Full text
em Au o dieses Tex es wu de die Au gabe
ges ell , die Anwendung und Umse zung
einige neue e emdsp achendidak ische
Konzep e in de Un e ich sp axis da zus ellen,
dabei abe auch Bezug au die Waldo päd-
agogik zu nehmen. Bei de Auseinande se -
zung mi de Theo ie und P axis de Wal-
do schulen wa es o allem das Ve häl nis
zwischen Schulp axis und konzep ionellen Vo -
gaben, das es naheleg e, die Theo ie-P axis
P oblema ik als Lei mo i ü diesen Tex zu
nu zen, um au diese A und Weise die
o gegebenen Themenbe eiche zu e knüp en.
Die olgende Diskussion zeig dabei beispiel-
ha , o welchen He aus o de ungen Leh ende
s ehen, wenn sie als e lec i e p ac i ione s ode o schende P ak-
ike (Schön 1983, Sche e 1997) da an a bei en, konzep ionelles
Wissen in eine möglichs wi ksame Un e ich sp axis einzubauen.
Das Ve häl nis on E ziehungs heo ie und Un e ich sp axis
am Beispiel de Waldo pädagogik
1919 g ünde e Rudol S eine die e s e eie Waldo schule in S u ga .
Heu e, as 100 Jah e spä e , exis ie en wel wei übe 1000 Wal-
do schulen, de G oß eil da on in den deu schsp achigen Län-
de n. El e n, die ih e Kinde in Waldo schulen schicken, sehen
da in eine a ak i e Al e na i e zum Regelschulwesen. Küns le ische
und handwe kliche Schul äche , ein E ziehungskonzep , das den
Menschen und die En wicklung des Kindes in den Mi elpunk
s ell , und Rückmeldungen, die au die S ä ken und Schwächen
de Kinde und au de en En wicklung eingehen, sollen angs eies
Le nen e möglichen und das Selbs bewuss sein de Kinde ö de n.
Als eine de wenigen e o mpädagogischen S ömungen zu Be-
ginn des 20. Jah hunde s konn e sich die Waldo pädagogik bis
heu e auch ins i u ionell behaup en. Ih e Wi kung und ih Ein-
luss au das Regelschulwesen sind abe auch heu e ehe beschei-
den, sie is eine al e na i e pädagogische S ömung geblieben.
Ein G und da ü mag wohl da in liegen, dass auch mode ne Wal-
do schulen die G undlage ü ih e Leh pläne und ih e päda-
gogische P axis haup sächlich aus den Sch i en ih es G ünde s
Rudol S eine beziehen. S eine ha sich e s ela i spä um-
assend zu F agen de E ziehung und des Un e ich s geäuße ,
und dabei auch keine sys ema ische Theo ie o geleg . Seine Gedanken
und Ideen zu E ziehung sind in eine Reihe on Vo ägen, die
e in den Jah en zwischen 1919 und 1924 gehal en ha ,
wiede gegeben. (S eine GA Bd. 293-311)
Helmu Zande de inie in seine um assenden Auseinande -
se zung mi dem We k Rudol S eine s die An h oposophie als
das „Zen um, on dem aus die he e ogenen Elemen e de Wal-
do pädagogik o ganisie we den.“ (Zande 2007, S.1359)
An diesen G undlagen se z auch meis on akademische Sei e
die K i ik an. De Beg ünde de An h oposophie en zieh sich als
Denke dem akademischen Disku s, indem e sich nich an dessen
Spiel egeln häl . De me hodische und e kenn nis heo e ische Zu-
gang zu F agen de E ziehung und Un e ich sges al ung is bei
S eine ein p inzipiell ande e als in de heu igen E ziehungswis-
senscha . In e subjek i e, alsi izie ba e und empi isch übe p ü -
ba e Fo schungse gebnisse in Bezug au Un e ich und Le np ozesse
sind in S eine s Sch i en nich zu inden.
Fü S eine bedeu e e An h oposophie nich nu eine um-
assende Leh e om Kosmos und dem Menschen, sonde n wa
o allem ein „wissenscha liche “ E kenn nisweg: Du ch Medi-
a ion und Selbs e lexion sollen höhe e Bewuss seinsebenen e -
eich we den, die es e möglichen, Wissen aus dem Be eich des
Geis ig-Übe sinnlichen zu e langen. S eine s au diese Weise e -
lang en E kenn nisse können on den Lese n nu in ui i
nach ollzogen und nache leb , abe nich empi isch übe p ü
we den, wodu ch sich die An h oposophie,zumindes in ih en
G undzügen, als eine „Ein-Mann-Wissenscha “ mi O -
enba ungscha ak e p äsen ie .(Badewien 2006:5, gl
auch Zande 2007: 1363)
T o z alle K i ik an den an h oposophischen
G undlagen de Waldo pädagogik, die sich
imme wiede ö en lichkei swi ksam en läd
( gl. K auß 2006) geling es den Waldo -
schulen iel ach, Leh e Innen, El e n und
Schüle Innen du ch ih e P axis zu
übe zeugen. Eine neue e, um assende
S udie zu den E ah ungen ehemalige
Waldo schüle Innen beleg dieses
Bild. So spielen in den E ah ungs-
be ich en de Absol en Innen die an-
h oposophischen G undlagen eine un-
e geo dne e Rolle, die E ah ungen mi
10 K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
Nich alles Gu e komm on oben
Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik
WILFRIED KRENN
Vo s udienleh gang de G aze Uni e si ä en
Themenschwe punk Tema monog á ico
D
Magazin 20
Ilus ación: Jacin o Gu ié ez
eine o als du chaus posi i e -
leb en Schulp axis s ehen im
Vo de g und. (Ba z 2007) Dies
wohl auch deshalb, weil
Rudol S eine selbs bei
de En wicklung seine
E ziehungskonzep e zwa
on an h oposophischen
Ideen gelei e wa , abe
du chaus p agma isch
und lexibel zei geis ige
Ideen und Vo s ellungen
au g i und in seine The-
o ien in eg ie e
(Zande 2007,
Lindenbe g 1992:119). Da übe hinaus gelang es S eine , p inzi-
piell ich ige und bis heu e ak uelle F agen zu o mulie en, die
die gesellscha liche Funk ion de Schule und die Rolle und Au -
gabe de Leh pe sonen be e en.
Rudol S eine ha die Waldo pädagogik zu eine Ma ke
gemach , ein Beg i den S eine , de ehemen ü die Unab-
hängigkei de Bildung on de Wi scha einge e en is , zwa
abgelehn hä e, de abe ü die heu igen Waldo schulen, die
sich in einem on Ma k gese zen gep äg en Um eld bewäh en
müssen, du chaus adäqua e schein . Dass Waldo schulen sich
bis heu e behaup en konn en, schein abe nich an Waldo s
Sch i en, sonde n o allem an eine lexiblen und o enen
P axis zu liegen, in de e such wi d, nach ollziehba e E ziehungs-
p inzipien umzuse zen, o z manche Einsch änkungen du ch
S eine s Vo gaben.
In de Waldo pädagogik spiegel sich somi eine
G undp oblema ik alle e ziehungs- und un e -
ich s ele an en Konzep e wiede : Die Disk epanz
zwischen Theo ie und Un e ich sp axis. Im
Folgenden soll dieses Ve häl nis zwischen
übe geo dne en heo e ischen Konzep en,
die bes imm e Fo de ungen an den Un-
e ich he an agen, und konk e en Vo ge-
hensweisen bei de Implemen ie ung on
Au gabens ellungen p oblema isie
we den. Fü die Didak ik als Fachdiszi-
plin, die on den E kenn nissen ih e
Bezugswissenscha en und den E ken-
n nissen aus dem Un e ich ab-
hängig is , is das eine zen ale
F ages ellung. Im Gegensa z zu ein-
e Vo gangsweise, bei de on übe -
geo dne en Ideen Konsequenzen ü
den Un e ich abgelei e we den,
so wie im Fall de Waldo päda-
gogik, soll da ü plädie we den,
übe geo dne e Konzep e e s dann
he anzuziehen und au ih e B auch-
ba kei zu übe p ü en, wenn es
gil , ganz konk e e Un e ich -
sp obleme zu lösen.
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19. diciemb e 2011 11
Abs ac
Waldo schulen g ünden ih e Iden i ä bis heu e au die Leh en ih es G ünde s Rudol S ein-
e (1861-1925). Seine Übe legungen und Ideen zu Konzep ion des Un e ich s p ägen noch
imme das didak isch-me hodische Konzep seine Schulen. Das mach sie eine sei s un-
e wechselba , se z ih em En wicklungsspiel aum abe auch G enzen. Im A ikel wi d da ü
plädie , übe geo dne e pädagogische Konzep e ganz den didak isch-me hodischen Bedü nis-
sen des Un e ich s un e zuo dnen. Die Ak ions o schung, e knüp mi dem Konzep eines
au gabeno ien ie en Ansa zes, scheinen da ü eine gu e Basis zu sein. Anhand on d ei
Beispielen wi d gezeig , wie neue E kenn nisse aus wich igen Bezugsdisziplinen de Didak-
ik he angezogen we den können, um ganz konk e e F ages ellungen im Un e ich bean -
wo en zu hel en.
Schlüsselwö e : Waldo -Pädagogik, F emdsp achendidak ik, Ak ions o schung,
au gabeno ien ie e Ansa z, Le npsychologie.
Resumen
Las escuelas Waldo basan su iden idad has a hoy en las enseñanzas de su undado
Rudol S eine (1861-1925), cuyas eo ías siguen ma cando los concep os didác icos
y me odológicos de es os cen os. Es o las hace incon undibles pe o ambién las limi-
a en su e olución. En el p esen e a ículo se de iende un camino dis in o, es deci , la
subo dinación de los g andes concep os pedagógicos a las necesidades didác icas de
la clase. La in es igación en el aula, unida al concep o del en oque basado en a eas,
pa ecen cons i ui una buena base pa a ello. Con es ejemplos se demues a la u il-
idad de algunos esul ados ecien es p oceden es de impo an es ciencias de e e en-
cia pa a la didác ica que pueden ayuda a sol en a cues iones de índole muy p ác-
ica en el aula.
Palab as cla e: pedagogía waldo , didác ica de lenguas ex anje as, in es igación en
el aula, en oque basado en a eas, psicología del ap endizaje.
12 Magazin 20
Themenschwe punk Tema monog á ico
Von un en nach oben ode on oben nach un en?
Top-Down und Bo om-Up Modelle in de Didak ik
F agen, die das Un e ich sgeschehen be e en, können g und-
sä zlich on zwei un e schiedlichen Pe spek i en analysie und
bean wo e we den. Eine sei s können au de Basis gesellscha s-
poli ische , philosophische , psychologische ode ande e Übe -
legungen e ziehungs- und bildungs heo e ische Konzep e en-
wickel we den, on denen Konsequenzen ü die konk e e A -
bei im Un e ich abgelei e we den, eine Vo gangsweise, die
im Folgenden als Top-Down-Ve ah en bezeichne we den soll.
Ande e sei s kann das Un e ich sgeschehen selbs Ausgangspunk
de Re lexion sein. Diese Zugang zu F agen de Un e ich s-
ges al ung soll im Folgenden als Bo om-Up-Ve ah en bezeich-
ne und disku ie we den.
Bei S eine we den E ziehungs- und Bildungs agen on einem
übe geo dne en, an h oposophisch beg ünde en Menschenbild
und on übe geo dne en Übe legungen zu s aa s- und gesellscha -
spoli ischen F agen, wie e sie beispielsweise in seinem D ei-
eiligkei smodell (S eine 1983) ausge üh ha , abgelei e . Da on
ausgehend we den dann P inzipien, Ve ah en und Vo gangsweisen
ü den Un e ich besch ieben. S eine s E ziehungskonzep p äsen-
ie sich solche a als ein klassisches Top-down Konzep , mi
allen dami e bundenen Konsequenzen, on denen einige
hie zusammen assend ange üh we den sollen.
• Top-Down-Ansä ze sind meis nu ü Teilaspek e des Un-
e ich s ele an . Da Top-Down-Ansä ze ih e Mo i a ion
aus F ages ellungen beziehen, die nich unmi elba das
Un e ich sgeschehen be e en, können sie auch nu ü
Teilbe eiche des Un e ich s An wo en o mulie en, de en
Rele anz ü die jeweilige Un e ich ssi ua ion nich imme
gegeben sein muss. S eine s Schulkonzep is beispielsweise
Teil eine um assenden Theo ie zu Gesellscha so dnung.
Da S eine s Ideen nie umgese z wu den, müssen Waldo -
schulen in einem gänzlich ande en gesellscha lichen Um-
eld agie en als in S eine s Theo ie angenommen.
• Top-Down-Ansä ze se zen G undannahmen o aus, die bei
de Umse zung de Ideen im Un e ich übe nommen we -
den müssen. Eine Umse zung de Ideen S eine s zu En wick-
lung des Menschen se z beispielsweise o aus, dass S eine s
heu e ehe sel sam anmu ende Ideen zu En wicklungsleh e
(S eine 2009) als gül ig und ele an akzep ie we den.
• Top-Down-Ansä ze sch änken Handlungsal e na i en im Un-
e ich ein. Top-Down-Ansä ze endie en dazu, Aussagen
nach dem Mus e „Wenn X, dann Y“ ü die P axis zu o -
mulie en. Die Un e ich sp axis is alle dings wei aus kom-
plizie e , so dass nu Aussagen des Typs „Wenn x, dann e -
schein es aus diesen und jenen G ünden sinn oll, y s a z
zu un.“ adäqua wä en. (Po mann-Tselikas 1997: 217)
• Top-Down-Ansä ze e leihen den dami zusammenhängen-
den Un e ich smodellen den Cha ak e eine Ma ke. Top-
Down-Ansä ze p äsen ie en sich o als un e wechselba e
Konzep e ü Un e ich und g enzen sich somi on an-
de en, „konku ie enden“ Konzep en ab. Wie in de
Wi scha können Ma ken eine sei s O ien ie ungshil en
ü den „Konsumen en“ da s ellen, we den on diesen abe
auch mi bes imm en emo ionalen Inhal en und inne en Bilde n
assoziie , die nich unbeding a ional beg ünde und e-
lek ie sind.
Nähe am Un e ich : Top-Down-Modelle in de F emdsp achendidak ik
Im Gegensa z zu übe geo dne en E ziehungs- und Bildungskonzep en
sind Fachdidak iken na u gemäß nähe am Un e ich . Es geh
da um, Inhal e und me hodische Ve ah en zu besch eiben, die
ü den Un e ich eines bes imm en Faches ele an sein kön-
nen. Nich übe geo dne e E ziehungs- und Bildungskonzep e
s ehen im Vo de g und, sonde n p imä die F age, welche In-
hal e ein Fach e mi eln soll e, welche Fe igkei en ainie
we den müssen, welche Un e ich sziele sich da aus ablei en
lassen und mi welchen me hodischen Ve ah en diese Un e -
ich sziele e eich we den können. Im Folgenden soll anhand
de F emdsp achendidak ik als eine de wohl am g ündlichs en
ausgea bei e en Fachdidak iken (z.B. Bausch 2003, Roche 2008,
Bach/Timm 2009, Decke-Co nill/Küs e 2010) gezeig we den,
wie sich in diesem Be eich das Ve häl nis zwischen Theo ie und
P axis p äsen ie .
Die F emdsp achendidak ik en wickel ih e Konzep e nich
ausschließlich aus de P axis des Un e ich sgeschehens, sonde n
bedien sich un e schiedliche Bezugswissenscha en, de en E kenn -
nisse ü den Un e ich Rele anz haben könn en. (Hun eld/Ne-
une 1993: 210) In diesem Zusammenhang spielen auch hie
Top-Down-Konzep e eine Rolle. De Auslöse ü die sogenann e
kommunika i e Wende in de F emdsp achendidak ik in den 70e
und 80e Jah en des o igen Jah hunde s wa en beispielsweise
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
diciemb e 2011 13
konzep ionelle Neuen wicklungen in de Linguis ik. Sp ache
wu de nich meh p imä als S uk u in e p e ie , sonde n als
Tex bzw. Kommunika ionsmi el, die Tex - und P agmalinguis-
ik wu den wich ige Teildisziplinen de Sp achwissenscha . De
F emdsp achenun e ich wu de in de Folge da au hin un e -
such , ob e diesem neuen Konzep on Sp ache en sp äche, ob
beispielsweise Lese ex e und Dialoge in den Leh we ken den neuen
linguis ischen Besch eibungsmodellen genügen wü den. Tex e,
die nich eindeu ig Tex so en zugeo dne we den konn en, wu -
den eliminie , Dialoge, die nich „au hen ische“ Sp ache abbilde-
en, wu den aus den Büche n en e n , de F emdsp achenun e -
ich soll e das, was nach den neuen linguis ischen E kenn nis-
sen als „au hen ische Sp achgeb auch“ de inie wu de, auch
im Un e ich abbilden. (Finocchia io/B um i 1983, Yalden 1983)
Die P axis zeig e bald die G enzen eines dogma isch e s ande-
nen kommunika i en Ansa zes au . Au hen ische Tex e e wiesen
sich o als zu komplex ü den An änge un e ich und konn en
o schwe mi Au gabens ellungen e knüp we den, die Vygo s-
kysle npsychologische Fo de ung nach dem op imalen Schwie igkei s-
g ad eine Au gabe (zone o p oximal de elopmen ) e üll en.
(Tudge 1990) Da Üben im G amma ik- und Wo scha zbe eich
in einem s engen kommunika i en Ansa z o e nachlässig wu de,
Sp ache we b abe zu einem gu en Teil das E le nen on Fe -
igkei en bedeu e , muss e seh bald wiede sys ema isches Fe -
igkei s aining in den Un e ich eingebau we den. Und da de
kommunika i e Ansa z iele F agen nach dem Wie des F emd-
sp achenle nens nich be iedigend bean wo en konn e, wa es
schließlich no wendig, den Ansa z du ch le n heo e ische Konzep e
zu e gänzen, diese in den Ansa z zu in eg ie en und in de P a-
xis zu e p oben. Soga die Einsp achigkei des Un e ich s, u -
sp ünglich ein zen ales Elemen eines adikal kommunika i en
Ansa zes, wi d heu e k i isch hin e ag . (Bu zkamm 2004) Das
Konzep des kommunika i en F emdsp achenun e ich s e wies
sich alle dings als so lexibel, dass es in de Folge gelang, un e -
schiedliche Ansä ze zu in eg ie en, wodu ch die Impulse de kom-
munika i en Me hode bis heu e konzep ionell wi ksam blieben.
Un e ich is ein komplexes Phänomen und abhängig on ie-
len Fak o en. Die Didak ik is deshalb da au angewiesen, ih e
heo e ischen Konzep e aus ielen e schiedenen Wissenscha s-
disziplinen zu beziehen. So wie die En wicklungen in de Lin-
guis ik in den 60e und 70e Jah en nehmen auch En wicklun-
gen in ande en Wissenscha sbe eichen Ein luss au die F emd-
sp achendidak ik, meis in Fo m on Top-down-P ozessen, wobei,
ausgehend on bezugswissenscha lichen Konzep en, Konsequen-
zen ü und Fo de ungen an den Un e ich o mulie we den.
Seh o weisen diese Ansä ze alle A ibu e eines Labels, eine
Ma ke au . ( gl. z.B. den audio isuellen und audiolingualen Un-
e ich in den 50e und 60e Jah en, al e na i e Me hoden wie
TPR ode Sugges opädie, ode in neue e Zei gehi nge ech es
Le nen ode in eg ie es F emdsp achen- und Sach achle nen(CLIL))
Wenn diese Konzep e lexibel genug sind, un e schiedlichen
An o de ungen in de P axis ge ech zu we den, und in gängige
Un e ich skonzep e in eg ie we den können, dann be eiche n
und e wei e n sie das Repe oi e an Un e ich s e ah en, das im
Un e ich zu Ve ügung s eh . Die P axis wi d somi zu de In-
s anz, die da übe en scheide , ob eine Ma ke Bes and ha . Sobald
sich Ma ken diese P axis auslie e n, e lie en sie an Iden i ä ,
das Konzep wi d in den pädagogischen Mains eam in eg ie .
Noch nähe am Un e ich : Bo om-up Ve ah en in de Didak ik
In den le z en Jah zehn en haben sich in de F emdsp achendi-
dak ik abe auch wissenscha liche Ve ah en e ablie , die Un-
e ich nich aus de Vogelpe spek i e wel anschauliche ode
bezugswissenscha liche Konzep e be ach en und analysie en,
sonde n sich ganz au das Geschehen im Un e ich aus de Pe -
spek i e de Handelnden konzen ie en. Im Rahmen de soge-
nann en Ak ions- ode Handlungs o schung be eiben Sp ach-
leh ende in ih em Un e ich Feld o schung, mi dem Ziel, ih en
Un e ich zu e besse n. Dabei wi d Un e ich sys ema isch doku-
men ie und e lek ie . Die Leh pe son agie als e lek ie en-
de P ak ike , de in einem egelmäßigen Zyklus, in dem sich
Handlungsidee, Handlung und Re lexion abwechseln, seinen Un-
e ich e o sch . (Al ich e /Feind :2004, Böckmann: 2011)
Auch diese Zugang wi d alle dings nich ohne konzep ionelle
Un e s ü zung auskommen können, da e sich sons schnell mi
dem Vo wu de Unwissenscha lichkei kon on ie sieh . Die
Handlungsidee, aus de sich die spezi ische Vo gangsweise im
Un e ich ablei e , is imme konzep ionell beg ünde , auch wenn
diese Konzep e subjek i e Theo ien des Un e ich enden sind, die
e s e balisie und bewuss gemach we den müssen.
Mi dem sogenann en au gabeno ien ie en Ansa z ha sich in
den le z en Jah en ein Besch eibungsmodell on Un e ich
e ablie , das es möglich mach , Beobach ungen und E kenn -
nisse aus dem Un e ich bzw. de Handlungs- und Ak ions o schung
sys ema isch mi zen alen übe geo dne en Konzep en zu e knüp en.
In einem au gabeno ien ie en Ansa z we den de Leh e , de
Le ne , die Au gabens ellung und de Kon ex des Le nens als
Bezugspunk e de inie , die es zu un e suchen gil , wobei neue e
De ini ionen den Beg i seh o en au assen, so als „Alles, was
Leh e und Leh e innen im F emdsp achenun e ich ih en Le -
ne n zu un geben, bzw. alles, was sich diese Le ne selbs an Ak-
i i ä en aussuchen, und was den P ozess des F emdsp achenle -
nens un e s ü z und ö de .“ (Williams/Bu den 1997: 167).
Im Sinne eine sozialkons uk i is ischen Le n heo ie kons u-
ie en Leh pe son und Le nende ih e indi iduelle Vo s ellung on
Im Sinne eine sozialkons uk i is ischen Le n-
heo ie kons uie en Leh pe son und Le nende
ih e indi iduelle Vo s ellung on Un e ich und
dem Le np ozess. In einzelnen Au gabens ellun-
gen mani es ie en sich diese Vo s ellungen.
[]
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
14 Magazin 20
Themenschwe punk Tema monog á ico
Un e ich und dem Le np ozess. In einzelnen Au gabens ellun-
gen mani es ie en sich diese Vo s ellungen.
In de Folge können K i e ien besch ieben we den, die Au -
gabens ellungen e üllen soll en, um in einem bes imm en Kon-
ex le nwi ksam sein zu können. Leh ende und Le nende
besch eiben Un e ich meis dann als e olg eich und gewinnb in-
gend, wenn zwischen beiden Sei en Übe eins immung da übe
he sch , mi welchen Au gabens ellungen und mi welchen Ak-
i i ä en gemeinsam es geleg e Ziele e eich we den sollen, was
als Rezip ozi ä zwischen den am Un e ich sgeschehen be eilig en
Pe sonen bezeichne wi d (Williams/Bu den1997: 67).
Rezip ozi ä im F emdsp achenun e ich is meis dann gegeben,
wenn Au gabens ellungen d ei K i e ien e üllen: E s ens müssen
sie on Leh enden und Le nenden als signi ikan , das heiß be-
deu sam e leb we den. Um den Zielen des F emdsp achenun-
e ich s ge ech zu we den, nämlich die sp achliche Kompe enz
de Le nenden auszubilden, müssen Au gabens ellungen zwei ens
T ainingselemen e beinhal en. D i ens muss das Design eine
Au gabens ellung es möglich machen, sinn olle Rückmeldungen
übe den Le np ozess zu e hal en, um den Le np ozess adäqua
einschä zen und op imie en zu können.
Au eine seh allgemeinen Ebene können dahe die Signi ikanz,
de T ainingse ek und die Möglichkei , Rückmeldungen übe
den Le np ozess zu bekommen, als zen ale Elemen e eine Au -
gabens ellung gesehen we den, die diese po enziell le nwi ksam
machen (K enn 2006).
Im Folgenden soll an d ei konk e en Beispielen gezeig we -
den, wie ausgehend on p o o ypischen Un e ich ssi ua ionen
F ages ellungen en wickel we den können, die da au abzielen,
Le np ozesse zu op imie en. Mi Hil e übe geo dne e Konzep e
we den in de Folge An wo en gesuch . Dabei wi d es nich
p imä da um gehen, gängige didak ische Konzep e an de Un-
e ich s eali ä zu e p oben. Neue e bezugswissenscha liche
Theo ien, wie z.B. Kie an Egans Theo ie de Kogni i en Ins u-
men e, sollen o allem da au hin be ag we den, inwie e n sie
Un e ich wei e en wickeln hel en können. Die d ei olgenden
Beispiele beziehen sich au zen ale Aspek e des F emdsp achen-
un e ich s, nämlich die A bei mi Tex en, die G amma ik- und
die Wo scha za bei .
A bei mi Tex en. P o o ypische Ausgangssi ua ion: Julia lies einen
Tex übe das Schulsys em in Deu schland. De Tex besch eib
die un e schiedlichen Schul ypen in Deu schland und die Be u s-
möglichkei en nach Abschluss de Schulausbildung. Nach dem
Lesen äg sie wich ige In o ma ionen in eine Auswe ungs a-
belle ein. Bei einem Tes eine Woche spä e soll sie das Schulsys-
em in Deu schland besch eiben. Da sie sich nich seh gu au
den Tes o be ei e ha , kann sie sich kaum noch an die Tex in-
hal e und auch nich an ih e Auswe ungs abelle e inne n. Julia
weiß zwa , dass Landeskunde ein wich ige Teil des Deu schun e -
ich s is und in e essie sich auch da ü , den Tex übe das Schul-
sys em ha sie abe nich in e essan ge unden. Sie ha das Ge ühl,
dass e mi ih e Lebenssi ua ion wenig bis ga nich s zu un ha .
Fü Julia ha e die Au gabens ellung wenig Signi ikanz. Die
abs ak e Besch eibung des Schulsys ems ha anscheinend kaum
Gedäch nisspu en bei Julia hin e lassen, die es ih e möglich hä -
en, sich an ele an e Tex in o ma ionen zu e inne n. Wenn es
da um geh , Au gabens ellungen zu op imie en, so dass sie
möglichs e izien e Le np ozesse auslösen, sind olgende F ages el-
lungen on Bedeu ung: Gib es Möglichkei en, Tex inhal e so zu
p äsen ie en, dass sie on den Lese n als signi ikan emp unden
we den können? Is es möglich, sp achliche In o ma ion so zu
p äsen ie en, dass die Vo s ellungsk a de Le nenden ak i ie
wi d und sie auch a ek i on den Tex inhal en angesp ochen
we den? Wü de dies in de Folge die Me k- und Behal ensleis-
ung e höhen?
Konzep ionelle Un e s ü zung bei de Bean wo ung diese F age
können E kenn nisse aus de En wicklungspsychologie, Le npsy-
chologie ode Gehi n o schung bie en. Le z e e bean wo e die
Abhängigkei de Me k- und Behal ensleis ung on emo ional
ansp echenden Inhal en ziemlich eindeu ig. Im Expe imen wu -
den beispielsweise zwei G uppen on Ve suchspe sonen mi ol-
genden zwei Tex en zum selben Thema kon on ie .
Geschich e 1: Ein Junge äh mi seine Mu e du ch die
S ad , um den Va e , de im K ankenhaus a bei e , zu besuchen.
Do zeig man dem Jungen eine Reihe medizinische Behand-
lungs e ah en. Geschich e 2: Ein Junge äh mi seine Mu -
e du ch die S ad und wi d bei einem Au oun all schwe e -
le z . E wi d asch in ein K ankenhaus geb ach , wo eine Rei-
he medizinische Behandlungs e ah en du chge üh wi d.
Nachdem die G uppen die Tex e gelesen ha en, muss en sie
eine A Lis e on Behandlungsmaßnahmen le nen. Nach eine
Woche be ag e man die Pe sonen, wie iele In o ma ionen sie
sich on de Lis e geme k haben. Die Pe sonen, die den zwei -
en, emo ional s ä ke geladenen Tex gelesen ha en, ha en sich
auch signi ikan meh In o ma ionen geme k . In einem zwei en
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
diciemb e 2011 15
Im Lau e unse e En wicklung om Kleinkind zum E wach-
senen eignen wi uns nach Egan un e schiedliche kogni i e
We kzeuge an, die uns hel en, In o ma ionen au zunehmen, zu
speiche n und assozia i zu e knüp en. Fü eine e s e En wick-
lungsphase, die im Al e on zwei Jah en beginn und o allem
du ch mündlichen Sp achgeb auch gekennzeichne is , zähl e
un e ande en Phänomene wie Geschich en, Reim, Rhy hmus,
T a sch und Humo au , die uns als We kzeuge ü die In o ma-
ions e a bei ung zu Ve ügung s ehen. In eine zwei en En-
wicklungsphase, die unge äh im ach en Lebensjah beginn ,
we den diese kogni i en We kzeuge e gänz und e wei e du ch
einen s ä ke ausgep äg en Reali ä ssinn, den Sinn ü ex eme
E ah ungen und die G enzen de Reali ä , die Suche nach Helden,
Idolen und Vo bilde n, und die Emp änglichkei ü e olu ionä e
und idealis ische Ideen. In diese Phase, die unge äh sechs Jah e
daue und die Kinde auch in die Pube ä beglei e , e obe n sie
die Wel de Sch i sp ache.
Gleichzei ig beginnen die Jugendlichen abe auch kogni i e
We kzeuge zu en wickeln, die sie dabei un e s ü zen, heo e is-
ches bzw. wissenscha liches Denken zu en wickeln. In diesem
Zusammenhang we den neue kogni i e Ins umen e, wie de Sinn
ü die abs ak e Reali ä , de Sinn ü Selbs wi ksamkei , de
Sinn ü die beg enz e Gül igkei allgemeine Ideen, die Suche
nach Au o i ä und Wah hei und me a-na a i es Ve s ehen wich ig.
Die Un e ich sp axis in den An angsschuljah en bes ä ig Egans
Konzep . E olg eiche Un e ich sma e ialien s ü zen sich au den
Einsa z on Geschich en, Liede n, Raps und Gedich en und sp echen
dami genau jene kogni i en We kzeuge de Kinde an, die es ih-
nen e möglichen, die sp achlichen In o ma ionen auch zu e a -
bei en. Abe auch ü äl e e Jugendliche und E wachsene is es
möglich, ele an e Inhal e so zu p äsen ie en, dass die Jugendlichen
mi Hil e de kogni i en Ins umen e, die ihnen zu Ve ügung
s ehen, diese In o ma ion e a bei en und eichhal ige inne e Bilde
en wickeln können, die eine lang is ige Speiche ung im Gedäch -
nis e möglichen.
Auch in unse em einlei enden Beispiel schein es sinn oll, kog-
ni i e We kzeuge wie Geschich en, ex eme E ah ungen ode
die Vo liebe ü Helden, Idole und Vo bilde zu nu zen, die Ju-
lia hel en können, ele an e In o ma ionen zu e a bei en. Die
Da s ellung des Schulsys ems könn e beispielsweise mi eine
Geschich e e knüp we den, in de ein Jugendliche sich ü
ode gegen die Schule en scheiden muss. De Tex könn e auch
die Geschich e eine auße gewöhnlichen Ka ie e e zählen, die
o z ode iel-leich auch wegen de Schule gelungen is . Im Ve -
gleich zu eine ein abs ak en Besch eibung des Schulsys ems
wü de dies eine wesen lich besse e kogni i e Ve a bei ung de
In o ma ion e möglichen, die in de Folge nachhal ige e Gedäch -
nisspu en hin e läss , au die sich Julia bei ih em Tes s ü zen
kann.
Aus de Diskussion de einlei enden F ages ellungen in diesem
Abschni e gib sich so die No wendigkei , Un e ich sinhal e
s ä ke den Bedü nissen de Le nenden anzupassen, ih e Le n-
si ua ion zu be ücksich igen. Das wa auch eine zen ale Fo de ung
de Re o mpädagogik und auch Rudol S eine s (S eine 1993).
Die Beg ündung diese Fo de ung au de Basis konk e e Au -
gabens ellungen im Un e ich e leih ih abe wesen lich meh
Au o i ä .
in de Phan asie de Le nenden en s ehen zu lassen, is dies ein
wei e es A gumen ü solche Tex e.
Zusammen assend is es zuhal en: Da s a ke Indizien da au
hindeu en, dass In o ma ion dann seh gu behal en wi d, wenn
sie auch a ek i bese z is , e schein es sinn oll, Tex e im Sp ach-
un e ich einzuse zen, die möglichs iele Le ne emo ional
ansp echen können und es ihnen e möglich , möglichs eiche in-
ne e Bilde zu gene ie en. Da die Le nenden übe ganz un e -
schiedliche Le n o ausse zungen e ügen und sich dem Modell
eines kons uk i is ischen Le np ozesses gemäß au ganz un e -
schiedliche Kons uk ionen s ü zen, schein es au den e s en Blick
schwe , Tex inhal e zu besch eiben, die on eine seh g oßen An-
zahl on Le nenden als signi ikan e leb we den können.
Das Konzep de sogenann en kogni i en Ins umen edes kanadis-
chen Psychologen und Pädagogen Kie an Egan (Egan2005) kann
in diesem Zusammenhang eine O ien ie ungshil e bie en. Auch
Egan geh da on aus, dass Le nen dann am bes en geling , wenn
dabei die Phan asie und Vo s ellungsk a de Le nenden ange eg
und ak i ie wi d. Dabei un e s ü zen uns lau Kie an Egan so
genann e kogni i e Ins umen e (Cogni i e Tools).
Expe imen wu den wiede zwei ande e G uppen mi denselben
beiden Tex en und de Lis e de Behandlungsmaßnahmen kon-
on ie . Diesmal bekamen abe alle Pe sonen o dem Expe i-
men ein Be uhigungsmi el, das ih e emo ionalen Reak ionen
hemm e. Die Gedäch nisleis ungen beide G uppen wa en dies-
mal iden isch. Die Fo sche schließen da aus, dass In o ma io-
nen besse behal en we den, wenn sie an Si ua ionen geknüp
sind, die emo ionale Reak ionen auslösen (Spi ze 2006: 158).
E kenn nisse de Le npsychologie bes ä igen diese E gebnisse.
In un e schiedlichen Expe imen en wu de beispielsweise gezeig ,
dass Ve suchspe sonen In o ma ionen besse behal en, wenn sie
in de Lage sind, zu diesen In o ma ionen einen pe sönlichen
Bezug he zus ellen ode die In o ma ion emo ional geladen wa
(S e ick 1996: 128).
In le z e Zei be onen Neu ologie und Kogni ionspsycholo-
gie die Bedeu ung inne e Bilde (Images) ü das Behal en on
sp achliche In o ma ion, abe auch ü die Rezep ion und P o-
duk ion on Sp ache (A nold/Puch a/Rin oluc i 2007: 7). Da
emo ional geladene Tex e ehe in de Lage sind, eichhal ige Bilde
Im Lau e unse e En wicklung om Kleinkind zum
E wachsenen eignen wi uns nach Egan un e -
schiedliche kogni i e We kzeuge an, die uns hel-
en, In o ma ionen au zunehmen, zu speiche n
und assozia i zu e knüp en.
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K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
16 Magazin 20
Themenschwe punk Tema monog á ico
Beispiel 2: G amma ika bei . P o o ypische Ausgangssi ua ion: Im
Un e ich wu den wich ige lokale P äposi ionen des Deu schen
behandel . Daniel soll im Übungsbuch Lückensä ze wie Die Ka ze
si z o ____ Haus ü . e gänzen. Daniel konzen ie sich dabei
o allem au das Einse zen de ich igen A ikel, die Bedeu ung
de Sä ze is ü ihn nebensächlich. Im Deu schun e ich muss
e iele G amma ikau gaben dieses Typs lösen. Meis geh es
da um, Kasus, Nume us und Genus des Nomen ich ig zu e ken-
nen und den passenden A ikel zu inden, in Lückensä zen ich ige
Ve b o men einzuse zen ode an Adjek i e die ich igen Endun-
gen anzuhängen. Obwohl e die Au gaben im Übungsbuch lösen
kann, mach e beim Sp echen und Sch eiben imme wiede Fehle .
Wenn e einen deu schen Sa z sagen soll, hinde n ihn die G am-
ma ik egeln in seinem Kop o da an, die passenden Wö e zu
inden. Auch ha e das Ge ühl, ü das F emdsp achenle nen
nich begab zu sein. De Deu schun e ich e inne ihn an den
Ma hema ikun e ich , auch do u e sich schwe .
Um Daniel den Zugang zu deu schen G amma ik zu e lei-
ch e n, müssen wohl zue s olgende F ages ellungen konzep-
ionell bean wo e we den: Wie wich ig is das Üben on G am-
ma ik im Sp achun e ich ? Is es möglich, g amma ikalische S uk-
u en zu ainie en, gleichzei ig abe auch die kommunika i e
Funk ion und Bedeu ung de Sp ache im Auge zu behal en? Wie
können bei de Ges al ung on Au gaben die indi iduellen
Fähigkei en de Le nenden op imal genu z we den, um ih
Selbs e auen zu s ä ken?
Die Rolle de G amma ik im Sp achun e ich wa und is ein
iel disku ie es Thema. Wa sie jah zehn elang ein zen ales
Elemen de Sp ach e mi lung, so is ih e Bedeu ung spä es ens
zu Zei de kommunika i en Wende, als kommunika i e Kom-
pe enz zum zen alen Ziel de Sp ach e mi lung wu de, in F age
ges ell wo den ( gl. Decke-Co nill/Küs e 2010:174 , Funk
2002). Le nende, de en Un e ich sich o nehmlich au die Ve -
mi lung on Sp achs uk u en konzen ie ha , haben häu ig
Schwie igkei en, in Si ua ionen, in denen Sp achhandeln e o de -
lich is , e olg eich zu agie en.
Ande e sei s besch eiben die Psycholinguis ik und Le npsy-
chologie den E we b eine F emdsp ache zumindes eilweise als
das E le nen on Fe igkei en. Fe igkei en sind Handlungen, die
un e ande em du ch Üben on Teil e igkei en e le n und au-
oma isie we den. (Bu zkamm 1993: 78). Im Be eich de G am-
ma ik bedeu e dies in e s e Linie das wiede hol e Ein ainie en
on Sa zmus e n. Um dabei abe auch die Funk ion g am-
ma ikalische S uk u en zu be ücksich igen und sich nich au
bedeu ungslose D ills zu besch änken, is es wich ig, das Üben
in einen kommunika i en Kon ex einzube en. Die oben ange-
üh en P äposi ionen ließen sich beispielsweise in olgende
Übungskons ella ion ainie en:
Die Leh pe son e klä den Le nenden, dass die G uppe ein
kollek i es Bild zeichnen wi d. Dabei sollen die Le nenden die
Bildinhal e besch eiben, die Leh pe son zeichne die besch iebe-
nen Bildelemen e an die Ta el. Le ne A beginn beispielsweise
mi dem Sa z: Au dem Bild is ein Baum. Nachdem die Leh pe -
son den Baum gezeichne ha , gib de zwei e Le ne das zwei e
Bildelemen o : Un e dem Baum si z eine Ka ze. Au diese A
und Weise wächs das Bild und üll schließlich die Ta el. In ein-
e zwei en Runde o de die Leh pe son die Le nenden au , das
Bild wiede e schwinden zu lassen, indem sie Sä ze mi dem
Nega i a ikel kein bilden sollen, z.B:Un e dem Baum si z kein
Hund. Die Leh pe son lösch die en sp echende Zeichnung an
de Ta el. Nachdem alle Bildelemen e au diese Weise gelösch
wu den, sollen die Teilnehme so iele Sä ze au sch eiben, wie
sie sich geme k haben.
Kommunika i e D ills diese A e möglichen es den Le nen-
den eine S uk u in ensi zu üben, sich dabei abe auch im Sinne
eines handlungso ien ie en Un e ich s an au hen ischen Kom-
munika ionsp ozessen im Klassenzimme zu be eiligen. Ma io
Rin oluc i ha diese Fo m de Übungen humanis ic exe cises
genann und weis au das Po en ial diese Übungen hin, Sp ache
als Mi el zu Kommunika ion zu e leben und nich als ein ab-
s ak es Sys em on Wö e n und Regeln. (Rin oluc i 1999)
In unse em Beispiel ha Daniel die Suche nach ich igen A -
ikelwö e n au de Basis on Genus-, Kasus- und Nume us-
egeln mi dem Ma hema ikun e ich e glichen. Da e sich auch
im Ma hema ikun e ich schwe u , üh e seine P obleme au
mangelnde Begabung zu ück. De ame ikanische In elligenz o sch-
e Howa d Ga dne ha F agen nach den menschlichen Begabun-
gen und Fähigkei en mi dem Beg i de In elligenz e knüp
(Ga dne 2002). Ausgehend on eine K i ik am adi ionellen
In elligenzbeg i , de sich ausschließlich an leich messba en men-
schlichen Fe igkei en o ien ie , plädie e ü einen iel um-
assende en In elligenzbeg i . In elligenz is ü ihn „das biopsy-
chische Po en ial zu Ve a bei ung on In o ma ionen, das in
einem kul u ellen Um eld ak i ie we den kann, um P obleme
zu lösen ode geis ige ode ma e ielle Gü e zu scha en, die in
eine Kul u hohe We schä zung genießen.“(Ga dne 2002: 45)
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
diciemb e 2011 17
Howa d Ga dne s In elligenzbeg i um ass dami auch
k ea i e, küns le ische Fähigkei en, zeig dessen Kul u abhängigkei
und weis da au hin, dass In elligenzen e s ak i ie we den
müssen, das heiß nich ein ach o handen bzw. angebo en sind.
Konsequen e weise ass Ga dne un e schiedliche Bündel on
Fähigkei en als un e schiedliche In elligenzen zusammen und o -
mulie K i e ien, die dabei hel en sollen, diese In elligenzen als
solche zu de inie en. So un e scheide Ga dne sieben In elligen-
zen, wo on (1) die sp achliche, (2) die ma hema ische und (3)
die äumliche In elligenz auch in kon en ionellen In elligenz es s
eine Rolle spielen. Die (4) musikalische und (5) kinäs he ische
(spo liche) In elligenz sind bei Au nahmep ü ungen an Spo -
ode Kuns uni e si ä en on Bedeu ung. Einzig Howa d Ga d-
ne s „pe sonale“ In elligenzen, die (6) in e pe sonale und (7) in-
ape sonale In elligenz lassen sich schwe mi Hil e isome i-
sche Ve ah en e assen. Un e in e pe sonale In elligenz e -
s eh Ga dne die Fähigkei , Inhal e zu e mi eln, zu kommu-
nizie en und Rappo zu ande en Pe sonen he zus ellen, eine Fähigkei ,
die Leh pe sonen ode in de Poli ik Tä ige in g oßem Ausmaß
au weisen soll en. Die in ape sonale In elligenz um ass die
Fähigkei , mi sich selbs ins Reine zu kommen, sich nich du ch
äuße e Ums ände bei en ode aus de Ruhe b ingen zu lassen.
Folg man Howa d Ga dne s A gumen a ion, dann ha jede
Le nende in bes imm en In elligenzen S ä ken, in ande en
Schwächen. Wenn Au gabens ellungen es möglich machen, Le -
nende übe un e schiedliche In elligenzbe eiche anzusp echen,
is zu e wa en, dass Au gabens ellungen on eine g öße en
Zahl on Le nenden als signi ikan e leb we den können. Auße -
dem können au diese Weise Schwächen in bes imm en In elli-
genzbe eichen du ch S ä ken in ande en Kompe enzen kom-
pensie we den.
Schon die im Beispiel oben besch iebene Ak i i ä ak i ie die
Fähigkei de Le nenden, Rela ionen im Raum zu e kennen und
zu behal en. Sie appellie an die äumliche In elligenz de Le -
nenden. Noch s ä ke wi d die äumliche In elligenz in de ol-
genden Ak i i ä ge o de :
Un e ich en Sie, wenn möglich, im F eien, und lassen Sie die
Le nenden in Pa ne a bei a bei en. In diese Besch eibung is
A männlich und B weiblich. E klä en Sie, dass Pe son A de Fo-
og a is und B die „Kame a“. B s eh au ech mi geschlosse-
nen Augen. A s eh hin e B, die Hände au ih e Schul e . A üh
B du ch den Raum. Wenn e ein Fo o machen möch e, b ing e
die Kame a in die ich ige Posi ion und be ä ig den „Auslöse-
knop “, indem e die Schul e seine Pa ne in d ück . B ö ne
d ei Sekunden lang ih e Augen, nimm alles au , was sie sehen
kann, und e such , sich alles genau zu me ken. A mach d ei
Fo os mi seine „Kame a“. Dann auschen Sie die Rollen, und
B e wende A als „Kame a“. Wenn die Le nenden zu ückkom-
men, bi en Sie sie, on den Bilde n, die sie als Kame a „au genom-
men“ haben, g obe Skizzen anzu e igen. Bilden Sie Sechse g up-
pen und lassen Sie die „Kame as“ den ande en so genau wie
möglich besch eiben, welche „Fo os“ sie gemach haben (Puch a/Rin-
oluc i/K enn 2008: 94).
Die eben besch iebenen Au gabens ellungen machen das
Phänomen de P äposi ionen im Deu schen nich ein ache , abe
sie bie en die Möglichkei , in einem Rahmen zu üben, de Daniel
die Funk ion de G amma ik deu lich mach und nich nu seine
ma hema isch logische In elligenz, sonde n auch ande e In elli-
genzen ansp ich . Die Beg ündung ü die Vo gangsweise läss
sich wiede um aus ele an en Bezugswissenscha en ablei en.
Wo scha z. P o o ypische Ausgangssi ua ion: Ca la muss sich au
einen Wo scha z es o be ei en. In ih em Leh we k is de Le n-
wo scha z zusammenge ass . Ca la ha zu jedem Wo die Übe -
se zung dazugesch ieben. Bei manchen Wö e n kann sie sich an
einen Dialog ode einen Tex im Ku sbuch e inne n, bei manchen
Wö e n ha sie das Ge ühl, dass sie sie au diese Wo scha z-
sei e zum e s en Mal sieh . Ca la memo ie die Wö e in ensi
und is bei dem sch i lichen Tes am nächs en Tag soga ziem-
lich gu . Da de Tes nich besonde s gu ausge allen is , wiede -
hol die Leh e in denselben Tes eine Woche spä e . Ca la, die
die Wö e nich noch einmal wiede hol ha , schneide diesmal
seh schlech ab. Sie ha as alle Wö e wiede e gessen.
Welchen S ellenwe soll e die Wo scha za bei im Un e ich
haben? Wa um is es Ca la so schwe ge allen, sich an die Wö e ,
die im Un e ich o gekommen sind, zu e inne n? Wa um ha
sie die Wö e , die sie ü den Tes gekonn ha e, wiede e gessen?
Welche me hodischen Möglichkei en, welche Au gaben o ma e
s ehen zu Ve ügung, um Wo scha z nachhal ig zu speiche n
und zu behal en? Das sind F agen, die bean wo e we den müss en,
um Le nsi ua ionen wie diese zu op imie en.
In seinem Lexical App oach ha Michael Lewis au die g oße
He aus o de ung, die die Wo scha za bei ü Leh ende und
Le nende bedeu e , hingewiesen (Lewis: 1997). Gu e Kompen-
sa ionss a egien, wie das E a en on Wö e n aus dem Kon-
ex können solide Wo scha zkenn nisse nich e se zen. Ba ia
Lau e (Lau e 1997: 24) a gumen ie , dass beispielsweise de
Einsa z on Leses a egien e s ab einem au oma isie en „Sich -
wo scha z“ on 3000 Wo amilien ode 5000 lexikalischen
Einhei en sinn oll is . De ausgewiesene Ze i ika swo scha z
ü das Ni eau B1 um ass ca. 4000 Ein äge. In 400 Un e -
ich seinhei en müss en demnach neben wich igen Wiede ho-
lungs- und Übungsphasen p o Einhei jeweils 10 neue Wö e
en sp echend p äsen ie we den.
Die Bedeu ung des Einübens, Einp ägens und Memo ie ens
on Wö e n s eh auße Zwei el. Da die zu Ve ügung s ehende
Un e ich szei o nich aus eich , um Wo scha zkenn nisse zu
Wenn Au gabens ellungen es möglich machen,
Le nende übe un e schiedliche In elligenzbe-
eiche anzusp echen, is zu e wa en, dass Au -
gabens ellungen on eine g öße en Zahl on Le -
nenden als signi ikan e leb we den können.
[]
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.
es igen, is das selbs ändige Wiede holen mi Wo scha zlis en
ode Ka eika en wich ig. Ea l S e ick weis au die Bedeu ung
on Wiede holungen in bes imm en Abs änden hin, was sei
langem auch aus eichend du ch psychologische Expe imen e
beleg is . Gleichzei ig mach e au das Phänomen au me ksam,
dass das Langzei gedäch nis in manchen Si ua ionen In o ma-
ion nu mi el is ig behäl , manchmal In o ma ion abe daue -
ha im Gedäch nis e anke bleib . E schläg deshalb die Un-
e scheidung zwischen einem ku z is igen Speiche im
Langzei gedäch nis (holding Memo y) und einem daue ha en
Speiche (pe manen Memo y) o . S e ick geh da on aus, dass
sp achliche In o ma ion dann daue ha im Langzei gedäch -
nis gespeiche wi d, wenn die Sp ache zu o in eien Si ua-
ionen e wende wu de, die ü die Le nenden signi ikan wa en.
Das Memo ie en on Vokabellis en allein wü de nu dazu üh en,
dass In o ma ion im be is e en Speiche des Langzei gedäch nisses
gespeiche wi d (S e ick 1996: 109). Es is also no wendig, im
Un e ich Au gabens ellungen einzuse zen, bei denen 1)
Wo scha z geüb , das heiß seh o gehö , gelesen, gesch ieben
und gesp ochen we den kann, 2) die Le nenden möglichs e-
ichhal ige, mnemonisch we olle Assozia ionen zu den Wö e n
bilden und 3) die Wö e in de Kommunika ion mi ande en
Le nenden e p oben können.
Das olgende Beispiel aus einem Leh we k ü den DaF-Un-
e ich ü Jugendliche deu e an, wie diese Fo de ungen im
Un e ich umgese z we den können: In einem e s en Sch i
(C1 a) sollen die Le nenden Wö e aus einem o gegebenen
Wo eld spekula i da au hin beu eilen, ob sie ih em Pa ne
ode ih e Pa ne in bekann sind. In de da au anschließen-
den Pa ne a bei e gib sich ein Gesp äch übe diese Einschä zun-
gen, abe auch übe die Bedeu ung de Wö e . In einem zwei -
en Sch i we den die neuen Wö e p äsen ie (C1 b und c).
Danach sollen die Wö e in Einzela bei ka ego isie we -
den (C1d). In de abschließenden Ak i i ä wi d die Bedeu ung
de Wö e mi Münzen da ges ell , de Pa ne ode die Pa -
ne in muss e a en, welches Wo gemein is , muss also die Be-
deu ung de Wö e ak i ie en und sie mi dem Bild de Münzen
assoziie en (C2). Das Ziel de Au gabe is es, die Le nenden zu
mo i ie en, sich mi den neuen Wö e n wiede hol auseinan-
de zuse zen und dabei möglichs iele, eilweise subjek i e As-
sozia ionen zu bilden. Wenn die Wö e eine ode zwei Wochen
spä e mi Hil e de Wo lis e wiede hol we den, is zu ho en,
dass im episodischen Gedäch nis E inne ungsspu en en hal en
sind, die den A bei sau wand beim Memo ie en eduzie en.
Ein übe geo dne es Konzep : Humanis ische F emdsp achenun e ich
Die oben besch iebenen Un e ich sbeispiele soll en zeigen, wie
einzelne Au gabens ellungen mi Hil e un e schiedliche Konzep e
aus den Bezugswissenscha en de Didak ik op imie we den
können, mi dem Ziel, das E le nen on F emdsp achen e -
izien e zu machen. Dabei wu de on ganz konk e en p o o-
ypischen Le nsi ua ionen und -p oblemen ausgegangen. Bei
de Implemen ie ung de Au gabens ellungen muss die indi-
iduelle Si ua ion de einzelnen Le nenden im Mi elpunk s e-
hen. Die Au gabens ellungen müssen an diese Si ua ion angepass
we den, dami ih olles Po enzial ausgeschöp we den kann.
In allen d ei Un e ich ssi ua ionen wi d, dem Konzep eines
sozialkons uk i is ischen Un e ich s olgend, da on ausgegan-
gen, dass Le nen ein indi iduelle , subjek i e P ozess is , de
sich in einem sozialen Rahmen in de Auseinande se zung mi
eine Au gabens ellung, de Le numgebung, de G uppe und
de Leh pe son mani es ie .
Theo e ische G undlagen und Un e s ü zung ü den in den
oben ange üh en Beispielen skizzie en Ansa z inde man auch
in den Konzep en eines sogenann en „humanis ischen“ F emd-
sp achenun e ich s. Humanis ische Ansä ze be onen die Be-
deu ung de „inne en Wel “ des Le ne s und de inie en die
Gedanken, Ge ühle und Emo ionen des Indi iduums als zen-
ale Elemen e, die bei eine um assenden Analyse des Le n-
p ozesses unbeding be ücksich ig we den müssen. Wich ige
Bei äge s ammen on E ik E ikson (E ikson 1998, 1999), Ca l
Roge s (Roge s 1988) ode Ea l S e ick. Nach S e ick gil es
o allem, de En emdung des Le ne s en gegenzuwi ken, de
En emdung gegenübe dem Un e ich sma e ial, de Klasse,
dem Leh e und schließlich sich selbs . Williams und Bu den
assen die P inzipien eines humanis ischen Ansa zes in den ol-
genden Punk en zusammen, die sie als Impe a i e ü die Leh e
o mulie en:
• scha e ein Ge ühl des Dazugehö ens (c ea e a sense o be-
longing)
• mache den Inhal ü deine Le ne ele an (make he sub-
jec ele an o he lea ne )
• beziehe die ganze Pe sönlichkei des Le ne s ein (in ol e he
whole pe son)
• e mu ige die Le ne , sich selbs kennenzule nen (encou age
a knowledge o sel )
• en wickle eigene Iden i ä (de elop pe sonal iden y)
• e mu ige Selbs bewuss ein (encou age sel -es eem)
• beziehe Ge ühle und Emo ionen in den Un e ich ein (in-
ol e he eelings and emo ions)
• minimie e K i ik (minimise c i icism)
• ö de e K ea i i ä (encou age c ea i i y)
• en wickle Ve s ändnis ü Le np ozesse (de elop a knowl-
edge o he p ocess o lea ning)
• ö de e selbs bes imm es Le nen (encou age sel -ini ia ion)
18 Magazin 20
Themenschwe punk Tema monog á ico
Nach S e ick gil es o allem, de En emdung
des Le ne s en gegenzuwi ken, de En emdung
gegenübe dem Un e ich sma e ial, de Klasse,
dem Leh e und schließlich sich selbs .
[]
K enn, Wil ied, “Nich alles Gu e kom on oben. Von Top-Down und Bo om-Up-Konzep en
in de F emdsp achendidak ik”. Magazin, n. 20, diciemb e, 2011, pp 10-19.