Ber raum in der golden von Gustav Meyrink: transgression der gothic novel
Abstract
Producción Científica
Full text
ISSN: 1578-9438
Es udios Filológicos Alemanes (2013) 26,
DER RAUM IN DER GOLEM VON GUSTAV MEYRINK:
TRANSGRESSION DER GOTHIC NOVEL
M.ª BELÉN PÉREZ DE LA FUENTE
UNIVERSITÄT VALLADOLID
SPANIEN
Recibido: 18/01/2013
Acep ado: 28/07/2013
Zusammen assung
De Golem gil als Gus a Mey inks Meis e we k, zumindes wa e
zwei ellos sein g öß e E olg. Mi ihm gelang Mey ink das Ungewöhnliche,
nämlich Lese scha und K i ik ü sich einzunehmen, die sich beide on
seine meis e ha en E zählweise übe zeugen ließen.
Die Handlung geschieh in P ag, genaue im jüdischen Ghe o, mi seinen
engen, düs e en Gassen, un e i dischen Gängen, zwischen al en e allenen
Gebäuden e s eck en Zimme , de en Bewohne im Besi z dunkle
Geheimnisse sind. Ku z, es handel sich um einen Raum, de alle
Eigenscha en eine mi elal e lichen Bu g besi z , so wie sie in de Go hic
No el e schein — und das nich nu au g und des äuße en Anscheins,
sonde n auch, weil diese Raum ein kons i u i es Elemen ü die He s ellung
eine genuin „go ischen“ S immung da s ell , denn seine S aßen und
Bewohne s ahlen Bed ohung, Bed ückung und Angs aus. Mey ink s ell
einen „go ischen“ Raum in Neu assung he , indem e den he geb ach en
ansg edie : je z is es eine ganze S ad , die die Rolle des P o agonis en
übe nimm , wobei de Raum o z allem nah am o iginalen Konzep bleib .
Schlüsselwö e : Go hic No el, Ch ono op.
Resumen: La no ela De Golem es conside ada la ob a cumb e de Gus a
Mey ink y desde luego ue su mayo éxi o, pues además de con e i se en un
au én ico bes -selle , consiguió algo poco ecuen e en el mundo li e a io:
pone de acue do a c í icos y lec o es, que se indie on an e su asomb osa
na a i a.
La acción anscu e en P aga, conc e amen e en el gue o judío de la
ciudad, que es desc i o al más pu o es ilo gó ico, con sus callejuelas es echas
y lúgub es, con pasadizos sub e áneos y alcobas escondidas en e los mu os
de los iejos y des a alados edi icios, y cuyos habi an es gua dan oscu os
sec e os. Es, en suma, un espacio que hace suyas odas las ca ac e ís icas del
cas illo medie al, al y como es ep esen ado en la no ela gó ica, y no sólo po
su aspec o ex e io , sino que ambién se cons i uye en un elemen o decisi o
pa a la c eación de un ambien e genuinamen e gó ico, pues sus calles y sus
habi an es des ilan amenaza, op esión y angus ia. Mey ink c ea un espacio
gó ico de nue a ac u a, ansg eso , pues o que es oda una ciudad la que
asume el p o agonismo, y a la ez muy ce cano al concep o o iginal.
Palab as cla e: Go hic No el, c ono opo.
M.ª Belén Pé ez de la Fuen e
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De heu e as e gessene ös e eichische Sch i s elle Gus a Mey ink e eu e sich
de Ane kennung und Belieb hei bei seinen Zei genossen, sowohl de K i ike als
auch de Lese . Dies gelang ihm zue s dank seine sa i ischen E zählungen, die
zwischen 1901 und 1909 in de Zei sch i Simplicissimus e ö en lich wu den;
und spä e mi seinen Romanen, insbesonde e dem e s en, Dem Golem (1915) on
dem in zwei Jah en e wa 145.000 Exempla e e kau wu den und de dem Au o
g oßen Ruhm e scha e.
Diesen e s en Roman we de ich hie nähe be ach en und zwa un e de
Pe spek i e de englischen Go hic No el, eines Gen es, das auch zu seine
En s ehungszei seh belieb wa und mi dem De Golem iele Ähnlichkei en
au weis , wie schon ande e Fo sche , z. B. Ma io P az1 beme k haben.
1. Die Go hic No el
Nun, was e s eh man eigen lich un e Go hic No el? Das is die e s e F age, die
ich mi s elle, be o ich au Gus a Mey inks Roman eingehe. Einen gu en
Ausgangspunk da ü haben wi nämlich in den Wo en Ho ace Walpoles, des
Au o s de e s en Go hic No el; im Vo wo zu zwei en Ausgabe seines Romans
sch eib e olgendes:
I was an a emp o blend he wo kinds o omance, he ancien and he
mode n. In he o me all was imagina ion and imp obabili y: in he la e ,
na u e is always in ended o be, and some imes has been, copied wi h success.
In en ion has no been wan ing; bu he g ea esou ces o ancy ha e been
dammed up, by a s ic adhe ence o common li e […].2
Es is also die Zusammens ellung on Phan asie und a sächliche Wi klichkei , was
die go hic no el de inie , so wie Walpole sie konzipie ha und dies wa
zwei elsohne eine g enzübe sch ei ende Neuigkei in diese Zei , denn es sp eng e
alle bis dahin bekann en Regeln des Romans. Ku z, es handel sich um ein Gen e, in
dem sei seinen An ängen T ansg ession das he schende P inzip gewesen is .
Fü De end a Va ma3, einen Klassike un e den Fo sche n de Ga ung, is es o
allem die mi elal e liche A mosphä e, die die go hic no el kennzeichne , und diese
A mosphä e wi d du ch einen wi klichkei snahen mi elal e lichen Hin e g und
1 PRAZ, MARIO, “In oduc o y Essay”. In :Th ee Go hic No els, Middlesex: Penguin, 1978.
2 WALPOLE, HORACE, “The Cas le o O an o. In: Pe e Fai clough, (ed.), Th ee Go hic No els,
Ha mondswo h, Middlesex: Penguin, 1978, S. 43.
3 Vgl. VARMA, DEVENDRA., The Go hic Flame. Being a His o y o he Go hic No el in England: i s O igins,
E lo escence, Desin eg a ion and Residua y In luences. New Yo k: Russell & Russell, 1966, S. 13.
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he au beschwo en, wo dunkle Ke ke , mu ige Helden, Spukschlösse n und soga
Magie eine wich ige Rolle spielen. Abe Va ma sp ich auch on den übe na ü lichen
Begebenhei en de Handlung als einem kons i u i en Elemen des Gen es, welches im
Lau e de Zei imme meh Gewich gewann, so dass das Adjek i „go hic“ am Ende
mi „übe na ü lich“ iden i izie wu de. Und das is wei gehend so geblieben, denn
heu e wi d de li e a ische Beg i „go hic“ imme noch on eine g oßen Lese scha
als Synonym ü „phan as isch“ ode „übe na ü lich“ e s anden.
Beide Besch eibungen besagen eigen lich das gleiche: nämlich das, was Ho ace
Walpole „Phan asie“ nenn , bezeichne Va ma als „übe na ü lich“, und die
„ a sächliche Wi klichkei “, on de Walpole sp ich , besch änk Va ma au den
mi elal e lichen Hin e g und. Diesem le z en Elemen komm abe bei Va ma eine
ande e Rolle zu, nämlich das He o u en de ypischen „go hic“ A mosphä e, in de
sowohl das Übe na ü liche als auch die Reali ä wohnen. Da aus kann man olge n,
dass Va ma den Raum als ein G undelemen de Ga ung e s eh .
Robe Hume dagegen se z den Akzen au die Ge ühle und so b ing e einen neuen
Beg i in die Diskussion ein: die du ch schaue liche Szenen e u sach e
Gemü sbewegung. Fü ihn cha ak e isie sich die Go hic No el du ch d ei Elemen e:
- Die Psychologische En wicklung de Haup pe sonen.
- Den Ve such, den Lese in die Handlung einzubeziehen.
- Die schaue liche A mosphä e, die du ch den Schaupla z en s eh , wo die
Handlung spiel . 4
Nich zu übe sehen is , dass alle d ei Au o en den Raum als ein kons i u i es
Elemen de Go hic No el e wähnen, und auch in jedem Nachschlagwe k de
Li e a u inde sich diese G undgedanke.5 Das heiß , dass die Ges al ung des
Raumes eine seh wich ige Rolle in de Go hic No el spiel , denn im Raum lieg
eine g oße Zahl ih e wesen lichs en Züge. Wie is nun diese Raum ges al e ?
1.1. De Raum in de go hic no el
Robe D. Hume sp ich on einem Schaupla z, de an einem wei en e n en O und
in eine en e n en Zei lieg , mi olgenden Wo en:
4 HUME, ROBERT D., “Go hic e sus Roman ic: A Re alua ion o he Go hic No el”. In: PMLA: Mode n
Lenguage Associa ion o Ame ica, 1969, H.84 , S. 282-290, hie , S. 283-284.
5 Vgl. BAKER, ERNEST A., The His o y o he English No el. Vol V (= «The No el o Sen imen and he
Go hic No el»), New Yo k: Ba nes and Noble, 1967, S. 175-78; The New Encyclopaedia B i annica Inc.
Chicago: Encyclopaedia B i annica, 15 h ed., 1989, s. . Go hic No el;. Von Wilpe , Ge o,
Sachwö e buch de Li e a u . Su ga : K öne Ve lag, 1989, s. . Schaue oman.
M.ª Belén Pé ez de la Fuen e
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A se ing in space o ime o bo h su icien ly emo ed om he eade o
1800 ha he e would be no in usion o e e yday s anda ds o ac ual
p obabili y and mo ali y. Thus mos o he s o ies a e se in Sou he n F ance,
Spain, I aly, o Ge many, and usually in he six een h cen u y o ea lie .6
Va ma geh nähe da au ein und nenn e schiedene Elemen e wie die go ische
A chi ek u mi ih en hohen Tü men und e schach el en Räumen, die
schaue e egende Bu g ode das schaue e egende Klos e , die un e i dischen Gänge,
die dunklen Höhlen, die ins e en, dich en Wälde ode die magischen Spiegel.7
Viel wich ige is abe die A und Weise, wie diese Räumlichkei en behandel und
besch ieben we den: es geh um einen subjek i en, einen ge ühl en Raum. E is
nich nu ein Schaupla z, sonde n e nimm an de Handlung eil, e wi k mi . In den
Wo en Bi gi G eins:
Das en sp echende Deko — Geheim ü en und – eppen, Gewölbe und un e i dische
Gänge — wi d zum en scheidenden Handlungselemen , auch wenn die Au o en in e s e
Linie eine düs e e, u ch e egende A mosphä e e zeugen woll en, um in ih en Figu en wie
auch im Lese eine emo ionale Reak ion he o zu u en. De Schaupla z dien zunächs als
Ve mi le de A mosphä e, abe in den he aus agenden We ken des Gen es spiel e
zusä zlich eine en scheidende Rolle bei de Visualisie ung psychologische P ozesse und
spiegel den geis igen Zus and und die Pe sönlichkei sowohl des Schu ken als auch de
Heldin. […] Auch wenn manche Au o en ein go hic se ing lediglich um des deko a i en
E ek s willen einse zen, nu z de Schaue oman Teile des se ing übliche weise als
Handlungselemen e. Ein gu es Beispiel sind die Geheim ü und de Geheimgang, die de
Heldin im le z en Augenblick die Fluch o dem Zo n des Schu ken e möglichen, […]
Ein d i e Typus is ü den Schaue oman ganz besonde s wich ig: das a mosphä ische,
emo ional au geladene se ing, […] das gleiche maßen au die Ge ühle de Roman igu en
und des Lese s einwi k .8
In einem ealis isch ges al e en Raum, mi mi elal e lichen Zügen, begeben sich
schaue e egende übe na ü liche E eignisse, welche die Haup pe sonen de
Handlung — die auch ealis ische Züge au weisen — di ek be e en. Und so wi d
aus de Bu g ein Spukschloss, aus dem Spiegel ein magische Spiegel und aus den
gewundenen Gängen ein Ke ke .
Seh in e essan is die Theo ie des ussischen Fo sche s Mijail Bakh in; e nimm
den ma hema ischen Beg i des Ch ono op und e p lanz ihn in die Li e a u :
6 HUME, ROBERT D., op. ci ., S. 286.
7 Vgl. VARMA DEVENDRA, op. ci ., S. 17-18.
8 GREIN, BIRGIT, Von Geis e schlösse n und Spukhäuse n. Das Mo i des’ go hic cas le‘ on Ho ace
Walpole bis S ephen King. We zla : Fö de k eis Phan as ik, Band 7 (= Sch i en eihe und Ma e ialien de
Phan as ischen Biblio hek We zla ), 1995, S. 9-10.
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We will gi e he name ch ono ope (li e ally, “ ime-space”) o he in insic
connec edness o empo al and spa ial ela ionships ha a e a is ically exp essed in
li e a u e. […] i exp esses he insepa abili y o space and ime ( ime as he ou h
dimension o space). We unde s and he ch ono ope as a o mally cons i u i e
ca ego y o li e a u e; Time […] hickens, akes on lesh, becomes a is ically isible;
likewise, space becomes cha ged and esponsi e o he mo emen s o ime, plo and
his o y. This in e sec ion o axes and usion o indica o s cha ac e izes he a is ic
ch ono ope.9
Bakh in besch eib dann e schiedene Ch ono ope de Wel li e a u , wie z. B. den
Ch ono op des Aben eue -, Ri e -, ode Schelmen omans u. a., und widme de
Go hic No el olgende Wo e:
Towa d he end o he se en een h cen u y in England, a new e i o y o no elis ic
e en s is cons i u ed and ein o ced in he so-called “Go hic” o “black” no el [...]
The cas le is sa u a ed h ough and h ough wi h a ime ha is his o ical in he na ow
sense o he wo d, ha is, he ime o he his o ical pas . […] he aces o cen u ies
and gene a ions a e a anged in i in isible o m as a ious pa s o i s a chi ec u e, in
u nishings, weapons, he ances al po ai galle y, he amily a chi es and in he
pa icula human ela ionships in ol ing dynas ic p imacy and he ans e o
he edi a y igh s. […] I is his quali y ha gi es ise o he speci ic kind o na a i e
inhe en in cas les and ha is hen wo ked ou in Go hic no els.10
Es is also die mi elal e liche Bu g, mi all ih en Konno a ionen, die den Ch ono op
de go hic no el aus o m , so Baj in. Und das is deswegen in e essan , weil hie
eben alls on einem subjek i en Raum die Rede is . Die mi elal e liche Bu g is
nich nu ein al es Gebäude, sie is mi Geschich e geladen, d. h. mi geschich lichen
E eignissen, die noch in ih en Maue n zu spü en sind. Die unzähligen K iege, die
Mach ausübung de He en, die Sagen, die Helden des Mi elal e s, all dies is
eingeschlossen in dem Beg i „Bu g“ de Go hic No el.
2. De Raum im Roman De Golem
Wie is nun de Raum in Gus a Mey inks Roman De Golem konzipie ? Kann man
in diesem Fall on einem „go ischen“ Raum sp echen, auch wenn keine Bu g in de
Handlung o komm ?
Die Handlung spiel in P ag, genaue im jüdischen Ghe o. Dies is , au de einen
Sei e, ein seh ealis ische Raum, wo die Namen on S aßen, Ki chen, B ücken
9 BAKHTIN MIJAIL., “Fo ms o Time and o he Ch ono ope in he No el. No es owa d a His o ical
Poe ics”. In: The Dialogic Imagina ion. Fou Essays, Aus in: Uni e si y o Texas P ess, 1990, S. 84-258,
hie , S. 84.
10 BAKHTIN, MIJAIL, op. ci ., S. 245-246.
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ode Lokalen mi denen de Wi klichkei übe eins immen —Mey ink leb e meh e e
Jah e in P ag und kann e dahe die S ad seh gu ; au de ande en Sei e abe wi d
das Ghe o im eins en „go ischen“ S il besch ieben, mi seinen engen, düs e en
Gassen, un e i dischen Gängen, zwischen al en e allenen Gebäuden e s eck en
Zimme . Beide Reali ä en koexis ie en im We k, wie aus den zwei olgenden
F agmen en zu e kennen is :
Du ch nach blaugli ze nden Schnee ging ich hinab in die S ad .
Die La e nen s aun en mich an mi zwinke nden Augen, und aus geschich e en
Be gen on Tannenbäumen aun e es on Fli e und silbe nen Nüssen und
om kommenden Ch is es .
Au dem Ra hauspla z an de Ma iensäule mu mel en bei Ke zenglanz die
al en Be elweibe mi den g auen Kop üche n de Mu e go es ih en
Rosenk anz.
Vo dem dunklen Eingang zu Judens ad hock en die Buden des
Weihnach sma k es.11
Mein Fuß as e e b ei e, s eine ne S u en lächen, mi Kies bes eu .
Wo wa ich? Ein Hohlweg, de s eil au wä s üh ? Gla e Ga enmaue n
links und ech s? […] Ein schmales, gewundenes Gäßchen mi
Schießscha en, ein Schneckengang, kaum b ei genug, die Schul e n
du chzulassen —und ich s and o eine Reihe on Häuschen, keines höhe
als ich. Wenn ich den A m auss eck e, konn e ich au die Däche g ei en.
Ich wa in die „Goldmache gasse“ ge a en, wo im Mi elal e die alchimis en
Adep en den S ein de Weisen geglüh und die Monds ahlen e gi e
haben.12
Das e s e, das on diesem Raum au äll is die s ändige P äsenz de Ve gangenhei , es
is als ob die Zei hie nich e gehen wü de, und das äuße liche Aussehen de S aßen
und Gebäude is nu ein kleines Beispiel da ü , denn wie And eas Be nha d behaup e :
Es is nich de Golem allein, de du ch die Gleich ö migkei seines E scheinens im Ge o
eine übe zei liche Kons anz e heiß . Selbs Menschenschicksale wiede holen sich: [...]
Die Zei e geh im Ge o und b ing dennoch s e s Gleiches he o . Und im
Zusammenhang mi de pe iodischen Wiede keh des Golem schein den Wiede holungen
de F auenbiog aphien ein geheime Sinn zug unde liegen: „Das Schicksal in diesem
Hause i im K eise umhe und keh imme wiede zum selben Punk zu ück“ denk
Pe na h hie zu.13
So wie de Raum gleichzei ig eal und „go isch“ wi k , sind die Bewohne dieses
O es gleichzei ig sie selbs und ih e Ahnen. Es geschieh eine T ansg ession des
11 MEYRINK , GUSTAV, De Golem. München: Langen Mülle , 1995, S. 101-102.
12 MEYRINK, GUSTAV, op. ci ., S. 204.
13 BERNHARD, ANDREAS, Gus a Mey inks „De Golem“. Un e suchungen zu E zähls uk u ,
Abschlußa bei zu E langung des Magis e A ium, 1992. In: URL:
h p://www.abc23.de/pd /golem_Komple .pd , S. 86.Lez e Zug i : 13.05.2004.
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Raums und de Zei , die beide einen zyklischen Cha ak e e hal en, und diese
T ansg ession wi k wei e au die Figu en des Romans.
Wich ig is , dass das Ghe o iele ande e Züge des Go hic Cas le (de „go ischen
Bu g“) au weis : es wi d als ein geschlossene O besch ieben, wo de He , hie de
Händle Wasse um, seine Mach ausüb , de niemand en kommen kann, auch wenn
die Ghe o-Bewohne den O e lassen, denn sie gehö en do hin und we den imme
do hin gehö en. Die Bewohne sind auch im Besi z dunkle Geheimnisse, mi denen
sie in de Lage sind, die Nachba n zu bed ohen. So bilde sich eine seh bed ückende
A mosphä e, die au jeden Bewohne einwi k . In diesem Sinne e klä W. F eund:
In eine exp essionis ischen Sp achges e e wandel sich das Ghe o zum O de Angs
und de exis en iellen Bed ohung, behe sch on Haß und la en e Agg ession, ein
e schlingendes In e no heillose Menschen e ach ung. In seine Beeng hei und seinem
Halbdunkel münde es in eine exis en ielle Sackgasse.14
Was diesen Raum besonde s „go hic“ e scheinen läss is die Subjek i i ä , mi de
e beladen is . De E zähle is auch de Held de Handlung, und das geschieh nich
umsons , denn e besch eib nich nu die S aßen und Gassen, e ühl sie:
Mi wa , als s a en die Häuse alle mi ückischen Gesich e n oll namenlose Boshei au
mich he übe — die To e: au ge issene schwa ze Mäule , aus denen die Zungen ausge aul
wa en, Rachen, die jeden Augenblick einen gellenden Sch ei auss oßen konn en, so
gellend und haße üll , daß es uns bis ins Inne s e e sch ecken müß e.15
Die Pe soni izie ung des Raums is hie absolu ollzogen: die Häuse nehmen nich
nu die Züge eines Menschen an, sie handeln auch wie Menschen, sie „s a en“, sind
„ ückisch“ und „böse“.
Wie es in den bekann es en We ken de englischen go hic no el geschieh , e ände
sich de Raum auch in diesem Roman un e de Sich des Helden:
Geis esabwesend ha e e mein Blick au eine bemal en Mönchss a ue in de
Wandnische. Ich ede e und ede e. Allmählich e wandel en sich die Züge
de S a ue, die Ku e wu de ein adenscheinige Übe ziehe mi
hochgeklapp em K agen, und ein jugendliches Gesich mi abgezeh en
Wangen und hek ischen Flecken wuchs da aus empo . Ehe ich die Vision
e s ehen konn e, wa de Mönch wiede da. Meine Pulse schlugen zu lau .16
14FREUND, WINFRIED, „K isen – Chaos – Ka as ophen. Die phan as ische E zählli e a u on Kubin bis
Kasack“. In Th. Le Blanc / B. Tw snick (H sg.), T aum eich und Nach sei e. Die deu schsp achige
Phan as ik zwischen Décadence und Faschismus, We zla : Fö de k eis Phan as ik Band 15 (=
Sch i en eihe und Ma e ialien de Phan as ischen Biblio hek We zla ), 1995, S. 89.
15 MEYRINK, GUSTAV, op. ci . S. 43.
16 MEYRINK, GUSTAV, op. ci . S. 99-100.
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De Raum is in diesem Roman iel meh als nu ein Deko ode ein Hin e g und, e
is soga meh als ein Handlungselemen , de bed ückende und angs e egende Ge o
wi d zu einem Helden des Romans, wie auch S e an Be g e läu e :
Deu lich wi d ielmeh e was ande es: de Raum, de bei Mey ink s e s als
a chi ek uelle e schein , is in eine phan as isch-bed ohlichen Ve schiebung
o ensich lich om akziden alen Hin e g und zum gewich igen
Handlungs äge gewo den. […] Mey ink e eich diesen E ek , indem e den
geschilde en Raum an h opomo phisie .17
Ta sächlich is de Raum dieses Romans ein Handlungs äge , abe man müss e
eigen lich p äzise sein: das P age Ge o wi d zum Helden, denn nu do kann das
sagenha e Wesen des Golems ins Leben ge u en we den. Die Handlung dieses
We kes is di ek e bunden mi dem O , wo sie spiel , was auch in de englischen
Go hic No el meis ens geschieh .18
Ku z, es handel sich um einen Raum, de alle Eigenscha en eine mi elal e lichen
Bu g besi z , so wie sie in de Go hic No el e schein – und das nich nu au g und
seines äuße en Anscheins, sonde n auch, weil es ein kons i u i es Elemen ü die
He s ellung eine genuin „go ischen“ S immung da s ell , denn seine S aßen und
Bewohne s ahlen Bed ohung, Bed ückung und Angs aus. Mey ink s ell einen
„go ischen“ Raum in Neu assung he , indem e den he geb ach en ansg edie :
je z is es eine ganze S ad , die die Rolle des P o agonis en übe nimm , wobei de
Raum o z allen nah am o iginalen Konzep bleib .
17 BERG, STEFAN, Schlimme Zei en, böse Räume. Zei - und Raums uk u en in de phan as ischen
Li e a u des 20. Jah hunde s. S u ga : Me zle , 199, S. 213-214.
18 Vgl. The Cas le o O an o on Ho ace Walpole, The Mys e ies o Udolpho und The I alian on Ann
Radcli e, Melmo h he Wande e on Cha les R. Ma u in, u.a.