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Ungleiche, unMögliche Zukünfte

Schmidt, Melanie

Abstract

Debatte : Beiträge zur Erwachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 43-55 Pädagogische Teildisziplin: Berufs- und Wirtschaftspädagogik; Erwachsenenbildung / Weiterbildung; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Schmid , Melanie Ungleiche, unMögliche Zukün e Deba e : Bei äge zu E wachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 43-55 Quellenangabe/ Re e ence: Schmid , Melanie: Ungleiche, unMögliche Zukün e - In: Deba e : Bei äge zu E wachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 43-55 - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-343434 - DOI: 10.25656/01:34343; 10.3224/deba e. 5i1.05 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-343434 h ps://doi.o g/10.25656/01:34343 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h ps://www.bud ich.de Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bea bei ungen des We kes bzw. Inhal es an e igen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm es geleg en Weise nennen. This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e and ende his documen accessible, make adap a ions o his wo k o i s con en s accessible o he public as long as you a ibu e he wo k in he manne speci ied by he au ho o licenso . Mi de Ve wendung dieses Dokumen s e kennen Sie die Nu zungsbedingungen an. By using his pa icula documen , you accep he abo e-s a ed condi ions o use. Kon ak / Con ac : peDOCS DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion In o ma ionszen um (IZ) Bildung E-Mail: [email p o ec ed] In e ne : www.pedocs.de 43 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Ungleiche, unMögliche Zukün e Deba e 2022 · Jg. 5 · H. 1 · 43-55 · h ps://doi.o g/10.3224/deba e. 5i1.05 Melanie Schmid Zusammen assung Im Sinne eine Re lexion de Re lexion s ell de Bei ag Rück agen an die Un e suchung on Julia El en und Jö g Schwa z zu Zukun skonzep en in E wachsenenbildungs- o ganisa ionen. Ausgehend on de Übe legung, dass Zu- kun s o s ellungen die Zukun ‚zus ellen‘, wi d a gu- men ie , solche ‚Zus ellungen‘ on zwei Aspek en he zu k i isie en: zum einen mi Fokus au de en Ad essa *in- nen, die on Zukun s o s ellungen im Sinne s uk u el- le Ungleichhei en un e schiedlich be o en sind; zum ande en hinsich lich de Zei lichkei pädagogische Voll- züge, in denen die E ö nung on Zukun möglich wi d. Zukun · An h opozän · Ungleichhei · Tempo ali ä 44 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Ungleiche, unMögliche Zukün e Melanie Schmid 1. E ziehungswissenscha liche Zukun s e lexionen und Zukun sp ak iken de E wachsenenbildung ‚Zukun ‘ is ü E ziehungswissenscha und Pädagogik insgesam , und im Speziellen auch ü das pädagogische Feld de E wach- senenbildung, eine kons i u i e Bezugsg öße: Die O ien ie ung an eine o enen Zukun als du ch menschliche P axis ges al ba is ein die pädagogischen Ve häl nisse sei de Neuzei du chd ingendes P inzip bzw. eine g undlegende Lei no m. Gleichzei ig s ell sich das Ve häl nis on Pädagogik und Zu- kun als he aus o de nd da : Beispielha ließe sich das in E ziehungs- und Bildungs- p ozessen o wäh end zu bea bei ende Span- nungs eld aus Gegenwa s- und Zukun sbe- zug – und dami e bunden: de Umgang mi gesellscha lichen An o de ungen und E wa ungen gegenübe den pädagogischen Ad essa *innen – an üh en (z. B. de Haan 2014). Zudem lieg eine P oblema ik im an i- zipie enden, spekula i en Vo g i sei ens de Pädagogik au die mögliche Zukun sowie au die Zukun smöglichkei ih e Ad es- sa *innen, de nich nu on unabsehba en gesellscha lichen En wicklungen jede zei übe hol we den kann, sonde n auch die Zu- kun , mi Michael Wimme (2003) gesp o- chen, im doppel en Sinne „zus ell “: „Die K ux on Zukun s o s ellungen, so könn e man sagen, lieg da in, dass sie sich o die Zukun s ellen und sie dami zus ellen im doppel en Sinne: zum einen e s ellen sie die Zukun und e be gen sie dadu ch, und zum zwei en wi ken sie ungewoll mi an eine Zus ellung de Zu- kun im Sinne eine Sendung, eine Schi- ckung ode einem Geschick, das die Sub- jek e als Absende e wa en und on dem sie zugleich als Ad essa en übe asch und en äusch we den“ (Wimme 2003, 196; H. i. O.). De Ve zich au Vo s ellungen on (ins- besonde e e s ebenswe en) Zukün en schein hingegen auch kein gangba e Weg zu sein, wie die Deba en um U opien in de Pädagogik he auss ellen (z. B. Oelke s 1990; Schenk 2013; S e el 2022). Dabei gil es, das Risiko im Blick zu behal en, dass U opien ih e sei s Machba kei sphan asien und un- beg ünde en E ziehungsop imismus näh en (B umlik 2020). Vo dem Hin e g und diese knapp um isse- nen Gemengelage is die „sys ema ische Ein- holung on Zukun in den Ho izon de Analyse und Konzep ualisie ung pädagogi- sche P ozesse“ (Be nha d 2001, 414) nach wie o he aus o de nd, wenngleich sich die Deba en da um in den le z en Jah en wiede in ensi ie en (z. B. Bünge , Czejkowska, Loh- mann & S e ens 2022; Beh ens, Beile & San- de s 2022). Basie end au de Annahme, dass die e ziehungswissenscha liche Inblicknahme on Zukun s agen sys ema isch mi K i ik e bunden is (Sonde egge 2022), e s ehe ich die Au gabe de E ziehungswissenscha so, dass sie au E ziehungs- und Bildungs- p ozesse bezogene Zukun sen wü e sowie pädagogische Implika ionen on gesellscha - lich-poli ischen Zukun sen wü en k i isch e lek ie (z. B. Be nha d 2001, 421). 45 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung In diesem Sinne läss sich de Bei ag on Julia El en und Jö g Schwa z Fo sch i , Kon ingenz, Dissipa ion: Zukun skonzep e in E wachsenenbildungso ganisa ionen (2022) meines E ach ens als Impuls ü eine solche Re lexion e s ehen, die sich au das pädago- gische Feld de E wachsenenbildung ich e . Die Au o *innen wählen ü ih e Re lexion einen analy ischen Einsa z, indem sie sich dem Un e suchungsgegens and Zukun sp ak iken (Koch, K äme , Reckwi z & Wenzel 2016) in O ganisa ionen de E wachsenen- bzw. Wei- e bildung widmen. Ih Vo gehen is gelei e on de konzep ionellen Annahme, dass pä- dagogische O ganisa ionen einen he ausge- hobenen O da s ellen, um Umgangsweisen mi gesellscha lichen Zukun s o s ellungen beobach end einzuholen: als Schaupla z zwi- schen o ganisa ionalen, pädagogischen und indi iduellen Re e enzpunk en. El en und Schwa z iden i izie en im Bei ag d ei gegenwä ig o indliche Zukun skon- zep ionen, die, im Sinne disku si e Figu en, den gesellscha lichen Vo g i au eine kün - ige Zei mode ie en: Fo sch i , Kon ingenz und Dissipa ion. Un e Le z genann em is die Au lösung und Ze s euung on Zu- kun sen wü en zu e s ehen. Diese Figu de Dissipa ion gewinn jüngs (wiede ) zu- nehmend an Kon u angesich s spä mode - ne gesellscha liche T ans o ma ionen sowie sich mul iplizie ende K isene ah ungen und äuße sich beispielsweise in dys opischen Bil- de n des Kommenden (Salomon 2022). Die Au o *innen e s ehen Dissipa ion als „Keh - sei e“ (El en & Schwa z 2022, 16) de beiden zu o genann en Figu en, in de sich sowohl die Logik des Fo sch i s umkeh als auch die Logik de Kon ingenz ka alysie . Wei e hin disku ie en die Au o *innen die handlungslei ende und sinns i ende Funk- ion diese Figu en, wie sie sich im Kon ex e - wachsenenpädagogische O ganisa ionen und insbesonde e in de P axis de P og ammpla- nung niede schläg . Die P og ammplanung umsch eib ein Konglome a on P ak iken, welche die disku si en Zukun s igu en in o ganisa ionale Zukun sp ak iken übe se - zen. Gewähl wi d mi Planung ein Un e - suchungsgegens and, de spezi isch au die ‚Zus ellung de Zukun ‘ (Wimme 2003) hin angeleg is und diese als ges al ba o ausse z . Im Kondensa des Bei ags zeig sich, dass das zunehmende gesellscha liche Re lexi - und P oblema isch-We den on Zukun sich als o ganisa ionales Planungsp oblem spiegel : Die d ei Zukun skonzep e bie en eine A Ch onologie de zunehmenden Ve - komplizie ung on Planungshandlungen. Beginnend on einem p oak i en P ozess des Fo mulie ens und Umse zens on Zie- len (Fo sch i ) übe eine ehe eak i e, ma- nage ial- lexible Anpassung an unwägba e Wei e bildungsbeda e un e gleichzei ige Beibehal ung des Ansp uchs au das „P odu- zie en on Ziel ich ungen und (u opischen) Lei ideen“ (El en & Schwa z 2022, 17) (Kon ingenz) bis hin zu pa adoxalen Kon- on a ion mi de eigenen Unmöglichkei (Dissipa ion). Mi diese Ve komplizie ung e bunden is jeweils auch die Neubes immung on E - wachsenenbildung und ih es Bildungsau - ags on eine Ins anz de Ges al ung ge- sellscha lichen Wandels im Rahmen eine Fo sch i skonzep ion hin zu eine Ins anz mi O ien ie ungs unk ion angesich s s uk- u ell geö ne e gesellscha liche Zukün e, 46 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung e bunden mi eine Auswei ung de Le n- zei übe die gesam e Lebensspanne hinweg und die au Daue ges ell e Einübung eines k i isch- e lexi en Habi us. Im Mus e de Dissipa ion inden sich zwa bis da o kaum e wachsenenpädagogische und o ganisa io- nal-planungsbezogene Aushandlungen des Kommenden, die Au o *innen nehmen hie abe eigene „zukun sbezogene Übe legun- gen“ (ebd.) o . Diese s ellen zum Teil einen Mix aus den S a egien de o he benann en Planungsp ak iken da : So soll en E wach- senenbildungso ganisa ionen ih no ma i - u opisches Po en ial wah en und gg . auch kon a ak isch in S ellung b ingen (ebd., mi Bezug au Oelke s 1990), zudem soll en sie Wissen ü sich ände nde gesellscha liche P oblemlagen e mi eln und gleichzei ig Re lexi i ä ö de n sowie „(Zei -)Räume ü pa izipa i e Zukun se schließung“ (ebd., 18) bie en, in denen kon ligie ende, gesell- scha liche Zukun skonzep ionen in eine ü die Teilnehmenden e wachsenenpädago- gische Angebo e p oduk i e Übe a bei ung hinein ge üh we den. 2. Zukun als Dissipa ion: K i ische Rück agen und Re lexionsimpulse Da insbesonde e die Konzep ion de Dis- sipa ion de zei e s ä k im Au me ksam- kei s okus on Deba en um Zukun s eh , e schein es mi lohnend, im Rahmen meine Replik in diesen Denk aum ‚einzuse zen‘. Meine Annahme is , dass sich die ins uk i en Übe legungen on El en und Schwa z noch wei e ausbuchs abie en lassen, wenn sie in Ve bindung zu ak uellen sozialwissenscha - lichen K i iken des An h opozän-Na a i s geb ach we den und diese pädagogisch zu pe spek i ie en suchen. El en und Schwa z weisen, indem sie au eine Publika ion Don- na Ha aways (2015) e e enzie en, auch in Rich ung diese Deba en (s. a. S imm & Mülle 2023 zu Diskussion eine E wach- senenbildung im An h opozän). Mein Ein- sa z im Rahmen diese Replik konzen ie sich dabei o nehmlich au die F age, welche Möglichkei en de Neubes immung des Bil- dungsau ags de E wachsenenbildung mi solchen Deba en einhe gehen könn en. Wie jüngs e wa Ka ha ina Hoppe (2022) a gumen ie e, e dich en sich in de Rede om An h opozän, dem Zei al e des Men- schen (C u zen & S oe me 2000), P oblem- igu en, die denen um das Ve häl nis on Zukun und Planung ähneln. Als „G oße - zählung“ (Hoppe 2022) meh e das An h o- pozän en wede Mach( )ba kei sphan asien ode gebe Zukun apokalyp isch e lo en (s. a. Weißp lug 2019; Hilb ich 2022). Fü Ha away sind diese beiden Zukun sbezüge wenig p oduk i , um den He aus o de un- gen des Zusammenlebens au eine s a k du ch Menschen beschädig en E de zu begeg- nen. Sie o de hingegen, „zu le nen wi klich gegenwä ig zu sein. Gegenwä igkei mein hie […] die Ve lech ung on uns s e blichen K i e n mi unzähligen un e igen Kon i- gu a ionen aus O en, Zei en, Ma e ien, Be- deu ungen“ (Ha away 2018, 9). Ha away konzen ie sich dahe au ela ionie ende P axen – insbesonde e P axen des Mi ein- ande -We dens und des speziesübe g ei en- den Ve wand machens (Hoppe 2022)–, die Kollek i e on abhängigen, nich sou e änen 47 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Vielen und, dami e bunden, pa iale T ans- o ma ionen gesellscha liche , kul u elle , ma e ielle A he o b ingen. Anschließend an diesen ehe ‚an i- u u al‘ gelage en, weil au das Le nen des Gegen- wä igseins ausge ich e en Impuls wä e aus meine Sich in g undlagen heo e ische Hinsich zu deba ie en, ob sich on ihm ein ü die E wachsenenbildung uch ba e Bildungsbeg i ablei en läss , de nich allein au die Übe se zungen zwischen gesellscha - lichem Wandel und indi iduellem Le nen hin angeleg is (El en & Schwa z 2022, 7 mi Ve weis au Schä e 1993) – sonde n de kollek i ie ende Rela ionie ungen und un e schiedliche Tempo albezüge mi denk . Zudem wä e zu agen, wie genau E wachse- nenbildung dazu bei agen kann, be ei s sich ollziehenden pa ialen T ans o ma ionen im Rahmen on P og ammplanung Sich ba kei zu e scha en. Zu eine solchen Deba e ho e ich, nach ol- gend zwei, on Ha aways P oblema isie ung des Fu u ismus inspi ie e Übe legungen bei agen zu können, die mi auch ü die k i isch- e lexi e Inblicknahme des Ve häl - nisses on Zukun und Pädagogik ele an e scheinen und die zudem im Bei ag on El en und Schwa z ange issen, abe beding du ch die konzep ionelle Lage ung des Bei- ags nich zen al ausge üh wu den. Mi Blick au den Aspek kollek i ie ende Rela- ionie ungen möch e ich e s ens au F agen de Rep oduk ion soziale Ungleichhei in Bezug au Zukun s o s ellungen eingehen und dami signalisie en, dass He o b ingun- gen on Kollek i en1 mi de Bea bei ung on Di e enzen kon on ie sind (Abschni 2.1). Zwei ens möch e ich au e ziehungs- wissenscha liche Denk igu en hinweisen, die die Kon igu a ion di e en e Zei en im pädagogischen Handeln sys ema isie en (Ab- schni 2.2). Beide Übe legungen sollen auch Impulse hinsich lich de Ö nung on „Zu- s ellungen“ (Wimme 2003) de Zukun da s ellen. 2.1. Ungleichhei in de Ges al ba kei und Be o enhei on Zukun Zukun s o s ellungen und -szena ien sind Ausd uck un e schiedliche Bea bei ungs- o men gesellscha lichen Wandels; in sie gehen Zei diagnosen und K isendeu ungen ein (z. B. Ho n 2014; Ue z 2006). Als Sinn- ho izon wu de Zukun dabei inne halb de le z en Jah zehn e imme zen ale und lei e e e s ä k P ozesse des Deu ens und Handeln an. Die Di e en iali ä de d ei on El en und Schwa z disku ie en disku si en Mus e sowie ih gleichzei iges, pa alleles Vo - handensein e weisen da au , dass es Zukun nu im Plu al gib und Zukun sbezüge, als soziokul u elle Bezüge, s e s in gesellscha - liche Hegemonie- und Mach e häl nisse eingebe e sind (El en & Schwa z 2022, 18). In meinem e s en Punk möch e ich dahe plausibilisie en, dass die F age danach, welche Na a i e on Zukun en s ehen und sich als zen ale Sinngebungs e e enzen du chse zen, auch eine F age des gesellscha lich beding en 1 Donna Ha away denk Kollek i e ehe als Ve bindungen zwischen Mul ispezies-„K i e n“ (Ha away 2018, 9) mi ande en Kon igu a ionen, jedoch is die Rede om ‚K i e ‘ m. E. dabei be ei s zu undi e- enzie , da sie kaum au die un e schiedlichen Bedingungen de Lebba kei und S e blichkei eingeh , un e denen Menschen ih Leben üh en. 48 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung „Machen[s] und Nehmen[s] on Zukün - en“ (Adam & G o es 2011, zi . n. Rilling 2022, 34) is . Dies okussie das Zusammen- spiel on Zukun und de (Re-) P oduk ion on soziale Ungleichhei . G undlegend läss sich, anschließend an El en und Schwa z, anme ken, dass die noch imme zen ale, wi kmäch ige Zukun s o - s ellung des ‚Fo sch i s‘ als eine als ges al - ba gedach e o ene Zukun ein in de Neu- zei und Au klä ung au gekommenes und sei he hegemoniales Na a i is , welches sich in eine linea e Tempo alo dnung einbe - e . Schon länge s eh de e einhei lichende Ges us des Fo sch i sdenkens in de K i ik (z. B. Dö pinghaus 2007; Schmid & W ana 2022); ak uell wi d e s ä k auch die eu o- zen ische, weiße, männliche, kapi alis isch- neolibe ale und bü ge liche S ando gebun- denhei dieses Denkens p oblema isie .2 Aus Pe spek i e dekoloniale und öko emi- nis ische K i iken wi d au die insbesonde- e on Menschen des globalen Südens sowie om plane a ischen Ökosys em zu agenden Kos en au me ksam gemach , die mi dem Fo sch i sdenken en s ehen (z. B. Sche e 2022). Auch die Zukun skonzep ionen de Kon ingenz sowie de Dissipa ion be e en Menschen nich in gleiche Weise. Wie wel- che Zukun jeweils zum Bezugsho izon ü Be echnung, Ho nung, Le nen e c. wi d, is abhängig on konk e en sozialen Posi ionen und Kon ex en. So weis e wa Raine Rilling (2022) da au hin: „We je z und zu o Ohn- mach e äh , sieh o auch Zukun als un- abwendba es gesch iebenes Schicksal. We dagegen Mach ha , se z au ih e Ges al ung“ (Rilling 2022 , 35). Plausibilisie en läss sich dies e wa am Bei- spiel de Co id-19-Pandemie, die eind ück- lich e deu lich e, wie sich Ge äh dungslagen und P ä en ionsmöglichkei en (und dami auch: Zukun saussich en) sozial und global ungleichgewich ig e eilen. Be ei s das E - leben de Pandemie als K ise e olg nich in einhei liche Weise; wiewohl das Ve s ändnis on K ise als eine Dynamisie ungsins anz des Zukün igen im Ke n selbs be ei s übe - o m is on Ungleichhei du ch kapi alis i- sche P oduk ions- und Gesellscha s e häl - nisse. S ephan Lessenich (2020) weis da au hin, dass die pandemiebeding en Einsch än- kungen o allem ü die mobilen Klassen eiche wes liche Gesellscha en zu K isen- e ah ung ge ie en: „Nu aus eine sozialen Posi ion he aus, die in diesem Sinne p i ilegie is , in de nämlich Mobili ä de zu Selbs - e s ändlichkei gewo dene No mal all und Immobilisie ung die k isenha -exis- enzielle Ausnahmee ah ung is , kann man wohl au die zei diagnos ische Idee kommen, dass ‚wi uns angesich s de S ills ellung und K ise zen ale gesell- scha liche Ins i u ionen an einem [...] his o ischen Bi u ka ionspunk be in- den‘ (Rosa 2020, Abschn.4)“ (Lessenich 2020, 219; H. i. O.). 2 Diese Vo wu läss sich auch au K i ik ückbeziehen, die dami ih e sei s als eine Zukun sp ak ik kenn lich wi d: Ru h Sonde egge (2022) weis au das mi K i ik e bundene Ve sp echen au Ein luss- nahme und Mi ges al ung on gesellscha lichen Ve ände ungen hin, das Bes and eil des bü ge lich- wes lichen Selbs e s ändnisses sei. Die mi jedem Ak de K i ik wiede beleb e, k i isch-bü ge liche T a- di ion e bleib inne halb eine ‚Ch ono-Logik‘ des Fo sch i s. 49 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Ich nu ze dies als Beispiel o dem Hin e g und des eingangs e wähn en Zusammenhangs aus gesellscha lichen K isene ah ungen und dem gegenwä igen (Wiede -)Au kommen de Dissipa ion als wi kmäch ige Zukun s- konzep ion. Insbesonde e die ‚Co onak ise‘ ha sich (zumindes zwischenzei lich) p o und au P ojek ionen bezüglich des Kün igen und au die E ah ung on dessen Planba kei aus- gewi k (z. B. Seeßlen 2020). Mi Lessenich läss sich nun annehmen, dass die Deu ung on Zukun an soziale S ando e gebunden is – bis hin au die Ebene wissenscha liche Bes immungen (die beispielha , wie Lesse- nich (2020, 219) mi Ve weis au Ha mu Rosa o mulie , im k isenbeding en „Bi u - ka ionspunk “ die Ho nung au einen gesell- scha lichen ‚P adwechsel‘ e o en). Dass und inwie e n Zukun einen Gegen- s and posi ionsabhängige Ve häl nisnahmen bilde , zeigen auch e ziehungswissenscha - liche S udien im Themen eld soziale Un- gleichhei . So konn e e wa S e an Wellg a (2019) mi eine S udie zu eine spezi ischen G uppe on Haup schüle *innen und de en „T äume[n] am Ende de Zukun “ zeigen, wie das Fo sch i sdenken op imis ische Zukun sszena ien p ä igu ie , die un e p ekä en soziökonomischen Lebensbedin- gungen nu als „c uel op imism“ (Be lan 2011) e ah en we den können und dami das S eben nach Zukun ü diese Pe sonen un e höhlen. Gleichzei ig, so Wellg a , zeige sich, dass „sei dem in de neolibe alen Wel - o dnung e ba mungslos Regionen und Be- ölke ungsg uppen zu ückgelassen we den, […] de Wunsch nach ‚Fo sch i ‘ ü iele in A mu lebende Menschen du chaus seine Be- ech igung ha “ (Wellg a 2019, 40). Exempla isch wä e zudem Ka en Geipels (2022) e ziehungswissenscha liche S udie zu e geschlech lich en Subjek i ie ungen im Sp echen übe Zukun zu nennen, die he - ausa bei e , wie gesellscha liche Geschlech e - no men geschlech e di e en e Zukun sen - wü e o bahnen, die insbesonde e weibliche Selbs en wü e au p imä e Fü so ge e an - wo ung hin besch änken (und diese zugleich in ih e Besch änk hei he o b ingen). Aus diesen, s ell e e end ü wei e e e zie- hungs- und kul u wissenscha liche E kenn - nisse im Themen eld de Zukun s o schung ange üh en S udien läss sich eine sei s ablei- en, dass die K i ik an Zukun skonzep ionen Komplexi ä einbedenken soll e, und ande- e sei s, dass die Ad essa *innen on Zukun und de en Rep oduk ion on (kün igen) Ungleichhei s e häl nissen einen bedeu sa- men Re lexionsgegens and bilden. Im Sinne eine Replik au El en und Schwa z läss sich mi Blick au die e wachsenenpädagogische P og ammplanung agen, we dessen Sub- jek bzw. Indi iduum is : We wi d (nich ) als Ad essa *in on P og ammplanung e s an- den, wie we den diese (En -)Di e enzie un- gen o genommen? Wie wi d ‚Zukun ‘ da- bei als (k)ein P oblem kons uie , dass ‚alle‘ gleiche maßen angeh ? Welche Denk ahmen und sozialen Posi ionie ungen we den dami beansp uch und gg . ei izie ? Es schein , als wü de de P og ammplanung implizi eine Subjek igu zug unde liegen, die, o z Bed ohung du ch die Zukun , eine gewisse Sou e äni ä in de Ges al ung ih e Zukun sangelegenhei en an den Tag legen kann – was wiede um nu ü bes imm e, p i ilegie e Subjek e zu i , wie sich o dem Hin e g und des Vo angegangenen 50 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung a gumen ie en läss . Mi diesem Gedanken lei e ich übe zum zwei en Punk , da das Nachdenken übe die Zei lichkei pädagogi- sche P ozesse zu eine K i ik an diese sou e- änen Subjek i i ä üh . 2.2. Pädagogische He o - b ingungen des Neuen El en und Schwa z be agen die d ei dis- ku si en Zukun skonzep ionen eine sei s hinsich lich ih e Auswi kungen au P o- g ammplanung, ande e sei s hinsich lich des Selbs e s ändnisses de E wachsenenbildung. In de Zusammenschau diese Auswi kungen schein ein a ional-ins umen elles Ve häl nis on E wachsenenbildungso ganisa ionen zu den Zukun s igu en he o zus echen, das im Ke n au die Möglichkei eine du ch Subjek e ges al ba en Zukun (als eine o ausliegen- den Zei ) hin kon e gie . Beispielha hie ü is die no ma i e O ien- ie ungs unk ion, die E wachsenenbildung als Beglei e in eines lebenslangen Le np o- zesses ih e Ad essa *innen im disku si en Mus e de Kon ingenz übe nehmen solle – und dami die Nega i i ä eine o enen Zu- kun abzu ede n ans eb (El en & Schwa z 2022, 12). Von den Au o *innen wi d dann auch wiede hol au die Ge ah eine Ve ein- nahmung de E wachsenenbildung sei ens gesellscha liche E wa ungen und An- o de ungen hingewiesen (z. B. ebd., 17). Ge ade die o ganisa o ische ‚Schni s elle‘ schein de Übe gangsbe eich zu sein, in dem gesellscha lich-poli ische Impe a i e in E - wachsenenbildung hineinwi ken. Inso e n die pädagogischen Vollzüge und Ve häl nisse inne halb de Se ings on E wachsenenbil- dung zumeis o ganisa ional ge ahm und mode ie sind, e schein es wich ig, diese P oblema ik e lexi zu hal en. Ich möch e mich nun in einem zwei en Punk ehe au die pädagogischen P ozesse, insbesonde e hinsich lich ih e Tempo ali- ä , konzen ie en und knapp da legen, dass ein ins umen elle Zukun sbezug in diesen nich au geh bzw. diese s e s – in s uk u el- le Hinsich , d. h. auch en gegen ande slau- ende In en ionen – übe eine unk ionale Beg enz hei hinausweisen. Dami möch e ich nich die genann e Ge ah de Ve einnah- mung schmäle n, sonde n ielmeh agen, inwie e n die e ziehungswissenscha liche Re lexion sp achliche Mi el bzw. Denkan- gebo e be ei häl , um eine solche Ve einnah- mung k i isch zu dis anzie en und Zukün e o enzuhal en (Pla ze 2022). Pädagogik ha es, sys ema isch gesehen, mi dem Neuen zu un. In diesem Sinne lassen sich pädagogische P ak iken genuin als Zu- kun sp ak iken au assen. Nich nu is die pädagogische Au gabe on einem Zukun s- bezug g undie ; da übe hinaus se z päda- gogisches Handeln in seine Zei lichkei ei- nen neuen An ang (z. B. Masschelein 1996). In Bezug au die Ka ego ie de Bildung ließe sich dahingehend o mulie en, dass in dessen Rahmen das Neue als wi kliche Möglich- kei und mögliche Wi klichkei inszenie wi d; dami si uie sich Bildung in einem pädagogischen Zwischen aum, in dem sich i uelle und eale Bezüge übe lage n (Schä- e 2011; Thompson & Schenk 2017). Die Möglichkei on Bildung, d. h. die Möglich- kei des Neu- und Ande swe dens im Sinne eine Zukün igkei , is abe pa adoxe wei- se an ih e eigene Unmöglichkei gebunden, nämlich insbesonde e an die Unmöglichkei