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Das Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen im Vergleich und der Einfluss des Coronavirus

Strauss, Manuela

Abstract

Das Reiseverhalten der Touristen kann sehr unterschiedlich sein und hängt sowohl von dem Herkunftsland, als auch von anderen äußeren Faktoren ab. Die Pandemie des Coronavirus hat zum Beispiel das Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen stark verändert und die Tendenzen der letzten Jahre gebrochen. Unabhängig davon, zeigt die Analyse des Reiseverhaltens der spanischen und deutschen Touristen, dass dieses sehr unterschiedlich ist und es nur wenige Gemeinsamkeiten gibt. Bestimmt wird dieses Reiseverhalten mit Hilfe von verschiedenen Variablen, wie zum Beispiel die genutzten Verkehrsmittel, die Reisedauer oder die Ausgaben pro Tag und pro Person bei Reisen

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FACULTAD DE TURISMO Y FINANZAS GRADO EN TURISMO Das Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen im Vergleich und der Einfluss des Coronavirus Trabajo Fin de Grado presentado por Manuela Strauss, siendo la tutora del mismo la tutora María del Carmen Prieto Reina Vº. Bº. de la Tutora: Alumna: D./Dña. María del Carmen Prieto Reina D./Dña. Manuela Strauss Sevilla. Junio de 2021 GRADO EN TURISMO FACULTAD DE TURISMO Y FINANZAS TRABAJO FIN DE GRADO CURSO ACADÉMICO [2020-2021] TÍTULO: DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS AUTOR: MANUELA STRAUSS TUTOR: Da MARÍA DEL CARMEN PRIETO REINA DEPARTAMENTO: FILOLOGÍA ALEMANA ÁREA DE CONOCIMIENTO: FILOLOGÍA ALEMANA RESUMEN: Das Reiseverhalten der Touristen kann sehr unterschiedlich sein und hängt sowohl von dem Herkunftsland, als auch von anderen äußeren Faktoren ab. Die Pandemie des Coronavirus hat zum Beispiel das Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen stark verändert und die Tendenzen der letzten Jahre gebrochen. Unabhängig davon, zeigt die Analyse des Reiseverhaltens der spanischen und deutschen Touristen, dass dieses sehr unterschiedlich ist und es nur wenige Gemeinsamkeiten gibt. Bestimmt wird dieses Reiseverhalten mit Hilfe von verschiedenen Variablen, wie zum Beispiel die genutzten Verkehrsmittel, die Reisedauer oder die Ausgaben pro Tag und pro Person bei Reisen. PALABRAS CLAVE: Reiseverhalten, Deutschland, Spanien, Coronavirus, Tendenz TFG-Turismo. Las tendencias de viajar de turistas españoles y alemanes en comparación y la influencia del coronavirus - I - GLIEDERUNG 1 KAPITEL 1: EINLEITUNG ...................................................................................... 1 1.1 EINLEITUNG .................................................................................................. 1 1.2 BEGRÜNDUNG DES THEMAS ...................................................................... 1 1.3 ZIELE ............................................................................................................. 2 1.4 METHODIK..................................................................................................... 2 1.5 BIBLIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT ............................................................... 3 2 KAPITEL 2: ERLÄUTERUNG DER KONZEPTE TOURISMUS UND REISEVERHALTEN...................................................................................................... 5 2.1 KLASSIFIZIERUNG DER REISENDEN UND DES TOURISMUS ................... 5 2.2 DEFINITION DER AUSSAGEKRÄFTIGSTEN ASPEKTE DES REISEVERHALTENS ................................................................................................ 6 2.2.1 Beweggrund der Reise ............................................................................ 6 2.2.2 Arten von touristischen Produkten ........................................................... 7 2.2.3 Reisedauer .............................................................................................. 7 2.2.4 Herkunftsund Zielort .............................................................................. 8 2.2.5 Transportmittel ......................................................................................... 8 2.2.6 Art der Unterkunft .................................................................................... 8 3 KAPITEL 3: DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN TOURISTEN ............ 11 3.1 DIE VERHALTENSWEISEN BEI REISEN IM JAHR 2019 ............................ 11 3.2 DIE EVOLUTION DES REISEVERHALTENS ............................................... 14 3.3 DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS AUF DAS REISEVERHALTEN ....... 17 4 KAPITEL 4: DAS REISEVERHALTEN DER SPANISCHEN TOURISTEN ........... 21 4.1 DAS REISEVERHALTEN IM JAHR 2019 ..................................................... 21 4.2 DIE EVOLUTION DES REISEVERHALTENS ............................................... 24 4.3 DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS AUF DAS REISEVERHALTEN ....... 26 5 KAPITEL 5: VERGLEICH DES REISEVERHALTENS VON DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN ....................................................................................... 29 5.1 UNTERSCHIEDE UND GEMEINSAMKEITEN ............................................. 29 5.2 MÖGLICHE GRÜNDE .................................................................................. 31 6 SCHLUSSFOLGERUNGEN ................................................................................ 33 6.1 ÜBERLEGUNGEN UND SCHLUSSFOLGERUNGEN .................................. 33 II Máster Oficial en Estudios Avanzados en Dirección de Empresas - II - 6.2 EMPFEHLUNGEN UND INDIKATIONEN ..................................................... 33 7 QUELLENVERZEICHNIS .................................................................................... 37 8 ANHÄNGE ........................................................................................................... 41 TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 1 - 1 KAPITEL 1: EINLEITUNG 1.1 EINLEITUNG Diese Bachelorarbeit basiert auf einer tiefgründigen Untersuchung der wichtigsten Komponenten des Reiseverhaltenes sowohl von spanischen als auch von deutschen Touristen und ist in vier große Teile unterteilt. Zuerst wird das Konzept „Reiseverhalten“ theoretisch definiert und die aussagekräftigsten Aspekte näher beschrieben. Außerdem wird erklärt, welche Art von Reisender das Zielobjekt der Untersuchung ist. Im zweiten Teil wird das Reiseverhalten der deutschen Touristen im Jahr 2019 analysiert, dessen Evolution in den letzten Jahren und der Einfluss des Coronavirus auf dieses Verhalten detailliert beschrieben. Der dritte Abschnitt befasst sich mit den gleichen Aspekten wie der vorherige, jedoch in Bezug auf spanischen Touristen und ihr Reiseverhalten als Mittelpunkt der Analyse. Im letzten Teil werden die gravierendsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Ländern dargestellt und mit wirtschaftlichen, kulturellen, geographischen und sozialen Gründen näher erläutert. 1.2 BEGRÜNDUNG DES THEMAS Tourismus ist ein fundamentales Thema sowohl in Spanien als auch in Deutschland, aber die Rolle, die Tourismus in beiden Ländern spielt, ist grundlegend verschieden. Während in Spanien eher der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund steht, wird in Deutschland das Reisen dazu verwendet um dem Alltag zu entfliehen. Aufgrund dessen ist es der Outbound-Tourismus, der in Deutschland entscheidend ist, während es in Spanien der Inbound-Tourismus ist. Wenn man nun jedoch den Blickwinkel ausweitet und den Tourismus nicht nur aus ökonomischer Sicht betrachtet, wäre es interessant zu wissen, welche Unterschiede zwischen beiden Ländern existieren und in meinen persönlichen Fall hatte ich die Möglichkeit das Leben und die Kultur direkt kennenzulernen und Differenzen festzustellen. Daher kam die Frage auf, ob diese kulturellen Unterschiede Konsequenzen im Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen haben. Es existiert eine Vielzahl von Studien über das Reiseverhalten der Deutschen und Spanier, jedoch gibt es kaum eine Analyse, die beide Studien direkt miteinander vergleicht und die Unterschiede beider Länder darstellt. Dies ist eines der grundlegenden Motive für diese Bachelorarbeit. Die Absicht ist, ein eindeutiges und detailliertes Bild über die Tendenzen des Reiseverhaltenes zu erstellen, Deutschland und Spanien direkt zu vergleichen und so die wichtigsten Unterschiede zu erforschen und zu erklären. Zukünftige Vorhersagen und Analysen des Sektors können dadurch ermöglicht und vereinfacht werden. Ein weiteres Motiv für diese Forschungsarbeit ist die aktuelle gesundheitliche Situation, da das Coronavirus die grundlegenden Komponenten des Reiseverhaltens stark verändert und es heutzutage noch wenige Veröffentlichungen über die Veränderungen gibt. Daher verfolgt die Bachelorarbeit die Absicht, nicht nur die wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern auch die sozialen und persönlichen Konsequenzen der Pandemie darzustellen. Der prinzipielle Anlass für die Auswahl des Themas, ausgenommen der persönlichen Verbindung mit beiden Ländern, ist das große Interesse an den Tendenzen und der Evolution des Reiseverhaltens, da das Reisen eine Aktivität ist, und immer war, die sich leicht von äußeren Phänomenen beeinflussen lässt und sich so das Reiseverhalten der Strauss, Manuela - 2 - Touristen stark verändern kann. In der Vergangenheit gab es immer wieder Situationen, die diese Veränderungen provoziert haben und dies passiert auch aktuell aufgrund der Coronapandemie. 1.3 ZIELE Diese Forschungsarbeit verfolgt das Ziel, das Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen, seine Evolution in den letzten Jahren sowie den Einfluss des Coronavirus darauf detailliert zu analysieren. Basierend auf dieser Analyse möchte man zu klaren Rückschlüssen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern kommen und mögliche Gründe dafür finden. Eine weitere Absicht dieser Bachelorarbeit ist, umfassende und wissenschaftliche Informationen über das Reiseverhalten beider Länder bereitzustellen und in einem einzigen Dokument zusammenzufassen. Vor allem in Deutschland werden die verschiedenen Komponenten des Reiseverhaltens von diversen Organisationen und in verschiedenen Umfragen erfasst. Daher ist es äußerst schwierig eine komplette Information über das Reiseverhalten in einem Dokument zu finden. Im Falle Spaniens existiert die Möglichkeit alle notwenigen Informationen von dem Instituto Nacional de Estadística (INE) herauszufinden, aber, obwohl alle Komponenten von der gleichen Organisation untersucht werden, existiert auch hier kein Dokument das alle Ergebnisse zusammenfasst. Außerdem ist es notwendig, die Wichtigkeit der Touristen als Person und fundamentales Element des Tourismus aufzuführen, da in vielen Artikeln und Dokumenten von den wirtschaftlichen Einflüssen und Auswirkungen des Tourismus für ein Land berichtet wird, jedoch der Tourist, seine Gefühle, Gedanken und sein Verhalten nur selten erwähnt wird. Man muss sich jedoch vor Augen führen, dass es ohne diese reisenden Personen keine wirtschaftlichen Konsequenzen gäbe. Hiermit finden wir einen weiteren wichtigen Punkt dieser Bachelorarbeit, der aufzeigt, wie wichtig es ist auch mal den Touristen in den Mittelpunkt zu stellen und all sein Verhalten zu analysieren und mögliche Veränderungen auf den Grund zu gehen. Die Analyse bietet daneben die Möglichkeit das touristische Angebot zu verbessern, sich anzupassen sowie die positiven Auswirkungen für ein Land zu maximieren. 1.4 METHODIK Die Ausarbeitung dieser Bachelorarbeit ist in verschiedene Schritte unterteilt und für jedes Kapitel wurden spezifische Quellen konsultiert. Als Erstes zu erwähnen ist, dass eine Vielzahl von verschiedenen Quellen über die Theorie der touristischen Statistiken herangezogen und genutzt wurden, insbesondere Bücher, Artikel und offizielle Dokumente der Europäischen Union und der Welttourismusorganisation. Das Besondere dieser Quellen ist, dass sowohl deutsche, als auch spanische und englische Quellen konsultiert wurden. Die wichtigste Arbeit in diesem ersten Teil war, die existierenden Differenzen in den Statistiken beider Länder zu definieren, zu verstehen und eine gemeinsame Basis für die darauffolgende Analyse zu finden. Außerdem war es unausweichlich, das Konzept „Reiseverhalten“ genauer zu beschreiben, um den Vergleich so eindeutig und detailliert wie möglich zu gestalten. Die Kapitel drei und vier basieren hauptsächlich auf offiziellen touristischen Statistiken beider Länder, wobei hier die Schwierigkeit bei der Suche nach deutschen Daten heraussticht, da das offizielle statistische Institut in Deutschland nur wenige Informationen über das Reiseverhalten zur Verfügung stellt. Infolgedessen wurden diverse Veröffentlichungen von weiteren Organisationen konsultiert und existierende Unterschiede in den Zahlen analysiert und die daraus aussagekräftigsten Daten für die Untersuchung genutzt. Die Differenzen lagen oftmals daran, dass unterschiedliche TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 3 - Konzepte untersucht wurden. So zum Beispiel konzentrierte sich eine Organisation auf Reisen mit einer Dauer von fünf oder mehr Tagen, während andere das Reiseverhalten generell untersuchten. In beiden Kapiteln wird in einem letzten Abschnitt der Einfluss des Coronavirus auf die Tendenzen des Verhaltens der deutschen und spanischen Touristen näher beschrieben, wofür jeweils die neuesten Veröffentlichungen konsultiert wurden, jedoch teilweise noch nicht alle Daten zur Verfügung stehen. Im letzten Teil wurden mithilfe der konsultierten und ausgewerteten Daten der vorherigen Kapitel die wichtigsten Unterschiede im Reiseverhalten beider Länder beschrieben. Mithilfe der vorangehenden detaillierten Analyse, war es in diesem Teil nicht notwendig weitere Quellen zu konsultieren. 1.5 BIBLIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT Für die Erarbeitung dieser Bachelorarbeit wurden diverse Quellen in Deutsch, Spanisch und Englisch genutzt. Die wichtigste Information für den theoretischen Teil stellt die Welttourismusorganisation und die Vereinten Nationen zur Verfügung. Beide Organisationen haben zusammen die „Recomendaciones internaciones para estadísticas de turismo 2008“ veröffentlicht. Diese Empfehlungen wurden mit den Veröffentlichungen des Instituts Eurostat (“Gemeinschaftliche Methodik für die Tourismusstatistik“) verglichen und ergänzt, um so eine gemeinsame Basis für beide Länder zu erstellen. Die prinzipiellen deutschen Statistiken, die für die Analyse des Reiseverhaltens der deutschen Touristen genutzt wurden, gehören zu den folgenden Organisationen: • Der Deutscher Reiseverband DRV • Stiftung für Zukunftsfragen • Statistischen Bundesamt Deutschland Im Falle des spanischen Reiseverhaltens war die am meisten konsultierte Quelle das Instituto Nacional de Estadística (INE) und dessen Veröffentlichungen über den Tourismus. TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 11 - 3 KAPITEL 3: DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN TOURISTEN 3.1 DIE VERHALTENSWEISEN BEI REISEN IM JAHR 2019 Einmal im Jahr in den Urlaub fahren gehört für die Mehrheit der Deutschen einfach zu einem normalen Leben dazu und das hat sich auch im Jahr 2019 wieder gezeigt, denn laut einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen (2021) sind in dem besagten Jahr 61% der Gesamtbevölkerung für mindestens fünf Tage in den Urlaub gefahren. Besonders interessant ist die hohe Anzahl an sogenannten Mehrfachurlaubern, denn knapp 21% der deutschen Touristen sind zweimal verreist und ganze 19% fuhren sogar noch häufiger in den Urlaub. Wenn man alle deutschen Urlauber, die im Jahr 2019 mindestens zweimal verreist sind, zusammenrechnet, kommt man auf das Ergebnis, dass von den 61% der Reisenden ziemlich genau 40% sogar mehr als einmal in den Urlaub gefahren sind, während nur 39% der Bevölkerung keine Reisen mit einer Mindestdauer von fünf Tagen unternommen hat. Figur 3.1 Anzahl der Urlauber in der Gesamtbevölkerung Quelle: Eigene Darstellung nach Stiftung für Zukunftsfragen (2021) Betrachtet man die Reiseintensität der gesamten Bevölkerung und rechnet sowohl lange als auch kurze Reisen mit ein, liegt diese im Jahr 2019 bei 78,3%, das heißt, dass nur etwas mehr als 20% der deutschen Bevölkerung gar nicht verreist ist (Der Deutscher Reiseverband [DRV], 2020). Am häufigsten vereisen Paare und Familien, die knapp über dem Schnitt liegen, doch auch junge Erwachsene, Singles und Senioren liegen alle eng beieinander und es zeigt sich keine Bevölkerungsgruppe, die aufgrund von einem geringen Prozentanteil an Reisenden herausstechen würde (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Einen zentralen Punkt dabei spielt das Reiseziel der deutschen Touristen, denn laut einer Studie des Deutschen Tourismusverbandes (DTV, 2020) sind die inländischen Gäste die wichtigste Gästegruppe für Beherbergungsbetriebe in Deutschland. Von insgesamt 495,6 Millionen Übernachtungen in Betrieben ab 10 Betten sind 405,7 Millionen Übernachtungen von deutschen Touristen und nur knapp 90 Millionen der ausländische Gäste haben in Hotels, Herbergen, Pensionen und vielen weiteren Betrieben übernachtet. Das ergibt einen prozentualen Anteil an Übernachtungen von 21% 21% 19% 39% Urlauber 2019 (ab 5 Tage) 1-fach Urlauber 2-fach Urlauber Merfach-Urlauber Keine Reise für 5 oder mehr Tage unternommen Strauss, Manuela - 12 - deutschen Gästen von über 81% und nur die restlichen 19% waren ausländische Touristen, die nach Deutschland gereist sind. Dies bestätigen ebenfalls die Ergebnisse der 50. Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR, 2020): Von den 70,8 Millionen Urlaubsreisen waren 26% Inlandsreisen und 74% Auslandsreisen. Besonders beliebt in Deutschland waren im Jahr 2019 die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Schleswig-Holstein. Kein anderes Land hat es geschafft 26% der deutschen Touristen anzulocken. Demzufolge ist es eindeutig, dass Deutschland das wichtigste Reiseziel für die Deutschen ist. Vergleicht man die internationalen Urlaubsziele, ist Spanien das beliebteste ausländische Reiseziel, denn 12,7% aller deutschen Touristen reisten 2019 auf die Halbinsel Europas. Italien und die Türkei liegen auf Platz zwei und drei bei den deutschen Urlaubern mit jeweils 8,7% und 6,3%. Weitet man den Blickwinkel noch etwas aus und untersucht die Ziele bei Fernreisen, wird deutlich, dass vor allem Amerika ein beliebtes Reiseziel ist, wobei man zwischen Nordamerika (23%) und Südamerika (11%) klar unterscheiden muss. Mit 14% liegt Afrika auf Platz drei der weltweit beliebtesten Urlaubziele und zwischen Amerika und Afrika liegt mit 18% Indonesien. Man muss jedoch berücksichtigen, dass nur knapp über 8% aller Urlaubsreisen Fernreisen waren und die restlichen 92% innerhalb Europas stattfanden (FUR, 2020). Ein weiterer aussagekräftiger Aspekt, wenn man über das Reiseverhalten der Deutschen spricht, ist die Reisedauer, welche im Jahr 2019 im Schnitt bei 12,3 Tagen lag. Inlandsreisen waren eindeutig etwas kürzer mit nur 9,3 Tagen im Schnitt, während Urlaubsreisen innerhalb Europas mit 12,7 Tagen minimal über dem Durchschnitt liegen. Eine Reisedauer von mehr als zwei Wochen konnten nur die Fernreisen erzielen, denn außerhalb Europas verbrachten die deutschen Touristen im Schnitt 17,4 Tage. Analysiert man die Reisedauer nach Lebensphasen so führte die Tourismusanalyse zu dem Ergebnis, dass junge Erwachsene am längsten vereisen (15,4 Tage) und Singles die Gruppe ist, die mit 10,3 Tagen am kürzesten in den Urlaub fahren. Familien, Paare und Senioren liegen alle zwischen beiden erwähnten Gruppen und nähern sich an den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung an (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Die Motive der deutschen Urlauber bei Inlandsreisen sind weit gefächert, doch ganz vorne mit dabei ist der Besuch von kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten sowie der Aufenthalt in der Natur. Andere beliebte Aktivitäten sind spazieren gehen, typische Speisen und Getränke zu genießen und Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber auch der Besuch von Veranstaltungen, Wassersportaktivitäten oder Shopping motivieren die deutschen Touristen ihren Urlaub innerhalb Deutschlands zu verbringen (DTV, 2020). Bei Auslandsreisen „werden Sonnenziele ganz klar bevorzugt – das passt zum TopUrlaubsmotiv Sonne, Wärme, schönes Wetter haben“ (FUR, 2020, p.3) und dies spiegelt sich definitiv in den ausgewählten Zielländern wie Spanien oder Italien wieder. Etwas allgemeiner betrachtet fuhren im Jahr 2019 84% aus privaten Gründen, unter anderem die oben genannten, in den Urlaub und die restlichen 16% verreisten aus geschäftlichen Gründen (Statistisches Bundesamt Deutschland - GENESIS, 2021). Basierend auf einer Analyse der genutzten Transportmittel im Jahr 2019 gibt es zwei Verkehrsmittel, die eindeutig herausstechen und zusammen von über 80% der deutschen Touristen genutzt wurden: Auf Platz eins mit 43% befindet sich das Auto, dicht gefolgt von dem Flugzeug mit 42%. Bus und Zug nutzten jeweils nur 6% aller Touristen bei ihren Urlaubsreisen (DRV, 2020). Interessant ist, dass diese Zahlen stark abweichen, wenn es sich um Reisen im Inland handelt: Wichtigstes Transportmittel ist immer noch das Auto mit 72,4%, diesmal jedoch TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 13 - gefolgt von der Bahn mit 15,6%. Das Flugzeug wird bei Inlandsreisen nur sehr selten genutzt und erreicht nur 2,2%. Ein weiteres Verkehrsmittel mit häufiger Nutzung bei Inlandsreisen, ist das Wohnmobil oder der Wohnwagen mit 3,4% (DTV, 2020). Ebenfalls für viele Touristen ein zentraler Punkt bei der Planung ihres Urlaubs ist die Wahl einer passenden Unterkunft. In Übereinstimmung mit den Daten der Statistik über die touristische Nachfrage des Statistischen Bundesamt Deutschland – GENESIS (2021), nutzten 2019 knapp über die Hälfte aller deutschen Touristen (51%) Hotels und ähnliche Unterkünfte für ihre Reisen und 13% entschieden sich für andere gemietete Unterkünfte. Das bedeutet, dass ganze 64% der Reisenden sich für offizielle Übernachtungsmöglichkeiten entschieden und dafür bezahlten, während nur 36% der Deutschen in nicht gemieteten Unterkünften oder anderen Möglichkeiten übernachteten. Genauer betrachtet, verbachten 22% ihren Urlaub in nicht gemieteten Häusern und Wohnungen von Verwandten und Freunden, 6% nutzten ihr eigenes Ferienobjekt und nur 8% wählten andere Möglichkeiten. Ein weiterer Aspekt, den man auf keinen Fall vergessen darf, wenn man über Reisen und Urlaub spricht, sind die Kosten. Betrachtet man die durchschnittlichen Reiseausgaben für die Haupturlaubsreise so gibt ein deutscher Tourist 98€ pro Tag im Schnitt aus. Weit davon entfernt sind jedoch junge Erwachsene, denn diese geben durchschnittlich nur 68€ pro Tag für ihren Urlaub aus, während Paare, Singles und Jungsenioren alle über 100€ pro Tag ausgeben. Für Fernreisen geben deutsche Touristen im Schnitt sogar bis zu 125€ pro Tag aus, während es im Inland nur 85€ sind. Das teuerste Reisegebiet innerhalb Europas ist Skandinavien und dort geben die Deutschen durchschnittlich 105€ pro Tag aus (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Unterscheidet man jedoch zwischen Kurzurlaubsreisen und Urlaubsreisen gibt es entscheidende Differenzen sowohl an der Anzahl der Reisen, der Ausgaben als auch der Reiseziele. Mit Urlaubsreisen sind laut dem Deutschen Tourismusverband (DTV, 2020) alle Reisen gemeint, die fünf Tage oder länger dauern, während Reisen mit einer Dauer von 2-4 Tagen als Kurzurlaubsreisen bezeichnet werden. So wurden 2019 fast 87,6 Millionen Kurzurlaubsreisen unternommen wobei die Ausgaben hierfür bei nur 271€ pro Person und Reise lagen, während bei Urlaubreisen 1.033€ pro Person und Reise (70,8 Millionen Reisen) ausgegeben wurde. Vergleicht man die oben genannten Reiseziele der deutschen Touristen, fällt auf, dass diese bei Kurzurlaubsreisen stark variieren: Auf Platz eins liegt Österreich mit 4,2% gefolgt von den Niederlanden (3,4%) und Frankreich (3,1%). Spanien wird nur von 1,9% aller deutschen Kurzurlauber als Ziel gewählt und Italien sogar nur von 1,8% (DRV, 2020). Durch die oben genannte Analyse wird hier eindeutig festgestellt, wie Kurzurlauber geografisch näher liegende Ziele definitiv bevorzugen. Als letzten zu analysierenden Punkt bleibt die Art der gewählten Reiseorganisation und das damit zusammenhängende Reisepaket. Hierbei ist es als Erstes wichtig, zwischen professionell organisierten und individuell organisierten Reisen zu unterscheiden, denn bei letzterem werden häufiger einzelne Produkte gekauft und weniger Reisepakete. Im Jahr 2018 wurden 49% aller Reisen professionell gebucht und davon 13% über das Internet und 36% über Reisebüros und -Veranstalter. 17% der individuell gebuchten Reisen wurden über das Internet gebucht und 34% über den direkten Kontakt zu Unterkünften oder zum Fremdenverkehrsamt (Deutscher Reiseverband [DRV], 2019). Ebenfalls eng mit der Reiseorganisation verbunden ist der Zeitpunkt der Buchung der Reise. In diesem Fall ist es wichtig, zwischen Onlinebuchungen, gemeint sind hier Buchungen über das Internet, und Buchungen in Reisebüros zu unterscheiden. Die letzten Daten hierzu stammen jedoch aus dem Jahr 2018, da aus nicht bekannten Gründen diese Art von Fragen in den letzten zwei Jahren nicht mehr Teil der Strauss, Manuela - 14 - Befragungen war. Die deutschen Touristen buchten demnach ihr Reisen mit Hilfe von Reisebüros im Schnitt 117 Tage vor Reisebeginn, während es nur 86 Tage bei Onlinebuchungen waren (DRV, 2019). 3.2 DIE EVOLUTION DES REISEVERHALTENS Betrachtet man die deutschen Statistiken im Bereich Tourismus aus dem Jahr 2015, wird schnell klar, dass das Reiseverhalten der deutschen Touristen generell ziemlich stabil ist und es sich um eine Branche mit großem Wachstumspotenzial handelt. Das Jahr 2015 war ein sehr starkes Jahr für den Tourismus, denn die Anzahl der Urlaubsreisen war mit 69,1 Millionen ähnlich hoch wie in 2019 (70,8 Millionen). Im darauffolgenden Jahr ging die Zahl etwas runter und erreichte 2016 mit 68,7 Millionen ihren Tiefpunkt. Die Anzahl der Reisenden erreicht ihren Höhepunkt im Jahr 2019 mit 55,2 Millionen und auch diese Zahlen verhalten sich ähnlich wie die Anzahl der getätigten Reisen: von 2015 bis 2016 sinken die Zahlen leicht, um dann wieder stetig zu wachsen (Der Deutscher Reiseverband [DRV], 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). Vergleicht man diese beide Daten mit der Gesamtbevölkerung, kann man die Reisehäufigkeit und Reiseintensität berechnen. Zweiteres definiert den prozentualen Anteil der deutschen Bevölkerung, der in dem besagten Jahr verreist ist und damit wird klar, dass sich dieser Prozentanteil in Bezug auf das Wachstum und die Rezession genau gleich verhält wie die Zahlen der Reisenden. Während 2015 rund 77,10% der deutschen Staatsbürger verreist sind, steigt die Zahl im Jahr 2019 auf 78,3% und erreicht damit ihren Höhepunkt. Betrachtet man die Reisehäufigkeit, fällt auf, dass diese in den letzten Jahren gleichgeblieben ist, denn pro Reisenden werden im Schnitt 1,3 Reisen durchgeführt. 2015 2016 2017 2018 2019 Anzahl Urlaubsreisen 69,1 Mio 68,7 Mio 69,6 Mio 70,1 Mio 70,8 Mio Anzahl Reisende 53,4 Mio 53,4 Mio 54,1 Mio 55 Mio 55,2 Mio Reisehäufigkeit 1,3 1,3 1,3 1,3 1,3 Reiseintensität 77,10% 76,89% 77,20% 78,10% 78,30% Tabelle 3.1 Urlaubsreisen und Reisende Quelle: Eigene Darstellung nach Deutscher Reiseverband DRV (2016, 2017, 2018, 2019, 2020) Im Gegensatz dazu wächst die Anzahl der Übernachtungen in deutschen Betrieben stetig und nahm in den Jahren von 2015 bis 2019 jährlich mindestens um 10 Millionen Übernachtungen zu und stiegen so von 436,4 Millionen Übernachtungen i 2015 auf 495,6 Millionen im Jahr 2019. Dies entspricht einem Wachstum von knapp 13,6% in vier Jahren. Unterscheidet man Übernachtungen deutscher und ausländischer Touristen, fällt als Erstes auf, dass auch diese beiden Komponenten ebenfalls ein stetiges Wachstum über die Jahre erreichten. Die Anzahl der Übernachtungen deutscher Reisender in deutschen Betrieben stieg von 356,7 Millionen auf 405,7 Millionen und stieg somit um 13,7% an und liegt damit leicht über dem Gesamtwachstum (DRV, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 15 - Mit 12,7% mehr Übernachtungen in 2019 als in 2015 stieg die Anzahl an ausländischen Übernachtungen etwas weniger stark an als die der Deutschen, was darauf hinweisen könnte, dass Deutschland als Urlaubsland für andere Reisende in den letzten Jahren etwas attraktiver geworden ist, jedoch die Deutschen selbst immer noch die wichtigste Kundengruppe für die Übernachtungsbetriebe sind und bleiben. Dies bestätigt eine genauere Analyse der Urlaubziele der deutschen Reisenden: Deutschland war und bleibt, wie in Kapitel 3.1 genauer beschrieben, das beliebteste Reiseziel der deutschen Staatsbürger. Zu beachten ist jedoch der Verlust in den letzten Jahren an nationalen Gästen, denn im Jahr 2015 reisten noch 28,9% innerhalb ihres Heimatlandes, während es 2017 nur noch 27,6% waren und schließlich 2019 ihr Minimum mit 26,4% erreichte. Damit zusammenhängend stieg der Prozentanteil der Auslandsreisen im gleichen Verhältnis an. Auffällig ist außerdem, dass auch die Fernreisen unter den deutschen Reisenden zugenommen haben und von 8,1% (2015) auf 8,4% (2019) gestiegen sind. Die vier beliebtesten Reiseziele innerhalb Deutschlands sind in den letzten Jahren gleichgeblieben: Bayern und Mecklenburg-Vorpommern waren im ständigen Rennen um Platz eins und haben jährlich zwischen 5% und 6% der Reisenden empfangen. Bayern gelang es jedoch nur im Jahr 2015 mit 5,3% den ersten Platz zu belegen und musste sich die restlichen Jahre mit dem zweiten Platz abfinden. Auf dem dritten Platz lag bis 2016 Niedersachsen, wurde jedoch im Jahr 2017 von Schleswig-Holstein abgelöst (DRV, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). Bei den internationalen Zielen gab es weniger Unterschiede: Spanien war und bleibt das beliebteste Auslandsreiseziel der deutschen Touristen, obwohl die Nachfrage leicht von 13,1% (2015) auf 12,7% (2019) sank. Italien hingegen konnte in den letzten vier Jahren immer mehr Deutsche für sich gewinnen und der Prozentanteil der Reisenden stieg um knapp 0,5% von 8,2% (2015) auf 8,7% (2019). Immer rund um die 5% erreicht Österreich und bleibt damit auf Platz vier der beliebtesten Auslandsreiseziele. Die Türkei konnte im Jahr 2015 noch rund 7,3% aller deutschen Touristen für sich gewinnen, verlor jedoch in den Jahren von 2016 bis 2018 fast 2% der Reisenden, erreicht im darauffolgenden Jahr jedoch wieder knapp über 6% in 2019 (DRV, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). Diese Entwicklung lässt sich mit den politischen Unruhen in den zurückliegenden Jahren erklären, da es für Touristen sehr wichtig ist, in ein sicheres Land zu reisen und wenn dies nicht der Fall ist, sie sich schnell für ein anderes Urlaubsziel entscheiden. Vergleicht man die Urlaubsländer der deutschen Touristen bei Kurzurlauben, spiegelt sich auch hier ein ähnliches Bild ab: Österreich, Italien, Frankreich und die Niederlande waren und bleiben die beliebtesten Auslandsreiseziele für Kurzurlaube und bis auf Italien konnten auch alle Länder ein geringes Wachstum in den letzten Jahren verzeichnen. Die Anzahl der Touristen, die Italien für ihren Kurzurlaub wählten, stieg ebenfalls bis 2016 leicht, verlor jedoch in den darauffolgenden Jahren an Gästen und erreichte 2019 ihren Tiefpunkt (DRV, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). Die aussagekräftigsten Motive der deutschen Urlauber bleiben in den letzten Jahren gleich und es gibt kaum Veränderungen, wie es zum Beispiel die Daten über Privatund Geschäftsreisen bestätigen: Seit 2015 sind die Urlaubsreisen mit privatem Motiv nur um 1% gestiegen, während dafür die geschäftlichen Reisen um 1% abgenommen haben (Statistisches Bundesamt Deutschland - GENESIS, 2021). Ähnlich sieht es bei der Wahl der Unterkunft in den letzten Jahren aus. Die beliebteste Möglichkeit unter den Deutschen war und bleibt das Hotel oder ähnliche Unterkünfte und diese Option konnte sogar ein kleines Wachstum von 3% in den letzten Jahren verzeichnen. Ebenfalls relativ gleich blieb der Prozentanteil an Touristen, die andere gemietete Unterkünfte nutzten (+1%). Im Gegensatz dazu haben die Strauss, Manuela - 16 - Übernachtungsmöglichkeiten bei Verwandten und Freunden stark abgenommen und sanken von 31% im Jahr 2015 auf 22% im Jahr 2019. Interessant ist, dass im Jahr 2015 Campingplätze noch als eigenstehende Kategorie genannt wird und 4% der deutschen Urlauber für sich gewinnen konnte, während in den Jahren ab 2016 die Campingplätze nicht mehr einzeln genannt werden und ihr Prozentanteil mit den anderen restlichen Möglichkeiten verschmilzt. Dafür erscheint ab 2016 eine neue Kategorie mit 4%, nämlich die des eigenen Ferienobjekts. Diese Übernachtungsmöglichkeit konnte dann bis 2019 noch weitere 2% ansteigen und scheint immer beliebter unter den Deutschen geworden zu sein (Statistischen Bundesamt Deutschland – GENESIS, 2021). Betrachtet man die Entwicklung der Reisedauer in den letzten Jahren, ist diese zwar im Vergleich zu 2015, als sie bei 12,6 Tage lag, leicht bis 2019 angestiegen, jedoch muss man erwähnen, wie diese bis ins Jahr 2017 stetig angestiegen ist und ihren Höhepunkt mit 13 Tagen im Schnitt erreichte. Anschließend ist die Reisedauer wieder etwas kürzer geworden, wobei sie immer zwischen 12 und 13 Tagen lag und man deswegen sagen kann, dass sich die Reisenden relativ ähnlich verhalten haben in Bezug auf die Länge ihrer Reisen. Ebenfalls gesunken ist die Reisedauer bei Fernreisen, denn während diese im Jahr 2016 noch bei 18,6 Tagen lag, verkürzte sich die Dauer der Fernreisen der deutschen Touristen im Jahr 2019 um etwas mehr als ein Tag (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Interessant wird es, wenn die Daten über die genutzten Transportmittel verglichen werden, denn im Jahr 2015 lag ganz deutlich auf Platz eins das Auto, das 50% aller deutschen Reisenden für ihren Urlaub nutzten. Das Flugzeug erreichte nur 34 %, während die Bahn mit 8% noch deutlich häufiger als in den darauffolgenden Jahren genutzt wurde. Relativ gleich geblieben ist die Nutzung des Busses als Transportmittel, welches im Jahr 2015 auf 5% kam, seinen Höhepunkt in 2017 mit 7% hatte und in den letzten Jahren sich bei 6% eingependelte. Der PKW hat in den letzten Jahren stetig an Gewicht verloren, währenddessen das Flugzeug als Reiseverkehrsmittel mit jedem Jahr beliebter geworden ist und beide schließlich im Jahr 2019 fast den gleichen Prozentanteil ausmachten (DRV, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020). Diese Entwicklung ist vor allem mit den immer günstiger werdenden Flugtickets in Verbindung zu bringen, wodurch das Fliegen für den größten Teil der deutschen Bevölkerung erschwinglich und deswegen zu einem beliebten Transportmittel für den Urlaub geworden ist. Figur 3.2 Evolution der Transportmittel 2015-2019 0 10 20 30 40 50 60 2015 2016 2017 2018 2019 Evolution der Transportmittel Auto Flugzeug Bus Bahn TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 17 - Quelle: Eigene Darstellung nach Deutscher Reiseverband DRV (2016, 2017, 2018, 2019, 2020) Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, wenn man die Entwicklung des Reiseverhalten der deutschen Touristen analysiert, ist der „Boom-Markt Kreuzfahrten“ (DRV, 2016, p. 39). Die Zahl der deutschen Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen ist in den letzten Jahren sehr stark angestiegen: Während es 2015 nur 2,2 Millionen Reisende waren, entschieden sich 2019 ganze 3,1 Millionen Deutsche für eine Kreuzfahrt (DRV, 2016, 2020). Das entspricht einem Wachstum von 41% in den letzten vier Jahren und kaum ein anderer touristischer Sektor kann ein solches Wachstum verzeichnen. In Bezug auf die Reiseorganisation fällt als Erstes auf, dass die Deutschen ihren Urlaub im Vergleich zu 2015 etwas früher buchen wollen, denn während es 2018 im Schnitt 117 Tage bei Buchungen im Reisebüro und 86 Tage bei Online-Buchungen waren, waren es 2015 nur jeweils 113 Tage und 79 Tage vor Reisebeginn (DRV, 2016, 2019). Das heißt, die Reisenden buchten ihre Reisen im Jahr 2019 circa eine Woche früher, als noch vor vier Jahren, obwohl man denken könnte, dass das Internet eigentlich eher das spätere Buchen unterstützt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Reiseverhalten der deutschen Touristen grundsätzlich sehr stabil ist, sich jedoch einzelne Variablen in den letzten Jahren stark verändert haben. Dies ist zum Beispiel bei den Transportmitteln und den Kreuzfahrten der Fall. Auffallend ist auch die immer weiter steigende Anzahl an Auslandsund Fernreisen und eine Prognose für das Jahr 2020 hätte die Tendenz als weiter steigend vorhergesagt. Aufgrund der Pandemie hat sich das Reiseverhalten jedoch stark verändert. Wie genau das im Detail aussieht, wird im Folgenden näher analysiert. 3.3 DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS AUF DAS REISEVERHALTEN Um den gravierenden Einfluss des Coronavirus und der damit verbundenen weltweiten Pandemie auf einen stetig wachsenden Sektor zu verstehen, ist es hilfreich, die Statistiken aus dem Jahr 2020 genauer zu betrachten. Vielen ist klar, wie schwer die Wirtschaft und auch der touristische Sektor gelitten haben, doch es ist ebenfalls wichtig, zu analysieren, wie die Pandemie sich auf das Verhalten der Reisenden ausgewirkt hat. Besonders auffällig war der teilweise komplette Einbruch der Branchen und die zurückgehenden Zahlen. Im besagten Jahr haben nur noch 37% aller deutschen Staatsbürger eine Reise von mindestens fünf Tagen unternommen, das sind knapp 40% weniger als in 2019. Diese Auswirkungen sind natürlich nicht nur in der Anzahl der Reisenden spürbar, sondern auch in der Wahl des Reiseziels: Mit 55,5% verbachten über die Hälfte aller deutschen Touristen ihren Haupturlaub innerhalb des eigenen Landes, während Länder wie Italien oder Spanien nur von wenigen Reisenden besucht wurden. Den stärksten Verlust erlitt Spanien, obwohl es im Jahr 2019 noch das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen war. Rund 70% weniger Touristen reisten 2020 auf die Halbinsel. Eines der wenigen Länder, die ein kleines Wachstum verzeichnen konnten, ist Österreich, welches 2020 4,8% der deutschen Touristen für sich gewinnen konnte. Das sind zwar nur 0,1% mehr als im Vorjahr, aber in einem gravierenden Jahr wie 2020 ist das ein sehr überraschendes Ergebnis, welches jedoch mit der geographischen Lage Österreichs zu erklären ist (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Ein Wachstum konnten auch nationale Urlaubsziele verzeichnen und besonders die vier beliebtesten Bundesländer konnten sich über viele Besucher freuen. Auffallend ist vor allem, der Anstieg von 4%, den Bayern als Zielort erreichte und somit im Jahr 2020 klar auf Platz eins der nationalen Destinationen lag. Mecklenburg-Vorpommern konnte Strauss, Manuela - 18 - ganze 2% mehr Touristen anlocken, als noch im Jahr 2019. Ein sogar noch größeres Wachstum erfuhr Schleswig-Holstein mit +2,7%. Auch das viertplatzierte Bundesland Niedersachsen wuchs in 2020 und stieg von 3,7% auf 5,1% (Deutscher Reiseverband [DRV], 2021). Das Wachstum in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein lässt sich vor allem mit der geographischen Lage begründen, da es die einzigen zwei Bundesländer sind, die den Urlaubern Meer und Strand anbieten können und dies, wie im Vorangehenden beschrieben, zu den beliebtesten Motiven der deutschen gehört. Bayern hingegen konnte vermutlich mit seinen zahlreichen Seen und Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Königsschlösser, überzeugen und auch die Alpen sind ein sehr beliebtes Reiseziel. Auch die Reisedauer litt stark unter der Pandemie, denn sie sank im Jahr 2020 auf 9,9 Tage und erreicht damit ihr Minimum in den letzten 20 Jahren. Im Inland dauerten Reisen sogar noch weniger und die Touristen waren nur noch eine knappe Woche unterwegs (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Interessant wird es, wenn man die Kosten im Jahr 2020 mit den vorigen Jahren vergleicht, denn sie stehen in direkter Verbindung mit den Preisen in den jeweiligen Ländern und können damit nähere Auskunft darüber geben, ob das Coronavirus unseren Urlaub teurer gemacht hat. Während es im Jahr zuvor noch 98€ waren, wurden im Jahr der Pandemie knapp über 100€ im Schnitt pro Tag und pro Person von den deutschen Touristen ausgegeben, allerdings wurden die Gesamtkosten der Reisen weniger, aufgrund deutlich kürzerer Urlaubsdauer (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Innerhalb Deutschlands kostete ein Urlaub pro Tag und pro Person 99€ und waren damit 14€ teurer als noch im Vorjahr. Auch Lieblingsurlaubsziel Spanien ist deutlich teurer geworden und stieg um 23€ auf 123€ an. Insgesamt sind in vielen Ländern die Preise um einiges gestiegen. Dies hängt mit dem verbundenen Aufwand für zum Beispiel das Hygienekonzept, aber auch einer nicht ausgelasteten Belegung zusammen. Überraschen konnten jedoch Skandinavien und Polen, denn beide Urlaubsziele konnten 2020 einen relativ billigen Urlaub ermöglichen: In Skandinavien gaben deutsche Touristen pro Tag und pro Person nur 86€ aus, das sind fast 20€ weniger als im Vorjahr und in Polen gaben die Reisenden sogar nur 57€ aus (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021). Man muss jedoch auch erwähnen, dass es sich bei den Angaben über Ausgaben der Deutschen handelt und die mögliche Preiserhöhung nur eine Erklärung dafür sein könnte. Es könnte jedoch auch sein, dass die deutschen Touristen 2020 einfach mehr Geld ausgeben wollten und konnten und deswegen die Zahlen angestiegen sind. Ein besonders interessanter Aspekt ist, wie das Coronavirus sich auf die Wahl des Transportmittels ausgewirkt hat, denn das Auto wurde von 61% aller Reisenden für ihren Urlaub bevorzugt und erreicht damit sein Maximum im Vergleich zu den letzten Jahren. In keinem Jahr wurde das Auto so häufig genutzt wie im Jahr 2020. Stark abgenommen hat dagegen das Flugzeug, das nur noch von knapp 26% aller Touristen benutzt wurde. Auch der Bus hat 2% im Vergleich zum Vorjahr verloren, während, überraschenderweise die Bahn 1% dazugewinnen konnte (DRV, 2021). Diese Entwicklung ist eng mit der Wahl des Urlaubszieles verbunden und bei Reisen innerhalb Deutschlands wurde auch schon in den letzten Jahren das Auto definitiv dem Flugzeug vorgezogen. TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 19 - Figur 3.3 Genutzte Transportmittel mit Coronavirus Quelle: Eigene Darstellung nach Deutscher Reiseverband DRV (2021) Letztendlich stellt man fest, dass das Coronavirus einen relativ starken Einfluss auf das Verhalten der Deutschen bei ihren Reisen hat und sogar teilweise Tendenzen der letzten Jahre komplett in die andere Richtung umgeleitet hat, wie es zum Beispiel bei den Transportmitteln der Fall ist. Es ist schwer zu sagen, ob diese Veränderungen positiv oder negativ sind, da sie teilweise ein komplett neues Verhalten darstellen und es wird sich erst mit der Zeit zeigen, welche Konsequenzen sie mit sich bringen und ob die Deutschen diese neuen Verhaltensweisen auch nach der Pandemie beibehalten werden. 0% 20% 40% 60% 80% 100% 2019 2020 43 61 42 26 64 67 Transportmittel 2019-2020 Auto Flugzeug Bus Bahn Strauss, Manuela - 26 - Unterschied von zum Beispiel 0,31% bedeutet, dass einige Tausend Touristen mehr angelockt wurden. In Bezug auf die Reiseziele innerhalb Spaniens ergibt sich ein ähnliches Bild: Die beliebtesten Autonomen Regionen haben sich seit 2015 nicht verändert, es produzierten sich jedoch Veränderungen in ihrem jeweiligen prozentualen Anteil. Während Andalusien und Kastilien und León jeweils 0,4% und 0,1% verloren, konnten Katalonien und die Autonome Region Valencia mehr Besucher für sich gewinnen. Katalonien verzeichnete ein Wachstum von 0,7% seit 2015 und die Autonome Region Valencia konnte 2019 0,8% mehr Touristen anlocken als noch in 2015 (INE, 2021). Nachdem nun alle Komponenten, die das Reiseverhalten der spanischen Touristen bestimmen, in den letzten Jahren analysiert wurden, kommt man zu dem Entschluss, dass obwohl sich einige Veränderungen produziert haben, das Reiseverhalten der Spanier sehr stabil war. Die meisten dieser Veränderungen sind kaum aussagekräftig und die Tendenzen sind eher gleichbleibend. Jede mögliche Vorhersage für das Jahr 2020 hätte, basierend auf diesen Daten, ein ähnliches Reiseverhalten der Spanier vorhergesagt. Dies macht es besonders interessant, im folgenden Abschnitt den Einfluss des Coronavirus näher zu untersuchen. 4.3 DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS AUF DAS REISEVERHALTEN Genau wie in Deutschland, leidet auch der touristische Sektor in Spanien unter der Pandemie und im Jahr 2020 gab es einen starken Abfall der Nachfrage, den niemand so erwartet hatte. Aus einer rein wirtschaftlichen Sicht, hat das Coronavirus eines der schlimmsten Jahre für den Tourismus provoziert. Analysiert man jedoch das Verhalten der Touristen, stellt man fest, dass es einige Komponenten gibt, die gewachsen sind, aber immer auf Kosten anderer. Das Erste und Deutlichste ist die Rezession in der Anzahl der Reisen im Jahr 2020, basierend darauf, dass die Hälfte des Jahres es verboten war überhaupt zu reisen. In dem besagten Jahr wurden 101.523.862 Reisen von Spaniern unternommen und das sind knapp 47% weniger als im Jahr 2019. Eine besondere Rolle spielen natürlich die Auslandsreisen, denn wegen der Pandemie wurden 74,78% weniger internationale Reisen realisiert. Das sind 15 Millionen weniger Auslandsreisen als noch im Jahr zuvor (INE, 2021). In Verbindung mit dieser Entwicklung steht die Evolution in der Verteilung von nationalen und internationalen Reisen: Im Jahr 2020 gingen nur 5% aller Reisen der spanischen Touristen ins Ausland, während 95% der Reisen innerhalb des eigenen Landes stattfanden (INE, 2021). Spanien war schon immer das beliebteste Reiseziel der Spanier, aber in keinem der letzten Jahre ist der Anteil an Auslandsreisen so stark abgefallen wie im Jahr 2020. Das weist darauf hin, dass die Mehrheit der Spanier sich nicht sicher genug fühlten um außerhalb Spaniens zu verreisen. TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 27 - Figur 4.4 Evolution der Reisen 2015-2020 Quelle: Eigene Darstellung nach INE (2021) Auf der anderen Seite, stieg die Reisedauer bei den Urlauben der spanischen Touristen im Jahr 2020. Die Tendenz der letzten Jahre war, dass die Reisen immer kürzer wurden, wobei die Pandemie diese Entwicklung unterbrochen hat. Im Schnitt lag diese Reisedauer bei 4,86 Tage, was bedeutet, dass Reisen im Jahr 2020 um 0,77 Tage länger waren. Die Reisen ins Ausland waren sogar um 1,24 Tage länger als im Vorjahr und die Reisedauer bei nationalen Reisen wuchs um circa einen Tag und lag bei 4,67 Tage (INE, 2021). Einen entscheidenden Unterschied kann man im Reiseverhalten in Bezug auf die Wahl des Transportmittels erkennen, denn die Nutzung des eigenen Fahrzeuges stieg auf Kosten des Flugzeuges an. Die Daten des INE (2021) bestätigen das im Detail: Während im Jahr 2019 fast 12% das Flugzeug für ihre Reisen nutzen, waren es ein Jahr später nur knapp die Hälfte (6,4%). Das eigene Fahrzeug wurde von 83,3% genutzt und sowohl der Bus als auch der Zug verlor mehr als 1 % seiner Nutzer. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man nationale und internationale Reisen getrennt voneinander untersucht. Die spanischen Reisenden bevorzugten definitiv Transportmittel, die nicht mit anderen Nutzern geteilt werden müssen, um so das Risiko sich mit Covid-19 anzustecken zu verringern. Mit den gleichen Gründen kann man die Evolution der genutzten Unterkünfte erklären, denn während Hotels 7,1% ihrer Nachfrage im Jahr 2020 verloren haben, konnten die Unterkünfte von Freunden und Familien ein Wachstum von 6,2% verzeichnen. Die gemieteten Ferienwohnungen und -häuser erreichten sogar ihr Maximum der letzten Jahre, da im besagten Jahr 9,6% aller spanischen Touristen diese Möglichkeit nutzten (INE, 2021). In Bezug auf die gewählten Reiseziele stellt man fest, dass es keine Veränderung in den beliebtesten Reisezielen gab und diese gleichgeblieben sind. Das heißt, bei nationalen Reisen lagen Andalusien (18,6%), Katalonien (13,3%), die Autonome Region Valencia (11,4%) und Kastilien und León (9,4%) immer noch auf den ersten vier Plätzen (INE, 2021). Gleichzeitig konnte jeder dieser Autonomen Regionen ihren Prozentanteil im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Analysiert man nun die wichtigsten Reiseziele bei internationalen Reisen fällt als Erstes auf, dass der Anteil der internationalen Reisen, die innerhalb Europas stattfanden um 1,28% gestiegen ist. Die beliebtesten Länder waren, genau wie im Jahr 2019, 0 50000000 100000000 150000000 200000000 250000000 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 2015 2017 2019 2020 EN % Evolution der Anzahl der Reisen Nationale Reisen Internationale Reisen Gesamt Strauss, Manuela - 28 - Frankreich, Italien und Portugal, jedoch haben alle drei einen großen Anteil an Touristen verloren (INE, 2021). Bei den Motiven der Reisen im Jahr 2020 gab es keine großen Veränderungen. Das wichtigste Motiv für die spanischen Touristen war immer noch „Erholung, Freizeit und Urlaub“ und 47% aller Reisen wurden mit diesem Grund durchgeführt, gefolgt von Besuchen von Freunden und Familie mit 38,1%. Der Anteil der Geschäftsreisen betrug 9,2% und nur 5,7% verreisten mit anderen Motiven (INE, 2021). Obwohl es auf den ersten Blick keinen großen Unterschied gibt, ist es erwähnenswert, dass die Tendenz des Motives „Erholung, Freizeit und Urlaub“ in den letzten Jahren steigend war, jedoch in 2020 gesunken ist und dafür die Besuche von Freunden und Familie zugenommen haben. Eine Komponente, die aufgrund des Coronavirus stark abgenommen hat, ist die der realisierten Reisen pro Person, denn in 2020 wurden 2,02 Reisen pro Person im Schnitt verzeichnet (INE, 2021). Das sind 1,6 Reisen pro Person weniger als noch im Jahr zuvor. Laut dem INE (2021) hat sich die Variable der durchschnittlichen Ausgaben pro Tag und pro Person entgegen der Tendenz der letzten Jahre verhalten. Die Ausgaben für Reisen sind seit 2015 stetig angestiegen und erreichten im Jahr 2020 plötzlich ihr Minimum mit 42,83€ pro Tag und pro Person. Das sind 17,71€ weniger als noch im Jahr zuvor und eine mögliche Erklärung hierfür ist das Wachstum in der Nutzung sowohl von privaten Unterkünften, als auch von privaten Fahrzeugen. Analysiert man die Ausgaben bei nationalen und internationalen Reisen getrennt voneinander, stellt man fest, dass bei beiden Optionen sich ein ähnliches Bild wie in der Gesamtverteilung gibt: Die spanischen Touristen gaben im Jahr 2020 im Schnitt 27,45€ weniger für internationale und 10,33€ weniger für nationale Reisen aus. Figur 4.5 Durchschnittliche Ausgaben pro Tag und pro Person 2015-2020 Quelle: Eigene Darstellung nach INE (2021) Schlussfolgernd, nachdem alle wichtigen Komponenten unter dem Einfluss des Coronavirus analysiert wurden, stellt man einige unerwartete Veränderungen im Reiseverhalten der Spanier fest, wobei viele dieser Veränderungen die Tendenzen der letzten Jahre unterbrachen. Nicht alle dieser Unterschiede sind negativ aus Sicht der Reisenden, man muss sich jedoch klar sein, dass die meisten für das touristische Angebot und die Wirtschaft negative Konsequenzen haben. So zum Beispiel bedeutet ein Anstieg in der Nutzung von privaten Unterkünften weniger Kunden für die Hotelbranche und somit auch weniger Gewinn. €0,00 €10,00 €20,00 €30,00 €40,00 €50,00 €60,00 €70,00 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Ausgaben pro Tag und pro Person TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 29 - 5 KAPITEL 5: VERGLEICH DES REISEVERHALTENS VON DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN 5.1 UNTERSCHIEDE UND GEMEINSAMKEITEN Die detaillierte Analyse des Reiseverhaltens von deutschen und spanischen Touristen ermöglicht nun, die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen und mögliche Erklärungen zu finden. Als Erstes fällt der deutliche Unterschied in der Wahl der Reiseziele auf, denn bei einer generellen ähnlichen Reiseintensität in den letzten Jahren, bevorzugten die Deutschen eindeutig ausländische Urlaubsorte, während die Spanier mit fast 90% im Jahr 2019 ihr eigenes Land als Reiseziel wählten. Das beliebteste Ziel der deutschen Touristen ist zwar ebenfalls das eigene Land, aber mit 26% im Jahr 2019 wählten es knapp 64% weniger als Reiseziel, als Spanier ihre Heimat. Auch bei den ausländischen Urlaubsländern gibt es Unterschiede: Bei den deutschen Reisenden liegen Spanien, Italien und die Türkei auf den ersten Plätzen, während es bei den südeuropäischen Touristen Frankreich, Portugal und Italien sind. Eine Gemeinsamkeit beider Touristen ist jedoch die Tendenz, dass immer mehr Reisende das Ausland dem eigenen Land vorziehen und die Auslandsreisen immer häufiger in beiden Ländern wurden. An dem prinzipiellen tiefsitzenden Unterschied konnte selbst die Pandemie im Jahr 2020 kaum etwas ändern, sondern nur das Reiseverhalten beider Länder etwas annähern. Während sich in Spanien die grundsätzliche Verteilung zwischen Inlandsund Auslandsreisen nicht stark verändert hat, hat das Coronavirus in Deutschland dazu geführt das erstmals seit vielen Jahren mehr Inlandsreisen als Auslandsreisen durchgeführt wurden und so lag der Unterschied von Reisen im eigenen Land zwischen beiden Ländern nur noch bei 39,5%. Figur 5.1 Inlandsund Auslandreisen Deutschland und Spanien Quelle: Eigene Darstellung nach INE (2021) und DRV (2020, 2021) Ein weiterer starker Unterschied ist in der Reisedauer der jeweiligen Reisenden zu finden, denn die deutschen Touristen verreisen im Schnitt zwischen 12 und 13 Tagen und die spanischen Reisenden nur circa vier Tage. Obwohl bei Inlandsreisen die Touristen aus beiden Ländern kürzer verreisen, ist auch hier eine große Differenz zu erkennen, da die Deutschen fast sechs Tage länger im Schnitt unterwegs sind. Sehr interessant ist, dass das Coronavirus einen sehr unterschiedlichen Einfluss auf das Verhalten in Bezug auf die Dauer der Reisen hat. Während die deutschen Touristen im 0% 20% 40% 60% 80% 100% Deutschland 2019 Spanien 2019 Deutschland 2020 Spanien 2020 Inlandsund Auslandreisen Inlandsreisen Auslandsreisen Strauss, Manuela - 30 - Jahr 2020 kürzer verreist sind, stieg die Reisedauer bei den Spaniern leicht an. Außerdem, wie man in der Grafik 5.2 gut erkennen kann, war die Tendenz in den letzten Jahren ebenfalls sehr gegensätzlich, denn in Deutschland wurden Reisen im Schnitt etwas länger und in Spanien eher etwas kürzer. Figur 5.2 Evolution der Reisedauer von 2015 bis 2020 Quelle: Eigene Darstellung nach (2021) und Stiftung für Zukunftsfragen (2021) Ein ähnliches Bild mit ähnlichen starken Unterschieden ergibt sich sowohl bei der Nutzung der Transportmittel, als auch bei der Wahl der Unterkunft. In Deutschland näherten sich mit den Jahren die Nutzung von eigenem Fahrzeug und Flugzeug immer näher an und erreichten im Jahr 2019 fast den gleichen Prozentanteil und gleichzeitig herrscht in Spanien ein extremer Unterscheid in der Nutzung beider Transportmittel und das Auto liegt mit 75,6% eindeutig auf Platz eins. Hierbei muss man jedoch erwähnen, dass es in beiden Ländern große Veränderungen im Verhalten gibt, abhängig davon ob es sich um Inlandsoder Auslandsreisen handelt und so liegt bei beiden Ländern der PKW deutlich vorne, wenn es sich um Reisen im eigenen Land handelt. Wie man deutlich in der Grafik 5.3 sehen kann hatte in diesem Aspekt die Pandemie einen ähnlichen Effekt in beiden Ländern: Sowohl die deutschen Touristen, als auch die spanischen bevorzugten im Jahr 2020 definitiv das Auto für ihre Reisen und es gab ein Wachstum dieses Transportmittels in beiden Ländern. Figur 5.3 Nutzung des Autos 2015-2020 Quelle: Eigene Darstellung nach INE (2021) und DRV (2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021) 0 2 4 6 8 10 12 14 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Reisedauer 2015-2020 Deutschland Spanien 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 2015 2016 2017 2018 2019 2020 IN % NUTZUNG DES AUTOS Deutschland Spanien TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 31 - In Bezug auf die Wahl der passenden Unterkunft sticht als Erstes heraus, dass spanische Touristen fast dreimal häufiger als deutsche Reisende ein eigenes Ferienobjekt bei ihren Reisen nutzten. Außerdem liegt bei den Deutschen das Hotel auf Platz eins, dagegen in Spanien die beliebteste Unterkunft, die von Freunden und Verwandten ist. Zweitere wird zwar auch häufig von deutschen Touristen bei ihren Reisen genutzt, landet jedoch mit 18% weniger als in Spanien auf Platz zwei. Eng verbunden mit beiden vorherigen Verhaltensweisen sind die Kosten der Reisen. Gemessen in Kosten pro Tag und pro Person, geben die Deutschen deutlich mehr für ihren Urlaub aus: Ein deutscher Tourist hat im Jahr 2019 knapp 37€ mehr als ein spanischer Reisender pro Tag ausgegeben und auch in den Jahren davor ergab sich ein ähnliches Bild. Das Coronavirus im Jahr 2019 hat diese Differenz noch verstärkt, solange in Deutschland die Ausgaben der Reisenden stiegen, sanken sie bei den spanischen Touristen drastisch und so lag der Unterschied im Jahr 2020 bei etwas über 57€. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten im Reiseverhalten der deutschen und spanischen Touristen gibt und dass die Pandemie im Jahr 2020 diese Unterschiede teilweise oft noch weiter betont und verstärkt hat und bei anderen Variablen das Verhalten beider Touristen annäherte. 5.2 MÖGLICHE GRÜNDE Die möglichen Gründe für diese großen Differenzen im Reiseverhalten von Spaniern und Deutschen sind breit gefächert und reichen von kulturellen Gründen bis hin zu ökonomischen. Eine Variable die den Unterschied sowohl in den Reisekosten, als auch in der Reisedauer erklärt, ist die Anzahl der Reisen pro reisende Person, das heißt wie viele Reisen im Schnitt ein Tourist im Jahr macht. Ein deutscher Reisender unternahm im Schnitt nur 1,3 Reisen im Jahr 2019, hingegen in Spanien es 3,6 Reisen pro Tourist waren (Stiftung für Zukunftsfragen, 2021; INE, 2021). Dies deutet darauf hin, dass die Deutschen zwar weniger häufig im Jahr verreisen, aber dafür viel länger in den Urlaub fahren und auch bereit sind mehr auszugeben. Die Spanier verreisen kürzer und mit weniger finanziellen Mitteln, um dafür öfters im Jahr verreisen zu können. In Bezug auf die Ausgaben einer Reisen ist es wichtig die ökonomische Lage in beiden Ländern zu analysieren, denn eine große finanzielle Sicherheit und auch das verfügbare Gehalt pro Reisenden spielen eine entscheidende Rolle. So liegt zum Beispiel der Mindestlohn in Deutschland bei 9,50€ pro Stunde, während er in Spanien dieses Jahr bei 5,76€ liegt (Statista, 2021). Dies lässt darauf hinweisen, dass deutsche Touristen eventuell einfach mehr für ihre Reisen ausgeben können und dies dann auch tun. Eine mögliche Begründung für die Wahl der Reiseziele ist die geografische Lage beider Länder: Deutschland hat mit seiner zentralen Lage innerhalb Europas viele Vorteile um in die verschiedenen Urlaubsorte zu reisen und oftmals sind die Reisestrecken kürzer und die Touristen gelangen schneller an ihr Ziel. Außerdem haben die deutschen Touristen eine große Auswahl an Nachbarländern, die sie mit dem eigenen Transportmittel, Bus oder Bahn problemlos bereisen können, während die Bewohner der südeuropäischen Halbinsel für Auslandsreisen fast immer das Flugzeug nutzen, oder sehr lange Fahrzeiten in Anspruch nehmen müssen. Nur Portugal und Frankreich sind direkte Nachbarländer, und liegen deshalb auch deutlich vorne in der Wahl des Reiseziels der Spanier. Generell ist diese geografische Lage jedoch ein möglicher Grund dafür, dass deutsche Touristen viel öfters ins Ausland reisen, als Spanier. Strauss, Manuela - 32 - Mit der geografischen Lage eng verbunden, ist das Klima in beiden Ländern, welches ebenfalls eine Begründung für die jeweiligen Reiseziele darstellen kann. Spanien genießt fast das ganze Jahr über schönes Wetter, womit Reisen im eigenen Land und vor allem an die zahlreichen Strandregionen ermöglicht werden. Hingegen in Deutschland sind die kalten und nassen Monate deutlich länger und der deutsche Strand liegt weit im Norden und ist für viele Bewohner Deutschlands zu weit weg, um ein Wochenende dort zu verbringen. Der größte Unterschied könnte jedoch einfach in den verschiedenen Lebensweisen liegen. Im Vergleich, in Deutschland ist es sozusagen „normal“ einmal im Jahr für zwei Wochen in den Urlaub zu fahren und dafür wird dann das ganze restliche Jahr hart gearbeitet. Für viele Deutsche sind diese ein bis zwei Wochen das Jahresziel und sie nutzen sie, um ins Ausland zu fahren und komplett abzuschalten. In Spanien wiederrum fährt man viel lieber mal öfters weg um über einen kürzeren Zeitraum abzuschalten und dabei werden vor allem Feiertage und Brückentage genutzt. Diese beiden gegensätzlichen Verhaltensweisen spiegeln sich deutlich in den Statistiken wieder, man muss aber auch berücksichtigen, dass vor allem die jüngeren Generationen viele neue Verhaltensweisen in Bezug aufs Reisen entwickeln und sich, sobald die Pandemie es erlaubt, vieles ändern könnte. TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 33 - 6 SCHLUSSFOLGERUNGEN 6.1 ÜBERLEGUNGEN UND SCHLUSSFOLGERUNGEN Das Erstellen dieser Bachelorarbeit hat verschiedene Schwierigkeiten mit sich gebracht, die vor allem ihren Ursprung in den Unterschieden in den touristischen Statistiken von Deutschland und Spanien haben. Obwohl es nicht immer möglich war, eine Variable detailliert zwischen beiden Ländern zu vergleichen, gelingt man mithilfe der generellen Analyse des Reiseverhaltens zu diversen Schlussfolgerungen zu kommen. Selbstverständlich fällt die große Differenz im Reiseverhalten von deutschen und spanischen Touristen auf und die grundsätzliche Art und Weise des Tourismus in beiden Ländern ist sehr verschieden. In Spanien werden mehrere kleine Reisen während des Jahres bevorzugt, hingegen in Deutschland lieber weniger, aber dafür längere Reisen unternommen werden. In diesem grundlegenden Unterschied liegt der Grund für all die Differenzen in den anderen Komponenten des Reiseverhaltens. Die aktuelle gesundheitliche Situation hat ebenfalls viele Konsequenzen für das Reiseverhalten mit sich gebracht, hat jedoch generell eher dafür gesorgt, dass sich das Reiseverhalten von deutschen und spanischen Touristen etwas annähert und im Jahr 2020 waren die Differenzen zwischen beiden Ländern definitiv geringer als in den Jahren zuvor. Außerdem hat das Coronavirus viele der langjährigen Tendenzen gebrochen und macht somit Vorhersagen für die Zukunft um einiges schwerer. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Vielzahl an externen Faktoren, wie zum Beispiel die geografische Lage, die wirtschaftliche Situation und soziale Werte entscheidend für das Reiseverhalten sind. 6.2 EMPFEHLUNGEN UND INDIKATIONEN Diese Investigationsarbeit basiert hauptsächlich auf den internationalen Empfehlungen für touristische Statistiken von verschiedenen Organismen und das hat die Arbeit um einiges erleichtert, da mithilfe der Empfehlungen die Möglichkeit geboten ist, das Reiseverhalten und seine Komponenten klar zu definieren. Für zukünftige Arbeiten mit dem Ziel, Aspekte zwischen verschiedenen Ländern zu vergleichen, wird empfohlen, als aller Erstes sich einen Überblick über die verschiedenen Komponenten dieses Aspektes zu verschaffen und diese klar zu definieren. Dabei ist es wichtig eine einheitliche Option zu finden, die für beide Länder gültig ist, denn nur dann kann man gezielt Daten suchen und einen späteren Vergleich durchführen. Auf der anderen Seite, ist eine Tabelle wie sie im Anhang 1 zu sehen ist, von großer Hilfe um einen Überblick über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Länder zu bekommen. Das Erste, das in dieser Bachelorarbeit erstellt wurde, waren verschiedene Tabellen, damit alle Daten geordnet werden und anschließend entscheiden zu können welche eine entscheidende Rolle spielen und welche weniger. Mit diesen strukturierten Daten war es um einiges einfacher, die Bachelorarbeit zu schreiben und zusätzlich bieten die Tabellen die Option das Wichtigste in kurzer Zeit zu überblicken. TFG-TURISMO. DAS REISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN UND SPANISCHEN TOURISTEN IM VERGLEICH UND DER EINFLUSS DES CORONAVIRUS - 35 -