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Gesundheit und Krankheit durch die kulturelle Linse. Multiperspektivische Einblicke für Pädagoginnen und Pädagogen

Herbst, Herbert

Abstract

Sommer, Nicola [Hrsg.]; Müller, Sarah [Hrsg.]; Langnickel, Robert [Hrsg.]: Brücken zur Teilhabe: Wo Krankheit und Schule sich begegnen. Chancen inklusiver Bildung für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen. Bad Heilbrunn : Verlag Julius Klinkhardt 2025, S. 52-62 Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Bildungssoziologie; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

He bs , He be Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse. Mul ipe spek i ische Einblicke ü Pädagoginnen und Pädagogen Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel, Robe [H sg.]: B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen. Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2025, S. 52-62 Quellenangabe/ Re e ence: He bs , He be : Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse. Mul ipe spek i ische Einblicke ü Pädagoginnen und Pädagogen - In: Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel, Robe [H sg.]: B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen. Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2025, S. 52-62 - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-343928 - DOI: 10.25656/01:34392; 10.35468/6197-04 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-343928 h ps://doi.o g/10.25656/01:34392 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h p://www.klinkha d .de Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by-nd/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm es geleg en Weise nennen und das We k bzw. diesen Inhal nich bea bei en, abwandeln ode in ande e Weise e ände n. This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by-nd/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e and ansmi , adap o exhibi he wo k in he public as long as you a ibu e he wo k in he manne speci ied by he au ho o licenso . 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Besonde s im Kon ex on Mig a ion zeig sich, dass kul u elle doi .o g/10 .35468/6197-04 53 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse Di e si ä eine zen ale He aus o de ung, abe auch Po enzial ü Bildungs- und Gesundhei sins i u ionen da s ell (Spallek&Razum 2021) . Im schulischen Se ing ücken dami F agen in den Fokus, wie Leh pe - sonen, Soziala bei ode P legek ä e in Bildungsein ich ungen den spezi- ischen gesundhei lichen Bedü nissen on Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen ge ech we den können–insbesonde e dann, wenn diese du ch Mig a ion ode soziale Benach eiligung zusä zlich be- las e sind . Pädagogische Fachk ä e agie en dabei an de Schni s elle zwi- schen Bildung, Be euung und psychosoziale Beglei ung–und sind zuneh- mend ge o de , nich nu achlich, sonde n auch in e kul u ell kompe en zu handeln (Gundol 2024; Reune &G äße 2023) . De o liegende Bei ag nähe sich diese Thema ik aus eine in e diszipli- nä en Pe spek i e . E beleuch e , wie kul u elle Hin e g ünde das Ve s änd- nis on Gesundhei und K ankhei p ägen, welche s uk u ellen Hü den den Zugang zu Gesundhei sleis ungen ü mig ie e Kinde und Jugendliche e - schwe en und wie in e kul u elle Kommunika ion in Bildungs- und Gesund- hei sse ings gelingen kann . Abschließend wi d disku ie , wie du ch die Ve knüp ung pädagogische und gesundhei liche Ansä ze B ücken gebau we den können–hin zu eine inklusi e en, ge ech e en Ve so gung ü alle . Keywo ds: Kul u elle P ägung; Mig a ion und Gesundhei ; in e kul u elle Kompe enz; Chancengleichhei ; ch onische E k ankung Gesundhei und K ankhei –Beg i s e s ändnis Gesundhei is ein zen ale , abe keineswegs eindeu ig de inie e Beg i . In de All agssp ache wi d Gesundhei häu ig mi dem F eisein on K ank- hei gleichgese z . Die Wel gesundhei so ganisa ion (WHO 1948, zi ie nach F anzkowiak und Hu elmann 2022, Abs .4) ha diesen engen Zugang be- ei s üh hin e ag und ein ganzhei liches Gesundhei s e s ändnis o mu- lie : „[…] de Zus and des olls ändigen kö pe lichen, geis igen und sozialen Wohlbe indens und nich nu das F eisein on K ankhei und Geb echen“ . Diese Ansa z ha sich im gesundhei swissenscha lichen Disku s wei gehend e ablie und bilde die G undlage mode ne Gesundhei s ö de ung . T o z diese De ini ion bleib Gesundhei ein dynamisches Konzep , das sich je nach kul u ellem, sozialem und indi iduellem Kon ex un e schiedlich zeig . Was in eine Gesellscha als gesund gil , kann in eine ande en als be- handlungsbedü ig wah genommen we den . Gesundhei is also nich nu biologisch, sonde n imme auch kul u ell kons uie . Dieses Ve s ändnis is besonde s im Umgang mi Kinde n und Jugendlichen aus e schiedenen He - kun slände n bedeu sam, da de en K ankhei s- und Gesundhei s e s ändnis doi .o g/10 .35468/6197-04 54 He be He bs o ande e Dimensionen einbezieh –e wa spi i uelle ode gemeinscha sbe- zogene Deu ungen (Gundol 2024; Schmid -Rumposch&We ne 2024) . K ankhei wiede um wi d in de Medizin als S ö ung de no malen physischen ode psychischen Funk ionen e s anden, die die subjek i e Be indlichkei und/ ode die objek i e Leis ungs ähigkei nega i beein luss (Pschy embel Online 2024) . In de P axis zeig sich jedoch, dass sich die G enze zwischen K ankhei und Be indlichkei ss ö ung nich imme kla ziehen läss , insbesonde e bei psy- chosoma ischen ode ch onischen E k ankungen im Kindes- und Jugendal e . Zu di e enzie en Be ach ung ha sich in de Gesundhei swissenscha das Konzep des Gesundhei s-K ankhei s-Kon inuums e ablie (Fal e mei- e 2023) . Dieses Modell besch eib Gesundhei nich als es s ehenden Zu- s and, sonde n als ein Kon inuum, au dem sich Indi iduen im Lau e ih es Lebens– eils äglich–bewegen . Menschen können sich o z diagnos izie e E k ankung subjek i gesund ühlen, wäh end ande e sich o z medizinische Unau älligkei s a k beein äch ig e leben . Dami wi d die subjek i e Sich - weise e ns genommen und gesundhei liche Viel al ane kann . Das salu oge- ne ische Modell on An ono sky bie e einen hil eichen O ien ie ungs ah- men . Es ag nich nach de U sache on K ankhei (Pa hogenese), sonde n danach, was Menschen gesund e häl . Im Zen um s eh das Kohä enzge- ühl–also das Ge ühl on Ve s ehba kei , Handhabba kei und Sinnha igkei des eigenen Lebens (ebd . 2023) . Ge ade bei Kinde n und Jugendlichen mi ch onischen E k ankungen–e wa aus sozial belas e en ode mig ie en Familien–gewinn dieses salu ogene i- sche Denken an Bedeu ung . Bildungs- und Be euungsein ich ungen können du ch s abile Beziehungen, S uk u und kul u elle Sensibili ä dazu bei agen, Gesundhei im Sinne on Resilienz und Wohlbe inden zu s ä ken . Kul u elle Un e schiede im K ankhei s e s ändnis Gesundhei und K ankhei we den in jede Gesellscha au spezi ische Wei- se in e p e ie . Diese In e p e a ionen sind ie in kul u ellen Deu ungsmus- e n e anke und beein lussen sowohl die Wah nehmung on Symp omen als auch das Ve hal en im K ankhei s all . In de wes lich gep äg en Biome- dizin s eh meis die soma ische U sache im Vo de g und–K ankhei wi d als Funk ionss ö ung biologische Sys eme be ach e , die du ch s anda di- sie e Diagnose- und The apie e ah en zu behandeln is . Ande e Kul u en hingegen in eg ie en spi i uelle, soziale ode mo alische Dimensionen in ih K ankhei s e s ändnis . So können K ankhei ssymp ome als Folge on Un- gleichgewich , Fluch, spi i uelle Belas ung ode amiliä en Kon lik en gedeu- e we den (Golsabahi-B oclawski u . a . 2020) . doi .o g/10 .35468/6197-04 55 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse De An h opologe A hu Kleinman (1978) besch eib dieses Phänomen an- hand seines Modells des K ankhei s e hal ens, dem wiede um au e schie- denen Ebenen begegne wi d, um Gesundhei wiede he zus ellen . Da in wi d zwischen dem Laien-Sek o , in dem Familie und soziale Ne zwe ke dominie- en, dem olksmedizinischen Sek o , in dem adi ionelle, eligiöse und spi i- uelle Heilme hoden angewende we den, und dem p o essionellen Sek o , de au wissenscha lich undie e Medizin basie , un e schieden . In ielen nich -wes lichen Kon ex en haben alle d ei Sek o en gleichwe ige Bedeu ung–im Gegensa z zu eu opäischen Gesundhei ssys emen, die s a k au den p o essionellen Sek o okussie sind (Same ski 2021) . Kul u elle Un e schiede zeigen sich insbesonde e in de E klä ung on U sa- chen . Wäh end Menschen in wes lichen Lände n häu ig nach objek i en Auslöse n suchen (Was habe ich?), agen ande e Kul u en s ä ke nach dem Wa um? im spi i uellen ode sozialen Sinn . Dies beein luss auch, welche Be- handlungswege be o zug we den–sei es du ch adi ionelle Heile innen und Heile , eligiöse Ri uale ode p lanzenbasie e Medizin . Auch das Ve auen in schulmedizinische Angebo e, die Rollen e eilung inne halb de Familie ode de Umgang mi ch onische E k ankung kann kul u ell s a k a iie en . Im Bildungskon ex is dieses Wissen zen al . Leh pe sonen begegnen Kin- de n und Jugendlichen, de en Gesundhei s e s ändnis und Bewäl igungss a- egien, die s a k on kul u ellen und amiliä en P ägungen beein luss sind . Kinde mi Fluch - ode Mig a ionshin e g und e wa nu zen sel ene p ä en- i e Angebo e ode he apeu ische Un e s ü zung, obwohl sie eilweise übe - du chschni lich on gesundhei lichen Belas ungen be o en sind (F agne u . a . 2023; Ho ma che &Wüge 2022) . Finanzielle Hü den, Sp achba ie en, kul u elle S igma isie ung on psychischen E k ankungen sowie Unsiche hei- en im Umgang mi Behö den spielen hie bei eine zen ale Rolle . Ein konk e es Beispiel dazu: Kinde und Jugendliche aus A ghanis an, I ak und Sy ien e hal en in Ös e eich du chschni lich nu und die Häl e de P o-Kop -Gesundhei sausgaben als Kinde aus EU-15-Lände n . Gleichzei ig be ich en sie sel ene on seh gu e Gesundhei und weisen häu ige einen lang is igen Ve so gungsbeda au . Solche Da en e weisen au s uk u elle Ungleichhei en, abe auch au kul u elle und sys emische Ba ie en im Zu- gang zu Gesundhei s e so gung (F agne u . a . 2023) . Da aus e gib sich ü pädagogische Fachk ä e die No wendigkei , nich nu medizinisches Wissen zu be ücksich igen, sonde n auch die subjek i en und kul u ellen E klä ungsmodelle de Kinde und ih e Familien e ns zu nehmen . Kul u sensibili ä bedeu e hie nich nu sp achliche Zugänglichkei , sonde n das Ve s ehen und Ane kennen un e schiedliche Gesundhei slogiken–ohne sie zu bewe en ode da übe zu u eilen . E s dadu ch kann in e kul u elle doi .o g/10 .35468/6197-04 56 He be He bs Gesundhei sbildung gelingen und zu S ä kung on Gesundhei im ganzhei - lichen Sinne bei agen . S uk u elle Ba ie en und gesundhei liche Auswi kungen Auch wenn in Ös e eich ein g undsä zlich solida isch au gebau es Gesund- hei ssys em bes eh , zeigen empi ische S udien, dass Kinde mi Mig a ions- und Fluch hin e g und einen e schwe en Zugang zu medizinischen Leis un- gen haben (RKI 2024; Biddle u . a . 2019) . Diese Benach eiligungen en s ehen nich zu ällig, sonde n sind Ausd uck s uk u elle Ba ie en, die sich aus ei- nem komplexen Zusammenspiel on sp achlichen, adminis a i en, sozialen und kul u ellen Fak o en e geben . Sp achba ie en als ein zen ales P oblem e schwe en nich nu die Kommu- nika ion zwischen Pa ien innen bzw . Pa ien en und medizinischem Pe sonal, sonde n wi ken sich unmi elba au Diagnos ik, The apie und Gesundhei s- bildung aus . El e n e hal en In o ma ionen nich in eine ihnen e s ändlichen Sp ache und Kinde ungie en als Sp achun e s ü zungsdiens in medizini- schen Gesp ächen . Dabei bes eh ein e höh es Risiko ü In o ma ions e - ze ungen, emo ionale Belas ungen bei Kinde n ode Angehö igen sowie Da enschu zkon lik e du ch die Wei e gabe pe sonenbezogene und sen- sible In o ma ionen (Kaelin u . a . 2013) . Auch sch i liche Ma e ialien sind o nu einsp achig au Deu sch e ügba ode en hal en Fachbeg i e, die ohne Kon ex schwe e s ändlich sind (He bs 2015) . Adminis a i e Hü den wie unzu eichende In o ma ion übe Ansp uchs ech e ode Angs o behö dlichen Konsequenzen üh en dazu, dass insbesonde e ge lüch e e Familien Leis ungen nich in Ansp uch nehmen . Hinzu kommen o lange Wa ezei en, ehlende ä z liche Ve so gung in ländlichen Regionen sowie die mangelnde Ve ügba kei on kul u sensiblen The apieangebo en, insbesonde e im Be eich de psychosozialen Ve so gung (G abe 2023) . Besonde s be o en sind Kinde mi soma ischen E k ankungen . Ho ma che und Wüge (2022) zeigen au , dass 14%de Kinde aus A ghanis an, I ak und Sy ien einen lang is igen Ve so gungsbeda au weisen–deu lich meh als Kinde ohne Mig a ionshin e g und (10%) . Gleichzei ig e hal en sie du ch- schni lich deu lich wenige Gesundhei sausgaben p o Kop (113 EUR s . 220 EUR bei EU-15-G uppen) (F agne u . a . 2023) . Diese Disk epanz weis au eine Un e e so gung hin, die mi un e schwe wiegende gesundhei liche Folgen haben kann . S uk u elle Hü den zeigen sich jedoch nich nu im medizinischen Sys em, son- de n wi ken in das schulische Um eld hinein (Schwa z u . a . 2023) . Kinde mi gesundhei lichen P oblemen und gleichzei ig e schwe em Zugang zu Behand- lungsmöglichkei en e leben häu ige Belas ungen ode soziale Ausg enzung . doi .o g/10 .35468/6197-04 57 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse Pädagogische Fachk ä e s ehen dadu ch o de He aus o de ung, gesund- hei liche Einsch änkungen ühzei ig zu e kennen, angemessen da au zu e- agie en und gleichzei ig kul u elle Un e schiede sensibel zu be ücksich igen . Die dami e bundenen, s a egischen Handlungsbeda e wu den als G und- lage ü säm liche Maßnahmen, die die Gesundhei junge Menschen in Ös e - eich nachhal ig e besse n sollen, e anke (Bundesminis e ium ü Soziales, Gesundhei , P lege und Konsumen enschu z 2024) . Fü das Pe sonal in den Schulen bedeu e das, dass sie nich nu In o ma io- nen übe gesundhei liche P oblemlagen ih e Schüle innen und Schüle be- nö igen, sonde n auch übe die sys emischen Bedingungen, die de en Ve so - gung beein lussen . Gesundhei sbildung, mul ip o essionelle Zusammena bei , Sp achun e s ü zungsdiens und die Einbindung on Familien sind zen ale Elemen e, um au diese He aus o de ungen adäqua eagie en zu können . Zusammen assend läss sich es hal en, dass s uk u elle Ba ie en im Gesund- hei ssys em nich nu indi iduelle Gesundhei be e en, sonde n sich unmi - elba au Bildungsge ech igkei und Teilhabechancen auswi ken . Kommunika ion im in e kul u ellen Kon ex Kommunika ion is das He zs ück jede medizinischen und pädagogischen Beziehung–sie e möglich Ve s ändnis, Ve auen und Koope a ion . In in e - kul u ellen Kon ex en is Kommunika ion jedoch häu ig du ch sp achliche, kul u elle und soziale Un e schiede e schwe . Ge ade im Gesundhei sbe eich, wo p äzise In o ma ionen und gemeinsame En scheidungen wesen lich sind, können sp achliche Miss e s ändnisse g a ie ende Folgen haben . Wenn El e n ode Kinde medizinische In o ma ionen nich in ih e Mu e sp ache e hal en, kann es gehäu zu Miss e s ändnissen, ehle ha en Behandlungsen scheidun- gen ode ge inge The apie eue kommen . Un e suchungen zeigen (Ay azyan 2024; K use 2023; So hmann u . a . 2016), dass unzu eichende Sp achkompe enz nich nu die Diagnose e schwe , sonde n auch zu F us a ion au Sei en de Behandelnden und de Be o enen üh –mi de Ge ah , dass Familien lang- is ig das Ve auen in das Gesundhei ssys em e lie en (He bs 2015) . Neben de Sp ache spiel auch die non e bale Kommunika ion eine en schei- dende Rolle . Ges ik, Mimik, Augenkon ak ode kö pe liche Dis anz we den kul u ell un e schiedlich in e p e ie . So kann e wa di ek e Blickkon ak in eine Kul u als espek oll, in eine ande en als unangemessen gel en . Auch die A , wie übe Schme z gesp ochen wi d–ehe zu ückhal end ode ex- p essi , a iie s a k zwischen Kul u en und beein luss die medizinische Ein- schä zung (G abe 2023) . Im schulischen All ag wi ken sich diese Kommunika ionsun e schiede au Gesp äche mi El e n, Gesundhei s achk ä en und Kinde n selbs aus . Leh doi .o g/10 .35468/6197-04 58 He be He bs pe sonen, Schulä z innen und Schulä z e, Schulsoziala bei e innen und Schulsoziala bei e s ehen mi un e o de He aus o de ung, mi Familien zu- sammenzua bei en, de en E wa ungen und Kommunika ionss ile on den eigenen s a k abweichen . Hie b auch es meh als nu Dolme schung–näm- lich kul u elle Ve mi lung im Sinne eines ak i en Ve s ändnisses de jeweils ande en Pe spek i e . Fü eine gelingende in e kul u elle Kommunika ion sind dahe meh e e Ebe- nen en scheidend: •p o essionelle Dolme schdiens e (z . B . ele onisch, pe sönlich ode pe Vi- deo), um gesiche e In o ma ionswei e gabe zu gewäh leis en •meh sp achige Ma e ialien in ein ache , e s ändliche Sp ache •Schulungen ü Fachk ä e zu kul u sensible Kommunika ion und in e kul- u elle Kompe enz •Ve meidung on Fachja gon, jedoch ak i es Nach agen, um Ve s ändnis zu siche n •Einbindung kul u elle Media o innen und Men o en, die nich nu übe - se zen, sonde n auch zwischen We esys emen e mi eln Kommunika ion is keine Einbahns aße–sie e lang O enhei , Geduld und Selbs e lexion au beiden Sei en . Im Kon ex ch onische E k ankungen, Mi- g a ion und Bildung is sie jedoch wei meh als ein echnisches Mi el . Sie is eine B ücke zu Teilhabe, zu Gesundhei –und le z lich zu Chancenge ech- igkei (He bs 2020) . Lösungsansä ze Die He aus o de ungen in e kul u elle Gesundhei skommunika ion und s uk u elle Ba ie en sind ielschich ig – en sp echend iel äl ig müssen auch die Lösungsansä ze sein . Es b auch nich nu echnische Hil smi el, sonde n o allem s uk u elle, ins i u ionelle und pe sonale S a egien, die eine gleichbe ech ig e Gesundhei s e so gung und Bildungs eilhabe ü alle Kinde und Jugendlichen e möglichen–unabhängig on He kun , Sp ache ode Au en hal ss a us . Ein zen ale Baus ein sind p o essionelle Dolme schdiens e, die in medizi- nischen und pädagogischen Ein ich ungen zu e lässig und e aulich übe - se zen . Diese können in e n–e wa du ch es anges ell e Sp achmi le innen und Sp achmi le ode ex e n übe egionale Diens e o ganisie sein . Be- sonde s in aku en Si ua ionen haben sich zwischenzei lich Tele ondolme sch- diens e ode Videodolme schsys eme e ablie , die einen schnellen Zug i au quali izie es Pe sonal e möglichen . E gänzend un e s ü zen meh sp achige doi .o g/10 .35468/6197-04 59 Gesundhei und K ankhei du ch die kul u elle Linse In o ma ionsma e ialien (z . B . B oschü en, E klä ideos, Online-Pla o men) die Gesundhei sbildung on Familien mi Mig a ionshin e g und . Wich ig is dabei nich nu die sp achliche, sonde n auch die kul u elle Ve s ändlichkei . Inhal e müssen ad essa enge ech , ei on Fachja gon und isuell ansp e- chend au be ei e sein (G abe 2023) . Ma e ialien in ein ache Sp ache ode mi isuelle Un e s ü zung sind besonde s hil eich ü Pe sonen mi nied i- gem Bildungss and ode mig an ischem Hin e g und . Kul u sensible Be a ungsgesp äche e o de n zudem geschul e Fachk ä e, die nich nu übe medizinisches ode pädagogisches Fachwissen e ügen, sonde n auch e lek ie mi eigenen kul u ellen No men und Vo s ellungen umgehen können . Schulungen zu in e kul u elle Kommunika ion, kul u sen- sible Diagnos ik und T auma-Sensibili ä sind dahe essenziell–sowohl ü medizinisches Pe sonal als auch ü pädagogische Fachk ä e und schulische Soziala bei (A ci-We ning 2021; He bs 2020) . Ein inno a i e Ansa z bes eh in de Einbindung sogenann e kul u elle Medi- a o innen und Media o en: Pe sonen mi eigene Mig a ionsbiog a ie, Sp ach- kompe enz und in e kul u elle Schulung, die als B ückenbaue innen und B ü- ckenbaue zwischen Familien und Ins i u ionen wi ken . Sie können Ve auen scha en, Miss e s ändnisse klä en und hel en, ins i u ionelle Schwellenängs e abzubauen (Kaelin u . a . 2013) . Auch ins i u ionelle Ve ne zung spiel eine wich ige Rolle . Die Zusammena - bei zwischen Schule, Gesundhei sdiens en, Soziala bei und auße schulischen Be a ungss ellen is besonde s in komplexen Ve so gungslagen no wendig . In e disziplinä e Fallbesp echungen, Ne zwe k e en ode koo dinie e Hil e- pläne können siche s ellen, dass Kinde mi ch onischen E k ankungen, die zusä zlich s uk u ell benach eilig sind, bes möglich beglei e we den . Schließlich is es en scheidend, dass Ein ich ungen eine Willkommenskul u en wickeln, die Viel al als Ressou ce e s eh . Dies eich on meh sp achigen Angebo en übe kul u sensible El e nabende bis hin zu ak i en Einbindung on El e n mi Mig a ionsgeschich e in Schulen wicklungsp ozesse . E ek i e Lösungen en s ehen also nich allein du ch einzelne Maßnahmen, sonde n du ch ein sys emisches Zusammenspiel on Hal ung, S uk u und Handlung . Nu so können nachhal ige B ücken gebau we den–zwischen Sys emen, Sp achen, Wel bilde n und Menschen . Fazi Kinde und Jugendliche e b ingen einen g oßen Teil ih es All ags in Bil- dungsein ich ungen . Schulen sind dahe nich nu O e des Le nens, sonde n auch zen ale Lebens äume, in denen Gesundhei ge ö de , Belas ungen wah genommen und bei Beda Hil en e mi el we den können . Fü Kinde doi .o g/10 .35468/6197-04