern implementiert. Im Anschluss an die Beschreibung der einzelnen Instrumente findet sich eine Gegenüberstellung der Elternfragebögen der vorliegenden Studie und der MuKi-Fragebögen des SOEP (vgl. Tabelle 5.13). Elternfragebogen 1A: „Ihr neugeborenes Kind“/“Für alle Kinder der Jahrgänge 2009/2010“ Der Fragebogen „Ihr neugeborenes Kind“ (Bezeichnung für die Screening-Stichprobe) bzw. “Für alle Kinder der Jahrgänge 2009/2010“ (geänderte Bezeichnung für die Kohorten-Stichproben) basierte auf dem Fragebogen „Mutter und Kind“ (MuKi A) der SOEP-Haupterhebung, wurde gegenüber diesem jedoch deutlich erweitert. Insbesondere im Hinblick auf die Betreuungssituation wurden Ergänzungen vorgenommen. Zunächst wurden Vorname sowie Geburtsjahr und -monat des Kindes erhoben (Fr. 1 und 2). Anschließend wurde hinsichtlich der Geburt nach dem Ort der Entbindung, der Schwangerschaftswoche, in der das Kind geboren wurde und Körpergröße und -gewicht zum Zeitpunkt der Geburt gefragt (Fr. 3 – 5). Die folgenden Fragen 7 und 8 bezogen sich auf gesundheitliche Probleme in der Zeit direkt nach der Geburt. Wie in der SOEP-Haupterhebung auch, wurde erfragt, ob ein Krankenhausaufenthalt notwendig war und zusätzlich wie oft in den ersten drei Monaten ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde. In Frage 9 bis 11 wurde nach der letzten bislang durchgeführten Vorsorgeuntersuchung und nach etwaigen diagnostizierten SOEP Survey Papers 903
71 Verzögerungen, Störungen und Behinderungen gefragt. Anschließend wurde die Stellung des betreffenden Kindes in der Geschwisterfolge (Fr. 12) erfasst sowie festgehalten, ob es sich dabei um das leibliche Kind der Befragten handelte (Fr. 13). Außerdem wurde erfragt, ob es sich um eine eher geplante oder ungeplante Schwangerschaft handelte (Fr. 14). Frage 15 bezog sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Befragten vor und nach der Geburt des Kindes. In der folgenden Frage sollte die Mutter mithilfe einer Skala von „Stimme voll zu“ bis „Stimme gar nicht zu“ angeben, inwieweit sie verschiedenen Aussagen zur Veränderung der Lebensumstände durch das Neugeborene und zur Mutterrolle zustimmte (Fr. 16). Die anschließenden Fragen thematisierten die Beziehung zwischen Vater und Kind. Zunächst wurde in Frage 17 erfasst, ob der leibliche Vater des Kindes im Haushalt lebte. War dies nicht der Fall, so wurden mehrere neu implementierte Fragen gestellt. Es wurde erhoben, wie häufig sich Kind und Vater sahen und wie lange die Treffen typischerweise dauerten. Außerdem sollte die Befragte angeben, als wie eng sie die Beziehung zwischen sich und dem leiblichen Vater einschätzte (Fr. 18 – 20). Anschließend folgte ein ebenfalls spezifisch auf die vorliegende Studie zugeschnittenes Modul zur Betreuungssituation des Kindes. Dieser Fragenkomplex wurde in Anlehnung an Fragen der NUBBEK-Studie 20 entwickelt. Zunächst wurde grundsätzlich erhoben, ob das Kind überhaupt institutionell bzw. durch eine Tagesmutter betreut wurde (Fr. 21). Wenn dies der Fall war, wurde erfasst, seit wann das Kind in dieser Form betreut wurde (Fr. 22) und wie wichtig verschiedene Gründe, wie beispielsweise die (Wieder-) Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, für die Entscheidung für die Fremdbetreuung waren (Fr. 23). In Frage 24 konnten die Zielpersonen anhand einer 11-stufigen Skala von „0 = ganz und gar unzufrieden“ bis „10 = ganz und gar zufrieden“ angeben, inwieweit sie mit verschiedenen Merkmalen der Kinderbetreuung zufrieden waren. Die folgenden beiden Fragen richteten sich an Mütter, die in Frage 25 angegeben hatten, dass ihr Kind nicht institutionell oder durch eine Tagesmutter betreut wurde. Sie wurden zunächst nach den Gründen dafür befragt (Fr. 25). Anschließend wurde erfasst, ob die Befragte hinsichtlich der zukünftigen Betreuung bereits aktiv geworden war (Fr. 26). Sowohl die Hintergründe der Fremdbetreuung als auch der ausschließlichen Betreuung in der Familie stellen wichtige Informationen im Kontext der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch hinsichtlich der frühen Förderung dar, um Betreuungsbedarfe feststellen und vorhandene Angebote optimieren zu können. Im Folgenden wurde, ebenso wie im „Mutter und Kind“-Fragebogen der SOEPHaupterhebung, erhoben, ob es sich bei der Mutter um die Hauptbetreuungsperson handelte, welche anderen Personen das Kind betreuten und wie zufrieden die Mutter insgesamt mit der Betreuungssituation ihres Kindes war (Fr. 27 – 29). Abschließend sollten die Mütter angeben, wie stark sie sich von ihrem Partner bei der Betreuung des Kindes unterstützt fühlten, ob im Haushalt mit dem Kind auch eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wurde und wie sie ihr Kind hinsichtlich Persönlichkeit und Gesundheit einschätzte (Fr. 30 – 32). Der Fragebogen 1A wurde für beide Stichproben unverändert eingesetzt, es erfolgte, außer der Ergänzung eines Freitext-Feldes für sonstige Hinweise am Ende des PAPI-Fragebogens, keine Modifikation nach der Feldzeit der Screening-Stichprobe. 20 NUBBEK Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit, vgl. www.nubbek.de SOEP Survey Papers 903
78 In Frage 17 wurde in bekannter Weise danach gefragt, ob mit dem Kind im Haushalt noch eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wurde. Anschließend folgten zwei neu implementierte Fragen zum Taschengeld. Zunächst wurde danach gefragt, ob das Kind Taschengeld erhielt (Fr. 18). Falls dies der Fall war, wurde der wöchentliche bzw. monatliche Betrag erfasst (Fr. 19). Im Folgenden wurde den Zielpersonen die bereits im Elternfragebogen 3 eingesetzte Itembatterie zur Einschätzung der Persönlichkeit des Kindes vorgelegt. Den Abschluss bildeten Fragen zur Betreuungssituation. Zunächst wurde erfasst, ob es sich bei dem befragten Elternteil um die Hauptbetreuungsperson des Kindes handelte (Fr. 21), anschließend sollte, wie bei den anderen Elternfragebögen beschrieben, die Betreuungssituation während einer normalen Woche dokumentiert werden (Fr. 22). Hier erfolgte eine altersgemäße Anpassung der Antwortoptionen, indem beispielsweise „Tagesmutter“ entfernt und „Hort“ eingesetzt wurde. Zum Schluss erfolgte in Frage 23 die Einschätzung der Zufriedenheit mit der Betreuungssituation insgesamt. Für die Datenerhebung der Kohorten-Stichproben wurden gegenüber dem Fragebogen der Screening-Stichprobe einzelne Modifikationen vorgenommen. Bei Frage 13 erfolgten eine Umstellung und eine Ergänzung der Itemliste die Items „Das Kind empfindet Schule als reine Zeitverschwendung“ und „Das Kind nimmt Arbeit in der Schule nie ernst.“ Außerdem wurden mehrere Items umgepolt, sodass statt der bislang einheitlich positiv gepolten Itembatterie nun positive und negative Items möglichen „Ja-sage-Tendenzen“ entgegenwirkten. Elternfragebogen 5: „Ihr Kind im Alter von 9 oder 10 Jahren“/„Für alle Kinder des Jahrgangs 2000“ Der Fragebogen „Ihr Kind im Alter von 9 oder 10 Jahren“ bzw. „Für alle Kinder des Jahrgangs 2000“ bildete den Abschluss der Reihe der eingesetzten Elternfragebögen und umfasste zahlreiche Fragen, die auch im Elternfragebogen 4 enthalten waren. Inhaltlich kamen zwei wichtige Themen hinzu: Das soziale Netzwerk, in welches das Kind außerhalb des Haushalts eingebunden ist und die Inanspruchnahme von Angeboten der psychosozialen Versorgung. Der Fragebogen richtete sich an beide Elternteile, wobei wiederum nicht nur leibliche Eltern befragt wurden, sondern auch Stiefmütter oder –väter sowie Pflegeeltern. Zu nicht im Haushalt lebenden, leiblichen Kindern wurden keine Daten erhoben. Ein direkter Vergleich mit der SOEP-Haupterhebung ist für diesen Fragebogen nicht möglich, da es dort bislang kein vergleichbares Instrument für die Altersgruppe der 9bis 10-Jährigen gibt. Die Fragen 1 bis 3 entsprachen den Einstiegsfragen des Elternfragebogens 4. Anschließend wurde nach den Erziehungszielen (Fr. 4) und dem Erziehungsstil (Fr. 5) der Zielperson gefragt. Darauf folgten die bereits beschriebenen Fragen zum sprachlichen Hintergrund des Kindes (Fr. 6) und zur Wahrnehmung der Elternrolle durch die Zielperson (Fr. 7). Die Fragen 8 bis 14 bildeten das schulbezogene Modul des Fragebogens. Zunächst wurden, wie bereits im Abschnitt zum Elternfragebogen 4 beschrieben, Fragen zur Bildungsaspiration der Eltern und zum als realistisch erachteten Schulabschluss gestellt, dann folgten die Fragen zum gegenwärtigen Schulbesuch und zu den im letzten Zeugnis erzielten Schulnoten (Fr. 8 bis 11). Die Frage nach der Benotung wurde altersgemäß sprachlich leicht angepasst, indem SOEP Survey Papers 903
79 nach den Noten in den Fächern „Deutsch“ und „Mathematik“ gefragt wurde, die „Trifft nicht zu“-Antwortkategorie entfiel. Neu implementiert wurde Frage 12 „In welcher Weise suchen Sie den Kontakt mit der Schule?“. Hier konnten die Eltern aus einer Itemliste die zutreffenden Aussagen, wie beispielsweise „Regelmäßige Teilnahme am Elternabend“ oder „Engagement als Elternvertreter“, auswählen. Anschließend folgten die bereits beschriebenen Fragen zu verschiedenen Aspekten des Schulbesuchs und zum sonderpädagogischen Förderbedarf (Fr. 13 und 14). Die Fragen 15 bis 17 erfassten den Gesundheitszustand des Kindes. In Frage 18 wurde nach den Freizeitbeschäftigungen des Kindes gefragt. Hier ging es nicht mehr, wie bei den Fragebögen für die jüngeren Kinder, um Aktivitäten, die von der Zielperson oder dem Partner bzw. der Partnerin gemeinsam mit dem Kind durchgeführt wurden, sondern allgemein um die Freizeitgestaltung des Kindes. Es sollte für eine Liste von 14 altersangemessenen Freizeitaktivitäten berichtet werden, ob das Kind diese „täglich“, „jede Woche“, „jeden Monat“, „seltener“ oder „nie“ ausführte. Daran schloss sich eine Einschätzung des Kindes durch die Zielperson anhand verschiedener persönlichkeitsbezogener Dimensionen im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen an (Fr. 19), wie sie bereits im Abschnitt zum Elternfragebogen 3 beschrieben wurde. Es folgten Fragen, die sich an den sogenannten „Netzwerkfragen“ des SOEP orientierten. Zuerst wurden die Eltern danach gefragt (Fr. 20), wie viele enge Freunde ihr Kind habe. Anschließend wurden sie in Frage 21 gebeten, drei für das Kind wichtige Personen außerhalb des Haushalts zu benennen, wobei es sich sowohl um Verwandte als auch Nicht-Verwandte und sowohl um Kinder als auch um Erwachsene handeln konnte. Zu jeder der drei genannten Personen sollte die Zielperson folgende Angaben machen: Kind/Erwachsener, Vorliegen eines Verwandtschaftsverhältnisses zum Kind, Geschlecht, Alter sowie Migrationsund Bildungshintergrund. Diese Frage ermöglicht, zusätzlich zur Analyse der Haushaltsstruktur, Aussagen über die weitere soziale Einbindung des Kindes in einem Alter zu machen, in dem gewöhnlich derartige, über die Familie hinausgehende, Beziehungen eine immer wichtigere Rolle spielen. An dieses Modul schloss sich eine Skala zur Einschätzung der Persönlichkeit des Kindes an (Fr. 22), die im Vergleich zur entsprechenden Frage im Elternfragebogen 4 kürzer ausfiel, statt 25 wurden hier 18 Items eingesetzt. Die folgenden Fragen 23 bis 25 zur Betreuungssituation entsprachen denjenigen, die auch im Elternfragebogen 4 verwendet wurden. Neu implementiert wurde Frage 26, welche die Nutzung psychosozialer Angebote thematisierte. Die Befragten sollten angeben, so sie unterschiedliche Leistungen und Hilfen, wie Angebote einer Familienbildungsstätte, Beratung in Familienund Erziehungsfragen oder die Betreuung in einer sozialpädagogischen Tagesgruppe für Kinder, bereits einmal oder mehrmals in Anspruch genommen hatten. Den Abschluss des Fragebogens bildeten die bereits im Absatz zum Elternfragebogen 4 beschrieben Fragen zum Taschengeld (Fr. 27 und 28). Zwischen der Feldzeit der Screening-Stichprobe und der Kohortenstichproben fanden an diesem Instrument lediglich geringfügige Veränderungen statt, indem Frage 13 analog zum Elternfragebogen 4 modifiziert wurde. SOEP Survey Papers 903
80 Tabelle 5.13: Vergleich der in den MuKi-Fragebögen der SOEP-Haupterhebung (LID) und der in „Familien in Deutschland“ (FiD) enthaltenen Fragen 1) Unverändert aus LID übernommen neue Fragen 2) modifizierte Fragen 3) Abgleich… 4) Elternfragebogen 1A und MuKi A Fr. 1 – 5, Fr. 8 – 15, Fr. 17 Fr. 7, Fr. 18 – 26, Fr. 29, Fr. 31 Fr. 6, Fr. 16, Fr. 27 – 28, Fr. 30, Fr. 32 Elternfragebogen 1B und MuKi B Fr. 1 (KH), Fr. 15 – 16 (KH), Fr. 18 – 19 (KH), Fr. 37 (KH) Fr. 3 (KH), Fr. 4 – 9 (KH), Fr. 17 (KH), Fr. 20 – 31 (KH), Fr. 33 (KH) Fr. 2 (KH), Fr. 10 (KH), Fr. 32 (KH), Fr. 34 – 36 (KH) Elternfragebogen 2 und MuKi B Fr. 1 – 2, Fr. 4, Fr. 6 – 8, Fr. 25 – 27 Fr. 5, Fr. 9 – 20, Fr. 22, Fr. 28, Fr. 3 (KH) – 14 (KH) Fr. 3, Fr. 21, Fr. 23, Fr. 24 Elternfragebogen 3 und MuKi C Fr. 1 – 2, Fr. 4 – 7, Fr. 8, Fr. 29 Fr. 8, Fr. 12 – 24, Fr. 26 - 28 Fr. 3, Fr. 10, Fr. 11, Fr. 25 Elternfragebogen 4 und LIDElternfragebogen Fr. 1 – 3, Fr. 8 – 9, Fr. 15 – 16 Fr. 4 – 7, Fr. 10 – 13, Fr. 17 – 20, Fr. 23 Fr. 14, Fr. 21, Fr. 22 Elternfragebogen 5 und LIDElternfragebogen Fr. 1, Fr. 3 – 5, Fr. 7 – 9 Fr. 6, Fr. 10 – 22, Fr. 25 – 28 Fr. 2, Fr. 23 - 24 Anmerkungen: 1 Die Fragennummern beziehen sich jeweils auf die ursprüngliche Nummerierung in den Screening-Fragebögen. Ergänzungen aus den Kohortenstichproben sind mit (KH) nach der Fragennummer gekennzeichnet. 2 Mit „neue Fragen“ sind hier Fragen gemeint, die im äquivalenten Instrument der SOEP-Haupterhebung 2010 nicht vorkommen. Es handelt sich jedoch nicht zwingend um Fragen, die im SOEP noch nie eingesetzt wurden. 3 Auch Fragen mit nur leichten Modifikationen im Fragetext oder in den Items werden in dieser Spalte aufgeführt. 4 Da für die Elternfragebögen 1B und 5 keine altersäquivalenten Instrumente der SOEP-Haupterhebung zum Vergleich herangezogen werden können, erfolgt der Abgleich jeweils mit dem altersmäßig ähnlichsten Frageb SOEP Survey Papers 903
81 Anhang SOEP Survey Papers 903
82 Tabelle A: Vergleich des Haushaltsfragebogens „Leben in Deutschland“ (LID) mit den Haushaltfragebogen „Familien in Deutschland“ (FiD) Frageformulierung Variablenname FiD Haushaltsfragebogen LID Haushaltsfragebogen Haben Sie bei unserer letzten Befragung, also vor ungefähr einem Jahr, schon in dieser Wohnung gelebt? HVJ Frage 1 Welches waren die wichtigsten Gründe für den Umzug in diese Wohnung? HUMZ01-HUMZ15; HUMZSO Frage 2 Und wie beurteilen Sie Ihre jetzige Wohnung im Vergleich zur letzten? Haben Sie sich gegenüber Ihrer letzten Wohnung verbessert, ist Ihre heutige Wohnung in etwa gleichwertig, oder haben Sie sich verschlechtert? HWOHN01-HWOHN07 Frage 3 Seit wann leben Sie in dieser Wohnung? HWM; HWJ Frage 4 Wie würden Sie die Wohngegend hier beschreiben? HWOHN08 Frage 2 Frage 5 Was ist das für ein Haustyp, in dem Sie hier wohnen? HHTYP Frage 3 Frage 6 Handelt es sich um ein Wohnheim, eine Pension oder eine ähnliche Unterkunft? HHEIM, HHEIMSO Frage 4 Frage 7 Wann wurde das Haus, in dem die Wohnung liegt, etwa erbaut? HWOHN09, HWOHN09A Frage 5 Frage 8 Wie groß ist die Wohnfläche dieser Wohnung insgesamt? HQM Frage 6 Frage 10 Und wie viele Räume hat Ihre Wohnung? HRAUM Frage 7 Frage 11 Wie beurteilen Sie insgesamt die Größe Ihrer Wohnung? HGR Frage 8 Frage 12 Wie beurteilen Sie den Zustand des Hauses, in dem Sie wohnen? HZUS Frage 9 Frage 13 SOEP Survey Papers 903
83 Wie ist Ihre Wohnung ausgestattet? Gehört zu Ihrer Wohnung... HWOHN10-HWOHN12; HWOHN14HWOHN23 Frage 10 Frage 14 Bewohnen Sie diese Wohnung als Hauptmieter, Untermieter oder Eigentümer? HM01 Frage 11 Frage 20 Handelt es sich um eine vom Eigentümer verbilligt überlassene Wohnung, z.B. vom Arbeitgeber oder von Verwandten oder wegen Hauswartstätigkeiten? HM02 Frage 12 Frage 21 Handelt es sich um eine Sozialwohnung? HM03 Frage 13 Frage 22 Wie hoch ist derzeit die monatliche Miete? HM04, HM05 Frage 14 Frage 23 Sind die Heizkosten (in der Regel einschließlich Warmwasser) im Mietpreis enthalten? HM06 Frage 15 Frage 24 Wie hoch sind die durchschnittlichen Heizkosten (einschließlich Warmwasser) pro Monat? HM07, HM08 Frage 16 Frage 25 Wie hoch sind die durchschnittlichen Stromkosten pro Monat? HM14, HM15 Frage 17 Frage 25a Sind in dem Mietpreis andere Umlagen enthalten, z.B. für Wasser, Müllabfuhr usw.? Wenn ja, in welcher Höhe? HM09-HM11 Frage 18 Frage 26 Wenn Sie an vergleichbare Wohnungen denken, finden Sie Ihre Miete dann ... HM12 Frage 19 Frage 27 Wer oder welche Institution ist der Eigentümer der Wohnung? HM13 Frage 20 Frage 28 Haben Sie für diese selbstgenutzte Wohnung / dieses selbstgenutzte Haus noch finanzielle Belastungen aus der Abzahlung von Hypotheken oder Bauspardarlehen? HE01 Frage 21 Frage 29 Wie hoch ist der monatliche Betrag für Tilgung und Zinsen, den Sie für dieses Darlehen zu leisten haben? HE02 Frage 22 Frage 30 SOEP Survey Papers 903
84 Wie hoch waren die Instandhaltungskosten für diese Wohnung / dieses Haus, die Ihnen im letzten Kalender Jahr entstanden sind? HE03 Frage 23 Frage 31 Wie hoch waren die Heizkosten im letzten Kalenderjahr? HE04 Frage 24 Frage 32 Wie hoch waren die Stromkosten im letzten Kalenderjahr? HE16 Frage 25 Frage 32a Und wie hoch waren im letzten Jahr die Kosten für Wasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung usw.? HE05 Frage 26 Frage 33 Zahlen Sie Wohngeld, also Umlagekosten für die Hausverwaltung usw.? HE06, HE07 Frage 27 Frage 34 Wenn Sie an eine vergleichbare Mietwohnung denken, finden Sie diese finanziellen Belastungen dann ... HE08 Frage 28 Frage 35 Und angenommen, Sie wohnten in dieser Wohnung / diesem Haus zur Miete: Wie hoch wären dann schätzungsweise die monatlichen Mietkosten ohne Heizung? HE09, HE10 Frage 29 Frage 36 Haben Sie im letzten Kalenderjahr staatliche Eigenheimzulage erhalten? Wie hoch war der Förderbetrag im Jahr 2009? HE13, HE14 Frage 30 Frage 37 Hatten Sie oder jemand anderer in Ihrem Haushalt letztes Jahr Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung von Grundoder Hausbesitz? HVERM1 Frage 31 Frage 38 Wie hoch waren die Gesamteinnahmen aus Vermietung und Verpachtung im letzten Kalenderjahr ungefähr? HVERM2 Frage 32 Frage 39 Welche Ausgaben für die vermieteten oder verpachteten Objekte standen dem im letzten Kalenderjahr ungefähr gegenüber? HVERM3, HVERM4 Frage 33 Frage 40 Können Sie von diesen Ausgaben des letzten Jahres einen Teil steuerlich absetzen bzw. als Verlust geltend machen? Wenn ja, wie viel? Falls nicht genau bekannt: bitte schätzen! HVERM5, HVERM6 Frage 34 Frage 41 SOEP Survey Papers 903
85 Müssen Sie derzeit Rückzahlungen und Zinsen für Kredite leisten, die Sie für größere Anschaffungen oder sonstige Ausgaben aufgenommen haben? HKRED1 Frage 35 Frage 42 Wie hoch ist der monatliche Betrag den Sie für die Rückzahlung dieser Kredite (einschließlich Zinsen) verwenden müssen? Falls nicht genau bekannt: bitte schätzen! HKRED2 Frage 36 Frage 43 Besaßen Sie oder andere Personen im Haushalt letztes Jahr eine oder mehrere der folgenden Wertanlagen? HWA1-HWA9, HWAKA Frage 38 Frage 45 Wie hoch waren, alles in allem, die Einnahmen aus Zinsen, Dividenden und Gewinnen aus allen Ihren Wertanlagen im letzten Kalenderjahr? HZINS1, HZINS2 Frage 39 Frage 46 Haben Sie oder ein anderes Haushaltsmitglied im letzten Jahr einen größeren Geldbetrag oder entsprechende Vermögenswerte (z.B. Immobilien, Auto) durch Erbschaft, als Geschenk oder als Lotteriegewinn erhalten? Wir meinen nur Geldbeträge oder Sachwerte ab 500 EURO. HLOS1-HLOS4, HLOSKA Frage 40 Frage 47 Wie hoch war der Betrag oder der Wert ungefähr? HLOS5 Frage 41 Frage 48 Haben Sie oder ein anderes Haushaltsmitglied im letzten Kalenderjahr eine der folgenden staatlichen Leistungen erhalten? HLKG1-HLKG3; HLKZ1-HLKZ3; HLAG1HLAG3; HLPG1-HLPG3; HLSH1-HLSH3; HLGA1-HLGS3; HLWG1-HLWG3 Frage 42 Frage 49 Haben Sie im letzten Jahr weitere Vergünstigungen speziell für Familien mit Hartz IV bzw. Geringverdiener bezogen? HVERG1-HVERG4 Frage 42b Und wie ist das heute? Erhalten Sie oder ein anderes Haushaltsmitglied derzeit eine der folgenden staatlichen Leistungen? HDKG1-HDKG3; HDKZ1, HDKZ2; HDAG1, HDAG2; HDPG1, HDPG2; HDSH1, HDSH2; HDGS1, HDGS2; HDWG1, HDWG2 Frage 43 Frage 50 Erhalten Sie oder eine anderes Haushaltsmitglied derzeit regelmäßig Unterhaltszahlungen von Verwandten oder Angehörigen? HUNT1, HUNT2 Frage 51 SOEP Survey Papers 903
86 Wenn man mal alle Einkünfte zusammennimmt: Wie hoch ist das monatliche Haushaltseinkommen aller Haushaltsmitglieder heute? HNETTO; ZNETTO Frage 45 Frage 52 Leisten Sie oder ein anderes Haushaltsmitglied derzeit regelmäßige Unterhaltszahlungen an Verwandte oder Angehörige? HUNT3, HUNT4 Frage 46 Frage 53 Bleibt Ihnen in der Regel monatlich ein gewisser Betrag übrig, den Sie sparen oder zurücklegen können, etwa für größere Anschaffungen, für Notlagen oder zur Vermögensbildung? Wenn ja, welcher Betrag etwa? HSPAR1, HSPAR2 Frage 47 Frage 54 Waren die Einnahmen und die Ausgaben Ihres Haushalts im vergangenen Jahr, also 2009, insgesamt gesehen – gleich hoch, d.h. Sie konnten weder sparen noch mussten Sie Schulden machen oder Ersparnisse auflösen - oder waren die Einnahmen höher als die Ausgaben, so dass Sie Ersparnisse bilden konnten - oder waren die Ausgaben höher als die Einnahmen, so dass Sie Schulden aufnehmen oder Ersparnisse verbrauchen mussten? HSPAR3-HSAPR8 Frage 48 Frage 55 Gibt es in Ihrem Haushalt jemand, der aus Altersoder Krankheitsgründen oder wegen einer Behinderung dauernd hilfeoder pflegebedürftig ist? HPFLEG Frage 49 Frage 56 Welche Person ist das und bei welchen der folgenden Tätigkeiten braucht sie Hilfe? HPNAM; HPNR; HHIL1-HHIL4; HHILKA Frage 50 Frage 57 Erhält die hilfebedürftige Person Leistungen aus der Pflegeversicherung? HPL; HPSTUF Frage 51 Frage 58 Gibt es außer dieser Person noch weitere Personen im Haushalt, die Hilfeoder pflegebedürftig sind? HPFLEG2-HPFLEG5 Frage 52 Frage 60 Entstehen durch die Hilfe oder Pflege regelmäßige Kosten? HPFLEG4, HFPLEG5 Frage 53 Frage 61 Beschäftigen Sie in Ihrem Haushalt regelmäßig oder gelegentlich eine Putzoder Haushaltshilfe? HPUTZ1, HPUTZ2 Frage 54 Frage 62 SOEP Survey Papers 903
87 Gibt es in Ihrem Haushalt Kinder, die erst 1994 oder später geboren sind? HKIND Frage 55 Frage 63 In welchem Jahr sind diese Kinder geboren? HKNAMA, HKNAMB, HKNAMC, HKNAMD; HKNRA, HKNRB, HKNRC, HKNRD; HKGEBA, HKGEBB, HKGEBC, HKGEBD; HKMOA, HKMOB, HKMOC, HKMOD Frage 56 Frage 64 Welche der folgenden Schule/n besucht das Kind derzeit? HEIN3A, HEIN3B, HEIN3C, HEIN3D; HEIN4A, HEIN4B, HEIN4C, HEIN4D; HEINSOA, HEINSOB, HEINSOC, HEINSOD Frage 57 Frage 65 In die wievielte Klasse geht das Kind? HKLA, HKLB, HKLC, HKLD Frage 58 Besucht das Kind diese Schule meistens ganztags? HEIN9A, HEIN9B, HEIN9C, HEIN9D Frage 59 Frage 66 Erhält das Kind, wenn Sie das wollen, mittags dort ein Essen? HEIN7A, HEIN7B, HEIN7C, HEIN7D Frage 60 Ist der Besuch dieser Schule kostenlos oder müssen Sie einen festen Betrag, z.B. Schulgeld, zahlen? HEIN8A, HEIN8B, HEIN8C, HEIN8D; HEIN8A1, HEIN8B1, HEIN8C1, HEIN8D1 Frage 61 Wer ist der Träger dieser Schule? Ist es … HEINSA, HEINSB, HEINSC, HEINSD Frage 62 Hat das Kind in den letzten sechs Monaten Nachhilfe erhalten? HNACA1, HNACB1, HNACC1, HNACD1 Frage 63 Welche Kosten sind Ihnen durch die Nachhilfe in den letzten sechs Monaten entstanden? HNACA2, HNACB2, HNACC2, HNACD2; HNACA3; HNAB3, HNAC3; HNACD3 Frage 64 In welchem Jahr hat das Kind das erste Mal eine Kinderkrippe, Kindergarten, Kindertageseinrichtung oder Hort besucht? HEI10A1, HEI10B1, HEI10C1, HEI10D1; HEI10A2, HEI10B2, HEI10C2, HEI10D2 Frage 65 Besucht das Kind derzeit eine Kinderkrippe, Kindergarten, Kindertageseinrichtung, Hort? HEIN1A, HEIN1B, HEIN1C, HEIN1D; HEIN1SA, HEIN1SB, HEIN1SC, HEIN1SD Frage 66 Besucht das Kind derzeit eine der folgenden Einrichtungen? HEIN1A, HEIN1B, HEIN1C, HEIN1D; HEIN1SA, HEIN1SB, HEIN1SC, HEIN1SD Frage 67 Erhält das Kind, wenn Sie das wollen, mittags dort ein Essen? HEI12A, HEI12B, HEI12C, HEI12D Frage 67 SOEP Survey Papers 903
94 Waren Sie zuletzt voll berufstätig, teilzeitbeschäftigt oder geringfügig bzw. unregelmäßig erwerbstätig? LSTD Frage 64 Gehörte der Betrieb, in dem Sie zuletzt arbeiteten, zum öffentlichen Dienst bzw. zur Staatsverwaltung? LOED Frage 65 In welcher beruflichen Stellung waren Sie zuletzt beschäftigt? LARB, LANG, LSST1, LSST2, LSST3, LSST4, LAZUBI, LAMT, LBERKA Frage 67 Seit welchem Jahr leben Sie persönlich schon in dieser Wohnung? LWOHNJ Frage 68 Haben Sie außer dieser Wohnung noch eine andere Wohnung, in der Sie selbst auch wohnen oder Ihren Urlaub verbringen? L2WOHN1, L2WOHN3, L2WOHN3, LWOHN4 Frage 69 Haben oder hatten Sie Kinder? Wenn ja, wie viele? LKIND, LKNO Frage 70 Sind Sie heute oder waren Sie einmal verheiratet? LEHE Frage 71 Seit wann sind Sie bzw. von wann bis wann waren Sie verheiratet? LEHE1A, LEHE1B, LEHE1C, LEHE2A, LEHE2B, LEHE2C, LEHE3A, LEHE3B, LEHE3C Frage 72 Haben Sie ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet? LFSJ Frage 73 Haben Sie Wehroder Zivildienst geleistet? In welcher der folgenden Formen? Aus welchen Gründen nicht? LWEHR1, LWEHR2, LWEHR3 Frage 74 Liegt diese zweite Wohnung in Westdeutschland (alte Länder und West-Berlin) oder in Ostdeutschland (neue Länder und Ostberlin) oder im Ausland? L2WOHN2 Welche Wohnung benutzen Sie überwiegend? L2WOHN3 Von welcher Wohnung gehen Sie überwiegend zur Arbeit oder zur Schule / Hochschule? L2WOHN4 SOEP Survey Papers 903
95 Wie ist das derzeit: Haben Sie eine feste Beziehung? PP1A Frage L43 Seit wann besteht die Beziehung zu diesem Partner / dieser Partnerin? PPJA Frage L44 Sind Sie mit diesem Partner/ dieser Partnerin verheiratet? PEHE1A Frage L45 Wann wurde die Ehe geschlossen? PEHE2A Frage L46 Wohnt Ihr Partner/Ihre Partnerin hier im Haushalt? PP2A Frage L47 Bitte geben Sie den Vornamen Ihres Partners/ Ihrer Partnerin an. PPNAM, PPNR Frage L48 Haben Sie früher einmal mit diesem Partner / dieser Partnerin zusammengelebt? PPLEBA Frage L49 Wann wurde die gemeinsame Wohnung aufgegeben bzw. wann ist einer der Partner ausgezogen? PPLEBJA Frage L50 Wie regeln Sie und Ihr (Ehe-)Partner den Umgang mit dem Einkommen, das einer von Ihnen oder Sie beide erhalten? PEINK Frage L51 Wer hat in Ihrer Partnerschaft / Ehe das letzte Wort, wenn wichtige finanzielle Entscheidungen getroffen werden? PWORT Frage L52 Jetzt geht es um Ihre Beziehung davor, also die, die Sie vor der aktuellen / zuletzt genannten Beziehung hatten. Hatten Sie davor eine feste Beziehung? PP1B Frage L53 Wann begann diese Beziehung? PPJB Frage L54 Wann und wie endete diese Beziehung? PPEND1B, PPEND2B Frage L55 Haben Sie mit diesem Partner / dieser Partnerin zusammen gelebt? PPLEB1B Frage L56 Wann sind Sie mit diesem Partner / dieser Partnerin zusammen gezogen? PPLEB2B Frage L57 SOEP Survey Papers 903
96 Und wann wurde die gemeinsame Wohnung aufgegeben bzw. wann ist einer der Partner ausgezogen? PPLEB3B Frage L58 Haben Sie diesen Partner / diese Partnerin damals geheiratet? PEHE1B Frage L59 Wann wurde diese Ehe geschlossen? PEHE2B Frage L60 Wurde diese Ehe geschieden? PEHE3B Frage L61 Wann wurde diese Ehe geschieden? PEHE4B Frage L62 Haben Sie in einer anderen, noch nicht genannten Beziehung geheiratet? PEHE1E Frage L62a Wann wurde diese Ehe geschlossen? PEHE2E Frage L62b Besteht diese Ehe noch? PEHE5E Frage L62c Wann und wie endete diese Ehe? PEHE6E, PEHE7E Frage L62d Über Familie und Familienleben gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Wir haben hier einige Aussagen zusammengestellt. Wie sehr stimmen Sie persönlich diesen Aussagen zu? LFAM01-LFAM12 Frage L63 Haben oder hatten Sie Kinder? Wenn ja, wie viele? LKIND, LKNO, LKNAM1-LKNAM10; LKNR1-LKNR10; LKSEX1-LKSEX10; LKGEB1-LKGEB10; LKMO1-LKMO10 Frage L64 Handelt es sich um Ihr leibliches Kind? LLEIB1-LLEIB10 Waren Sie zum Zeitpunkt der Geburt, mit der Mutter / dem Vater des Kindes verheiratet? LHEI1-LHEI10 Haben Sie zum Zeitpunkt der Geburt, mit der Mutter / dem Vater des Kindes zusammengelebt? LLEB1-LLEB10 Wo lebt das Kind heute? LKWO1-LKWO10 SOEP Survey Papers 903
97 Wenn Sie einmal alle Hindernisse außer Acht lassen: Wie viele Kinder würden Sie im Idealfall insgesamt gerne haben? Zählen Sie bitte die Kinder mit, die Sie bereits haben. LKIA Frage L65 Wenn Sie einmal realistisch über eigene weitere Kinder nachdenken: Wie viele weitere Kinder möchten Sie haben? Zählen Sie bitte die Kinder nicht mit, die Sie schon haben oder mit denen Sie schwanger sind. LKIB, LKIC Frage L66 Was sind die Gründe dafür, dass Sie keine weiteren Kinder mehr möchten? LKI01-LKI11 Frage L67 Verschiedenen Menschen sind verschiedene Dinge wichtig. Sind für Sie persönlich die folgenden Dinge heute …sehr wichtig, wichtig, weniger wichtig oder ganz unwichtig? PWICH1-PWICH9 Frage 2 Wie sieht gegenwärtig Ihr normaler Alltag aus? Wie viele Stunden pro Tag entfallen bei Ihnen an einem durchschnittlichen Werktag auf die folgenden Tätigkeiten? PWERK1-PWERK8; PWERKA Frage 3 Frage 3 Haben Sie während der letzten 7 Tage irgendeine bezahlte Arbeit ausgeübt, auch wenn dies nur für eine Stunde oder für wenige Stunden war? P7TAG Frage 4 Frage 4 Sind Sie zur Zeit im Mutterschutz oder in der gesetzlich geregelten "Elternzeit"? PERZ Frage 5 Frage 5 Sind Sie zur Zeit beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet? PALO Frage 6 Frage 6 Sind Sie derzeit in Ausbildung? Das heißt: Besuchen Sie eine Schule oder Hochschule (einschließlich Promotion), machen Sie eine Berufsausbildung oder nehmen Sie an einem Weiterbildungslehrgang teil? PAUS1 Frage 7 Frage 7 SOEP Survey Papers 903
98 Was für eine Ausbildung oder Weiterbildung ist das? PAUS2, PAUS3, PAUS3A, PAUS4, PAUS5; PAUS3SO, PAUS4SO, PAUS5SO; PAUSKA Frage 8 Frage 8 Üben Sie derzeit eine Erwerbstätigkeit aus? Was trifft für Sie zu? PERW Frage 9 Frage 9 Beabsichtigen Sie, in der Zukunft (wieder) eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen? PNERW02 Frage 10 Frage 10 Wann etwa wollen Sie Ihre Erwerbstätigkeit aufnehmen? PNERW03 Frage 11 Frage 11 Wären Sie an einer Vollzeitoder einer Teilzeitbeschäftigung interessiert, oder wäre Ihnen beides recht? PNERW04 Frage 12 Frage 12 Wenn Sie jetzt eine Arbeit suchen würden: Ist oder wäre es für Sie leicht, schwierig oder praktisch unmöglich, eine geeignete Stelle zu finden? PNERW01 Frage 13 Frage 13 Wie hoch müsste der Nettoverdienst mindestens sein, damit Sie eine angebotene Stelle annehmen würden? PNERW07, PNERW08 Frage 14 Frage 14 Und was meinen Sie, wie viele Stunden pro Woche müssten Sie für diesen Nettoverdienst arbeiten? PNERW14 Frage 15 Frage 15 Wenn man Ihnen jetzt eine passende Stelle anbieten würde, könnten Sie dann innerhalb der nächsten zwei Wochen anfangen zu arbeiten? PNERW09 Frage 16 Frage 16 Haben Sie innerhalb der letzten vier Wochen aktiv nach einer Stelle gesucht? PNERW10 Frage 17 Frage 17 Haben Sie von Ihrem Arbeitsamt einen Vermittlungsgutschein ausgestellt bekommen, und wenn ja, in welcher Höhe? PVERM1, PVERM2 Frage 18 Haben Sie nach dem 31. Dezember 2008 die Stelle gewechselt oder eine Arbeit neu aufgenommen? PWEXL1 Frage 18 Frage 19 SOEP Survey Papers 903
99 Wann haben Sie Ihre jetzige Stelle angetreten bzw. die Arbeit aufgenommen? PWEXL2, PWEXL3, PWEXLKA Frage 19 Frage 20 Welche Art von beruflicher Veränderung war das? PWEXL4 Frage 20 Frage 21 Wurde die Aufnahme der Selbständigkeit durch eine öffentliche Förderung unterstützt? PWEXL5 Frage 22 Wurde die Tätigkeit wegen einem oder mehrerer Kinder unterbrochen, z.B. Mutterschutz oder Elternzeit? PWEXELT Welche Gründe waren für die Aufnahme Ihrer Selbständigkeit ausschlaggebend? PWEXL6-PWEXL13 Frage 23 Bevor Sie ihre jetzige Stelle angetreten haben, haben Sie da aktiv nach einer Stelle gesucht oder hat sich das so ergeben? PSUCH1 Frage 24 Wie haben Sie von dieser Stelle erfahren? PSUCH2 Frage 25 War das Arbeitsamt an der Vermittlung der Stelle beteiligt? PVERM3, PVERM4 Frage 26 Welche berufliche Tätigkeit üben Sie derzeit aus? PBER Frage 21 Frage 27 Entspricht diese Tätigkeit Ihrem erlernten Beruf? PBERJA Frage 22 Frage 28 Welche Art von Ausbildung ist für diese Tätigkeit in der Regel erforderlich? PBERAUS Frage 23 Frage 29 Welche Art von Einarbeitung in diese Tätigkeit ist in der Regel erforderlich? PEINAR1-PEINAR3; PEINKA Frage 24 Frage 30 Gehört der Betrieb, in dem Sie arbeiten, zum öffentlichen Dienst? POED Frage 25 Frage 31 In welchem Wirtschaftszweig / welcher Branche / welchem Dienstleistungsbereich ist das Unternehmen bzw. die Einrichtung überwiegend tätig? PBRA Frage 26 Frage 32 Wie viele Beschäftigte hat das Gesamtunternehmen etwa? PGESUNT Frage 27 Frage 33 SOEP Survey Papers 903
100 Seit wann sind Sie bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt? PSEITM, PSEITJ Frage 28 Frage 34 Handelt es sich um ein Zeitarbeitsbzw. Leiharbeitsverhältnis? PZAF Frage 29 Frage 35 Haben Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag oder ein befristetes Arbeitsverhältnis? PBEFR1 Frage 30 Frage 36 Handelt es sich um eine ABM-Stelle oder eine Gemeinnützige Arbeit (1-Euro-Job)? PBEFR2 Frage 31 Frage 37 In welcher beruflichen Stellung sind Sie derzeit beschäftigt? PARB, PANG, PSST1, PSST2, PSST3, PSST4, PAZUBI, PAMT, PBERKA Frage 32 Frage 38 Wie war das in den zurückliegenden 12 Monaten in dem Betrieb, in dem Sie heute arbeiten? Hat sich die Zahl der Beschäftigten erhöht, verringert oder ist sie gleich geblieben? PZAHL Frage 39 Wenn Sie Ihre jetzige Stelle verlieren würden, wäre es für Sie dann leicht, schwierig oder praktisch unmöglich, wieder eine mindestens gleichwertige Stelle zu finden? PVERL Frage 33 Frage 40 Die Arbeitsverdienste sind ja nicht in allen Regionen Deutschlands gleich. Daher die Frage: Liegt Ihre Arbeitsstätte … PWOHN2 Frage 34 Frage 41 Liegt Ihr derzeitiger Arbeitsplatz an Ihrem Wohnort? PWOHN1 Frage 35 Frage 42 Wie oft pendeln Sie von Ihrer Hauptwohnung zu Ihrem Arbeitsplatz? PWOHN3 Frage 36 Frage 43 Wie viele Kilometer ist Ihr Arbeitsplatz von Ihrer Wohnung entfernt? PWOHN4, PWOHN5 Frage 37 Frage 44 Wie hoch ist Jährlicher Urlaubsanspruch? PURL1, PURL2 Frage 45 Wie viele Tage Urlaub haben Sie im letzten Jahr tatsächlich genommen? PURL, PURL4 Frage 46 SOEP Survey Papers 903
101 Haben Sie im letzten Jahr Resturlaubsansprüche aus dem Jahr 2008 oder davor verfallen lassen? Wenn ja, wie viele Tage? PURL5, PURL6 Frage 47 Haben Sie aus dem letzten Jahr einen Resturlaubsanspruch ins jetzige Jahr übertragen? PURL7 Frage 48 Was werden Sie mit dem Resturlaub aus dem Vorjahr vermutlich machen bzw. was haben Sie bereits gemacht? PURL8 Frage 49 In einigen Betrieben werden familienfreundliche Maßnahmen unterstützt. Wie ist das bei Ihnen: Werden von Ihrem Arbeitgeber folgende Unterstützungen angeboten? PFAM21A-PFAM30A Frage 38 Und nehmen Sie diese Angebote Ihres Arbeitgebers auch in Anspruch? PFAM21B-PFAM30B Es gibt heute ja sehr unterschiedliche Arbeitszeitregelungen. Welche der folgenden Möglichkeiten trifft auf Ihre Arbeit am ehesten zu? PREG Frage 40 Kommt es vor, dass Sie Ihre Beschäftigung zu Hause ausüben? PHAUS1, PHAUS2 Frage 41 Wenn es Ihr Betrieb Ihnen freistellen würde, zeitweise auch zu Hause zu arbeiten, würden Sie dann dieses Angebot annehmen? PHAUS3 Frage 42 Kommt es vor, dass Sie am Abend (nach 19.00 Uhr) oder nachts (nach 22.00 Uhr) arbeiten? Wenn ja, wie häufig? PAZ15, PAZ16 Frage 43 Kommt es vor, dass Sie am Wochenende arbeiten? Wenn ja, wie häufig? PAZ17, PAZ18 Frage 44 Wie viele Wochenstunden beträgt Ihre vereinbarte Arbeitszeit ohne Überstunden? PAZ08, PAZ09 Frage 45 Frage 50 SOEP Survey Papers 903
102 Und wie viel beträgt im Durchschnitt Ihre tatsächliche Arbeitszeit pro Woche einschließlich eventueller Überstunden? PAZ10 Frage 46 Frage 51 Ist das eine geringfügige Beschäftigung nach der 400bzw. 800-Euro-Regelung (Minibzw. MidiJob)? PAZ11 Frage 47 Frage 52 Ist das eine Teilzeitbeschäftigung nach dem Gesetz zur Elternteilzeit (Bundeserziehungsgeldgesetz)? PAZ12 Frage 48 Frage 53 Nehmen Sie zur Zeit eine der gesetzlichen Regelungen zur Altersteilzeit wahr? PALT1, PALT2 Frage 49 Frage 54 Haben Sie im letzten Monat in Kurzarbeit gearbeitet? PKURZ Frage 50 Frage 55 Wenn Sie den Umfang Ihrer Arbeitszeit selbst wählen könnten und dabei berücksichtigen, dass sich Ihr Verdienst entsprechend der Arbeitszeit ändern würde: Würden Sie dann Ihre Arbeitszeit lieber verringern, erhöhen oder beibehalten? PAZ14A, PAZ14 Frage 51 Frage 56 Wie viele Stunden in der Woche würden Sie dann am liebsten arbeiten? PAZ14 Frage 52 Frage 56 Was hindert Sie daran Ihre Arbeitszeit zu verringern / erhöhen? PAZ14X Frage 53 Kommt es vor, dass Sie Überstunden leisten? PUSTD1 Frage 54 Frage 57 Können diese Überstunden auch in ein sogenanntes Arbeitzeitkonto fließen, das Sie innerhalb eines Jahres oder länger mit Freizeit ausgleichen können? PUSTD2, PSTD3 Frage 58 Werden die Überstunden in der Regel abgefeiert oder bezahlt oder gar nicht abgegolten? PUSTD4 Frage 56 Frage 59 Wie war das im letzten Monat: Haben Sie da Überstunden geleistet? Wenn ja, wie viele? PUSTD5-PUSTD7 Frage 57 Frage 60 Wie hoch war Ihr Arbeitsverdienst im letzten Monat? PBRUTT, PNETT Frage 58 Frage 61 SOEP Survey Papers 903
103 Erhielten Sie im letzten Monat Sonderzahlungen oder Zuschläge der folgenden Art? PSON01-PSON07; PSON06X Frage 62 Erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber zum Gehalt noch andere Zusatzleistungen? PSON08-PSON14; PSON13X Frage 63 Neben Beruf, Haushalt, Ausbildung oder als Rentner kann man ja noch Nebentätigkeiten ausüben. Üben Sie eine oder mehrere der folgenden Tätigkeiten aus? PJOB01PJOB03; PJOBNO Frage 59 Frage 64 Was für eine bezahlte Tätigkeit ist das überwiegend? PJOBX Frage 60 Frage 65 An wie vielen Tagen im Monat üben Sie durchschnittlich Ihre Nebentätigkeit aus? PJOB12 Frage 61 Frage 66 Wie viele Stunden durchschnittlich an diesen Tagen? PJOB13 Frage 62 Frage 67 Und wie viele Monate im Jahr üben Sie Ihre Nebentätigkeit aus? PJOB14 Frage 63 Frage 68 Wie hoch war Ihr Bruttoverdienst aus dieser Tätigkeit im letzten Monat? PJOB15 Frage 64 Frage 69 Welche der im Folgenden aufgeführten Einkünfte beziehen Sie persönlich derzeit? PEK01-PEK09; PEK11, PEK18, PEK20-PEK22; PEK11, PEK021, PEK031, PEK051, PEK061, PEK071, PEK201, PEK211, PEK221, PEK181, PEK081, PEK091, PEK111, PEKNO Frage 65 Frage 70 Haben Sie nach dem 31. Dezember 2008 eine Schule, eine Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium beendet? PAB1 Frage 71 Wann war das? PAB2, PAB3, PABKA1 SOEP Survey Papers 903
110 Einmal ganz allgemein gesprochen: Wie stark interessieren Sie sich für Politik? PPOL1 Frage 99 Frage 127 Wie ist das bei Ihnen: Neigen Sie einer bestimmten Partei in Deutschland zu? PPOL2 Frage 100 Frage 128 Welcher Partei neigen Sie zu? PPOL3, PPOLSO Frage 101 Frage 129 Wie ist es mit den folgenden Gebieten – machen Sie sich da Sorgen? PSOR01-PSOR06, PSOR8-PSOR10, PSOR14-PSOR17, PSORSO, PSORNR Frage 102 Frage 130 Haben Sie persönlich im letzten Jahr, also im Jahr 2009, Zahlungen oder finanzielle Unterstützungen an Verwandte oder sonstige Personen außerhalb dieses Haushalts geleistet? PUNT11, PUNT21, PUNT31, PUNT41, PUNT51, PUNTNO Frage 103 Frage 155 Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig, alles in allem, mit Ihrem Leben? PZULE1 Frage 103 Frage 160 SOEP Survey Papers 903