'Wie gehen wir mit Geschichte um?‘ Zur Repräsentation von Vergangenem bei Robert Menasse und Ricardo Menéndez Salmón
Full text
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MANUEL MALDONADO-ALEMÁN
„Wie gehen wi mi Geschich e um?“
Zu Rep äsen a ion on Ve gangenem bei Robe Menasse
und Rica do Menéndez Salmón1
1. De Umgang mi Geschich e in Robe Menasses
Die Ve eibung aus de Hölle
In seine Rede zu E ö nung de F ank u e Buchmesse 1995, de en
Gas land Ös e eich wa , äuße sich Robe Menasse explizi gegen eine
eleologische Geschich sau assung, wie sie e wa Hegel e a , und wen-
de sich deu lich om op imis ischen Fo sch i sdenken de Mode ne ab:
Vielleich wa ‚Geschich e‘ de g öß e his o ische I um de
Menschhei . E s de Glaube, daß es eine Geschich e gebe, die ein
sinn olle P ozeß sei, de ein Ziel habe, das man e kennen und au
das man schließlich bewuß hina bei en könne, ha aus dem K eis-
lau simplen biologischen und sozialen Lebens on Menschen au
diesem Plane en jene Ab olge on G euel in imme neue Quali ä
gemach , die wi als ‚Geschich e‘ s udie en und gleichzei ig e -
d ängen [...]. ‚Geschich e‘ is so ode so ein seh zwei elha es
Kons uk , die Annahme, daß sie einen immanen en Sinn und ein
Ziel ha , is eine Glaube, und daß es Techniken gib , sinn oll in
sie einzug ei en, das is schon eligiöse I sinn. Alle g oßen
Menschhei s e b echen wu den und we den imme on ge-
schich sbewuß en Menschen begangen, imme mi dem Ge ühl,
‚im Au ag de Geschich e‘ zu handeln, und dieses Ge ühl mach
sk upellos. Jede ‚Leh e aus de Geschich e‘ is dü ig, und jedes
‚Geschich sziel‘ is so spekula i , daß es aben eue lich is , dami
1 Diese Bei ag is im Rahmen eines om spanischen Minis e io de Economía y Com-
pe i i idad und Fondo Eu opeo de Desa ollo Regional (FEDER) inanzie en Fo -
schungsp ojek es übe „Topog a ías del ecue do. Espacio y memo ia en la na a i a
alemana ac ual“ (FFI2015-68550-P) und eines on de Jun a de Andalucía
(Conseje ía de Economía, Inno ación, Ciencia y Empleo) inanzie en
Fo schungsp ojek es übe „En e la his o ia y la memo ia. Discu sos sob e el pasado
en la na a i a alemana ac ual“ (P12-HUM-2162) en s anden.
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den Eing i in eine lebendige Wi klichkei zu legi imie en [...].
Wenn es einen ‚Mis hau en de Geschich e‘ gib , dann is das, was
am d ingends en au diesen Mis hau en gehö , unse Beg i on
Geschich e selbs .
(Menasse 1995, 80)
Dem geschich lichen Denken de Mode ne, mi dem eine Heils- und line-
a e Fo sch i se wa ung einhe geh , de Vo s ellung also on de Ge-
schich e als einem zielge ich e en P ozess e eil Menasse in seine Rede
eine kla e Absage, obwohl e in iele Hinsich de Mode ne eu bleib .
Angesich s de zahl eichen Ka as ophen und K iege und insbesonde e
des Holocaus s des 20. Jah hunde s habe sich das Konzep de Geschich e
als Ablau und Fo sch i , das ein geschich sbewuss es Handeln nach-
d ücklich o de , als Ve hängnis e wiesen. Mi diese Geschich sau as-
sung is de Ve such e bunden, „dem Sinnlosen Sinn zu geben“ (Menasse
1995, 80). Denn ohne die Annahme eines au die Zukun und den Fo -
sch i ausge ich e en Geschich smodells
könn e sich niemand zum Ahnhe en eine Poli ik machen, die die
In e essen de Lebenden mißach e , sich abe mi i gendwelchen
Ahnen legi imie , und genausowenig könn e dann noch das Glück
eine Gene a ion geop e we den ü das angebliche Glück de
Enkel. Wi wä en deshalb nich ohne Ve gangenhei , abe sie wä e
kein ewig s i iges E be, und wi wä en auch nich ohne Zukun ,
abe sie wä e kein ewig bed ohliches Ve mäch nis.
(Menasse 1995, 80)
Ein spezi isches P oblem seine Gene a ion sieh Menasse in de besonde-
en Fo m ih e Eins ellung zu Geschich e und o allem in ih em eigen-
ümlichen Umgang mi de Ve gangenhei . „Jede Gene a ion ha ein Ge-
ne a ionsp oblem. Wi haben die Geschich e gehab , und gleichzei ig
haben wi den Au ag mi bekommen, bau die besse e Wel , abe imme
in die Geschich e blickend“ (Beilein 2008, 304). In Anlehnung an Wal e
Benjamins geschich sphilosophische Auseinande se zung mi Paul Klees
Bild Angelus No us2 be ach e Menasse seine Gene a ion als die „Ange-
2 In de These IX seine Sch i Übe den Beg i de Geschich e se z sich Wal e
Benjamin mi Paul Klees Bild Angelus No us olgende maßen auseinande : „Es gib
ein Bild on Klee, das Angelus No us heiß . Ein Engel is da au da ges ell , de
aussieh , als wä e e im Beg i , sich on e was zu en e nen, wo au e s a . Seine
Augen sind au ge issen, sein Mund s eh o en und seine Flügel sind ausgespann .
De Engel de Geschich e muß so aussehen. E ha das An li z de Ve gangenhei
zugewende . Wo eine Ke e on Begebenhei en o uns e schein , da sieh e eine
einzige Ka as ophe, die unablässig T ümme au T ümme häu und sie ihm o
die Füße schleude . E möch e wohl e weilen, die To en wecken und das Ze -
schlagene zusammen ügen. Abe ein S u m weh om Pa adiese he , de sich in
seinen Flügeln e angen ha und so s a k is , daß de Engel sie nich meh schlie-
ßen kann. Diese S u m eib ihn unau hal sam in die Zukun , de e den Rücken
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lus-No us-Gene a ion“, die ih An li z de Ve gangenhei zugewende
ha und dadu ch in ein ambi alen es, ja schizoph enes Ve häl nis zu Ge-
schich e ge a en is . Wäh end bei Benjamin in de These IX seine Sch i
Übe den Beg i de Geschich e nu de Engel au g und seine Posi ion
inmi en de Fo sch i sgeschich e die unzähligen Ka as ophen und den
T ümme hau en de Ve gangenhei wah nimm , ep äsen ie bei Menasse
eben de ückwä s in die Zukun o ange iebene Engel de Geschich e
den his o ischen I um, aus de Vo s ellung de Geschich e als Fo -
sch i sp ozess das Gegenwa sbewuss sein ausgeblende und o zugs-
weise nu au das e mein liche Geschich sziel geach e zu haben.
Wi sind doch die, die den Au ag on Kindhei an mi bekommen
haben, niemals zu e gessen, was unmi elba o unse e Gebu
wa . Also wi müssen das imme bedenken, mi schleppen. Wi
müssen imme zu ückschauen und uns das o Augen hal en, dami
das nie wiede passie en kann usw. Und wi haben den Au ag, das
Nich e zähl e zu ekons uie en und die Lügen zu en la en. Wi
haben imme den Kop umged eh bekommen im Hinblick au die
jüngs e Ve gangenhei . Und gleichzei ig wa es auch unse e Gene-
a ion, die den Au ag bekommen ha , eine besse e Zukun zu
bauen. Und in Wah hei is dami genau das passie : Es wu de eine
gesam e Gene a ion mi dem Rücken o an in die Zukun , abe
mi dem Blick o an in die Ve gangenhei , au den Weg geschick .
Das is na ü lich ein Ve hängnis, das sich o allem in dem Mo-
men d ama isch zeig , wenn man me k , dass man in jedem Au-
genblick in seine Zei genossenscha zu ku z komm .
(G oho olsky 2004, 16 .)
Dem his o ischen Fo sch i sdenken sowie dem einge o de en ge-
schich sbewuss en Handeln de Mode ne se z Menasse „ein s ä ke es
Bewuss sein ü die Belange de Zei genossenscha “ (Ca ani 2016, 370)
en gegen. Au die F age was wi ohne Geschich e wä en, gib de ös e ei-
chische Au o eine explizi e An wo : „Wi wä en Zei genossen“ (Menasse
1995, 80). Ohne Geschich e wä e dann die „Ane kennung de Unwiede -
b inglichkei jedes einzelnen Lebens […] die einzige Legi ima ion ü all
unse Handeln, das in unse e Lebenszei e eichba e Glück wä e unse
Ziel, und unse e G enze wä e es, dabei keine Wi klichkei zu p oduzie en,
die als o wi kende Möglichkei kün ige Gene a ionen bed oh “ (Mena-
sse 1995, 80). Aus diese G undübe zeugung he aus o mulie Menasse
ein unmiss e s ändliches poe ologisches G undp inzip, das ü die Au o-
en seine Gene a ion gel en soll: „Was deine Zei genossenscha pas-
sie , dies sch eib und ges al e so, dass es die Zei genossen zum e s en Mal
sehen, und gleichzei ig so, dass Spä e e, Nachkommende uns e s ehen“
keh , wäh end de T ümme hau en o ihm zum Himmel wächs . Das, was wi
den Fo sch i nennen, is diese S u m.“ (Benjamin 1974, 697 .).
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(Schü 2008, 108). De Ansp uch au eine k i ische Zei genossenscha
münde somi in ein mannig al iges Wechselspiel zwischen Zei genossen-
scha und Nachkommenscha .
In e essie sich Menasse insbesonde e ü die Zei genossenscha , so
o de e abe zugleich ein, die gegenwä igen Implika ionen de Ge-
schich e k i isch du chzudenken, d.h. sich mi de P äsenz de Ve gan-
genhei in de Gegenwa zu be assen. Es is genau diese Ansp uch, de
die E zähls uk u des Romans Die Ve eibung aus de Hölle (2001) be-
s imm . Mi seinem Roman bezweck Menasse gegenwä ige Zus ände
de a zu e anschaulichen, dass Zei genossen und auch Nachkommende
sie nach ollziehen können, und zugleich beabsich ig e , jene his o ischen
Zusammenhänge zu e deu lichen, die übe Jah hunde e hinweg wi ksam
bleiben. Die Ve eibung aus de Hölle hema isie somi aus üh lich die
Auswi kungen on Geschich e. Da abe die „Angelus-No us-Gene a ion“
aus Menasses Sich ein „biog aphisches P oblem mi de Geschich e“ ha
(Beilein 2008, 303), ha de ös e eichische Au o seinen Roman auch als
„E zählung übe unse en Umgang mi Geschich e“ angeleg (G oho-
olsky 2004, 17) und bezieh seine geschich sphilosophischen Übe legun-
gen au die his o iog a ische Re lexion seine Zei . De Tex is in diesem
Sinne „ein zei genössische Roman“ (Beilein 2008, 303), de sich die F age
s ell : „Wie gehen wi mi Geschich e um?“ (G oho olsky 2004, 17).
S uk u ell is Robe Menasses Die Ve eibung aus de Hölle ein
meh schich ige Roman, de zwei Lebensgeschich en quasi simul an da -
s ell , die zahl eiche Pa allelen au zeigen, obgleich meh als d eihunde
Jah e zwischen ihnen liegen. Es handel sich eine sei s um die eale Bio-
g a ie des Ams e dame Rabbine s Samuel Manasseh ben Is ael, de als
Manoel Dias Soei a am 5. Dezembe 1604 wäh end eines Au oda és in
Lissabon gebo en wi d und 1610 mi den El e n und de Schwes e nach
Ams e dam lüch e , da die Familie zu den sogenann en Ma anen gehö ,
zu den ‚geheimen Juden‘ (K yp o-Juden), die ih en jüdischen Glauben aus
Fu ch o de Inquisi ion e be gen müssen. Pa allel dazu wi d ande e -
sei s die ik i e Lebensgeschich e des Wiene His o ike s und Spinoza-
Fo sche s Vik o Ab a anel ausge üh , de eigen liche P o agonis des
Romans, de als Sohn eines nach England ge lohenen Juden und eine ka-
holischen Ös e eiche in am 15. Mai 1955 wäh end de Wiede he s el-
lung des unabhängigen und demok a ischen Ös e eichs gebo en wi d.
Als Sohn und Enkel on Holocaus -Übe lebenden is Vik o ein Angehö-
ige de nachgebo enen Gene a ion, de „Gene a ion o Pos memo y“
(Hi sch 2008), de die anhal enden auma ischen Auswi kungen ühe e
Zei en im ak uellen Leben de Familie zu spü en bekomm und au diese
Weise mi de Ve gangenhei seine Vo ah en kon on ie wi d. Ange-
sich s des Schweigens de El e n und G oßel e n übe ih e auma ische
Ve gangenhei im D i en Reich e such Vik o de eigenen Familienge-
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P ohaska-Biog aphie und e gänz sie mi wei e en In o ma ionen und
zahl eichen, as imme ik i en Zi a en. Dadu ch e weck Menéndez
Salmón den Eind uck, bei seinem Roman „handele es sich a sächlich um
eine wissenscha liche A bei , in de en Mi elpunk das We k des Doku-
men a ilme s s eh “ (Ka no sky 2014), wobei auch die Geschich e seine
F au Heidi, seines jüdischen Biog aphen und einzigen F eundes S elenski
und nich zule z die wich igs en his o ischen E eignisse des 20. Jah hun-
de s zu Da s ellung gelangen.
Als Fo og aph und Dokumen a ilme wi d P ohaska nach de
Mach e g ei ung Hi le s in Goebbels Reichsp opagandaminis e ium mi
dem Au ag anges ell , die G äuel a en de Nazis zu dokumen ie en, o
allem im li auischen Kaunas und im Konzen a ionslage Dachau. Nach
dem K ieg lieh e mi seine F au aus Deu schland. E leb zunächs im
F anco-Spanien, wo e Hä linge in einem as u ischen Ge ängnis o og a-
ie , dann ilm e die Sch eckens a en de Dik a u en in La einame ika
und schließlich mal e in Japan die Op e on Hi oshima. „[A]l ceñi se a
lo sucedido, al mos a sin eca o las ci cuns ancias del mundo, P ohaska
nos hizo a odos p o agonis as de su iaje” (Menéndez Salmón 2012,
109 .). Ku z nach seine Rückkeh nach Deu schland b ing sich P ohaska
1962 um.
De Ich-E zähle begib sich wie besessen au die Spu ensuche nach
dem Leben des Fo og aphen, weil sein eigenes Ma e ial un olls ändig is
und e das Wesen und den An ieb P ohaskas, de zu einem kal en Be-
obach e des Bösen wi d, e g ünden möch e:
P ohaska me ha acompañado ein icua o ho as al día, du an e casi
ein e años, has a i i den o de mí los capí ulos del ho o que él
no pudo llega a e : el genocidio en Ruanda, la gue a en
Chechenia, la Segunda In i ada, los a en ados de sep iemb e del
2001 en Es ados Unidos, la ag esión a I ak, el espan o de Mad id en
2004, los es agos de los dioses y las bande as, la anciana pe o
siemp e eno ada ambición de la u ia humana.
O as mi adas han ijado esos ins an es de des ucción y locu a, pe o
nunca, a lo la go de es os años, he sen ido que nadie pudie a com-
pe i con la es a u a de P ohaska, con su magis e io e oz y a la ez
ío, con esa olun ad de máquina des inada a memo iza cuan o le
odea: in ac a, me ódica, p ecisa.
(Menéndez Salmón 2012, 138)
Im Zwei en Wel k ieg d eh P ohaska im Au ag des Hi le -Regimes mi
kal e P o essionali ä einen ku zen Film übe eine on den Nazis in Li-
auen e üb e Massenhin ich ung on Juden. Die Szenen des knapp d ei-
minü igen Films we den zu Beginn des Romans p äzis besch ieben:
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La secuencia, odada en blanco y neg o, e a b u almen e monó ona.
Una ila de p isione os li uanos espe aba a la izquie da. La cáma a
mos aba, inde ec iblemen e, a es de ellos. Ni uno más ni uno
menos: siemp e es. Un mu o de pied a bas a, de una al u a ap o-
ximada de cua o me os, agua daba po los p isione os a diez
pasos. A de echa e izquie da del mu o había dos miemb os del
cue po de S ahlecke , el ne ando Einsa zg uppe A. Cuando el p isio-
ne o llegaba an e el mu o, se ponía de ca a a él, uno de los asesinos
le dispa aba en la sien y el o o e i aba el cadá e . Con el siguien e
p isione o se in e ía el o den. Quien an es había dispa ado, aho a
e i aba el cadá e ; quien an es había e i ado el cadá e , aho a dis-
pa aba.
La película no enía banda de sonido, pe o en la ac i ud de los p isi-
one os – esignada, mecánica, casi escép ica– se adi inaba que la
ma anza se ejecu aba en silencio; ampoco, po más que uno isio-
na a una y mil eces la macab a danza, se ad e ía que los labios de
los ejecu o es se mo ie an.
(Menéndez Salmón 2012, 12 .)
Die Szenen on Bilde n und Filmen P ohaskas diese A , die e in Diens-
en de Nazi-Dik a u au nahm bzw. d eh e und die Sch eckensszena ien
des K iegs zeigen, sind om Rezipien en unmi elba und di ek
,wah nehmba ‘ bzw. e assba , weil de Ich-E zähle sie so emo ionslos,
dis anzie , sachlich und de aillie egis ie und wiede gib , dass die Be-
sch eibung eine A Reali ä se ek (e e de éel) im Sinne Roland Ba hes’
e zeug , de die Wi klichkei o äusch und die angebliche Exis enz de
ik i en Bilde und Filme beglaubig (c . Bossha d 2016, 296). Die objek-
i e Dis anz und de kühle E zähl on e wecken den Eind uck, dass es sich
um au hen isches Filmma e ial handel , das eine wi klichkei snahe wah e
Geschich e bezeug , obwohl de Lese die Bilde und die Filmsequenzen
nie sieh .
Das is auch de Fall bei einem Bild eines Hochzei spaa s, zwei e-
publikanische Hä linge, das P ohaska in einem anquis ischen Ge ängnis
in Gijón nach dem Zwei en Wel k ieg au nimm .
En mi esc i o io, jun o a las o os de mis hijos y de mi esposa, al
lado de ca eles que ep oducen pin u as de Roge an de Weyden
y de Na alia Goncha o a, […] conse o una copia de una o o de
P ohaska. […] P ohaska la echó en Gijón, en la cá cel de El Co o,
en sep iemb e de 1949, poco an es de deja el país jun o a su esposa.
[…] La no ia es á emba azada; el no io se apoya en mule as. Tie-
nen el pelo apado, ambos. Y ambos mi an al suelo, como si delan e
de sus pies, de un momen o a o o, ue a a ab i se la ie a. Vis en
opas biza as: él un aje imposible, cons uido con e ales de
opas de o os p esos, quizá incluso de alguna au o idad ca cela ia;
ella un emedo de clámide que más pa ece u o de una úneb e an-
asía o welliana: es oy en ado de esc ibi que lo que a opa su igu a
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es una co ina a la que una unciona ia poco o nada exquisi a ha su-
je ado unos impe dibles. Una banda azul ciñe la g a idez inocul able.
La o o es á omada desde la pe spec i a del sace do e, de quien
sólo emos su onsu a ma emá icamen e eco ada.
(Menéndez Salmón 2012, 107 .)
De Ich-E zähle alle dings schilde und in e p e ie zugleich: „Es la o o
de una humillación men al y ísica, ambién mo al“ (Menéndez Salmón
2012, 108).
Fo os und Filme spielen in Medusa bei de Rekons uk ion und Da -
legung de G äuel a en des 20. Jah hunde s eine ele an e Rolle. Sie be-
zeugen – und modellie en – die äuße e Reali ä und beweisen, was gesche-
hen is . Sie s ehen im Mi elpunk des Romans und e weisen sich in de
Fik ion als wich ige Gedäch nis äge , eilich ohne als Bilde bzw. Bild-
s ei en im Roman zu e scheinen. De E zähle e wandel sie sozusagen
in einen na a i en Tex , indem e sie als dokumen a isches Ma e ial be-
sch eib und deu e . Die ( ik i en) Bilde und Filme we den dann
„ekph as isch in Sp ache ückübe se z “ (Bossha d 2016, 302), denn als
isuelle Dokumen e bedü en sie de na a i en Einbindung und de nähe-
en E klä ung, um bedeu ungs oll zu we den. Sie bedü en eine in ensi-
en Be ach ung, eines e klä enden Kommen a s: Sie müssen nich nu
besch ieben, sonde n auch in e p e ie we den. De Kon ex , in dem die
Au nahmen en s anden, wi d dann skizzie , ein na a i e Zusammen-
hang he ges ell , so dass die Sch i den Ho izon he s ell , de die Bilde
bzw. die Filme e s ändlich mach . „[Pues aunque] mos a esul a in i-
ni amen e más pode oso que deci , […] sólo la exis encia de un con ex o
acul a que esas imágenes gene en un escalo ío“ (Menéndez Salmón 2012,
74). Ande e sei s e hal en die in de Sch i e zähl en Begebenhei en
du ch das – angebliche – Vo handensein des isuellen Ma e ials eine spe-
zi ische Glaubwü digkei , die neben dem epo ageähnlichen S il und dem
dis anzie en E zähl on im Diens de Inszenie ung eine Au hen izi ä s-
ik ion s eh , die es e möglich , dass das Da ges ell e als plausibel und
wi klich emp unden wi d.
Dank ih es Au hen izi ä sansp uchs en eiß die Sch i die G äuel a-
en de Ve gessenhei und e kö pe mi hin die Idee de bes ändigen
P äsenz des Ve gangenen in de Gegenwa und dami de anhal enden
Kon inui ä de E inne ung, des Noch-Nich -Ve gessens. Die Li e a u
und die Kuns übe haup e hal en in diesem Fall ih e Legi ima ion du ch
das Wachhal en de E inne ung, in de Übe zeugung, dass
[l]a ida –sus pesa es y su elicidad– se embosca siemp e en los
in e s icios, no en las p oclamas de los empe ado es, sino en las
ca as b e es, ie nas y pa é icamen e humanas de no elis as a
pun o de mo i o en los esc u inios pun illosos de unciona ios sin
os o. En e ec o, no es en la pleni ud de la ma ea ni en la bajama
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anspa en e donde la ida acaece, sino en ese ins an e an ibio, que
pe enece an o al ai e como al agua, en el que la ma ea pa ece du-
da en e segui subiendo o comenza a e ocede .
(Menéndez Salmón 2012, 82 .)
Ande s als Robe Menasse s ell sich Rica do Menéndez Salmón mi hin
in die T adi ion eine mime ischen Li e a u , die sich in ensi mi Ge-
schich e auseinande se z , dami eine besse e Zukun au gebau we den
kann. Zu dem Zweck, dass die g auenha en E eignisse de Ve gangenhei
sich in de Zukun nich wiede holen, we den sie li e a isch als p imä es
E zählsubjek e ablie , Folgen und Wi kungen ges al e und die ka a-
s ophalen Vo gänge in den Gesam zusammenhang de Geschich e einge-
o dne . Du ch die e zähle ische Kons i u ion eines ( ealen ode ik i en)
kohä en en Sinnzusammenhangs, de eine zei lich-kausalen Logik ge-
ho ch , in den die da ges ell en E eignisse in eg ie we den, wi d e -
such , die Zu e lässigkei und Glaubwü digkei des E zähl en zu gewäh -
leis en, obwohl es sich äs he isch um die Kons uk ion eine
Au hen izi ä s ik ion handel . Menéndez Salmón, de seinem Roman Me-
dusa das Zi a aus Wal e Benjamins Geschich sphilosophischen Thesen
„Jamás se da un documen o de cul u a sin que lo sea a la ez de ba ba ie“
(Menéndez Salmón 2012, 9) o ans ell , is demnach ein ele an e Ve -
e e de „Angelus-No us-Gene a ion“ im Sinne Robe Menasses, de
sein An li z de jüngs en Ve gangenhei eine besse en Zukun wegen
zuwende und dadu ch zu E neue ung des his o ischen Bewuss seins
en scheidend bei äg .
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