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Brücken zur Teilhabe: Wo Krankheit und Schule sich begegnen. Chancen inklusiver Bildung für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen

Abstract

Bad Heilbrunn : Verlag Julius Klinkhardt 2025, 196 S. Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Sonderpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel, Robe [H sg.] B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2025, 196 S. Quellenangabe/ Re e ence: Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel, Robe [H sg.]: B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen. Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2025, 196 S. - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-343894 - DOI: 10.25656/01:34389; 10.35468/6197 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-343894 h ps://doi.o g/10.25656/01:34389 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h p://www.klinkha d .de Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by-nd/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm es geleg en Weise nennen und das We k bzw. diesen Inhal nich bea bei en, abwandeln ode in ande e Weise e ände n. This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by-nd/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e and ansmi , adap o exhibi he wo k in he public as long as you a ibu e he wo k in he manne speci ied by he au ho o licenso . 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Eine inklusi e Schule soll e dahe indi iduelle Bedü - nisse ühzei ig e kennen und geziel un e s ü zen. Dabei sind nich nu Ba ie e eihei und ausgleichende Maßnah- men wich ig, sonde n auch eine Kul u de Pa izipa ion und Selbs bes immung. Un e s ü zende Technologien, ein sensible Umgang im Un e ich sowie ein ganzhei liche Blick au Gesundhei und Bildung agen dazu bei, ech e Teilhabe zu e möglichen und En wicklungschancen zu ö de n. 978-3-7815-2735-5 9783781 527355 Die He ausgebe *innen Nicola Somme is Hochschulp o esso in am Ins i u ü Bildungswissenscha en de Pädagogischen Hochschule Salzbu g S e an Zweig. Sa ah Mülle is mi e wende e Leh ende an de Pädago- gischen Hochschule Salzbu g sowie P ima s u enpädago- gin und Inklusionspädagogin. Robe Langnickel a bei e als Fo sche und Dozen an de Pädagogischen Hochschule Luze n am Ins i u ü Di e si ä und inklusi e Bildung (IDB). Somme / Mülle / Langnickel B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen Nicola Somme Sa ah Mülle Robe Langnickel (H sg.) B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen Ve lag Julius Klinkha d Bad Heilb unn • 2025 Imp essum Diese Ti el wu de in das P og amm des Ve lages mi els eines Pee -Re iew-Ve ah ens au genommen. Fü wei e e In o ma ionen siehe www.klinkha d .de. Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek. Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ional bibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne ab u ba übe h p://dnb.d-nb.de. 2025. Ve lag Julius Klinkha d . Julius Klinkha d GmbH & Co. KG, Ramsaue Weg 5, 83670 Bad Heilb unn, e ieb@klinkha d .de. Co e abbildung: © Gama5, iS ockpho o. Sa z: Vassiliki Vakaki, Samos. D uck und Bindung: AZ D uck und Da en echnik, Kemp en. P in ed in Ge many 2025. Ged uck au chlo ei gebleich em al e ungsbes ändigem Papie . Das We k einschließlich alle seine Teile is u hebe ech lich geschü z . Die Publika ion (mi Ausnahme alle Fo os, G a iken und Abbildungen) is e - ö en lich un e de C ea i e Commons-Lizenz: CC BY-ND 4.0 In e na ional h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-nd/4.0/ ISBN 978-3-7815-6197-7 digi al doi.o g/10.35468/6197 ISBN 978-3-7815-2735-5 p in Dieses Buch is all jenen Pädagoginnen und Pädagogen gewidme , die sich mi Engagemen und Wei blick da ü einse zen, dass Kinde mi ch onischen E k ankungen ai e und gu e Bildungschancen e hal en. 5 Inhal Rosema ie Felde -Puig Vo wo Ös e eich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9 Oska Jenni Vo wo Schweiz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11 Hube Haaga Vo wo Deu schland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13 Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel Ch onische E k ankungen und Schule: Rele anz, He aus o de ungen, Pe spek i en–eine Hin üh ung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15 Inklusion s ä ken–Zukun spe spek i en ü ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche e ö nen Sa ah Mülle , Nicola Somme , Ma ina Hoanzl und Robe Langnickel Zum S ellenwe on Inklusion im Kon ex ch onische E k ankungen: He aus o de ungen im Schulall ag on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .25 Theo e ische und konzep ionelle G undlagen eine Pädagogik ch onische E k ankungen E a Ma ia Waibel Das Kind mi dem He zen sehen . Kinde mi ch onischen E k ankungen und Exis enzielle Pädagogik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .37 He be He bs Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse Mul ipe spek i ische Einblicke ü Pädagoginnen und Pädagogen . . . . . . . .52 Inhal 6 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z Ch onisch k ank in de Schule: He aus o de ungen, Chancen und Lösungsansä ze aus medizinische Pe spek i e . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .63 P axiso ien ie e Ansä ze und Handlungs elde eine Pädagogik bei ch onischen E k ankungen Tama a Reine Ch onische E k ankungen und Schule– Was die UN-Kinde ech skon en ion zu eine inklusi en Bildung bei agen kann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .79 E win Di sios Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei – Pa izipa ion, Selbs bes immung und Empowe men . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .92 Ul ike Kipman, Emily Kaise und Saman ha Ba on Kindliche En wicklungs- und Ve hal enss ö ungen im Übe blick– Klassi ika ion und schulp ak ische Implika ionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .104 Melanie G eil, Ul ike Kipman Umgang mi AD(H)S: Pädagogische Hil en, schulische Un e s ü zung und essou ceno ien ie e Fö de ansä ze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .114 Ul ike Kipman, Agnes Vogl Die kindliche Angs s ö ung–Möglichkei en zu S ess eduk ion im Un e ich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .125 Ka ja Höglinge Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen im Schulall ag . Impulse ü eine k ankhei ssensible Ges al ung on Schule und Un e ich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134 Melanie Willke Assis i e Technologien ü Schüle innen und Schüle mi ch onisch soma ischen E k ankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .148 Inhal 7 E wei e e Pe spek i en und Implika ionen ü Inklusionspädagogik bei ch onischen E k ankungen S ephan Gingelmaie , Nicola-Hans Schwa ze , Di k on Boe iche und Tobias Nol e K anksein als psycho-sozio-soma ische Ve auensk ise . . . . . . . . . . . . . . . .159 Ch is ine Walse , Mona Meis e We ? Was? Wie? Wo? Wa um? Pädagogik bei K ankhei im schulischen All ag– E ah ungen und Re lexionen aus de P axis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .175 Be eiligung on Kinde n und Jugendlichen als Elemen inklusi e Bildung Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel Be o ene zu Be eilig en machen: Pa izipa ion on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen in de Schule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .187 14 Hube Haaga schen, mul ip o essionellen und quali ä so ien ie en Ansa z au . Au diese G undlage wiede um ha Baden-Wü embe g un e Einbezug on Fachk ä - en aus Schule und Wissenscha ein Fachpapie ü die A bei de Schulen ü Schüle innen und Schüle in länge e K ankenhausbehandlung e a bei e , das ku z o de Ve ö en lichung s eh . Dieses Fachpapie gib au Landesebene en scheidende Impulse zu quali a i en Siche ung de um assenden Teilhabe e k ank e junge Menschen an schulische Bildung . Das o liegende Buch widme sich den genann en He aus o de ungen, und das mi beme kenswe e wissenscha liche Tie e und pädagogische Sensi- bili ä . Es e ein Bei äge aus Deu schland, Ös e eich und de Schweiz–Län- de mi un e schiedlichen schulischen Sys emen, abe eine gemeinsamen Ve an wo ung: dem Rech au Bildung auch un e e schwe en Lebensbe- dingungen . Die e sammel en Tex e bie en heo e isch undie e und zugleich p ak isch anschluss ähige Pe spek i en ü eine Pädagogik, die ch onische E - k ankung nich als Sonde all, sonde n als in eg alen Bes and eil schulische Wi klichkei beg ei . Besonde s he o heben möch e ich den in e disziplinä en Cha ak e des Bandes . Medizinische Sich weisen, en wicklungspsychologische Zugänge, sonde pädagogische Übe legungen und bildungspoli ische Impulse we den mi einande e woben und scha en dadu ch eine a gumen a i e Dich e, die wei übe eine eine Fallsammlung hinausgeh . Hie wi d nich nu ein De izi besch ieben, sonde n ein zukun sweisende pädagogische Ges al ungs aum skizzie . Ich bin übe zeug , dass diese Band dazu bei agen wi d, Leh pe sonen, Schullei ungen, Aus- und Wei e bildungs e an wo liche sowie bildungspoli- ische En scheidungs äge innen und En scheidungs äge zu sensibilisie en und die Au me ksamkei ü dieses Thema deu lich zu schä en . Ich danke al- len Au o innen und Au o en sowie den He ausgebe innen und He ausgebe n dieses Bandes ü ih en Einsa z–und o allem da ü , dass sie den be o enen Kinde n und Jugendlichen eine S imme geben . Junge Menschen in e schwe - en Lebenslagen b auchen ak uell meh denn je eine Le numgebung, in de ih e Bedü nisse sensibel wah genommen we den, Beziehungen e lässlich sind und ih e Po enziale die Kons uk ion on Bildungsp ozessen bes immen . Möge in diesem Sinne das Buch iele Lese innen und Lese inden und iel- äl ige Impulse in Schulen, in de Aus-, Fo - und Wei e bildung on Leh pe - sonen und de Bildungspoli ik se zen . S u ga , im Juni 2025 Hube Haaga Minis e ial a , Kul usminis e ium Baden-Wü embe g 15 Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel Ch onische E k ankungen und Schule: Rele anz, He aus o de ungen, Pe spek i en–eine Hin üh ung Rele anz des Themas und Zielse zung des Bandes De o liegende Band e olg das Ziel, Leh pe sonen und wissenscha lich Tä ige um assend ü die pädagogischen He aus o de ungen und Chancen im Kon ex ch onische E k ankungen zu sensibilisie en und konk e e Hand- lungsmöglichkei en au zuzeigen . Ch onische K ankhei en en wickeln sich meis schleichend ode schubweise und bes ehen übe einen länge en Zei - aum ode lebenslang . Sie sind häu ig nich heilba , beein äch igen daue ha die kö pe liche, psychische und soziale Teilhabe de Be o enen und e o - de n s a ku a i e Hil en o angig symp omlinde nde, pallia i e und un e - s ü zende Maßnahmen (Fange au&F anzkowiak, 2022) . Die hohe Rele anz dieses Themas zeig sich in ak uellen S udien: E wa ein Fün el alle Kinde und Jugendlichen im deu schsp achigen Raum leiden an eine ch onischen E k ankung . De neues e Gesundhei sbe ich aus Ös e - eich zeig , dass sich die Zahlen on 14,5%au as 20%ges eige haben (Winkle u . a . 2024) . Ch onische E k ankungen können un e schiedliche Be- eiche des Kö pe s be e en, wie das O gansys em, den S o wechsel (z . B . Diabe es) ode die Immunabweh (z . B . Alle gien), und können–wie be ei s e wähn  – übe Mona e hinweg ode soga lebenslang bes ehen bleiben (E schenbe g 2006) . Die s eigenden Zahlen de e k ank en Kinde und Ju- gendlichen, die an Übe gewich , Adiposi as und Dep essionen leiden, allen hie besonde s au (Winkle u . a . 2024) . Au g und de Ta sache, dass sich in jede Klasse be ei s du chschni lich ie Kinde bzw . Jugendliche mi eine ch onischen E k ankung be inden (Felde -Puig u . a . 2023), bes eh d ingende Handlungsbeda , um Leh pe sonen au diese Viel al o zube ei en . Inklusion wi d im schulischen Kon ex häu ig au kö pe liche Beein äch igun- gen–insbesonde e au Einsch änkungen de Mobili ä – eduzie gedach . Dabei bleib o unbe ücksich ig , dass auch ch onische E k ankungen spezi- ische Anpassungen und Un e s ü zungsmaßnahmen im schulischen All ag e o de n (Domsch& on Domsch 2024) . Besonde s zu beach en is , dass doi .o g/10 .35468/6197-01 16 Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel ch onische E k ankungen häu ig nich unmi elba sich ba sind und dennoch den Schulall ag im Beda s all e heblich beein lussen . Is ein Kind mi eine ch onischen E k ankung Teil de Le ng uppe, sind Leh - pe sonen ge o de , ih e Un e ich so ganisa ion in iel äl ige Weise zu mo- di izie en (Dos San os Gomes 2023) . Dazu zählen un e ande em die Be ück- sich igung zusä zliche Pausen, die Au sich bei de Medikamen eneinnahme, die Planung und Du ch üh ung on Aus lügen und Ve ans al ungen, die Kompensa ion on Fehlzei en, die Beach ung spezielle E näh ungsbedü - nisse bei schulischen Feie lichkei en sowie eine angepass e Ges al ung on Leis ungsübe p ü ungen (Damm 2015) . Es sei jedoch be on , dass nich jedes K ankhei sbild au oma isch um ang- eiche Anpassungen e o de . In ielen Fällen genüg es, wenn Leh pe so- nen übe die gesundhei lichen Auswi kungen in o mie und in de Lage sind, si ua ionsangemessen und p o essionell zu handeln (ebd . 2015) . Dies e deu - lich die No wendigkei , Leh pe sonen ü die spezi ischen An o de ungen ch onische E k ankungen zu sensibilisie en und sie mi dem e o de lichen Wissen auszus a en, um im schulischen All ag achlich undie und si ua- ionsge ech agie en zu können . Übe sich übe den Au bau und die hema ischen Schwe punk e De o liegende Band is in ün Abschni e gegliede . Die Einlei ung bie e einen Übe blick übe zen ale Beg i e, P ä alenzen, He aus o de ungen so- wie übe ö de liche Bedingungen und En wicklungsbeda e im Kon ex de schulischen Inklusion on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k an- kungen . De zwei e Abschni widme sich de Bedeu ung eine bedü niso i- en ie en Hal ung gegenübe E ziehungsbe ech ig en, de Be ücksich igung kul u elle Konzep e on K ankhei sowie den dami e bundenen He aus- o de ungen, Chancen und möglichen Lösungsansä zen im schulischen All- ag . Im d i en Abschni s ehen p axiso ien ie e Bei äge zu e schiedenen Handlungs elde n im Umgang mi ch onischen E k ankungen im Mi elpunk . Diese en hal en konk e e me hodische Zugänge und S a egien, die Leh pe - sonen bei de Ges al ung eines inklusi en Schulall ags un e s ü zen können . Ein ie e Abschni ass wei e e Implika ionen ü die Inklusionspädagogik im Kon ex ch onische E k ankungen zusammen . Dabei wi d un e ande em das Konzep des epis emischen Ve auens sowie die No wendigkei de Ve - anke ung eine Pädagogik bei K ankhei im (inklusions-)pädagogischen Dis- ku s inne halb on Ausbildung und schulische P axis hema isie . De ün e Abschni leg den Fokus au die Pe spek i en be o ene Kinde und Jugend- liche , die als Expe innen und Expe en ih e eigenen E k ankung ane kann we den, ak i in schulische En scheidungsp ozesse einbezogen und im Sinne pa izipa i e Fo schung auch als Mi o schende eingebunden we den sollen . doi .o g/10 .35468/6197-01 17 Ch onische E k ankungen und Schule Einige diese Bei äge we den du ch ein Bild eingelei e , das eine ku ze Übe - sich übe den jeweiligen A ikel lie e . Diese Bilde sind im Rahmen de an de Pädagogischen Hochschule Salzbu g s a ge undenen Tagung zum The- ma K ankhei und Schule im Jah 2024 en s anden . Eine Übe sich übe die Bei äge: Inklusion s ä ken–Zukun spe spek i en ü ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche e ö nen. Sa ah Mülle , Nicola Somme , Ma ina Hoanzl und Robe Langnickel Sa ah Mülle , Nicola Somme , Ma ina Hoanzl und Robe Langnickel gehen de F age nach: „Wie kann Inklusion gelingen, wenn Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen zu Schule gehen?“ De Bei ag beleuch e die pädagogischen, o ganisa o ischen und ech lichen He aus o de ungen, mi denen Leh pe sonen im Schulall ag kon on ie sind . Au G undlage ak uelle Fo schungse gebnisse we den zen ale Gelingensbedingungen wie kon inu- ie liche Fo bildung, mul ip o essionelle Zusammena bei und ech liche Si- che hei he ausgea bei e . Ein besonde e Fokus lieg da au , wie indi iduelle Bedü nisse e kann und schulische S uk u en so ges al e we den können, dass Teilhabe ü alle Schüle innen und Schüle möglich wi d . Das Kind mi dem He zen sehen. Kinde mi ch onischen E k ankungen und Exis enzielle Pädagogik. E a Ma ia Waibel Ma ia Waibel widme sich in ih em Bei ag de Beglei ung on Kinde n mi ch onischen E k ankungen und be on die No wendigkei , diese in ih e Ganzhei wah zunehmen . Zen ale Bedeu ung komm dabei de Hal ung de im Sys em be eilig en Leh pe sonen zu . Im Mi elpunk s eh die aus de Exis- enziellen Pädagogik s ammende F age: Was b auch dieses Kind je z on mi ? Diese F age e weis au eine pädagogische G undhal ung des An wo - ens: Kinde n soll e mi eine Hal ung de O enhei begegne we den . Dabei is es wesen lich, dass Leh pe sonen mi ih em eigenen au hen ischen Ich in Kon ak sind, um eine Begegnung au Augenhöhe zu e möglichen . Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse: Mul ipe spek i ische Einblicke ü Pädagoginnen und Pädagogen. He be He bs He be He bs be ach e Gesundhei und K ankhei mi Blick du ch eine kul- u elle Linse und weis au Un e schiede und Ande sa igkei en e schiedene Bewäl igungss a egien hin . Da aus esul ie end s eig de We ü gelingende und e ek i e Kommunika ionsme hoden zwischen Fachk ä en und Pa ien in- nen bzw . Pa ien en . Hie bei e weis He bs sowohl au die Bedeu ung e ba- le als auch non e bale Kommunika ions o men . Hinzu kommen die un e doi .o g/10 .35468/6197-01 18 Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel schiedlichen No men, We e und Handlungen, die Ein luss au das jeweilige Gesundhei s e hal en haben . Eine kul u sensi i e Hal ung scha es hie , eine B ücke zwischen Be o enen und Beglei e innen bzw . Beglei e n zu bauen . Ch onisch k ank in de Schule: He aus o de ungen, Chancen und Lösungsansä ze aus medizinische Pe spek i e. Ch is iane Die enbach und Michael S. U schi z Ch is iane Die enbach und Michael S. U schi z analysie en die s eigende Anzahl on Schüle innen und Schüle n mi ch onischen E k ankungen aus epidemio- logische , soziale und medizinische Sich . Sie besch eiben die Schwie igkei , diese Dynamik in Be euungsein ich ungen und Ganz agsbe euungen im schulischen Kon ex ge ech zu we den und e weisen au empi ische Be un- de und Lösungsansä ze, die Beda e on ch onisch e k ank en Schüle innen und Schüle n un e s ü zen . Ch onische E k ankungen und Schule– Was die UN-Kinde ech skon en ion zu eine inklusi en Bildung bei agen kann. Tama a Reine Tama a Reine zeig au , was Kinde ech e mi K ankhei und Schule zu un ha- ben . Diese in de Ve assung es geleg en Rech e bilden eine gu e G undlage und O ien ie ung ü das Vo gehen im Schulall ag . Vo ausse zung hie ü is das Ve s ändnis diese Rech e, um ih e Anwendung in de P axis auszuüben und da- du ch den All ag de Schüle innen und Schüle mi E k ankungen zu e besse n . Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei –Pa izipa ion, Selbs bes immung und Empowe men . E win Di sios E win Di sios ich e seinen Blick au Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei und K ankhei . Aus diese s ä kenden Hal ung he aus e geben sich Ansä ze ü die besse e Zusammena bei zwi- schen Schule und Suppo ins i u ionen . Wei e we den Themen wie Umgang mi K ankhei , Le nschwie igkei en und soziale Isola ion disku ie . Falls udien zu Rein eg a ion nach einem K ankenhausau en hal we den besp ochen . Kindliche En wicklungs- und Ve hal enss ö ungen im Übe blick– Klassi ika ion und schulp ak ische Implika ionen. Ul ike Kipman, Emily Kaise und Saman ha Ba on Die Au o innen beschä igen sich mi de ühzei igen E kennung und sach- ge ech en Diagnos ik psychische und en wicklungsbezogene S ö ungen bei Kinde n und Jugendlichen . Sie besch eiben bekann e S ö ungsbilde im schu- lischen Kon ex . doi .o g/10 .35468/6197-01 19 Ch onische E k ankungen und Schule Umgang mi AD(H)S: Pädagogische Hil en, Un e s ü zungsangebo e und essou ceno ien ie e Fö de ansä ze. Melanie G eil und Ul ike Kipman Melanie G eil und Ul ike Kipman be assen sich mi dem K ankhei sbild AD(H)S und lie e n nach eine heo e ischen Ein üh ung p ak ische Beispiele aus dem pädagogischen All ag zu den Symp omen dieses E k ankungsbildes . Es we - den Lösungsmöglichkei en und Me hoden ü den Umgang mi Kinde n und Jugendlichen mi AD(H)S in eine G oßg uppe im Klassen aum o ges ell , die dabei hel en können, be o ene Schüle innen und Schüle gu zu beglei en . Die kindliche Angs s ö ung–Möglichkei en zu S ess eduk ion im Un e ich . Ul ike Kipman und Agnes Vogl Ul ike Kipman und Agnes Vogl se zen sich in ih em Bei ag um assend mi dem Thema Angs s ö ung auseinande , insbesonde e mi de en E scheinungs o - men und Auswi kungen im schulischen All ag . Anhand eines Fallbeispiels e - anschaulichen sie, wie schulische Rahmenbedingungen so ges al e we den können, dass be o ene Kinde en las e und in ih em All ag besse un e - s ü z we den . De A ikel g ei nach de Besch eibung eines ex e nalisie en- den S ö ungsbildes (AD(H)S) ein in e nalisie endes au –als mögliche Aus- p ägungen psychische E k ankungsbilde . Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen im Schulall ag. Impulse ü eine k ankhei ssensible Ges al ung on Schule und Un e ich . Ka ja Höglinge Ka ja Höglinge in o mie übe die ge ech e Be euung on Kinde n und Jugendlichen mi soma ischen E k ankungen im Un e ich . Medizinische G undlagen zu ausgewähl en soma ischen K ankhei sbilde n (z . B . Gelenk- heuma, Cys ische Fib ose) und de Aspek de (Un)-Sich ba kei soma ische E k ankungen we den disku ie . Da übe hinaus wi d da au eingegangen, wie Schüle innen und Schüle du ch eine k ankhei ssensible Un e ich sge- s al ung un e s ü z we den können . Assis i e Technologien ü Schüle innen und Schüle mi ch onisch soma ischen E k ankungen. Melanie Willke Melanie Willke s ell hie Technologien o , die Schüle innen und Schüle mi ch onisch soma ischen E k ankungen im schulischen All ag un e s ü zen . Die de zei bedeu ends en Technologien wie Apps, Ge ä e, So wa e und ande e Hil smi el we den un e e schiedenen Pe spek i en p äsen ie , be ach e und disku ie . doi .o g/10 .35468/6197-01 20 Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel K anksein als psycho-sozio-soma ische Ve auensk ise. S ephan Gingelmaie , Nicola-Hans Schwa ze , Di k on Boe iche und Tobias Nol e Die Au o en e s ehen K anksein als eine psycho-sozio-soma ische Ve - auensk ise . In ih em Bei ag be onen sie die Bedeu ung de Fö de ung de Men alisie ungs ähigkei on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E - k ankungen . Ziel is es, de en kö pe liche, psychische und soziale Ressou cen zu s ä ken und ihnen die E ah ung eines e lässlichen und e auens ollen Um elds zu e möglichen . We ? Was? Wie? Wo? Wa um? Pädagogik bei K ankhei im schulischen All ag–E ah ungen und Re lexionen aus de P axis. Ch is ine Walse und Mona Meis e Ch is ine Walse und Mona Meis e besch eiben in ih em A ikel Wege, wie mi He aus o de ungen, die sich du ch ch onische E k ankungen im schulischen All ag s ellen können, umgegangen we den kann, und schilde n g enzübe - g ei ende P ojek e . Den S immen de Kinde und Jugendlichen mi E k ankungen Raum ge- ben–Pe spek i en ü ech e Pa izipa ion in de Schule. Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel De A ikel be on die Bedeu ung, Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen als Expe innen und Expe en ih e Lebenswel anzue kennen und ih e Pe spek i en ak i in schulische En scheidungsp ozesse einzubezie- hen . Ech e Pa izipa ion e o de eine dialogische Hal ung sei ens de Schule sowie s uk u elle Bedingungen, die Mi sp ache und Mi ges al ung e mög- lichen–auch in Fo schungsp ozessen . Diese Band bie e undie es Hin e g undwissen, p axisnahe S a egien und we olle Impulse ü die Wei e en wicklung inklusi e S uk u en, mi dem Ziel, die schulische Teilhabe on ch onisch e k ank en Schüle innen und Schüle n nachhal ig zu e besse n . Die G undlage ü diese Publika ion bil- de e die im Jah 2024 e s mals an de Pädagogischen Hochschule Salzbu g S e an Zweig du chge üh e Tagung zum Thema K ankhei und Schule, ü de en Abhal ung wi he zlich danken . Unse besonde e Dank gil allen Au o innen und Au o en, die mi ih em En- gagemen und ih e Expe ise einen wich igen Bei ag leis en, um das The- ma ch onische E k ankungen im schulischen Kon ex s ä ke in den Fokus zu ücken . Ebenso möch en wi uns bei allen Teilnehmenden de Tagung be- danken, de en In e esse und Aus ausch das Ve s ändnis ü die komplexen doi .o g/10 .35468/6197-01 21 Ch onische E k ankungen und Schule He aus o de ungen und Chancen de schulischen Inklusion on e k ank en Kinde n und Jugendlichen be eiche haben . Da übe hinaus danken wi de Ös e eichischen Gesellscha ü Diabe es (ÖDG) und de Ös e eichischen Gesellscha ü Kinde - und Jugendmedizin (ÖGKJ) ü die Un e s ü zung beim G aphic Reco ding . De Pädagogischen Hochschule Luze n danken wi ü die Finanzie ung de Publika ion du ch den Open Access Publika ions ond wie auch de Schweize S i ung Mo e ia, die das P ojek Pädagogik bei K ankhei und Spi alschulpädagogik (Pb-KuS, Mo e ia-P ojek numme : 2023-1-CH01-IP-0055) im Rahmen dessen die Pu- blika ion en s anden is , un e s ü z ha . Wi ho en, dass diese Band wei e e pädagogische Fachpe sonen und Ins i u io- nen ü die Bedeu ung ch onische E k ankungen sensibilisie und dazu mo i ie , den inklusi en Gedanken im Schulall ag wei e zu e olgen und umzuse zen . Viel F eude beim Lesen! Die He ausgebe innen und He ausgebe Nicola Somme , Sa ah Mülle und Robe Langnickel Li e a u Damm, L . (2015): Kinde mi ch onischen E k ankungen in de Schule . In: P . Fich enbaue (H sg .): Das ch onisch k anke Kind im Schulsys em . Ve ans al ung Palais Eps ein . Wien: Sch i en eihe de Volksanwal scha , 31-48 . Domsch, H .& on Domsch, S . (2023): K ank sein dü en: Pe sönliche und schulpsychologische Einblicke in das K anksein in de Schule . Le nende Schule 2023 (103), 17-21 . Dos San os Gomes, L . A . (H sg .) . (2023): Pädagogik–K ankhei –Inklusion . Sind Leh am ss u- die ende ü die p o essionelle A bei mi ch onisch e k ank en Schüle innen und Schüle n o be ei e ? München: Open Access LMU . E schenbe g, K . (2006): Ch onische E k ankungen als P oblem und Thema in Schule und Un e - ich : Hand eichung ü Leh e innen und Leh e de Klassen 1 bis 10 . Gesundhei se ziehung und Schule . Reihe Gesundhei se ziehung und Schule . Köln: Bundeszen ale ü Gesundhei - liche Au klä ung . Fange au, H .&F anzkowiak, P . (2022): K ankhei . In: Bundeszen ale ü gesundhei liche Au - klä ung (BZgA) . (H sg .): Lei beg i e de Gesundhei s ö de ung und P ä en ion . Glossa zu Konzep en, S a egien und Me hoden . Felde -Puig, R ., Teu sch, F .&Winkle , R . (2023): Gesundhei und Gesundhei s e hal en on ös e - eichischen Schüle innen und Schüle n . E gebnisse des WHO-HBSC-Su ey 2021/22 . Wien: BMSGPK . Winkle , P ., Ecke , S ., Delcou , J ., Ke n, D .&Nowo ny, M . (2024): Gesundhei sbe ich Kinde und Jugendliche . Übe blick übe ch onische K ankhei en–Adiposi as–Dep ession . Wien: Bundes- minis e ium ü Soziales, Gesundhei , P lege und Konsumen enschu z (BMSGPK) . doi .o g/10 .35468/6197-01 Inklusion s ä ken– Zukun spe spek i en ü ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche e ö nen 30 Sa ah Mülle , Nicola Somme , Ma ina Hoanzl und Robe Langnickel Beglei ung un e de Ressou cennu zung alle zu e möglichen (ebda . 2023) . Nich zu e gessen is die Einbeziehung de e ziehungsbe ech ig en Pe sonen, die mi ih en mi geb ach en Ressou cen gesundhei liche In o ma ionen eilen und schulische P ozesse e leich e n können (Wal e -Klose 2012) . Auch die soziale Teilhabe in de Klassengemeinscha is ü eine nachhal i- ge Bewäl igung de Inklusion ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle seh wich ig (Seile -Kesselheim&Wal e -Klose 2023) . Be inden sich Schüle- innen und Schüle übe einen länge en Zei aum in eine Schule ü K anke, Klinik-/Spi alschule bzw . Heils ä enschule ode benö igen sie au g und on Selbs - ode F emdge äh dung spezi ische Le no e, so is au eine beglei e e Rein eg a ion zu ach en, wobei hie de E olg zum G oß eil an de Koope- a ion mi den S ammschulen häng . Wei e e wich ige schulische Fak o en s ellen einen angepass en Um ang de S undenzahl im Un e ich , Gesp äche mi den E ziehungsbe ech ig en und be ei s im Vo eld o ganisie e e ein- zel e Schulbesuche da (Cas ello&Pülschen 2018) . Abe auch die in e disziplinä e Koope a ion is ü eine gelingende Inklusion on ges eige e Bedeu ung . Dazu gehö de Schulpsychologische Diens ebenso wie die Zusammena bei mi sozialen und sonde pädagogischen Diens en, mi IT- und medienpädagogischen Be a e innen und Be a e n ü eine passungsgenaue Teilhabeassis enz, z . B . du ch A a a e, abe auch mi Schul e wal ungsbehö den, wenn es z . B . um den k ankhei sbeding en Nach eilsausgleich geh . Daue ha wich ig bleib die Koope a ion mi dem Gesundhei sbe eich . Beispielsweise kann medizinisches, p lege isches und he apeu isches Pe sonal zu besonde en Chance bei Heima schulbesuchen we den, wenn das e k ank e Kind in de en Beglei ung nach lange Abwe- senhei wiede in die Klasse zu ückkeh . Expe innen und Expe en können dabei un e s ü zen, So gen und Ängs e alle Be eilig en in inklusi en P ozes- sen asch und nachhal ig klä en . Dies e leich e das Ankommen und die Au - nahme des e k ank en Kindes eno m (Sch oede u . a . 2000) . In e disziplinä e Koope a ion im Feld eine Pädagogik bei K ankhei komm dann nich nu dem e k ank en Kind zugu e, sonde n auch den Leh pe sonen und de Schul- lei ung . Inklusi e Beschulung geling nu , wenn Schule sich als Teil eines in e diszip- linä en Ne zwe kes e s eh (S aa sins i u ü Schulquali ä und Bildungs o - schung München 2020) . Die e schiedenen En wicklungs elde zeigen deu lich, dass wei e hin e - hebliche Handlungsbeda bes eh . Doch ch onische E k ankungen sind nich ausschließlich de izi ä zu be ach en, sonde n bie en auch Chancen zu En wicklung spezi ische Bewäl igungss a egien ü die Schüle innen und Schüle . Kinde mi ch onischen E k ankungen le nen ühzei ig Bewäl i- gungss a egien, um den He aus o de ungen ih e E k ankung zu begegnen doi .o g/10 .35468/6197-02 31 Zum S ellenwe on Inklusion (Lohaus&Hein ichs 2013) und Mi schüle innen und Mi schüle we den ü die Thema ik E k ankung bzw . de en Auswi kungen sensibilisie . Fazi und Ausblick Aus den oben zusammenge ass en E kenn nissen e geben sich wich ige En - wicklungs elde ü einen nachhal igen Umgang mi ch onischen E k ankun- gen: Meine s u . a . (2023) besch eiben, welche Be eiche ü be eilig e Leh pe sonen im Umgang mi ch onischen E k ankungen als wich ig emp unden we den . Da un e be inden sich In o ma ionen und Fachwissen ü die Beglei ung pä- dagogische Diagnos ik, um den Schulall ag besse zu s uk u ie en . Danach olg das Wissen um eine angepass e und indi iduelle Fö de ung und das Ges al en eils auch ku z is ige Beziehungen zu den Schüle innen und Schü- le n . Belange, welche die o ganisa o ischen Rahmenbedingungen be e en, sowie Skills zum Thema Be a ung und Kommunika ion, müssen auch ins Cu - iculum mi ein ließen . Zusä zlich sollen sich Leh pe sonen sowohl pe sönlich als auch sozial wei e en wickeln (ebd . 2023) . An einigen Hochschulen und Uni e si ä en im deu schsp achigen Raum is es mi le weile gelungen, das Thema Pädagogik bei K ankhei zu e anke n . Doch es beda nich nu eine Wei e en wicklung im Be eich de Aus-, Fo - und Wei e bildung, sonde n Leh pe sonen müssen übe ech liche Rahmenbedin- gungen Bescheid wissen, um Siche hei e ah en zu können . Zudem wä e eine allgemeine, ö en liche Be a ungss elle, an die sich Be o ene, de en Ange- hö ige und Pädagoginnen und Pädagogen wenden können, wünschenswe . P lege ische Assis enzen bzw . Fachk ä e aus dem P legebe eich wü den eine op imale Ve so gung im Be eich de Be euung on Kinde n und Jugendli- chen zusä zlich un e s ü zen . E s e Ve suche gib es be ei s in meh e en eu o- päischen Lände n, wie beispielsweise in Ös e eich du ch die mobile Kinde - k ankenp lege MOKI (Damm 2015) . In de o liegenden Da s ellung wu den ele an e Themenbe eiche skizzie , die im Kon ex on Inklusion im Hinblick au Kinde und Jugendliche mi ch o- nischen E k ankungen be ücksich ig we den soll en, um ech e Teilhabe zu gewäh leis en . Ch onische E k ankungen s ellen nich nu eine He aus o de- ung ü Schüle innen und Schüle sowie de en E ziehungsbe ech ig e da , sonde n auch ü Leh pe sonen . Ein ach same Umgang im o ganisa o ischen und inhal lichen Be eich kann allen Be o enen Un e s ü zung bie en . Hie bei sind e wei e e Fo bildungsangebo e und zusä zliche pe sonelle Ressou cen on e hebliche Bedeu ung, um die Leh pe sonen in ih e Tä igkei zu en las- en und ih e Handlungskompe enz zu ö de n . doi .o g/10 .35468/6197-02 32 Sa ah Mülle , Nicola Somme , Ma ina Hoanzl und Robe Langnickel Li e a u Bundesminis e ium ü Bildung, Wissenscha und Fo schung (BMBWF) . (2019): Rundsch eiben N . 13/2019: Medizinische Laien ä igkei en, Übe agung ä z liche Tä igkei en an Leh pe so- nen, Ve hal en im No all . Geschä szahl: BMBWF-40 .000/0031-I/9/2018 . Online un e : Rund- sch eiben: 2019-13; BMBWF-40 .000/0031-I/9/2018; Medizinische Laien ä igkei en, Übe a- gung ä z liche Tä igkei en an Leh pe sonen, Ve hal en im No all . (Ab u da um: 06 .06 .2025) . Cas ello, A .&Pülschen, M . (2018): Un e ich an Klinikschulen in Schleswig-Hols ein . In: Zei - sch i ü Heilpädagogik 69 (7), 327-333 . Damm, L . (2015): Kinde mi ch onischen E k ankungen in de Schule . In: P . 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(Ab u am: 07 .07 .2025) . Wal e -Klose, C . (2012): Kinde und Jugendliche mi Kö pe behinde ung im gemeinsamen Un- e ich : Be unde aus na ionale und in e na ionale Bildungs o schung und ih e Bedeu ung ü Inklusion und Schulen wicklung [Disse a ion, Julius-Maximilians-Uni e si ä Wü zbu g] . Wü zbu g: Wü zbu g Uni e si y P ess . We gen, A und Scheid, C . (2014): Ch onisch k anke Schüle :innen ein hema ische Ab iss . In: Fli ne , E ., Os kämpe , F ., Scheid, C .&We gen, A . (H sg .) . Ch onisch k anke Kinde in de Schule . S u ga : Kohlhamme Ve lag, 21-22 . doi .o g/10 .35468/6197-02 33 Zum S ellenwe on Inklusion Au o innen und Au o en Somme , Nicola, MSc Dipl.Päd. D .in O cid 0000-0001-8101-0152 Pädagogische Hochschule Salzbu g, Ins i u ü Bildungswissenscha en Leh e und Fo schung zu Pädagogik bei K ankhei , K isenin e en ion, Gewal p ä en ion, Gesundhei s ö de ung nicola .somme @phsalzbu g .a Mülle , Sa ah, BEd, MEd. Pädagogische Hochschule Salzbu g P ima s u enpädagogin, de zei Inklusionspädagogin, Leh ende und Fo schende, psychosoziale Be a e in, Fo bildung in exis enzielle Pädagogik und Imagina ionsbe a ung . sa ah1 .muelle @phsalzbu g .ac .a Langnickel, Robe , D . O cid 0000-0002-4265-0103 Pädagogische Hochschule Luze n, Ins i u ü Di e si ä und inklusi e Bildung (IDB) Pädagogische Hochschule Salzbu g, Gas p o esso Pädagogik bei K ankhei ; In e en ion und P ä en ion bei in e nalisie enden und ex e nalisie enden Au älligkei en; Psychoanaly ische Pädagogik obe .langnickel@phlu .ch Hoanzl, Ma ina, AOR Mag.a D .in Pädagogische Hochschule Ludwigsbu g, Fakul ä ü Teilhabewissenscha en, Fö de schwe punk soziale und emo ionale En wicklung (Pädagogik/Didak ik) Pädagogik bei K ankhei , beziehungsbasie e Le np ozesse, exis enzielle Themen in de Pädagogik, Geschwis e o schung Hoanzl@ph-ludwigsbu g .de doi .o g/10 .35468/6197-02 Theo e ische und konzep ionelle G undlagen eine Pädagogik ch onische E k ankungen 37 E a Ma ia Waibel Das Kind mi dem He zen sehen. Kinde mi ch onischen E k ankungen und Exis enzielle Pädagogik Abs ac Die F age, ob sich die Exis enzielle Pädagogik auch im Kon ex ch onische E k ankungen, Behinde ungen, soziale Benach eiligung ode he aus o - de nde Ve hal ensweisen anwenden läss , is kla zu bejahen . Ge ade in solchen pädagogisch besonde s he aus o de nden Si ua ionen en al e diese Ansa z sein olles Po enzial und zeig seine besonde en S ä ken . Da- bei handel es sich jedoch nich um eine spezi isch modi izie e Fo m de doi .o g/10 .35468/6197-03 38 E a Ma ia Waibel Exis enziellen Pädagogik ü einzelne Zielg uppen . Vielmeh be uhen ih e Wi ksamkei und T ag ähigkei au denselben an h opologischen G und- hal ungen, konzep uellen Zugängen und pädagogischen P inzipien, die ü alle Kinde –und g undsä zlich ü alle Menschen–Gül igkei haben . Als besonde s wi ksam e weis sich die phänomenologische Hal ung (Waibel 2017a) . Sie möch e das Kind in seine ganzen Pe sönlichkei wah nehmen und e s ehen . Die zen ale exis enziell-pädagogische Lei age ass dies zusammen: „Was b auch dieses Kind je z on mi ?“ (Waibel 2022, 46) . Zudem un e s ü z diese Hal ung E ziehende da in, das jeweils einziga ige und einmalige Kind in seine jeweiligen speziellen Si ua ion zu sehen, abe auch sich selbs als E ziehende mi den eigenen au hen ischen Ideen und Vo s ellungen einzub ingen . Dadu ch e ie sich die Beziehung und das zwischenmenschliche Vo gehen e ände sich . Die olgenden Aus üh un- gen geben einen Einblick in die speziellen S ä ken de Exis enziellen Päd- agogik . Doch zunächs olgen einige Vo beme kungen zu Gesundhei und K ankhei aus exis enzielle Pe spek i e . Keywo ds: Menschenbild; G undmo i a ionen; phänomenologisches An- agen; au hen ische S ellungnahme; An wo hal ung Gesundhei und K ankhei : Die exis enzielle Pe spek i e Wenn Gesundhei als kö pe liches, psychisches, men ales und soziales Wohl- be inden de inie wi d, s eh diese Vo s ellung in de T adi ion on An ono s- ky (1989) . E e s eh Gesundhei um assend und nich als e nes Ziel, sonde n als Bes and eil des Lebens und als ägliches Ringen da um . Ebenso schließ diese Ansa z ein, dass sich die un e schiedlichen Teilbe eiche on Gesundhei und K ankhei gegensei ig beein lussen . Aus exis enzielle Sich bedeu e Ge- sundhei meh als nu das Fehlen on K ankhei . Sie besch eib die Fähigkei , das eigene Leben zu ges al en und mi K ankhei en ode Schwie igkei en gu umgehen zu le nen (Waibel 1994) . So gesehen können wede Gesundhei noch K ankhei als s a ische Zus ände es gemach we den . Gesundhei läss sich auch nich nu als Abwesenhei on K ankhei ode Behinde ung de inie- en . Imme be inde sich de Mensch zwischen Gesundhei und K ankhei , au eine gedach en Linie jeweils nähe beim einen ode beim ande en Pol . Kein Mensch is absolu gesund ode absolu k ank, auch Kinde mi ch onischen E k ankungen ode Behinde ungen nich . Ebenso können kö pe lich gesunde Kinde mögliche weise un e Einsch änkungen in den ande en Gesundhei s- be eichen leiden, genauso wie Kinde mi kö pe lichen E k ankungen in den ande en Teilbe eichen wei gehend gesund sein können . doi .o g/10 .35468/6197-03 39 Das Kind mi dem He zen sehen Ch onische E k ankung: Eine Fo m de Behinde ung Jede E k ankung beein äch ig –zumindes zei weise–den eigenen Lebens- ollzug . Eine ch onische E k ankung sch änk das eigene Leben länge is ig und meis noch meh ein und wi d so o zu eine (sekundä en) Behinde ung . Behinde ungen und ch onische E k ankungen können–unabhängig on ih- e Schwe e–sich ba ode unsich ba –sein . Jeden alls s ellen sie eine daue - ha e Beein äch igung au g und kö pe liche , geis ige ode seelische Leiden da (Kelle &No ak 1979) . Es kann Vo -, abe auch Nach eil sein, dass iele ch onische E k ankungen sich nach außen unau ällige zeigen als kö pe li- che Behinde ungen . Fü beide, E k ankung und Behinde ung gil : Sie können es Kinde n e schwe en, ih e eigenen Po enziale zu en al en und ih e Aus- d ucksmöglichkei en einsch änken . Beg enz e Möglichkei en e ah en Kinde mi Behinde ung ode ch onischen E k ankungen auch du ch bewuss e und unbewuss e Ausg enzung sei ens ih es Um elds ode de Gesellscha . Nich nu deshalb is es wich ig, Kinde nich au Diagnosen es zulegen, sonde n auch, weil Kinde imme meh sind als ih e Behinde ung ode (ch onische) E k ankung . En scheidend is ohnehin, wie sie mi ih e E k ankung bzw . Be- hinde ung umgehen . Kinde mi ch onischen E k ankungen: Einsch änkung du ch sekundä e Behinde ung Neben eine meh ode wenige belas enden E k ankung e leben Kinde eine solche sekundä e Behinde ung o als zusä zlichen S olpe s ein ü ih e Lebens- möglichkei en, die es zu e meiden gil . Kommen noch Ablehnung ode ga Ve nachlässigung du ch die Umwel hinzu, manchmal soga on Sei en de El e n, e lie en junge Menschen noch meh Boden in de Wel . Auch das Ge- gen eil, nämlich Übe behü ung, Ve wöhnung ode Gängelung (Kelle &No- ak 1979) kann zu eine Übe höhung des Ich, abe auch zu Resigna ion üh en . All dies hil Kinde n nich , ih em Leben gene ell und den speziellen He aus o de ungen du ch ih e E k ankung zu begegnen (ebd . 1979) . Auswei- en läss sich de Blick au (ch onische) E k ankungen und Behinde ung du ch gesundhei s ö de nde Pe spek i en . Ziel de Gesundhei s ö de ung: En al ung de Lebensk ä e Gesundhei s ö de ung be i alle Menschen, eine lei an welchem Punk de gedach en Linie zwischen den beiden Polen on K ankhei und Gesundhei sie sich be inden . Sie se z nich an De izi en, sonde n an den gesunden An eilen an, die ge ö de we den . Ih Ansp uch is es, ausgehend on den Gegebenhei- en au eine möglichs um assende Gesundhei hinzuwi ken, wissend, dass sich doi .o g/10 .35468/6197-03 46 E a Ma ia Waibel ü sich selbs s immige An wo au eine o gegebene unabände liche Si ua- ion (beispielsweise eine ch onische E k ankung, …) in Fo m eine Eins el- lung zu inden . Wie schon un e de An wo hal ung angesp ochen, wä e es eine Möglichkei ü den Menschen, sich (s)einem Leiden, (s)eine Schuld, (s) einem schwe en Schicksalsschlag nich un e zuo dnen, sonde n einen lebens- ö de lichen Umgang dami zu inden . Vo ausse zung da ü –wie auch bei jede S ellungnahme–is die Fähigkei zu Selbs dis anzie ung . Ansä ze dazu sind bei Kinde n schon o dem d i en Lebensjah e kennba (S einbache 2016) . Pe sonale We e e schließen sich den E ziehenden nich nu du ch An- agen . Auch du ch Hinschauen, Hinhö en und Hinspü en lassen sich be ei s bei Babys wesen liche Vo lieben und bedeu same Anliegen e kennen . In je- dem Fall gil : Zu wissen, du ch welche pe sonalen We e das einzelne Kind angesp ochen wi d, läss iel on seinem Wesen e ah en und e ahnen und hil , das Kind besse zu e s ehen . Du ch die Ve wi klichung on pe sonalen We en, den dami zusammenhängenden Tä igkei en und dem dazugehö en- den E leben e äh de Mensch zudem E üllung und Sinn . So gesehen sind pe sonale We e in eine exis enziell ausge ich e en Pädagogik zen al . Exis- enziell E ziehende beglei en junge Menschen dahe zum einen da in, das, was Kinde ansp ich , e ns zu nehmen, zum ande en da in, s immige An wo - en au die F agen des Lebens zu inden . Exis enzielle Pädagogik: Im Wesen lichen eine Hal ung Be ei s aus dem bishe Da geleg en wi d deu lich, dass die Exis enzielle Pä- dagogik im Wesen lichen au eine Hal ung ( gl . auch Waibel 2022) be uh , die dem Kind au Augenhöhe begegne und es in seinem je eigenen Wesen und in seinen Bedü nissen zu e kennen ach e 1 . E ziehende, die sich on diesen G undannahmen inspi ie ühlen, sowie sich mi dem exis enziellen Ve s ändnis om Menschen und dem exis enziellen Ge üs de G undbedü - nisse auseinande se zen, wachsen imme meh in eine solche Hal ung hinein . Exis enziell a bei ende E ziehende sind dahe da an zu e kennen, dass sie den (jungen) Menschen mi O enhei begegnen . Sie sind in e essie an ih e ein- maligen und einziga igen Pe son (Waibel 2022), an ih en We en und Zielen, an all dem, was Kinde n wich ig is . Sie agen die Kinde an . Sie sind nich o angig am Funk ionie en de Kinde in e essie , sonde n an de pe sona- len Begegnung on Pe son zu Pe son . E ziehende, die on diesem Ve s änd- nis om Kind ge agen sind und die En wicklungse o de nisse und G und- 1 Wünsche und Bedü nisse zu kennen, bedeu e nich , dass diese jede zei e üll we den soll- en . Pädagogisches Vo gehen wi d auch wesen lich dadu ch bes imm , was E ziehende in de jeweiligen Si ua ion und au Daue als ziel üh end und nachhal ig ansehen . doi .o g/10 .35468/6197-03 47 Das Kind mi dem He zen sehen bedü nisse on Kinde n au nehmen, ohne ih e eigenen zu e nachlässigen, se zen wesen liche Elemen e de Exis enziellen Pädagogik um . En wicklungse o de nisse und G undbedü nisse: Eine Hin e g undma ix Was e s eh die Exis enzanalyse und dami die Exis enzielle Pädagogik un e G undbedü nissen? G undbedü nisse sind g undlegende, zu s illende S ebun- gen, die–aus exis enzielle Sich –das Fundamen ü ein e üll es Leben bil- den . Die exis enziellen G undbedü nisse o dne e Al ied Längle ie G uppen zu (2008) . Diese können auch als um assende Lebens hemen ode Lebens agen gesehen we den, weil sie Menschen im Ve lau e ih es Lebens beglei en und sie imme wiede –besonde s in he aus o de nden Lebenssi ua ionen–kon on- ie en . Es sind die ie g undlegenden F agen: Wo bin ich (siche )? Wie is mein Leben und wie soll es sein? We bin ich und we will ich sein? Wozu will ich da sein? (Längle 2008) . Diese G und agen kennzeichnen gleichzei ig die G undbe- dingungen menschlichen Lebens . Längle bezeichne sie als die G undmo i a io- nen des Menschen, da sie die G undlage ü die Umse zung eines gu en Lebens und die Ve wi klichung des eigenen Sinns bilden (ebd . 2013) . Die ie G undmo i a ionen Die ie G undmo i a ionen bilden sich in ie g oßen Themen ab, e s ens meine Wel , zwei ens mein Leben, d i ens mein Selbs und ie ens mein Sinn (Längle 2008) . Unse (o agiles) In-de -Wel -Sein weck unse Bedü nis nach Siche hei . In unse em Leben en s ehen du ch Beziehungen und Dialog Lebendigkei und Wä me . Das gil auch ü unse en Aus ausch mi de Wel . Zum Selbs -sein-Dü en und Wissen-Wollen, we ich bin, gesell sich die F a- ge nach unse e eigenen Iden i ä und Au hen izi ä und das Bedü nis nach Gesehen-We den im je Eigenen . Abge unde we den die Themen mi de F a- ge nach dem Sinn: Wozu bin ich hie , mi meinem Leben, in diese Wel ? (ebd . 2008) . Unse Sein is somi gekennzeichne du ch „ ie Lebens hemen, die gleichzei ig die G undbedingungen au zeigen, in denen de Mensch s eh , so- wie seine g undsä zlichen Mo i a ionsk ä e besch eiben“ (Waibel 2023, 176) . Alle diese G undbedü nisse en hal en jeweils d ei Baus eine, sodass schließ- lich zwöl Baus eine die Basis diese Bedü nispy amide bilden . Die Baus eine de G undbedü nisse Das e s e Bedü nis nach Siche hei en häl die Baus eine Raum, Schu z und Hal (Längle 2013; 2021; Längle&Kolzhey-Kunz 2008) . Fü Längle sind sie die Vo ausse zung, um gu in de Wel sein zu können . Du ch Schu z en s eh ein Ge ühl de Beheima ung, du ch Raum ein Ge ühl de O enhei und du ch doi .o g/10 .35468/6197-03 48 E a Ma ia Waibel Hal ein Ge ühl on Gelassenhei . E ah en Kinde genügend Raum, Schu z und Hal , en wickeln sie ein s abiles G und e auen . Das zwei e Bedü nis nach Dialog mi de Wel basie au den Baus einen Be- ziehung, Zei und Nähe . Beziehung okussie in diesem Fall nich nu au die Beziehung zu ande en Menschen, sonde n auch au die Beziehung zu Dingen, Tä igkei en, Themen in de Wel (die pe sonalen We e) sowie das spi i uelle ode gläubige Au gehoben-Sein . Beziehung, Zei und Nähe sind mi Emo io- nen wie Be üh ung, Ge ühl und Wä me e bunden . We den Kinde n diese E ah ungen zu eil und gehen sie ak i au diese zu, en s eh eine G undbe- ziehung zum Leben, die sie das eigene Leben als gu emp inden läss und in de Exis enzanalyse auch als G undwe bezeichne wi d . Das d i e Bedü nis nach Selbs -sein-Dü en se z die Baus eine Beach ung du ch Wah ung de (eigenen) G enzen, Ge ech igkei du ch Fes igkei und Au- o i ä sowie We schä zung du ch Ane kennung des Eigenen o aus . Geling dies, so en s eh de Selbs we . Das ie e Bedü nis schließlich e o de die Baus eine mögliche Tä igkei s el- de , abe auch S uk u en zu O ien ie ung sowie das Wah nehmen pe sonale We e . Kann de Mensch diesen nachgehen, en s eh das Ge ühl, in seinem Leben Sinn olles umzuse zen . Diese seh ku ze Einblick en häl nu einen Teil de gesam en Landka e . Alle Baus eine können nochmals in Hinblick au das Menschenbild au geglie- de we den, nämlich in die kö pe liche, psychische und geis ige Dimension (Längle 2008; 2013; 2021)2 . Fes hal en läss sich: Diese ie Lebens hemen, G undbedü nisse, G undbe- dingungen ode G undmo i a ionen bilden das „Ge üs de Exis enz“ (Längle 2013, 72) . Sie sind zugleich eine Hin e g undma ix ü E ziehende, aus denen diese ih p ak isches Handeln ablei en können . Diese Landka e de wesen - lichen En wicklungse o de nisse e möglich es E ziehenden zudem, Kinde in ih en Bedü nissen au zu angen, abe auch „Ve hal ensau älligkei en p ä- en i und ak uell zu begegnen“ (Waibel 2023, 177) . In diesen Lebens hemen e olg ü Kinde und E ziehende die Auseinande se zung mi de Außenwel und de Innenwel . Sie un e s ü zen Kinde und E ziehende da in, in einen gu en Umgang mi ih em Leben zu kommen . Die G undbedü nisse sind bei allen Kinde n und Menschen gleich, gel en in e höh em Maße abe ü Kinde mi ch onischen E k ankungen und de en Be euungspe sonen3 . 2 Die Ähnlichkei zwischen de Maslow´schen Bedü nispy amide und den ie G undmo i a io- nen s ü z die on beiden Fo sche n jeweils als essenziell e kann en Baus eine . Eine wesen li- che S ä ke de Längle´schen Konzep ion is ih e wissenscha liche Validie ung, ih e Tie e sowie ih e wei in die B ei e eichende, de aillie e Ve äs elung . 3 Ge ade El e n und Be euungspe sonen on Kinde n mi ch onischen E k ankungen we den e mu lich eben alls in ih en G undbedü nissen und G und agen ges ü z we den müssen . doi .o g/10 .35468/6197-03 49 Das Kind mi dem He zen sehen Die G undbedü nisse: Empowe men bei Kinde n mi ch onischen E k ankungen Im Falle on Kinde n mi ch onischen E k ankungen we den die Bedü nisse nach Schu z, Raum und Hal noch meh in den Vo de g und e en . Das Be- dü nis nach kö pe lichem Schu z wi d jeden alls zu beach en sein, um die E k ankung hin anzuhal en . Zum ande en wi d auch au den psychischen Schu z des Angenommen-Seins des Kindes in de E k ankung zu ach en sein . Ebenso wich ig wi d sein, einen O ode auch ein Thema zu haben ode zu scha en, in dem sich das Kind siche und gebo gen ühlen kann . Raum kann hie bedeu en, o z de E k ankung die O enhei on Menschen zu e leben, abe auch die Möglichkei zu e hal en, eigene und neue Wege zu gehen und nich du ch e en uelle Übe behü ung, Ve wöhnung (Waibel, 2017a) und Gängelung behinde zu we den . Hal geben könn e da in bes ehen, als E zie- hende selbs zum Anke ü das Kind zu we den . Hal geben kann bedeu en, das Kind da in zu un e s ü zen, au die E k ankung eine eigene s immige An - wo zu inden . Das kann Annehmen ode Aushal en sein, das kann auch ein T o zdem sein, abe keines alls im Sinne eines Ra -Schlags ode eine (no ma- i en) Vo gabe . Hal geben kann abe auch bedeu en, au Regelmäßigkei en (Jah eszei en, Ri uale, Fes e, S uk u en, …) zu ach en . Beziehungen hel en–nich nu , abe besonde s–in schwie igen Zei en . Da ü b auch es on Sei en de E ziehenden quali a i e Zei sowie ech e Zuwen- dung, die Nähe e möglich . Besonde e Bedeu ung we den auch Beziehungen des Kindes zu pe sonalen We en e hal en . Was inde das Kind spannend? Was mach es ge ne? Wo in geh es au , wenn es e was mach ? Was e üll es? Was is –auch angesich s de E k ankung–möglich? Schließlich will das Kind nich nu in seine E k ankung gesehen we den, son- de n ebenso in seinen ( o handenen) Po enzialen . Hie geh es da um, im Sinne des Empowe men s das Kind zu be ähigen, einen gu en Umgang mi sich in de E k ankung zu inden und gleichzei ig sein Leben–wenn mög- lich–nich allzu seh on de E k ankung beein lussen zu lassen . Abe auch ein Kind mi E k ankung b auch zu gegebene Zei Fes igkei on Sei en de E ziehenden und die Möglichkei , sich ( ielleich o allzu iel So ge ode Übe g i igkei ) abzug enzen . Ge ade auch Kinde mi ch onischen E k ankungen soll en ih e pe sonalen We e, diejenigen Themen und Dinge kennen, die sie besonde s ansp echen, die sie lebendig we den lassen . Und sie b auchen Tä igkei s elde , in denen sie sich beweisen können, in denen sie e was ausp obie en, ges al en und zu Ende b ingen können, am bes en in gemeinscha lichen S uk u en . doi .o g/10 .35468/6197-03 50 E a Ma ia Waibel Fazi Wo um geh es o angig bei Kinde n mi ch onischen E k ankungen? Eine ih e Bedingungen, in denen sie sich o inden, is ih e ch onische E k an- kung mi den jeweils gegebenen Einsch änkungen . Diese gil es ins Auge zu schauen, ih ealis isch zu begegnen, sie ideale weise anzunehmen ode aus- zuhal en . En scheidend is abe ge ade auch ü sie, dass sie ih eigenes Leben inne halb ih e Bedingungen so gu wie möglich ges al en, dass sie sich selbs in die Hand nehmen und das eigene Leben so wei wie machba in die eigene Hand nehmen . Ein solches Ziel wi d in de Exis enziellen Pädagogik im Dialog mi dem Kind umgese z . Li e a u An ono sky, A . (1997): Salu ogenese: Zu En mys i izie ung de Gesundhei . Tübingen: Deu sche Gesellscha ü Ve hal ens he apie (DGVT) . F ankl, V . 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Weinheim und Mün- chen: Bel z Ju en a, 54-85 . doi .o g/10 .35468/6197-03 51 Das Kind mi dem He zen sehen Au o in Waibel, E a Ma ia, Mag.a D .in Ins i u ü Exis enzielle Pädagogik Vo agende und Au o in, Lei e in des Ins i u s ü Exis enzielle Pädagogik, Bei ä in de GLE-I, Psycho he apeu in (Exis enzanalyse), Fo schung zu Exis enziellen Pädagogik, E ah ung in Leh e und Gesundhei s ö de ung waibele ama ia@gmail .com doi .o g/10 .35468/6197-03 52 He be He bs Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse Mul ipe spek i ische Einblicke ü Pädagoginnen und Pädagogen Abs ac Gesundhei und K ankhei sind nich allein biologische ode biomedizini- sche Zus ände, sonde n ie in kul u elle Kon ex e eingebe e . Wie Men- schen mi E k ankungen umgehen, was sie als gesund emp inden ode wie sie Hil e in Ansp uch nehmen, wi d maßgeblich du ch ih e kul u ellen P ä- gungen, sozialen E ah ungen und soziokul u ellen Rahmenbedingungen beein luss . Besonde s im Kon ex on Mig a ion zeig sich, dass kul u elle doi .o g/10 .35468/6197-04 53 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse Di e si ä eine zen ale He aus o de ung, abe auch Po enzial ü Bildungs- und Gesundhei sins i u ionen da s ell (Spallek&Razum 2021) . Im schulischen Se ing ücken dami F agen in den Fokus, wie Leh pe - sonen, Soziala bei ode P legek ä e in Bildungsein ich ungen den spezi- ischen gesundhei lichen Bedü nissen on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen ge ech we den können–insbesonde e dann, wenn diese du ch Mig a ion ode soziale Benach eiligung zusä zlich be- las e sind . Pädagogische Fachk ä e agie en dabei an de Schni s elle zwi- schen Bildung, Be euung und psychosoziale Beglei ung–und sind zuneh- mend ge o de , nich nu achlich, sonde n auch in e kul u ell kompe en zu handeln (Gundol 2024; Reune &G äße 2023) . De o liegende Bei ag nähe sich diese Thema ik aus eine in e diszipli- nä en Pe spek i e . E beleuch e , wie kul u elle Hin e g ünde das Ve s änd- nis on Gesundhei und K ankhei p ägen, welche s uk u ellen Hü den den Zugang zu Gesundhei sleis ungen ü mig ie e Kinde und Jugendliche e - schwe en und wie in e kul u elle Kommunika ion in Bildungs- und Gesund- hei sse ings gelingen kann . Abschließend wi d disku ie , wie du ch die Ve knüp ung pädagogische und gesundhei liche Ansä ze B ücken gebau we den können–hin zu eine inklusi e en, ge ech e en Ve so gung ü alle . Keywo ds: Kul u elle P ägung; Mig a ion und Gesundhei ; in e kul u elle Kompe enz; Chancengleichhei ; ch onische E k ankung Gesundhei und K ankhei –Beg i s e s ändnis Gesundhei is ein zen ale , abe keineswegs eindeu ig de inie e Beg i . In de All agssp ache wi d Gesundhei häu ig mi dem F eisein on K ank- hei gleichgese z . Die Wel gesundhei so ganisa ion (WHO 1948, zi ie nach F anzkowiak und Hu elmann 2022, Abs .4) ha diesen engen Zugang be- ei s üh hin e ag und ein ganzhei liches Gesundhei s e s ändnis o mu- lie : „[…] de Zus and des olls ändigen kö pe lichen, geis igen und sozialen Wohlbe indens und nich nu das F eisein on K ankhei und Geb echen“ . Diese Ansa z ha sich im gesundhei swissenscha lichen Disku s wei gehend e ablie und bilde die G undlage mode ne Gesundhei s ö de ung . T o z diese De ini ion bleib Gesundhei ein dynamisches Konzep , das sich je nach kul u ellem, sozialem und indi iduellem Kon ex un e schiedlich zeig . Was in eine Gesellscha als gesund gil , kann in eine ande en als be- handlungsbedü ig wah genommen we den . Gesundhei is also nich nu biologisch, sonde n imme auch kul u ell kons uie . Dieses Ve s ändnis is besonde s im Umgang mi Kinde n und Jugendlichen aus e schiedenen He - kun slände n bedeu sam, da de en K ankhei s- und Gesundhei s e s ändnis doi .o g/10 .35468/6197-04 54 He be He bs o ande e Dimensionen einbezieh –e wa spi i uelle ode gemeinscha sbe- zogene Deu ungen (Gundol 2024; Schmid -Rumposch&We ne 2024) . K ankhei wiede um wi d in de Medizin als S ö ung de no malen physischen ode psychischen Funk ionen e s anden, die die subjek i e Be indlichkei und/ ode die objek i e Leis ungs ähigkei nega i beein luss (Pschy embel Online 2024) . In de P axis zeig sich jedoch, dass sich die G enze zwischen K ankhei und Be indlichkei ss ö ung nich imme kla ziehen läss , insbesonde e bei psy- chosoma ischen ode ch onischen E k ankungen im Kindes- und Jugendal e . Zu di e enzie en Be ach ung ha sich in de Gesundhei swissenscha das Konzep des Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuums e ablie (Fal e mei- e 2023) . Dieses Modell besch eib Gesundhei nich als es s ehenden Zu- s and, sonde n als ein Kon inuum, au dem sich Indi iduen im Lau e ih es Lebens– eils äglich–bewegen . Menschen können sich o z diagnos izie e E k ankung subjek i gesund ühlen, wäh end ande e sich o z medizinische Unau älligkei s a k beein äch ig e leben . Dami wi d die subjek i e Sich - weise e ns genommen und gesundhei liche Viel al ane kann . Das salu oge- ne ische Modell on An ono sky bie e einen hil eichen O ien ie ungs ah- men . Es ag nich nach de U sache on K ankhei (Pa hogenese), sonde n danach, was Menschen gesund e häl . Im Zen um s eh das Kohä enzge- ühl–also das Ge ühl on Ve s ehba kei , Handhabba kei und Sinnha igkei des eigenen Lebens (ebd . 2023) . Ge ade bei Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen–e wa aus sozial belas e en ode mig ie en Familien–gewinn dieses salu ogene i- sche Denken an Bedeu ung . Bildungs- und Be euungsein ich ungen können du ch s abile Beziehungen, S uk u und kul u elle Sensibili ä dazu bei agen, Gesundhei im Sinne on Resilienz und Wohlbe inden zu s ä ken . Kul u elle Un e schiede im K ankhei s e s ändnis Gesundhei und K ankhei we den in jede Gesellscha au spezi ische Wei- se in e p e ie . Diese In e p e a ionen sind ie in kul u ellen Deu ungsmus- e n e anke und beein lussen sowohl die Wah nehmung on Symp omen als auch das Ve hal en im K ankhei s all . In de wes lich gep äg en Biome- dizin s eh meis die soma ische U sache im Vo de g und–K ankhei wi d als Funk ionss ö ung biologische Sys eme be ach e , die du ch s anda di- sie e Diagnose- und The apie e ah en zu behandeln is . Ande e Kul u en hingegen in eg ie en spi i uelle, soziale ode mo alische Dimensionen in ih K ankhei s e s ändnis . So können K ankhei ssymp ome als Folge on Un- gleichgewich , Fluch, spi i uelle Belas ung ode amiliä en Kon lik en gedeu- e we den (Golsabahi-B oclawski u . a . 2020) . doi .o g/10 .35468/6197-04 55 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse De An h opologe A hu Kleinman (1978) besch eib dieses Phänomen an- hand seines Modells des K ankhei s e hal ens, dem wiede um au e schie- denen Ebenen begegne wi d, um Gesundhei wiede he zus ellen . Da in wi d zwischen dem Laien-Sek o , in dem Familie und soziale Ne zwe ke dominie- en, dem olksmedizinischen Sek o , in dem adi ionelle, eligiöse und spi i- uelle Heilme hoden angewende we den, und dem p o essionellen Sek o , de au wissenscha lich undie e Medizin basie , un e schieden . In ielen nich -wes lichen Kon ex en haben alle d ei Sek o en gleichwe ige Bedeu ung–im Gegensa z zu eu opäischen Gesundhei ssys emen, die s a k au den p o essionellen Sek o okussie sind (Same ski 2021) . Kul u elle Un e schiede zeigen sich insbesonde e in de E klä ung on U sa- chen . Wäh end Menschen in wes lichen Lände n häu ig nach objek i en Auslöse n suchen (Was habe ich?), agen ande e Kul u en s ä ke nach dem Wa um? im spi i uellen ode sozialen Sinn . Dies beein luss auch, welche Be- handlungswege be o zug we den–sei es du ch adi ionelle Heile innen und Heile , eligiöse Ri uale ode p lanzenbasie e Medizin . Auch das Ve auen in schulmedizinische Angebo e, die Rollen e eilung inne halb de Familie ode de Umgang mi ch onische E k ankung kann kul u ell s a k a iie en . Im Bildungskon ex is dieses Wissen zen al . Leh pe sonen begegnen Kin- de n und Jugendlichen, de en Gesundhei s e s ändnis und Bewäl igungss a- egien, die s a k on kul u ellen und amiliä en P ägungen beein luss sind . Kinde mi Fluch - ode Mig a ionshin e g und e wa nu zen sel ene p ä en- i e Angebo e ode he apeu ische Un e s ü zung, obwohl sie eilweise übe - du chschni lich on gesundhei lichen Belas ungen be o en sind (F agne u . a . 2023; Ho ma che &Wüge 2022) . Finanzielle Hü den, Sp achba ie en, kul u elle S igma isie ung on psychischen E k ankungen sowie Unsiche hei- en im Umgang mi Behö den spielen hie bei eine zen ale Rolle . Ein konk e es Beispiel dazu: Kinde und Jugendliche aus A ghanis an, I ak und Sy ien e hal en in Ös e eich du chschni lich nu und die Häl e de P o-Kop -Gesundhei sausgaben als Kinde aus EU-15-Lände n . Gleichzei ig be ich en sie sel ene on seh gu e Gesundhei und weisen häu ige einen lang is igen Ve so gungsbeda au . Solche Da en e weisen au s uk u elle Ungleichhei en, abe auch au kul u elle und sys emische Ba ie en im Zu- gang zu Gesundhei s e so gung (F agne u . a . 2023) . Da aus e gib sich ü pädagogische Fachk ä e die No wendigkei , nich nu medizinisches Wissen zu be ücksich igen, sonde n auch die subjek i en und kul u ellen E klä ungsmodelle de Kinde und ih e Familien e ns zu nehmen . Kul u sensibili ä bedeu e hie nich nu sp achliche Zugänglichkei , sonde n das Ve s ehen und Ane kennen un e schiedliche Gesundhei slogiken–ohne sie zu bewe en ode da übe zu u eilen . E s dadu ch kann in e kul u elle doi .o g/10 .35468/6197-04 62 He be He bs Kaelin, L ., Kle ečka-Pulke , M .&Kö ne U . H . J . (2013): Wie iel Deu sch b auch man, um ge- sund zu sein? Mig a ion, Übe se zung und Gesundhei . Wien: Ve lag Ös e eich . Kleinman, A . (1978): Concep s and a Model o he Compa ison o Medical Sys ems as Cul u al Sys ems . In: Social Science&Medicine 12, 85-93 . K use, S . (2023): Digi ale Kommunika ionshil en in de Allgemeinmedizin . 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Au o He bs , He be , MSc BSc Senio enwohnhaus Neuma k Heim-&P legediens lei ung, Umse zung on T ainings und Leh e mi Fokus au kul u sensible P lege, in e p o essionelle Zusammena bei und chancenge ech e Ve so gung heimlei e @neuma k .a doi .o g/10 .35468/6197-04 63 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z Ch onisch k ank in de Schule: He aus o de ungen, Chancen und Lösungsansä ze aus medizinische Pe spek i e Abs ac Au g und epidemiologische , soziale und medizinische Fak o en nimm de An eil on Schüle innen und Schüle n mi ch onischen E k ankungen s e ig zu . Pa allel dazu wächs die Nach age nach ganz ägigen Be eu- ungsangebo en . Bildungsein ich ungen und Schulpe sonal s ehen o de He aus o de ung, diesen Kinde n und Jugendlichen eine adäqua e und be- da sge ech e Beschulung zu e möglichen und sie gg . auch zu e so gen . doi .o g/10 .35468/6197-05 64 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z Doch welche Beda e haben diese Schüle innen und Schüle und welche Au gaben kann ode soll e die Schule übe nehmen? De Bei ag s ell em- pi ische Be unde und Lösungsansä ze und um das Kind mi eine ch oni- schen E k ankung in de Schule o . Keywo ds: Kinde gesundhei ; ch onische E k ankung: spezielle medizini- sche Ve so gungsbeda ; schulische Fähigkei en; Schulgesundhei sp lege Ein üh ung Das pädia ische K ankhei sspek um ha sich in den le z en Jah zehn en zu- nehmend e ände . Im deu schen Sp ach aum sp ich man in diesem Zu- sammenhang on den neuen Mo bidi ä en (Reinha d &Pe e mann 2010) . Ge- mein is dami eine Ve schiebung de K ankhei slas (bu den o disease) weg on aku en In ek ionsk ankhei en hin zu meh ch onischen soma ischen (z . B . Alle gien, As hma, Übe gewich ) und psychischen E k ankungen (z . B . Ve hal- ensau älligkei en, Au me ksamkei sde izi -/Hype ak i i ä ss ö ung (ADHS), Esss ö ungen, Angs s ö ungen, Dep ession, Suizid) . Hinzu komm ein e bes- se es Übe leben on ühe po enziell lebensbed ohlichen E k ankungen (z . B . F ühgebu lichkei , zys ische Fib ose, Leukämie, sel ene E k ankungen) und de s ä ke gewo dene Ein luss on sozioökonomischen, psychosozialen sowie kul u ellen Lebensums änden au die Kinde gesundhei (z . B . Adiposi as, sozio- gene En wicklungss ö ungen, Fluch e ah ung) . In olge diese En wicklungen leiden heu e meh Kinde im schul ähigen Al e an ch onischen E k ankungen (CE) ode gesundhei lichen Beein äch igun- gen (Van Clea e u . a . 2010) . Dabei is die geschä z e P ä alenz s a k on de De ini ion eine CE abhängig ( an de Lee u . a . 2007) . Diese kann au ä z - lichen Diagnosen (ka ego iale E assung) ode au dem speziellen medizini- schen Ve so gungsbeda (gene ische E assung) basie en ( an de Lee u . a . 2007) . Nach de ka ego ialen De ini ion lieg eine CE im Kindesal e o , wenn •die Diagnose au medizinischem Fachwissen basie und mi ep oduzie - ba en Me hoden nach ak uellen wissenscha lichen S anda ds gesiche is , •sie noch nich heilba ode he apie esis en is , •die K ankhei sei mindes ens 3 Mona en bes eh ode o aussich lich län- ge als 3 Mona e andaue ode im le z en Jah mindes ens 3-mal au ge e- en is und wah scheinlich wiede au e en wi d (Mokkink u . a . 2008) . Wende man diese De ini ion au die ICD-Diagnosenlis e an, lassen sich 285 Diagnosen und Diagnoseclus e un e dem Übe beg i CE eino dnen (ebd . 2008) . Nach Da en de ep äsen a i en KiGGS-S udie (S udie zu Gesundhei doi .o g/10 .35468/6197-05 65 Ch onisch k ank in de Schule on Kinde n und Jugendlichen in Deu schland) sind die häu igs en soma i- schen CE bei Kinde n zwischen 3 und 10 Jah en a opische E k ankungen mi eine P ä alenz on 18%(Kam siu is u . a . 2007) . Dem gegenübe s eh die gene ische (also k ankhei sübe g ei ende) De ini- ion eine CE au Basis eines speziellen medizinischen Ve so gungsbeda s (Be hell u . a . 2002b; Scheid -Na e u . a . 2007) . Dazu wi d de Ve so gungsbe- da (special heal h ca e needs) in den olgenden ie Ve so gungsbe eichen mi Hil e eines alidie en F agebogens e hoben: 1 . No wendigkei e sch ei- bungsp lich ige Medikamen e, 2 . No wendigkei medizinische , soziale ode spezielle pädagogische Ve so gung, 3 . No wendigkei spezielle The apien und 4 . No wendigkei eine Behandlung au g und on psychischen P oble- men . Zusä zlich we den unk ionelle Beein äch igungen im All ag im Ve - gleich zu Gleichal igen (z . B . Kind kann sich nich selbs s ändig anziehen) e - ass . Ein spezielle medizinische Ve so gungsbeda is dann gegeben, wenn ein Beda in wenigs ens einem de ün Be eiche ü mindes ens 12 Mona e au g und eine CE on den El e n be ich e wi d . In de Basise hebung de KiGGS-S udie zeig e sich bei 17%de G undschulkinde ein spezielle medi- zinische Ve so gungsbeda (Scheid -Na e u . a . 2007) . Bildungsaspek e ch onische E k ankungen Bildung kann als lebenslange , ak i e P ozess e s anden we den, de zu En wicklung eine unabhängigen, selbs bes imm en, u eils ähigen Pe sön- lichkei üh en kann, die in de Lage is , die He aus o de ungen des Lebens zu meis e n (Goeude e , 2001) . Im medizinischen Kon ex gil Bildung zu- dem als Schlüssel ak o ü den sozioökonomischen S a us, de wiede um in engem Zusammenhang mi Gesundhei und Lebense wa ung s eh  – ein E ek , de als Bildungs endi e besch ieben wi d (Kun z 2011) . In es i ionen in Maßnahmen de ühen Bildung, z . B . bei Kinde n aus benach eilig en so- zialen Ve häl nissen, wi ken sich nachweislich posi i au de en En wicklung, lang is ige Gesundhei und die gesellscha lichen Folgekos en aus (Heckman u . a . 2010) . Wenige e o sch wa lange Zei die umgekeh e Rich ung: de Ein luss on Gesundhei –insbesonde e on CE–au Bildungslau bahn und -e olg . So wu de in e na ional e s mals 2011 ein Rahmenmodell zu den Zusammenhän- gen zwischen Gesundhei und Bildung au ges ell (Suh cke&de Paz Nie es 2011) und dieses 2012 in den deu schen Kon ex übe agen (Dadaczynski 2012) . Dabei wu den Ku zzei - (z . B . schulische Leis ungen) und Langzei end- punk e (z . B . e eich e Bildungss u en) de inie , mögliche Media o en (z . B . Konzen a ions ähigkei ) besch ieben und die e ügba e E idenz s uk u- ie au gea bei e . Es zeig en sich e s e Hinweise, dass CE wie Adiposi as, doi .o g/10 .35468/6197-05 66 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z Schla s ö ungen, Angs s ö ungen, Dep ession, au älliges Sozial e hal en und ADHS nega i e Auswi kungen au Bildungse gebnisse haben können . Dies wu de 2017 in einem Me a-Re iew bes ä ig (Lum u . a . 2017) . Besonde s in kogni i ansp uchs ollen schulischen Fäche n wie Ma hema ik scheinen Kin- de mi CE schlech e e Leis ungen zu e zielen (C ump u . a . 2013), was–wie e wähn –lang is ig Auswi kungen au die höchs en e eich en Bildungsab- schlüsse, den spä e en sozioökonomischen S a us und dami auch au die Ge- sundhei im E wachsenenal e haben kann (Suh cke&de Paz Nie es 2011) . Fehlende E idenz ü Deu schland und das ikidS-P ojek Bis zum Jah 2012 spiel e die F age nach dem Zusammenhang zwischen CE und Bildungse olg im deu schsp achigen Fo schungsdisku s kaum eine Rol- le . In de A bei on Suh cke und de Paz Nie es (2011) s amm en nu 3 de 53 eingeschlossenen S udien aus Deu schland (Budde u . a . 2008; Cawley&Spiess 2008; U schi z u . a . 2003) und nu eine be ass e sich s eng genommen mi klassischen Bildungsendpunk en (U schi z u . a . 2003) . In de Übe sich sa bei on Dadaczynski, de aus G ünden de E idenzs ä ke nu longi udinale S u- diendesigns zuließ, konn e keine A bei aus Deu schland iden i izie we den (Dadaczynski 2012) . Um diese Fo schungslücke zu üllen, wu de 2014 das Kinde gesundhei s- und Bildungsp ojek ikidS (ich komme in die Schule) ini iie (U schi z u . a . 2016) . Ein wesen liche Teil des P ojek es wa eine popula ionsbasie e, ep äsen a- i e und p ospek i e Koho ens udie mi Schulan änge n und -an änge innen de S ad Mainz und des Landk eises Mainz-Bingen (Rheinland-P alz) . Dazu wu den 2 .003 Kinde des Schuljah es 2015/2016 im le z en Kinde ga en- jah in die S udie au genommen und meh ache E hebungen bis zu 6 . Klasse du chge üh . De Gesundhei szus and de Kinde wu de im ikidS-P ojek au zwei Wegen e ass : zum einen im Rahmen de s anda disie en Schuleingangsun e su- chung, zum ande en mi hil e on El e n agebögen . Dabei kamen zwei Pe - spek i en zu Anwendung: die ka ego iale E assung basie end au ä z lich diagnos izie en E k ankungen sowie die gene ische E assung eines speziel- len medizinischen Ve so gungsbeda s mi els eines alidie en Sc eeningin- s umen s (Be hell u . a . 2002a; Scheid -Na e u . a . 2008) . Da in Rheinland-P alz in den e s en beiden G undschulklassen keine No en e geben we den, wu den schulische Fähigkei en en sp echend dem Na io- nalen Bildungspanel (Bloss eld u . a . 2011) du ch die Klassenleh k a in den olgenden Be eichen eingeschä z : (1) ma hema ische, (2) na u wissenscha - liche, (3) sp achliche, (4) sch i sp achliche, (5) soziale und (6) spo liche Fä- higkei en sowie die (7) schulische Konzen a ions ähigkei . Jede Fähigkei doi .o g/10 .35468/6197-05 67 Ch onisch k ank in de Schule wu de au eine 5-s u igen Skala im Ve gleich zu Kinde n gleichen Al e s an- gegeben (Spanne -2 bis +2) . Höhe e We e bedeu e en somi besse e Fä- higkei en im Ve gleich zu Gleichal igen . Ein Skalenwe on Null en sp ach du chschni lichen Fähigkei en . Da übe hinaus wu den wei e e Endpunk e e hoben, die en wede indi ek (z . B . Schulanwesenhei , schulisches Wohlbe- inden) ode di ek (z . B . Schulno en ab de 3 . Klasse) mi dem Bildungse olg im G undschulal e assoziie sind . In den s a is ischen Analysen wu den zahl eiche po enzielle S ö g ößen (sog . Con ounde ) be ücksich ig , um die Zusammenhänge zwischen CE bzw . speziellem medizinischem Ve so gungsbeda und schulischen Endpunk en möglichs e ze ungs ei abzubilden . Die Auswahl basie e o allem au dem 2011 publizie en Rahmenmodell (Suh cke&de Paz Nie es 2011) und eine eigenen Li e a u eche che (U schi z u . a . 2016) . Au g und ih e Bedeu ung ü Gesundhei und Bildung wu den olgende Con ounde in de Auswe ung be ücksich ig : Geschlech des Kindes, Meh ling bei Gebu , S illdaue , sozio- ökonomische S a us de El e n (Lampe u . a . 2014), Mig a ionshin e g und (Obe wöh mann u . a . 2013; Schenk u . a . 2007), alleine ziehendes El e n eil, Rauchen im Haushal , F eizei e hal en (z . B . Zei im F eien, Fe nsehe im Kin- de zimme , musikalische F ühe ziehung), o gezogene Einschulung (Kann- Kind), e spä e e Einschulung (Rücks ellung) und Schuls ando (S ad /Land) . Die Zusammenhänge zwischen dem Vo liegen eine CE bzw . dem speziellen medizinischen Ve so gungsbeda und Bildungsendpunk en wu den du ch gemisch e Reg essionsmodelle un e such (Ho mann u . a . 2018) . E gebnisse aus dem ikidS-P ojek Die e s e Analyse (Ho mann u . a . 2018) basie e au den Da en on 1462 Kin- de n (da on 51%Jungen) und de Summe aus ün schulischen Fähigkei en (ma hema ische, na u wissenscha liche, sp achliche, sch i sp achliche und soziale Fähigkei en; Range: -10 bis +10), e hoben am Ende de e s en Klasse . 52%de El e n gaben an, dass ih Kind an eine CE leide ode geli en ha . Im Ve gleich zu Kinde n ohne CE schni en Kinde mi speziellem medizinischem Ve so gungsbeda (15%) in de Schule gene ell schlech e ab (be einig e E ek : -0,95; 95%KI: -1,55 bis -0,35) . Kinde mi ä z liche Diagnose eine CE, abe ohne ak uellen Ve so gungsbeda (37%) schni en in de Schule nich schlech e ab . De E ek wu de un e Be ücksich igung des Um angs des be- sonde en Ve so gungsbeda s wei e analysie . Kinde mi Ve so gungsbe- da in meh als einem Be eich ha en die ge ings en schulischen Fähigkei en (be einig e E ek : -1,51; 95%KI: -2,36 bis -0,65) . In eine di e enzie en Auswe ung wu den einzelne schulische Kompe enz- be eiche am Ende de 1 . Klasse sepa a be ach e (Schlech u . a . 2022) . Dabei doi .o g/10 .35468/6197-05 68 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z zeig e sich, dass Kinde mi speziellem medizinischem Ve so gungsbeda ins- besonde e in Ma hema ik (be einig e E ek : -0,40; 95%-KI: -0,57 bis -0,23) und in de Sch i sp ache (be einig e E ek : -0,22; 95%-KI: -0,39 bis -0,05) signi ikan ge inge e Fähigkei en au wiesen als Kinde ohne Ve so gungsbe- da (Schlech u . a . 2022) . In eine zwei en Analyse (G ä u . a . 2019) wu den die Un e schiede zwischen soma ischen und psychischen CE un e such . Dazu wu den die Da en de Schuleingangsun e suchung und Angaben aus den El e n agebögen ge- nu z , um zwischen soma ischen, ex e nalisie enden (z . B . Agg essi i ä ) und in e nalisie enden CE (z . B . Ängs lichkei ) zu un e scheiden . Als Bildungsend- punk wu de die Summe aus ie schulischen Fähigkei en (ma hema ische, na u wissenscha liche, sp achliche und sch i sp achliche Fähigkei en; Range -8 bis +8) am Ende de 1 . Klasse he angezogen . E neu konn en 1462 Kin- de (51%Jungen) in die Analyse einbezogen we den . Von diesen wiesen 41%Anzeichen eine psychischen CE au . Im Ve gleich zu Kinde n ohne An- zeichen eine soma ischen ode psychischen CE zeig en Kinde mi psychi- schen CE ge inge e Fähigkei en (be einig e E ek : -0,98; 95%KI: -1,35 bis -0,61) . In Bezug au die A de psychischen CE wa en o allem Kinde mi ex e nalisie enden CE be o en (be einig e E ek : -1,44; 95%KI: -1,83 bis -1,05), wäh end dies bei in e nalisie enden CE nich de Fall wa . Kinde mi eine ADHS-Diagnose ode deu lichen Hinweisen au ADHS wa en am s ä ks- en be o en (be einig e E ek : -1,96; 95%KI: -2,36 bis -1,56) . Hingegen ha en Kinde mi soma ischen CE, abe ohne beglei ende psychische Au äl- ligkei en keine nachweisba ge inge en schulischen Fähigkei en . Un e schiede zwischen eine CE mi und ohne speziellen medizinischen Ve - so gungsbeda zeig en sich auch in den Analysen zum schulischen Wohl- be inden (Schnick-Vollme u . a . 2024) . Dazu wu den 1490 Kinde im Rahmen eine Schuls unde am Ende de e s en Klasse mi hil e des F agebogens zu E assung emo ionale und soziale Schule ah ungen on G undschulkinde n e s e und zwei e Klassen (FEESS 1-2, T-We e 50±10; Raue &Schuck 2004) be ag . Basie end au heo e ischen Annahmen und e wa ba en E ek en on CE au s Wohlbe inden wu den die Subskalen schulbezogenes Selbs kon- zep , soziale In eg a ion und Le n eude ausgewähl . In diese Analyse wa ein spezielle Ve so gungsbeda (15%de S ichp obe) mi nied ige en We en in den Be eichen schulbezogenes Selbs konzep (be einig e E ek : -1,79; SE: 0,80) und Le n eude (be einig e E ek : -2,21; SE: 0,83), jedoch nich im Be- eich soziale In eg a ion assoziie . Im Gegensa z dazu ha en Kinde mi eine ak uellen ode zu ückliegenden medizinischen Diagnose eine CE, abe ohne ak uellen speziellen Ve so gungsbeda (37%de S ichp obe) nu im Be eich de sozialen In eg a ion ge inge e We e (be einig e E ek : -1,17; SE: 0,56) . doi .o g/10 .35468/6197-05 69 Ch onisch k ank in de Schule Neben dem schulischen Wohlbe inden we den auch die Konzen a ions ähig- kei und die Anwesenhei szei en in de Schule als wich ige Vo ausse zungen ü Le nen und Bildungse olg angesehen . Dahe ließen wi die schulische Konzen a ions ähigkei on de Klassenleh k a am Ende de 1 . Klasse au eine 5-s u igen Skala im Ve gleich zu Kinde n gleichen Al e s einschä zen (Spanne -2 bis +2) . In diese Analyse konn en 1921 Kinde (51%männlich; 14%mi speziellem Ve so gungsbeda ) einbezogen we den . Im Ve gleich zu ih en gesunden Klassenkame adinnen und -kame aden ha en Kinde mi Ve so gungsbeda eine nied ige e Konzen a ions ähigkei (be einig e E - ek : -0,35; 95%KI: -0,52 bis -0,17) . De E ek wa e wa ungsgemäß bei Kinde n mi Behandlung ode Be a ung au g und on psychischen P oble- men am s ä ks en (be einig e E ek : -0,58; 95%KI: -0,82 bis -0,33) . Übe - aschende weise blieb de E ek abe nach Ausschluss on Kinde n mi eine ADHS-Diagnose wei e bes ehen (be einig e E ek : -0,43; 95%KI: -0,72 bis -0,15), was da au hindeu e , dass auch ande e CE mi eduzie en Konzen a- ions ähigkei en einhe gehen können (Schlech u . a . 2024a) . In Bezug au Anwesenhei szei en in de Schule wu de in eine wei e en Ana- lyse de Zusammenhang zwischen CE (de inie als spezielle Ve so gungsbe- da ) und Schulabsen ismus (d . h . k ankhei sbeding e Abwesenhei s age on de Schule) wäh end de 1 . Klasse analysie (Schlech u . a . 2023) . Auch hie zu konn en 1921 Kinde eingeschlossen we den (mi le es Al e bei de Nach- un e suchung 7,3 Jah e; 51%männlich; 14%ha en Ve so gungsbeda ) . Im Ve gleich zu ih en gesunden Klassenkame adinnen und -kame aden ehl en Kinde mi Ve so gungsbeda 37%häu ige im Un e ich (be einig e Ra e: 1,37; 95%KI: 1,16 bis 1,62) . De E ek wa am s ä ks en bei Kinde n mi unk- ionellen Beein äch igungen im All ag (be einig e Ra e: 1,58; 95%KI: 1,15 bis 2,17), bei Kinde n mi Behandlung ode Be a ung bei psychischen P ob- lemen (be einig e Ra e: 1,38; 95%KI: 1,14 bis 1,68) und bei Kinde n, die in zwei ode meh Be eichen einen Ve so gungsbeda ha en (be einig e Ra e: 1,48; 95%KI: 1,23 bis 1,77) . Dami wu de de Schulabsen ismus als wich ige bildungs ele an e Folge on CE bes ä ig . Die ak uell le z e Auswe ung bezog sich au die lang is igen Auswi kungen on CE im G undschulal e (Schlech u . a . 2024b) . Dazu wu den die Angaben zum speziellen Ve so gungsbeda o dem Schulein i (T1), am Ende de e s en (T2) und am Ende de d i en Klasse (T3) mi de Du chschni sno e ü Deu sch, Ma hema ik und Na u wissenscha en (No enskala 1 bis 6) am Ende de 3 . Klasse (Al e on 8 bis 9 Jah en) in Zusammenhang geb ach . In diese Analyse wu den 751 Kinde einbezogen, on denen 21%jemals (also zu mindes ens einem Zei punk ) einen Ve so gungsbeda ha en . Wie schon in de 1 . Klasse wa auch in de 3 . Klasse ein ak uell bes ehende Ve so gungs- beda (zu T3) mi schlech e en Schulleis ungen assoziie (be einig e E ek : doi .o g/10 .35468/6197-05 70 Ch is iane Die enbach, Michael S. U schi z 0,29; 95%KI: 0,16 bis 0,41) . In de Zusammenschau mi dem Ve so gungs- beda in de Ve gangenhei (T1 und T2) a dies auch ü einen daue ha en Ve so gungsbeda übe meh e e Zei punk e zu (T1 ode T2 und T3; be ei- nig e E ek : 0,25; 95%KI: 0,07 bis 0,43), nich jedoch ü einen zu ücklie- genden und je z nich meh ak uellen Ve so gungsbeda (T1 ode T2, abe nich T3) . Fazi und Ausblick Im Rahmen des ikidS-P ojek s konn e die schulische Si ua ion on G undschul- kinde n mi CE e s mals ü Deu schland um ang eich empi isch besch ieben we den . Kinde mi speziellem medizinischem Ve so gungsbeda weisen schon üh in ih e Schullau bahn Bildungsde izi e in schulischen Ke nbe ei- chen wie Ma hema ik und Sch i sp ache au und sind in wei e en wich igen Aspek en wie Konzen a ions ähigkei , Anwesenhei szei en und Wohlbe inden an de Schule benach eilig . Dies könn e ih e wei e e Bildungs- und Ausbil- dungslau bahn, ih e spä e e Be u swahl sowie ih en sozioökonomischen S a us und ih e Gesundhei im E wachsenenal e nachhal ig nega i beein lussen . Die Da en wu den mi hil e eines p ospek i en S udiendesigns e hoben und die beobach e en Zusammenhänge blieben auch nach Adjus ie ung ü eine Reihe on bildungs ele an en S ö g ößen bes ehen . Dami wa das P ojek eu opawei einmalig und lie e e e s mals eine solide E idenzbasis, um be- s ehende Rahmenkonzep e zum Zusammenhang zwischen Gesundhei und Bildung zu e wei e n und o bes ehende Hypo hesen zu bes ä igen . Dass diese Zusammenhänge nachweisba wa en, is auch ein indi ek e Hin- weis da au , dass bishe ige Ve so gungs- und/ode Fö de konzep e ü Kinde mi CE nich aus eichen, um die nega i en Auswi kungen on CE au den Bildungse olg auszugleichen ode zu blockie en . In diesem Sinne sind die beobach e en E ek e auch ehe als Un e g enzen des wah en E ek s on CE zu e s ehen, da ein Teil des nega i en E ek s du ch die a sächlich e olg e Ve so gung und/ode Fö de ung e mu lich ausgeglichen wu de . Insgesam wiesen die E gebnisse auch da au hin, dass wei e e Ans engun- gen im Be eich de Ve so gung und Fö de ung on Kinde n mi CE no wendig sind, um Bildungsge ech igkei ü diese Kinde he zus ellen . Die Inansp uch- nahme und die Wi ksamkei bes ehende Ve so gungs- und Fö de maßnah- men ü Kinde mi CE müssen k i isch hin e ag we den . Solange sich eine CE nega i au die Bildungslau bahn auswi ken kann, is –bei gleichen S a - bedingungen–Chancengleichhei ü diese Kinde nich e eich . F ühzei ige und spezi ische In es i ionen in bildungs ö de nde Maßnahmen ü Kinde mi CE wü den im Sinne eine Bildungs endi e auch die wi scha liche P o doi .o g/10 .35468/6197-05 71 Ch onisch k ank in de Schule duk i i ä de Gesellscha s ä ken und könn en olkswi scha liche Belas un- gen–z . B . du ch Sozialhil eleis ungen– e inge n . Eine de in e na ional am wei es en e b ei e en Maßnahmen is de Ein- sa z on Schulgesundhei s achk ä en (SGF) an Schulen . Ih Tä igkei sp o il is hoch en wickel und s anda disie (AAP Council On School Heal h, 2016) und sie we den als Elemen de Schulgesundhei sdiens e on de WHO ge o - de (Wo ld Heal h O ganiza ion 2021) . Im Be eich de CE können sie du ch ein Case-Managemen eine wich ige koo dinie ende und un e s ü zende Funk ion übe nehmen (Keehne Engelke u . a . 2008) . Aus diesem G und wu de im Rahmen des ikidS-P ojek s on Sep embe 2018 bis Juni 2019 eine e s e Machba kei ss udie ü Rheinland-P alz an zwei Mainze G undschulen du chge üh (Fische u . a . 2022) . An beiden Schulen dokumen ie e die SGF die du chge üh e Ve so gung de Schüle innen und Schüle . Nach 9 Mona en and eine Be agung on El e n, Leh k ä en und wei e em Schulpe sonal zum Einsa z de SGF s a . An den beiden Schulen wu den 305 und 397 Kinde im P ojek zei aum beobach e . Es e olg en 2208 und 1389 einzelne Ve so gungen im Behandlungszimme de SGF . Die Anzahl de Ve so gungen s ieg kon inuie lich on du chschni lich 6 und 5 au 23 und 18 p o Tag . Die G ünde ü den Besuch bei de SGF wa en Aku e so - gungen (1522 und 595), Schulun älle (473 und 688), Wiede o s ellungen bei Schulun ällen (26 und 70), Un älle im häuslichen Um eld (137 und 32) sowie Wiede o s ellungen bei Un ällen im häuslichen Um eld (50 und 5) . Leh - k ä e (33) und Mi a bei ende (18) de Schulen gaben an, dass de pe sön- liche wöchen liche Zei au wand ü die Übe nahme on ach emden gesund- hei sbezogenen Tä igkei en deu lich (84,8 und 61,1%) bzw . e was (9,1 und 5,6%) abgenommen ha e . Die Meh hei on ihnen (97 und 66,7%) ühl e sich du ch die A bei de SGF en las e . Ebenso spü e die Meh hei de El e n (58%) eine En las ung du ch die Tä igkei de SGF . 88%de El e n gaben an, dass ih Kind schon einmal die SGF au gesuch , und 86%, dass ih Kind gu e bis seh gu e E ah ungen mi de SGF gemach ha e . Dami konn e die Machba kei und Akzep anz on SGF in Rheinland-P alz gezeig we den . Nach Vo lage des Abschlussbe ich s de Machba kei ss udie beim Bildungsmi- nis e ium Rheinland-P alz en schied sich das Minis e ium im Jah 2022 zu eine sch i weisen Auswei ung des Angebo s on SGF an G undschulen in Rhein- land-P alz . Diese wu de wiede um du ch ein wei e es S udien eam im Rah- men eines mul izen ischen Mixed-Me hods-Designs e aluie 1 . Die zwischen 2022 und 2023 du chge üh e S udie um ass e 24 G undschulen und jeweils d ei quan i a i e Be agungen sowie semi-s uk u ie e Tele onin e iews, zu denen El e n und Fachk ä e an den Schulen eingeladen wu den . Auch hie 1 siehe h ps://bildung . lp .de/gesundeschule/gesunde-schule/ hemen elde /schulgesundhei s achk ae e doi .o g/10 .35468/6197-05 79 Tama a Reine Ch onische E k ankungen und Schule– Was die UN-Kinde ech skon en ion zu eine inklusi en Bildung bei agen kann Abs ac Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen e leben im Schulall ag häu ig s uk u elle Ba ie en, unzu eichende Un e s ü zung und mangelndes Ve s ändnis . Diese Bei ag beleuch e , wie die UN-Kinde ech skon en ion als ech liche und e hische Kompass genu z we den kann, um die schu- lische Teilhabe diese Kinde zu s ä ken . Zen ale A ikel wie das Rech au Bildung, Nich disk iminie ung und das Wohl des Kindes we den p axisnah au schulische Kon ex e bezogen . Leh pe sonen e hal en konk e e An egungen, wie sie o z beg enz e Ressou cen einen un e s ü zenden, inklusi en und ech skon o men Schulall ag ges al en können . Dabei wi d au gezeig , dass ch onische E k ankungen nich nu medizinische, sonde n auch psychosoziale He aus o de ungen mi sich b ingen, die ein sensibles pädagogisches Han- deln e o de n . De Bei ag plädie ü eine enge Zusammena bei alle Be ei- lig en–insbesonde e un e Einbezug de Kinde selbs –und bie e O ien ie- ung ü einen chancenge ech en Umgang mi Di e si ä im Klassenzimme . Keywo ds: UN-Kinde ech skon en ion; Schulische Inklusion; Bildungsge- ech igkei ; Pa izipa ion on Kinde n doi .o g/10 .35468/6197-06 80 Tama a Reine Einlei ung Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen sehen sich im schuli- schen All ag o mals mi besonde en He aus o de ungen kon on ie . Neben gesundhei lichen Einsch änkungen können s uk u elle Ba ie en und ehlen- de Un e s ü zungsangebo e ih e gleichbe ech ig e Teilhabe e schwe en . Doch nich nu ü die Be o enen selbs , sonde n auch ü de en El e n, Leh pe so- nen und ande e Ak eu innen und Ak eu e im Schulsys em können sich da aus komplexe Au gaben e geben, die lexible Lösungen e o de n und mi un e zusä zlichen o ganisa o ischen ode pe sonellen Au wand bedeu en . Dabei en s eh ein Spannungs eld, in dem un e schiedliche In e essen und Bedü - nisse au einande e en, wäh end die e ügba en Ressou cen beg enz sind . Ge ade in diese Vielschich igkei kann die UN-Kinde ech skon en ion (UN- KRK 1989/1992) als wich ige Lei aden dienen . Sie bie e eine kla e ech liche und e hische O ien ie ung ü alle, die En scheidungen im schulischen Um eld e en . So heiß es in A ikel 28 de KRK: „Die Ve agss aa en e kennen das Rech des Kindes au Bildung an […] und e en insbesonde e Maßnahmen, um die Schulp lich ü alle Kinde du chzu üh en und den Zugang zu Bildung zu ö de n“ (UN-KRK 1989/1992, A . 28) . Dami wi d das Rech au Bildung und Chancengleichhei ü alle Kinde und Jugendlichen un e s ichen . Diese Bei ag zeig au , welche Bes immungen de UN-Kinde ech skon en ion (UN-KRK) ü Kinde mi ch onischen E k ankungen im schulischen Kon ex wich ig sind und wie sie hel en können, die schulische Si ua ion de be o enen Kinde und Jugendlichen zu e besse n und p ak ikable Lösungen zu en wickeln . Ch onische E k ankung–ein Übe blick Kinde und Jugendliche s ellen zwa die gesündes e Be ölke ungsg uppe da , dennoch is in den le z en Jah en eine Zunahme an ch onischen E k ankun- gen un e ihnen beobach ba (Winkle u . a . 2024) . Zahlen de ös e eichischen Gesundhei sbe agung aus dem Jah 2014 bele- gen, dass ca . 11%de Kinde und Jugendlichen in Ös e eich einen speziellen Beda an Gesundhei s e so gung haben (Klimon &Baldasz i 2015) . Nu 8 Jah e spä e gaben be ei s 20%de Kinde und Jugendlichen im Rahmen de HBSC-S udie an, an eine ch onischen ode langandaue nden E k ankung zu leiden (Felde -Puig u . a . 2023a) . In absolu en Zahlen bedeu e dies, dass ca . 197 .000 Kinde und Jugendliche im Schulal e on eine ch onischen E k an- kung be o en sind . Mädchen sind hie bei häu ige be o en als Bu schen (Felde -Puig u . a . 2023b) . Zu den häu igs en E k ankungen in diese Lebens- phase zählen a opische E k ankungen (Neu ode mi is, As hma b onchiale und Heuschnup en), Diabe es, Epilepsie, ju enile A h i is, K ebse k ankun doi .o g/10 .35468/6197-06 81 Ch onische E k ankungen und Schule gen und ch onisch en zündliche Da me k ankungen (Winkle u . a . 2024) . Sei 2022 wi d in Ös e eich auch Adiposi as als eine ch onische E k ankung an- e kann (Weghube 2023), die bei 80%de Be o enen be ei s im Al e on 3 bis 5 Jah en p äsen is und ca . 5%de Kinde und Jugendlichen be i (Winkle u . a . 2024) . Eine wei e e g oße, jedoch seh he e ogene G uppe sind die sogenann en sel- enen E k ankungen, die gemäß de EU-De ini ion dann als solche bezeichne we den, wenn sie bei bis zu 5 on 10 .000 Pe sonen au e en (Nguengang u . a . 2020) . Zu den wel wei ak uell e wa 6 .500 bekann en sel enen E k ankungen zählen zum Beispiel die Cys ische Fib ose ode die spinale Muskela ophie . Schä zungsweise sind in Ös e eich e wa 450 .000 Menschen be o en, wobei e wa 75%da on be ei s im Kindes- und Jugendal e au e en (Ka all 2023; Winkle u . a . 2024) . Ebenso können schwe wiegende psychische E k ankungen be ei s im Kin- des- und Jugendal e o handen sein . In den e gangenen Jah en nach de COVID-19-Pandemie wu de in Ös e eich, so wie auch au in e na ionale Ebene, eine Zunahme an psychischen E k ankungen in diese Al e sg up- pe au gezeichne , mi ges iegenen Zahlen an Dep essionen, Esss ö ungen, Angs s ö ungen, Suizidgedanken sowie Suizid e suchen (Dale u . a . 2022; Plene u . a . 2021) . Diese s eigenden Zahlen lassen sich du ch die Leis ungs- dokumen a ion de ös e eichischen K ankenans al en anhand de Zunahme s a ionä behandel e Pa ien innen und Pa ien en au Kinde - und Jugendpsy- chia ien belegen (Sage schnig u . a . 2023) . Wei e s häu ig au e end sind En - wicklungss ö ungen wie ADHS und Au ismus-Spek um-S ö ung (ASS) mi P ä alenzen on 3 bis 5%bei ADHS und ca . 1%bei ASS (Fege u . a . 2024) . Gemeinsam is allen ch onischen E k ankungen de en Fo bes ehen übe einen länge en Zei aum mi z . B . schubweisem ode o sch ei endem K ank- hei s e lau . Eine Heilung is (in den meis en Fällen) nich möglich, ielmeh beda es egelmäßige medizinische Behandlung au g und daue ha e Ge- sundhei sp obleme ode bleibende K ankhei s olgen (Scheid -Na e 2010), die wei eichende Konsequenzen ü die Lebenssi ua ion und Lebensquali ä de be o enen Pe sonen haben können (Lange 2022) . Auswi kungen au den schulischen All ag be o ene Kinde und Jugendliche Fü die be o enen Schüle innen und Schüle kann sich ih e E k ankung iel- äl ig auswi ken, beispielsweise au ih Selbs bild, ih e Leis ungs ähigkei bis hin zu ih e sozialen Teilhabe . S udien (Schlech u . a . 2022; Un e wege &Fel- de Puig 2011) zeigen, dass Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k an doi .o g/10 .35468/6197-06 82 Tama a Reine kungen häu ige schulische Schwie igkei en haben als ih e nich -be o enen Mi schüle innen und Mi schüle . U sachen hie ü sind un e ande em e - meh e Fehlzei en, Nebenwi kungen on Medikamen en sowie k ankhei s- beding e Au me ksamkei s- und Konzen a ionsschwie igkei en, e inge e Sozialkon ak e und eine ge inge e Schulzu iedenhei . „Kinde können ih e E k ankung zwa o übe gehend ausblenden, jedoch nie gleichsam in de Ga de obe ‚abgeben‘ ode ganz igno ie en . Sie haben ih e K ank- hei wie einen ixen Rucksack s ändig dabei“ (Damm 2022, 14) . Posi i au die schulische En wicklung können sich Schu z ak o en auswi - ken, indem sie die Anpassung an Umwel bedingungen ö de n (Bengel u . a . 2009) . Da un e inden sich gu e Beziehungen zu Leh pe sonen und Pee s, ein we schä zendes Schul- und Le nklima mi angemessenen E wa ungen sowie eine enge Zusammena bei zwischen de Schule und den El e n bzw . auße schulischen Ein ich ungen (Damm 2022) . T o z diese Un e s ü zungs- möglichkei en komm es o , dass Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen schulisch nich gemäß ih e kogni i en Begabung bewe e we den und ih Po enzial dadu ch nich oll ausschöp en können (ebd . 2014) . An o de ungen im schulischen All ag ü Leh pe sonen Die s eigende Zahl be o ene Kinde und Jugendliche spiegel sich auch im Schulsys em wide . Leh pe sonen s ehen dadu ch zunehmend o de He - aus o de ung, Schüle innen und Schüle mi ch onischen E k ankungen an- gemessen zu be euen . Zwa bleiben iele E k ankungen im Schulall ag wah - scheinlich unbeme k , da sie keine di ek e Be euung e o de n, dennoch si zen s a is isch be ach e in jede Schulklasse in Ös e eich ein bis zwei Kin- de mi eine ode meh e en ch onischen E k ankungen (Damm 2022) . Einige benö igen ägliche Ve so gung (z . B . Blu zucke übe wachung bei Diabe es), ande e e o de n punk uell asches Handeln bei No ällen wie K amp an ällen ode alle gischen Reak ionen . Leh pe sonen müssen spezi isches Wissen und Kompe enzen besi zen, um angemessen zu eagie en . Angesich s de Viel- al ch onische E k ankungen und de dami e bundenen un e schiedlichen E o de nisse und Bedü nisse de Be o enen kann nich e wa e we den, dass Leh pe sonen allum assend in o mie sind . Schulungen sowie de Aus- ausch mi El e n ode (Schul-)Ä z innen bzw . Ä z en sind dahe essenziell . Dies siche nich nu das Wohl de be o enen Kinde und Jugendlichen, sonde n gib auch den Leh pe sonen Handlungssiche hei . Einige Kinde sind mögliche weise au g und ih es Al e s ode Gesundhei szus andes soga au in ensi e e Un e s ü zung angewiesen . Eine einzelne Leh k a kann dies doi .o g/10 .35468/6197-06 83 Ch onische E k ankungen und Schule kaum leis en, insbesonde e neben de Be euung de es lichen Schüle innen und Schüle . Dies bi g das Risiko on Fehle n und üh zu eine e heblichen Meh belas ung, die nich zum eigen lichen Tä igkei sbe eich on Leh pe so- nen gehö und zu S ess ode Übe o de ung üh en kann . Dennoch sind Leh pe sonen e p lich e , im No all E s e Hil e zu leis en und dü en alle Tä igkei en aus üh en, die au Allgemeinwissen be uhen und on medizinischen Laien ohne besonde e Ausbildung e b ach we den kön- nen, wie beispielsweise das Lage n eine bewuss losen Pe son in die s abile Sei enlage . Diese ein achen Maßnahmen sind Teil de diens lichen P lich en und gese zlich o gesch ieben (BMBWF 2019) . Zudem müssen sich Leh pe - sonen übe mögliche No allmaßnahmen in o mie en und diese im E ns all anwenden . Da übe hinaus können Leh pe sonen nach o he ige ä z liche Einschulung und Übe agung eiwillig auch bes imm e ä z liche Tä igkei en übe nehmen, die übe das Allgemeinwissen hinausgehen, e wa die Ve ab ei- chung on Medikamen en ode das Bedienen on medizinischen Ge ä en . Nach eine solchen Un e weisung du ch eine Ä z in bzw . einen A z geh die Übe nahme diese Tä igkei en in die Diens p lich übe , wobei Leh pe sonen g undsä zlich das Rech haben, diese Au gaben abzulehnen (ebd . 2019) . Die ech lichen G undlagen scheinen kla , üh en in de P axis jedoch zu Unsiche - hei en . In unkla en Si ua ionen ode bei e höh em Un e s ü zungsbeda is de Einsa z zusä zliche Fachk ä e wie School Nu ses ode ande e Assis enz- und Gesundhei sbe u e hil eich . Sie übe nehmen medizinische Au gaben, e bes- se n die Ve so gung de Kinde und Jugendlichen und en las en Leh pe sonen sowie El e n, die sons p lege ische Au gaben übe nehmen müss en (Kocks 2023) . Vo allem e möglich dies den be o enen Kinde n und Jugendlichen, sich au ih e schulischen und sozialen An o de ungen zu konzen ie en . Diese p ak ischen und ech lichen Aspek e, die sich aus de Be euung on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen e geben, s ellen siche lich eine o ganisa o ische He aus o de ung da , sind jedoch ech lich e anke . Die UN-KRK (1989/1992) ga an ie jedem Kind das Rech au Bil- dung, gesundhei liche Ve so gung und angemessene Un e s ü zung im schu- lischen Um eld (UN-KRK 1989/1992, A . 23, 24, 28) . Ih e Umse zung se z dabei nich nu das Engagemen einzelne Ak eu innen und Ak eu e o aus, sonde n auch en sp echende s uk u elle und inanzielle Rahmenbedingun- gen . Dami diese Rech e im schulischen All ag a sächlich wi ksam we den, soll en Poli ik und Ve wal ung du ch geziel e Maßnahmen ü aus eichend inanzielle und pe sonelle Ressou cen so gen, um Schulen die no wendige Un e s ü zung zu e möglichen . Insbesonde e bei ch onischen E k ankungen e geben sich spezi ische An o - de ungen an das Schulse ing, die eng mi de UN-KRK e knüp sind . Diese e mi el nich nu eine ech liche G undlage, sonde n auch einen e hischen doi .o g/10 .35468/6197-06 84 Tama a Reine Lei aden ü Bildungsge ech igkei . Im nächs en Abschni we den die zen- alen Bes immungen de UN-KRK und de en Bedeu ung ü das schulische Um eld nähe be ach e . Rech liche G undlagen und gesellscha liche Ve an wo ung ü Bildungsge ech igkei Die UN-KRK wu de 1989 du ch die Ve ein en Na ionen e abschiede und 1992 on Ös e eich a i izie . Heu e zähl die Kon en ion 195 Ve agspa - eien und kann dami , zumindes au de Ebene de Zus immung, als e olg- eichs e Ausp ägung uni e selle Menschen ech e einges u we den . Die da in es gehal enen Kinde ech e o mulie en G undwe e im Umgang mi jungen Menschen sowie de en Rech e au Übe leben, En wicklung, Schu z und Be eiligung, zu de en Einhal ung und Be ücksich igung sich die S aa en du ch die Un e zeichnung e p lich en . Es wi d da in eine Sich au Kinde , als eigens ändige Pe sonen mi eigenen und speziellen Bedü nissen, gezeichne , die sich au alle möglichen Au en hal so e, egal ob zu Hause, in F eizei ein- ich ungen ode in de Schule, gleiche maßen bezieh . Mi de Un e zeich- nung de KRK e p lich en sich S aa en, auch de en e olg eiche Umse zung nachzuweisen und Bemühungen zu Ve wi klichung on G undsä zen wie Pa izipa ions ech en, Kindeswohl o ang, Gewäh leis ung des Rech s au Le- ben, Übe leben und En wicklung sowie Nich disk iminie ung nachzuweisen (Sax u . a . 2015) . Insgesam um ass die KRK 54 A ikel, on diesen we den im Folgenden sieben he o gehoben, die im Rahmen on Übe legungen zu Kinde n und Jugendlichen mi ch onische E k ankung im Schulse ing als besonde s ele- an e ach e we den . Handlungsweisende A ikel de UN-Kinde ech skon en ion A ikel 2: Ach ung de Kindes ech e und Disk iminie ungs e bo G undlegend gel en die Kinde ech e ü alle Kinde , egal wo sie leben ode we sie sind, welche Hau a be sie haben ode Sp ache sie sp echen, welche Religion sie ausüben, welches Geschlech sie haben ode ob sie eine Behin- de ung haben . Die Ve agss aa en haben die in de KRK es geleg en Rech e jedem Kind zu gewäh leis en, keines de ange üh en Rech e da einem Kind abe kann ode weggenommen we den . Auße dem müssen Maßnahmen ge- o en we den, die Kinde on allen Fo men de Disk iminie ung bewah en (UN-KRK 1989/1992, A . 2) . doi .o g/10 .35468/6197-06 85 Ch onische E k ankungen und Schule Im Schulse ing bedeu e dies, dass Schulen siche s ellen müssen, dass Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen keine Benach eiligung e - ah en . Das bedeu e nich nu einen gleichbe ech ig en Zugang zu Bildung, sonde n auch die Gewäh leis ung on Nach eilsausgleichen, ba ie e eien In a s uk u en und Schu z o Disk iminie ung . Dabei is de Schu z o Dis- k iminie ung wei eichend zu e s ehen: E um ass die uneingesch änk e Teil- nahme an schulischen Ak i i ä en wie Aus lügen, den Zugang zu geeigne en Mahlzei en in Schulkan inen o z diä e ische An o de ungen sowie eine Le n- umgebung, die den indi iduellen En wicklungss and be ücksich ig und ö - de . Schulen sind ge o de , nich nu Ba ie en abzubauen, sonde n auch ak i Bedingungen zu scha en, die eine gleichbe ech ig e Teilhabe e möglichen . A ikel 3: Wohl des Kindes Bei allen En scheidungen, die in ö en lichen ode p i a en Ein ich ungen ge- o en we den und Kinde be e en, muss ih Wohl als o angig be ücksich- ig we den . Als obe s e P ämisse bei Maßnahmen muss on Fü so gepe sonen, egal ob in sozialen Ins i u ionen, Ge ich en, Ve wal ungsbehö den ode Gese z- gebungso ganen, s e s das Kindeswohl als handlungslei end gel en . Ve ags- s aa en sind auße dem e p lich e , Kinde n, un e Wah ung de el e lichen Rech e, Schu z und Fü so ge zu gewäh leis en und da ü geeigne e gese zliche sowie adminis a i e Maßnahmen zu e g ei en . Fü Ins i u ionen und Diens e, die ü den Schu z und die Be euung on Kinde n zus ändig sind, bedeu e dies ein e bindliches Einhal en bes imm e S anda ds in Bezug au Siche hei , Gesundhei , Pe sonalquali ika ion und Au sich (UN-KRK, 1989/1992, A . 3) . Die Ges al ung alle schulischen Maßnahmen muss demnach auch s e s im bes- en In e esse eines jeden Kindes e olgen . Besonde s bei Kinde n und Jugendli- chen mi ch onischen E k ankungen is es wich ig, indi iduelle gesundhei liche Un e s ü zung im Schulall ag siche zus ellen, was eine enge Zusammena bei und einen s ändigen Aus ausch zwischen Schulpe sonal, El e n, medizinischem Fachpe sonal sowie poli ischen Ak eu innen und Ak eu en bzw . En schei- dungs äge innen und En scheidungs äge n im Bildungssek o e o de . Ein Beispiel zu Illus a ion de Umse zung on Maßnahmen gemäß den In- hal en on A . 2 de UN-KRK wä e die Si ua ion eines Kindes mi Glykogen- speiche k ankhei . Das be o ene Kind muss wäh end de Schulzei ein s enges und egelmäßiges Nah ungsp o okoll einhal en . Je nach En wicklungss and be- nö ig das Kind Un e s ü zung bei de Einhal ung on Essenszei en ode de Mahlzei enmengen, bei de Zube ei ung hochkalo ische Zusa znah ung und de Übe wachung on Blu zucke we en . Um diese Bedü nisse im Schulall ag zu e üllen, könn en beispielsweise Pausenzei en ü die gesam e Klasse so an- gepass we den, dass das Kind zu seinen egelmäßigen Mahlzei en kommen kann, ohne im Klassen e band gesonde he o zus echen ode sich ga als s ö end zu emp inden . Ebenso könn e eine P legek a o O diese Be euung doi .o g/10 .35468/6197-06 86 Tama a Reine übe nehmen ode es is in manchen Fällen ebenso o s ellba , Leh pe sonen, nach en sp echende Schulung und Zu auen, einige Au gaben zu übe agen . Im Sinne des Kindeswohls zu handeln, bedeu e demnach, den Un e ich so zu ges al en, dass das Kind ak i in die Klasse in eg ie wi d, ohne au g und seine k ankhei sbeding en An o de ungen he o gehoben zu we den . Es gil , indi iduelle Lösungen zu en wickeln, die sich an den Bedü nissen und dem En wicklungss and des Kindes o ien ie en . Diese Lösungen soll en egelmäßig übe p ü und bei Beda angepass we den, um dem Kind lang is ig eine zu- nehmende Selbs s ändigkei zu e möglichen . Dabei is jedoch da au zu ach en, das Kind nich o schnell mi de alleinigen Ve an wo ung ü seine medizini- sche Ve so gung ode k ankhei sbeding e An o de ungen zu belas en, wenn hie ü noch nich aus eichend Un e s ü zung ode Rei e o handen is . Nach ollziehba is , dass eine ch onische E k ankung nich nu medizinische Un e s ü zung implizie , sonde n auch psychosoziale, denn die ch onische E k ankung pe se, wie auch dami einhe gehende emo ionale und auch soziale He aus o de ungen, können zusä zlichen S ess ü die be o enen Kinde und Jugendlichen bedeu en . Diese Aspek e soll en auch in de Schule Beach ung inden, indem ein Um eld gescha en wi d, das den be o enen Kinde n hil , sowohl mi den physischen als auch psychischen Belas ungen umzugehen . Hie bei spielen zum Beispiel auch geschul e Schulpsychologin- nen und -psychologen, Schulä z innen und -ä z e ode Soziala bei e innen und Soziala bei e we olle Rollen, um das Kind in seine emo ionalen En - wicklung bes möglich zu un e s ü zen . Ebenso kann de Einbezug de Mi - schüle innen und Mi schüle on g oße Bedeu ung sein . Diese können du ch al e sge ech e In o ma ion übe die E k ankung und Bedü nisse ih e on eine ch onischen E k ankung be o enen Mi schüle innen ode Mi schüle , selbs e s ändlich nu nach de en Zus immung, ak i mi einbezogen we den . So kann das Ve s ändnis ü die be o enen Mi schüle innen und Mi schü- le ge ö de , Empa hie e le n und e en uelle Be üh ungsängs e ode auch So gen abgebau we den, wodu ch Ausg enzung und S igma isie ung (en - sp echend A . 2) e mieden und ein un e s ü zendes und inklusi es Um eld gescha en we den können . A ikel 6: Rech au Leben Hie bei is nich nu die g undsä zliche Ane kennung au ein angebo enes Rech au Leben eines jeden Kindes gemein , sonde n auch das Rech au Übe leben und die Fö de ung de En wicklung eines jeden Kindes (UN-KRK 1989/1992, A . 6) . m Kon ex des Schulse ings bedeu e dies, dass Schulen allen Kinde n, ein- schließlich jene mi ch onischen E k ankungen, einen Zugang zu Bildung e - möglichen soll en und ebenso die no wendige Un e s ü zung ü eine gesunde En wicklung und das olls ändige Ausschöp en ih e Po enziale be ei s ellen doi .o g/10 .35468/6197-06 87 Ch onische E k ankungen und Schule soll en . Da ü is ein Um eld e o de lich, das als siche emp unden wi d und ü mögliche medizinische No älle aus eichend o be ei e is . Fü einzelne Leh pe sonen bedeu e dies, übe Wissen und Kompe enzen im Umgang mi No ällen zu e ügen, die au die spezi ischen Bedü nisse ih e Schüle innen und Schüle abges imm sind . A ikel 12: Be ücksich igung des Kindeswillens Kinde sind ähig, ih e eigene Meinung zu bilden und haben das Rech , in allen sie be e enden Angelegenhei en, diese ei zu äuße n . Ve agss aa en wiede um haben diese Ansich en und Meinungen en sp echend dem Al e und de Rei e des Kindes zu be ücksich igen (UN-KRK 1989/1992, A . 12) . Die Be ücksich igung des Kindeswillens gil selbs e s ändlich auch im Schul- se ing und is insbesonde e ü Kinde und Jugendliche mi ch onische E - k ankung, de en Schulall ag in de Regel on speziellen He aus o de ungen gep äg is , wich ig . Kinde mi ch onischen E k ankungen sind meis Expe - innen und Expe en in Bezug au ih e E k ankung und sollen demen sp e- chend be ähig we den, schulische Anpassungen mi zubes immen . Sie wissen meis selbs am bes en, was sie ü eine posi i e und e olg eiche Teilnahme benö igen und müssen dahe in En scheidungsp ozesse, die ih en Schulall ag be e en, ak i eingebunden we den . Vo s ellba e Anliegen sind Nach eils- ausgleiche, länge e P ü ungszei en, lexible Pausenzei en, Ve wendung on Hil en ode auch o ganisa o ische Maßnahmen, Rückzugso e ode -zei en, bes imm e Pla zie ung im Klassenzimme ode eine lexible Ums ellung au Online-Un e ich im Beda s all . In Bezug au gesundhei liche Maßnahmen sollen Kinde selbs bes immen bzw . je nach En wicklungss and und Al e mi bes immen, ob sie gewisse Handlungen selbs s ändig du ch üh en wol- len/können ode ob Un e s ü zung no wendig is . Kinde sollen in jedem Fall mi en scheiden, du ch wen diese umgese z we den – e wa du ch eine Angehö ige, einen Angehö igen ode eine P legek a und an welchem O p lege ische ode medizinische Handlungen e olgen (z . B . Medikamen en- einnahme im Klassenzimme ode da o ) . Ebenso müssen die Pe spek i en be o ene Kinde hinsich lich bes ehende Ba ie en im Klassenzimme ode de Schule und de inklusi en Ges al ung des Schulum eldes Beach ung in- den . Sie sollen die Möglichkei haben, in alle sie be e enden En scheidungen eingebunden zu we den, sei es die In o ma ionswei e gabe an Mi schüle in- nen und Mi schüle , die Ges al ung on Räumlichkei en ode die Ins allie ung on Hil sdiens en und Un e s ü zungspe sonen . A ikel 28: Rech au Bildung und Schule Jedes Kind ha ein Rech au Bildung . Um dies zu e wi klichen und dami Chancengleichhei he zus ellen, e p lich en sich die Ve agss aa en, sowohl eine G undschulausbildung als auch Bildung in wei e üh enden Schulen al doi .o g/10 .35468/6197-06 94 E win Di sios De o liegende A ikel e s eh sich als p axiso ien ie e Bei ag zu einem ge- lingenden Un e ich , an dem alle Schüle innen und Schüle , unabhängig on ih- em Gesundhei s- ode K ankhei szus andes gleichbe ech ig eilhaben können . Pa izipa ion–Un e ich ü e k ank e Schüle innen und Schüle K ankhei und Schule s ellen ü Schüle innen und Schüle eine besonde e He - aus o de ung da . Sie beein äch igen häu ig sowohl die schulische Leis ung als auch das emo ionale Wohlbe inden (Desch 2010) . Leh pe sonen komm dabei eine zen ale Rolle zu: Sie un e s ü zen e k ank e Kinde und Jugendliche da - in, den schulischen und sozialen Anschluss zu hal en und gleichzei ig ih e ge- sundhei lichen und psychosozialen Bedü nisse zu be ücksich igen . Ein lexibles und un e s ü zendes Um eld, das sich an den indi iduellen Bedü nissen de be o enen Schüle innen und Schüle o ien ie , kann sie nachhal ig ö de n . Vo ausse zung ü gelingende Teilhabe is eine di e enzie e Be ach ung jene Fak o en, die den schulischen Ve lau bei ch onische E k ankung beein lussen . Eine E k ankung be i nich nu den Kö pe , sonde n kann auch e hebli- che psychische Auswi kungen haben . Kinde und Jugendliche e leben häu ig Angs , T au igkei und F us a ion–insbesonde e dann, wenn sie du ch die E k ankung den Kon ak zu Schule und ih en F eunden e lie en . Schwe- e ode langwie ige (ch onische) E k ankungen, insbesonde e bei jungen Menschen, die sich ge ade in eine sensiblen En wicklungsphase be inden (P ei e &Pinqua 2013), können die schulische Mo i a ion und das Selbs - we ge ühl beein äch igen (Webe &Wi z 2019) . Ein länge e Au en hal zu Hause ode im K ankenhaus bedeu e zudem eine soziale T ennung, die den Kon ak zu Mi schüle innen und Mi schüle n e schwe und das Zugehö- igkei sge ühl zu Klassengemeinscha schwächen kann . Besonde s Jugend- liche, die sich s a k übe Pee s de inie en, e leben Isola ion o als zusä zliche psychische Belas ung–e wa in Fo m on Ängs en ode dep essi en Symp o- men . Schüle innen und Schüle , die au g und eine E k ankung übe länge e Zei nich zu Schule gehen können, e lie en schnell den Anschluss an den Un e ich . Fehlende Le ninhal e und nich nachgehol e Au gaben können zu Wissenslücken und Mo i a ionsp oblemen üh en . Besonde s ge äh de sind dabei Schüle innen und Schüle mi ch onischen E k ankungen, die egelmä- ßig du ch K ankenhausau en hal e ode The apien im Un e ich ehlen . Bei länge andaue nde E k ankung können Leh pe sonen im Sinne eines Nach eilsausgleichs (We gen 2013) die schulischen An o de ungen indi- iduell anpassen . Dies kann beispielsweise das Ve schieben on P ü ungen ode das E s ellen on e ein ach en Le nma e ialien um assen . Mi de zu doi .o g/10 .35468/6197-07 95 Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en nehmenden Nu zung digi ale Technologien is es ü e k ank e Schüle innen und Schüle heu e möglich, wäh end ih e Abwesenhei online am Un e ich eilzunehmen . Dies e möglich nich nu den Zugang zu Le nma e ialien, son- de n auch die ak i e Teilnahme an ideobasie en i uellen Klassen äumen . Viele Schulen bie en zusä zlich Be a ungsdiens e an, die da au abzielen, die psychischen Belas ungen on e k ank en Schüle innen und Schüle n zu min- de n . Diese Angebo e un e s ü zen Schüle innen und Schüle dabei, emo io- nale und soziale He aus o de ungen, im Umgang mi ih e (ch onischen) E - k ankung, zu bewäl igen . Um eine mögliche soziale Isola ion zu e inge n, sollen geziel Möglichkei en zum Aus ausch mi Mi schüle innen und Mi - schüle n gescha en we den, e wa du ch digi ale G uppena bei en, Besuche ode B ie wechsel . Die enge Zusammena bei mi den El e n is dabei ein zen- ale Baus ein (Webe 2008), um das Wohlbe inden be o ene Kinde und Jugendliche zu ö de n und mögliche Ängs e ode F us a ionen ühzei ig zu e kennen . Eine wei e e–wenn auch nich imme umse zba e Un e s ü zungs- möglichkei bes eh im Un e ich zu Hause du ch Leh pe sonen, die den Un- e ich ss o e mi eln ode Un e ich sma e ialien pe sönlich übe mi eln . Zusammen assend läss sich es hal en: Ch onisch beding e psychische und/ ode soma ische Belas ungen können die Bildungsbiog a ie on Schüle in- nen und Schüle n e heblich beein äch igen . Dahe sind im Sinne de Teilhabe bzw . Pa izipa ion Un e s ü zungsmöglichkei en du ch die Schule als geeig- ne e Maßnahmen zu iden i izie en . Dazu können digi ale Angebo e, k ank- hei sbeding e Anpassung des Un e ich s, psychosoziale Un e s ü zung und Hil es ellungen, Fö de ung soziale Kon ak e sowie indi idualisie e Un e - ich und gegebenen alls auch Hausun e ich genann we den . Pa izipa ion um ass dahe meh als die Teilhabe am Un e ich : Sie bedeu e , dass ch o- nisch e k ank e Kinde und Jugendliche ak i an En scheidungen, die ih e Ge- sundhei be e en, mi wi ken können . Dies eich on all äglichen Gesund- hei sen scheidungen bis hin zu lang is igen, en scheidenden F agen, die ih e physische und psychische Gesundhei be e en . Selbs bes immung und Empowe men Selbs bes immung bedeu e , dass Kinde und Jugendliche die Ve an wo ung ü ih e Gesundhei übe nehmen können und die F eihei haben, En schei- dungen zu e en, die ih Wohlbe inden be e en . E k ank e Kinde und Ju- gendliche können, insbesonde e im schulischen Um eld e mu ig we den, ih e eigenen Gesundhei sen scheidungen zu e en, sei es in Bezug au ih e Le n- o sch i e, schulische Leis ungs ähigkei ode den Umgang mi k ankhei s- beding en He aus o de ungen . Dies um ass auch die Fähigkei , ühzei ig au doi .o g/10 .35468/6197-07 96 E win Di sios gesundhei liche Beschwe den zu eagie en, den eigenen Kö pe besse wah - zunehmen und bei Beda Un e s ü zung zu suchen . „Leh k ä e wenden ih indi iduelles Wissen und ih e Kompe enzen an, um im Ideal- all einen siche en Umgang mi ch onisch e k ank en Schüle /-innen zu gewäh leis- en . Dabei inden si ua i e, pe sönliche sowie gesellscha lich- und umwel beding e De e minan en au de indi iduellen Ebene Anwendung, um He aus o de ungen au de Be ölke ungsebene, nämlich den Schüle /-innen, zu begegnen . Du ch ih e Vo bild unk ion und ih e Un e s ü zungsmöglichkei en könn en Leh k ä e Ein luss au das Gesundhei s e hal en ih e Schüle /-innen nehmen, welches sich lang is ig auswi ken kann, e wa au den Gesundhei szus and im E wachsenenal e und da- mi e bunden au die Inansp uchnahme on Leis ungen des Gesundhei ssys ems . Auße dem könn e die Gesundhei skompe enz on Leh k ä en gesundhei liche Chancengleichhei , Pa izipa ion sowie Empowe men on gesundhei lich benach- eilig en und nich benach eilig en Kinde n und Jugendlichen ö de n“ (Ha mann u . a . 2020, 1175) . Als Empowe men wi d jene P ozess bezeichne , du ch den e k ank e Kinde und Jugendliche ih e eigenen Fähigkei en und Ressou cen e kennen und s ä - ken, um eigens ändig und selbs bewuss En scheidungen zu e en, die ih e Gesundhei be e en . Das Ziel is , die pe sönliche und soziale Kompe enz zu ö de n und die Fähigkei zu en wickeln, gesundhei s ele an e He aus o de- ungen im schulischen Kon ex zu meis e n . Empowe men um ass die Fähigkei , gesundhei s ele an e In o ma ionen zu e s ehen, k i isch zu hin e agen und eigens ändig anzuwenden . Dies geh übe das bloße Wissen hinaus und schließ auch den Umgang mi psy- chische Gesundhei , S essbewäl igung und die En wicklung on Resilienz ein . Je meh Wissen und Fähigkei en Kinde und Jugendliche in Bezug au ih e Gesundhei en wickeln, des o ges ä k e we den sie da in, ih e eigenen Gesundhei sen scheidungen zu e en und sich ü ih Wohlbe inden ein- zuse zen . Schüle innen und Schüle we den so zu wah en Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei . Dies implizie ebenso, dass e k ank e Kinde und Jugendliche wissen, wo und wie sie Un e s ü zung inden können . Sie we den da in bes ä k , bei Beda au Hil sangebo e zuzug ei en, sei es im schulischen, amiliä en ode medizinischen- he apeu ischen Be eich . Das s ä k ih e Fähigkei , sich in schwie igen gesundhei lichen Si ua ionen Hil e zu holen . Leh pe sonen können „k anke Menschen dahingehend empowe n, ih en eigenen Weg zu inden, de in Einklang s eh mi ih e Indi iduali ä , Le- benswel und K ankhei “ (Röh 2005, 336) . Röh (2005) üh des Wei e en aus: „G undlage allen pädagogischen Handelns is hie die Ane kennung de Gleich- be ech igung on be u lichem Hel e und Klien , die Kons uk ion eine symme i- schen A bei sbeziehung also, die au die A ibu e eine be o mundenden Fü so g doi .o g/10 .35468/6197-07 97 Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en lichkei e zich e , die Ve an wo ung ü den A bei skon ak gleich e eil und sich au einen Beziehungsmodus des pa ne scha lichen Aushandelns einläss “ (ebd . 2005, 336) . Zusammen assend kann es gehal en we den, dass Selbs bes immung und Empowe men im Kon ex ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle zu eine S ä kung des Selbs we ge ühls, zu Fö de ung on gesundhei sbewuss- em Ve hal en, zu Reduk ion on S igma isie ungen und schlussendlich auch zu eine e besse en Lebensquali ä üh en können . Hil smodelle ü den Un e ich ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle Um den He aus o de ungen gewachsen zu sein, die Un e ich ü ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle mi sich b ingen kann ( an Dick 2006, 39), we den an diese S elle zwei Modelle e läu e , die eine sei s den S a us de be- o enen Kinde und Jugendlichen als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei un e s eichen (Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuum) sowie ande- e sei s einen un e ich sdidak ischen Ansa z au zeigen (Aneignungsdidak ik) . Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuum „Bei Ihnen in de Klasse is alles gesund? […] In jede Klasse be inden sich Schüle /- innen, die sich au dem Kon inuum gesund e sus k ank an i gendeinem Punk e be inden, de nich olls ändig als gesund zu bezeichnen is . Dies is kein Thema, das nu eine kleine G uppe on Schüle n/-innen be i , sonde n es be i iele . Und dami g undsä zlich alle, die den Leh be u ausüben ode e was dami zu un haben“ (S eins 2008, 11) . Das Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuum s ell die Annahme in den Vo de - g und, dass Schüle innen und Schüle nich ein ach nu k ank ode gesund sind, sonde n dass sich ih Gesundhei szus and (psychisch und soma isch) kon inuie lich in einem wei en Be eich zwischen diesen beiden Polen bewe- gen kann . Das Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuum e s eh die e schiede- nen Zus ände on Gesundhei und K ankhei als ein dynamisches, ließendes Spek um, ans a sie als zwei oneinande s ik ge enn e und s a ische Zu- s ände (Ex eme) zu be ach en . An einem Ende des Kon inuums be inde sich de Zus and ( olls ändige ) Gesundhei . Am ande en Ende be inde sich de Zus and schwe e K ankhei (ode soga Tod) . Zwischen diesen Polen gib es eine Vielzahl on Zus änden, die e schiedene G ade on Gesundhei ode K ankhei wide spiegeln . doi .o g/10 .35468/6197-07 98 E win Di sios Ans a Gesundhei und K ankhei als Gegensä ze zu sehen, e möglich dieses Modell, die e schiedenen Nuancen menschliche Gesundhei zu e s ehen und s eh dami einem medizinisch o ien ie en De izi modell gegenübe : „Das medizinische, indi iduelle Modell is o z seine be ei s langen Geschich e noch nich so ech aus de Mode gekommen und inde wei e hin in e schiedenen S udien Anwendung . Im Fokus s eh das indi iduelle De izi eine Pe son, welches es zu diagnos izie en, beheben ode wenigs ens zu linde n gil “ (Luds ock 2023, 6) . Die Me kmale des Modells des Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuums zielen da au ab, die Dynamik de Gesundhei da zus ellen . Gesundhei wi d nich als s a ische Zus and e s anden, sonde n als ein dynamische P ozess, de du ch e schiedene Fak o en beein luss wi d, wie z . B . gene ische Ve anla- gung, Lebenss il, Umwel ak o en, E näh ung und psychosoziale Aspek e . Ein Mensch kann sich dahe s ändig zwischen den Polen des Kon inuums bewe- gen . Menschen können sich an un e schiedlichen Posi ionen des Kon inuums be inden, die je nach ih e kö pe lichen, men alen und emo ionalen Ve as- sung a iie en . Zum Beispiel könn e eine Pe son gesundhei lich ela i s abil sein, jedoch kleine e gesundhei liche Einsch änkungen haben, die sie abe nich als k ank bezeichnen wü de . Jede Mensch ha sowohl gesunde als auch k anke An eile, niemand is ausschließ- lich zu 100%k ank ode zu 100%gesund . Dieses Gleichgewich zwischen gesun- den und k anken An eilen kann man mi dem Bild de Waage e gleichen ode wie einen Balken be ach en, au dem das ak uelle Be inden/Gesundhei sge ühl imme wiede neu einges ell wi d, meh Rich ung Gesundhei , ein ande es Mal meh Rich- ung K ankhei “ (Damm 2022, 16) . De Übe gang on Gesundhei zu K ankhei ode umgekeh e olg o schleichend und kann e schiedene Zwischens u en um assen, wie e wa das Vo liegen on leich en Symp omen ode das Fehlen olls ändige K ankhei s- bilde . Wie die Beg i lichkei en on Gesundhei und K ankhei e leb und wah genommen we den, häng ausschließlich om be o enen Indi iduum ab . As hma als ch onische E k ankung beispielsweise kann on bes imm en Schüle innen und Schüle n als leich e Einsch änkung ehe une heblich emp- unden we den, wäh end sich ande e s a k beein äch ig ühlen . De subjek- i e Zus and spiel eine zen ale Rolle in de Zuo dnung zu einem bes imm en Punk im Kon inuum . K ankhei wi d im Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuum nich nu als Nega i zus and, sonde n als Übe gang und po enzielle Wende- punk e s anden . Ein K ankhei sp ozess könn e du ch medizinische In e - en ion, eine Ände ung des Lebenss ils ode eine psychische S abilisie ung übe wunden und de Gesundhei szus and wiede e besse we den . doi .o g/10 .35468/6197-07 99 Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en Zusammen assend läss sich es hal en: Das Modell des Gesundhei s-K ank- hei s-Kon inuums e möglich einen um assende en, lexible en Blick au die menschliche Gesundhei . Es e deu lich , dass sich de Gesundhei szus and on Menschen kon inuie lich e ände –beein luss du ch gesundhei s ö - de nde ebenso wie du ch k ankmachende Fak o en . Aneignungsdidak ik Die Aneignungsdidak ik e i eine didak ische Pe spek i e, in de Le nen als ak i e , subjek i e und sinns i ende P ozess e s anden wi d . Sie is eng mi de kons uk i is ischen Le n heo ie e bunden, die da on ausgeh , dass Le nen ein ak i e und selbs ges eue e P ozess is , bei dem Le nende neue In o ma ionen in ih e bes ehende Wissenss uk u in eg ie en . De Beg i Aneignung bezieh sich da au , dass Wissen nich passi au genom- men, sonde n ak i du ch die Le nenden selbs e schlossen und e inne lich wi d . In diesem Kon ex wi d Le nen als ein P ozess de Bedeu ungszuwei- sung e s anden, bei dem Le nende neue Inhal e in Bezug au ih e Vo e ah- ungen und Vo s ellungen eino dnen (Klemen 2020) . Die Aneignungsdidak ik be on die Bedeu ung on Kon ex und Mo i a ion beim Le nen . Sie geh da on aus, dass Le np ozesse s ä ke on den indi idu- ellen Bedü nissen, In e essen und Vo e ah ungen de Le nenden abhängen, als on eine ein on Leh pe sonen ges eue en Wissens e mi lung . So wi d de Le np ozess als ko-kons uk i e und dynamische P ozess gesehen, in dem Leh pe sonen als Le nbeglei e und nich als alleinige Wissens e mi le ungie en . Ein zen ale Aspek de Aneignungsdidak ik is die Di e enzie ung des Un- e ich s, um den un e schiedlichen Le n o ausse zungen und -s ilen ge ech zu we den . „De indi idualisie ende Un e ich ich e seinen Fokus demnach au das le nende Subjek und dessen En wicklung: Le nen wi d dann e ek i , wenn emo ionale und si uie e P ozesse, hohe Selbs ä igkei , pädagogische Koope a ion und Selbs be- s immung ha monisch ineinande g ei en . Das Objek de einen Beleh ung wandel sich kon inuie lich zum Subjek eigene (sys ema isch angeeigne e ) Le n ä igkei “ (Klemen 2006, 5) . Dies bedeu e , dass Le np ozesse iel äl ig ges al e und an die e schiedenen Fähigkei en und In e essen de Le nenden angepass we den müssen . Dazu gehö en un e ande em koope a i e Le n o men, p ojek basie es Le nen ode die Nu zung on Medien und digi alen We kzeugen, die den Le nenden eine ak i e Rolle im Le np ozess e möglichen (Winkle 2007) . In de P axis ziel die Aneignungsdidak ik da au ab, die Le nenden zu eigens ändigem und k i ischem Denken zu be ähigen . Sie ö de nich nu den einen Wis doi .o g/10 .35468/6197-07 100 E win Di sios sense we b, sonde n auch die Fähigkei , dieses Wissen in neuen, unbekann- en Kon ex en anzuwenden . Fü den Un e ich on ch onisch e k ank en Schüle innen und Schüle n be- deu e dies, als zen ales Anliegen den Fokus au die Le nenden zu legen–die be o enen Schüle innen und Schüle we den zu Expe innen bzw . Expe en und die Leh pe sonen zu Un e s ü ze innen und Un e s ü ze n eines e olg- eichen Bildungsweges . Ein ache, im schulischen All ag ein- und umse zba e Maßnahmen könn en dahe beinhal en: indi iduelle Le npake e und indi i- dualisie e , di e enzie e Un e ich , Un e ich in K ankenhäuse n, Online- Un e ich sowie Un e ich zu Hause (We gen 2013, 23 ) . Dabei geh es neben den didak ischen Ansä zen auch um Koope a ionen und die Kommunika ion mi (möglichs ) allen Be eilig en . De enge Aus ausch zwischen Leh pe sonen, E ziehungsbe ech ig en, Ä z innen und Ä z en ode The apeu innen und The apeu en is en scheidend, um die bes mögliche Un- e s ü zung ü das e k ank e Kind zu gewäh leis en . Dabei müssen sowohl die schulischen An o de ungen als auch die gesundhei lichen Bedü nisse be- ücksich ig we den . Insgesam is es wich ig, dass e k ank e Kinde und Jugendliche nich nu in ih e schulischen En wicklung un e s ü z we den, sonde n dass auch ih e so- zialen und emo ionalen Bedü nisse nich zu ku z kommen . De Un e ich kann so ges al e we den, dass e den spezi ischen He aus o de ungen de E k ankung ge ech wi d und den e k ank en Schüle innen und Schüle n e - möglich , mi Un e s ü zung und Flexibili ä o z E k ankung zu le nen . Fazi De Un e ich ü ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche s ell Leh - pe sonen o besonde e He aus o de ungen–insbesonde e dann, wenn die Be o enen den egulä en Schulall ag nich kon inuie lich wah nehmen kön- nen (Szilagyi 2022) . Um un e diesen Bedingungen schulische Teilhabe und Bildungsp ozesse zu ö de n, gil es im Sinne des Inklusionsgedankens olgen- de Ziele e eichba zu machen: Wiede he s ellung bzw . Gewäh leis ung on Le n o sch i en, indi iduelle Fö de ung bzw . indi idualisie e Un e ich sowie psychosoziale Un e s ü zung (We gen 2013) . Die Schulbildung dien dabei auch un e s ü zend zu Bewäl igung de E k ankung und als S abili ä s- ak o ü die Be o enen . De Kon ak zu ande en Schüle innen und Schüle n und die Au ech e hal ung des sozialen Um elds spielen dabei wich ige Rollen . Die Ane kennung on ch onisch e k ank en Kinde n und Jugendlichen als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei ö de den Inklusions- gedanken und eduzie S igma isie ungen (We gen 2013) . Sie we den nich als ausschließlich k anke ode hil sbedü ige Schüle innen und Schüle wah doi .o g/10 .35468/6197-07 101 Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en genommen, sonde n als ak i e und selbs bes imm e Indi iduen, die Ve an - wo ung ü ih e Gesundhei übe nehmen können . Dabei komm auch die Idee eines Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuums zum T agen, in dem da geleg wi d, dass Gesundhei sowie K ankhei en gegengese z e Pole bilden . So mögen ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle zwa ( eilweise) Einsch änkun- gen haben, ein be äch liche Teil ih es Daseins is da on jedoch unbe o en . Ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei zu sehen basie au den P inzipien Pa izipa ion, Selbs bes immung und Empowe men . Dies bedeu e , dass e k ank e Schü- le innen und Schüle ak i in En scheidungen eingebunden we den, die ih e Gesundhei be e en, und Ve an wo ung ü ih eigenes Wohlbe inden übe nehmen . Es wi d da au abgeziel , das Selbs bewuss sein de be o enen Kinde und Jugendlichen zu s ä ken, ihnen zu e möglichen, ih e eigenen Ge- sundhei sbedü nisse zu e kennen und zu a ikulie en, und sie in den P ozess de Gesundhei s ö de ung und - e so gung einzubeziehen . Wenn ch onisch e k ank e Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesundhei wah genommen we den, üh dies zu einem ges eige en Selbs - bewuss sein . Sie le nen, Ve an wo ung zu übe nehmen und in ih e eigenen En scheidungs ähigkei Ve auen zu assen . Kinde und Jugendliche als Expe innen und Expe en ih e eigenen Gesund- hei zu be ach en, ö de nich nu ih e Eigen e an wo ung und Selbs - bes immung, sonde n auch ih e Fähigkei , ak i und selbs bewuss mi ih e Gesundhei umzugehen . Du ch Pa izipa ion, Empowe men und die En wick- lung on Gesundhei skompe enzen können sie Ve hal ensweisen e ablie en und sich in ih e Umwel als kompe en e Ak eu innen und Ak eu e in Gesund- hei s agen wah nehmen . Dies äg le z lich zu eine besse en Lebensquali ä und eine s ä ke en psychischen und physischen Wide s andsk a bei . Li e a u Damm, L . (2022): Von Kinde ech en und Schu z ak o en . Ve s ändnis on Gesundhei und K ankhei in de Schule aus Child Public Heal h-Pe spek i e . In: N . Somme  & E . Di sios (H sg .): Schule und ch onische E k ankungen . G undlagen, He aus o de ungen und Teilhabe . Bad Heilb unn: Julius Klinkha d , 13-24 . Desch, C . (2010): Ch onisch k anke Kinde und ih e P obleme im Schulun e ich . S udiena bei . No de s ed : G in . Haep, A .&B endgen, A . (2008): Leh e und Leh e innen . In: G . S eins (H sg): Schule o z K ank- hei . Eine E alua ion on Un e ich mi k anken Kinde n und Jugendlichen und Implika ionen ü die allgemeinbildenden Schulen . Lenge ich: Pabs Science Publishe s, 63-77 . Ha mann, A ., Rückmann, J .&Tannen, A . 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Schwe punk : Un e ich und Beglei ung ch onisch k anke Schüle innen und Schüle azg@koe ne -kp g .a doi .o g/10 .35468/6197-07 110 Ul ike Kipman, Emily Kaise und Saman ha Ba on P oblemlöses ö ung Kinde mi diese S ö ung haben Schwie igkei en, selbs s ändig Lösungen ü komplexe ode neue Au gaben zu en wickeln (P ä alenz: und 2%) . Es eh- len s uk u ie e Denks a egien ode ein plan olles Vo gehen . In de Schule zeigen sich De izi e insbesonde e bei o enen Au gabens ellungen, P ojek - a bei en ode T ans e leis ungen . Diese Kinde a bei en häu ig impulsi und sp ungha ode e lie en den Übe blick bei meh sch i igen Au gaben . Die päda gogische Un e s ü zung um ass das E le nen on Planungs echniken, das s uk u ie e Üben on P oblemlöses a egien sowie die geziel e Anlei- ung zu Selbs e lexion . Gene alisie e Angs s ö ung Kinde mi gene alisie e Angs (P ä alenz: und 4%) zeigen übe mäßige So gen, die zahl eiche Lebensbe eiche be e en (Schule, Familie, Gesundhei , Zukun ) . Diese Kinde wi ken übe angepass , e meiden Risiken und s ellen wiede hol Rück agen nach Siche hei . In de Schule allen sie häu ig du ch P ü ungsangs , psychosoma ische Beschwe den (z . B . Bauchschme zen) ode Rückzugs e hal en au . Die emo ionale Belas ung beein äch ig o die Kon- zen a ions ähigkei und Leis ungsbe ei scha . Wich ig is ein sensibles Vo - gehen im Un e ich : kla e E wa ungen, E mu igung, S ä kung de Selbs - wi ksamkei und gg . he apeu ische Beglei ung . Au me ksamkei ss ö ung mi /ohne Hype ak i i ä (ADHS/ADS) Diese S ö ung zeig sich in Fo m on Unau me ksamkei , Impulsi i ä und bei einem Teil de Kinde auch du ch übe mäßige mo o ische Un uhe (P ä alenz: und 4%) . Im Un e ich sind be o ene Kinde leich ablenkba , un e b echen ande e, a bei en unsys ema isch und sind o nich in de Lage, Au gaben selbs s ändig zu beenden . Dadu ch en s ehen Leis ungsschwächen, Kon lik e mi Gleichal igen und häu ig auch emo ionale Folgep obleme . Leh pe sonen soll en kla e S uk u en scha en, isuelle Zei o gaben nu zen, Lob geziel einse zen und Reizübe lu ung e meiden . Hype kine ische S ö ung Diese S ö ung is du ch ein anhal endes Mus e aus Unau me ksamkei , mo- o ische Un uhe (Hype ak i i ä ) und Impulsi i ä gekennzeichne (P ä a- lenz: und 4%) . Im Schulkon ex äuße sich dies du ch ge inge Ausdaue , häu iges Wechseln de Ak i i ä , S ö ungen des Un e ich s, Schwie igkei en beim Zuhö en und impulsi e Reak ionen . Kinde mi hype kine ischem Ve - hal en sch eiben o un olls ändig mi , e lie en A bei sma e ial ode eagie doi .o g/10 .35468/6197-08 111 Kindliche En wicklungs- und Ve hal enss ö ungen im Übe blick en unangemessen ode impulsi au An o de ungen . T o z no male In elli- genz üh en die Au me ksamkei sp obleme zu deu lichen Leis ungseinbußen . Besonde s he aus o de nd is de Umgang mi F us a ion, Regeln und sozia- le Impulskon olle . Eine s uk u ie e Klassen üh ung, kla e Rou inen, ku ze A bei sphasen und geziel e Rückmeldung sind pädagogisch sinn oll . S ö ung des Sozial e hal ens Kinde mi eine S ö ung des Sozial e hal ens zeigen daue ha no m e le zen- des, agg essi es ode opposi ionelles Ve hal en (P ä alenz: und 4%) . Dazu zählen u . a . häu iges S ei en, P o oka ionen, Regel e s öße, Lügen ode kö - pe liche Agg ession . Im schulischen All ag üh dies zu massi en Belas ungen des Klassenklimas, zu Kon lik en mi Leh pe sonen und ande en Kinde n so- wie zu e höh em Ausschluss isiko . Die U sachen liegen häu ig in ungüns igen sozialen Le nbedingungen, amiliä en Belas ungen ode mangelnden P ob- lemlöses a egien . Pädagogisch wi ksam sind kla e Ve hal ens e einba ungen, S uk u ie ung, sozial-emo ionale Fö de ung sowie in ensi e Koope a ion mi dem El e nhaus und auße schulischen Hil esys emen . Bindungss ö ung Bindungss ö ungen esul ie en aus ühen Beziehungsabb üchen, Ve nach- lässigung ode ins abilen Bezugspe sonen (P ä alenz: < 1%) . Sie äuße n sich en wede in übe mäßige Zu ückgezogenhei ode –gegen eilig–in dis anz- losem Ve hal en gegenübe emden Pe sonen . In de Schule zeigen be o - ene Kinde häu ig ge inges Ve auen, emo ionale Ins abili ä , ausgep äg e T ennungsängs e ode unangepass e Nähe zu E wachsenen . Diese Kinde be- nö igen einen kla s uk u ie en Schulall ag, s abile Bezugspe sonen, Geduld und e lässliche Beziehungen . Exku s Ex e nalisie ende und in e nalisie ende S ö ungen Psychische S ö ungen im Kindesal e lassen sich g ob in zwei Ka ego ien un e eilen: •Ex e nalisie ende S ö ungen ich en sich nach außen und äuße n sich du ch s ö endes, impulsi es ode agg essi es Ve hal en, sie inden sich endenziell un e den F9-Diagnosen . •In e nalisie ende S ö ungen ich en sich nach innen und be e en das emo- ionale E leben, sie inden sich endenziell un e den F8-Diagnosen . Beide S ö ungs ypen können zu e heblichen schulischen Beein äch igungen üh en . Wich ig is dahe eine di e enzie e Beobach ung sowie die enge Zu- sammena bei zwischen Schule, El e nhaus und Fachpe sonen . doi .o g/10 .35468/6197-08 112 Ul ike Kipman, Emily Kaise und Saman ha Ba on Fazi Gene ell kann olgendes gesag we den: Mi geziel e Beobach ung, lexib- le Un e s ü zung und eine we schä zenden Hal ung können Leh pe sonen maßgeblich dazu bei agen, dass Kinde mi En wicklungs- und Ve hal ens- besonde hei en ih e Po enziale en al en und sich im schulischen Um eld gu in eg ie ühlen . Wich ig is dahe eine di e enzie e Beobach ung sowie die enge Zusammena bei zwischen Schule, El e nhaus und Fachpe sonen . Li e a u Dilling, H ., Mombou , W .&Schmid , M . H . (H sg .) (2019): In e na ionale Klassi ika ion psychi- sche S ö ungen: ICD-10 Kapi el V (F)–Klinisch-diagnos ische Lei linien . Be n: Hog e e . Wo ld Heal h O ganiza ion (WHO) . (2022): In e na ionale s a is ische Klassi ika ion de K ankhei en und e wand e Gesundhei sp obleme (ICD-11) . Gen : WHO . 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Be o ene Kinde und Jugendliche zeigen e hebliche Schwie- igkei en in de Au ech e hal ung on Au me ksamkei , ein übe du ch- schni liches Maß an Ak i i ä sowie eine e minde e Impulskon olle . Man un e scheide zwischen dem o wiegend unau me ksamen Typ (o als ADS bezeichne , codie mi F98 .80 im ICD-10 (WHO 2015)), bei dem haup säch- lich Au me ksamkei sp obleme bes ehen, und dem kombinie en Typ, de zusä zlich du ch Hype ak i i ä und Impulsi i ä gekennzeichne is , codie mi F90 .0 im ICD-10 (WHO 2015, gl . auch Kipman Kap . 3 .3) . In diesem Bei ag soll zue s ein ku ze Übe blick zu den wesen lichen und ypischen Au älligkei en on Kinde n und Jugendlichen mi AD(H)S gegeben we - den . Ziel dieses Bei ags is es, ypische E scheinungs o men on AD(H)S im Schulall ag da zus ellen . Ein Fallbeispiel soll die besch iebene S ö ung illus ie en, um da au au bauend Implika ionen ü den Schulun e ich ab- lei en zu können . Keywo ds: AD(H)S im Schulall ag; Pädagogische Fö de s a egien; Un e - ich sanpassung; Beziehungsges al ung; Inklusi e Bildung Einlei ung Das AD(H)S-Synd om s ell eine e hebliche He aus o de ung ü jede Leh - k a da –und dami auch ü das Bildungssys em . Obwohl um ang eiche In o ma ionen zu AD(H)S e ügba sind, mangel es den ele an en Be u s- g uppen häu ig an undie em Wissen übe dieses medizinische Phänomen doi .o g/10 .35468/6197-09 115 Umgang mi AD(H)S und auch an Wissen, wie ü Schüle innen und Schüle mi diesem S ö ungs- bild en sp echende Rahmenbedingungen gescha en we den können . Abe jede He aus o de ung, so g oß sie auch e scheinen mag, bi g zugleich Chancen zu Wei e en wicklung . Sie e ö ne Le np ozesse, die nich nu ü die di ek Be o enen, sonde n auch ü ih Um eld und dami ü die gesam e Gesellscha on Bedeu ung sind . Das Wissen um den Umgang mi AD(H)S kann neue Pe spek i en e ö nen, um zukün igen He aus o de ungen–de- en A und Ausmaß wi heu e noch nich kennen–au al e na i e Weise zu begegnen . Dabei soll e nich e gessen we den, dass jedes Kind, unabhängig on eine AD(H)S-Diagnose, übe indi iduelle Talen e und Fähigkei en e - üg . Eine e olg eiche Schullau bahn is auch mi AD(H)S möglich, wenn die ich igen Rahmenbedingungen gescha en we den (S ollho 2003) . Theo e ische Rahmung AD(H)S is eine häu ige neu oen wicklungsbeding e S ö ung, die wel wei bei e wa 5%de Kinde und Jugendlichen au i (Polanczyk u . a . 2007) . E wa 30% de be o enen Kinde zeigen zusä zlich Le ns ö ungen (Mayes u . a . 2000) . Jungen sind häu ige be o en als Mädchen (Willcu u . a . 2005) . Gene ische Fak o en spielen eine wesen liche Rolle bei de En s ehung on AD(H)S . Kinde on El e n mi AD(H)S haben ein e höh es Risiko, selbs an die- se S ö ung zu e k anken (Fa aone u . a . 2005; Gaw ilow u . a . 2011) . De izi e in de Selbs egula ion, also de Fähigkei , Gedanken, Ge ühle und Handlungen zu s eue n, agen eben alls zu En wicklung on AD(H)S bei (Gaw ilow u . a . 2011) . Die Ke nsymp ome on AD(H)S lassen sich d ei Be eichen zuo dnen: Unau - me ksamkei , Hype ak i i ä und Impulsi i ä . Unau me ksame Kinde und Ju- gendliche machen häu ig Flüch igkei s ehle , haben Schwie igkei en, bei Au - gaben ode Spielen konzen ie zu bleiben, scheinen nich zuzuhö en, olgen Anweisungen nich , e lie en wich ige Gegens ände, lassen sich leich ablen- ken, haben P obleme bei de O ganisa ion on Au gaben und sind o e gess- lich . Hype ak i e Kinde zappeln häu ig, können nich uhig si zen, s ehen o au , lau en ode kle e n in unpassenden Si ua ionen und zeigen ein anhal en- des Mus e übe mäßige mo o ische Ak i i ä , das du ch Vo sch i en ode die soziale Umgebung nich geb ems wi d . Impulsi e Kinde und Jugendliche un e b echen ode s ö en ande e häu ig, eden übe mäßig iel, an wo en, be- o F agen olls ändig ges ell sind und haben Schwie igkei en, in Spielen ode ande en Ak i i ä en au ih en Tu n zu wa en (Dilling u . a . 2015) . F ühe wu de angenommen, dass AD(H)S haup sächlich im Kindes- und Ju- gendal e au i , doch inzwischen is bekann , dass die S ö ung bei ielen Be o enen bis ins E wachsenenal e bes ehen bleib (Be n o u . a . 2008) . Im E wachsenenal e e en Symp ome de Hype ak i i ä sel ene au , wäh end Au me ksamkei sp obleme dominan e we den (Schmid &Pe e mann 2008) . doi .o g/10 .35468/6197-09 116 Melanie G eil, Ul ike Kipman AD(H)S beein äch ig sowohl im Kindes- als auch im E wachsenenal e Be- ziehungen, schulische Leis ungen und die be u liche En wicklung (Be n o u . a . 2008; Schmid &Pe e mann 2008) . Häu ig e en Beglei e k ankungen au : Bei Kinde n und Jugendlichen sind dies un e ande em S ö ungen des Sozial e hal ens, Angs s ö ungen, Dep essionen, Tics und Le ns ö ungen wie Lese- und Rechens ö ungen (Willcu &Penning on 2000) . Bei E wachsenen können Subs anzmissb auch, a ek i e S ö ungen, Angs s ö ungen sowie an i- soziale ode Bo de line-Pe sönlichkei ss ö ungen hinzukommen (Biede man 2005) . Obwohl es nu wenige Langzei s udien gib , zeigen sich Hinweise da- au , dass Be o ene ein nied ige es Bildungsni eau e eichen, psychosoziale und psychia ische P obleme en wickeln und e meh Risiken eingehen, was in de Folge zu A bei slosigkei , Un ällen und e höh em Risiko ü delinquen- es Ve hal en üh en kann (Be n o u . a . 2008) . Eine ühzei ige Diagnose so- wie eine um assende, konsequen e und mul imodale Behandlung sind dahe essenziell (G osse&Sk odzki 2003) . Die Symp oma ik on AD(H)S is ielges al ig und indi iduell un e schiedlich ausgep äg . Zu den häu igs en Me kmalen zählen Konzen a ionsschwie ig- kei en, ein leich es Abschwei en de Gedanken sowie die Fähigkei zum Hy- pe okus bei pe sönlich in e essan en Themen . Be o ene Schüle innen und Schüle hö en o nich au me ksam zu, beginnen iele P ojek e, schließen je- doch wenige ab, meiden Langeweile, suchen s ändig nach neuen Reizen und haben Schwie igkei en mi Regeln und Rou inen . Sie sind häu ig uno ganisie , chao isch, e gessen und e legen o Gegens ände . Zudem sind sie un uhig, s ändig in Bewegung, handeln impulsi und äuße n spon an ih e Gedanken . Diese Kinde haben eine ge inge F us a ions ole anz, sind ungeduldig und neigen zu S immungsschwankungen sowie Wu ausb üchen . Im Ve gleich zu lebha en und hype ak i en Kinde n is bei AD(H)S-Be o enen die Konzen- a ion nich al e sgemäß, Teilleis ungss ö ungen e en häu ige au und die soziale Rei e is o un e en wickel . Typische weise haben sie eine ex e nale Kon ollübe zeugung, das heiß , sie sind übe zeug , dass äuße e Ums ände ode ande e Pe sonen meh Ein luss au ih Leben haben als sie selbs (Ha i- son&So ono 2002; Siegle u . a . 2016; Theule u . a . 2013; Weiss 2013) . Im schulischen All ag zeigen be o ene Kinde und Jugendliche häu ig eine Disk epanz zwischen kogni i em Po enzial und a sächliche Leis ung . Klas- senwiede holungen und Suspendie ungen sind häu ige und sie haben ein e höh es Risiko, die Schule ohne Abschluss zu e lassen . Ih e Leis ungen a i- ie en je nach Leh k a , Fach, An o de ungen und Klassensi ua ion . Die Quali- ä de Beziehung zwischen Leh k a und Schüle :in is ü sie en scheidende als ü ande e Kinde und Jugendliche . Desin e esse und In e esse de Leh - k a wi ken sich s ä ke au sie aus . Sie eagie en häu ig posi i au neue und he aus o de nde Au gaben, wäh end Rou inen schnell zu Übe d uss üh en . doi .o g/10 .35468/6197-09 117 Umgang mi AD(H)S P axisbeispiel Nach olgend inde sich ein P axisbeispiel, das ein ypisches Kind mi AD(H)S besch eib : Die Mu e gib an, man müsse XY o au o de n, mi eine Au gabe zu be- ginnen, e mache häu ig Flüch igkei s ehle , übe p ü e seine A bei nich au Fehle und habe Mühe, sich au Sachen zu konzen ie en . E e gesse, seine Hausau gaben abzugeben, selbs wenn sie gemach seien . E beginne Haus- au gaben und P lich en in le z e Minu e, plane Schulau gaben nich im Vo - aus, un e schä ze die benö ig e Zei ü Au gaben und habe Mühe, Au gaben e ig zu machen . Zudem un e b eche e ande e . Bei seinen Kompe enzen gib die Mu e an, e könne sich uhig, in ensi und lange mi eine Sache beschä igen und übe lege zue s , be o e handle . Die Leh e in gib an, dass XY o Einzelhei en nich beach e, o Flüch igkei s- ehle mache und die eigene A bei nich au Fehle übe p ü e . E habe Schwie- igkei en, seine Au me ksamkei länge e Zei au ech zu e hal en, habe Mühe bei Au gaben, die meh als einen Sch i e o de n, habe eine Abneigung gegen Au gaben, die eine länge e Konzen a ion e o de n und we de on um ang- eichen Au gaben übe wäl ig . E habe Mühe, mi Hausau gaben zu beginnen, beginne Au gaben nich on sich aus und müsse au ge o de we den, dami anzu angen, plane Schulau gaben nich im Vo aus, un e schä ze den Zei au - wand, de benö ig we de, und beginne imme e s in le z e Minu e . E schein o nich zuzuhö en, habe Schwie igkei en, Au gaben zu o ganisie en, b eche A bei en ab, be o sie e ig seien, und könne Au äge nich olls ändig zu Ende b ingen . XY lasse sich leich du ch die Umgebung und du ch eigene Ge- danken ablenken . E en wickle on sich aus keine Ideen, wie man eine Au - gabe lösen könne, habe Mühe, meh e e Lösungswege zu inden und b auche Hil es ellung du ch E wachsene, um bei eine Sache zu bleiben . Emp ehlungen Nachs ehend inde sich eine Sammlung mi Tipps ü den Umgang mi Kin- de n und Jugendlichen mi AD(H)S in de Schule: Ri uale Ri uale geben Kinde n und Jugendlichen S uk u , O ien ie ung und emo io- nale Siche hei –insbesonde e in Phasen des Übe gangs ode bei wechseln- den An o de ungen . Fixpunk e wie ein ägliche Mo genk eis, kla de inie e Pausen, ein wiede keh ende S undenplan ode e lässliche Übe gänge zwi- schen A bei s- und Ruhephasen scha en ein s abiles Ge üs im Schulall ag . Da übe hinaus s ä k diese S uk u ie ung des Tages das gesam e G uppen doi .o g/10 .35468/6197-09 118 Melanie G eil, Ul ike Kipman ge ühl . Kinde und Jugendliche mi AD(H)S p o i ie en on eine geziel en S eue ung on außen und einem Tag, de wie au Schienen läu , ohne S ö un- gen und Abweichungen des üblichen Tagesp og amms . Diese äuße e Rah- mung un e s ü z die Selbs egula ion und eduzie Reizübe lu ung . Ein gu e Si zpla z Die Wahl eines geeigne en Si zpla zes is ü Kinde und Jugendliche mi AD(H)S on zen ale Bedeu ung–sowohl zu Minimie ung on Ablenkungen als auch zu Fö de ung de Beziehung zu Leh k a . Es is on Vo eil, einen Sessel in de Nähe de Leh k a au zus ellen, sodass diese häu igen Augenkon ak und pe sönliches Ansp echen bie en kann . Güns ig sind Si zplä ze, die wei en e n on po enziellen Reizquellen liegen – z . B . Tü en, Fens e , Ma e ials a ionen ode Lau wege . Fü einige Schüle innen und Schüle kann auch die lexible Nu zung on zwei de inie en A bei splä zen sinn oll sein, eine ü sch i liche Au gaben, ein ande e ü k ea i e ode einmo o ische Tä igkei en . Somi kann an einem Pla z im Buch gea bei e ode ein Puzzle gemach we den und am an- de en Pla z im He gesch ieben ode ein Bügelpe lenbild ges al e we den . In de K abbelg uppe ode im Kinde ga en is es on Vo eil, wenn das Kleinkind beim A bei en und auch beim Essen neben eine Leh pe son si zen da . Auch al e na i e A bei sposi ionen im Klassenzimme , z . B . am Boden, an einem S eh- pul , mi Einbein-Hocke ode einem Si zball, können un e s ü zend wi ken . Lau lose und wo lose E mahnung Kinde und Jugendliche mi AD(H)S soll en niemals o de Klasse bloßge- s ell ode beschäm we den . Viele on ihnen e ügen übe ein ausgep äg es Ge ech igkei semp inden und eagie en sensibel au Ungleichbehandlung . E mahnungen soll en dahe möglichs disk e und non e bal e olgen–e wa du ch ku zen Blickkon ak , ein e einba es Geheimzeichen ode das uhi- ge En e nen eines ablenkenden Gegens ands . Auch isuelle Hinweise–z . B . ein au gekleb es Symbol au dem Tisch, au das die Leh k a lediglich deu- e – können als s ille E inne ung dienen . Da übe hinaus kann du ch ein s ummes Hochhal en ode Zeigen des benö ig en A bei sma e ials (z . B . He , Buch) ohne di ek e Ansp ache zu Konzen a ion zu ückge üh we den . A bei en mi Ma e ial Du ch das A bei en mi Ma e ialien, e wa Mon esso i-Ma e ialien und selbs e s ell en Un e ich sma e ialien, können die Au me ksamkei und das Du ch- hal e e mögen de Kinde und Jugendlichen imme wei e ges eige we den . Zusä zlich is das Üben mi Ma e ial imme eine Fo m on Bewegung, die insbesonde e Kinde und Jugendliche mi ADS benö igen . doi .o g/10 .35468/6197-09 119 Umgang mi AD(H)S G öße e S uk u ie ung und Gedäch niss ü zen O leiden Kinde und Jugendliche mi AD(H)S ode ADS besonde s un e ih en eigenen S immungsschwankungen und da aus möglich esul ie enden Leis ungsschwankungen . Viele nehmen wah , dass sie sich on Gleichal igen un e scheiden, was zu Selbs zwei eln und e minde em Selbs we ge ühl üh en kann . Zum einen hel en Gedäch niss ü zen und Eselsb ücken, wo diese möglich sind . Zum ande en können Leh pe sonen den Kinde n und Jugend- lichen bei de S uk u ie ung des A bei spla zes und des A bei sall ags hel- en und ihnen un e die A me g ei en, sodass sie bald alles selbs bewäl igen können . Eine sinn olle Reihen olge in de E a bei ung des Wochenplanes zu e kennen, wä e eine Kompe enz, an de es sich zu a bei en lohn . Den Be- o enen is gehol en, wenn sie selbs le nen, sys ema isch zu a bei en, den A bei spla z in O dnung zu hal en, die ich igen Büche und He e einzupa- cken, sich selbs e was aus dem Regal zu holen und dieses auch wiede weg- zu äumen . Des Wei e en soll en sie iel aus üh liche als Nich be o ene ge- leh bekommen, wie und wo sie im He a bei en sollen, und wo sie suchen sollen, wenn de S i nich zu inden is . Denn wah scheinlich be inde sich diese en wede un e dem Buch, un e dem Tisch ode un e dem Sessel . Nich sdes o o z wi d es au g und schwe e K ankhei sausp ägungen imme wiede Kinde und Jugendliche geben, die den Schulall ag ode den Wochen- plan nich allein bewäl igen können und eine genaue Anlei ung zu E a bei- ung de wöchen lichen Au gaben benö igen ode eine Ze legung g öße e Au gaben in kleine e Einhei en bedü en . Ans engungsbe ei scha loben Kinde und Jugendliche mi AD(H)S äll es häu ig schwe , im schulischen All- ag dieselben Leis ungen in de selben Zei zu e b ingen wie ih e Klassen- kolleginnen und -kollegen . Ein eduzie es Du chhal e e mögen und asche E müdung üh en zu eine e höh en Fehle an älligkei –insbesonde e bei län- ge en ode mono onen Au gaben . Meis ens können Kinde und Jugendliche mi AD(H)S nich die gleiche Anzahl on Rechnungen in demselben Zei aum e ledigen . Ge ade deshalb is es bedeu sam, nich nu E gebnisse, sonde n o allem die Ans engung und das Bemühen sich ba anzue kennen und geziel zu loben . We schä zendes Feedback s ä k das Selbs we ge ühl und mo i- ie zu wei e en Ans engung . Sonde olle Obwohl die meis en Kinde und Jugendlichen mi AD(H)S mindes ens eine wei e e S ö ung o weisen, is de Besuch eine Sonde schule g undsä z- lich nich no wendig . Sie können In eg a ionsklassen besuchen, die on zwei doi .o g/10 .35468/6197-09 126 Ul ike Kipman, Agnes Vogl Die ühzei ige Ein üh ung solche Ve ah en–e wa im Volksschulal e –und ih e kon inuie liche Anwendung im Schulall ag ö de n nachweislich die psy- chische En wicklung on Kinde n . Theo e ische Rahmung Kindliche Angs s ö ungen we den im ICD-10 un e dem Beg i emo ionale S ö ungen des Kindesal e s (F93) subsumie . Dabei lassen sich e schiedene klinische E scheinungs o men un e scheiden: Die Paniks ö ung is gekenn- zeichne du ch plö zlich au e ende Panika acken ohne e kennba en äuße- en Auslöse (Ogundele 2018) . Die gene alisie e Angs s ö ung im Kindesal e äuße sich in anhal enden So gen übe e schiedene E eignisse und Ak i i ä- en–e wa schulische Leis ungen . Die T ennungsangs is du ch s a ke Ängs e bei eale ode an izipie e T ennung on Bezugspe sonen gekennzeichne , die übe das en wicklungspsychologisch e wa ba e Maß hinausgehen . Bei soziale Ängs lichkei emp inden Kinde Angs in neuen, emden ode sozial bed ohlichen Si ua ionen und zeigen e hebliches Miss auen gegenübe un- bekann en Pe sonen (Dilling u . a . 2019) . Angs s ö ungen gehen o mi kö pe lichen Beschwe den einhe , da un e e höh e He z equenz, Ku za migkei , Schwi zen, Zi e n, B us - und Bauch- schme zen sowie Übelkei (Ramsawh u . a . 2010) . Auch kindliche Dep essio- nen können als Folge bes ehende Angs s ö ungen au e en, de en Symp o- me un e ande em anhal ende T au igkei , Weine lichkei , In e essen e lus , Ho nungslosigkei , Ene gielosigkei , soziale Isola ion, ge inges Selbs we - ge ühl, Wu ausb üche und kogni i e Beein äch igungen sind . Zudem kann es zu schulischen P oblemen sowie Ve ände ungen im Schla - und Ess e - hal en kommen (Ame ican Psychia ic Associa ion 2013) . Häu ig e en auch psychosoma ische Beschwe den wie Kop - und Magenschme zen au , wobei eine Un e suchung on Masi u . a . (2000) e gab, dass as 70%de Kinde mi emo ionalen psychischen P oblemen auch soma ische Beschwe den zeigen, wobei Kop schme zen (50%), Magenschme zen (22,2%) und Bauchschme - zen (21,6%) am häu igs en sind . Auch pseudoneu ologische Symp ome wie Schwindel, Schwächean älle und Zi e n e en o au . Die hohe P ä alenz solche Beschwe den deu e da au hin, dass Kinde mi Angs s ö ungen ode Dep essionen kö pe liche Symp ome als Ausd uck ih e emo ionalen Belas- ung nu zen (Masi u . a . 2000) . En spannungs e ah en kommen bei emo ionalen S ö ungen im Kindesal e sowohl p ä en i als auch beglei end zum Einsa z . Sie un e s ü zen Kinde da- bei, belas ende Si ua ionen besse zu bewäl igen und emo ions egulie ende S a egien zu en wickeln . doi .o g/10 .35468/6197-10 127 Die kindliche Angs s ö ung In de P axis haben sich insbesonde e de senso ische und de imagina i e Zugang als kindge ech e Me hoden bewäh , die sich besonde s gu ü Kin- de im Volksschulal e eignen (Pe e mann 2020; Schneide &Popp 2020) . Beim senso ischen Zugang wi d En spannung du ch kö pe bezogene Übun- gen e eich . Dies geschieh du ch das geziel e Anspannen und anschließen- de Lösen bes imm e Muskelg uppen . Eine ypische Me hode is das bewuss- e Ballen und Lösen de Faus ü einige Sekunden, um einen en spann en Zus and zu ö de n . De imagina i e Zugang se z au die K a on Fan asiebilde n, die posi i e Emo ionen he o u en und zu En spannung bei agen . We den diese Bil- de lebha besch ieben, können Zuhö ende eine in ensi e Vo s ellung en wi- ckeln, die einen ie en Zus and de Imagina ion begüns ig . Zu diesem Be eich zählen auch e hal ens he apeu ische, psychodynamische und kogni i -be- ha io ale Me hoden . P axisbeispiel Nach olgend wi d ein P axisbeispiel o ges ell , das einen neunjäh igen Jun- gen mi eine kindlichen Angs s ö ung besch eib : Die Kindesel e n be ich en, dass ih em Sohn An idep essi a e sch ieben wo den seien. Nico nehme sich alles zu He zen. In de Schule habe e einen Film übe S e - behil e gesehen, de ihn imme noch belas e. Auch ein Jesus ilm habe ihm nich gu ge an. E sei ein sensibles Kind. E habe auch schon Symp ome wie Bauchweh gezeig . Es sei nich s ge unden wo den und sie seien deshalb auch schon au de Psychosoma ik mi ihm gewesen. E sei ängs lich und aue sich auch nich ans Mee ah en, weil e Angs o einem Tsunami habe. E schaue auch nach, ob das Lich und de He d aus sind, wenn sie weg ah en. E age auch o nach, was e was kos e, obwohl die Familie keine Geldso gen habe. Wenn ihm e was zu eue e scheine, dann lehne e den Kau ab. Nico selbs be ich e , dass ihn das Bauchweh ne e. E sage sich imme wiede , es passie nich s. E habe Angs , dass jemand aus de Familie s e be. Die Filme in de Schule habe e sich ansehen müssen. E bekomme die Bilde nich aus seinem Kop . E habe eine CD, die ihm hel e, einzuschla en und sich zu en spannen. Umse zung im Schulall ag Vo ausse zungen Eine e olg eiche Ve mi lung on En spannungs echniken geling besonde s gu , wenn Leh pe sonen be ei s mi diesen Me hoden e au sind und eine uhige, gelassene Auss ahlung mi b ingen (Baisch-Zimme 2017; Rosenbe g doi .o g/10 .35468/6197-10 128 Ul ike Kipman, Agnes Vogl 2021) . Alle dings be on Baisch-Zimme , dass eigene En spannungse ah un- gen zwa hil eich, abe nich zwingend no wendig seien . Auch ohne Vo e - ah ung könne mi de Du ch üh ung on En spannungsübungen begonnen we den (Baisch-Zimme 2017) . En scheidend is , dass Leh pe sonen solche Übungen auswählen, die sie als s immig und angenehm e leben . Dies äg dazu bei, dass die Übungen au- hen isch und wi kungs oll e mi el we den (Baisch-Zimme 2017; Pe e - mann 2021; Rosenbe g 2021) . S eh eine Leh k a selbs un e s a kem S ess, is es a sam, in diese Zei au En spannungsübungen mi de Klasse zu e zich en . Emo ionen können sich au die Kinde übe agen–eine en spann e Le na mosphä e kann sich nu dann en al en, wenn auch die Leh k a selbs inne lich zu Ruhe gekommen is (Baisch-Zimme 2017; Fessle 2013; F iebel 1996) . Im Sinne des Modell- le nens können Leh pe sonen dabei sowohl be uhigende als auch po enziell angs auslösende Ve hal ensweisen unbewuss an die Kinde wei e geben . Dies e deu lich , wie en scheidend die eigene emo ionale Ve assung ü den E olg on En spannungsübungen im schulischen Kon ex is (Essau 2023) . En spannungseinhei en soll en s e s als eiwilliges Angebo e s anden we - den . Nu wenn Kinde be ei sind, sich da au einzulassen, kann die Wi kung posi i sein (Baisch-Zimme 2017; Fessle 2013; Rosenbe g 2021) . Lau Hoppe (1995) soll en Fan asie eisen e s dann mi Kinde n du chge üh we den, wenn sie be ei s mi S illeübungen e au sind und uhiges Zuhö en nich meh als He aus o de ung emp inden . Fessle (2013) be on , dass Un uhe zu Beginn no mal sei–Leh pe sonen soll en diese aushal en, da sich Gelassen- hei und Konzen a ion o e s du ch wiede hol e Du ch üh ung eins ellen . Kinde benö igen zudem aus eichend Zei , um sich au En spannungsphasen einzulassen und ih e En spannungs ähigkei en zu en wickeln . Begeis e ung ü diese Übungen kann ge ö de we den, indem das Zusammenspiel on Anspannung und En spannung bewuss wah genommen und posi i e leb wi d (Fessle 2013) . Es is hil eich, wenn Schüle innen und Schüle sich ih e eigenen Ve assung bewuss we den und innehal en, um den Un e schied zwischen ih em Be inden o und nach den En spannungsübungen zu e - kennen (Baisch-Zimme 2017) . Du ch egelmäßige Übung e besse sich das Bewuss sein ü An- und En spannung, was lang is ig eine ein ache e En - spannungs ähigkei e möglich (F iebel 2013) . Besonde e Vo sich is gebo en, wenn in de Klasse Kinde mi spezi ischen gesundhei lichen Einsch änkungen anwesend sind . In solchen Fällen soll en en spannende Übungen o ab mi den El e n ode behandelnden Ä z innen bzw . Ä z en abgesp ochen we den, insbesonde e bei Kinde n mi psychia- ischen Diagnosen, As hma, nied igem Blu d uck, Epilepsie ode ande en o ganischen E k ankungen (Baisch-Zimme 2017) . Da einige En spannungs- doi .o g/10 .35468/6197-10 129 Die kindliche Angs s ö ung e ah en einen schla ähnlichen Zus and induzie en, bes eh insbesonde e bei Kinde n mi Epilepsie das Risiko eine An allsauslösung–insbesonde e in de sensiblen Au wachphase (Pe e mann 2021) . Vo be ei ung und Se ing Die Raumges al ung is ein zen ale Fak o ü das Gelingen on En span- nungsübungen im Un e ich : Eine uhige, s uk u ie e und eiz eduzie e Umgebung un e s ü z die Wi kung maßgeblich . Dazu zählen ische Lu du ch o he iges Lü en, angenehme Raum empe a u , gedimm es ode aus- geschal e es Lich sowie–je nach Siche hei s o gaben–de Einsa z on LED- Ke zen ode san en Lich quellen . Ein Klangsignal, beispielsweise du ch eine Klangschale, kann hel en, die En spannungsphase einzulei en . Um die Lich - eins ahlung zu egulie en, soll en Vo hänge ode Jalousien bei s a ke Son- neneins ahlung geschlossen we den . Ma en, Si zkissen und leich e Decken e höhen den Kom o und e möglichen eine en spann e Kö pe hal ung–im Liegen wie im Si zen . Eine Musikanlage mi uhige Hin e g undmusik ode Na u klängen sowie ein ache Klangins umen e (z . B . Regenmache , Chimes) können un e s ü zend eingese z we den . K ea i ma e ialien wie Mals i e, Ausmalbilde , lee e Papie ze el und Kne e soll en eben alls zu emo ionalen Ve a bei ung im Anschluss an die Übungen zu Ve ügung s ehen . Ein ge- meinsam ges al e es Wi en spannen ge ade-Schild kann o dem Klassenzim- me au gehäng we den, um S ö ungen zu e meiden . Die Du ch üh ung on En spannungsme hoden soll e gu o ganisie und in den s uk u ie en Schulall ag eingebunden sein . Eine i ualisie e Du ch üh- ung mi es en Abläu en beug Miss e s ändnissen o und e meide die Assozia ion mi eso e ischen P ak iken . Bewäh ha sich eine i ualisie e Du ch üh ung zu es geleg en Zei en, e wa o Au gaben ode Tes s, die hohe Konzen a ion e o de n, nach Pausen ode o Un e ich sbeginn, nach dem Spo un e ich als Cool-Down ode als Eins ieg in ein neues Le n hema . Nach aku en Kon lik si ua ionen emp iehl es sich, zunächs eine Klä ung he beizu- üh en, be o eine En spannungsübung e olg –um Reak anz ode emo io- nale Übe o de ung zu e meiden . Die geziel e Auswahl geeigne e Musik kann die Wi kung on En spannungs- e ah en e heblich e s ä ken . Sie eigne sich sowohl zu Eins immung als auch zu beglei enden Un e malung on Fan asie eisen ode P og essi e Muskelen spannung . Wich ig is , dass die Musik dezen , wenig hy hmisch und ei on Tex en is . Besonde s geeigne sind Na u klänge, san e Ins u- men almusik ode sphä ische Klänge . Al e na i können auch Klangins u- men e wie Windspiele, Zimbeln ode Regenmache eine uhige A mosphä e un e s ü zen . Im Handel sind zahl eiche speziell konzipie e Audio-CDs ode digi ale Fo ma e e häl lich, die ü den schulischen Einsa z geeigne sind . doi .o g/10 .35468/6197-10 130 Ul ike Kipman, Agnes Vogl Fü die Du ch üh ung on Fan asie eisen ode PME is eine bequeme, s abile Kö pe hal ung zen al . Im Liegen soll en die Beine locke ausges eck sein, die A me sei lich neben dem Kö pe uhen und–wenn möglich–die Augen geschlossen we den . Ein Kissen ode eine weiche Un e lage kann zusä zli- chen Kom o so gen . Im Si zen is es angenehme , wenn eine Rückenlehne o handen is , die Füße soll en den Boden be üh en, und die Hände können au die Obe schenkel geleg ode sei lich hängen gelassen we den . Das Wich- igs e is , dass sich die Kinde in de gewähl en Posi ion wohl ühlen . Wäh end de En spannungsphasen soll e konsequen au Sp echen e zich- e we den–auch S ö ungen on außen sind möglichs zu e meiden . Falls Kinde sich schwe au die En spannungsme hoden einlassen ode diese nich e ns nehmen, können san e Bewegungsspiele o den Einhei en hil eich sein . Bei mangelnde Mo i a ion ode au e enden Schwie igkei en soll en Leh pe sonen e lek ie en: •ob die gewähl e Me hode al e sangemessen is , •ob sp achliche ode kul u elle Ba ie en bes ehen, •ob isuelle Imagina ion schwe äll ode •ob ein o he gehende Kon lik die Einlassung behinde . Einzelne Kinde können in En spannungsse ings Ängs e en wickeln–e wa du ch das Ge ühl, Kon olle zu e lie en . In solchen Fällen is eine sch i weise, anspa en e Ein üh ung besonde s wich ig . Konk e e Beispiele ü T aum eisen im Un e ich Nachs ehend zwei Beispiele ü bewäh e T aum eisen zum Vo lesen im Un- e ich : Du machs ein Lage eue (Mülle 2020, 6): •Zielg uppe: 6-10-jäh ige Kinde •Thema: Somme , inne e Balance •Ma e ialien: Ma en ode Si zkissen, Bun s i e, Papie Anlei ungs ex zum Vo lesen: Mi geschlossenen Augen s ell di nun o , du machs ein Lage eue . Aus dem Wald ägs du jede Menge B ennholz zu Feue - s elle au de Wiese: Zweige und Äs e, abe auch dicke Holzschei e. Imme wiede läu s du in den Wald hinein. Imme g öße wi d de Holzhau en. Die Abendlu is kühl, abe du ch das iele T agen wi d di angenehm wa m. Dann is genug Holz da. De Tag geh langsam zu Ende. Du en zündes das Feue und siehs zu, wie ein Holz- schei nach dem ande en e s zu glühen und dann zu b ennen beginn . Schon bald schlagen die Flammen höhe . Du s ehs wei genug en e n , um nich on doi .o g/10 .35468/6197-10 131 Die kindliche Angs s ö ung den umhe liegenden Funken be üh zu we den. Du s ehs nah genug, um die Wä me des Feue s zu ühlen. Wäh end das Feue imme leuch ende und helle au lacke , wi d de Abendhimmel dunkle –bis schließlich die e s en S e ne am Himmel au auchen. Die Lu is kühl und iech nach E de. Das G as um die Feu- e s elle he um is euch . Du has eine g oße Decke au de Wiese ausgeb ei e . Da au liegen einige Decken und Kissen und ein Schla sack. Du legs eine dicke, weiche Decke un e dich und kuschels dich ie in den wa men Schla sack hinein. Dein Kop lieg au einem Kissen. So gebe e beobach es du dein Feue . Es knis- e . Es ob . Wie gelbe und o e Wellen mischen sich die Flammen zu eine g oßen o ange a benen Lich kugel. In deine Fan asie is alles möglich: S ell di o , diese Lich kugel lös sich langsam on de E de und s eig in den Himmel hinau . Do beginn de Feue ball du ch die Lu zu wi beln. Einen Momen lang wi d es seh wa m und as aghell. Dann bleib die Lich kugel wie ein g oße uhige Mond wei oben am Himmel s ehen. In deine Feue s elle is nu noch Glu . Du liegs bequem und wa m. Fühle deinen Kö pe und hö e deinen A em. Bewege ganz sach e deine Finge und Hände. Be- wege ganz sach e deine Zehen und Füße. Bewege deinen Mund und deine Nase, ö ne deine Augen. Anschließende Phase: •Weiße Ze el we den ausge eil •Kinde dü en die Fan asie o s ellungen/das Lage eue malen •Op ional: en spannende Hin e g undmusik wäh end de Malphase abspie- len •Nach diese Phase kann eine ku ze Gesp ächs unde s a inden, bei de sich die Kinde eiwillig zu den e spü en E lebnissen äuße n können Mee a em (F iebel 2013, 80): •Zielg uppe: 3-10-jäh ige Kinde •Thema: Ruhe und K a •Ma e ial: Ma en/Si zpols e , Mee es auschen–En spannungsmusik Anlei ungs ex zum Vo lesen: „S ell di eine Mee esküs e o . Wellen lau en den S and hinau , wiede und wiede ** s ell di eine Welle o , wie sie den S and hinau läu –und wiede zu ückspül ins Mee . Die nächs e Welle oll übe sie. Du hö s das B ausen de Wellen ** du spü s die K a da in, die uhige K a des Mee es ** Ach e au deinen A em. Bei jedem A emzug hö s du eine Welle des Mee es. Zwischen den A emzügen is S ille– uhig, lebendig, kla ** Ach e so au deinen A em–und au die Wellen des Mee es ** Ach e da au , wie bei jedem A emzug die Ruhe und K a des Mee es in dich hineins ömen. Bei jedem A em doi .o g/10 .35468/6197-10 132 Ul ike Kipman, Agnes Vogl zug s ömen Ruhe und K a in dich ** Du spü s , die Ruhe ie in di wachsen ** du spü s die K a ie in di wachsen–im S om deines A ems **.“ Fazi En spannungs e ah en bie en im schulischen Kon ex eine wi ksame Mög- lichkei zu s essp ä en i en Gesundhei s ö de ung . Die Ve ah en, die aus de klinischen Psychologie s ammen, kommen insbesonde e bei s essbeding en S ö ungen, kindlichen Angs s ö ungen, leich en bis mi elg adigen kindlichen Dep essionen, Agg essionen und Belas ungss ö ungen zum Einsa z (siehe dazu auch Kipman u . a . in diesem Band) . Eine Kon on a ion in einem en - spann en Zus and kann dazu bei agen, Angs ge ühle zu eduzie en, da inne e Anspannungen gelös und eine posi i e S ess egula ion ge ö de we den . Ein ache und kindge ech e En spannungs e ah en wie T aum eisen e wiesen sich als besonde s wi ksam, sie können gu im Klassen e band du chge üh we den, wenn bes imm e Fak o en beach e we den, wobei die egelmäßige Anwendung en scheidend is , um nachhal ige P ä en ionse ek e zu e zielen . Sinn olle Einsa zzei en sind e wa o P ü ungen, wäh end länge e A bei s- phasen, nach Pausen ode als Cool-down nach dem Spo un e ich . Li e a u Ame ican Psychia ic Associa ion . (2013): Diagnos ic and s a is ical manual o men al diso de s . Ame ican Psychia ic Publishing . Baisch-Zimme , H . (2017): En spannung und Ach samkei in de G undschule . München: Rein- ha d Ve lag . Dilling, H ., Mombou , W .&Schmid , M . H . (2019): ICD-10: In e na ionale Klassi ika ion psy- chische S ö ungen: Klinisch-diagnos ische Lei linien . 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(2020): Ach samkei in de G undschule: Fö de ung on Konzen a ion und Wohlbe inden . Be lin: Co nelsen . Au o innen Kipman, Ul ike BSc MMag.a DDD .in Pädagogische Hochschule Salzbu g Diagnos ik, Bildungs o schung, S a is ik . ge ich l . ze i izie e Sach e s ändige, A bei s- und Fo ensische Psychologin, Spezialisie ung in Neu o-, Kinde - und Familienpsychologie ul ike .kipman@phsalzbu g .a Vogl, Agnes BEd Mas e s uden in an de Pädagogischen Hochschule Salzbu g doi .o g/10 .35468/6197-10 134 Ka ja Höglinge Kinde und Jugendliche mi ch onisch- soma ischen E k ankungen im Schulall ag. Impulse ü eine k ankhei ssensible Ges al ung on Schule und Un e ich Abs ac In de D-A-CH-Region leben ca . 20 bis 25%alle Kinde und Jugendlichen mi eine ch onischen E k ankung (Cosma u . a . 2023; Schmi z u . a . 2023) . Ch onische E k ankungen können sich au iel äl ige Weise au das Leben de Be o enen auswi ken . Im schulischen All ag bleiben diese Auswi kungen jedoch o unsich ba . Folglich we den die Beda e be o ene Schüle innen und Schüle nich hin eichend ad essie . De Bei ag ziel da au ab, die spezi- ischen Beda e on Kinde n und Jugendlichen mi ch onisch-soma ischen E - k ankungen im Schulkon ex sich ba zu machen und Impulse ü eine k ank- hei ssensible Schul- und Un e ich sges al ung zu geben . E soll Ak eu innen und Ak eu en on Bildungsein ich ungen e möglichen, die Beda e on Schü- le innen und Schüle n mi soma ischen E k ankungen im Schulall ag zu ad es- sie en und g undsä zlich möglichs k ankhei ssensibel zu agie en . Keywo ds: Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen; Ch o- nisch-soma ische E k ankungen; Pädagogik bei K ankhei ; Subjek o ien ie- ung; Schulische Teilhabe Beg i sbes immung Im Ve s ändnis dieses Bei ags e bi g sich hin e de Bezeichnung Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen eine seh he e ogene Pe soneng uppe, die langandaue nd, wiede keh end ode lebensbeglei end mi eine E k ankung leb (ch onisch), die sich o wiegend im physischen Kö - pe mani es ie (soma isch) . Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma i- schen E k ankungen sehen sich in ih em Leben demzu olge mi iel äl igen E ah ungen on K ankhei kon on ie . doi .o g/10 .35468/6197-11 135 Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen K ankhei un e lieg als ielges al iges Phänomen di e sen un e schiedlichen Deu ungs e suchen . In ech lichen Deu ungs e suchen de D-A-CH-Region wi d K ankhei zumeis no ma i de inie . So wi d sie im Allgemeinen So- zial e siche ungsgese z (ASVG) in Ös e eich besch ieben als ein „ egelwid- ige Kö pe - ode Geis eszus and, de die K ankenbehandlung no wendig mach “ (§ 120 ASVG) . Vom Bundesge ich sho (BGH) in Deu schland wi d sie als „jede S ö ung de no malen Bescha enhei ode de no malen Tä igkei des Kö pe s, die geheil , d . h . besei ig ode gelinde we den kann“ (Az . 2 S R 393/57 BHG) au ge ass . Und im Bundesgese z übe den Allgemeinen Teil des Sozial e siche ungs ech s (ATSG) de Schweiz als „jede Beein äch igung de kö pe lichen, geis igen ode psychischen Gesundhei , die nich Folge eines Un alles is und die eine medizinische Un e suchung ode Behandlung e - o de ode eine A bei sun ähigkei zu Folge ha “ (A . 3 ATSG) e s an- den . K ankhei s ell in diesen ech lichen Deu ungs e suchen olglich eine Abweichung on eine No m (z . B . Kö pe - ode Geis eszus and, Bescha en- hei ode Tä igkei des Kö pe s, Gesundhei ) da , die mi einem egel- bzw . e wa ungswid igen Zus and des Subjek s (z . B . A bei sun ähigkei ) und/ode einem ehabili a i en (Be-)Handlungsbeda des Gesundhei ssys ems (z . B . medizinische Un e suchung, Behandlung, Heilung, Besei igung, Linde ung) assoziie wi d . Im Gegensa z hie zu wi d K ankhei in salu ogene ischen Deu ungs e suchen als eine kons i u i e Bedingung im Leben jedes Menschen angesehen (An- ono sky 1979; 1987) . Sie wi d nich als eine sel ene Gegebenhei (und dami als eine No mabweichung), sonde n ielmeh als eine no wendige Reak ion des Kö pe s au die E eignisse und An o de ungen de (in e nen wie ex e - nen) Umwel e s anden (An ono sky 1979) . Diesem Ve s ändnis olgend s ell K ankhei keine es s ehende Ka ego ie, sonde n ielmeh eine dynami- sche G öße da , die sich in Rela ion zu Umwel e ände . Dahe se z Aa on An ono sky, de Beg ünde de Salu ogenese, Gesundhei und K ankhei in ein kon inuie liches Ve häl nis: E pos ulie ein Kon inuum, au dem sich de Gesundhei szus and eine Pe son als dynamische Bewegung zwischen den Polen heal h ease (Gesundhei se leben) und heal h dis-ease (K ankhei se le- ben) besch eiben läss (An ono sky 1987) . Die Beg i swahl e weis dabei zudem au eine subjek i e Lesa des Phänomens: K ankhei kann in diesem Ve s ändnis indi iduell seh un e schiedlich e leb we den und sich in iel äl- ige Ges al in den Lebens ollzügen eines Menschen zeigen . Diesem salu ogene ischen Ve s ändnis on K ankhei olgend möch e de Bei ag po enzielle Beda e on Kinde n und Jugendlichen mi ch onisch-so- ma ischen E k ankungen im Schulkon ex au spü en und Handlungsimpulse ü eine k ankhei ssensible Schul- und Un e ich sges al ung au zeigen . doi .o g/10 .35468/6197-11 142 Ka ja Höglinge •Es können bes imm e E näh ungs o gaben bes ehen, die auch in de Schu- le eingehal en we den müssen •Psycho-soziale Belas ungen sind möglich (z . B . wegen k ankhei sbeding e E näh ungseinsch änkungen, bei Ve ände ungen des E scheinungs- ode Kö pe bilds wie z . B . s a ke Gewich sabnahme) •He aus o de ungen im sozialen Mi einande sind möglich (z . B . Ausg en- zung wegen e minde e Leis ungs ähigkei ) Impulse ü den Schulall ag •Vo gehen in No allsi ua ionen (insb . Un e zucke ung, Übe zucke ung, hy- poglykämische Schock mi Bewuss losigkei ) mi dem Kind und allen be- eilig en Ak eu innen und Ak eu en besp echen und in einem No allplan es hal en •Kinde im Schulall ag bei K ankhei smanagemen un e s ü zen (z . B . E inne- ung an Blu zucke kon olle; Siche s ellung, dass Kinde alle ü das K ank- hei smanagemen e o de lichen U ensilien dabei haben wie Mess- bzw . Kon ollge ä ode Sma phone, Insulinpumpe bzw . -pen, T aubenzucke / Sa /Gummibä chen; nach Ve einba ung mi El e n und medizinische Ein- weisung bei de In e p e a ion de Blu zucke we e und de Ve ab eichung on Insulin un e s ü zen) •Ach en au Zeichen on Un e - ode Übe zucke ung; so o iges Handeln in No allsi ua ionen •Au Einhal ung des E näh ungsplans bzw . olls ändiges Au essen ach en und gg . Kommunika ion im Kollegium und in de Klasse (nu in Rücksp a- che mi Kind/El e n, bei Schweigep lich be eiung) •Bewuss e Un e ich splanung un e Be ücksich igung de k ankhei sbezo- genen Beda e (z . B . Einplanung zusä zliche Zei ü K ankhei smanage- men und Einnahme on Mahlzei en, P ü en des Vo handenseins on Räu- men ü disk e es K ankhei smanagemen ) •E lauben indi iduelle Regelungen (Blu zucke kon olle, Essen, T inken und Toile engang müssen jede zei möglich sein) •Indi iduelle Un e s ü zung und Nach eilsausgleich e möglichen (z . B . Ve län- ge ung de Sch eibzei , Pausie en de A bei szei bei K ankhei smanagemen , E laubnis de Mi nahme alle benö ig en U ensilien in P ü ungssi ua ionen) •Bewuss e Fö de ung des sozialen Mi einande s •Sensibili ä ü psycho-soziale Belas ungen •Bewuss e Ges al ung des Spo un e ich s (Mi nahme und Be ei hal ung al- le U ensilien ü das K ankhei smanagemen , Kon olle des Blu zucke spie- gels o dem Spo , Vo beugung on Un e zucke ung, z . B . mi zusä zlichen doi .o g/10 .35468/6197-11 143 Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen Ess-/T inkmahlzei en; Ve meidung on Übe ans engung; bei Anzeichen on Un e zucke ung Übungen beenden) Kinde mi Long Co id bzw. ME/CFS Ke nsymp ome Long Co id s ell eine Sammelbezeichnung ü meh als 200 Symp ome da , die o übe gehend ode daue ha nach eine SARS-CoV-2-In ek ion bes ehen ode wiede keh en . Zu den häu igs en Symp omen zählen lau ak uelle S u- dienlage eine pos i ale ch onische Fa igue (ME/CFS), Pos -exe ionelle Malai- se (PEM), neu okogni i e S ö ungen, wie Konzen a ions-, Gedäch nis-, Wo - indungss ö ungen und B ain og, sowie Kop -/Muskel- und Gelenkschme zen und pulmonale Beschwe den wie A emno (Da is u . a . 2021; Vilse 2022) . Exempla ische Auswi kungen im Schulall ag •Eine Fa igue s ell eine s a ke, bleie ne und ie g ei ende Müdigkei da , die sich du ch Schla und Ruhephasen nich wesen lich besse und auch mi He z-, K eislau -, Schla - und Konzen a ionss ö ungen sowie eine Übe - emp indlichkei gegenübe senso ischen Reizen einhe gehen kann . Sie kann dazu üh en, dass säm liche Ak i i ä en im Schulall ag ga nich ode nu un e e hebliche Ans engung möglich sind . •Eine Pos -exe ionelle Malaise (PEM) s ell eine Belas ungsin ole anz da und äuße sich du ch eine zei lich e zöge e Ve s ä kung de Symp omlas nach auch nu ge inge kö pe liche ode geis ige Ak i i ä , die übe meh- e e Tage, Wochen ode Mona e anhal en ode daue ha pe sis ie en kann . Sie kann dazu üh en, dass die Du ch üh ung on Ak i i ä en im Schulall ag (zei e zöge ) zu eine e heblichen Zus ands e schlech e ung üh (auch als „C ash“ bezeichne ) . •Bei hohe Symp omlas kann es sein, dass ga kein egulä e Schulbesuch möglich is . •Bei nied ige Symp omlas (ode in Phasen nied ige Symp omlas ) kann es sein, dass ein egulä e Schulbesuch pa iell (z . B . bei eduzie em S unden- kon ingen ) möglich is . •Auch wenn eine Teilnahme am Un e ich möglich is , bedeu e das nich , dass die Teilhabe am Un e ich gesiche is (z . B . können Au me ksam- kei s- und Konzen a ionsschwie igkei en au e en ode die Reiz- und In- o ma ions e a bei ung kann beein äch ig sein) . •De Un e ich sall ag kos e ü die be o enen Kinde zumeis eno m iel Ene gie und K a . Dennoch wi d Schule on be o enen Kinde n häu ig als ein äuße s wich ige Teil des eigenen Lebens besch ieben (MacLean u . a . 2023) . doi .o g/10 .35468/6197-11 144 Ka ja Höglinge •Psycho-soziale Belas ungen sind möglich (die E k ankung bedeu e häu ig eine adikale Ve ände ung de bishe igen Lebens ollzüge) . •He aus o de ungen im sozialen Mi einande sind möglich (z . B . soziale Iso- la ion, Einsamkei ) . Impulse ü den Schulall ag •Sensibili ä ü psycho-soziale Belas ungen •Bewuss e Fö de ung des sozialen Mi einande s •Abklä ung, ob ein egulä e Schulbesuch (g undsä zlich ode pa iell) mög- lich is Wenn ein egulä e Schulbesuch möglich is : •Anwenden on Techniken des Ene giemanagemen s (Pacing), z . B . indem Au gaben p io isie , e ände , abgewechsel , bes ändig e lek ie und gg . abgeb ochen we den •Adap ion de Le nau gaben (z . B . E p obung gelingende Maßnahmen de indi iduellen Un e s ü zung, des Nach eilsausgleichs und No enschu zes); Anpassung de Ges al ung und des Um angs on A bei sma e ialien; Ein- sa z on Gedankens ü zen, Visualisie ungen und Checklis en, Au eilung g öße e Au gaben in kleinsch i ige e Vo gehensweisen •Adap ion des Schulall ags (z . B . Ve ände ung de Beschulungszei en, Ein- planung zusä zliche Pausen- und Regene a ionszei en, Ges al ung eine Rückzugsmöglichkei , den Kinde n e möglichen, im Un e ich zu liegen bzw . zu si zen (z . B . bei Re e a en); Einsa z senso ische Hil smi el wie Ge- hö schu z, Sonnen- und Schla b illen) •Adap ion de Schulumwel (z . B . Ein ich ung eines Ruhe aums, Anscha ung eines zwei en Büche se s, Fes legung eine es en Ansp ech- und Zus ändig- kei spe son, O ganisa ion eines T anspo s zu Schule, O ganisa ion eines Klas- senzimme s im E dgeschoss, Übe p ü ung de Tempe a u im Klassenzimme ) Wenn ein egulä e Schulbesuch nich möglich is : •Möglichkei en des Hausun e ich s p ü en •Möglichkei en de ( o übe gehenden) Beschulung ode Be a ung du ch eine Klinikschule bzw . Schule ü K anke bzw . eines Bildungs- und Be a- ungszen ums ü Pädagogik bei K ankhei p ü en •Synch one Beschulungsmöglichkei en p ü en (z . B . Einsa z on Telep äsenz- sys emen, Online-Zuschal ung zum Un e ich ) •Asynch one Beschulungsmöglichkei en p ü en (z . B . E s ellung eine indi- iduellen Le nlandscha , Be ei s ellung on Ma e ialienpake en, E mögli- chung indi iduelle A bei szei en) doi .o g/10 .35468/6197-11 145 Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen •Möglichkei al e na i e Beschulungskonzep e und Hä e all egelungen p ü en •Anbahnen on Techniken des Ene giemanagemen s (Pacing) •Dokumen a ion säm liche eingese z e Maßnahmen, Kon ex bedingungen und Zus ands e ände ungen (zu Iden i izie ung de ü das jeweilige Kind pe sönlich gelingenden S a egien, Maßnahmen und (Umwel -) Bedingungen) Fü säm liche Maßnahmen gil , dass diese gemeinsam mi dem Kind und al- len wei e en Ak eu innen und Ak eu en (El e n, Ä z innen und Ä z e, The- apeu innen und The apeu en, Leh pe sonen de S amm-/Klinikschule) bewuss auszuwählen, zu e p oben und o lau end zu e lek ie en und gg . zu adap ie en sind . Wich ig is hie bei auch die Kommunika ion säm liche besp ochene Maßnahmen inne halb des Kollegiums (z . B . Fes hal en eines Maßnahmenka alogs und No allplans) un e Einhal ung de pe sonen- und da enschu z ech lichen Bes immungen (z . B . Rücksp ache mi dem Kind und mi den El e n, Schweigep lich en bindung) . Fazi und Ausblick Kinde und Jugendliche mi ch onisch-soma ischen E k ankungen sind in e s e Linie Kinde bzw. Jugendliche, ü die ein E ziehungs- und Bildungsau ag be- s eh . Um das Bildungs ech be o ene Schüle innen und Schüle siche zus el- len, kann es e o de lich sein, spezi ische e k ankungsbildbezogene Maßnah- men umzuse zen . Da übe hinaus is das wesen liche Anliegen dieses Bei ags abe , Ak eu innen und Ak eu e on Bildungsein ich ungen dazu zu e mu igen, Schule und Un e ich g undsä zlich möglichs k ankhei ssensibel zu ges al en . Es geh da um, K ankhei als eine kons i u i e E scheinung im Leben jedes Menschen anzue kennen und als g undlegende Kons an e bei de Schul- und Un e ich sges al ung mi zudenken . Eine k ankhei ssensible Ges al ung on Schule und Un e ich ziel demnach da au ab, allen Kinde n und Jugendlichen (auch im Leben mi eine E k ankung) zu e möglichen, in de Auseinande se - zung mi de Wel Le n eude zu e leben und Resonanz zu e ah en . Li e a u Abdullah Al Khali ah, R ., AbdelNabi, R . E ., Al Sa aj, H . Z ., Ali Al-Agsam, M ., Alanazi, S . M .&Ald ai- weesh, N . A . (2021): School p ac ice and p epa edness in ca ing o child en wi h ype 1 diabe- es: A Saudi na ionwide c oss-sec ional s udy . In: Pedia ic diabe es 22 (2), 221-232 . Allgemeines Sozial e siche ungsgese z (ASVG) . (n . d .) . BGBl . N . 189/1955 zule z geände du ch BGBl . I N . 106/2024, § 120 . (Ös e eich) . Alsagga , F .&Coyne, I . (2020): A sys ema ic e iew o he impac o ch onic pain on adolescen s’ school unc ioning and school pe sonnel esponses o managing pain in he schools . In: Jou - nal o ad anced nu sing 76 (8), 2005-2022 . doi .o g/10 .35468/6197-11 146 Ka ja Höglinge An ono sky, A . 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Fo schung zu Gesundhei , K ankhei und S ess in pädagogischen Kon ex en, sowie Pädagogik bei K ankhei . ka ja .hoeglinge @uni-wue zbu g .de doi .o g/10 .35468/6197-11 148 Melanie Willke Assis i e Technologien ü Schüle innen und Schüle mi ch onisch soma ischen E k ankungen Abs ac Schüle innen und Schüle mi soma ischen ch onischen E k ankungen sind im schulischen All ag mi iel äl igen Ba ie en kon on ie , die ih e Teilha- be und Bildungschancen beein äch igen . De Bei ag geh de F age nach, wie Assis i e Technologien (AT) geziel eingese z we den können, um diese Ba ie en zu e inge n . Ziel is es, e schiedene Ka ego ien und Einsa zbe- eiche on AT sys ema isch da zus ellen und ih Po enzial ü schulische In- klusion au zuzeigen . Anhand zweie Fallbeispiele wi d e anschaulich , wie digi ale Hil smi el wie Telep äsenz-A a a e ode Augens eue ung indi idu- elle Lösungen ü Teilhabep obleme bie en können . De Bei ag un e s eich die Bedeu ung mul ip o essionelle Zusammena bei , indi iduelle Anpas- sung und kon inuie liche E alua ion . E e s eh sich als p axiso ien ie e Impuls zu Fö de ung inklusi e Bildung du ch echnologische Inno a ion . Keywo ds: Assis i e Technologien; Ch onisch soma ische E k ankungen; Schulische Teilhabe; Inklusi e Bildung; Mul ip o essionelle Koope a ion Schüle innen und Schüle mi soma ischen ch onischen E k ankungen Schüle innen und Schüle mi soma ischen ch onischen E k ankungen s ehen im schulischen All ag o besonde en He aus o de ungen . Neben den k ank- hei sbeding en kö pe lichen Einsch änkungen beein lussen auch kogni i e, psychische und soziale Fak o en ih e Bildungschancen e heblich . Häu ig müs- sen diese Schüle innen und Schüle egelmäßig Ä z :innen au suchen, Medi- kamen e mi po enziellen Nebenwi kungen einnehmen ode sind zei weise olls ändig om P äsenzun e ich ausgeschlossen . All diese Fak o en können dazu üh en, dass sie Inhal e nich in gleichem Maße e assen ode e a bei en können wie ih e Mi schüle innen und Mi schüle . Assis i e Technologien (AT) doi .o g/10 .35468/6197-12 149 Assis i e Technologien ü Schüle innen und Schüle bie en iel äl ige Lösungen, um diesen Schüle innen und Schüle n bes mög- liche Un e s ü zung zu bie en und ihnen den Zugang zu Bildung zu e leich- e n . Sie e möglichen eine indi iduelle Anpassung des schulischen All ags und scha en Bedingungen, un e denen auch ch onisch e k ank e Schüle innen und Schüle ak i und selbs bes imm am Un e ich pa izipie en können . Was sind Assis i e Technologien? Assis i e Technologien sind spezielle Hil smi el, digi ale We kzeuge ode echnische Lösungen, die en wickel wu den, um Menschen mi Behinde- ungen ode ch onischen E k ankungen in ih em All ag unk ional zu un e - s ü zen . Ziel diese Technologien is es, die indi iduelle Selbs s ändigkei zu ö de n, Le np ozesse zu e leich e n und eine möglichs um assende Teilhabe am schulischen und gesellscha lichen Leben zu e möglichen . De Einsa zbe- eich Assis i e Technologien is iel äl ig–e eich on Mobili ä s- und Kom- munika ionshil en übe le nun e s ü zende Tools bis hin zu Anwendungen im Gesundhei smanagemen . Je nach indi iduellem Un e s ü zungsbeda lassen sich e schiedene Ka e- go ien Assis i e Technologien un e scheiden und geziel kombinie en (Thiele u . a . 2023): •No-Tech-Lösungen: Diese Lösungen e o de n keine echnologischen Hil smi el, sonde n se zen au o ganisa o ische ode pädagogische An- passungen . Dazu gehö en beispielsweise lexible Un e ich ss uk u en, die Möglichkei zu Nu zung on indi iduellen Le nzei en ode angepass e P ü- ungs o ma e . Beispielsweise können ü eine Schüle in ode einen Schüle mi häu igen K ankenhausau en hal en Au gaben und Un e ich sinhal e digi al be ei ges ell we den, sodass sie diese im eigenen Tempo nacha bei- en können . •Low-Tech-Lösungen: Hie bei handel es sich um ein ache, o mechanische Hil smi el, die den All ag e leich e n . Beispiele sind e gonomische Si zmö- bel, speziell ge o m e S i e ü Schüle innen und Schüle mi mo o ischen Beein äch igungen, Lineale mi Ve g öße ungse ek ü sehbeein äch ig- e Schüle innen und Schüle ode No izbüche mi ex ag oßen Linien ü Schüle innen und Schüle mi einmo o ischen Schwie igkei en . •Mid-Tech-Lösungen: Diese Ka ego ie um ass elek onische Hil smi el, die mi le en echnischen Au wand e o de n . Dazu zählen beispielsweise digi- ale Dik ie ge ä e, adap i e Tas a u en mi g öße en ode indi iduell kon i- gu ie ba en Tas en sowie Joys ick-ges eue e Maus-Al e na i en ü mo o- isch beein äch ig e Schüle innen und Schüle . Auch Table s mi indi iduell anpassba en Apps zu Le nun e s ü zung allen in diese Ka ego ie . doi .o g/10 .35468/6197-12 150 Melanie Willke •High-Tech-Lösungen: Fo gesch i ene digi ale Sys eme e möglichen es, geziel au die Bedü nisse on Schüle innen und Schüle n einzugehen . Dazu gehö en Sp ache kennungsso wa e, die es e möglich , Tex e ohne Tas a u einzugeben, Bildschi mlesep og amme ü blinde Schüle innen und Schüle , Tex - o-Speech-Sys eme ode Le nso wa e mi in e ak i en und mul imedialen Inhal en . Diese Technologien können indi iduell kon- igu ie we den, um an spezi ische Le nbedü nisse angepass zu we den . •High-End-Technologien: Diese beinhal en hochen wickel e Sys eme wie die Eye-T acking-Technologie zu S eue ung on Compu e n du ch Au- genbewegungen, obo e ges ü z e Assis enzsys eme ode KI-ges ü z e Sp ache kennung . Solche Technologien sind besonde s ü Schüle innen und Schüle mi schwe s en kö pe lichen Einsch änkungen on g oße Be- deu ung, da sie ihnen Zugang zu Kommunika ion und Le nen e möglichen . Einsa zbe eiche on Assis i en Technologien Assis i e Technologien lassen sich in meh e en unk ionalen Anwendungs- be eichen e o en . Die olgende Sys ema ik (Samochowiec&Schmid 2017) bie e eine s uk u ie e Übe sich : Mobili ä und physische In e ak ion Viele Schüle innen und Schüle mi ch onischen E k ankungen sind in ih e Be- wegungs eihei eingesch änk . Assis i e Technologien in diesem Be eich um- assen mo o isie e Rolls ühle, exoskele a ige Gehhil en ode adap i e Möbel, die sich de Kö pe hal ung indi iduell anpassen . Diese Hil smi el e möglichen meh Selbs s ändigkei und eine besse e Teilnahme am Un e ich . In einem e wei e en Ve s ändnis on Mobili ä kann auch das i uelle Übe winden on Dis anzen mi Hil e on Telep äsenzsys emen angedach we den: Das Zuschal- en on physisch nich anwesenden Schüle innen und Schüle n, beispielsweise mi Hil e eines A a a s, e möglich die Teilhabe an schulischen Ak i i ä en . Wah nehmung und Sinnesun e s ü zung Schüle innen und Schüle mi Seh- ode Hö beein äch igungen p o i ie en on Ve g öße ungsso wa e-Lösungen, Bildschi mlesege ä en ode B aille- Displays . Induk ionsschlei en und FM-Sys eme e leich e n Schüle innen und Schüle n mi Hö beein äch igung das Ve s ehen on Leh pe sonen und Mi - schüle innen und Mi schüle n in lau en Klassenzimme n . doi .o g/10 .35468/6197-12 151 Assis i e Technologien ü Schüle innen und Schüle S eue ung und Kommunika ion Schüle innen und Schüle mi Sp ach- ode mo o ischen Einsch änkungen kön- nen spezielle Kommunika ionsge ä e nu zen, die übe symbolbasie e ode ex - basie e Eingaben Kommunika ion e möglichen . Sp achsyn hese-So wa e hil , sich im Klassenzimme e s ändlich zu machen; spezielle Joys icks ode Mund- s eue ungen e möglichen die Bedienung on Compu e n und Table s . Psychische Un e s ü zung und Emo ions egula ion Digi ale Tagebüche , Medi a ions-Apps ode isuelle S uk u ie ungshil en wie Pik og amme können Schüle innen und Schüle im Be eich de Psyche un e s ü zen . De s uk u ie e Einsa z solche Tools kann hel en, emo ionale Belas ungen zu eduzie en und eine besse e Selbs egula ion zu ö de n . Moni o ing und Siche hei Schüle innen und Schüle mi ch onischen E k ankungen benö igen o kon- inuie liche Übe wachung ih e Gesundhei . T agba e Senso en können bei- spielsweise Blu zucke we e ode He z equenz messen und Wa nsignale senden, wenn ein k i ische We e eich wi d . Sma e Ala msys eme ode GPS-T acke bie en zusä zliche Siche hei , insbesonde e ü Schüle innen und Schüle mi Epilepsie ode ande en po enziell ge äh lichen E k ankungen . Physiologische Un e s ü zung und Gesundhei smanagemen Technologien wie agba e Insulinpumpen, Bea mungsge ä e ode indi idu- ell angepass e E näh ungs acke können Schüle innen und Schüle n dabei hel en, ih en Gesundhei szus and selbs s ändig zu e wal en . Diese Hil smi - el e leich e n es, medizinische Bedü nisse in den Schulall ag zu in eg ie en, ohne dass s ändig eine Be euungspe son e o de lich is . Die Rolle de Ak eu innen und Ak eu e in Bildungsein ich ungen Eine e ek i e Implemen ie ung Assis i e Technologien se z die enge Koope- a ion alle ele an en Ak eu innen und Ak eu e im Bildungssys em o aus . Leh pe sonen spielen eine en scheidende Rolle, da sie die Technologien in den Un e ich in eg ie en und den Schüle innen und Schüle n de en Nu - zung e leich e n . Inklusions- und Sonde pädagoginnen und -pädagogen un e s ü zen den Auswahlp ozess geeigne e Technologien und en wickeln geziel e Fö de maßnahmen, um den indi iduellen Bedü nissen ge ech zu we den . Auch die Familien de be o enen Kinde und Jugendlichen sind doi .o g/10 .35468/6197-12