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Zwischen Mythos und Magie-Übernatürliche Elemente als Handlungsträger im Nibelungenlied

Maria Antônia Mendonça Lopes

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UNIVERSIDADE DO PORTO ZWISCHEN MYTHOS UND MAGIE ÜBERNATÜRLICHE ELEMENTE ALS HANDLUNGSTRÄGER IM NIBELUNGENLIED MARIA ANTÔNIA MENDONÇA LOPES 2.º CICLO FLUP 2016 Zwischen My hos und Magie ÜBERNATÜRLICHE ELEMENTE ALS HANDLUNGSTRÄGER IM NIBELUNGENLIED MARIA ANTÔNIA MENDONÇA LOPES DISSERTAÇÃO DE MESTRADO APRESENTADA À FACULDADE DE LETRAS DA UNIVERSIDADE DO PORTO EM ESTUDOS ALEMÃES M 2016 Zwischen My hos und Magie Übe na ü liche Elemen e als Handlungs äge im Nibelungenlied Ma ia An ônia Mendonça Lopes Disse ação ealizada no âmbi o do Mes ado em Es udos Alemães, o ien ada pelo P o esso Dou o John G een ield Memb os do Jú i P o esso Dou o John G een ield Faculdade de Le as - Uni e sidade do Po o P o esso a Dou o a Sabine Ho mann Faculdade de Le as - Uni e sidade de Pale mo P o esso Dou o Thomas Juan Ca los Husgen Faculdade de Le as - Uni e sidade do Po o Classi icação ob ida: 14 alo es 1. Ein üh ung 1.1 Themens ellung ..................................................................................................... 1 1.2 S uk u de A bei ................................................................................................. 3 1.3 Me hode ................................................................................................................. 4 1.4 Fo schungsbe ich .................................................................................................. 6 2. Zwischen My hos und Magie 2.1 Wa um Magie und My hos? ................................................................................. 11 2.2 Was is Magie? ..................................................................................................... 11 2.3 Kul u elle Ein lüsse au den Beg i de Magie ................................................... 12 2.4 Magie in de Li e a u ........................................................................................... 14 2.5 S udien de Magie ................................................................................................. 14 2.6 De ini ion on My hos ......................................................................................... 15 2.7 S udien des My hos .............................................................................................. 16 2.8 Zwischen My hos und Magie ............................................................................... 18 3. B ünhild als Walkü e ode Königin – Menschliche K a ode gö liche Zaube ? 3.1 B ünhild als Königin in Isens ein ........................................................................ 20 3.2 B ünhild im Bu gundenland ................................................................................ 23 3.3 Die Liede B ünhilds ........................................................................................... 27 3.4 E s e Schluss olge ung ........................................................................................ 30 4. Sieg ied und sein magische Appa a – Vom Blu bis zum Zaube ank 4.1 Sieg ieds Vo geschich e im Nibelungenlied ...................................................... 32 4.2 Sieg ieds „Heldenwe dung“ ............................................................................... 34 4.3 Sieg ieds Ta en und Misse a en .......................................................................... 36 4.4 Sieg ied, de D achen ö e ................................................................................. 45 4.5 Zwei e Schluss olge ung ..................................................................................... 48 5. Fazi .......................................................................................................................... 50 6. Bibliog aphie ............................................................................................................ 54 1 I. Themens ellung Das Magische und das My hische üben au die Fo sche eine Anziehungsk a aus, die sie zu wei e en Un e suchungen diese Thema ik üh en. Das Mi elal e bie e seh eiche li e a ische Quellen ü dieses S udium, in denen Zaube änke, Zwe ge, Riesen und magische Ta en o au e en. Es wa ü das mi elal e liche Publikum dann nich so abwegig, magisch – my hische Elemen e in de Heldenepik zu haben, denn sie dien en o angig de inalen Mo i a ion des We kes. Das Nibelungenlied bie e zahl eiche my hisch – magische Elemen e, wie die Ta nkappe Sieg ieds und B ünhilds K a , die aus my hisch – magischen Räumen s ammen und – wenn sie sich im hö ischen Kon ex be inden – „misshandel “ we den. Die o liegende A bei beschä ig sich deswegen mi wesen lichen my hischen und magischen Elemen en in de Da s ellung on Sieg ied und B ünhild im Nibelungenlied und in de Liede Edda, wobei meine A bei e such zu beweisen, dass diese Elemen e eine en scheidende Funk ion ü den Handlungszusammenhang und die Handlungs üh ung haben – sie dienen eine inalen Mo i a ion. Haup augenme k meine A bei wi d au dem e s en Teil des Nibelungenliedes bis zu Sieg ieds Bee digung und die my hischen und magischen Ta en des Helden und B ünhilds, sowie ih e magisch – my hischen Objek e liegen. Dazu wi d auße dem die Liede Edda e wende , um die Lee s ellen in dem E zählen des Nibelungenliedes zu e klä en, beispielsweise die Ta sache, dass Sieg ied den Weg zu B ünhild kenn und ein Ge olgsmann de isländischen Königin den Helden e kenn . Lau F anz Rol Sch öde „[…] muss en auch Heldensage und Heldenlied an My hos und Kul us anknüp en, an die u al e und einzige T adi ion.“ (SCHRÖDER, 1965: 312), weswegen ich die Liede Edda ausgewähl habe. Die Geschich e, die die Eddas en hal en, haben ih en U sp ung in eine u al en mündlichen T adi ion, die äl e als die Völsunga Saga (um 1400 niede gesch ieben) und das Nibelungenlied (um 1200 en s anden) is . Die Eddas wu den abe e s spä e im 13. Jah hunde (1270) niede gesch ieben.1 Schwie ig zu e s ehen sind die magisch – my hischen Elemen e, 1 „Lange Zei be o de No den zu Sch i lichkei kam, gab es do eine um ang eiche mündliche Dich ung, in e s e Linie Eddaliede und Skaldengedich e, die on Gene a ion zu Gene a ion mündlich wei e gegeben wu den“ (MUNDAL, 2007: 275) und: „die äl es en poe ischen Fo mungen de 2 die aus den Eddas s ammen, abe nich in dem Maße übe nommen wu den, wie sie Wich igkei in den Eddas haben, sonde n wenige passend in das Nibelungenlied eingebunden wu den. Ich wende mich abe de Liede Edda zu, um diese wide sp üchlichen Lee s ellen zu e s ehen, denn diese scheinen mi gelegen lich ein un e meidlich magisches Elemen zu gene ie en, das mi dem My hischen, ode selbs dem Magischen, zusammenwi k . Als Beispiel dien die my hische K a B ünhilds – die nich nähe e klä wi d: Sie kann nu mi de magisch – my hischen Ta nkappe Sieg ieds besieg we den. Die F ages ellung, au die in diese A bei eingegangen wi d, be ass sich mi dem Ve häl nis zwischen Sieg ieds und B ünhilds Da s ellungen und de en magisch – my hischen Gegens änden im Nibelungenlied und in den olgenden Eddaliede n: dem e s en Lied on Sieg ied dem D achen ö e (Sigu da k ida Fa nisbana), dem zwei en Lied on Sieg ied dem D achen ö e (Sigu da k ida Fa nisbana önnu ), dem d i en Lied on Sieg ied dem D achen ö e (Sigu da k ida Fa nisbana h idja) dem Mä on Fa ne (Fá nismál), dem e s en Lied on B ünhild (Sig d í umál) und B ünhilds Hel ah (Hel eid B ynhilda ). Das Nibelungenlied is eine aus meh e en Elemen en zusammengebau e E zählung, bei de es mi de Kohä enz wegen de Lee s ellen manchmal schwie ig wi d. Ich habe mich en schieden, mich mi diesem Thema zu be assen, weil ich die Ve ke ung de Geschehen, die mi diesen my hisch – magischen Elemen en e bunden sind, ü wesen lich hal e. Das Ziel diese A bei is es, das Nibelungenlied mi de Absich des Beweisens zu un e suchen, dass die magisch – my hischen Cha ak e isie ungen on Sieg ied und B ünhild und de en magisch – my hischen Gegens änden wesen liche Handlungs äge sind und zum i e e siblen Un e gang üh en. In dem Epos i die i e lich – hö ische Wel au die magisch – my hische Wel und diese Begegnung is nich ohne Folge. Was die A bei beweisen möch e is , dass das Magische und das My hische nich nu eine un e hal ende Funk ion haben, sonde n wesen liche „Elemen e de Handlungs olge“ (SIEBURG, 2016: 57) da s ellen. Sie sind Handlungs äge und ohne sie läss sich die Geschich e nich e zählen. Die Eddas hel en dabei, die Lee s ellen, die om Au o ode de mündlichen Übe lie e ung e zeug we den, zu e klä en, denn lau Heinz Siebu g lieg de An ang de deu schen Volksli e a u in Nibelungensage sind in de Ta in de Liede -Edda e hal en.“ (MÜLLER, 2002: 28). 3 einem Zusammenkommen on Klos e li e a u und äl e em heidnischen Glauben. Diese wa mi eine magisch – my hischen Sphä e e bunden ( lg. SIEBURG, 2016: 46). Das heiß , obwohl das Epos keine Spu en on Gö e geschich en bewah , sind einige my hische Einzelhei en, die sich subs anziell in den Eddas be inden, e kennba . In olgedessen beschä ige ich mich auch mi den Beg i en on My hos und Magie. B ünhilds und Sieg ieds Analyse sind aus o ganisa o ischem G und oneinande ge enn . 1.2 S uk u de A bei Im e s en Kapi el de A bei wi d die Ein üh ung da ges ell , die in ie Teile gegliede wu de, nämlich die be ei s e olg e Themens ellung, die hie da ges ell e S uk u de A bei , die Me hode und de Fo schungsbe ich . De d i e Teil de Einlei ung heiß Me hode und e deu e da au hin, aus welche Pe spek i e ich mich dem Thema nähe e. Diese heo e ische Bezugs ahmen s ell die ausgewähl e Me hode und eine A Selbs e lexion zu ih o , indem sowohl ih e Geschich e, was sie anbie e und ih e Vo eile p äsen ie we den, als auch wie diese Me hode de Analyse hel en kann. In dem le z en Teil dieses Kapi els, dem Fo schungsbe ich , we den einige Beme kungen zum Fo schungss and besp ochen. Das heiß , welche Fo schungen es bis zum je zigen Zei punk es zu diesem Thema gib , welche e schiedenen Fo schungszweige du ch die F ages ellung de Au o en e ö ne we den und was ü Kon o e sen es in de Li e a u gib , alls solche exis ie en. Im zwei en Kapi el - Zwischen My hos und Magie - we de ich mich mi wich igen Themen zu Magie und zum My hos im Allgemeinen und de en S udien be assen. Es wi d eine ku ze De ini ion de Magie und de en S udien gegeben; eine zusammen assende Diskussion übe die Cha ak e is iken des Heiden ums im Mi elal e und die Anwendung on wunde ba e /magische K a sei ens de Ch is en und de 4 Heiden, und auch eine ku ze De ini ion on My hos und de en S udien olgen. Dieses Kapi el de A bei is elemen a , denn Magie und My hos sind die Ausgangspunk e dieses We kes. Ke npunk e de A bei sind die Kapi el d ei (Sieg ied und sein magische Appa a – Vom Blu bis zum Zaube ank) und ie (B ünhild als Walkü e ode Königin – Menschliche K a ode gö liche Zaube ?), denn sie beschä ig en sich mi den wich igs en F ages ellungen übe Sieg ied und B ünhild, die zu de Analyse wich ig sind, und mi de Fo mulie ung de These. Dazu gehö en die En wicklung meines Lei gedankens, die P oblema isie ungen de Cha ak e isie ung de Figu en, eie Wide - und/ode P oa gumen a ion, Auseinande se zung mi den Posi ionen ande e Au o en und meine eigene S ellungnahme dazu. Im d i en und ie en Kapi el gehe ich au die F ages ellungen ein, die am wich igs en ü die Ges al ung de Pe sonen sind, so zum Beispiel: Sieg ied als Nachkomme Odins; Sieg ied als D achen ö e ; Sieg ied im Nibelungenland und im Bu gundenland; B ünhild als eine ge allene Walkü e, B ünhild in Isens ein und im Bu gundenland. Diese wich igen Themen hel en bei de Cha ak e isie ung beide Figu en, ih e übe menschliche Schönhei und S ä ke und ih e magischen Gegens ände zu skizzie en. Nach olgend komm das Fazi . In diesem Kapi el gil es, An wo en au die einlei end ges ell en F agen zu geben, wodu ch eine Zusammen assung de E gebnisse und de en Diskussion, eine k i ische Selbs einschä zung de A bei , ein Fazi de Fo schung und ein Ausblick au mögliche kommende F agen in de Fo schung p äsen ie we den. Abschließend komm die Bibliog aphie, wo Quellen und zi ie e Li e a u , die ü die Da enanalyse e wende wu den, au gelis e we den. 1.2 Me hode Da die Zielse zung diese A bei is , die magisch – my hischen Elemen e und Cha ak e is ika on Sieg ied und B ünhild als en scheidende Fak o en in de 5 Fo se zung de Geschich e des Nibelungenliedes zu zeigen, bie e sich die Ve wendung de Men ali ä sgeschich e als Me hode am bes en an. Die Auswahl diese Me hode e gab sich, weil es ü die A bei wich ig is , die Exis enz eine übe na ü lichen Wel in de mi elal e lichen Li e a u e kenn lich zu machen. Lau Heinz Siebu g en s eh die deu sche mi elal e liche Li e a u aus de Begegnung e schiedene Wel en: Aus de kle ikalen Wel , de heidnischen Wel , wobei diese mi einem magisch – my hischen Glauben e bunden is , und auch de de zei igen Wel , das heiß , aus de Li e a u de gegenwä igen Zei ( gl. SIEBURG, 2016: 46). Als Ve e e diese magisch – my hischen Wel im Nibelungenlied habe ich mich ü Sieg ied, den D achen ö e und die übe menschlich s a ke B ünhild en schieden, denn sie sind die Figu en, die diese magisch – my hische Wel mi de hö isch – i e lichen Wel in Ve bindung se zen. Inne halb diese Wel en we den den Figu en eine Funk ion om Au o zugesch ieben, die on de Men ali ä de Zei un e s ü z wu de. Deswegen is es wich ig ü die o liegende A bei , die Cha ak e isie ung und das Ve hal en de Figu en mi ih en magisch – my hischen Gegens änden zu analysie en, um eine solide G undlage ü die F ages ellung zu scha en. Die Men ali ä sgeschich e wu de on den anzösischen His o ike n Lucien Feb e, Geo ges Duby, Robe Mand o und Jacques Le Go aus dem Umk eis de Annales- Schule en wickel . Sie kümme sich um Emp indungs- und Vo s ellungswel en de Massen und is ein seh wich ige Be eich des S udiums de Vo s ellungen und des Imagina i en. Lau Jacques Le Go „ha das Wunde ba e o ensich lich eine Kompensa ions unk ion, denn es bilde ein Gegengewich zu Banali ä und Regelmäßigkei des All ags“ (LE GOFF, 1990: 46). Das heiß , das Wunde ba e is eine A Wide s and gegen die o handenen ch is lichen Ideologien, wobei das My hische und das Magische sich mi de zei genössischen, hö ischen Men ali ä e web . Das bedeu e dann na ü lich, dass sie – das Wunde ba e und das Ch is en um – im Mi elal e nich ge enn we den konn en, weil es ü die Men ali ä diese Zei unmöglich wa , zu ühlen und den Sinn im Leben zu spü en, ohne dabei an Go und ans Jensei s zu denken. Da aus en s eh ein Epos, in dem sich die hö ische, ch is liche Men ali ä mi eine magisch – my hischen Ebene aus de heidnischen Vo s ellungswel und ealen Pe sönlichkei en und Ö lichkei en übe lage n. Die Men ali ä sgeschich e 6 hil bei de Un e suchung, inwie e n die Figu en selbs und in Bezug au ih en Umgang mi den magisch – my hischen Objek en die Handlung beein lussen ode en scheiden können. Ein wei e e Vo eil de Me hode bes eh da in, dass sie sich nich nu au das Handeln und die Hal ung de Menschen konzen ie , sonde n auch au den Umgang de Menschen mi A e ak en. Diese Aspek is wich ig ü die Analyse, weil sowohl die Da s ellung on Sieg ied und B ünhild als auch ih e magisch – my hischen Objek e un e such we den, um diese These zu beweisen. Anhand de Ta en diese Figu en und ih e In e ak ion mi den magisch – my hischen Gegens änden e ke e sich die Handlung, so dass sie wesen lich ü das Epos sind. Mi hil e diese Me hode we den ausgewähl e Tex s ellen des Nibelungenlieds analysie und in e p e ie , in denen sowohl die Cha ak e isie ung als auch die Ta en und de Umgang mi magisch – my hischen Objek en de Figu en zu inden sind, um ih en Zusammenhang mi de Ve ke ung de E zählung zu beweisen. Ebenso we den Liede de Liede Edda un e such , in denen Sieg ied und B ünhild e wähn we den, um die Lee s ellen, die eilweise mi diesen magisch – my hischen Elemen en e bunden sind, im Nibelungenlied besse e s ehen zu können.2 1.4 Fo schungsbe ich Wie be ei s e wähn , be ass sich diese A bei nich nu mi dem Magischen, sonde n auch mi dem My hischen 3 in de Ges al ung und in den Gegens änden sei ens B ünhilds und Sieg ieds. Die Fo schung übe magisch – my hische Gegens ände sind im Allgemeinen de gleichen Meinung, wäh end die S udien übe das My hische im 2 Da sich die Figu en im Nibelungenlied in einem spezi ischen gesellscha lichen Kon ex be inden – in eine hö ischen ch is lichen Wel , in de das Magische und My hische in e schiedenen A en und Weisen p äsen sind ( gl. SIEBURG, 2016: 48) , en s ehen so genann e Lücken, Lee s ellen, in denen nich kla wi d, wa um die my hische Ebene e bo gen wi d (wie zum Beispiel bei B ünhilds K a ). 3 Un e My hos e s ehe ich eine E zählung, die mi Gö e geschich en und Heldensagen e knüp is , wobei manche Figu en übe menschliche Aspek e besi zen und manche Ta en ode Gegens ände soga magisch sein können. Magie e s ehe ich als eine K a , die nich e klä ode e s anden we den kann. Magie kann aus eine Handlung, einem Objek ode Sp üchen abgelei e we den und Pe sonen, Dinge ode selbs die Na u beein lussen. Meh übe My hos und Magie inden Sie in dem kommenden Kapi el „Zwischen My hos und Magie“. 13 Die Vo s ellung, dass Ch is us au die Wel gekommen wa , um das abe gläubische und magische Heiden um zu übe winden, wa on zen ale Bedeu ung ü das ühe Ch is en um. Alle dings muss e Ch is us selbs ielen Nich -Ch is en als wunde wi kende Magie e scheinen. E wi k e seine Wunde mi els Ges en, Gebe en und de An u ung spi i uelle K ä e ( gl. RUFF, 2003: 13). Das Ch is en um ha abe nie eine Ve bindung zwischen de Mach Go es und de Magie bzw. ih e Ausübung, in de Fo m, wie die Heiden sie e s anden haben, gesehen. Dami eine Handlung als magisch be ach e we den konn e, muss e diese mi okkul en, dämonischen ode heidnischen K ä en e knüp sein. Alle ande en, die mi dem ch is lichen Go ode Na u k ä en e bunden wa en, wu den nich als magisch angesehen, auße wenn die Na u on diesen une klä ba en K ä en „besessen“ wa ( gl. BOLOGNE, 2009: 25). Im Gegensa z zu de an iken, heidnischen Vo s ellung, in de Ri uale unk ionie en könn en, in dem sie die Mach meh e e geis ige En i ä en e ozie , besi z das Ch is en um ein s eng binä es Uni e sum. Weil ch is liche Ri uale au gö lichem Segen und gö liche K a basie en, sind alle ande en Ri en no wendige weise mi bösen, dämonischen K ä en e bunden. Magie pak ie en in Ausübung ih e Küns e dahe im ch is lichen Glauben mi Dämonen und wu den deswegen Agen en des Teu els genann ( gl. BOLOGNE, 2009: 20/21). Von dem sechs en Jah hunde bis in das ühe el e Jah hunde ha die Ki che als Ins i u ion Magie häu ig als das angesehen, was om heidnischen Glauben und seinen P ak iken üb iggeblieben is . Obwohl es nich zu beweisen is , dass das Ch is en um dem Heiden um in diese Zei begegne is , he sch e die ch is liche Meinung als unan as ba e und nich hin e agba e Konsens: Das was man als Magie bezeichne e, e s and man als dämonisch und deshalb e u eil ba ; das, was e laub wa , konn e nich Magie sein ( gl. BOLOGNE, 2009: 22-24). Im zwöl en und d eizehn en Jah hunde gab es in Eu opa eine geis ige Wende, die o allem du ch die G ündung on Schulen und schließlich Uni e si ä en gekennzeichne wu de. Dank Geleh en diese Ins i u ionen, wie Thomas on Aquin und William on Au e gne, wu den die in ellek uellen G enzen de Akzep anz on Magie e wei e . ( gl. 14 Reallexikon de deu schen Li e a u wissenscha , 1997:147/148 – Band 1) 2.4 Magie in de Li e a u Die li e a ischen Quellen des Mi elal e s s ammen aus einem kleinen Gesellscha ssegmen , in dem ih e Mi gliede Lesen und Sch eiben konn en. Es is dann schwie ig zu p äzisie en, ob manche Elemen e aus ch is lich – geleh em ode heidnischem Glauben abs amm en, da sie ü die heidnische Schich e was ande es als ü die Geleh en des Ch is en ums bedeu e en. Anscheinend ha die o ch is liche Kul u schich diese magischen Ta en/Elemen e als e was Na u mäßiges ode Gö liches angesehen, wäh end die ch is lichen Geleh en ühe eine „li e a ische A ini ä “ dazu gehab ha en, da im Mi elal e das Au e en on magischen Elemen en in de Li e a u nich ungewöhnlich wa , weil die Magie in Fo m on Abe glauben übe leb ha . Auße dem wa die Ve wendung on magischen Elemen en in de Li e a u ein Mi el, die Neugie des Publikuns zu wecken ( gl. SIEBURG, 2016: 46). Diese Elemen e „we den inne halb de Tex wel wie selbs e s ändlich akzep ie “6 (FASBENDER, 2010: 172), abe nu , weil ih e Spu en nich im Vo de g und des E zählens s anden. Unbes i en is es abe , dass das Heldenepos iel on den ge manisch – heidnischen T adi ionen gee b ha ( gl. SIEBURG, 2016: 46). 2.5 S udien de Magie Richa d Kieckhe e pos ulie d ei wich ige Punk e zum S udium de Magie: E s ens die Linien on Religion und Wissenscha , in de Magie zu nennen is ; zwei ens, ob Magie de O sei, wo sich die Kul u des Volkes und de Geleh en e en und d i ens, ob sie ein K euzungspunk on Fik ion und Reali ä sei (KIECKHEFER, 1992: 1). 6 Wei e hin gib e als Beispiel: „Sie sind wie Sieg ieds Ta nman el im Nibelungenlied, Elemen e eine ik ionalen Wel .“ (FASBENDER, 2010: 172) 15 E be ass sich in Magie im Mi elal e mi diesen F agen und bean wo e sie, indem e den Beg i on Magie mi Geschich e und Li e a u e knüp . Was e un e Magie e s eh - e bunden mi Religion - sind die P ak iken, die ande e En i ä en e ozie en ode sie dazu zwingen, eine übe na ü liche Ta zu begehen. Egal, ob sie zu eine „bösen“ Religion gehö en ode nich , such en sie die Dämonen ode böse Wesen ü Hil e au . Alles, was „wissenscha liche Magie“ anbelang , o men die al en S udien de As ologie, Heilungs i uale, Wah sage ei und de S einkenn nisse. E sch eib auße dem, dass de populä e magische Glauben des Volks s ändig on den Geleh en umgedeu e und iel on den gebilde en Kenn nissen im ganzen Land e b ei e wu den. Das heiß , es gab doch einen Aus ausch zwischen Volksglauben und geleh en, ch is lichen Kenn nissen. E glaub auch da an, deu e abe nich , wie es geling , dass Fik ion und Reali ä in de Li e a u koexis ie en. Wi können abe nich p äzisie en, inwie e n ode ob Au o und Publikum übe haup da an geglaub haben, dass diese Ta en eine me aphysische Wah hei in sich ugen ( gl. KIECKHEFER, 1992: 113-134). Nich nu die Magie, sonde n auch de My hos bewohnen die Wel , die in dem Epos da ges ell wi d. Sie zeigen sich in de Handlung manchmal ge enn , abe gelegen lich zusammen. Wenn sie zusammenwi ken, s eige n sie ih Po en ial am Handlungsau bau, so zum Beispiel die Ve wendung de Ta nkappe, die in den Be ügen e wende wi d und die gleichzei ig zum Sieg und zum Un e gang üh . In olgedessen beschä ige ich mich in den kommenden Teilen mi dem Beg i on My hos und dessen S udien. 2.6 De ini ion on My hos Viele Fo sche in ielen Fachgebie e beschä igen sich mi dem S udium des My hos, so un e ande em die Psychologie, die Philosophie, die Religionswissenscha und die Li e a u wissenscha . Diese Geleh en haben wegen ih e un e schiedlichen, heo e ischen Basen e schiedene F ages ellungen zu dem Thema en wickel . Dahe is es nich e wunde lich, dass es keine gene ell akzep ie e De ini ion des Wo es „My hos“ in de Mode ne gib . 16 Sowei es die Geschich e des Beg i s be i , en s amm das Wo „My hos“ dem al g iechischen lógos, das Wo abe auch Rede im Allgemeinen bedeu e . Es en wickel sich noch in de An ike on lógos allein zu hie os logos (das heilige Wo ) ( gl. Reallexikon de deu schen Li e a u wissenscha , 1997: 665 – Band 2), was die Gö e sagen bezeichne . In diesen Sagen sind manche Funk ionen zu be ücksich igen, die sich noch in den ge manischen Helden- und Gö e sagen be inden: Sie haben eine leh ha e Funk ion, die dem Publikum du ch heilige E zählungen und Weissagungen meh übe die eigene Kul u und die Gö e beib ingen soll e. Das Wissen übe diese My hen wu de on Gene a ion zu Gene a ion mündlich wei e e zähl , bis es schließlich e sch i lich wu de ( gl. ROLF SCHRÖDER, 1965: 292 und SIEBURG, 2016: 46). Heu zu age abe gehö das Wo zu unse em geb äuchlichen Wo scha z, manchmal mi posi i e , manchmal mi nega i e Bedeu ung. Zum Beispiel ein P ominen e ode Spo le , de du ch eine g oßa ige Leis ung seh be ühm is , kann zu einem My hos we den. In einem nega i en Sinn is ein My hos eine Geschich e, die e zähl wi d und eigen lich nich wah is bzw. de en Wah hei sgehal agwü dig is . Lau G imm basie en die Heldensagen au zwei Quellen: Au den E zählungen und au den My hen, au dem Menschlichen und dem Gö lichen ( gl. GRIMM, 1813: 55/56). Manche Pe sonen in diesen E zählungen haben übe menschliche, phan as ische Züge, und die Na u o dnung gil seh sel en7, was das Publikum aszinie . Sie sind Teil eines kollek i en Gedäch nisses, in dem die P obleme de Gesellscha symbolisch da ges ell we den. Die sozialpoli ische Ebene is nich de Haup okus diese A bei , wi d abe im Einzelnen zu gegebene Zei mi be ach e . 2.7 S udien des My hos Ein einziges, allgemeingül iges Konzep zu dem Beg i My hos gib es nich . Die F age nach de De ini ion des Beg i es ha mich zu de Auseinande se zung mi e schiedenen Au o en geb ach , die in e essan e Sich en dazu haben. Ich p äsen ie e 7 Zum Beispiel im Nibelungenlied besi zen B ünhild und Sieg ied eine übe menschliche K a . Auße dem wi d Sieg ied mi Hil e eines Gegens ands unsich ba . Wei e hin kann man soga die Übe eibung seine he oischen Ta en als ein übe na ü liches, also my hisches Me kmal ansehen. 17 hie die Konzep e, die in e essan und plausibel ü diese These sind. Wal e Bu ke en wickel eine philologische De ini ion zu dem Wo , in de My hos eine A „allgemeines“ E zählen is . E leg den Fokus au den Un e schied zwischen My hos und Mä chen und sag , e lieg da in, dass My hen wi kliche Elemen e besi zen, wie Namen on Pe sonen, die in de Geschich e exis ie haben, ih e Familien und die S äd en, in denen sie geleb haben. Auch Gö e und Helden kommen als Beispiel o , denn iele on ihnen exis ie en auch „auße halb de E zählung“ (BURKERT, 1987: 9): „My hos [is ] eine p imä sp achliche Mani es a ion; My hos emp äng on de Sp ache übe haup wesen liche Cha ak e isie ungen: Sp ache is linea au gebau und a bei e mi Di e enzie ungen; en sp echend is jede E zählung eine Ab olge, eine Sequenz ode ‚Ke e‘, die aus Gegensä zen au gebau is . Dies bleib My hos und Mä chen und ielen ande en Fo men on ‚Geschich en‘ gemeinsam.“ (BURKERT, 1987: 9) Eine un e schiedliche und ak uelle e Sich bie e de s uk u alis ische E hnologe Claude Lé i-S auss an. E beschä ig sich mi de S uk u des My hos und behaup e , dass die menschliche Essenz imme die gleichen Kompe enzen besi z , egal wohe man komm und zu welche Kul u man gehö . Dami e klä e , wa um es so iele Ähnlichkei en in My hen gib , die du ch Zei , Kul u und Ö lichkei ge enn sind. E gib eine dialek ische, s uk u alis ische E klä ung hie ü ( gl. LÉVI-STRAUSS, 1955: 430): „...my h is language: o be known, my h has o be old; i is a pa o human speech. In o de o p ese e i s speci ici y we should hus pu ou sel es in a posi ion o show ha i is bo h he same hing as language, and also some hing di e en om i “ (LÉVI-STRAUSS, 1955: 430). My hen sind ü Lé i-S auss sp achliche Ausd ücke, die in alle Sp achen übe agen we den können, ohne den Sinn zu e lie en. E iden i izie die gleiche S uk u wie in de Musik. In einem Musiks ück kann ein Thema e ände we den, und wenn es wiede o komm , e kenn die Pe son es e neu . Auße dem mein e , dass sie Essenz und Sinn e wecken, da sie unse e Ge ühle und K ea i i ä auslösen. Eine Einsch änkung des Beg i s au einen einzelnen Be eich – sei e philologisch, li e a isch ode e hnologisch – is wede möglich, noch p oduk i 8, da ich un e My hos 8 Mi unp oduk i meine ich, dass die F ages ellungen, die iele Fo sche en wickeln in e essan ü die Fo schung sind, dahe soll e de Beg i nich nu un e einem Gesich spunk be ücksich ig we den. 18 eine E zählung, die u sp ünglich is und au Gö e -, Heldensagen und übe na ü liche Wesen e weis , e s ehe. Manche Elemen e abe können in Be ach gezogen we den, abgesehen da on, dass man eine ode e schiedene Be eiche be ücksich ig : Die Gö e und Helden sind die Handlungs äge und sie „exis ie en“ meis ens auch auße halb de E zählungen; ein My hos kann sowohl gesellscha liche als auch geis ige P obleme, ode auch eine bes imm e inne e Eins ellung des Au o s p oblema isie en; e kann auch die F age nach de Beziehung zwischen Menschen und Na u ode Menschen und Gö e n besp echen. Die Bedeu ung eines My hos kann sich auch im Lau e de Zei wegen Ände ungen in de Gesellscha wandeln, ohne dass sein Inhal (komple ) e lo en geh . Auße dem besi z e un e hal ende und leh ha e Me kmale. De My hos is ein lebendige Tex , e wi d geände , ak ualisie und zu ihm we den neue Aspek e hinzuge üg , wie zum Beispiel magische Elemen e, um zu einem Ziel zu kommen. T o z des kul u ellen und zei lichen Aus auschs e lie de My hos seinen Ke n nich . E go kommen ie e ich zusammen assend das Ve häl nis zwischen My hos und Magie. 2.8 Zwischen My hos und Magie De My hos is ein un ennba e Bes and eil de uni e sellen Kul u ( gl. SIEBURG, 2016: 46). E e üg übe ein b ei es Pano ama eines Themas, das wi klich sein kann ode nu ein Teil de E zähl adi ion eines Volkes, die mi Sagen und Weissagungen e bunden is . Alle dings i die my hische Ebene im Nibelungenlied au die hö ische Ebene, obwohl das Publikum de Zei das Zusammenkommen on I ealem und Realem nich hin e ag ha ( gl. EHRISMANN, 2002: 10/11). In de my hischen Wel basie en die Pe spek i en on Reali ä au de menschlichen Gesellscha , ih en Wünschen und Ängs en o dem, was sie nich kennen. Sie dienen dazu, dem Menschen manche Aspek e des Lebens zu e klä en und ih e Reali ä in e p e ie en zu können, ohne die Wissenscha en zu benu zen ( gl. SIEBURG, 2016: 47). Dies is de Punk , in dem My hos, Magie und auch Religion zu exis ie en beginnen. 19 Es is dann kein Wunde , dass magische, übe na ü liche Wesen/Objek e sich in diese my hischen Wel be inden und wegen eine „Hö isie ung“ in de Li e a u in eine i e lich – ch is liche Wel eingeb ach we den, sei es als Un e hal ungsmi el ode als Handlungs äge ( gl. SIEBURG, 2016: 57). So is es im Nibelungenlied: Ein magische Gegens and wi k au seinen T äge und ande e, e beein luss sowohl my hische Figu en, wie auch Figu en, die de my hischen Wel nich angehö en. Beispielweise die Ta nkappe, die aus eine my hischen Wel en s amm , dem Nibelungenland. Sie hil de nich my hischen Figu – Gun he – ein ande es my hisches Wesen, die s a ke my hische B ünhild, zu besiegen, wi d abe auch on eine my hischen Figu , nämlich Sieg ied dem D achen ö e , benu z und besi z . Das My hische und das Magische wi ken au die Figu en und au die Handlung. Sie e ke en die Geschehen und üh en zu einem i e e siblen Un e gang. In dem E zählen e weben sich die mündliche E zähl adi ion de Eddas und die geleh e T adi ion de Zei , wobei die e s e das My hische und Magische in das Hö isch ein üh . Also widme ich die zwei nächs en Kapi el meine Analyse de Figu en B ünhilds und Sieg ied und ih en magisch – my hischen Elemen en. 20 3. B ünhild als Walkü e ode Königin – Menschliche K a ode gö liche Zaube ? 3.1 B ünhild als Königin in Isens ein E<z was ein> kuneginne gesezzen ube sê, i gelîche enheine man wesse ninde mê, diu was unmâzen schœ. Vil michel was i k a . Si schôz mi snellen degenen umb minne scha . (NL, 324) Die e s e Begegnung mi B ünhild im Nibelungenlied besch eib eine seh schöne – as so schön wie K iemhild – und unheimlich s a ke F au. In den 6., 7. und 10.  en iu en e äh de Lese meh übe sie und ih e „Gewohnhei en“, indem ih e B au we bung und die Hochzei in Wo ms besch ieben we den. Schon in den e s en Ve sen skizzie de Au o das Bild eine mäch igen, schönen und k a ollen my hischen F au, die spä e dekons uie wi d (ich komme in diesem Kapi el noch au diesen Punk zu ück). Ih e Da s ellung ähnel de K iemhilds und Sieg ieds ( gl. SCHULZE, 2010: 122): E<z wuohs> in Bu gonden ein iel edel madegîn (NL, 1/1) – K iemhilds Da s ellung Dô wuohs in Nide landen eins iel edelen kuneges kin (NL, 18/1) - Sieg ieds Da s ellung Hie inden wi schon einige Kon apunk e: B ünhild be inde sich ube sê, in einem e nen, emden, my hischen Land, wo auch das Mee ein ge ü ch e e Raum my hische und magische Wesen wa . Sie wa jensei s de Lände , in denen K iemhild und Sieg ied au gewachsen sind. Dieses Land wa mi dem Nibelungenland gleichges ell , weil beide nich zu de „ ealen“ Wel gehö en ( gl. MICHAELIS, 2011: 210). An diese S ophe muss man auch besonde s he o heben, dass sie gesezzen wa , das heiß , sie he sch e übe ih eigenes Reich. Sie wa poli isch selbs ändig und auch seh s a k, was einen sozialen Kon as zu de bu gundischen Wel da s ell . Auch Si schôz mi snellen degenen umb minne scha , wo de Lese zum e s en Mal he ausbekomm , dass die B au we bung nu du ch Kamp leis ung geling und dies ein F au gegen Mann und nich Mann gegen Mann, wie es in de hö ischen Wel üblich wa , ge üh e Kamp wa . Minne wi d hie du ch kö pe liche K a e eich , was den No men de Zei ü eine F au wide sp ich . Im Allgemeinen wa en die Damen im Mi elal e passi . Sie besaßen ih e Tugenden und Eh e und muss en sie bewah en, abe 21 nich um sie kämp en ( gl. MICHAELIS, 2011: 213/214). Wenn wi wissen, dass B ünhild in diesem Land he sch , bedeu e es, sie ha sich selbs ü so eine We bung en schieden. Es s ell sich dann die F age, ob sie diesem Modell olg , weil sie nich hei a en möch e, ode weil sie au einen spezi ischen Mann wa e , de s ä ke als sie is . In de sieb en  en iu e abe , in S ophe 414, bekomm de Lese eine An wo da au : Auch Sieg ied möch e B ünhild nich hei a en. Dieses B au we bungsmodell is also iel meh ein absich liches Abs andhal en on den Männe n, als nu au den ich igen Mann zu wa en ( gl. SCHULZE, 2002: 123): Dô sp ach diu kuneginne: „nu b inc mi gewan . Un is de s a ke Sî i komen in diz lan du ch willen mîne minne, ez gâ im an den lîp. Ich u h e in nih sô sê e, daz ich we de sîn wîp.“ (NL, 414) Im Nibelungenlied s eh es au eine my hischen e gessenen Ebene, wie nich nu B ünhild, abe auch eine on ih en Lehnsmänne n, de Sieg ied e kenn , ohne ihn je gesehen zu haben. Den Weg zu ih kenn Sieg ied auch gu , obwohl Isens ein ube sê lieg und auch mi ih en Kamp gewohnhei en is e e au . Alle diese „Anme kungen“ sind Hinweise au eine Vo geschich e, in de B ünhild Sieg ied schon begegne is , die sich au die Eddas und Sagen beziehen ( gl. SELMAYR, 2015: 67). Am Ho B ünhilds s ell sich Sieg ied als Gun he s Lehnsmann o – eine S andeslüge – und eil ih mi , dass sie da sind, weil Gun he um sie we ben möch e. B ünhild e klä dann, wo um es in den Kamp spielen geh : Den s ein schol e we en un sp ingen da nâch / den gê e mi mi schiezen (NL 423, 1/2). E soll sie im Spee - und S einwu und Wei sp ung besiegen. Falls e besieg wi d, e lie e sein Leben. Als nächs es, wenn alle sich au den Kamp o be ei e en, ha Sieg ied seine Ta nkappe om Schi gehol und sich unsich ba gemach – de e s e Be ug. Die Ta nkappe is ein magische Gegens and, de Sieg ied unsich ba mach und ihm K a schenk : on sînen schœnen lis en e he e k a genuoc / daz e mi dem sp unge den kunic Gun he e doch uoc (NL 463, 3/4). Sie, wie die meis en magischen Objek e, gehö en zu einem magisch – my hischen Wesen, bis es on einem Menschen besessen wi d ( gl. KIECKHEFER, 1992: 126). Im Nibelungenlied e äh man on Hagen in de 22 d i en  en iu e, wie Sieg ied die Ta nkappe on dem Zwe g Albe ich, dem magisch – my hischen Wesen, abgewinn , und dami He übe den Nibelungenho wi d. Ohne diesen magischen Gegens and wä e es unmöglich ü Sieg ied und Gun he , B ünhild zu gewinnen, denn selbs wenn Sieg ied übe menschliche K a besi z , is diese nich mi B ünhilds K a e gleichba , so dass es auch mi de Ta nkappe schwie ig wa , B ünhild zu besiegen: wan diu a nkappe, si wæ en ô e dâ bes ân. (NL 455/4) ez enhe e de kunic Gun he iuwen nieme ge ân. (NL 458/4) on sînen schœnen lis en e he e k a genuoc daz e mi dem sp unge den kunic Gun he e doch uoc. (NL 463, 3/4) Die Kamp spiele wa en nich nu schwie ig, sonde n auch lebensge äh lich ü Sieg ied. Als B ünhild ihm den Spee du ch den Schild geschossen ha , komm Blu aus seinem Mund – sei es, weil e sich e le z ha ode weil die Spiele, auch ü so einen s a ken Mann, zu ans engend wa en. Da aus läss sich die Schluss olge ung ziehen, dass ein Gewinnen nu mi Hil e eines magischen Gegens ands und des Be ugs möglich wa , was ein magisches Mo i bezeichne .9 Wei e hin äng de Au o noch in diese  en iu e an, B ünhilds Ges al in die eines bösen Menschen umzuwandeln und bezeichne ih e K a als e was Übe na ü liches. Abgesehen da on, dass eine F au, die s ä ke als die meis en Männe is , keine „no male“ hö ische F au is , läss de Au o hie ih e my hische Ve bindung mi den Sagen nich e lau en und wandel sie zu eine Teu elsb au : >>wâ en<<, dô sp ach Hagene, >>waz hâ de kunic ze û ? / jâ sol si in de helle sîn des übeln î els b û !<< (NL 448, 3/4). Wie kann wohl eine F au so iele Ri e im Kamp besiegen und so k a oll sein? So ein Bild ohne en sp echende E klä ung ep äsen ie e eine A Ge äh dung ü eine Gesellscha , die männe zen ie is ( gl. SCHULZE, 2002: 126). Die E klä ung inde de Lese , indem de Au o B ünhild mi einem eu lischen Wesen gleichs ell , dann sind de Umgang mi magischen Objek en und de Be ug akzep abel. Zu be onen is abe , dass solche Ta en als misogyn angesehen we den soll en, wie iele Gende o sche behaup en. Das is abe nich die F age, da diese Ums and ü die 9 Un e magischem Mo i e s ehe ich hie , dass die Handlung wegen des magischen Gegens ands nich na u gemäß is ; und die Ta sache, dass e unsich ba gewo den is und übe menschliche K a bekomm , sp echen gegen die Gese ze de menschlichen Wel . 29 h assa apna hlyni ! sa gn eþa þa gn ha d þe sial i h g; a ll e o mein o me in.“ Sig þ q aþ: "Munca ec lǫia, þo mic eigan i i , emca ec meþ bleiþi bo inn; ás áþ þín oc il oll ha a; s a lengi, sem ec li i." (Sig d í umál, 20/21)14 Da übe hinaus e äh man spä e in den Liede n nu on eine einsei igen Liebe, da Sig id einen Ve gessenhei s ank bekomm , um Gud un hei a en zu können (au diesen Punk komme ich in dem Kapi el übe Sieg ied zu ück). In dem d i en Sig ids-Lied si z B unhild d außen alleine und sehn sich nach ih e Liebe. Gleichzei ig abe ha sie Rachegedanken: Ein sa hon ú i a an dags, nam hon s a ma g om a mąlasc: "Ha a scal ec Sig þ , - eþa þó s el a, - mög omungan mé á a mi. O þ mąl ac nu, iþ umc e i þess: k an e hans Guþ ún, en ec Gunna s; lio a no ni scópu oss langa þ á." (Sigu da k ida Fa nisbana h idja, 6/7)15 Nachdem sie ges o ben is , au ih e Fah zu Hel, bejamme sie sich wegen de Misshandlung, die sie e leiden muss e, und e zeih Sieg ied mi de Ho nung, sie könn en „im Jensei s“16 wiede zusammen sein: 14 Sig id sag e: Nimme inde man ein weise es Weib als dich, / und das schwö e ich, dass ich dich / haben will und du nach meinem Sinn bis . / Sie an wo e e: Dich und keinen Ande n will ich, / wenn ich / auch zu wählen hä e un e allen Männe n. / Dazu e banden sie sich mi Eiden. (E s es Lied on B ünhild, 21) - Wilhelm Jo dan behaup e in seine Übe se zung de Liede Edda, dass die S ophen 20, 21 und 37, wie sie ühe wa en, einen Fehle bezeichnen. Da Sieg ied die Weissagungen bis zum Ende nich gehö ha e, mach e es keinen Sinn, dass die el e Weissagung nach dem Liebesschwu käme. So schließ e seine Übe se zung mi de al en S ophe 21 ab ( gl. Jo dan, 2001: 326/327). 15 Einsam d außen oll Unmu abends / Saß sie, so mi sich selbe sp echend: / „Mi meinen A men den mannha en Sig id / Muss ich umschmiegen, obe e schmach en. / Kaum he aus is das Wo , so eu mich's schon wiede ! / E is Gud uns Ga e, Gun he de meine. / Mi solchen Lose leg en uns langes / Unnennba es Leid au neidische No nen“ (D i es Sieg ieds Lied, 6/7). 16 Hel ode Helheim is das Reich de Gö in de To en Hel und wa au keinen Fall ein O de S a e. Do kamen diejenigen, die nich nach Walhalla kommen du en, das heiß , alle die nich in de Schlach eh en oll ge allen wa en und on den Walkü en und Odin in die Halle de Ge allenen (al no d. Valhöl) kommen du en. Soga Gö e und Halbgö e haben ih „Leben nach dem Tod“ im Hel e b ach . 30 „M no iþ o s íþ alls il lengi kono oc ka la q ieq i ǫdaz; ið scolom oc om ald i slí a Sig þ saman. Seycs u, gygia k yn." (Hel eid B ynhilda , 14)17 3.4 E s e Schluss olge ung Das o liegende Kapi el ha sich mi den wich igs en Passagen ü die Ges al B ünhilds sowohl im Nibelungenlied als auch in de Liede Edda beschä ig . Obwohl nich on eine ühe en Begegnung zwischen Sieg ied und B ünhild und on eine Walkü e im Nibelungenlied die Rede is , konn e de Dich e nich ganz au das my hische Mo i e zich en und muss e also manches Handlungsum eld e se zen, was zu Lee s ellen in de Dich ung üh . Folgende P obleme lassen sich nich he ausk is allisie en: B ünhild möch e keinen Mann hei a en, de sie ü ch e . Sieg ied e e sie dann om ewigen Schla und sie schwö en einen Eid au ih e gegensei ige Liebe. Man ag sich dann alle dings, wa um sie im Nibelungenlied, wenn sie „ on Gun he “ besieg wi d, au gib – nich nu in Isens ein, abe auch im Bu gundenland. Eine wei e e F age is , weswegen Sieg ied Ring und Gü el on B ünhild nimm und was es bedeu e . Könn e de Ring ih en Schwu au ewige Liebe bezeichnen? Und wenn de Gü el Jung äulichkei bedeu e , wie hä e e ihn nehmen können, wenn e sie auch in de Sage unbe üh läss ? Besonde s zu be onen is B ünhilds übe menschliche K a , die keine a sächliche E klä ung ha , könn e abe mi ih em Gü el bzw. mi ih e magischen Jung äulichkei e knüp we den. In de li e a ischen Fo schung is auch on einem Amazonen-My hos die Rede, wobei ih e auße gewöhnliche K a du ch ih en Willen Jung au zu bleiben und ih e Bewe be zu ö en, e klä we den könn e. In e p e ie man sie als Walkü e, übe menschliche Königin ode Amazone, soll e man das My hische und das Magische nich e gessen, weil es die Fo se zung de 17 „Ob zwischen Mann und Gemahlin sons auch / De Zo n un e ziehen endlose Zei wäh - / Ve bunden au ewig seien wi beide / Und e söhn , o Sig id. Ve sinke, Sch eckbild!“ (B ünhilds Hel ah ,14). 31 Geschich e ohne sie nich gäbe. My hisches und Magisches koexis ie en in de E zählung, sodass ih e my hische K a nu mi Magie besieg we den kann und de einzige da ü angemessene Held is Sieg ied. Das Publikum de Zei und de Au o wa en mi einigen Mo i en de Sagen e au , sodass de Au o au sie nich e zich en konn e. Da aus en s eh eine Figu , die aus T adi ion und Au hen izi ä e scha en wu de ( gl. MERTENS, 1996: 61) und deswegen auch Lee s ellen – wie zum Beispiel ih e übe menschliche K a . Ih e Figu lie e ein my hisches und ein soziales F auenbild de Zei zu En s ehung de Dich ung. Sie is sowohl die F au, die wunde ba e Elemen e besi z als auch die hö ische Dame und ebenso die F au des Teu els ( gl. SCHULZE, 2002: 138). Ve gleichba mi ih em magisch – my hischen Wesen is die Figu des D achen ö e s Sieg ied ( gl. SIEBURG, 2015: 56), weswegen ich mich mi seine Da s ellung und seinen Gegens änden in dem kommenden Kapi el beschä ige. 32 4. Sieg ied und sein magische Appa a – Vom Blu bis zum Zaube ank 4.1 Sieg ieds Vo geschich e im Nibelungenlied In de zwei en  en iu e i Sieg ied e s mals in de E zählung au . E wi d nich nu als ein hö isch adlige Ri e , sonde n auch als ein ich ig gu e Mensch da ges ell . Lau F anz Rol Sch öde „is [es] die Idee des ollkommenen Menschen […]“ (SCHRÖDER, 1965: 303), die spä e mi seine my hischen Sei e kon as ie wi d. Das heiß Sieg ied ha eine Doppelna u , die aus seine ein menschlichen Sei e und seine my hischen Sei e s ammen ( gl. SCHRÖDER, 1965: 305). Übe seine menschliche Sei e e äh de Lese , dass e aus eine S ad am Niede hein namens Xan en s amm , de en Königspaa Siegmund und Sieglinde hießen und seine El e n wa en. E wu de, wie es on hö ischen Ri e n e wa e wu de, nach hö ische Si e e zogen, auße dem such e e selbs nach Aben eue n, um seine K a und seinen Mu zu e p oben und Damen zu dienen: Man zôch in mi dem lîze, als im daz wol gezam. on sîn selbes muo e waz ugende e an sich nam! des wu den sî gezie e sînes a e lan , daz man inze allen dingen sô eh e hê lichen an . (NL 21) Nu was e in de s e ke, daz e wol wâ en uoc. swes e daz zuo bedo e, des lag an im genuoc. e begunde mi sinnen we ben schœniu wîp, di û en wol mmi ê en des küenen Sî ides lîp. (NL 24) Die E zählung is seh hö isch gep äg und noch in diese  en iu e e ah en wi , dass Sieg ied in das Al e komm , in dem e in die Gesellscha hinein i . Da eie de ganze Ho das Geschehen mi einem besonde en, hö ischen Fes , übe das man moh e wunde sagen (NL 27). Alle wa en p äch ig und eich angezogen, sie sind zu Messe gegangen, die Recken haben Tu nie e ge üh und spä e wu de nu das Alle bes e gespeis und ge unken. Am Ende wu den Lände und Bu gen e eil , Sieglinde e schenk e noch o es Gold nâch al en si en (NL 38/2) und es wu de so iel gegeben, dass de E zähle soga sag : Vil lü zel man de a nde a men dâ an . oss und kleide , daz s oub in on de han , sam si ze lebene he en nih mê deheinen ac. ich wæn, ie ingesinde sô g ôze mil e gepl ac. (NL 39) 33 Noch am Ende diese  en iu e lies man, dass Sieg ied schon als He sche angesehen wu de und obwohl e die K one nich agen woll e, solange seine El e n noch leb en, wa e imme be ei , das Land o Ge ah en zu schü zen. Das zeig , dass e seinen El e n, seinen Königen, be ei willig und eu e geben wa . Diese zwei Eigenscha en, zusammen mi seinem schönen Aussehen, seine K a und seinem Mu , machen aus Sieg ied einen hö ischen Ri e . In de d i en  en iu e abe beobach en wi einen Wandel in Sieg ieds Benehmen. E ha übe ein schœniu mei (NL 42) gehö , das im Bu gundenland leb e. Sie wa so schön und ein, dass iele ins Land gekommen seien, um sie zu e we ben. Sieg ied ha dann gleich an die hôhe minne gedach und woll e deswegen ins Bu gundenland, um sie zu F au zu nehmen. Seine El e n hö en zwa seine Absich nich ge n, da sie Gun he und seine Leu e kennen, abe sie hel en Sieg ied dabei, sein Ziel zu e eichen. Sch öde zu olge gib es zwei Eigenscha en, die die He oisie ung de al en Gö e söhne auszeichnen: die K a und die Weishei ( o i udo und sapien ia). Aus diesen zwei Eigenscha en en wickeln sich „zwei Helden ypen gegensä zliche Na u “: de s a ke und de weise Held ( gl. SCHRÖDER, 1965: 308/309). Die 53. S ophe (und ande e noch) s ellen Sieg ied als einen Helden s a ke Na u da , de be ei is , mi K a zu e obe n, was e möch e. Nachdem Siegmund e such , ihn o Hagen zu wa nen, an wo e Sieg ied: „Waz mac uns daz gewe en?“, sp ach dô Sî i , „swaz ich iuwen liche nih ab in e bi , daz mac sus e we ben mi ellen dâ mîn han . ich ûwe an in e wingen beide liu e und lan .“ (NL 53) Noch dazu behaup e Sch öde , Sieg ied sei „ganz übe schäumende K a heldenha e Jugend, die blindlings, ohne Besonnenhei , ins Ve de ben enn […].“ (SCHRÖDER, 1965: 310). Und obwohl Siegmund ihm da on ab ä und Sieg ied sag , e habe nich o , das Mädchen mi Gewal zu e obe n is dies abe p äzise das, was e den Bu gunden and oh , als e in Wo ms ankomm . Zu o wi d übe die p äch igen Kleidungen, Rei zeuge und neue Schilde, Wa en und Aus üs ungen e zähl und wie e mi nu el Recken eisen woll e. Nach sieben Tagen Reise kommen sie in Wo ms an und de König Gun he will 34 gleich wissen, we die Recken sind und als Hagen Sieg ied aus einem Fens e e blick , e kenn e ihn und e zähl Wunde a en übe ihn, wobei seine Besch eibung Sieg ieds seh wich ig ü die A bei is , deswegen komme ich da au spä e zu ück. Nachdem Gun he übe Sieg ieds Ta en gehö ha , hieß e Sieg ied willkommen und emp ing ihn und seine Recken seh hö lich. E ag e auch, wa um sie in sein Land gekommen sind. Sieg ieds An wo da au kons i uie nich o angig ein Belügen seine El e n, da e gemein ha , e woll e ohne Gewal das Mädchen e we ben, sonde n de G und an sich, wa um sie ins Bu gundenland gekommen sind, is auch eine Lüge.18 Was abe Sieg ied spä e äuße , e s aun die Bu gunde : „... Nu i sî sô küene, als mi is gesei , sône uoch ich, is daz iemen lieb ode lei , ich will an iu e wingen, swaz i muge hân. Lan unde bu gunde, daz sol mi we den unde ân.“ (NL 108) Zumal e nied ig e O win on Me z, als e zu ihm sag : >>... ich bin ein kunec îche, sô bis u kuneges man / jâne do en mich dîn zwel e mi s î e nimme bes ân.<< (NL 116/3-4). Die Si ua ion eskalie , sodass e sich mi Sieg ied s ei en möch e, was Ge no e meide und sag , es sei in e essan e in ze iuwende19 (NL 118/4) zu haben. Zule z sag Sieg ied zu Hagen: „...daz die hende mîn / wellen il gewal ec hie zen Bu gonden sîn.“ (NL 120/ 3-4), abe un e dem S ich begann e an das Mädchen zu denken, e zich e dann au den Kamp und leis e den Bu gunden Diens . 4.2 Sieg ieds „Heldenwe dung“20 Wenn Sieg ied in Wo ms einge i en komm , wi d e on Gun he als unkunde degene bezeichne . E s als Hagen ihn om Fens e e blick , wi d e als de Held Sieg ied benann , und obwohl e Sieg ied noch nie gesehen ha , konn e e es e mu en, weil e 18 Sieg ied sag , e ha on den ap e en Recken und Kamp geis de Bu gunden gehö , und woll e diesen Behaup ungen nachgehen. 19 „Das mi elal e liche Wo iun scha umschließ die F eundscha , die Ve wand scha , die Hausgenossenscha in einem Beg i , wobei das Band de F eundscha nich emo ional, sonde n du ch ech liche Ve äge und Ve p lich ungen geknüp wi d. Dabei muss Sieg ied […] dem bu gundischen Königshaus gegenübe seine ê e, seine He sche quali ä und Ebenbü igkei beweisen“ (EHRISMANN, 2002: 73). 20 Vgl. SELMAYR, 2015: 68. 35 wegen seine Ta en bekann wa . Diese Ta en gehö en eine „my hischen Vo zei “ an, die als „Sagenwissen“ gil . Wie Hagen alleine zu diesem Wissen gekommen is und wie es on de Gesellscha de Zei des Nibelungenlieds ohne wei e e E klä ung akzep ie wu de, kann nu e s anden we den, wenn wi es als ein „kollek i es Wissen, das alle angeh “ ansehen ( gl. SELMAYR, 2015: 68.). Hagen be ich e on Sieg ieds Helden a en im Nibelungenland und wie e zum He n dieses Lands gewo den is : Sieg ied is in die Bu g Schilbungs und Nibelungs gekommen und wu de hö isch emp angen. Die He sche de Nibelungen haben mi ihm ih en Scha z ge eil und ihm das Schwe Balmung als Lohn geschenk . Von ihm woll en sie seinen Diens haben, da e schon damals als Held be ach e wu de. Diese Gegensei igkei on Ve p lich ungen wu de abe ab up abgeb ochen, da Sieg ied das Schwe genommen und mi ihm zwel s a ke isen, ecken siben hunde und die Könige selbs e schlagen ha . Demzu olge wu de e on den Männe n ge ü ch e (sie geben ihm das Land ab) und on dem Zwe g Albe ich gehass , de seine He en ächen woll e. Albe ich wu de abe on Sieg ied besieg und de Held aus Xan en ha in olgedessen seine Ta nkappe gewonnen. Dami wi d Sieg ied nich nu He sche des Nibelungenlandes, sonde n übe nimm auch den Nibelungenho . Des Wei e en e zähl Hagen noch, Sieg ied habe sich im Blu eines D achens gebade , den e alleine ge ö e ha , und deswegen eine Ho nhau bekommen ha , die ihn un e wundba gemach ha . Diese Geschehen sind en wede mi de my hischen Nibelungenwel , ode mi eine my hischen Wel gekoppel , „die wede O noch Zei “ ( gl. SELMAYR, 2015: 68) in de E zählung ha . In diese Vo s ellung Sieg ieds bei Hagen, le nen wi nich nu seine Geschich e mi den Nibelungen kennen, sonde n es we den auch Sieg ieds magische Gegens ände einge üh , nämlich die Ta nkappe und das Schwe Balmung. Diese Gegens ände we den mi Sieg ied e bunden und agen mi ande en zu seinem Un e gang bei.21 21 Ohne die Ta nkappe hä en Sieg ied und Gun he B ünhild nich besieg und sie auch in de zwei en B au nach nich un e joch . Da übe hinaus wä e es unmöglich, Ring und Gü el on B ünhild zu nehmen, was zu dem S ei zwischen den Königinnen üh , ge olg on Sieg ieds Mo d und schließlich de Rache K iemhilds. 36 4.3 Sieg ieds Ta en und Misse a en Nach einem ganz ha monischen Jah am bu gundischen Ho ohne K iemhild zu sehen und mi seinen Gedanken au die hôhe minne ge ich e , kommen une wa e Bo en im Land an, die Nach ich en on einem K ieg, den die Dänen und Sachsen gegen die Bu gunde üh en woll en, übe b ingen. König Gun he u dann noch einmal seine bes en Männe zusammen, um sie um Ra zu bi en, wobei Hagen sag , die Könige sind zu a ogan und ag „wan mug i z Sî ide sagen?“ (NL 149/4-5). Als Sieg ied e äh , dass es P obleme geben kann, mach e sich be ei , das Land zu e eidigen und sag Gun he : „lâ mich iu e we ben ê e unde umen“ (NL 157/3), und so läss de König seine Männe sammeln und die Bo en de Feinde zu ückkeh en. Mi de Nach ich , dass König Gun he ü einen K ieg be ei wä e und zusä zlich Sieg ied an seine Sei e hä e, eg sich de dänische König au , sodass e und de sächsische König ie zig ausend Männe ü den K ieg zusammengeb ach haben. Wäh enddessen haben sich die Bu gunde und Sieg ied ü den Kamp o be ei e . Sieg ied woll e da ü so gen, dass sie Eh e und Besi z e we ben wü den, abe ohne dass sich König Gun he in Ge ah begeben muss e, dahe ba e Gun he da um, zu Hause zu bleiben, da auch die Recken ihm, Sieg ied, olgen woll en. Schon as am Schlach eld, ag e die ande en, ob e alleine los ei en kann, um zu sehen, wo sich die Feinde be inden. Nach eine Weile e blick e in hôhem muo e die as ie zig ausend Männe und als e in den Vo pos en den König Liudegas e kenn , ei e e zu ihm, besieg ihn und e schläg des Wei e en allein neunundzwanzig Männe . Einen läss e zu ück ei en, um dem König Liudege Bescheid zu geben, dass e König Liudegas weggeb ach ha . An diesem Punk e äh de Lese , dass die Bu gunde nich meh als ausend Männe und noch zwöl Recken dazu zum Kamp geschehen mi geb ach haben, abe auch, dass wäh end des blu igen Kamp es Hagen Sieg ied hel en muss e, dami diese seine Kamp gie be uhigen konn e. Als Sieg ied dem König Liudege begegne , wi d de niede ländische Held im Ve bindung mi seinem Schwe Balmung gese z : Dô de s a ke Liudgê Sî iden an , und daz e alsô hôhe uog an sîne han 37 den guo en Balmungen und i sô manegen sluoc, des wa de he e zo nec und g immic genuoc. (NL 205) Das Schwe wi d ü den sächsischen König ein Zeichen des Un e gangs iele Männe . Mi diesem Blick und au s eigende Wu , haben die Recken besse gekämp . E s spä e abe , als Liudege ein Zeichen au Sieg ieds Schild sieh , e kenn e , dass es de Held aus den Niede landen is und bi e um F ieden. Das heiß , zue s wi d das Schwe e kann und e s spä e de Held, als ob das Schwe allein die wunde ba en mili ä ischen Ta en ollb ach hä e: „Geloube iuch des s u mes, alle mîne man! sun den Sigmundes ich hie gesehen hân. Sî iden den s a ken hân ich hie bekann . in hâ de ubele iu el he zen Sahsen gesan .“ (NL 214) De Kamp komm zum Ende, die Recken ei en zu ück und Ge no schick Bo en nach Wo ms, um den Wo mse n on ih em E olg zu e zählen. So e äh man du ch einen Bo en K iemhilds on Sieg ieds Ta en au dem Schal eld: Niemand habe wie Sieg ied gekämp . Dank seine S ä ke ha e iele e schlagen und e wunde . Viele Ge angene b ingen sie auch mi ins Land. Wegen seine ielen Ta en e dien Sieg ied einen Lohn und zum e s en Mal wi d kla gemach , e is und bleib wegen K iemhild im Bu gundenland. Dies kann de König Gun he ihm nich e weh en: De kunec was im hol , sam wâ en sîne mâge, di he en daz gesehen, waz on sînen k e en in dem s î e was geschehen. (NL 257/ 2-4) Wa en diese Mach demons a ionen eine S a egie, sich K iemhild zu nähe n? Ode , wie de E zähle sich selbs ag – und manchmal auch bes ä ig – ollb ing e solch gewal ige Ta en wegen seines hôhen muo es? Dabei s ell sich die F age, ob es ein Dümmlingsmo i 22 gib . Es is aglich, ob hie Dummhei zu sehen is ode nu die s a egischen Sch i e eines an Gewal gewöhn en Recken. Ich e e e auch die Meinung, dass e kein weise Held, sonde n ein s a ke is ( gl. SCHRÖDER, 1965: 308/309) – soga de s ä ks e in de Geschich e, abe das bedeu e nich , dass e auch 22 O id Eh ismann beleg in seine Un e suchung, dass Sieg ied „Dummhei spo enzial“ habe und „de Sieg ied des Mi elal e s pa ielles Dümmlings-Image in de Neuzei in einen Dümmling e o m “ sei (EHRISMANN, 2002: 92). 38 dumm sein muss. Weishei bedeu e nich nu , dass man gebilde is , sonde n seine mili ä ische Kompe enz is auch eine A Weishei . Wegen des e olg eichen Sieges eie en sie P ings en und in diesem Fes begegne Sieg ied zum e s en Mal K iemhild. So sieh man gleichzei ig Sieg ieds Ausd uck on Liebe und Leid und nun ä Ge no Gun he , e solle den Helden zu K iemhild lassen, da e seinen Diens geleis e ha und ihn noch in de Zukun b auchen könn e: >>... dâ mi wi haben gewunnen den il zie lichen degen.<< (NL 287/1). K iemhild komm an den Ho und g üß den Helden und de E zähle behaup e „wa ih dâ iuwen liche ge wungen wîziu han / on he zenliebe minne, daz is mi nich bekann “ (NL 292/1- 2). De König on Dänema k be on soga , wegen dieses G ußes wu den iele on Sieg ied e schlagen, das heiß e is de Meinung, Sieg ied ha wegen K iemhild an dem K ieg eilgenommen. Zum zwei en Mal will Sieg ied ab eisen, e zich e abe au diese Idee. Dies wiede um schein mi eben alls, Teil seine S a egie, sich K iemhild schnelle zu nähe n, zu sein. Zu diesem Zei punk kommen Nach ich en on schönen Mädchen an und Gun he en scheide sich, eine zu seine F au zu nehmen. Sieg ieds Au gabe, dem König Ra zu geben und ihm zu hel en, zu hei a en, is ge ade das, was de Held b auch , um schnelle zu seinem eigenen Ziel – die Hei a mi K iemhild – zu kommen. In de olgenden  en iu e le n de Lese B ünhild und ih e Kamp spiele kennen. Sieg ied schein B ünhild und ih e Gewohnhei en zu kennen und ä deswegen Gun he ab, sie zu e we ben. Hagen schläg dann Gun he o , da Sieg ied mi ih en Gewohnhei en bekann is , e soll dem König hel en. 23 Sieg ied nimm diesen Vo schlag an, indem Gun he akzep ie , dass e ihm seine Schwes e zu F au gib . Dabei wi d die Ta nkappe und ih e Wi kung genaue de inie : Alsô de s a ke Sî i di a nkappen uoc, sô he e da inne k e e genuoc: wol zwel manne s e ke zuo sîn selbes lîp. 23 Hie bleib auch in de E zählung unbekann , wie Hagen weiß, dass Sieg ied mi B ünhilds Eigena en e au is . Die Vo kenn nisse, wie sie on Sieg ied o he wuss e und ihn e kann ha , be inden sich in eine my hischen Ebene. 45 Sieg ied wa und dass Hagen es ge an ha . Sie will ihn dann beklagen und schick einen Bo en zu Sieg ieds Leu en und Va e . Sigmund will seinen Sohn ächen und nimm el hunde bewa ne e Recken, die be ei zum Kamp wa en. K iemhild sag abe , sie sollen au eine besse e Gelegenhei wa en. Sieg ieds Kö pe wi d in einen Sa g geleg und am nächs en Tag wi d e zum Müns e geb ach , wo K iemhild sich nach eine Bah p obe e kundig . Lau Heinz Siebu g is die Bah p obe ein my hisch – magisches Mo i (SIEBURG, 2016: 55), wobei die Wunden des To en blu en, wenn sein Mö de in die Nähe komm . Da sah man, dass Hagen schuldig wa , denn die Wunden haben wie o he geblu e . Gun he lüg wei e und sag es seien Räube gewesen, die Sieg ied e schlagen haben. Nach de Messe will K iemhild ihn noch nich beg aben lassen und bah ihn d ei Tage und d ei Näch e au . Am d i en Mo gen wu de eine Messe gesungen und die Leiche des Helden wu de zum G abe geb ach . K iemhild wa andaue nd ohnmäch ig (de Au o sag , e weiß nich , wie sie noch am Leben wa ), abe sie woll e ih en Mann ein le z es Mal sehen. Als sie ihn e blick , küss sie ihn, wein Blu änen und wi d noch einmal ohnmäch ig. Sieg ieds Leiche wi d am Ende beg ab . Die Figu de magisch – my hischen ande en Wel ( gl. SIEBURG, 2016: 56), de D achen ö e Sieg ied und seine Rolle in de E zählung, kommen zu einem Ende. 4.4 Sieg ied, de D achen ö e In dem e s en Sigu ds Lied, ode G ipe s Weissagung, sag Sigu ds Oheim in Weissagungen sein ganzes Leben o aus. Dieses Lied e zähl , Sigu d sei de Sohn Sigmunds29 und Hiö dis. E e äh on G ipe , e we de de mäch igs e und bes e Held, und dass sein Name niemals e gessen wi d. E alleine wi d den Lindwu m ö en und einen Ho inden und wi d deswegen be ühm . Eine Jung au wi d e aus dem Wunde schla e wecken, und sie wi d ihm die unischen Regeln, K äu e , K anke zu heilen und alle Sp achen beib ingen wi d. Obwohl sie Liebesschwü en auschen, e äh e auch, dass e sie wegen eines Liebes anks e gessen und wegen Gud un leiden wi d: 29 Sigmund is de Sohn Sigis (Odins Sohn) mi de Riesen och e Liod, das heiß Sieg ied is ein Nachkomme Odins selbs . 46 „Iþ m n þ alla eiþa inna ll as liga, á m n þ halda; e iþ he i þ Giuca ges eina no , man a ho sca Heimis os o.“ (Sigu da k ida Fa nisbana, 31) „Þ e þ , sicling , y s icom anna s, mundo G imhilda gialda aþa, m n bioþa þe bia haddaþ man do sina, d eg hon el a g am.“ (Sigu da k ida Fa nisbana, 33)30 Nachhe sag G ipe , Sigu d wi d B ünhild ü Gun he e we ben, indem e wie Gun he aussehen wi d, und e wi d auch neben ih im Be d ei Näch e schla en, dennoch ih e Keuschhei unbe üh lassen. Von eine Ta nkappe wi d nich gesp ochen, de Oheim sag ihm nu , dass seine Seele und Denka bleiben, da e nu seine Ges al wechsel : „Li he i þ G nna s oc lȩ i hans, mȩlsco þina oc meginhyggio ; m nd as na þe aml ndaþa os o Heimiss, se ȩ y þ i“ (Sigu da k ida Fa nisbana, 39) "Þú m n h íla, he s odd i i mȩ ! hjá meyio, sem þín moþi se; þ í m n ppi, meþan a ld li i , þjoþa þengill, þi na n e a." (Sigu da k ida Fa nisbana, 41)31 30 „Hoch und eue mi ausend Schwü en / Gelob ih einande ewige Liebe, / Un e b üchliche B au scha , und b ech sie dennoch. / Eine Nach genüg dem Gas e Eibichs / Heime s Godkind ganz zu e gessen.“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 31). „Ja, ap e e Held, so äuschen dich And e. / Du büß g am oll die Lis en G imhilds. / Mi dem Zaube ge änke mach sie dich eulos / Nach de goldelock en Toch e Begeh lich.“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 33). 31 „Dieselbe Seele, dieselbe Denka / Bewah s du wei e und wechsels mi Gun he An li z allein und leibliches Ansehen. / Di selbe so, de du Gun he s Gesich has , / Ve p lich es du b äu lich das P legkind Heime s, / Und Alles äusch ih mi eu em Tausche.“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 39). „Ih zu Sei e gebe e , das Beilage eie nd, / Schlä s du so keusch, o Schlach enkönig, / Als wä e die Maid deine leibliche Mu e . / Deswegen wi d, so lange die Wel s eh , / Dein uhm olle Name nimme e gessen.“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 41). 47 Wei e hin e zähl G ipe , Sigu d leb eulich als Gud uns Ga e und schweig übe den Tausch, „enn B ynhild þicciz b þ a ge in / snó iþ éla sé a he ndom“ (Sigu da k ida Fa nisbana, 45/3-4)32, weil B ünhild zu Gun he sag : "M n hon G nna i go a segia, a þ eigi el eiþom þy mþi , þa e i kon ng a a llom h g, Giuca a i á g am þi." (Sigu da k ida Fa nisbana, 47)33 Be o sie oneinande Abschied nehmen, in o mie G ipe Sigu d, dass nachdem diese Lüge e ö en lich wi d, Gud un dami be üb bleiben wi d und nie wiede oh leben kann, ih e B üde b ingen sein Leben deswegen zu einem Ende. Im zwei en Lied Sigu ds, wi d on Regin, de Sigu d übe Zaube küs e und ande e Küs e beleh ha , übe einen Ho be ich e . Die Gö e geschich e, in de Odin, Loki und Höni au auchen, ha als Schwe punk einen Ring, de e luch e wi d, dami de jenige, de ihn besi z , mi dem Tod bes a wi d. De Fluch zeig sich so o danach, indem de Besi ze des Ho s Reidma das Gold mi seinen Söhnen, Regin und Fa ne , nich eilen will und deshalb on ihnen ge ö e wi d. Fa ne abe nimm den Ho ü sich selbs und e wandel sich in einen D achen, indem e den Helm Ögi s äg . Regin eiz Sigu d da au hin, den D achen zu e schlagen und schmiede ihm ein Schwe , das G am genann wu de und so scha wa , dass es eine Flocke in zwei schneiden konn e. Sigu d will dann seinen Va e ächen, de on den Hundingsöhnen ge ö e wu de und ei e sodann los, um Regin Fa ne zu e schlagen. In de Mä on Fa ne e s eck sich Sigu d in eine G ube au dem Weg zu Fa ne . Als de D ache zu ückkeh und übe die G ube k abbel , s eck de Held sein Schwe in 32 „Doch mi els Fälschung dem Falschen e bunden / E ä sich B ünhild und b ü e Rache“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 45/3-4). 33 „Sie sag dem Gun he , du ha es e gessen, / Was du damals schwu s , als übe schwänglich / Und on ganze Seele de Eibichse be / Ve au au die Keuschhei seines Ve e e s.“ (E s es Lied on Sieg ied dem D achen ö e , 47). 48 sein He z. Sigu d geh aus de G ube, Fa ne sieh ihn und ag we e sei. Sigu d an wo e abe nich gleich da au , denn e ü ch e sich da o , dass de D achen ihn e luchen könn e. De D ache abe e ä seinen Namen und auch, dass e de Sohn Siegmunds sei. Fa ne weis Sigu d da au hin, dass de Ho sein Ende wi d und sp ich übe die No nen (Schicksalsgö innen in de no dischen My hologie), die Gö e und wo de Ragna ök (de Un e gang de no dischen Gö e ) s a inden wi d und noch be o e s i b , wa n e Sigu d noch einmal o dem Schicksal on dem, de den Ho besi z und dass Regin auch ihn e a en wi d. Fa ne s i b , Regin lob Sigu d ü den Sieg, nimm das He z on dem D achen aus seinem Kö pe und e lang on dem Helden einen Lohn ü das Schwe , das e ihm geschmiede ha . Nachhe geh e schla en und läss das He z b a en, denn e woll e es essen.34 Sigu d s eck den Finge in das He z, um zu übe p ü en, ob es schon geb a en wa und e b enn seinen Finge . Als e ihn dann in den Mund s eck und das Blu des D achens seine Zunge be üh , äng e an, die Sp ache de Vögel zu e s ehen. Sie a en ihm, den Ve ä e Regin zu ö en, das He z des D achens alleine zu essen, was e dann auch u , denn e en haup e Regin und ink noch dazu sein und Fa ne s Blu 35. Auße dem be ich en ihm die Vögel übe Sigd i a, die schla ende ge allene Walkü e. Im Anschluss da an nimm Sigu d zwei Kis en oll mi Gold, den Ögishelm, de Ges al en wechsel , und das Schwe H o i aus Fa ne s G ube und beläd sein P e d G ani dami . 4.5 Zwei e Schluss olge ung Wie schon o he e ö e wu de, konn e de Dich e des Nibelungenlieds au das my hische Mo i nich ganz e zich en und muss e also manches Handlungsum eld e se zen, was zu Lee s ellen in de E zählung üh . Sieg ied is imme noch de D achen ö e in de E zählung (ein my hisches Mo i ), de eine wunde ba e K a besi z . Die He kun seine K a is abe nich zu e klä en, nu seine Un e wundba kei wegen des D achenblu es. Es wi d nich on eine Nachkommenscha Odins gesp ochen ode übe die Ta sache, dass e das He z des D achens iss (so wie in de 34 Es gab einen Glauben, dass wenn man das Blu seines Gegne s ink und einen Teil seines Kö pe s iss , man meh K a bekomm . 35 In den Eddas bade sich Sigu d nich im D achenblu , abe e u es in de Völsunga Saga. 49 Liede Edda), was seine übe menschliche K a in dem Nibelungenlied e klä en könn e. S a dessen wi d seine K a du ch die Ta nkappe, den magischen Gegens and, po enzie . E is gleichzei ig de gewal ä ige Held und de hö ische Ri e ( gl. Schulz, 2010: 350), was eine Doppelna u bezeichne . Wenn es in de E zählung nich zu Lee s ellen in dem Nibelungenlied komm , e se z de Dich e dann das My hische du ch das Magische: Es s eh au eine e gessenen my hischen Ebene, wa um Sieg ied den Weg zu B ünhild kenn und sie ihn e kenn (de Zaube ank wi d nich e wähn ); seine my hische K a wi d on einem magischen Gegens and e höh , es is de selbe, de ihn unsich ba mach . Auch unkla bleib die F age nach de En nahme de magischen Gegens ände B ünhilds. Die magischen Gegens ände und sein Umgang mi ihnen b ingen ihn zu seinem Ende. Ohne das My hische wä e es auch unmöglich, dass e B ünhild ü Gun he gewinnen wü de: Wenn e mi ih en „Gewohnhei en“ nich e au wä e, hä e e ielleich die Ta nkappe nich mi genommen, also wä en Gun he und e selbs o . Wenn e sich im Blu des D achens nich gebade hä e, wä e e nich un e wundba und wü de es auch ielleich deswegen nich scha en, so iele Helden a en alleine zu begehen. Dahe sind das Magische und My hische un e zich ba ü seine Cha ak e isie ung und mi den Geschehnissen in de Handlung e knüp . 50 5. Fazi Wie die A bei gezeig ha , spielen manche magisch – my hischen Gegens ände und Cha ak e isie ungen36 en scheidende Rollen ü die Fo üh ung de E zählung, manche sind abe auch nu handlungs unk ional. Die Ta sache, dass de Dich e nich ganz au das my hische Mo i e zich en konn e und dahe manches Handlungsum eld e se zen muss e, e weck in de E zählung Lee s ellen, die Heinzle „elemen a e Kommunika ionsbedingungen des Tex es“ (HEINZLE, 2014: 163/164) nenn , da e sie als einen „P ozess de Li e a isie ung des S o es“ (HEINZLE, 2014: 162) e s eh . B ünhilds my hische K a kann im Nibelungenlied sowohl mi dem magischen Gü el als auch mi ih e magischen Keuschhei e bunden we den, das heiß zwei ih e Cha ak e is iken sind mi einem magischen Gegens and e bunden: die K a und die Keuschhei . Es wi d nich on einem Walkü enmy hos gesch ieben, womi eine Lee s elle en s eh , die mi dem Magischen in dem Epos ge üll wu de. Gegens ände, die als Handlungs äge ungie en, sind B ünhilds Gü el und ih Ring. Diese Gegens ände bedeu en ü Sieg ied Mach übe B ünhild, wäh end sie ü sie selbs ih e magische En mach ung und En k ä ung da s ellen ( gl. MÜHLHERR, 2009: 490). Alle dings behaup e de E zähle selbs , de G und ü den Diebs ahl muss Sieg ieds hôhe muo gewesen sein. Zumal wi d auch e schwiegen, wa um e seine F au K iemhild sowohl Ring als auch Gü el gegeben ha , was e ih dazu gesag ha und wa um sie Jah e spä e die Objek e mi nach Wo ms genommen ha . Alle diese Mo i e bleiben unkla und o men Lee s ellen in de E zählung, abe noch in de gleichen S ophe d ück de E zähle in Fo m eine Vo ausdeu ung aus, diese Handlung sei au ein Ziel bezogen: e gab ez sînem wîbe, daz wa im side lei (NL 677/3), das heiß sie dienen eine inalen Mo i a ion. Sie sind ü die Fo se zung de Geschich e essenziell, wobei sie spä e in de Szene des S ei s de Königinnen wiede im Epos au auchen und als Demü igungsobjek e e wende we den, was zu E mo dung Sieg ieds üh und schließlich zu Rache K iemhilds an Hagen und zum Un e gang alle . Die Lee s ellen, die eilweise aus diesen magisch – my hischen Elemen en 36 Sieg ied als D achen ö e is ein my hisches Mo i seine Cha ak e isie ung, sowie die K a B ünhilds, die in dem Epos mi dem magischen Gü el und ih e magischen Keuschhei e bunden wi d. 51 en s ehen, sind dann auch eine S a egie de Adap a ion – die mündliche T adi ion, mi de Publikum und Au o e au wa en, und die hö ische T adi ion zusammen zu b ingen. Gemeinsam mi den magisch – my hischen Elemen en sind sie nich nu Ve knüp ungs o men, sonde n auch Handlungs äge und dienen eine inalen Mo i a ion: dem Un e gang. Ein wei e es Handlungs äge objek is die Ta nkappe. Ohne sie wä e es ü Sieg ied und Gun he unmöglich, B ünhild in Isens ein zu besiegen (wan diu a nkappe, si wæ en ô e dâ bes ân [NL 455/4]), das heiß , die Ta nkappe mach ihn nich nu unsich ba , sonde n sie schenk ihm auch K a . Nach diesem Kamp nimm e sie mi , als e aus B ünhilds Bu g ab eis , um Ri e aus dem Nibelungenland zu holen und nach Isens ein zu b ingen. Spä e und zum le z en Mal benu z e die Ta nkappe in de zwei en B au nach in Wo ms, um B ünhild im Be zu besiegen, was e eiwillig u – Gun he bi e ihn nich um seine Hil e. Die Ta nkappe is de einzige magisch – my hische Gegens and, de deu lich magisch agie und ohne seine magische Fe igkei wä en die zwei Be üge an B ünhild nich möglich gewesen. Diese Gegens and is nich nu mi Sieg ieds K a e bunden, sonde n auch mi Be ug konno ie . Die Kappe, de Ring und de Gü el sind en scheidende Elemen e ü die e ke e en Geschehnisse, die zum Un e gang üh en. Nach Sieg ieds Tod e schwinde die Ta nkappe. Sie wi d nu spä e on Albe ich e wähn , weil die Nibelungen ohne sie den Ho nich en hal en können: „wi n ge ü en i des ho des o gehaben nih , / sî sîn ze mo gengâbe diu edel küneginne gih .“ (NL 1115/3-4), und: „Doch wü dez nimme “, sp ach Alb îch, „ge ân, niuwan daz wi übele dâ e lo n hân mi sam Sî i die guo en a nhû […]“ (NL 1116/1-3) Handlungs unk ionale Gegens ände ode Cha ak e isie ungen bezeichnen diejenigen Elemen e, die nich en scheidend sind, abe sie spielen ih e Rolle in de Ve ke ung des Geschehens, die zu No üh en. Als Beispiel dien die nich e klä ba e K a B ünhilds, die du ch einen magisch – my hischen Gegens and zwei Mal besieg we den muss e. Weil hie die my hische Ebene nich e wähn wi d – B ünhild als Walkü e Odins –, wi d ih e K a mi einem magischen Gegens and e bunden. Au de ande en Sei e s eh die my hische Un e wundba kei Sieg ieds, die eine my hische Ebene in de 52 E zählung bewah ha und den Helden zu übe iebenen Helden a en e lei e . Die Geschich e um Sieg ied als D achen ö e wi d nu als Sage on Hagen e zähl , abe e s nach dem Ve a seine e wundba en S elle, die einzige S elle, wo das D achenblu seine Hau au G und des Lindenbla es nich be üh ha , wi d es möglich, Sieg ied zu ö en. Die Ta sache, dass Sieg ied mi B ünhilds Gewohnhei en und dem Weg zu ih e au is , üh dazu, dass e die Ta nkappe nach Isens ein mi nimm . Ohne sie wä e sein Sieg übe B ünhild unmöglich. Das Schwe Balmung, das als einzige E inne ung K iemhilds an Sieg ied noch o handen wa , da Hagen ih spä e nich e zählen wi d, wo sich de Ho be inde . Es wi d in dem Epos nich explizi e wähn , abe Hagen ha Balmung anscheinend an sich genommen, als e Sieg ied e mo de ha . An E zels Ho benu z e das Schwe als P o oka ion an K iemhild, indem e es au seine Knie leg . Sie benu z es, um Hagen zu en haup en, und diese Handlung bedeu e nich nu die Du ch üh ung ih e Ve gel ungsmaßnahme, sonde n auch Rache ü Sieg ied selbs du ch den Einsa z seines Schwe es.37 Le z endlich spiel de Ho , de on An ang an mi Gewal e bunden wu de, auch eine Rolle. Nach Sieg ieds Tod soll e K iemhild den Ho besi zen, da e ih e Mo gengabe wa . E e binde sie geis ig mi Sieg ied und benu z ihn auch, um unbekann e Recken an sich zu binden, was Hagen dazu b ing , den Ho aub o zuschlagen. Hagen selbs e binde den Ho mi Sieg ied (>>ho de Nibelunge beslozzen hâ sîn han . / hey, solde kumen ieme in de Bu gonden lan !<< [NL 771/3-4]). Das heiß e ö e Sieg ied und behäl „was on ihm geblieben is “. Die Bedeu ung de magisch – my hischen Gegens ände, sowie de Umgang de Figu en mi den „my hischen Lee s ellen“38 im Epos e ke en die E eignisse, die die Handlung üh en und den Un e gang einlei en und bes immen. Die Gegens ände zeigen in de E zählung meh als nu die Ma e iali ä , iel meh haben sie die Fähigkei , au die Figu en zu wi ken. Eine sei s sind die Objek e mi Mach ode K a e bunden, ande sei s nehmen sie das Leben iele Figu en. Sie e zeugen Geschehen, die man nich e meiden kann. Hie aus e gib sich, dass ohne die magisch – my hischen Spu en, die noch zu inden sind, und die magisch – my hischen Gegens ände, die in de E zählung 37 „In de Mys ik de Schwe lei e, die de Epike wei o ausschauend zeleb ie ha e, e einig sich de Mann mi seinem Schwe , und deshalb is es –modo allego ice – Sieg ied, de Hagen ö e “. ( gl. EHRISMANN, 2002: 136/137) 38 Hie meine ich, wo das My hische (ode Sagenwissen) e schwiegen wi d, üh es zu Unkla hei en. 53 e anke sind, eine Ve ke ung und Fo üh ung des Geschehens nich möglich wä e. Sie und die Lee s ellen, die aus dem Ve schweigen manche Aspek e aus de mündlichen T adi ion und de Liede Edda be inden, s ellen eine S uk u kon inui ä , das heiß eine Ve ke ung, da , die om Au o mi Absich geleg we den ( gl. Heinzle, 2014: 156). Eine F age, die noch wei e e empi ische Un e suchungen beda , is , was de Ring und de Gü el a sächlich bedeu en. Ich bin de Meinung, diese F age kann nich bean wo e we den. Man kann nu e mu en, was ü eine S a egie es wa , diese Gegens ände in die E zählung einzub ingen und weswegen sie e wende wu de. Im Fokus de Übe legungen kann man e suchen, neu au gewo ene F agen zu o mulie en. Au de my hisch – magischen Ebene bes ehen noch Unkla hei en übe den p ophe ischen Falken aum K iemhilds und die Figu des Hagen. Auch die Völsunga Saga und die Thied iks Saga könn en hie zu zukün ig analysie und e glichen we den. Zunächs könn e auch die Beziehung zwischen den magisch – my hischen Gegens änden und Gewal in de E zählung, ode noch zwischen hö ischem Ve hal en und my hischem Ein luss e o sch we den. 54 6. Bibliog aphie P imä li e a u Das Nibelungenlied. Mi elhochdeu sch/Neuhochdeu sch. Nach de Handsch i B. Hg. on SCHULZE, U sula. Übe se z und kommen ie on GROSSE, Sieg ied. S u ga 2013. Die Edda: Die heiligen Liede de Ahnen. Übe se z und kommen ie on WILHELM, Jo dan. A un 2001. No œn o nk æði. Islandsk samling a olkelige old idsdig e om no dens gude og he oe . Almindelig kalde Sæmunda Edda hins óða. BUGGE, Sophus. Oslo 1965. Lexika Reallexikon de deu schen Li e a u wissenscha . Hg. on WEIMER, Klaus. Band 1/2. Be lin 1997. Sekundä li e a u BOLOGNE, Jean Claude. Magie und Abe glaube im Mi elal e . Düsseldo 2009. BURKERT, Wal e . Denk o men de Kosmologie im Al en O ien und in G iechenland. F ank u am Main 1987. EHRISMANN, O ied. Nibelungenlied. Epoche – We k – Wi kung. 2. Au lage. München 2002. 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