Männer von heute - zur kulturphysiognomik von romantik, moderne und postmoderne
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Männer von heute - Zur Kulturphysiognomik von Romantik, Moderne und Postmoderne BOAG - Bochumer Arbeitsgruppe für Sozialen Konstruktivismus und Wirklichkeitsprüfung, Universität Bochum 0 Einführung Das glorreiche Zeitalter der Moderne scheint dem Ende entgegenzugehen1. Es kriselt an allen Ecken, die großen Entwürfe stürzen ein, und selbst der Fortschritt ist nicht mehr so vielversprechend, wie er einmal war. So macht es Sinn, von der Zeit nach der Moderne zu sprechen, von der Postmoderne, und noch mehr Sinn macht es, diese Zeit, die Jetzt-Zeit, näher zu untersuchen. Dabei ist das Wort „Postmoderne“ ohne Zweifel schillernd, changierend, ja umstritten; keiner weiß, was es genau bedeutet, aber viele wissen, was gemeint ist. In den 50er bis 60er Jahren wurde mit diesem Wort zuerst in den Bereichen von Architektur, Literatur, Literaturkritik und Soziologie gearbeitet. In den 70er Jahren haben dann hauptsächlich französische Philosophen wie Baudrillard, Derrida, Foucault, Lacan und Lyotard auf postmoderne Entwicklungen hingewiesen und diese diskuriert. Gegen Ende der 80er Jahre ist das Thema Postmoderne in den Aufmerksamkeitsbereich vieler Disziplinen und Menschen geraten, und die Auswirkungen der postmodernen kulturellen Entwicklungen werden immer deutlicher. Wir verstehen uns als soziale KonstruktivistInnen: Wir denken, daß soziale Wirklichkeit, unser Selbst, die „Anderen“, ja, die Welt schlechthin in Interaktionen, im Diskurs hergestellt werden. Institutionen des sozialen Lebens (Medien, Erziehung, kommunale Sinnsysteme) tragen zur spezifischen Konstruktion des sozialen Selbst und der jeweiligen Weltsicht bei. „Populationen leben den Stil der Zitate derer sie mächtig sind“, sagt Oswald Wiener. Individuen können also nur das denken, was ihnen in sozialen Diskursen zur Selbstinterpretation oder zur Interpretation der Welt angeboten wurde. Bei der Verwendung der Begriffe „Romantik“, „Moderne“ und „Postmoderne“ geht es uns nicht um eine kulturhistorisch exakte Verortung bestimmter Ideen und Gesten. Unser Interesse ist es vielmehr, mit diesen zugegebenermaßen groben und unscharfen Typisierungen bestimmte Grundgedanken, Menschenbilder, Rundorientierungen, Mythen
und soziokulturelle Erscheinungen und Entwicklungen zu bündeln, die unserer Ansicht nach mit diesen Überschriften recht gut zusammengefaßt werden können. Es geht uns dabei also um das Einfangen der Semiotik dieser kulturellen Richtungen auf verschiedenen Ebenen: Sprache, Architektur, Film, Mode, Musik, Konsum. Zur Chronologie: Romantische Grundgedanken entstanden etwa zu Beginn des vorvorigen Jahrhunderts (sagen wir mal ab 1800) und kollidierten damals mit den Prinzipien des Zeitalters der Klassik. Gegen Mitte bis Ende desselben Jahrhunderts (sagen wir mal ab 1860) entwickelten sich Grundgedanken der Moderne, die im Zuge der zunehmenden Industrialisierung und Kapitalisierung allen Geschehens entstanden. Und gegen Ende des letzten Jahrhunderts (sagen wir mal ab 1970) beobachten wir die zunehmende Verdrängung moderner Ideen durch postmoderne Lebensstile, wozu unserer Ansicht nach die explosionsartige Entwicklung von Kommunikationstechnologien wesentlich beigetragen hat (vgl. dazu Gergen, 1991). In diesem Papier betrachten wir diese Kulturblöcke aus unserer heutigen Sicht. Uns interessiert, wie romantische, moderne und postmoderne Mythen, zum Teil nebeneinander stehend oder gleichzeitig, heute kommunale Diskurse bestimmen. Uns ist es also sehr wichtig zu zeigen, was diese Kulturperioden mit uns und unserem Leben heute zu tun haben, wie wir in den verschiedensten Situationen und Kontexten von Alltag und Wissenschaft auf verschiedenste Spezifika dieser Epochen rekurrieren und wie pervasiv unsere privaten Lebensäußerungen von ihnen geprägt sind. Uns scheint es kaum möglich zu sein, uns außerhalb dieser drei Kulturepochen zu bewegen. Wir meinen das wirklich so: Fast jeder sozialen und personalen Bewegungsaufforderung wird, je nach sozialem Kontext, Alter und Zugehörigkeit zu kommunalen Systemen, innerhalb der Schematas einer oder mehrerer der drei Epochen nachgekommen. Ein Beispiel? Ein Beziehungsdiskurs könnte so lauten: A: „Du hast mich mit Deinem rücksichtslosen Verhalten in meinem Inneren tief verletzt!“ B: (romantisch) „Oh, das tut mir leid, verzeih, das habe ich nicht geahnt, ich bin sehr traurig über mich!“ B: (modern) „Nun laß uns das Ganze doch mal logisch sehen, was habe ich denn tatsächlich und faktisch gemacht? Nun?“ B: (postmodern) „Ey, Mann, ey, willst Du mir’n Gespräch aufzwingen oder was? Echt, das turnt mich total ab!“
Wir wollen, an der Tradition des skeptischen Denkens festhaltend, Ethik und Ästhetik zurück in die Psychologie bringen. Dabei mag es der geneigten Leserschaft oft erscheinen, als würden wir eher rückwärtsgewandt Romantik und Moderne tendenziell idealisieren. Das mag schon mal so klingen, scheint es doch so zu sein, als würden Menschen in Übergangszeiten in aller Regel dazu neigen, ihren aktuell existierenden und sich seinem historischen Ende nähernden Kulturentwurf zu idealisieren und den kommenden zu problematisieren oder gar als Untergang des Abendlandes zu skizzieren. Wir erinnern hier gerne an den Übergang von der Klassik zur Romantik, der selbst vom Praeceptor Germaniae (damit meinen wir natürlich Johann Wolfgang von Goethe) in einem Gespräch mit Eckermann am Donnerstag, dem 2. April 1829 so empfunden wurde: „Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke. […] Das meiste Neuere ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht klassisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist.“ Wir beschäftigen uns mit unserer Kultur unter den Überschriften Romantik, Moderne und Postmoderne, weil uns manches am Alltagsleben nicht besonders gut gefällt. Wir hoffen, daß unsere Akzentuierungen den geneigten LeserInnen (und auch uns) die Möglichkeit eröffnen, sich durch einen klaren Blick auf kulturell definierte Skripte von diesen distanzieren und neue Konstruktionen entwickeln zu können. Wir denken, daß wir insbesondere die vor uns liegende Postmoderne – wenn sie denn unausweichlich ist – transzendieren und so instrumentalisieren sollten, daß dabei etwas Gutes herauskommt. Romantik, Moderne und Postmoderne im Überblick Die romantische Perspektive Folgende Schlüsselwörter erscheinen uns charakteristisch: Liebe, Seele, Mythos, Mystik, Pathos, Emphase, Hingabe, Sinnlichkeit, Ausdruck, Schöpfung, tiefstes Inneres, Moral, Gefühl, Empathie, Natur, Religion, Symbol, Ganzheit, höchstes Glück und vollkommenste Trauer (d. h. Intensitätsorientierung), Ornament. Dazu kommt sehr oft die Verpflichtung auf einen Inhalt, eine Botschaft oder eine Lebensaufgabe, die unerschütterlich und qualitativ höchstwertig zu erfüllen ist. Welche Fragen dürfen in der Romantik gestellt werden? Vermutlich keine Fragen, die mit einem wozu, weshalb oder was beginnen; das wäre zu analytisch und zu zweckorientiert. In
der Romantik wird eben nicht permanent reflektiert, sondern das reiche innere Leben wird da überdauernd und intensiv geäußert. Intuition, das Schauen des Wesentlichen, ist zentral. Auch darf der Ausdruck inneren Erlebens nicht mit mangelhaften prosaischen Formen „zerstört“ werden, sondern er muß durch die künstlerische Form des Ausdrucks vor der kalten Analyse geschützt werden: „Poesie ist die Muttersprache der Menschen.“ Vielleicht können wir die ethische Grundregel der Romantik so ausdrücken: Alles was wir tun und sagen, muß sich dem Wesen der Dinge, denen wir uns zuwenden, annähern, muß der „Heiligkeit“ des spezifischen Dingwesens entsprechen! So ist es ganz folgerichtig, sich der Liebe wegen ganz von der Welt abzuwenden, da nur dies der Besonderheit des geliebten Wesens entspricht. Das Leben in der Romantik erscheint uns eher von außen geordnet. Es gibt eine bürgerliche Moral, die gleichsam jede Lebensäußerung, jede Gestenablieferung in allen möglichen Kontexten vorschreibt. Dennoch geht vieles im romantischen Leben schief, da die tief empfundenen, intensiven Gefühle, die ergreifenden und alles verrückenden Erfahrungen von Natur und Gottheit die RomantikerInnen oft überwältigen. In seiner Not bricht dann der romantische Mensch mit der bürgerlichen Moral, wodurch er oft genug (vor allem in einschlägigen Romanen) am Ende nur noch den stilvollen und durchaus ethischen Freitod wählen kann. Die Begriffe und Mythen der Romantik haben ganz konkrete Auswirkungen: Es ergeben sich intensiv einander zuwendende Beziehungen, das Suchen nach einem Lebensziel und - sinn, welchem man/frau sich dann völlig verschreibt, die Anerkennung innerer Werte im anderen, sowieVertrauen in moralische Einsichten und moralisch geleitete Führerschaften und Herrschaften. Es gibt eben geborene geniale „Führer“, die Charisma haben und tiefste Einsichten, was für ein Volk genau das richtige ist. Wir fürchten, daß die Verehrung von „Führern“ und Potentaten eine romantische Spielart, der Faschismus hingegen eine moderne Veranstaltung ist. Die moderne und die postmoderne Perspektive in direktem Kontrast Wir sind so begeistert (oder entsetzt) von der Geschwindigkeit, mit der derzeit postmoderne Kulturskripte emergieren und die Moderne verdrängen, daß wir unseren LeserInnen die Möglichkeit geben wollen, an diesem atemberaubenden Änderungsgeschehen dadurch
teilzuhaben, daß wir die Aspekte moderner und postmoderner Kultur nicht nacheinander, sondern nebeneinander und direkt kontrastierend darstellen. Für die Moderne erscheinen uns folgende Schlüsselwörter charakteristisch: Vernunft, Information, Kognition, Daten, Fakten, Tatsachen, Aufklärung, Wahrheit durch Methode, Wissen, Wissenschaft, Analyse, Taxonomie, Klassifikation, Beobachtung, Fortschritt, Wachstum, Leistung, Produktivität, Sicherheit, Optimismus, Zuverlässigkeit, Garantie, Ding an sich, Maschinen-Metapher, Funktion, Atomismus, Zerlegen in kleinste Teilchen, Inventar, Statistik, akkumulativer Fragmentarismus, Suche nach den Elementen, Qualitätsorientierung, Askese. Warum Askese? Die Form folgt der Funktion, alles andere ist überflüssige Ornamentalistik! Auf der ethischen Seite hätte das Askese-Argument der Moderne die Form, daß man etwas besonderes für die Menschheit tut, sich gar aufopfert in Selbstversuchen mit gefährlichen Bakterien zum Beispiel. Dabei ist die organisierende Idee eine strikt utilitaristische: Ich opfere mich, da es der Menschheit nutzt. Folgende Schlüsselwörter erscheinen uns für die Postmoderne charakteristisch: Unmittelbarkeit, Intensität, Beschleunigung, Spaß und Erlebnis, Konsum, Kommunikation (!), Vernetzung, Zubehör als Zeichen, Accessoires als Ästhetik, „Anything goes“, Solipsismus, Pluralismus, Multiphrenie, Dezentralisierung, Aufgabe „höherer“ Sinnstrukturen, Ablösung und Lächerlichmachung aller Sinnfragen und Ernsthaftigkeiten, permanenter erlebnisorientierter Karneval und Kostümball, Virtualität (Möglichkeiten statt Wirklichkeiten, aber auch Simulationen oder Vortäuschungen statt „echter“ Wirklichkeit), Hyperrealität. In der finalen Medienwelt bricht der Kontrast, der Unterschied zwischen fact und fiction, zwischen Realität und Fantasie zusammen und wird ersetzt durch eine Hyperrealität, eine Welt von selbst-referentiellen Zeichen, die nur und immer wieder auf sich selbst oder auf andere Zeichen verweisen. Wir denken, das Motto der Postmoderne ist: Es geht um nichts! Alles „Höhere“ wie Anspruch, Moral, Sinn, Normen, Grenzen, Werte (z. B. Solidarität), Botschaften, politische Ziele, menschliche Ziele, Berücksichtigung von späteren Folgen etc. interessiert nicht mehr. Statt dessen geht es um die in jeglichem Sinne vorteilhafte Inszenierung der eigenen Person im akuten Hier und Jetzt. Darüberhinaus hat sich die Postmoderne mit dem finalen Kapitalismus und dessen Auswirkungen bis in alle Lebensbereiche hinein abgefunden. Oder anders: Die Postmoderne ist wirklich gewordener, intensiv gelebter Final-
Kapitalismus, der allerdings als solcher weder diskuriert noch überhaupt bewußt erlebt wird. Botschaften, Entwürfe, Ideale Wir sehen die Moderne als die Zeit der großen Entwürfe, kämpferischen Utopien, dogmatischen Erklärungen, radikalen Manifeste und weltverbessernden Ideologien, die sich wechselseitig ausschließen. Dichotomien und Gegensätze werden strapaziert: Entweder – oder, rechts – links, objektiv – subjektiv, rational – irrational, Freund – Feind, Kapitalismus – Sozialismus, Patriarchat – Matriarchat, Realismus – Konstruktivismus, Psychoanalyse – Verhaltenstherapie etc. Und jeder Mensch muß sich für einen Entwurf, für nur eine Gesinnung entscheiden! In der Moderne gibt es auch wichtige Ideale: Z. B. die Idee der Emanzipation, der Weiterentwicklung des eigenen Selbst und der Menschheit. In der Moderne steckt in allem Tun ein aus der Romantik herüber geretteter großer, ja fast tragischer Ernst: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ In der Postmoderne haben die großen Entwürfe, die Traditionen und Religionen abgedankt. Es gibt eine Akzeptanz von Entwurfmischungen und Entwurfübergängen, Zusammenhänge und gemeinsame Zugänge werden herausgestellt, Eklektizismus, Kompromisse, aber auch Unsicherheiten herrschen vor . In der Postmoderne wird auf emanzipatorische und andere Ideale verzichtet. Die ehemaligen Ideale und Ideen werden zu Ästhetizismen, zu Geschmacksfragen, zu einer Art Life-style, ja zu einer Art Ware, die sich kaufen läßt. In der Postmoderne steckt in allem Tun etwas leichtes, vorläufiges, spielerisches, ironisch-parodistisches, exzentrisches, nicht-lineares, mäanderndes. _ Sozialität und Solidarität In der Moderne gibt es feste und große Institutionen für die Menschen (Gewerkschaften, Genossenschaften, Parteien, Sterbekassen, Schützen-, Sport- und Taubenzüchtervereine etc.) und feste, wichtige und solidarische, auf Gegenseitigkeit beruhende soziale Beziehungen zwischen den Menschen (Familie, ArbeitskollegInnen,Vereinsmitglieder, SportkameradInnen etc.). Bei diesen sozialen Beziehungen geht es eher um eine Qualitätsorientierung, weniger um eine Intensitätsorientierung. In der Moderne kann man/frau sich auf die Qualität der Sozialbeziehungen, auf die einem nahestehenden
Personen also verlassen: “You’ll never walk alone!” (Das Vereinslied des FC Liverpool). Negativ anzumerken ist, daß aus diesen verbindlichen Sozialbeziehungen heraus ein beachtlicher normativer Druck entstehen kann. In der Postmoderne lösen sich die festen Institutionen und Beziehungen zugunsten temporärer Kontakte und Kontrakte auf! Man/frau kann sich auf niemanden mehr verlassen, man/frau ist eigentlich mmer alleine und auf sich selbst zurückverwiesen! Die Qualität sozialer Beziehungen steht nicht mehr im Vordergrund, sondern die schon in der Romantik gepflegte Intensitätsorientierung. Nur ist es in der Postmoderne eine Intensitätsorientierung ohne Sozialbindung. Soziale Aktivitäten basieren nicht mehr auf intrinsischen Dimensionen, sondern ergeben sich aus der aktuellen Performance, und das kann eben so oder so laufen, das weiß man/frau vorher nicht. Das heißt auch, daß es eine Krise im intimen Bereich gibt: Wenn es kein Commitment, wenn es keine Believer mehr gibt, kann man/frau sich auf niemanden mehr verlassen, ehemals wichtige Bestandteile von sozialen Beziehungen lösen sich auf. Daraus und aus der postmodernen Erlebnisorientierung folgen noch weitere Konsequenzen: In der Beziehung zu anderen Menschen ist nichts voraussagbar, es kann jederzeit alles passieren, allerdings gibt es noch Spielregeln! Vermutlich hat man/frau in der Postmoderne niemanden mehr ganz für sich alleine, es gibt wohl eher fraktionale Beziehungen, man/frau hat prozentuale Anteile an anderen Personen. Es gibt allerdings in der Postmoderne auch noch ernste Spiele: Da die Realität wirklich _ da ist und gelegentlich wirkliche Eingriffe erfordert, gibt es gelegentlich ernsthafte Sozial-Passagen. Einheit und Vielfalt In der Moderne herrscht die Betonung des Allgemeinen, Globalen, Abstrakten. Dies führt zu Monismus und Zentralismus. Passend dazu gibt es Unifikationsversuche und Einheitsbestrebungen, d. h. ein Prinzip oder ein Paradigma wird auf alles Denkbare angewandt. In der Postmoderne finden wir die Betonung des Besonderen, Lokalen, Regionalen, Konkreten. Dies führt zu Pluralismus, Synkretismus und Dezentralismus. Es gibt Diversifizierungsstrategien und eine Bevorzugung der Vielfalt von Lebensformen, worüber natürlich das Kapital begeistert ist.
3. Männer von heute: Eine kulturphysiognomische Anwendung Wir denken, daß die meisten Männer von heute Skripte aus allen drei Epochen zeigen können, und daß das männliche Verhaltensrepertoire insgesamt betrachtet somit fast immer eine spezifische Mischform darstellt. Richten wir jedoch unser Augenmerk fort vom „Mann an sich“ und hin auf spezifische lokale Situationen und Kontexte, dann, so vermuten wir, zeigt sich, daß Männer von heute je nach Diskursthema und Kontext auf die verschiedenen Kulturepochen verschieden stark zurückgreifen können: In Diskursen von Liebe und Beziehung könnten sie so eher Skripte der Romantik zeigen, beim Musikkonsum vielleicht eher Tonaggregationen der Moderne bevorzugen und beim schnöden Durchsetzen in Politik und Beruf Skripte der Postmoderne einsetzen. Während es derzeit relativ leicht ist, für die verschiedensten Lebensbereiche wie Arbeit, Beziehung, „Freizeit“ etc. eine Vielzahl von kommunalen Subsystemen aufzusuchen, die von modernen oder postmodernen Grundgedanken dominiert sind, ist es unserer Ansicht nach im heutigen finalen Kapitalismus weit schwieriger, von einem durch romantische Diskurse beherrschten Bereich zum nächsten zu wandern. Eine Ausnahme könnten hier Systeme von AussteigerInnen bilden. Es fällt uns somit relativ leicht, den modernen und postmodernen Mann als Subtyp zu beschreiben, während wir bei der Skizzierung des romantischen Mannes unsere Schwierigkeiten haben. Vielleicht gibt es heute auch den romantischen Mann nicht mehr so häufig, sondern bestenfalls romantisch definierte Skripte und Haltungen in bestimmten Situationen und Lebensbereichen. 3.1 Der romantische Mann Der romantische Mann ist zunächst Humanist, er glaubt an das Gute im Menschen, und er begeistert sich für alles Gute und Schöne, für Ästhetisches und Kulturelles, für Literatur, Theater, Kunst und Musik. Der romantische Mann ist nicht so naiv zu glauben, daß die Welt nun seinen Anforderungen, Erwartungen und Wünschen entsprechend im richtigen Trott sei. Nein, er leidet darunter, daß es so wenig Schönheit und Liebe und so viel Häßlichkeit und Leid unter den Menschen gibt. Eigentlich dauern ihn alle Menschen, da sie in seinen Augen in der Welt nicht zurechtkommen, und er fühlt sich ein wenig schuldig daran. Es dürfte im Beginn der Postmoderne nur noch wenige romantische Männer geben.
Das Problem mit dem romantischen Mann ist, daß seine romantische, edle, moralische Haltung gele gentlich nur eine Spielart der Selbststilisierung sein kann und ipsistisch und wenig relational wirkt. Auch das Objekt seiner Begierde und Verehrung scheint oft austauschbar, d. h. postmodern ausgedrückt, der romantische Mann veranstaltet seinen Gefühlsrummel mitunter ausschließlich für sich. Ziele Romantische Ziele sind schicksalshaft vorgegeben, von Gott oder der persönlichen Bestimmung auf Erden. So träumt der romantische Mann von einer bestimmten Aufgabe, die er in seinem Leben zu erfüllen hat. Dabei will er jedoch keine materialistischen Großtaten erbringen (Erfindungen, Preise), sondern nur die Welt ein wenig besser machen. Das übergroße Lebensziel des romantischen Mannes besteht darin, das eigene Ich zu finden, zu entwickeln, in Richtung einer genialischen Universalität zu vervollkommnen und immer wieder auf die Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens zu gehen. Aber auch außerhalb der eigenen Person gibt es hohe und hehre Ziele. Da gibt es das Vaterland, dem gegenüber Aufgaben zu leisten und Pflichten zu erfüllen sind, und die persönliche Ehre, die niemals in Frage gestellt oder beschmutzt werden darf. Und schließlich gibt es noch das übergroße Ziel der wahren Liehe, der zu dienen ist und die unter allen Umständen hochzuhalten ist. Beziehung, Liebe, Sex Hat der romantische Mann eine Liebesbeziehung, kann er stundenlang still adorierend vor seinem geliebtenWesen sitzen, um ab und zu seufzend oder fiepend wie ein Dackel oder Cocker-Spaniel sein Einverständnis mit seiner Liebe und der ganzenWelt auszudrücken. Er läßt sich von kleinen, scheinbar belanglosen Details des Körpers (z. B. der Knie), einzelnen Gesten oder einzelnen Verhaltensweisen, wie etwa ihrem/seinem Klavierspiel (andantino semplice et dolcissimo) bezaubern, ja hinreißen. Genausogut kann er aber auch oft, eifrig und unter allen Umständen nach Möglichkeiten suchen, unter der Beziehung vehement leiden zu können. Selbst fünfzigfache Versicherungen und Beteuerungen von Liebe und Treue reichen ihm nicht. Denn, wie sagt es Novalis: „Man ist allein mit allem was man liebt.“ 7 So ist es.
sich selbst und die erfolgreiche Inszenierung seiner selbst verantwortlich. Der postmoderne Mann steht vor der täglich zu erfüllenden Aufgabe, zeigen zu müssen, daß er ein Individuum ist, dem die Welt nicht nur nichts anhaben, sondern dem sie auch den Spaß nicht verderben kann. Dadurch wirkt der postmoderne Mann nicht nur leicht angestrengt, sondern auch völlig unpolitisch, ja völlig desinteressiert an allen Fragen moralischer, ethischer, politischer oder allgemein wichtiger Natur. Er haßt Botschaften aller Art, weil die prinzipiell in der Lage sind, seine Laune zu verderben. Es geht um nichts mehr, das macht er sich und anderen täglich klar und liest es darüberhinaus in den einschlägigen Zeitgeist-Magazinen. Und die Konsequenz ist sein überaus beeindruckendes und so völlig selbstverständlich aussehendes „In-der-Welt-sein“, sein wirklich überzeugend gespieltes „Sosein“, seine absolute und siegessichere Überlegenheit in allen Lebens- und Weltlagen. Obwohl er sich aus allen kulturellen Kisten denkbare Texte oder Lebensformen herausgreift, ist sein Themenspektrum erschreckend eingeengt, seine Aufmerksamkeitsspanne extrem kurz, und er zeigt, aufgrund tiefgreifender innerer Leere, wenig Gesten, kaum Mimik im unrasierten Gesicht (außer Grinsen). Er will Spaß haben. Er ist auf einem permanenten Kostümball und überaus erfolgreich. Der postmoderne Mann scheint Ruhe, Gleichklang oder Eutonie nicht nur als langweiligen Stillstand, sondern sogar als persönliche Bedrohung zu erleben. Wir denken, daß die Überflutung mit Inhaltssprengseln und Bruchstücken verschiedenster Lebensformen durch die postmodernen Medien und das sich daraus entwickelnde sozial gesättigte Selbst wesentlich dazu beitragen, daß postmoderne Männer jegliche Ruhe und jegliches Stillsein oder Stillstehen als bedrohlichen Stillstand erleben. Ziele Der postmoderne Mann hat keine übergeordneten Ziele, wie sie in der Romantik und Moderne zu erkennnen waren. Wenn man/frau überhaupt von Zielen bei postmodernen Männern sprechen kann, dann von Zielen innerhalb der eigenen Person, insbesondere vom „Genuß sofort“. Übergreifendes Ziel wäre hier also, auf keinen Fall irgendeinen Bedürfnisaufschub hinzunehmen oder auf irgendetwas zu warten, sondern sich auf jeden Fall den täglichen oder besser noch stündlichen Erlebniskick zu verschaffen. Ein weiteres Ziel könnte sein, sich durch fortgesetzten Konsum Identitätssprengsel zu kaufen.
Ethik Wir denken, daß das Wort Ethik in der Postmoderne bald wegfallen wird, denn der postmoderne Mann hat eine ausschließlich von innen heraus definierte Ethik, die der modernen Nützlichkeitsethik ähnelt. Die Nützlichkeit ist jedoch hier nur noch auf das eigene Ich bezogen. Was dem postmodernen Mann nutzt, ist ethisch und ethisch vertretbar. Dabei muß der Nutzen durchaus nicht in einem ökonomischen Sinne verstanden werden. Auch das Erleben von Spaß ist ausgesprochen nützlich. Oder kürzer: Nützlich ist, was zu einem „Erlebnis“ führt. Das körperlich empfundene Erlebnis selbst ist also das ethisch erwünschte und ersetzt die traditionellen Ethiken, die immer auch Relationen berücksichtigten. Mögliche und erwünschte Erlebnisse können von einer von außen kommenden Ethik kaum mehr verhindert werden. Das ethische Prinzip des postmodernen Mannes ist also: „Tu es jetzt!“ Denn alles andere ist nicht zu verantworten und einfach nur lächerlich. Und im Zweifelsfall entscheidet er sich für den größeren „Kick“. Im Unterschied zur Moderne gibt es für den postmodernen Mann zwischen materialistischer und idealistischer Orientierung keine Spannung oder gar Opposition mehr, da es in der Postmoderne ja gerade um die Aufhebung oder Transzendierung solcher klassischen Konzepte geht. In vielen Subkulturen gibt es einen offensiven, nicht hinterfragbaren Konsum und eine erstaunliche Kapitalismusverehrung. In anderen Subkulturen spielt der Konsum weniger eine Rolle, was sich aber morgen schon wieder ändern kann. Was Religionen betrifft ist in der Postmoderne alles möglich. Gerade die Ziellosigkeit und das Fehlen jeder allgemeingültigen äußeren Ethik bietet den Nährboden für die abgefahrensten quasi-religiösen Regelwerke: Spiritualismus, Satanismus, Esoterik, Mondgläubigkeit, Scientology u. a. Uns stellt sich auch die Frage, ob der postmoderne Mann überhaupt einen spezifischen (religiösen) Glauben braucht? Freizeit/Kultur In der Postmoderne gleichen sich Dienst und Freizeit an, da der postmoderne Mann immer gut drauf ist. Dabei ist der Dienst natürlich lästig, und viele Gedanken gehen in die Richtung, wie der Dienst abgekürzt werden kann, wie ihm ausgewichen werden kann, um die Zeit zu gewinnen, die dann mit Erlebnissen ausgefüllt oder zumindest vor dem TV
totgeschlagen werden kann. Wir können auch sagen, der Dienst wird in der Postmoderne immer leichter und die Freizeit wird immer stressiger. Freizeit in der Postmoderne ist so gezeichnet von Unruhe und Geschwindigkeit. Die postmoderne Welt ist das Freizeitangebot schlechthin. Denn die Welt ist ein Erlebnis. Nicht nur in der themenzentrierten Erlebnisgastronomie! Eine typisch postmoderne Freizeitgestaltung scheint uns die solipsistische Beschäftigung mit Computerspielen zu sein. Hier kann es gelegentlich auch so etwas wie Hingabe geben. Ist ein Spiel jedoch auf Anhieb nicht leicht zu lösen, kann das Interesse schnell verloren gehen.Weit verbreitet ist auch die Fixierung der Freizeit auf die Entwicklung des eigenen Körpers. Körperstudios sind beim postmodernen Mann voll angesagt. Die wichtigste Freizeitbeschäftigung des postmodernen Mannes scheint uns jedoch die Beschaftigung mit dem TV zu sein. Der TV-Konsum wird maßlos, das Medium TV ist in der Postmoderne längst zur Botschaft geworden. Die Sehgewohnheiten haben sich im Zeitalter des Zapping völlig verändert, nichts wird von Anfang an und nichts wird bis zu Ende geguckt. Der postmoderne Mann guckt nicht irgendeinen Film oder eine Sendung, sondern er guckt TV. Bedeutung der Berufstätigkeit Die Berufstätigkeit des postmodernen Mannes ist zunächst einmal prinzipiell am Markt orientiert. Beruf ist somit keine innere Berufung mehr. Man macht das, was gebraucht wird, das macht man dann aber auch ohne jegliche Skrupel. Der eigene Beruf ist nicht mehr langfristig angelegt, ja oft hat der postmoderne Mann mehr als einen Beruf, hat multiple Arbeitsverhältnisse. Es gibt in der Postmoderne auch viel mehr Brüche, Veränderungen, Verschiebungen und Neudefinitionen von beruflicher Tätigkeit, als man/frau das sich in der Moderne überhaupt vorstellen konnte. So paßt der postmoderne Mann ganz hervorragend in die Nischen, die vom Kapital noch angeboten werden. Sehr oft versucht er auch, selbst Marktnischen aufzuspüren und zu besetzen (Funkkurier, Pizzaservice, Computershop etc.). Prinzipiell ist die Berufstätigkeit um das Finanzielle herum aufgebaut.Wenn es irgendwo mehr Geld zu verdienen gibt, wird das gewählt. Stillstand ist Tod. Der postmoderne Mann sieht kaum mehr Verknüpfungen zwischen einer Ausbildung und einem Beruf. Da jeder postmoderne Mann ein Gesamtkunstwerk ist, kann er praktisch jeden Beruf sofort ausüben, ohne ihn erlernen zu müssen. Natürlich gibt es gelegentlich auch
etwas, was zu lernen wäre. Dies sind aber eher Ad-hoc-Fertigkeiten, Anhäufungen praxologischer Details, schnell zu erwerbende Skills. Die Berufstätigkeit des postmodernen Mannes findet für diesen nicht in einem gesellschaftlichen Rahmen statt. Er selbst ist sein eigener Unternehmer und verkauft sich selbst, so gut er es eben kann. Dadurch wird es für das Kapital problemlos möglich, Jobs anzubieten, für die man unterbezahlt wird und für die es keine sozialrechtlichen Absicherungen (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung etc.) gibt. Natürlich akzeptieren postmoderne Einzelkämpfer auch keine gewerkschaftliche Orientierung oder Einmischung, dieser Solidaritätsschmus geht ihnen aber voll auf den Zeiger. Individuelle Flexibilität und die Bereitschaft sich anzupassen und durchzumogeln sind unabdingbar. Passend zur wachsenden Destabilisierung der spätkapitalistischen ökonomischen Situation führt dies alles zu einer Auflösung ehemals relativ fester und kooperativ geprägter Sozialstrukturen, die mit den einzelnen Berufsbildern einmal verbunden waren. Ein postmoderner Arzt verdient viel Geld mit der Verwaltung seines Patientengutes. Deswegen hat er auch nicht nur ein Segelboot, nein, er verleiht Segelboote, oder er handelt mit Segelbooten. Beziehung, Liebe, Sex Der postmoderne Mann hüpft von einer funktionalistischen Beziehung zur anderen, ohne lange zu verweilen. Seine Beziehungspartner(innen) haben nicht das geringste Recht, Ansprüche anzumelden oder Kritik an seiner Gottähnlichkeit zu üben. Solche Einwürfe und Szenen nerven ihn sofort völlig ab, und er muß den Raum verlassen. So gibt der postmoderne Mann auch keine Beziehungsbegründungen, Beziehungsdefinitionen ab, wozu sollte das gut sein? Der postmoderne Mann kann in seinen Liebesbeziehungen so relativ konfliktfrei leben, da es weder einen zu definierenden gemeinsamen Gegenstand gibt, über den man/frau sich streiten könnte, noch irgendein Beziehungsziel, da dieses ja, sobald es am Horizont erschiene und geäußert würde, sofort als inhaltliches Ziel erkannt und denunziert werden müßte. Allerdings ist der postmoderne Mann oft auch ganz spontan und überaus intensiv bemüht, seine Sozial- oder Liebesbeziehungen angenehm und schön zu gestalten. Kurz danach ist er jedoch vom schon überholten Schönheitsideal enttäuscht, rückt vehement davon ab und ergeht sich wieder in vielen anstrengenden Flüchtigkeiten.
Sex ist für den postmodernen Mann immer interessant und wichtig, allerdings nur Sex pur, ohne Faxen. Und sexuelle Handlungen aller Art sind grundsätzlich diskurswürdig. Wer sexuelle Handlungen erwähnt, hat garantiert die Lacher und die Neugierigen auf seiner Seite. Ein Vorteil der Postmoderne könnte sein, daß sexuelle Aberrationen nicht mehr stigmatisiert und verteufelt werden, sondern größtes Interesse erwecken. Ja, es gibt in der Postmoderne eher die Furcht, sexuell „normal“ zu sein. Die sexuelle Orientierung ist zum Life-Style geworden, sie ist überhaupt keine politische Bedrohung mehr (Auflösung der Familie, keine Kinder, unsere Renten etc.). Wer irgendetwas Ungewöhnliches über seine Sexualität (Porno-Darsteller, Gebrauch spezifischer Utensilien etc.) mitzuteilen hat, Word umgehend von den Medien eingeladen und gefeiert. In der Postmoderne gehört es zum Common Sense, daß Männer nun einmal mit einem stärkeren Sexualtrieb ausgestattet sind und daß Frauen diesem nachzukommen haben. Zugleich aber wird Sexualität in der Postmoderne auch zu einem kulturellen Erzeugnis: Komplexe und sich ständig wandelnde Sexualschablonen werden im Brustton der Überzeugung als authentische Schöpfungen öffentlich vorgestellt und nachgelebt. So ist auch die völlige Überhöhung des sexuellen Finales, des Orgasmus zu verstehen. Wir sind skeptisch, ob diese Versprechen gehalten werden: Wer erlebt denn diese Orgasmen? Schlußbemerkung Wenn dem geneigten Leser und der geneigten Leserin nach diesem Kaleidoskop akzentuierter Männertypen der Kopf rauchen sollte, so sei er/sie beruhigt: In „Reinform“ lassen sich die von uns vorgestellten Typen wohl nur selten finden, da jeder Mann je nach Lebenslage und Kontext romantische, moderne und auch postmoderne Anteile zu einem ganz speziellen persönlichen Cocktail mixt. Wir denken, daß unsere kulturphysiognomische Perspektive dazu beitragen kann, zumindest gelegentlich etwas klarer zu sehen, wer da nun gerade spricht.
Literatur GERGEN, Kenneth J. (1991): The Saturated Self : Dilemmas of Identity in Contemporary Life. – New Cork, Basic Books KVALE, Steinar (Ed.) (1992): Psychology and Postmodernism. – London, Sage POSTMAN, Neil (1991): Das Verschwinden der Kindheit. – Frankfurt am Main, Fischer TOULMIN, Stephen (1991): Kosmopolis : Die unerkannten Aufgaben der Moderne. – Frankfurt am Main, Suhrkamp ZILBERGELD, Bernie (1983): Männliche Sexualität. – Tübingen, DGVT 1 Dieser Artikel ist eine vom Herausgerber stark gekürzte Version des Arbeitspapiers 11 , “Zur Kulturphysiognomik von Romantik, Moderne und Postmoderne” (erste Fassung Dezember 1993, 80 Seiten) des BOAG (http://boag-online.de/index2.html). Wir empfehlen den Besuch dieser Homepage.