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Streiten – aber richtig! Zum Umgang mit Kontroversen in Schule und Unterricht

Abstract

Leverkusen : Verlag Barbara Budrich 2026, 207 S. Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Meisch, Simon [H sg.]; Mülle , U a [H sg.] S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Le e kusen : Ve lag Ba ba a Bud ich 2026, 207 S. Quellenangabe/ Re e ence: Meisch, Simon [H sg.]; Mülle , U a [H sg.]: S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich . Le e kusen : Ve lag Ba ba a Bud ich 2026, 207 S. - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-344828 - DOI: 10.25656/01:34482; 10.3224/84743126 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344828 h ps://doi.o g/10.25656/01:34482 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h ps://www.bud ich.de Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bea bei ungen des We kes bzw. Inhal es an e igen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm es geleg en Weise nennen. This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e and ende his documen accessible, make adap a ions o his wo k o i s con en s accessible o he public as long as you a ibu e he wo k in he manne speci ied by he au ho o licenso . Mi de Ve wendung dieses Dokumen s e kennen Sie die Nu zungsbedingungen an. By using his pa icula documen , you accep he abo e-s a ed condi ions o use. Kon ak / Con ac : peDOCS DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion In o ma ionszen um (IZ) Bildung E-Mail: [email p o ec ed] In e ne : www.pedocs.de Simon Meisch U a Mülle (H sg.) www.bud ich.de ISBN 978-3-8474-3126-8 9783847 431268 Ti elbildnachweis: s ock.adobe.com Kon o e sen gehö en zu plu alis ischen Gesellscha : Sie zeigen, dass eine lebendige Auseinande se zung s a inde und Selbs e s ändlich- kei en in F age ges ell we den. Ein O , an dem kon o e se Themen zu Sp ache kommen, is die Schule. De Umgang mi kon o e sen Themen wi d dadu ch zu Au gabe und He aus o de ung ü Leh k ä e und ü die Leh am sausbildung. Die Bei äge dieses Bandes disku ie en, an welchen didak ischen und e hischen Bezugspunk en sich Leh ende im Umgang mi Kon o e si ä o ien ie en können. Die He ausgebe *innen: D . Simon Meisch, D . U a Mülle Beide a bei en am In e na ionalen Zen um ü E hik in den Wissenscha en (IZEW) de Uni e si ä Tübingen. S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Simon Meisch, U a Mülle (H sg.)Simon Meisch, U a Mülle (H sg.) S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Ve lag Ba ba a Bud ich S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Simon Meisch U a Mülle (H sg.) S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Ve lag Ba ba a Bud ich Opladen • Be lin • To on o 2026 Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne übe h ps://po al.dnb.de ab u ba . © 2026 Dieses We k is beim Ve lag Ba ba a Bud ich GmbH e schienen und s eh un e de C ea i e Commons Lizenz A ibu ion 4.0 In e na ional (CC BY 4.0): h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Diese Lizenz e laub die Ve b ei ung, Speiche ung, Ve iel äl igung und Bea bei ung un e Angabe de U hebe *innen, Rech e, Ände ungen und e wende en Lizenz. S au enbe gs . 7 | D-51379 Le e kusen | [email p o ec ed] | www.bud ich.de Die Ve wendung on Ma e ialien D i e in diesem Buch bedeu e nich , dass diese eben alls de genann en C ea i e-Commons-Lizenz un e liegen. S eh das e wende e Ma e ial nich un e de genann en C ea i e-Commons-Lizenz und is die be e ende Handlung gese zlich nich ges a e , is die Einwilligung des jeweiligen Rech einhabe s ü die Wei e e wendung einzuholen. In dem o liegenden We k e wende e Ma ken, Un e nehmensnamen, allgemein besch eibende Bezeichnungen e c. dü en nich ei genu z we den. Die Rech e des jeweiligen Rech einhabe s müssen beach e we den, und die Nu zung un e lieg den Regeln des Ma ken ech s, auch ohne gesonde en Hinweis. Dieses Buch s eh im Open-Access-Be eich de Ve lagssei e zum kos enlosen Download be ei (h ps://doi.o g/10.3224/84743126). Eine kos enp lich ige D uck e sion (P in on Demand) kann übe den Ve lag bezogen we den. Die Sei enzahlen in de D uck- und Online e sion sind iden isch. ISBN 978-3-8474-3126-8 (Pape back) eISBN 978-3-8474-3261-6 (PDF) DOI 10.3224/84743126 Umschlagges al ung: Be ina Leh eld , Kleinmachnow – www.leh eld g aphic.de Ti elbildnachweis: s ock.adobe.com 5 Inhal S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich ....................................................................................... 7 Simon Meisch „Das kann doch jede* selbs en scheiden!“ ............................................. 25 U a Mülle Kon o e si ä in de P axis de poli ischen Bildung .............................. 41 Anja Mei ne und Claudia Mölle K iege sind keine Fußballspiele und Siche hei is (noch) kein F ieden ................................................................................................. 55 Julia Hagen Kon o e si ä sgebo e o dem Hin e g und achspezi ische Disku sno men .................................................................................... 75 Dominik Balg Kon o e si ä nich e einsei igen ........................................................... 93 Ma cus Kindlinge und And eas Schmid Die Bedeu ung on Kon o e si ä ü die ökonomische Bildung ........ 113 Vic o ia Es le , Taiga B ahm und Mal e Ring Engaging wi h Di e ences, Challenging Pe spec i es ........................... 131 Uwe Küchle 6 Wie kon o e s da es denn sein? .......................................................... 151 Wol gang Polleich ne Zu Kon o e si ä im Kon ex demok a ische Schulen wicklung ..... 165 Kons an in B oese und Bo ho P iebe Kon o e si ä im sozialen Sys em Schule .............................................. 183 Salwa Achahboun und Ma cel Vonde maßen Au o *innen ............................................................................................... 205 7 S ei en – abe ich ig! Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Eine Ein üh ung in den Sammelband Simon Meisch 1. Einige Vo übe legungen 1.1. S ei als no wendige Bes and eil plu alis ische Gesellscha en De Ti el dieses Sammelbandes is bewuss ambi alen gewähl . E o de as dazu au , sich einmal ich ig – also üch ig – zu s ei en, jedoch au die ich ige A und Weise. Da übe hinaus leg e nahe, dass Kon o e sen nich nu einen ko ek ge üh en S ei e o de n, sonde n auch, dass die Einsich in den We und die P axis des ich igen S ei ens leh - und le nba sind – und dami Ge- gens and on Bildungsp ozessen sowie Au gabe on Bildungsins i u ionen. Diese Einlei ung ha nun die Au gabe, auszu üh en, wie de o liegende Sam- melband die im Ti el angeleg en Annahmen plausibilisie .1 1 Diese Einlei ung e zich e alle dings da au , eine Sys ema ik zum Zusammenhang on S ei , S ei en und Kon o e se auszua bei en. Die Bei äge dieses Sammelbands geben un e schiedliche An wo en. Ein kleine his o ische Einblick is abe ganz in e essan : In G imms Wö e buch inde sich un e dem Ein ag zu s ei en eine ü diesen Band ele an e E klä ung: „im sinne eine geleh en kon o e se“ (Deu sches Wö e buch 2025). De Duden üh heu e un e kon o e s die Bedeu ungen „(einande ) en gegen- gese z “, „s i ig“ und „ums i en“ (Duden edak ion o. J. a). Un e Kon o e se sind „Meinungs e schiedenhei “ und „Auseinande se zung (um eine Sach age)“ e zeich- ne (Duden edak ion o. J. b). His o isch schein de Beg i de Kon o e se enge e - s anden wo den zu sein. Bis ins ühe 20. Jah hunde bezeichne e e o nehmlich eine S ei age in ju is ischen ode heologischen Zusammenhängen, wie e wa Meye s Kon- e sa ionslexikon (1905–1909) e me k . Zugleich e weis das Lexikon au den la ei- nischen U sp ung (con o e sia) sowie den Geb auch in den ömischen Rhe o enschu- len. Kon o e sen scheinen sich in diesem Sinne on ande en Fo men des S ei s inso- e n zu un e scheiden, als sie eine epis emische Dimension besi zen, d.h., zu einem epis- emischen Gu s ehen un e schiedliche Übe zeugungen einande gegenübe und eine Ve häl nisklä ung e schein unausweichlich. 14 Was bedeu e dies abe ü eine S ei kul u , wenn es kaum noch e was gib , wo au sich Menschen aus e schiedenen Lage n e s ändigen können?7 An- de son sieh in Ins i u ionen, die Angehö ige un e schiedliche G uppen übe ein gemeinsames Anliegen unmi elba zusammenb ingen, einen möglichen Ausweg: [M]ee ings o conce ned ci izens om ac oss he poli ical spec um, isibly led by poli ically di e se igu es, ocused on building local solu ions o local p oblems, ha e es ablished no ms o espec ul discou se ha shu down olls and hype -pa isans. (Ande son 2021: 27) Die oben besch iebenen Ex ended Pee Communi ies können beispielsweise solche O e de Begegnung gel en, wo Kon o e sen sich ba gemach und ge- meinsame Wege gesuch we den, mi ihnen umzugehen ( gl. Meisch 2024). In gewisse Weise sind auch Schulen solche O e, in denen Menschen aus un e schiedlichen poli ischen Lage n au einande e en ( gl. dazu auch An- de son 2012). Wenn wi übe den kompe en en Umgang mi Kon o e si ä sp echen, so gil es auch das soziale Sys em Schule im Blick zu behal en wie auch die Fe igkei en, die die Angehö igen dieses Sys ems im äglichen Um- gang mi einande einüben können.8 1.4. Zum Umgang mi Kon o e sen in Schule und Un e ich Wenn wi ku z esümie en, so können wi es hal en, dass nich s kon o e se e schein als die Kon o e se selbs . Wi haben gesehen, dass sich Kon o e - si ä in un e schiedliche Weise zeig . We dahe den kompe en en Umgang mi Kon o e si ä ö de n will, ha sich dami auseinande zuse zen, was übe - haup kon o e s is und was en sp echend eine angemessene Fo m is , sie im Un e ich zu Gel ung kommen zu lassen9, abe auch welche Kenn nisse und Fähigkei en es bei Leh enden und Le nenden zu s ä ken gil , dami sie mi die- sen Kon o e sen p oduk i umgehen können. Dies gil sowohl ü die inhal - liche Auseinande se zung wie auch die In e ak ionen in den sozialen Sys emen Schule und Hochschule. Dies um ass neben Sozial- und Selbs kompe enzen 7 Ma cus Kindlinge und And eas Schmid deu en in ih em Bei ag an, dass in solchen Kon ex en agonale Zugänge dabei hel en können, Kon lik e und Kon o e sen zu bea - bei en, weil es nich um die Suche nach eine gemeinsamen Posi ion ginge, sonde n um die Kanalisie ung on Gegne scha . 8 Vo diesem Hin e g und is es elemen a , beim Thema Kon o e se nich allein den ich igen Umgang mi s i igen Sach e hal en im Un e ich in den Blick zu nehmen, sonde n auch das Sys em Schule als einem Le no ü bü ge scha liches Ve hal en, gl. dazu die Bei äge on Kons an in B oese und Bo ho P iebe sowie Salwa Achah- boun und Ma cel Vonde maßen. 9 Die Bei äge on Dominik Balg sowie Ma cus Kindlinge und And eas Schmid se zen sich beispielsweise mi de F age auseinande , was di ek i bzw. nich -di ek i un e - ich e we den soll e. 15 Sach- und Me hodenkompe enzen, wie e wa Kompe enzen aus de E hik, de Wissenscha s heo ie sowie de sozialen E kenn nis heo ie.10 Wenn wi danach schauen, was Leh enden beim Umgang mi Kon o e - si ä im Un e ich O ien ie ung bie en kann, so wi d o au den Beu elsbache Konsens e wiesen ( gl. F ech e al. 2023; Bundeszen ale ü poli ische Bil- dung 2011; Landeszen ale ü poli ische Bildung Baden-Wü embe g o. J.).11 E ha sich in de poli ischen Bildung zu einem no ma i en Fixs e n e ablie und besag :  „Übe wäl igungs e bo : Es is nich e laub , den Schüle – mi wel- chen Mi eln auch imme – im Sinne e wünsch e Meinungen zu übe - umpeln und dami an de „Gewinnung eines selbs ändigen U eils“ zu hinde n.“  „Was in Wissenscha und Poli ik kon o e s is , muss auch im Un- e ich kon o e s e scheinen.“  „De Schüle muss in die Lage e se z we den, eine poli ische Si u- a ion und seine eigene In e essenlage zu analysie en, sowie nach Mi - eln und Wegen zu suchen, die o ge undene poli ische Lage im Sinne seine In e essen zu beein lussen.“ De Beu elsbache Konsens wu de in den 1970e Jah en en wickel , und dami in eine Zei , die on Zei genoss*innen auch als s a k pola isie end emp unden wu de. Sein Ziel wa – und is es wei e hin –, Leh enden aus gesellscha spo- li ischen Fäche n (wie de Poli ik- ode Gemeinscha skunde-Un e ich ) und de poli ischen Bildung einen Anhal spunk ü die Ges al ung ih es Un e - ich s zu geben ( gl. Wehling o. J.). Abe auch ande e Fäche sind mi kon o e sen gesellscha lichen Themen kon on ie ; eils wi d dies du ch die Bildungspläne ak i einge o de .12 Sie s ehen dami o de F age, wie sie den kompe en en Umgang mi Kon o e - 10 Un e schiedliche Bei äge in diesem Sammelband machen zu diesen F agen einschlä- gige Angebo e. So sp ich U a Mülle on e hische Kompe enz. Ma cus Kindlinge und And eas Schmid schlagen Me a-Re lexi i ä o , Dominik Balg die O ien ie ung am epis emisches Kon o e si ä sk i e ium ode Julia Hagen den Theo ie e gleich. 11 Die Bei äge on Anja Mei ne und Claudia Mölle sowie Kons an in B oese und Bo ho P iebe en al en den Beu elsbache Konsens im Kon ex de Leh planung bzw. Schul- en wicklung. 12 In diesem Sammelband disku ie en Vic o ia Es le , Taiga B ahm und Mal e Ring (Wi - scha ), Uwe Küchle (Anglis ik) und Wol gang Polleich ne (Al e Sp achen) jeweils ü ih e Fäche , wie sie den kompe en en Umgang mi Kon o e si ä ö de n können und welche Bedeu ung dem Beu elsbache Konsens dabei zukommen könn e. 16 si ä auch im Kon ex de im jeweiligen Fach zu s ä kenden Kompe enzen ö - de n können.13 Manche Fäche haben sich eigene, am Beu elsbache Konsens o ien ie e Lei linien gegeben, wie e wa de D esdne Konsens zum Philoso- phie- und E hikun e ich ode Schwe e Konsen ü den ka holischen Reli- gionsun e ich . Alle dings, auch wenn es solche Lei linien gib , b auch es die p ak ische U eilsk a de Leh enden, die jeweiligen P inzipien in ih em Fachun e ich zu en al en und da ü die passende didak ische Ausges al ung zu inden. Sie gil es da ü in de Leh am sausbildung und be u sbeglei end zu s ä ken – und dazu will diese Sammelband einen Bei ag leis en. Die einzelnen Au sä ze g ei en Themen au , die bishe andisku ie wu den, und e ie en sie. 2. Die Bei äge dieses Bandes U a Mülle un e such in ih em einlei enden Bei ag eine G undbedingung des S ei ens: dass es übe haup gemeinsame Gegens ände gib , übe die ges i en we den kann. Sie zeig , dass de e hische Rela i ismus den Eind uck e weck , Kon o e sen zu en schä en, indem e sie abe au bloße Di e enzen zwi- schen nich wei e bewe ba en Mo alsys emen eduzie . Dabei ge a e e al- le dings in a gumen a i e Wide sp üche. Kon o e si ä , so Mülle , e o de e hische Re lexion s a eines bloßen Nebeneinande s ellens on zu ole ie en- den Posi ionen. Fü die Bildung bedeu e das, dass Leh k ä e Kon o e sen nich ela i is isch abkü zen, sonde n als Gelegenhei en nu zen soll en, um be- g ünde es U eilen, k i ische A gumen a ion und e hische U eilsk a zu ö - de n. Die beiden olgenden Bei äge s ammen aus de poli ischen Bildung – je- nem Feld also, in dem sei jehe kon o e s da übe ges i en wi d, was Kon - o e si ä bedeu e , wie didak isch mi ih umzugehen is und in dem die meis- en E ah ungen mi dem Beu elsbache Konsens o liegen. Anja Mei ne und Claudia Mölle zeigen anhand on P axisbeispielen de Landeszen ale ü poli ische Bildung Baden-Wü embe g, dass Kon o e si- ä bewuss he ges ell , me hodisch ge ahm und zugleich beg enz we den muss. Planspiele, Podien und Wo kshops sollen nich nu un e schiedliche Po- si ionen sich ba machen, sonde n Teilnehmende in Pe spek i wechsel, a gu- men a i es Aushandeln und Re lexion einbinden – s e s in O ien ie ung am Beu elsbache Konsens. De Bei ag e deu lich , dass poli ische Bildung 13 Die Bei äge on Dominik Balg sowie on Ma cus Kindlinge und And eas Schmid se zen sich zum einen dami auseinande , wie gu de Beu elsbache Konsens Leh en- den O ien ie ung geben kann, und zum ande en, in welche Weise e in die Fachdidak ik ande e Fäche übe agba is und welche He aus o de ungen sich dabei s ellen. 17 Kon o e si ä wede e meiden noch beliebig ö nen da , sonde n Räume scha en muss, in denen ele an e Kon lik linien au geg i en, Übe wäl igung abgeweh und Le np ozesse demok a ische U eilsk a e möglich we den. Julia Hagen e s eh F iedensbildung als besonde e Fo m poli ische Bil- dung, die Kon o e si ä p oduk i mach . Im Un e schied zu siche hei spoli- ischen Disku sen übe Rüs ung und K ieg be on sie F ieden als meh dimen- sionales Konzep und zeig , dass F iedensbildung die Kon o e si ä um K ieg und F ieden e g öße n muss, um Disku s äume zu ö nen. Die Auseinande - se zung mi un e schiedlichen Theo ien kann dabei das Denken in Al e na i en s ä ken und e mein liche Sachzwänge hin e agen. Zugleich äg F iedens- bildung du ch K i ik an mili a isie en Deu ungsmus e n, du ch Fö de ung k i- ischen Medienumgangs und du ch die E ö nung on O ien ie ungs äumen dazu bei, Le nende zu be ähigen, in eine als unsiche wah genommenen Wel eigene An wo en zu en wickeln. Die Tex e on Mei ne und Mölle sowie on Hagen haben somi Bildungs- be eiche behandel , de en Ke nau gabe es is , Le nende im Umgang mi ge- sellscha lichen Kon o e sen zu s ä ken. De Beu elsbache Konsens wu de hie ü en wickel , um Leh enden O ien ie ung zu geben, und ha sich in de P axis e ablie . Die anschließenden Bei äge on Dominik Balg sowie on Ma cus Kindlinge und And eas Schmid üh en zu Fäche n, in denen gesell- scha liche Kon o e sen zwa hema isie we den, de en Bea bei ung jedoch nich zum Ke n de Fachkompe enzen gehö . Da do bislang keine eigenen S anda ds bes ehen, s ell sich die F age, ob de Beu elsbache Konsens auch hie O ien ie ung bie en kann. Die beiden olgenden Tex e ö nen da übe hin- aus den Blick und zeigen, wie sich Kon o e si ä philosophisch und pädago- gisch deu en läss – und welche Rolle de Beu elsbache Konsens dabei spiel . Dominik Balg disku ie , wie das Kon o e si ä sgebo des Beu elsbache Konsenses im Kon ex de Philosophiedidak ik zu e s ehen is . U sp ünglich ü den Poli ikun e ich en wickel , o de es, dass alles, was in Wissenscha ode Poli ik ums i en is , auch im Un e ich kon o e s behandel we den soll. Balg zeig jedoch, dass dies auße halb de Poli ikdidak ik p oblema isch wi d: Es e schein unangemessen, e wa die Exis enz des Klimawandels e geb- niso en zu disku ie en. De G und lieg ü ihn im un e schiedlichen Disku s- e s ändnis: Wäh end poli ische Disku se au In e essenausgleich und Kom- p omiss zielen, sind philosophische Disku se epis emisch ausge ich e – sie suchen nach Wah hei und beg ünde en Einsich en. Fü den Philosophie- und E hikun e ich bedeu e dies, dass nu Posi ionen als kon o e s gel en soll en, die a gumen a i gleich s a k beg ünde sind. Leh k ä e können sich dazu an Fachdisku sen o ien ie en. Balg plädie deshalb ü eine achspezi ische An- passung des Beu elsbache Konsenses: In de Poli ikdidak ik bleib e sinn oll, in de Philosophiedidak ik jedoch muss ein epis emisches Kon o e si ä sk i- e ium gel en. 18 Ma cus Kindlinge und And eas Schmid besch eiben Kon o e si ä als wachsende He aus o de ung ü Schulen und die Leh am sausbildung. Sie e - s ehen sie als ielschich iges, emo ional bese z es Phänomen, gep äg on un- e schiedlichen Beg ündungen, Kon lik linien und achspezi ischen Disku slo- giken. Den Beu elsbache Konsens sehen sie zwa als wich igen Re e enz- punk , zugleich abe als beg enz , da e e schiedene Disku slogiken und An- o de ungen kaum be ücksich ig – nich nu in ande en Fäche n, sonde n auch inne halb de Poli ikdidak ik, wo neue no ma i e und mach k i ische Ansä ze wei e gehende O ien ie ung e langen. Um Leh pe sonen im Umgang mi die- se Viel al zu s ä ken, schlagen sie den Ansa z de Me a-Re lexi i ä o : die p o essionelle Fähigkei , un e schiedliche heo e ische Pe spek i en, no ma- i e P ämissen und achdidak ische Deu ungen in ih e Kon ex gebundenhei zu analysie en, k i isch zu e gleichen und ü die P axis nu zba zu machen. Beide Tex e üh en di ek i es und nich -di ek i es Un e ich en als Zu- gänge ein, um mi Kon o e sen im Un e ich umzugehen. Di ek i es Un e - ich en bedeu e , dass Leh k ä e Le nende geziel au bes imm e Posi ionen hin o ien ie en; nich -di ek i es dagegen wah O enhei und ane kenn un e - schiedliche Sich weisen. Fü Balg is di ek i es Vo gehen do legi im, wo keine Übe wäl igung s a inde und Posi ionen nich „epis emisch gleich s a k beg ünde “ sind – e wa bei de F age nach de Exis enz des Klimawandels. Kindlinge und Schmid be onen, dass di ek i es Vo gehen bei „an i-wissen- scha lichen, i a ionalen ode disk iminie enden“ Posi ionen gebo en sein kann, wäh end bei a ional ag ähigen Al e na i en nich -di ek i un e ich e we den soll e. Balg sowie Kindlinge und Schmid bewe en den Beu elsbache Konsens also aus ih em jeweiligen achdidak ischen Kon ex he aus un e schiedlich. Balg häl das Kon o e si ä sgebo in de Poli ikdidak ik ü sinn oll, lehn abe eine unk i ische Übe agung in die Philosophiedidak ik ab: Do soll nu das kon o e s behandel we den, was epis emisch gleich s a k beg ünde is . Kindlinge und Schmid un e s eichen eben alls die Bedeu ung des Konsenses in de Poli ikdidak ik, e weisen jedoch au wachsende K i ik und Fo de un- gen nach no ma i e Schä ung. Sie machen zudem au achdidak ische Wei- e en wicklungen des Konsenses in ande en Fäche n au me ksam. Die olgenden d ei Tex e be assen sich mi dem Umgang mi kon o e sen Themen in Fäche n jensei s de poli ischen Bildung und agen, welche Be- deu ung de Beu elsbache Konsens do einnehmen könn e. Vic o ia Es le , Taiga B ahm und Mal e Ring be onen, dass Kon o e si ä zen al ü ökonomische Bildung is , da sie Le nende be ähig , komplexe F a- gen k i isch zu e lek ie en und eigens ändig zu u eilen. Ziel is nich nu die Ve mi lung on Fachwissen, sonde n auch die Thema isie ung mo alische und gesellscha liche Folgen wi scha lichen Handelns. We e e mi lung und die Auseinande se zung mi un e schiedlichen In e essen ö de n Mündig- kei . De Beu elsbache Konsens bilde dabei den O ien ie ungs ahmen. Im 19 Wi scha sun e ich bedeu e das, un e schiedliche Theo ien plu alis isch einzubeziehen und e lek ie e U eilsbildungsp ozesse zu ö de n. Kon o e - si ä e s ehen die Au o *innen als Mul ipe spek i i ä : Sie mach gegensä z- liche Posi ionen sich ba und eg zu Auseinande se zung an. Uwe Küchle zeig , dass Kon o e si ä auch im Englischun e ich g oße Chancen bi g : Sie ö de k i isches Denken, Pe spek i wechsel und in e kul- u elle Sensibili ä . Obwohl de F emdsp achenun e ich adi ionell s ä ke au Sp ach e mi lung und Kul u kenn nisse ausge ich e wa , e deu lichen Themen wie Mig a ion, Klimawandel ode soziale Ge ech igkei , wie gewinn- b ingend die Auseinande se zung mi s i igen F agen sein kann. De Beu els- bache Konsens, u sp ünglich ü die poli ische Bildung en wickel , kann hie eben alls O ien ie ung bie en. K i isch disku ie Küchle die sogenann e PARSNIP-P oblema ik: Viele in e na ionale Schulbuch e lage meiden sys e- ma isch sensible Themen – Poli ics, Alcohol, Religion, Sex, Na co ics, -isms und Po k – um Mä k e nich zu e lie en. Diese Ve meidung üh jedoch dazu, dass gesellscha lich ele an e Inhal e ehlen und s a dessen un e ängliche Themen dominie en. Dami ginge ge ade das Po enzial des F emdsp achenun- e ich s, k i isches Denken und kul u elle Re lexion zu ö de n, e lo en. Exempla isch e weis Küchle au B ian Bils ons Gedich Re ugees. Es kon- on ie Le nende zunächs mi eine emden eindlichen Posi ion, die sich beim e neu en, umgekeh en Lesen ins Gegen eil e keh . Dieses li e a ische Beispiel zeig eind ücklich, wie Sp ache Bedeu ungen e schieb , Pe spek i- en umkeh und wie wich ig es is , Kon o e si ä me hodisch bewuss einzu- se zen. Wol gang Polleich ne plädie ü einen al sp achlichen Un e ich , de sich o ensi mi Kon o e si ä auseinande se z . An ike Tex e und ih e Re- zep ionsgeschich e seien keine neu ale T adi ionslinie, sonde n ums i ene Deu ungen, die on Idealisie ungen bis hin zu poli ischen Ins umen alisie un- gen eichen. Polleich ne zeig , dass die An ike ein Spannungs eld is , das Chancen ü k i isches Le nen e ö ne . Ge ade weil Figu en wie Achill, My- hen wie O ids Eu opa-E zählung ode He odo s his o ische Be ich e p oble- ma ische Aspek e en hal en, müsse de al sp achliche Un e ich diese Ambi- alenzen sich ba machen. Dami g ei e implizi den Beu elsbache Konsens au : Kon o e si ä da nich e schwiegen ode geglä e we den, wenn Le - nende zu U eilsbildung be ähig we den sollen. Ziel is ein e lek ie e Um- gang mi de An ike, de Wide sp üche, Missb äuche und Viels immigkei an- e kenn , ans a eine einsei ig posi i e E zählung o zusch eiben. So wi d Kon o e si ä zu eine p oduk i en Ressou ce, die den We al sp achliche Bildung im 21. Jah hunde un e s eich . Schließlich wei en die beiden le z en Bei äge den Blick au das Sys em Schule, in dem Le nende nich nu Fachinhal e e we ben, sonde n auch als Bü ge *innen in e agie en und den Umgang mi Kon o e sen einüben. 20 Kons an in B oese und Bo ho P iebe be onen, dass Schulen angesich s wachsende Bed ohungen ü Demok a ie eine zen ale Ve an wo ung agen. Demok a iebildung da sich nich au Einzelp ojek e besch änken, sonde n muss als sys emische P ozess de Schulen wicklung e s anden we den – ge- agen on S eue g uppen sowie on de ak i en Pa izipa ion on Leh k ä en, Schüle *innen und El e n. Zen ale G undlage is ein demok a isches Schul- lei bild, das gemeinsame We e und ein Schule hos o mulie und dami nach innen O ien ie ung und nach außen P o il bie e . Kon o e si ä und Kon lik e sind da in un e meidlich und no wendig: Nu du ch disku si e Auseinande - se zungen im Sinne on Habe mas’ Theo ie des kommunika i en Handelns können e bindliche We e en s ehen. De Beu elsbache Konsens e p lich e Schulen, Viel al e ns zu nehmen, Übe wäl igung zu e meiden und kon o- e se Posi ionen sich ba zu machen. Au diese Weise wi d Schule selbs zum demok a ischen Le n- und E ah ungs aum. Salwa Achahboun und Ma cel Vonde maßen be assen sich mi dem Um- gang on Leh k ä en mi Kon o e si ä im sozialen Sys em Schule. Sie e - s ehen Kon o e si ä b ei : Sie zeig sich nich nu im Un e ich , sonde n auch au Pausenhö en, El e nabenden ode im Kollegium. Kon o e sen de inie en sie als (un-)geplan e Si ua ionen, in denen wide s ei ende Pe spek i en au ei- nande e en und nich unmi elba lösba sind. Besonde s wich ig is ih e Un- e scheidung zwischen geplan en und ungeplan en Kon o e sen: Geplan e können me hodisch o be ei e we den, wäh end ungeplan e übe aschend au - e en und allgemeine S a egien wie Media ion ode Ambigui ä s ole anz e - o de n. Dami wi d deu lich, dass Leh k ä e un e schiedliche Kompe enzen benö igen, um angemessen zu eagie en. Achahboun und Vonde maßen zei- gen, dass adi ionelle achdidak ische K i e ien da ü nu beg enz g ei en, da iele schulische Kon o e sen si ua i en s ehen ode Themen be e en, die zwa im Klassenzimme ele an sind, abe nich au Expe enebene e han- del we den. Sie plädie en deshalb ü ein meh dimensionales Ve s ändnis on Kon o e si ä . 3. Zum Hin e g und dieses Bandes Diese Sammelband geh au das Fachgesp äch He aus o de ung Kon o e - si ä in Schule und Hochschule zu ück, das am 12. und 13. Feb ua 2024 im Haus au de Alb in Bad U ach s a and. O ganisie wu de die Ve ans al ung on de Special In e es G oup: K i isches Denken und da übe hinaus – No - ma i e F agen in de Leh e bildung in Koope a ion mi de Landeszen ale ü poli ische Bildung Baden-Wü embe g. Die Special In e es G oup is an de Tübingen School o Educa ion angesiedel . Ih gehö en Fo sche *innen de 21 Uni e si ä Tübingen und wei e e Hochschulen an, die sich aus un e schied- lichen achlichen Pe spek i en mi no ma i en F agen in de Leh am sausbil- dung beschä igen. Die in ensi en Diskussionen des Fachgesp ächs wu den on Me e Mülle in einem G aphic Reco ding es gehal en ( gl. Abb. 1). Um den Lese *innen dieses Sammelbandes neben den olgenden Tex bei ägen auch einen isuellen Eind uck de Deba en zu e mi eln, soll ihnen diese Fo m de E gebnissiche- ung nich o en hal en bleiben. Abbildung 1: G aphic Reco ding aus dem Fachgesp äch „He aus o de ung Kon o e - si ä in Schule und Hochschule“ (© LpB – Me e Mülle ) 22 Zum Schluss sei he zlich gedank : Claudia Mölle ü die kons uk i e Zu- sammena bei bei de inhal lichen Vo be ei ung des Fachgesp ächs, de Lan- deszen ale ü poli ische Bildung ü ih e Gas eundscha im Haus au de Alb, de Tübingen School o Educa ion de Uni e si ä Tübingen ü die inan- zielle Un e s ü zung de Special In e es G oup, F anziska Delle om Ba ba a Bud ich Ve lag ü ih e we ollen An egungen bei de Manusk ip e s ellung sowie – las bu no leas – Lukman Mezdou ü die umsich ige und geduldige Be euung des Manusk ip s. 23 Li e a u Ande son, Elizabe h (2021): Epis emic Bubbles and Au ho i a ian Poli ics. In: Eden- be g/Hannon, Michael (H sg.): Poli ical Epis emology. Ox o d: Ox o d Uni e si y P ess, S. 11–30. Ande son, Elisabe h (2012): Epis emic Jus ice as a Vi ue o Social Ins i u ions. In: So- cial Epis emology 26, 2, S. 163–173. Benessia, Alice, e al. 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Le z lich wi d on Sei en des e hischen Rela i ismus e lang , dass Tole anz gegenübe Nich -Tole anz geüb wi d, was eben alls wide - sp üchlich is . Hie zeig sich neben ande en Schwie igkei en ela i is ische E hik auch das P oblem, einen übe zeugenden Tole anzbeg i zu e eidigen zu können. Ein Tole anzbeg i , de sich nich in Wide sp üche e wickel , wü de au jeden Fall die Fo mulie ung on K i e ien und dami G enzen all- gemeine Tole anz e langen ( gl. Balg 2024; Henning 2024: 26 .). Übe sol- che K i e ien de Tole anz müss e ein disku si e Aus ausch s a inden; ü libe ale Gesellscha en bedeu en diese Übe legungen, dass das „E hos de To- le anz […] kein E hos de Indi e enz, sonde n Ausd uck au onomiesiche n- de , mo alische In e en ions e bo e und legi ime no ma i e Di e enz [is ]“ (Nida-Rümelin 1997: 116; He o h. i. O ig.). Mi Hil e de k i ischen Einwände gegen den Rela i ismus soll im Folgen- den gezeig we den, dass empi isch beobach e e Di e enzen in mo alischen Übe zeugungen nich ela i is isch gedeu e we den müssen, um geklä und in manchen Fällen au gelös we den zu können. Ein Teil de A ak i i ä des Rela i ismus mach aus, dass mo alische Di e enzen en schä we den (sol- len), indem man au die mo alischen Di e genzen on Gemeinscha en und G uppen e weis , ohne dass wei e e F agen nach e hische Beg ündung ge- s ell ode Zwei el an de Gül igkei mo alische Aussagen geäuße we den. Hie möch e ich d ei Einwände gegen die ela i is ische Deu ung on mo ali- schen Kon lik en o s ellen, dami die Unzulänglichkei des Rela i ismus zei- gen und zugleich da legen, dass mo alische Kon lik e in de Regel mi Bezug au G ünde und A gumen e geklä ode in manchen Fällen auch gelös we den können. De e s e Einwand be i die Möglichkei , dass en gegen eine ela i is i- schen In e p e a ion manche Kon lik e ga keine mo alischen Übe zeugungen bzw. Kon lik e be e en. Zu E läu e ung s ellen wi uns olgende Si ua ion o (Quan e 2003: 154): Zwei Gesellscha en haben un e schiedliche T adi io- nen, mi ih en Ve s o benen umzugehen. Gesellscha X inde es mo alisch ich ig, die To en zu e b ennen. Gesellscha Y inde es mo alisch ich ig, sie einzubalsamie en. Die In e p e a ion des Rela i ismus könn e lau en: Hie ha- ben wi zwei mo alische Au assungen, die beide gleiche maßen als mo alisch 31 ich ig gel en, en sp echend den S anda ds de jeweiligen Gesellscha – wi haben also un e schiedliche mo alische Übe zeugungen, die sich wide sp e- chen. Abe es gib – olg man dem Rela i ismus – keine e hische Auseinan- de se zung, weil die Posi ionen gegensei ig ole ie we den müssen. Man könn e abe auch au ande e Weise a gumen ie en und den mo alischen Kon- lik au lösen: Die Di e enzen, die hie besch ieben we den, sind ga keine mo alischen Di e enzen, sonde n Di e enzen au de Ebene de P axis – die mo alischen Ziele sind in beiden Fällen iden isch: Das mo alische Ziel des Umgangs mi ih en Ve s o benen beide Gesellscha en is , das Seelenheil de Ve s o benen zu siche n. Im Fall on Gesellscha X soll dies du ch das Ve - b ennen de Leichname geschehen, im Fall on Gesellscha Y du ch das Ein- balsamie en. De Schluss, man habe es hie mi einem mo alischen Kon lik zu un, is alsch, weil man es nu mi un e schiedlichen P ak iken zu un ha . Es gil also bei Kon o e sen und Kon lik en genau zu p ü en, ob die Di e en- zen a sächlich mo alisch on Bedeu ung sind bzw. au welche Ebene welche Kon lik e anzusiedeln sind. De zwei e Einwand gegen eine ela i is ische Deu ung on mo alischem Dissens ziel au die ela i is ische Behaup ung ab, dass die Di e enzen zwi- schen einzelnen Gesellscha en (G uppen, Religionen, Epochen e c.) so in e - p e ie we den, dass man on abgeschlossenen un e schiedlichen Mo alsys e- men sp echen kann. Dagegen kann eingewende we den, dass sich solche um- assenden Un e schiede zwischen Gesellscha en, G uppen und Religionen kaum beobach en lassen; die Di e enzen lassen sich ehe so besch eiben, dass sich einzelne mo alische Übe zeugungen zwischen Gesellscha en, Kul u en, Epochen (e c.) un e scheiden (können), abe es in ielen Be eichen des Lebens b ei en Konsens da übe gib , was als mo alisch ich ig gil ( gl. Spaemann 1999: 15). Das P oblem de eindeu igen Rela i ie ung on mo alischen Übe - zeugungen s ell sich, wie schon angedeu e , auch inne halb de Gesellscha eines Landes, denn die Bü ge *innen gehö en zu un e schiedlichen Gemein- scha en ode G uppen, e wa zu e schiedenen Familien ode Religionsge- meinscha en, und es können sich Kon lik e zwischen den mo alischen S an- da ds de Gemeinscha en, Religionen, auch de Familien, e geben. Hie kann au das Beispiel des Schwimmun e ich s hingewiesen we den – die Schü- le *innen gehö en zu eine Religionsgemeinscha , die Ve hal ens egeln gib , abe auch zu eine Schulgemeinscha , ü die eben alls Regeln und Gese ze gül ig sind. An welche S anda ds sollen sich Pe sonen – Schüle *innen und Leh k ä e – in einem mo alischen Kon lik hal en, wenn sie de ela i is i- schen Vo gabe olgen wollen? Nida-Rümelin ass den Gedanken so zusam- men: […] insbesonde e [gib es] in mode nen ielschich igen und mul ikul u ellen Gesellscha en un e schiedliche E wa ungen, I i a ionen und Reak ionen je nach G uppenzugehö igkei . 32 Ein no ma i e G uppen-Rela i ismus e schiene zwingend, G uppen sind abe wede egio- nal noch sozial oneinande s eng geschieden, so dass auch in diese Weise dilemma ische und un e bes imm e En scheidungssi ua ionen au e en (Nida-Rümelin 1997: 107). De e hische Rela i ismus kann zu den meis en Kon lik en keine übe zeugen- den Lösungen anbie en, weil die Vo ausse zung ü solche Lösungen – de be- haup e e Bezug au mo alische Sys eme nich gegeben is – weil es solche (ge- schlossenen) Mo alsys eme ga nich gib . Fü al e na i e Lösungen wä en on eine Rela i ie ung unabhängige mo alische K i e ien, le z lich Beg ündun- gen, no wendig. Diese kann de e hische Rela i ismus abe nich lie e n, weil e sich mo alischen Beg ündungsansp üchen e weige . Dieses De izi e - weis au einen wei e en Einwand gegen den e hischen Rela i ismus, de nun besp ochen we den soll. De d i e Einwand e kenn eben alls an, dass es einzelne mo alische Kon- lik e gib , in denen sich Aussagen wide sp echen. Abe die Un e schiedlich- kei de mo alischen Übe zeugungen muss nich gemäß dem Rela i ismus in- e p e ie we den, so dass beide Übe zeugungen du ch Bezug au bes imm e S anda ds ole ie we den müssen. Die Gegenposi ion – die im Üb igen in de Mo alphilosophie b ei ge eil wi d – bes eh da in anzue kennen, dass „wei - eichende und undamen ale Di e enzen zwischen Übe zeugungssys emen le z lich da au be uhen, dass mindes ens eines diese Sys eme einen mo ali- schen I um en häl “ (Henning 2024: 25). Mo alische Aussagen we den also als wah hei s ähige Aussagen e s anden, was bedeu e , dass, wenn sich zwei Aussagen (in Bezug au den gleichen Sach e hal ) wide sp echen, eine diese Aussagen alsch sein muss. Mi dem Ve e en eine solchen kogni i is ischen E hik – wie diese E hikansä ze zusammenge ass we den – handel man sich alle dings Beg ündungsansp üche ein. Man muss dann au die F age, wa um man de Übe zeugung is , eine bes imm e mo alische Aussage sei wah , eine Beg ündung geben können (die ande e Pe sonen auch nach ollziehen können). Auch hie können wi uns zu Ve anschaulichung ein Beispiel ( gl. Nussbaum 1999: 325 .) ansehen. In Indien wu de die Pockenschu zimp ung on den Englände n einge üh , um die ü iele Menschen, insbesonde e Kinde , ödliche K ankhei einzu- dämmen. Von E hnolog*innen wu de au eine Kon e enz, so be ich e die Au- o in Ma ha Nussbaum in dem e wähn en A ikel, k i isie , dass dami de u al e Kul on Si ala De i ausge o e wu de; de Kul soll e, so de adi io- nelle Glaube, dazu dienen, die Pockene k ankung abwenden. Es wu de on Sei en de E hnolog*innen behaup e , die „wes liche essen ialis ische Medizin [ asse] die Dinge in binä en Gegensä zen au ; das Leben we de dem Tod en - gegengese z , die Gesundhei de K ankhei “ (Nussbaum 1999: 332). Die da- mi e bundene Au assung kann man ela i is isch in e p e ie en: Die kul u- ellen P ak iken des al en Indien soll en beibehal en we den (und nich implizi k i isie we den), es soll e keine In e en ionen de wes lichen wissenscha - 33 lich gep äg en Medizin geben, denn die adi ionellen P ak iken seien zu ole- ie en. Von ande en Wissenscha le *innen, einschließlich de Au o in, wu de dagegen die These e e en, die In e p e a ion de ela i is isch o ien ie en E hnolog*innen sei mo alisch alsch, weil das Leben (unschuldige ) Pe sonen in Ge ah geb ach we de, obwohl al e na i e Handlungsmöglichkei en exis- ie en. Die Ve eidigung de Pockenschu zimp ung wi d ge ech e ig mi de (mo alischen) Übe zeugung, dass Leben dem S e ben o zuziehen sei. Diese Übe zeugung kann als allgemein gül ig und ane kann gel en. Wi können uns zwa auch bei diesem Beispiel übe G ünde und A gumen e aus auschen. Al- le dings is die En scheidung, menschliches Leben (und Gesundhei ) zu schü - zen und dem S e ben o zuziehen, mi gu en G ünden zu e eidigen ( gl. Nussbaum 1999: 332 .; Kamba el 1998). Mi diesem d i en Einwand geh die These einhe , dass sich mo alische Übe zeugungen on Kon en ionen ode ande en sozialen No men un e schei- den. Als Handelnde machen Menschen ih e En scheidungen nich da on ab- hängig, dass sich ande e auch an bes imm e soziale No men ode Kon en io- nen hal en, sonde n sie haben da on unabhängig e hische G ünde ü ih En - scheidungen ( gl. Henning 2024: 14 .). Welche G ünde es sind, und wie sie sich zu e hischen Theo ieansä zen e hal en, diese F agen we den in Philoso- phie und E hik sei übe zwei Jah ausenden zu klä en e such . Mein Thema hie sind nich die kogni i is ischen und/ode uni e salis ischen Beg ündungs- ansä ze in de E hik; jeden alls inden wi zahl eiche Beg ündungsmodelle, die sich gegen skep ische Einwände gene ell und gegen den Rela i ismus insbe- sonde e wenden. Im nächs en Abschni we de ich mich au Übe legungen konzen ie en, wie im Un e ich mi Kon o e sen umgegangen we den kann, ohne dass man au ela i is ische Lösungs e suche zu ückg ei en müss e ( gl. „Baus eine mo alischen Denkens“, Henning 2024: 29 .). 3. Kon o e sen und ela i is ische Diskussionen im Un e ich In Un e ich ssi ua ionen komm es imme wiede zu Dissensen, Kon o e sen und Kon lik en aus e schiedenen Anlässen, manchmal ungeplan und manch- mal on Leh k ä en geplan . Die Kon o e sen können un e schiedlich ge- plan we den, manchmal we den sie sich auch ganz ande s en wickeln als ge- plan , abe sie sollen alle bes imm en K i e ien gu en S ei ens olgen. Die Be- an wo ung de F age, wie in Leh e ans al ungen Kon o e sen au geg i en we den, häng da on ab, au welche Ebene eine Auseinande se zung ge üh we den soll und welche Ziele man mi eine Kon o e se e eichen möch e, gl. die g undsä zlichen Aus üh ungen in D e up (2021). In manchen Fällen 34 kann es nu da um gehen, „sich zu einigen, wo übe man sich nich einigen kann, und dami au meh ode wenige kons uk i e Weise umzugehen und zu leben“ (D e up 2021: 26). In meinen Bachelo -Ku sen7 disku ie en wi Fallbeispiele, die on den S u- die enden s ammen und on diesen als mo alisch ele an eingeschä z we - den. Ein Ziel de Auseinande se zung is , eine e hische Re lexion übe die e- le an en Ums ände, empi ische wie auch e hische, anzu egen und zu üh en: Auße dem e olgen die Diskussionen das Ziel, zu eine Klä ung ode – im bes en Fall – zu eine p axisnahen und ealis ischen Lösung de Si ua ion ode des Kon lik s zu gelangen ( gl. Die ich 2004). Anhand des Fallbeispiels soll eine de zen alen Thesen des Rela i ismus e neu au geg i en und disku ie we den: das Gebo de Tole anz und wie es ü diesen Fall in e p e ie und k i isch gep ü we den kann. Dami möch e ich das Fallbeispiel in einen di- dak ischen Kon ex s ellen und Übe legungen anschließen, wie mi Hil e e hi- sche Diskussion kons uk i mi Kon o e sen diese A umgegangen we den kann. 3.1. Fallbeispiel: E olu ions heo ie im Biologieun e ich 8 Im Biologieun e ich wi d das Thema E olu ion behandel . Am Ende eine meh wöchigen Einhei gib es ein Abschlussdiskussion. Dabei mein ein*e Schüle *in, dass die E olu ions- heo ie ja auch nu eine Theo ie sein, also keine besse e E klä ung als die Schöp ungsge- schich e in de Bibel. Die Leh k a kommen ie diese Meldung bloß mi den Wo en, dass jede* le z lich selbs en scheiden müsse, wo an e *sie glaube.9 Be o au die didak ischen und die dami e bundenen no ma i en He aus o - de ungen dieses Beispiels eingegangen we den soll, möch e ich zunächs au F agen eingehen, die sich s ellen, wenn man sich au den e hischen Rela i is- mus als mögliche Lösung eines solchen Kon lik s s ü z . Eine de F agen, die mo alisch ums i en is , is , ob man die on de Schüle *in o geb ach e Be- haup ung ole ie en soll. Die*de Schüle *in behaup e mi ih e *seine Aus- sage, dass die biologische E olu ions heo ie eine gleichwe ige E klä ung de En wicklung de Na u und des Lebens au de E de sei wie die Schöp ungs- da s ellungen in biblischen Tex en. Die dami implizi behaup e e ela i is i- 7 Diese Ku se inden im B.Ed.-S udium des gymnasialen Leh am s in Baden-Wü em- be g, im sog. Bildungswissenscha lichen Beglei s udium, s a . 8 Dieses Beispiel ha ein*e S udie ende* in meinem B.Ed. Semina „E hische Kompe- enzen im Leh e be u “ (2023) als mo alisch ele an es Beispiel aus ih em*seinem P ak ikum an eine wei e üh enden Schule eingeb ach . Es wu de zunächs in eine S udie endeng uppe und dann im Plenum im Semina disku ie . 9 Fü die Diskussion in den S udie endeng uppen we den on Sei en de Leh k a Lei - agen ges ell , e wa: Is dies ü eine Leh k a die ich ige Eins ellung/Hal ung? E c. Dazu un en meh . 35 sche Fo de ung is , dass diese Aussagen on allen ole ie we den sollen: Ve - e e *innen de na u wissenscha lichen E olu ions heo ien hal en ü wah , dass alles Leben au de E de das P oduk eines na ü lichen En wicklungsp o- zesses sei, wäh end die K ea ionis *innen es ü wah hal en, das Leben sei E gebnis eines gö lichen Schöp ungsak es – jeweils bezogen au das jeweilige Glaubenssys em ( gl. Balg 2021: 36 ). Was diese Behaup ung zug unde lieg , is zunächs kein e hische Rela i ismus, sonde n ein e kenn nis heo e i- sche Rela i ismus, de auch als Wah hei s ela i ismus bezeichne wi d: Es gib keine uni e sal gül igen wah en Aussagen, sonde n nu Aussagen, die be- zogen au ein Sys em on Übe zeugungen als wah gel en. Und, so wi d e - klä , auch die na u wissenscha lichen Aussagen sind auch nu ela i au ih Sys em wah , ih e E klä ung de Wel is demnach als genauso als ich ig zu in e p e ie en wie mi Hil e alle ande en möglichen E klä ungsansä ze ode Wel bilde . Es gib on philosophische Sei e e schiedene K i ikpunk e an de Posi ion des Wah hei s ela i ismus, die ich hie nich disku ie en kann; abe diese Posi ion b ing eine g oße Schwie igkei mi sich, die eine Va ian e de Wide sp üchlichkei des Tole anzgebo s selbs da s ell : Wenn wi au eine Übe zeugung s oßen, die wi ü alsch hal en, muss sie ole ie we den, da sie nu aus unse e Pe spek i e alsch is und ich ig aus eine ande en Pe spek i e sein kann. Das gil abe ü alle Übe zeugungen, auch solche, die au g und on adikalen, e wa ex emis ischen Posi ionen, in ole an sind. Dami e lang das uneingesch änk e Gebo de Ane kennung ande e Übe zeugungen, auch das Tole ie en on In ole anz, was selbs wide sp üchlich is : De Wah hei s ela i ismus bie e in seine Allgemeinhei somi keine G undlage, um zwi- schen Ansich en, die uns ole abel e scheinen mögen, und Ansich en, die wi in jedem Fall aus dem Be eich be ech ig e Tole anz o de ungen ausschließen möch en, zu un e scheiden – eine Konsequenz, die eindeu ig inakzep abel is (Balg 2021: 43). Die Duldung de beiden Posi ionen als gleichwe ige Deu ungen de na ü li- chen En wicklungsp ozesse au de E de, die on de *dem Schüle *in ge o - de wi d, könn e e s dann sinn oll disku ie we den, wenn die Konzep ion on Tole anz mi bes imm en K i e ien e knüp wi d: Wenn die k ea ionis i- sche Posi ion on allen Pe sonen ole ie we den soll – mi e wa den en sp e- chenden Konsequenzen ü den Schulkon ex – müss e es nach ollziehba e G ünde geben, dass de K ea ionismus eine e ns zunehmende E klä ung de En wicklung de Na u da s ell ( gl. Balg 2021: 45 .).10 Dami wä e man si- che in eine womöglich p oblema ischen Deba e übe die Rolle de Religio- nen in unse e Gesellscha , die in Un e ich ssi ua ionen womöglich nich sinn oll sind (dazu un en meh ). 10 Ein A gumen , das imme wiede o geb ach wi d – auch in den Semina diskussionen – is , dass die K i ik am K ea ionismus die Ve e e *innen in ih em Selbs bild e schü - e n und e unsiche n könn e. Diese Übe zeugung is abe als Beg ündung ü das To- le ie en eben alls ums i en. 36 Eine wei e e Vo ausse zung ü eine kons uk i e Deba e übe die e - wähn e Behaup ung wä e, dass man Aspek e de Wissenscha sk i ik benenn und sich mi ihnen auseinande se z : O wi d de Ansp uch de Wissenscha - en, mi ih en allgemein ane kann en Me hoden objek i e bindliche Einsich- en zu gewinnen, o schnell k i isie , und die Wissenscha nu als eine on ielen gleichbe ech ig en Ansich en de Wel e s anden. So e langen Ve - e e *innen de Schöp ungsleh e, wie in dem e wähn en Beispiel, dass alle E klä ungen de Na u en wicklung als wah gel en, und die wissenscha lichen E kenn nisse keinen p i ilegie en Zugang zu Wah hei haben. Wenn alle - dings die un e schiedlichen G ünde und K i e ien e ö e we den, die ü die Tole anz de k ea ionis ischen Posi ion sp echen, ha man den e hischen Rela- i ismus eigen lich schon hin e sich gelassen, denn de Aus ausch on G ün- den ü bes imm e no ma i e Posi ionen, e wa Tole anz zu üben, will de Re- la i ismus ge ade e meiden. Nach diese ehe heo e ischen Diskussion des Fallbeispiels hinsich lich e- la i is ische Thesen möch e ich abschließend au die didak ischen Übe legun- gen eingehen. Die S udie enden disku ie en dieses Beispiel und p äsen ie en nach de G uppendiskussion ih e An wo en im Plenum. In e essan is , dass o mals als e s e Reak ion aus den Diskussionen be ich e wi d, dass es on de Leh pe son (mo alisch) ich ig sei zu sagen, dass jede Pe son glauben dü e, was sie wolle. Hie kann m. E. zu Rech es ges ell we den, dass die Ebene de di ek en inhal lichen Auseinande se zung übe die F age, ob die „Theo ie“ de E olu- ions heo ie genauso eine „Theo ie“ wie die biblische Schöp ungsgeschich e sei, nich Haup hema de Diskussion im Schulun e ich sein soll e. Ein Ziel eine solchen Un e ich ss unde kann und soll nämlich keines alls da in bes e- hen zu e suchen, Schüle *innen on ih em eligiösen Glauben abzub ingen ode ihn zu bes ä igen. Dieses Ziel wi d on den S udie enden in de Semina - diskussion auch imme wiede be on . Die Aussage, dass jede* glauben da , was e ode sie möch e, is anzue kennen, wenn „glauben“ di e enzie e - s anden wi d. „Glauben“ mi Bezug au eligiöse Inhal e is ande s zu e s e- hen als „glauben“ an wissenscha liche E klä ungen. Eine Deba e übe eligi- öse Themen, die auch Kon lik po en ial en hal en, kann Schüle *innen zwa un e Ums änden zugemu e we den, abe diese Deba e muss in diesem Zu- sammenhang ga nich begonnen we den ( gl. D e up 2021: 136).11 Die Diskussion übe die Aussage de Schüle *in und die Reak ion de Leh k a soll dann au eine ande en Ebene s a inden, d. h. es geh hie nich 11 Schüle *innen „dü en ih e Be indlichkei en a ikulie en und ih e Bedenken zum Aus- d uck b ingen, sind abe nich be ug , die F eihei en ande e zu besch änken. Sie müs- sen le nen, dass K i ik an eligiösen Dok inen und Ins i u ionen g undsä zlich legi im und nich gleichzuse zen is mi dezidie e Abwe ung on Anhänge n eine Religion.“ 37 meh um die F age, we inhal lich Rech ha , sonde n um die F age, um wel- chen Kon lik es sich denn übe haup handeln könn e. Hie wi d nun on den S udie enden in de Diskussion eine ande e Reak ion de Leh k a ange eg , als die in dem Beispiel e wähn e; es wi d k i isie , dass die Leh e *in dem angesp ochenen Kon lik mi eine ela i is ischen An wo aus dem Weg zu gehen e such . Die S udie enden s eben eine Auseinande se zung au eine sachlichen Ebene de Beg ündung an, um in einem e s en Sch i den Inhal de Kon o e se zu klä en. Als E gebnis läss sich zusammen assen: Die S an- da ds on Rich igkei in de E olu ions heo ie als eine na u wissenscha li- chen Theo ie un e scheiden sich wesen lich on S anda ds de Rich igkei in eligiösen Tex en wie de Bibel. Bei na u wissenscha lichen Theo ien liegen kla e einzuhal ende Regeln und Me hoden de E kenn nisgewinnung o , um zu klä en, was als wissenscha liche E kenn nis gel en kann und was nich : Seh e kü z da ges ell , bes eh die Beg ündungsleis ung de Wissenscha en in nach ollziehba en Aussagen, die sich ( eilweise) au Beobach ungsda en s ü zen; Wissenscha en kann man e s ehen als ein komplexes Gebilde on Hypo hesen, Beobach ungen, (empi ischen) Beg ündungen und heo e ischen Aussagen. Die Aussagen können, je nach En wicklung de Wissenscha en, auch wiede e idie we den; solange sie nich e idie we den, gel en ih e Aussagen als wah ( gl. Nida-Rümelin 2005: 40 .). E zählungen ode Be ich e aus de Bibel ode ande en eligiösen Sch i en e heben zwa o mals auch den Ansp uch au Rich igkei ode Wah hei , die Beg ündungsleis ung ih e Aussagen is abe ausschließlich an die Au o i ä eines Go es (ode Gö e n ode eines Ve mi le s on gö lichen Zielen und gö lichem Willen) gebunden. Re ision ode In ages ellung sind in diese A on Tex en nich in endie . So könn e man eine Auseinande se zung um die Inhal e de Behaup ungen des*de Schüle *in umgehen, dami die Ebene des Kon lik s e schieben und nach dem G und ode den G ünden de Kon o e - si ä agen. So könn e die Leh k a die Äuße ung „Es kann doch jede* selbs en scheiden, wo an e ode sie glaub “ en schä en, denn das Thema des Glau- bens wi d nich e ie , weil au diese Ebene de Kon o e se nich da übe gesp ochen wi d, welche de e wähn en E klä ungen die ich ige is ( gl. Zinke 2023: 43 .). Die Schüle *innen könn en beispielweise au ge o de we den, da übe nachzudenken, was eine Theo ie is , inwie e n die E olu ionsbiologie heo e- isch undie is , und welche Eigenscha en Be ich e ode Da s ellungen de Bibel haben, die dagegensp echen können, dass es sich hie um eine Theo ie handel . Dami könn e de Leh pe son e eichen, dass die Kon o e se beg i - lich geklä we den kann (im Ideal all, ohne dass es zu pe sönlichen Auseinan- de se zungen o. ä. komm ). Man kann das Beispiel au g ei en, um im Sinne eines Ziels schulische Bildung und E ziehung die a ionale, k i isch-a gumen- a i en Möglichkei en on Kon o e sen zu schulen ( gl. Nida-Rümelin/Spie- gel/Tiedemann 2015). In den Wo en on D e up: 38 […] neben de Fähigkei und Be ei scha , die eigenen Au assungen a ional zu a ikulie en, disku si zu beg ünden und in Auseinande se zung mi Gegena gumen en zu p ü en und ge- gebenen alls zu e idie en [zählen hie zu] o allem Genauigkei , Unpa eilichkei und Wah ha igkei (D e up 2021: 22). Nich alle Kon o e sen in de Schule können aus eichend und übe zeugend mi dem Bezug au achliche ode wissenscha liche Kenn nisse geklä we - den, sonde n es gib auch kla e mo alische Kon lik e, ü eine gu e Auseinan- de se zung sind da ü auch e hische Kompe enzen nö ig. Ein Thema, das an- hand des Beispiels auch disku ie wu de, is – wie schon disku ie – die F age nach de Tole anz. Welche Aussagen on Leh k ä en in Un e ich ssi ua io- nen ode auch auße halb des Un e ich s ole ie we den können ode sollen, da übe wi d es e hische Di e enzen geben. Bezogen au das oben genann e Beispiel wi d die Leh k a o de F age s ehen, wie explizi eligiöse Themen angesp ochen we den sollen ode können, es geh also um F agen des (mo a- lisch) sensiblen Umgangs mi Schüle *innen. Au de be ei s angesp ochenen Ebene des Kon lik s zwischen wissenscha liche Theo ie und eligiösem Glauben geh es auch um wissenscha se hische F agen, die den Kon lik zwi- schen de möglichen Re idie ba kei de Wissenscha und de his o isch- eli- giösen Einbe ung biblische Geschich en hema isie en könn e. 4. Fazi Ausgangspunk meine Übe legungen wa die These des (e hischen) Rela i is- mus, dass sich mo alische Kon lik e nich s ellen ode gelös we den können, wenn e hische Aussagen au bes imm e Gemeinscha en ode G uppen bezo- gen we den, und dami ih e mo alische Gül igkei ga nich in F age ges ell we den kann. Diese Hal ung wi d on Schüle *innen und S udie enden imme wiede mi dem Aussp uch „Das muss doch jede* selbs en scheiden!“ de- mons ie . Mi den E läu e ungen zum e hischen Rela i ismus und den k i i- schen Einwänden an diesem Ansa z woll e ich in meinem Bei ag zeigen, dass diese Aussage (nich imme , abe o ) mi nach ollziehba en G ünden wide - sp ochen we den kann. Leh k ä e können du ch eine engagie e Hal ung gegenübe ela i is i- schen Äuße ungen zeigen, dass Kon lik en nich (zumindes nich imme ) aus dem Weg gegangen we den muss, sonde n dass es Mi el und Me hoden gib , sich e ns ha mi den kon ligie enden mo alischen Aussagen auseinande zu- se zen. Manche Kon lik e s ellen sich ielleich bei genaue e Be ach ung ga nich als e hische Kon lik e da , manche könn en so analysie we den, dass ge ech e ig we den kann, dass nu eine de beiden Sei en Rech ha – in de Regel diejenige, die die besse en A gumen e o b ingen kann. Eine undie e 39 e hische Diskussion is in manchen Fällen (zu) iel e lang on Leh k ä en, abe es soll e in bes imm en Un e ich ssi ua ionen und mi Bezug au be- s imm e Themen geleis e we den können. Da ü müss en alle dings die no - wendigen Kompe enzen im Leh am ss udium in aus eichendem Um ang an- gebo en we den. Es wä en wei e e Angebo e ü S udie ende und Leh pe so- nen wünschenswe , um mi Kon o e sen und Kon lik en besse umgehen zu können. 46 abe üblich, dass (Obe -)Bü ge meis e *innen Manda e ü den K eis ag an- s eben. Das is die poli ische Reali ä . Hie gil es, Wissen zu sammeln, ein- zuo dnen und im Anschluss zu e dich en. Kon o e si ä in Themen und Zusammenhängen muss on poli ischen Bildne *innen ak i au gespü und me hodisch umgese z we den. Au de Hand lieg in unse em Beispiel, dass sich Kon o e si ä inne halb de heiß disku ie en Themen und de o mulie en poli ischen Ziele de Kandidie en- den inde . Auch hie gil es zunächs b ei zu sammeln – wohl wissend, dass es nich jede S ei am Ga enzaun in das Bildungsp ojek scha en wi d. Das is zu diesem Zei punk abe auch nich wich ig. Es gil , die gesellscha spoli- ische Landka e – geog a isch, poli isch, kommunalplane isch, geschich lich, adi ionell und kul u ell – sowie s i ige Themen möglichs b ei zu e assen und zu beleuch en. E s wenn diese Phase ein na ü liches – d. h. p agma isch zumeis zei liches – Ende inde , können Bildne *innen beginnen, i ele an e Themen zu s ei- chen und hema ische Mus -Ha es zu de inie en. Im o liegenden Beispiel des Podiums inde sich eine wei e e Face e on Kon o e si ä in de Be ücksich igung de Kandidie enden. Hie is das Feld in alle Regel kla abges eck anhand de Zulassung de Kandidie enden du ch den Gemeindewahlausschuss. In ande en Fällen kann au de Suche nach Kon o e si ä die Auseinan- de se zung mi den ele an en Themen deu lich uns uk u ie e und wei läu i- ge aus allen. Beinhal e das Bildungsp ojek beispielsweise Themenbe eiche wie Pos kolonialismus, deu sch-deu sche Geschich e ode jüdisches Leben in Deu schland wi d es zusä zlich Kon o e sen zei liche Pe spek i e geben. Folgende F agen könn en Teil da on sein: Wi k Kolonialismus ode wi ken Teilaspek e da on noch heu e nach? Wenn ja, wie, wo und bei wem? Fand die deu sch-deu sche Geschich e mi dem Ende de Teilung ein gemeinsam wah - genommenes Ende? Kann jüdisches Leben in Deu schland ohne Be ücksich i- gung de Shoah e s anden we den? In Themenbe eichen wie Nachhal igkei , Klimaschu z, KI ode Fake News spiel die Kenn nis om ane kann en wissenscha lichen Konsens bzw. Sach- und Fak enwissen eine g öße e Rolle. Ob Wahlen, Ins i u ionenkunde, gesellscha spoli ische Themen ode He - aus o de ungen de Zukun – in allen Fällen lohn es sich, au de Suche nach Kon o e si ä nach gesellscha lichen S ei - sowie sozialen und poli ischen Reibungspunk en zu suchen. Wo k i ische F agen an Pe sonen, Ins i u ionen, P ozesse ges ell we den, inde sich as imme Kon o e si ä . Nich imme is diese K i ik sachlich undie , ak enbasie ode ele an . Abe auch das is zu diesem Zei punk nich wich ig. Zunächs gil es, das Feld de K i ik so gu es eben geh auszuleuch en. Nach de Ausleuch ung alle genann en Felde , Themen und K i iken olg die Bewe ung. Auch das is ein wich ige Bes and eil poli isch bildne ische 47 Me hodik, um dem Kon o e si ä sgebo , wie es im Beu elsbache Konsens o mulie is , ge ech zu we den. Ech e Kon o e si ä is kein eines, unhin- e ag es, nich bewe e es und nich gewich e es Au lis en on S andpunk en. 3.1. Kon o e si ä : G enzen kennen und benennen, Übe wäl igung e meiden Wie kann Rele an es on nich Rele an em un e schieden we den? Wie kann eine Bewe ung on K i ik s a inden? Wie können wich ige on wenige wich igen Aspek en un e schieden we den? Fü eine Bewe ung können olgende F agen hil eich sein – die Au zäh- lung is nich e schöp end, sonde n soll e an das Bildungsp ojek angepass we den: Handel es sich bei einem o geb ach en Aspek ü ein Thema ode eine K i ik um eine Einzelmeinung, eine Minde hei enmeinung ode eine Meh - hei smeinung? Beach en Sie, dass Meh hei smeinungen nich au oma isch ich ig liegen und dass eine Demok a ie sich beispielsweise auch du ch Min- de hei enschu z auszeichne . Eine Einzelmeinung kann eben alls ein g oßes Gewich haben – beispielsweise, wenn de Ve e e bzw. die wenigen Ve e- e *innen sich du ch g oße gesellscha liche Mach auszeichnen. Handel es sich bei dem Aspek um einen Vo all, de in de Regel so pas- sie ode is es ein singulä es E eignis? Im le z e en Fall: Handel es sich bei dem singulä en ode sel enen E eignis um einen P äzedenz all ode ein his o- isch he aus agendes E eignis ode is das E eignis nich ele an genug? In de Au a bei ung ü das Bildungsp ojek muss in de Folge dann an e schiedenen S ellen die F age ges ell we den, ob ein Abs ahie en on de Reali ä ein didak isch sinn olles Vo gehen sein kann, wo Ve ein achung sinn- oll und no wendig is – und wo die Zulässigkei on Ve ein achung ende und ob und wann Aspek e gene alisie we den soll en und dü en. In ielen Fällen kann jou nalis isches Wissen on o O seh hil eich sein – auch ü eine Bewe ung. Je nach Bean wo ung de F agen können Themen eingeg enz , ga ges i- chen und ande e als wich ig bewe e we den. In de Konzep ionsphase zu ei- nem Bildungsp ojek en s ehen du ch die wiede keh ende Bewe ung und An- passung eine Re lexionsschlei e und Ve dich ung de ele an en Themen. De Auswahlp ozess on ele an en Aspek en soll e zum Ziel haben, eine Viel al on Lebensbe eichen und Poli ik elde n ü un e schiedliche soziale G uppen einzubeziehen. Die Themen soll en ele an sein ü die ans ehende Wahl – also hil eich ü die Wahlen scheidung de Wahlinge *innen und/ode sich in den Posi ionen de Kandidie enden wiede inden. 48 Bei einem so b ei en und komplexen Bildungsp ojek wie unse em Beispiel soll e de Auswahlp ozess nich eine /einem Bildne *in allein obliegen – an- ges eb we den soll e mindes ens ein Vie augenp inzip, besse noch: meh e e Menschen mi un e schiedlichen Hin e g ünden und Pe spek i en sind in den Auswahlp ozess in ol ie . Aus de e ügba en Zei ü das Bildungsp ojek , den eingese z en Me hoden und de Anzahl de Menschen, die zu Wo kom- men (sollen), e gib sich eine Anzahl on Themen, die noch einmal du ch eine Abs u ung in de Diskussions ie e a iie we den können (z. B. g öße e The- menblöcke mi iel Zei ü Diskussion ode konk e e Sach agen me hodisch zu behandeln mi P o- und Kon a-Schilde n zum Au zeigen – ohne Diskus- sion). 3.2. Kon o e si ä bei Themen de Nachhal igkei Klimawandel und -schu z sind Themen, bei denen die Suche nach und de Um- gang mi Kon o e si ä o Ve unsiche ung bei poli ischen Bildne *innen aus- lös . Kla is : De signi ikan übe wiegende Teil de Fo sche *innen (wissen- scha liche Konsens bei > 99 %) kommen – auch in Me as udien – imme wie- de zu dem Schluss, dass es den Klimawandel gib , e ein P oblem globalen Maßs abs da s ell und e menschengemach is . Zwei el an einem de genann- en Punk e sind keine Minde hei enmeinung, sonde n allen alls Einzelmeinun- gen – o ehe aus dem poli ischen Raum, aus pseudo-wissenscha lichen ode ach emden/i ele an en Gebie en ode als Resul a ehle ha e S udien, die nich alide und ep oduzie ba sind. Ein wissenscha liche Konsens g ünde au dem Fak enwissen, das wi ak uell haben. Die Leugnung des Klimawan- dels is olglich keine wissenscha liche An i hese zum S and de Fo schung, sonde n ein gesellscha liches P oblem, ge olg on gesellscha spoli ischen Konsequenzen. Es gil , dies zu Kenn nis zu nehmen, jedoch nich zum Gegen- s and e ns zunehmende kon o e se Diskussionen zu machen. Au ag an po- li ische Bildung muss ielmeh sein, sich mi de F age zu be assen: Wie gehen wi (Gesellscha und Poli ik) mi de Leugnung des Klimawandels um? Hie geh es o allem um die Au deckung und Dekodie ung poli ische Ins umen- alisie ung on Sei en ex emis ische Milieus. Kon o e s können dabei ledig- lich die G enzen zum Ex emismus und undemok a ischem Populismus disku- ie we den. Wobei diese G enzen ech eindeu ig on unse em demok a i- schen We ekanon o gegeben we den. Dies s ell im Sinne des Beu elsbache Konsenses aus mindes ens zwei G ünden auch keine Übe wäl igung da . Zum einen bes eh – wie ausge üh – im poli ischen und wissenscha lichen Disku s b ei lächig Konsens zu dem Thema und he sch keine Kon o e se o , die es im Sinne des „Kon o e si ä sgebo es“ au zug ei en gel e. Und zum ande en bedeu e das einzuhal ende „Übe wäl igungs e bo “ keineswegs eine We - neu ali ä . 49 Bezugspunk ü Bildungsp ojek e is imme die eihei lich-demok a ische G undo dnung ( dGO). Konk e isie ha diesen Bezugspunk in de Ve gan- genhei o allem das Bundes e assungsge ich . Es leg da , dass zu dGO mindes ens G undp inzipien zählen wie „[…] Ach ung on G und- und Men- schen ech en, Volkssou e äni ä , Gewal en eilung, Ve an wo lichkei und Gese zesbindung de Exeku i e, Unabhängigkei de Ge ich e, Meh pa eien- sys em sowie Chancengleichhei de poli ischen Pa eien“ (Thielbö ge 2021). Fü die dGO einzu e en und sie zu schü zen, is ge ade ü Beam *innen keine Möglichkei , sonde n P lich au gabe. Nach § 33, Abs. 1, Beam ens a usgese z sind diese e p lich e , sich du ch ih gesam es Ve hal en zu dGO zu beken- nen und ü de en E hal ung einzu e en. Die gleichen poli ischen T euep lich- en e geben sich ü Beschä ig e (A bei nehme *innen) aus § 3, Abs. 1, Sa z 2 des Ta i e ages ü den ö en lichen Diens de Lände (TV-L). Poli ische Bildungs e ans al ungen, die sich de Thema ik de Ins umen- alisie ung on Klima hemen du ch demok a ie eindliche Milieus widmen, olgen in de Regel mindes ens einem D eisch i : Wissens e mi lung du ch Da s ellung geschich lich- und gegenwä ig ele an e Sach e hal e und Zu- sammenhänge; P oblema isie ung und Diskussion des Ge äh dungspo en ials ü unse demok a isches Mi einande ; Be ähigung und (gegensei ige) S ä - kung de Teilnehmenden, Fehlin o ma ionen, undemok a ische Agi a ionen und ex eme Posi ionen zu e kennen und sich ihnen en gegen s ellen zu kön- nen. Ech es und als solches auch disku ables Kon o e si ä spo en ial, das im poli ischen Bildungsp ozess Wi kung en al en kann, inde sich also nich in de F age, ob es den Klimawandel gib , sonde n im Be eich de Maßnahmen zu Abschwächung de Folgen des om Menschen e u sach en Klimawandels und seines ungeb ems en Vo ansch ei ens. Wie oben ausge üh bes eh kein Zwei el an dem P oblem Klimawandel. Lediglich an den Konsequenzen, die wi als Gesellscha da au olgen lassen wollen, d. h. ob und welche Maßnah- men wi e g ei en wollen. Folgende F agen können in diesem Kon ex du ch- aus kon o e s disku ie we den: We äg welche Kos en ü welche Maß- nahmen? Wie sieh eine ge ech e Las en e eilung aus? Was bedeu e ge ech im globalen Maßs ab? Kann mögliche weise soga eine ech e win-win-Si ua- ion – global wie lokal – he ges ell we den? Die globale Dimension, in de Themen on Klimawandel und -schu z ge- dach we den müssen, lassen die Gemengelage seh komplex e scheinen. Wäh- end die Folgen und Auswi kungen on poli ischen (Nich -)En scheidungen im pe sönlichen Nahbe eich de Menschen – wenngleich o s a k zei e se z – spü ba sind, müssen g undlegende poli ische En scheidungen o au als e n wah genommenen Ebenen, z. B. die de Ve ein en Na ionen, deba ie , ausge- handel und ge o en we den. Poli ische Selbs wi ksamkei e ah en Men- schen jedoch nu in ih em unmi elba en Lebensum eld. So besi zen diese The- men zugleich das Po en ial ü Ohnmach s- und Übe wäl igungsge ühle bei 50 Menschen. Diese Komplexi ä zulässig zu eduzie en, um sie (be-)g ei ba zu machen und o zdem keine Da en, Fak en und Kon o e sen zu e schweigen, is Au ag an nachhal ige poli ische Bildung. F agen z. B. nach globale Ge- ech igkei im Nachhal igkei sdisku s besi zen zudem ein hohes Po en ial ü Pola isie ung, Populismus und Ex emismus. Im Ziel 4 de Globalen Nachhal- igkei sziele de Ve ein en Na ionen (Sus ainable De elopmen Goals/SDGs) ( gl. Uni ed Na ions 2025) on 2015 wi d un e 4.7 u. a. „Bildung ü nach- hal ige En wicklung“ als en scheidend zu Ve mi lung on Kenn nissen und Quali ika ionen zu Fö de ung nachhal ige En wicklung genann . Do au ge- üh e Le ninhal e sind u. a. Menschen ech e, Geschlech e gleichs ellung, eine Kul u des F iedens und de Gewal losigkei , Wel bü ge scha und die We - schä zung kul u elle Viel al sowie de Bei ag on Kul u zu nachhal ige En wicklung. Wie und du ch welche Maßnahmen sich die Wel gemeinscha im Globalen wie Lokalen nachhal ig (wei e -)en wickeln kann, das kann und muss im Sinne des Au ages an poli ische Bildung kon o e s disku ie we - den (dü en). Und da ü muss poli ische Bildung – schulisch wie auße schu- lisch – Kon o e si ä s äume ö nen. Die SDGs selbs s ecken olle Wide - sp üche. Wie können (ak uell) z. B. menschenwü dige A bei und Wi scha s- wachs um (Ziel 8) zusammen mi sinn ollen und bezahlba en Maßnahmen zum Klimaschu z (Ziel 13) e eich we den? Ein ‚Daue b enne hema‘ in de poli ischen Deba e, das mi all seinen Kon o e sen auch in die poli ische Bil- dung gehö . Poli ische Bildung da und soll e soga dabei auch die K ea i i ä zu Lösungs indung an egen, zum poli ischen Handeln be ähigen und somi den Weg zu poli ischen Selbs wi ksamkei e ö nen. Themen de Nachhal igkei , wie z. B. de Klimawandel, de Klimaschu z und le z lich auch Klimaanpassungsmaßnahmen, we den au allen Ebenen des poli ischen Sys ems häu ig emo ional disku ie und besi zen – wie oben aus- ge üh – ein hohes Pola isie ungspo en ial. Das is häu ig dann de Fall, wenn poli ische Themen die Menschen di ek in ih e Lebenswel be e en. In die- sem Zusammenhang sei au die Diskussion in Deu schland 2023/2024 um das „Gese z ü E neue ba es Heizen – Gebäudeene giegese z (GEG)”, das soge- nann e Heizungsgese z hingewiesen. Da an läss sich ieles on dem, was no - wendige Kon o e si ä im Rahmen on Nachhal igkei s hemen ausmach , au zeigen - einschließlich de K i ik an poli ischen S uk u en und Ve ah en. Soll dieses Thema in poli ischen Bildungskon ex en au geg i en we den, so gil es auch hie , K i iken au ih e Be ech igung inne halb de poli ischen Aus- einande se zung hin zu übe p ü en, sie zu bewe en und zu gewich en, um schließlich eine ziel üh ende und ausgewogene Kon o e se in de Bildung zu ini iie en. 51 3.3. Exku s: Au hen izi ä und Emo ionali ä übe wäl ig auch Bildne *innen Bei wenigen Themen in de poli ischen Bildung s eh das Au e en de *des Bildne *in so s a k im Mi elpunk , wie bei Themen de Nachhal igkei . Häu ig we den Bildne *innen au ge o de , sich selbs zu posi ionie en. Ode sie we - den in ih em ganz pe sönlichen Lebenss il in F age ges ell : Wieso sind Sie mi dem eigenen Au o und nich den ö en lichen Ve keh smi eln zum Ve ans al- ungso ange eis ? Leben Sie ege a isch ode ga egan? Beziehen Sie selbs Öko-S om? Ode hal en Sie sich ein Haus ie , das womöglich Ih en CO2-Fuß- abd uck unnö ig e g öße n wü de? Es wi d schnell kla , dass es sich um un- zulässige Eing i e in die P i a sphä e handel . Diese und ande e F agen we - den on Teilnehmenden bei Bildungs e ans al ungen häu ig dazu benu z , um sich selbs zu en las en und eine be ü ch e en Mo alisie ung en gegenzuwi - ken. De a ige Si ua ionen können au poli ische Bildne *innen übe wäl igend wi ken und sie in Si ua ionen b ingen, in denen sie das Ge ühl haben, sich ü ih en pe sönlichen Lebenss il ech e igen zu müssen. Das is wede im Sinne des Bildungsp ojek es hil eich, noch en sp ich es den K i e ien eine kon- s uk i en Le numgebung. Bildne *innen müssen und sollen nich we neu al agie en und können du chaus, wenn sie dazu au ge o de sind ode sie dies als pädagogisch-bildne ische Me hode einse zen möch en, pe sönliche poli ische Eins ellungen anspa en machen. Wenn sie on den Teilnehmenden jedoch dazu e wende we den, um die/den Bildne *in in seine /ih e Funk ion zu dis- k edi ie en, ge ä de Bildungsp ozess in eine nich zu ole ie ende Schie lage. Umgekeh da die/de Bildne *in na ü lich auch nich mi ih em/seinem Au - e en und ih en/seinen Äuße ungen ande sdenkende Teilnehmende übe wäl- igen und disk edi ie en ode Gleichgesinn e unzulässig übe höhen. 4. Kon o e si ä – Wie geh das denn nun ich ig? In ealen Bildungsse ings geh es also da um, Kon o e si ä zunächs mög- lichs b ei und wei zu denken – und dennoch G enzen insbesonde e zu Ex - emismus und mögliche Übe wäl igung zu iden i izie en. Ob G auzone ode G enzübe sch ei ung – in konk e en Si ua ionen is es dann o allem die F age, wie Bildne *innen mi einem solchen Ein i ode Übe i umgehen können. Was konk e bedeu e es, G enzen zu ziehen, wo Kon o e si ä im demok a ischen Spek um ende ? Wie kann eine Leh k a konk e dami um- gehen, wenn Hakenk euze an die Toile enwand geschmie we den? Wenn pauschal übe „die Auslände “ he gezogen wi d? Wenn die These e e en wi d, dass Co onaimp ungen o angig schädlich sind? 52 Dem geneig en Lesenden wi d spä es ens bei de le z en F age au ge allen sein, dass die d ei Beispiel agen nich in einen Top zu we en sind, wenn es da um geh , die G enzen on G auzonen zu de inie en. In ielen Fällen sind dahe de Umgang mi und mögliche Reak ionen au G enzübe sch ei ungen mindes ens so en scheidend wie de Ve such, G enzen zu ziehen. Denn selbs wenn Bilde *innen ode Leh k ä e im Besonde en, G enzen kla de inie ha- ben – was in de Mannig al igkei de möglichen Si ua ionen im Vo eld e - mu lich kaum abschließend gelingen kann – können sie G auzonen und G enz- übe i e nich gänzlich e hinde n. Zumal ge ade G auzonen eben on Unbe- s imm hei de inie sind: Was ü eine*n Mul iplika o *in be ei s k i ische G auzone is , spiel sich ü eine ande e noch kla im Be eich de wünschens- we en Kon o e si ä ab. Doch welche Reak ionen sind ich ig und angemes- sen? Diese F age beda eine eigenen Be ach ung, die im o liegenden A i- kel nich in de no wendigen Aus üh lichkei geleis e we den kann. G ob kann pädagogisch-didak isches Handeln on adminis a i em Handeln un e schie- den we den. Le z e es beinhal e die Einbeziehung on mögliche weise diszip- lina ischen S ellen – zum Beispiel Schullei ung, Schulau sich ode Polizei. Fü die Möglichkei en, pädagogisch-didak isch zu eagie en, gib es inzwi- schen eine Vielzahl on Publika ionen und Fo bildungen. Beispielha ge- nann sei an diese S elle das He „Wah nehmen – Benennen – Handeln. Hand eichung zum Umgang mi An isemi ismus an Schulen“ (2019). Welche Konsequenzen ziehen wi nun aus den Übe legungen ü das ein- gangs besch iebene Planspiel „Flüch linge willkommen?“? G undsä zlich is die Auswahl de Ak eu e ele an und didak isch sinn oll. Die Ta sache, dass die Rolle de „Bü ge ini ia i e“ wiede keh ende S ei punk is , spiegel die de zei ige poli ische Reali ä und dami einhe gehende Kon lik linien wide . Du ch die Fo mulie ungen im Rollen ex we den eak ionä e Aussagen nich zwangsläu ig, abe möglich. Die Fu ch o g enzübe sch ei enden Aussagen soll e auch hie nich zu eine Einsch änkung on Kon o e si ä üh en. Das Szena io – einschließlich seine Ak eu e – is gesellscha liche Reali ä in zahl- eichen Kommunen. Ziel muss es dahe ielmeh sein, dass Planspielmode a o *innen sich die- ses Po en ials bewuss sind. Fü eine sinn olle Anlei ung des Planspiels soll en sie sich Wissen übe den Gegens and aneignen, sich mi ih e Hal ung ausei- nande se zen und sich ih e pe sönlichen und p o essionellen G enzen bewuss sein. Da au basie end soll en sie S a egien pa a haben, wie sie in e schie- denen Phasen des Planspiels agie en, soll e das eak ionä e Po en ial de Rolle on den Teilnehmenden olls ändig ausgeschöp we den. Dazu gehö auch, genau dieses Po en ial im Rahmen de Re lexion mi den Teilnehmenden zu disku ie en. Eine e waige Fu ch o G enzübe sch ei un- gen soll e keines alls zu eine o auseilenden Einsch änkung de Kon o e si- ä üh en, sonde n im Vo eld du ch Selbs e lexion, Selbs e gewisse ung und Aneignung on pädagogischem Handwe kszeug so wei wie möglich e- duzie we den. 53 Li e a u Landeszen ale ü poli ische Bildung Baden-Wü embe g (1977): Beu elsbache Kon- sens. h ps://www.lpb-bw.de/beu elsbache -konsens [Zug i : 16.1.2025]. Minis e ium ü Kul us, Jugend und Spo Baden-Wü embe g/Landeszen ale ü po- li ische Bildung Baden-Wü embe g (LpB)/Zen um ü Schulquali ä und Leh - e bildung (ZSL) (2019): Wah nehmen – Benennen – Handeln. Hand eichung zum Umgang mi An isemi ismus an Schulen. S u ga : Minis e ium ü Kul us, Jugend und Spo Baden-Wü embe g. Thielbö ge , Pie e (2021): F eihei lich-demok a ische G undo dnung. In: Ande sen, Uwe/Woyke, Wicha d/ (H sg.): Handwö e buch des poli ischen Sys ems de Bun- des epublik Deu schland. Heidelbe g: Sp inge VS, S. 168-170. Uni ed Na ions (2025): The 17 Sus ainable De elopmen Goals (SDGs). h ps://sdgs.un.o g/goals [Zug i : 27.3.2025]. 55 K iege sind keine Fußballspiele und Siche hei is (noch) kein F ieden De Bei ag de F iedenspädagogik zu Kon o e si ä in de poli ischen Bildung Julia Hagen 1. Einlei ung Mi den zunehmenden K isen wel wei , besonde s sei dem Ang i sk ieg ge- gen die Uk aine und dem Te o anschlag de Hamas mi de anschließenden Eskala ion im Nahen Os en, dominie in de deu schen Poli ik die Deba e um F iedens- und Siche hei spoli ik. Dabei wi d o nach Au üs ung und eine s ä ke en K iegs auglichkei ge u en. In poli ischen Gesp ächen übe K iege und Kon lik e endie en iele dazu, sich eine de K iegspa eien zuzuo dnen, ans a F iedenss a egien in den Fokus zu s ellen. Dies kann dazu üh en, dass –mi un e unbewuss und unbeabsich ig – immenses menschliches Leid ge- billig und die Eskala ion de Kon lik e ge ö de wi d. F iedensbildung is als kon lik -, wissenscha s-, we - und zukun so ien- ie e poli ische Bildung bes eb , Kon o e si ä und um F ieden und K ieg zu e g öße n, neben K iegs auglichkei die F iedens ähigkei zu s ellen und die Handlungs ähigkei on Menschen zu s ä ken, sich ü F ieden zu engagie- en. In de zug undeliegenden F iedenspädagogik1 geh es da um, auch und ge ade in Zei en on K ieg und K ise, F ieden als Lei we im Blick zu behal- en. Sie s eb danach, Disku s äume zu e wei e n und Impulse zu geben, um aus eine e mein lichen Abwä sspi ale on und Des uk i i ä und Resigna- ion eine Dynamik on Kons uk i i ä und Engagemen en gegenzuse zen. Die Bandb ei e de Themen is g oß und eich on U sachen und Folgen on K iegen bzw. bewa ne en Kon lik en übe Ins umen e zi ile Kon lik bea - bei ung, wie Diploma ie, Dialog ö de ung ode Media ion bis hin zu Ve söh- nungs- und E inne ungsa bei . 1 F iedensbildung bezeichne die konk e e Umse zung, wäh end F iedenspädagogik die wissenscha liche Auseinande se zung bzw. pädagogische Re lexion mein . 62 die eine Neuges al ung des Wel handels und dami eine ge ech e e Ve eilung des globalen Wohls ands zu Folge ha .4 Pos s uk u alis ische und pos koloniale Theo ien hin e agen die Annahme objek i e Wah hei en und uni e selle We e. Sie analy- sie en und dekons uie en (pos -)koloniale und impe iale Un e d ü- ckungss uk u en und k i isie en F iedenspläne im Sinne libe ale Me a-Na a i e, die in e s e Linie die In e essen de ohnehin mach - ollen S aa en schü zen. Sie sehen F ieden als dynamischen P ozess, bei dem insbesonde e ma ginalisie e G uppen zu Wo kommen, Ab- hängigkei s e häl nisse und his o ische Ve gangenhei ane kann we den und Mach e häl nisse on un en nach oben neuges al e we - den müssen.5 All diese Theo ienkomplexe haben g oßes E klä ungspo en ial ü un e - schiedliche poli ische Kons ella ionen, sie be gen jedoch auch Wide sp üche und Dilemma a, die sich bei genaue em Besehen auch in den ö en lichen Dis- ku sen um F iedenspoli ik und Siche hei spoli ik wiede zu inden sind. Das „li- be ale Dilemma“ zeig sich en lang de F age: Wie können wi in eine k iege- ischen Wel eine Ve auensg undlage ü iedliche Ins i u ionen scha en? Um F ieden als ideales Ziel zu e eichen, das Menschen Rech e, Siche hei und Wohls and bie e und dami Ve auen s ä k , um Ab üs ung zu e möglichen, b äuch e es eine geeigne e poli ische G undlage – eine e a nullis, wie einen Sieg, einen Wa ens ills and, eine Feue pause, einen Ve ag. Wie komm es dazu? Dem F ieden geh häu ig g oße Gewal o aus, die e s dann eine G und- lage bie e , mi libe alen We kzeugen wie Ins i u ionen, F ieden zu s abilisie- en ( gl. ebd.: 32). Das G undgese z in Deu schland ode die G ündung de Ve ein en Na ionen nach dem Zwei en Wel k ieg lassen sich als Beispiele be- ach en ü libe ale Ins umen e nach Zei en immense Gewal . Das Dilemma des (Neo-)Realismus is das sog. „Siche hei sdilemma“. Es zeig sich und um das Pa adox: Was, wenn jede E höhung de eigenen Siche - hei zu eine pa adoxen Ve g öße ung globale Unsiche hei üh ? Wie im Kal en K ieg deu lich zu beobach en wa , üs en S aa en mili ä isch au , um ande e abzusch ecken und die eigene Siche hei zu e höhen. Das wiede um e s ä k die Unsiche hei de ande en S aa en, die ih e sei s mi e neu e Au - üs ung eagie en, die in eine schie endlosen Rüs ungsspi ale münde ( gl. He z 1990). Das Dilemma des Ma xismus is : Wie kann man das globale poli ische Sys- em ohne Gewal adikal e ände n? Im Ma xismus bleib unbean wo e , wie eine Res uk u ie ung de globalen Wi scha und eine Um e eilung on 4 Theo e ike de ma xis ischen bzw. s uk u alis ischen T adi ion sind u. a. Ma x, Lenin bzw. Walle s ein. 5 Theo e ike *innen de pos s uk u alis ischen Theo ie sind u. a. De ida, Foucaul ode Mou e; solche de pos -kolonialen Theo ie sind Spi ak, F ei e ode Said. 63 Wohls and möglich sein sollen ohne die Nu zung on Gewal . Au de Ebene des S aa es kann eine ma xis ische Logik zu ku zen, gewal ollen Re olu io- nen üh en. Au de Ebene de in e na ionalen Poli ik könn e eine Re o m des Wel wi scha ssys ems nu du ch die Eli en eal umgese z we den, die im Ma xismus jedoch ge ade zu k i isie en sind. Es bleib also o en, wie eine solche Ums uk u ie ung ohne diese Eli en zu e eichen wä e ( gl. Richmond 2020: 32) Sowohl Pos s uk u alismus als auch Pos kolonialismus zeigen meh e e Wide sp üche und Dilemma a en lang de Spannung zwischen adikale K i ik und de No wendigkei , poli isch handlungs ähig zu sein. Zusammen assen könn e man dies als Legi imi ä s- bzw. Legi ima ionsdilemma a: Wenn keine no ma i en (We -)U eile möglich sind, was sind dann die G enzen de Legi- imi ä ? Is dann alles e laub ? Und: Wenn Mach e häl nisse dekons uie sind, welches Handeln olg da aus ü den F ieden? Welche We e e leihen poli ischem Handeln ganz g undsä zlich Legi ima ion? In diesen ie g oßen analy ischen Pe spek i en de in e na ionalen Bezie- hungen und de F iedens- und Kon lik o schung spiegeln sich nich nu un- e schiedliche An wo en au die F age wide , was das Ve hal en on S aa en e klä und dami auch die Begüns igung on K ieg und F ieden ( gl. Tab. 1). Die Ta sache, welche E klä ungen ü K ieg und F ieden wi übe zeugend in- den, kann da on gep äg we den, welche un e schiedlichen Menschen- und Wel bilde sowie poli ischen Übe zeugungen hin e sowohl de Theo ie als auch unse e poli ischen Eins ellung lieg . In g obe Un e scheidung6 läss sich sagen: 6 Bei allen Zuo dnungen zu Theo ieschulen, poli ischen Eins ellungen und Wel bilde n handel es sich um Zusammen assungen, hin e denen jeweils wei e e ausdi e enzie e Spiela en s ecken, die in de Kü ze dieses Bei ags nich en al e we den können. 64 POLITISCHE WELT- ANSCHAUUNG WAS ERKLÄRT KRIEGE? WAS BEGÜNSTIGT FRIEDEN? Libe al Au gabe de Poli ik: Schu z on F eihei und Eigen um; Balance on F eihei und Gemeinwesen Libe al-ins i u ionalis isch •Mangel an In o ma ionen und Un- siche hei übe das zu e wa ende Ve hal en ande e •Gegensei iges Miss auen •Keine Koope a ion bzw. ungelös e Koope a ionsp obleme (z. B. T i - b e ah e um) •Fehlende Möglichkei en zu ied- lichen S ei beilegung •In e na ionale und egionale Ins i- u ionen zu Fö de ung on Ve - auen und poli ische und wi - scha liche Koope a ion •Fö de ung on Wel handel und De- mok a isie ungsp ozessen •Uni e selle No men und in e na io- nales Rech  Demok a ische / Libe ale F ieden Konse a i / demok a isch-kon- se a i Au gabe de Poli ik: E hal on S abili ä und O dnung; Siche - hei und Bewah ung des Bes ehenden Realis isch bzw. neo ealis isch •F eund-Feind-Kons ella ionen •Ve einzel : K ieg als Zeichen on S ä ke •Als un e einba wah genommene kul u elle und poli ische Gegen sä ze • Kamp um (Vo -)Mach •F ieden unwah scheinlich •gg . Sieg ieden bzw. nega i e F ieden in Zei en zwischen K ie- gen •Mach gleichgewich e du ch Alli- anzbildung und gegensei ige Ab- sch eckung Sozialis isch / Sozial-demok a isch Au gabe de Poli ik: Um e eilung on Wohls and; Chancen- gleichhei und Sozi- ale Ge ech igkei Ma xis isch bzw. s uk u alis isch •Globale wi scha liche und soziale (Un e d ückungs-)s uk u en •A m-Reich-Sche e •No bzw. Gie de Menschen •Abbau on Un e d ückungs- und Abhängigkei s e häl nissen sowie s uk u elle Gewal •Fö de ung on Chancengleichhei und soziale Ge ech igkei •Gg . ge ech e F ieden Pos -posi i is isch Au gabe de Poli ik: K i ische Re lexion on Pe spek i en; Dekons uk ion on Mach s uk u en Pos s uk u alis isch bzw. pos kolonial •Kolonialismus / Impe ialismus •(Pos -)koloniale Abhängigkei s e - häl nisse (auch du ch libe ale F ie- densp ozesse) •Na a i e, die zu Ausg enzung und Ande smachung on Menschen üh en (sog. O he ing) •Dekons uk ion on E zählungen und Mach s uk u en •Emanzipa ion ma ginalisie e G uppen Tab. 1: E klä ungen ü K ieg und F ieden in den Theo ien de In e na ionalen Beziehungen (eigene Da s ellung) 65  Konse a ismus e eidig das Bes ehende und will es bewah en. In mode ne Va ian e en s and als Gegenbewegung zu F anzösischen Re olu ion und ich e e sich gegen Libe alismus und auch Absolu is- mus. Nach Edmund Bu ke is de Mensch in seine Na u au soziales Gemeinwesen ausge ich e und in kosmische gö liche Zusammen- hänge eingebe e . Nach Ca l Schmi lassen sich poli ische Mo i e und Handlungen des Menschen zu ück üh en au F eund-Feind-Un- e scheidung; de Feind is de F emde, de Ande e. K ieg is nach Schmi eal imme möglich, wodu ch poli isches Handeln e s en - s eh . Eine pazi izie e Wel wä e eine Wel ohne F eund-Feind- Schema und dami eine unpoli ische Wel . Da de S aa das Poli ische b auch , b auch e das F eund-Feind-Schema ( gl. Be c 2012: 146– 163).  Eine sozialis ische bzw. in s a k abgemilde e Fo m sozialdemok a- ische Wel anschauung se z Gleichhei und Solida i ä de Menschen ins Zen um. Die Lebensbedingungen de Menschen we den nich als na u gegeben ode in Ve an wo ung des Indi iduums gesehen und de Mensch nich als egois isch und konku enzo ien ie , sonde n als koope a i und solida isch. Soziale P obleme we den als O dnungs- p obleme de Gesellscha als Ganzes be ach e . Nach Engels müssen Sys eme de Ausbeu ung und Un e d ückung abgescha und du ch kollek i es solida isches Handeln e se z we den ( gl. ebd.: 164–191)  De Libe alismus se z au die F eihei des Indi iduums und sieh die Au gabe on S aa en da in, diese zu schü zen. Das bedeu e , dass o allem das Eigen um o Ang i en on innen und on außen bewah we den soll. He aus o de ung hie is die Ta sache, dass de S aa die F eihei en und Rech e des Einzelnen nu schü zen kann, wenn e gleichzei ig in diese eing ei ( gl. ebd.: 192–212). Die Scha ung on libe ale Rech ss aa lichkei e möglich es, den S aa selbs an Regeln zu binden und so die F eihei en de Menschen zu schü zen. 4. E klä ungen ü K ieg und F ieden in den Theo ien de In e na ionalen Beziehungen und innewohnende poli ische Eins ellungen und Wel bilde Theo ien de in e na ionalen Beziehungen und de F iedens- und Kon lik o - schung inden imme s ä ke en Eingang in die Bildungspläne wei e üh ende Schulen. Dennoch we den sie meis in wissenscha liche Schulen un e schie- den und wenige poli isch kon o e s gegenübe ges ell als innenpoli ische 66 Themen, die abs ak mi poli ischen Eins ellungen und konk e mi poli ischen Pa eien e knüp . G ünde da ü scheinen iel äl ig: die e s en Theo ien de in e na ionalen Beziehungen (Idealismus s. Realismus) olg en dem P ima , S aa en seien einhei lich handelnde En i ä en. E s in de Deba e um Neo ealismus s. Neolibe alismus wu den auch inne s aa liche P ozesse und ih e Auswi kungen au Au- ßenpoli ik und in e na ionale Poli ik sys ema isch be ach e . Themen in e na ionale und egionale Poli ik und um die Ve ein en Na ionen ode die Eu opäischen Union wu den lange als unk ionale No wendigkei en, also echnische und adminis a i e Zwangläu ig- kei en behandel . E s mi zunehmende Globalisie ung und dami einhe gehende P obleme, wie de imme g öße we denden Sche e zwischen A m und Reich, kam es zu eine e s ä k en „Poli isie ung de Wel poli ik“ ( gl. Zü n/Ecke -Eh ha d 2013). Zudem e bleib die Poli ikwissenscha in Deu schland, ande s als in den USA, meis in de akademischen Wel . Nu wenige e en mi ih en Fo - schungse gebnissen in die Ö en lichkei und noch sel ene wi d e lek ie , welchem poli ischen Wel bild sie zuzuo dnen sind. So we den ge ade auch und um den Ang i sk ieg gegen die Uk aine und die Eskala ion de Gewal im Nahos kon lik zahl eiche Wissenscha le *innen angehö , die – en sp e- chend des ak uell o he schenden P ima s de Siche hei – zumeis de (neo-) ealis ischen Schule zuzuo dnen sind, ohne angemessene Kon o e si ä zwi- schen e schiedenen Wissenscha sschulen und poli ischen Zuo dnungen zu scha en. Ge ade in Zei en e hi z e Deba en um K ieg und F ieden, is es ein wich- ige O ien ie ungspunk ü Menschen, ein g oßes Spek um an Sich weisen zu Außenpoli ik und in e na ionale Poli ik sowie de en Übe legungen in den ö en lichen Disku sen zu kennen bzw. wiede zu e kennen. Das un e s ü z sie, im Sinne des Beu elsbache Konsenses, die eigene Meinung e o en und sich ü die eigenen Belange poli isch aussp echen und einb ingen zu können.7 7 De Beu elsbache Konsens o mulie die d ei Ke np inzipien de poli ischen Bildung: Übe wäl igungs e bo ; Kon o e si ä sgebo und O ien ie ung an Lebenswel und In e- essen de Le nenden. Dies dien dem Zweck, poli ische Bildung übe pa eilich zu ge- s al en und die Menschen in ih em eigenen gesellscha lichen und poli ischen Um eld zu s ä ken. 67 5. Gewal olle Mi el des Kon lik aus ags und selek i e Empa hie k i isch hin e agen Jensei s de Ta sache, wie wi mi K iegen und bewa ne en Kon lik en umge- hen, bes eh in eine Demok a ie – selbs ü die, die K iegs üh ung bzw. mili- ä ische Ve eidigungsmaßnahmen un e bes imm en Bedingungen als ge- ech e ig be ach en –wei gehend Einigkei , dass K iege bzw. bewa ne e Kon lik e e hee ende Folgen mi sich b ingen. Mili ä ische Kon lik aus ag mach sel en Hal bei legalen Mi eln und Me hoden de K iegs üh ung, die den Komba an en und Komba an innen im Völke ech einge äum we den. E eskalie o en lang G äuel a en, bei denen wi uns in de Demok a ie und in de in e na ionalen Poli ik da au e s ändig haben, sie als S a e b echen zu be ach en. So beispielsweise die Bomba die ung on Schulen und K an- kenhäuse n, die Blockade on medizinische Ve so gung und Hil sgü e n, de Einsa z on e bo enen Wa en wie Chemiewa en, de Rek u ie ung on Kin- de solda en ode geziel en Ve b echen gegen die Menschlichkei wie Ve - schwindenlassen, Ve eibung ode sexualisie e Gewal . Zudem we den nich sel en Kul u gü e unwiede b inglich ze s ö , Umwel und Klima (z. B. du ch S ahlen- und Chemikalien e seuchung) belas e und insgesam echnische, soziale und wi scha liche In as uk u beschädig ode ze s ö . Eine iedenspädagogische Übe legung is es, die Mi el des Kon lik aus- ags sich ba und un e scheidba zu machen und om dahin e liegenden Kon- lik losgelös zu be ach en. Dadu ch kann de en e hische und ech liche Le- gi imi ä bzw. Illegi imi ä besse disku ie und zielge ich e e Völke ech s- e s öße und une hische Mi el au gezeig we den, um da an anknüp end ied- liche( e) Mi el des Kon lik aus ags in die Diskussion zu b ingen ( gl. Se - ices elle F iedensbildung 2024; Hagen 2024). Nach wie o schein die pe ide S a egie zu bes ehen, une hische Mi el zu e agen und as schon zu billigen, indem sie ge ech e ig we den – du ch einen kolpo ie en, e mein lich gu en G und. Dabei we den nich sel en ein- zelne Kon lik pa eien ode ga ganze Lände als homogen und einhei lich han- delnd be ach e und an h opomo phisie ode ga dämonisie . Dabei is uns bewuss , wie he e ogen inne gesellscha lichen G uppen in jedem Land sind und dass selbs in au o i ä en S aa en opposi ionelle Meinungen exis ie en, diese sich jedoch au g und eingesch änk e In o ma ions- und Meinungs ei- hei ö en lich schlich nich geäuße we den können. In de nai en Ve nei- nung de Exis enz on Menschen in de Zi ilgesellscha , die die K iege nich wollen, we den häu ig schlimms e G äuel a en billigend in Kau genommen und an h opomo phisie end ganze Lände als „Feinde“ be ach e . Ziel is de F iedensbildung is es, de En menschlichung und Dämonisie- ung in de poli ischen Deba e übe K iege und bewa ne e Kon lik e en ge- 68 genzuwi ken und ein ache Gu -Böse-Schema a zu hin e agen und zu übe - winden. Ge ade die ö en lichen Disku se übe die Eskala ion de Gewal im Nahos kon lik nach dem Te o anschlag de Hamas zeig , wie seh die Gemü- e auch inne halb Deu schlands e hi z we den. Die Deba e um K ieg und F ieden schein wenige en lang de F age zu e lau en, mi welchen poli i- schen Maßnahmen dem Kon lik zu begegnen is , sonde n ielmeh ü welche Sei e man Pa ei e g ei . Viele Jah hunde e wa K ieg ein i ualisie es Mi el des Kon lik aus ags – zu Landnahme, um Rohs o e zu e beu en und pa adoxe weise auch, um Rech sb üche z. B. im Handels ech selbs zu ahnden. Mi dem Kellogg-B i- and-Pak on 1928 wu den Ang i sk iege mi dem Ziel de Ve olgung na io- nale In e essen als ölke ech swid ig e klä und die globale Äch ung des K ieges eingeläu e (Ha haway/Shapi o 2017). Die kul u ell adie e Neigung, K iegsgeschehen wie om Spiel eld and aus zu beobach en und anzu eue n, schein uns noch imme innezuwohnen. E kennen läss sich dies in Sp achbil- de n, die wi o unhin e ag und unbeabsich ig im P i a en wie A bei sall ag nu zen. So sp echen wi übe „G abenkämp e“, e ans al en „Ma e ialschlach- en“, euen uns übe „Bombenwe e “, nehmen Dinge „in Ang i “ ode „be- eue n“ eben „Mannscha en“ mi „Schlach u en“. F iedensbildung is be- s eb , diese o unhin e ag en kul u ellen Sp ach- und Ve hal ensmus e sich ba zu machen und eine k i ische Auseinande se zung anzus oßen ( gl. Se ices elle F iedensbildung 2024). Die Nu zung de Beg i e „G aben- kamp “, „Bulle poin “ und „Task Fo ce“ im Bü oall ag is unbeabsich ig und wi d ha mlos enden, wenngleich sie auch hie soziales Ve hal en zwischen G uppen beein lussen kann. In Bezug au K iege bzw. bewa ne e Kon lik e kann Salonbellizismus o dem Fe nsehe ode dem Sma phone in Fo m on zynische sp achliche Dis anzie ung übe Aussp üche wie „Möge die s ä ke e Sei e gewinnen“ zu P oblem we den. In eine medial e ne z en Wel und de Nu zung hyb ide K iegs üh ung übe P opaganda und Fake News kann das lapida e Sp echen übe K iege die Eskala ion im ö en lichen Disku s e s ä - ken. Eine wei e e Spiela des Phänomens zeig sich in de Ta sache, dass Men- schen nich nu bei einzelnen En scheidungen, sonde n auch in g öße en kul- u ellen G uppen bisweilen eine A selek i e Empa hie gegenübe den Men- schen zeigen, die sie als de eigenen G uppe zugehö ig ( gl. Gu sell/Inzlich 2012). Deu lich o Augen ge üh wu de uns dies nach dem Ang i sk ieg gegen die Uk aine. Viele Menschen in Deu schland eagie en mi immensem Ausmaß an Un e s ü zung gegenübe Menschen sowohl in de Uk aine als auch jenen, die aus de Uk aine nach Deu schland ge lohen sind. Dami wu de jedoch auch sich ba , dass die wah genommene Nähe zu den Menschen in ei- nem K ieg bzw. bewa ne en Kon lik – sei sie geog aphisch, poli isch, wi - scha lich ode kul u ell – zu einem ande en Ausmaß an Solida i ä üh en 69 kann, als wenn diese als e n wah genommen we den, wie es ü iele bei Ge- lohenen aus Sy ien ode A ghanis an de Fall is . Aus iedenspädagogische Sich is es we oll, „Solida i ä mi allen on Gewal und K ieg Be o enen an e s e S elle [zu sehen] (…) [und] die Zi ilgesellscha eines Landes (…) nich ü die Ta en ih e Regie ung in Mi ha ung [zu nehmen]“ (Be gho Founda ion 2022). K iege und bewa ne e Kon lik e b ingen imme eno mes menschliches Leid au allen Sei en mi sich. En sp echend geh es da um, die Zi ilgesellscha in den Blick zu nehmen und Humani ä und Menschenwü de ins Zen um zu ücken. Ein Ansa z is dahe auch, die Geschich en on Men- schen alle Sei en sowohl im K ieg als auch ü F ieden sich ba zu machen. Dami we den Pe spek i wechsel und Empa hie e möglich und aus de Eska- la ionsdynamik in den ö en lichen Disku sen ausgeb ochen. In Bezug au den Nahos kon lik kann dies nach Fe eidooni (2024) bedeu en, den Te o an- schlag de Hamas am 7.10.2024 kla zu e u eilen, das Exis enz ech Is aels kla zu benennen und gleichzei ig alle Gewal und alles menschliche Leid im Gazak ieg abzulehnen. Zudem müssen sowohl die komplexe Kon lik ge- schich e als auch die Mul ipe spek i i ä e ns genommen we den und jede Fo m on An isemi ismus und on an imuslimischem Rassismus kla e u - eil we den. Fü ihn geh es o allem da um, nich ein ach Op e zahlen zu p äsen ie en, sonde n menschliche Schicksale zu zeigen und Ini ia i en o zu- s ellen, die sich ü F ieden einse zen. 6. F iedenspädagogik und die Bedeu ung on Medien und Nach ich en im Umgang mi K iegen und bewa ne en Kon lik en Welche Be ich e s a ung übe K iege bzw. bewa ne e Kon lik e is al e s- und zielge ech ? Egal ob Zei ung, Radio, Fe nsehen ode Social Media – die Nach ich en we den dominie on Nega i schlagzeilen. Was sich schon zu o abzeichne e, wu de mi dem Ang i sk ieg gegen die Uk aine und de Eskala- ion de Gewal im Nahos kon lik noch s ä ke . Die SINUS-Jugends udie 2024 zeig : „Die Vielzahl on K isen und P oblemen wie K iege, Ene gie- knapphei , In la ion ode Klimawandel, die sich mi un e übe lage n und e s ä ken, s imm die Jugendlichen in ih em Allgemeinbe inden e ns e und beso g e denn je“ (Bundeszen ale ü poli ische Bildung 2024). Be ei s sei einigen Jah en e ablie sich im Jou nalismus eine S ömung kons uk i e Be ich e s a ung on Geschehnissen in Poli ik und Gesellscha . Kons uk i e Jou nalismus will nich e ha en im Da s ellen on Misss än- den und P oblemen, sonde n eche chie und illus ie auch bes ehende Lö- 70 sungsansä ze und Handlungsmöglichkei en. Das soll F us a ion en gegenwi - ken, ins Handeln b ingen und den häu ig on Nega i be ich e s a ung gep äg- en Medien e was en gegense zen ( gl. Meie 2018). Als Spiela da on läss sich kon lik sensi i e Jou nalismus be ach en. Die Übe legung is auch hie , dass die Wah nehmung on sozialen und poli i- schen Kon lik en, ob nun inne gesellscha lich ode in e na ional, on de me- dialen Be ich e s a ung s a k gep äg wi d. Diese wu den in den e gangenen Jah en – auch in den Quali ä smedien – zunehmend skandalisie ende . Nach Ro man (2024: 20 .) liegen die G ünde sowohl in zunehmendem Ve kau s- d uck de Medien als auch dem We bewe b um Au me ksamkei in den Onli- nemedien. Als Gegenen wu zu kon en ionelle K iegsbe ich e s a ung e ab- lie e sich be ei s in den 80e und 90e Jah en ein explizi e F iedensjou nalis- mus mi dem Ziel, zu be ich en, Desin o ma ion und P opaganda au zudecken und auch hie nich zu dämonisie en, sonde n Menschen aus de Zi ilbe ölke- ung au allen Sei en eines K ieges zu Wo kommen zu lassen. Diese Übe legungen we den in de F iedenspädagogik au geg i en und Ansä ze des kons uk i en und kon lik sensi i en Jou nalismus in die poli ische Bildung übe agen. Ein Beispiel is das P ojek Peace Coun s, bei dem Repo - e *innen übe Jah e hinweg e olg eiche Beispiele ü F iedenss i ung in un- e schiedlichen K iegs- und K isen egionen de Wel zusammenge agen ha- ben. Die Idee dahin e is , E olgsgeschich en au zuzeigen, die inspi ie en und das Blick eld au Kon lik und F ieden e wei e n. Übe biog aphisches Le nen und S o y elling wi d so zu eigenem Engagemen e mu ig ( gl. Romund 2014: 301 .). Die am häu igs en gewähl e S a egie, um poli ische Nach ich en zu e a - bei en, is lau S udie das Gesp äch mi Bezugspe sonen meis im F eundes- k eis ode mi den El e n. De Aus ausch in de Schule ode mi den eigenen Geschwis e n spiel eine ge inge e Rolle. Au dem zwei en Pla z we den ei- gene In o ma ions eche chen genann we den, wäh end an und d i e S elle Ve d ängung und Ablenkung zum Selbs schu z liegen ( gl. ebd.: 166 .). An- sa zpunk de F iedenspädagogik is es, du ch den kons uk i en Umgang mi Themen und um K iege und bewa ne e Kon lik e Gesp ächs äume zu scha - en, in denen Kinde und Jugendliche sich eie ühlen, ih e Gedanken und So gen zu eilen und e mein lich heikle F agen zu s ellen und auch da au An wo en zu e hal en. F iedensbildung knüp dabei an ande e Be eiche de poli ischen Bildung wie Medienbildung ode Menschen ech sbildung an. Ein bedeu endes Thema dabei is die P ä en ion on bzw. de Umgang mi Fake News, Desin o ma ion und Ve schwö ungs heo ien (Be gho Founda ion 2022).8 Ge ade im Kon ex 8 Ein P ojek de F iedensbildung, das sich gegen Desin o ma ion und Ve schwö ungs- heo ien einse z . 71 on K iegen und bewa ne en Kon lik en we den Desin o ma ion und Ve - schwö ungs heo ien übe P opaganda bzw. als S a egie hyb ide K iegs üh- ung geziel eingese z , um gesellscha liche Spal ung sowie Hass und He ze o anzu eiben und K iegsna a i e au ech zue hal en. Im Kon ex on F ie- densbildung geh es en sp echend nich nu da um, Falschnach ich en zu (e -) kennen, sonde n da um, ih e Bedeu ung im K ieg zu e s ehen und sich selbs da on abg enzen zu können. Ähnlich gelage is die Bedeu ung on poli ischen und bü ge lichen Men- schen ech en wie Gewissens- und Glaubens eihei sowie Ve sammlungs- und Ve einigungs eihei als poli isches Fundamen eine eien und iedlichen Deba enkul u und als P ä en ion on K ieg. Als F eihei s- und Abweh ech e de Menschen gegenübe dem S aa dienen sie o allem dazu, dass Menschen o s aa liche Willkü und Übe g i en geschü z we den und in eine eien Gesellscha poli isches Leben ges al en können. K iegs eibende Regie un- gen, sowohl in inne s aa lichen als auch in e na ionalen bewa ne en Kon lik- en, nu zen die Ve le zung on Menschen ech en häu ig als o gelage e au o- i ä e S a egie. Dadu ch scha en sie ein gesellscha liches Um eld, das Op- posi ion eindämm und K iegs üh ung im eigenen Land ode mi ande en Län- de n e möglich ( gl. Bu h/Hagen 2023: 150 .). So wu de beispielsweise die Meinungs- und P esse eihei in Russland be ei s in den Jah en o dem An- g i sk ieg zunehmend eingesch änk ( gl. Repo e ohne G enzen 2024). Auch in diesem Zusammenhang wi d sich ba , dass es nie ganze Lände sind, die K iege be ü wo en, sonde n iedliche G uppen übe die massi e Ein- sch änkung de Menschen ech e lediglich nich ö en lich gehö we den. Nich zule z bezieh sich F iedensbildung auch au Bildung ü Tole anz und Viel al und gegen g uppenbezogene Menschen eindlichkei . En mensch- lichende Ideologien und dami e bunden en menschlichende Sp ache ö de n ein Na a i , Menschen bzw. ganze G uppen als we los zu di amie en und dami im schlimms en Fall den Näh boden ü Völke mo de zu scha en wie in Ruanda, Kambodscha ode de Shoa in Deu schland (Sikkink 2017: 200 .). Ein Anliegen is es, übe di ek e Gewal hinaus auch s uk u elle Gewal (in- humane Lebensbedingungen, mangelnde Zugänge zu ö en lichem und poli i- schem Leben ode ins i u ionelle Disk iminie ung) sowie kul u elle Gewal (kul u elle E zählungen und P ak iken, die abwe ende Menschen- und Rollen- bilde e zeugen und di ek e und s uk u elle Gewal begüns igen)9 zu hema i- sie en, Disk iminie ung und Rassismus en gegenzuwi ken und Ane kennung on Viel al in de Gesellscha zu ö de n. 9 Die Un e scheidung on di ek e , s uk u elle und kul u elle Gewal geh zu ück au Gal ung (1967), de sich als F iedens o sche sein Leben lang mi de F age be ass ha , was Menschen b auchen, um iedliche leben zu können. 78 we den (Giesinge 2021: 21). Dies könn e e wa bedeu en, dass eine F ages el- lung dann nich -di ek i un e ich e we den soll e, wenn sie in Pa lamen en ode im P og amm ö en lich- ech liche Rund unkans al en kon o e s disku- ie wi d. Das heo e ische K i e ium ziel demgegenübe au Kon o e sen ab, die in wissenscha lichen Kon ex en ge üh we den (Ande s/Shudak 2016). Hie is de G undgedanke, dass all jene Themen nich -di ek i un e ich e we den soll en, die un e den ele an en Expe *innen kon o e s disku ie we den. Wäh end auch hie ein gewisse In e p e a ionsspiel aum mi Blick au die F age bes eh , we hinsich lich eines spezi ischen Themas als ele an e Ex- pe *in zu gel en ha , dü e eine O ien ie ung an ins i u ionell e anke en S uk u en akademische Fo schung doch in ielen Fällen eindeu ige – und hin eichend unkon o e se – Beu eilungen e möglichen. Wäh end das K i e ium de poli ischen Au hen izi ä und das heo e ische K i e ium No men un e ich liche Kon o e si ä on de S uk u und Ve - eilung eale Kon o e sen ablei en, lei en das poli ische und das epis emische K i e ium en sp echende No men aus kon a ak ischen Kon o e sen ab. Da- bei ähnel das poli ische K i e ium in gewisse Weise dem K i e ium de poli- ischen Au hen izi ä , wäh end sich das epis emische K i e ium mi dem heo- e ischen K i e ium eng üh en läss . Das poli ische K i e ium besag , dass all jene Themen nich -di ek i un e ich e we den soll en, hinsich lich de e im Einklang mi libe aldemok a ischen G undwe en e schiedene Posi ionie un- gen möglich sind (D e up 2021). Ode ande s ausged ück : Wenn zu einem Thema übe zeug e Ve e e *innen libe aldemok a ische G undwe e konsis- en e weise un e schiedliche Meinungen haben können, dann soll e dieses Thema nich -di ek i un e ich e we den. Das epis emische K i e ium besag demgegenübe , dass all jene Themen nich -di ek i un e ich e we den soll en, hinsich lich de e es kon ligie ende, abe dennoch gu beg ünde e Posi ionen geben kann (siehe e wa Hand 2008). Ode ande s ausged ück : Wenn zu einem Thema a ionale Pe sonen zu un e - schiedlichen Einschä zungen kommen können, dann soll e dieses Thema nich -di ek i un e ich e we den. So wi d an diese S elle auch deu lich, in- wie e n das epis emische und das heo e ische K i e ium eng mi einande e - bunden sind: Wenn ein Thema un e ele an en Expe *innen kon o e s is , dann is dies ausgezeichne e E idenz da ü , dass es hinsich lich dieses Themas kon ligie ende, abe dennoch gu beg ünde e Posi ionie ungen geben kann. Und ebenso gil mi Blick au das poli ische K i e ium und das K i e ium de poli ischen Au hen izi ä : Wenn ein Thema in demok a isch gewähl en Pa la- men en kon o e s disku ie wi d, dann is dies ausgezeichne e E idenz da ü , dass es hinsich lich dieses Themas kon ligie ende Posi ionie ungen geben kann, die gleiche maßen im Einklang mi libe aldemok a ischen G undwe en s ehen. Gleichzei ig soll e alle dings auch kla sein, dass es sich hie bei um keine s ik en Implika ions e häl nisse handel : Es is ohne P obleme denkba 79 –und wohl auch egelmäßig de Fall -, dass se iöse Wissenscha le *innen i - a ionale Posi ionen ode demok a isch gewähl e Poli ike *innen undemok a- ische Posi ionen e e en. In jedem Fall läss sich o dem Hin e g und de obigen Di e enzie ung e schiedene Kon o e si ä sk i e ien eine genaue e In e p e a ion des Beu- elsbache Kon o e si ä sp inzips o mulie en: Du ch den hie o genomme- nen explizi en Reku s au Kon o e sen „in Wissenscha und Poli ik“ schein diesem P inzip eindeu ig eine Kombina ion aus dem heo e ischen K i e ium und dem K i e ium de poli ischen Au hen izi ä zug unde zu liegen. F aglich is jedoch, wie genau diese Kombina ion zu e s ehen is : Nimm man den Wo lau e ns , soll en lediglich solche Themen nich -di ek i un e ich e we - den, die sowohl in wissenscha lichen als auch in poli ischen Kon ex en kon - o e s sind. Diese wo ge eue Lesa is jedoch nich al e na i los – denkba wä e auch eine disjunk i e, wesen lich es ik i e e Lesa , gemäß de e The- men, die in wissenscha lichen Kon ex en kon o e s sind, und Themen, die in poli ischen Kon ex en kon o e s sind, nich -di ek i un e ich e we den soll- en. Ode ande s ausged ück : Themen, die in Wissenscha ode Poli ik kon - o e s sind, soll en im Un e ich kon o e s e scheinen. Diese au den e s en Blick sub il wi kende Di e enzie ung ha in de An- wendung des Kon o e si ä sp inzips wei eichende Konsequenzen. Das wi d deu lich, wenn wi uns o diesem Hin e g und noch einmal den eingangs skiz- zie en P oblem ällen zuwenden: Die Exis enz eines menschengemach en Kli- mawandels is in wissenscha lichen Kon ex en unkon o e s und in poli i- schen Kon ex en kon o e s, wäh end de mo alische We de Menschen- wü de in poli ischen Kon ex en unkon o e s und in wissenscha lichen Kon- ex en kon o e s is . Leg man die konjunk i e Lesa des Beu elsbache Kon - o e si ä sp inzips zug unde, soll e keines de beiden Themen nich -di ek i un e ich e we den. Leg man jedoch die disjunk i e Lesa zug unde, soll en beide Themen nich -di ek i un e ich e we den. Diese Anwendung zeig nich nu , wie wich ig eine kla e Di e enzie ung zwischen den beiden Lesa - en is , sonde n leg auch au den e s en Blick eine Zu ückweisung de disjunk- i en Lesa nahe. Wä e es nich o ensich lich unangemessen, wenn im Schul- un e ich e gebniso en da übe disku ie wü de, ob es einen menschenge- mach en Klimawandel, ode eine Wü de des Menschen gib ? Dass eine Zu ückweisung de disjunk i en Lesa jedoch o schnell sein könn e, wi d deu lich, wenn man einige wei e e Anwendungs älle be ücksich- ig . Nehmen wi e wa als ein zusä zliches Beispiel die philosophische F age nach dem Ve häl nis on Kö pe und Geis . Da diese F age plausible weise übe haup nich Gegens and poli ische Deba en is , is sie auch nich poli isch kon o e s. Leg man die konjunk i e Lesa des Beu elsbache Kon o e si- ä sp inzips zug unde, könn e eine spezi ische An wo au diese F age im Rahmen des Philosophie- und E hikun e ich s also di ek i un e ich e we - 80 den – und das, obwohl sie in de philosophischen Fo schung kon o e s disku- ie wi d. Hie bei handel es sich um eine me kwü dige Konsequenz. Und selbs wenn man diese K i ik ü unge ech e ig häl , weil man e wa da au beha , dass das Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip nu au solche Themen anwendba is , die sowohl Gegens and wissenscha liche als auch poli ische Delibe a ion sind, e geben sich wei e e P obleme. Denn abgesehen da on, dass o dem Hin e g und diese Replik übe haup nich kla wä e, welche Kon o- e si ä sp inzipien bei den zahl eichen un e ich lichen Themen g ei en soll- en, die nich sowohl Gegens and wissenscha liche als auch poli ische De- libe a ion sind, gib es auch noch ande s gelage e P oblem älle. Nehmen wi e wa eine Kons ella ion, in de eine wissenscha liche Kon o e se au poli i- sche Ebene nich gespiegel wi d, weil hie aus ein poli ischen G ünden eine de do e handel en Posi ionen als einzig akzep able gese z wi d. Vo dem Hin e g und de konjunk i en Lesa wü de dies bedeu en, dass die wissen- scha liche Kon o e se nich e gebniso en in Bildungskon ex e ge agen we den soll e – was eine poli isch mo i ie en Einsch änkung des g undlegen- den P inzips de Wissenscha so ien ie ung gleichkäme. Auch diese Implika- ion de konjunk i en Lesa schein schwe zu schlucken. Au den e s en Blick s ehen wi also o einem du chaus e nüch e nden E gebnis: Das Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip ha sowohl in seine kon- junk i en als auch in seine disjunk i en Lesa p oblema ische Implika ionen in konk e en Anwendungs ällen. Bedeu e das, dass dieses P inzip le z endlich ein ach unplausibel is ? 3. Das dem Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip zug undeliegende Disku s e s ändnis Meine Meinung nach wä e es o schnell, das Beu elsbache Kon o e si ä s- p inzip angesich s de im le z en Abschni he ausgea bei e en Implika ionen zu e we en. Dies wi d deu lich, sobald man den spezi ischen Kon ex be- ücksich ig , in dem dieses P inzip o mulie wo den is : Bekann e maßen handel es sich beim Beu elsbache Konsens um die Mi sch i eine poli ikdi- dak ischen Tagung, au de es um die no ma i e Aus ich ung poli ische Bil- dung nach 1968 ging. Das bedeu e , dass es sich beim Beu elsbache Kon o- e si ä sp inzip zunächs um ein genuin achspezi isches P inzip handel . Diese achspezi ische Einbe ung wi d a sächlich auch au o melle Ebene gespiegel : Wäh end das P inzip ü den Poli ikun e ich in ielen Bundeslän- de n cu icula e anke is und als „in o melles G undgese z de poli ischen Bildung“ (G ammes 1997: 165) gil , ha es o z alle äche übe g ei ende 81 P ominenz übe den Poli ikun e ich hinaus lediglich den S a us eines un e - bindlichen Vo schlags (D e up 2021: 40). Sobald man die achliche Gebundenhei des Beu elsbache Kon o e si- ä sp inzips be ücksich ig , wi d deu lich, dass es sich bei den wei e oben skiz- zie en Anwendungsbeispielen nich unbeding um P oblem älle handeln muss. So bes eh eine Au älligkei da in, dass säm liche diese Beispiele aus ande en achlichen Kon ex en, nämlich aus de na u wissenscha lichen und philosophischen Fäche g uppe en nommen sind. Und ob es sich bei den an- hand diese Beispiele he ausgea bei e en Schwächen des Beu elsbache Kon - o e si ä sp inzips auch im Kon ex des Poli ikun e ich s um Schwächen han- del , is zumindes aglich. Nehmen wi e wa die es ik i e e – und e mein - lich unplausible e – disjunk i e Lesa , nach de all jene Themen nich -di ek i un e ich e we den soll en, die in Wissenscha ode Poli ik kon o e s sind. Eine e s e K i ik an dem so ausgedeu e en P inzip wa die scheinba unmo i- ie e Be ücksich igung poli ische Kon o e sen im Falle wissenscha liche Konsense: Wa um soll e eine aus wissenscha liche Sich eindeu ig bean wo - e e F ages ellung wie die nach de Exis enz eines menschengemach en Kli- mawandels in un e ich lichen Kon ex en kon o e s e scheinen, sobald es au poli ische Ebene einen diesbezüglichen Dissens gib ? Wäh end eine solche Konsequenz mi Blick au Fäche wie den Geog a- phie- und Physikun e ich a sächlich eindeu ig inakzep abel e schein , is die Sache im spezi ischen Kon ex des Poli ikun e ich s wei aus wenige kla : Denn wenn es au poli ische Ebene a sächlich eine hand es e Kon o e se um die Exis enz eines menschengemach en Klimawandels gib , dann – so eine na- heliegende Übe legung – soll en Schüle *innen als zukün ige Teilnehme *in- nen demok a ische Delibe a ions- und En scheidungsp ozesse im Rahmen po- li ische Bildungsp ozesse auch da au o be ei e we den, ih e diesbezügliche Posi ion in kon o e sen Gemengelagen disku si zu e e en. Eine solche Diagnose e hä e sich, sobald man das spezi ische Disku s e - s ändnis be ücksich ig , das im Rahmen des Beu elsbache Konsenses mi Blick au poli ische Bildungsp ozesse o mulie wi d. So heiß es do (Weh- ling 1992: 126): De Schüle muss in die Lage e se z we den, eine poli ische Si ua ion und seine eigene In e essenlage zu analysie en, sowie nach Mi eln und Wegen zu suchen, die o ge undene poli ische Lage im Sinne seine In e essen zu beein lussen. Das hie angedeu e e Disku s e s ändnis läss sich am bes en ielleich wie olg cha ak e isie en: Disku se dienen nich de epis emischen Klä ung kon- ligie ende Wah hei sansp üche, sonde n de p ak ischen Au lösung kon li- gie ende In e essen. Das übe g ei ende Ziel eines kon o e sen Disku ses is demen sp echend – zumindes p imä – nich de gemeinsame E kenn nisge- winn, sonde n eine kons uk i e Komp omiss indung. Vo dem Hin e g und dieses Ziels sind nun wiede um auch spezi ische Disku sno men einschlägig: 82 Teilnehmende des gemeinsamen Disku ses sollen o geb ach e Posi ionen nich en lang epis emische No men, sonde n o dem Hin e g und ih e pe - sönlichen In e essenlage bewe en. Leg man ein solches Disku s e s ändnis zug unde, e schein eine un e - ich liche Be ücksich igung epis emisch obsole e Posi ionen, wie sie om Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip in seine disjunk i en Lesa o geschla- gen wi d, du chaus naheliegend. Nehmen wi e wa wiede als Beispiel die F age nach de Exis enz eines menschengemach en Klimawandels: Aus epis- emische Sich mach eine nich -di ek i e Be ücksich igung klimaskep ische Posi ionen wenig Sinn, da diese Posi ionen kla e weise alsch sind. Eine e - gebniso ene Diskussion diese Posi ionen wä e demen sp echend im Rahmen eines Disku ses, in dem es um die E kenn nis de Wah hei geh , wenig ziel- üh end. Ande s könn e es jedoch aussehen, wenn man s a dessen ein nich - epis emisches, genuin poli isches Disku s e s ändnis wie das soeben skizzie e zug unde leg . Denn wäh end aus epis emische Sich klimaskep ische Posi i- onen öllig e nachlässigba sind, handel es sich aus poli ische Sich um den Ausd uck eale In e essen, die Eingang in den poli ischen Disku s ge unden haben und mi denen sich Schüle *innen in ih e Rolle als Bü ge *innen des demok a ischen Gemeinwesens auseinande zuse zen haben we den. In diesem Sinne is die F age ielleich wenige , wa um das Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip in seine disjunk i en Lesa eine Be ücksich igung ein poli ische Kon o e sen o sieh , sonde n ehe , wa um es sich nich aus- schließlich au poli ische Kon o e sen besch änk und s a dessen auch wis- senscha liche, also genuin epis emisch dimensionie e Kon o e sen als ü un e ich liche Kon ex e maßgeblich auszeichne . Diese Übe legung könn e le z endlich ielleich doch ü eine Be o zugung de konjunk i en Lesa sp echen, die wissenscha liche Kon o e sen nu dann be ücksich ig , wenn diese auch au poli ische Ebene gespiegel we den. Gleichzei ig wü de die ü diese Lesa cha ak e is ische Nich be ücksich igung poli ische Kon o e - sen, die au wissenscha liche Ebene nich gespiegel we den, da ü sp echen, dass das dem Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip zug unde liegende Dis- ku s e s ändnis zwa ein p imä , jedoch kein ausschließlich p ak isches is : Die Idee wä e ielmeh , dass poli ische Kon o e sen zwa die ü poli ische Bildungskon ex e maßgeblichen sind, dass diese Kon o e sen abe ande e - sei s auch gewissen epis emischen S anda ds genügen müssen, um in den Un- e ich ge agen zu we den. Wie o dem Hin e g und de hie angedeu e en Übe legungen zwischen den e schiedenen Lesa en des Beu elsbache Konsenses abgewogen we den soll e, is le z en Endes eine poli ikdidak ische F age, die an diese S elle nich bean wo e we den kann. Wich ig ü den o liegenden Zusammenhang is lediglich Folgendes: Welches Kon o e si ä sk i e ium bzw. welche Kombi- na ion e schiedene Kon o e si ä sk i e ien plausibel is , schein en schei- dend om jeweils zug unde liegenden Disku s e s ändnis bzw. den aus diesem 83 Ve s ändnis abgelei e en Disku sno men abzuhängen. Da e schiedenen Fä- che n e mu lich e schiedene Disku s e s ändnisse zug unde liegen, bedeu- e das, dass die Fo mulie ung eines äche übe g ei enden Kon o e si ä sp in- zips wenig e olgs e sp echend sein dü e. Zumindes wi d diese Schluss ol- ge ung du ch die obige Diskussion des Beu elsbache Kon o e si ä sp inzips unmi elba nahegeleg : Wende man dieses u sp ünglich in poli ikdidak i- schen Kon ex en en wickel e P inzip au die na u wissenscha liche ode phi- losophische Fäche g uppe an, e geben sich unmi elba p oblema ische Gegen- beispiele. Leg man demgegenübe ein p ak isches Ve s ändnis on Disku sen als P ozess de Au lösung poli ische In e essenkon lik e zug unde, e schein das Beu elsbache Kon o e si ä sp inzip jedoch di ek wesen lich plausible . Wie genau dieses Disku s e s ändnis im De ail auszubuchs abie en is , ob es aus achspezi ische Sich übe zeugend is und welche konk e en Kon o e si- ä sk i e ien o diesem Hin e g und zu be ücksich igen sind, muss aus poli- ikdidak ische Sich disku ie we den. Aus philosophiedidak ische Sich in- e essie en mich an diese S elle ielmeh die olgenden F agen: Angenom- men, wi akzep ie en die bishe igen Übe legungen und gehen da on aus, dass (i) Kon o e si ä sp inzipien imme un e Be ücksich igung jeweils achspezi- ische Disku s e s ändnisse o mulie we den müssen, und dass (ii) das Beu- elsbache Kon o e si ä sp inzip mi Blick au die philosophische Fäche - g uppe wenig übe zeugend e schein . Welches Disku s e s ändnis wä e dem- en sp echend ü die philosophische Fäche g uppe einschlägig, und welches Kon o e si ä sp inzip wä e o dem Hin e g und eines solchen Ve s ändnis- ses plausibel? Diesen F agen möch e ich mich im nächs en Abschni widmen. 4. Disku s und Kon o e si ä aus philosophiedidak ische Pe spek i e Welches Disku s e s ändnis is ü den schulischen Philosophie- und E hikun- e ich einschlägig? Wi man einen Blick au die achdidak ische Li e a u , zeichne sich schnell ein spezi isches Bild ab. So is hie e wa die Rede da on, dass es im Rahmen philosophische Bildungsp ozesse um die Gewinnung phi- losophische „Einsich en“ (Meye 2017: 110; Bi ne 2010: 131), „die E kenn - nis de Wah hei “ (Mon ag 2017: 202) ode „das He ausa bei en des Rich i- gen“ (Rösch 2012: 250) gehe – im Ke n also um die Realisie ung genuin epis- emische We e. Wäh end eine solche Sich weise zwa unmi elba im Ein- klang mi de wo wö lichen Bedeu ung on „Philosophie“ als Liebe zu Weis- hei (al g . Φιλοσοφία) s eh , dü e sie aus Sich philosophische Lai*innen alles ande e als selbs e s ändlich sein. Gib es in de Philosophie übe haup so e was wie die Wah hei , und geh es in de Philosophie wi klich um die 84 endgül ige Bean wo ung philosophische F agen? Wäh end eine zu ieden- s ellende Diskussion de hie laue nden me aphilosophischen F agen im Rah- men dieses Bei ags nich geleis e we den kann, deck sich die skizzie e phi- losophiedidak ische Sich weise au philosophische Disku se zumindes mi S anda dansich en un e Fachkolleg*innen. So geh e wa auch eine kla e Meh hei akademische Philosoph*innen da on aus, dass die Ziele de Philo- sophie in epis emischen Gü e n wie Wah hei , Wissen, Ve s ehen ode Weis- hei bes ehen, wäh end nu eine Minde hei p ak ische Gü e wie Glück ode Ge ech igkei in diesem Zusammenhang nenn (Bou ge /Chalme s 2023). Schauen wi uns also diese epis emische Sich weise au philosophische Disku se einmal genaue an. Zunächs e möglich ein solches Disku s e s änd- nis be ei s ein besse es Ve s ändnis de spezi ischen No men und P inzipien, denen un e ich liche Auseinande se zungen mi philosophischen F ages el- lungen olgen. So bes eh ein – wenngleich siche lich nich exklusi es, so doch siche lich cha ak e is isches – Me kmal philosophische Disku se da in, dass sie a gumen a i sind. Schüle *innen sollen im Un e ich nich ein ach ih e Meinungen kund un, sonde n ielmeh zu undie en U eilen gelangen, die au angemessene Weise du ch A gumen e ges ü z sind. Vo dem Hin e g und eines genuin epis emischen Ve s ändnisses philosophische Disku se is ein solche Fokus au a gumen a i e Beg ündungsleis ungen unmi elba nach- ollziehba : P inzipiell können A gumen e in Disku sen zwa eine ganze Reihe e schiedene Funk ionen einnehmen – so kann man e wa a gumen ie en, um möglichs übe zeugend au ande e Pe sonen zu wi ken, ode um sich de Be- wegg ünde ü die eigenen Ansich en zu e gewisse n. Aus a gumen a ions- heo e ische Sich bes eh die eigen liche Funk ion on A gumen en jedoch da in, G ünde bzw. E idenz ü die Bildung on Übe zeugungen zu lie e n ( gl. Feldman 1999: 6; Fogelin/Sinno -A ms ong 2010: 3; Kelley 2013: 69; P is e 2020: Kap. 3). In de a gumen a ions heo e ischen Li e a u wi d diese Sich weise au die Funk ion on A gumen en soga als Leh buchmeinung be- zeichne (McKeon 2022: 231). In de e kenn nis heo e ischen Li e a u gil nun wiede um die Leh buchmeinung, dass ein subs an ielle Zusammenhang zwi- schen epis emische Rech e igung und Wah hei bes eh , und dass die no - ma i e K a on E idenz und G ünden demen sp echend ge ade dahe üh , dass sie uns dabei hel en, uns de Wah hei anzunähe n ( gl. Als on 1999; Gib- bons 2013: 29; G aham 2013). Das g undlegende Bild, das sich o dem Hin- e g und diese Annahmen e gib , läss sich le z endlich olgende maßen zu- sammen assen: Die wesen liche Funk ion on A gumen en bes eh da in, uns G ünde und E idenz ü die eigene Meinungsbildung zu lie e n und uns somi zu hel en, de Wah hei au de Spu zu bleiben. Dieses Bild mach o dem Hin e g und eines epis emischen Ve s ändnisses philosophische Disku se die g oße Bedeu ung a gumen a i e Beg ündungsleis ungen ü un e ich liche Auseinande se zungen mi philosophischen F agen unmi elba e s ändlich. 85 Die ü den o liegenden Zusammenhang en scheidende F age is nun, wel- che No men und P inzipien aus einem epis emischen Disku s e s ändnis mi Blick au die Kon o e si ä spezi ische Un e ich s hemen olgen. Welche Themen soll en in einem an epis emischen Gü e n ausge ich e en un e ich li- chen Disku s kon o e s e scheinen, und welche nich ? Au den e s en Blick dü e hie na ü lich eine Aus ich ung am epis emischen K i e ium unmi elba naheliegend sein: In einem an epis emischen Gü e n ausge ich e en Disku s soll en eben solche Themen kon o e s e scheinen, die aus epis emische Sich nich als geklä gel en können. Doch was genau bedeu e das? Folg man de in Abschni 1 angebo enen Cha ak e isie ung des epis emischen K i e iums, ziel dieses K i e ium da au ab, welche F ages ellungen un e e nün igen Pe sonen kon o e s wä en. Diese Idee schein e wa auch Michael Hand, ein in e na ional p ominen e Ve ech e des epis emischen K i e iums, zum Aus- d uck zu b ingen, wenn e sch eib (Hand 2008: 217): [The] […] epis emic c i e ion equi es ha iews be judged by he e idence o a gumen s in hei suppo . Whe e wo o mo e con lic ing iews on a ma e enjoy he suppo o co ob- o a ing e idence o c edible a gumen s, eache s should p esen hose iews as impa ially as hey can. Vo dem Hin e g und des epis emischen K i e iums soll ein Thema im Un e - ich also scheinba dann kon o e s e scheinen, wenn es hinsich lich dieses Themas e schiedene Posi ionen gib , die a gumen a i ges ü z we den kön- nen. Eine solche Lesa schein auch e wa Robe Dea den, au den sich Hand explizi bezieh , zu e e en, wenn e sch eib , dass ein Thema im Un e ich kon o e s e scheinen muss, wenn es zu diesem Thema e schiedene Posi io- nen gib , die nich un e nün ig (engl. con a y o eason) sind (Dea den 1981: 86). Angesich s eines nähe en Blickes wi d jedoch deu lich, dass es sich hie - bei um eine seh es ik i e Ausdeu ung des epis emischen K i e iums handel . Denn a sächlich dü e es e mu lich so gu wie kein Thema geben, das die so o mulie e Bedingung nich e üll : Da sich bekann lich auch ü einige ma- ßen abwegige Posi ionen A gumen e inden lassen, dü e es le z endlich kaum Themen geben, mi Blick au die es nu eine einzige a gumen a i ges ü z e Posi ion gib und die demen sp echend di ek i un e ich e we den dü en. Dennoch is es nich so, als hä e diese es ik i e Lesa des epis emischen K i e iums keine lei Anklang in de philosophiedidak ischen Li e a u ge un- den. So sch eib e wa Ma kus Tiedemann (Tiedemann 2016: 17 .): We pos ulie , dass philosophische Re lexion s e s zu einem P ima on Demok a ie, Men- schen ech en und Humanismus üh , de i . Selbs e s ändlich lassen sich auch an idemo- k a ische En wü e übe zeugend beg ünden. Ebenso da man nich behaup en, dass die his- o ischen G ößen de Philosophie meh hei lich übe zeug e Demok a en wa en. […] ‚15 Punk e, Sie Scheusal!‘ Einen Kommen a wie diesen muss jede Philosophieleh e in un e eine Klausu sch eiben können, so e n die o malen K i e ien s ingen en und kohä en en A gumen ie ens e üll sind. 86 Eine Sich weise wie die hie angedeu e e könn e jedoch du chaus schwe ge- wich ige Implika ionen mi sich b ingen, die es zu bedenken gil . Im Philoso- phie- und E hikun e ich we den egelmäßig g undsä zliche mo alische und poli ische F agen, e wa nach dem mo alischen S a us on Tie en, dem We menschlichen Lebens ode den G undzügen eine ge ech en Gesellscha dis- ku ie . Hinsich lich all diese F agen gib es ex eme – und ex em unplausible Posi ionen –, ü die sich A gumen e, die au den e s en Blick ielleich übe - zeugend wi ken mögen, inden lassen und die auch on einzelnen Au o *innen in de Philosophiegeschich e e e en wo den sind. Neben Tiedemanns eige- nem Beispiel an idemok a ische Ansich en wä en ande e Beispiele e wa die ca esische Sich weise au Tie e als bloße Au oma en ( gl. Desca es 1990: 32) ode die no o ische Misogynie eines Immanuel Kan ( gl. Kan : 152). Solche Sich weisen in un e ich lichen Disku sen au nich -di ek i e Weise als gleich- be ech ig e Al e na i en zu behandeln, könn e egelmäßig ehe dazu üh en, dass zumindes einige Le nende in ih e U eilsbildung in die I e ge üh we - den, als dass dadu ch die gemeinsame Suche nach de Wah hei be ö de wü de. Aus diesem G und möch e ich eine libe ale e Lesa des epis emischen K i- e iums o schlagen, wonach ein Thema nu dann im Un e ich kon o e s e scheinen soll e, wenn es hinsich lich dieses Themas e schiedene Posi ionen gib , on denen keine eindeu ig als a gumen a i bes ges ü z e iden i izie we den kann und die in diesem Sinne als in e wa gleiche maßen gu beg ünde zu gel en haben. In de ( ach-)didak ischen Li e a u is in diesem Sinne bis- weilen auch die Rede da on, dass „epis emisch geklä e Au assungen“ (Gie- singe 2021: 21) in un e ich lichen Kon ex en di ek i e mi el we den kön- nen. Zieh man diese In e p e a ion des epis emischen K i e iums als G undlage zu Fo mulie ung eines angemessenen Kon o e si ä sgebo s ü die philoso- phische Fäche g uppe he an, e geben sich mi Blick au die un e ich sp ak i- sche Anwendung unmi elba einige naheliegende Schwie igkei en. Wie – und on wem – soll denn in einem konk e en Fall bes imm we den, welche Posi- ionen wie gu beg ünde sind? We den e schiedene Leh k ä e hie nich un- weige lich zu kon ligie enden Einschä zungen kommen, und wi d somi nich genau de A on A bi a i ä Vo schub geleis e , die du ch Kon o e si ä s- gebo e eigen lich e mieden we den soll e? An diese S elle is es hil eich, sich die be ei s e wähn e Eng üh ung des epis emischen mi dem heo e ischen K i e ium o Augen zu üh en: Diese beiden K i e ien sind un e ande em deswegen so eng mi einande e bunden, weil eine hin eichend o ene Kon - o e se un e Expe *innen in de Regel ausgezeichne e E idenz da ü is , dass es hinsich lich de diese Kon o e se zug unde liegenden F ages ellung e - schiedene gleiche maßen gu beg ünde e Posi ionen gib . Und ande she um is ein hin eichend s abile Konsens un e Expe *innen ausgezeichne e E idenz 87 da ü , dass es hinsich lich de zug unde liegenden F ages ellung eine spezi i- sche Posi ion gib , die eindeu ig als bes ges ü z e iden i izie we den kann. Das bedeu e , dass sich Leh k ä e bei de Anwendung des epis emischen K i e iums nich an pe sönlichen Einschä zungen de Plausibili ä spezi ische philosophische Posi ionen, sonde n ielmeh an Meinungs e eilungen un e p o essionellen Philosoph*innen o ien ie en soll en. Und a sächlich häl das no o ische Vo u eil de akademischen Philosophie als Schaupla z ewige und allum assende Kon o e sen einem genaue en empi ischen Blick nich S and: So bewe e e wa eine kla e Meh hei de p o essionellen Mo alphilosoph*in- nen Schwange scha sabb üche im e s en T imes e als mo alisch e e ba (86,11 %), gen echnische Manipula ionen menschlichen E bgu s als p inzipi- ell zulässig (74,26 %) und die Todess a e als e we lich (74,13 %) (Bou - ge /Chalme s 2023). Eine sei s soll en solche E gebnisse zwa nich o schnell übe bewe e we den – belas ba e empi ische Da en zu Meinungs e eilungen un e p o essionellen Philosoph*innen sind nach wie o a , und seh iele philosophische F agen we den in de akademischen Philosophie e mu lich wei aus kon o e se sein. Zudem s ell sich an diese S elle na ü lich unmi - elba die F age, we genau übe haup als p o essionelle: Philosoph:in zu gel- en ha bzw. welche T adi ionen, S ömungen und ins i u ionellen Kon ex e in diesem Zusammenhang be ücksich ig we den müssen. Ande e sei s sieh man jedoch, dass Beispiele wie die oben genann en be ei s du chaus subs an ielle Implika ionen ü die un e ich liche P axis haben könn en. Nehmen wi e wa die F age nach de mo alischen Bewe ung on Schwange scha sabb üchen: Diese F age wi d egelmäßig zum Thema des Philosophie- und E hikun e - ich s gemach , wobei o mals auch adikal ab eibungsk i ische S immen, e wa on Religions e e e n, als gleichbe ech ig e Posi ionen e gebniso en disku ie we den.2 Angesich s de Ta sache, dass solche Posi ionen on de übe wäl igenden Meh hei de p o essionellen Mo alphilosoph*innen eindeu- ig abgelehn we den, wä e zu agen, welchen spezi ischen Bei ag ein solches Vo gehen zu gemeinsamen Wah hei ssuche im Rahmen eines an epis emi- schen We en ausge ich e en Disku ses leis en kann. Wäh end solche konk e en Anwendungs agen an diese S elle nich e - ie end disku ie we den können, soll e de hie en wickel e G undgedanke ei- nes an den spezi ischen Disku sno men de philosophischen Fäche g uppe o i- en ie en Kon o e si ä sgebo s dennoch kla gewo den sein: In dem epis emi- schen Ideal de Wah hei e p lich e en Un e ich sdisku sen soll en nu sol- che Posi ionen e gebniso en disku ie we den, die eine hin eichende epis e- mische Quali ä ü sich beansp uchen können. Demen sp echend schein eine 2 Ein Beispiel hie ü wä e e wa das on Alexande Chucholowski en wickel e und in E hik & Un e ich publizie e Un e ich s o haben „Julias En scheidung“, in dem ei- nem philosophischen Tex on No be Hoe s e ein k i ische Tex des ehemaligen Mainze Bischo s Ka l Ka dinal Lehmann gegenübe ges ell wi d (Chucholowski 2017). 94 ehlungen e o de die Komplexi ä de pädagogischen P axis eine di e en- zie e Auseinande se zung mi un e schiedlichen Fo men und U sachen on Kon o e si ä . Dies gil insbesonde e, da sich Kon o e si ä im Un e ich nich nu in den behandel en Inhal en, sonde n auch in den pädagogischen Zie- len und de en heo e ischen G undlagen wide spiegel . In diesem Bei ag wi d de me a- e lexi e Ansa z de Leh pe sonenp o es- sionalisie ung (C ame e al. 2019) als heo e ische Rahmen o geschlagen, um einem Ve s ändnis diese Komplexi ä besse ge ech zu we den. De me a- e lexi e Ansa z geh da on aus, dass gelingende P o essionalisie ung on Leh pe sonen auch in de Auseinande se zung mi un e schiedlichen, eilweise wide sp üchlichen Pe spek i en au p o essionelle P axis bes eh . Dabei wi d eine explizi e Beschä igung mi den G undlagen und Fo men pädagogische Ungewisshei anges eb . Leh pe sonen sollen im Lau e de Phasen ih es P o- essionalisie ungsp ozesses in die Lage e se z we den, e schiedene Zu- gänge zu P axis zu di e enzie en und k i isch mi Blick au ih e Hin e g ünde und G enzen zu e lek ie en. De me a- e lexi e Ansa z e olg dami den An- sp uch, Leh pe sonen zu be ähigen, de Ungewisshei ih es p o essionellen Handlungs eldes zu begegnen. Im o liegenden Bei ag wi d un e such , welche e schiedenen Pe spek i- en sich mi Blick au den Umgang mi Kon o e si ä im Un e ich un e - scheiden lassen. Ein besonde e Fokus lieg au de Abg enzung zwischen ei- ne poli isch ode poli isch bildend e s andenen Kon o e si ä und eine s ä - ke an epis emischen F agen o ien ie en Kon o e si ä , wie sie o allem in den Schul äche n Philosophie ode E hik on Bedeu ung is . Da au au bauend wi d die F age disku ie , wie ein me a- e lexi e P o essionalisie ungsp ozess aussehen kann, de Leh pe sonen au einen kons uk i en Umgang mi Kon - o e si ä o be ei e . 2. Beg i sklä ungen Als kon o e s we den gewöhnlich Themen besch ieben, zu denen un e - schiedliche G uppen als undamen al un e schiedlich emp undene Posi ionen einnehmen, die du ch g undlegend un e schiedliche Beg ündungsansä ze, un- geklä e A gumen a ionen ode auch ande e Kon lik linien gep äg sind. Kon - o e se Themen sind dadu ch übliche weise emo ional bese z und we den e - bunden mi – o langanhal enden – Auseinande se zungen und soga Kon lik- en, ü die keine ein ache und schnelle Au lösung angenommen wi d. De ehe akademische Beg i de Kon o e si ä okussie die Eigenscha ode den Zus and des Kon o e sseins on Themen. 95 In deu schsp achigen bildungsbezogenen Disku sen e e ie de Beg i Kon o e si ä da übe hinaus au einen o als Kon o e s(i ä s)gebo ode Kon o e s(i ä s)p inzip bezeichne en Abschni des als Beu elsbache Kon- sens bekann gewo denen Tagungsp o okolls on Hans-Geo g Wehling (1977) und seine o allem poli ikdidak ische Rezep ion. Kon o e si ä is dabei ü Leh pe sonen in sozial- und gesellscha swissenscha lichen Fäche n mi dem Ansp uch e bunden, die Fo de ung zu e üllen, dass das, was in Wissenscha und Poli ik kon o e s sei, auch im Un e ich so e scheinen müsse. Dies kann zunächs bedeu en, dass Leh pe sonen gelingende Weisen inden müssen, mi kon o e sen Themen und ih en Konsequenzen ü den Un e ich umzugehen. Da übe hinaus kann es auch bedeu en, Kon o e si ä pädagogisch und didak- isch zu nu zen, indem sie absich lich in den Un e ich eingeb ach ode e - zeug wi d (Cassa /Oos e hee /Meije 2023; Reinha d 2018; Yacek 2021). Aus un e schiedlichen Pe spek i en au Leh pe sonenp o essionalisie ung kann die F age, was einen gelungenen Umgang mi Kon o e si ä ausmach , un e schiedlich bean wo e we den. Dies gil zunächs ü um assende P o es- sionalisie ungsansä ze, das heiß zum Beispiel ehe kompe enzo ien ie e ode s uk u heo e ische Pe spek i en au den Umgang mi ode Einsa z on kon - o e sen Themen. O ien ie an Modellen on Leh pe sonenkompe enzen könn e beispielsweise mi Blick au Me kmale on Un e ich squali ä ode P ozesss anda ds poli ische Bildung ge ag we den, welche Umgangs o men mi kon o e sen Themen als besonde s wünschenswe gel en, um so abg enz- ba e und e le nba e Handlungsan o de ungen ü Leh pe sonen zu besch ei- ben. Beispielsweise könn e gep ü we den, ob eine Leh pe son geeigne e Da - s ellungs o men und Me hoden nu z , um Le nenden e schiedene Pe spek i- en in ih en Un e schieden und Gemeinsamkei en zugänglich zu machen und du ch die E zeugung kogni i e Spannung ele an e Le nziele zu ö de n (G o- nos ay 2019). In s a k au Kompe enzmodellie ung bezogenen Ansä zen kann de heo e ische We on Kon o e si ä hingegen olls ändig in F age ges ell und in einzelne, möglichs konk e e Handlungsan o de ungen au gelös we - den (Weißeno 2017). Demgegenübe blicken s ä ke s uk u heo e isch e o ba e Ansä ze au die mi dem Handeln on Leh pe sonen e bundene Dilemma a und An ino- mien. Die Au gabe on Leh pe sonen bes eh hie ehe im geschick en Bewäl- igen on K isen (Helspe 2016), die o s ä ke du ch die In e ak ion on Leh - pe son, Le ngegens änden und Le nenden bes imm sind. In seine Disse a- ion se z sich Rico Beh ens (2014) mi Leh pe sonen auseinande , die im Rah- men ih es Un e ich s – und da übe hinaus – au Äuße ungen ech sex em o ien ie e Jugendliche eagie en müssen. In seine s uk u heo e isch un- die en Analyse e o e e das Handeln diese Leh pe sonen in Spannungs el- de n wie beispielsweise zwischen de S abilisie ung de Beziehung zu ex e- mis isch o ien ie en Schüle *innen und einem Schu z ande e Schüle *innen 96 o de Ve b ei ung und No malisie ung on ex emis ischen und mögliche - weise menschen eindlichen Posi ionen (ebd.). Mi Blick au die Leh pe sonenbildung en s eh das P oblem, dass diese Pe spek i en o zu inkong uen en Be ach ungen on P axis üh en können. Die s uk u heo e ische Pe spek i e implizie si ua ionsspezi ische T ade- O s zwischen e schiedenen Handlungsal e na i en, die sich nich ode nu schwe in gene alisie ba en Kompe enzen abbilden lassen. Eine emo ionale Gesp ächs egel e le zung in eine kon o e sen Un e ich ssi ua ion kann so- wohl o dem Hin e g und on Ansä zen be ach e we den, die s ä ke au egelbasie en Klassen üh ungskonzep en au bauen, als auch on Ansä zen, die schulische Mach e häl nisse k i isch analysie en. Was als gu es Leh pe - sonenhandeln gil , kann je nach heo e ischem Ansa z nich nu un e schiedlich in e p e ie we den – diese Deu ungen können soga in Kon lik mi einande s ehen: Aus de Pe spek i e eines k i isch-pädagogischen Ansa zes kann genau jenes Handeln, das nach eine Vo s ellung on gu e Klassen üh ung wün- schenswe e schein , als p oblema ische Rep oduk ion on Mach ge ällen e - scheinen. Die Pe spek i en basie en au un e schiedlichen no ma i en und epis emischen Vo ausse zungen und okussie en un e schiedliche Aspek e on P axis. Angehende Leh pe sonen we den im Rahmen ih es S udiums und Vo be- ei ungsdiens es mi e schiedenen de a igen Zugängen zum Ve s ändnis p o- essionelle P axis kon on ie . Sie können dabei de Ve suchung e liegen, eine einzelne Pe spek i e als die einzig gül ige anzunehmen. Dies kann mi de Annahme einhe gehen, diese Pe spek i e e laube einen di ek en Du chg i au P axis, die säm liche p ak ische He aus o de ungen olls ändig au löse. Diese Annahme wi d jedoch en äusch , sobald sich die e leb e pädagogische P axis als komplexe e weis als sie du ch das Sich eld eine einzigen heo e ischen B ille abbildba wä e. Hie bes eh das Risiko on P o essionalisie ungsb ü- chen ode ga Dep o essionalisie ungsp ozessen, wenn im S udium e le n es Wissen als p axisun auglich wah genommen wi d. Um dem o zubeugen und einen komplexen Blick au das Ve häl nis on Theo ie und P axis zu e mögli- chen, wi d im me a- e lexi en Ansa z die Mul ipe spek i i ä und Kon ex ua- li ä on Theo ie-P axis-Bezügen he o gehoben und ü angehende Leh pe - sonen angebahn . Das Ziel eine solchen P o essionalisie ung is es, eine Leh - pe son in die Lage zu e se zen, e schiedene p o essions ele an e Pe spek i- en, de en G undlagen und jeweiligen Ve häl nisse zu P axis abg enzen und zu Re lexion des eigenen Handelns nu zen zu können. 97 3. Kon o e si ä in de poli ischen Bildung Das Ve s ändnis on Kon o e si ä im deu schsp achigen Raum wi d maß- geblich om Beu elsbache Konsens gep äg , de in den 1970e Jah en im Kon- ex poli ische und gesellscha liche Pola isie ung en s and. Das da in o mu- lie e Kon o e si ä sgebo e üll zunächs zwei Zwecke. Im Zusammenhang mi dem P inzip de O ien ie ung an den In e essen de Schüle *innen ziel Kon o e si ä e s ens da au ab, Schüle *innen zu e möglichen, eigens ändig un e schiedliche Pe spek i en zu e s ehen und k i isch zu e lek ie en – wo- bei un e bes imm bleib , wie dies genau geschehen soll. Zwei ens dien Kon - o e si ä de Abweh on Indok ina ion und im geschich lichen Kon ex dem Schu z de Schüle *innen o Übe wäl igung und Ve einsei igung du ch Ve - einnahmungs e suche des poli ischen Un e ich s du ch einzelne ideologische S ömungen und dami e bundene poli ische Ziele. Die im Beu elsbache Konsens e wende e Fo mulie ung „Was in Wissenscha und Poli ik kon o- e s is “ ope a ionalisie Kon o e si ä zunächs als beobach ba e Ta sache: Ein Thema is demnach kon o e s, wenn es in wissenscha lichen ode poli i- schen Deba en als s i ig e handel wi d. Kon o e si ä wi d aus diese Pe - spek i e nich als in insische Eigenscha eines Themas gesehen, sonde n häng da on ab, wie es in spezi ischen Disku s elde n wah genommen und be- handel wi d. Spä e e poli ikdidak ische Ansä ze e wei e n dieses Ve s ändnis on Kon - o e si ä . Es geh nich meh nu um die bloße Beobach ung, dass ein Thema als kon o e s gil , sonde n auch da um, au welche A und Weise es kon o- e s is und welche U sachen diese Kon o e si ä zug unde liegen. G onos ay (2019) un e scheide ie Fo men poli ische Kon o e si ä , die au un e - schiedlichen U sachen basie en. Zum einen können Dissense du ch eine unzu- eichende Da enlage en s ehen, bei de wesen liche In o ma ionen ehlen ode wide sp üchlich sind. Diese Kon o e sen können – zumindes pe spek i isch – du ch wei e e Übe p ü ung gelös we den. Eine wei e e Fo m on Dissens esul ie aus un e schiedlichen In e essen zwischen G uppen, die zu Kon lik- en üh en; beispielsweise im Falle on Ta i e handlungen zwischen A bei - gebe - und A bei nehme pa eien. Da übe hinaus lassen sich Kon o e sen abg enzen, die au un e schiedlichen In e p e a ionen on U eilsk i e ien be- uhen. Diese können en wede aus abweichenden Deu ungen und P io isie un- gen gemeinsame We e ode aus g undsä zlich un e schiedlichen We o s el- lungen en s ehen. Schließlich besch eib G onos ay auch Dissense, die au - g und ie e ideologische Un e schiede en s ehen, bei denen die We - und Ra ionali ä s o s ellungen so s a k di e gie en, dass eine Ve s ändigung übe g undlegende Fak en und We e nich möglich is . Sie bezieh sich hie au Le inson (2006), de beispielsweise k ea ionis ische A gumen a ionen in die 98 Nähe eine Kuhn’schen Inkommensu abili ä mi (ak uell akzep ie en) wis- senscha lichen S anda ds ück (ebd.: 1212). In ih e Auseinande se zung o- kussie G onos ay s uk u elle Dissense, die nich du ch a ionales Handeln de Pa eien unmi elba gelös we den können. Fo men on Kon o e sen, die du ch Miss e s ändnisse – beispielsweise du ch die un e schiedliche, den Pa - eien nich bewuss e Fokussie ung au Mik o- ode Mak oebenen eines Sach- e hal s – ode emo ionale Au ladung beding sind, we den nich explizi be- ach e . Auße halb des deu schsp achigen Raums wi d die kon o e se Auseinan- de se zung mi gesellscha lichen S ei agen in Schulen s ä ke au un e - schiedliche demok a ie heo e ische G undlagen bezogen, mi denen auch di- e gie ende pädagogische Ziele einhe gehen. Dabei sind delibe a i und ago- nis isch o ien ie e Zugänge zu poli ischen Bildung un e scheidba . Delibe a- i e demok a ie heo e ische Ansä ze ( gl. Gu mann/Thompson 2004) basie en au de Annahme, dass demok a ische P ozesse du ch a gumen a i e Disku se und die gemeinsame Suche nach beg ünde en En scheidungen gekennzeichne sein soll en. Ziel is es, dass allgemein e bindliche En scheidungen ü alle Be eilig en anspa en , au nach ollziehba en Beg ündungen basie end und nach e e ba en P ozess egeln ge o en we den. Im Kon ex on poli ische Bildung bedeu e dies, dass Schüle *innen dazu be ähig we den sollen, ih e eigenen Posi ionen a ional zu a ikulie en, Gegena gumen e zu e lek ie en und gegebenen alls ih e Übe zeugungen zu e idie en (D e up 2021). Kon o- e si ä im Un e ich dien dabei de Be ähigung zu Pa izipa ion an eine k i ischen Ö en lichkei und de Fö de ung de Fähigkei , demok a ische P o- zesse a ional und anspa en zu e handeln und zu ges al en. Im Gegensa z dazu be onen agonis ische Ansä ze, die im Be eich de poli- ischen Bildung o on Chan al Mou e (2000) inspi ie sind, den o wäh- enden Cha ak e poli ische Kon lik e und die Un e meidba kei on Di e- enzen. Mou e k i isie delibe a i e Demok a ie heo ien da ü , dass sie ein S eben nach Konsens e olg en, das no wendige poli ische Auseinande se - zungen un e d ücken könne. Sie a gumen ie , dass Demok a ie nich da in be- s ehen solle, Kon lik e in konsensuellen En scheidungen zu lösen, sonde n diese in eine Weise zu kanalisie en, die Gegne scha ans elle on Feindscha he o b ing . In en sp echenden Modellen in de poli ischen Bildung s eh die Ane kennung des Ande en als legi imen Gegne im Vo de g und. Schüle *in- nen müss en hie dazu be ähig we den, ih e eigenen poli ischen Iden i ä en zu o men und zugleich Di e enzen auszuhal en (Rui enbe g 2009; Lo 2017; San e al. 2021). Die Da s ellung on Kon o e si ä ziel dabei nich zen al au a ionale Aushandlungen, sonde n au das Ve s ändnis on Mach e häl nis- sen und emo ionalen Dynamiken inne halb poli ische Auseinande se zungen sowie die Re lexion de eigenen Posi ion in Bezug au diese Kon lik e. Vo dem Hin e g und beide Ansä ze s ell sich die F age, ob alle gesell- scha lich kon o e sen Themen im Un e ich o en disku ie we den soll en. 99 Die F age s ell sich insbesonde e dann, wenn du ch eine öllig o ene Diskus- sion an i-wissenscha lichen, i a ionalen ode disk iminie enden – und eine gleichbe ech ig e, espek olle Gegne scha unmöglich machenden – Posi io- nen gleiche Gel ung e scha we den könn e. In de Deba e übe mögliche K i e ien ü Kon o e si ä ( gl. D e up 2021) we den di ek i e und nich di- ek i e Ges al ungen on Kon o e si ä im Un e ich un e schieden. Ein di- ek i es Vo gehen lieg o , wenn die Leh pe son ein kon o e ses Thema en - wede nich als solches da s ell ode im un e ich lichen Se ing e such , die Le nenden in ih e Auseinande se zung mi dem Thema zu einem bes imm en Schluss zu lenken. So besch eib beispielsweise Honey (2015), wie k ea ionis- ische Gegenposi ionen zu E olu ions heo ie im Biologieun e ich genu z we den können, um das Ve s ändnis le z e e – auch mi Blick au ih en S a us als wissenscha liche Theo ie – zu s ä ken. Nich di ek i es Un e ich en inde sich demgegenübe do , wo die Leh pe son nich bes imm , in welche Rich- ung sich die gedanklichen P ozesse de Le nenden en wickeln. So könn e bei- spielsweise eine E hikleh pe son in eine Deba e um die Legi imi ä on S e - behil e e such sein, un e schiedlich – und gegebenen alls auch nach un e - schiedlichen (z. B. e schiedenen eligiösen) S anda ds beg ünde e Posi ionen als angemessene S andpunk e zu akzep ie en. Hand (2008) un e scheide d ei zueinande al e na i e K i e ien, die die En scheidung da übe lei en könn en, ob eine kon o e se F age di ek i , also mi eine kla en Posi ionie ung de Leh pe son, ode nich di ek i , also ohne kla e Zielposi ion, un e ich e we den soll e. Das e hal ensbezogene K i e ium: Hie nach soll en Themen dann nich di ek i un e ich e we den, wenn sie zu Meinungs e schieden- hei en inne halb de Gesellscha üh en. Hand lehn dieses K i e ium ab, da es dazu üh en könn e, dass auch unin o mie e ode alsche Posi ionen als kon o e s gel en, sobald sie on eine aus eichend g oßen G uppe e e en we den. Illus a i läss sich hie beispiels- weise au den Glauben an eine lache E de e weisen: Eine Leh pe - son, die lediglich das e hal ensbezogene K i e ium anleg , wü de die F age de Fo m de E de nich di ek i bzw. e gebniso en un e ich- en, sobald aus eichend Mi gliede de Gesellscha einen Glauben an eine lache E de äuße n und ein o de n. Das poli ische K i e ium: Nach diesem K i e ium soll en Themen nich di ek i behandel we den, wenn sie nich au Basis de ö en li- chen We e eine libe alen Demok a ie en schieden we den können. Hie läss sich das Beispiel menschen eindliche , mögliche weise ge- nozidale poli ische Posi ionen anb ingen: Auch diese müss en bei einem ein e hal ensbezogenen K i e ium in eine nich di ek i e Dis- kussion au genommen we den, so e n sie on eine aus eichenden 100 Anzahl an Menschen e e en we den. Au G undlage des poli i- schen K i e iums können sie jedoch in den Be eich des Di ek i en allen: Leh pe sonen können sie zwa – wo nö ig – hema isie en, sä- hen es abe als ih e Au gabe, pädagogisch gegen die Posi ionen zu a bei en. Hand k i isie dieses K i e ium jedoch, weil es die en scheidenden We e als selbs e s ändlich und gegeben o ausse z . Um sie akzep- ie en zu können, müss en Le nende hingegen die Möglichkei haben, auch diese We e selbs k i isch e lek ie en zu können. Das poli ische K i e ium häl hie au keine An wo pa a . Das epis emische K i e ium: Hand plädie ü dieses K i e ium, wo- nach eine F age dann nich di ek i un e ich e we den soll e, wenn e schiedene Posi ionen zu diesem Thema exis ie en können, ohne dass sie im Wide sp uch zu Ve nun k i e ien s ehen. Demnach soll- en Posi ionen au de G undlage on E idenz und A gumen en beu - eil we den. Die Annahme eine lachen E de iele also nich meh in den Be eich des nich di ek i en Disku ses, da sie mi wissenscha - lich akzep ie e E idenz und A gumen a ion kollidie . Hand geh da übe hinaus da on aus, dass sich auch die Ve einba kei mi libe- alen G undwe en aus dem epis emischen K i e ium ablei en ließe. Du ch die Un e scheidung we den keine konk e en Me hoden ü den Un e - ich spezi izie . Dies bedeu e , dass di ek i es und nich di ek i es Vo gehen un e schiedlich ealisie we den kann: Di ek i es Un e ich en kann sowohl in einem kla en, o enen A gumen ie en de Leh pe son ü ode gegen be- s imm e Posi ionen bes ehen als auch in en deckenden, o enen Un e ich s o - men. Nich di ek i e Me hoden können sowohl schüle *innenzen ie als auch leh pe sonenzen ie umgese z we den. 4. Fachdidak ische Spezi izie ungen on Kon o e si ä auße halb de poli ischen Bildung In den e gangenen Jah en wu de de Beu elsbache Konsens iel äl ig ezi- pie , k i isie und angepass . Inne halb de poli ischen Bildung inden sich e meh Fo de ungen nach eine s ä ke en No ma i i ä . Die „F ank u e E - klä ung“ o de e 2015 eine k i isch-emanzipa o ische Aus ich ung de poli i- schen Bildung, die Kon o e si ä als kon lik ha e Auseinande se zung mi Mach s uk u en beg ei . Sie plädie da ü , ma ginalisie e Posi ionen sich - ba e zu machen und al e na i e Zukun spe spek i en zu hema isie en (Eis 101 e al. 2015; siehe auch Eis 2016). Thomas K üge , P äsiden de Bundeszen - ale ü poli ische Bildung, bezeichne e den Konsens 2020 als „sowohl zei lich als auch inhal lich [...] übe hol “ (K üge 2020: 182) und o de e eine p äzi- se e De ini ion on Kon o e si ä , die „ o e Linien“ (ebd.: 182) kla e he o - hebe und einen „unk i ischen ‚Dialog-Fe isch‘“ (ebd.: 184) zu ückweise, um nich – en gegen de Absich hin e dem Beu elsbache Konsens – als Fo de- ung nach eine neu alen Hal ung gegenübe ex emis ischen ode assis i- schen Posi ionen miss e s anden zu we den. K üge sp ach sich ü eine s ä - ke e no ma i e Posi ionie ung de poli ischen Bildung aus, die neben de kog- ni i en Wissens e mi lung auch a ek i e Aspek e in eg ie und bes ehende Mach - und Hegemonie e häl nisse (selbs -)k i isch e lek ie en soll. Wi d de Umgang mi Kon o e si ä im Rahmen eine achübe g ei enden ode äche e bindenden Demok a iebildung als Au gabe ü Leh pe sonen e schiedene Fäche – also auch jensei s des Poli ikun e ich s – e s anden, is jedoch zen al zu un e suchen, wie Kon o e si ä in ande en Fachdidak i- ken e s anden wi d. Im Folgenden wi d dabei eine Auswahl be ach e : Zu- nächs wi d au die Rezep ion des Beu elsbache Konsens in de Religionsdi- dak ik eingegangen, die die im obigen Absa z hema isie en En wicklungen in de poli ischen Bildung eilweise au g ei , be o de aillie e au die Ausei- nande se zung mi Kon o e si ä im Kon ex de Philosophiedidak ik, insbe- sonde e im Rahmen des D esdne Konsenses, eingegangen wi d. In de Religionsdidak ik wu de de Beu elsbache Konsens un e schiedlich adap ie . In de Mus e o dnung ü die E eilung de Missio Canonica wi d beispielsweise ein s a k an die Fo mulie ung im Beu elsbache Konsenses an- gelehn es Kon o e si ä sgebo in eg ie , das im Kon ex o allem au heo- logische und inne ki chlich kon o e se Themen bezogenen wi d (Deu sche Bischo skon e enz 2023). Einen deu lich s ä ke no ma i e o e en Weg geh de Schwe e Konsen (Ins i u ü Ka holische Theologie de TU Do - mund/Kommende Do mund 2022). Diese üh eine mach k i ische Pe spek- i e ein, die aus eligiös beg ünde e Pe spek i e zu A ikula ion on K i ik und P o es gegenübe bes ehenden Mach e häl nissen au u und die Bedeu- ung on Posi ionali ä , beziehungsweise dem Ein e en ü ma ginalisie e G uppen, be on . Zule z bezieh de ökumenische Koblenze Konsen zu e angelischen und ka holischen Religionsdidak ik Kon o e si ä s ä ke au den Aus ausch on A gumen en, „ e nün igen Disku s“ und Beg ündba kei , wodu ch ein „Plu alismus de Beliebigkei “ e mieden we den soll (E ange- lisch-Theologische Fakul ä en ag/Kon e enz de Ins i u e ü E angelische Theologie/Ka holisch-Theologische Fakul ä en ag e.V. un e ö en lich e Be- schluss assung) De Koblenze Konsen e inne dabei an eine Adap ion des Beu elsbache Konsenses aus de Philosophiedidak ik. Hie e abschiede en de Fach e band Philosophie e.V., de Fach e band E hik e.V. und das Fo um ü Didak ik de Philosophie und E hik (2016) den D esdne Konsens ü den Philosophie- und 102 E hikun e ich . Diese g ei die P inzipien des Beu elsbache Konsens au , e o mulie sie jedoch eben alls achspezi isch. Die Au o *innen des D esd- ne Konsenses legen bei de Fo mulie ung eines eigenen Kon o e si ä sgebo s We da au , dass im Un e ich meh e e, gu beg ünde e, oneinande abwei- chende Posi ionen möglich sind. Zugleich sollen schlech beg ünde e ode sachlich unzu eichende A gumen e im Disku s bewuss zu ückges ell we den, um besse undie en Posi ionen Raum zu geben. Das P inzip de Kon o e - si ä wi d zusä zlich lankie du ch das Gebo de wel anschaulichen und eli- giösen Neu ali ä , wonach Leh pe sonen keine wel anschaulichen ode eligi- ösen Posi ionen be o zugen ode einsei ig da s ellen sollen; sie sollen ih e Rolle ielmeh da in sehen, Schüle *innen anzulei en, A gumen e unabhängig on pe sönlichen Vo annahmen zu p ü en. Insgesam g enz sich de D esdne Konsens gegenübe dem Beu elsbache Vo gänge du ch seine s a ke Aus ich ung au logische Konsis enz und a gu- men a i e Quali ä ab. Beliebigkei wi d explizi abgelehn . Wäh end ge ade in ehe agonis isch o ien ie en Ansä zen de Poli ikdidak ik Kon o e si ä häu ige au die Gegenübe s ellung un e schiedliche poli ische In e essen so- ziale G uppen (z. B. A bei nehme *innen s. A bei gebe *innen) ode die Abwägung konku ie ende We e (Siche hei s. F eihei ) bezogen und diese Gegensä ze zuweilen als undamen ale Cha ak e is ika des Poli ischen be- ach e we den (Mou e 2000), wi d Kon o e si ä im D esdne Konsens s ä - ke on eine Be onung on logische Konsis enz und a gumen a i e Quali ä gep äg . Mi dem un e schiedlichen Fokus gehen auch un e schiedliche Vo s ellun- gen übe mi Kon o e si ä e bundene Ziele einhe , insbesonde e mi Blick au die Rolle de Fähigkei , die Posi ionen ande e auszuhal en und als solche s ehen zu lassen. Eine ela i konsensuelle Posi ion in de poli ischen Bildung dü e sein, dass Kon o e si ä im Un e ich mi eine Fö de ung on “Am- bigui ä s ole anz” einhe geh ode diese zumindes o ausse z (G ammes 2014). Dies kann auch so e s anden we den, dass Schüle *innen le nen müs- sen, Posi ionen, die ihnen auch daue ha emd und nich olls ändig nach- ollziehba e scheinen, zu dulden und espek ie en. De Philosophiedidak ike Dominik Balg (2023) weis jedoch da au hin, dass „in ellek uelle Tole anz” als Ziel eine Auseinande se zung mi kon o e sen F agen zu le z lich i a io- nalen Ve hal ensweisen üh en kann. Balg eku ie hie le z lich au die in de sozialen E kenn nis heo ie disku ie e P oblema ik des pee disag eemen (Ch is ensen 2007), wonach ein solches den epis emischen S a us kon ligie- ende Übe zeugungen disk edi ie e, und übe äg es au den Schulkon ex : Wi d eine ande e Hal ung als die eigene als eben alls po enziell gül ige epis e- mische Schluss olge ung akzep ie , s ell sich die F age, au welche Basis die eigene Hal ung au ech e hal en we den kann. Hie liege ein e s eck es Pa a- dox o , das Balg am Beispiel zweie Leh e innen, Judi h und Lea, exempli i- zie . Judi h is A heis in, Lea is gläubig. Sie auschen ih e gegensä zlichen 103 Hal ungen aus, espek ie en abe die jeweilige Gegenposi ion als gleiche ma- ßen gu beg ünde . Es s ell sich jedoch die F age, wie beispielsweise Judi h zugleich die eigene Übe zeugung e e en kann, dass Go nich exis ie e, so- wie auch die Übe zeugung, dass Lea gleiche maßen gu e G ünde ü ih e ge- gen eilige Hal ung habe. Ginge Judi h wi klich da on aus, dass es genauso gu e G ünde ü den Glauben an die Exis enz eines Go es gäbe, müss e sie sich konsequen e weise eines eigenen U eils en hal en. Übe agen au Un e - ich sse ings mi kon o e sen Diskussionen üh das Pa adox zu einem Span- nungs e häl nis: Eine sei s e schein es aus pädagogische Pe spek i e wün- schenswe , Schüle *innen zu e mi eln, un e schiedliche Posi ionen zu es- pek ie en und a gumen a i zu begegnen. Ande e sei s zeig sich, dass eine zu s a ke Be onung in ellek uelle Tole anz dazu üh en kann, dass undie e Übe zeugungen ela i ie und epis emische Un e schiede e wisch we den. Die A gumen a ion be uh dabei au Balgs De ini ion on Tole anz. Die abweichende Übe zeugung des Ande en wi d nich übe nommen, abe es wi d angenommen, dass sie zu eigenen gleichwe ig is . Da aus olgen P obleme ü die Au ech e hal ung de eigenen Posi ion: Wa um soll e ich an meine Posi ion es hal en, wenn ich eine ande e ü genauso gu ech e igba hal e? Aus Sich de poli ischen Bildung kann hie zunächs au die un e schied- lichen Be ach ungs okusse e wiesen we den: In poli ischen Kon o e sen sind zug undeliegende Kon lik e o nich epis emische Na u , sonde n bei- spielsweise du ch un e schiedliche In e essen beding . Diese können zwa aus- gehandel , abe unmöglich olls ändig ausgeglichen we den. Das pädagogi- sche Ziel on Kon o e si ä lieg dahe auch nich in in ellek uelle Tole anz, sonde n in eine Tole anz gegenübe de Un e schiedlichkei on – du ch e - schiedene soziale Posi ionen beding en – In e essen. Dies gil auch dann, wenn We e- ode In e essenkon lik e o de g ündig als epis emische Kon lik e e - scheinen (Bogne 2021). F aglich is abe , ob das Ziel eine a sächlich in ellek uellen Tole anz – do , wo also nich We e- ode In e essen agen, sonde n F agen de Wah - hei s indung be üh we den – im Rahmen eine plu alis isch o ien ie en De- mok a iebildung nich auch ande s akzen uie we den könn e als on Balg o - mulie . Schließlich kann ein Ziel on Demok a iebildung sein, die Kommuni- ka ions ähigkei zwischen e schiedenen G uppen he zus ellen und zu e hal- en, die scheinba epis emische Posi ionen mögliche weise aus nich epis emi- schen – beispielsweise iden i ä s- ode sinns i enden – G ünden e e en ( an Leeuwen 2023). Am Beispiel on Judi h und Lea läss sich agen: Was is gewonnen, wenn beide ih e Wel anschauungs agen a ional klä en? Wollen sie das übe haup ? In ellek uelle Tole anz könn e hie al e na i auch in eine bewuss en Hö lichkei gegenübe den epis emischen G undlagen de Übe zeu- gungen ande e bes ehen. Ans elle in einem epis emischen Sinne anzunehmen, dass die emde Posi ion de eigenen a sächlich gleichwe ig is , könn e Tole- anz – im Gegensa z zu eine bloßen Duldung, on de Balg Tole anz abg enz 110 Le inson, Ralph (2006): Towa ds a Theo e ical F amewo k o Teaching Con o e sial Socio‐scien i ic Issues. In: In e na ional Jou nal o Science Educa ion 28, 10, S. 1201–1224. h ps://doi.o g/10.1080/09500690600560753. Lo, Jane C. (2017): Empowe ing Young People h ough Con lic and Concilia ion: A - ending o he Poli ical and Agonism in Democ a ic Educa ion. In: Democ acy & Educa ion 25, 1, S. 1–9. McIn y e, Lee (2018): Pos -T u h. Camb idge (MA); London: MIT P ess. Mou e, Chan al (2000): Delibe a i e democ acy o agonis ic plu alism. In: Reihe Poli- ikwissenscha / Poli ical Science Se ies 72, S. 1–17. 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Einlei ung Ökonomische Bildung is on g oße Bedeu ung, da ökonomische und inan- zielle Kompe enzen un e zich ba sind, um sich in de e ne z en globalen Wi scha zu ech zu inden und gu e indi iduelle wie auch gesellscha liche En scheidungen zu e en. Viele S udien zeigen übe alle Al e sklassen und e schiedene Lände hinweg, dass ökonomische und inanzielle Kompe enzen das Ve hal en p ägen und die En scheidungs indung beein lussen (Almenbe g e al. 2021; He mansson/Jonsson/Liu 2022; Lusa di/Mi chell 2017). Au g und e schiedene Fak o en wie dem demog a ischen Wandel, dem Rückgang des Wohl ah ss aa es und de zunehmenden Komplexi ä on (Finanz-)P oduk en is es ü Einzelpe sonen he aus o de nd, ü ih ökonomisches und inanziel- les Wohle gehen zu so gen (Klappe /Lusa di 2020; P e e 2013; Wu ke/Sei - ied/Schumann 2016). Doch nich nu die pe sönliche Ebene spiel eine Rolle: Demok a ische Gesellscha en sind da au angewiesen, dass Bü ge *innen g undlegende olkswi scha liche Zusammenhänge e s ehen und poli ische sowie wi scha liche Maßnahmen eino dnen können. Folglich is es wich ig, dass die ökonomische Bildung als Teil de Allgemeinbildung in den Schulen un e ich e wi d. Ökonomische Bildung wi d dabei als E ziehung zu Mün- digkei gesehen (Loe wald 2012). In diesem Zusammenhang is es bedeu sam, übe ökonomisches Wissen und Fe igkei en hinaus auch die We e e mi lung als Teil de ökonomischen Bildung zu e anke n. Dabei gil es den Beu elsba- che Konsens u. a. mi Fokus au dem Kon o e si ä sgebo zu beach en (Kalb 2017). In de Gesam schau de Bedeu ung on We e e mi lung als kons i u i- em Teil on ökonomische Bildung ziel de o liegende Bei ag da au , die e schiedenen in diesem Zusammenhang ele an en Konzep e zu e ö e n (Mündigkei , We e e mi lung, Beu elsbache Konsens, Kon o e si ä und Mul ipe spek i i ä ), um da au au bauend anhand beispielha e kon o e se 1 Danksagung: Wi danken Pe os Bengel ü seine Un e s ü zung in de Reche che ü diesen Bei ag. 114 Posi ionen in de Ve b auche *innen-Bildung, de be u lichen O ien ie ung und in de Wi scha spoli ik die Umse zung on Kon o e si ä im Un e ich zu kon u ie en. 2. We e e mi lung als Teil ökonomische Bildung Es is eine zen ale Au gabe mode ne Bildungsp ozesse, Kinde und Jugend- liche dabei zu un e s ü zen, indi iduelle We o s ellungen zu en wickeln. Dies bedeu e auch, dass He anwachsende die Beg ündung on We en e s e- hen und wissen, ob und wie mo alische Fo de ungen in Wi scha und Gesell- scha du chgese z we den können (Loe wald 2010). Da die zen alen We e eine Gesellscha den e hischen Rahmen scha en, in dem wi scha liche En - scheidungen ge o en we den, spiel die We ebildung auch eine zen ale Rolle in de ökonomischen Bildung (Ve wiebe 2019). Somi ziel ökonomische Bildung nich nu da au ab, Fachwissen übe Mä k e, Finanzsys eme und wi scha liche P ozesse zu e mi eln, sonde n auch das Bewuss sein ü die mo alischen und gesellscha lichen Konsequen- zen wi scha lichen Handelns zu ö de n (Seebe e al. 2012). Eines de zen - alen Ziele de ökonomischen Bildung, als Teil de E ziehung zu Mündigkei , is die Be ähigung zu einem selbs bes imm en Leben in soziale Ve an wo - ung (Loe wald 2012). Da ü beda es nich nu de Ve mi lung on Fach- wissen, ielmeh spielen auch die Ve mi lung on We en und in diesem Zu- sammenhang das Ve s ändnis ü un e schiedliche In e essen sowie die Anlei- ung zu Übe nahme on Ve an wo ung in de Gesellscha eine zen ale Rolle. In diesem Zusammenhang is auch die Eino dnung on ökonomische Bil- dung als Teil de Allgemeinbildung bedeu sam. Neben dem übe g ei enden Ziel de Mündigkei we den da übe hinaus wei e e allgemeinbildende Zielse - zungen benann , die z.T. als Vo ausse zungen, eilweise als Konk e isie ungen on Mündigkei e s anden we den ( gl. K ol/Zoe ne 2008). Beispielsweise gel en Selbs bes immung und Ve an wo ung als wesen liche Konk e isie un- gen on Mündigkei . Tüch igkei als wei e e zen ale Ka ego ie de ökonomi- schen Bildung se z Mündigkei o aus (K ube 2000). Mi den wei e en Ka- ego ien „Teilha igkei “ und „Pe sönlichkei “ wi d insbesonde e ein „Teilha- be e sp echen“ (K ol/Zoe ne 2008: 95) e bunden. De Be eich Pe sönlich- kei um ass dabei sowohl die Pe sönlichkei s- als auch die We ebildung eines Indi iduums. Die ökonomische Bildung ö de diese En wicklung, indem sie zu „Re lexion on We en und Tugenden“ (ebd.: 95) an eg . We e und mo- alische U eils ähigkei en s ehen du ch iel äl ige Bildungs-, E ziehungs- 115 und Sozialisa ionsp ozesse, die wei übe das Jugendal e hinausgehen (Loe - wald 2010; Thome 2019). Die En wicklung eigene We o s ellungen und das Ve s ändnis da ü , wie No men beg ünde und du chgese z we den, insbeson- de e in den Be eichen Wi scha , Gesellscha und Poli ik, sind somi lebens- lange Au gaben (Loe wald/Sch eibe 2020). Fü die Schule wi d dies bei- spielsweise im baden-wü embe gischen Bildungsplan ü das Fach Wi - scha , Be u s- und S udieno ien ie ung (WBS) wie olg o mulie : Le nende […] sollen in die Lage e se z we den, in ökonomisch gep äg en Lebenssi ua ionen gemein- wohlo ien ie auch die In e essen ande e zu be ücksich igen, den We de Zusammena bei zu e kennen und zugleich ü sich und ande e Ve an wo ung zu übe nehmen (Minis e ium ü Kul us, Jugend und Spo Baden-Wü embe g 2016: 3). Hie wi d deu lich, dass die Mi ges al ung de ökonomischen Rahmenbedin- gungen eine Gesellscha da on abhäng , ob Schüle *innen sich neben ih en eigenen auch mi übe geo dne en, eils wide sp üchlichen gesellscha lichen Zielse zungen auseinande se zen wie e wa Solida i ä , Nachhal igkei , Lebens- quali ä , Wohls and und F eihei . Als Teil de p ozessbezogenen Kompe enzen le nen Schüle *innen, ökonomische Handlungsmöglichkei en nich nu zu e - kennen, sonde n auch das eigene ökonomische Handeln un e Be ücksich i- gung ih e We o s ellungen s e ig zu übe p ü en (ebd.). Angesich s de heu igen He aus o de ungen on We ewandel und -plu a- lismus (Loe wald 2020) ziel die schulische We e e mi lung da au ab, eine we eo ien ie e Pe sönlichkei sen wicklung zu ö de n, die die Fähigkei s ä k , mi eine Vielzahl on We en und auch mi We ekon lik en umzuge- hen. De Wi scha sun e ich kann dabei eine wich ige Rolle spielen, indem e g undlegende F agen on Ge ech igkei au wi . Auch die Diskussion on g undlegenden We en und We ekon lik en im Rahmen zen ale ökonomi- sche P ozesse (z. B. Konsum, Be u swahl) kann zu We ebildung bei agen (Loe wald/Sch eibe 2020). Es wi d deu lich, dass ökonomische Bildung auch au die Fö de ung eines e lek ie en und k i ischen Umgangs mi We en und No men abziel (B ahm e al. 2022). Dies is besonde s ele an in eine globalisie en Wel , in de un- e schiedliche We o s ellungen au einande e en und eine O ien ie ung in komplexen mo alischen F agen e o de lich is . Seebe und Bi ke (2011) s el- len insgesam es , dass We e im Allgemeinen als O ien ie ungswissen he- ma isie und zugleich kon o e s disku ie we den soll en. Sie gehen dabei au P inzipien des Beu elsbache Konsenses ein, de auch ü die ökonomische Bildung on Bedeu ung is . 116 3. Das Konzep de Kon o e si ä Um die G undidee on Kon o e si ä in de ökonomischen Bildung um as- send zu ad essie en, is es zunächs no wendig, den Beu elsbache Konsens zu e läu e n, de sowohl ü die poli ische als auch ü die ökonomische Bildung eine wesen liche G undlage da s ell . 3.1. De Beu elsbache Konsens in de ökonomischen Bildung De U sp ung de Diskussion um die No wendigkei on Kon o e si ä und Plu ali ä eich bis in die spä en 1960e und ühen 1970e Jah e zu ück. Wäh- end diese Zei wu de in de Bundes epublik Deu schland im Kon ex de po- li ischen Bildung in ensi übe das Demok a ie e s ändnis, die Au a bei ung des Na ionalsozialismus und ma xis ische Theo ien disku ie . Ziel diese De- ba e wa die Fö de ung on Emanzipa ion und gesellscha lichem Wandel (Su o 2002). Die Beso gnis übe ideologische Ve ze ungen in Leh plänen üh e 1976 zu Beu elsbache Tagung und zum Beu elsbache Konsens. De Beu elsbache Konsens leg e d ei zen ale P inzipien es , die bis heu e Gül igkei in de poli ischen und ökonomischen Bildung haben: das Übe wäl- igungs e bo , das Kon o e si ä sgebo und die Be ähigung de Schüle *in- nen, ih e eigene In e essenslage zu analysie en (Wehling 1977).2 Diese P in- zipien p ägen bis heu e die poli ische Bildung sowohl im Schulun e ich als auch in de auße schulischen Jugend- und E wachsenenbildung (Rinke/Wüs e 2022; Su o 2002) und sind wie oben be ei s e wähn , auch kons i u i ü den Wi scha sun e ich (z. B. Kalb 2017). Das Übe wäl igungs e bo besag , dass Schüle *innen on de Leh pe son nich du ch e wünsch e Meinungen übe umpel we den dü en, dami sie nich an de En wicklung eines eigenen U eils gehinde we den. Das Kon o e si- ä sgebo o de , dass im Un e ich alles kon o e s da ges ell wi d, was auch in de Wissenscha und Poli ik ums i en is . Das d i e P inzip ziel da au ab, Schüle *innen die Fähigkei en zu e mi eln, poli ische Si ua ionen zu ana- lysie en, eigene In e essen zu e kennen und S a egien zu en wickeln, um ih e poli ische Si ua ion zu beein lussen (Wehling 1977). Schneide (1996) e wei- e e dieses le z e P inzip spä e , indem e be on e, dass Le nende in de Lage sein soll en, nich nu poli ische P obleme zu analysie en, sonde n auch Em- pa hie zu en wickeln und Lösungen zu inden, die sowohl ih e In e essen als auch die Ve an wo ung ü das gesellscha liche Zusammenleben be ücksich- igen (Schneide 1996). 2 Vgl. zum Kon o e si ä sgebo des Beu elsbache Konsenses auch den Bei ag on Do- minik Balg in diesem Band. 117 In de ökonomischen Bildung is de Beu elsbache Konsens dahe ein zen ale Bes and eil de Cu iculumsen wicklung. Beispielsweise bezieh sich de be ei s genann e Bildungsplan aus Baden-Wü embe g di ek da au : Ge adezu kons i u i in de Ve mi lung on Ökonomie, in de meh e e Rich ungen und Schulen um die Deu ungshohei ingen, sind nach dem Beu elsbache Konsens die P inzipien de Kon o e si ä und Plu ali ä sowie das Übe wäl igungs e bo (Minis e ium ü Kul us, Jugend und Spo Baden-Wü embe g 2016: 8). [En sp echend soll] den Schüle innen und Schüle n de Plu alismus on Modellen, abe auch das Ve häl nis on Modellen und Wi k- lichkei bewuss [gemach we den] (ebd.: 3). Da übe hinaus s ell de Beu elsbache Konsens einen Bezugspunk da in den Deba en und um die Aus ich ung des Fachs (Enga ne e al. 2019; Loe wald 2017; Re zmann/Seebe 2022). Be ü wo e *innen eines eigens ändigen öko- nomischen Un e ich s sehen im Beu elsbache Konsens und dem Kon o e - si ä sgebo zen ale P inzipien. So wi d be on , dass in de ökonomischen Bil- dung die Mündigkei de Le nenden ge ö de wi d (siehe auch Kapi el 2) und jede einsei ige Beein lussung du ch Leh k ä e e mieden we den soll (Loe - wald 2012). Zusä zlich dazu be on de Ansa z eine sozioökonomischen Bil- dung, dass die wissenscha liche und lebenswel liche Viel al des Ökonomi- schen im Un e ich be ücksich ig we den müsse. Sie k i isie en die Reduk- ion menschlichen Ve hal ens au egois ische Ra ionali ä und plädie en ü eine plu alis ische Be ach ung, die Ansä ze wie Ve hal ens- und ökologische Ökonomik einbezieh (Ta ne 2018). Im Ve gleich dazu weis Loe wald (2012) da au hin, dass de Beu elsbache Konsens zwa die Bedeu ung on Kon o e si ä im Un e ich be on , abe keine genauen Hinweise zu Umse - zung bie e. Mi Bezug au das Fach WBS in Baden-Wü embe g esümie Kalb (2017): Dies zeig , dass es auch hie [Anm. d. Au .: beim Bildungsplan WBS] o allem um die Mul ipe spek i i ä sowie die Beu eilung und Bewe ung de poli ischen und ökonomischen P ozesse gehen soll und dass dies schüle - und p oblemo ien ie zu geschehen habe. Ähnlich wie im Fach Gemeinscha skunde we den in WBS indi iduelle, ö en liche sowie O dnungs- und Sys empe spek i en analysie und un e schiedlich bewe e … Die Fes legung au eine wi scha spoli ische Schule, wie sie imme noch an manchen Uni e si ä en und Hochschu- len zu beobach en is , en sp ich jeden alls nich den Vo gaben des Bildungsplans (ebd.: 6). Im Folgenden we den die Beg i e Kon o e si ä und Mul ipe spek i i ä nä- he be ach e . 3.2. Zusammenhang mi e wand en Konzep en Kon o e si ä Im Beu elsbache Konsens is das Kon o e si ä sgebo en hal en, womi „ es - geleg [is ], dass Kon o e si ä im Un e ich s a inden soll, nich abe , wie 118 dies möglichs bildungswi ksam ealisie we den kann“ (Loe wald 2012: 48). Es gil also die genaue Umse zung zu e lek ie en. Eine Op ion bilde dabei die Mul ipe spek i i ä , wobei diese nich zwingend in eine Kon o e si ä mün- den muss. Denn de mul ipe spek i ische Un e ich kann aus zahl eichen Pe - spek i wechseln bes ehen, die nich zwangsläu ig Kon o e sen um assen (Bi ke 2017; Loe wald 2012). Kon o e si ä besch eib olglich eine spezi ische Beziehung zwischen mindes ens zwei Pe spek i en und s ell somi eine Un e o m bzw. eine spe- zi ische Ausp ägung de Mul ipe spek i i ä da (Loe wald 2012). Beispiels- weise läss sich de Pe spek i wechsel au de Ak eu sebene nennen, e wa wenn F ages ellungen in Bezug au Konsumgü e mä k e be ach e we den: Wäh end Jugendliche Konsum häu ig aus de Sich des Ve b auche s bzw. de Ve b auche in be ach en, beinhal e eine wi scha se hische Re lexion auch die Be ach ung aus de Pe spek i e de Anbie e *innen diese Mä k e ode ga de Poli ik au ins i u ionelle Ebene (Loe wald/Sch eibe 2020). Hed ke (2015) sieh Kon o e si ä eben alls als eine „besonde e, ela io- nal-kon lik ha e Fo m on Mul ipe spek i i ä “ (446) an. Un e schiedliche wissenscha liche Pe spek i en seien dann kon o e s, wenn diese „explizi ums i en ode umkämp sind ode als gegensä zlich ode un e einba gel en“ (ebd.: 446). Dabei s ell auch Hedke (2015) es , dass e schiedene wissen- scha liche Pe spek i en nich zwingend kon o e s sein müssen. Dagegen e e en (Enga ne e al. 2019) die Ansich , dass Mul ipe spek- i i ä Kon o e si ä bedinge. Ihnen zu olge üh das Au zeigen meh e e Pe spek i en au eine Thema ik zwangsläu ig zu Kon o e sen, da un e - schiedliche Ansich en mi einande im Wide sp uch s ehen. Insgesam bes eh übe die e schiedenen Sich weisen hinweg Konsens, dass die Wah ung de Plu ali ä on en scheidende Bedeu ung is (Enga ne e al. 2019; Hed ke 2015; Loe wald 2012). Aus diesem G und wi d de Ansa z de Mul ipe spek i i ä nach olgend aus üh liche un e such . Kon o e si ä wi d dabei in Anlehnung an Loe wald (2012) und Hed ke (2015) als eine spe- zi ische Ausp ägung de Mul ipe spek i i ä e s anden. Mul ipe spek i i ä Die Rele anz de Mul ipe spek i i ä als didak isches P inzip beg ünde Loe - wald (2008) mi hil e eines le npsychologischen Ansa zes und eine bildungs- heo e ischen Pe spek i e. In Anlehnung an Ge s enmai und Mandl (1995) a - gumen ie e aus le npsychologische Sich , dass du ch e schiedene Pe spek- i en bei de Beschä igung mi einem Le ninhal T ans e wissen e lang und zugleich de Ausbau „ ägen Wissens“ (Ge s enmaie /Mandl 1995: 879) edu- zie we den kann. Bildungs heo e isch be ach e is Mul ipe spek i i ä du ch die Komplexi ä de Lebenssi ua ionen on Jugendlichen e o de lich, da eine 119 um assende E ö e ung diese Si ua ionen sel en du ch eine einzige Pe spek- i e e eich we den könne. Gleichzei ig is es auch nich möglich, zen ale P obleme unse e Gesellscha und de en U sachen zu e s ehen, wenn nu eine Pe spek i e be ach e wi d (Loe wald 2008). Bezogen au den Wi scha sun e ich di e enzie Loe wald (2017) zwi- schen ie e schiedenen Pe spek i wechseln. (1) Wechsel on de Mik o- zu Mak oebene. Dami läss sich zeigen, wie ins i u ionelle An eize (Mak oebene) indi iduelles Ve hal en (Mik oebene) beein lussen können. Diese Pe spek i wechsel kann dazu bei agen, Wide - sp üche zwischen Wissen und Ve hal en e s ändlich zu machen – beispiels- weise beim Thema Umwel schu z. Wei e hin kann in Bezug au soziale Di- lemma a un e such we den, inwie e n indi iduell a ionales Ve hal en zu kol- lek i i a ionalen E gebnissen üh en kann ode auch, wa um sich das Ve hal- en in kleine en G uppen, das du ch T anspa enz und emo ionale Ve bunden- hei gekennzeichne is , on dem Ve hal en in G oßg uppen, das o wiegend du ch In anspa enz und Anonymi ä gep äg is , un e scheide . Die Bewe ung wi scha spoli ische Maßnahmen läss sich dann du ch eine mak oökonomi- sche Bewe ung e wei e n (Bi ke 2017; Loe wald 2017). Die genann en Pe - spek i wechsel zwischen de Mik o- und de Mak oebene e möglichen es, den „Blick on de Wi kung ü die Eigeng uppe au den ü die F emdg uppe aus[zu]wei e[n]“ (Bi ke 2017: 45), wodu ch de sogenann e An i-Fo eign-Bias – also das sys ema ische Ve nachlässigen de Auswi kungen on Maßnahmen au die F emdg uppe – übe wunden we den kann. (2) Wechsel on eine ku z- zu eine lang is igen Pe spek i e. Auch diese e möglich eine um assende e Un e suchung wi scha spoli ische En schei- dungen, da so das Ve s ändnis ü komplexe U sache-Wi kungs-Zusammen- hänge, dynamische E ek e und „nich in endie e[n] Sekundä wi kungen“ (ebd.: 45) un e s ü z we den kann. Dies is inso e n bedeu sam, da Nich -Öko- nomen lang is ige Auswi kungen häu ig auße Ach lassen und ku z is ige E ek e s ä ke gewich en (Hellmich 2019). Ein Beispiel ü die No wendigkei dieses Pe spek i wechsels zeig sich bei In es i ionen in den elek onischen An ieb on Fah zeugen. Ku z is ig üh dies zu En wicklungskos en, wodu ch die Gewinne de Au omobilindus ie geschmäle we den. Lang is- ig gesehen is es eine no wendige In es i ion, um auch zukün ig als Fah - zeughe s elle konku enz ähig zu sein. (3) Wechsel on de Ve eilungs- zu Be ei s ellungspe spek i e. Dies s ell eine E wei e ung de Be ach ung on ku z- und lang is igen E ek en da . Im Vo de g und s ehen die Auswi kungen e schiedene wi scha spoli ische En scheidungen au das Gesam ni eau de Wohl ah in eine Gesellscha (Loe wald 2012). Die zen ale F age is , ob de Wohls and, de un e den Men- schen e eil wi d, in allen Fällen gleichbleib , ob e du ch bes imm e Maß- nahmen sink ode mögliche weise soga zunimm . Die zen ale F age is , ob die sogenann e „Fixed-pie-Hypo hese“ (Bi ke 2017: 45), die da on ausgeh , 126 Schüle *innen ö de . Somi is es zukün ig no wendig zu un e suchen, in- wiewei die Behandlung de Kon o e sen aus den genann en Pe spek i en dazu üh , dass Schüle *innen die anges eb e Mündigkei en wickeln. In die- sem Zusammenhang s ell sich auch die F age danach, in welchem Ve häl nis diese zu En wicklung on U eilskompe enz, im Sinne des U eilens sowohl übe ökonomische Inhal e als auch übe e hische F ages ellungen s eh . Übe g ei end kann zusammenge ass we den, dass Kon o e si ä ein wich iges P inzip ü die ökonomische Bildung da s ell . So e n Kon o e si ä und Mul ipe spek i i ä im Wi scha sun e ich be ücksich ig we den, kön- nen diese einen wesen lichen Bei ag zu Fö de ung de Mündigkei on Schü- le *innen leis en. 127 Li e a u Almenbe g, Johan/Lusa di, Annama ia/Sä e‐Söde be gh, Jenny/Ves man, Roine (2021): A i udes owa ds Deb and Deb Beha io *. In: The Scandina ian Jou nal o Economics 123, 3, S. 780–809. h ps://doi.o g/10.1111/sjoe.12419. 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Klasse le nen, Posi ionen und Gegena gumen e zu ums i enen Themen zu o mulie- en, s ehen kon o e se Themen nich im Zen um des Schul achs ode des achlichen In e esses (KM-BW 2016: 41–42, 54–55). Dahe sollen hie die He aus o de ungen und Chancen on Kon o e si ä in Englischun e ich und F emdsp achendidak ik e ö e we den. Im Zen um s ehen die Komplexi ä kon o e se Themen und die P inzipien de F emdsp achendidak ik, die F age nach (kommunika i en) Inhal en allgemein und ein g undlegendes Ve s änd- nis on kommunika i e Kompe enz und k i ische Sp ach- (und Kul u -)be- wuss hei . 2. P ima y Goals and Key Func ions: Die Au gaben des Englischun e ich s Als kommunika i es Schul ach kann de F emdsp achenun e ich Englisch sich zwei ellos alle Themen annehmen. Ge ade diese O enhei üh jedoch auch zu K i ik, weil die Auswahl de Un e ich sinhal e im Zwei els all will- 1 G undlage dieses Kapi els is de Vo ag „Kon o e si ä im Englischun e ich “, den ich am 13. Feb ua 2024 au de A bei s agung He aus o de ung Kon o e si ä in Schule und Hochschule: Ein Fachgesp äch übe didak ische und e hische Pe spek i- en hiel . Die Ve ans al ung o ganisie en U a Mülle , Simon Meisch und Claudia Möl- le im Au ag de Special In e es G oup C i ical Thinking on de Uni e si ä Tübin- gen und de Landeszen ale ü poli ische Bildung Baden-Wü embe g. 132 kü lich wi ken könn e. Du ch die digi ale T ans o ma ion und die Allgegen- wa des Englischen als Lingua F anca au sozialen Ne zwe ken, im In e ne und dem globalen Ma k pla z bes eh die Ge ah , dass es e meh Ve suche geben wi d, das Sp achenle nen ge ingzuschä zen und du ch digi ale Tools ode algo i hmische In elligenz zu e se zen. Abe ge ade bei neuen ode eben kon o e sen Themen is es besonde s lohnend, sich au die zen alen Ke n- au gaben des Englischun e ich s bzw. des F emdsp achenun e ich s zu be- sinnen. De Inno a ionsg ad und die Passung eines Themas soll en da an ge- messen we den, welchen Bei ag sie ü den Sp achun e ich und seine Leh - und Le nziele leis en. Als Haup augenme k ü die 1. F emdsp ache Englisch s eh de E we b sp achliche Mi el im Zen um: G amma ik, en sp echendes Vokabula und das Einüben de ün sp achlichen Fe igkei en bilden die G undlage ü Kom- munika ion und In e ak ion im Kon ex ande e Sp achen ode Kul u en.2 Die Sp acha bei s ü z sich au die zen ale Säule de in e kul u ellen, kommuni- ka i en Kompe enz. Selbs wenn passende Wo e und egelge ech e G amma- ik e wende we den, kann eine kommunika i e Si ua ion dennoch en gleisen ode in einem Fe näp chen enden, wenn de soziokul u elle Kon ex igno ie wi d. Einleuch ende Beispiele hie ü sind Si ua ionen, in denen o z sp ach- liche Ko ek hei beispielsweise Regeln de Hö lichkei , kommunika i e Ge- p logenhei en ode No men e le z we den und zu Unbehagen, Peinlichkei ode soga dem Abb uch de Kommunika ion üh en. Besonde s deu lich wi d dies, wenn Sp eche *innen die Geschlech se e häl nisse, das Spek um zwi- schen Zugehö igkei und F emdhei ode un e schiedliche Hie a chies u en ig- no ie en ode alsch einschä zen. Dahe wi d de mode ne F emdsp achenun e ich au das Einüben sp ach- liche Mi el o dem Hin e g und soziokul u ellen O ien ie ungswissens ebenso wie Tex - und Medienkompe enz ausge ich e und bezieh sich neben dem Wissen übe Sp ache(n) und Kul u (en) explizi auch au Sp achbewuss - hei und Kul u bewuss hei (Meye /Volkmann/G imm 2022: 5–7; Su kamp/ Vieb ock 2018: 32). Mi diese Nachjus ie ung sei den 1980e Jah en haben auch kon o e se Themen ih en Pla z im Englischun e ich und en sp echen oll und ganz den P inzipien und Au gaben des mode nen F emdsp achenun- e ich s. Neben Be ei s ellung und Einüben sp achliche Mi el und Aus- d ucks o men sollen im F emdsp achenun e ich auch Tex - und Medienkom- pe enz sowie de wel o ene, empa hische, lexible und we egelei e e Umgang 2 Die adi ionelle Un e scheidung zwischen ezep i en (Hö en / Hö e s ehen, Lesen / Lese e s ehen) und p oduk i en Fe igkei en (Sp echen, Sch eiben) wu de du ch die Au nahme de Sp achmi lung im Gemeinsamen Eu opäischen Re e enz ahmens ü Sp achen (Eu opa a 2001) e wei e . Sp achmi lung besch eib dabei die Fähigkei , Inhal e sinngemäß zwischen Sp achen zu übe agen, ohne sie wö lich zu übe se zen. Diese E wei e ung äg de zunehmenden Bedeu ung meh sp achige Kommunika i- onskon ex e Rechnung. 133 mi Pe spek i en iel al ausgebilde we den. Zu den Zielen des Englischun e - ich s gehö die Tole anz ü ande e Pe spek i en, abe auch die Fähigkei , eigene A gumen e zu en wickeln. Au diese Weise we den Schüle *innen be- ähig , sich du ch in o mie e und e lek ie e En scheidungen ak i in die de- mok a ische Gesellscha einzub ingen. Es wi d zudem deu lich, wa um eine ein au Funk ionali ä o ien ie e, mechanis ische Au assung on Sp ache ode auch die übe mäßige Beansp uchung digi ale , maschinelle Übe se - zungs ools diesem Ansp uch nich ge ech we den kann. Vo diesem Hin e g und zeig sich, wa um die Li e a u - und Kul u didak- ik im mode nen Un e ich eine zen ale Rolle spielen und dahe ehemen e eidig und wei e ges ä k we den muss. Ein solche Schwe punk e deu - lich die besonde e Eignung des F emdsp achenun e ich s, sich kon o e se Themen anzunehmen, den Umgang mi Kon o e si ä einzuüben und einen Bei ag zu Bewäl igung ak uelle He aus o de ungen zu leis en. Ande s als de Un e ich in Fäche n wie E hik, Poli ik ode Sozialkunde is de F emd- sp achene we b bislang nich au die besonde e Be ücksich igung kon o e - se Themen und de en me hodische Umse zung ausge ich e . Ansa zpunk e hie ü gib es jedoch einige und die sollen au den olgenden Sei en gewü dig we den. 3. Beyond he Ho izon: His o ische und in e na ionale Pe spek i en Themen wie die Todess a e in einigen US-Bundess aa en (dea h penal y) ode p i a e Wa enbesi z ( i ea ms owne ship & gun con ol) haben im Englisch- un e ich übe die e gangenen Jah zehn e ih e Popula i ä behaup e . Gleich- zei ig üh en solche Themen au g und ech eingesch änk e Viel al und de o nu scheinba en Kon o e si ä zu F us a ionen. Zwa e wei e n die Schü- le *innen ih en Wo scha z und le nen das Disku ie en und A gumen ie en, die Themen bie en Einblicke in kul u elle Hin e g ünde, ech liche Besonde hei- en und e möglichen den Aus ausch übe E hik und We ege üge (Cul u al S u- dies) und die Schüle *innen we den me hodisch zu P o- und Con a-Gesp ä- chen angelei e . Das g undlegende P oblem dieses Vo gehens bes eh abe da- in, dass es aus deu sche Sich kaum übe zeugende A gumen e ü die Todes- s a e ode den p i a en Schusswa enbesi z gib . Diese Themen lau en dahe im Sinne eine sozialen E wünsch hei Ge ah , Scheindiskussion auszulösen und s e eo ype Vo s ellungen übe die USA ehe zu e es igen, ans a sie zu kon ex ualisie en, zu ela i ie en und zu e s ehen. Unbeabsich ig lie e de Un e ich in einigen Aspek en den Zielen des Englischun e ich s zuwide . Dabei könn e Kon o e si ä den Englischun e ich be eiche n, wenn sie zu 134 Fö de ung k i ischen Denkens und in e kul u elle Sensibili ä eingese z wi d und dabei sensibel die Lebensums ände und Bedü nisse de Le nenden be- ücksich ig . Dennoch wi d die Deba e um kon o e se Themen im F emdsp achenun- e ich Englisch in Deu schland e gleichsweise zu ückhal end ge üh . Im in- e na ionalen, anglophonen Disku s inden gib es sei den 1990e Jah en einen lebha e en Disku s zu Kon o e si ä im Un e ich . Angesich s diese En - wicklungen ha sich im Be eich Englischdidak ik/TESOL3 eine k i ische S ö- mung en wickel , die nunmeh als C i ical Fo eign Language Pedagogy be- zeichne wi d. Diese Fo schungspe spek i e ziel da au ab, du ch den Sp ach- un e ich sowohl k i isches Denken als auch Bewuss hei ü soziale Ge ech- igkei , Sp achbewuss hei und in e kul u elle Kompe enz zu ö de n. Ähnlich wie die k i ische Pädagogik, au die sich die Fo schungspe spek i e bezieh , s eb die C i ical Fo eign Language Pedagogy danach, Le nende zu k i i- schem Denken und zu C i ical Li e acy zu be ähigen – insbesonde e du ch die Auseinande se zung mi und die Analyse on Sp ache und Kommunika ion mi menschlichem Denken, Wel e s ehen, Kul u und Gesellscha (C ookes 2024). Bewuss wi d die Au me ksamkei au die sozialen, kul u ellen und ide- ologischen Aspek e on Themen ode Tex en ge ich e , die in die Sp ache ein- gesch ieben sind und on ih e e kö pe we den (Gouna i 2024: 5). Du ch diese e wei e e Ziels ellung wi d die soziale und psychologische En wicklung de Schüle *innen, sowie ih k i isches Denken und Hin e agen ge ö de (B enne 2012: 135–137). C ookes o mulie den Ansp uch, dass de Sp ach- un e ich „ ools o seeing he ways in which language has posi ion, in e es s, powe , and can ac o disad an age hose on he lowe ungs o a hie a chical socie y“ (ebd.: 28) en wickeln solle – ein Anliegen, das oll und ganz dem Au gabenpo olio de F emdsp achendidak ik en sp ich . Ein solche in e na ionale Aus ausch on Konzep en und Ideen bie e we olle und p oduk i e Impulse, an denen sich na ionale Fo schungspe - spek i en o ien ie en und die diese mi un e auch inspi ie en und ö de n kön- nen. Einige Diskussionen lassen sich jedoch nich ein ach übe agen, wie das Beispiel de PARSNIP-Themen zeig . In diesem besonde en Fall lieg es mög- liche weise da an, dass die F emdsp ache Englisch als Lingua anca eine im- mense Bedeu ung in ielen in e na ionalen Bildungssys emen ha und dami auch einen g oßen Ma k ü Schulbüche , Le nma e ialien und digi ale An- wendungen scha . Die So ge o po enziell geschä sschädigenden Inhal en b ing in e na ionale Schulbuch e lage dazu, bes imm e Themen zu e mei- den, um sich au dem globalen Ma k wenige ang ei ba zu machen und die 3 Das Ak onym TESOL (Teaching English o Speake s o O he Languages) wi d hie als Äqui alen zu Englischdidak ik e wende , da im anglophonen Wissenscha s aum keine di ek e disziplinä e En sp echung exis ie und die Bezeichnung dem Au gaben- und Bedeu ungsum ang de Fachdidak iken am nächs en komm . 135 Ve kau schancen ih e P oduk e zu s eige n (G ay 2006: 184; Ludwig/Sum- me 2023: 8). Folglich e sieh die globale Ve lagsindus ie all jene Themen mi einem Bann, die ü bes imm e Käu e g uppe e le zend, ans ößig ode unangenehm sein könn en. Fü diese Ansammlung on zu e meidenden The- men wu de das Ak onym „PARSNIP“ gep äg : Es s eh ü Poli ics, Alcohol, Religion, Sex, Na co ics (D ogen), -isms (Ideologien im wei es en Sinne) und Po k (Schweine leisch). Diese Themen gel en als po enziell kon o e s, sodass Schulbüche Ge ah lau en, die Emp indsamkei on Le nenden zu e le zen ode on Schulen ode Behö den als Un e ich smi el nich zugelassen ode gänzlich abgelehn zu we den (G ay 2006: 184 .). Die PARSNIP-Themen s ellen Leh k ä e o e hebliche He aus o de un- gen und e unsiche n sie, da sie iel Ene gie da au e wenden müssen, wel- che Inhal e, Themen und Ma e ialien ihnen le z lich noch ü den Un e ich zu Ve ügung s ehen ( gl. Linde /Maje us 2016; Ludwig/Summe 2023: 10). Um kon o e se e und ie g ündige e Inhal e zu e meiden, bes eh die Ge ah , dass de F emdsp achenun e ich au allzu all ägliche, neu ale Themen edu- zie wi d ode au e mein lich siche e Be eiche wie beispielsweise F eizei , Familie, Haus ie e ode Spo besch änk bleib . Diese Reduk ion de Themen- iel al üh jedoch dazu, dass wich ige gesellscha liche und kul u elle F a- gen ausgeklamme we den, die insbesonde e im F emdsp achenun e ich ei- nen we ollen Bei ag zu Fö de ung on k i ischem Denken und in e kul u- elle Kompe enz leis en könn en – wie e wa soziale Ge ech igkei , Mig a ion ode Umwel bildung. De besonde e Ansp uch, die Sp ache nich nu unk io- nal zu behe schen, sonde n sich im F emdsp achenun e ich auch ak i mi de Wel auseinande zuse zen, ginge dami e lo en. Dass die in e na ionalen Anliegen und PARSNIP-Besch änkungen nich di ek au die deu sche F emdsp achendidak ik übe agba sind, zeig die nich spezi ische Zielse zung des F emdsp achenun e ich s Englisch inne halb des deu schen Schulsys ems. Die Kul usminis e ien de Bundeslände e s ellen an- sp uchs olle Cu icula, wäh end deu sche Schulbuch e lage da au ange- pass e Ma e ialien und Leh büche en wickeln. Die P inzipien des F emdsp a- chenun e ich s sind ausdi e enzie und e möglichen längs den Blick übe den Telle and. Das PARSNIP-Beispiel e deu lich abe mögliche weise, dass eine s ä ke e Di e enzie ung zwischen in e na ionalen, anglophonen und beispielsweise deu schen Fo schungs- und Un e ich spe spek i en in jedem Fall gebo en is . 142 Populismus (Dynamik digi ale Kommunika ion, Fil e blasen, soziale Ne z- we ke), F emden eindlichkei und an i assis ische Bildung, Geschlech , Quee ness und sexuelle O ien ie ung, Menschen ech e, soziale Ge ech igkei und globale Bü ge scha (global ci izenship), Umwel und Nachhal igkei und Klimawandel, Kon lik e und F ieden, Iden i ä , We e und T adi ionen. Auch die F emdsp achendidak ik b auch hie ü kla e Lei gedanken und O ien ie ungshil e bei de Auswahl kon o e se Inhal e und dem me hodi- schen Umgang dami . Ein poli ische S andpunk da nich wie ein Fai ac- compli wi ken. Zudem soll en Leh e *innen und F emdsp achendidak ike *in- nen S ellung beziehen und ü die eihei lich-demok a ische G undo dnung ein e en. De Beu elsbache Konsens gib zwa keine Lösung ü diese kon- k e en Kon o e sen, e eg abe auch F emdsp achendidak ike *innen und Englischleh e *innen zum didak ischen Du chdenken de Themen an und gib ielleich we olle Lei gedanken und Hil es ellungen ü den Um ang mi kon o e sen Un e ich sinhal en. Das Übe wäl igungs e bo soll o g a ie ende poli ische Ein lussnahme du ch Leh e *innen ode ande e Pa eien schü zen (Bundeszen ale ü poli i- sche Bildung 2011). Wede de Wissenss and de Schüle *innen noch die Rolle de Schule da ausgenu z we den ode zu Übe o de ung üh en. Im Englischun e ich inde sich ein Beispiel im Be eich de en i onmen al issues. Die Themenwahl in Leh we ken ode Un e ich sma e ialien kon- zen ie sich s a k au Ka as ophen und be on die Un e meidba kei , die D as ik und D inglichkei beispielsweise des Klimawandels. Dabei ge a en an- de e Umwel hemen ins Hin e e en. Die Einsei igkei und scheinba e Aus- weglosigkei , die ela i e Dis anz de so genann en Zielkul u en und de dep i- mie ende Gehal de ausgewähl en Nach ich en, Tex e und Ma e ialien lassen zu e sich liche, ho nungs olle (und dami implizi ak i ie ende) In o ma io- nen, Ma e ialien ode He angehensweisen e missen. Die O ien ie ung am Übe wäl igungs e bo kann hel en, die Themenwahl und den Umgang mi Umwel hemen zu ech zu ücken: Psycholog*innen wa nen da o , dass die un- gewoll übe mäßige Be onung de ökologischen Aussich slosigkei die Schü- le *innen übe wäl ig , lähm , dep imie und le z lich zynisch we den läss . Es beda dahe Ansä ze und Inhal e, die zwa sachlich in o mie en, abe dennoch einen ho nungs ollen und handlungso ien ie en Umgang mi Umwel und Nachhal igkei ö de n (Küchle 2025, 2022; Römhild/Weik on Mossne 2024; Römhild 2023). Das Kon o e si ä sgebo besag , dass Themen, die in Wissenscha und Gesellscha kon o e s disku ie we den, auch im Un e ich in ih e Kon o- e si ä da ges ell we den müssen (Bundeszen ale ü poli ische Bildung 2011). Beispielsweise in de poli isch au geladenen Deba e um Mig a ion mö- gen einige o Kon o e sen zu ücksch ecken. Dennoch bleib de Umgang mi Pe spek i en iel al und de Wechsel in ande e Sich weisen eine agende 143 Säule des F emdsp achenun e ich s und dien als G undlage ü in e kul u el- les sowie anskul u elles Le nen. Pe spek i wechsel bilde zudem die Basis ü die A bei mi ik ionalen Tex en, mi Li e a u (im wei es en Sinne) und mi Medien o ma en. Besonde s im Englischun e ich ö de die Auseinan- de se zung mi e schiedenen Pe spek i en nich nu das Sp ach e s ändnis, sonde n auch das k i ische Denken und die Fähigkei , komplexe kul u elle und gesellscha liche Zusammenhänge zu e lek ie en. Dadu ch we den die Schü- le *innen be ähig , di e enzie e S andpunk e einzunehmen und sich in eine zunehmend globalisie en Wel sp achlich wie kul u ell siche zu bewegen. Umse zen läss sich das Kon o e si ä sgebo im Englischun e ich beispiel- ha du ch Mig a ionse zählungen: Schüle *innen le nen un e schiedliche Pe - spek i en au Mig a ion kennen, abe auch k i isch hin e agen und sp achlich wie kul u ell e lek ie auszud ücken. Le nendeno ien ie ung bedeu e , den Englischun e ich so zu ges al en, dass de Wissenss and und die Bedü nisse de Schüle *innen im Mi elpunk s ehen (Bundeszen ale ü poli ische Bildung 2011). Dies e o de zum Bei- spiel die Anpassung de Komplexi ä des Ma e ials und de Au gaben un e Be ücksich igung des Vo wissens ode des Sp achkompe enzni eaus de Le - nenden. Dadu ch en s eh jedoch ein Spannungs eld zum oben anges eb en Au hen izi ä sp inzip. Die Abbildung eale Sp ach e wendung du ch au hen- ische Ma e ialien im F emdsp achenun e ich muss on Leh enden mi dem Ansp uch an eine angemessene Sp acha bei ausgeglichen we den, insbeson- de e da kon o e se Pe spek i en o eine ansp uchs olle Kommunika ion und Sp acha bei e o de n. Wi d beispielsweise ein Thema wie Mig a ion e wen- de , spiegeln au hen ische Tex e spezi isch poli ische, ideologische ode ande - wei ig kul u ell gep äg e Ansich en wide . Die un e schiedlichen We o s el- lungen und Pe spek i en au kon o e se Themen e zeugen in e kul u elle Spannungen, die eiz olle und he aus o de nde Kommunika ionsanlässe ü den Un e ich be ei hal en können. Im Sinne de Le nendeno ien ie ung e o - de dies on den Leh k ä en eine sensible He angehensweise, um sp achliche und kul u elle Hil es ellungen (Sca olding) anzubie en und den Le nenden gleichzei ig Raum ü eine ausgewogene, e lek ie e Auseinande se zung mi kon o e sen Inhal en zu e möglichen. Die Un e schiedlichkei de Pe spek i- en soll e kann , (kul u ell) kon ex ualisie und auch hin e ag we den, um einsei ige Da s ellungen zu en schlüsseln und eine o ene Diskussion im Klas- senzimme zu ö de n. 144 6. Shi ing (Poe ic) Unde s anding, Unde s anding (Poe ic) Shi s: Ve anschaulichung mi einem Gedich zu Mig a ion Mig a ion wu de be ei s wei e oben als Beispiel ü kon o e se Un e ich s- hemen genann , weil es einen ak uellen wie au hen ischen gesellscha lichen Disku s abbilde . Zudem is Mig a ion nun als neues Abi u hema in Baden- Wü embe g es geleg und lau e „On he Mo e: Mig a ion and C oss-Cul u- al Encoun e s“ (KM-BW 2024). Dami is de Englischun e ich ge o de , sich um assend und ielsei ig mi kon o e sen Inhal en und Deba en (nich nu zu Mig a ion) zu be assen. Mi meinem abschließenden Beispiel möch e ich un e maue n und e anschaulichen, wa um de Englischun e ich nich nu eine geeigne e Umgebung ü kon o e se Inhal e bie e und die en sp e- chenden Au gaben sich da in gu ein ügen, sonde n dass dank de besch iebe- nen Bedingungen und P inzipien ganz besonde e E kenn nismöglichkei en en s ehen, die ohne einen Fokus au (F emd-)Sp ache so ielleich nich zu- gänglich wä en. Exempla isch möch e ich das Gedich „Re ugees“ (2016) on B ian Bils on o s ellen.4 De b i ische Au o und Dich e eagie e da in au die eu opäische Mig a ionsk ise on 2015. Bekann hei e lang e e du ch seine Ly ik und du ch seine besonde s humo olle, a inie e und k ea i e Sp achkuns , on de um- ang eiche Kos p oben au seine Websei e e ügba sind: h ps://b ianbils- on.com/2016/03/23/ e ugees/ (ebd.). Hie sollen nu ein paa Zeilen aus sei- nem Gedich au ge üh we den (ebd.): They ha e no need o ou help So do no ell me These hagga d aces could belong o you o me Should li e ha e deal a di e en hand We need o see hem o who hey eally a e Chance s and sc ounge s Layabou s and lounge s Wi h bombs up hei slee es Cu - h oa s and hie es… Ge ade angesich s des schwie igen Sach e hal s – welches Thema de Gegen- wa könn e s ä ke on Kon o e sen gep äg sein als Mig a ion und Ge lüch- e e? – e blü das Gedich du ch seine scheinba di ek e, un e blüm e, ge a- dezu die Lese *innen angehende, emden eindliche und äuße s egozen ische Ansp ache. Das ly ische Subjek äuße seine Sich weise au Ge lüch e e und 4 An diese S elle danke ich den S udie enden meines Semina s „Na a i es o Mig a ion“ im Win e 2023/24, die dieses Gedich eche chie , o geschlagen und mi eine didak ischen Au gabe e sehen in die Semina diskussion eingeb ach haben. 145 besch eib sie au b u al xenophobe Weise. Eine s ille, indi iduelle Lek ü e dü e zumindes die Au me ksamkei de Klasse esseln, sei es, weil die Schü- le *innen en se z sind, solche Cha ak e isie ungen ged uck und ausgesp o- chen zu sehen ode , weil sie solche Ansich en in diesem Zusammenhang noch nie wah genommen haben. Das Gedich e dien die Au me ksamkei im Un e ich , weil es mi weni- gen Zeichen und eine übe schauba en Anzahl on s ilis ischen Me kmalen geling , die in Sp ache und Dich ung eingea bei e en Gewohnhei en, We e und kul u elle Mus e zu bebilde n und womöglich ga zu en la en. Bei lüch- igem Du chlesen kann die eigen liche Bo scha des Gedich s auch on wohl- meinenden Lese *innen, Schüle *innen und Leh e *innen schnell übe sehen ode miss e s anden we den. Du ch Diskussion im Klassen e band und du ch didak ische Anlei ung soll e das Po enzial diese Zeilen schnell deu lich we den. „Re ugees“ illus- ie , wie kleine, o male De ails und s ilis ische En scheidungen, abe auch wie sp achliche Schwe punk e die Gewich ung on Bedeu ungen mi kons u- ie en ode sie eben komple e d ehen können. Es zeichne auch nach, wie eigene Lesegewohnhei en dem Ve s ehen on sp achlichen E zeugnissen ein Schnippchen schlagen können. Du ch ehlende Sa zzeichen, du ch bedeu- ungs agende Ano dnung de Zeilen un e einande und du ch das kul u elle Mus e des Lesens on oben nach un en sowie on links nach ech s en s eh eine besonde e In e p e a ion de Ph asen. Sie äll e sch eckend und em- den eindlich aus (ebd.): A place should only belong o hose who a e bo n he e Do no be so s upid o hink ha The wo ld can be looked a ano he way. Abe es is eine alle le z e, ge adezu nachgeschobene und ypog a isch du ch Klamme und Ku si se zung om eigen lichen Gedich abgese z e Zeile, die dem Lese und de Lese in die Augen ö ne . Auch mi diese Zeile scheinen die Lese *innen di ek angesp ochen zu we den, nu beinhal e sie diesmal eine Handlungsanweisung bezogen au das Gedich (und nich au die Ge lüch e- en). Sie lau e : „(now ead om bo om o op)“ – und s ell dami ganz wö - lich das Gedich om Kop au die Füße. Plö zlich is alles ganz ande s und wi d ins genaue Gegen eil e keh . Womöglich müss e diese Zeile bei e s e Lek ü e didak isch e s eck we den, um Schüle *innen meh Zei zu geben, das Gedich meh ach zu lesen und zu du chdenken, ielleich auch besonde e Me kmale zu en decken, ohne allzu schnell zu diese Au lösung zu gelangen (ebd.): The wo ld can be looked a ano he way Do no be so s upid o hink ha A place should only belong o hose who a e bo n he e. 146 Manche we den den s ilis ischen T ick on selbs beme ken, de achlich als e e se poem bezeichne wi d und eine d ama isch ande e, en gegengese z e Bedeu ungspe spek i e e ö ne . Was sich eben noch hochp oblema isch, menschen e ach end und gesiche ech sex em anhö e, e häl du ch einen o anges ell en bedeu ungs e ände nden Sa z und du ch umgekeh e Lese- ich ung eine gänzlich ande e, inklusi e und empa hische Bedeu ung (zum besse en Ve s ändnis sind die Zeilen hie en gegen de Lese ich ung angeo d- ne ). 7. Unlocking Po en ial: Fachspezi ische Chancen in de Leh e *innenbildung Die A bei mi B ian Bils ons Gedich „Re ugees“ e üll zen ale Au gaben und P inzipien des Englischun e ich s, wie sie in diesem Bei ag geschilde wu den: Die ansp uchs olle, ielsei ige Wo wahl und die g amma ische S uk u des Gedich s, die du ch e e sible Ano dnung de Ph asen en s eh , e wei e n die Kenn nis de sp achlichen Mi el und ö de n sowohl die sp ach- liche als auch die kul u elle Sensibilisie ung. Das Gedich zeig , wie ähnliche sp achliche Mi el gegensä zliche Pe spek i en zum Ausd uck b ingen und Be- deu ungen anspo ie en können und somi auch das Bewuss sein ü die sp achliche Ve ass hei on Pe spek i en e ö nen. Du ch die Auseinande - se zung mi einem ak uellen, kon o e sen Thema, das in e s e Linie ü ein b i isches Publikum gesch ieben wu de, begegnen die Le nenden au hen i- schen Inhal en. Zudem illus ie das Gedich , wie minimale sp achliche Nu- ancen die Bedeu ung und symbolische Mach e häl nisse e schieben können und somi au zeigen, wie Sp ache sub il als We kzeug on Mach und In e - p e a ion wi k . Die Komplexi ä und hema ische Spezi ik kon o e se Themen im Eng- lischun e ich s ellen hohe An o de ungen an die me hodische und hema i- sche Vo be ei ung ü Leh am ss udie ende und Leh e *innen: Jedes Thema e o de ganz eigene, spezi ische achwissenscha liche Vo a bei en, die o auch eine undie e gesellscha spoli ische Kon ex ualisie ung und eine kon- as i e Au a bei ung sp ach- und landesspezi ische Besonde hei en e lan- gen. Die ge inge Anzahl an Semes e wochens unden in den achdidak ischen Modulen de Leh e *innenbildung sowie die Vielzahl konku ie ende , d än- gende Themen (insbesonde e digi ale T ans o ma ion und algo i hmische In- elligenz) s ellen eine e hebliche He aus o de ung da , kon o e se Themen ü die einzelnen Schul äche sys ema isch und e ie au zube ei en. Es b auch nich nu emdsp achendidak ische An egungen und Hin e g undma e ial zu den möglichen kon o e sen Inhal en, Leh k ä e und S udie ende benö igen 147 o allem ein um ang eiches Repe oi e an me hodischen An egungen, um he- o e ische und p ak ische An o de ungen im Un e ich umzuse zen und den Schüle *innen das Ve s ändnis ih e eigenen Wel im Spiegel de F emdsp a- che zu e möglichen. 148 Li e a u Ba osch, Roman (2022): Agonali ä als Au gabe: Rela i i ä und Bildung ü Nachhal- igkei in de inklusi en Englischdidak ik. Müns e New Yo k: Waxmann. Bils on, B ian (2016): Re ugees. London: Unbound. Bo odi sky, Le a (2012): How he Languages We Speak Shape he Way We Think: The FAQs. In: Spi ey, Michael/McRae, Ken/Joanisse, Ma k (H sg.): The Camb idge Handbook o Psycholinguis ics. Camb idge, GB: Camb idge UP. B aselmann, Silke (2024): A Sel -Re lexi e and C i ical App oach o De-Cen e ing Whi eness in Teache Educa ion. In: Anglis ik 35, 2, S. 55–79. h ps://doi.o g/10.33675/ANGL/2024/2/8. 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An g oßen Wo en mangel es bisweilen nich , wenn P oponen *innen des G iechisch- und La einun e ich s ode auch de auße schulischen Beschä i- gung mi de g iechisch- ömischen Kul u , wie sie in de An ike und um das Mi elmee bis zu den G enzen de Reiche Alexande s ode de Röme exis- ie e, anheben, um den We und die Bedeu ung diesbezügliche Kenn nisse zu be onen (siehe Szlezak 2010). Es is na ü lich ich ig, dass wi e wa mi Home s Epen die äl es en li e a- ischen We ke de g iechischen An ike o uns haben. Es ha Menschen wie A. N. Whi ehead gegeben, die behaup e en, dass alle Philosophie sei Pla on nu aus Fußno en zu Pla ons We k bes ehe ( gl. Kann 2001). Doch beginn schon dami , dass wi diese g iechisch- ömische An ike als unse e Wu zeln bezeichnen, dass me kwü dige und nich sel en ge äh liche Se zungen oll- üh we den. Übe de en Konsequenzen sind wi uns ielleich jedoch sel en ganz im Kla en. Denn die F age s ell sich, we wi sind, ob die on uns als unse e Wu zeln eklamie en We ke, Gedanken und T adi ionen ausschließlich uns gehö en, und ob nich auch Menschen jensei s dieses Wi s ebenso da on p o i ie en können, Home zu lesen. Wa en abe alle Menschen in de An ike nu gu , sodass wi in jedem Fall ein ausschließlich gu es E be aus de An ike übe nommen haben ( gl. Hall 2025)?1 Und gib es nich auch Kul u en auße - 1 Zu Ansich , dass unse e A , Home zu lesen, auch du chaus p oblema ische Konse- quenzen zei ig .