Personales und instrumentales Wirtschaften
Abstract
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Full text
We ne , Wilhelm
A icle
Pe sonales und ins umen ales Wi scha en
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: We ne , Wilhelm (1956) : Pe sonales und ins umen ales Wi scha en,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 76, Iss. 6, pp. 1-33,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.76.6.1
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641] 1
Pe sonales und ins umen ales Wi scha en
P oblemen al ung und P oblemdiskussion
in de Gewe be o schung, speziell im Handwe ksbe eich (III)
Von
Wilhelm e ne - Gö ingen
Inhal s e zeichnis: Gewe bewi scha liche P obleme: 1. O sbes immung
des Gewe bes im indus iellen Sys em S. 1 — 2. Ta sachen o schung im Au -
schwung S. 7 — 3. Konk e isie ung olkswi scha liche F agen und P oblem-
k eise S. 13 — 4. Einsa z gewe bliche Theo ie S. 30.
Die kü zlich an diese S elle76 o ge agenen Übe legungen haben
deu lich gemach , daß die i. e. S. gewe blichen S uk u elemen e des
mode nen Indus ialismus de ini o isch am zu e ends en dadu ch ge-
kennzeichne we den, daß die Pe son des Gewe be eibenden in den
beg i lichen Mi elpunk ück . Die Behandlung de gewe bebe ieb-
lichen P oblema ik ha gezeig , daß au G und wachsende Ins i u io-
nalisie ung des gewe blichen Wi scha ens, die sich o allem als ech-
nische und o ganisa o ische Ins umen alisie ung äuße , ein allge-
meine P ozeß de „Ve be ieblichung" des wi scha enden Indi i-
duums eingese z ha , wodu ch Be iebs echnologie und Be iebs-
ökonomie als Fo schungsdisziplinen in diesem Be eich möglich und
sinn oll we den.
De Vo gang, in de be ieblichen Sphä e mi ku zen S ichen
skizzie , is nich minde on olkswi scha liche Rele anz. In ge-
sam wi scha liche Hinsich zeichnen sich Sach e hal e und P oblem-
s ellungen ab, de en Um isse dank in ensi e empi ische Fo schungs-
a bei in wachsende Deu lichkei he o e en, womi die heo e ische
Au gabe he an ei , sie gedanklich zu du chd ingen und zu bewäl igen.
1.
Vom Sys emganzen des mode nen Indus ialismus he gesehen,
e deu lich die Exis enz b ei e Schich en on selbs ändig wi scha -
enden Gewe be eibenden, die sich (wie gezeig )77 du ch säm liche
olkswi scha lichen Funk ionsbe eiche hindu chziehen, das Inein-
ande g ei en ins umen ale und pe sonale Wachs ums- und En wick-
lungs endenzen, die gleichzei ig wi ksam sind. Das e gib den ökono-
misch-gesellscha lichen P ozeß kon inuie liche Umschich ungen so-
76 Schmolle s Jah buch, 76. Jg. (1956), S. 1 . und 143 .
77 Ebda., 74. Jg. (1954), S. 64] .
Sdimolle e Jah buch LXXVI, 6 1
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2 Wilhelm We ne [642
wohl im Ge üge des Wi scha sappa a es als auch in den Reihen
de e , die ihn bedienen, also de wi scha enden Menschen, ih e
G uppen und Schich en, ganze Völke und Na ionen. Von Zei zu
Zei p leg hie in ein o übe gehende Gleichgewich szus and einzu-
e en, de dadu ch beende wi d, daß neue An iebsk ä e des
Sys ems zum — meis e olu ionä en — Du chb uch kommen. Als die
maßgebliche An iebsk a des he schenden Sys ems s ell sich imme
deu liche und en schiedene die den exak en Na u wissenscha en
e p lich e e mode ne Technik he aus. Sie e zwing , wie sich am
S uk u wandel des kleinbe ieblichen Gewe bes ablesen läß , ein ein-
hei liches, du chgehend wi ksames S ilp inzip des mode nen Wi -
scha ens, eben das un e dem sys em agenden, nämlich echnischen
Gesich spunk sogenann e ins umen ale P inzip. Ihm gegenübe sind
ühe e S ilp inpizien, e wa das kapi alis ische mi seinen Gegenposi-
ionen ( o -, nach- und an ikapi alis isch) in die zwei e Linie ge-
e en78. Die ausgedehn en Be eiche o he schend pe sonalen Wi -
scha ens assimilie en sich dem ins umen alen G undp inzip in jeweils
indi iduellen Fo men; in Goe hesche Sp echweise ließe sich om In-
s umen alp inzip sagen, daß es eine „An e wandlung" de Pe sonal-
be eiche bewi ke ode ollziehe.
In dem Bemühen, zu eine konk e en O sbes immung des Ge-
we bes i. e. S. im Rahmen des Indus iesys ems zu gelangen, ha es
lange Zei als aus eichend gegol en, als cha ak e is ische Me kmale zu
e zeichnen: Kleinbe ieb in äumliche Dezen alisa ion. Das B e -
iebsg ößena gumen is jedoch inso e n b üchig ge-
wo den, als die e bindliche G undlage — A bei sk a = A bei s-
k a — ins Wanken ge a en is , auch im kleingewe blichen Be eich.
Die Einsich in diesen Sach e hal is schon sei länge em o handen,
doch ha es bislang an Möglichkei en ge ehl , da aus p ak ische Fol-
ge ungen zu ziehen und Abhil e zu scha en. Nunmeh ha das S a-
is ische Bundesam einen e s en wich igen Sch i in diese Rich ung
ge an und eine Sonde auszählung zu A bei ss ä enzählung 1950
du chge üh , die de e s ä k en Anpassung de s a is isch e wen-
de en Be iebsg ößen an die a sächliche S uk u de Wi scha
gil 79. Zu diesem Zweck wu de das Schema de Haup zählung mi
seinen 10 Be iebs- und Umsa zg ößenklassen in 276 Be iebs- und
311 Umsa zg ößenklassen au gelös , die de jeweilig gegebenen
78 W. Somba s Monumen al o so „De mode ne Kapi alismus" e moch e
schon im Zei punk de Ve ö en lichung die übe die hochkapi alis ische S u e hin-
ausweisende En wicklung nich meh übe zeugend zu in e p e ie en.
79 Die S uk u de A bei ss ä en nach de Zahl de Beschä ig en und de
Höhe des Umsa zes. E gebnisse eine Sonde auszählung zu A bei ss ä enzählung
1950 (Bea bei e : D . Ge ha d D e n n u k a ). In: Wi scha und S a is ik 8. Jg.
N. F. (S u ga 1956), S. 289 .
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643] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 3
S uk u de Zweige, G uppen usw. Rechnung agen, und das de a
au gegliede e Ma e ial zum Zweck de Ve ö en lichung wiede um
in 50 Beschä ig en- und 60 Umsa zg ößenklassen zusammenge aß .
Die E gebnisse diese Manipula ion sind übe aus au schluß eich und
bes ä ig en ollau die Ve mu ung, daß das ü alle Be eiche einhei -
liche Be iebsg ößenschema de A bei ss ä enzählung 1950 die cha ak-
e is ische Ve eilung on A bei ss ä en und Beschä ig en e deck
(a.a.O.). Und zwa gil dies ü die obe en G ößenklassen nich minde
als ü die un e en, bei denen das übliche G ößenschema sich in as
allen Fällen als zu wenig di e enzie e weis . Da as 99 H. alle
A bei ss ä en mi und 57 H. de A bei sk ä e in Be iebsg ößen-
klassen un e 50 Pe sonen liegen, kann bei ielen B anchen die G up-
pie ung ühzei ig abgeb ochen we den, wäh end bei Wi scha s-
zweigen mi g oßbe ieblichem Cha ak e nu die obe en G ößen-
klassen be ücksich ig zu we den b auchen (a.a.O.). Ähnliches gil ü
die Gliede ung nach dem Umsa z. Somi is als en scheidende Fo -
sch i in de s a is ischen E assung de Be iebsg ößenwi klichkei
de Übe gang zu b anchenindi iduellen G ößenschema a zu buchen.
Fü die konk e e wissenscha liche Du chd ingung des Be iebsg ößen-
p oblems is dami ein uch ba e Ausgangspunk gese z 80.
Da de Aussagewe on Be iebsg ößen e häl nissen im Hinblick
au S uk u p obleme des indus iellen Sys ems o z de e wähn en
Ve besse ung im ganzen gesehen doch agwü dig gewo den is , dü e
die Umschau nach neuen Rich punk en lohnend e scheinen. Sie können
dann als geeigne gel en, wenn sie dem Wi kungs eld des behe schen-
den G undp inzips en nommen sind, dessen Aus o mungen in die
mode ne Gegenwa e klä we den sollen — also dem Wal en des
P inzips wachsende Ins umen alisie ung menschlichen Wi scha ens
in unse e Zei . Neben diese p inzipiellen Bedingung muß selbs -
e s ändlich die p ak ische Vo ausse zung e üll sein: daß e läßliche
Zahlen in de eingeschlagenen Rich ung o liegen. Folgende Vo gänge
im Schöße des mode nen Indus ialismus lei en zu eine zei gemäßen
O sbes immung des Gewe bes au dem Boden dieses Sys ems hin:
1. Eine o wäh ende Umschich ung selbs ändig und
unselbs ändig wi scha ende Menschen aus dem
p oduk ioneilen in den dis ibu ioneilen und adminis a i en Be eich
de Wi scha sgesellscha is sys emge ech e Ausd uck da ü , daß
das Gü e he o b ingen dank wachsende ins umen ale Pe ek ion
in s eigendem Maße on den Schul e n de We k ä igen genommen
und au Mechanismen und Appa a u en übe agen we den kann.
Diese Vo gang is so al wie die Indus ialisie ung selbs , au ihm
80 D ingend zu wünschen wä e die Anwendung de e eine en G ößengliede-
ung bei de Au be ei ung de neuen Handwe kszählung on 1956.
1*
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4 Wilhelm We ne [644
be uh die Übe legenhei des Sys ems übe alle ande en in de Ge-
schich e he o ge e enen Weisen des Wi scha ens und die unbe-
kümme e Siegha igkei , mi welche das indus ielle Sys em sich den
E dball e obe . In ühe en Phasen muß e zunächs gewe bliche
Mu e boden in g oßem Um ange geop e we den, um Pla z ü die
neue Me hode des P oduzie ens zu scha en. Die Zi e n übe die sei
Jah zehn en sich ollziehenden Ve schiebungen om E zeugungs-
be eich (Land- und Fo s wi scha , Indus ie, Handwe k) in die nach-
geo dne en Be eiche81 des Handels, de Diens e, des Ve keh s und de
Ve wal ung
Umschich ung de olkswi scha lichen Funk ionsbe eiche11)
Jah
E we bspe sonen
Jah
übe haup
und zwa in
Jah
übe haup Land- und
Fo s wi scha
Indus ie und
Handwe k
Handel, Ve keh ,
ö en liche, p i a e
u. häusliche Diens e
1882
1895
1907
1925
1933
1939
16,9
19,8
25.2
32,0
32.3
34,3
G undzahlen
7.1
7.2
8,6
9,7
9.3
8,9
in Millionen
6,0
7,7
10,0
13,5
13,1
14,4
3.8
4.9
6,6
8,7
9,9
10,9
1882
1895
1907
1925
1933
1939
100
117,0
149,0
189,6
191,3
202,9
Meßzahlen (
100
100.7
119,9
136.8
130.9
125,2
1882 = 100)
100
127,9
166.7
225,1
218,0
240.8
100
130,6
175,9
233,0
263,2
290,2
a) Die Angaben ü die Jah e 1882—1933 sind en nommen aus: S a is ik des
Deu schen Reichs, Band 458, Be lin 1937, S. 15; diejenigen ü 1939 aus: S a is i-
sches Handbuch on Deu schland, München 1949, S. 31. Fü 1950 ehlen e -
gleichba e Zahlen.
machen deu lich, daß de ins umen alisie e P oduk ionsappa a sich
mi einem wachsenden Gü el on Hil sein ich ungen umgib , ohne
den e seinen eigenen Zweck nich e üllen kann. Die Ve mu ung
sp ich da ü , daß de begonnene Weg sich o se zen wi d, wobei es
keinen Un e schied mach , ob das echnisch sich wei e pe ek ionie-
81 J. Fou as ie: Die g oße Ho nung des zwanzigs en Jah hunde s, Köln-
Deu z 1954, weis (S. 123 .) den Umschich ungs o gang de „ak i en Be ölke ung44
ü USA, F ank eich und Deu schland im Zei aum eines Jah hunde s nach.
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645] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 5
ende P oduzie en heu e noch in Fab iken ode Gewe bebe ieben
o sich geh . Auch das Handwe k zähl zu dem p oduk ioneilen Be-
eich, de lau end A bei smenschen einspa und an die nach olgenden
S u en wei e gib , es b ing de sich in ensi ie enden Ins umen ali-
sie ung gleich alls in diese Fo m seinen T ibu . De Blickpunk is
dahe au die Te iä be eiche des Wi scha ens zu ich en — hie
wi d neben wi scha lichen G oßgebilden lau end neues Gewe be
he o geb ach , wobei die Be iebsg öße keine selbs ändige Rolle
meh spiel : sie paß sich undogma isch den e ände lichen Gegeben-
hei en an. Will man die Res bes ände an Gewe be im p oduk ioneilen
Be eich ielleich nich als sys emgemäße Bes and eile des Indus ie-
sys ems gel en lassen, so wi d man doch nich umhin können, das neu
p oduzie e (sog. e iä e) Gewe be als sys emge ech es Glied1 de im
Indus ialismus e einig en Wi scha s o men zu akzep ie en.
2. Die in allen Wi scha sbe eichen und Wi scha sg uppen an-
zu e enden T äge und Volls ecke pe sonale G undsä ze und
Fo men des Wi scha ens — Kleinlandwi e, Kleinindus ielle, Klein-
gewe be eibende, Handwe ke , Einzelkau leu e, Diens leis ende,
Klein e keh eibende, Gas wi e und Ho elgewe be eibende, Haus-
gewe be eibende und sons ige G uppen — bilden den Einlaß ü das
o gese z e Eins ömen selbs ändige K ä e
in das appa a i e Sys em mode ne Indus ialismen82.
Diese lau ende Zus om is , wie sich aus de S a is ik e gib , niemals
un e b ochen wo den, wohl abe inde die soeben gekennzeichne e
kon inuie liche Umschich ung aus dominan -ins umen alen in domi-
nan -pe sonale Be eiche s a . Das bedeu e , daß das appa a i e in-
dus ialis ische Sys em, um unk ions ähig zu sein, keine gene ellen
Eliminie ung des wi scha enden Einzelnen, d. h. keine Selbs -
abschließung gegenübe de nich appa a i en Exis enz des Indi i-
duums beda . De selbs ändig wi scha ende Einzelne is gewisse -
maßen als sys emge ech e Bes and eil mode ne Indus ialismen legi-
imie . Das bedeu e alle dings nich , daß e in ökonomisch-gesell-
scha liche Hinsich unen beh lich sei; mode ne Indus ialismus wi d
auch in kollek i en Fo men p ak izie . Die En scheidung ü das wi -
scha lich selbs ändige Indi iduum is mi hin eine solche p imä poli-
ische , nich ökonomische Na u .
82 Das „ o gese z e Eins ömen selbs ändige K ä e" s ell einen komplexen.,
noch wenig au gehell en Vo gang da : gewe bliche A bei ss ä en e schwinden
und we den neu e ich e , bes ehende wechseln den Inhabe , ande e ände n Be-
iebszweck und P oduk ions ich ung, neue Be ä igungsmöglichkei en u en neue
Gewe bespa en au den Plan, usw. Übe die Umschich ungs o gänge in einem Teil-
be eich des Gewe bes gl.: "We ne -Pe e sen, "We bewe bs o gänge im
Handwe k, B emen-Ho n 1953,
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6 Wilhelm We ne [646
3. Den s a s ischen Nachweisen is noch ein d i e Vo gang im
Wi k eld de Selbs en al ung des echnisch bes imm en Indus ialis-
mus zu en nehmen, de die O sbes immung des Gewe bes i. e. S.
inne halb jenes Sys ems e olls ändig . Es e gib sich, daß de In-
s umen alisie ungsp ozeß in ensi und ex en-
si e läu und sukzessi e alle Be eiche des mensch-
lichen Wi scha ens e aß . Gegenwä ig sind die-
jenigen Be ä igungsgebie e pe sonale Wi scha sgeba ung an de
Reihe, die de Technisie ungs o gang zunächs noch ausgespa ha e:
de häusliche, de bäue liche und de handwe kliche Be eich83. Hie
— an den symbolischen S ä en on Haus, Ho und We ks a — e -
lie bis o ku zem eine deu liche G enze zwischen den wesen e schie-
denen Wel en des pe sonalen und des ins umen alen Wi scha ens in
ih en einen Fo men. Inzwischen sind Haushal , Baue nho und Hand-
we ke we ks a eben alls om Sog des Appa a ismus e aß und we -
den planmäßig und ziels ebig de Ins umen alisie ung „ange-
schlossen" — de Ausd uck gil im wö lichen und bildlichen Sinne84.
Man wi d die eind ucks olle Konsequenz bewunde n dü en, mi wel-
che das oben e wähn e einhei liche, du chgehend wi ksame S ilp inzip
des mode nen Wi scha ens sich du chzuse zen e mag, ohne be-
ü ch en zu müssen, Haus, Ho undi We ks a wü den nunmeh „in-
dus ialisie ". Sie we den e mu lich den echnischen Fo sch i je
au ih e eigene Weise ezipie en und ealisie en, was einen ande en
Sach e hal als den eine Indus ialisie ung e gib . Wo au es im o -
liegenden Zusammenhang ankomm — das Gewe be i. e. S., das sich
aus selbs ändigen Gewe be eibenden iele Spa en zusammense z ,
s eh im Beg i , auch bezüglich seine A bei s- und Wi scha sweise
den An o de ungen an Mode ni ä , d. h. hie an sys emgemäße Ein-
ügung in den appa a i en Cha ak e de Umwel Rechnung zu agen.
De Vo gang ollzieh sich, wie es au g und gegebene Wesensme k-
male kaum ande s sein kann, nich ohne Reibung und Wide s and.
Technizi ä und Komme ziali ä sind den Appa a u en gemäß; nich
so seh dem Einzelwi scha e , de ge ade jene Lücken im Wi -
scha sp ozeß aus indig mach , wohin de Appa a ismus nich o -
d ing . Die ak uellen Technisie ungs o gänge haben in de Sphä e de
Pe sonalwi scha e wiede um neue Umschich ungen zu Folge.
88 Übe den inne en S uk u - und Wesenswandel des Handwe ks im Zeichen
wachsende Ins umen alisie ung und Ve be ieblichung siehe auch: We ne , W.:
Was sag die heu ige Wissenscha zum Wesen de Handwe kswi scha und Hand-
we ke pe sönlichkei ? In: Fo schung und Füh ung im Handwe k. S udienhe e de
E angelischen Akademie Rheinland-Wes alen, Ise lohn. N . 5/6. Haus O lohn 1956.
84 Aus eichendes Zahlenma e ial zu Ve deu lichung de Vo gänge lieg nich
o . Im Anschluß an die Handwe kszählung 1956 wi d e s mals eine Maschinen-
e hebung au ep äsen a i e G undlage ü diesen Wi scha sbe eich du ch-
ge üh we den.
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647] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 7
2.
Die neue Si ua ion, wie sie sich im enge en Gewe bebe eich de
kleinbe ieblich wi scha enden Selbs ändigen e gib , is also dadu ch
gekennzeichne , daß de en A bei ss ä en und Wi scha sweise in zu-
nehmendem Maße de Technisie ung und Komme zialisie ung un e -
liegen; es ha sich gezeig , daß beide Vo gänge — wenn auch in ab-
gewandel en Fo men — im Rahmen des kleinen und mi le en Ge-
we bebe iebes ollziehba sind. Au diesem Wege e ö ne sich die
p inzipielle Möglichkei zu eine (in ensi und ex ensi ) wachsenden
In eg a ion de Kleinen in das S uk u ge üge und den Funk ions-
zusammenhang des mode nen Indus ialismus und seinen expansi en
En wicklungs e lau ; sie wi d in s eigendem Maße p ak isch ealisie .
Da aus e gib sich zweie lei: Die Wi scha s o gänge im klein- und
mi elbe ieblichen Gewe bebe eich e weisen sich mi o sch ei ende
Ins umen alisie ung des Be iebsgeschehens daselbs als zunehmend
objek i ie ba , d. h. mi den Me hoden de neuzei lichen Wi scha s-
beobach ung ixie ba ; sie können mi o sch ei ende Genauigkei
und Zu e lässigkei meßba und echenba gemach we den. F ühe ,
als im Gewe be noch as ganz in u sp ünglich pe sonalen Fo men ge-
wi scha e wu de, wa das nich de Fall; die exak e Wi scha s-
o schung e moch e diese Subjek be eiche des Wi scha ens nich zu
e assen und klamme e sie olge ich ig aus ih en Be echnungen aus.
Au de ande en Sei e läß das E o de nis, zu olls ändigen Zahlen-
bilde n übe die gesam wi scha lichen Vo gänge zu kommen, nich
meh zu, übe den schwe du chleuch ba en Be eich des dezen alisie
wi scha enden Gewe bes hinwegzusehen ode sich mi agen Ve -
mu ungen und Schä zungen da übe zu begnügen. Das um so wenige ,
als de Be eich sowohl z. T. ückläu ige als auch z. T. expansi e Ten
denzen de En wicklung au weis . In eine A Gleichsch i beide
Ums ände, nämlich dem Bedü nis nach konk e em Zahlenma e ial
und den ealen Möglichkei en zu seine Be iedigung, is so in den
le z en zwei bis d ei Jah zehn en eine empi ische Ta sachen o schung
im Gewe bebe eich zus ande gekommen, die mi eine s a lichen
Reihe on Ma e ialsammlungen und diskussions ähigen E gebnissen
au wa en kann85.
Die Handels o schung e üg dank dem lebha en In e esse ü
diesen Wi scha szweig sei langem übe Ein ich ungen und Ve -
ah en zu Bescha ung olkswi scha liche Da en; Äm e , Ins i u e
und Ve bände a bei en hie bei nu zb ingend zusammen. Die kleinen
Gewe be eibenden des Handels pa izipie en übe ih e eigene Mi -
85 Übe die Be ei s ellung be iebswi scha liche Da en is be ei s ühe be-
ich e : Schmolle s Jah buch 76. Jg. (1956), e s es und zwei es He ,
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8 Wilhelm We ne [648
wi kung hinaus an den Leis ungen, die eine ielsei ige Handelswissen-
scha und angesehene Publizis ik he o b ingen. Demgegenübe is
es um die wissenscha liche Du ch o schung des üb igen kleinen und
mi le en Gewe bes un e olkswi scha lichen Gesich spunk en mi
Ausnahme des Handwe ks schwach bes ell . Die allgemeinen Bes ands-
e hebungen zu Wi scha ss uk u (Be iebs- und Be u szählungen)
lassen zwa das Vo handensein b ei e Schich en selbs ändig wi scha -
ende Indi iduen in allen Funk ionsbe eichen e kennen, on denen
wi wissen ode annehmen können, daß sie in ande e Weise als die
appa a i en Gebilde wi scha en; ih e Bei äge zum Gesam e gebnis
de Wi scha gehen abe zum übe wiegenden Teil o läu ig noch un-
geschieden in die allgemeinen Nachweise ih e Funk ionsg uppe mi
ein. Das is beispielsweise in den meis en Zweigen de wei e zweig en
Klein- und Mi elindus ie de Fall. Lediglich au Umwegen, e wa übe
die Umsa zs eue s a is ik, sind nähe e Au schlüsse e häl lich. Die e -
wähn e, zu Ve ö en lichung o be ei e e Sonde auszählung zu A -
bei ss ä enzählung 1950 dü e geeigne sein, e s mals einiges Lich
in bishe une schlossene Zusammenhänge zu b ingen. Fü den Hand-
we ksbe eich s eh be ei s heu e ein ielsei iges Ins umen a ium zu
Au hellung olkswi scha liche Zusammenhänge zu Ve ügung.
Vom Bundesminis e ium ü Wi scha (Un e -
ab eilung Handwe k) we den sei Ende 1948 „Handwe kliche Lage-
be ich e" in ie eljäh lichen Abs änden he ausgegeben86, die neben
ande em übe P oduk ion und Absa z, lohn- und sozialpoli ische
F agen, A bei sma k lage, P eise, K edi - und S eue agen und
Expo leis ungen un e ich en. Sie s ü zen sich au Un e lagen de
Handwe kskamme n und zen alen Fach e bände und lassen den Wi -
scha s e lau im Handwe ksbe eich in g oßen Zügen e kennen.
Im Zus ändigkei sbe eich de s a is ischen Bundes-
und Landesbehö den scha en allgemeine, spezielle und pa -
ielle Gesam e hebungen den Rahmen und die G undlage ü die
Du ch o schung de Handwe ks e häl nisse im Bundesgebie . Von
p inzipielle Bedeu ung im Hinblick au die Kenn lichmachung de
S uk u elemen e des mode nen Indus ialismus dü e die gesonde e
E assung des Handwe ks inne halb de allgemeinen Bes andsau -
nahme (A bei ss ä enzählung)87 on 1950 sein, die 1939 e s mals
du chge üh wo den wa . Obwohl de gesonde e Nachweis des Hand-
we ks sich nich übe das gesam e Tabellenma e ial e s eck , sind
we olle Au schlüsse übe die Zusammense zung de Wi scha s-
zweige aus indus iellen und handwe klichen Bes and eilen gewonnen.
86 De Bundesminis e ü Wi scha : Die Lage des Handwe ks im .. . Qua al
19 ... o. O. (Bonn) o. J. Masch.sch i e iel äl ig .
87 S a is ik de Bundes epublik Deu schland. Band 44—47. S u ga 1953 .
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655] Pe sonales und ins umen ale^ Wi scha en 15
s ialismus olls ändig. De Ansa zpunk lieg im Wi kungsbe eich
des Ins umen alp inzips selbs und dami im Zen um des he schen-
den Sys ems. Von da e gehen Impulse zu gewe blichem Wi scha en
(im hie da geleg en Sinne) in die e schiedens en Rich ungen und
inden Au nahme und Ve wi klichung in den Schich en pe sonal wi -
scha ende Indi iduen — ode auch nich . Im Falle de Realisie ung
ich e sich de ins i u ionelle Rahmen (We ks a , Be ieb, Un e -
nehmung) de Gewe be ä igkei nach A und Ausmaß de wi scha -
lichen Ve ich ung, die das appa a i e Sys em — aus welchen G ünden
imme — dem E gänzungsbe eich „G ewe be" au äg
ode übe läß . So komm es, daß de Be iebsg öße im Gewe be
keine no ma i e Gel ung meh innewohn , Gewe be (Handwe k) nich «
mi Kleinbe ieb iden isch is . Die G öße des Gewe bebe iebes, abe
ebenso seine S uk u , seine Aus üs ung, seine Kundennähe und iele
ande e Me kmale sind nich meh absolu gese z , sonde n e geben
sich als abhängige Va ian en aus de Zweckbes immung, die de Ge-
we be eibende als wi scha endes Subjek o inde . Wi scha liche
Zweckbes immung = ökonomische Funk ion en scheide übe das-
jenige, was ühe als un e ände liche G öße gegol en ha , und ela-
i ie es.
Die ak uelle Diskussion olkswi scha liche P obleme des Ge-
we bes endie unausgesp ochen in die au gezeig e Rich ung, d. h.
zu unk ionellen Be ach ungsweise gewe bewi scha lichen Ge-
schehens. So gib Becke mann106 in seinen S ando un e suchungen
und Konjunk u analysen eine so g äl ig e a bei e e Bes ä igung da-
ü , daß ein in de Wi klichkei gegebenes Handwe k, beispielsweise
dasjenige im Indus ie e ie an de Ruh , in ganz ausschlaggebende
und eindeu ige Weise on den agenden Umwel ak o en bes imm
is . Sein E scheinungsbild kann ge adezu als eine Funk-
ion (Abhängige) de Kul u landscha gel en, in
welche es hineinges ell , as möch e man sagen: hineinkomponie is .
Kaum eine de Umwel ak o en is bedeu ungslos: wede die gege-
bene Ag a -, Indus ie-, Ve keh s-, Siedlungs- und Sozials uk u , noch
Geologie und Klima, Lebensgewohnhei en und Men ali ä de Be-
ölke ung und ande es meh ; his o ische Zu älligkei en spielen eben-
alls eine e hebliche Rolle. Man wi d dahe de e kenn nis heo e-
ischen Konsequenz nich ausweichen dü en, daß die Anwendung
mono-ökonomische E klä ungsp inzipien au den Handwe ksbe eich
in de Regel nich aus eichen wi d, olls ändige E kenn nisse zu be-
wi ken.
108 Becke mann, Th.: Lebensg undlagen und egionale S uk u des Hand-
we ks in No d hein-Wes alen, a.a.O., S. 68 . — De selbe: Land echnik u. Land-
handwe k, a.a.O., S. 17 .
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16 Wilhelm We ne 1656
Es sind genügend monog aphische Un e suchungen da übe o -
handen107, in welchem en scheidenden Maße das ö liche, bezi kliche
und egionale Handwe k on de na ü lichen und gesellscha lichen
Umwel gep äg is , in die es hineinges ell is — was üb igens ein
unmi elba e Aus luß seine pe sonalen G unds uk u is und im
gleichen Maße sich abschwäch , in welchem das pe sonale G und-
elemen e blaß ; ins umen ale Wi scha sgebilde (Fab iken usw.)
p legen in de a ionalen Zweckha igkei ih e Anlage on de um-
gebenden Kul u landscha wei gehend unabhängig zu sein (sie haben
sie häu ig genug dena u ie und e schandel ). Die Ve a bei ung de
zahl eich o liegenden Monog aphien zu einem Gesam bild de unk-
ionalen Beziehungen zwischen Umwel und Handwe k is bishe nich
e such wo den; de Ta bes and als solche da dessen ungeach e
als aus eichend gesiche be ach e we den. E dü e ü die E -
kenn nis des Handwe ksp oblems inso e n belang oll sein, als die
wei e oben e wähn e Sys emabhängigkei des Handwe ks
( unk ionale Abhängigkei on den ges al enden Mäch en und K ä en
des Indus ialismus) ih Gegens ück in eine ausgesp ochenen
Milieuabhängigkei inde . Mi schein , daß hie mi die
maßgeblichen Bezugspunk e ü eine analy ische E o schung des
Handwe ksphänomens es ges ell sind.
Beide Abhängigkei en lassen sich indessen nich scha abg enzen,
sie be üh en einande häu ig und du chk euzen sich. Das is beispiels-
weise bei den P oblemk eisen Be iebsdich e, Be iebsg öße, S and-
o , Beschä ig engliede ung, Au agss uk u , Konjunk u e lau
und ande en de Fall. Das will heißen, daß e wa die Be iebsdich e
(Zahl de We ks ä en insgesam und nach B anchen gegliede au
je 1000 Einwohne ) ebenso on Umwel ak o en wie on indus iellen
Expansions endenzen und Ma k gegebenhei en beein luß wi d und
abhängig is , ähnlich die S ando e eilung usw. Die Fo schung wi d
da übe nähe zu be inden haben. Sys emabhängigkei und
M i
1
i e u a b h ä n g i g k e i bes immen gemeinsam das
Funk ions-undS uk u bild desHandwe ks, wobei
imme deu liche zu age i , daß die S uk u züge des Handwe ks-
kö pe s den Wandlungen des Funk ionsbildes olgen. Zu e mu en is ,
daß in diese Hinsich alle Zweige des pe sonal wi scha enden Ge-
we bes gleich eagie en und dem da geleg en G undsa z olgen. Fü
den Handwe ksbe eich is de Sach e hal aus eichend beleg : Die
au gezeig en gene ellen Abhängigkei s e häl nisse wi ken nach allen
Sei en hin als spezielle Abhängigkei en o .
107 ygi# e ne , W. (H sg.): Bibliog aphie des Handwe ks. Ve zeichnis de
Disse a ionen 1945—1952. Gö ingen 1955. — Dasselbe 1933—1944. Gö ingen 1956.
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657] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 17
Di© e zwungene Anpassung des handwe klichen Wi scha ens an
E o de nisse des indus ialis isdien Sys ems, neue dings du ch indi-
iduelles Mi gehen de Be iebsinhabe und be u sgemeinscha liches
Handeln on Be u so ganisa ionen mi s aa liche Hil e ini ia i ge-
ö de , sch ei e e wa sei dem Wäh ungsschni mi p og essi e
Beschleunigung o und e g ei alle Be eiche handwe kliche
Exis enz. Das i auße au die G undsä ze und Me hoden des
Wi scha ens und den ins i u ionellen Rahmen nich zule z au die
geis ig-seelische Hal ung de Handwe ke scha zu; de habi uelle
Anpassungsp ozeß wi d zwa in seine Ausb ei ung noch eil-
weise du ch die bekann e Übe al e ung in den Reihen de Selbs än-
digen gehemm , g ei abe do imme ie e , wo die jünge e Gene-
a ion das He in die Hand nimm . Da im Ve gleich zu den e ek-
i en, auch de Du chschni sin elligenz des Gewe be eibenden e -
kennba en und ealisie ba en Chancen des Indus ialismus zuguns en
gewe bliche Indi idualbe ä igung die lediglich po en iellen Chancen
wachsen, abe zu ih e E schließung g öße e Wendigkei , nich sel en
auch besse e Be u skenn nisse und g öße e Kapi alien bedü en, so
is die schnelle ablau ende physische Regene ie ung de Selbs än-
digenschich on e hebliche Bedeu ung. Soziologische Klä ungen
diese Sach e hal e un dahe d ingend no , wo ü die Handwe ks-
kamme n und Be u s e bände empi isches s a is isches Ma e ial in
wachsende B ei e zu Ve ügung hal en108. Die in den sekundä -
s a is ischen Au zeichnungen de O ganisa ionss ellen o handenen
In o ma ionsquellen s ehen de wissenscha lichen Bea bei ung o en.
Wohl am deu lichs en i die wachsende In eg a ion des Ge-
we bewesens in den Sys emzusammenhang des Indus ialismus au
dem Gebie des Konjunk u geschehens he o . Das o handene Be-
obach ungsma e ial äl e en und neue en Da ums läß die zunehmende
Reagibili ä des Handwe ksbe eiches gegenübe konjunk u ellen Be-
wegungen, da übe hinaus ein eilweise ande s gea e es Reagie en als
ühe e kennen. Beides häng einmal mi dem gewandel en Funk-
ionenbild, zum ande en mi den e ände en Be iebss uk u en zu-
sammen. Jenes is s a k on de Ausb ei ung gewe bliche Au äge
zu Las en de p i a en Kunden e so gung und on de Zunahme
di ek e und indi ek e Handels unk ionen beein luß ; die S uk u -
e ände ungen de Be iebe sind o allem du ch höhe e Kapi al-
in ensi ä und s ä ke en echnischen Ins umen alcha ak e gekenn-
zeichne .
108 Vgl. Deu sche Handwe kskamme ag: Jah esbe ich 1. Ap il 1955 bis
31. Mä z 1956. Als Manusk ip ged uck , o. O. (Bonn) o. J. (1956), S. 222 . und
ühe e Be ich e.
Schmolle s Jah buch LXXVI, 6 2
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18 Wilhelm e ne [658
Das Essene Wi scha sins i u 109 un e scheide un e schied-
liche Konjunk u abläu e sowohl un e dem Gesich spunk
de Be iebsg öße (sp ich: Kapi aleinsa z und Technikauss a ung) als
auch un e dem de B anchendi e enzie ung. Man wi d als wei e en
Gesich spunk die Regionals uk u hinzunehmen dü en, die im
Handwe ksbe eich (ande s als in de Indus ie, on Sonde ällen wie
G enzland e ödung abgesehen) konjunk u elle Ausschläge e möglich ,
die alle dings zum g oßen Teil au be iebliche und achliche Di e-
enzie ung zu ückge üh we den können. Das Ins i u bilde zu
schä e en P äzisie ung de Vo gänge d ei Teilbe eiche: In es i ions-
gü e -, Konsumgü e - und Baugewe be und zeig die Bedingungen
ü en sp echende Sonde konjunk u en inne halb des Handwe ks-
be eiches au . Es is abe nich so, daß de jeweilige Ve lau mi dem
ko espondie enden Indus ie-Teilbe eich ohne wei e es übe ein-
s imm ; im In es i ionssek o bleib das Gewe be beispielsweise ein-
mal hin e dem indus iellen Ve lau zu ück, ein ande mal eil es
ihm o aus. F ühe eilweise unbekann e Ein lüsse machen sich je z
auch im Handwe ksbe eich gel end: Liquidi ä sp obleme, wachsende
Lage o ä e, das Teilzahlungsgeschä u. a. meh . Da Eigenin es i ion
und Expo im Handwe k eine ge inge Rolle spielen, schälen sich
als konjunk u bes immende Momen e in de Haup -
sache olgende he aus: In es i ions olumen de ö en lichen Hand
(Bau ä igkei ), In es i ionsen scheidungen de Wi scha , Einkom-
mensen wicklung und -Ve eilung de Be ölke ung, Konsumbe ei -
scha und Ve b auchsgewohnhei en de p i a en Abnehme . Gene ell
ö de de Konjunk u ans ieg den Zug zum g öße en Be ieb auch
im Handwe k, dessen Realisie ung au e schiedene Weise e olgen
kann: du ch achliche Spezialisie ung, Angliede ung on Neben-
be ieben, E ich ung on Filialgeschä en ode Kombina ion on Vo -
gängen solche A . Im Baugewe be is die In es i ions a e besonde s
hoch und die He ausbildung leis ungs ähige Mi elbe iebe besonde s
lebha . De hie mi geleis e e Bei ag zu eine Wi scha sleh e des
Handwe ks läß wei e e leh eiche Au schlüsse übe das konjunk-
u elle Ve hal en de im Handwe k zusammenge aß en Indi idual-
wi scha e und Pe sonalbe iebe e wa en.
Was die konjunk u ell ele an en Umschich ungen de
Abnehme scha im ganzen be i , so schä z das DIW-
Be lin110 den Vo k iegsan eil de p i a en Abnehme au 60 H., den
de gewe blichen Ve b auche un e Einschluß des Wohnungsbaus au
109 Den Sach e hal in e p e ie im gleichen Sinne Oehle , W.: S uk u -
züge de niede sächsischen Handwe kswi scha . B emen-Ho n 1953, S. 31 .
110 Wochenbe ich N . 18/1956: Leis ung und wi scha liche Ve lech ung des
Handwe ks im Bundesgebie . Vom 4. 5.1956.
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659] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 19
40 H. des Umsa zes de Handwe kswi scha ; de P i a absa z is
1950 au 55 H. und 1955 au e wa 48 H. zu ückgegangen, die
üb igen Leis ungen haben sich en sp echend e höh . Die Umschich ung
geh in e s e Linie au das Kon o Baugewe be, wäh end e wa die
Nah ungsmi elg uppe as ausschließlich an P i a kundscha lie e ,
das Me allhandwe k e wa zu Häl e. Indessen wü de es o eilig sein,
ü die Zukun eine linea e Fo se zung diese En wicklung zu e -
wa en; die empi ische Konjunk u o schung wi d konk e nachzu-
weisen haben, wie die Ku e de „Absa zs uk u " wei e hin e läu .
Die Ve mu ung sp ich da ü , daß eine Reihe wich ige Vo gänge
im Schöße de Handwe kswi scha übe das bishe angenommene
Maß hinaus on den Wandlungen de Absa zs uk u abhäng und be-
ein luß wi d. Zunächs einmal we den Be iebsg öße und be iebliche
Au bau da on be üh , die wich igs en Da en da übe sind allgemein
bekann 111. Ein sp echende Hinweis dazu: in No d hein-Wes alen,
wo die Tendenz zu Ve d ängung des p i a en du ch den gewe blichen
Abnehme besonde s s a k wi ksam is , ha on 1951 au 1952 die
Zahl de Handwe ksbe iebe mi meh als 20 000 DM Jah esumsa z
um und 4000 Einhei en zugenommen, diejenige de Kleins - und
Kleinbe iebe ging gleichzei ig um und 7700 Einhei en zu ück112. De
empi ischen Fo schung is die Au gabe ges ell , nähe e Au schlüsse
ge ade übe die U sachen des Ve schwindens handwe kliche Be iebe
zu e a bei en, au welches die e schiedens en Ums ände hinwi ken
können. Mi globalen Angaben hie übe is heu e kaum noch e was
gewonnen, insbesonde e bleiben die We bewe bs o gänge inne halb
de Handwe ke scha e deck . Es dü e abe ein Anliegen wi k-
lichkei snahe E kenn nis sein, Ablösungs- und Ve d ängungsp ozesse
auße handwe klichen U sp ungs on Au s ockungs- und Konzen-
a ions o gängen zu ennen, die sich im Handwe ksbe eich selbs
abspielen. Dami hängen wiede um die bislang eben alls allzu pau-
schal behandel en P oblemk eise de Be iebsdich e und Beschä ig en-
dich e in Ve bindung mi de S ando p oblema ik des Handwe ks zu-
sammen.
Die Be iebszahlen, d. h. de jeweilige Bes and an A bei s-
s ä en, we den kaum noch zu Beu eilung de „Lebens ähigkei " des
Handwe ks he angezogen, jeden alls nich als K i e ium sine qua non.
Das kann nich bedeu en, daß diese Gesich spunk ü die Au hellung
de Handwe ksp obleme unin e essan gewo den wä e — im Gegen-
eil. Eine aus eichend di e enzie e S euung de Be iebss ä en im
111 Fo lau ende Angaben da übe en häl au G und de jeweils neues en
E mi lungen: Deu sches Handwe ksbla , Halbmona ssch i ü Handwe kspoli ik,
Handwe kswi sdia und Handwe kskul u . Bonn 1949 . Ve lagsam Al eld/Leine.
112 Siewe , W.: S uk u wandlungen des Handwe ks im Rahmen de Wi -
scha sen wicklung, a.a.O., S. 20.
2*
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20 Wilhelm We ne [660
Räume be üh unmi elba die olkswi scha liche G und unk ion
des Handwe ks und läß dahe keine beliebige Einsch änkung zu. Das
wi d on den Konku enz heo e ike n allzu leich übe sehen, wie es
üb igens auch im Einzelhandel belang oll is 113. De En wicklungs-
e lau is in beiden Be eichen gegenwä ig e schieden: im Handwe k
geh die Gesam zahl de Be iebe sei 1949 s ändig zu ück, im o -
wiegend kleinbe ieblichen Einzelhandel i dagegen ein seh e -
hebliche Ne ozugang zu age114. Teilweise wi d man zu E klä ung
diese Disk epanz den g oßen Be ähigungsnachweis im Handwe k he -
anziehen dü en; es liegen abe auch un e schiedliche ökonomische
Sach e hal e o , die da au schließen lassen, daß die We bewe bs-
o gänge in beiden Be eichen e schiedena igen Cha ak e s sind.
Wei e e Kla hei da übe wi d e s zu e wa en sein, wenn es mög-
lich sein wi d, eine Wi scha sleh e des Handwe ks de jenigen des
Handels (Sey e ) zu kon on ie en. Die as du chgehend au e ende
kon inuie liche Zunahme de du chschni lichen Be iebsg ößen im
Handwe ksbe eich beda o d inglich eine sys ema ischen Du ch-
p ü ung nach U sachen und Wi kungen und de sachkundigen, un-
schema ischen In e p e a ion, da sich hin e dem scheinba einhei -
lichen Gesam bild ech un e schiedliche und eilweise gegensä zliche
Vo gänge e be gen. Fü eine Globalbe ach ung mögen olgende Ve -
gleichszi e n au schluß eich sein: im Zei aum 1949 bis 1953 s and
einem Rückgang im Bes and an Handwe ksbe ieben um 8 H. eine
Zunahme de Beschä ig en um 18 H. und eine solche de Umsa z-
we e um 60 H. gegenübe 115.
Ve s ä k es In e esse wi d die Fo schung kün ig de Beschä -
ig enbewegung im Be eich de pe sonal wi scha enden Ge-
we be eibenden zuwenden, da hie du ch die Abhängigkei de
Kleinen on de Dynamik des indus iellen Gesam sys ems in eine
Weise demons ie wi d, die unmi elba an ih e G unds uk u und
Wesensa üh . Das will heißen, daß die be u liche Subs anz de
Einzelwi scha e in olge Ablösung de pe sönlichen Technik e ich-
ung du ch Mechanismen und Appa a ismen sowie in olge Subs i u ion
des Be u s achmannes du ch zugeo dne e Be iebsk ä e ( echnische
und kau männische Ve ich ung) und (angele n e ode ungele n e)
Hil sk ä e subjek i und objek i zu ückged äng wi d ode soga
in Ve lus ge a en kann. Es handel sich um einen (wiede um seh
113 Selbs ändige Übe legungen hie zu bei Fleck, W.: Wissenscha liche Absa z-
üh ung, ih Gegens and und die Mi el zu ih e Ve b ei ung. In: In e na ionales
Gewe bea chi , 4. Jg., S. 64 . S . Gallen 1956.
114 DIW, Wochensch i N . 17/1955: S uk u und Bedeu ung de deu schen
Handwe kswi scha . Vom 29.4.1955.
116 Siewe , W.: S uk u wandlungen des Handwe ks im Rahmen de Wi -
scha sen wicklung, a.a.O., S. 20.
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661] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 21
komplexen und keineswegs gleichläu igen) Vo gang on alle g öß e
T agwei e wi scha spädagogische , be u spoli ische , ökonomische ,
soziale , be u ss ändische und gesellscha liche Na u . Die Au zäh-
lung lediglich de wich igs en Wi kungs ich ungen um eiß einen
Themak eis de Gewe be o schung auße on p inzipielle Wich ig-
kei auch on besonde e Ak uali ä , und zwa ü die Allgemeinhei
nich minde als ü die be o enen K eise; mi de o sch ei enden
Umwandlung des manuell-empi ischen Habi us ühe e Handwe ke -
gene a ionen in eine s ä ke in ellek uell bes imm e G undhal ung
ge ä unse ganzes Sys em de Be u se ziehung und be u lichen Aus-
bildung in Bewegung; ohne daß o läu ig ein di ek e Zusammenhang
bes ünde, wi hie be ei s die kommende Au oma ion bes imm e
Wi scha s o gänge ih e Scha en o aus.
Wenden wi den Blick o übe gehend au die Milieuabhän-
gigkei des Handwe ks, die im üb igen cum g ano salis auch
ü die ande en Zweige des dezen alisie und pe sonal wi scha en-
den Gewe bes bes eh , so ück hie die S ando p oblema ik on
selbs in den Vo de g und. Es liegen zahllose äl e e und jünge e
Einzelbei äge zu S ando age des Gewe bes o , denen mangels
sys ema ische Ve a bei ung au g und heo e ische Übe legungen bis
o ku zem die Ve dich ung zu allgemeinen E kenn nissen e sag ge-
blieben is . Nunmeh ha Becke mann116 en scheidende Vo a bei ü
eine sys ema ische S ando kunde des Handwe ks geleis e , die
wiede um als Vo s u e zu eine wissenscha lichen S ando leh e
gel en kann, die es gleichzei ig mi dem üb igen Teil des Gewe bes im
hie behandel en Sinne zu un haben wi d. De Au o geh insbeson-
de e den on ihm so genann en Gebie s ypen; (indus ielle und länd-
liche Bezi ke) und Siedlungs ypen (zen ale S äd e, ielsei ige und
einsei ige Indus ies äd e, ielsei ige und einsei ige Landk eise usw:)
nach, zeig mi elba e und unmi elba e Ein lüsse de selben au , s ell
die ü das Handwe k speziell wi ksamen S ando ak o en he aus,
un e such die Absa z adien und gelang ü die zwei Haup ka ego ien
on Handwe kszweigen — Konsumgü e - und In es i ionsgü e -
zweige — zu sys ema isch geo dne en E gebnissen on eind ucks olle
P ägnanz. Wie nich ande s zu e wa en, spielen die echenba en Ele-
men e in diesem S ando bild keine dominie ende Rolle, on exak
meßba en Fak o en im Sinne Al ed Webe s zu schweigen. Da ü e -
geben sich p ägnan e Beziehungen zum gegebenen Kul u - und Wi -
scha s aum, die auße o den lich bildha und einp ägsam sind. In de
(noch auss ehenden) Ve knüp ung mi dem Beg i sappa a und den
Sys emgedanken eine heo e isch ge ich e en Handwe ks o schung
116 Becke mann, Th.: Lebensg undlagen und egionale S uk u des Hand-
we ks in No d hein-Wes alen, a.a.O., S. 68 ,
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22 Wilhelm We ne [662
e scheinen die o geleg en E gebnisse geeigne , die P oblema ik eine
S ando leh e des Gewe bes lösba zu machen. F eilich soll e hie ü
auch die empi ische Basis e wei e we den, da aus eichendes Ve -
gleichsma e ial zu Kon ollzwecken noch ehl . Keh en wi dami zu
den Auswi kungen de Sys emabhängigkei au den Handwe kskö pe
zu ück.
Die lau ende Ve g öße ung de Handwe ks-
be iebe — die Du chschni sg öße lieg ü das Gesam hand-
we k117 im Schni je z bei 4,5 bis 5 Pe sonen je Be ieb, bleib in
bes imm en Be u sg uppen dahin e zu ück und geh in ande en da -
übe hinaus — bedeu e in den meis en Fällen meh als ein bloß
addi i es Wachs um, bei welchem meh Gesellen und Leh linge um
den Meis e gescha sind als ühe . In diese le z e en Weise p leg e
sich de ausschließlich pe sonal gea e e We ks a be ieb des al en
Handwe ks zu e g öße n, solange die Handwe ks echnik die G enzen
des We kzeugha en nich übe sch i en ha e. In welchem Maße
solches inzwischen geschehen is , deu e die be iebliche Ve wendung
maschinelle An iebsk ä e an, die 1949 bei 3,7 PS je A bei ss ä e
lag und dami meh als 1 P e des ä ke je Kop de Beschä ig en
be ug118. Neue dings dü e da in ein wei e e Fo sch i e ziel
sein. Die wachsenden Be iebsg ößen au g und höhe e Beschä ig en-
zahlen kommen heu e in de Regel im Wege echnische In ensi ie-
ung des Be iebsgeschehens und dami in Ve bindung mi s eigende
Kapi alin ensi ä zus ande. Das ha zu Folge, daß die mi be ieb-
lichem Kapi aleinsa z e knüp en P obleme nun auch im Be eich des
pe sonalen — o läu ig noch o wiegend pe sonalen — Wi scha ens,
wo sie bislang (häu ig zu Un ech ) ein unen wickel es Dasein ge üh
haben, ans Tageslich e en, gewisse maßen i ulen we den. Das To
zu Einbeziehung de We kmannsa bei des Handwe ke s in die En -
al ung de P oduk i i ä is au ges oßen, in jenen Vo gang mi hin,
de die gegenwä ige Phase de indus iellen Dynamik o wiegend
kennzeichne . Die Wi scha sleis ungen des Handwe ks wachsen in
neue Fo men, neue Dimensionen, neue Beu eilungsmaßs äbe und
P oblems ellungen hinein.
Schon ühe 119 is e such wo den, übe die In es i ionen
des Handwe ks Kla hei zu gewinnen, um diese Sei e de Handwe ks-
ä igkei in ein olkswi scha liches Gesam bild ein ügen zu können.
117 Die E gebnisse de jäh lich du chge üh en Be echnungen we den lau end
im Deu schen Handwe ksbla (Bonn 1949 .) e ö en lich .
Iis Di^ Wochenbe ich N . 22/1954: Zu Si ua ion des Handwe ks im Bundes-
gebie . Vom 28. 5.1954.
119 Ins i u . Konjunk u o schung: Kapi albildung und In es i ionen in de
deu schen Volkswi scha 1924 bis 1928. Sonde he 22 de Vie eljah she e zu
Konjunk u o schung. Be lin 1931.
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663] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 23
Un e Ve zich au die E mi lung de gesam en Anlagewe e zu
einem bes imm en Zei punk is es ges ell wo den, daß 1924 bis 1928
in de Handwe kswi scha und 705 Millionen RM ü Neu- und Um-
bau en, In en a e meh ung, Anscha ung on Maschinen usw. in-
es ie wo den sind (a.a.O. S. 130). Die in de absolu en Höhe übe -
aschende Summe e gib bei Um echnung au damals 3,4 Millionen
Beschä ig e (im Reichsgebie ) eine Quo e on und 200 Ma k je Kop ,
sch ump also au nich meh als und 40 Ma k je Kop im Jah es-
mi el zusammen. Gleichzei ig wu de ein Lage zuwachs on und
566 Millionen RM es ges ell , was eine Gesam in es i ion in ün
(konjunk u ell schlech en bis mi elgu en) Jah en on und 1,27 M d.
RM e gib .
Damals wu de kommen ie : „Diese In es i ion s and im Zusam-
menhang mi de im ganzen e häl nismäßig güns igen En wicklung
de Umsä ze, wodu ch ein An eiz zu eine gewissen Ausdehnung des
Be iebes gegeben wa ; iel ach se z e soga die Umsa zzunahme eine
solche Ausdehnung ge adezu o aus" (ebda). Von besonde em In e -
esse dü e de nachgewiesene konjunk u elle Rhy hmus de In es i-
ions ä igkei sein (a.a.O. S. 131):
1926 = 116 Mill. RM
Die Schä zung on Siewe 120, de ü 1936 den Anlagewe (Be-
iebs- und Geschä ssauss a ung) des Gesam handwe ks mi und
1,5 M d. RM bezi e , dü e im Hinblick au die obigen G ößen-
o dnungen siche lich zu nied ig geg i en sein, indessen sind wei e e
Be echnungs e suche nich bekann gewo den. Es wi d auch kaum
möglich sein, au ep äsen a i e G undlage zu ealis ischen E geb-
nissen zu kommen, da die p ak ischen Ve häl nisse zu he e ogen sind.
Wenn Siewe wei e hin die Anlagewe e aus 1936 mi 9 H. des Um-
sa zwe es om gleichen Jah e bezi e und ü 1953 einen en sp e-
chenden An eil on 16 bis 18 H. annimm (a.a.O. S. 12), so muß die
T e siche hei diese , zuges andene maßen g oben Schä zung o en
bleiben. Im Zusammenhang hie mi is auch e such wo den, den
jäh lichen Handwe ksbeda an In es i ionsgü e n zu e mi eln, indem
eine Rela ion zum jäh lichen Wa en- und Ma e ialeinsa z he ges ell
wu de121; doch e schein es aglich, ob die geeigne e Me hode hie zu
schon ge unden is . Imme hin is angedeu e , daß de Handwe ks-
kö pe au dem In es i ionskon o de Volkswi scha mi einem be-
120 Sie we , W.: S uk u wandlungen im Handwe k im Rahmen de Wi -
scha sen wicklung, a.a.O., S. 4.
121 DIW, Wochenbe ich N . 18/1956: Leis ung und wi scha liche Ve lech ung
des Handwe ks im Bundesgebie . Vom 4. 5.1956.
1924= 57 Mill. RM
1925 = 165 Mill. RM
1927 = 210 Mill. RM
1928 = 157 Mill. RM
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24 Wilhelm We ne [664
ach lichen Be ag zu Buche s eh und daß in olgedessen die Be-
mühungen um eine wei e e Klä ung o gese z we den müssen.
Gehen de ges al lau end wachsende Kapi alan eile in die Wi -
scha sleis ung des Handwe ks ein, die zu ih em Teil den zahlenmäßig
schwe bes immba en K edi beda ü mi el- und lang is ige Zwecke
beg ünden, so gewinn die F age nach den Vo leis ungen, die
die Handwe kswi scha lau end beansp uch , nich minde an In e -
esse. F ühe e Be echnungen da übe sind om Enque e-Ausschuß122
e such wo den, de bei einem geschä z en Handwe ksumsa z on
e wa 20 M d. RM (1926) au einen geschä z en Einsa z an We ks o en
(Roh- und Hil ss o en) on 10 bis 12 M d. RM gekommen is . Das
DIW123 schä z die om Handwe k beansp uch en Vo leis ungen (Roh-,
Halb- und Fe ige zeugnisse, Diens e) ü 1950 au e wa 13 M d., ü
1954 au e wa 19 M d. DM. De Gesam umsa z ha 1950 und
24,5 M d. und 1954 und 37,0 M d. DM be agen124; de Ma e ial-
und Wa eneinsa z wü de hie nach 1950 e wa 53 H. und 1954 e wa
51 H. de Umsa zwe e ausgemach haben. Mögen die Schä zungen
und Be echnungen noch au unsiche e G undlage uhen — sie
dü en mi zunehmende Rechenha igkei des handwe klichen Wi -
scha ens an Zu e lässigkei gewinnen und dazu bei agen, bishe
une kann gebliebene Vo gänge de Volkswi scha zu en schleie n.
Es lieg in de Na u de o wiegend in pe sonalen Fo men e -
b ach en Wi scha sleis ungen des Handwe ks, daß ih e Quan i-
izie ung, d. h. Reduzie ung au eine gemeinsame Ve gleichsbasis
g öß en Schwie igkei en begegne und eilweise übe haup undu ch-
üh ba is . Nich zule z aus diesem G unde en ziehen sich bes imm e
Teile des Handwe ksbe eiches de quan i a i en Theo ie, sie b ingen
keine exak meßba en Leis ungen he o . Sie en ziehen sich abe auch
schon de s o lichen Fixie ung nach S üdezahl, Maß ode Gewich .
Dazu zählen die Diens leis ungen alle A , die Repa a u - und P lege-
a bei en an mobilen und immobilen Sachgü e n, abe auch die He -
o b ingung indi iduelle Einzelleis ungen beispielsweise kuns hand-
we kliche A . Dahe wi d es niemals möglich sein, den ollen Bei ag
des Handwe ks zum Gesam p oduk be iedigend anschaulich zu
machen. Was an Möglichkei en e bleib , das He o geb ach e meß-
ba , echenba und e gleichba zu machen, is au die E assung de
geleis e en A bei ss unden und de ge ä ig en Umsä ze beg enz . Hie -
122 Ausschuß zu Un e suchung de E zeugungs- und Absa zbedingungen de
deu schen Wi scha : Das Deu sche Handwe k. 1. Band (Gene albe ich ). Be lin
1930, S. 316.
123 DIW, Wochenbe ich N . 17/1955: S uk u und Bedeu ung de deu schen
Handwe kswi scha . Vom 29. 4.1955.
124 Deu sche Handwe kskamme ag: Jah esbe ich , a.a,0., S. 224.
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671] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 31
Sey e s „Wi scha sleh e des Handels" is e s mals 1951
e schienen139 und b ach e den E ag eine gedanklichen Rei ezei on
und ande halb Jah zehn en (Vo wo ). Die Leh e, aus be iebs-
wi scha liche G undeins ellung he aus en wickel , um aß das ge-
sam e Gebie des Handels und seine P oblema ik (ebda.), o dne also
die Einzelhandlungen in das allgemeine Funk ionsbild Handel ein.
98 H. da on (im Handwe k 95 H.) sind Be iebe mi wenige als
zehn Beschä ig en (S. 238). Sey e be ach e das pe sonal ge üh e
Fachgeschä als die G und o m jedes Einzelhandels und weis den
üb igen Be iebs o men, die in ih en G undsä zen au dem kapi al-
in ensi en G oßbe ieb au bauen ode seine Be iebsme hoden übe -
nehmen, akzesso ische Bedeu ung zu (ebda.). Diese G und o m is
ih e ganzen S uk u und Au gabe nach mi els ändisch, d. h. ein
Klein- ode Mi elbe ieb, dessen Lei e noch in engs e Fühlung mi
den einzelnen Be iebs o gängen s eh , de das Ganze auch in den
Einzelhei en übe blick und häu ig auch den K eis de Kunden pe -
sönlich kenn . Die Konsum ions e so gung be uh im G undsa z au
de Dezen alisa ion des Einzelhandels (ebda.). Es handel sich mi hin
im Be eich de Gü e e mi lung genau um jenen Sach e hal , de
hie übe die G enzen de Funk ionsbe eiche (und e s ech de
o ganisa ions ech lichen Zus ändigkei en) hinweg als ein olkswi -
scha liche Ta bes and sui gene is au ge aß is , de in seine Eigen-
a um so au ällige he o i , je s ä ke die Appa a isie ung das
üb ige Wi scha sgeschehen om Konsumen en en e n . Was den
pe sonalen G undzug des Wi scha ens in kleinen, übe schauba en
und dami de hominellen P ägung ausgese z en und zugänglichen
Dimensionen be i , so lieg gegenübe dem Handwe k zwei ellos
ein be äch liche Un e schied o . Ve kau en is im P inzip imme
ein pe sonale Vo gang, auch wenn e im g oßen E ablissemen s a -
inde , und die Bemühungen de neu hinzu e enden Be iebs o men
des Handels um die Ve besse ung des Kundendiens es beweisen, daß
Pe sonali ä des Ve kau ens als dessen Cha ak e is ikum und Lebens-
elemen wohl e kann is . Demgegenübe kann das P oduzie en im
echnischen Sinne bis zum Ex em en pe sönlich und ins umen ali-
sie we den, wo aus sich ü das Handwe k deu liche e Folge ungen
e geben als ü den Handel.
Diese Abs and, de sich soziologisch nich minde deu lich als
ökonomisch abzeichne , e gib sich auch in de g undlegenden A bei
on Gu e sohn, de das Wesen des Gewe bes und die Eigena
seine Leis ungen in de eien Ma k wi scha zusammenhängend
behandel 140. Ausgangspunk hie ü is die E kenn nis, daß die selb-
139 Sey e , R.: Wi scha sleh e des Handels. 2. Au l. Köln-Opladen 1955.
140 Gu e sohn, W.: Das Gewe be in de eien Ma k wi scha , Band I.
Zü ich und S . Gallen 1954.
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32 Wilhelm e ne [672
s ändig E we benden und ih e „Geschä e" ih e besonde en, on den
üb igen Be iebsg ößen und Fo men abweichenden P obleme haben,
die nich minde als jene nach Lösungen e langen (Vo wo ). Es
geh Gu e sohn eben alls um die ökonomische Eino dnung des Ge-
we bes i. e. S. in das Gesam sys em, nich nu um die Beg ündung
soziologische Pos ula e. Wesen und Eigena des Gewe bes und seine
Leis ungen we den, o nehmlich am Beispiel des Handwe ks demon-
s ie , in de Di e enzie ung de Leis ungen au de Basis indi-
idualisie ende Quali ä skonku enz gesehen: „Den Ke n des hand-
we klichen Scha ens bilde . . . die Deckung un e schiedlichen, wech-
selnden ode nu e einzel au e enden Beda s" (S. 124). Dem-
en sp echend e gib sich ü den i. e. S. gewe blichen Handel die
ideal ypische Umsch eibung „als jene au eigene Ve an wo ung
be iebene Wa en e mi lung, die au unmi elba pe sönlichen
Leis ungen be uh , um dami o zugsweise di e enzie en Beda zu
be iedigen" (S. 161). Handwe k und kleinbe iebliche Einzelhandel
haben mi hin „denselben Wesenszug" „zum gemeinsamen G unds ock"
(S. 160), dasselbe i ü die p o anen Diens leis ungen zu (S. 164).
Die „au gedeck e Wesens e wand scha on Handwe k, Kleinhandel
und kleine en Diens leis ungsbe ieben" (S. 172) münde in die Fes -
s ellung: „Das Gewe be s eue . . . eine eigene A on Gü e n zu
Ve so gung bei und bewah sich inso e n ü die Volkswi scha eine
besonde e Bedeu ung; es kann ideal ypisch als Gegens ück zu e -
einhei lich en Se iene zeugung und zu Massen e mi lung on Wa en
und Diens en gel en" (S. 173).
Wie man sieh , geh es Gu e sohn — wenn auch be on in ideal-
ypische Weise — um den gleichen Sach e hal , de hie mi de
Gegenübe s ellung on dominan -pe sonalen und dominan -ins umen-
alen Wi scha sweisen — alle dings in eal ypische Bedeu ung —
zu wei e en Diskussion ges ell is . Fü die aus üh liche e Wü digung
des „Gewe bes in de eien Ma k wi scha " ehl leide an diese
S elle de Pla z.
Im Gegensa z zum ühe en Handwö e buch de S aa swissen-
scha en141 is im neuen Handwö e buch de Sozialwissenscha en de
g undlegende Bei ag übe das Handwe k142 eben alls on his o ischen
Einkleidungen und his o isie ende Au assung be ei und eine öko-
nomisch-soziologischen Be ach ungsweise zuge üh . Da in kündig sich
nich minde die e ände e G undeins ellung zum Phänomen Hand-
we k an, die ein E gebnis sowohl de ealen En wicklungs o gänge
141 Vgl. 4. Au lage, Bd. 5 (Jena 1923) Bei ag „Handwe k" on Wilden,
S. 130 . — 3. Au lage, Bd. 5 (Jena 1910) Bei ag „Handwe k" on S ieda,
S. 377 .
142 Handwö e buch de Sozialwissenscha en, S u ga - Tübingen - Gö ingen
1952 . A ikel „Handwe k" on F i z Voig , Lie e ung 1, S. 24 .
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673] Pe sonales und ins umen ales Wi scha en 33
wie eines S ando wechsels de wissenscha lichen Fo schung is . Auch
Voig sp ich on einem „G undgehal de handwe klichen Wesens-
o m" (S. 24) und zeig gleichzei ig die g oßen Di e enzie ungen in
seh un e schiedliche S uk u ypen au , „wie sie sons keine ande e
gewe bliche O ganisa ions o m in sich bi g " (S. 26). In de Ta is
dami das Lei hema de Gewe be o schung angeschlagen: zu e g ün-
den und kla zus ellen, wie sich die o indus ielle, pe sonale Wesens-
a des Handwe ks im ökonomischen P ozeß e häl , de sich lich zu
ins umen alen Sys emeinhei hins eb , ohne doch (an i gendwelchen
S ellen) des di ek en Bezuges zum Menschen in dessen indi iduelle
Exis enz en a en zu können.
Schmolle e Jah buch LXXVI, 6 3
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