scieee Open visual document viewer

Schoene, daz ist hoene: Widerspruch zwischen Schönheit und Tugend in deutschen Texten des Mittelalters

Artacho Rodríguez, Casandra

Abstract

[DE]In der Literatur des Mittelalters stimmt im Normalfall die äußere Schönheit mit der inneren überein. Im Fall der Inkongruenz weichen die Figuren von der Norm ab und es kommt zu interessanten Entwicklungen. Das topische Modell kann auf verschiedene Weisen durchbrochen werden. Zum einen gibt es Charaktere, die äußerlich hässlich, jedoch innerlich tugendhaft sind, wie bei Wolfram von Eschenbach mit der Figur der Cundry im Parzival. Auch das Gegenteil kommt in mittelalterlichen Texten vor, wie in den Figuren Kriemhild oder Brunhild des Nibelungenliedes. Kriemhild ist eine wunderschöne Frau, die durch ihre Liebesgeschichte eine ganze Gesellschaft in den Ruin stürzt. Das bedeutet, dass die Schönheit ein Gefahrenpotential besitzt, welches wiederum die innere Hässlichkeit zum Vorschein bringt. Innermoralisch fragwürdig ist auch Orgeluse, die von Wolfram noch in Schutz genommen werden muss, da sie zu Beginn als überaus stolz dargestellt wird und sich dann erst langsam zu einer tugendhaften Frau entwickelt. Der übliche Topos des Gleichgewichts der inneren und äußeren Schönheit wird nicht nur von gegensätzlichen Figuren durchkreuzt, es gibt in der Literatur des Mittelalters auch Figuren, die zu einer Grauzone gehören. Diese Arbeit sieht sich kurz das Kalokagathia-Phänomen an und interpretiert dann die davon abweichenden Charaktere in den verschiedensten Ausführungen des Widerspruchs zwischen Schönheit und Tugend im Kontext der Werke, in denen sie vorkommen.

Full text

G ado: Lenguas y Li e a u as Mode nas I ine a io: Lengua y Li e a u a Alemanas Schoene, daz is hoene: Wide sp uch zwischen Schönhei und Tugend in deu schen Tex en des Mi elal e s Au o a: Casand a A acho Rod íguez Tu o : Vic o Mille Sch öde Cu so académico: 2022/2023 G ado: Lenguas y Li e a u as Mode nas I ine a io: Lengua y Li e a u a Alemanas Schoene, daz is hoene: Wide sp uch zwischen Schönhei und Tugend in deu schen Tex en des Mi elal e s Au o a: Casand a A acho Rod íguez Tu o : Vic o Mille Sch öde Cu so académico: 2022/2023 Galego: Schoene, daz is hoene: con adición en e beleza e i ude nos ex os alemáns da Idade Media Na li e a u a medie al, a beleza ex e o adoi a coincidi coa in e io . No caso a incong uencia, as pe sonaxes des íanse da no ma e p odúcense acon ecemen os in e esan es. O modelo ópico pode ompe de a ias manei as: po unha banda, hai pe sonaxes eos po ó a pe o i uosos po den o, como é no caso de Cund y en el Pa zi al de Wol am on Eschenbach; pola ou a, amén se da o con a io, coma nas pe sonaxes de K imilda ou B unilda no Can a dos Nibelungos. K imilda é unha mulle e mosa cuxa his o ia de amo le a á uína a oda a sociedade. Is o signi ica que a beleza en un po encial de pe igo, que á súa ez ai a lo a a ealdade in e io . Pese á de ensa de Wol am, a mo alidade é cues ionada amén en O geluse: nun p imei o momen o é p esen ada coma unha mulle excesi amen e o gullosa pa a ema a mos ando pouco a pouco a súa i ude. O ópico habi ual do equilib o en e a beleza in e io e ex e io non só se e us ado po pe sonaxes opos as, senón que na li e a u a medie al hai amén pe sonaxes que pe encen a unha zona g is. Es e aballo busca analiza b e emen e o enómeno kalokaga hia e in e p e a ás pe sonaxes que se des ían del en di e sas e sións da con adición en e beleza e i ude no con ex o das ob as nas que se mani es an. Kalokaga hia, beleza, ealdade, i ude, Idade Media Español: Schoene, daz is hoene: con adicción en e belleza y i ud en los ex os alemanes de la Edad Media En la li e a u a medie al, la belleza ex e io suele coincidi con la in e io . En el caso de la incong uencia, los pe sonajes se des ían de la no ma y se p oducen acon ecimien os in e esan es. El modelo ópico puede ompe se de a ias mane as. Po un lado, hay pe sonajes eos po ue a pe o i uosos po den o, como en Wol am on Eschenbach con el pe sonaje de Cund y en Pa zi al. Lo con a io ambién se da en ex os medie ales, como en los pe sonajes K imilda o B unilda del Can a de los Nibelungos. K imilda es una he mosa muje cuya his o ia de amo lle a a la uina a oda una sociedad. Es o signi ica que la belleza iene un po encial de pelig o, que a su ez hace a lo a la ealdad in e io . La mo alidad in e io ambién es cues ionable en O geluse, quien es de endida po Wol am, ya que al p incipio se la p esen a como excesi amen e o gullosa y sólo después se con ie e poco a poco en una muje i uosa. El ópico habi ual del equilib io en e la belleza in e io y ex e io no sólo se e us ado po pe sonajes opues os, sino que en la li e a u a medie al ambién hay pe sonajes que pe enecen a una zona g is. Es e abajo examina b e emen e el enómeno de la kalokaga hia y, a con inuación, in e p e a a los pe sonajes que se des ían de él en di e sas e siones de la con adicción en e belleza y i ud en el con ex o de las ob as en las que apa ecen. Kalokaga hia, belleza, ealdad, i ud, Edad Media English: Schoene, daz is hoene: con adic ion be ween beau y and i ue in Ge man ex s o he Middle Ages. In medie al li e a u e, ou e beau y no mally coincides wi h inne beau y. In he case o incong uence, he cha ac e s de ia e om he no m and in e es ing de elopmen s occu . The opical model can be b oken in a ious ways. On he one hand, he e a e cha ac e s who a e ugly on he ou side bu i uous on he inside, as in Wol am on Eschenbach wi h he cha ac e o Cund y in Pa zi al. The opposi e also occu s in medie al ex s, as in he cha ac e s K iemhild o B unhild in he Song o he Nibelungs. K iemhild is a beau i ul woman whose lo e s o y b ings uin o an en i e socie y. This means ha beau y has a po en ial o dange , which in u n b ings ou he inne ugliness. Inne mo ali y is also ques ionable in O geluse, who s ill has o be aken o Wol am's de ence, as she is po ayed as o e ly p oud a he beginning and only hen slowly de elops in o a i uous woman. The usual opos o he balance o inne and ou e beau y is no only hwa ed by opposing cha ac e s, he e a e also cha ac e s in medie al li e a u e who belong o a g ey a ea. This bachelo ’s hesis looks b ie ly a he kalokaga hos phenomenon and hen in e p e s he cha ac e s who de ia e om i in a ious e sions o he con adic ion be ween beau y and i ue in he con ex o he wo ks in which hey appea . Kalokaga hia, beau y, ugliness, i ue, Middle Ages Deu sch: Schoene, daz is hoene: Wide sp uch zwischen Schönhei und Tugend in deu schen Tex en des Mi elal e s In de Li e a u des Mi elal e s s imm im No mal all die äuße e Schönhei mi de inne en übe ein. Im Fall de Inkong uenz weichen die Figu en on de No m ab und es komm zu in e essan en En wicklungen. Das opische Modell kann au e schiedene Weisen du chb ochen we den. Zum einen gib es Cha ak e e, die äuße lich hässlich, jedoch inne lich ugendha sind, wie bei Wol am on Eschenbach mi de Figu de Cund y im Pa zi al. Auch das Gegen eil komm in mi elal e lichen Tex en o , wie in den Figu en K iemhild ode B unhild des Nibelungenliedes. K iemhild is eine wunde schöne F au, die du ch ih e Liebesgeschich e eine ganze Gesellscha in den Ruin s ü z . Das bedeu e , dass die Schönhei ein Ge ah enpo en ial besi z , welches wiede um die inne e Hässlichkei zum Vo schein b ing . Inne mo alisch agwü dig is auch O geluse, die on Wol am noch in Schu z genommen we den muss, da sie zu Beginn als übe aus s olz da ges ell wi d und sich dann e s langsam zu eine ugendha en F au en wickel . De übliche Topos des Gleichgewich s de inne en und äuße en Schönhei wi d nich nu on gegensä zlichen Figu en du chk euz , es gib in de Li e a u des Mi elal e s auch Figu en, die zu eine G auzone gehö en. Diese A bei sieh sich ku z das Kalokaga hia-Phänomen an und in e p e ie dann die da on abweichenden Cha ak e e in den e schiedens en Aus üh ungen des Wide sp uchs zwischen Schönhei und Tugend im Kon ex de We ke, in denen sie o kommen. Kalokaga hia, Schönhei , Hässlichkei , Tugend, Mi elal e DECLARACIÓN DE ORIGINALIDAD DEL TRABAJO DE FIN DE GRADO Dña. Casand a A acho Rod íguez, con DNI 54471599D , es udian e del G ado en Lenguas y Li e a u as Mode nas: Lengua y Li e a u a Alemanas de la Uni e sidad de San iago de Compos ela y au o a del TFG i ulado “Schoene, daz is hoene: Wide sp uch zwischen Schönhei und Tugend in deu schen Tex en des Mi elal e s”. DECLARO Que el T abajo de Fin de G ado que he p esen ado pa a su e aluación es o iginal y de elabo ación pe sonal, lo que implica que no copio ni u ilizo ideas, o mulaciones, e c., omadas de cualquie ob a, sin exp esa de mane a cla a su o igen an o en el cue po del TFG como en su Bibliog a ía. De no cumpli con es e equisi o p opio de cualquie abajo académico, soy plenamen e conscien e de que, de acue do con lo ecogido en el A ículo 12.2. del Reglamen o po el que se egulan los T abajos de Fin de G ado y de Fin de Más e en la Uni e sidad de San iago de Compos ela, ello conlle a á au omá icamen e la cali icación de “suspenso” en el TFG. San iago de Compos ela, a 03 de julio de 2023 Fdo.: Casand a A acho Rod íguez Inhal s e zeichnis 1. P oblema isie ung des Schönhei skanons ........................................................................................ 1 1.1. P oblems ellung, Me hodik und Ziel de A bei .......................................................................... 1 1.2. De mi elal e liche Schönhei skanon .......................................................................................... 2 2. Wide sp uch zwischen Schönhei und Tugend ............................................................................... 7 2.1. Äuße e Schönhei mi Absenz de Tugend .................................................................................. 7 2.1.1. K iemhild................................................................................................................................. 7 2.1.2. B unhild ................................................................................................................................. 11 2.1.3. Exku s: Raoul de Camb ai..................................................................................................... 13 2.1.4. Zwischenanalyse ................................................................................................................... 15 2.2. Tugend mi Absenz de äuße en Schönhei ............................................................................... 17 2.2.1. Cund ie .................................................................................................................................. 17 2.2.2. Melusine ................................................................................................................................ 19 2.2.3. Zwischenanalyse ................................................................................................................... 20 2.3. Abweichungen des Wide sp uchs ............................................................................................. 23 2.3.1. O geluse................................................................................................................................. 23 2.3.2. Pa zi al .................................................................................................................................. 25 2.3.3. Zwischenanalyse ................................................................................................................... 28 3. Schluss olge ung ........................................................................................................................... 32 Li e a u e zeichnis ............................................................................................................................... 37 1 1. P oblema isie ung des Schönhei skanons 1.1. P oblems ellung, Me hodik und Ziel de A bei Es gib iele lei Li e a u bezüglich de Konzep e de kalokaga hie, a e e ode i us und wie sich diese gene ell an den Cha ak e en einige Tex e des Mi elal e s zeigen 1 . Die in diesen Tex en o kommenden Figu en scheinen äuße lich unübe e lich zu sein, wie auch inne lich sie oll Tugend sind. Sobald man sich einen mi elal e lichen Ri e o s ell , denk man an den wunde schönen Mann in de silbe nen Rüs ung (Pa zi al, 735, 9–30), si zend au dem glänzenden Ross (Pa zi al, 340, 1–2), an den Damen wäh end des Tu nie s o bei ei end. Diese Ri e gewinn na ü lich das Tu nie und bekomm die Hand seine Ause wähl en e sp ochen, welche eben alls wunde schön is , mi langem blonden Haa und za e weiße Hau . Beide sind, in de inne ex uellen Reali ä , die he lichs en und ugendha es en Pe sonen, die ih Um eld kenn (Pa zi al, 187, 12–29). Es gil o ensich lich ein (nich wei e p äzisie e ) allgemeine Schönhei skanon und es wi d da on ausgegangen, dass alle Haup igu en ihn e üllen. Jedoch s ell sich die F age, welches das Resul a eines Wide sp uchs diese Ta sache wä e. Diese zeig sich au e schiedene Weise: hässlich dennoch ugendha , wunde schön ohne Tugend zu besi zen ode abe das E langen eine ode beide Quali ä en nach einem langwie igen P ozess. Deswegen sei hie die F age ges ell , ob die wide sp üchige Pe son du ch diese Disk epanz Indi iduali ä e lang . Also wi d e o sch , was passie en wü de, wenn un e de Rüs ung ein hässliche Ri e wä e, ode die holde Maid sich nich zu benehmen wisse. Alle dings gib es auch die Möglichkei des jungen Ri e s ode de Dame, welche/ den indi iduellen unbes ändigen Cha ak e e s im Lau e de Zei und/ode allmählich du ch Rei e ausgleich . In de o liegenden A bei ücke ich diese d ei Möglichkei en in den Mi elpunk , gehe au sie ein und e läu e e diese an jeweils zwei bzw. d ei Beispielen aus Tex en des Mi elal e s. Die Zielse zung is also die Bean wo ung de F ages ellung, ob de Wide sp uch als S ilmi el benu z wi d, um Cha ak e e abzu unden (ihnen Indi iduali ä zuzusp echen), abe auch um den Fokus au ande e Cha ak e eigenscha en zu e legen. Zum besse en Ve s ändnis we den Bezüge zu philosophischen Bewegungen – und ih e P ägung au oben genann e Konzep e – he ges ell , da man diese zu Klä ung de Thema ik he anziehen muss. Das lieg da an, dass sie eng mi de ch is lichen Da s ellung und Denkweise e bunden sind. Deshalb s ell sich auch die F age, inwie e n de ch is liche Glaube und die Tugenden dami in Ve bindung s ehen. Ob eine besonde s gu e Seele ih en Ausd uck in einem besonde s schönen Menschen ha , wi d hema isie . Wi können also sagen, dass im No mal all die Haup cha ak e e imme die schöns en – innen wie außen – sind. Diese Regel, ode eben das 1 Wie zum Beispiel Fabian Scheidels We k „Schönhei sdisku se in de Li e a u des Mi elal e s: Die P opädeu ik des Fleisches zwischen ‚ais hesis‘ und Äs he ik (Li e a u – Theo ie – Geschich e, 23, Band 23)“ e schienen 2022 im De G uy e Ve lag. 2 mi elal e liche Ideal, wi d meis kalokaga hia genann . Die Ve bindung de Te mini o men den heo e ischen Rahmen diese Fo schung. Dahe wi d eine quali a i e Me hodik gegenübe de quan i a i en gewähl . Da übe hinaus sind die Gü ek i e ien de A bei au g und dessen gewäh leis e , da sie zu jede Zei , un e ande em, anspa en und in e subjek i sind. Die Reichwei e wi d deshalb siche ges ell , weil zu jede e schiedenen Möglichkei de Disk epanz zwischen Schönhei und Tugend zwei bzw. d ei Beispiele da geleg we den. Eines de We ke, welches zu Analyse benu z wi d, is das Nibelungenlied 2 . Beispiele ü das äuße lich Schöne und die agwü dige Mo ali ä geben die Cha ak e e K iemhild und B unhild. Ein Exku s in die anzösischsp achige Li e a u des Mi elal e s olg au g und des Cha ak e s Raoul de Camb ai, im gleichnamigen Epos 3 . Um den Rei ungsp ozess zweie Cha ak e e au zuzeigen – Pa zi al und O geluse –, welche zunächs kaum als ugendha zu bezeichnen sind, wu de de A us oman Pa zi al Wol ams on Eschenbach ausgewähl 4 . Die le z en zwei Beispiele, ugendha e Pe son mi äuße e Unschönhei , we den zwei e schiedenen We ken en nommen. Zum einen wi d sich au Cund ie, eben alls aus dem Pa zi al Wol ams, bezogen, zum ande en au Melusine Thü ings on Ringol ingen. 5 Diese A bei geh zunächs , wie schon e wähn , au die Beg i se klä ungen ein. Dem olg de Haup eil mi de Auslegung de e schiedenen Fo men des Wide sp uchs, beginnend mi de äuße en Schönhei , abe mi Absenz de Tugend. Danach we den die ugendha en Cha ak e e besch ieben, welchen äuße e Schönhei ehl . Das zwei e Kapi el wi d dann mi den Abweichungen des Wide sp uchs abgeschlossen. Das Wich igs e sieh sich im Fazi noch einmal au geg i en, um dann die These zu bean wo en. 1.2. De mi elal e liche Schönhei skanon In diesem Un e kapi el wi d e ö e , was die Bezeichnungen ü die e schiedenen Konzep e da s ellen und wie sie zusammenhängen. Zu Beginn gehe ich au das Kalokaga hiekonzep ein, die Konzep e a e ē und i us we den e s e em olgend besch ieben. Kalokaga hia 2 In de Reclam-Edi ion (nach de Handsch i B he ausgegeben on U sula Schulze, ins Neuhochdeu sche übe se z und kommen ie on Sieg ied G osse, 2020); im wei e en Tex un e de Kü zel NL zi ie 3 Au gea bei e on William W. Kible und Sa ah Kay (Le es go hiques Ve lag, 1996); im wei e en Tex un e de Kü zel RdC zi ie 4 Mi dem Mi elhochdeu schen Tex nach de Ausgabe on Ka l Lachmann (mi Übe se zung on Wol gang Spiewok), e schienen im Reclam-Ve lag (S u ga , 2018), im wei e en Tex un e Pa zi al zi ie 5 In de Fassung des Buchs de Liebe (he ausgegeben on Hans-Ge Rolo im Reclam-Ve lag, 1991), im wei e en Tex un e Melusine zi ie 9 (NL, 836, 4), welches ein Schlüsselmomen des We kes is und zum Mo d Sieg ieds üh . Zo n sei ens K iemhild wi d auch noch zule z zum p ägenden Ge ühl, als Hagen sie beschimp und sie es in ungemüe e de K iemhilde lîp wa (NL, 2021, 2). T o z allem äll auch au , dass sie un e ande em eine ande e Tugend in den Hin e g und schieb , nämlich die de Liebe, indem sie ih en gemeinsamen Sohn bei Sieg ieds El e n läss , und mi ih em Ehemann in das Land de Bu gunden eis , und ihn somi nie wiede sieh (NL, 777). Auch gegen Ende benu z sie ih en und E zels Sohn als Mi el um ih en de zei igen Ehemann zu Rache zu s immen, das Kind inde le z en Endes den Tod du ch Hagen. Selbs de Au o s ell hie die Schlüssel age zu mo alisch agwü digen Ta : wi kunde ein wîp du ch âche imme eisliche ge uon? (NL, 1909, 4). Jedoch kann man hie gegena gumen ie en, dass ih Übe lebenswille s ä ke wa als ih e Familienbande, was wiede um nu ih e Menschlichkei he auss echen läss , bzw. zeig , dass sie ein g aue Cha ak e is . Die Rachegedanken, die sie in sich äg , sind P oduk des Tods Sieg ieds du ch Hagen und die Ve weige ung des Ansp uchs au Rech sp echung du ch ih e B üde . K iemhilds Ge ühle spiegeln ih en S a us als Wi we wide , gegen die in igie und on allen e lassen wu de. Nach dem Tod ih es Ehemanns sch ei sie ih e Rachegedanken zum e s en Mal in die Wel (NL, 1009, 3–4) : […] du lîs e mode ô . wesse ich, we iz he ge ân, ich ie im imme sînen ô . 9 In S ophe 1021 e künde sie ih e Mo dgedanken au eine A , dass nich miss e s anden we den kann, welches Leid sie ühl , und au welche A sie sich ächen möch e: »Hey, sold ich den bekennen«, sp ach daz il edel wîp, »hol wü de im nimme mîn he ze un ouch mîn lîp. ich ge ie e im alsô leide, daz di iunde sîn on den mînen schulden muosen weinende sîn.« 10 Inne mo alisch agwü dig is auch ih e Hei a mi König E zel, da sie dem e s dann zus imm , nachdem Rüdige ih schwö , dass e ih bei den e gangenen Rech sp oblemen hel en mag (NL, 1254). Nich einmal die Glaubensdi e enz zwischen Ch is in und Heide s eh nach diesem Ve sp echen eine Hei a noch im Weg (NL, 1255–1258), obwohl sie das spä e be eu (NL, 1392), weil es im kla en Wide sp uch zu ih em Glauben s eh . Zu Zo n komm auch noch de Übe mu , welche gegensä zlich zu Tugend de Mäßigung is . Des willen in ih he zen kom si il sel en abe. si gedâh e: »ich bin sô îche un hân sô g ôze habe, 9 „Du liegs e mo de o mi . Wüss e ich, we es ge an ha , ich däch e nu noch an seinen Tod.“ (NL, S.295) 10 „»O, wenn ich den je kennenle nen soll e«, sag e die edle F au, »so bliebe e mi ü imme ie e hass . Ich wü de ihm ebensolches Leid zu ügen, dass seine F eunde meine wegen weinen müss en.«“ (NL, S.299) 10 daz ich mînen înden ge üege noch ein lei . Des wæ e e ich on T onge Hagen ge ne be ei . (NL, 1393) 11 An diese S ophe sieh man kla , dass sie ih e Mach posi ion dazu ausnu zen will (und wi d) um sich, o allem an Hagen, zu ächen, kos e es, was es wolle. Um diesen Plan auszu üh en, übe ede sie ih en je zigen Ehemann E zel ih e Ve wand en einzuladen, wobei sie hie keine g oßen Übe edungskuns beda , da e so o einwillig . Dami auch ih e Ge olgsleu e in jedmöglichem Fall hin e ih s ehen, bes ich sie sie: swe nehmen welle gol , de gedenke mîne leide, und will im imme wesen hol .(NL, 1714, 3–4). Sie e inne also die Bu gunden noch einmal da an, was passie is , ih Leid ansp echend, und will ihnen Gold geben. Auch spä e , in S ophe 1900, e sp ich sie einem Un e anen Lände eien, die eigen lich jemand ande em gehö en, um so seine T eue zu belohnen, s ünde e im Kamp au ih e Sei e. Auch in de nächs en S ophe (NL, 1862) e kenn man das Las e de Übe heblichkei im B uch mi de Tugend de Mäßigung: Swi g imme und swi s a c si in îen wæ e, he im iemen gesage diu eh en mæ e, e he wol unde s anden, daz doch sî dâ geschach. du ch i il s a ke ube muo i deheine im es e jach. 12 Ih eigenes Ende e u sach sie, als ih Zo n Übe hand e g ei und sie zunächs Gun he und dann Hagen mi hil e Balmungs (NL, 2369) den Kop abschneide . Diese Handlungen s ehen im kla en Kon as zum P inzip de Ge ech igkei , denn sie un e binde den Ge angenen die Möglichkei eines eh en ollen Todes, e sag ihnen ein ge ech es Ge ich s e ah en und begeh obend ein den Ve wand enmo d. Si lie si ligen besunde du ch i ungemach, daz i sî dewede den ande n ni gesach, unz si i b uode huobe hin ü Hagen uoc. de K iemhilde âche wa an in beiden genuoc. 13 (NL, 2363) Si zôch iz on de scheiden. daz kund e nih e we n. dô dâh si den ecken des lîbes wol behe n. 11 „Von ih e im He zen beschlossenen Ve gel ungsabsich kam sie nich meh los. Sie dach e: »Ich bin so mäch ig und e üge übe einen so g oßen Besi z, dass ich meinen Feinden noch Leid zu ügen kann. Dazu hä e ich o allem gegenübe Hagen on T onje g oße Lus .“ (NL, S.407) 12 „Wie ins e und leidenscha lich sie ihnen eindlich gegenübe s and, wenn eine E zel die Wah hei gesag hä e, so hä e diese wohl e hinde , was doch spä e da geschah. Wegen ih e s a k ausgep äg en Übe heblichkei ha e es ihm keine on ihnen en deck .“ (NL, S.541) 13 „Sie ließ sie ge enn legen, um ihnen die Lage zu e schwe en, so dass keine den ande en je wiede sah, bis sie den Kop ih es B ude s zu Hagen ug. K iemhilds Rache ollzog sich an ihnen beiden in ollem Maße.“ (NL, S.685) 11 si huob im û daz hoube , mi dem swe e siz absluoc. 14 (NL, 2370, 1–3) Die Liebe, die sie ü ih en Ehemann spü , wi d im ganzen We k au ech e hal en, ange angen bei de A und Weise zu aue n, bis zum Punk an dem sie ih en Mo dkomplo du ch sie ech e ig . Auch ca i as an ande en Menschen zeig sie zum Beispiel in S ophe 1050 (ode auch 1058), als sie Gold an die A men e eil si p lac il guo e ugende, des man de küneginne jach. 15 (NL, 1124, 4) Hie kann man also sehen, dass die Dicho omie zwischen „Heilige“ und „Sündigende“ in eine Figu zusammen ließ und sich au g und dessen au lös , wie Widebu g e kenn (1993:5). 2.1.2.B unhild E‹z was ein› kuneginne gesezzen ube sê, i gelîche enheine man wesse ninde mê, diu was unmâzen schœne. il michel was i k a . si schôz mi snellen degenen umb minne den scha . Den s ein, den wa si e e, da nâch si wî en sp anc. swe i minne ge e, de muose âne wanc d iu spil angewinnen de ouwen wolgebo en. geb as im an dem einem, e he e daz huobe sîn e lo en. 16 (NL, 324–325) B unhild wi d au eine Weise p äsen ie , die unmi elba ih e auße gewöhnliche Schönhei e deu lich , jedoch gleichzei ig ih e männliche S ä ke be on , wodu ch sie ehe wenige dem Ideal de g azilen hö ischen Dame en sp ich . Ih e Schönhei s ich p opo ional zu de K iemhilds he aus. Dami is gemein , dass auch wenn de Fokus des We ks au K iemhild lieg und diese deshalb ö e e wähn wi d, die Schönhei sbekundungen B unhilds gleiche maßen anzu inden sind. Auch sie wi d 20-mal als schœne besch ieben, sechsmal als minneclich, d eimal als wolge âne, jeweils zweimal als liebiu/lieben, lobelich und hê liche, sowie einmal als unmâzen schœne 17 . Sieben S ophen (NL, 338) wei e wi d schon on ih e Übe heblichkei be ich e , da sie alle, die in ih em Liebesdiens gegen sie e lie en, ö en läss . Du ch ih e übe p opo ionale K a bezeichne Hagen sie als des î els wîp (NL, 436, 4), was Au schluss da übe gib , dass ih e 14 „Sie zog es aus de Scheide, das konn e e nich e hinde n. Da gedach e sie, dem Recken das Leben zu nehmen. Sie zog seinen Kop hoch, mi dem Schwe schlug sie ihn ab.“ (NL, S.687) 15 „Die Königin zeig e iele gu e Tugenden, die man an ih ühm e.“ (NL, S.329) 16 „Es leb e jensei s des Mee es eine Königin, und man hä e keine nennen können, die ih gleichgekommen wä e, die wa unbesch eiblich schön. Seh g oß wa ih e K a . Mi kamp schnellen Ri e n maß sie sich im Spee we en, wenn diese ih e Liebe gewinnen woll en. Den S ein wa sie wei und sp ang ihm ebenso wei nach. Jede , de um ih e Liebe wa b, muss e die hochgebo ene He in in d ei Kamp spielen eindeu ig besiegen. Wenn e auch nu einmal e sag e, ha e e seinen Kamp e lo en.“ (NL, S.99) 17 Die Zahlen en sp ingen eigene E hebungen. 12 S ä ke im Kon as zum Bild de ugendha en bzw. hö ischen Dame s eh . Angeme k we den muss hie , dass Hagen ih le z endlich T eue schwö und die an B unhild ge ich e e Beleidigung K iemhilds du ch den Mo d an Sieg ied äch . Die Idee, bei den We bewe ben zu schwindeln, gib Sieg ied Gun he . Diese hil le z e em dann zu Ve mählung mi de Königin. Es is wiede Sieg ied de übe ih en Hochmu sp ich , welche mi de Tugend de Mäßigung b ich : »daz iuwe hôch a is alsô hie gelegen, da ziemen lebe , de iuwe meis e müge sîn. nu sul i , mag edele, uns hinnen olgen an den Rîn.« 18 (NL, 472, 2–4) Auch ih S olz und ih e Völle ei we den he o gehoben bei de Besch eibung ih es Au e ens: daz sach alliz B ünhil , diu il hê liche mei . 19 (NL, 399, 4) Von Indiâ dem lande man sach si s eine agen. dô kôs man an i wæ e il hê liche wagen. 20 (NL, 401, 1–2) De Neid, den B unhild gegenübe K iemhild heg , inde seinen U sp ung da in, dass sie dach e, Sieg ied wä e de jenige, de um ih e Hand anhal en wolle (NL, 414). In diese S ophe sag sie, sie ü ch e ihn nich um „kamp los“ seine F au zu we den. Als sie Sieg ied zu Rede s ell , sag e ih , e sei Lehnsmann Gun he s, um dessen E habenhei zu be onen. Diese Kon e sa ion p äzedie das Schlüsselmomen des S ei s de Königinnen. Abe e s du ch das Einges ehen Sieg ieds geh B unhilds Augenme k au Gun he übe . Zum Ausd uck komm ih Zo n, als sie sich dessen bewuss wi d, dass Gun he , bzw. Sieg ied, sie besiegen wi d und sie sich dadu ch mi ihm e mählen we den muss (NL, 460). Auch B unhild is mi Rachegelüs en du chd äng , die bei ih du ch den e mein lichen Minnediens Gun he s e u sach wu den. De Königin alsche Bescheidenhei zeig sich in de 10. â en iu e ab de S ophe 617. Hie bemi leide sie K iemhild, da sie de Au assung is , diese habe un e ih em S and gehei a e . Gun he e such ih diese Gedanken auszu eden, jedoch hak sie imme wei e , soga in de Hochzei snach . Es geh ih also nich um das „Leid“ ode die Unge ech igkei , die K iemhild wide ah en sei, sonde n um das Nach o schen und E ah en de Begebenhei en, um ih e Neugie de zu be iedigen. Sie sp ach: »mich jâme imme i schœne un ouch i zuh . wess ich, wa ich moh e, ich he e ge ne luh , daz ich iu nimme wolde gelingen nâhen bî, 18 „»dass Eue Hochmu hie einmal ge allen is und jemand leb , de Eue Meis e sein kann. Nun we de Ih , edles F äulein, uns on hie zum Rhein hin olgen«“ (NL, S.141) 19 „Ih e Schilde wa en schön, g oß, gu und b ei .“ (NL, S.119) 20 „Man sah sie Edels eine aus dem Land Indien agen. Die glänz en an ih e Kleidung besonde s schön.“ (NL, S.121) 13 i n sage mi , wâ on K iemhil diu Sî ides wine sî.« 21 (NL, 619) Gezeig wi d ih Zo n übe ih Unwissen und Gun he s Ve schwiegenhei o allem im Ehebe , als sie ih en Ga en au jede e denkliche Weise demü ig , ihm Füße und Hände binde und ihn mi einem Gü el an de Wand au häng (NL, 633–634). E s als Gun he ih Ansehen und ih e Tugend ansp ich , die be leck wü den, soll en die Kämme e ihn so o inden, binde sie ihn los (NL, 638). Was man hie sieh , is nochmals ein kla e Fall de Klughei und de da aus esul ie enden Selbs e ung, und nich de Ve nun und Ge ech igkei . Tugend und Las e balancie en sich hie also aus. E s als Sieg ied sie un e wi , wi d on de schönen, s a ken, amazonenähnlichen Königin eine un e wü ige Ehe au, die ehe im Ve bo genen In igen spinn . Wäh end des S ei s zwischen den beiden Königinnen s ichel sie K iemhild, um he auszu in- den, weswegen sie un e ih em S and gehei a e ha . Diese S icheleien, wie wi schon gesehen haben, üh en langzei ig zu einem Massake am Ho e E zels. Jedoch möch e ich hie nun au B unhilds Ve hal en, bezüglich des S ei es, eingehen. Denn auch sie ech e ig ih e Anschuldigungen (NL, 813) dami , dass diese Gegebenhei eine di ek e Aussage König Gun he s sei (NL, 817–818). Als dann K iemhild sie beschuldig , Sieg ied habe sie zum wîp gemach , keim in B unhild eine ie e Abneigung au (NL, 826, 4) und sie schwö Rache, welche sie mi hil e Hagens oll üh (NL, 861). Zule z komme ich noch einmal da au zu sp echen, dass B unhild kein Mi leid emp inde . Denn als Sieg ied o nach Wo ms komm und K iemhild in T aue e geh , si z die Königin au ih em Th on und zeig Schaden eude. Somi zeig sie die Las e des S olzes und den B uch mi den Tugenden de Ge ech igkei und de Liebe. B ünhil diu schœne mi übe müe e saz. swaz gewein e K iemhil , unmæ was i daz. sine wa i guo e iuwe nimme mê be ei . sî ge e i ouch ou K iemhil diu il he zenlichen lei . 22 (NL, 1097) 2.1.3.Exku s: Raoul de Camb ai biax u R[aous] e de gen e ai u e. S’en lui n’eüs un poi de desmesu e 21 „Sie an wo e e: »Mi we den ih e Schönhei und ih e E ziehung ü imme leid un. Wüss e ich, wohin ich mich wenden könn e, so wü de ich ge n weggehen, um nich mi Euch das Be zu eilen, es sei denn, Ih sag mi o en, weshalb K iemhild die Gelieb e Sieg ieds is .«“ (NL, S.183) 22 „Die schöne B ünhild saß mi Übe heblichkei au dem Th on. Wie seh K iemhild auch wein e, das wa ih gleichgül ig. Zu eine F eundscha mi K iemhild wa sie nie meh be ei . Spä e üg e auch ih F au K iemhild schwe es He zeleid zu.“ (NL, S.321) 14 Mieud es asals ne in onqes d oi u e 23 (RdC, 319–321) Raoul de Camb ai is ein Adlige , welchem sein Hab und Gu genommen wu de. E is de Ne e und gleichzei ig Seneschall des Königs, und wi d hoch angesehen du ch seine ge ech e und noble A und Weise. Raous pa ole qi o g an mal alan . «D ois empe e es, pa le co s sain Aman , se i os ai pa mes a mes po an ; ne m’en donnas es le mon an d’un bezan . Viax de ma e e ca me endez le gan , si con la in mes pe e(s) au co s aillan . 24 (RdC, 505–510) Wie man sieh , ä ge e sich (RdC, 505) da e nu das möch e, was ihm ech mäßig zus eh . Au g und de Ta sache, dass König Louis die on Raouls Va e e e b en Lände eien einem ande en Lehnshe n übe ug und o zdem nich gewill is , sie zu ückzugeben, mach e seinem Ne en das Ve sp echen, dass e bei einem zukün igen Ableben eines ande en Lehnshe en dessen Landbesi z e hal en wi d. Jedoch ha de e s e, de s i b , ie E ben, weswegen es ü den König besse is , Raoul diesen Besi z zu en sagen. R[aous] l’en en , les cens qide de e . Escha nis es , ne sei mais qe pense . 25 (RdC, 680–681) E dis R[aous] : « Nel lai ai pas ensi, qe oz li mons m’en en oi a ailli e li mien oi en se oien honni.» 26 (RdC, 823–825) Ains q’il ne[l] lai en ie ai e boele e de main chie espandue ce ele. 27 (RdC, 840–841) Le z e e schwö abe Rache und geh gegen die E ben, ans a F ieden zu schließen. Au seinem Rache eldzug komm e nach O igny, massak ie alles und jeden und obgleich e e sp ochen ha den Nonnen im Klos e nich s anzu un, s eck e den Kon en mi den F auen d innen in Flammen: Wohl wissend, dass eine diese Nonnen die Mu e seines Knappen is , du ch dessen Hand e noch s e ben wi d. 23 Raoul: E wa schön und gu gebau . Wenn es ihm nich ein wenig an Maß ge ehl hä e, hä e man keinen besse en Kämp e ü ein Lehen inden können. (Meine Übe se zung) 24 Volle Zo n wand e sich Raoul an den König: «Mein ge ech e Kaise , au den Reliquien des heiligen Amand habe ich euch mi meinen Wa en gedien , abe als Belohnung hab ih mi nich einmal den We eines Besan s (eine Geldsumme ode Münzwe ) gegeben. Geb mi wenigs ens du ch die Gabe eu es Handschuhs das Land zu ück, das mein ap e e Va e besessen ha . (Meine Übe se zung) 25 Als Raoul das hö e, dach e e , dass e den Ve s and e lo en ha e. Man ha e ihn ausgelach und e wuss e nich , was e un soll e. (Meine Übe se zung) 26 Raoul an wo e e: « Ich we de diese Gabe nich au geben, denn alle wü den mich ü einen Feigling hal en und meine E ben wü den Schande e leiden. » (Meine Übe se zung) 27 Be o e es au gab, ließ e Eingeweide he aussp i zen und manches Gehi n e eilen. (Meine Übe se zung) 15 2.1.4.Zwischenanalyse K iemhild zeig uns, dass die Indi iduali ä ih e Figu aus de wachsenden Rachelus esul ie . Wie auch ande e F auen igu en wi d sie als die Schöns e bezeichne , wobei dies keine Indi iduali ä he o u . Widebu g (1993:5) me k an, dass die Indi iduali ä aus K iemhilds Schönhei esul ie , da sie beide – Schönhei und implizie e Indi iduali ä – o und nach dem e s en Au i de Figu e wähn we den. Das heiß , ih e Schönhei gib quasi schon Ausschlag da übe , dass wi o eine immens wich igen Figu s ehen. Des Wei e en bes ä k die Au o in ih e Aussage, indem sie sie wie olg e wei e : […] he beau y is also a dange o he men a ound he , as many knigh s a e o lose hei li es because o he . This in oduc o y s anza gi es K iemhild’s beau y my hological p opo ions, connec ing he ep esen a ion o ha o o he beau i ul women o e whom men ha e ough wa s. (1993:15) Eine Pa allele läss sich un e ande em zu Figu Helena on T oja he s ellen, welche ih e Indi iduali ä auch aus ih e Schönhei schöp . Jedoch denke ich, dass e s ih e allmähliche Ve ände ung, wie de Au o auch schon in de e s en S ophe ankündig , den Fokus as ausschließlich au sie ück . Auße dem muss man sagen, dass K iemhild ohne B unhild e s ga nich zu Fu ie (Denk, 2002:70) wi d. De S ei de Königinnen is das Schlüsselmomen , in dem beide F auen indi iduell wachsen und S ä ke zeigen. Denk (2002:70) kons a ie : „So wi d K iemhild, die hö isch e zogene Fü s en och e , zu an iken Fu ie, die dem eigenen B ude den Kop abschläg ; so wi d die unbesiegba e Amazonenkönigin [B unhild] zu be ogenen leidenden F au, die ein Mo dkomplo de Männe wel anze el .“ Wi können also es hal en, dass beide F auen e s du ch das äuße e Wi ken zu inne mo alisch agwü digen Ta en e lei e ode as schon gezwungen we den. B unhild ühl sich on K iemhild – in ih em S olz und S ellung – angeg i en, obwohl le z e e eigen lich keine Schuld an de Si ua ion äg . E s da au hin und du ch Hagens Einwi ken denk B unhild an Sieg ieds Mo d als Racheop ion und übe gib die Planung in seine Hand. K iemhilds Leid und Ve wandlung in ein e ba mungsloses eu lisches Wesen esul ie aus diesem Mo d. Die bedingungslose und ewig wäh ende Liebe ü ih en Ehemann wi d du ch die Aus üh ung de Rache gezeig (Widebu g, 1993:4). Jedoch is ih e Ve wandlung so adikal, dass sie blind wi d und wede Klughei noch Mäßigung noch Ge ech igkei im Sinne ha , als sie ih en B ude und Hagen ö e . Rudol Denk (2002:70) bezeichne dies als Übe sch ei ung „eine[ ] wei e e[n] G enze zu absolu en G ausamkei “. Wäh end K iemhild du ch ih e Ta en als dämonisch bezeichne wi d, und deswegen ih e Tugendha igkei abgesp ochen wi d, sieh man Hagen als eine he oische Figu , obgleich auch e nich ugendha handel (Widebu g, 1993:193). 16 Bei B unhild hingegen, sehen wi , dass sie on An ang an das Las e de Hochmu e kö pe (Ishikawa, 2004:5). Diese Hochmu zeig sich o allem in ih em schon e wähn en e mein lichen Mi leid K iemhild gegenübe . Jedoch wi d die Königin, wie oben e wähn , e s du ch äuße e Ein lüsse zu ande en Las e n beweg . Die Ge ech igkei wi d igno ie , denn eigen lich is nich Sieg ied de Ve u sache ode das Ziel ih es Hasses, sonde n K iemhild. E s Hagen e schließ B unhild die Beziehung des Leides, welches ih e Kon ahen in e ah en wü de, s ü be ih Ehemann. Rudol Denk (2002:64) e klä , dass Sieg ied, um B unhild ebenbü ig zu sein, seine hö ischen Me kmale abs ei en müsse. Demnach habe auch B unhild keine hö ischen Me kmale, die hie ü ih e Tugenden als F au s ehen könn en. Dennoch s eh auch ih e Schönhei im Vo de g und, denn imme wiede wi d da au e e ie . Dies ha zu Folge, dass auch ih e Indi iduali ä mi Schönhei und Rache gekoppel is , denn obwohl sie im Ve gleich zu K iemhild nu ku ze Sequenzen im We k innehäl , üh en ih Ve hal en und ih e Ta en zu Konsequenzen ü alles und jeden im Nibelungenlied. Demnach e gib sich, dass sowohl Schönhei wie auch Rachelus K iemhild und B unhild ih e Indi iduali ä e leih . Das Po en ial de Ge ah e s eck sich hin e ih e lieblichen Schönhei und b ich somi mi dem Topos ande e Tex e des Mi elal e s. Den Weg eines geach e en und gelieb en Adligen zum Räche kann man bei Raoul seh gu nach ollziehen. Raoul de Camb ai es une des plus g andes igu es agiques de la chanson de ges e ançaise. En ai ba on é ol é, il mani es e quelques-unes des quali és les plus p isées de l’époque – aillance, loyau é, honneu –, mais con e son g é il es obligé de dé end e ces aleu s dans un monde éodal où les p é en ions oyales e l’a bi ai e d’un oi aible c éen une si ua ion poli ique de enue in olé able pou les g ands ba ons. (Kay, Kible , 1996:8) E wi d nich g undlos böse, bzw. kämp nich ohne i igen G und. De Seneschall möch e nu das, was ihm ech ens zus eh , ihm abe on de höchs en Ins anz e nein wu de, weswegen e ebellie . Es is ein menschliche Zug, denn seine Eh e s eh au dem Spiel, und im Mi elal e is dies die unan as ba e Quali ä jede manns. Eisne (1971:41) kons a ie : Quoi qu’il en soi , il es impossible de ne pas oi en Raoul un pe sonnage de dimensions ex ao dinai es. Commen pou ai -on comp end e au emen ses inc oyables ac ions de dé iance con e ou ce que son époque enai pou sac é? Seine scheinba e Cha ak e schwäche is ein Resul a aus den En scheidungen des Königs, weswegen hin e de g ausamen Na u seine Ak e das menschliche Ge ühl de Rache und Impo enz s eh . Auch Eisne (1971:41) bes ä ig dies, indem e sag , dass Raoul de Camb ais Zus and on außen he ini iie is , wobei de Ri e s eh s einen mo alisch agwü digen Weg einschläg , um an sein Ziel zu kommen. Il es ce ainemen ai que Raoul ai p eu e de aiblesse mo ale dans ses empo emen s, sa c uau é, e sa disposi ion à écou e des mau ais conseils a unculai es. Mais, é an donné les 17 exigences de l’honneu e les liens amiliaux, au ai -il pu aimen s’engage dans une au e oie ? N’es -ce pas la s uc u e de la socié é qui con ain le che alie , doué d’un bon na u el, à de eni un ho s-la-loi, une ois lésé aî eusemen pa son sou e ain? La e u médié ale exige qu’il songe à son honneu blessé e à celui de ses descendan , ses „oi .“ (Eisne , 1971:46) E kennba is hie , im Gegensa z zu K iemhild und B unhild, dass Raoul inne lich und äuße lich schön schein , abe wie schon in Wol ams Els e gleichnis (Pa zi al, 1, 1–14) 28 zu e s ehen is , sind alle d ei Figu en nich schwa z und weiß is , wie es scheinen mag. 2.2. Tugend mi Absenz de äuße en Schönhei 2.2.1.Cund ie si hiez Cund îe: su zie e was i zuoname; 29 (Pa zi al, 312, 26–27) übe den huo ein zop i swanc unz û den mûl: de was sô lanc swa z, he e und nih ze clâ , lind als eins swînes ückehâ . si was genase als ein hun : zwên ebe s zene i ü den mun giengen wol spannen lanc. 30 (Pa zi al, 313, 17–23) Aus dem Tex geh he o , dass sie als hässlich wah genommen we den soll. Wol am scheu sich nich da o , aus üh lich ih e Haa e, Zähne, Nase und S a u zu besch eiben, welches bei schönen F auen sel same weise nich geschieh . Diese Besch eibung e ozie eine gewisse Komik, die nich geleugne we den kann. Jedoch ek i izie e ih Ansehen, indem e die Zaube in als „eine Jung au on ühmenswe e T eue“ (Pa zi al Band I, S.529) bezeichne . Was seh in e essan zu e wähnen is , is , dass Cund ies B ude Malc ea ü e, genauso sein soll wie seine Schwes e (Pa zi al, 517, 11–30). Diese Pe sonen sollen anscheinend Nach ah en Adams sein (Pa zi al, 517, 1–4), de en Mü e bes imm e e bo ene P lanzen eingenommen haben sollen, welche die „Ve uns al ung“ he beige u en habe (Pa zi al 519, 1–9). Da au wi d spä e noch einmal eingegangen. 28 Das Els e gleichnis wi d in de Schluss olge ung nähe besch ieben. Es geh dabei da um, dass Menschen nich in Ex emen (Gu und Böse) einzuo dnen sind, sonde n, dass man zwischen ihnen oszillie , bzw. die Pe sonen in eine G auzone sind. 29 „Sie hieß Cund y, und ih Beiname wa »die Zaube in«.“ (Pa zi al Band I, S.531) 30 „Ein Zop hing übe den Hu bis au den Maul ie ücken hinab: e wa lang, schwa z, sp öde, häßlich und so geschmeidig wie Schweinebo s en. Sie besaß eine Nase wie ein Hund. Zwei Ebe zähne ag en spannenlang aus ih em Munde.“ (Pa zi al Band I, S.533) 18 Bei Cund ie we den die Eigenscha en hässlich und eu o in nahes ehenden Ve sen benu z , um ge ade diese zwei Cha ak e is ika he auszus ellen (Pa zi al, 318, 25). Wol am geh abe auch so wei , dass de Lese sich zue s kein geschei es Bild on Cund ie machen kann, denn e sag übe sie, dass sie die F eude alle du ch ih en Zo n in Be übnis umwandeln könne (Pa zi al, 312, 2–5). Als Cund ie Pa zi al e luch , u sie dies nich aus Bosha igkei , sonde n um den A usho zu schü zen, welches ein ugendha e Cha ak e zug is . Sie is um das Ansehen des Königs und seines Ge olges beso g (Pa zi al, 314, 26–30), zum einen, da diese I he ge ö e ha , zum ande en, da e seinem Oheim nich die ihn om Schme z e lösende F age ges ell ha . i il unge iuwe gas ! […] i heiles ban, i saelden luoch, des ganzen p îses eh un uoch! 31 (Pa zi al, 316, 2–12) Da sie abe seine E ziehung nich im Sinn ha , e kenn man hie einen unbeg ünde en Vo wu . Pa zi al ha nach seinem Wissen, welches e in diesem Momen ha e, gehandel . Jedoch we de ich da au spä e ie e eingehen. Ih e Beleidigungen ode eben ih e Ve luchung läss den Lese zwei eln, ob sie nun doch so ugendha sei, wie zu Beginn e läu e wu de. Nachdem sie dami e ig is , besch eib Wol am die Zaube in als Ebenbild des Jamme s, wobei sich nich e schließen läss , ob sie du ch ih e Wo e leide , ode weil Pa zi al so iel Schaden geb ach ha , ode ob ih Schme z du ch das Leiden de be o enen Pe sonen des Schaden Pa zi als beding is . Cund îe la suzie e uoche mich sô dicke sehen: swaz on e zênîe mac geschehen, des uo si mich gewal ec wol. 32 (Pa zi al, 579, 24–27) Ein Beispiel ü das Ansehen, welches Cund ie genies , is die A und Weise wie A ni e, König A u s Mu e , übe sie sp ich . In den olgenden Ve sen e klä sie, wie nu dank Cund ie An o as Schme zen gelinde we den konn en. Die Zaube in zeig also, dass sie compassio e kö pe , indem sie ü ande e so g . Dies sieh man auch an Sigune, denn als Pa zi al ih zum d i en Mal begegne , sag diese, dass Cund ie ih dannen b inge schie e alle samz age nah mîn spîse (des hâ si sich bedâh ) (Pa zi al, 439, 2–4). Als gegen Ende des We kes Cund ie wiede e schein , wi d zue s ih e edle Kleidung aus Munsal aesche besch ieben (Pa zi al, 778, 13–779, 7), des Wei e en wi d sie auch als diu wîse, nih diu umbe da ges ell (Pa zi al, 779, 7). Das Augenme k des Lese s wi d also di ek au 31 „T eulose Gas ! […] Ih Ge äh de des Heils, Fluch des Glücks, Ve äch e wah en Ruhms!“ (Pa zi al Band I, S.537) 32 „Die Zaube in Cund y mach mi o einen eundlichen Besuch und gib mi gu e Leh en, was Heilmi el e mögen.“ (Pa zi al Band II, S.253) 25 diu he zoginne îche. gein sînen ouzen si sich bô : dô sp ach si ‛hê e, solhe nô als ich hân an iuch gege , de wa nie mîn wi de we . ü wâ mi iuwe a bei üege sölich he zelei , diu emp âhen sol ge iuwez wîp umbe i lieben iundes lîp.’ 38 (Pa zi al, 611, 20–30) Ganz kla sieh man da an, dass sie o ihm au die Knie äll , und sich als ü Gawan unwü dig nenn , dass O geluse im He zen den Ta el i e , und somi auch ih He z schü zen woll e. Sie is sich dessen bewuss , dass iele Ri e in ih em Diens leiden muss en, und dass iele on diesen den Minnediens abb achen, da O geluses A abs oßend wa . Dadu ch, dass Gawan ih , o z ih e A , nie den Diens en zogen ha , und wi klich alle on ih ges ell en Au gaben e üll , kann sie sich da au e lassen, dass e sie wi klich lieb , so wie eins Cidegas . Sie wechsel ih e höhe ges ell e Posi ion au dem P e d zu einem e gebenen Knie all, um gleichzei ig ih e – in de Liebe gel ende – Un e we ung da zus ellen, abe auch zu zeigen, dass sie im dankba is und seine ha e A bei ane kenn . Sie üh ih e Un e gebenhei o , indem sie Gawan ih en He zschme z und somi ih en Cha ak e o enleg , und zeig ihm somi , dass die T eue zu ih em e s o benen Ehemann ie e wu zel in ih em He zen s eck . Diese Liebe, welche mi ih e T eue e lech e is , zeig ih e ugendha e hö ische Sei e, und dass ih S olz und ih Hohn ein Übe lebens- und Schu zmechanismus ü ih e Ge ühle gewesen is (Pa zi al, 612, 21–614, 17). Die F au wi d im We k jedoch 47-mal mi posi i en Eigenscha en – seien es inne liche ode äuße liche Me kmale – und nu sechsmal mi nega i en besch ieben. Ich denke, dass dies ein g oßes Gewich ha , wenn man da übe nachdenk , dass es bei ih , abe auch bei Pa zi al, um einen Wandlungsp ozess geh , welche übe das We k hindu ch gezeig wi d, da, wie man weiß, im Pa zi al Wol ams einige Figu en die Thema ik des Els e gleichnisses au nehmen. 2.3.2.Pa zi al on den helden e geschouwe wa : Dô lac diu go es kuns an im. on de â en iu e ich daz nim, 38 „Vo seinen Augen gli die mäch ige He zogin om P e d, wa sich ihm zu Füßen und ie : »He , nie und nimme wa ich dessen wü dig, daß Ih Euch au mein Gebo in dieses Wagnis s ü z e . Was Euch zus ieß, be ei e mi solche He zensno , wie sie eine eu liebende F au um den Gelieb en emp inde .«“ (Pa zi al Band II, S.309) 26 diu mich mi wâ hei des beschie . nie mannes a we baz ge ie o im sî Adâmes zî . 39 (Pa zi al, 123, 12–17) Sein on Go gemach es An li z, Adam ebenbü ig, zeig uns kla und deu lich welche Posi ion de Sohn Gahmu e s innehäl . Jedoch ha Pa zi al auch ambi alen e Züge, denn e zeig zum einen Mi leid [siehe den Tod de Vögel (Pa zi al, 119, 9–11)] abe auch Mi leidlosigkei [geh Hi sche jagen (Pa zi al, 120, 2–3)]. Die Mi leidlosigkei e kö pe das gahmu e ianisch- k iege ische Po en ial an Agg ession. Obwohl e sich ge ade hie in eine Si ua ion be inde , nämlich die Ve wechslung on Ri e n und Go , indem seine In elligenz F agen au wi , ziehen diese Ri e au g und seine äuße en E scheinung unmi elba die Schluss olge ung, dass e on adlige He kun sein müsse. de knappe wânde, swaz e sp ach, ez wae e go , als im e jach ou He zeloyd diu künegîn, do si im unde schie den lieh en schîn. 40 (Pa zi al, 122, 21–24) Seine umphei is hie schon zu Beginn zu inden (Pa zi al, 124, 15–21), und e schwinde wiede um e s nach seinem Au en hal bei T e izen . De Einsiedle s ell den Wendepunk in de E ziehung da , indem e Pa zi al mi seine Schuld kon on ie . E binde die condi io humana an die E bsünde, besse gesag an die unwissen liche Kains a . Somi wi d de P o agonis on dem Ve wand enmo d an I he au geklä , an dem Tod de Mu e , sowie an de Un e lassung de Mi leids age. Wobei man hie gleich sagen muss, dass ihm nach jede seine Fehl i e on de Gesellscha , (im Falle Jeschu e: Pa zi al, 269, 20–270, 6) ode ande en Figu en (z.B. Sigune) o Augen ge üh wi d, was e alsch ge an ha . Als Cund ie ihn e luch , und e deshalb seh bes ü z is , sag Wol am olgendes übe ihn: Nich s hal ihm de Ra seines ap e en He zens, nich s seine i e liche E ziehung [bei Gu nemanz] und seine Mannha igkei . Doch auße diesen Eigenscha en besaß e die Fähigkei , sein Handeln selbs k i isch zu übe p ü en, so daß e s e s ech zei ig au den ech en Weg kam. (Pa zi al Band I, S.541) An diese Aussage wi d deu lich, dass seine ehlende ech mäßige hö ische E ziehung ihn nich da an gehinde ha , aus seinen E ah ungen zu le nen und seine inne e Schönhei allmählich seinem äuße en E scheinungsbild anzugleichen. Viele Male wi d an seine Schönhei appellie , wie zum Beispiel, wenn e als die „he lichs e Blü e un e allen Männe n“ (Pa zi al Band I, 39 „Nun be ach e en ihn die Helden genaue und e kann en, daß Go an ihm ein wah es Wunde we k ollb ach ha e. De E zählung – die es e läßlich übe lie e e – en nehme ich, daß es sei Adams Zei keinen schöne en Mann gegeben ha .“ (Pa zi al Band I, S.213) 40 „Als e so sp ach, hiel ihn de Knabe ü Go , denn F au He zeloyde, die Königin, ha e Go als Lich ges al besch ieben.“ (Pa zi al Band I, S.211) 27 S.521) bezeichne wi d, ode in 308, 1–3: Dô uoc de junge Pa zi âl / âne lügel engels mâl / sus geblüe û de e den. Nich sdes o o z wi d du ch sein Handeln gleichzei ig seine umphei gezeig . Fü diese A bei zeig sich diese umphei eng e schlungen mi seine zu Beginn ehlenden Tugend. Besonde s aszinie end sind die Passagen, in denen seine mangelnde Tugendha igkei , die sich in seine Une ah enhei äuße , eng mi seine Schönhei e bunden is . Ein solche Momen is zum Beispiel seine nai e e s e Begegnung mi Jeschu e, bei de e ih en Schmuck s iehl und dadu ch jah elanges Unglück übe sie b ing . Im We k wi d an diese spezi ischen S elle meh ach au die schönen Kö pe sowohl Jeschu es als auch Pa zi als eingegangen, be o le z e e zu eine e u eilungswe en Handlung sch ei e . Jedoch häl e sich nu an das Gebo seine Mu e on „edlen F au[en] Ring und eundlichen G uß [zu] e ingen“ (Pa zi al Band I, S.219). Auch als e spä e I he umb ing , denk e an seine Mu e Ra on Lähelin sein Hab und Gu zu ückzu o de n (Pa zi al, 128). Hie begeh e – jedoch unwissen lich – eine Kains a [und auße dem noch ê oup (Pa zi al, 475, 5–6)], welche zu den Ve gehen zähl , ü die e Abhil e scha en muss, um G alskönig zu we den. De d i e g oße Ve s oß, den e begeh , is das Un e lassen de Mi leids age. wol gema c e Pa zi âl die îchei un daz wunde g ôz: du ch zuh in âgens doch e d ôz. e dâh e ›mi ie Gu namanz mi g ôzen iuwen âne sch anz, ich sol e il ge âgen nih . waz ob mîn wesen hie geschih die mâze als do bî im? 41 (Pa zi al, 239, 8–15) Das semio isch-di e enzie ende Manko, he beige üh du ch das Absei sleben in Sol âne, is de Auslöse diese zen alen K ise: Pa zi al s ell die Mi leids age nich . E kann Gu nemanz Ra de Mäßigkei nich di ek abs ahie en, will jedoch dem weisen Mann geho chen und s ell die F age, welche ihm b enn zu agen, nich . 42 Hie wi d kla , dass die umphei zwei Ebenen ha : die de Nai i ä und Une ah enhei , sowie die ges ö e Kommunika ions ähigkei . 41 „Pa zi al beme k e wohl alle P ach und das ganze wunde ba e Geschehen, doch seine hö ische E ziehung ließ ihn au jede F age e zich en. E dach e nämlich bei sich: »Gu nemanz ha mi wohlwollend und unzweideu ig eingeschä , keine unnü ze F agen zu s ellen. Soll ich du ch ungeschick es Benehmen wiede Miß allen e egen wie bei ihm?«“ (Pa zi al Band I, S.408–409) 42 Dabei e lie e die Tugend des hel e-Gebo s, und die Gesam hei seine Leh en aus dem Blick. 28 Nachdem Pa zi al abe meh e e Leh en, o allem on Gu nemanz, bekomm , ilg e einige seine Fehle , indem e , als e sich e neu en Ve suchungen bezüglich seine Ve ehlungen gegenübe sieh , den ich igen Weg geh . Pa zi al kämp gegen O ilus, dami e den Hohn, den e Jeschu e besche ha , wiede ausgleichen kann (Pa zi al, 264, 20–30) und beide Ehepa ne mi einande e söhn (Pa zi al, 269, 13–18). Auch als e gegen Gawan kämp , e kenn e schnell genug (jedoch du ch die Hil e Außens ehende ), wen e beinahe ge ö e hä e (Pa zi al, 688, 22–689, 8) und e hinde dabei eine zwei e Kains a . Nachdem Pa zi al spä e au Sigune i und sie übe die Bedingungen ü das Au inden de G alsbu g sp ich , sowie da übe , dass nu de jenige, de den G al nich ak i such , jedoch dazu bes imm is , ihn zu inden, diese Fähigkei besi z , wi d ihm bewuss , wie e seine Fehle ko igie en kann. swe die suoche lîzeclîche, leide de en in i nih . il liu e manz doch we ben sih . ez mouz unwizzende geschehen, swe imme sol die bu c gesehen. 43 (Pa zi al, 250, 26–30) Das heiß , dass Pa zi als umphei und mo alischen Ve ehlungen eben diese Vo ausse zung e üll und deshalb Munsal aesche inde . Jedoch is e noch nich ei genug, nich wü dig schon G alskönig zu we den und ag e s nach E langen de Lebense ah ung und Rahmen- kenn nisse übe sein Schicksal und nachdem e wide E wa en alle Außens ehenden zum zwei en Mal die Chance bekomm , den G al zu sehen: oeheim, waz wi e di ? (Pa zi al, 795, 29). 2.3.3.Zwischenanalyse Wu he (2008:35) a bei e he aus, dass Wol am inne e und äuße e Schönhei un e scheide , denn sie geh da au ein, dass die „äuße e Schönhei eine F au […] nich s we [is ], wenn ih He z alsch is “. Aus diesem G und wi d on Beginn an deu lich, dass es uns nich möglich is , O geluse ein ach in ein o de inie es Schema einzuo dnen. Wol am wähl eine ch onologische E zähls uk u , so dass den Lesenden (und Gawan) e s zu einem spä e en Zei punk on ih em inne en Wesen bekann wi d, nämlich als Gawan ih He z du ch den Sieg übe G amo lanz gewinn . Auße dem sieh die Au o in (2008:36), dass „den Tugenden – im Gegensa z zu Schönhei , die ja ein „Geschenk des ‚a ‛ da s ell “ – imme e was Äuße liches anha e , is Wol am auch ge ne be ei , Ve s öße gegen diese Tugenden om Psychologisch- 43 „Doch nie ha jemand sie ge unden, de sie mi Vo bedach such e, obgleich iele sich da um bemüh haben. Nu de e blick die Bu g, de dazu be u en is , ohne es zu wissen.“ (Pa zi al Band I, S.427) 29 Menschlichen he zu en schuldigen. Die „ iwe“ alle dings, welche eine Sonde s ellung einnimm , da im Ke n nich e le z we den.“. Selbs nach dem Ableben Cidegas s bleib O geluse ihm eu e geben und heg eine ie e Ve bundenhei zu ihm, ähnlich wie es bei Figu en wie Sigune und Schiona ulande de Fall is , bis seine Rache ollzogen wi d. Pa adox is die augenscheinliche Disk epanz zwischen äuße e und inne e Schönhei […]. Die These, dass Wol am die Männe im Pa zi al deshalb so s ahlend schön zeichne , um dami ih e cha ak e liche Schwächen zu en schuldigen (wohlgeme k , abe wede gu zu heißen noch schlech zu machen) [zeig sich gu ]. […] Besonde es Augenme k wi d hie au die Fo mel „Inne e Schönhei implizie äuße e“ („Schön = gu “) geleg […] (Wu he, 2008:7) Pa zi al wi d au zwei A en einge üh , einmal du ch die En wicklung und die zunächs jugendliche Une ah enhei und du ch seinen s einigen Weg zu Weishei : e küene, aeclîche wîs (Pa zi al, 4,18). Seine umphei wi d un e einem e ziehungsgeschich lichen Aspek beu eil , seinem Mangel an Ve s and und Ve s ändnis. Wu he (2008:33) sieh da in, dass man sich nich e wunde n solle, da Wol am ih e Meinung nach „Ve s ändnis […] ü Ve ehlungen, die aus Ve bi e ung geschehen [habe].“ E e u eile die om Schicksal geschlagenen nich , sonde n bedaue e sie als jene, die eine unen innba en Ve s ickung e legen sind, so Wu he (ebd.). Folglich kann wede O geluse, au g und ih es geb ochenen He zens, noch Pa zi al, au g und seines Mangels an eine angemessenen s andesgemäßen E ziehung, ü ih e Fehl i e e an wo lich gemach we den. Jedoch geh das Gelingen de G alsbes immung dami einhe , da die Übe windung de umphei e lang wi d. Du ch das Du chleben e schiedene Al e ss u en gib es einen na ü lichen Rei ep ozess (de Weggang on de Mu e is eine na ü liche Ablösung). Zum ande en kann man die umphei als kommunika i e S ö ung deu en, da Pa zi al somi aus de kommunika i en Gemeinscha ausgeschlossen is und als abno m gesehen wi d. Seine Tölpelha igkei – und die da aus esul ie ende unbeda e Gewal – sind die U sachen an den Ve gehen an F auen (Jeschu e), Ve wand en (I he ) und de hö ischen No m und de en We e ( ê oup). Dies is die semio ische Kon igu a ion de umphei , Pa zi als Un ähigkei zu Abs ak ion und de Ablösung de Bedeu ung on Wo en und Dingen. E weis kein di e en ielles Zeichenbewuss sein au , wie man an de Go es age und de da au olgenden Assozia ion on Rüs ung und Gö lichem sehen kann. Es is keineswegs ein Weg, de on de umphei zu Angepass hei üh , sonde n ielmeh ein Besinnen au Pa zi als Bes imm hei de iuwe gegenübe seine F au und seines Schicksals als G alskönig. Da au wi d de Lese imme wiede hingewiesen, z.B. du ch das Lachen Cunnewa es ode das plö zliche Reden An ano s. Bei Pa zi al sehen wi genau in de Szene mi den Ri e n in Sol âne, dass sie an seine Schönhei seinen i e lichen S and e kennen (Wu he, 2008:28). „Schönhei is also ein A ibu des Ri e ums, und alle „hochges ell en“ Pe sonen dieses Romans leben in eine idealisie en Wel . […] De „Geblü sadel“ (nobili as sanguinis) is sich ba und du ch die Schöp ung on 30 Go he o gehoben“, dies s ell Wu he (2008:27) da und e klä somi gleichzei ig, wa um Wol am o mals Go als Schöp e de Schönhei ansp ich , abe zeig so auch, dass es in de u opischen Wel geschieh . Das wiede um gib zu e kennen, dass es im We k Wol ams Figu en gib , die diese idealisie en Wel nich en sp echen. Diese These e läu e Wu he (2008:32) wie olg : „Falsches Ve hal en wi d demnach du ch diese besonde e He o hebung de Schönhei abgeschwäch bzw. egalisie . Hie ha Schönhei die Funk ion, die Disha monie zwischen Inne em und Äuße em zu übe winden.“. Hie sp ich sie also da ü , dass Pa zi als Schönhei seine Fehl i e zu minde n e such , sodass de Lese die Tugendha igkei de Figu nich zu seh in F age s ell . O geluse wi d im We k zunächs als eine unzugängliche F au da ges ell , die seh nega i e Quali ä en in sich äg , abe nich zu o eilig e u eil we den soll. Lau Munz-Thiessen (1997:245) such die Figu einen Mann, nich um ih e S ellung in de Gesellscha zu e besse n, sonde n am Mö de ih es Ehega ens Rache zu üben. Des Wei e en sag sie (ebd.): „[O geluse] wi d on An ang an mi den u sp ünglichen K ä en in Ve bindung geb ach , eine sinnliche F au, die zu Liebe au o de . Gawan is so o on ih ge essel ; e mach ih übe schwengliche Komplimen e, die sie jedoch schnippisch zu ückweis ; bei ih sei keine Liebe als Lohn ü i e liche Ta en zu e wa en, höchs ens Schimp und Schande.“ Wie schon e wähn , wollen iele Ri e ih den Minnediens e weisen, jedoch nu einen wähl sie selbs aus – nämlich Pa zi al – de abe kein In e esse an ih ha . Imme wiede beleidig die schöne O geluse au „unweibliche“ A den Ri e Gawan, was zeig , dass ih Cha ak e zu Beginn un ugendha is . E s nachdem e den Mö de ih es Mannes besieg , ände sich ih e Ve hal ensweise Gawan gegenübe und die eue, eundliche und hö liche bzw. hö ische O geluse [ode auch, wie Benke (1997:267) schilde : „ ücksich s oll, wohle zogen und e s ändig“] i ans Lich . Sie gib ih en S olz und ih e Au onomie ü Gawan au , und s ell die Ve weige ung des Minnediens es seine sei s ein, wodu ch sie auch ande en Männe n gegenübe ne e gesinn is (Munz-Thiessen, 1997:248). Mi O geluse üh uns Wol am eine F au o , die du ch e le z e minne zu ex emem Haß ähig wu de […] O geluse wandel diesen Haß nich in T aue um, sonde n schmiede a k ä ig ih e Rachepläne, ü die sie auch ande e Ri e einspann . Du ch die minne Gawans, de sich au ih e Fo de ungen einläß , wi d sie wiede minne ähig und übe winde ih en Haß. (ebd.) Hie sehen wi also wiede , dass de Wandel du ch iuwe komm , denn dies is Wol ams wich igs e Tugend. Benke (1972:224) me k an, dass es Wol am wohl nich leich ge allen sei, „diese F auenges al so zu zeichnen, daß sie o z ih es eigena igen Ve hal ens zu e s ehen is .“ Auße dem, zu ückkommend au die Wa nung Wol ams, O geluse nich zu schnell zu e u eilen, üh Benke (1972:229) eine wei e e Idee an, weshalb das Ve s ändnis des Lese ü ih Ve hal en schwie ig is : in de hö ischen Zei sei eine so unhö ische Ve hal ensweise ein ach nich angeb ach . Die Au o in is de Meinung, dass es „ein kleines Meis e we k 31 Wol ams“ (1997:249) sei, das Innenleben O geluses so da zus ellen. Ein wei e e Punk , de ü das gu e Inne e O geluses sp ich , is das Leid, welches sie bezüglich An o as ühl , da e ih e wegen so leiden muss (Pa zi al, 616, 14–27). Benke ass au konzise A O geluses Figu zusammen: „O geluse is demnach nich – wie es an angs schien – eine F au, de es nu da um geh , möglichs iele Männe in ih en Diens en zu haben. Was O geluse such , is wah e Liebe, E sa z ü Zidegas “ (1997:258) und auße dem is sie „nich nu s olz, wie ih Name sag , sonde n besi z neben ih e be ühm en Schönhei eine de wich igs en F auen ugenden: T eue.“ (1997:259). 32 3. Schluss olge ung Das Els e gleichnis zeig eigen lich schon, dass jemand wede ganz gu noch ganz schlech sein kann, wodu ch man so o sieh , dass die Dicho omie zwischen Gu und Böse in de ealen Wel nich ein e en kann. Is zwî el he zen nâchgebû , daz muoz de sêle we den sû . gesmaehe unde gezie e is , swâ sich pa ie e un e zage mannes muo , al alges e n a we uo . de mac dennoch wesen geil: wande an im sin beidiu eil, des himels und de helle. de uns ae e geselle hâ die swa zen a we ga , und wi ouch nâch de ins e a : sô habe sich an die blanken de mi s ae en gedanken. 44 (Pa zi al, 1, 1–14) Des Wei e en kons a ie Wol am, dass Gu es in hässlichem Ge äß en hal en sein kann, und dies das Ansehen au keine Weise minde : manec wîbes schoene an lobe is b ei : is dâ daz he ze con e ei , die lobe ich als ich solde daz sa e ime golde. ich enhân daz nih ü lîh iu dinc, swe in den c anken messinc e wunkel edeln ubîn und al die â en iu e sîn 44 „Is Unen schiedenhei dem He zen nah, so muss de Seele da aus Bi e nis e wachsen. Ve binde sich – wie in den zwei Fa ben de Els e – un e zag e Mannesmu mi seinem Gegen eil, so is alles ühmlich und schmach oll zugleich. We schwank , kann imme noch oh sein; denn Himmel und Hölle haben an ihm An eil. We alle dings den inne en Hal öllig e lie , de is ganz schwa z a ben und ende schließlich in de Fins e nis de Hölle. We dagegen inne e Fes igkei bewah , de häl sich an die lich e Fa be des Himmels.“ (Pa zi al Band I, S.7) 33 (dem glîche ich eh en wîbes muo ). 45 (Pa zi al, 3, 11–19) Diese zwei Zi a e möch e ich ganz zu Beginn meine Schluss olge ung an üh en, denn die hie ausgewähl en Figu en de Tex e weisen imme wiede komplexe Ve häl nisse au . Es gib kein schwa z und weiß, im Sinne on Gu und Böse, es gib indi iduelle Figu en, die einzeln analysie we den müssen, denn ih e äuße en Ums ände a iie en und lassen sie zu den Pe sönlichkei en we den, die sie sind: Indi iduen, die so gesch ieben wu den, um zum einen Indi iduali ä in die We ke zu b ingen und zum ande en zu zeigen, dass wede die eale noch die li e a ische Wel aus pe ek en Menschen bes eh . Im e s en Un e kapi el des zwei en Teils bin ich au die Figu en K iemhild und B unhild des Nibelungenlieds eingegangen und au Raoul de Camb ai aus de gleichnamigen anzösischen Chanson de ges e. Es ging mi um Figu en, die äuße lich schön, abe inne lich mo alisch agwü dig scheinen. An diese S elle möch e ich noch einmal be onen, dass die Indi iduali ä beide F auen aus ih e Schönhei und Rachelus esul ie . K iemhild wi d als exempla ische Da s ellung de äuße lichen Vollkommenhei einge üh , und ih e Schönhei wi d in Ve bindung mi my hologischen Dimensionen gese z , wäh end B unhild on An ang an das Cha ak e de izi des Hochmu s e kö pe . Abe wie ich schon in de Zwischenanalyse kons a ie habe, üh en äuße e Ein lüsse dazu, dass beide F auen zu mo alisch agwü digen Ta en ge ieben we den. Was besonde s au äll , is , dass K iemhild so e eu el da ges ell wi d, und ih as schon menschliche Züge e weige we den, obwohl sie die menschlichs e Pe son des ganzen We kes zu sein schein . Um auch au Raoul zu ückzukommen, kann ich sagen, dass sein Racheak au g und de En scheidungen des Königs und seines Eh ende izi s mo i ie is . E is eine agische Figu , die ih Rech ein o de n will, es abe nich au kon en ionellem Weg mach , sonde n gegen das e ablie e Sys em ebellie . Im zwei en Un e kapi el geh es um äuße lich hässliche und inne lich ugendha e Figu en, wie Cund ie aus dem Pa zi al und Melusine aus dem gleichnamigen We k Thü ings on Ringol ingen. Hie wies ich da au hin, dass Cund ie und ih B ude Malc ea ü e, o z ih es hässlichen Äuße en, inne e Schönhei besi zen. Jedoch muss und soll hin e ag we den, wa um solche sündigen Nachkommen einen hohen S ellenwe in de eligiösen Sphä e de G alswel haben. Abe ich habe auch a gumen ie , dass Cund ie Pa zi al wah e Demu und Loyali ä leh und dass sie au g und diese Quali ä en als G alsbo in ausgewähl wu de. Auße dem kann ich nu noch einmal be onen, dass sie im Kon as zu Pa zi als äuße e Schönhei s eh , wäh end e seine Fehle ha igkei hin e seine Schönhei e bi g . Auch Melusine ha in ih em We k einen hohen S ellenwe , obwohl sie als F au-Wu m-Hyb id 45 „Die Schönhei manche F au wi d wei und b ei gep iesen. Is abe das He z unech , so ach e ich ih en We dem eine goldge ass en Glassche be gleich. Umgekeh hal e ich es nich ü we los, wenn jemand einen edlen Rubin mi all seinen geheimen K ä en in billiges Messing ass . Dami möch e ich das Wesen eine ech en F au e gleichen. Tu sie ih em F auen um Genüge, dann we de ich wede nach ih em Äuße en noch nach de sich ba en Hülle ih es He zens u eilen. Ha sie ein edles He z, so is ih hohes Ansehen ohne Makel.“ (Pa zi al Band I, S.11) 34 da ges ell wi d. Wie ich schon e wähn habe, is es seh schwe ih e Iden i ä zu bes immen. In ih e menschlichen Ges al is sie wunde schön, abe ih Wu m-Teil mach sie zu einem hässlichen und mons ösen, weil unmenschlichem Wesen. Imme hin gehö sie zu wel lichen und zu wunde ba en-spi i uellen Sphä e, deswegen wi d disku ie , ob sie als Mensch ode Mons e be ach e we den soll, da sie o z alle Tugenden und Ge ech igkei in sich äg und deshalb ein Wesen Go es is . Die Zwischenanalyse des zwei en Un e kapi els habe ich mi de Fes s ellung geschlossen, dass Melusines hyb ide Fo m ge äh lich sein kann, da sie sowohl die ge äh liche Schlange als auch die schöne F au in einem e kö pe . Dies s ell die e wa e e Dynamik in i e lichen Romanen in F age und zwing die Lesenden und Cha ak e e dazu, übe die Un e scheidung zwischen Mensch und Tie nachzudenken und zu en scheiden, was es bedeu e , wi klich menschlich zu sein und eine uns e bliche Seele zu haben. Mi den Figu en O geluse und Pa zi al be ass sich das d i e Un e kapi el, in dem es da um geh , was mi den Figu en passie , die e s einen P ozess du chlau en müssen, um die ideale Ausgewogenhei zu e üllen. Hie in e essie e ich mich o allem ü das, was zu Beginn passie , denn hie is de Un e schied zwischen inne e und äuße e Schönhei am g öß en. Bei O geluse sehen wi , wie sie ih He z Gawan S ück ü S ück ö ne , und au diesem Wege zu eine ugendha en F au wi d. Nich sdes o o z soll e man nich e gessen, dass sie o Cidegas s Tod auch schon ugendha wa , und sie e s du ch die T aue böswillig gewo den is . Das heiß , dass bei O geluse de P ozess on ugendha zu nich ugendha , au g und ie e T aue und T eue, zue s s a and. Ih He z muss e sich da on e holen und sie muss e das Ve auen in einen neuen Mann e s wiede au bauen, um Lich in ih He z und Wesen zu lassen. Pa zi al hingegen beginn ohne ich ige Tugendha igkei , auch wenn e die Unschuld in Pe son sein soll, begeh e meh e e Ta en – logische weise au g und seine ehlenden E ziehung – die mo alisch gesehen alsch sind, und ihn da on abhal en G alskönig zu we den, da diese ein sein soll. Dennoch is das E langen de G alsbes immung mi de Übe windung seine umphei e bunden. Diese umphei is die U sache ü seine Sündha igkei , da seine Schuld seine Un ei e und Unwissenhei ep äsen ie en. Anne e Ge ok-Rei e (2007:409) sch eib , übe das Ve häl nis de adaequa io in Bezug au die Figu en Pa zi al und Cund ie olgendes: Inne es Bes eben und äuße es Ansehen s ehen in einem Ve häl nis de Adaequa io. Diese Adaequa io besch eib ein s immiges, ein ideales Ve häl nis, den a hu ischen Maßs ab. E wi d als Maßs ab g ei ba insbesonde e in dem Momen , in dem die Adaequa io ges ö is , Innen und Außen in ih en We ungen auseinande e en. Die Inadaequa io ma kie einen Zus and de Uns immigkei , de ges ö en O dnung, des Un ech s, de au Übe windung ziel ode zumindes jenen P oblemübe schuss be ei häl , de die Handlung o an eib . Das heiß also, wenn wi dieses P inzip au all die Figu en anwenden, die in diese A bei in e p e ie und analysie wu den, dass wi da on ausgehen können, dass diese inadaequa io den Zweck ha den o en Faden zu spannen und uns du ch die We ke zu lei en. Denn imme ,