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Das Gespräch Zwischen Hölderlin, Hegel und Schelling über Kants antinomien

Silva, Fernando Manuel Ferreira da

Abstract

«Die Art, wie er den Mechanismus der Natur mit ihrer Zweckmäßigkeit vereiniget, scheint mir eigentlich den ganzen Geist seines Systems zu enthalten»: This quotation, which originated the present essay, is solely extracted from a letter sent by Hölderlin to Hegel, and yet, it condensates three different approaches from the three Tübingen friends to the problem of Kant’s philosophy of religion and to its possible resolution between 1795 and 1796. From this epistolary dialogue emerges a simultaneous study of Kant, originated by the growing dissension towards the orthodox thought of the Stift. The turning point – or the maximum cumulative point – of this discordance happens precisely with the discovery of the «spirit of Kant’s system», as a combined explanation of the religious and philosophical phenomena [«Die Art, wie er den Mechanismus der Natur mit ihrer Zweckmässigkeit vereiniget»]. This, I think, is something which the three friends discover gradually and not independently from the concept of «providence», which Kant himself, according to Hölderlin, had used to «attenuate his antinomies», which Hegel uses in his first religious writings and the initial formation of his own philosophy and which Schelling will later explore in his System of Transcendental Idealism. In a word, providence is consensually the comprehension axis between man, God and nature and, thus, the explanatory link between the antinomical poles which regulate human existence. On the other hand, however – this being the aspect I would like to stress –, this decisive moment for a whole generation, for the history of philosophy itself, means the consummation of a new revolutionary perspective born in Kant, a new vision of the absolute and the divine and, therefore, a new way to write philosophy about philosophy, less philosophical than before, to the extent that the new situation of man and his reflection within the problem ultimately destined them – as is the case in the three young philosophers – to silence and death. The final aim of this essay is, therefore, to know what this «last step of philosophy» is and what dies along with it, what such a step may have meant and what it already foretold in terms of the development of philosophy.

Full text

DAS GESPRÄCH ZWISCHEN HÖLDERLIN, HEGEL UND SCHELLING ÜBER KANTS ANTINOMIEN Fe nando Manuel Fe ei a da Sil a (Cen o de Filoso ia da Uni e sidade de Lisboa) Au g und des e ba mungslosen Ein lusses de Zei , handel es sich leide um einen seh lückenha en B ie wechsel, de die d ei jungen Philosophen Hegel, Hölde lin und Schelling als gleichzei ige Haup igu en ha – nu zehn B ie e, on Dez. 1794 bis Juni 1796, sind uns übe mi el wo den. Sie en sp echen einem langen Zei aum geis ige Rei e ü die d ei F eunde, wie auch eine T ennung on unge äh ande halb Jah en zwischen Hölde lin und Hegel, die o übe einem Jah den Tübinge S i e lassen ha en, und Schelling, de do bis zum He bs 95 bleiben wü de; und e kö pe n deswegen den alle le z en Hauch eine ap e en Gene a ion, die, o z des o hodoxen Zwangs de s engen Tübinge Regie ung, doch gie ig und euhe zig solche gewal igen (und nich minde sub e si en) T ieb ede n wie Jacobis Romane, die F anzösische Re olu ion ode Schille s Ideal eine äs he ischen E ziehung einnahm. Un e all diesen T ieb ede n b ing abe de B ie wechsel zwischen den d ei F eunden eine ande e o , die bes imm die wich igs e und en scheidends e ü die geis ige En wicklung de d ei S uden en wa : die de Kan ischen K i ik de supe na u alis ischen O hodoxie S o s ode Fla s, nach welchem Kan , indem e die Au onomie de Ve nun übe die dogma ische Au o i ä des Glaubens den Vo ang gib , auch die No wendigkei de a ionalen Beg enzung des mo alischen Ge ühls, de E ah ung Go es und selbs de Leh - und Le nübungen de Religion behaup e , die Möglichkei eine E kenn nis ausse halb de E ah ung s ei e und, olglich, die o hodoxen Glaubensa ikeln du ch den Beg i de Zweckmässigkei als bloße biblische Buchs abe e nein . Sich selbs als Kan iane inne halb dieses P oblem be ach end, wuss en die d ei jungen F eunden auch, dass die gegenwä ige F age nich ein bloßes Philosophica, 39, Lisboa, 2012, pp. 55-67 56 Fe nando Manuel Fe ei a da Sil a P oblem de Beg enzung zwischen Philosophie und Religion wa . Dies wa ielmeh de e s e Sch i zu Wah nehmung, dass die Beg i e selbs on Philosophie und Religion nich meh ande s e eich ode gedach we den könn en, als du ch die Absonde ung ih e spezi ischen Beweisa en, und dass ein solches P oblem, du ch Kan e wach , nich nu das Haup p oblem de damaligen Philosophie, sonde n auch das ech e T iebwe k de unendlichen Mannig al igkei des deu schen Idealismus wa . Ich deu e na ü lich au den allmählichen annähe nden Feilensp ozess de Philosophie du ch das philosophische Wo selbs , de sich als einen en scheidenden Bei ag zu allmählichen Posi ionie ung de Philosophie im Gebie des Wissens so wie zu ih e Szien i izie ung im Be eich de menschlichen E kenn nis e weisen wü de; ein P ozess wo, nach Fich e selbs , Beg i und Sp ache unze ennlich, un ehlba und allgemeingül ig sein soll en, dami eine solche Au gabe ausge üh we den könn e. Die S ellung de d ei F eunde gegenübe diese F age is also so eins immig wie eindeu ig sich ba . Von Schelling, dem bes posi ionie en, um die damalige Lage zu kommen ie en, wissen wi dass nach dem e s en geis igen Au uh , de An ang 1795 du ch die kan ische Sch i en e anlass wa , «d[as] al e Unk au » (B, 1: 13) noch einmal gewachsen wa , dass «de philos. Geis (…) hie be ei s seinen Me idian e eich » (id.) ha e und selbs , dass «nach iele Mühe nun endlich uns e Philosophen den Punk ge unden [haben], wie wei man (da es nun einmal ohne die leidige Philosophie nimme o will) mi diese Wissenscha gehen dü e». (id.) «Ich bin es übe zeug , dass de al e Abe glaube (…) in den Köp en de meis en schon wiede mi den kan ischen Buchs aben combinie is » (B, 1: 14). Ö e s in seinen ühs en Sch i en deu e auch Hölde lin au dieselbe Ve ach ung gegen die O hodoxie im S i , und selbs Hegel behaup e e schon in Dez. 94, dass «Ehe nich eine A on Reinhold ode Fich e do au einem Ka hede si z , nich s Reelles he auskommen [wi d]. Ni gends wi d wohl so ge eulich wie do das al e Sys em o gep lanz .» (B, 1: 12) Eben in olge diese Wö e und inne halb de P oblemlage Tübingens lieg die F age, die ich Ihnen heu e o b inge. Sie en sp ich dem ollende s en P oduk diese P oblem ahmung, wie auch dem e s en Augenblick, in dem die S immen de d ei F eunde sich zum e s en Mal e einigen. E komm zwei ach o ; e s ens in Hegel, als e Ende Janua Schellings B ie so bean wo e : «Zu dem Un ug, wo on du sch eibs und dessen Schlussa ich mi danach o s ellen kann, ha abe uns ei ig Fich e du ch seine K i ik alle O enba ung Tü und Angel geö ne . (…) Wenn seine G undsä ze einmal es angenommen sind, so is de heologischen Das Gesp äch Zwischen Hölde lin, Hegel und Schelling 57 Logik kein Ziel und Damm meh zu se zen. E äsonie aus de Heiligkei Go es, was e e möge seine ein mo alischen Na u un müsse u.s.w., und ha dadu ch die al e Manie , in de Dogma ik zu beweisen, wiede einge üh (…). Wenn ich Zei hä e, so wü de ich suchen, es nähe zu bes immen, wiewei wi – nach Be es igung des mo alischen Glaubens die legi imie e Idee on Go je z ückwä s b auchen z. B. in E klä ung de Zweckbeziehung u.s.w., sie on de E hiko heologie he je z zu Physiko heologie mi nehmen (…) dü en. Dies schein mi de Gang übe haup zu sein, den man bei de Idee de Vo sehung (…) nimm u.s.w.» (B, 1: 17) Zwei ens, in dem da au olgenden B ie , de be ühm e B ie , den Hölde lin an Hegel am 26. 1. 95 sch ieb, wo e seine e s e S ellung gegen Fich e einnahm, o allem abe , wo e sich eu , dass Hegel sich «an die Religionsbeg i e mach[ ]». Die S elle lau e : «Den Beg i de Vo sehung behandels du wohl ganz pa allel mi Kan s Teleologie; die A , wie e den Mechanismus de Na u (also auch des Schicksals) mi ih e Zweckmässigkei e einige , schein mi eigen lich den ganzen Geis seines Sys ems zu en hal en; es is eilich dieselbe, womi e alle An inomien schlich e .» (B, 1: 20) Ve schiedene F agen, einige sich selbs einleuch end, ande e sich selbs e be gend, sind on diesen beiden Zeugnissen au ges ell . Die kla s e is abe , dass die unmi elba s e Fo üh ung dieses P oblems ü die d ei F eunde in Fich e lag, doch so, dass du ch Fich e selbs die une wa e e Wiede he s ellung des dogma ischen «Unk au [s]» in Tübingen e anlass wu de. Denn wenn die Lösung, wie bei Kan , in de Unze ennba kei zwischen de Vo sehung (dem Schicksal) und die Zweckmässigkei – sowie zwischen Subjek und Objek – bes and (d.h., die An inomien, die Klü e, die unübe windba en Gegen eile zwischen Mensch und Na u nich zu be ö de n), sonde n sie zu schlich en ode , wenn möglich, au zuheben zu e suchen, so könn e das nu zwei Folgen haben: e s ens, dass o z Fich es kühnem Ve such die An inomien au zuheben, ein solche Ve such den d ei F eunden als unzulänglich o kommen muss e; und zwei ens, wenn das P oblem in de Fo m, in de lebendigs en Tä igkei und deswegen in dem eigen lichen Ke n de Philosophie lag, so se z e die Suche au die Zu ück üh ung de F age bei Kan imme o aus, dass die d ei S uden en das, was in Fich es Theo ie gegenübe Kan s abwich, umzukeh en gezwungen wa en. Lassen wi uns nun mi Hegels Posi ion an angen. Hegel oblag, um Hölde lin zu pa aph asie en, sich mi dem heologischen Teil des P oblems zu beschä igen. Un e den agmen a ischen Tex en, die Hegel bis Juni 94 e ass e, alle on heologischem Inhal , zeichne sich ein 58 Fe nando Manuel Fe ei a da Sil a zen ale Tex aus, ielleich de alle le z e, den e in Tübingen (im Somme 93) sch eiben wü de, mi dem Ti el «Religion is eine de wich igs en Angelegenhei en…» (GW, 1: 83-114). Im Tex g ünde Hegel die schon e wähn e in den U sp ung seines philosophischen We degangs so en scheidende Dis ink ion zwischen E hiko heologie – die objek i e Religion, die Religion des Ve s andes und des Gedäch nisses, des «Kabine [s] des Na u leh e s» (GW, 1: 88), de allgemeinen Theologie, dessen he meneu ische Kuns g i e sich nu nach de Sys ema isie ung de Religion und dem Bild Go es als G undlage desselben Sys em e s eben – und eine ande en A on Religion, die Physiko heologie, die subjek i e, lebendige und sinnliche Religion, die Hegel beis eh , in dem nich de Ve s and he sch , sonde n die «(…) Sinnlichkei das Haup Elemen bei allem Handeln und S eben de Menschen is (…)» (GW, 1: 84), und die Religion, die selbs sinnlich is , aus sinnlichen Menschen, de en «(…) eligiöse T ieb ede n zum Gu handeln sinnlich seyn [müssen], um au die Sinnlichkei wi ken zu können» (GW, 1: 86), bes eh . Eine, sag Hegel, die uns in de Schule du ch o e Fo meln gegeben is , nach welche wi als Menschen, unmi elba e und deswegen passi e Emp änge on Go es übe agenem Wo , Eigen ümlichkei en und Glaubensa ikeln (wie die Vo sehung) sind, die uns nu posi i beein lussen können; die ande e, die Religion de Sinnlichkei , nach welche lau Hegel «in einem Sys em de Mo al eine Mo ali ä on Sinnlichkei in Abs ak o gesonde we den muss, so seh diese un e jene e nied ig wi d (…)» (GW, 1: 84), die sich abe «(…) au alle Zweige de menschlichen Neigungen (ohn dass die Seele ge ade es sich bewus is ,) [ e b ei e ] und wi k übe all – abe nu mi elba mi – sie wi k , um mich so auszud ükken, nega i (…)» (GW, 1: 90). Die hie angewende en Beg i e sind also dieselben die Hegel schon in dem B ie an Schelling benu z , dieselben die Hölde lin auch schon kann e, und nu ein Ziel haben: in beiden Fällen un e s eich Hegel die unbeding e No wendigkei , on de objek i en zu subjek i en Religion übe zugehen, denn jene is nu ein «Bes and eil» (id.) diese , und ehe diese jene e kö pe , wü de die philosophische/ heologische Beweisa imme die de dogma ischen Logik bleiben. Was bedeu e das? Es bedeu e , dass die ich ige Beweisa nich aus de Idee on Go ausgehen kann, wie bei Fich e, sonde n, dass diese eben on dem Menschen ausgehen muss; was wiede um bedeu e , dass Hegels Go absolu subjek i is und wi k , abe nich , dass man nach ihm und diese Subjek i i ä halbe o ücken muss. Die Subjek i i ä , e klä Hegel, is unse e eigene Subjek i i ä , und die Religion is deswegen nich das P oduk , sonde n de P ozess eine Beweisa , die je z umkeh end subjek i is und au Go du ch ein lebendiges (und nich einsei iges) Gesp äch zwischen Objek und Subjek gehen soll. Das Gesp äch Zwischen Hölde lin, Hegel und Schelling 59 Die F age bes and also zue s in de E eichung eine Ve einigungssphä e, die dieses Gesp äch selbs be ö de n, und so die iedliche abe auch wi kliche (und deswegen wide s ands ähige) Koexis enz zwischen Objek und Subjek , um die An inomien zu schlich en, e möglichen könn e. Dann – und nu dann – könn e die Umände ung ode soga olls ändige Umkeh ung de Posi ionen diese beiden, Mensch und Go , ohne sie zu lädie en, s a inden. Ande s gesag , die Lösung bes ände imme in de T ieb ede dieses umkeh enden P ozesses: nach Hegel, «die E klä ung de Zweckbeziehung» (B, 1: 17). Hegels P oblem, denke ich, wi d noch deu liche , als e ku z danach und as gleichzei ig zwei B ie e emp äng , ein B ie on Hölde lin, de ande e on Schelling. Beide analysie en dieses P oblem au eine o enba wide sp echenden A . Es wa abe Hegel selbs , de die en gegengese z e Meinungen seine F eunde e anlass e, indem e Schelling ges eh , eine S elle in seinen Philosophischen B ie en übe Dogma ismus und K i izismus nich e s anden zu haben: «Einen Ausd uck in Deinem B ie e on dem mo alischen Beweise e s ehe ich nich ganz: «den sie so zu handhaben wissen, dass das indi iduelle, pe sönliche Wesen he aussp inge.» Glaubs Du, wi eichen eigen lich nich so wei ?» (B, 1: 18). In dem olgenden B ie (nachdem Hegel Hölde lins e wähn e B ie emp angen ha e), scheu sich Schelling nich , mi Hegel ein e s anden zu sein, dass «solange jene Schlussa , die Fich e in de K i ik alle O enba ung (…) wiede au b ach e, noch als gül ig angesehen wi d, de philosophischen To hei kein Ende is .» (B, 1: 21) Als An wo au Hegels F age abe (indem e wuss e, dass die F age schon längs bei Hegel und Hölde lin en schieden wa (B, 1: 22)), behaup e Schelling nich , dass das pe sönliche Wesen une eichba is , sonde n dass es möglich is , da übe hinauszugehen. Auch ü Schelling «[wa en] die o hodoxen Beg i e on Go nich meh ». (id.) Schelling wa indessen also Spinozis gewo den, indem das absolu e Objek ü Spinoza alles gegenübe dem Subjek (als Gip el de dogma ischen Philosophie) wa , wäh end ü Schelling eben das absolu e Ich alles gegenübe dem Objek (als Gip el de k i ischen Philosophie) wa . Wenn man abe die schellingsche In e sion nähe be ach e , me k man, dass Schelling das P oblem eine philosophischen und heologischen Beweisa ganz ande s als Hegel und Hölde lin be ach e e. Denn es is unleugba , dass Schelling au diese Weise ein «Gegens ück» Spinozas e such und dass dieses ein gewisse maßen seh o eilha e Fo sch i gegen das P oblem Fich es sein könn e. Denn indem e au dem Subjek den An angspunk und au Go den le z en Punk ü die mo alische 60 Fe nando Manuel Fe ei a da Sil a Deduk ion se z (was gemäss Hegels Beg i eine subjek i en Religion is ), schein Schelling die S ellung de zwei lei enden Pole de Deduk ion umzukeh en – was sich Fich es Theo ie en gegense zen wü de, wenn nu inne halb eines solchen Sys ems das Objek als ein blosse Bes and eil, als be äch liche Einhei , die die Ve einigung zwischen Subjek und Objek e möglich , be ach e wü de. Fü Schelling abe , ganz im Gegen eil, is das höchs e P inzip de ganzen Philosophie ein ein absolu es, d. h., nich ein du ch das Objek beding es, also du ch F eihei gese z es Ich; ande s gesag , das Subjek , das Schelling de mo alischen Deduk ion beileg , is , in alle Wah hei , ein absolu es Subjek , dessen Gang zu Go aus absolu e F eihei bes eh . Und eben dadu ch, dass man in eine heo e ischen Ansich diesem Subjek noch du ch die e schiedenen Sphä en des Objek s beg enzen kann – was das Unbeding e mi sich selbs in Wide sp uch se zen wü de –, is es no wendig, sag Schelling, dass diese Einsch änkungen au gehoben sind, dass man die Endlichkei hin e sich läss und endlich in Go es übe sinnliche Wel ein i : «Diese [die p ak ische Philosophie] o de also Ze s ö ung de Endlichkei und üh uns dadu ch in die übe sinnliche Wel . (Was de heo e ischen Ve nun unmöglich wa , sin emal sie du ch das Objek geschwäch wa , das u die p ak ische Ve nun .)» (id.) Was dies bedeu e , sowie ü Schelling als auch ü Hegel (obwohl in e schiedenen Sinnen und o nehmlich mi e schiedenen Folgen ü de en geis ige En wicklung), is das Ve schwinden des Objek s als deduzie ba e Einhei im ganzen P ozess. Abe wäh end ü Schelling dies die Lösung des P oblems wa , wa sie ü Hegel eben das unübe windba e Hinde nis zu Möglichkei eine Sphä e, wo die An inomien geschlich e und wo Go und de Mensch, dieses pe sönliche Wesen, du ch ein subjek i es Ve häl nis e bunden sein könn en. Denn es is o enba , dass, in diesem Fall, Go nu scheinba de le z e Punk de mo alischen Deduk ion bleiben könn e. Schelling abe se z e Hegel wiede um en gegen, dass wenn es das Ich wa , das du ch eine Beweisa in welchem es selbs absolu und das Objek nu in seine eigenen Nich - -Exis enz inne halb des Subjek s exis ie , die unendliche Sphä e e zeug ha , so, indem wi zu Go gelangen, inden wi dass auch Go un e de Fo m des absolu en Ichs exis ie – denn Go als Go , d. h., das Alles de heo e ischen Ansich , is je z in Schellings unbeding p ak ische Ansich = 0: «Allein in diese [übe sinnlichen Wel ] können wi nich s inden als unse absolu es Ich, denn nu dieses ha die unendliche Sphä e besch ieben. Es gib keine übe sinnliche Wel ü uns als die des absolu en Ichs. – Go is nich s als das absolu e Ich, das Ich, inso e n es Alles Theo e ische ze nich e ha , in de heo e ischen Philosophie also = 0 is .» (id.) Mi hin is Go ü Schelling nich , wie ü Hegel, das Ende Das Gesp äch Zwischen Hölde lin, Hegel und Schelling 61 eines umgekeh annähe nden, d.h., eigen lich subjek i en P ozesses; es is subjek i , abe nu inso e n Go nich meh Go is , sonde n nu das absolu e Ich als e was p ä-de e minie es, also als ewig e eichba e Ins anz exis ie . Nu dieses Ich exis ie ü Schelling, und soga au eine so un e ände lichen, so un ehlba en, so übe mässig sinnlichen Weise, dass diese Go ode dieses absolu e Ich nie de wi klich le z e Punk de mo alischen Deduk ion sein kann, sonde n ein unendlich abspannende , unendlich ausdehnende Punk , dem wi uns je meh nähe n können, des o meh , schliess Schelling, wi unse e eigene Pe sonali ä au heben und uns om Objek en ziehen. Schelling deu e also au eine imme un ollende e (weil ewig k eisläu ige) Bewegung, einen unendlich ühlba en P ozess: «Mi hin gib es keinen pe sönlichen Go , und unse höchs es Bes eben is die Ze s ö ung unse e Pe sönlichkei , Übe gang in die absolu e Sphä e des Seins, de abe in Ewigkei nich möglich is ; – dahe nu p ak ische Annähe ung zum Absolu en, und dahe – Uns e blichkei .» (id.) Wie s a k Schelling Hegels Theo ie beein luss ha , is heu e leich e kennba . Be o e abe diese B ie on Schelling bekam, emp ing e , wie gesag , einen ande en on Hölde lin, den obene wähn en B ie om 26.1.95. In diesem B ie behaup e Hölde lin, dass auch e , so wie Hegel, «(…) [Fich e] seh im Ve dach des Dogma ismus [ha ´]; e schein ,» sag Hölde lin, «wenn ich mu massen da , auch wi klich au dem Scheidewege ges anden zu sein, ode noch zu s ehn – e möch e übe das Fak um des Bewuss seins in de Theo ie hinaus» (B, 1: 19). Ande s gesag , indem Fich e die Lösung des P oblems übe das Bewuss sein (in de Iden i ä ) inde , übe sch ei e auch e , nach Hölde lin – wie auch nach Hegel –, die heo e ischen Sch anken des P oblems. Allein is es hie schwe zu sagen, ob ü Hölde lin Fich e meh ein Dogma ike schien, weil e das P oblem au ein p ak isches Gebie e se z e, ode wegen de A wie e es mach e; denn o z de Ach die Hölde lin o seinem P o esso ha e, das Bewuss sein zu übe e en mein e ü Hölde lin es selbs au zuheben, und nich beisei e zu legen ode ein ande es Elemen un e zuo dnen. Dies is de G und wa um, ü den jungen Hölde lin on «U eil und Sein» (TS: 7-8), Fich e auch (so wie Schelling) seine Zu luch zu Spinoza nehmen muss e, um die subjek i e Iden i ä zu k is allisie en; denn «sein absolu es Ich (= Spinozas Subs anz) en häl alle Reali ä ; es is alles, u. ausse ihm is nich s» (id.); d.h., ausse ihm inde keine F eihei s a . Dies ha e ü den jungen Hölde lin und Hegel zwei en scheidende Folgen: e s ens, dass, wenn ein Objek nich exis ie , das Subjek allgemein is und deswegen gib es auch kein Bewuss sein als Pendulum zwischen beiden; hie is die ich esche Iden i ä als e was, das leich e wechselba abe no wendig e schieden on dem «Sein» (wie auch Hegel ihn e s eh ), als 62 Fe nando Manuel Fe ei a da Sil a un e b üchliche Ve bindung zwischen Subjek und Objek , zu e s ehen is . Zwei ens, dass, au diese Weise, Fich es «Ich bin Ich» nich nu die en gegengese z en Pole in de Sphä e de E kenn nis nich e einig e, sonde n sie gewal sam enn e, indem e ihnen das Bewuss sein en nahm. Hölde lin abe begann übe dieses G undp oblem nich e s in den e s en Mona en 1795 nachzudenken. Hegel, es is jedem bewuss , wuss e das auch; denn schon sei Augus 1794 wa Hölde lin ein geschick e Lese de Wissenscha sleh e, ande s als sein F eund. Im e s en uns bekann en F agmen diese Zei , «Übe das Gese z de F eihei » [«Es gieb einen Na u zus and (TS: 3-4)], inden wi den e s en Sch i zum obene wähn en Punk seine eigenen Theo ie, dieselbe die mi Hegels Theo ie so einmü ig sein wü de. Hie behaup e Hölde lin, dass das Gese z de F eihei – dasselbe, das e in Fich e und Schelling nich e kennen könn e – «gebie e , ohne alle Rücksich au die Hül e de Na u » [TS: 4); um zu gebie en abe , b auch die F eihei eine A on Wide s and on de Na u – «sons wü de es nich gebie en» (id.). Das heiss : ohne eine En gegense zung (wie im Fall Schellings, wo das Objek keinen Wide s and dem absolu en Subjek anbie e ), ohne e was, das sie eigen lich als F eihei zeig e, wü de die F eihei sich nie als solche o s ellen, denn sie hä e nich s zu übe winden, keine Nich -F eihei übe die sie hinausgehen muss e. Deswegen, sag Hölde lin, «das e s emal, dass das Gese z de F eihei sich an uns äusse , e schein es s a end» (id.), und wenn das de Fall nich wä e, «[wü de] die Mo ali ä nich au hö [en], Mo ali ä zu sein, sobald die Bes immungsg ünde in de Na u und nich in de F eihei liegen» (id.), wie bei Fich e, und die Legali ä de F eihei – d. h., ih e Wi ksamkei sowie die Legi imi ä unse e Wah nehmung de Phänomene de Na u , unse e selbs und Go wä e – «ein seh unsiche es, nach Zei und Ums änden wandelba es Ding.» (id.) Deswegen sieh Hölde lin in diese A on Wide s and, in diesem Be üh ungspunk zwischen dem Mechanismus de Na u und ih e Zweckmässigkei , nich nu den Haup g und seine heo e ischen Ve wand scha mi Hegel, sonde n auch die Simila i ä zwischen ih en und Kan s Theo ien als die An wo au die F age de philosophischen Beweisa . Im G unde müss e es sowohl ü Hölde lin als auch ü Hegel nich eine To ali ä , sonde n eine In e dependenz ode ielmeh eine zwanglose (doch nich ganz iedliche, weil s a ende) Koexis enz zwischen den Gegen eilen geben, so dass die F eihei wi klich sein könn e. Ande s gesag , man muss e ein e söhnendes Gebie denken, wo nich nu die An inomien sich schlich en wü den (wie bei Kan ), sonde n auch wo die An inomien als solche gül ig wä en, ohne deswegen eine du ch die To alisie ung de ande en au zuheben. Man bedü e also, nach Hölde lin, «(…) eine Sei e des empi ischen Begeh ungs e mögens, die Analogie Das Gesp äch Zwischen Hölde lin, Hegel und Schelling 63 dessen, was Na u heiss , die am au allends en is , wo das No wendige mi de F eihei , das Beding e mi dem Unbeding en, das Sinnliche mi dem Heiligen sich zu e b üde n schein , eine na ü liche Unschuld, man möch e sagen eine Mo ali ä des Ins ink s, und die ihm gleichges imm e Phan asie is himmlisch.» (TS: 3). Hie auch abe das wah e P oblem eine e söhnenden «Sei e» zwischen Gegen eilen au . Denn wenn de Mensch ewig abhängig on Na u u sachen is , sag Hölde lin, so is es ihm unmöglich dieses Gebie zu ixie en und diese S immung zu e assen. Ihm is diese Sei e, diese «exzen ische Bahn» imme üb ig, das is unbezwei elba ; abe , dami sie s a inde , häng diese, nach Hölde lin, on eine une hö en Ve einigung des Begeh ungs e mögen und de Fan asie un e de Füh ung de F eihei ab; d. h., es is no wendig, dass eine Ve einigung, die in p ak ische Hinsich un uch ba is ode wenigs ens einen cha ak e is isch p ak ischen Um ang besi z , je z heo e isch, d. h, nach eine F eihei , du ch die den on de Na u en gegense zenden Wide s and wi klich ühlba gemach is , be ach e wi d. Sons , sag Hölde lin, «wü de es niemals einen es en Zus and geben, de demjenigen gliche, de so eben angedeu e wo den is , wenigs ens wü de es nich on uns abhängen, ihn es zuhal en. Sein Gegen eil» üg Hölde lin noch zu, «wü de ebenso s a inden, ohne dass wi es hinde n könn en.» (TS: 3-4). Auch Hegel e such e o , in seinen ühen heologischen Tex en dasselbe P oblem au dieselbe Weise, zu Kan zu ückkeh end, zu lösen; und es is deshalb nu eine Wende im Blick, die die G und e schiedenhei zwischen den d ei F eunden zeig ; denn was bei Schelling uns i ig und un ehlba is , was die Au hebung de An inomien be i , is es nich bei Hölde lin ode Hegel, die hie ih e eigene Au onomie inne halb de P oblema ik e eich en und au diese Bahn imme bleiben wü den. Ich zi ie e deswegen Hölde lin, nu einige Mona e spä e : «In den philosophischen B ie en will ich das P inzip inden, das mi die T ennungen, in denen wi denken und exis ie en, e klä , das abe auch e mögend is , den Wide s ei e schwinden zu machen, den Wide s ei zwischen dem Subjek und dem Objek , zwischen unse em Selbs und de Wel , ja auch zwischen Ve nun und O enba ung – heo e isch, in in ellek uale Anschauung, ohne dass unse e p ak ische Ve nun zu Hil e kommen müss e.» (SWB, 4: 229-230). Vo allem abe – und hie , denke ich, is de Ke npunk – un e scheide sich Hölde lin nich on Schelling nu dadu ch, dass e eine neue Dimension des P oblems da s ell . E un e scheide sich ielmeh , indem e dem deduk i en P ozess nich eine ewige Bes ä igung, nich eine nuance on Un e meidlichkei , nich einen p ä-de e minie en (k eisläu igen) Fo gang beileg , sonde n eine S immung, einen