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Dokumentarische Bildinterpretation: Suspendierung des Vorwissens und hermeneutischer Zirkel. Eine Antwort

Bohnsack, Ralf

Abstract

Datum & Diskurs 6 (2023), 23 S. Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Medienpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Bohnsack, Ral Dokumen a ische Bildin e p e a ion: Suspendie ung des Vo wissens und he meneu ische Zi kel. Eine An wo Da um & Disku s 6 (2023), 23 S. Quellenangabe/ Re e ence: Bohnsack, Ral : Dokumen a ische Bildin e p e a ion: Suspendie ung des Vo wissens und he meneu ische Zi kel. Eine An wo - In: Da um & Disku s 6 (2023), 23 S. - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-344783 - DOI: 10.25656/01:34478 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344783 h ps://doi.o g/10.25656/01:34478 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/index Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bea bei ungen des We kes bzw. Inhal es an e igen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm es geleg en Weise nennen. This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e and ende his documen accessible, make adap a ions o his wo k o i s con en s accessible o he public as long as you a ibu e he wo k in he manne speci ied by he au ho o licenso . Mi de Ve wendung dieses Dokumen s e kennen Sie die Nu zungsbedingungen an. By using his pa icula documen , you accep he abo e-s a ed condi ions o use. Kon ak / Con ac : peDOCS DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion In o ma ionszen um (IZ) Bildung E-Mail: [email p o ec ed] In e ne : www.pedocs.de da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 1 on 23 Dokumen a ische Bildin e p e a ion: Suspendie- ung des Vo wissens und he meneu ische Zi kel. Eine An wo 1 Ral Bohnsack 1. Zum Anschluss meines Bei ags an den Essay on Dominique Ma hes und Silke T umpa Die Au o innen Dominique Ma hes und Silke T umpa (2023) kons a ie en eingangs ih es Essays „Dokumen a ische Bildin e p e a ion im Disku s“, dass sich an de Ma ginalisie ung des Bildes in de Sozial o schung im Allgemeinen und in de Schul o schung im Speziellen imme noch kaum e - was geände habe. Diese Fes s ellung, mi de sie sich u.a. auch au ühe e Aus üh ungen on mi beziehen (siehe aus üh lich auch be ei s Bohnsack 2009, S. 25 .) kann ich nu nachd ücklich zus im- men. Zwa haben im Be eich de E ziehungswissenscha und do insbesonde e in de Un e ich s- o schung die Videoanalysen eine g oße Bedeu ung gewonnen. Und im Ve gleich zu ande en me- hodischen Zugängen de Videoanalyse, welche dem Bild eine lediglich e gänzende Funk ion zu Gesp ächsanalyse zuges ehen ( gl. dazu die K i ik in Bohnsack 2009, Kap. 5.3 sowie Bohnsack/ F i z- sche/ Wagne -Willi 2015), komm dem Einzel-ode S andbild im Be eich de Dokumen a ischen Me- hode mal meh ( gl. u.a. Bohnsack/ F i zsche/ Wagne -Willi 2015 sowie S u m/ Wagene 2024), mal wenige ( gl. Asb and/ Ma ens 2018) Au me ksamkei zu. Die E kenn nispo en iale des Einzel- bildes we den in de Videoanalyse insgesam jedoch nu sel en ausgeschöp . Was dabei une kann bleib , läss sich e ahnen, wenn wi lesen, welche Bedeu ung de Klassike de Filmanalyse Roland Ba hes den S andbilde n, s ills ode „Fo og ammen“ beimiss . So läss sich Ba hes (1990, S. 64) zu olge „in gewissem Maß [...] das Filmische pa adoxe weise nich im Film ‚am ech en O ‘, ‚in de Bewegung‘, ‚in na u a‘ e assen, sonde n bishe nu in einem wich igen A e ak , im Fo og amm.“ Auch im Be eich on Video und Film als E hebungsins umen de Fo schung is die Fo og ammana- lyse on zen ale Bedeu ung, da diese uns u.a. die S ando gebundenhei de Fo schenden im wah s en Sinne o Augen zu üh en e mag (dazu genaue Bohnsack 2009, Kap. 5.5 sowie Bohnsack/ F i zsche/ Wagne -Willi 2015, S. 13 . u. 21 .). Wenn die Au o innen die on ihnen zu ech beklag e Ma ginalisie ung des Bildes esp. de 1 Diese An wo au den Essay on Dominique Ma hes und Silke T umpa (2023) is be ei s ein on den Au o innen ini iie e Aus ausch mi ihnen wie auch mi No a Ho mann ( gl. ih en Bei ag i.d.B.) o ausgegangen. Ihnen allen danke ich ü ih e Kommen a e. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 2 on 23 Bildin e p e a ion dann in einem Zusammenhang sehen mi den on ihnen „wah genommenen I - i a ionen und Lee s ellen bei de Anwendung de dokumen a ischen Bildin e p e a ion“ (Ma hes/ T umpa 2023, S. 6), so läss ich diese Zusammenhang alle dings nu schwe beu eilen – zumal diese Ma ginalisie ung auch in ande en Me hodologien ode Pa adigmen zu beobach en is . In je- dem Fall abe sind die on den Au o innen a ikulie en o schungsp ak ischen I i a ionen e - s ändlich. Sie hängen m.E. mi me hodologischen P oblemen zusammen und lassen diese, wie zu zeigen sein wi d, auch übe haup e s deu lich sich ba we den. Ge ade deshalb is de on den Ve asse innen gewähl e Weg de Explika ion und A ikula ion o schungsp ak ische I i a ionen on zen ale Bedeu ung. Denn eine de a ige A ikula ion inde sich nu sel en in Publika ionen (sonde n in de Regel allein im Kon ex de P axis in Fo schungswe ks ä en) und läss deshalb den on den Au o innen hie o geleg en Tex besonde s e diens oll e scheinen. Ähnlich dem Disku s in de Fo schungswe ks a we den wesen liche me hodische F agen in di ek em Bezug au die in- e p e a i e Fo schungsp axis am Beispiel eines Falles disku ie : dem Fo o „Eine Leh e in e klä einen Globus“ und seinem Kon ex au eine Homepage-Sei e des BMBF. Ich we de am Ende meines Essays eine ku ze – an die In e p e a ion on Dominique Ma hes und Silke T umpa anschließende – eigene In e p e a ion o legen. Zunächs gehe ich di ek au die F agen de Au o innen ein. Mi meinen Kommen a en und E läu e ungen olge ich modo g osso dem Ve lau ih e Aus üh ungen, kann abe selbs e s ändlich nu au einige on ihnen genaue eingehen. 2. De Kon-Tex des Bildes und die Ak eu :innen de Bildp oduk ion Eine de F agen, die sich bei de In e p e a ion on kon- ex uie en Bilde n, also bspw. solchen au eine Homepage ode e wa au In o ma ionsb oschü en, s ellen und auch on den Au o innen au - gewo en wi d, is diejenige nach de Rele anz ode Bedeu ung des Kon-Tex es, hie also de „wei- e en In o ma ionen de Websi e des BMBF“ (Ma hes/ T umpa 2023, S. 5). Ob und inwiewei diese Kon ex ele an e schein , is wesen lich om E kenn nisin e esse abhängig. Wäh end ih me ho- dologisches E kenn nisin e esse on den Au o innen um assend e läu e wi d (ich eue mich seh da übe , da dies zumeis allzu seh im Hin e g und bleib ), wi d das gegens andbezogene E kenn - nisin e esse zunächs (zu) wenig explizie . Es wi d e s im wei e en Ve lau des Au sa zes zuneh- mend deu lich, k is allisie sich e s in den In e p e a ionen he aus, dass de hie in e essie ende E ah ungs aum de jenige des Bildungsminis e iums esp. de „Mak oebene des Bildungssys ems“ und dessen „S eue ungssys ems“ (ebd., S. 29) is . Diese E ah ungs aum dokumen ie sich abe , wie sich dann zeig , ebenso im Bild selbs wie auch in dessen Kon ex uie ungen au de Websi e, sodass es in diesem Fall sinn oll, abe nich zwingend no wendig e schein , den Kon ex in die In- e p e a ion mi einzubeziehen. Wei e un en we de ich genaue au P obleme und allgemeine me- hodische P inzipien des Umgangs mi dem Kon ex wissen eingehen. Und ganz am Ende meine Aus üh ungen we de ich schließlich auch den Kon-Tex de Homepage in Ansä zen in die In e p e- a ion einbeziehen. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 3 on 23 Zunächs e schein es mi wesen lich, den Un e schied zwischen de dokumen a ischen Bil- din e p e a ion und de Bild ezep ions o schung zu be ach en ( gl. zu Un e scheidung auch: Bohnsack 2009, Kap. 5.2 sowie Bohnsack/ Geime 2018). Im e s e en Fall is das Bild selbs Gegen- s and de Analyse und gib uns Au schluss übe den Modus Ope andi seine P oduk ion und somi den Habi us und das Milieu de P oduzie enden. Dami schließen wi an die ikonologisch-ikonische In e p e a ion on Pano sky (u.a. 1932) und Imdahl (u.a. 1994 u.1996a) an, insbesonde e an de en F agen nach dem Modus Ope andi, also dem Wie des He s ellungsp ozesses. Im Fall de Rezep i- ons o schung e ah en wi p imä e was übe die Rezipie enden und de en Habi us und Milieu und gg . da übe , ob und wie sich diese im Rezep ionsp ozess e ände n ( gl. Bohnsack/ Geime 2019 sowie Bohnsack 2009, Kap. 5.2). Dabei se zen sich die Rezipie enden auch imme schon ins Ve häl - nis zum Modus Ope andi ode Habi us de P oduzie enden, sodass wi on eine Ve s ändigung im Medium des Bildes und in dem Sinne on Bildkommunika ion, sp echen können ( gl. zum Beg i auch P zybo ski 2018 sowie Bohnsack 2017, 6.3.4). Wi können mi de Bildin e p e a ion also keine Aussagen übe die Bild ezep ion machen, und dies gil auch umgekeh . Im Un e schied zu den In e p e a ionen de Kuns his o ike Pano sky und Imdahl, de en Ge- gens ände Gemälde, Skulp u en bis hin zu A chi ek u sind, können und soll en wi in de Fo oin- e p e a ion alle dings p inzipiell zwischen abgebilde en und abbildenden Bildp oduzen :innen un- e scheiden ( gl. u.a. Bohnsack 2009 u. 2017, Kap. 8.2 sowie Ho mann 2015, S. 98 .). Dahingehende Di e enzie ung sind jedoch im o liegenden Falle (wie e wa auch im Falle on de on We beagen- u en p oduzie en Fo os) nich möglich. Alle Ges al ungsleis ungen bzw. die Auswahl de in ih e Ges al ung als ele an und geeigne en e ach e en Bilde (einschließlich ih es Homepage-Kon ex- es) müssen le z lich de Kon olle de Au aggebe in, des Bundesminis e iums ü Bildung und Fo - schung, a ibuie we den. Inso e n kann das Bild esp. die gesam e Websi e und das Wie ih e Ges al ung als ein on diese au aggebenden Ins anz wenn nich p oduzie e so doch ini iie e ode akzep ie e Modus Ope andi e s anden we den, als Ausd uck ih es E ah ungs aums, Habi- us ode genaue be ach e : ih e Iden i ä sno m. De Habi us is im Sinne on Bou dieu (1976, S. 207) wede als ein ollkommen bewuss e noch als ein ollkommen unbewuss e einzus u en. Loïc D. Wacquan (1996, S. 41) sp ich hie auch on de „In en ionali ä ohne In en ion“. Diese „objek i e In en ion, die sich niemals au die be- wuß e Absich des Kns le s besch änk , is eine Funk ion de Denk-, Wah nehmungs- und Hand- lungsmus e , die de Kns le seine Zugehö igkei zu eine bes imm en Gesellscha ode Klasse e dank “ o mulie Bou dieu (1970, S. 154) mi Bezug au Pano sky, ü den sich im küns le ischen P oduk de Habi us de Epoche dokumen ie e ode de „Wesenssinn“ ode „Dokumen sinn“, wie Pano sky (1932, S. 115 .) mi Bezug au Mannheim o mulie ha . Fü beide Klassike is de Habi- us, de sich im P oduk dokumen ie , p inzipiell ein kollek i e , e is keine des Indi iduums. Dem- da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 4 on 23 gemäß sp eche ich in de Dokumen a ischen Me hode übe g ei end om Milieu ode E ah ungs- aum als T äge dieses Wesenssinns ode Dokumen sinns, welchen die P oduzie enden ode Küns - le :innen in de Regel selbs nich zu Explika ion b ingen können.2 Im Be eich de komme ziellen wie auch poli ischen We bung und auch de poli ischen In o - ma ion können wi nich so ohne Wei e es da on ausgehen, dass uns de Habi us de uns in e es- sie enden Au aggebe :innen zugänglich is . Es handel sich hie e mu lich ehe um de en O ien- ie ung an „Iden i ä sno men“ ode „ i ualen sozialen Iden i ä en“ (Go man 1963, S. 2 u. 130; aus- üh lich dazu Bohnsack 2017, Kap. 5.6 u. 9.3 sowie 2024a, Kap. 6 u. 7). P inzipiell gel en die Aus üh- ungen on Pano sky und Bou dieu, was die „objek i e In en ion“ und die gesellscha liche ode milieuspezi ische Abhängigkei des Habi us anbe i , jedoch auch ü die Iden i ä sno m. Diese is alle dings keine P axis, kein Modus Ope andi (im Sinne de pe o ma i en Pe o manz), sonde n bezeichne (au de Ebene de p oponie en Pe o manz) die Imagina ion eine no ma i e wa e en P axis, also das ‚Bild‘, die Imagina ion eines Habi us, in denen No mali ä e wa ungen implizie sind, welchen Go man (1963, S. 122) einen „Phan om“-Cha ak e („phan om no malcy“) beschei- nig . Denn die Iden i ä sno m is , wie jegliche No m, p inzipiell „kon a ak isch“ ( gl. Luhmann 1997, S. 638)3, d.h. sie s eh p inzipiell, also pe de ini ionem, in Di e enz zum ak ischen Handlungs oll- zug, zu P axis. Sie ha den Cha ak e on gesellscha lich ele an en S e eo ypen. Abe auch S e eo ype haben handlungso ien ie ende Konsequenzen. Diese Iden i ä sno - men können auch als Ausd uck ode P oduk de Selbs da s ellung eine „O ganisa ionskul u “ e - s anden we den ( gl. zum Beg i Bohnsack 2017, Kap. 4.5.1.) – hie also de jenigen des Minis e i- ums. „Wi gehen inso e n on Zusammenhängen zwischen o ganisa ionale Selbs da s ellung und O ganisa ionskul u aus, die sich en wede di ek ode un e de Hand, quasi hin e dem Rücken und manchmal auch en gegen den In en ionen de o ganisa ionalen Bildp oduzen en, du chse - zen“, wie Bu kha d Schä e (2015) mi Bezug au seine Analyse on bildlichen Selbs da s ellungen de poli ischen Pa ei „Pi a en“ beme k .4 Es sind, wie dann on Dominique Ma hes und Silke T umpa im Ve lau de In e p e a ion zuneh- mend explizie wi d, also de E ah ungs aum esp. genaue : die Iden i ä sno men und somi auch die S e eo ype de Au aggebe in, de Minis e ialbü ok a ie, welche hie in e essie en. Hie lieg le z lich die Ve an wo ung (auch in o mal- ech liche Hinsich ) da ü , welches Fo o in welche Be- a bei ung und in welchem Kon ex (hie : in welchem A angemen au de Homepage) e scheinen soll. Wenn die Au o innen (Ma hes/ T umpa, S. 11) agen: „Kann man bei de Szene, die lau Quel- 2 „Ja, hä e Dü e selbs sich übe die le z e Absich seines We kes exp essis e bis geäuße (…), so wü de sich alsbald he auss ellen, daß diese Äuße ung am wah en Wesenssinn des Bla es wei o be ginge“ (Pano sky 1932, S. 116). 3 Iden i ä sno men un e scheiden sich on ins i u ionalisie en No men ode Rollenno men dadu ch, dass sie, wie de Habi us, nich zweck a ional s uk u ie sind. 4 Zu Un e scheidung on O ganisa ionskul u und O ganisa ionsiden i ä au de einen und O ganisa ionsmilieus au de ande en Sei e siehe u.a. Bohnsack (2023 u. 2017, Kap. 4.3). Zu bildlichen Rep äsen a ion eine O ganisa ionskul- u – hie de Deu schen Bank – und ih e Co po a e Iden i y siehe auch Michel (2015). Zu bildlichen Rep äsen a ion des kollek i en Habi us poli ische Bewegungen in Illus a ionen siehe Kumka (2018). da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 5 on 23 lenangabe bei einem S ock o o-Anbie e e wo ben wu de, be haup on Leh pe son, Schle *in- nen und Un e ich sp echen, wenn le z lich unkla is , ob die abgebilde en Pe sonen und Gegen- s ände be haup aus eine solchen Reali ä s ammen?“, so is die F age nach de Reali ä s eue in de Dimension des Abgebilde en, d.h. im Sinne de ‚ einen‘ Abbildung eine empi isch beobach ba- en achdisziplinä en Reali ä , in diesem Falle nich on Rele anz. Dies un e scheide sie e wa on einem Fo og amm aus dem Video eine empi ischen Un e ich sanalyse. So e n en schieden wi d, den Kon ex de Homepage mi einzubeziehen, s ell sich ü die Au o innen die F age, wann „ein gu e Zei punk “ (S. 7) da ü wä e. Diese F age is im Sinne on Max Imdahl, abe auch de Semio ik (Eco 1994) und Be eichen de Philosophie ( gl. Foucaul 1971) eindeu ig zu bean wo en ( gl. Bohnsack 2009, Kap. 3.3). Denn allen diesen me hodologischen Rich- ungen de Bildin e p e a ion is le z lich ein P inzip gemeinsam, welches ich als „Suspendie ung des ex lichen Vo wissens“ (ebd., S. 32) bezeichne habe. Dieses P inzip o dne sowohl zei lich wie abe auch sachlich de In e p e a ion des Bildes eindeu ig die P io i ä zu.5 Dies bedeu e , dass zu- nächs das Bild insgesam bis hin zum ikonologischen-ikonischen Sch i und e s dann de Tex ins- gesam (bis hin zu dessen Re lek ie ende In e p e a ion) Gegens and de Analyse is (das habe ich auch ü die Filmin e p e a ion gel end gemach ; gl. Bohnsack 2009, Kap. 6). Schließlich wi d im Rahmen eine „Re lek ie enden Gesam in e p e a ion“ (ebd., S. 233 .) das Gesam da um au Ho- mologien esp. wechselsei igen Validie ungen on Bild und Tex hin übe p ü . Dies se z o aus, dass sich Tex - und Bildin e p e a ion inne halb desselben me hodologischen und me a heo e i- schen Rahmens, also inne halb desselben Pa adigmas, bewegen – eine Vo ausse zung, die im Falle de Dokumen a ischen Me hode um assend ausgea bei e is . Do , wo die ex basie e In e p e a- ion au eine eigens ändigen E hebung basie (indem e wa Fo os und G uppendiskussionen eine Familie einbezogen we den; gl. Bohnsack 2009, Kap. 4.3.7), sp eche ich auch on eine T iangula- ion ( gl. u.a. auch Ho mann 2015). Au die Suspendie ung des ex lich-sp achlichen Vo wissens we de ich in den olgenden Aus üh ungen im Zusammenhang mi de Bedeu ung des ikonog a i- schen Wissens noch wei e üh end eingehen. 3. Zum Sinn de o -ikonog a ischen und ikonog a ischen Besch eibung und zum Ve häl nis de In e p e a ionssch i e allgemein In Bezug au die o -ikonog a ische Ebene de Bildin e p e a ion agen Ma hes/ T umpa (2023, S. 9) nach dem „Meh we dieses du chaus mühsamen A bei sp ozesses“. Sie nennen selbs auch ei- nige wesen liche G ünde, wobei ü sie abe o allem die F age o enbleib , „wodu ch sich ein hin- 5 Dies is im Be eich de Dokumen a ischen Me hode le z lich übe wiegend auch do nich ande s, wo de Tex Teil des Bildes selbs is , wie beispielsweise im Falle on „Logos“ (cgl. Schä e 2015), ode „Zines“ (Böde / P a 2019). Auch do wi d „zunächs g undlegend au die bildliche Rep äsen a ion bzw. Ve anke ung on Tex “ (ebd., S. 139) ein- gegangen, de Tex also zunächs als g a isches Bildelemen und e s dann in seine sp achlichen Seman ik e schlos- sen. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 6 on 23 eichende Vollzug dieses A bei ssch i es kennzeichne “, (ebd.), also wiewei diese Sch i ge ie- ben we den muss. Zu Bean wo ung diese F age e schein es mi no wendig, sich die Zi kelha - igkei jegliche in e p e a i e E kenn nis, die Un e meidba kei des he meneu ischen Zi kels, o Augen zu üh en: Zwa is die o -ikonog a ische Besch eibung esp. Beobach ung (im Zusammen- hang mi de o malen Komposi ion: Planime ie, Pe spek i i ä und gg . szenische Cho eog a ie) die G undlage de ikonologisch-ikonischen In e p e a ion. Alle dings zeig sich le z lich e s im Zuge de ikonologischen In e p e a ion esp. in de en Ve suchen, welche Beobach ungen au de o - ikonog a ischen Ebene ü die Ikonologie no wendig esp. wesen lich sind. Die o -ikonog a ische Besch eibung is „hin eichend“, wenn sie die ikonologisch-ikonische In e p e a ion e möglich ode zu ini iie en e mag. Im Zuge eine wei e en Validie ung de ikonologischen In e p e a ion können dann selbs e s ändlich wei e e o -ikonog a ische Elemen e he angezogen we den, um die Reich- wei e de ikonologischen In e p e a ion zu übe p ü en und anzu eiche n. Insgesam bedeu e dies zwa , dass sinn olle weise in einem e s en Sch i o -ikonog a isch be ach e wi d. Gleichwohl sind die beiden Dimensionen de In e p e a ion abe nich p inzipiell als sequenziell au einande olgende Sch i e zu e s ehen, sonde n als Ebenen eines Zi kels, des he meneu ischen Zi kels als eines Zi kels on Einzelelemen und dem „Ganzen“, wie e ü die Do- kumen a ische Me hode ganz gene ell gel end gemach we den kann ( gl. Bohnsack 2017, S. 77 . sowie Schä e 2022, S. 39). Was bei Dil hey (1924, S. 330) in Bezug au die Sp ache ausgea bei e wo den is , gil auch ü das Bild: „Aus den einzelnen Wo en und de en Ve bindungen soll das Ganze eines We kes e s anden we den, und doch se z das olle Ve s ändnis des einzelnen schon das Ganze o aus“, hie also die ikonologisch-ikonische In e p e a ion. Das bedeu e , dass de en Gel ung imme wiede hinsich lich ih e Fundie ung in o ikonog a ischen Beobach ungen (ebenso wie auch in de o malen Komposi ion) übe p ü we den müssen, und umgekeh e ö nen neue o -ikonog a ische Beobach ungen neue Pe spek i en ü die ikonologische In e p e a ion ode s ellen neue F agen an diese und e möglichen Di e enzie ungen. En sp echend können und müs- sen auch die iel äl igen Beobach ungen au de o -ikonog a ischen Ebene (allein schon om Um- ang he ) niemals olls ändig in eine o -ikonog a ische Besch eibung eingehen, sonde n lediglich aspek ha ode exempla isch do , wo sie als Beleg ü die ikonisch-ikonologische In e p e a ion gel en können ode als Abweichungen on diese (zunächs ) une klä lich e scheinen. Inso e n kann es auch sinn oll sein, sich geziel ge ade mi de a igen ‚Abweichungen‘ auseinande zu se zen, da de en dennoch mögliche In eg a ion die Validi ä und Komplexi ä de ikonologisch-ikonischen In- e p e a ion e höh . Inwiewei die Sch i e de Vo -Ikonog a ie zu Explika ion geb ach , also aus- o mulie we den müssen, häng da übe hinaus nich unwesen lich da on ab, in welchem Maße die me hodischen E kenn nispo en iale on den In e p e :innen in e nalisie esp. habi ualisie wo den sind. Neben de Gene ie ung on Po en ialen ikonologische E kenn nis e mag insbesonde e auch eine kompa a i e Analyse, also de Fall e gleich, be ei s au diese Ebene eine Reduk ion on Komplexi ä im Be eich de o -ikonog a ischen Beobach ung und Besch eibung zu leis en, so e n da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 7 on 23 sys ema isch, d.h. mi Bezug au ein e ium compa a ionis (zunächs ein Thema ode Suje ), e gli- chen wi d. Beispielsweise können die sei ens des Bundesminis e iums und on un e schiedlichen Lände minis e ien p opagie en un e schiedlichen Bilde zum Thema ode Suje „Un e ich “ o - ikonog a isch mi einande e glichen und im Hinblick au Gemeinsamkei en und Un e schiede übe - p ü we den. Dabei können (neben Di e enzen in de o malen Komposi ion) die Di e enzen (abe auch eind ückliche Homologien) au de o -ikonog a ischen Ebene uns Hinweise au o -ikonog a- ische Elemen e geben, die es in ih e po en iellen Bedeu ung ü die ikonologische In e p e a ion zu e olgen gil . Die Rekons uk ion de o ikonog a ischen Ebene ha , wie dies on den Au o innen zum Teil selbs be ei s angesp ochen wi d6, o ab de ikonologisch-ikonischen In e p e a ion und in ih e Vo be ei ung, auch den Sinn, du ch ih e Rela ion zu den ikonog a ischen Vo s ellungen de In e - p e :innen die Kon ingenzen und in gewisse Weise auch Beliebigkei en ikonog a ische A ibuie- ungen und dami de en S ando abhängigkei e kennba we den zu lassen. Sie ha den Sinn, uns au Un e s ellungen ode P ojek ionen und S e eo ype des Common Sense au me ksam zu machen, die wi mi ikonog a ischen Zuo dnungen an das Bild he an agen. Im Sinne de Kon olle des iko- nog a ischen Vo wissens o de Foucaul (1971, S. 38) mi Bezug au die In e p e a ion on Bilde n: „Man muß also so un, als wisse man nich “. Analog dazu o de auch Max Imdahl die wei gehende Suspendie ung des ikonog a ischen Vo wissens. Die ikonologisch-ikonische In e p e a ion sei „o besonde s e olg eich ge ade dann, wenn die Kenn nis des da ges ell en Suje s sozusagen me ho- disch e d äng wi d“ (Imdahl 1996b, S: 435). Und Bou dieu (1996, S. 278) o de den „B uch mi den Vo annahmen des common sense“, also de en T anszendenz, de wi auch in de Dokumen a ischen Me hode olgen. Bei Bou dieu wie auch in de Dokumen a ischen Me hode be i diese „B uch“ nich allein die In e p e a ion on Bilde n, sonde n is ganz allgemein P inzip de sozialwissenscha lichen Analyse. E ma kie den Wechsel de Analyseeins ellung on de p oposi ionalen zu pe o ma i en Logik. Dami is abe nich de B uch mi unse en in ui i en Me hoden de all äglichen P axis gemein , denn diese Po en- iale p ak ischen E kennens ( gl. dazu auch: Bohnsack 2024a) liegen im Ke n auch de ikonologischen In e p e a ion zug unde. Gemein is de B uch mi den in den Common Sense-Theo ien und -Be- g i en implizie en a ionalis ischen Kons uk ionsp inzipien im Sinne de p oposi ionalen Logik, zu denen insbesonde e auch die A ibuie ung indi iduelle Mo i e (an die abbildenden und/ode ab- gebilde en Bildp oduzen :innen) gehö . Denn diese Ra ionalismus blockie unse in ui i es me- hodisches E kenn nispo en ial ehe als dieses zu be ö de n. De on den Au o innen des Essays gewähl e disku si e Weg, ih e In e p e a ionen zunächs unabhängig oneinande zu e s ellen, den sie im Ti el des Essays als „ko-kons uk i en“ bezeichnen, be ö de sowohl die Sich ba kei de Kon- ingenzen im Be eich de ikonog a ischen Besch eibung als auch die E izienz des Wechsels de Ana- lyseeins ellung, welche ü die e lek ie ende Bildin e p e a ion une lässlich is . 6 So heiß es au S. 9 zum Sch i de Vo -Ikonog a ie: „E bewah uns o einem ( o -)schnellen Vo gehen, o Ku z- schlüssen und wei eichenden In e p e a ions o schlägen. Auße dem zwing e uns zu ganz genauen Be ach ung und schä unse e Au me ksamkei ü e mein lich unbedeu ende Nebensächlichkei en“. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 8 on 23 4. Eine e lek ie ende (Bild-) In e p e a ion am Beispiel de Fa b o og a ie „Eine Leh e in e klä einen Globus“7 Abbildung 1. Quelle: h ps://www.bmb .de/bmb /de/bildung/bildung-im-schulal e /bildung-im- schulal e _node.h ml. 4.1 Zu Rekons uk ion de o malen Komposi ion des Bildes Da das Bild selbs (im Un e schied zu den Gegens änden, die au ihm da ges ell sind) eine Fläche is , üh uns insbesonde e die Rekons uk ion de planime ischen Komposi ion zu Eigenlogik des Bildes ( gl. auch Bohnsack 2017, Kap. 6.1.1) und is somi on p imo diale Bedeu ung ü die iko- nologisch-ikonische In e p e a ion. Es e schein deshalb sinn oll, die Rekons uk ion de Planime - ie an den An ang de Aus o mulie ung de ikonologischen In e p e a ion zu s ellen. Im Sinne on 7 Zum Zei punk de E s ellung meines Bei ages and sich in da um & disku s, Band 6 N . 1 (2023) neben dem Essay on Dominique Ma hes und Silke T umpa noch ein Essay on I ene Lese (2023) mi dem Ti el: „Das Bild on Bildung. Eine o oanaly ische Rekons uk ion“, in dem eben alls eine In e p e a ion dieses „Thinks ock“-Fo os o geleg wi d. Ich bin au diese In e p e a ion nich eingegangen, da ich meinen Essay p imä als An wo au Dominique Ma hes und Silke T umpa e s ehe. Denn diese ich en di ek F agen an die Dokumen a ische Me hode, wodu ch ich mich na ü lich an- gesp ochen ühle. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 15 on 23 als Unsiche hei ) in e p e ie we den. Die Ges en de Leh pe son e scheinen somi insgesam sach- lich und pa iell auch sozial de-kon ex uie . De-kon ex uie e Ges en haben wi un e bes imm en Bedingungen als Pose bezeichne ( gl. Bohnsack/ P zybo ski 2015 sowie Bohnsack 2017, Kap. 6.3.1) Gemäß unse e De ini ion gehö zum Posie en jedoch meh dazu als de Au weis on Un e einba - kei en. Ges en, die als Posen gel en können, e schöp en sich nich in einem Sinn e lus . De Beg i de Pose se z ielmeh o aus, dass sich au eine Me a-Ebene neue und komplexe e Sinnpo en iale – hie also im Be eich on Iden i ä sno men – e ö nen (beispielsweise könn e dies die Pose de ‚ achlich s engen und zugleich un e hal sam amsan en‘ Leh e in sein). De a ige komplexe Iden- i ä skons uk ionen lassen sich hie alle dings nich e schließen. Im Sinne eine kompa a i en Analyse kann ich empi ische Beispiele ü de a ige komplexe e Sinnpo en iale, also ü Posen im ansp uchs ollen Sinne, ak uell leide lediglich aus dem Be eich de Konsum-We bung anbie en, hie abe an seh un e schiedlichen Fo os (de Fi men: H & M, Bu be y und Wes ). Au ihnen we den hyb ide Iden i ä sen wü e ode Iden i ä sno men inszenie ( gl. zu- sammen assend: Bohnsack 2017, Kap. 6.4). So is eine au dem Pos e eine Ziga e enwe bung de Fi ma Wes abgebilde e junge F au au g und ih e Kleidung und ih es We kzeugs (u.a. ein Melkei- me ) sowie insgesam des Ambien es eine Alm mi Kuh eine sei s als ‚Senne in‘ iden i izie ba ( gl. u sp ünglich Bohnsack 2001b). Du ch ih e kö pe gebundene wie auch pa iell kleidungspezi ische S ilisie ung sowie du ch ih en Fli mi einem ‚Almbesuche ‘ ähnel sie ehe eine Diskobesuche in, sodass hie eine hyb ide Selbs p äsen a ion en al e wi d. De au diese Weise inszenie e Li es yle e heiß die Bewäl igung gegensä zliche An o de ungen: Die junge F au is zwa in die heile Wel eines adi ionellen Milieus eingebunden, e mag diese Bindungen abe zugleich du ch spek aku- lä e Selbs inszenie ungen zu anszendie en, sich nach außen zu ö nen und Bo nie hei en des Mi- lieus zu be winden. An einem ande en Beispiel, demjenigen eine H&M-We bung mi einem Fo o badende junge F auen am S and (Bohnsack/ P zybo ski 2015, P zybo ski 2018, Kap. 8 sowie Bohnsack 2017, Kap. 6.3.1) inde sich die Ve heißung, sich als eine ih e kö pe lich-sexuellen A - ak i i ä bewuss e F au und zugleich abe auch in mädchenha e Zu ckhal ung bzw. ‚Unschuld‘ p äsen ie en zu können. Dami kons i uie en sich nach A eine „Sinnkomplexi ä des Übe gegen- sä zlichen“ (Imdahl 1996a, S. 107)10 Iden i ä sno men ode i uale soziale Iden i ä en au eine Me a-Ebene. Nach Imdahl sind Bilde p ädes inie ü die A ikula ion de a ige Übe gegensä z- lichkei en ode Ambigui ä en, ü welche die Sp ache ode de Tex zumeis keine Wo e haben ( gl. auch Imdahl 1994, S. 312). 10 In Imdahls Aus üh ungen zu Pose (1996b) inde sich diese Beg i lichkei nich , wohl abe de en empi ische Rep ä- sen anz. E analysie insbesonde e die „Pose ideologische We bung“ (ebd., S. 580) und zwa an „We ken de Plas ik und Male ei im D i en Reich“ (ebd., S. 575), un e ande em solchen on A no B eke . Hie kons i uie sich die Sinn- komplexi ä als eine „alle F eihei en des Willens und Handeln e bie ende Gewal samkei “ (ebd., S. 580). Wäh end Imdahl Posen im Be eich de Konsumwe bung als solche cha ak e isie , „die als Posen du chschau we den d en“ (ebd.: 575 .) und – so könn e man e gänzen – mi diese Du chschauba kei spielen, is dies nich zu beobach en, „wenn die Pose ideologische We bung diens ba is “ (ebd, S. 580), wie dies u.a. im Be eich poli ische We bung zu e wa en is . da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 16 on 23 Die im o liegenden Fall zu beobach enden De-Kon ex uie ungen gelangen jedoch nich zu eine eigenlogischen s ilis ischen Ges al ung und können somi in einem ansp uchs ollen Sinne le z lich nich als Pose gel en. Wi haben es hie ehe mi eine – wo in auch imme beg ünde en – o mal-äs he isch b üchigen ode unzulänglichen Ges al ung eine poli ischen In o ma ion ode We bung zu un. Dies häng ikonologisch wesen lich mi dem ehlenden ode unbes imm en Sach- bezug zusammen. Das hie ausgewähl e Bild kann somi engagie e Bildin e p e :innen in o mal- äs he ische Hinsich und insbesonde e, was seine ikonologische Komplexi ä anbe i , kaum be- iedigen. Dennoch ode ge ade deshalb kann die In e p e a ion de a ige Dokumen e abe sozial- wissenscha lich, d.h. ü die Analyse on Ins i u ionen ode O ganisa ionen, e kenn nisgene ie end und auch im Kon ex de Me hodenausbildung leh eich sein. Angesich s des zen alen ikonologisch-ikonischen E gebnisses, nämlich de Un e mi elba - kei on Sozial- und Sachbezug e schein es sinn oll, S andbilde ode Fo og amme aus Videos em- pi ische Un e ich sanalysen (mi einem e gleichba en Suje , bspw. dem Geog a ieun e ich ) in die kompa a i e Analyse einzubeziehen – und zwa sowohl au de o -ikonog a ischen Ebene wie de jenigen de o malen Komposi ion. Insgesam olge ich im Be eich de Bildin e p e a ion jene S a egie, die sich im Ansa z be ei s bei Max Imdahl (1994) inde und die ich, wie gesag , als „Kom- posi ions a ia ion“ bezeichne habe ( gl. Bohnsack 2001a; Kap. 4 sowie 2009, Kap.3.7). Sie kann als das unk ionale Äqui alen zu kompa a i en Sequenzanalyse de dokumen a ischen Tex in e p e- a ion (Bohnsack 2001c sowie Wagene 2022) bezeichne we den und um ass elemen a die Va i- a ionen de Planime ie, Pe spek i i ä und szenischen Cho eog a ie, die ih e sei s wiede um du ch die Wahl des Bildausschni s, die „Kad ie ung“ ( gl. Bohnsack 2009, u.a. S. 50 u. 158 sowie 2017, Kap. 8.3) beein luss we den.11 Eine de a ige du ch eine empi ische kompa a i e Analyse ges ü z e Komposi ions a ia ion habe ich – in diese an die In e p e a ion on Dominique Ma hes und Silke T umpa anschließenden eigenen empi ischen Analyse – wede o dem Ve gleichsho izon on Fäl- len aus Un e ich sanalysen noch on solchen aus de Homepage on Minis e ien en allen können (siehe zu le z e en abe den Bei ag on No a Ho mann i.d. B.). De Au wand wü de den Rahmen meines Bei ages sp engen, welche seinen Schwe punk im Be eich de Bean wo ung de on den Au o innen au gewo enen me hod(olog)ischen F agen ha . 4.3 Zu Einbeziehung des Homepage-Kon-Tex es Im Rahmen eine „Re lek ie enden Gesam in e p e a ion“ (Bohnsack 2009, Kap. 6.5 sowie 4.3.7) wi d das Gesam da um de Homepage au Homologien esp. wechselsei ige Validie ungen, abe auch au He e ologien und Diskon inui ä en on Bild und Tex hin übe p ü . Vo ausse zung ü eine de a ige Übe p ü ung is , wie e wähn , dass sich Tex - und Bildin e p e a ionen inne halb dessel- ben me hodologischen und me a heo e ischen Rahmens, also inne halb desselben Pa adigmas, be- wegen. Denn dies is nich nu Vo ausse zung ü eine alide Iden i ika ion on Gemeinsamkei en, 11 Die „Rahmungsmach “ in de Fo og a ie häng wesen lich on de Kad ie ung ab ( gl. Bohnsack 2017, Kap. 8.3). da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 17 on 23 sonde n auch ü eine genaue me a heo e ische und me hodologische Bes immung de Un e - schiede on Bild und Tex ( gl. dazu u.a. Bohnsack 2007). Diese Vo ausse zung is im Falle de Do- kumen a ischen Me hode um assend ausgea bei e wo den. Da die F agen on Dominique Ma hes und Silke T umpa o allem die Bildin e p e a ion be e en, we de ich au die Tex in e p e a ion sowohl me hodisch als auch inhal lich nu ganz knapp eingehen. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 18 on 23 Abbildung 4: Homepagekon ex . Quelle: h ps://www.bmb .de/bmb /de/bildung/bildung-im-schul- al e /bildung-im-schulal e _node.h ml. da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 19 on 23 Im Un e schied zu de an de Simul anei ä o ien ie en dokumen a ischen Bildin e p e a ion (s. dazu u.a. Bohnsack 2009, Kap. 3.9) gehe ich in de In e p e a ion des Tex es de Homepage-Sei e des BMBF mi dem Ti el „Bildung im Schulal e “ gemäß de Dokumen a ischen Me hode sequenz- analy isch o (b inge die o mulie ende In e p e a ion hie jedoch nich zu Explika ion). Auch lasse ich – um mich ku z assen zu können – alle du ch die Na iga ionsmöglichkei en e ö ne en E gän- zungen, E läu e ungen, Wei e üh ungen auße Ach und besch änke mich au den unmi elba ge- gebenen Tex . Dabei o ien ie sich die In e p e a ion des Tex es selek i an Rahmenkomponen en, wie sie in de Bildin e p e a ion be ei s he ausgea bei e wo den sind. In den e s en beiden Sä zen un e de Übe sch i „Bildung im Schulal e “ bleib zunächs une läu e , was mi „be g ei enden F agen des Bildungssys ems“ gemein is . S a dessen inde sich sogleich ein Themenwechsel om Thema „Bildungspoli ik“ und „Bildungsminis e ium“ zu schul- spezi ischen Bildungsp ozessen. An e s e S elle de Le nziele s ehen „g undlegende soziale Kom- pe enzen im Umgang mi Gleichal igen“. Diese Fokussie ung s eh im deu lichen Kon as zum Bild, in dem eine Pee -Beziehung de Schüle : innen un e einande sys ema isch ausgeblende bleib , so- dass das Ensemble de Schüle :innen opak e schein . Diese we den au ih e Rollenbeziehung im Sinne des hie a chisie enden F on alun e ich s eduzie . Wobei, wie da geleg , die Fokussie ung au die Leh pe son und die hie a chische Beziehung zu ih planime isch und (du ch die s ik e Aus- ich ung de Schüle :innen au diese) auch pe spek i isch inszenie wi d. Au g und de sich insge- sam im abgebilde en Fo o dokumen ie enden Un e mi elba kei ode Di usion des Sachbezugs e schein dieses dann auch nich wi klich geeigne , jene E wa ung bildlich zu e anschaulichen, die im olgenden Tex hema isch okussie wi d, nämlich, dass Kinde in de Schule „sys ema isch Wis- sen“ e le nen. Die beiden olgenden Abschni e wenden sich eine Thema ik zu, die sich on de un e ich - lichen Ve mi lung on Wissen dann olls ändig lös . Neben einem ehe p lich schuldigen Exku s zu Sache, um die es de Übe sch i und auch dem Bild zu olge eigen lich gehen soll, nämlich um die „Schulbildung“, is de Tex nun ganz au die Legi ima ion de S ellung und Funk ion des Bildungs- minis e iums im öde alen Sys em de Bundes epublik okussie , wie sie im e s en Sa z be ei s he- ma isie und o mulie wu de und nun meh ode wenige wö lich wiede hol wi d: die Besch än- kung des Minis e iums au die „be g ei enden F agen“ ode „be g ei ende Aspek e“. Die im An- schluss da an genann en Aspek e (de „Ausbau de Ganz agsschulen“ und die „in e na ionalen Ve - gleichss udien“) haben ga keinen Bezug meh zum Fo o. Das gil auch ü den gesam en le z en Abschni . Diese dien wei e hin de Legi ima ion de S ellung und Funk ion des Bildungsminis e iums. Diese Funk ion wi d in eine „Be eiligung an in e - na ionalen Leis ungs e gleichsun e suchungen“ gesehen. Beg ünde wi d de en Bedeu ung mi den Bedingungen ü die „Quali ä des Bildungssys ems“ in eine „zunehmend globalisie en Wel “. Hie könn e man eine gewisse Homologie zu Fokussie ung des Globus au dem Fo o iden i izie en. Al- le dings is die hie ex lich hema isie e Globalisie ung du ch ein spezi isches poli isches In e esse gep äg : Zum einen geh es um den „Leis ungs e gleich“, um den „in e na ionalen We bewe b“, da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 20 on 23 also um die na ionals aa liche Konku enz au de G undlage on Maßzahlen in de Wel gesell- scha , und zum ande en in e essie en die „Zukun schancen ü Deu schland“, die „Quali ä on Bildungssys emen“, also die poli ischen Sys eme. Es s ehen also nich die Indi iduen, die Schüle :in- nen und de en (un e ich liche) Bildungschancen im Focus. Wenn wi abschließend im Zuge eine e lek ie enden Gesam in e p e a ion nach dem Ve - häl nis on Bild und Tex , also nach möglichen Gemeinsamkei en im Dokumen sinn zwischen den beiden Dimensionen agen, so läss sich eine Homologie iden i izie en, also eine gewisse Übe ein- s immung des Dokumen sinns esp. de Ikonologie des abgebilde en Fo os mi dem Dokumen sinn des Kon-Tex es de Homepage. Denn in beiden Dimensionen dokumen ie sich eine Un e mi el- ba kei ode auch ein Ve lus des Sachbezugs. Im Fo o be i dies den Ve lus esp. die Di usion des Bezugs zu Sache des Un e ich s, zum Un e ich sgegens and, im Kon-Tex de Homepage sind dies Ve lus e esp. Di usionen des Bezugs zum ex lich- hema ischen Sachbezug „Bildung im Schul- al e “. Übe die schul- und al e sspezi ischen Bedingungen de Bildung e ah en wi kaum e was. 5. Abschließende Beme kung zum Me hoden e s ändnis Wenn Dominique Ma hes und Silke T umpa (2023, S. 6) on de „b ei en Ausdi e enzie ung“ de dokumen a ischen Bildin e p e a ion da au schließen, dass es „die“ dokumen a ische Bildin e p e- a ion „ ak isch nich “ ode „nich meh “ gib , so gil es bei jede Me hode zu di e enzie en zwi- schen ih e Ve ah ensp axis und ih e Me hodologie. Im Sinne le z e e gib es m.E. die dokumen- a ische Bildin e p e a ion du chaus. Es is ge adezu ein Kennzeichen eine aliden Me hodologie, dass sie Va ia ionen de Ve ah ensp axis e möglich esp. zuläss , da ge ade diese ih e Gül igkei bes ä igen. Dadu ch un e scheide sie sich auch on s anda disie en Ve ah en. Dabei is es jedoch sinn oll, die jeweilige Va ia ion explizi zu machen und gg . zu beg ünden. Die Dokumen a ische Me hode e s eh sich in ih e me hodologischen und e kenn nis heo e ischen Aus ich ung sei ih- en An ängen, also schon bei Ka l Mannheim und Ha old Ga inkel und auch in ih e Adap a ion ü die Bildin e p e a ion du ch E win Pano sky, als ein E kenn nis- und Re lexionspo en ial, übe wel- ches wi be ei s in unse em All ag schon e ügen. Und da in is auch ganz wesen lich ih e o - schungsp ak ische Va ia ionsb ei e undie . Die Suche nach de Rekons uk ion diese E kenn nispo en iale haben Mannheim (1964), Pano sky (1932) und auch Ga inkel (1967) on An ang an beschä ig . Im Ve s ändnis on Mann- heim e weis sich die Rele anz de Dokumen a ischen Me hode in elemen a e Weise ebenso ü Wissenscha , Kuns und Religion wie  „jene zumeis unbeach e en Gebilde, in denen das ‚leben- dige Leben‘ sich da s ell “ (1964, S. 105) und ü de en all ägliche Ve s ändigungsp ozesse. Auch E win Pano sky (1932), de wohl bekann es e Kuns his o ike , is nich nu pa iell de Dokumen a- ischen Me hode, sonde n auch diese A gumen a ion ge olg ( gl. Bohnsack 2009, S. 30 ), wenn e beispielha an dem (heu e ein wenig an iquie anmu enden) Beispiel „Abnehmen des Hu es“ als eine „G ußhandlung“ e läu e , dass sich uns in unse e all äglichen Ve s ändigung am Wie de P axis, also de Pe o manz diese G ußhandlung imme schon ein Eind uck des „Dokumen sinns“ da um &disku s #6 da um & disku s (2024), Da um #6, Replik Bohnsack (27.02.2024) Sei e 21 on 23 ode „Wesenssinns“, also de „Wesensa “ eines Menschen als „ungewoll e und ungewuß e Selb- s o enba ung“ e schließen läss (Pano sky 1932, S. 115 .). In diesem Sinne kann im Be eich de Do- kumen a ischen Me hode on de en Aneignung in de wissenscha lichen Me hodenausbildung im s ik en Sinne nich die Rede sein, sonde n ehe on Bildungsp ozessen im Sinne eine Schulung, Sys ema isie ung und Ve eine ung im Anschluss an be ei s o handene all ägliche E kenn nispo- en iale. Eine quali a i e Me hode, de diese Anschluss nich geling , ha – so meine Behaup ung – keine wi kliche Chance, die Fo schungsp axis zu o ien ie en. Abschließend sei mi noch eine Beme kung zu den Konsequenzen diese e kenn nis heo e- ischen und me hodologischen Übe legungen ges a e , die wenige die Aus üh ungen de Au o in- nen be i , als ielmeh e was, was mich ak uell s a k beschä ig und an meine nunmeh übe 40jäh ige E ah ung mi Fo schungswe ks ä en anknüp . Die Vo s ellung eine im s ik en Sinne e s andenen Aneignung on Me hoden in de akademischen Ausbildung, also eine Vo s ellung, die wesen lich bei Un e s ellungen de Inkompe enz de Auszubildenden anse z , bi g die Ge ah eine „Hie a chisie ung des Besse wissens“ ( gl. Luhmann 1992, S. 510). Und dies be i nich nu die Ausbildung in de P axis de Fo schung, sonde n auch die Ve mi lung on Po en ialen des p ak- ischen esp. pe o ma i en E kennens, Da s ellens und Re lek ie ens ganz allgemein, wie sie – im Sinne kasuis ische Bildung – auch ü ande e Be eiche de be u lichen, de p o essionellen P axis ele an sind. Auch hie geh es p imä da um, an be ei s o handene Po en iale des E kennens im Sinne ih e Ve eine ung und Sys ema isie ung anzuknüp en (s. dazu Bohnsack 2024a u. b). Die in diesem wei en Sinne e s andene ‚Me hodenausbildung‘ s eh dann o de komplexen An o de- ung, welche zunächs pa adox e scheinen mag, nämlich die Auszubildenden zwa anzulei en, mi dem Common Sense im Sinne on a ionalis ischen P ojek ionen und heo e isie enden S e eo ypen zu ‚b echen‘, zugleich jedoch an die in ui i en Po en iale des all äglichen p ak ischen E kennens und Re lek ie ens un e s ü zend, bes ä igend und wei e üh end anzuknüp en. 6. Li e a u Asb and, Ba ba a/ Ma ens, Ma hias (2018): Dokumen a ische Un e ich s o schung. Wiesbaden: Sp inge VS. Ba hes, Roland (1990): De en gegenkommende und de s ump e Sinn. K i ische Essays III. F ank u a.M.: Suh kamp (O iginal: 1982). Böde , Tim/ P a , Nicolle (2019): Zum Zusammenspiel on dokumen a ische Tex - und Bildin e p e a ion am Beispiel de Analyse on Sch i bilde n. In: Dö ne , Ola / Loos, Pe e / Schä e , Bu kha d/ Schondelmeye , Anne-Ch is in (H sg.): Dokumen a ische Me hode: T iangula ion und blinde Flecken. Opladen: Ba ba a Bud ich, S. 135-152. Bohnsack, Ral (2001a): Die dokumen a ische Me hode in de Bild- und Fo oin e p e a ion. In: Ral Bohnsack/ I is Nen - wig-Gesemann/ A nd-Michael Nohl (H sg.): Die dokumen a ische Me hode und ih e Fo schungsp axis. G undlagen quali a i e Sozial o schung. Wiesbaden (3. Au l. 2013). S. 75-89. (Wiede abged uck in: Y onne Eh enspeck/Bu k- ha d Schä e (H sg.) (2003): Film- und Fo oanalyse in de E ziehungswissenscha . Ein Handbuch. Opladen. S. 87- 98). Bohnsack, Ral (2001b: „Heidi“: Eine exempla ische Bildin e p e a ion au de Basis de dokumen a ischen Me hode. In: Ral Bohnsack/I is Nen wig-Gesemann/A nd-Michael Nohl (H sg.): Die dokumen a ische Me hode und ih e Fo - schungsp axis. G undlagen quali a i e Sozial o schung. Wiesbaden (3. Au l. 2013), S. 323-337. (Wiede abged uck in: Y onne Eh enspeck/Bu kha d Schä e (2003) (H sg.): Film- und Fo oanalyse in de E ziehungswissenscha . Ein Handbuch. 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