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Anti-demokratische Einstellungen: Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel

Hövermann, Andreas,Kohlrausch, Bettina,Voss-Dahm, Dorothea

Abstract

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Full text

Hövermann, Andreas; Kohlrausch, Bettina; Voss-Dahm, Dorothea Research Report Anti-demokratische Einstellungen: Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel Forschungsförderung Policy Brief, No. 007 Provided in Cooperation with: The Hans Böckler Foundation Suggested Citation: Hövermann, Andreas; Kohlrausch, Bettina; Voss-Dahm, Dorothea (2021) : Anti-demokratische Einstellungen: Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel, Forschungsförderung Policy Brief, No. 007, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf, https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008105 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/243275 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ ANTIDEMOKRATISCHE EINSTELLUNGEN rechtspopulistische Einstellungen / Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit POLICY BRIEF Nr. 007, September 2021, Forschungsförderung Policy Brief ANTI-DEMOKRATISCHE EINSTELLUNGEN Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel Andreas Hövermann, Bettina Kohlrausch und Dorothea Voss Wenn anti-demokratische Einstellungen in der Bevölkerung viel Zuspruch erhalten, sollte aufgehorcht werden: Menschen wenden sich vom demokratischen System ab und vertrauen nicht mehr den Regeln und Instanzen in Politik und Gesellschaft, die das Zusammenleben organisieren und strukturieren. Damit steigt der Druck auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen. Dabei ist eine stabile Demokratie gerade in einer Zeit notwendig, in der die »drei Ds«– Dekarbonisierung, Digitalisierung, Demografie – die deutsche Gesellschaft herausfordern und Veränderungen bedeuten. Wie verbreitet sind also anti-demokratische Einstellungen, und wie hängen soziale Lebenslagen in Zeiten von angekündigten und tatsächlichen Veränderungsprozessen mit demokratischer Integration zusammen? Welchen Einfluss haben die Erfahrungen und Wahrnehmungen in der Erwerbsarbeit auf anti-demokratische Einstellungen? Wir zeigen mit Auswertungen einer repräsenta tiven Bevölkerungsumfrage, dass Menschen in objektiv prekären Lebenslagen Gelegenheiten verwehrt sind, sich einzubringen und das eigene Leben auch angesichts äußerer Veränderungen zu gestalten. Zusätzlich spielen subjektive Wahrnehmungen für anti-demokratische Einstellungen eine Rolle: Wenn Anerken nung ausbleibt, wird das als Abwertungserfahrung des eigenen sozialen und beruflichen Status erlebt. Auch die Befürchtung und Erfahrung, in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen – wie der Digitalisierung oder dem sozial-ökologischen Wandel– abgehängt zu werden, sind eng mit anti-demokratischen Einstellungen verknüpft. Abbildung 1 Schematische Übersicht der eng mit anti-demokratischen Einstellungen verknüpften Themen BEWÄLTIGUNG DER TRANSFORMATION sozial-ökologischer Wandel / Digitalisierung BENACHTEILIGTE OBJEKTIVE LEBENSLAGE Bildung / Einkommen / Schicht / Berufsprestige / soziale Mobilität MANGELNDE ANERKENNUNG Abstiegsängste / Orientierungs losigkeit / mangelnde Fairness und Gerechtigkeit ARBEIT Sicherheit / Kollegialität / Gestaltungsmöglichkeit / Abwechslung INHALT 1 Anti-demokratische Einstellungen 3 2 Erwerbstätigkeit und Gute Arbeit 4 3 Objektive soziale Lebenslage 6 4 Fehlende Anerkennung 8 5 Erfahrungen von Veränderung 10 5.1 Digitalisierung 10 5.2 Sozial-ökologischer Wandel 13 5.3 Transformationserfahrungen und 15 anti-demokratische Einstellungen 6 Die Transformation sozial gestalten 17 Literatur 19 Die Befunde basieren auf Daten, die vom Meinungsforschungsinstitut IPSOS in der Zeit vom 4. November 2020 bis 7. Januar 2021 telefonisch repräsentativ erhoben wurden. Realisiert werden konnte eine Stichprobe von 4.116 Befrag ten. Erwerbstätige, die im Fokus der Befragung standen, wurden überproportional häufig befragt ( N = 2.956 ). Anhand von Gewichtungsfaktoren kann sowohl die Gesamtbevölkerung als auch die Erwerbs bevölkerung reprä sentativ abgebildet werden. In diesem Policy Brief werden vorwiegend empirische Befunde berichtet, die sich auch in kom plexeren multivariaten Analysen als bedeutsam erwiesen haben. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts »Soziale Lebenslagen und demokratische Integration« der Hans-Böckler-Stiftung. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 3 1 ANTI-DEMOKRATISCHE EINSTELLUNGEN nen Menschenfeindlichkeit erhalten zwar etwas geringeren Zuspruch, jedoch äußern auch hier rund 20 Prozent, dass »zu viele Ausländer in Deutschland« leben; ebenso viele fühlen sich »Durch die vielen Muslime hier … manchmal wie ein Fremder im eigenen Land« ( Abbildung 2 ). Wir haben diese und andere Fragen herangezogen, die sich für die Messung anti-demokratischer Einstellungen etabliert haben ( vgl. Zick / Küpper 2021 ). Verwendet haben wir acht Fragen des Index »Rechtspopulistische Einstellungen« und sieben Fragen des Index »Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit«; sie wurden gebündelt als »anti-demokratische Einstellungen« erfasst ( Abbildung 1 ). Seit Jahrzehnten zeigen Umfragestudien, dass rechtspopulistische und menschenfeindliche Aussagen in der Bevölkerung weit verbreitet sind und teilweise bis tief in die Mitte der Gesellschaft hinein reichen ( z. B. Heitmeyer 2002, Decker / Brähler 2006, Zick / Küpper 2021 ). Dies bestätigt sich auch in unserer repräsentativen Umfrage: So stimmen beispielsweise 43 Prozent der Bevölkerung »voll« oder »voll und ganz« zu, dass sich »Politiker mehr Rechte herausnehmen als normale Bürger«. Ebenso stimmt rund ein Drittel der konspirativen Aussage zu, dass es »geheime Organisationen gibt, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben«. Die meist schärfer formulierten Aussagen zur Gruppenbezogerechtspopulistische Aussagen Deutschland wäre ohne die EU besser dran. Die demokratischen Parteien zerreden alles und lösen die Probleme nicht. Politiker umgehen die bestehenden Gesetze, wenn es um ihre eigenen Vorteile geht. Politiker nehmen sich mehr Rechte heraus als normale Bürger. Verbrechen sollten härter bestraft werden. Um Recht und Ordnung zu bewahren, sollte man härter gegen Außenseiter und Unruhestifter vorgehen. Es gibt geheime Organisationen, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Ich vertraue meinen Gefühlen mehr als sogenannten Experten. menschenfeindliche Aussagen Es leben zu viele Ausländer in Deutschland. Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimatländer zurückschicken. Für eine Frau sollte es wichtiger sein, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen. Frauen sollten sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen. Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des »Dritten Reiches« heute ihren Vorteil zu ziehen. Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land. Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Anmerkung: Alle Befragten N = 4.116; Anteile »Stimme voll und ganz zu« und »Stimme eher zu« auf fünfstufiger Skala 8 % 18 % 11 % 8 % 8 % 9 % 21 % 41 % 33 % 49 % 58 % 43 % 40 % 31 % 17 % Abbildung 2 Zustimmungswerte zu rechtspopulistischen Einstellungen und zu Aussagen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 4 Die Skala anti-demokratischer Einstellungen wurde zur einfacheren Interpretation wie folgt gedrittelt: Befragte, die auf den fünfstufigen Skalen mindestens einen Wert von 3,5 aufweisen, bekommen ein »hohes Ausmaß« zugewiesen, da sie im Schnitt den Aussagen stärker zustimmen als sie ablehnen. Analog bekommen Befragte mit Skalenwer ten kleiner als 2,5 ein »geringes Ausmaß« zugewiesen, da sie die Aussagen im Schnitt eher ablehnen. Befragte mit durchschnittlicher Zustimmung zwischen 2,5 und 3,5 äußern ein »mittleres Ausmaß«. Es ist wichtig zu betonen, dass die Festlegung der Grenzwerte Definitionssache ist. Man hätte die Grenze für »hohes Ausmaß« beispielsweise auch bei 4 ziehen können und geringere Anteile erhalten. Die Aussage: »10 Prozent der Erwerbstätigen zeigen hohes Ausmaß an anti-demokratischen Einstellungen« ist deswegen wenig zielführend. Deutlich sinnvoller ist, die Werte relativ zueinander zu interpretieren, also die Unterschiede zwischen den Gruppen zu betrachten, etwa so: Unter Erwerbstätigen teilen 10 Prozent ein hohes Ausmaß anti-demokratische Einstellungen, unter Nicht-Erwerbstätigen jedoch 20 Prozent. 2 ERWERBSTÄTIGKEIT UND GUTE ARBEIT Erwerbstätigkeit schützt vor anti-demokratischen Einstellungen: Wer als erwerbstätige Person in Arbeit eingebunden ist, stimmt in geringerem Maße anti-demokratischen Einstellungen zu als Nicht-Erwerbstätige ( Abbildung 3 ). Komplexere multivariate Analysen zeigen, dass der Unterschied zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen auch dann noch bestehen bleibt, wenn der unter Nicht-Erwerbstätigen häufigere niedrige formale Bildungsstand berücksichtigt wird. Da uns der Zusammenhang zwischen Erfahrungen im Arbeitskontext und anti-demokratischen Einstellungen besonders interessiert, betrachten wir im Folgenden nur Erwerbstätige. Hier finden wir klare Einflussfaktoren: Erwerbstätige, die ihren Arbeitsplatz als nicht sicher bezeichnen, stimmen häufiger anti-demokratischen Einstellungen zu als Befragte, die ihren Arbeitsplatz als sicher bezeichnen. Ebenfalls überdurchschnittliche Zustimmung äußerten Befragte, deren Haushalte Einkommenseinbußen in der Corona-Pandemie hinnehmen mussten ( Abbildung 4 ). Abbildung 3 Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen unter Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen alle Befragten (N = 4.116) Erwerbstätige (N = 2.956) Nicht-Erwerbstätige (N = 1.160) davon: nur Rentner:innen (N = 921) davon: nur Arbeitssuchende (N = 92) davon: Nicht-Arbeitsuchende, Hausmann / -frau (N = 102) 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % hohes Ausmaß mittleres Ausmaß geringes Ausmaß 14 % 10 % 20 % 20 % 23 % 15 % 41 % 37 % 45 % 49 % 40 % 33 % 45 % 53 % 35 % 31 % 37 % 53 % Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 5 Abbildung 4 Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen nach Arbeitsbedingungen 10 % 10 % 38 % 38 % 53 % 53 % 8 % 16 % 10 % 16 % 10 % 12 % 11 % 12 % 9 % 13 % 21 % 19 % 11 % 13 % 4 % 4 % 6 % 1 % 37 % 40 % 36 % 48 % 37 % 44 % 37 % 45 % 35 % 42 % 55 % 44 % 38 % 38 % 31 % 30 % 30 % 25 % 56 % 44 % 54 % 36 % 53 % 44 % 52 % 43 % 56 % 45 % 24 % 36 % 51 % 49 % 65 % 66 % 64 % 74 % alle Erwerbstätigen (N = 2.956) Arbeitsplatz ist sicher. Arbeitsplatz ist nicht sicher. ohne Einkommenseinbußen in Pandemie im Haushalt mit Einkommenseinbußen in Pandemie im Haushalt Kann entscheiden, wie ich tägliche Arbeit organisiere. Kann nicht entscheiden, wie ich tägliche Arbeit organisiere. Arbeit ist abwechslungsreich. Arbeit ist nicht abwechslungsreich. Kann Hilfe von Kolleg:innen bekommen, wenn ich sie brauche. Kann keine Hilfe von Kolleg:innen bekommen. derzeitiges Gehalt / Lohn angemessen derzeitiges Gehalt / Lohn zu niedrig Produktionsarbeiter:innen Dienstleistungsarbeiter:innen Bürokräfte Kleingewerbe Manager:innen sozio-kulturelle Spezialist:innen technische Spezialist:innen traditionelle Bourgeoisie 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Anmerkung: nur Erwerbstätige ( N = 2.956 ) hohes Ausmaß mittleres Ausmaß geringes Ausmaß 15 % 41 % 44 % Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 6 Starke Zusammenhänge finden wir auch für den unmittelbaren Arbeitskontext: Gestaltungsmöglichkeien schützen vor anti-demokratischen Einstellungen; erlebter Kontrollverlust und geringe Gelegenheiten und Optionen, sich einzubringen, sind dagegen ein Nährboden für demokratische Desintegration. Wer nicht entscheiden kann, wie die tägliche Arbeit organisiert wird, wessen Arbeit nicht abwechslungsreich ist, wer keine kollegiale Unterstützung erwarten kann und wer den Lohn als zu niedrig empfindet, stimmt anti-demokratischen Einstellungen überdurchschnittlich häufig zu. Dabei macht die Mitbestimmung einen Unterschied für die Arbeitsbedingungen: Erwerbstätige mit betrieblicher Interessensvertretung oder deren Arbeitsbedingungen durch einen Tarifvertrag geregelt sind, berichten von besseren Arbeitsbedingungen als diejenigen, für die das nicht gilt. In unseren Analysen wird zudem deutlich, dass Personen, deren Beruf einer höheren Erwerbsklasse angehört ( vgl. Oesch 2006 ), seltener zu anti-demokratischen Einstellungen neigen. Somit bietet die Integration in den Arbeitsmarkt einen Schutz vor anti-demokratischen Einstellungen. Hinzu kommt: Je sicherer diese Integration ist, desto seltener stimmen Personen anti-demokratischen Einstellungen zu. 3 OBJEKTIVE SOZIALE LEBENSLAGE Bildung und Einkommen sind wichtige Indikatoren für den sozialen Status und gesellschaftliche Teilhabe. Ein hoher Bildungsstand und ausreichendes Einkommen schaffen Gelegenheitsstrukturen, die Menschen Handlungsspielräume eröffnen und demokratische Integration ermöglichen. Unsere Auswertungen belegen die Bedeutung der objektiven sozialen Lage: Befragte mit einem höheren Einkommen und einem höheren formalen Bildungsstand neigen deutlich seltener zu anti-demokratischen Einstellungen ( Abbildung 5 ). Der eigene soziale Status definiert sich vor allem in Relation zu anderen. Das gilt unter anderem für das Ansehen des eigenen Berufs. Für den Zusammenhang zwischen dem Berufsprestige, das bestimmten Berufen gesellschaftlich zugewiesen wird, und antidemokratischen Einstellungen zeigt sich ein besonders starker Befund. Die Messung des Berufsprestiges erfolgt anhand der SIOPS-Skala ( SIOPS = Standard International Occupational Prestige Scale ) und basiert auf Einschätzungen der Bevölkerung zu Rangfolgen des sozialen Ansehens verschiedener Berufe, die von »12« für Schuhputzer bis »78« für Ärzte reicht ( Ganzeboom / Treiman 1996 ). Abbildung 5 zeigt, dass ein niedriges Berufsprestige und die damit verbundene geringe berufliche Anerkennung einen großen Einfluss auf anti-demokratische Einstellungen hat. Dies gilt vor allem für rechtspopulistische Einstellungen auch unabhängig von anderen wichtigen Einflussfaktoren wie Bildungsstand und Einkommen, sodass dieser Erklärungsfaktor ein hohes empirisches Gewicht hat. Auch die Schichtzugehörigkeit hat einen Einfluss auf anti-demokratische Einstellungen: Wer sich selbst einer niedrigen Schicht zuordnet, zeigt ein höheres Ausmaß an anti-demokratischer Einstellung als Befragte höherer Schichten. Ein bedeutender Effekt zeigt sich zudem für die Dimension der sozialen Mobilität: Die Erfahrung des sozialen Abstiegs und des damit einhergehenden Statusverlustes– gemessen an der Einschätzung, dass die eigenen Eltern einer höheren Schicht angehörten als man selbst– erweist sich als eng mit anti-demokratischen Einstellungen verknüpft. Insgesamt besteht damit zwischen der objektiv messbaren sozialen Lebenslage und der Verbreitung anti-demokratischer Einstellungen ein eindeutiger Zusammenhang: Eine geringe materielle, bildungsbezogene Ressourcenausstattung, ein geringes Berufsprestige, eine niedrige Schichtzugehörigkeit und soziale Abwärtsmobilität gehen mit überdurchschnittlicher Zustimmung zu anti-demokratischen Aussagen einher. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 7 Abbildung 5 Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen nach Lebenslage alle Erwerbstätigen (N = 2.956) sehr hohes Prestige des eigenen Berufs hohes Prestige des eigenen Berufs mittleres Prestige des eigenen Berufs niedriges Prestige des eigenen Berufs sehr niedriges Prestige des eigenen Berufs höchster Schulabschluss Abitur / Fachhochschulreife Mittlere Reife / Polytechnische Oberschule Haupt- / Volksschulabschluss Haushaltsnettoeinkommen > 6.000 € 5.001–6.000 € 4.001–5.000 € 3.001–4.000 € 2.001–3.000 € 1.001–2.000 € ≤ 1.000 € subjektive Schichteinordnung oben (7–10) Mitte (5–6) unten (1–4) generationaler Schichtvergleich zu Eltern Aufstieg konstant Abstieg Anmerkung: nur Erwerbstätige ( N=2.956 ) 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % hohes Ausmaß mittleres Ausmaß geringes Ausmaß 0 % 2 % 11 % 21 % 18 % 3 % 12 % 21 % 6 % 5 % 3 % 10 % 15 % 12 % 16 % 7 % 11 % 13 % 7 % 8 % 15 % 21 % 28 % 39 % 46 % 52 % 21 % 47 % 56 % 27 % 27 % 34 % 41 % 39 % 50 % 27 % 27 % 41 % 50 % 32 % 36 % 47 % 79 % 70 % 50 % 33 % 30 % 76 % 41 % 23 % 68 % 68 % 63 % 50 % 47 % 38 % 57 % 66 % 48 % 37 % 61 % 55 % 38 % 10 % 38 % 53 % Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 8 4 FEHLENDE ANERKENNUNG Sozialpsychologisch ist herausgearbeitet worden, dass gesellschaftliche Desintegration, die beispielsweise mit einem ( zu ) geringen Einkommen einhergeht, in enger Verbindung mit Anerkennungsund Abwertungserfahrungen steht. Dies schließt auch »Anerkennungsbedrohungen« mit ein, also die Sorge um zukünftig eintretende Abwertungen ( Heitmeyer 2018 ). Damit wird die subjektive Ebene der empfundenen Anerkennung und Abwertung zur relevanten Dimension für demokratische Integration. Unsere Auswertungen zeigen starke Zusammenhänge rund um das Thema Anerkennung ( Abbildung 6 ). Wer befürchtet, den Lebensstandard dauerhaft nicht halten zu können, stimmt überdurchschnittlich häufig anti-demokratischen Aussagen zu. Darin kommt die subjektive Einschätzung zum Ausdruck, dass der soziale und materielle Status auf Dauer nicht gesichert ist – die biografisch erworbene soziale Position damit also abgewertet werden könnte. Theoretische Anbindung In der Darstellung der empirischen Befunde lehnen wir uns an die »Theorie Sozialer Desintegration« von Anhut und Heitmeyer ( 2005 ) an. Wir übernehmen dabei die Unterscheidung zwischen der objektiven Ebene, aufder Gelegenheitsstrukturen und -angebote die Integration beeinflussen, und der subjektiven Ebene, in der Formen der Anerkennung die Integration bzw. Desintegration beeinflussen. Eine systematische Anlehnung an die dort erfolgte Differenzierung zwischen positionaler, moralischer und emotionaler Anerkennung erfolgt hier aus Komplexitätsgründen nicht. Auch die Messung einiger Anerkennungsdimensionen orientierte sich an etablierten Konzepten der Theorie sozialer Desintegration. Abbildung 6 Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen nach Anerkennung alle Erwerbstätigen (N = 2.956) »Befürchte, Lebensstandard nicht dauerhaft halten zu können.« Zustimmung Ablehnung empfundene Fairness und Gerechtigkeit in Deutschland hoch mittel gering Orientierungslosigkeit hoch mittel gering Anmerkung: nur Erwerbstätige ( N = 2.956 ) 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % hohes Ausmaß mittleres Ausmaß geringes Ausmaß 10 % 15 % 7 % 38 % 44 % 34 % 53 % 42 % 59 % 30 % 11 % 3 % 50 % 51 % 27 % 20 % 38 % 70 % 5 % 9 % 22 % 29 % 42 % 46 % 67 % 49 % 32 % Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 15 5.3 Transformationserfahrungen und anti-demokratische Einstellungen Unsere Ergebnisse zur Digitalisierung und dem sozial-ökologischen Wandel legen nahe, dass demokratische Integrationsprozesse durch Transformationserfahrungen neu justiert werden: Erwerbstätige, die auf weniger Bildungsund Einkommensressourcen zurückgreifen können und sich weniger anerkannt fühlen, erleben Transformationsprozesse als bedrohlicher für ihre demokratische Integration als andere Erwerbsgruppen. Daher birgt die neue Integrationsund Desintegrationsdynamik (Heitmeyer 2018) die Gefahr, die bereits bestehende Polarisierung zwischen gesellschaftlich integrierten und weniger integrierten sozialen Lagen zu verstärken. Dies betrifft einerseits die realen Gelegenheitsstrukturen und Ressourcen, auf die Erwerbstätige Zugriff haben, andererseits das subjektive Erleben mangelnder Anerkennung. Wir haben konkret analysiert, wie die Einstellung zu bzw. Verarbeitung von Transformationsprozessen mit anti-demokratischen Einstellungen verknüpft sind ( Abbildung 11 ). Bezüglich der Digitalisierung zeigt sich eine besonders starke Zustimmung zu antidemokratischen Einstellungen bei Befragten, bei denen entweder keine Digitalisierung am Arbeitsplatz stattgefunden hat oder die negative Digitalisierungserfahrungen gemacht haben. Sie sind in ihrem Arbeitskontext entweder komplett von Digitalisierungsprozessen ausgeschlossen oder erleben Digitalisierung als Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Umgekehrt zeigen vor allem jene Gruppen seltener anti-demokratische Einstellungen, für die die Digitalisierung mit einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und einem Zugewinn an Autonomie einher geht. Uns hat interessiert, welche Einstellungsmuster den Zustimmungswerten zugrunde liegen. Dazu wurden die Erwerbstätigen erneut in Cluster eingeteilt. Es wurden fünf Gruppen mit ähnlichen Antwortverhalten identifiziert, die sich in der Einstellung zum sozialökologischen Wandel unterscheiden ( Abbildung 10 ). Die Priorität, die dem Klimawandel und dem sozialökologischen Wandel beigemessen wird, ist gekoppelt an bestimmte soziale Lebenslagen ( Tabelle 2 ). Auffällig sind zwei etwa gleich große Cluster, denen beide besonders häufig Befragte aus benachteiligten sozialen Lebenslagen zugeordnet werden: Die Befragten aus den Clustern »niedrige Priorität– contra sozial-ökologischer Wandel« und »hohe Priorität– ängstlich« weisen häufig eine nachteilige Ressourcensituation und ein hohes Maß an Anerkennungsdefiziten auf– insbesondere eine hohe Orientierungslosigkeit sowie eine häufig negative soziale Mobilität durch generationalen Abstieg. Soziodemografisch unterscheiden sie sich jedoch markant, weil dem Cluster »niedrige Prio– contra sozial-ökologischer Wandel« überdurchschnittlich viele Jüngere und Männer und dem Cluster »hohe Prio– ängstlich« überdurchschnittlich viele Ältere und Frauen zugeordnet werden. Ebenso unterscheidet sich ihre Einstellung zur Veränderung: Im letzteren Cluster wird der Gestaltung des sozial-ökologischen Wandels eine hohe Priorität zugewiesen, dem man jedoch ängstlich gegenübersteht, während im erstgenannten Cluster die Notwendigkeit bestritten wird, auf die Klimakrise reagieren zu müssen. Aus einer benachteiligten, eher desintegrierten Situation heraus wird der sozial-ökologische Wandel in diesen beiden Clustern ganz unterschiedlich beantwortet. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 16 Am stärksten sind anti-demokratische Einstellungen im Cluster verbreitet, das sich aus überdurchschnittlich jüngeren und männlichen Erwerbstätigen zusammensetzt und das der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bewältigung des Klimawandels eine niedrige Priorität zuweist: Fast drei Viertel der Befragten in diesem Cluster äußern ein mittleres oder hohes Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen. Die Einstellungen zum Klimawandel und zum sozialökologischen Wandel polarisieren die befragten Erwerbstätigen mit Blick auf anti-demokratische Einstellungen: Befragte, die sich für die Bewältigung des Klimawandels eine sehr hohe politische Priorität oder mit optimistischer Perspektive eine hohe Priorität wünschen, zeigen eine eher geringe Zustimmung zu anti-demokratischen Einstellungen. Die eher benachteiligten erwerbstätigen Befragten aus dem Cluster »hohe Priorität– ängstlich«, also häufig erwerbstätige Ältere und einkommensschwache Erwerbstätige, weisen vor dem Hintergrund ihrer ohnehin eher anti-demokratische Einstellung befürwortenden Clusterzusammensetzung – und damit erwartbar – leicht überdurchschnittlich häufig anti-demokratische Einstellungen auf. alle Erwerbstätigen (N=2.956) Digitalisierung sehr Positive Positive Positive ohne Freiheitszugewinn Unbeeinflusste Kritische Negative keine Digitalisierung am Arbeitsplatz Klimawandel Top-Prio hohe Prio – ängstlich hohe Prio – optimistisch mittlere Prio niedrige Prio – contra söW Abbildung 11 Ausmaß anti-demokratischer Einstellungen in den Transformationsclustern hohes Ausmaß mittleres Ausmaß geringes Ausmaß 10 % 3 % 4 % 8 % 12 % 5 % 12 % 18 % 3 % 14 % 5 % 7 % 24 % 38 % 30 % 28 % 43 % 36 % 50 % 49 % 38 % 22 % 41 % 24 % 43 % 48 % 53 % 67 % 69 % 49 % 52 % 45 % 39 % 44 % 75 % 44 % 71 % 50 % 28 % 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Anmerkung: söW: sozial-ökologischer Wandel; nur Erwerbstätige ( N = 2.956 ) Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 17 6 DIE TRANSFORMATION SOZIAL GESTALTEN Die Integration in den Arbeitsmarkt schützt vor antidemokratischen Einstellungen. Diese Integration wird zum einen über die materielle Absicherung von Erwerbstätigen gewährleistet. Zum anderen bietet der Erfahrungsraum Arbeit die Chance, das unmittelbare Umfeld gestalten zu können und Anerkennung für erbrachte Leistung zu erhalten. Dies ist jedoch nicht für alle Erwerbstätigen der Fall: Der Arbeitskontext ist für einen Teil der Erwerbs tätigen ein Erfahrungsraum, in dem wenig materielle Sicherheit, Anerkennung, Kontrolle und Selbstwirksamkeit konkret erlebt werden. Dies birgt die Gefahr der Polarisierung in der Arbeitswelt, der demokratischen Desintegration und in der Konsequenz auch der Zunahme anti-demokratischer Einstellungen. Insbesondere in Zeiten von Veränderungen bleibt es daher eine zentrale Aufgabe, Arbeit so zu gestalten, dass sie ein Ort für demokratische Integration bleibt bzw. wieder wird. Dafür geht es um mehr als materielle Absicherung: Es geht um die demokratische Gestaltung des Arbeitsumfeldes, um langfristige Sicherheitsperspektiven und um die Anerkennung von Leistung und Werten, die Erwerbstätige mit ihrer Arbeit verbinden. Digitalisierung und der sozial-ökologische Wandel werden Arbeit weiter und vermutlich noch schneller verändern. Schon jetzt zeigt sich, dass Erwerbstätige, die weniger Zugriff auf Bildung und Einkommen haben, aber auch solche, die sich weniger anerkannt fühlen– also schon jetzt weniger gut über Arbeit gesellschaftlich integriert sind– diese Transformationsprozesse als bedrohlicher erleben als solche Personen, die über eine gute Ressourcenausstattung verfügen. Transformationsprozesse bergen also die Gefahr einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft und einer Zunahme anti-demokratischer Einstellungen. Die entscheidende Aufgabe für die Aufrechterhaltung einer demokratischen Gesellschaftsordnung besteht in den kommenden Jahren deswegen darin, Transformationsprozesse sozial so zu gestalten, dass Menschen gesellschaftlich integriert bleiben. Arbeit ist und bleibt dabei der Schlüssel, um Menschen auf dem Weg in eine veränderte Welt mitzunehmen. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007 · September 2021 · Seite 19 Heitmeyer, Wilhelm (2002): Deutsche Zustände. Folge 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Heitmeyer, Wilhelm (2018): Autoritäre Versuchungen. Signaturen der Bedrohung I. Berlin: Suhrkamp. Hilmer, Richard / Kohlrausch, Bettina / Müller-Hilmer, Rita / Gagné, Jérémie (2017): Einstellung und soziale Lebenslage. Eine Spurensuche nach Gründen für rechtspopulistische Orientierung, auch unter Gewerkschaftsmitgliedern. Working Paper Forschungsförderung 44. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung. https://www.boeckler. de/pdf/p_fofoe_WP_044_2017.pdf. Kohlrausch, Bettina / Höcker, Linus Maximilian (2020): Ursachen für rechtspopulistische Einstellungen. Ein Überblick über den Forschungsstand. Working Paper Forschungsförderung 178. Düsseldorf: HansBöckler-Stiftung. https://www.boeckler.de/ fpdf/HBS-007620/p_fofoe_WP_178_2020.pdf. Kohlrausch, Bettina / Schildmann, Christina / Voss, Dorothea (2019) (Hrsg.): Neue Arbeit – neue Ungleichheiten? Folgen der Digitalisierung. Weinheim: Beltz Juventa. Oesch, Daniel (2006): Redrawing the Class Map. Stratification and Institutions in Britain, Germany, Sweden and Switzerland. Basingstoke: Palgrave Macmillan. Zick, Andreas / Küpper, Beate (2021): Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020 / 21. Herausgegeben für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Franziska Schröter. Bonn: Dietz. https://www.fes.de/ index.php?eID=dumpFile&t=f&f=65543&toke n=be951e80f3f538cca04a67567b9da4b995a9 3c64. Alle Links wurden zuletzt am 8. August 2021 besucht. Anhut, Raimund / Heitmeyer, Wilhelm (2005): Desintegration, Anerkennungsbilanzen und die Rolle sozialer Vergleichsprozesse für unterschiedliche Verarbeitungsmuster. In: Heitmeyer, Wilhelm / Imbusch, Peter ( Hrsg. ): Integrationspotenziale einer modernen Gesellschaft. Analysen zu gesellschaftlicher Integration und Desintegration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 75–100. Decker, Oliver / Brähler, Elmar (2006): Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Ein stellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland. Herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin. https://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf. Ganzeboom, Harry B.G. / Treiman, Donald J. (1996): Internationally Comparable Measures of Occupational Status for the 1988 International Standard Classification of Occupations. In: Social Science Research25 (3), S. 201–239. AUTOR:INNEN Dr. Andreas Hövermann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt »Soziale Lebenslagen und demokratische Integration« in der Hans-Böckler-Stiftung. [email protected] Prof. Dr. Bettina Kohlrausch ist Direktorin des Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung. [email protected] Dr. Dorothea Voss leitet die Abteilung Forschungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung. [email protected] LITERATUR WWW.BOECKLER.DE Der Arbeitskontext und eine sichere Integration in den Arbeitsmarkt können einen Schutz vor rechtspopulistischen und menschenfeindlichen Einstellungen bieten. Diese zusammenfassend als anti-demokratisch bezeichneten Einstellungen treten gehäuft auf, wenn Sicherheit, Anerkennung und Selbstwirksamkeit am Arbeitsplatz fehlen. Zentral für antidemokratische Einstellungen sind zudem Erfahrungen mit Digitalisierung am Arbeitsplatz und Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel. Aber Transformationserfahrungen sind unterschiedlich: Für einige Menschen stellen sie ein enormes Bedrohungspotenzial dar, sie bergen die Gefahr einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft – und einer Zunahme anti-demokratischer Einstellungen. IMPRESSUM Herausgeber © Hans-Böckler-Stiftung Georg-Glock-Str. 18 40474 Düsseldorf www.boeckler.de Satz Manja Hellpap, Berlin Düsseldorf, September 2021 ISSN 2509-2367 »Anti-demokratische Einstellungen« von Andreas Hövermann, Bettina Kohlrausch und Dorothea Voss ist lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 ( BY ). Diese Lizenz erlaubt unter Voraussetzung der Namensnennung des Urhebers die Bearbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung des Materials in jedem Format oder Medium für beliebige Zwecke, auch kommerziell. ( Lizenztext: https://creativecommons. org/licenses/by/4.0/de/legalcode ) Die Bedingungen der CreativeCommonsLizenz gelten nur für Originalmaterial. 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