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Zeitauffasung und figurenidentität im "Daniel von dem Blühenden Tal und Gauriel von Muntabel"

Otero Villena, Almudena

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Facul ade de Filoloxía Depa amen o de Filoloxía Alemana Zei au asung und Figu eniden i ä im Daniel on dem Blühenden Tal und Gau iel on Mun abel Dª Almudena O e o Villena TESE DE DOUTORAMENTO 2005 2 Inhal s e zeichnis I Vo ausse zungen................................................................................................................ 4 1 Iden i ä skonzep ionen im Mi elal e : Das P oblem de Indi iduali ä ............... 5 2 Die ik ionale Iden i ä .................................................................................................. 11 3 Die mi elal e liche Zei o s ellung............................................................................ 15 4 Die ik ionale Zei .......................................................................................................... 19 II Die Iden i ä sda s ellung des Helden im Iwein.............................................................. 23 III Zei und Iden i ä in S icke s Daniel on dem Blühenden Tal 1 De S icke : Eine Vo s ellung.................................................................................. 43 2 Die Modi ika ion de Iden i ä sda s ellung des Helden im Daniel ...................... 46 2.1 In e ex uelle Bezüge zwischen Daniel und Rolandslied (Ka l).................... 46 2.1.1 Die Rolle de Gesellscha .............................................................................. 47 2.1.2 Das Mo i des Zo ns....................................................................................... 49 2.2 In e ex uelle Bezüge zwischen Daniel und Iwein......................................... 52 2.2.1 Die Zei .............................................................................................................. 52 2.2.2 Episoden: Die Ve ände ung de S uk u des Iwein im Daniel................... 54 3 Das binä e Au baup inzip......................................................................................... 63 3.1 Einzelhandlung / Gesellscha shandlung .................................................... 63 3.2 lis / Zo n .......................................................................................................... 71 3.3 Sehen-Sp echen / Nich sehen-Nich sp echen............................................ 82 3.3.1 Sehen / Nich sehen ......................................................................................... 83 3.3.2 Sp echen / Nich sp echen.............................................................................. 88 3.4 Monologe-Dialoge / keine Monologe-Dialoge........................................... 95 3.4.1 De Wille............................................................................................................106 3.5 Pe spek i e des Einzelnen / Pe spek i e de Gesellscha .......................111 3.6 Zei des Einzelnen / Zei de Gesellscha ..................................................122 3.7 Anhang: De Raum..........................................................................................138 IV Zei und Iden i ä in Kon ads Gau iel on Mun abel 1 Kon ad on S o eln und de Gau iel on Mun abel ...............................................145 2 Die Modi ika ion de Iden i ä sda s ellung des Helden im Gau iel....................147 2.1 In e ex uelle Bezüge zwischen dem Gau iel und dem Typus de 3 Feenliebesgeschich e........................................................................................ 148 2.2. In e ex uelle Bezüge zwischen Gau iel und Iwein....................................... 151 2.2.1 Die Zei .............................................................................................................. 151 2.2.2 Episoden: Die Ve ände ung de S uk u des Iwein im Gau iel ................. 156 3 Das binä e Au baup inzip........................................................................................ 165 3.1 wilde / Ho ......................................................................................................... 165 3.2 wilde Räume / hö ische Räume...................................................................... 174 3.3 Einzelne / Gesellscha ................................................................................. 184 3.4 Mach de Fee / Mach de Königin: Die Ablehnung de Subjek i ie ung ................................................................................................ 190 3.5 De Wille de go innen / de Wille Go es..................................................... 199 3.6 wilde Zei / hö ische Zei ................................................................................ 201 3.7 Anhang: das Sehen........................................................................................... 214 V Zusammen assung und E gebnisse ............................................................................. 218 1 Zei - und Iden i ä smodelle im Iwein, Daniel und Gau iel.................................... 218 1.1 Iwein .................................................................................................................... 218 1.2 Daniel on dem Blühenden Tal ............................................................................ 220 1.3 Gau iel on Mun abel........................................................................................... 224 2 Iden i ä skonzep ionen in neuen ik ionalen Wel en.......................................... 226 3 Schlussbeme kungen zu Li e a u geschich e...................................................... 228 VI Li e a u e zeichnis........................................................................................................ 230 4 I Vo ausse zungen In seinem g oßen We k Zei und E zählung ha Paul Ricoeu au die Ve bindung zwischen Zei und Iden i ä au me ksam gemach : Die menschliche Iden i ä sei imme eine na a i e, die sich in E zählungen en al e; jedes Leben sei deswegen in de Zei e anke .1 Diese Ve bindung zwischen Zei und Iden i ä üh e zu eine doppel en Bewegung: „Die Zei wi d in dem Maße zu menschlichen, wie sie na a i a ikulie wi d; umgekeh is die E zählung in dem Maße bedeu ungs oll, wie sie die Züge de Zei e ah ung äg “.2 Das E zählen is ü Ricoeu de wich igs e Zugang zum Ve s ändnis des P oblems de Zei . Das Ziel de olgenden A bei is de Ve such, diese Idee de Ve bindung zwischen Zei und Iden i ä au die mi elal e liche Li e a u zu übe agen und d ei un e schiedliche Iden i ä smodelle o zus ellen, die in mi elal e lichen li e a ischen Tex en zu inden sind. Meine These lau e wie olg : Die Iden i ä sda s ellung des li e a ischen Helden is di ek mi de in de E zählung o handenen Zei au assung e bunden. Eine Zei o s ellung is imme mi eine bes imm en A de Wel sich e bunden, deswegen muss sie auch mi einem bes imm en Iden i ä smodell e bunden sein. De Gegens and meine Un e suchung bes eh in d ei mi elhochdeu schen A us omanen, die zwischen An ang des 13. und Mi e des 14. Jah hunde s gesch ieben wu den:3 de Iwein Ha manns on Aue, S icke s Daniel on dem blühenden Tal und Kon ads on S o eln Gau iel on Mun abel. Die Auswahl diese Tex e wu de mi eine bes imm en In en ion ge o en. De Daniel und de Gau iel haben eine Gemeinsamkei : Sie en hal en iel äl ige in e ex uelle Bezüge, da un e auch zei liche Mo i e (die Te mine), zum Iwein. Diese in e ex uellen Bezüge zu Ha manns Roman e ah en in beiden Tex en bes imm e Ve ände ungen und we den gleichzei ig mi Elemen en e misch , die in ande en Ga ungen ih en U sp ung haben (im Fall des Daniel in de chanson de ges e, im Fall des Gau iel in den Feengeschich en). Dadu ch e ände sich sowohl die Zei au assung wie die Iden i ä sda s ellung des Helden in den Tex en des S icke s und Kon ads im Ve gleich zu ih e Quelle: Es kann behaup e we den, dass beide Romane o z ih es 1 Eine Zusammen assung diese Idee is am Ende des d i en Bandes (Paul Ricoeu , 1991, S. 394– 397) zu inden. 2 Paul Ricoeu (1988), S. 13. 3 Die Da ie ung des Gau iel on Mun abel is in de Fo schung ums i en. Übe diese P oblema ik e weise ich an den An ang des Kapi els übe den Roman Kon ads. 5 gemeinsamen Ausganspunk s im Iwein, en gegense z e Rich ungen hinsich lich diese Aspek e einschlagen. In den ie olgenden Kapi eln de Vo ause zungen behandle ich heo e ische P obleme übe Zei und Iden i ä . De zwei e Teil de A bei un e such die Ve bindung zwischen Zei und Iden i ä im Iwein. Danach analysie e ich den Daniel: zue s die in e ex uellen Bezüge zwischen dem Roman und ande en li e a ischen Tex en, haup sächlich dem Iwein; dann behandle ich das sogenann e ‚binä e Au baup inzip’, dessen le z es Kapi el die Zei konzep ion des Romans besp ich . Im ie en Teil de A bei un e suche ich den Gau iel un e denselben Vo ausse zungen wie den Daniel. Am Ende nehme ich die E gebnisse de Un e suchungen au , um die Ve bindung zwischen Zei au assung und Iden i ä sda s ellung in den d ei besp ochenen Romanen genau zu e klä en und ih e un e schiedlichen Modelle zu e gleichen. 1 Iden i ä skonzep ionen im Mi elal e : Das P oblem de Indi iduali ä Die mediä is ische Fo schung ha sich in den le z en Jah en iel mi dem P oblem de Figu eniden i ä beschä ig . Als Beispiel seien hie nu zwei A bei en e wähn , die sich mi diesem P oblem auseinande gese z haben. Beide gehen on un e schiedlichen Ansä zen aus, dennoch bes ehen zwischen ihnen und meinen Un e suchungen des Daniel und des Gau iel Pa allelen. Es handel sich konk e um zwei Aspek e: die Figu eniden i ä als Resul a de „Hyb idi ä “ des Tex es und die Ve bindung zwischen Zei und Iden i ä . Die e s e A bei is Hyb ide Helden: Gwigalois und Willehalm. Bei äge zum Heldenbild und zu Poe ik des Romans im ühen 13. Jah hunde on S ephan Fuchs.4 Fuchs benu z s uk u alis ische E zählmodelle und ga ungs heo e ische Übe legungen, um die Iden i ä des Helden im Wigalois und im Willehalm zu un e suchen. Im Falle des Wigalois zeig e , wie de Held e schiedene Rollen aus un e schiedlichen Ga ungsmus e n und E zähl adi ionen in sich e ein , was ihn als einen „hyb iden“ Helden cha ak e isie e: „Aus adi ionellen Mo i en, Rollen und Posi ionen e wächs [...] ein neues Konzep eines Helden, das den Namen eines Konzep s gleichwohl kaum zu e dienen schein , weil es keine neuen Pa adigma a 4 S ephan Fuchs (1997). 6 au ich e , sonde n nu o gegebene zugleich e üll und gegensei ig neu alisie “ (S. 219). Indem die Suche nach de eigenen Iden i ä im Tex nich hema isie we de, unk ionie e die Biog aphisie ung des Helden als Elemen , das die Viel äl igkei de Rollen zusammenbinde. Die Biog aphie sei dadu ch eine „behaup e e“ (S. 221) Iden i ä , die den Helden nich als Indi iduum e scheinen lasse: E sei schon on An ang an exo bi an , weil e aus eine Mischung e schiedene li e a ische T adi ionen he o gegangen sei. Die zwei e A bei , au die ich eingehen will, is De miß a ene Ri e . Konzep ionen on Iden i ä im P osa-Lancelo on Judi h Klinge .5 Die Au o in sieh Lancelo s Iden i ä im Zusammenhang mi de Iden i ä des Tex es. Die O enhei des Romans, de on e schiedenen Au o en und zu e schiedenen Zei punk en gesch ieben wu de, üh e zu E scheinung eine wiede sp üchlichen und he e ogenen Figu , die meh e e Rollen in sich en hal e. Lancelo s Iden i ä negie e also alle P inzipien, die heu zu age mi eine kohä en en Iden i ä e bunden we den. Die Iden i ä des Helden kons i uie e sich abe du ch die Kons uk ion eine Ri e biog aphie, die im Zusammenhang mi de seh so g äl igen Ch onologie en lang des Romans s ehe: „Biog aphie bezeichne demnach die Besch eibung eines singulä en, nich eines ypischen Lebens, das seinen ‚Sinn’ ode seine Iden i ä als ganze e s am Ende, als Resul a eine zei lichen Ab olge e häl “ (S. 458). Lancelo s Iden i ä e scheine so als ein Kon inuum, das sich en lang eine linea en Zei p og essi en al e.6 E sei deswegen am Ende nich de selbe, de e am An ang wa , abe o zdem wü den die B üche in seine Iden i ä es nich e lauben, on eine En wicklung im heu igen Sinne zu sp echen.7 Schon du ch diesen ku zen Blick au zwei jünge e A bei en zeig sich, dass ein wich iges P oblem de Fo schung in de F age bes eh , inwie e n Beg i e wie Subjek i i ä ode Indi iduali ä ü das Mi elal e gül ig sind ode nich . Dazu gib 5 Judi h Klinge (2001). 6 Judi h Klinge sag in diesem Sinne: „Mi de Linea isie ung des E zählens und de unau hal sam e s eichenden Zei ko espondie die Mo i a ion des Geschehens om Subjek he , das En scheidungen e en kann und die Möglichkei ha , eine o he gesag e Zukun zu e ände n“ (Klinge , 2001, S. 475). 7 Judi h Klinge e such in ih e A bei eine His o isie ung de Iden i ä , un e de Vo ausse zung, dass die Li e a u eine ik ionale Kons uk ion is , die o zdem mi eine bes imm en gesellscha lichen und his o ischen Bedingung e bunden is (Klinge , 2001, S. 28–40). Sie negie deswegen, dass Beg i e wie ‚Indi iduali ä ’ im heu igen Sinne ü das Mi elal e gül ig seien (S. 492–493). 7 es g undsä zlich zwei e schiedene Posi ionen, die eilweise on den un e schiedlichen De ini ionen de Beg i e Subjek i i ä und Indi iduali ä abhängig sind:8 Eine sei s diejenigen, die Indi iduali ä als das Bewuss sein des ‚Ich’ on seine Abg enzung gegenübe de Wel und de ande en Indi iduen de inie en.9 Indem sie es s ellen, dass die Iden i ä im Mi elal e on de Zugehö igkei zu eine G uppe, on de gesellscha lichen Rolle, bes imm is , e klä en sie, dass es nich möglich sei, übe Indi iduali ä in jene Zei zu sp echen. Au de ande en Sei e s ehen jene, die e eidigen, dass bes imm e psychologische P ozesse allgemein ü alle Menschen und in jede Epoche gül ig sind. Demnach sei es wohl möglich, on Indi iduali ä im Mi elal e zu sp echen, weil sich auch in diese Epoche die Menschen ih e Iden i ä bewuss gewesen seien. Die e s e diese Posi ionen be uh au Ideen, die schon im 19. Jah hunde on Au o en wie Jakob Bu kha d e ablie wu den.10 Bu kha d e klä e, dass e s in de Renaissance on Indi iduali ä gesp ochen we den könne, wäh end im Mi elal e de Mensch imme nu Teil eines bes imm en Kollek i s gewesen sei: E „e kann e sich nu als Rasse, Volk, Pa ei, Ko po a ion, Familie ode sons in i gendeine Fo m des Allgemeinen“.11 Im Zusammenhang dami e klä Thomas Luckmann, dass sich die Iden i ä im Mi elal e imme sozial bes imm habe; das Selbs e s ändnis des Einzelnen sei nich du ch eigens ändige Re lexion he ges ell wo den: „Im g öße en Teil de Menschhei sgeschich e wa ü den übe wiegenden Teil de Menschen pe sönliche Iden i ä nich das E gebnis eine subjek i en Re lexion, die sich aus de Gegenübe s ellung on Ich und seinem sozialen Lebensumk eis e gab, sonde n eine gesellscha liche Gegebenhei . Das Ich wa in seine gesellscha lich-na ü liche Umwel eingebe e , pe sönliche Iden i ä wu de sozial he ges ell “.12 Dies bedeu e, dass sich de Mensch einem o gegebenen Bild so wei wie möglich anzunähe n ha e. Deswegen sei eine inne e En wicklung nich 8 Ing id Kas en mach da au au me ksam: „So wi d de Sp achgeb auch eine sei s om philosophischen Disku s bes imm , in dem de kogni i e und e kenn nis heo e ische Aspek dominie , zum ande en abe we den mi dem Wo – meh ode wenige explizi – die Wah nehmungs o men, Meinungen und Ge ühle bezeichne , die eine Pe son je nach indi iduelle Disposi ion und Sozialisa ion sowie nach ih em Wissens- und E ah ungsho izon in gegebenen Lebenslagen en wickel . Inso e n wi d Subjek i i ä als eine komplexe S uk u gedach , die maßgeblich on his o ich di e ie enden, psycho-sozialen Fak o en gep äg is “ (Kas en, 1998, S. 395). 9 Dazu Man ed F ank (1988), S. 11–12. 10 Jakob Bu ckha d (1941), S. 60–76. 11 Ebda. (1941), S. 60. 12 Thomas Luckmann (1979), hie S. 294. 8 möglich gewesen. Das Leben wä e deshalb auch nich als ein P ozess in e p e ie wo den.13 Aa on Gu jewi sch zi ie als Beispiel da ü die Heiligenleben. In ihnen we de keine allmähliche En wicklung bis zu Heiligkei geschilde , sonde n en wede wi d de Sünde plö zlich zum Heiligen, ode e is schon on Gebu an heilig.14 Diese These be uh o allem au de Idee, dass es in de Geschich e de Menschhei eine En wicklung hin zu eine wachsenden Bedeu ung de Indi iduali ä gegeben habe.15 Manche Fachleu e e e en die Meinung, dass diese En wicklung im Mi elal e so wei o angesch i en sei, dass man ü diese Epoche be ei s on den An ängen de Indi iduali ä sp echen könne. Diese These wu de namen lich on Colin D. Mo is ausgea bei e ,16 de on eine En deckung des Indi iduums als Folge de sogenann en Renaissance des 12. Jah hunde sp ich . In diese Rich ung a gumen ie auch Aa on Gu jewi sch: Obwohl keine linea e En wicklung bezüglich eine En deckung des indi iduellen Bewuss seins zu inden sei, lasse sich zumindes in bes imm en K eisen eine S eige ung in diese Rich ung ab dem 12. Jah hunde e kennen.17 Auch in de Al ge manis ik sind diese Thesen disku ie wo den. Judi h Klinge zum Beispiel negie in ih em Au sa z zum Thema „Möglichkei en und S a egien de Subjek -Re lexion im hö ischen Roman“ die Exis enz de Indi iduali ä in o mode nen Gesellscha en, weil es in ihnen eine Übe eins immung zwischen de pe sönlichen Iden i ä und de gesellscha lichen Rolle gäbe. Diese Idee olgend e klä sie, dass die Selbs e lexion des Einzelnen in bes imm en mi elal e lichen 13 Dies e klä nach Aa on Gu jewi sch, dass in de hochmi elal e lichen Male ei ode Bildhaue kuns kein Po ä exis ie e: Man wa nu da an in e essie , das Allgemeine und nich die indi iduellen Eigenscha en zu zeigen. Wenn das Leben nich als ein P ozess gesehen wu de, habe es auch kein In e esse gegeben, den konk e en Zus and eines Menschen in einem zei lich und äumlich konk e en Momen zu zeigen (Gu jewi sch, 1989, S. 160–161). 14 Ebda., S. 160. 15 Diese En wicklung wi d manchmal on as u opischen Zügen gekennzeichne . Vgl. zum Beispiel mi olgendem Zi a on Hans Robe Jauss: „Wie sich das e wachende Indi iduum gleichwohl dem dogma ischen Bann des Allgemeinen zu en ziehen e such e [...]“ (Jauss, 1998, S. 374). Ma hias Meye k i isie dieses eleologische Kons uk in bezug au den Au sa z on Die e Ka schoke „De epische Held au dem Weg zu seinem Gewissen“ (Ka schoke, 1988): „Wenn sich de epische Held au dem Weg zu seinem Gewissen be inde , so zeig schon de Ti el de Abhandlung die mi einem Pe ek ionsgedanken e knüp e implizie e Teleologie des En wu s. Zielpunk diese En wicklung is das ‚neuzei liche’ Gewissen, das Ka schoke in eine Syn hese on Gewissende ini ionen on Hegel und Luhmann besch eib “ (Meye , 2004, S. 281). 16 Colin D. Mo is (1972). 17 Aa on Gu jewi sch (1995). Vgl auch die A bei en in: Indi iduum und Indi iduali ä im Mi elal e (Jan A. Ae sen und And eas Spee , 1996). 9 We ken nich unbeding ein Beweis ü Indi iduali ä sei und als Beispiel e wähn sie die Da s ellung de Liebe im T is an und im P osa-Lancelo : „T is an und Isolde haben im Sinnsys em de Liebe eine gemeinsame Iden i ä und Subjek i i ä , die in Abg enzung gegen mode ne Konzep ionen als nich -indi iduelle besch ieben we den muß“.18 Auch Mo is’ These on de En deckung de Indi iduali ä im 12. Jah hunde wu de in de Fo schung in Bezug au die deu sche Li e a u e e en. Dies i un e ande en au Die e Ka schoke zu, de in seinem Au sa z „De epische Held au dem Weg zu seinem Gewissen“ die En al ung de Subjek i i ä in Bezug au die sys ema ische Thema isie ung des Gewissens im 12. und 13. Jah hunde analysie .19 Ho s Wenzel e klä seine sei s, dass „die his o ische Ins alla ion eine neuen Selbs au assung und eine neuen indi iduellen Pe sonenda s ellung“ be ei s im 12. bzw. 13. Jah hunde beginne und e nimm dies als Ansa z ü die Un e suchung eine G uppe on Liede n Wal he s on de Vogelweide.20 Hans-Geo g Soe ne ha dagegen, indem e Iden i ä mi Indi iduali ä iden i izie , die zwei e Posi ion, die These de Allgemeinhei de Indi iduali ä , e eidig .21 Indem de Einzelne mi sich selbs iden isch is , is e imme ein Indi iduum; die Indi iduali ä exis ie e deswegen in jede Zei und in jede Gesellscha , sie sei nu un e schiedlich s a k ausgep äg . Auch Ma hias Meye e eidig die Ve wendung des Beg i s ‚Indi iduum’ im Mi elal e , weil die Indi iduali ä ein Me kmal des Menschen im Allgemeinen und nich eine bes imm en Epoche sei.22 Ch is iane Acke mann und Klaus Ridde haben ih e sei s ü die Ve wendung des Beg i s ‚Subjek i i ä ’ in Bezug au das Mi elal e plädie ,23 wäh end Ing id Kas en am Beispiel eine weiblichen li e a ischen Figu , Meliu , zeig , wie die Subjek i i ä doch eine Rolle im Mi elal e gespiel ha .24 18 Judi h Klinge (1999), S. 137. Klinge be on auch die Rolle de Zei in de En s ehung de Indi iduali ä : „Dieses Subjek , das säm liche Bes immungen eine Pe son übe blick und sie in einen sinnha en, ch onologischen Zusammenhang o dne , is gemäß mode ne Au assung das au onome Subjek , das seine Iden i ä aus sich selbs bilde und dabei zugleich seine u eigens e Indi iduali ä en al e “ (S. 133). 19 Die e Ka schoke (1988). 20 Ho s Wenzel (1983), hie S. 3. 21 Hans-Geo g Soe ne (1983). 22 Ma hias Meye (2001); de s. (2004), S. 75. 23 Ch is iane Acke mann / Klaus Ridde (2003). 24 Ing id Kas en (1998). 16 on jedem Menschen un e de E wa ung zukün ige E eignisse gib .54 In ande en Gesellscha en is dagegen die Gegenwa on g öße e Bedeu ung.55 Die Zei e ah ung in eine solchen Gesellscha is zyklisch: „Es gib hie keinen kla en Un e schied zwischen Ve gangenhei und Gegenwa , da die Ve gangenhei imme wiede on neuem e s eh und zu ückkeh , indem sie sich in den ealen Inhal de Gegenwa e wandel “.56 Welche S ellung das eu opäische Mi elal e in diesem Schema einnimm , is in de Fo schung ums i en. Einige Fachleu e haben au die ‚Mode ni ä ’ de mi elal e lichen Zei au assung e wiesen: Sie sei on de jüdisch-ch is lichen Idee eine au ein bes imm es Ziel ge ich e en Heilsgeschich e gep äg .57 De Mensch o ganisie e so sein Leben in E wa ung au eine ande e, zukün ige Wel , was zu En s ehung eine eleologischen Zei o s ellung üh e. Das wü de heißen, dass im Mi elal e keine zyklische Zei o s ellung exis ie e, sonde n eine linea e, die de heu igen nähe s ünde. Die meis en A bei en be onen hingegen die Un e schiede zwischen dem mi elal e lichen und unse em neuzei igen Umgang mi de Zei . Im Mi elal e , in dem die Gesellscha wenige spezialisie als heu e wa , is nach unse em E messen eine ge inge e Be ücksich igung de Zei zu beobach en. Ma c Bloch zeig zum Beispiel, dass das In e esse an de Zei messung im Mi elal e eine Ausnahme da s ell .58 Das wi d on de Ta sache beglei e , dass nu p imi i e echnische Mi el ü eine exak e Messung de objek i en Zei o handen wa en. Es gab nu Sonnenuh en, Wasse uh en, Öllampen ode Ke zen, „de en kalkulie e B enndaue die Länge de e lossenen Zei angab“.59 Mi ihnen wa es jedoch nich möglich, die kleins en Zei einhei en zu messen. Diese Un e schiede könn en zu eine ande en Zei o s ellung ge üh haben als sie heu e geläu ig is . Pe e Cze winski behaup e , es sei nich möglich, on de Exis enz eine einhei lichen, allgemeine Zei im 54 No be Elias (1984), S. 126. 55 Aa on J. Gu jewi sch (1989), S. 32–33; No be Elias (1984), S. 125. 56 Aa on J. Gu jewi sch (1989), S. 103. 57 Thomas Nippe dey (1986), S. 25–26; Helmu Appel (1997), S. 51. 58 Ma c Bloch (1982), S. 99–100. Dasselbe geschah mi de Bes immung gewisse Da en, wie des Gebu sda ums: Bloch e zähl wie im Jah 1284 eine Un e suchung au genommen we den muss e, um das Al e de G ä in on Champagne zu bes immen. 59 Die e Ka schocke (2000), S. 479. Fü g öße e Zei einhei en exis ie e de julianische Kalende , de ziemlich e lässlich wa . 17 Mi elal e zu sp echen.60 Die Zei sei in Fo m on gegensei ig isolie en „Zei - Blasen“ ode „Zei -Blöcken“ konzipie , die sich agg ega i o dnen wü den.61 Diese agg ega i en Zei en seien nich linea , nich sukzessi , und deswegen implizie e eine solche Zei o s ellung keine Idee de Subjek i i ä ode de En wicklung.62 Spä es ens die En al ung des Lebens in den S äd en und die En s ehung des Bü ge ums dü en zu bes imm en Ve ände ungen ge üh haben.63 De Händle besi z eine ande e Zei au assung als de Baue : „De neue Mensch de inie sich nich meh in de Zei , sonde n gegenübe de Zei “.64 Die Zei wi d messba und zielo ien ie ; sie e wandel sich in Geld, in eine Wa e.65 Neu en s andene Bedü nisse, wie zum Beispiel die En lohnung de A bei in den S äd en mi Geld, e o de n genaue e und ü alle S ad bewohne gleiche Zei messins umen e.66 Dahe wu de die Raduh am Ende des 13. Jah hunde s e unden. Das bedeu e e abe noch nich eine globale Ve einhei lichung de Zei , denn diese wu de on O zu O ande s gemessen. De Mangel an exak en Messins umen en muss nich unbeding ein ge inge es In e esse an de Zei p oblema ik bedeu en. Dass Zei schon o dem 13. Jah hunde eine wich ige Rolle spiel e, läss sich an de His o iog aphie zeigen, konk e in de Ch onis ik, die den Wunsch da s ell , die E eignisse in einem konk e en Zei punk zu ixie en67 und in de es auße dem nö ig wa , eine g oße Da enmenge zu kombinie en. Ein Beispiel is F u ol on Michelsbe g. In seine Ch onica e such e als e s e mi elal e liche Ch onis , alle geschich lichen 60 In diesem Sinne kann die Messung de Zei (ode , besse gesag , die Ein eilung des Tages) in eine bäue lichen Gesellscha , wie de des Mi elal e s, on eine Gegend zu ande en ande s sein. Die Zei wi d also lokal bes imm (Aa on J. Gu jewi sch, 1989, S. 111). In Ve bindung mi de Anwesenhei e schiedene objek i e Zei en exis ie e die Idee auch im Mi elal e , dass dieselben Zei abschni e eine ganz ande e Daue in de Bibel als in de Gegenwa ha en: Die sechs Schöp ungs age de Bibel wü den also meh Zei bedeu en als sechs ein ache Tage (S. 124–125). 61 Pe e Cze winski (1993), S. 203–221. Ohne die Übe legungen on Cze winski ganz zu negie en, möch e ich in diese A bei zeigen, dass die Zei au assung im Mi elal e iel komplizie e und iel äl ige is , als on ihm e mu e . 62 Ebda. (1993), S. 241. 63 Man könn e in diesem Sinne on einem he e ogenen Umgang mi de Zei im Mi elal e sp echen. Ho s Wenzel sp ich zum Beispiel on de Exis enz on ie e schiedenen Zei en: die ag a ische Zei , die Zei de Ki che, die Zei des Adels und die Zei des Kau manns (Wenzel, 1996). 64 Ebda., S. 18. 65 Aa on J. Gu jewi sch (1989), S. 175. 66 A no Bo s (1990), S. 77–78. Dazu auch Jacques Le Go (1977), S. 400–402. 67 Dazu F anz-Jose Schmale (1985), S. 28–29. 18 E eignisse sei de Schöp ung de Wel ch onologisch zu o dnen.68 Indem e e schiedene Quellen e wende , sieh e sich gezwungen, e schiedene Da ie ungssys eme zu kombinie en: Wel ä e, Olympiaden, Jah e sei G ündung Roms, Inka na ionsjah e...69 Auch bei den mi elal e lichen Geleh en is ein g oßes In e esse an de Zei zu e kennen. Einige zum Beispiel bemühen sich um die Bes immung de e schiedenen Zei abschni e. Hono ius Augus odunensis e klä , dass die S unde aus ie Punk en, zehn Minu en, ün zehn Teilen, ie zig Momen en, sechzig Zeichen und 22560 A omen bes ehe.70 Schon im ühen Mi elal e un e suchen Isido on Se illa und Beda die e schiedenen Zei einhei en. Auch die Bes immung de ki chlichen Feie age, die on dem Da um abhängen, au das Os e n äll (zum Beispiel Himmel ah , P ings en), beweis die Exis enz des In e esses an de Zei p oblema ik im Mi elal e .71 Im Zen um de mi elal e lichen Zei deba e s ehen abe Augus inus’ Ideen, de die Exis enz de Zei im XI. Buch de Con essiones in de Seele si uie . Du ch komplizie e Übe legungen komm e zum E gebnis, dass Ve gangenhei und Zukun nich eal seien, obwohl de Mensch diese beiden Elemen e ü wi klich hal e. Die Ve gangenhei sei nich meh und die Zukun sei noch nich . Die Zei sei nu im Je z anwesend, in dem wi e was wah nehmen: „[...] empo a sun ia, p aesens de p ae e i is, p aesens de p aesen ibus, p aesens de u u is. Sun enim haec in anima ia quaedam e alibi ea non uideo, p aesens de p ae e i is memo ia, p aesens de p aesen ibus con ui us, p aesens de u u is expec a io“.72 68 F anz-Jose Schmale / I ene Schmale-O (1972), S. 8. 69 F anz-Jose Schmale (1980), Sp. 997. Die Anwesenhei e schiedene Maßsys eme zeig , dass die gemessene Zei nu ü eine bes imm e Gemeinscha gal . Jede Gemeinscha ‚mach e’ ih e Zei , indem sie ein ü die G uppe bedeu endes E eignis als Ausgangs- und Nullpunk seines Zei syss ems mach e. Daneben exis ie en auch pa allel die Zei en ande e Gemeinscha en (F anz- Jose Schmale, 1985, S. 30). 70 Aa on J. Gu jewi sch (1989), S. 110. 71 Ebda., S. 113. 72 Augus inus, Con essiones, XI, 20, 26. Übe se zung nach Ku Flasch (Augus inus, Bekenn nisse, S. 320): „Es gib d ei Zei en, eine Gegenwa on Ve gangenem, eine Gegenwa on Gegenwä igem und eine Gegenwa on Zukün igem. Diese d ei sind nämlich in de Seele wi klich o handen, wäh end ich sie ande swo nich sehen kann: gegenwä ige E inne ung an Ve gangenes, gegenwä iges Anschauen on Gegenwä igem, gegenwä ige E wa ung on Zukün igem“. 19 4 Die ik ionale Zei Paul Ricoeu ha die en scheidende Rolle de Zei in de E zählkuns he o gehoben. In seine Monog aphie Zei und E zählung e klä e , wie in de Na a ion eine Ve bindung de beiden en gegengese z en Zei o s ellungen en s eh , die e als kosmologische und phänomenologische Zei iden i izie und die eilweise den oben e wähn en Ka ego ien de objek i en und subjek i en Zei en sp echen. Die Li e a u e möglich eine seh g oße F eihei in de Zei da s ellung und kann deswegen du ch bes imm e P ozedu en wie die Ve wendung de Tempo a, de Pe spek i e ode de na a i en S imme iel komplexe e zei liche Fo men als diejenige de all äglichen Wi klichkei zeigen.73 Diese Un e schied zwischen de e zähl en und de physikalischen Zei wu de auch on Ha ald Wein ich he o gehoben.74 In de Li e a u en s eh demnach eine ik ionale Zei , die ande s als die wi kliche Zei is . Das heiß , dass in de e zähl en Wel die Zei lichkei nach ande en Regeln unk ionie en kann als in de nich -li e a ischen Wel .75 Paul Ricoeu o mulie es wie olg : „I eale Pe sonen [...] machen eine i eale Zei e ah ung. I eal inso e n, als die zei lichen Ma kie ungen diese E ah ung nich no wendig mi dem aum-zei lichen Ne z zusammenpassen müssen, das ü die ch onologische Zei kons i u i is “.76 Im olgenden soll am Beispiel einige ausgewähl e Romane des 13. Jah hunde s gezeig we den, inwie e n die Zei in mi elal e lichen Tex en als eine deu lich ik ionale Zei da ges ell wi d, die sich on de wi klichen Zei un e scheide . Mein e s es Beispiel is das Rolandslied des P a en Kon ad. Wenn do gesag wi d, dass Ka l sieben Jah e in Spanien e b ach ha , bedeu e diese Zahl keine genaue Zei angabe, sonde n lediglich, dass sich de Kaise eine seh lange Zei im Land 73 Paul Ricoeu (1989), S. 44, 104–169. 74 Ha ald Wein ich (1964), S. 56–57. 75 Ein deu liches Beispiel diese Möglichkei de Li e a u is de zei genösische Roman Und imme wiede die Zei . Eins ein’s d eams on Alan Ligh man. Da in we den e schiedene Wel en besch ieben, in denen die objek i e Zei un e schiedlich is (und die auch ande s als in de nich - ik ionalen Wel unk ionie en): „[...] in diese Wel e s eich zwa die Zei , abe es geschieh kaum e was. Und so wie on Jah zu Jah kaum e was geschieh , geschieh auch on Mona zu Mona kaum e was, on Tag zu Tag“ (Ligh man, 2002, S. 53); „In diese Wel , in de ein Menschenleben nu einen Tag um aß , gehen die Menschen ach sam mi de Zei um, wie Ka zen, die au dem Dachboden dem leises en Ge äusch nachspü en. Denn man da keine Zei e lie en. Gebu , Schulzei , Liebscha en, Be u und Al e , das alles muß sich in einen einzigen Sonnendu chgang, einen einzigen Tageswechsel ügen“ (S. 116–117). 76 Paul Ricoeu (1991), S. 202. 20 au gehal en ha .77 Die e Ka schoke o mulie dies so: „Wi kliche Handlungen b auchen ih e Zei , e zähl e haben sie“.78 So ende nich de Kamp mi dem Tagesende, sonde n „das Ende des Kamp es läß auch den Tag enden“.79 Auch im Pa zi al spiel die Zei eine zen ale Rolle, wie die exak e Ch onologie zeig .80 Die Zei e schein in Wol ams Roman als e was, das in seinem Ve lau Ve ände ungen mi sich b ing . Die ie Sigune-Begegnungen, die den physischen Ve all Sigunes und schließlich ih en Tod o Augen üh en, zeigen dies.81 Im Lau e des Romans we den dem Lese auch einige Ve ah en ü das Messen de Zei bekann gegeben. Das is zum Beispiel beim Au en hal Pa zi als bei T e izen de Fall. Diese kann dem Helden genau sagen, wie iel Zei e gangen is („ ün halp jâ un d î age“, 460,22), sei dem e sich zum le z en Mal am gleichen O be and.82 T e izen e wähn auch die on ihm benu z e Me hode zu Zei messung: „ame sal e lase im übe al/ diu jâ und ga de wochen zal,/ die dâ zwischen wâ en hin“ (460,25–27). E kann die Zei mi Hil e des Psal e s (die Psal e ha en im Mi elal e no male weise einen Kalende ) messen. Die Behandlung de Zei im Pa zi al e weis sich als ik ional. Ma g e Saue ha behaup e , dass Pa zi al mi dem Fluch on Cund ie nich nu aus dem Roman e schwinde, sonde n dass e auch aus de Zei alle, e müsse also seine e lo ene Zei suchen.83 Die Gaweinhandlung sei in Ve bindung mi diese Suche zu e s ehen: De Wechsel de Handlungs äge habe die Funk ion, „Pa zi als Zei e lus du ch seinen konk e en Ausschluß aus de Zei des Epos sinn ällig zu machen“.84 Wol am konzipie e auße dem die Zei nich nu als e was Objek i es und Messba es, sonde n auch als eine subjek i e E ah ung, wie meh mals im We k deu lich we de.85 In den Ve sen 149,12–13 („de wîle dunke mich ein jâ / daz ich 77 Die e Ka schoke (2000), S. 481. 78 Ebda., S. 481. Es geh „um eine E zählkon en ion, nich um eine gänzlich emda ige Au assung on Zei “ (S. 481–482). Ein ande es Zeichen diese ik ionalen Zei is , dass die Helden de Epik nich al e n (S. 485). 79 Ebda., S. 481. 80 Ebda., S. 484. Au die seh so g äl ige Ch onologie im Pa zi al mach auch Ha ald Ha e land au me ksam (Ha e land, 1994, S. 263–270) 81 Die e Ka schoke (2000), S. 487. Das wi d auch deu lich in de Al e ung de Figu en: Als Gawan im zwei en Buch e schein , wi d e wähn , dass e zu jung is , um an einem Tu nie eilnehmen zu können. Im sechs en Buch is e schon ein e wachsene Ri e (S. 489). 82 Ha ald Ha e land (1994), S. 263; Die e Ka schoke (2000), S. 484. 83 Ma g e Saue (1981). 84 Ebda., S. 220. 85 Ebda., S. 305–306. 21 nih i e wesen sol“) is zu sehen, wie die objek i e Daue on d ei Tagen Pa zi als subjek i es Zei emp inden zu einem Jah wi d. Holge Nol ze sp ich in diesem Sinne om E scheinen eines e ände en Zei bewuss seins in de hö ischen Li e a u .86 Dies wi d seine Meinung nach am Sa z „bî den dûh in diu wîle lanc“ (17,26) deu lich: Hie we de Gahmu e s e leb e, subjek i e Zei e ah ung o ges ell . Die Zei e scheine als „eine indi iduell e leb e P i a sache“.87 Ein ande es Beispiel is de F ied ich on Schwaben.88 In diesen Tex is ein komplizie es Zei ge üs eingebau : Angelbu g wi d in einen Hi sch e zaube und ih e Rück e wandlung „se z die Beach ung eines komplexen F is ensys ems o aus“.89 Auße dem läss sich im We k eine häu ige Wiede holung de e schiedenen Zei angaben beobach en: F ied ich bleib nach seine Begegnung mi Angelbu g am An ang des Romans zwanzig Näch e (und nich d eißig, wie e soll e) bei ih , was den zwanzig Jah en de T ennung zwischen beiden en sp ich ; die d eißig Näch e, die F ied ich bei ih e b ingen soll e, en sp echen den d eißig Jah en zwischen de e s en Begegnung on F ied ich und Angelbu g und ih em Tod.90 De Zei e lau wi d hie auch du ch das Au e en des Todes hema isie . In de Klage übe das Hinscheiden Angelbu gs wi d das Bewuss sein on de Fa ali ä des Zei lusses und dessen Folgen ü die Menschen gezeig .91 Welz sp ich on eine „Rückkeh “ Angelbu gs, abe nich in die Feenwel , wie es in einem Mä chen no mal wä e, sonde n in die i dische und nich meh mä chenha e Wi klichkei des Todes. De Tod e schein also als Folge de komplexen zei lichen S uk u , die das We k du chzogen ha ; die Zei e geh und üh dami unbeding zum Tod.92 In de C ône Hein ichs on de Tü lin wi d de ik ionale Cha ak e de Zei da s ellung am s ä ks en he o gehoben. U a S ö me -Caysa ha gezeig , dass de Roman eine zyklische und eine linea e Zei s uk u besi z , die mi einande kombinie we den. So weck de E zähle in einigen Episoden die Illusion, „daß in 86 Holge Nol ze (1995), S. 112–116. 87 Ebda., S. 116. 88 F ied ich on Schwaben (1904). 89 Die e Welz (1975), S. 158. 90 B igi e Schöning (1991), S. 85. 91 Die e Welz (1975), S. 167–169. 92 Jü gen Egyp ien sp ich auße dem in bezug au de Behandlung de Zei im F ied ich on einem akzele ie en E zählen, das du ch eine pa a ak ische Syn ax e eich wi d, und das „Zei knapphei und Eile“ da s ellen will (Egyp ien, 1987, S. 119–120), obwohl diese Ve mu ung nich unums i en geblieben is (siehe B igi e Schöning, 1991, S. 84). 22 seine ik ionalen Wel die Zei s e ig und linea e lau e, du ch Zei - und Ve lau sangaben“.93 Du ch diese Zei da s ellung e scheinen die un e schiedlichen Handlungen un e einande koo dinie . Die Zei we de in zwei e schiedenen Fo men gemessen: eine sei s du ch das Zählen on Tagen und Näch en und ande e sei s du ch jede abgeschlossene Ta Gaweins. Im le z e en Fall we de ein p og essi e Zei e lau da ges ell , abe nich imme du ch einen objek i en Zei gebe . Es gib Episoden, in denen eine Zei da ges ell wi d, die sich nu au Gawein bezieh . In de G alsbu g zum Beispiel gib es zwei Tag-Nach -Rhy hmen: einen ü die Bu gleu e und einen ande en ü Gawein. „Ein p og essi e und kon inuie lichen Zei e lau wi d dabei imme un e s ell , nich abe ein objek i e und on allen Figu en unabhängige Zei gebe . Vielmeh zeichne sich die Zei üh ung de C ône [...] ge ade du ch die p inzipielle Iden i ä objek i e und subjek i e Zei gebe aus. In de ik ionalen Wel de C ône geh die p og essi e Wel zei so, wie Gawein as e ode ei e “.94 Auch Ma hias Meye e kenn eine besonde e Behandlung de Zei in de C ône. Nach dem Besuch bei F au Saelde we de Gawein zu ück du ch die Zei ge üh und e s mi dem zwei en Au b uch des G alaben eue s komme e in die e lassene Zei zu ück.95 Alle diese Beispiele zeigen, dass sich die mi elal e lichen Au o en de Exis enz und Bedeu ung de Zei in de Na a ion bewuss wa en.96 Meh noch: Sie wuss en o enba auch, dass Zei nich e was Objek i es und Fes es is , sonde n e was, das manipulie we den kann. Gu jewi sch sp ich soga on de Exis enz eine „ om inne en Zus and des Menschen“ abhängigen Zei in bes imm en mi elal e lichen We ken.97 Zum Beispiel als eine ungeduldige Figu de Äl e en Edda olgendes sag : „Long e nó , langa o æ , h é um þ eyiac b iá ? op mé mánað minni þó i enn siá hál hýnó .“98 93 U a S ö me -Caysa (2003), hie S. 210. 94 Ebda. (2003), S. 217–218. 95 Ma hias Meye (2004), S. 274–275. 96 Man könn e noch meh Beispiele in ande en Li e a u en inden. Zum Beispiel ha Sol eig Mala ai die Da s ellung de Zei in den Lais Ma ie de F ance un e such und gezeig , dass Ma ie sich iele Mühe gib , einen seh genauen zei lichen Ablau o zus ellen (Mala ai , 2000). 97 Aa on J. Gu jewi sch (1989), S. 164. 98 „Fo Scí nis“ (1983). Übe se zung aus Aa on Gu jewisch (1989), S. 64: „’Lang is eine Nach , länge sind zweie:/ Wie mag ich d ei daue n?/ O dauch ’ ein Mona mich minde lang/ Als eine halbe Nach des Ha ens’“. 23 II Die Iden i ä sda s ellung des Helden im Iwein Da zahl eiche Mo i e und Episoden sowohl des Daniel als auch des Gau iel aus dem Iwein s ammen, is es am An ang diese A bei nö ig, übe die Iden i ä sda s ellung des Helden und die Ve bindung diese mi de Zei au assung im Iwein zu sp echen. Die Fo schung ha sei langem e kann , dass das P oblem de Iden i ä des Helden im Zen um des Iwein s eh . T adi ionell ha man im Tex Ha manns eine Ve ände ung des Helden zu sehen gemein , du ch die e sich in einen ollkommenen Ri e e wandel . Max Weh li e klä , dass de A us oman „den Ri e zum Objek e zähle ische Pädagogik“ mach und ihn „modellha einen zu Vollendung und zu F eihei üh enden Weg besch ei en“ läss .99 Diese Ve ände ung wu de adi ionell du ch den sogenann en ‚Doppelweg’ e klä : Im e s en Ku sus e eiche de Held den Gip el seine i e lichen Ka ie e; nach de K ise komme ein zwei e Ku sus, in dem de Held seine Schuld du ch die E ledigung e schiedene Aben eue e büße, bis e sich am Ende wiede am Ho in eg ie e. De ‚Doppelweg’ wi d on Hans F omm so de inie : „De Held, ausgezogen, um sich ‚einem Namen zu machen’, e obe sich mi de Gewinnung de F au und in i e liche Ta die ê e und den Glanz de Wel . A us nimm ihn un e die Seinen au ; e e üll den Ansp uch, den die Ins i u ion s ell . Bli za ig b echen Schuld, Schulde kenn nis ode Beschuldigung übe den E hobenen he ab, und au einem zwei en Wege ‚des longues é udes’, sinnge üll e a en iu e und ie g ei enden Selbs e s ändnisses muß das Ve lo ene – F au, He scha und Heil – noch einmal e wo ben we den, nun zu imme wäh endem Besi z“.100 Nach Wal e Haug hema isie de ‚Doppelweg’ die Spannung, die zwischen dem Einzelnen und de Gesellscha s a inde : Die E ah ung de Liebe üh den Helden zu einem an igesellscha lichen Ve hal en, welches e s mi seine In eg a ion am Ho gegen Ende des Romans au gehoben wi d.101 Diese Be onung de Rolle eine on Pa allelen gep äg en S uk u mach es schwie ig, eine subjek i e Mo i a ion in de Handlung zu sehen. Nach Haug wi d die Iden i ä des Helden du ch die Posi ion jede Episode de Handlung in de S uk u des Romans e mi el , was die Anwesenhei eine subjek i en Iden i ä e hinde .102 99 Max Weh li (1984), S. 272. 100 Hans F omm (1969), S. 65. 101 Wal e Haug (1992), S. 97; de s. (1989a), S. 483–484. 102 Wal e Haug (1996), S. 185, 187. Ähnlich äuße sich Rudol Voss (1982, S. 99–100). 24 E ich Köhle , dessen Übe legungen sich au den Y ain Ch é iens beziehen, e wende o zdem die S uk u des Doppelwegs, um zu e klä en, wie de Held sich on de Gesellscha en emde : Köhle sp ich on Y ein als einem Indi iduum, das im e s en Teil des Romans seine Indi iduali ä bes ä ig und im zwei en Teil eine inne e En wicklung e äh , die zu seine Rein eg a ion in die Gesellscha üh .103 Diese These on Köhle wi d on Hedda Rago zky und Ba ba a Weinmaye k i isie , indem sie eine soziologische Deu ung des Doppelwegs anbie en: Sie sp echen on eine Ve ände ung des Helden en lang des Tex es, die einem P ozess p og essi e Iden i ika ion mi seine sozialen Umwel en sp eche. Beide in e p e ie en Iweins Weg als Suche nach seine sozialen Iden i ä : De Ho e schein als No mhe s elle , an den sich Iwein nach de K ise anpasse, was die Rekons uk ion seine hö ischen Iden i ä bedeu e.104 Indem de Held nu als Mi glied des Ho es gesehen wi d, wi d auch die Möglichkei eine pe sönlichen En wicklung negie . Die These on Rago zky und Weinmaye wi d on Hube us Fische e s ä k . E lehn die Idee de En wicklung des Helden ab, weil eine solche Thema ik dem mi elal e lichen Roman emd sei. Iwein we de im Roman nich als Subjek da ges ell , sonde n als T äge bes imm e gesellscha liche Rollen: als A us i e und als Ehemann Laudines. Dadu ch, dass e diese Rollen nich e ülle, e lie e e seine ê e, das Elemen , das das gesellscha liche Leben egulie . Iwein bliebe also imme de selbe und die Handlung s elle nu die Lösung eines Kon lik s o , de du ch den B uch de hö ischen No men e u sach wu de. Konsequen e weise is es auch nich möglich, on Subjek i i ä in Bezug au Iwein zu sp echen.105 Inwie e n das Modell des Doppelwegs auch in neues e Zei wi ksam geblieben is , zeig zum Beispiel Klaus Speckenbach. E sieh die U sache on Iweins Te min e säumnis in seine un ollkommenen Iden i ä , die en lang des zwei en Aben eue wegs übe wunden we de, indem de Held einen Ausgleich zwischen seine Rolle als liebende Ri e und seine Rolle als Ehemann und Landeshe inde. Speckenbach schließ aus, dass eine psychologische En wicklung in Iwein s a inde: „Die E wei e ung de Iden i ä e olg du ch den Ans oß on außen, insbesonde e du ch die E wa ungen Laudines“.106 Auch Timo hy McFa land be on die Rolle de S uk u in de Da s ellung on Iweins Weg zu eine neuen Iden i ä : „ he c isis 103 E ich Köhle (1970), S. 243. 104 Hedda Rago zky / Ba ba a Weinmaye (1979). 105 Hube us Fische (1983). 106 Klaus Speckenbach (1998), hie S. 132. 25 ma ks he demoli ion o an iden i y which he he o succes ully cons uc ed o himsel in he cou se o he i s cycle, and in he cou se o he second cycle he cons uc s a new one“.107 Obwohl e e klä , dass de Held keine psychologische En wicklung im Sinne des mode nen Romans e äh , äum e ein, dass es meh e e Episoden im Roman gib ( o allem das En s ehen de Liebe), die psychologisch mo i ie zu sein scheinen.108 Die neue en A bei en übe den Iwein geben dagegen dem psychologischen Aspek eine g öße e Bedeu ung in de Da s ellung de Iden i ä des Helden. So be on zum Beispiel Edi h Feis ne die Rolle des Bewuss seins bei de Iden i ä skons i u ion des Helden und e klä , dass die Liebe zu Laudine eine neue Komponen e in Iweins Iden i ä ein üh , die ihn on de Gesellscha un e scheide.109 Ane e Sosna sieh ih e sei s „die Genese und Modi ika ion on Iden i ä “110 als zen ales Thema des Iwein und be on die Aspek e de E inne ung und de Wah nehmung als Elemen e, die die Kon inui ä und Kohä enz de Pe sönlichkei Iweins e lauben und au denen seine Iden i ä beg ünde wi d.111 Ma hias Meye e i die These, dass man übe Cha ak e e in Bezug au die mi elal e liche Li e a u sp echen kann und ich e da au hin seine Au me ksamkei au die Psychologie und das Innenleben Iweins.112 Meine In e p e a ion be uh au de Idee, dass Ha manns Roman die Iden i ä smodi ika ion des Helden hema isie . Iweins Iden i ä wi d am An ang des Romans du ch seine Mi gliedscha am A usho de inie . Als e sich in Laudine e lieb , wi d eine neue Iden i ä sebene einge üh , die du ch Iweins Fähigkei , sich mi jemand ande em zu iden i izie en, gep äg wi d.113 Dami en s eh eine Spannung zwischen beiden Ebenen seine Iden i ä . Iwein e such diese Spannung zu übe winden und dadu ch wi d die Suche nach eine neuen Iden i ä hema isie . Iweins Iden i ä kann also nich ü sich selbs de inie we den, sonde n nu in 107 Timo hy McFa land (1988), S. 130. 108 Ebda., hie S. 154. 109 Edi h Feis ne (1999). Sie be on o zdem in bezug au den E ec, dass E ecs Weg „nich de eines mode nen Indi iduums“ is , „das sich aus de Di e enz zu Gesellscha alle e s de inie “ (S. 252). Obschon sowohl de Iwein als auch de E ec das mode ne Thema de Di e enz be üh en, geben sie ihm „jedoch inso e n eine ande e Wendung, als sie die Di e enze ah ung des Einzelnen noch nich zum Schlüssel ü ein Indi iduali ä sbewuß sein machen“ (S. 263). 110 Ane e Sosna (2003), S. 154 111 Ebda., o allem S. 153. 112 Ma hias Meye (2004), S. 162–253. Ähnlich de s. (1999), besonde s S. 156–161. 113 Meine In e p e a ion un e scheide sich on de jenigen Ma hias Meye s, de auch au die zen alen Rolle de Fähigkei zu Empa hie im Tex au me ksam gemach ha , abe diese Fähigkei eine poli ische Funk ion zue kenn (Meye , 2004, S. 162–236). 32 Wahnsinnigkei ha ih en U sp ung sowohl in dem Ve lus de ê e als auch in dem Ve lus de Liebe Laudines: Daz smæhen daz ou Lûne e den he en Îweinen e e, daz gæhe wide kê en, de slac sîne ê en [...] de jâme nâch dem wîbe, die benâmen sînem lîbe il ga eude und den sin. (V. 3201–3215) Mi de Ve nun e lie Iwein auch seine Fähigkei de Empa hie: „e n ah e wede man noch wîp,/ niuwan û sîn selbes lîp“ (V. 3225–3226). Iwein e läss den hö ischen Raum und isolie sich dami physisch und psychisch on de Gesellscha . E gib jedes hö ische Ve hal en au und leb in einem Zus and on Wildhei und Iden i ä slosigkei . E be inde sich auße halb des Raums und de Zei , demen sp echend wissen wi nich , wie iel Zei e allein im Wald e b ing .130 Es gib wenige zei liche Angaben und sie bleiben auße dem age. Zum Beispiel: „e lie umb einen mi en ac“ (V. 3284), „wol umb einen mi en ac“ (V. 3364), „Da nâch eines ages uo“ (V. 3703). Die Begegnung mi dem Einsiedle is ein e s e zwischenmenschliche Kon ak und bilde demnach auch den An ang seine Rein eg a ion in eine gesellscha liche O dnung. Demen sp echend we den wiede zei liche Angaben gemach : „da wide kam in zwein agen“ (V. 3325). Diese zwischenmenschliche Kon ak bleib o zdem au eine obe lächlichen Ebene und inde in einem Raum s a , de noch zu Sphä e des F emden und de wilde gehö .131 Die Begegnung mi de F au on Na ison als Ve e e in eine hö ischen O dung bedeu e einen zwei en Sch i in diese Rein eg a ion.132 Diese Episode ma kie den Wiede gewinn seine Iden i ä als A us i e , abe noch nich als Gelieb e Laudines. Dies wi d deu lich, als ihn die d ei Damen zum e s enmal sehen: Sie e kennen Iwein, abe iden i izie en ihn nu seine He kun nach als Ri e des A usho es: „ on bezze n züh en wa gebo n/ nie î e dehein/ danne mîn he Îwein“ (V. 3400–3402). Auch als die Dame on Na ison annimm , dass sie ihn 130 Dazu Edi h Hagengu h (1969), S. 88, 90; Ma hias Meye (2004), S. 191. 131 Ane e Sosna (2003), S. 126–127. 132 Ebda., S. 127, 131. 33 kenn , be on sie als wich igs en Iden i ä s ak o , dass e de Sohn des Königs U ien is (V. 2109–2111). Nach de Heilung du ch die Salbe wi d sich Iwein zum e s en Mal seine ‚ ie ischen’ Si ua ion bewuss („und sich sô g iulîchen sach“, V. 3507). Sein inne e Monolog ma kie den e s en Sch i de Iden i ä s indung.133 Mi dem Rückgewinn des Ve s andes e lang Iwein die Fähigkei wiede , sich du ch Sp ache auszud ücken: E sp ich mi sich selbs (V. 3508) und is dadu ch be ähig , übe seine Iden i ä zu e lek ie en.134 Seine e s en Wo e in diesem Monolog sind: „’bis ûz Îwein, ode we ?’“ (V. 3509). Iwein e inne sich an sein ühe es Leben, abe bezeichne alle E inne ungen als T aum und denk , dass e in Wi klichkei ein gebû e is : „’T oum, wie wunde lich dû bis !/ dû maches îche in ku ze is / einen alsô swachen man/ de nie nâch ê en muo gewan’“ (V. 3549–3552). Dadu ch, dass e sich an seine Ve gangenhei e inne , wi d deu lich, in welchem Maß das Elemen de Zei mi de Iden i ä e bunden is : Du ch die Rückkeh des Zei bewuss seins mi de E inne ung gewinn Iwein seine Iden i ä zu ück.135 T o zdem wi d die Zei in diese Episode noch nich gemessen. Indem die Zei ein Elemen de gesellscha lichen O dnung da s ell , zeig ih e Abwesenhei , dass Iwein noch nich ganz ins gesellscha liche Leben in eg ie is .136 Nach dem Kamp gegen Alie s wi d Iwein ê e zu Teil, das heiß , e gewinn seine Iden i ä inne halb de hö ischen Gesellscha zu ück. Was e o he noch als T aum bezeichne ha , e weis sich je z als wi klich. Seine Liebe gegenübe Laudine bleib hingegen noch ein T aum.137 Nach seinem Sieg e läss Iwein Na ison, ohne 133 Ing id Hahn (1985b), S. 213. Dazu Klaus Speckenbach: „Diese Selbs besinnung ha Ha mann unabhängig on seine Vo lage einge üg , was seine besonde e Au me ksamkei gegenübe dem Iden i ä sp oblem un e s eich “ (Speckenbach, 1998, S. 125). Auch Ane e Sosna (2003), S. 129– 130. 134 Indem Iwein zue s mi sich selbs in de zwei en Pe son sp ich und eine F age s ell , wi d de Monolog als ein Dialog mi einem ik i en Dialogpa ne da ges ell . E s im nächs en Sa z sp ich e in de e s en Pe son (Ane e Sosna, 2003, S. 129). Übe die Rolle des inne en Monologs ü die Da s ellung de Inne lichkei eine Figu : Ma hias Meye (2004), S. 92. 135 Wal e Haug in e p e ie das Momen de E inne ung ande s. Die E inne ung üh „nich zu eine Au a bei ung de Ve gangenhei , sonde n de Rückbezug se z sich unmi elba wiede in Handlung um, denn es is die o gegebene S uk u , die das Geschehen äg , es ließ nich aus einem subjek i en Bewuß sein. Und so dien denn die E inne ung auch nich eine subjek i en Iden i ä skons i u ion, ih Sinn bes eh ielmeh da in, den jeweiligen s uk u ellen O im Spiel de Ko espondenzen und Kon as e zu ma kie en, an dem de Held sich be inde “ (Haug, 1996, S. 187). 136 Dazu Ma hias Meye (2004), S. 193. 137 Edi h Feis ne (1999), S. 258. 34 dass e o he die eindeu igen Liebese klä ungen de Dame on Na ison beme k ha („si ba in mi gebæ den gnuoc;/ daz e doch ha e inge uoc“, V. 3819– 3820).138 Nachdem Iwein den Löwen ge e e ha , ei e e au de Suche nach Aben eue n ie zehn Tage du ch den Wald (V. 3917–3919). Dann gelang e zu ällig zu Quelle und e inne sich schlaga ig an Laudine. Hie e schein auch die ande e Iden i ä sebene Iweins, die Iden i ika ionsebene (die on seine Liebe ü Laudine ma kie is )139 in Ve bindung mi de Zei , konk e mi de Rückgewinnung de e gangenen Zei in de E inne ung.140 Die E inne ung is on Schme z beglei e : „des wa sô iuwec sîn lîp,/ on jâme wa im alsô wê,/ daz e il nâch als ê/ on sînem sinne was komen“ (V. 3936–3939).141 Sein Schme z wi d du ch seine ühe e Iden i ika ion und die je zige Unmöglichkei , mi de gelieb en Pe son zusammen zu sein, e u sach . Iwein sehn sich nach dem ühe en Glück: „’wæ mi nih geschehen heil/ und liebes ein il michel eil,/ sone wes ich waz ez wæ e [...] nû uo mi daz senen wê’“ (V. 3979–3984).142 T o zdem spiel die ê e imme noch eine wich ige Rolle in Iweins Monolog. Dies läss eine Spannung zwischen beiden Iden i ä sebenen Iweins en s ehen: „E is noch baz ein sælec man de nie dehein ê e gewan dan de ê e gewinne und sich sô nih e sinne daz e sî behal en künne.“ (V. 3969–3973) An de Quelle i e die ge angene Lune e. Hie is das wich igs e Iden i ika ionsme kmal Iweins imme noch sein Name, de mi seine Abs ammung e bunden is : 138 Iwein e inne sich noch nich an Laudine. De E zähle sag als E klä ung de Unau me ksamkei Iweins: „sone s uon ab niende sîn muo “ (V. 3800) 139 In Ve bindung dami weis Edi h Hagengu h da au hin, dass Iwein e s sein ganzes Selbs bewuss sein wiede e lang , als e an de Quelle ankomm (Hagengu h, 1969, S. 104–105). 140 Dazu Ane e Sosna (2003), S. 134. 141 Ing id Hahn be on den Zusammenhang zwischen Iweins Iden i ä und seine Schme ze ah ung: „Hie abe se z de ‚Iwein’ ganz neu ein, zeig e doch die immanen en Bedingungen ü den P ozeß de Pe sonenwe dung, das ‚E wachen’ des To en du ch die E ah ung on Schme z“ (Hahn, 1985b, S. 212). 142 De Un e schied zu de Si ua ion o de K ise is , dass die ê e je z in Ve bindung mi Lune e o komm , wäh end sie o he ü Iwein ein Ziel in sich selbs wa (Timo hy McFa land, 1988, S. 153–154). 35 „Welhen Îwein meine i ?“ sp ach e . sî sp ach „he e, daz is de du ch den ich lîde disiu ban . sîn a e is genan de künec U jên.“ (V. 4179–4183) Lune e gib ihm bekann , dass sie am nächs en Mo gen hinge ich e we den soll (V. 4070–4071).143 Iwein nimm an, dass e an Lune es gegenwä ige Si ua ion die Schuld äg und e sp ich ih , pünk lich am nächs en Tag zu ückzukeh en, um ü sie zu kämp en: „’und wa e mîn mo gen uo:/ ich kume ze guo e kamp zî ’“ (V. 4308–4309). Dami i wiede das Te minmo i au . Neben de Te minp lich , die Iwein gegenübe Lune e au sich nimm , e p lich e e sich gegenübe de jüngs en Toch e des G a en on Schwa zdo n, einen wei e en Te min einzuhal en. In beiden Fällen handel es sich um Te mine ü Ge ich skämp e. Die neuen Aben eue und Au gaben, die ihm zwischen beiden Te minen zu allen, bewi ken, dass Iwein imme un e Zei d uck s eh . Dies is sowohl in de Episode mi dem Riesen Ha pin als auch au de Bu g zum Schlimmen Aben eue de Fall. Iwein häl nu knapp die F is en ein. Mi de Ein üh ung de Te mine e häl die Zei wiede eine wich ige Bedeu ung in de Handlung, im Gegensa z zu den Episoden on Iweins K ise und seines Au en hal es bei de F au on Na ison. Indem Iwein hie imme ein Ziel o sich ha , üh en diese Te mine o Augen, dass die Zei e was is , das e läu . Auße dem kann Iwein beweisen, indem e sich Mühe gib , die Te mine nich zu e säumen, dass e die Bedeu ung de Zei als Regulie ungselemen des gemeinscha lichen Lebens ane kenn . E is deswegen auch ähig zu einem Leben mi ande en. Nachdem Iwein Lune e e lassen ha , gelang e in eine Bu g, de en Einwohne on einem Riesen, Ha pin, bed oh we den.144 Iwein zeig hie wiede seine Fähigkei zu Empa hie mi den Bu gbewohne n: „Dô de gas sîn ungemach/ beidiu gehô e unde gesach,/ daz begund im an sîn he ze gân“ (V. 4507–4509), „nû e ba me diz sê e/ den î e de des lewen p lac“ (V. 4740–4741), „Daz beweg im 143 Dieses Momen ma kie das Ende de F is on ie zig Tagen, die Lune e gegeben wu de, um einen Ve eidige zu inden (V. 4152). 144 Ha mu Kugle ha gezeig , wie eine Vo s ellung on Gleichzei igkei zwischen diese Episode und de Episode de En üh ung Gino e s mi Hil e de zei lichen Angaben e eich wi d (Kugle , 1996, S. 119). Wie de Bu ghe Iwein sag , wu de die Königin eine Woche o Iweins Ankun au de Bu g en üh (V. 4530). 36 den muo “ (V. 4859).145 T o zdem kann in diesem Fall nich on eine pe sonalen Iden i ika ion wie bei Laudine gesp ochen we den: Es wi d in keinem Momen e wähn , dass Iwein den Schme z de Bu gbewohne selbs e ah en will. Indem die Beziehung zu Laudine on Liebe bes imm is , implizie sie einen höhe en Ve bindungsg ad. Die F eundscha zu Gawein is auch maßgebend ü die Hil eleis ung: Die Bu ghe in is Gaweins Schwes e , was wiede um die indi ek e Anwesenhei des A usho es in de Handlung bedeu e . Deswegen ühl sich Iwein gezwungen, den Bewohne n de Bu g zu hel en. Iwein selbs be on nach dem Tod des Riesen, dass die F eundscha zu Gawein und nich die Ane kennung des Ho es de einzige G und seine Hil eleis ung is : „’und sul im [Gawein] des genâde sagen/ swes ich iu hie gediene hân:/ wan daz hân ich du ch in ge ân’“ (V. 5120–5122). Die ê e ha also eine sekundä e Rolle ü den Helden eingenommen. Obwohl sie ü Iwein noch on Bedeu ung is („’ezn gil e lü zel noch il,/ niuwan al mîn ê e’“, V. 4874–4875), e wähn e nie seinen Namen und s ell sich nu als Löwen i e o : „’ âge iuch wiech sî genan ,/ sô uo im daz e kan / daz ein lewe mi mi sî’“ (V. 5123–5125).146 Indem e au seinen Namen, das bishe wich igs e Me kmal hö ische Iden i ä , e zich e , e zich e e auch au seine Iden i ä als A us i e und au seine ê e, die seine Bekann hei du ch den Namen implizie .147 E dis anzie sich on den Iden i ä s ak o en, die mi dem Namen Iwein assozie we den und such sich dami eine neue Iden i ä ,148 die s ä ke au de Ebene de Iden i ika ion be uh . Diese Suche nach eine neuen, au onomen Iden i ä is mi de Liebe zu Laudine e bunden: Die Suche nach seine Iden i ä is die Suche nach Laudine. Iwein muss Lune e Hil e leis en und nimm deswegen den Kamp gegen Ha pin nu un e eine Bedingung an: 145 Ane e Sosna (2003), S. 139; Ma hias Meye (2004), S. 209, 211. 146 Die Ta sache, dass Iwein seinen Namen nich e wähn , wi d spä e on Gawein wiede hol , als beide gegeneinande kämp en: „’i n wolde sî nih wizzen lân/ wie i wæ en genan ’“ (V. 7754– 7755). 147 Übe diese Ve bindung om Namen des Ri e s mi de sozialen Iden i ä siehe Judi h Klinge : „Im A us oman is de Name des e olg eichen Ri e s om Glanz seines Ruhms umgeben, e is das Signum seine pe sönlichen Quali ä [...] das Bekann sein seines Namens ga an ie ihm eine o wäh ende P äsenz in de hö ischen Ö en lichkei , auch wenn e selbs e n on ih is “ (Klinge , 2001, S. 112). 148 Ane e Sosna (2003), S. 141. 37 „ich sag iu wie ich in bes ê. als ich iu gelobe e ê, kum e uns uo ze selhe zî , swenne sich ende de s î , daz ich umbe mi en ac i ze hel e komen mac de ichz ê gelobe hân, sô wil ich in du ch iuch bes ân, du ch mîne ouwen hulde, und du ch iuwe unschulde.“ (V. 4793–4802) E bleib eine Nach au de Bu g (V. 4818–4820) und is am nächs en Mo gen be ei , gegen Ha pin zu kämp en. Als de Riese abe nich e schein , ge ä Iwein in einen Kon lik : „wâ is de dâ komen sol? mîn weln enkum mi nih wol: ich sûme mich il sê e. ez gâ an alle mîn ê e swaz ich nû hie gebî e: ez is zî daz ich î e.“ (V. 4829–4834) Diese Kon lik wi d in einem Monolog da ges ell , in dem Iweins Innenwel ü den Lese du chsich ig wi d (V. 4870–4913).149 Nu de plö zliche Au i des Riesen lös den Kon lik : Iwein kann ihn ö en und ech zei ig Laudines Land e eichen. E komm o zdem seh knapp zu diesem e s en Te min: E kann das Land e s am Mi ag e eichen (V. 5150), als be ei s alles ü Lune es Ve b ennung o be ei e is . Als e Laudine sieh , emp inde e einen g oßen Schme z, wiede du ch die Unmöglichkei e u sach , seinen Wunsch, ih nahe sein zu können, zu e üllen: und was on sînen wi zen il nâch komen als ê: wand sî sagen , ez uo wê, swe sînem he zenliebe sî alsô gas lichen bî. (V. 5194–5198) 149 Dazu Ane e Sosna (2003), S. 140. 38 Iwein kämp gegen den T uchsess und dessen B üde und besieg sie. Nach dem Kamp ü Lune e gib e sich o Laudine wiede als de Löwen i e zu bekennen (V. 5502). Spä e bi e ihn auch die Toch e des G a en om Schwa zen Do n, dass e ü sie kämp . Sie üh mi ih e Schwes e einen ge ich lichen S ei aus, de am A usho ausge agen we den soll. Das Mädchen ha do e geblich nach einem Ri e gesuch , de ü sie kämp . Fü den Kamp wi d ein Te min in ie zig Tagen es geleg : „dô sp ach de künec ‚sô is hie si e,/ swe û den ande en clage,/ daz e im wol ie zec age/ kamp es müeze bî en’“ (V. 5742–5745), „nû wa de kamp gesp ochen/ übe sehs wochen“ (V. 5755–5756). Sie begib sich au die Suche nach dem Ri e mi dem Löwen, on dem sie gehö ha , abe eine K ankhei mach es ih unmöglich, wei e nach ihm zu suchen. Eine Ve wand e übe nimm diese Au gabe ü sie und als diese Iwein inde , gib sie ihm das Da um des Te mins bekann : „’übe sehs ehalbe wochen/ sô is ein kamp gesp ochen/ zwischen in beiden’“ (V. 6027–6029). Iweins Mi ge ühl mi de Bo in150 üh ihn zu Übe nahme des Kamp es ü die Toch e des G a en om Schwa zen Do n.151 Danach ge ä e abe in ein neues Aben eue au de Bu g des Schlimmen Aben eue s, au de e die 300 ge angenen Jung auen inde . Als Iwein ih e Si ua ion e kenn , wi d seine Fähigkei zu Empa hie deu lich: „ouch muo in sê e i a bei “ (V. 6303), „Nu e ba me in i ungemach“ (V. 6407).152 Nach dem Kamp gegen die zwei Riesen e wähn Iwein o dem Bu ghe n den Te min: „’wand ich nû in disen agen/ einen kamp muoz bes ân,/ den ich alsô genomen hân’“ (V. 6820–6822). E bleib o zdem sieben Tage länge au de Bu g, um seine Wunden heilen zu lassen: „und behab e [de Bu ghe ] den gas bî im dâ/ unz an den sibenden ac“ (V. 6844–6845). Als Iwein schon au geb ochen is , sag de E zähle : nu en wel en sî nih lange dâ: wan in was diu kamp zî alsô nâ daz in de age zuo i a dewede geb as noch übe wa , und kâmen ze eh en zî en. (V. 6877–6881) 150 „wand e i daz wol an sach/ daz sî nâch im ungemach/ û de e e he e e li en,/ do begunde ouch e i heiles bi en./ e sp ach ‚ ouwe, mi is lei / al iuwe a bei :/ und swâ ich die e wenden kan,/ dâne wi e iu nih an’“ (V. 6005–6012). 151 Ma hias Meye (2004), S. 220–221. 152 Ane e Sosna (2003), S. 145. 39 Danach geh e wegen des Ge ich skamp s ü die G ä in om Schwa zen Do n zum A usho . In diesem Momen b auch Iwein keinen Namen meh , um sich den ande en o zus ellen („und enwas ouch niemen dâ e kan / wie de î e wæ e genan “, V. 6905–6906): E benu z schon lange nich meh den Namen ‚Iwein’, um sich auszuweisen, und läss sich auch nich meh om dem Löwen beglei en (V. 6902–6904), so dass e auch nich meh den Namen des Löwen i e s nenn . Als de Kamp zwischen Iwein und Gawein beginn , ück wiede die Thema ik de ê e in den Vo de g und: Gawein und Iwein kämp en, um ih e ê e zu e g öße n (V. 7208, 7274, 7281):153 „We ge ne lebe nâch ê en,/ de sol il s a ke kê en/ alle sine sinne/ nâch e elîchem gewinne“ (V. 7175–7178). Als Iwein Gawein e kenn , e wähn e zum e s en Mal wiede seinen ech en Namen. Die Episode des Kamp es bedeu e also Iweins Rein eg a ion in den A usho : Wenn e o he mi de Annahme des Pseudonyms au seine soziale Iden i ä e zich e ha , gewinn e sie je z wiede zu ück.154 Nach dem Kamp wi d Iwein auße dem als de Löwen i e e kann (V. 7740–7744), was den olls ändigen Rückgewinn seine ê e bedeu e : Die Ta en des Löwen i e s we den ihm zugesp ochen und so e häl e die Ane kennung des Ho es. T o zdem ha die ê e je z eine ande e Bedeu ung ü Iwein als am An ang des Romans. Iwein is nun ähig, sich in Gaweins Posi ion hineinzu e se zen und dessen Wünche nach Ane kennung zu e s ehen. Iwein is deswegen auch be ei , au seine eigene ê e zu e zich en, dami Gawein die Anne kennung de ande en bekommen kann: „’ich siche in iuwe gebo :/ wan daz weiz unse he e go / daz ich sigelôs bin./ ich scheide iuwe ge angen hin’“ (V. 7563–7566). Dieses Mi ge ühl be uh au Gegensei igkei : „De ede il dâ geschach,/ daz man i ie wede n sach/ des ande n p îs mê en/ mi sîn selbes ê en“ (V. 7643–7646). Die F eundscha zu Gawein is ü Iwein wich ige als die ê e gewo den und so is die Beziehung zwischen beiden nich meh , wie am An ang des Romans, du ch Konku enz gep äg . Obwohl es ielleich zu s a k schein , on Iden i ika ion zu sp echen, is es zumindes möglich zu sagen, dass Iwein gegenübe Gawein Empa hie emp inden kann. 153 Dazu Ane e Sosna (2003), S. 148. 154 Vo he , zum Beispiel nach dem Kamp ü Lune e, woll e e seinen Namen nich e wähnen (V. 5494–5501). 40 Iweins Rein eg a ion in den A usho inde also nich un e denselben Bedingungen s a wie o he : E is je z nich nu Iwein, sonde n auch de Löwen i e . Das bedeu e , dass e sich aus seinem e mein lich o he bes imm en Schicksal gelös ha , um seine eigene Iden i ä zu bilden.155 Iwein ha sich om A usho unabhängig gemach , wie sein Kamp gegen Gawein, den idealen Ve e e desselben, zeig . T o zdem bleib die Ebene seine Iden i ä als A us i e noch e hal en: De Kamp gegen Gawein ende unen schieden. E is je z also nich allein ein A us i e und e läss deswegen den A usho , um zu Quelle zu gehen. E ei e zu Laudine, gewinn ih e Liebe wiede und dami auch eine neue gesellscha liche Rolle als He de Quelle. Die Ve söhnung mi Laudine wi d du ch die gegensei ige Iden i ika ion zwischen ihnen bes imm : Wenn sich Iwein am An ang des Romans mi Laudines Schme z iden i izie ha , zeig je z auch Laudine die Fähigkei , sich mi Iwein zu iden i izie en. Sie leide mi Iweins e agenem Schme z mi und e kenn an, dass sie eilweise an seinem Leid schuldig is :156 „’des wil ich iuch du ch go bi en/ daz i uoche mi e geben,/ wand e mich, unz ich hân daz leben,/ on he zen ieme iuwen muoz’“ (V. 8126–8129). Iwein ha sich also am Ende des Romans endgül ig om A usho unabhängig gemach . Du ch seine Fähigkei , sich mi den ande en (haup sächlich mi Laudine) zu iden i izie en, ha e eine neue Iden i ä sebene e eich , die wich ige gewo den is als seine Iden i ä als A us i e . In diesem P ozess spielen die e schiedenen Aben eue , in denen Iwein allein, on de Gesellscha isolie , in einem auße hö ischen Gebie (dem Wald) ei e , eine wich ige Rolle. Sie sind, wie Ane e Sosna sag , „O de kausal ode auch nich -kausal mo i ie en Begegnung mi un e schiedlichen In e ak ionspa ne n bzw. Figu enkons ella ionen und inso e n O de Kon on a ion mi e schiedenen In e ak ionss uk u en, die übe den P ozeß de Abg enzung ode Iden i ika ion E ecs und Iweins Iden i ä sgenese beein lussen“.157 Iwein kann sich abe e s dann om A usho unabhängig machen, wenn die E scheinung diese neuen Iden i ä sebene on eine neuen 155 Edi h Feis ne be on , dass Iwein „zwa Teil de Gesellscha , abe nich mi ih iden isch is “ (Feis ne , 1999, S. 261). 156 Hie auch de inie die Iden i ika ion mi Iwein Lune e als Indi iduum. Dazu Ing id Hahn: „Als Liebende und Ve s ehende an wo e sie Iwein nun ih e sei s nich meh aus eine Rolle, sonde n als Pe son. Da in abe lieg die ie s e Legi ima ion ü Iweins neue, ‚soziale’ Iden i ä “ (Hahn, 1985b, S. 217) 157 Ane e Sosna (2003), S. 156. 41 gesellscha lichen Rolle auße halb des A usho es beglei e wi d, wie es am Ende des Romans geschieh . Im Ve lau diese Analyse des Iwein habe ich he o gehoben, dass das Thema de Iden i ä skons i u ion im Zen um des Romans s eh . Iweins Iden i ä wi d am An ang on seine Rolle als A us i e de inie . Die Liebe zu Laudine bedeu e das En s ehen eine ande en Iden i ä sebene. Iwein is zu Beginn nich ähig, diese neue Ebene in seine Pe sönlichkei zu in eg ie en, was die K ise e u sach , in de e in einen Zus and on Iden i ä slosigkei äll . Als e geheil wi d, muss e seine Iden i ä wiede kons i uie en. Im Lau e de e schiedenen Aben eue bes eh zwischen beiden Iden i ä sebenen eine Spannung, bis e am Ende ein Gleichgewich zwischen beiden he s ellen kann und eine neue, au onome Iden i ä e lang . Da beide Ebenen Teil de Iden i ä Iweins sind, kann man nich on eine Übe eins immung zwischen gesellscha liche Rolle und Iden i ä sp echen, wie iele Au o en in Bezug au das Mi elal e e mu en: Iwein is meh als nu seine gesellscha liche Rolle. Iweins neue Iden i ä wi d du ch die Unabhängigkei gegenübe dem A usho ma kie , wie du ch die Annahme eine neuen gesellscha lichen Rolle an Laudines Ho deu lich wi d. Dies bedeu e gleichzei ig, dass Iweins Iden i ä du ch seine gesellscha liche Rolle und seine Iden i ika ion mi eine äuße en Ins anz bes imm wi d, abe diese Iden i ika ion implizie nich , dass e nich ü ein Indi iduum gehal en we den kann: Es is ge ade seine Fähigkei , sich mi ande en zu iden i izie en, was die E ablie ung seine eigenen, nich meh on Gebu an mi gegebenen Iden i ä e möglich .158 Da seine Iden i ä sich modi izie , e leb Iwein im Ve lau des Romans eine En wicklung. Diese En wicklung kann nu inne halb eine e lau enden Zei , eine linea en Zei , s a inden. Diese linea e Zei wi d mi Hil e on zwei Mo i en da ges ell : eine sei s mi dem Mo i de E inne ung und ande e sei s mi dem Te minmo i . Iwein komm aus einem bes imm en O und ich e sich au ein Ziel. Wie Wal e Haug sag , „Subjek i -pe sonale Iden i ä kons i uie sich übe die E inne ung. De Mensch kann on sich nich sagen: ‚Ich bin, de ich bin’, sonde n imme nu : Ich bin, de ich wa und de ich sein we de [...] das Ich se z sich selbs 158 Diese Ve bindung zwischen de Fähigkei zu Iden i ika ion und de Indi iduali ä wide sp ich de These Judi hs Klinge , die in de E ah ung de Einhei zwischen T is an und Isolde ein Hinde nis ü die E langung de Indi iduali ä sieh (Klinge , 1999, S. 137). 48 is ein Zeichen des gemeinsamen Handens Ka ls und is auch im Rolandslied zu inden.175 Da i sich Ka l auch o mi seinen Ri e n, um ih en Ra einzuholen. Im Gegensa z zum Roman Ha manns e g ei im Daniel A us die Ini ia i e, indem e zu kämp en beschließ . Diese En scheidung A us’ wi d du ch den Hinweis au seine s a ke mili ä ische K a noch be on („’geschih mi nô deheine we e,/ mi b inge ein k e igez he e/ mîn be e unde mîn gebo ’“, V. 491–493).176 Die ak i e Rolle des Königs bedeu e eine wich ige Ve ände ung in Bezug au den klassischen A us oman, in dem A us ehe ein passi es Ve hal en einnimm .177 Auße dem inde do auch kein K ieg s a . Wäh end im Iwein de Held schon alles gelös ha , als A us an de Quelle ankomm , üh A us im Daniel sein Hee in die ie Schlach en gegen Cluse und nimm augesp ochen ak i am Kamp eil.178 Die Handlung wi d also zu einem Kon lik zwischen zwei Gesellscha en, zwei Lände n, die on ih en beiden Königen e e en we den.179 Diese Auseinande se zung e eich ih en Höhepunk im Kamp zwischen A us und Ma u , de – wie die Fo schung e kann ha – dem Kamp zwischen Ka l und Paligan im Rolandslied bzw. im Ka l en lehn is .180 Obwohl Daniels Hil e ü den Sieg wich ig is , e eich e ihn nich allein, wie es in den e schiedenen Aben eue n Iweins geschieh . Daniel s eh im Diens e A us’. E e olg nich seine eigenen In e essen. Dies üh uns zu de E kenn nis, dass die Handlung des Daniel in zwei Abschni e ge eil we den kann: In einigen Episoden e schein Daniel als Haup igu nach dem Modell des klassischen A us omans, wäh end in ande en die 175 Gus a Rosenhagen (1890), S. 53. Im Rolandslied: „dô lade e zwel hê en,/ die die wîses en wâ en,/ die sînes he es phlege en“ (V. 67–69), „Aines mo genes uo/ de keise o de ô e da zuo/ bisco e unde he zogen“ (V. 891–893). Ka l bi e explizi um Ra : „’nû â e , waz wi da umbe uon./ nû â e go es ê e’“ (V. 906–907). Im Ka l: V. 1734 . Übe den Ra im Rolandslied: Ma ianne O -Meimbe g (1980), S. 119–120, 134–139. 176 Dazu Regina Pingel (1992), S. 196–197. Auch im Rolandslied wi d e wähn , wie Ka l ein g oßes Hee e sammel : „die bo en s ichen in daz lan ,/ i iegelîch da e wa gesan ./ si sage en s e ke niumæ e./ diu lan bes uon en alle mais læ e“ (V. 159–162), „Mi michelem magene/ kom daz he zesamene“ (V. 175–176). Im Ka l: V. 605 . 177 Elke Mülle -Ukena (1984), S. 28; Ka in R. Gü le (1976), S. 233–234. Übe die ak i e Rolle des Königs im chanson de ges e im Gegensa z zum A us oman siehe Hans Robe Jauss (1963), S. 73. 178 In meh e en anzösischen Romanen des 13. Jah hunde s nimm A us an Kämp en eil, jedoch wi d dies als e was Nega i es da ges ell , dass o dadu ch e u sach wi d, dass A us schlech be a en wu de. Bea e Schmolke-Hasselmann zi ie den Du ma und den Yde als Beispiel da ü . Im e s en Roman wi d A us ge a en, au de alschen Sei e zu kämp en. Im zwei en kämp e , weil e einen hohen Lohn e eichen will (Schmolke-Hasselmann, 1980, S. 52). 179 Nach Ma ianne O -Meimbe g s eh auch Ka l, de als ein o bildliche He gezeichne wi d, im Zen um de Gemeinscha (O -Meimbe g, 1980, S. 117). 180 Gus a Rosenhagen (1890), S. 52; Ka in R. Gü le (1976), S. 229; Ma hias Meye (1994), S. 36. 49 Gemeinscha diejenige is , die diese Rolle einnimm . Man kann on de Anwesenhei zweie P o agonis en sp echen, nämlich Daniel und A us.181 2.1.2 Das Mo i des Zo ns De zo n is ein Mo i , das adi ionell in Ve bindung mi dem Helden und seinen auße gewöhnlichen Ta en au i und in de deu schen mi elal e lichen Li e a u eine wich ige Rolle spiel . T o zdem ich e sich de Zo n nich gegen die gesellscha liche O dnung, sonde n e wi d als ge ech und den gemeinscha lichen We en en sp echend emp unden.182 Auch im Rolandslied und im Ka l sowie in de gesam en chanson de ges e-T adi ion) nimm de Zo n eine zen ale S ellung ein.183 E wi d als Ausd uck de Kamp be ei scha des Helden posi i gewe e . So we den die ch is lichen Helden du chgängig als zo nig da ges ell : „ il ha e zo nlîche/ Ruolan an den künc d anc“ (V. 6291–6292), „ch is en mi zo ne/ bes uon en si dâ o ne“ (V. 7058–7059), „De kaise e zu n e ha e“ (V. 8771). Im Ka l: „dô wa mi g imme dâ gespiel “ (V. 5131), „du ch den schedelîchen zo n“ (V. 5310), „schil unde swe si nâmen/ und huoben einen g ôzen s i ./ dâ wa haz zo n unde nî / e zeige olleclîche“ (V. 5912–5915), „g immige s î “ (V. 6987), „dô sach man slac und wide slac,/ dô sach man zo n wide zo ne“ (V. 7402–7403).184 De Zo n de Ch is en im Kamp gegen die Heiden be uh au dem Zo n Go es, de sich gegen den Bösen und Ungläubigen ich e :185 die di abe wide sin , die heizen des iu eles kin un sin allesam e lo n. die slehe de go es zo n an lîbe un an sêle. (Rolandslied, V. 59–63) Die Legi imie ung des Zo ns de Ch is en wi d du ch die E wähnung bes imm e S ellen des Al en Tes amen s konk e isie (wie de Exodus), die au den Zo n 181 Dazu Elke Mülle -Ukena (1984), S. 28; Sabine Böhm (1995), S. 180. 182 Dazu Klaus Ridde (2003), S. 212. 183 Übe das Mo i des Zo ns des Helden in de mi elal e lichen Li e a u siehe Klaus G ubmülle (G ubmülle , 2003, S. 51–54). E e nein , dass dieses Mo i nu ü bes imm e Ga ungen zu i . 184 Auch die Heiden we den im Rolandslied als zo nig da ges ell : „Haiden, die g immen“ (V. 4735), „Ma silie kom mi zo ne“ (V. 5481), „die wuo igen haiden“ (V. 6548). 185 Klaus G ubmülle (2003), S. 54. 50 Go es e weisen: „de luoch müeze übe si we de,/ dâ go mi sînem gewal e/ Pha aonem nide al e“ (Rolandslied, V. 5744–5746).186 Fehl die eligiöse Legi ima ion des Zo ns, so is diese nega i konno ie . Zum Beispiel sag Ka l dem zo nigen Genelun: „’bedenke dich, hel iu e,/ zo n is nehein guo ’“ (Rolandslied, V. 1497–1498).187 In den Schlach en des Daniel sind eine Reihe on Zi a en zu inden, die sowohl aus dem Ka l als auch aus dem Rolandslied übe nommen sind.188 Viele on diesen Zi a en s ehen in di ek e Ve bindung mi de Da s ellung des Zo ns im Kamp . Wie Man ed Eikelmann gezeig ha , sind die olgenden Zi a e aus dem Ka l Me aphe n, „die den E ns , die A ek geladenhei und die b u ale Gewal des Kamp es, das Tö en und Ge ö e we den in de Schlach aussagen“:189 sie i en in dem bluo e, sie wuo en im bluo e unz an diu knie. daz gie den ossen an diu knie. (Ka l, V. 5159) (Daniel, V. 5628–5629) sô e in dem bluo e muos e baden die heiden des nih genuzzen, unz an die s unde daz e e anc. wandes in i bluo e luzzen (Daniel, V. 5680–5681) e slagen unde e enke . (Ka l, V. 6981–6983)190 swem sô umplîche geschah swe in den schil en gegen bô , daz e den schil gegen im bô , dâ was ge ei e de ô . dô was ge ei de ô . (Ka l, V. 6009–6010)191 (Daniel, V. 3618–3620) daz wa ein spiel sô swæ e alsô g ôzlîche e sch ac, daz sie die wunde wo h en, daz e wânde ez wæ e de suon ac, daz sie des alle o h en sô daz iu on himele gâ . daz de suon ac wolde we den (Ka l, V. 6969–6971)192 186 Ka l: V. 6806–6808. Zi ie nach P a en Kon ad (1993) und De S icke (1965). 187 Klaus G ubmülle (2003), S. 57. 188 Gus a Rosenhagen (1890), S. 94–97; Man ed Eikelmann (1989), S. 111; Ma hias Meye (1993), S. 188; Ma hias Meye (1994), S. 36; Ka in R. Gü le (1976), S. 229–231. Au jeden Fall sind einige de Wendungen, die Rosenhagen au zeig , so allgemein, dass es komplizie wä e zu beweisen, dass sie wi klich aus dem Rolandslied s ammen. 189 Man ed Eikelmann (1989), S. 111. 190 Im Rolandslied is auch dieses Zi a zu inden: „in i bluo e si hin luzzen/ e s icke un e unken“ (V. 5972–5973). 191 „swelhe in den schil engegen bô ,/ den was ge ai e de ô “ (Rolandslied, V. 5029–5030). 192 „si hiewen sich mi den swe en,/ daz sie selben wol en wæne,/ daz daz himel iu wæ e/ komen übe alle die e de,/ daz de suon ac scol e we de“ (Rolandslied, V. 5948–5952). 51 und übe al die e den daz himel iu wæ e komen. (Daniel, V. 3122–3127) [....] wand sie ge en sin ge en nih es mê e, daz sie e kou en daz leben. wan daz si den lîp il sê e (Daniel, V. 3440–3441) e gul en und e kou en. (Ka l, V. 9991–9993) den alle he es en g uoz daz in ze he e was de g uoz, den ie dehein man mê gebô , die en unnen dannen ze uoz. den gap man, daz was de ô . (Ka l, V. 6525–6526) (Daniel, V. 5662–5664) dâ wa beidiu an wu und g uoz mi dem swe en gegeben. daz gie mangem an daz leben. (Daniel, V. 3504–3506) sie wu den alle gesa e und mah en manegen s î es sa . in de wi sche e. (Ka l, V. 9848) (Daniel, V. 5206–5207) swie il de liu e wæ e, in was alsô ge ûme , dâ was ein g iezwa e daz si dehein g iezwa e schie . de in allen samen gewa e. (Ka l, V. 10152–10153) (Daniel, V. 5162–5164) de selbe g iezwa e was geheizen de ô . (Daniel, V. 5170–5171) de künic uo e ein salben quam ez dem bischo e ze slage, an beiden sînen handen daz ez nâch dem selben age gegen den îanden, gebuoz e nieme dehein smi , [...] ode daz da unde daz li daz was ein swe daz e uoc. ieme a zâ do e gesalben. (Daniel, V. 5638–5645) (Ka l, V. 6513–6517) i a zenîe was de ô . (Daniel, V. 5244) Es gib im Daniel einige Ve gleiche, die aus dem Rolandslied s ammen: sie uog en daz de s ahel b an de s âl muose dâ b innen 52 eh e als ez holz wæ e. sam e holz wæ e. (Daniel, V. 3120–3121) (Rolandslied, V. 4646–4647)193 sam de mache ein ge iu e e e sam de guo e iu æ e, und kê e sînen lîz da an de ge ne wol bûwe und houwe allez daz ha dan un al daz nide houwe , daz im dehein schaden bi daz im den sca be en mac, unz daz de acke om wi , sô wi de acke bûha . alsô sluoc e z nide allez ga sam e de wunde küene man, swaz im deheinen schaden ba . im ne mach nih leben iges o gehaben. (Daniel, V. 5060–5066) (Rolandslied, V. 8210–8216) Wie zu sehen is , sind alle diese Zi a e Teil de Da s ellung des Kamp es zwischen dem A usho und Cluse. De Zo n als wich igs es Ve hal ensmus e komm also nich in allen Episoden des Daniel o , sonde n inbesonde e in denjenigen, in denen die Gesellscha eine wich ige Rolle spiel . 2.2 In e ex uelle Bezüge zwischen Daniel und Iwein 2.2.1 Die Zei Die Zei is ein Fak o , de im Daniel wie auch im Iwein eine wich ige Rolle spiel .194 Pa allel zu Iwein ha Daniel zwei Te mine in Cluse einzuhal en: E muss an de G enze des Landes e scheinen, um den Riesen zu ö en, be o A us und sein Hee ankommen. Auch nach de Be eiung des G a en om Lieh en B unnen in de G üenen Ouwe muss e ech zei ig zu zwei en Schlach in Cluse sein. De e s e Te min p äg die zwei e s en Aben eue und den e s en Teil des Aben eue s in de G üenen Ouwe. Die Bedeu ung dieses Te mins ü die Handlung wi d du ch seine häu ige E wähnung am An ang des We kes gezeig : Ach Mal in nu ünzig Ve sen (V. 841, 894, 907, 937, 942, 959, 989, 994).195 193 Im Ka l is auch ein ähnliches Zi a zu inden: „si sluogen di swe sô sê e/ daz sich de s ahel enb an e“ (V. 5654–5655). 194 De Ein luss des Iwein au diesen Aspek im Daniel wu de schon on meh e en Au o en au gezeig : Do o hea Mülle (1981), S. 102; Pe e Ke n (1974), S. 32–33; Ma hias Meye (1994), S. 31. 195 Wol gang Schmid (1979), S. 115. 53 Nach de Ab ah und de Ankun am Eingang on Cluse, wo Daniel den Riesen sieh , begegne e den Damen om T üeben Be gen und om Lieh en B unnen. Obwohl Daniel sich in beiden Fällen zue s au seine P lich be u , den Riesen zu ö en,196 läss das Insis ie en de F auen in Daniel einen inne en Kon lik ens ehen: E is sich nämlich nich siche , ob e nach Cluse gehen ode wei e e Aben eue e leben will („e wolde balde sîn ge i en/ und mi dem isen hân ges i en“, V. 1139–1140). Auch im Iwein e leb de Held einen solchen inne en Kon lik in de Episode des Riesen Ha pin (V. 4869–4913). In beiden Tex en wi d e in den Monologen de en sp echenden Haup igu en da ges ell . Im zwei en Fall e läss Daniel gegen Mi e nach Cluse, um den G a en om Lieh en B unnen zu suchen. E muss am nächs en Tag jedoch wiede da sein, um wei e gegen das Ma u hee zu kämp en. Daniel ha e den G a en gegen seinen Willen au de G üenen Ouwe zu ückgelassen, weil e nach Cluse ei en muss e, um König A us zu hel en. Schon damals ha e e seine Absich ausged ück , zu ückzukommen, sobald e könn e: „’ez is bezze daz ich î e,/ swenn ich do ges î e,/ daz ich wide he komen’“ (V. 2729–2731). E ei e also nach de e s en und o de zwei en Schlach zu G üenen Ouwe zu ück, um den G a en zu inden, obwohl diese Umweg ihn in Zei no b ing : Daniel öu e sich ouch ein eil, sam de sînen kumbe hil und lache sô daz he ze kil . e n wolde nieme we den ô ez enge uog e sich alsô daz e nâch dem g â en möh e komen. (V. 3914–3919) Man kann soga noch on einem d i en Te min sp echen: Als A us en üh wi d, ei e Daniel zu G üenen Ouwe, um das Ne z Sandinoses zu holen. E will den Al en mi diesem Ne z angen und so A us und Pa zi al be eien. Das bedeu e auch, dass e schnell wiede nach Cluse zu ückkeh en muss. Seine Eile wi d meh mals be on : „E kê e schie e on dan“ (V. 7225), „des endes kê e e zehan “ (V. 7232). Die Ve wendung des Wo es ‚Te min’ is hie alle dings nich ganz so angeb ach wie in den ande en zwei Beispielen, weil es hie in Wah hei keinen 196 „E sp ach: ‚ ouwe, daz is mi lei ,/ und sage iu mi de wâ hei ,/ ich hân unmuoze il genomen./ mac abe ich iu ze ôs e komen,/ daz enwil ich nih nide legen/ unz ich ein âde mac ge egen’“ (V. 1195–1200), „E sp ach: ‚ ouwe, daz is mi lei ./ ich hân an g ôze a bei / gekê e und genende ./ daz hân ich nih olende ,/ dâ muoz ich hin kê en’“ (V. 1843–1847). 54 es en Te min gib : Daniel muss schließlich nich unbeding zu einem bes imm en Zei punk nach Cluse zu ückkeh en. E is o zdem un e Zei no , weil e so schnell wie möglich wiede do sein will. Wenn das Mo i de Te mine im Daniel mi dem Iwein e glichen wi d, sind o zdem meh e e Un e schiede zu inden. E s ens spielen die Te mine im Roman des S icke s keine Rolle, um die En wicklung des Helden zu zeigen: E ha keine K ise e ah en und muss seine Iden i ä nich neu de inie en. Zwei ens is die Ve wendung des Wo es ‚Te min’ wesen lich komplizie e als im Iwein: Als Daniel die Hil e im T üeben Be ge und im Lieh en B unnen zunächs e weige , ha e noch sieben Tage, bis König A us in Cluse ankomm . Obwohl Daniel in Eile is und sich un e Zei no ühl , exis ie das P oblem des Te min e säumnisses nich wi klich.197 Nu im Speisezel kann man on de Ge ah sp echen, die F is nich einzuhal en. Auße dem sind diese Te mine nich on eine äuße en Ins anz au ged äng , sonde n on Daniel selbs bes imm wo den.198 2.2.2 Episoden: Die Ve ände ung de S uk u des Iwein im Daniel Es gib im Daniel Episoden, die eindeu ig in Anlehnung an den Iwein e ass wu den ode deu lich au ihn e weisen. Zu Beginn de Geschich e kämp Daniel gegen d ei Ri e aus König A us’ Ho , Iwein, Gawein und Pa zi al. De Kamp ende unen schieden. Dadu ch beweis Daniel, dass e ein ausgezeichne e Ri e is und e wi d da au hin am A usho au genommen: sie i en alle d î hin und sp âchen: „sî uns wilkomen, wi hân gesehen und e nomen daz i ein guo i e sî , daz suln wi lâzen âne nî .“ (V. 314–318) Diese Kamp en sp ich dem Kamp Iweins gegen Gawein in Ha manns Roman. E wi d o dem gesam en A usho ausge agen und geh eben alls unen schieden aus. Du ch ihn zeig Iwein, genau wie Daniel, dass e ein 197 Pe e Ke n (1974), S. 33. 198 Es is o zdem auch möglich zu behaup en, dass Daniel nach dem Sieg übe Ju an wi klich e p lich e is , Cluse o dem A usho zu e eichen, weil e Ju ans Schwe ha und deswegen de einzige is , de den Riesen ö en kann. 55 o bildliche Ri e is und e wi d wiede in die a u ische Gemeinscha au genommen. In beiden Romanen will de A usho eine Beleidigung bes a en, in dem einen die Niede lage Kalog enan s, in dem ande en die D ohung du ch König Ma u on Cluse. Die Aus ah Daniels e inne an die Iweins: Beide ziehen heimlich und ühe aus als das A ushee , um das P oblem im Alleingang zu lösen: (Iwein, V. 945 .; Daniel, V. 998 .).199 Das e s e Aben eue Daniels is die Episode mi dem Zwe g Ju an, die mo i isch de Episode mi dem Riesen Ha pin im Iwein en sp ich .200 Sowohl de Zwe g als auch de Riese begeh en eine Jung au, die sie zu en eh en und zu e lassen beabsich igen: e gih (daz is mîn meis iu nô ), swenn e mi s an behe e mi selhem unge e e, sô welle i ze wîbe haben â , und dem bœs en ga zûn den e hâ deme well e sî geben. (Iwein, V. 4492–4497) swenne ez mich da zuo ge îbe, sôn welle ez mîn nih ze wîbe wan zwô nah ode d î. (Daniel, V. 1317–1319) Wäh end es im Daniel das Mädchen selbs is , das Daniel um Hil e bi e , is es im Iwein de Va e de Jung au. Beide Helden haben hie noch einen ande en Te min einzuhal en, was ihnen Schwie igkei en bei de Hil eleis ung e u sach . Iwein will au jeden Fall de Jung au hel en, so e n de Riese üh e schein , denn e will den Kamp ü Lune e nich e säumen. Im Daniel dagegen muss die Jung au den Helden, dami e ih hil , mi dem A gumen übe zeugen, dass e Ansehen und das wunde ba e Schwe des Zwe ges, das alles ze schneiden kann, e langen wi d. Nach den indi iduellen Aben eue n Daniels e lage sich die Handlung nach Cluse. Am Eingang zu diesem Land gib es einen Au oma en in Fo m eines Tie s, de als eine A Ve eidigungsmi el dien : swe sich selbe sô be üge daz ez die banie ûz züge, 199 Pe e Ke n (1974), S. 31; Helmu B all (1976), S. 232. 200 Dazu Pe e Ke n (1974), S. 34–35; Ma hias Meye (1994), S. 28–29. 56 dem wæ e ez an den lîp gewan : sô hüebe daz ie al zehan und sch iuwe mi g imme ein alsô g ôze s imme daz e on dem o se iele ze al. (Daniel, V. 749–755) Die Episode de Ankun des A ushee s in Cluse en sp ich de Ankun des A ushee s in Laudines Land. Hie wi d ein Gewi e ausgelös , wenn jemand Wasse au den S ein neben de Quelle gieß .201 De Pa allelismus wi d dadu ch e s ä k , dass de S icke das Geb üll des Tie es mi einem done slac (V. 2948) e gleich . Eine wei e e Pa ellele bes eh da in, dass sowohl das Tie als auch de S ein sich neben eine Linde be inden („’des schi me im ein linde,/ daz nie man schœne gesach’“, Iwein, V. 572–573; „’dâ is be angen ein we / mi eine linden zie e./ gelîch eime g immen ie e/ s â ein gol da unde ’“, Daniel, V. 738–741).202 Die Episode de Hochzei is wiede eine, die in beiden We ken pa allel e läu .203 E s e schein die um ih en o en Mann (im Iwein Askalon, im Daniel Ma u ) aue nde Königin. Es olg eine Ra szene, in de sowohl Laudine als auch Danise übe zeug we den, den Mö de ih es Mannes zu hei a en.204 Die Ra gebe (im Iwein Lune e, im Daniel die Ri e Ma u s und A us) benu zen dasselbe A gumen : Sie müsse einen Mann haben, um ih Land und ih e ê e zu bewah en. Laudine zwei el am An ang, o allem wegen des möglichen Ve lus s ih e ê e, abe schließlich en scheide sie sich ü die Ehe: „und swenn ez diu we l e nim , daz sî mi z nih gewîzen kan ob ich genomen habe den man de mînen he en hâ e slâgen, kans û mi daz on im gesagen daz mi mîn las e is e lei mi ande sîne ümekhei , und æ es û mi z danne, ich nim in zeinem manne.“ (Iwein, V. 2092–2100) 201 Ähnlich Pe e Ke n (1974), S. 30–31; Ma hias Meye (1994), S. 35. 202 Im Iwein wi d nich e wähn , dass die A us i e zu Boden s ü zen, wie es im Daniel geschieh . 203 Dazu Helmu B all (1976), S. 240; Ma hias Meye (1994), S. 46. 204 Daniel is nich de wi kliche Mö de Ma u s, obwohl e zu G uppe de Feinde gehö . 57 Auch Danise zwei el einen Augenblick,205 abe am Ende übe zeugen sie die A gumen e de ande en: „’wolde go , ge uoch e e mîn,/ sî e iu sô wol ge elle !/ ich bin ge ne ze im geselle ,/ is ez daz e mich wil’“ (Daniel, V. 6330–6333). Danach komm die Eheschließung, du ch die Iwein wie Daniel eine F au und mi ih auch ein Land e hal en: „dâ was p a en ha e il,/ die gâben sie im mi de ê/ und gâben im ouch da zuo mê:/ daz künic îch und die k ône“ (Daniel, V. 6334–6337), „dâ wâ en p a en genuoge:/ die â en in die ê zehan ./ sî gâben im ouwen unde lan “ (Iwein, V. 2418–2420). Die Besch eibung de Hochzei s eh in beiden We ken inne halb de T adi ion des Fes es im A us oman: Es he sch eude („dâ was wünne und ê e,/ eude und michel î e scha “, Iwein, V. 2442–2443; „dô huop sich öude âne zal“, Daniel, V. 6523), und dadu ch wi d de Tod des o he igen Königs üh e gessen: des begunden sie alle jehen, si möh e wol on sælden sagen daz si in sô ku zen agen i leides wæ e e ge ze und alsô ô gese ze . (Daniel, V. 6626–6630) des ô en is e gezzen: de lebende hâ besezzen beidiu sîn ê e und sîn lan . (Iwein, V. 2435–2437) Diese Episoden des Daniel, die eindeu ige Pa allelen im Iwein inden, s ehen abe im S icke schen Roman in umgekeh e Reihen olge, was s uk u elle Ve ände ungen e u sach . Die Episoden des Iwein, die im Daniel au genommen we den, e scheinen in Ha manns Roman in olgende O dnung: 1. Das Fes zu P ings en. Die E zählung Kalog enan s. 2. Die heimliche Aus ah Iweins. 3. Die Hochzei zwischen Iwein und Laudine. 4. Die Ankun des A ushee s in Laudines Land, die ein Gewi e am B unnen e u sach . 5. Die Episode des Riesen Ha pin. 6. De Kamp zwischen Iwein und Gawein. 205 „’nû sag mi ,’ sp ach diu ouwe,/ ‚sol mi diu schande ih we en/ daz i mich mînen he en/ sô schie e heize e klagen?/ daz sul i mi zalle ê s e sagen’“ (V. 6306–6310). 64 Romans) und die Schlach en, in denen die hö ische Gesellscha kämp , die on A us ange üh wi d (im zwei en Teil des We kes). Moelleken sp ich on de Exis enz eine Danielke e (A-Ke e) und eine A uske e (B-Ke e).217 Die e s e bes eh aus den Aben eue n, die Daniel allein e leb , die zwei e aus den Aben eue n, in denen e in Koope a ion mi A us handel : „In de B-Ke e is es Au gabe Daniels, als Ri e de Ta el unde, den ges ö en o do des Ho es wiede he zus ellen; die A-Ke e besch eib Daniels Reak ion au menschliche Si ua ionen, die nich mi dem A usho e bunden sind. In A bewäh sich Daniel als Indi iduum; in B beweis e , daß e ein passendes Glied de i e lichen Gesellscha is “.218 Schon im P olog we den A us und sein Ho (die Gesellscha ) einge üh : „des gih de künic A ûs./ e gewan nie eigen hûs/ den man ze ime gelîche“ (V. 33–35). Am An ang de Handlung e schein eine Figu , Daniel, die ih en Wunsch ausd ück , Mi glied diese Gesellscha zu we den: „’ich hân dicke e nomen/ ugen unde g ôze k a / on des künigs A ûs geselscha ./ daz selbe wolde ouch ich besehen’“ (V. 334–337). E e eich es, als e on Iwein, Gawein und Pa zi al emp angen wi d: „Danielen enp iengen sie dô/ mi iuwen in i geselscha “ (V. 346–347). De G und: „sie hâ en unden einen man/ on dem de ho was gê e / und i geselscha gemê e “ (V. 352–354). Als sie am A usho ankommen, sag Gawein: „’hie kome de bes en i e ein/ on dem wi ie gehô en sagen’“ (V. 360–361). Daniel, obwohl Mi glied des A usho es, wi d schon di e enzie und als de Bes e gekennzeichne , was schon o he in seinem e olg eichen Kamp gegen die bes en Ri e diese Gesellscha es ges ell we den konn e. Die He aus o de ung des Riesen s ell den A usho wiede ins Zen um. Die An wo au diese He aus o de ung is eine kollek i e Ta : De König A us i sich mi seinen Ri e n, um sich on ihnen be a en zu lassen („Dô nam de künic A ûs/ die wîsen alle dâ ze hûs/ und gienc mi den ze â e“, V. 811–813). Gawein be on in seinem Ra schlag die Rolle de Gesellscha und zwa mi den Wo en, die A us an den Riesen ich en soll: „’mîn he e habe gesellescha ./ die hân an 217 Wol gang W. Moelleken (1974), S. 46–47. Wol gang Schmid sp ich seine sei s on eine A ushandlung und eine Danielhandlung (Schmid , 1979, S. 105, 107). Die A ushandlung bes eh ü ihn aus den Schlach en zwischen den Hee en Ma u s und A us’, wäh end in de Danielhandlung de Weg Daniels „ on de e s en Au nahme in den A usk eis übe seine Be eiligung an de Schlach des A ushee es bis zu seine Einse zung als König in Cluse“ zu inden is (Schmid , 1979, S. 107). Dazu auch Ka in Gü le (1976), S. 238. 218 Wol gang W. Moelleken (1974), S. 46–47. 65 iuwen g ôze k a ’“ (V. 845–846). Sie beschließen, alle zusammen mi einem g oßen Hee nach Cluse zu ziehen, um do gegen das Hee Ma u s zu kämp en. Diese En scheidung wi d als e was Gemeinscha liches da ges ell : „daz he Gâwein dô ge ie ,/ daz dûh e den künic und die die / i e lîch unde guo “ (V. 885–887). A us bi e danach die ganze Gesellscha um Hil e: e suoch e iunde, im wæ e nô hil e unde g ôze k a . swe deheine gesellescha wide in gelobe hæ e, solde des wesen s æ e, daz müeze e nû machen niuwe. (V. 964–969)219 Abe de Ho beschließ eine Woche au die Ankun de Männe zu wa en. Daniel daue dies zu lange (V. 994–995), dahe ei e e heimlich und allein da on. Hie e schein Daniel zum e s en Mal als eine Figu , die unabhängig on de Gemeinscha handel . Dies bedeu e den Beginn de indi iduellen Aben eue eihe. Als e Cluse e eich , i e den Riesen, was einen Kon lik zwischen seine gesellscha lichen Rolle (die im Wunsch, seine gesellscha liche Ane kennung nich zu e lie en, konk e isie wi d) und seinem indi iduellen We degang (dem E hal seines Lebens) e u sach : „swenn ich he nâch selbe sage daz ich o o h en sus e zage und nich a geschouwen ob in ieman müge e houwen – swenn ich daz nih kan gesagen, sô hâ man mich ü einen zagen. î e ich nû du ch daz da daz ich die wâ hei e a , wil in daz swe nih snîden, sô muoz ich on im lîden beidiu las e und den ô .“ (V. 1061–1071) 219 Die Si ua ion s ell sich e was ande s im Iwein da , wo de Ho am An ang im Zen um de Handlung s eh (die Niede lage Kalog enan s s ell die Übe legenhei des A usho es in F age und deswegen is auch e on ih be o en). In diesem Sinne en scheide A us, mi einem Hee zu Quelle zu ah en. Abe nach de K ise Iweins we den sein pe sönliche Weg und sein Ve such, die Liebe Laudines wiede zugewinnen, das Thema de Geschich e und de Ho spiel ab diesem Momen eine sekundä e Rolle. 66 E en scheide sich ü die ê e: „’ich wil ge ne mînen lîp/ ümeclîche komen abe/ denn ich in mi schanden ieme habe’“ (V. 1078–1080).220 Als dann die Dame om T üeben Be ge e schein und ihm ih Leid klag , ühl e Mi leid mi ih , wie meh mals wiede hol wi d: „im was daz ha e lei / daz si im ze uoz ge allen was“ (V. 1126–1127), „daz si nih moh e sp echen,/ des wânde sîn he ze b echen“ (V. 1137–1138), „die ouwen wanc i he zelei / daz si il û enclîche ei ./ daz was Danielen ungemach./ e wolde sie œs en unde sp ach [...]“ (V. 1405–1408). Dies e u sach in Daniel einen Kon lik zwischen seinen pe sönlichen Ge ühlen und seinen P lich en gegenübe de Gesellscha . Die Möglichkei , de F au zu hel en, e schein ihm on An ang am als ê enha : „’ge i e ich ieme on i ,/ [...] mîn ê e is noch danne swach,/ sô ich gehœ e wes si ge ’“ (V. 1170–1173). Die Dame benu z soga die ê e als Köde , um Daniel zu übe zeugen, ih zu hel en: „’i n möh e dehein wîs/ iuwe sælde und iuwe n p îs/ baz gemê en denne an mi ’“ (V. 1191–1193). Danach wiede hol e die Bedeu ung de ê e ü sein eigenes Leben: „sô is mi bezze ge ân, als ez mi nû gewan is daz ich den lîp in ku ze is ümeclîche û gebe denn ich mi schanden ieme lebe.“ (V. 1380–1384) Die Gesellscha ode die gesellscha liche Rolle de Figu spiel in den indi iduellen Aben eue n eine wich ige Rolle. Das Schwe kann somi als ein Symbol e s anden we den, das beide Ebenen mi einande e binde : Daniel bekomm es im T üeben Be ge, um es in den Schlach en und gegen den Riesen in Cluse zu benu zen. Diese Bedeu ung de ê e wi d auch im Lieh en B unnen deu lich. Die Dame sag zu Daniel, als sie ihm ih P oblem e zähl : „’i n muge nieme mê e/ iuwe sælde und iuwe ê e/ baz gemê en denne hie’“ (V. 1855–1857). Vo he ha e Daniel ih be ei s seine So gen um die ê e und seine gesellscha lichen P lich en mi ge eil : „’ich 220 Übe das Mo i de ê e im Daniel und seine Ve bindung mi de Gesellscha siehe Man ed Eikelmann (1989), S. 122. Judi h Klinge sag übe das E eichen on Ruhm du ch den Ri e und seine Ve bindung zu Gesellscha : „So ungie de Name auch als Zeichen eines Bekenn nisses wechselsei ige Bindung: Das Bekann sein bei Ho e ga an ie dem Ri e seine Zugehö igkei zu exklusi en Gemeinscha , das Kollek i e üg mi den glanz ollen Namen uhm eiche Ri e übe seine Mi gliede “ (Klinge , 2001, S. 112). 67 bin on mînen ê en/ ga gescheiden unde komen/ des ich mich hân an genomen,/ ob ich ez nich olende’“ (V. 1848–1851). Im Zel au de G üene Ouwe e äh Daniel einen Kon lik zwischen seinen P lich en gegenübe de Gesellscha und seinen pe sönlichen In e essen, nämlich seine F eundscha mi dem G a en und seinem Mi leid gegenübe dessen F au.221 De un eiwillige Ve zich au den G a en mach Daniel be o en. Seine Be o enhei wi d insbesonde e dadu ch da ges ell , dass e eine Woche do e weil (V. 2692–2701). Als e endlich beschließ , nach Cluse zu gehen, u es ihm ausgesp ochen leid, ohne den G a en zu ei en: „dê ân den g â en dannen ei ,/ daz was im ga ein he zelei “ (V. 2739–2740). Diese Kon lik wi d im We k wei e ausge üh . So denk e imme an den G a en wäh end de Schlach en und ühl sich gezwungen, au die G üene Ouwe zu gehen, um ihn do zu suchen. Bei diese En scheidung spiel die Gesellscha keine Rolle. Daniel denk nich , dass de G a ihm im Kamp gegen das Hee Ma u s hel en könn e, wie es spä e geschieh . In den Schlach en, die als ein Kon lik zwischen zwei Gesellscha en da ges ell sind, spiel die Gemeinscha wie im Rolandslied die wich igs e Rolle. Im Gegensa z zu de einzigen Haup igu im Iwein sind in den Schlach en zwei Haup igu en zu inden: Daniel, de das Schwe äg und mi dessen lis schließlich de Sieg übe Cluse e ungen wi d, und A us, de sein Hee als König on B i annien üh . Die e s e Schlach beginn mi dem Kamp zwischen A us und Ma u als Ve e e ih e Lände . Beide Hee e we den o als Kollek i e bezeichne , die du ch Ma u ode A us ep äsen ie we den: „des küniges A ûses mannen“ (V. 3325), „des küniges Ma ûs mannen“ (V. 3349), „des küniges Ma ûs he e“ (V. 3367), „des küniges A ûses he e“ (V. 3384), „des küniges A ûs scha “ (V. 3406), „des küniges A ûs gesellen“ (V. 3438), „des küniges A ûses mannen“ (V. 3455), „de künic A ûs und die sîn“ (V. 3514). Daniel e schein in bezug au das A ushee , das als ein Kollek i da ges ell wi d, in de e s en Schlach deu lich indi idualisie : E kämp nich gemeinsam mi den A us i e n gegen den Riesen, sonde n besieg im Alleingang zwei ausend Ri e : dâ on sluoc e ûz de we e dem künige A ûs allez sîn he e âne Daniel on dem Blüenden Tal. 221 „man moh e an sîne ouwen/ sô g ôzen jâme schouwen/ dô e lebende in sînem u ne lac,/ daz ich ü wâ wizzen mac,/ eische si sînen ô ,/ sô mac man jâme unde nô / alle ê s schouwen an i ./ owê! sô is si on mi / i öuden ga en se ze !“ (V. 2571–2579). 68 de was do ande halp in dem wal unde des küniges Ma ûs mannen. (V. 3345–3349) daz e du ch zwei ûsen man alsô e e geb ach. (V. 3378–3379) Im Ve gleich zu den Ri e n des A ushee s, die nich in de Lage sind, den Riesen zu ö en, e schein e somi in eine übe legenen Posi ion. Ab dem Ve s 3529 we den bes imm e Ri e und ih e Handlungen genann : Gawein, Iwein, Pa zi al, A us und Daniel. Dies bedeu e , dass, im Gegensa z zu den indi iduellen Aben eue n, in denen Daniel alles allein lösen kann, die Schlach en (wie auch im Rolandslied) ein kollek i es Un e nehmen sind. Daniel kann iele G oß a en ollb ingen, die ande en jedoch eben alls. E ge ä manchmal in Schwie igkei en und benö ig die Hil e de ande en: dô de künic A ûs gesach he Danieles ungemach, daz wa im eislîche zo n. mi dem swe e und mi den spo n begunde e da gâhen. (V. 3571–3575) Wäh end de e s en Schlach e äh de König, dass Daniel den Riesen ge ö e ha . Daniel e schein in diesem Momen den ande en Ri e n übe legen (V. 3720 .), weil e alleine ollb ingen kann, was das ganze A ushee nich gescha ha . Danach e leg e auch noch den ande en Riesen. Dies wi d on de Gesellscha ane kann : „sie sag en im alle danc/ Daniele, de die isen sluoc“ (V. 3906–3907). Dennoch is Daniel nich glücklich: „e n wolde nieme we den ô/ ez enge uog e sich alsô/ daz e nâch dem g â en möh e komen“ (V. 3917–3919). E d ück seinen Schme z übe den Ve lus des F eundes (des G a en om Lieh en B unnen) aus: „’owê! û geselle mîn!/ sol ich dich ieme mê gesehen,/ sô wil ich hiu e go e jehen/ daz ich alle öude wil û geben’“ (V. 3968–3971).222 E geh soga so wei zu behaup en, sein Leben habe keinen Sinn meh : „’mi is ieme mîn leben/ unwe und unmæ e,/ ichn ge eche dise swæ e’“ (V. 3972–3974). Diese Schme z bedeu e , dass die gesellscha liche Ane kennung Daniel nich aus eich , sonde n eine wei e e Ebene, in diesem Fall die de F eundscha mi dem G a en om Lieh en B unnen, 222 Die Ve wendung des Wo es û geselle beweis , dass eine enge Beziehung zwischen beiden bes eh . 69 wich ige wi d. Daniel könn e ohne P obleme in Cluse bleiben, abe e is be ei , sein Leben zu iskie en, um den G a en zu e en. Diese So ge um den G a en wi d im Gesp äch mi Sandinose wiede hol o mulie („Daniel âgen began:/ ‚ ouwe, lep de selbe man?/ daz lâ mich wizzen du ch go !’“, V. 4519–4521). Nachdem e e ah en ha , dass de G a bei dem Siechen is , is e so o be ei , zu ihm zu gehen. Wenn e o he be ei wa zu s e ben, be o e die ê e e lie en wü de, is e je z be ei , ü den F eund zu s e ben: „’sô muoz mîn bluo zuo dem bade/ ê ich iu ze dem lîbe ih schade’“ (V. 4567–4568). De Ve lus des G a en s eh au de selben S u e wie de Ve lus des eigenen Lebens und de ê e: „Daniel o h e sê e/ daz e beidiu lîp und ê e/ und ouch den g â en e lü e“ (V. 4663–4665). Nachdem Daniel den Ro en Mann ge ö e ha , ück wiede die gesellscha liche Thema ik in den Vo de g und. In den Ve sen 4841–4844 d ück Daniel gegenübe dem G a en seinen Wunsch aus, nach Cluse zu ah en. E e klä sich dazu be ei , ihn zu beglei en (V. 4845 .). Dasselbe geschieh mi dem He n und ande en Ri e n on de G üenen Ouwe (V. 4851 ., 4910 .). Danach beginn die zwei e Schlach , in de besch ieben wi d, was jede Ri e (A us, Gawein, Iwein, Pa zi al, Daniel, de He on de G üenen Ouwe und de G a om Lieh en B unnen) u . Daniel spiel hie im Ve gleich zu den ande en keine besonde e Rolle, abe e e äh wiede gesellscha liche Ane kennung: „dô s uonden sie und sâzen/ o dem künige A ûse/ und sp âchen daz ze Clûse/ hæ e he Daniel den p îs“ (V. 5292– 5295). In de d i en Schlach e schein die Übe legenhei Daniels übe die ande en Ri e noch einmal, wäh end in de ie en Daniel, de G a om Lieh en B unnen und A us die einzigen Ri e sind, die genann we den. Diese wich ige Rolle de Gemeinscha wi d auch in den Ra sszenen hema isie , in denen die En scheidungen om Ho als ganzen ge o en we den. Dies wi d explizi beim le z en Ra be on , in dem en schieden wi d, dass Daniel König on Cluse we den soll: „den künic sie dô bâ en/ gemeinlîche übe al/ daz e Daniele on dem Blüenden Tal/ daz lan gebe und die ouwen“ (V. 6244–6247). A us be on spä e , dass e die En scheidungen nich alleine i : e sp ach: „daz i ge â en hâ , daz wolde ich selbe hân ge ân. sî ich nû e nômen hân daz i des allesamen ge , nû sul i es we den gewe .“ (V. 6252–6256) 70 Dies zeig auch, dass Daniel o z seine Ta en nich au oma isch das Reich Cluse e häl , sonde n e s du ch die Ve mi lung de Gemeinscha . Das Fes wi d eben alls als e was Gemeinscha liches da ges ell , obwohl hie , wie in den Schlach en, Daniel die Haup olle spiel : E o dne das Fes an („Daniel, de dâ wi was“, V. 7905), wi d gek ön und is auch de jenige, de Beladigan emp äng , obwohl es A us is , de ihn zum Ri e mach . Die Eheschließung Daniels wi d schließlich in eine Massenhochzei e wandel . Bei A us’ En üh ung s eh die Gemeinscha wiede im Zen um de Handlung. Am An ang ag de Al e, „we dâ wæ e de hê s e“ (V. 6927). Als e e äh , dass es A us is , en üh e den König als Ve e e de Gemeinscha . Danach s eh das Kollek i im Zen um de Au me ksamkei , was du ch die Nennung meh e e Ri e ode du ch das Au e en des P onomens ‚sie’ ma kie wi d: Daniel unde Gâwein, Pa zi âl und Iwein die begunden nâchgâhen. (V. 6961–6963) Sie ie en alle [...] (V. 6981) doch liezen sie im nâch gân. sie hâ en des il guo en wân, sô sie zuo dem be ge wæ en komen, daz sie ime hæ en benomen daz e nih möh e ü baz. il schie e sâhen sie daz daz e in den be c û uoc. dô wa jâme s genuoc daz sie in da sâhen agen dâ sie hin nih moh en jagen. (V. 6997–7006) sie swigen al gemeine. (V. 7047) Abe auch in diesem Fall s ich Daniel aus de G uppe he o : E sp ich mi dem Al en (V. 7080 .) und übe zeug den Ho , ihn nich zu ö en (V. 7068 .). Dami s eh e gleichzei ig auße halb de Gesellscha : „wan Daniel al e s eine/ sie hiezen in alle schiezen“ (V. 7218–7219). Diese gedankliche T ennung konk e isie sich in eine ma e iellen T ennung, als Daniel allein da on ei e (V. 7225). E is also de jenige, de das P oblem lös , indem e das magische Ne z hol und mi dem Riesen a e sp ich , was die En üh ung zum Teil als ein wei e es Aben eue e scheinen läss , in dem e allein und on de Gemeinscha losgelös handel . 71 Zusammen assend gib es Episoden, in denen Daniel allein handel , und ande e, in denen die Gesellscha im Vo de g und s eh . Abe beide sind nich absolu oneinande ge enn : Daniel is in den Schlach en de übe legene Ri e , bei seinen Aben eue n denk e auch an seine soziale Ane kennung und bekomm Hil e ü die Schlach en (das Schwe , die Ri e au de G üenen Ouwe).223 Dies e laub Au o en wie Wol gang Schmid zu sagen, dass die Danielhandlung eine un e geo dne e Funk ion gegenübe de A ushandlung ha :224 Die Absich Daniels, A us in Cluse zu hel en, we den imme wiede o mulie und die Aben eue des Helden e scheinen als Abweichungen on seinem eigen lichen Ziel. 3.2 lis / Zo n In den indi iduellen Aben eue n und am Ende des We kes spiel die Ve nun eine wich ige Rolle, wäh end das impulsi e Ve hal en das wich igs e in den Schlach en is .225 Die Ve nun konk e isie sich meis ens in de Ve wendung on lis , wäh end es sich in bezug au das impulsi e Ve hal en o allem um Zo n handel . Sowohl die lis als auch de Zo n, de as imme mi dem Au wenden on K a im Kamp e bunden is , e scheinen als zwei Me hoden, ein P oblem zu lösen ode einen Sieg zu e eichen. Diese zwei Wege we den nach dem Sch ei des Tie s in Cluse e wähn : Das Tie aub beide Fähigkei en, sowohl die K a als auch den Ve s and. Kein Sieg meh is dann möglich: „’sô e abe in de dôz/ sô s a ke du ch daz hoube / daz sie we den be oube / de k e e und de sinne’“ (V. 5746– 5749). Diese T ennung zwischen lis und einem impulsi en Ve hal en s eh eilweise in Ve bindung mi de im o he igen Abschni besp ochenen Teilung des Tex es in Episoden, in denen de Held alleine handel , und Szenen, in denen die Gemeinscha die Haup olle spiel . Diese Beziehung zwischen beiden Punk en is 223 Man ed Eikelmann (1989), S. 119. 224 Wol gang Schmid (1979), S. 121, 124. 225 Die Anwesenhei eine Opposi ion im Daniel zwischen e lexi em und a ek i em Handeln wu de be ei s in de Fo schung en deck , zum Beispiel on Ing id Hahn (1985a) und on Wal e Lenschen (1998, S. 67). Helmu Bi khan be on die Neuigkei , die die E scheinung diese zwei gegensä zlichen P inzipien inne halb de Ga ung A us oman bedeu e (Bi khan, 1994, S. 363– 364). 72 im Au e en des Reimes k a -gesellescha und gesellescha -k a zu sehen, de o allem am An ang des We kes au i : V. 335–336, 347–348, 389–390, 845–846, 895–896, 965–966, 6683–6684, 8039–8040.226 Das heiß , das Ve hal en de Gesellscha is on K a ode Zo n gekennzeichne , wäh end die wich igs e Eigenscha Daniels die lis is . Das impulsi e Ve hal en wi d in den indi iduellen Aben eue n Daniels als nega i einges u und den Feinden zugeo dne .227 Sowohl de Zwe g im T üeben Be ge als auch de Bauchlose im Lieh en B unnen we den du ch i a ionale Ge ühle, im e s en Fall die minne und im zwei en Fall den Zo n, ma kie . Hinsich lich des Bauchlosen wi d zum Beispiel gesag : „e sp ach im zo nlîche zuo“ (V. 2033), „Sus an wu e im zehan / de bûchlôse âlan / mi zo nlîchen wo en“ (V. 2025–2027), „diu unsælde in be wanc/ daz e il zo nlîche û sp anc“ (V. 2065–2066). De Zwe g seine sei s nimm die Bedingungen de Rede Daniels hin, ohne übe die möglichen Folgen nachzudenken, was du ch seine Minne ( ou Minne, V. 1581) gegenübe de Dame e u sach wi d. In bezug au Salomon wi d gesag : „de was de wi ziges e man/ on dem ich ie gesagen hô e,/ biz daz si [die minne] im ze s ô e/ die wîshei und die sinne“ (V. 1588–1591). E e au ganz au seine K a , die in Ve bindung mi impulsi em Ve hal en au geb ach wi d: „’des enwolde ich nih e sch ecken,/ noch dan ge ûwe e ich mîne k a ,/ ich wü de an im wol sigeha ’“ (V. 1576–1578). Auch bewi k die minne zu seinem Schwe und de Schme z, den sein Ve lus ihm e u sach („und ga o leide e gaz/ alle sîne sinne/ du ch des swe es minne“, V. 1714–1716), dass e e such , es wiede zubekommen, ohne au das Angebo Daniels zu ach en. Auch in diesem Fall s eh das impulsi e Ve hal en in Ve bindung mi de K a au wendung: „ez wes e sich sô manha / daz ez im mi sîne k a / daz swe wolde hân genomen“ (V. 1717–1719). Dieses Ve hal en b ing ihm den Tod. 226 Man ed Eikelmann (1989), S. 122–123 [Anm. 50]. 227 Die Gegenübe s ellung on zo n und e nün igem Ve hal en is , wie Ch is oph Hube zu ech e mu e , „eine allbekann e biblische Wah hei , die sich auch in de mi elhochdeu schen Didaxe o o mulie inde “ und häu ig in de mi elal e lichen Li e a u hema isie wi d (Hube , 2002, S. 166). Vgl. mi dem olgenden Zi a aus dem Wälschen Gas on Thomasin on Zi cla ia: „Swe olge dem nîde ode dem zo n,/ de hâ sîn zuh ga e lo n./ swe olge dem zo n, sp ich unde uo / daz in da nâch nih dunke guo “ (V. 671–674). De Zo n wu de adi ionell seh o ü einen Aus all de Ve nun („ empo ä e Wahnsinn“) gehal en (K. Hedwig, 1998, Sp. 674) und als Ze s ö ung de hö ischen Si en au ge ass . Dazu: Klaus G ubmülle (2003), S. 56–58. Übe diese Gegenübe s ellung im P osa-Lancelo Judi h Klinge (2001), S. 277–278. 73 Im Gegen eil zu den nega i en Konno a ionen des impulsi en Ve hal ens is die wich igs e Eigenscha Daniels seine Fähigkei , diese Ge ühle zu behe schen und die lis anzuwenden, womi e seinen Sieg e eich .228 Obwohl e auch A ek e e spü , wie e bæ mde gegenübe den Damen, kann e sie kon ollie en und übe leg eagie en.229 Das impulsi e Ve hal en de Gegne wi d so als umphei da ges ell , im Gegensa z zu dem e nün igen, lis igen Ve hal en des Helden. Das impulsi e Ve hal en is nich nu eine Eigenscha de Gegne , es kann auch ande en Figu en zugeo dne sein. Jedoch is es imme nega i und e hinde den sieg eichen Ausgang eine Schlach . Zum Beispiel is die Jung au om T üeben Be ge zo nig: „ on dem zo ne e ich dô in diu lan mæ e: swe sô sælic wæ e daz e daz we c e slüege und daz houp ü mich üege, swie swache e wæ e gebo n, de wü de ze he en e ko n übe mich und übe mîn lan .“ (V. 1264–1271) Deswegen üh ih Handeln zu keine wi klichen Lösung und das einzige, was sie e eich , is , dass alle Ri e om Zwe g ge ö e we den. Ih e Idee, den Mann zu hei a en, de den Zwe g umb ing , wide sp ich soga de gesellscha lichen O dnung und gil als un e nün ig. E was Ähnliches geschieh mi dem G a en om Lieh en B unnen, wenn e zo nig is : „’dô wa mînem he en zo n,/ de lôch û den hôhen o n/ und beslôz sich da inne’“ (V. 1947–1949).230 De Zo n mach ihn un ähig, eine Lösung ü sein P oblem zu inden, was spä e auch seine F au geschieh („’ob mîn he e sî ô ,/ sô wil ich komen on de nô / und ouch mich œ en lâzen’“, V. 1959–1961). Eben alls 228 Übe die Übe legenhei Daniels au g und seines e nün igen Handelns und das impulsi e Ve hal en de ande en gl. Ingebo g Hende son (1976), S. 141–153. Auch zu lis Daniels gl. Hedda Rago zky (1981), S. 66–75. Die lis als wich igs e Eigenscha des Helden is keine E indung des S icke s: Die Thema ik is schon in ühe en Tex en de deu schen Li e a u zu inden, wie im He zog E ns ode T is an und Isolde. Neu is ih e Zuo dnung dem Helden eines A us omans (Do o hea Mülle , 1981, S. 11; Ing id Hahn, 1985a, S. 181). 229 Regina Pingel (1994), S. 151. 230 Ke s in Schmid ha da übe hinaus au gezeig : „Wäh end männliche Zo n no male weise eine Kamp handlung nach sich zieh , lüch e sich de G a an einen in de mi elal e lichen Li e a u weiblich konno ie en O “ (Schmid , 2003, S. 65–66). 80 nega i beu eil wi d und das sie möglichs bald au zugeben ha („’si muoz den zo n a n lân’“, V. 5878). Es is A us’ Ve nun (wie e selbs sag : „’in de un öuden scha en/ muoz mîn he ze si zen/ unz ich iuch mi mînen wi zen/ on he zen ô gemache hân’“, V. 6168–6171), die e u sach , dass sie die T aue au gib („daz si den zo n a n liez“, V. 6198). Wäh end de A usen üh ung g ei das impulsi e Ve hal en au den ganzen A usho aus, wäh end Daniel, de die wich igs e Rolle in diese Episode spiel , e nün ig eagie . „Seine Hal ung is — im Un e schied zu de de üb igen Ri e — nich das E gebnis on Angs und Panik, sonde n on o ausschauende Übe legung“.240 Im Tex wi d zwei Mal wiede hol , dass die ganze Gemeinscha auße Daniel den Riesen a e ö en will. Daniel häl das ü wenig e nün ig: „swe deheine sinne habe,/ de enschieze sîn nih “ (V. 7074–7075). De E zähle sp ich in diesem Zusammenhang on de Gemeinscha als „ umben die “ (V. 7066). Diese A zu handeln wi d auch Pa zi al zugeo dne : Sein unübe leg es Ve hal en, als e sich ohne Wa en o den Al en s ell ,241 e u sach , dass de Riesen a e auch ihn en üh . Das b ing ihn in eine Lage, in de e auch nich meh e nün ig eagie en kann: gebæ de alsô eissam, die e nâme i nie als Pa zi âl dâ begie. daz e im muos e olgen, des wa e sê e e bolgen. obelîche we e e sich, sîn gebæ de wa sô eislich daz nie kein î el wa . (V. 7198–7205) Das un e nün ige Ve hal en des A usho es kon as ie mi dem Ve hal en des Riesen a e s. Dies is besonde s au allend, als de Al e ag : „’is iuwe deheine sô ôme/ de du ch e suochen he kome?’“ (V. 7133–7134). Die Reak ion des A usho es: 240 Regina Pingel (1994), S. 304. 241 Pa zi al selbs bezeichne sein Ve hal en als un e nün ig. E sag , e sei de bes e Ri e , abe äum die Möglichkei ein, dass e lüg („e sp ach: ‚ich bin de iu s e hie,/ ob ich d an nih enliuge’“, V. 7180–7181). E e klä , dass es keinen Zeugen auße ihm selbs da ü gib (V. 7182) und dass e sich das ge n als oben an echnen lassen will („’zel man mi daz ü ein oben,/ daz wil ich ge ne alsô hân’“, V. 7184–7185). 81 de an e il mangen dâ, mê denne ûsen sp âchen: „jâ. ich wil da , ich wil da .“ alsô sp âchen sie ga . dâ on moh e ez nih geschehen: i deheine wolde sehen einen ande n da gân, und muosen ez alle lân. (V. 7135–7142) Diese Reak ion des A usho es e inne an die des Zwe gs Ju an im T üeben Be ge. Hie kann de Al e, wie zu o Daniel, die Si ua ion behe schen und die Gegne zu dem Ve hal en e üh en, das ihm en gegen komm . De Riesen a e is also die einzige Figu in Cluse, die als lis ig gel en kann.242 So wi d schon in de Rede des Bo en iesen am An ang des We kes gesag , dass e das Tie am Eingang Cluses mi lis he ges ell ha : „ein wazze liuze du ch daz ie daz ein lis da zuo be winge daz ez ein win da in b inge . dâ lî an g ôz meis e scha . ez hâ on lis en soliche k a .“ (V. 744–748) Abe sein Ve hal en wi d auch mi dem Beg i Zo n cha ak e isie als Folge des Schme zes au g und des Todes seine Söhne, was zu seine eigenen Niede lage bei äg . Als e im Ne z ge angen wi d, wi d explizi gesag , dass sein Ve hal en zo nig is : „dâ on wa sîn he ze e g eme ,/ daz was g imme unde isch“ (V. 7480– 7481). Das Ve häl nis zwischen de lis und dem Zo n in diese Episode wi d im lis - Exku s de inie : „ein man uo mi lis en daz/ daz ûsen nih en æ en,/ swie g ôze k a sie hæ en“ (V. 7490–7492). Ein Beispiel da ü is de Al e: „sô e mi lis en gienge,/ sô hæ e i k a ungenis “ (V. 7498–7499). Zusammen assend s elle ich es , dass es Episoden im Roman gib , in denen de Sieg du ch lis und ande e, in denen e mi els des Zo nes und de K a e eich wi d.243 Diese Gegenübe s ellung on ‚Zo n’ und ‚lis ’ wi d du ch Wo spiele 242 Im Fall Ma u s wi d besonde s be on , dass es seine Un e nun is , die ihm den Tod b ing : „e wolde deheine wi ze p legen,/ da umbe is e ô gelegen“ (V. 6057–6058). 243 Regina Pingel sieh die lis als ein angepass es Ve hal en (Pingel, 1994, S. 188). Sie in e p e ie nich die Einzel- und Massenkämp e als zwei e schiedene Teile, de eine du ch lis und de ande e du ch zo n cha ak e isie . De Zo n de A us i e sei auch ein angemessene A ek , weil e in eine causa ius a beg ünde is (im Gegensa z zum Zo n des Gegne s, de unübe leg is ), und 82 he o gehoben, indem de Au o mi de Doppeldeu igkei bes imm e Wö e ope ie . So kann zum Beispiel das Wo ka c sowohl ‚klug’ als auch ‚s a k’ bedeu en; die e s e mögliche Bedeu ung s eh in Ve bindung mi de lis , wäh end die zwei e dem Zo n zugeo dne is . Die ich ige Bedeu ung kann nu aus de Pe son e schlossen we den, die du ch das Adjek i besch ieben wi d und aus dem Kon ex , in dem das Wo s eh . Zum Beispiel wi d im T üeben Be ge de Zwe g als „g imme unde ka c“ (V. 1671) besch ieben. Wenn wi bedenken, dass de Zwe g du ch seine Dummhei cha ak e isie wi d, die zu seinem Tode üh , im Gegensa z zu de Klughei Daniels, müssen wi zu dem Schluss kommen, dass hie die ich ige Bedeu ung ‚s a k’ is . In den Ve sen 5200–5202 heiß es: „dâ was ha wide ha ,/ dâ was s a c wide s a c,/ dâ was ka c wide ka c“. Hie , im Rahmen de zwei en Schlach in Cluse, in de das Ve hal en de Figu en on Zo n bes imm is , sind die ich igen Bedeu ungen on ka c wiede S ä ke und Gewal . Das kann aus de Ta sache abgelei e we den, dass sie hin e zwei ande en Wö e n mi ähnliche Bedeu ung s ehen.244 3.3 Sehen-Sp echen / Nich sehen-Nich sp echen Diese Ein eilung des We kes in Episoden, in denen de Zo n o he sch , und ande e, in denen die lis dominie , üh zu eine wei e en Ein eilung. In de Episode on de G üenen Ouwe, als Daniel im Ne z Sandinoses ge angen is , wi d on ihm olgendes gesag : „e moh e nih mê gewegen/ wan diu ougen und die zungen,/ dô e sô wa be wungen“ (V. 4158–4160). Hie wi d deu lich, welche die zwei Komponen en de lis Daniels sind: E kann sich nich bewegen, abe sehen und sp echen. Deswegen is e ähig, die bed ohliche Si ua ion zu übe winden. Die olglich auch in Ve bindung mi de lis zu sehen (S. 252–276). Meine Meinung nach gib es keinen Beweis, den Zo n de Gegne und de A us i e au diese Weise zu un e scheiden. Mi Siche hei nimm de Au o keine lei e hische Bewe ung o . Ingebo g Hende son ih e sei s beme k auch die Gegenübe s ellung de lis Daniels mi den i a ionalen Ge ühlen in den indi iduellen Aben eue n ode in de Episode de Ve söhnung mi Danise, abe sie miss dem Zo n in den Schlach en keine besonde e Bedeu ung bei: „Im Gegensa z zu Bauchlosen- und G a en-A en iu e wi d die zo n-Thema ik hie jedoch nich an o mal ausgezeichne e S elle behandel , ielmeh is sie dem Dich e no wendiges Ing edienz in kämp e ische Auseinande se zung und wi d au alle K iegs eilnehme angewand , soga den König selbs “ (Hende son, 1976, S. 156–157). 244 Helmu Bi khan übe se z in diesen Ve sen das Wo ka c mi ‚Tücke’ (De S icke , 1992, S. 147). 83 lis Daniels be uh also au zwei Fähigkei en: dem Sehen und dem Sp echen. Das bedeu e , dass in denjenigen Teilen des Romans, in denen die lis im Vo de g und s eh , auch diese beiden Fähigkei en, ode mindes ens eine on ihnen, he o gehoben we den (das heiß , sie üh en ihn zum Sieg übe seine Feinde). 3.3.1 Sehen / Nich sehen Das Mo i des Sehens ode Nich sehens e schein o lau end im ganzen We k und wi d e schiedenen Figu en zugeo dne .245 Die Kommunika ion im Mi elal e bes eh haup sächlich aus eine Kommunika ion on Angesich zu Angesich . Hie s eh o allem das Sehen im Zen um des Kommunika ionsp ozesses.246 Im Allgemeinen kann abe gesag we den, dass Daniel bes imm e Sachen sehen kann (‚sehen’ nich nu im Sinne on physischem Sehen, sonde n auch on geis igem E kennen ode Ve s ehen), wäh end die ande en, seien sie Feinde ode F eunde, diese Fähigkei nich besi zen. Das e laub ihm, seine Gegne zu du chschauen und beg ünde seine Übe legenhei übe die ande en Roman igu en. Die In e p e a ion des Sehens nich nu in einem kö pe lichen, sonde n auch in einem geis igen Sinne wi d nich übe aschen: Sie en sp ich de mi elal e lichen Un e scheidung zwischen äuße en und inne en Sinnen, auch zwischen äuße en und inne en Augen, die schon in de An ike zu inden is und spä e on Augus inus au genommen wi d. In diesem Zusammenhang wi d im Mi elal e ‚Sehen’ nich nu in de Bedeu ung on physische Wah nehmung, sonde n auch in de Bedeu ung on ‚ e s ehen’, als in ellek uelle Wah nehmung, e wende .247 Als e s es Beispiel de besonde en Fähigkei Daniels, meh zu sehen als die ande en, kann die Episode om Lieh en B unnen dienen. Die Bewohne des Landes s e ben, wenn sie das Haup des Bauchlosen e blicken. Es is also ein selbs ze s ö isches Sehen, das zu ih em Tod üh . Im Gegen eil dazu e wende 245 Die g oße Bedeu ung de Sinnlichkei im Tex is nich s Neues. Die Fo schung, haupsächlich Wal e Lenschen, ha schon da au au me ksam gemach (Lenschen, 1996). Meine In e p e a ion geh abe in eine ganz ande e Rich ung. 246 Die Sinnlichkei , o allem das Sehen, is in den le z en Jah en Gegens and de mediä is ischen Fo schung gewo den. Ho s Wenzel olgend muss in eine Gesellscha wie de mi elal e lichen, in de die Sch i sp ache sekundä is , das Sehen und Hö en eine wich ige Rolle spielen, was sich auch in den li e a ischen Tex en e lek ie (Wenzel, 1995, hie S. 10). Übe dieses Thema gl. auch Haiko Wandho (Wandho , 1996, S. 54–56). 247 Dazu Gud um Schleusene -Eichholz (1985), S. 948–953, 965. Vgl. auch Ho s Wenzel (1995), S. 328. 84 Daniel den Spiegel und kann das Ungeheue p oblemlos anschauen: „Daniel in dem spiegel sach/ wâ e dâ lac mi ungehabe,/ und sluoc im ouch die han abe/ dâ e daz hoube inne hâ e“ (V. 2118–2121). Dem olg dann de Blick, de den Tod des bauchlosen Ungeheue s e u sach : „dû has diz hoube mangen ac allez hinden an gesehen. dû sol ez ouch unde n ougen spehen, wie ez dâ sî ge ân. desn wil ich dich nich e lân.“ daz hoube e im da bô unz e z gesach, dô lac e ô . (V. 2128–2134) Die ande en Bauchlosen hingegen können spä e nich sehen: und hâ en zuo ge wungen alle samen diu ougen (in was dâ nih ougen, de z hoube gesæhe o ne, e wæ e de e lo ne), [...] sie lie en alsô blinden. (V. 2138–2145) Als sie spä e sehen, üh sie dieses Sehen in den Tod, wie die Bewohne om Lieh en B unnen zu o : des begunden sie alle jehen, sie wolden umbe sich sehen. daz wa ouch i ungewin. Daniel s uon dâ o in und huop in daz hoube da unz daz sie es wu den gewa . (V. 2155–2160) In diesem Momen e ände sich die Lage und die Bewohne des Landes können wie Daniel wiede no mal sehen, auch im Sinne on e s ehen, ange angen beim G a en: „’jâ lâze ich iuch die wâ hei sehen,’/ sp ach Daniel on dem Blüenden Tal,/ ‚sich hâ e ende i schal’“ (V. 2216–2218). Im Kamp Daniels gegen den zwei en Riesen wi d be on , dass e den Riesen so g äl ig be ach e , was ihm die ich ige S a egie zu wählen e laub : „des nam e il guo e wa / unde hab e daz swe da “ (V. 2781–2782). Diese Fähigkei Daniels wi d manchmal auch ande en Figu en zugeo dne , wie in de e s en Schlach de 85 Fall is . Hie wi d de Bo en iese on den A us i e n geblende : Die Augen sind de einzige Be eich seines Kö pe s, de e wundba is . Die A us i e können ihn dagegen ganz genau sehen: sâ begunde ouch manic hel junc il balde gegen im îlen mi bogen und mi p îlen, de hâ en sie sich gewa ne da , und nâmen im de ougen wa . (V. 3160–3164) sie hâ en in gesunde schie e on den ougen. (V. 3168–3169) Deswegen kann e die Ri e nich e en, und olglich nich den Sieg e ingen: „daz liu im hindan wanc e,/ daz de slac nieman uo e“ (V. 3284–3285).248 Die Blindhei kann hie wö lich, abe auch im Sinne on ‚nich e s ehen’ in e p e ie we den: De Riese kann die lis de A us i e 249 wäh end des Gesp ächs nich ‚sehen’, nich e s ehen ode e kennen: „swe dâ gelogen hâ e,/ den e kan e e nih , e was blin “ (V. 3418–3419), „wand e de wâ hei nih ensach“ (V. 3404).250 In de Episode on de G üenen Ouwe kann auch de Ro e Mann sehen und beme k deswegen, dass de Ri e , de Sandinose ächen woll e, ihn be ügen will („als de sieche daz gesach/ daz e sîn wo nih e nam [...]“, V. 4618–4619). In diesem Sinne is e lis ig. Dank diese Fähigkei geling es ihm, die Bewohne des Landes de Eigenscha des Sehens zu be auben. E blende sie, wie es da o die A us i e mi dem Riesen ge an haben („e hiez in allen zuo de e den/ unde hiez in balde we den/ beidiu oup unde ump,/ da zuo blin unde k ump“, V. 4627– 4630). So me ken sie nich , dass Sandinose weggeh : „’dô e s al ich mich eine/ he ze disem s eine’“ (V. 4457–4458). Auch de He on de G üenen Ouwe ‚e blinde ’ du ch den Zaube des Ro en Mannes. E kann nich meh seine al en F eunde 248 Gawein ha e o he die Me aphe n ‚Tag’ und ‚Lich ’ benu z , um übe die zukün ige Blindhei des Riesen zu sp echen: „’sô âmen wi im de ougen./ wi machen im ougen/ beidiu daz lieh und den ac’“ (V. 867–869). 249 Sie sagen dem Riesen: „’nû bin ich doch mi di hie’“ (V. 3416). De Sa z kann zwei Bedeu ungen haben: En wede meinen sie, dass sie neben ihm s ehen, ode dass sie zum Hee Ma u s gehö en. De Riese e s eh diese le z e Bedeu ung, obwohl sie nich die ich ige is . 250 Das Mo i de Ze s ö ung ode Ve minde ung de Wah nehmungs ähigkei du ch Zo n ode zumindes du ch eine unkon ollie e Emo ion is häu ig in de mi elal e lichen Li e a u . Dazu siehe Judi h Klinge in bezug au den P osa-Lancelo (Klinge , 2001, S. 277). 86 e kennen ode besse gesag , seine Sehk a is ähnlich wie im Fall om Lieh en B unnen au e hängnis olle Weise ges ö : „’swelhen unse e gesach,/ möh e e den e g i en hân,/ e hæ e im den ô ge ân’“ (V. 2654–2656), „e is alsô e i e / daz e nieman gesih / wan dem ze s e bene geschih “ (V. 2658–2660). Im Gegensa z dazu konn e e o de Ankun des Ro en Mannes dank de me wîp sehen: „dannoch gap si im dâmi e ein salben sô eine, swe i ein il kleine s îche an sîn ougen, dem is daz nih ougen, e gesæhe des nah es alsô wol sô man des ages gesehen sol. de mac ouch diz ne ze sehen. dannoch is im baz geschehen: im wü den sîn ougen sô klâ daz e wol ein kleinez hâ in niuniu kunde gespal en. die salben hân ich gehal en.“ (V. 4316–4328) Um die Blindhei de Landesbe ölke ung auszud ücken, die de Ro e Mann im Land e u sach ha , wi d die Me aphe ac / nah e wende . Sandinose sag zu Daniel: „’unse ac is wo den ze eine nah ’“ (V. 4332), um zu zeigen, wie sich die F eude in ih em Land in T aue e wandel e. Abe dies kann auch in einem ande en Sinne e s anden we den und zwa in Bezug au die Möglichkei , agsübe zu sehen und die Unmöglichkei , es in de Nach zu können: F ühe he sch e sozusagen de Tag, heu e die Nach . Die einzige Pe son im Land, die noch sehen kann, is Sandinose. Sie kann nich gu hö en und deswegen wi d sie on den Wo en des Siechen nich e zaube . Dahe beme k sie, was de Ro e Mann mi ih en Landsleu en mach : „’dô ich sî genas und gesach/ daz sie sô ga e ô en/ die sîn ede gehô en’“ (V. 4454–4456). Ein wei e e Ri e wi d om Siechen en deck , weil e nich ‚sehen’ kann, das heiß , e e kenn nich die Absich des Ro en Mannes und weiß deswegen nich , wie e sich e hal en soll. Im Gegensa z zu ihm wi d Sandinose, obwohl sie o dem Siechen s eh , nich en deck : „’dô was ich geslichen da ,/ daz ich sîn gebæ de wol sach’“ (V. 4632–4633). Sie is eben alls lis ig, deswegen kann sie Daniel mi dem Ne z angen. Das Ne z is jedoch unsich ba ü die ande en: „daz was mi lis en sô gemach ,/ ez wæ e ac ode nah ,/ daz ez nieman ensach“ (V. 4129–4131), sowie 87 ü Daniel: „e sp ach: ‚wie is dem ne ze sô,/ ode wie is mi sô geschehen/ daz ich des nih mac gesehen?’“ (V. 4180–4182). Abe als Daniel in die Nähe des Siechen komm , ha e wiede die Fähigkei , ich ig zu sehen, wie die Wiede holung on Wö e n, die zu diesem Wo eld gehö en, zeig : „als Daniel gesach/ daz im dâ nieman zuo sp ach“ (V. 4759–4760), „sîn ouge im allez umbe gie/ und begunde il eben lâgen/ alles des sie p lâgen./ de selben gebæ de p lac ouch e “ (V. 4766– 4769). Dagegen kann de Sieche in dem Momen , in dem Daniel ihn ö e , seinen Ang ei e nich sehen: Daniel s eh hin e ihm. In de Episode de A usen üh ung kann de Riesen a e den König angen, weil e das Feld sieh : e sp ach: „ich muoz daz el sehen, ez mac ande s nih geschehen.“ nû ûm en sie ein s âze eh e nâch de mâze als e selbe o sp ach. (V. 6943–6947) E be ach e so g äl ig Pa zi als Bewegungen („des wa de al e dô gewa “, V. 7190), um ihn zu en üh en. Das Ve hal en des A usho es wi d dagegen du ch das Nich sehen ode Nich sehen-Wollen gep äg : „Sie ie en alle: ‚owê!/ wi gesehen den künic nieme mê!’“ (V. 6981–6982), „i deheine wolde sehen/ einen ande n da gân“ (V. 7140–7141). Spä e wi d die Ge angennahme des Riesen a e s du ch Daniel du ch die Un ähigkei des Al en e u sach , das Ne z zu sehen. E wi d explizi als ‚blind’ bezeichne (V. 7458, 7799). Nach dem Gesp äch mi Daniel und dem F iedensabkommen mi dem A usho bekomm e als Geschenk das Ne z und die Salbe, die es sich ba mach : E kann je z sehen und Daniels und A us’ Mo i e e s ehen, was ihn dazu beweg , on seinem Zo n abzulassen.251 Sandinose benu z hie wiede die Me aphe n Nach und Tag in Ve bindung mi Sehen und Nich sehen, als sie dem Al en e klä , was passie , wenn e sich die Salbe au die 251 Die Episode on A us’ En üh ung du ch den Riesen a e wi d du ch die häu ige E scheinung des Ve bs sehen gep äg . Am An ang de Szene, als de Al e au dem Fes e schein , sag e : „’ich will iuch ein spil lâzen sehen’“ (V. 6935). Die Möglichkei , das Feld zu sehen, e möglich es dem Al en, den König zu en üh en. Dies bewi k die olgende Äuße ung des A usho es: „[...] ’owê!/ wi gesehen den künic nieme mê!’“ (V. 6981–6982). Danach wi d gesag : „ il schie e sâhen sie daz/ daz e in den be c û uoc./ dô wa jâme s genuoc/ daz sie in da sâhen agen/ dâ sie hin nih moh en jagen“ (V. 7003–7006); „Dô de al e daz gesah“ (V. 7143). 88 Augen s eich : „’swie üebe ein nah wesen mac,/ si is iu als ein sume ac/ da an daz man sehen sol/ und schouwen ouch daz ne ze wol’“ (V. 7817–7820). Manchmal geschieh es, dass Daniel nich sehen kann. Zum Beispiel als e mi dem G a en om Lieh en B unnen zu G üenen Ouwe ei e , nehmen sie den alschen Weg, weil sie den ich igen nich sehen: nû e kê e ez sich zes un (das geschuo i gâhen und daz sie ouch nih gesâhen) daz sie den bu cwec e lu en und einen ande n e ku en. (V. 2376–2380) 3.3.2 Sp echen / Nich sp echen Daniels lis bes eh nich nu aus seine Fähigkei , meh als die ande en zu sehen, sonde n auch aus seine Fähigkei zu sp echen ode du ch die Sp ache zu ‚ e zaube n’, das heiß , e benu z die Sp ache, um seine Feinde zu beein lussen und zum Beispiel zu bewi ken, dass sie zo nig we den. Dami gleich sein Ve hal en dem ande e Figu en wie dem Siechen, de seine Op e du ch den Klang seine S imme e zaube . Diese Ve bindung zwischen lis und Rhe o ik wi d on Daniel am Ende des We kes be on : „’dem wîsen man zime wol/ daz e wizze waz e sage’“ (V. 7652–7653).252 Daniels Sp achmäch igkei zeig sich zunächs da in, dass e mi Doppeldeu igkei en spielen und Sp ache zu Manipula ion einse zen kann, wie im Fall de Gesp äche mi dem Bauchlosen ode mi dem zwei en Riesen. Diese Fähigkei besi z nich nu Daniel, sonde n sie wi d auch on den A us i e n in ih em Kamp mi dem Riesen bewiesen. Die Sp ache wi d hie e wende , um den Zo n de Gegne zu wecken. Im Gesp äch mi dem Bauchlosen mach Daniel deu lich, dass es F agen gib , au die zwei An wo en möglich sind, weil diese An wo en sich eigen lich au dasselbe Ding beziehen (das heiß , die An wo kann au eine Weise ode au die ande e o mulie we den). Hie beziehen sich die zwei möglichen An wo en Daniels („daz bin ich“ ode „Daniel“) au die F age: „’we is dâ o de po en?’“ (V. 2028) au 252 Auch im lis -Exku s wi d die Abwesenhei de lis mi de unsinnigen Rede e bunden: „de eh e guo e lis e kan,/ ez sî om und ê e./ ez hazze mange sê e/ daz man le ne guo iu dinc/ und sp iche als ein snü inc,/ man müge zuo il kunnen“ (V. 7506–7511). 89 dieselbe Pe son. Daniel e kenn dies und gib genau die An wo , die das Ungeheue nich e wa e (das heiß , „daz bin ich“ und nich „Daniel“), was dieses wü end mach . Abe Daniels An wo is keine Lüge, sonde n nu eine indi ek e An wo , die ü bedeu ungslos gehal en wi d („’ich e nam nie ede sô lôse’“, V. 2054). Dasselbe geschieh , als de Bauchlose ihn wiede nach seinem Namen ag und e an wo e : „’ich heize sam mich de pha e hiez/ dô e mich in den ou s iez./ mîn geslah e ich di wol gesagen kan:/ mîn a e was mîne muo e man’“ (V. 2047– 2050). E was Ähnliches geschieh im Gesp äch mi dem zwei en Riesen am Eingang on Cluse. De Riese ag Daniel: „wa e sô wolde gâhen“ (V. 2754). Daniel an wo e : „’du ch den be c in daz lan ’“ (V. 2756). Dami ge ä auch de Riese in Zo n und geh zu Daniel, um ihn umzub ingen. In de e s en Schlach , im Gesp äch zwischen dem Bo en iesen und den A us i e n, is die Anwo de A us i e doppeldeu ig. Sie e wenden Sä ze, die zwei mögliche Bedeu ungen haben: „’lâ s ân, waz wîzes û mi ?/ nû bin ich doch hie mi di ’“ (V. 3415–3416). Die A us i e s ehen neben dem Riesen, abe diese e s eh , dass sie zu seine Sei e, das heiß , zum Ma u shee , gehö en.253 E is in diesem Sinne blind: „swe dâ gelogen hâ e,/ den e kan e e nih , e was blin “ (V. 3418–3419), „du ch die ede e wande / daz e dâ nieman ze b ach,/ wand e de wâ hei nih ensach/ und geloub e sich des ga “ (V. 3402–3405). Die Wö e können also zwei mögliche Bedeu ungen haben und sowohl Daniel als auch die A us i e können das ‚sehen’, abe de Riese is dazu nich ähig: E kann sich nich o s ellen, dass es eine wei e e Bedeu ung geben könn e. Abe e kann seh wohl hö en. Es wi d dahe wiede hol , dass e do hin geh , wo e Lä m hö : „de ise zo nlîche sch ei / dâ e hô e daz ge ei “ (V. 3269–3270), „nû lie e in alles nâch,/ swâ e daz ged enge e nam“ (V. 3208–3209). Diese zwei Begebenhei en, das Nich sehen und das Hö en, üh en auch zu seine Ve wi ung du ch die Rede de A us i e . E is abe un ähig zu sp echen: Von ihm wi d nich gesag , dass e sp ich , sonde n dass e Lä m mi de S imme mach . Diese Un ähigkei des Riesen wi d noch s ä ke be on , als sein Schweigen als Euphemismus ü seinen Tod in e p e ie wi d: „und ouch hô en den schal/ den e mach e mi de s imme,/ und sâhen wie in dâ mi g imme/ he Daniel gesweig e“ (V. 3828–3831). Die Fähigkei Daniels, mi Sp ache zu ‚ e zaube n’, zeig sich auch, wenn e lüg . Im T üeben Be ge lüg Daniel den Zwe g an. E sag ihm, dass die Dame be ei is , 253 Siehe Anm. 249. 96 Daniel kann nich nu mi els de Wah nehmung o aussagen, was geschehen wi d: Die g ündliche Be ach ung de Zeichen e laub ihm, die ich ige En scheidung zu e en, wie in dem Momen , in dem e nach dem Ab ei en on A usho in Cluse ankomm : „nû sach e he unde da / und wa schie e gewa / daz e du ch den be c solde,/ ob e in daz lan wolde“ (V. 1037–1040). Dies s eh auch in Ve bindung mi seine Fähigkei , zwei e schiedene Handlungsmöglichkei en zu sehen. Im Dialog mi dem Bauchlosen Ungeheue zum Beispiel ag de Bauchlose Daniel, wie e heiße. De Bauchlose e wa e , dass Daniel seinen Namen nenn und nich „’ich heize sam mich de pha e hiez’“ (V. 2047) an wo e .264 Es gib dennoch mindes ens zwei mögliche An wo en au die F age, abe e ha die ande e nich o ausgesehen. Daniel, im Gegen eil, ha nich nu beide Möglichkei en e kann , sonde n auch die zukün ige Reak ion des Gegne s o ausgesehen, nämlich, dass e in Zo n ge a en wi d, wenn e nich die e wa e e An wo e häl .265 Daniels Fähigkei , zwei Handlungsmöglichkei en zu sehen, i noch deu liche he o in seinen Monologen und in den Dialogen mi e schiedenen Damen. De Held ha imme zwei Handlungsmöglichkei en o sich und e muss eine wählen. Die Monologe und Dialoge haben mi dem Abwägen on zwei Möglichkei en zu un und mi de Fähigkei o auszusehen, was spä e geschehen kann, um die ich ige Op ion zu wählen.266 In diesen Fällen e schein die Sp ache als ein Mi el, zu eine En scheidung zu kommen. Diese A des Sp echens i also in Ve bindung mi de lis und beding Daniels Übe legenhei übe die ande en Figu en. De 264 Siehe S. 87–88. 265 Diese Fähigkei i seh deu lich im P a en Amis zu age: Als Amis mi dem Bischo sp ich , e wa e diese om Helden eine bes imm e An wo und kann die ande e Möglichkei nich o aussehen. Wie Ba ba a Haup sag , „wîshei und lis lassen sich inhal lich om Tex he posi i als Vo aussich on E eignissen, geis ige Flexibili ä , Vo ausplanung on Handlungen in bes imm en sozialen Kons ella ionen und Einsich in die In e essen de e schiedenen gesellscha lichen G uppen bes immen“ (Haup , 1978, S. 69). Auße dem is eine Ve bindung zwischen de Doppeldeu igkei de Wö e und diese Fähigkei Daniels zu beobach en: Die Bedeu ung, die einem Wo zugeo dne wi d, häng on de Absich des Sp eche s ab und es is diese Absich de Ande en, die Daniel sehen kann, abe seine Gegne nich . 266 Übe die Anwesenhei meh e e Möglichkei en in den Monologen Daniels, zwischen denen e wählen kann, und Daniels Fähigkei zu Vo ausplanung siehe auch Johanna Reisel (1986), S. 28–40. Reisel ha die S uk u de Monologe mi ih em Sys em on Al e na i en mi de Me hode de Scholas ik zusammengeb ach , haupsächlich mi dem ‚Sic e Non’ Abaela ds. Regina Pingel ha gezeig , dass dies ein e b ei e es Mus e is (Pingel, 1992, S. 165). Dazu auch Volke Honemann (1996), S. 227–228. 97 P ozess de Einigung kann sowohl mi den ande en als auch (im Fall de Monologe) in eine Figu 267 s a inden. Die lis als Abwägen on zwei Möglichkei en wi d im lis -Exku s explizi de inie . Nach dem Lob de lis gegenübe dem Zo n wi d gesag : waz sol ein sô ge âne man de wede guo noch übel kan? ez is bezze des umen muo , kan e übel unde guo . e lê e in die beidiu wol, waz e mîden unde uon sol. (V. 7543–7548) lis is also die Fähigkei , Gu und Böse zu e kennen und zwischen ihnen zu wählen,268 obwohl das Gu e und das Böse im Fall Daniels keine na ü lichen G ößen, sonde n ins umen ell zu e s ehen sind: Nu was ü den Helden gu ode schlech is , zähl . Zwei Möglichkei en zu handeln s ehen imme zu Ve ügung und Daniel wähl diejenige, die zunächs übe aschend e schein , on de e abe o ausgesehen ha , dass sie ihn besse zu dem on ihm gewünsch en Ziel b ingen kann. Dies is eine Fähigkei , die ande e Figu en nich besi zen. Zum Beispiel, als Daniel gegen den Riesen am Eingang on Cluse kämp , kann de Riese die Möglichkei nich sehen, dass e s e ben könn e. E is nu ähig, eine Handlungsmöglichkei zu sehen: „nû enwa de ise nie/ on deheinem wâ en wun ./ on diu was im nih kun / ob e sich solde hüe en“ (V. 2770–2773). Die Folge da on is sein Zo n, de demnach in Ve bindung mi diese Un ähigkei s eh : „e begunde o zo ne wüe en,/ e gedâh e nih an sînen al“ (V. 2774–2775). Auch 267 Inwie e n ein Einigungsp ozess in den Monologen s a inde , wi d on Edwa d J. Milowicki und R. Rawdon Wilson e klä : „[…] a di ided consciousness, a spli awa eness s uc u ed as an inne deba e be ween oppossed alues, can be mos adequa ely analyzed as a con lic o oices, no me ely as a single oice speaking in a gumen , wi hin he cha ac e “ (Milowicki / Wilson, 1995, S. 223). 268 Dazu Die e Ka schoke (1988), S. 178–179. Vgl mi Thomasin in dem Wälschen Gas : „Râ iô bescheiden sol/ waz s ê übel ode wol,/ und sol enphelhen swaz is guo “ (V. 8827–8829) und mi de De ini ion de p uden ia des Alanus ab Insulis: „dum uga mali e elec ioni boni. U a umque ideo apponi u , quia non su ici bona e mala a se in icem di ide e, sed e iam bona ab in icem e mala ab in icem, id es bona a melio ibus e minus bonis, e mala a peio ibus el minus malis. Nec su ici is a disce ne e nisi sequa u boni elec io e mali aspe na io“ (Pe e Ochsenbein, 1975, S. 80). Die Fo schung ha in diesem Sinne die Au assung de lis , die in den We ken des S icke s e schein , mi de dominikanischen p uden ia zusammengeb ach (Eh ha d Ag icola, 1955), obwohl dies einige P obleme au weis , o allem ch onologische (S ephen L. Wailes, 1977; Regina Pingel, 1994, S. 152–160). Auch k i isch mi de p uden ia-These Wol gang Spiewok (1964), o allem S. 125. 98 de Zwe g Ju an is on seinem Sieg übe zeug und kann nich an eine mögliche Niede lage denken: „’des enwolde ich nih e sch ecken,/ noch dan ge ûwe e ich mîne k a ,/ ich wü de an im wol sigeha ’“ (V. 1576–1578).269 Die Sp ache is bei den ande en nich nu die U sache on Ve wi ung (wie oben un e 3.3 e klä wu de), sonde n auch das Elemen , das das disku si e Denken e möglich : Sie kann zu Ve wi ung ode zu Klä ung üh en. Diese zwei Sei en de Sp ache sind auch e schiedene Aspek e de lis , die die Fähigkei des Lis igen und die Un ähigkei de ande en Figu en zeigen. Die ich ige Ve wendung de Sp ache des Lis igen wi d im Dialog mi dem Riesen a e ausged ück : dem wîsen man zime wol daz e wizze waz e sage. sp æche e ie und zweinzic age daz bes e daz ie man gesp ach, wæ e ein wo da unde swach, daz gema k e man baz ûsen s un denn allez daz daz e ze eh e sp æche. (V. 7652–7659) Abe die lis Daniels be uh nich nu au de Möglichkei , in die Zukun zu sehen, also die Konsequenzen des Handelns ode Redens zu e kennen, sonde n auch au de Fähigkei , e was zu denken, wo au die ande en nich kommen, das sie nich sehen können. Diese Fähigkei g ünde auch hie au de Opposi ion on Sehen und Nich sehen. Zum Beispiel nach dem Dialog mi de Dame om T üeben Be ge denk Daniel ü sich: „nû denke ich bœslîche: swie lange ich s ille læge und mînes gemaches p læge, sô kunde nih on mi geschehen daz man mi möh e gejehen deheine ümekei e. waz ob ich gea bei e ze disen zî en sô wol daz ez mich ieme hel en sol! mac abe des nih e gân, sô is mi bezze ge ân, als ez mi nû gewan is 269 Dieselbe Si ua ion inden wi , als de Bo en iese den Tod seines B ude s e äh und klag : „[…] ‚owê! wie hân ich dich/ sus wunde lîche e lo n?’“ (V. 2926–2927). E besch eib den Tod seines B ude s als wunde lîch, sel sam, e konn e also diese Möglichkei des Todes nich o he sehen. 99 daz ich den lîp in ku ze is ümeclîche û gebe denn ich mi schanden ieme lebe.“ (V. 1370–1384) E nenn abe de Dame einen ande en G und, ih zu hel en: „’ ouwe, iuwe ungemach/ müeje mich und iuwe nô ’“ (V. 1386–1387). De Sa z „des lîbes e sich bewac und sp ach“ (V. 1385) kennzeichne den Übe gang zwischen zwei un e schiedlichen Si ua ionen: Daniel denk e was, sag abe e was ande es. Dies ma kie den Monolog als einen inne en. Die Monologe als Da s ellungs o m des Denkens zeigen die Inne lichkei de Figu , die die ande en nich kennen, was auch kons i u i ü seine Da s ellung als lis ige Held is . Es gib ach inne e Monologe Daniels im ganzen Tex . De e s e Monolog bes imm das Momen , in dem Daniel sich en scheide , heimlich nach Cluse zu ei en (V. 1002–1017). In diesem e s en Monolog wäg Daniel nich zwischen zwei Möglichkei en de Handlung ab. Doch dies geschieh gleich da au , als Daniel übe leg , ob e gegen den Riesen kämp en soll ode nich (V. 1056–1110) und e am Ende beschließ , doch zu kämp en: „ich wü de ge ne gesehen an dem schaden und in ê en ê ich hinnen welle kê en sunde s î und âne schaden, da zuo mi schanden dâ beladen. ich alle ode ich wil in ellen.“ (V. 1092–1097) E kann diese En scheidung dann abe nich in die Ta umse zen, weil die Dame om T üeben Be ge au i . Im Aben eue om T üeben Be ge übe leg Daniel, ob e zue s gegen den Riesen an e en ode die Dame anhö en soll. E en scheide sich ü die le z e Möglichkei : „Sô wæ e ich de swaches man de i e s namen ie gewan, sî ein ouwe ge uoche daz si gnâde suoche sô jæme lîche zuo mi , ge i e ich ieme on i , ichn gehô e doch i ungemach.“ (V. 1165–1171) 100 Im Monolog de Ve se 1354–1384 denk Daniel zue s an die Möglichkei , auszu ei en und wede gegen den Riesen zu kämp en noch de F au zu hel en; danach abe sag e , dass e liebe s e ben wolle, als seine ê e zu e lie en: „sô is mi bezze ge ân, als ez mi nû gewan is daz ich den lîp in ku ze is ümeclîche û gebe denn ich mi schanden ieme lebe.“ (V. 1380–1384) Nach dem Sieg am Lieh en B unnen handel de Monolog om Kon lik , ob e den Medusenkop des bauchlosen Ungeheue s behal en soll ode nich ; e en scheide sich ü die le z e Möglichkei : „’dû bis on dem î el komen,/ de müeze dîn ouch wal en:/ ich wil dich nih behal en’“ (V. 2200–2202). Spä e , in de G üenen Ouwe, übe leg Daniel, ob e au den G a en om Lieh en B unnen wa en ode nach Cluse ah en soll, um gegen den Riesen zu kämp en (V. 2702– 2746): „ez is bezze daz ich î e, swenn ich do ges î e, daz ich wide he komen. mîn ligen is hie dehein omen. belîbe ich lenge umb ein hâ , sô weiz ich ü wâ , ich e sûme mich do und hie!“ (V. 2729–2735) Be o e on Cluse zu G üenen Ouwe ei e , um nach dem G a en zu suchen, läss sich wiede deu lich beobach en, wie Daniel die zwei möglichen E eignisse schon o ausgesehen ha : e dâh e, als im was geslah , e wolde hin ze dem be ge aben, ob e de s ein wæ e û gehaben, daz e i e nâch sînem gesellen, de du ch sîn baldez ellen dâ on im gescheiden wa ; wæ e abe diu s âze noch bespa , daz e he wide i e. (V. 3924–3931)270 270 Obwohl Daniel p inzipiell die einzige Figu is , de en inne e Rede e zähl wi d, gib es eine Ausnahme: Die Dame on Lieh en B unnen wäg auch zwei Zukun smöglichkei en in einem 101 Auch in den Dialogen inde sich ein solches Abwägen zweie Möglichkei en. In demjenigen zwischen Daniel und de Dame om T üeben Be ge bi e sie ihn um Hil e. Daniel weige sich an angs, dann sag sie ihm, dass e den Riesen nich besiegen könne und e zähl ihm on dem Unglück, das de Zwe g Ju an ih e u sach habe. Sie üg dann hinzu, dass e das Schwe Ju ans e hal en könne, wenn e ihn besiege. E en scheide sich da au hin, zue s gegen den Zwe g zu kämp en: „’ich wil gewisselîche ô / du ch iuwe unschulde ligen/ ode dem we c angesigen’“ (V. 1388–1390). Im Aben eue om Lieh en B unnen üh Daniel auch ein Gesp äch mi de Dame. Daniel weige sich eben alls am An ang, ih zu hel en. Sie e wide , dass e dadu ch g oßen Ruhm e eichen könne. E bi e sie, ihm ih e Schwie igkei en zu e zählen und die Dame be ich e on ih em P oblem mi den Bauchlosen. Daniel en scheide sich: „’ich gewinne iu wide iuwe n man,/ ode ich e liuse den lîp’“ (V. 1968–1969). Spä e olg de Dialog zwischen Sandinose und Daniel au de G üenen Ouwe. Sandinose e zähl Daniel, was in ih em Land geschehen is . Sie gib ihm d ei Al e na i en: E kann den Siechen ö en, selbs s e ben ode sie umb ingen. Daniel en scheide : „ich hân il schie e e wel , ich iche iuch an dem siechen man. ob abe ich daz nih ge uon kan, sô muoz mîn bluo zuo dem bade ê ich iu ze dem lîbe ih schade.“ (V. 4564–4568) Dann e schieb sich das P oblem au die lis , die e anwenden kann: E sag , dass e sich die Oh en e s op en und danach den Siechen mi dem Schwe ö en we de, doch die Dame an wo e , dass das nich unk ionie en we de. Da bi e e sie um Ra und sie e zähl ihm, was dem ande en Ri e , de mi e s op en Oh en zum Siechen gegangen is , geschehen is . Daniel e wide , dass e einen Ve such inne en Monolog ab (V. 2341–2350): Die Möglichkei , dass Daniels Tap e kei seinen Mann in Schwie igkei en b ing und die Möglichkei , dass sie alle P obleme ge ade dank Daniels Tap e kei übe winden können. In diesem Fall sag de E zähle auße dem explizi , dass sie zwei gegensei ige Gedanken ha : „zwên gedanke si dô gewan“ (V. 2340). In gewissem Sinne kann auch die Dame in die Zukun sehen: Sie an izipie die zukün igen P obleme ih es Mannes, obwohl diese nich du ch Daniels Tap e kei e u sach we den, sonde n du ch die eigene Impulsi i ä des G a en. 102 un e nehmen we de. Sandinose sag ihm da au hin, dass sie ihn liebe leben lassen und sie sich selbe ö en wolle: „’wa umbe wolde i iuwe n lîp geben?/ iuwe leben is nü ze denn daz mîn’“ (V. 4688–4689). Abe Daniel akzep ie das nich : „’ê ich noch hiu e wi de e slagen,/ ich e suoche allez daz ich kan’“ (V. 4720–4721). Eine ande e Modali ä s ell de Dialog da , de den F ieden e möglich . Zum Beispiel de Dialog zwischen A us und Ma u s Ri e nach dem Sieg übe Cluse, mi dem die Ve söhnung on beiden Teilen e eich wi d. A us e klä , dass e Cluse nich angeg i en hä e, wenn e nich zu o on Ma u he ausge o de we den wä e: „’ich wæ e ge ne dâ heime beliben/ und wa undankes he ge iben’“ (V. 5855–5856). E e kenn , dass e Leid e u sach ha , abe e is auch be ei , dieses Leid in F eude umzuwandeln: „swaz ich iu ze leide hân ge ân, des wil ich iuch e ge zen und wil iuch sô ô gese zen daz i alle müeze jehen daz iu wol sî geschehen.“ (V. 5870–5874) Ma u s Ri e sind zu ieden mi de E klä ungen des Königs: „diu ede ge iel in ha e wol“ (V. 5875). E was Ähnliches passie in den Dialogen Danises mi den Ri e n ih es Landes und mi A us. Danise beklag und bewein den Tod ih es Mannes. Die Ri e e suchen, sie zu übe zeugen, dass sie ih e Klage au geben und sich mi A us e söhnen solle, sons we de sie alles e lie en. Sie weige sich abe g undsä zlich: „’de min e leides geschih / diu mac wol weinen unde klagen:/ mi is de iu s e he e e slagen/ den diu we l ie gewan’“ (V. 5970–5973). Dann zeigen ih die Ri e , dass Ma u schuldig am Kamp gegen B i annien is . Dies übe zeug Danise und sie gib nach (V. 6040–6052). Am Ende des Gesp ächs wiede hol sie: „’swaz i nû uo , daz lâze ich sîn’“ (V. 6128). Dami is de Kon lik gelös . Danach geh A us zu Danise, um auch mi ih ein Gesp äch zu üh en. Sie heiß ihn willkommen und beginn da au hin zu weinen. A us e klä ih , dass e ih Leid e s ehe, e eidig abe seine Handlung: Ma u habe ihn du ch sein Ve hal en gezwungen, ihn zu ö en. A us bi e sie um Ve gebung und e siche ih , dass e sie wiede glücklich machen we de. So is Danise in de Lage, A us’ Ve hal en zu e s ehen: „si wa des ôs es sô ô/ dô si e nam daz in diu nô / wanc û i he en ô “ (V. 6194–6196). 103 Das zwei e Gesp äch zwischen A us und Danise handel on de Ehe zwischen ih und Daniel. A us sag , dass e ih Daniel als Ehemann geben wolle. Sie mach sich abe So gen, weil es eine Schande sein könn e, so schnell nach dem Tod ih es Mannes wiede zu hei a en. A us benu z das olgende A gumen , um sie zu übe zeugen: „sô ez iu allez daz æ e daz iu deheines guo es gan, iuwe mâge und iuwe man, sie sîn eigen ode î, waz las e s wæ e dâ bî?” (V. 6314–6318) Sie is mi de E klä ung des Königs zu ieden und willig ein. Im Dialog mi dem Riesen a e , nachdem diese mi Sandinoses Ne z ge angen wu de, d oh Daniel zue s , A us’ En üh e zu ö en (V. 7606–7611). De Al e an wo e : „’ich s i be ge ne denne ich lebe’“ (V. 7621). Nun wi d im Ve lau des Dialogs die ganze Si ua ion e klä : Daniel wi dem Al en o , Ma u alsch be a en zu haben. De Tod seine beiden Söhne sei in Selbs e eidigung geschehen (V. 7676-7723). De Al e e klä , dass e mi de En scheidung Ma u s nich s zu un gehab habe und beschließ da au hin, seinen Zo n au zugeben: „’ich wil lâzen mînen zo n/ sî ich die süne hân e lo n/ on mînes he en schulden’“ (V. 7765– 7767). E inde Daniels E klä ung übe zeugend und kann den G und e s ehen, wa um e seine Kinde umgeb ach ha . Daniel gib dann seinen Wunsch au , den Al en zu ö en. Nach dem Gesp äch bekomm de Al e das Ne z und die Salbe und be ei A us und Pa zi al. Die Sp ache wi d also ins umen ell eingese z , um den F ieden in Cluse zu e eichen. Eine ande e A on Dialog sind die Ra sszenen zwischen A us und seinen Ri e n. De e s e Ra inde nach de He aus o de ung des Riesen s a („Dô nam de künic A ûs/ die wîsen alle dâ ze hûs/ und gienc mi den ze â e“, V. 811–813). Wäh end in den üb igen Ra sepisoden imme Daniel die Lösung inde , is es hie zunächs Gawein. Abe die lis , die e gegen den Riesen anzuwenden o schläg , unk ionie spä e nich .271 Nach dem Sieg in de e s en Schlach , olg eine zwei e Ra szene, in de wiede zwei Möglichkei en des Handelns abgewäg we den: „dô gie 271 In diese Episode zeig auch A us die Fähigkei , übe zwei Möglichkei en des Handelns nachzudenken, als e dem Bo en iesen sag : „’sind alsô g ôz alle/ in dem lande sô dû bis ,/ sô sp iche ich ande s, wizze K is ,/ denne ich noch ge ede habe’“ (V. 500–503). 104 de künic ze â e,/ wede in bezze wæ e daz sie bi en/ ode ü sich in daz lan i en“ (V. 3862–3864). Hie inde Daniel die bes e Lösung, nämlich zu wa en und nich nach Cluse hineinzu ei en. Am Ende de zwei en Schlach inde wiede ein Ra s a (V. 5273 .) und auch nach de ie en Schlach : „des nah es il spâ e/ gie de künic A ûs ze â e/ waz in daz bes e wæ e“ (V. 5715–5717). Daniel schläg hie eine neue lis o , die den endgül igen Sieg in Cluse e möglich : Das Ve s op en de Oh en, um das Sch eien des Tie s nich zu hö en. Nach dem Sieg wiede hol sich die Ra szene („De künic A ûs gie ze â e/ mi allen die e hâ e/ on B i anîe da b âh “, V. 6203–6205) und de Vo schlag Gaweins is , dass Daniel die Königin hei a e , was die ande en un e s ü zen (V. 6244–6247). Im Gegen eil zu A us nimm Ma u den Ra seine Ri e nich an, wie de Riesen a e Daniel am Ende des We kes e kenn , und e schiedene Aussagen lassen ihn als einen au o i ä en König e scheinen (zum Beispiel: „[...] die des ages solden/ und u nie en wolden,/ als in de künic Ma û gebô “, V. 3075–3077).272 Seine eigenen Ri e behaup en o Danise, dass Ma u und iele ande en Ri e nich o wä en, wenn e ih en Ra be olg hä e. Danise an wo e da au : „’sô wil ich âhen niuwe si e’“ (V. 6110). Mi den Monologen und Dialogen geschieh dasselbe wie in den schon o he ausge üh en Punk en (Zo n / lis und Sehen-Sp echen / Nich sehen- Nich sp echen): Die Episoden des Romans sind je nach Dominanz des einen ode des ande en Poles eine bes imm en binä en Opposi ion zuzuo dnen. In bes imm en Teilen des Tex es gib es also Figu en ede (Monolog ode Dialog), wäh end das ich ige Sp echen und die Figu en ede in ande en Teilen (wäh end de Schlach en) keine Rolle spielen. Man ed Eikelmann sp ich in diesem Sinne on de „sp achlosen Gewal de Schlach en“ und de „Nega ion sp achliche Ve s ändigung du ch die Gewal de Schlach en“:273 272 Ma u als A us’ ‚An ipode’ is ein Thema, das on Elke Mülle -Ukena (1985, S. 38–41) behandel wu de. Ih e Bezeichnung A us’ als „Rex Humilis“ (S. 38) im Gegensa z zu Ma u is aglich: A us’ Ve hal en wi d e spo e , wie in de Episode de En üh ung gezeig wi d, ode es wi d übe seine Tugenden i onisie . Zum Beispiel als e den Riesen belüg , obwohl seine Wah ha igkei zu o e wähn wu de. Ma u is auße dem nich so ‚böse’, e wi d on seinen Un e gebenen ü ‚gu ’ gehal en. 273 Man ed Eikelmann (1989). Die Abwesenhei on Figu en ede wäh end de Schlach en s eh auch eilweise in Ve bindung mi de Mischung on Ga ungen. Wie Klaus Za loukal e klä ha , is 105 dâ wa beidiu an wu und g uoz mi den swe en gegeben. (V. 3504–3505) dâ enwas dehein schel en. swie lü zel man dâ e uoc, diz was doch wunde s genuoc, swaz eine des ande n engal , daz e n mi wo en nih enschal ; e schal en abe mi dem swe e. (V. 3520–3525) dâ wa nih il gekla e , ez wa allez mi slegen gescha e und mi ku zen wo en. (V. 5527–5529) e sluoc sie du ch die hiu e swelhe im dâ wide i en, daz sie beidiu e mi en daz sie sich nih en âchen noch nieme kein wo gesp âchen. (V. 5592–5596) den alle he es en g uoz den ie dehein man mê gebô , den gap man, daz was de ô . (V. 5662–5664) Hie gib es nich meh zwei Möglichkei en des Handelns, zwischen denen abzuwägen wä e. Im Gegen eil: Al e na i e Möglichkei en e en zusammen ein. Zwischen ihnen muss nich meh gewähl we den: „ez wæ e di e ode de / de dâ ge iel, e was e lo n“ (V. 3086–3087); „e wæ e junc ode al ,/ e wæ e swach ode s a c,/ e wæ e mil e ode ka c [...]“ (V. 5248–5250). Die Fähigkei de En scheidung zwischen zwei Möglichkei en wi d du ch das impulsi e Ve hal en des Zo ns au gehoben. So de Bo en iese: „swem e des nih wolde uon,/ den nam e bî dem beine,/ e wæ e g ôs ode kleine“ (V. 3192–3194); „e wæ e s a k ode swach,/ daz im de ücke enzwei b ach“ (V. 3343–3344); „Swaz man dem bide ben uo ,/ ez sî übel ode guo ,/ daz gil e ge ne zwî al “ (V. 5145–5147); „swe im quam ze handen,/ hinden ode o ne,/ de was de e lo ne“ (V. 5096–5098). die „gedach e Allein ede“ ein ypisches Elemen des hö ischen Romans, das abe Ga ungen wie de chanson de ges e ode dem An iken Roman emd is (Za loukal, 1981, S. 299–300). 112 an wo e au die F age „We sieh ?“, sie is nach Mieke Bal mi dem Visuellen e bunden: „[...] whene e e en s a e p esen ed, hey a e always p esen ed om wi hin a ce ain ‚ ision’“.288 Im Roman übe nimm de E zähle eine pe sonale E zählpe spek i e; das heiß , es wi d e zähl , was eine bes imm e Pe son sieh . Daniel kann in bes imm en Episoden sehen und diese Episoden sind no male weise diejenigen, die aus Daniels Pe spek i e e zähl we den.289 In Ve bindung dami we den die e schiedenen Fokalisie ungsins anzen, die im Daniel zu inden sind, no male weise du ch die häu ige E scheinung des Ve bs sehen signalisie .290 Es gib also Episoden, die du ch die Pe spek i e bes imm e Figu en ( o allem de Daniels) gep äg sind, insbesonde e die indi iduellen Aben eue . Daniels Pe spek i e e schein o allem in zwei Si ua ionen, die mi Bewegung zu un haben, seh deu lich: Eine sei s, wenn e in Bewegung is und sich einem Pla z nähe und ande e sei s, wenn e s ehen bleib und ande e Pe sonen zu ihm kommen. Zum Beispiel: Nachdem e heimlich den A usho e lassen ha und nach Cluse geh , wi d Daniels Pe spek i e o ges ell , indem seine Bewegungen besch ieben we den: im was il liebe geschehen daz im daz lan sô nâhe . mi lîze e ü sich gâhe , e en saz kein ungemach, unz daz e daz loch gesach. (V. 1042–1046) wenige s eng und hal en uns an das Minimalk i e ium on Roland Ba hes, de alle dings nich on in e ne Fokalisie ung, sonde n om pe sonalen Modus de E zählung sp ich . Dieses K i e ium besag , daß es möglich sein muß, das be e ende na a i e Segmen in de e s en Pe son wiede zugeben (wenn es nich ohnehin schon in ih gesch ieben is ), ohne daß diese Ände ung eine ande e Modi ika ion de Rede bewi k als eben den Wechsel de g amma ischen P onomen’“ (Gé a d Gene e, 1998, S. 136–138). 288 Mieke Bal (1997), S. 142. Gé a d Genne e ha Bal wegen eine zu s engen Ve bindung de Fokalisie ung mi dem Visuellen k i isie (Gene e, 1998, S. 241–244). Meine Un e suchung un e scheide sich in diesem Aspek on de le z en A bei übe Fokalisie ung im hö ischen Roman, de jenigen on Ge Hübne (Hübne , 2003). Die S udie Ch is ophe Youngs übe die Pe spek i e im Willehalm nähe sich seine sei s meh den Ideen Bals (Young, 2000). 289 Es gib o zdem Ausnahmen: Wie spä e e klä wi d, sind Episoden im Roman zu inden, in denen bes imm e Figu en nich ‚sehen’ (auch im Sinne on ‚ e s ehen’) können und die o zdem aus de Pe spek i e diese Figu en e zähl we den. 290 Diese Ve bindung zwischen dem Sehen und de E zählung s eh mi de Ta sache in Ve bindung, dass die isuelle Wah nehmung in den Besch eibungen de mi elal e lichen Tex e eine wich ige Rolle spiel (Haiko Wandho , 1996, S. 170). Dies bedeu e , dass o „au de Handlungsebene Augenzeugen eingeschal e we den, die das Geschilde e mi eigenen Augen begu ach en und o mals wiede in Handlung übe üh en“ (S. 191). 113 Im T üeben Be ge wi d am An ang aus de Pe spek i e de Dame e zähl : „Die gebæ de sach ein ouwe ga “ (V. 1115). Abe danach wi d wiede Daniels Pe spek i e be ich e , als e sich de Bu g nähe : gegen in quam gegangen wol sehzic junc ouwen. ouch mac man dâ wunde schouwen, [...] die dehein man mê e û deheinem hûse gesach. (V. 1430–1439) Das Momen de Bewegung is spä e wiede zu inden, abe je z is Daniel de Anlau punk und es is de Zwe g, de zu ihm komm : „Daz we ge sach e do he gân“ (V. 1513). Es wi d auch da ges ell , was e denk : sie zeig en im willigen muo , da zuo we c alsô guo daz e sich schie e bewac, geleb e e ieme den ac, e gedien e die he be ge ode e s ü be on dem we ge. (V. 1485–1490) Als Daniel o den Augen des ganzen Ho es gegen den Zwe g kämp , inden wi dagegen eine kollek i e Pe spek i e o . Sie wi d mi dem Wunsch Daniels einge üh , de Gesellscha seine ‚Ta en’ zu zeigen: „’[...] i wel ez gesehen./ swes i mich danne hœ e jehen,/ des sul i alles sîn ge ei ’“ (V. 1501–1503), „e wolde kemp en an daz we c/ und ouch il i e lîchiu we c/ des ages lâzen schouwen“ (V. 1495–1497). Das heiß , die ganze Gemeinscha is je z diejenige, die sieh . Diese Fokalisie ungsins anz wi d du ch das unpe sönliche P onomen man bes imm : „Die po e sach man û ge ân“ (V. 1621), „daz iu lieh unde ô / sach man on den helmen sp ingen“ (V. 1648–1649).291 Obwohl nich e wähn wi d, we guck , is es deu lich, dass man sich au die Kollek i i ä bezieh . Zum Beispiel, wenn gesag wi d: „man beslôz daz bu c o “ (V. 1629) ode „dô en slôz man û die po en“ (V. 1738), muss dieses man jemanden om Ho bezeichnen. De E zähle sp ich auch explizi übe die Augenzeugen des Kamp es („dô wa ein sô ge âne s î / daz sie des alle 291 Auch die Pe spek i e des Zwe gs wi d in die E zählweise mi eingeschlossen: „dô sach e zuo im gân/ Danielen on dem Blüenden Tal“ (V. 1622–1623). 114 jâhen/ die ez hô en unde sâhen,/ i dewede möh e genesen“, V. 1640–1643), soga übe ih e Ge ühle („sie wunsch en dem we ge/ des alles alle gelîche“, V. 1654– 1655) und nie wi d übe e was be ich e , das die Pe sonen, die anwesend wa en, nich sehen könn en. Als sich Daniel dem Lieh en B unnen nähe , wi d wiede aus de Pe spek i e Daniels e zähl . Hie wi d auch die Rolle de Bewegung in de Da s ellung de Pe spek i e deu lich: Als e on de bu c begunde aben, dô sach e o im haben wol ie zic junc ouwen. dô in die begunden schouwen, sie e beiz en nide an daz g as. diu i alle ouwe was, de giengen sie alle samen nâch. gegen Danielen wa in gâch. sie klag en unde wein en. e sach daz sie in mein en. (V. 1787–1796) Wäh end des Kamp es gegen die Bauchlosen is Daniel die Fokalisie ungsins anz: Diese Deu ung is die einzig mögliche, weil die ande en Figu en nich sehen können. Wi e ah en, was Daniel in dem Spiegel sieh . In diesem P ozess wi d wiede die Rolle de Bewegung deu lich (Daniel bleib s ehen, wäh end de Bauchlose zu ihm geh ): Daniel in dem spiegel sach wie e sîn dinc ane ienc, und wâ e do he gienc, wie e daz hoube ü sich bô . [...] daz sach e in dem spiegel wol. (V. 2086–2095) Daniel in dem spiegel sach wâ e dâ lac mi ungehabe, und sluoc im ouch die han abe. (V. 2118–2120) Am Ende diese Episode begegnen wi eine Ausnahme in diese as pe manen en Domminanz on Daniels Pe spek i e: Wi e ah en du ch einen Monolog de Dame, was sie denk (V. 2341–2350). Ih e Rede wi d du ch „si dâh e“ (V. 2341) einge üh . Es is e iden , dass sie keine ö en liche Rede häl . Daniel kann 115 demnach den Inhal dieses Monologs nich kennen, o allem, weil e und de G a schon weg sind. Nach dem Monolog wi d wei e übe die Dame gesp ochen („diu ouwe ei wide hein [...]“, V. 2351 .). E s im Ve s 2361 wi d Daniel wiede e wähn . In de Fah Daniels und des G a en zu G üenen Ouwe bes eh wiede die Pe spek i e beide : dâ was geslagen ein zel o dem be c an einem g ase. dâ was de schœnes e wase den ieman kunde inden. û eine g üenen linden was dâ schœne ogelgesanc. da unde ein schœne b unne ensp anc, lû e und ouch eine. ein oc on ma mels eine gezie e ûz de mâzen wol de s uon da unde des wazze s ol. (V. 2398–2408) In diese Besch eibung is zu beobach en, wie die Au me ksamkei on einem Elemen de Landscha zum ande en übe geh , in dem Sinne, dass alle diese besch iebenen Elemen e au einande bezogen we den.292 Diese O dnung in de Da s ellung de Landscha en sp ich dem p og essi en P ozess des Sehens beide Figu en, wäh end sie sich au den Pla z zubegeben. Als sie neben dem Zel s ehen, sag Daniel zum G a en: „’ich wil gewisselîche sehen/ waz in dem gezel e sî’“ (V. 2414–2415), was einen Wechsel hin zu Pe spek i e Daniels ma kie . Das Inne e des Zel es wi d deu lich du ch Daniels Fokalisie ung besch ieben: in daz gezel gie e zehan und an da inne wîp noch man. swaz man abe genennen kan des man ezzen und inken sol, des s uon ein a el dâ ol. he Daniel sach umbe sich. (V. 2418–2423) Es we den soga Daniels Gedanken e wähn : „daz gezel was sô wunneclich/ gemâl und gesch iben/ daz e dâ ge ne wæ e beliben/ unz e enbizzen wæ e“ (V. 2424–2427). 292 Ma hias Meye (2004), S. 263. 116 Dann olg die Pe spek i e des G a en, die wiede du ch das Ve b sehen einge üh wi d: „nû sach de g â e î en/ einen i e übe daz el “ (V. 2444–2445) und gleich danach die beide : „unz Daniel sîn geselle/ ûz dem gezel e gegie,/ dô an e e [de He on de G üenen Ouwe] ü sie/ und uo e einen man ge angen“ (V. 2452–2455). Als de G a e schwunden is , wi d logische weise nu aus Daniels Pe spek i e be ich e : „dô sach man einen bach sô g ôz/ innen ûz dem s eine/ daz de be c al gemeine/ on dem wazze wa ol“ (V. 2500–2503), „nû muose e wide î en/ dâ e die linden gesach“ (V. 2544–2545), „nû an e spîse genuoc/ û de a el in dem gezel e“ (V. 2556–2557). Obwohl im e s en Beispiel das unpe sönliche P onomen man o komm , is es deu lich mi de Fokalisie ungsins anz ‚Daniel’ iden i izie ba : E is in diesem Momen allein und gleich danach e schein das P onomen e in einem Sa z, de Daniels Gedankengänge ausd ück : „e iesch nie nih wunde s mê“ (V. 2508). E was spä e we den wiede seine Gedanken besch ieben: „e n wes e wede im ein heil/ nâhe e ode ein ungemach/ dô e sie he komen sach“ (V. 2608–2610). Als die ie Ri e au e en, wi d die Bewegung de Ri e au ihn zu aus seine unbeweg en Pe spek i e be ich e : dô sach e ie junge man gegen dem gezel e komen. die hâ en û sich genomen leisch, b ô unde wîn. swaz spîse solde sîn de einen künic genuog e, ob e sich sô ge uog e daz e dâ ezzen solde, swes e danne wolde, des b âh en sie mi in ein eil. [...] dô e sie he komen sach. (V. 2598–2610) Spä e wi d die Pe spek i e du ch Daniels Bewegung zu ihnen hin bes imm , in de auch das ‚Sehen’ ( e nemen) eine wich ige Rolle spiel : ze sînem osse e hin gie, [...] und ei an sîne gewa hei . unz sie im sô nâhe quâmen daz sie ez wol e nâmen. (V. 2611–2616) 117 Hie is de p og essi e P ozess on Daniels Wah nehmung zu beobach en, on dem Momen an, wo e die ie Männe sieh , bis e bei ihnen ankomm . Als sie das Zel be e en, sieh Daniel als äuße e Ins anz, was sie machen: nû sie da in quâmen, die spîse sie alle nâmen on de a elen ga unde saz en dise da die sie da b âh en mi in. (V. 2621-2625) Als Daniel sich Cluse nähe und zum Riesen geh , wi d wiede aus seine Pe spek i e be ich e : „Nû saz de ise abe do ./ diz was sîn ê s ez wo ,/ dô Daniel begunde nâhen,/ wa e sô wolde gâhen“ (V. 2751–2754). Spä e kommen die A us i e , was den Übe gang zu eine kollek i en Pe spek i e ma kie : „nû wâ en sîne gesellen d î/ zuo ge i en alsô bî/ daz sie sâhen den slac,/ und de ise dannoch lebende lac“ (V. 2849–2852), „sie begunden as e gâhen/ dâ sie die linden sâhen/ und ouch daz guldîn ie “ (V. 2895–2897). Diese is die Pe spek i e, aus de dann meis ens wäh end de e s en Schlach e zähl wi d. Sie wi d nu in wenigen Momen en un e b ochen, zue s on de Da s ellung de Pe spek i e des Riesen. Diese Fokalisie ungsins anz i deu lich he o , weil de Riese als le z e hin e dem Hee he ei e : „dô e nâch in î en solde/ ze hinde s an de scha e,/ alle ê s wa e gewa e,/ daz sîn b uode was e slagen“ (V. 2920–2923). Die kollek i e Pe pek i e wi d du ch das P onomen ‚sie’ ma kie : „zehan sâhen sie komen/ den künic Ma û ge i en./ de hâ e ein os übe sch i en,/ daz in nâch sînem willen uoc“ (V. 2992–2995), „nû sâhen sie da nâch jagen/ ein küneclîche scha / zwei ûsen i e wol ga “ (V. 3072–3074), „dô sâhen sie do he aben/ den isen, de den be c beslôz“ (V. 3148–3149).293 Es gib noch eine wei e e Ausnahme on de kollek i en Pe spek i e und zwa wi d in einem bes imm en Momen besch ieben, was Daniel am ande en Ende des Feldes mach (V. 3348 .). Es wi d be on , dass die ande en A us i e ihn nich sehen können: „daz in dehein sîn geselle sach,/ de im ze hil e wæ e komen“ (V. 3380–3381). Das heiß , sie können in diesem Fall nich diejenigen sein, die sehen. Wi inden hie o , was Gene e die „null-Fokalisie ung“ nenn : Die Geschich e is 293 Sie wi d deu lich, als Kei gegen den Riesen kämp und sag : „’nû wil ich iuch selbe lâzen sehen/ daz ich in wol eine ge a bes ân’“ (V. 3262–3263). Die olgende Szene wi d also on de Pe spek i e de Leu e gep äg , die anwesend sind und Keis Kamp gegen den Riesen sehen. 118 nich meh in Daniel (ode in eine ande en bes imm en Figu ) okalisie , sonde n in e was Unbes imm en. Ab diesem Momen komm seh o die Fo m man sach o : il mangen man dâ oben sach de doch il eh e sinnic was. (V. 3434–3435) dâ moh e man hœ en unde sehen michel b ogen unde gel en. (V. 3518–3519) dâ sach man allen ô en und unge üege sch ô en helm unde halspe c. man sach dâ manlîchiu we c an mange ie e wunden. sie oug en daz sie kunden i e lîche gebâ en. (V. 3765–3771) Dies bedeu e , wie gesag , eine unbes imm e Fokalisie ungsins anz, die de E zähle , de Lese sein kann ode soga jemand, de an den Schlach en eilnimm .294 Als de Riese ge ö e wi d, is wiede das P onomen sie zu inden: Nû was de künic und die d î da komen alsô bî daz sie sâhen des isen al und ouch hô en den schal den e mach e mi de s imme, und sâhen wie in dâ mi g imme he Daniel gesweig e. (V. 3825–3831) Nach de Schlach , als Daniel Cluse e läss und allein in die G üene Ouwe ei e , wi d, wie im Fall de ande en Aben eue , aus Daniels Pe spek i e e zähl : daz hâ e de ise ge ân, de hâ e ü den wec e lân einen il micheln s ein. daz enwes e i dehein, unz ez Daniel gesach. (V. 3951–3955) 294 Ch is ophe Young e wähn die man-sach-Kons uk ion als ein ypisches Me kmal de Schilde ung de Schlach en im Willehalm. Sie e laube, sowohl den E zählenden als auch den Zuhö enden in die Handlung mi einzubeziehen (Young, 2000, S. 159). 119 De Weg zu G üenen Ouwe wi d auch deu lich in Daniel okalisie wiede gegeben. Die Ankun im Land wi d du ch Daniels Bewegungsablau bes imm . E nimm die Elemen e de Szene allmählich wah : ê daz e quæme da , dô wa e gewa daz daz wazze nih he ûz lôz dâmi e man den be c beslôz. unz e begunde nâhen, dô sach e in he gâhen de in on sînem gesellen schie . (V. 4011–4017) De olgende Kamp zwischen Daniel und dem He n on de G üenen Ouwe wi d eilweise on außen besch ieben. Wi inden hie eine ‚Null-Fokalisie ung’ o . Es wi d besch ieben, was beide Kämp e machen und soga , was beide denken („daz i dewede nie gewan/ sô g ôze nô on einem man“, V. 4033–4034). Es we den auch Sach e hal e e wähn , die Daniel e s spä e e äh , wie die Ta sache, dass de He on de G üenen Ouwe eine magische Hau äg . Die Ge ühle Daniels we den eben alls besch ieben: Dô Daniel wa innen daz e sîn nih gewinnen mi dem swe e kunde, des o h e e daz diu s unde e enden wolde sîn leben. (V. 4049–4053) Nachdem Daniel Sandinose begegne , wi d wiede aus seine Pe spek i e be ich e , die auch hie am deu lichs en is , als e sich beweg und zwa als e zum Siechen geh : „e gie mi uoge da in/ unde quam zehan hin/ dâ e die guo en i e sach“ (V. 4739–4741).295 Die olgende Besch eibung wi d auch aus Daniels Pe spek i e e zähl : „nû gie de sieche do he ,/ [...] Ze eine bü enen gie e s ân/ und hiez sie alle da gân./ dô lie en sie balde hin“ (V. 4770–4775). Die nächs en Schlach en we den on de einlei ende Besch eibung man sach gep äg : „die on de Ta el unden,/ des küniges A ûs ge e en,/ die sach man ü sich he en“ (V. 5228–5230), „Daniele on dem Blüenden Tal/ dem sach man olgen du daz wal“ (V. 5405–5406), „dô sach man sie zesemen komen“ (V. 5478), „dâ sach 295 In diese Episode we den Sach e hal e e wähn , die Daniel nich sehen und olglich nich kennen kann, zum Beispiel, dass es ein unsich ba es Ne z gib . 120 man nide îsen/ beidiu os unde man“ (V. 5516–5517), „des moh e man wunde sehen/ an dem künige A ûse“ (V. 5612–5613), obwohl manchmal auch das P onomen sie o komm : „sie sâhen do gâhende komen/ zwei ûsen i e wol ga “ (V. 5030–5031), „dâ nâch sâhen sie die scha / il balde gegen in gâhen“ (V. 5384– 5385). Hie we den haup sächlich die Ta en de A us i e besch ieben. Es wä e im P inzip möglich zu denken, dass diese Besch eibung de Sich de Ri e Ma u s en sp ich . Abe es wi d nich aus ih e Pe spek i e e zähl , denn de E zähle sp ich zum Beispiel o on den îanden, wenn e die Männe on Cluse mein (V. 5487, 5500, 5556...) und sag , dass A us’ Männe manlîch kämp en (V. 5484). Sieh man dies im Zusammenhang mi de Ta sache, dass die Handlung meh e e Ri e besch ieben wi d ode dass die Si ua ion on e schiedenen Pe sonen gleichzei ig besch ieben wi d („e wæ e junc ode al ,/ e wæ e swach ode s a c [...]“, V. 5248 .; „dâ wa gewunnen und e lo n“, V. 5400; „dô sach man sie zeseman komen/ dô sie û ein ande ges âchen,/ unz daz diu spe ze b âchen“, V. 5478– 5479), so läss sich e kennen, dass die Fokalisie ungins anz nich eine einzige Pe son sein kann, die an den Schlach en eilnimm : Eine einzige Pe son kann keinen Übe blick übe das ganze Feld haben. Das Schlach eld e schein hie als ein g oßes Szena ium, dass on außen be ach e wi d. Die Da s ellung de Ri e als eine A Schauspiele , die on außen be ach e we den, wi d anhand einige Ausd ücke deu lich: „e e des ages dicke schîn“ (V. 5086). Beim Fes wi d wiede aus de unpe sönlichen E zählpe spek i e be ich e : „man sach do bî de künigîn/ ün hunde junc ouwen s ân“ (V. 6528–6529), „man sach sie kleide an agen“ (V. 6564), „in dem gewande man sie sach [...]“ (V. 6576), „man sach dâ niene deheine“ (V. 6580), „dô wa gesehen und gehœ e / ku zewîle unde spil“ (V. 6868–6869), „dô man die liu e alle sach/ mi öuden be angen“ (V. 6902–6903). Die Fokalisie ungsins anz bleib unbes imm , sie kann sowohl de E zähle sein, de auße halb s eh , als auch die Gesellscha im Allgemeinen ode eine Pe son, die am Fes eilnimm . A us’ En üh ung wi d deu lich in de Gesellscha okalisie und zwa komm hie das P onomen sie o : „ il schie e sâhen sie daz/ daz e in den be c û uoc“ (V. 7002–7003), „daz sie in da sâhen agen“ (V. 7005), „diz sâhen sie alle samen an“ (V. 7037). Im Gegensa z zum Fes , gib es einen einzigen Punk , au den alle Figu en ih e Au me ksamkei ich en und de on allen sich ba is . Diese Pe spek i e, in de keine bes imm e Figu okalisie wi d, is die, die auch im Ka l zu inden is . Die Schlach en we den auch hie on außen besch ieben. Es 121 wi d die Fo mulie ung man sach e wende : „da man si mi schanden ligen sach“ (V. 5184), „daz man in ô en allen sach“ (V. 5288), „dô sach man slac und wide slac/ dô sach man zo n wide zo ne“ (V. 7402–7403). Im Rolandslied komm dagegen diese Fo mulie ung sel en o . Wo im Ka l zum Beispiel gesag wi d: „Oli ie den heiden s ach,/ daz man in ô en allen sach“ (V. 5287–5288), e schein im Rolandslied de olgende Sa z: „Oli ie du ch den haiden s ach./ zuo de e den e in wa “ (V. 4265–4266), und wo im Ka l „man sach si in dem bluo e sweben“ (V. 5499) zu inden is , s eh im Rolandslied „die go e muosen in dem bluo e hin liezen“ (V. 4472).296 Zusammen assend läss sich es s ellen, dass die Da s ellung de E zählpe spek i e im Roman on den o he igen Binä en Opposi ionen abhängig is : Die Aben eue , in denen Daniel allein handel und auch ‚sieh ’, we den o allem du ch Daniels Pe spek i e bes imm . In Schlach en und im Fes dagegen, die on de Gesellscha shandlung gep äg sind, is eine kollek i e ode unbes imm e Pe spek i e zu inden. Wi haben also gesehen, dass bes imm e Gegesa zspaa e im Tex e a bei e sind (Einzelhandlung / Gesellscha shandlung, lis / Zo n, Sehen-Sp echen / Nich sehen-Nich sp echen, Monolog-Dialog / kein Monolog-Dialog, Pe spek i e des Einzelnen / Pe spek i e de Gesellscha ). Jede Beg i is sowohl mi seinem Gegen eil, als auch mi den ande en Beg i spaa en seman isch und logisch e bunden. Jedoch is die Teilung in Opposi ionen, wie schon e klä wu de, nich s eng zu e s ehen: Obwohl die Opposi ion Einzelhandlung / Gesellscha shandlung zu Opposi ion lis / Zo n üh , auch nich in allen Szenen, in denen die Gesellscha im Zen um s eh , de Zo n au (in den Schlach en wi d zum Beispiel auch mi lis gegen den Riesen o gegangen) und de Dialog e schein manchmal (in den Ra szenen) als ein gemeinscha liches Handeln. Daniels Ve hal en in den indi uellen Aben eue n wi d du ch lis gekennzeichne , abe es gib auch Ausnahmen, in denen e mi Zo n eagie . 296 Eine Ausnahme wä en die olgende Ve se: „man sach dâ iu b inne,/ sam de wal alle b ünne“ (V. 6207–6208). Im Ka l e schein auch die Fo mulie ung man sach in den en sp echenden Ve sen: „man sach daz iu dâ sp ingen/ on i slegen mi g ôze k a “ (V. 7326–7327). 128 Abe neben diese objek i en Zei gib es auch eine subjek i e Zei . Die pe sönliche Wah nehmung de Zei wi d schon am An ang des Daniel deu lich. Als de A usho beschlossen ha , eine Woche zu wa en, um nach Cluse zu gehen, wi d übe Daniel gesag : „nû hâ e e ein gesellen/ den sîn baldez ellen/ sô sê e de e e wanc/ daz in diu woche dûh e ze lanc“ (V. 991–994). Und nachdem Daniel den A usho e lassen ha , wi d gesag : des âbendes dô ez nah wa und e de slâ nih mê e sach, des muose e scha en sîn gemach. daz gemach lei e âne danc, in gedûh e nie kein nah sô lanc. (V. 1018–1022) Daniel muss in beiden Fällen wa en. E kann nich ak i sein und die Zei e geh subjek i seh langsam ü ihn. Auch in bezug au ande e Figu en gil die pe sönliche E ah ung de Zei . Als de He on de G üenen Ouwe mi einem ge angenen Ri e e schein , sag de E zähle : dô an e e ü sie und uo e einen man ge angen. den moh e de zî e belangen, du ch daz e o im lac übe daz os als ein sac. (V. 2454–2458) Das heiß , de Ri e is bewuss los und deswegen gib es ü ihn keine Zei . In diesen Zi a en e scheinen die objek i e und die subjek i e Zei als ge enn e Ins anzen. Abe in den indi iduellen Aben eue n Daniels geh de E zähle einen Sch i wei e und Daniels subjek i e E ah ung de Zei beein luss , wie noch zu zeigen sein wi d, den Ve lau de objek i en Zei . Dami komme ich zu de These, dass die e schiedenen objek i en Zei en des Romans im Ve häl nis zu Pe spek i e, die in einem bes imm en Teil des Tex es o he sch , e klä we den können. Die Anwesenhei meh e e Pe spek i en üh zu P äsenz un e schiedliche Wah nehmungen de Zei in den e schiedenen Episoden. Es gib also Episoden, in denen die objek i e Zei du ch Daniels pe sönliche Wah nehmung de Zei bes imm wi d. Die subjek i e Zei häng , wie gesag , on jede Pe son ab, jedoch un e lieg sie bes imm e Regeln. Es is nu möglich, om Vo handensein eine subjek i en Zei zu sp echen, wenn die Pe son die gegenwä ige Si ua ion on einem zukün igen 129 E eignis bes immen läss . Sons is sie sich de Daue des gegenwä igen E eignisses nich bewuss . Sowohl das Wa en als auch die Ans engung sind Zus ände, „in denen das Bewuß sein on de Daue spon an in E scheinung i . In beiden Fällen is es die Folge eine Unzu iedenhei . Demnach en s eh das ein achs e Ge ühl de Daue aus eine F us a ion zei lichen U sp ungs: Eine sei s e scha uns de gegenwä ige Momen nich die E üllung unse e Wünsche, ande e sei s e weis e uns au eine Be iedigung in de Zukun (die Beendigung des Wa ens, des begonnenen Ak es)“.312 Uwe Rube g un e scheide in diesem Sinne zwischen zwei A en on Zei , die im A us oman häu ig e scheinen: de „ ägen“ und de „ o de nden“ Zei .313 Die äge Zei en sp ich de Ungeduld, das heiß , dem Wunsch, „die objek i gegebene Daue des zei lichen Ve innens“ zu e kü zen.314 Die o de nde Zei (ode de die Zei e üllende Vo wä sd ang) häng dagegen on de eigenen Tä igkei des Ri e s ab: E wa e nich au ein bes imm es E eignis, e is imme begie ig zu handeln, so dass e die ganze Zei ak i is . Sein Ve hal en g ünde nich in de Idee, die Zei zu e zöge n ode zu beschleunigen, sonde n im Wunsch die Daue de un e nommenen Ak i i ä en zu e kü zen und keine Zei zu e lie en: „De Ri e möch e das Ve s eichen de Zei wede e langsamen noch beschleunigen; sein S eben is da au ge ich e , mi de e s eichenden Zei o anzusch ei en, mi ih Sch i zu hal en“.315 Diese beiden Ve hal ensweisen können bes imm e subjek i e E ah ungen de Zei e klä en. Ve schiedene psychologische Un e suchungen haben gezeig , dass die Einschä zung de Zei als langsame ode schnelle eilweise on de passi en ode ak i en Hal ung zu eine Si ua ion abhäng .316 Das subjek i e Zei emp inden wi d e länge , wenn man zum Beispiel au e was wa e .317 Die Zei e schein als ein Hinde nis, das man übe winden will. Hie ühl man Langeweile. Is man hingegen ak i , emp inde man die Zei als ku z. Sie e geh schnell und man langweil sich nich .318 312 Paul F aisse (1985), S. 205. 313 Uwe Rube g (1965), S. 167–169. 314 Ebda., S. 168. 315 Ebda., S. 169. 316 Ähnlich Holge Nol ze (1995), S. 112–113. De Au sa z on Nol ze un e such den Ve s 17,26 des Pa zi al („bî den dûh in diu wîle lanc“) un e diesem Gesich spunk (Nol ze, S. 113–114). 317 Paul F aisse (1985), S. 203–208. 318 Paul F aisse e wähn die E gebnisse eine Un e suchung aus den d eißige Jah en, in de man beweisen konn e, dass die Einschä zung de Zei on de Schwie igkei de Tä igkei abhäng , die 130 In Daniels Fall wi d sein subjek i es Emp inden de Zei on zwei Punk en bes imm , die di ek mi einande e bunden sind: Eine sei s die Exis enz eines bes imm en Ziels in de Zukun , das e so schnell wie möglich e eichen will (nach Cluse zu gehen, um zu kämp en), was e u sach , dass e imme in Eile is . Ande e sei s das Abwägen on Handlungsmöglichkei en in den Monologen, das, indem e dieses Ziel imme o Augen ha , zu eine En scheidung üh . Wie be ei s Hedda Rago zky beme k e, ge ä Daniel „in eine Reihe [...] scheinba ausweglose Si ua ionen, die e meis e , indem e so g äl ig Al e na i en im Hinblick au den Zweck seines Handelns abwäg “.319 Dieses Abwägen üh zu Daniels Fähigkei , in die Zukun zu sehen: E is ähig, indem e ein bes imm es Ziel imme o Augen ha , zwei zukün ige mögliche E eignisse o auszusehen und zwischen ihnen zu en scheiden, was du ch die Ve wendung des Ve bs wellen ausged ück wi d. Dieses Ve b implizie auße dem, dass die Zukun schon in de Gegenwa anwesend is .320 Alle diese Ta sachen bes immen Daniels subjek i e E ah ung de Zei : In bes imm en Episoden bes eh eine o de nde, schnelle Zei , die im Gegensa z zu langsamen Zei s eh , die im Zel in de G üenen Ouwe zu inden is . Das E s aunliche hie is , dass diese subjek i e Zei die objek i e Zei echnung beein luss und das Au hal en eine in die Zukun o ien ie en Zei in den Aben eue n Daniels e u sach . Nach de He aus o de ung des Riesen wi d die Weige ung Daniels e wähn , sieben Tage in B i annien zu wa en. E is in Eile, weil e so schnell wie möglich in Cluse sein will (V. 991 .). Als e do ankomm , en al e e in einem Monolog zwei Handlungsmöglichkei en: Gegen den Riesen zu kämp en ode nich . E en scheide sich zu kämp en (V. 1110). In diesem Momen abe e schein die Jung au om T üeben Be ge und e kann das, was e zu o noch woll e, nich meh du ch üh en. E is o zdem in Eile, weil e imme noch gegen den Riesen kämp en will: „e un e nommen wi d: Zwischen e schiedenen Au gaben, die dieselbe Zei b auchen, sieh diejenige kü ze aus, die schwie ige is (F aisse, 1985, S. 224). 319 Hedda Rago zky (1977), S. 192. 320 Man könn e beim E scheinen des Ve bs wellen on eine A ‚P olepse’ sp echen, die nach Gene e so besch ieben wi d: „jedes na a i e Manö e , das da in bes eh , ein spä e es E eignis im o aus zu e zählen ode zu e ozie en“ (Gé a d Gene e, 1998, S. 25). Wenn wi wiede den e s en Monolog be ach en, sehen wi , dass Daniel e s ens ausd ück , was e machen will (nämlich nach Cluse zu gehen) und ein bisschen spä e e ah en wi , dass dies wi klich geschieh : „des mo gens il uo/ ei e sîne slâ zuo/ und ei dem huo slage nâch“ (V. 1023–1025). De Monolog ha also die Funk ion de An izipa ion eines zukün igen E eignisses (siehe Kapi el III.3.4.1). Die Zei , die hie da ges ell wi d, is eine subjek i e Zei e ah ung Daniels, abe auch ü den Lese wi d die Zei knappe : E weiß schon, was geschehen wi d. 131 wolde balde sîn ge i en/ und mi dem isen hân ges i en“ (V. 1139–1140). De Kamp gegen den Riesen wi d dami zu Daniels Ziel, das sein Ve hal en bis zu Rückkeh nach Cluse bes imm . E beginn dann einen Monolog, in dem e die zwei Möglichkei en zu handeln, die e ha (gegen den Riesen zu kämp en ode de F au zu hel en), gegeneinande abwäg . Schließlich beschließ e , die Dame anzuhö en (V. 1159–1164). Seine Eile wi d auch am Ende de Episode deu lich, indem e sich o z de Bi en de F au weige , länge im T üeben Be ge zu bleiben (V. 1765–1779). Nach dem Ab ei en aus dem T üeben Be ge begegne e de Dame om Lieh en B unnen und ih e Beglei ung. Auch hie d ück Daniel seine Eile aus, nach Cluse zu gehen: „’ich hân an g ôze a bei / gekê e und genende ./ daz hân ich nih olende ,/ dâ muoz ich hin kê en’“ (V. 1844–1847). Schließlich en schließ e sich dazu, de Dame zu hel en und ei e mi ih . Diese Weg wi d on de Eile und de olgenden Geschwindigkei gep äg : „und bi en dâ nih mê e/ und i en dannen schie e“ (V. 1972–1973). In spä e en Momen en, wie im Ve s 2017 du ch das Ve b gâhen ode im Ve s 2020 („nû ei e un e d ozzen“), wi d auch Daniels Eile be on . Nach dem Tod de Bauchlosen d ück e wiede seine Eile aus, so schnell wie möglich nach Cluse zu gehen: „’ich muoz eine e e nâch jagen/ de ich e e nâch ge olge hân./ daz ich die sô lange hân e lân,/ daz is mi ungemach’“ (V. 2312– 2315). Dasselbe geschieh , nachdem e die Bauchlosen besieg ha und zum G a en geh : „dô île e e zuo de bu c in/ balde gegen dem o ne“ (V. 2208–2209). In den Episoden om T üeben Be ge und Lieh en B unnen is somi eine o de nde Zei zu inden, die on Daniels auße gewöhnliche Ak i i ä gep äg is . De Weg in Beglei ung des G a en wi d gleich alls on Eile gep äg : „die i en ü sich balde“ (V. 2363), „nû gâh en sie du ch i gemach“ (V. 2370), „daz geschuo i gâhen“ (V. 2377). Abe die Eile ha hie ande e Eigenscha en als in ande en Episoden: Daniel und de G a sind müde („in e diu müede ha e wê“, V. 2372) und sie wollen so schnell wie möglich einen bes imm en O e eichen, um sich do aus uhen zu können („und wæ en ouch wol da komen/ dâ si in wæ e benomen./ daz was dem g â en wol kun “, V. 2373–2375). Ih e Eile, sowie die Ta sache, dass sie wegen de Dunkelhei de Nach nich sehen können, wi k sich im Gegensa z zum o he igen Ve hal en so aus, dass sie sich e i en und einen ande en Weg nehmen. Sie können nich so schnell wie möglich ih Ziel e eichen (V. 2376–2380). Hie gib es also im Gegensa z zu den o he igen Episoden keinen auße gewöhnlichen Ve lau de objek i en Zei . Dies kann du ch die Ta sache 132 e klä we den, dass Daniel nich allein is , was das E scheinen eine subjek i en Zei e hinde . Nach dem Ve schwinden des G a en in de G üenen Ouwe bleib Daniel am Zel und wäg zwei Möglichkei en ab: Wa en ode o gehen. Da e sich nich en scheiden kann („ein wîle wolde e î en/ und abe danne bî en“, V. 2689–2690), ge ä die Geschich e ins S ocken. Hie begegne man de sogenann en ‚ äge’ Zei : E is un ähig zu handeln, gleichzei ig abe möch e e , dass de Tag des Kamp es in Cluse komm und is ungeduldig. Die Bewegungslosigkei wi d im Wo scha z de Szene deu lich: „gebei “ (V. 2698), „bî en“ (V. 2585, 2690), „gelac“ (V. 2692), „belîben“ (V. 2703). E wa e au die Zukun , abe e kann diese Zukun nich zu Gegenwa machen: Die Zei wi d langsame im Ve gleich zu den o he igen Episoden.321 Diese Ve länge ung, die im Rahmen de e zähl en Zei s a inde , ha auch ih e En sp echung in de E zählzei : Das E zählen de E eignisse im T üeben Be ge und im Lieh en B unnen, die in nu an eineinhalb Tagen s a inden, benö ig 1245 Ve se (V. 1115–2360); das E zählen de E eignisse im Zel dagegen nu 867 (V. 2544–2746), obwohl Daniel sechs Tage do e weil . Diese Ein eilung de E zählzei zeig deu lich seine Passi i ä am Zel gegenübe de Ak i i ä s ülle de e s en Episoden. Am el en Tag beschließ e endlich, nach Cluse zu gehen: „’ich enda nih lenge bî en,/ ich muoz hinnen î en,/ ob ich im ze hil e komen sol’“ (V. 2711– 2713). Diese En scheidung b ing die Handlung wiede in Gang und bedeu e gleichzei ig den Wiede einsa z zei liche Angaben (selbe ac): „e dâh e: ‚ich hân nû gebi en/ unz ich nih lenge belîben mac./ hiu e is de selbe ac/ daz mîn he e kume in daz lan ’“ (V. 2702–2705). Nachdem e sich en schieden ha und nach Cluse ei e , is e wiede in Eile: „und huop sich balde an die a “ (V. 2737). Die Un e b echung de Schlach en wegen Daniels Fah zu G üenen Ouwe beginn wiede mi eine Übe legung, mi de e diese En scheidung i (V. 3917– 3936). Diese zwei e Teil des Aben eue s on de G üenen Ouwe e geh seh schnell: E muss wiede so schnell wie möglich in Cluse sein, be o die ande en seine Abwesenhei beme ken: 321 Man kann eine ande e E klä ung ü diesen langsamen Ve lau de Zei im Zel inden, und zwa , dass Daniel nich will, dass die ün Tage zu Ende gehen, weil das bedeu e , dass e sich om G a en endgül ig ennen muss. In Ve bindung dami un e scheide Paul F aisse inne halb des „ängs lichen Wa ens“ die Angs o dem Ende eine unangenehmen Si ua ion (zum Beispiel, wenn man eine gelieb e Pe son zum Bahnho beglei e ). In diesem Fall e schein die Zei lang und man wünsch , dass sie sich noch meh e länge (Paul F aisse, 1985, S. 206). 133 e man e daz os des e baz. daz e e nih wan umbe daz: ob e do nih ende e, daz e he wide wende e ê daz ez ieman wü de kun . (V. 3943–3947) Auße dem ha Daniel wie in den ande en Aben eue n auch hie das Ziel, nach Cluse zu gehen: diz was ein michel ümekei daz Daniel on dem künige ei eh e umbe mi enah (wande e nâch sînem gesellen ah , dem g â en on dem Lieh en B unnen, den hâ e e wide gewunnen) und quam da wide alsô uo dem künige A ûse zuo ê sich hüebe de s î . (V. 4991–4999) Daniels Eile, ech zei ig wiede in Cluse zu sein, wi d explizi ausged ück : „nû begunde e balde zouwen“ (V. 3997), „und gâh e ü sich as e“ (V. 4003). Im Gegensa z dazu is de Ve lau de Zei in den Schlach en no mal: Do is Daniel nich allein, e ha kein pe sönliches Ziel unabhängig on de Gemeinscha und deswegen auch nich zwei Möglichkei en, zwischen denen e wählen muss, die die Geschich e in die Zukun üh en. In diesem Sinne gib es auch keinen Monolog Daniels und as keinen Dialog zwischen den Figu en. Die Rolle de Zei in den Schlach en s eh auch in Ve bindung mi de Ga ungsp oblema ik. Im Rolandslied und im Ka l wi d die Möglichkei de Exis enz eine subjek i en Zei explizi abgelehn , zum Beispiel als Ka l e äh , dass Roland und die ande en o sind und e beschließ , ih en Tod zu ächen (Rolandslied. V 6990 .; Ka l, V. 8390 .): E kann seinen Plan nich du ch üh en, weil e die Heiden nich e eichen kann, be o es Nach wi d. Um dieses P oblem zu lösen, be e e zu Go , dass e den Tag e länge e (Rolandslied, V. 6991–6994) und Go mach es: „ouch e e im go aine michele gnâde./ de sunne scain im wide an den mi en ac“ (Rolandslied, V. 7017–7018). Das heiß , die Zei is e was, das on Go gegeben wi d und nich on den Menschen abhäng .322 Dami e meide de E zähle auch ein 322 Dazu Robe W. Hanning (1977), S. 148. 134 Momen de K ise, das Ausgang ü die Da s ellung de Subjek i i ä de Figu (in diesem Fall Ka ls) bedeu en könn e. Die Zei is e was, das unabhängig on den Figu en exis ie . Dies ließe sich auch in ande en Momen en des Tex es sehen. Wie Die e Ka schoke sag , „alles, was geschieh , ha seine Zei . Nich de Einb uch de Nach beende den Kamp , sonde n das Ende des Kamp es läß auch den Tag enden“.323 Zum Beispiel: „Alsô die haiden, die dâ en sam wâ en,/ alle e unken und e wâlen,/ dô nâch e ez de nach e“ (Rolandslied, V. 7070–7072.). Das Fes beinhal e die E ah ung de ewigen Zei . Obwohl gesag wi d, dass es ie Wochen daue , könn e es sich au ewig e länge n („alsô s uon diu hôchgezî / eh e ie wochen./ inne wæ e nih geb ochen,/ hæ en sie ez ein jâ ge ân,/ swes sie da zuo solden hân“, V. 8412–8416). So geschieh es auch: Mi Daniel als König is jede Tag in Cluse Fes : „Daniel hâ e öude sî / alle age mi hôchgezî / ze Clûse in sînem lande“ (V. 8459–8461). Meine Meinung nach kann als E klä ung ü die ewige Zei des Fes es dienen, dass Daniel hie nich die Zukun in die Gegenwa b ing , abe e auch nich au die Zukun wa e : E leb im gegenwä igen Momen .324 De Un e schied zwischen diesem Zei e leben und dem o he igen lieg in de Ta sache, dass es hie keine T ennung gib , keinen Kon lik , de du ch das Abwägen on zwei Möglichkei en da ges ell wü de, und deswegen auch keine Zei . Hie lieg auch de Un e schied zu E ah ung de Zei im Speisezel (die seh langsam e geh ) beg ünde .325 Es kann nich on eine wi klichen Handlung im Fes gesp ochen we den. Wie Wol gang Schmid sag : „Es lieg in de Na u de Sache, daß diese Punk e des 323 Die e Ka schoke (2000), S. 481. Dies wi d on de Ta sache beglei e , dass die zei lichen Angaben im Rolandslied ela i sel en sind und, wenn sie übe haup e scheinen, keine ealen Zei en sp echen, sonde n eine bes imm e Bedeu ung besi zen (ebda., S. 481; B igi e Uhde-S ahl, 1981, S. 321). 324 Es gib li e a ische Beispiele diese subjek i en Zei e ah ung: In De Idio on Fjodo Dos ojewski e zähl die Haup igu übe die Zei e ah ung eines Bekann en in den le z en Minu en o seine Hin ich ung, die schließlich nich s a inde : „Schließlich wa es so wei , daß e nu noch höchs ens ün Minu en zu leben ha e. E be ich e e, diese Zei spanne sei ihm wie eine schie endlose F is , wie ein gewal ige Reich um o gekommen; seinem Ge ühl nach hä en die ün Minu en ü ihn so iel Leben bedeu e , daß e an den le z en Augenblick ga nich zu denken b auch e und sich soga noch alle lei o nehmen konn e“ (Dos ojewski, 1986, S. 85). E was Ähnliches gib es in de E zählung Bo ges’ „El milag o sec e o“: Die Minu e o de Hin ich ung daue ein ganzes Jah , abe nu ü den Helden (de deswegen sein Buch ollenden kann), ü die ande en bleib die Zei s ehen (Jo ge Luis Bo ges, 1980, S. 507–514). 325 Diese Zei des Fes es kann in Ve bindung mi de olgenden Aussage Wal e Haugs übe das Fes im A us oman geb ach we den: „Diese ‚F eude des Ho es’ zeig sich konk e als ein Zus and, bei dem Inne es und Äuße es, E hos und Fo m, Indi iduelles und Gesellscha liches, Wel liches und Gö liches sich in eine beglückenden Balance be inden“ (Haug, 1995, S. 312). 135 Fes e lau s nich du ch eine ge adlinige, du chgängige Handlung e bunden sind. Denn de im Fes mo i liegende Handlungsans oß ich e sich nich au die Lösung eines P oblems ode eines Kon lik s, e üh nich au ein Endziel hin“.326 Das heiß , Daniel ha nich meh ein Ziel, das eine Handlungszei möglich machen könn e.327 De E zähle e binde explizi das Fes ode das E zählen übe das Geschehen im Fes mi dem Au heben de Zei : man hô e wunde unde sach daz lanc ze sagene wæ e doch sul i s âne swæ e de ku zewîle hœ en ein eil. ez is benamen sîn heil swe ez wol geme ken kan, und wil iu sagen wa an: swie lange e z ieme hœ e , diu wîle is ga ze s œ e , daz e nih des gedenke daz mangen e senke (swaz mi we ken mac e gân, daz hâ de muo ê ge an). de gedanke is e î. (V. 8118–8131) Die Sp ache kann hie auch e zaube n, das heiß , du ch das Hö en, das in den Aben eue n ü Daniel eilweise e bo en wa , kann das Denken (die Möglichkei , die Zukun o auszusehen) e schwinden, wie deu lich in den Ve sen 8127–8130 gesag wi d. Danach wi d alles noch explizi e gemach , indem das Ve schwinden de Zei mi dem Ve schwinden des gewinnen, also eines Zieles, das man e eichen will, e bunden wi d:328 326 Wol gang Schmid (1979), S. 128. 327 In diesem Sinne kann de Tex als ein linea e Weg in e p e ie we den, de zu Ewigkei des Fes es üh . Dies lieg an den Eigenscha en des Fes es, wie Wol gang Schmid gezeig ha : „[...] als K önungs es wü de es sich olge ich ig an die o ausgehende Handlung eng anschließen“ (Schmid , 1979, S. 128). Das Fes kann so als eine Pa odie de himmlischen Ewigkei in e p e ie we den: Die Ewigkei ha sich in ein ein aches Fes e wandel (dazu ähnlich S ephen L. Wailes, 1993, S. 310). Vgl. auch die Da s ellung des Pa adieses in Dan es Di ina Commedia als Fes , in dem die Zei au gehoben is : „in de e üll en Zei is alle No de liehenden, e säumba en und zu nu zenden Zei au gehoben“ (Hans Robe Jauss, 1989, S. 74). 328 Die En s ehung eine o de nden Zei , in de man iele Sachen machen will, is also nich möglich. 136 e wi ke nih e gebene: den man nih gewinnen sih , e liuse e ouch da unde nih , sô îbe e doch die zî hin. ez is ein ungewin, dê sô die wîle e îbe daz e mi öuden belîbe . (V. 8134–8140) Spä e wi d dies au die Ebene de Geschich e übe agen und zwa sp ich de E zähle on E zählungen, die im Fes o ges ell we den und mi denen die So gen und das Denken e schwinden: „mangen sel sænen b ie / lâsen sie on lis en./ swe so ge wolde is en,/ des an e dâ guo e s a e“ (V. 8202–8205). Dieses Au heben de Zei im Fes wi d wäh end de Episode de En üh ung un e b ochen, die wiede schnell e läu : Daniel muss zu G üenen Ouwe ei en und seh schnell wiede nach Cluse zu ückkeh en. Hie sind die E wähnungen de Eile Daniels (und Sandinoses) wiede häu ig: „dô sp ach si i megde an/ daz sie il balde gæh en/ und i ein p e b æh en“ (V. 7332–7334), „und îlen ge ne wolden“ (V. 7336), „nû begunden siez balde zouwen“ (V. 7404). Daniel will keine Zei e lie en, e muss imme handeln („des begunde e schie e goumen/ unde g ei selbe dâ zuo./ des endûh e in nih ze uo,/ e bei e kûme unz ez geschach“, V. 7340–7343).329 Wi inden hie also eine ‚ o de nde’ Zei : Daniel will die Zei e kü zen. E is in Eile und die Daue de Ak i i ä en on ihm und on Sandinose e schein ihm zu lang: „si hâ e [Sandinose] an dem mæ e/ sînen willen wol e nomen,/ swie schie e sie da möh e komen,/ daz ez in diuh e lanc genuoc“ (V. 7366–7369). Obwohl de Ve lau de objek i en Zei im P inzip nich beein luss we den kann, is dies bei Daniel nich de Fall: E is ähig, die Zukun in die Gegenwa zu b ingen: „des endûh e in nih ze uo,/ e bei e kûme unz ez geschach“ (V. 7342–7343).330 Zusammen assend wi d die objek i e Zei am d i en und ie en Tag und nach de e s en Schlach in de G üenen Ouwe du ch Daniels subjek i e Zei wah nehmung bes imm : E is in Eile, ha ein Ziel o Augen und alles ich e sich da au hin. E will schon die Zukun e leben und kann auße dem in die 329 Dieses Ve hal en Daniels wu de on de Fo schung als un ypisch ü einen Ri e besch ieben, abe es wi d on dem Wunsch Daniels e u sach , imme ak i zu sein. 330 Die Episode de En üh ung zeig deu lich die Un e schiede in de E ah ung de Zei zwischen Daniel und de Gesellscha : In de Zwischenzei , in de e in die G üene Ouwe ge i en is , is die Zei in Cluse as s a isch: De A usho ha nich s gemach ; die Si ua ion in Cluse, als e zu ückomm , is genau wie o he . 137 Zukun (wie die Monologe zeigen) sehen, es is , als ob e schon die Zukun in de Gegenwa leben könn e. Dies e u sach eine subjek i e Zei wah nehmung, in de alles seh schnell ü ihn geschieh . Diese Bes immung de objek i en Zei du ch das subjek i e Zei wah nehmen e laub ihm, so iele Sachen in eine so ku zen Zei zu machen. Im Gegensa z dazu ha e im Zel den Eind uck, dass alles zu langsam passie . Diese Bes immung de objek i en Zei du ch das subjek i e Zei emp inden kann nu in den Episoden bes ehen, in denen Daniel allein is 331 und nich zum Beispiel in den Schlach en. Hie kann keine subjek i e Zei de Gesellscha exis ie en: Die subjek i e Zei is e was, das on einem einzigen Subjek abhängig is . Dasselbe geschieh , als Daniel zusammen mi dem G a en zu G üenen Ouwe ei e , auch hie is de Ve lau de Zei no mal: Daniel is mi eine ande en Pe son zusammen, was die Da s ellung eine pe sönlichen Zei wah nehmung e hinde . Die Bes immung de objek i en Zei du ch die subjek i e Zei in manchen Episoden e u sach bes imm e Schwie igkei en: Obwohl Daniel eine sei s und A us und seine Ri e ande e sei s zwischen dem d i en und dem ach en Tag abweichende Zei e häl nisse e leben, e gehen die sieben Tage bis zu ih em T e en in Cluse in de selben Weise. Um diese Schwie igkei en zu lösen, we den Si ua ionen gescha en, in denen es sich mi de Zei ganz ande s e häl : Eine sei s im T üeben Be ge und im Lieh en B unnen, in denen sich die Daue on Daniels Tä igkei en e kü z und ande e sei s im Zel o de G üenen Ouwe, wo die Zei nich e gehen will. Dies e laub A us und Daniel, sich in Cluse zu e en. Diese Schwie igkei , mi de de Au o sich auseinande se z , kann in Ve bindung mi de geschich lichen En wicklung de Idee de Zei be ach e we den: De Zwang de Zei is ein soziale , ein Zwang de Gesellscha übe den Einzelnen, weil sie ein Mi el zu Koo dina ion alle ih e Mi gliede b auch .332 Mi de Zei echnung en s eh also de Un e schied zwischen de e leb en Zei jede Pe son und de objek i en Zei , de sich das Indi iduum un e o dnen soll. Das P oblem is , dass die objek i e Zei e was Fes es is , die subjek i e Zei abe e was Ve ände liches, das on de Pe son abhäng . Dies is , was du ch diese Schwie igkei en e iden wi d: Bei Daniel wi d die subjek i e Zei zu objek i en Zei , abe die objek i e Zei Daniels kann sich nich on de de Gesellscha un e scheiden, weil es nu eine einzige 331 Die Rückkeh on de G üenen Ouwe nach Cluse, wo e on ande en beglei e wi d, wä e eine Ausnahme. 332 Siehe S. 14. 144 Inne halb des Be ges bewegen sich die Figu en on einem Pla z zum ande en, das heiß , on un en nach oben („s îgen“, V. 7017). Wäh end es im Daniel einen ma kan en Un e schied zwischen subjek i e und objek i e Zei gib , is es nich möglich, on einem subjek i en Raum zu sp echen. Die e schiedenen Räume, die in den indi iduellen Aben ue n e scheinen, we den haup sächlich aus Daniels Pe spek i e besch ieben und diese Besch eibung häng on seine pe sönlichen Si ua ion ab. Es is abe nich möglich, on einem subjek i en Raum zu sp echen: De Raum exis ie unabhängig on den Figu en, e en s amm nich ih em Inne n. Die Da s ellung des Raumes s eh meh in de Nähe de jenigen, die nach Ing id Hahn in T is an und Isolde e schein und die sie „Landscha in de Einhei des E lebnisses“ nenn :342 De Raum en sp ich den Ge ühlen de Figu en, abe e ha eine Exis enz unabhängig on ihnen.343 Es kann abe on Räumen gesp ochen we den, die ein bes imm es Ge ühl in den Figu en e u sachen, wie das Zel au de G üenen Ouwe. Die Be ach ung des lee en Zel es e u sach ein Angs ge ühl in Daniel: „nû o h e e daz ein mæ e/ il lîh e e wan e sîn a “ (V. 2428–2429). Dieses Ge ühl üh o allem om Kon as he zwischen de Lee e („und an da inne wîp noch man“, V. 2419) und de wunde ba en und idealis ischen Umgebung und Inhal des Zel es („daz gezel was sô wunneclich/ gemâl und gesch iben/ daz e dâ ge ne wæ e beliben“, V. 2424–2426), was den Gedanken au kommen läss , dass es e was Sel sames an diesem O gib .344 Man könn e also in diesen beiden Fällen on eine „e leb en Landscha “, nach de Te minologie on Uwe Rube g, sp echen, das heiß eine Landscha , die „au die Pe sonen wi k und in ihnen Gedanken und Reak ionen auslös “.345 342 Ing id Hahn (1963), S. 52–54. Hahn e wähn als Beispiel die F ühlingsa mosphä e am An ang des T is an: De e lieb e Riwalin iden i izie sich mi de F ühlingsa mosphä e, die o zdem objek i exis ie und nich Folge seine Subjek i i ä is . 343 Es gib Momen e, die au einen subjek i en Raum hinweisen können. Es is au allend, dass die mîle nach den e schiedenen Begebenhei en en wede lang ode ku z sein können: „und i en dannen schie e/ übe lange mîle ie e“ (V. 1973–1974), „dannoch hâ en sie da / zwô il g ôze mîle./ in eine ku zen wîle/ quâmen sie an ein el “ (V. 2394–2397), „wande e hin ze dem be ge hâ e/ ku ze mîle nih wan zwô,/ da quam e il schie e dô“ (V. 2748–2750). Wenn wi diese Zi a e so g äl ig be ach en, wi d es deu lich, dass die mîlen lang sind, wenn Daniel zusammen mi eine ande en Pe son ei e , und ku z, wenn e allein is . Die mîle als En e nungsmaß wa im Mi elal e nich einhei lich de inie (es gib die welsche Meile, die deu sche Meile..., H. Wi hö , 1993, Sp. 471), was diese Ve wi ung scha . 344 Dazu Ma hias Meye (2004), S. 263. 345 Uwe Rube g (1965), S. 45. 145 IV Zei und Iden i ä in Kon ads Gau iel on Mun abel 1 Kon ad on S o eln und de Gau iel on Mun abel Die einzige Angabe, die wi om Au o des Gau iel besi zen, s eh im Epilog eine de Handsch i en, die diesen Tex übe lie e n. Do wi d gesag , dass e „Kuon â on S o el“ heiß . Diese Kon ad wu de on de Fo schung als ein S assbu ge Domhe n iden i izie .346 Wol gang Achni z häl ihn hingegen ü einen Mi glied de schwäbischen Familie on S o eln aus Gönnigen bei Reu lingen.347 Die Da ie ung des Tex es is in de Fo schung ums i en: Die Spanne lieg zwischen 1250 und 1300.348 Das wich igs e P oblem, das de Gau iel de Fo schung s ell , is die Übe lie e ung und die sich da aus e gebenden Schwie igkei en, eine einhei liche Tex g undlage zu e ablie en. De Gau iel is in zwei Handsch i en des 15. Jah hunde s übe lie e : D (Ka ls uhe) und I (Innsb uck). Es gib auch zwei F agmen e aus dem 14. Jah hunde , die D nähe s ehen, abe o zdem unabhängig on ihm sind. Die beiden Handsch i en weisen g oße Tex un e schiede au . Die e s e Ausgabe on Fe dinand Khull349 ha e I als G undlage. De le z e He ausgebe , Wol gang Achni z, ha dagegen zwa D als Basis genommen, dennoch abe zahl eiche Ve se, die nu im I übe lie e sind, auch in seinen Tex 346 Ch is oph Co meau (1985), Sp. 254. 347 Wol gang Achni z (1998), S. 243–246. Achni z be u sich un e ande em au sp achliche Me kmale des Tex es. 348 Fü Co meau is de Gau iel „aus S il und Ga ungsen wicklung“ in eine „Spanne on meh e en Jah zehn en um 1250“ zu da ie en (Ch is oph Co meau, 1985, Sp. 255), wäh end Isolde Neuga die En s ehung des Romans im 14. Jh. ü möglich häl (Neuga , 1992). Wol gang Achni z schläg seine sei s eine Da ie ung zwischen 1280 und An ang des 14. Jh. o und beg ünde seine En scheidung mi d ei Punk en: das E scheinen on Ri e namen, die aus ande en Romanen s ammen (de Gau iel soll deswegen nach diesen Romanen gesch ieben wo den sein), die E wähnung des Romans Kon ads im F ied ich on Schwaben (Gau iel soll nach diesem Roman en s anden sein) und das Au e en einige Fo mulie ungen, die o dem 14. Jh. nich beleg sind (Achni z, 1997, S. 187–193; auch de s., 1998, S. 247–248). 349 Fe dinand Khull (1969). 146 übe nommen. Diese En scheidung wu de mi de Beg ündung k i isie , dass eine solche Ve sion des Tex es nie exis ie habe und zum g öß en Teil willkü lich sei.350 T o z diese be ech ig en Einwände e wende ich in meine A bei den k i ischen Tex on Achni z: E ha den Vo eil, dass e beide Handsch i en be ücksich ig . Alle dings ach e ich au den un e schiedlichen U sp ung de Ve se und gebe in den Zi a en die Abweichungen on de Lei handsch i ku si wiede , wie es dem k i ischen Tex on Achni z en sp ich . Gau iel on Mun abel, de Held des Romans, un e häl eine Liebesbeziehung zu eine Fee, die einem Tabu un e lieg : Gau iel da nich on seine Gelieb en sp echen. De Held b ich abe das Tabu, indem e ih e Schönhei o eine F auen e sammlung ühm . Die Fee bes a ihn da ü : E e lie nich nu ih e Liebe, sonde n wi d zudem in ein hässliches Wesen e wandel . Nach einige Zei s ell die Fee ihn abe o die Möglichkei , ih e Liebe un e de Bedingung zu ückzugewinnen, dass e zum A usho ei e , die bes en d ei Ri e des Ho es besieg und sie in ih Land Flu a one b ing . Gau iel e üll die Bedingungen seine Gelieb en. Diese gib ihm deshalb sein al es Aussehen zu ück und hei a e ihn. Abe de Kamp am A usho s ell Gau iel o ein wei e es P oblem: Die Königin on B i annien ( on de nie de Namen e wähn wi d) e lang als Abgel ung ü die on ihm e u sach en Schäden, dass e ein ganzes Jah im Diens des A usho es e b ingen soll. Den Bedingungen de Fee olgend ei e Gau iel nach dem Kamp in Beglei ung on E ec, Walwan, Gawan und Iwein nach Flu a one und hei a e seine Gelieb e. Diese e laub Gau iel, nach de Hochzei wiede zu gehen, abe sie s ell ihm die F is eines Jah es, um nach Flu a one zu ückzukeh en. Nachdem Gau iel und die ande en Ri e das Land de Fee e lassen haben, ei en sie nach Schoiadis, wo sie eine G uppe on Heiden besiegen, die das Land angeg i en und ze s ö haben. Danach keh en sie zum A usho zu ück. Nach eine Woche e läss Gau iel zusammen mi E ec und Pliamin wiede B i annien. Die d ei be eien die Toch e des G a en on As e ian, die om Ri e Jo an , de im Ve sp ochenen Wald leb , en üh wu de. Schließlich besiegen sie das Hee des Königs Geldipan , de eine Mee ee zu Hei a zwingen woll e. Die Ri e keh en dann zum A usho zu ück. Be o die F is de Fee abläu , komm sie selbs an den A usho , um Gau iel abzuholen und beide ei en zusammen nach Flu a one. 2 Die Modi ika ion in de Iden i ä sda s ellung des Helden im Gau iel De Gau iel wi d on Beginn an inne halb de Ga ung des A us omans angesiedel : De E zähle e wähn A us und seine Ri e , die dank e schiedene 350 Zum Beispiel Pe e Ke n in seine Rezension zu de neuen Ausgabe des Gau iels (Ke n, 1999). Joachim Bumke ech e ig eilweise die A bei on Achni z (Bumke, 2001). 147 Au o en bekann gewo den seien („die sin iu alle wol e kan / dâ on lâze ich sie ungenan ./ meis e Go i und he Wol am/ und on Ouwe he Ha man/ die hân s iu kun ge ân“, V. 28.1–31). Ande e Mo i e, wie das Lob A us’, Keies Da s ellung als Gegenhö ling ode die E wähnung schon bekann e A us i e , bes ä igen dies. Diesen Elemen en en sp echend ha die Fo schung den Gau iel als eine A Collage besch ieben, die iel äl ige En lehnungen aus o he igen A us omanen en häl , om E ec bis zum Wigalois ode Lanzele .351 Die meis en En lehnungen s ammen abe , wie im Fall des Daniel, aus dem Iwein.352 Wie in S icke s Roman gib es o allem zwei Elemen e im Gau iel, die in Ha manns Tex ih en U sp ung haben: eine sei s die Behandlung de Zei ( o allem in Bezug au das Te minmo i ) und ande e sei s bes imm e Episoden. Diese Elemen e we den abe nich unbe üh on Kon ad übe nommen, sonde n e ah en Ve ände ungen, die im olgenden besch ieben we den sollen. Auße dem A us oman inden sich im Gau iel noch kons i u i e Me kmale des E zähl ypus de Feenliebesgeschich e.353 Es is ich ig, dass de A us oman nich s eng on diesem E zähl ypus ge enn we den da . Die e schiedenen Va ia ionen de A ussage en hal en nämlich iel äl ige Mo i e aus kel ische T adi ion, wie Geschich en on Feen ode on eine Ande en Wel .354 Dies is abe iel deu liche in den Lais als in den A us omanen Ch é iens und Ha manns, in denen die ‚ eenha en’ Mo i e a ionalisie we den und in einem ande en Kon ex e scheinen. Diese P ozess de ‚Ra ionalisie ung’ wu de on de Fo schung o allem im Fall Laudines e klä .355 Die Figu de Fee, die im Gau iel o komm , is somi g undsä zlich ande s als Laudine: Laudine is keine Fee (sie ha zum Beispiel keine Mach , um ih Land allein zu e eidigen), obwohl einige Elemen e, wie ih e 351 Isolde Neuga (1992), S. 606–607. Diese Ta sache wi d deu lich in de Viel al on Ri e n aus o he igen A us omanen, die e wähn we den. Zum Beispiel: „daz was mîn he Îwein,/ Pa zi âl und Gâwân,/ Ê ec und he Walwân,/ Wîgâlois und T is an [...] und Daniel on Blüen al,/ Meljanz und Mele anz,/ Lanzelo und Edolanz,/ Gâ el und he Râmunc“ (V. 5260–5271). 352 Übe die in e ex uellen Bezüge aus dem Iwein, die im Gau iel e scheinen, siehe Gus a Eh ismann (1906), S. 89–95. 353 Die Mischung on Iwein- und Mä chens uk u en im Gau iel wu de schon sei langen on de Fos schung beme k , zum Beispiel: Ka l Deck (1912), S. 25, 31. Da übe auch Gus a Eh ismann (1906), S. 89–92; Wol gang Achni z (1997), S. 210–211; Volke Me ens (1998), S. 232, 239. 354 Ch is oph Co meau / Wilhelm S ö me (1993), S. 164, 166. 355 Ku Ruh e klä zum Beispiel: „Das Mo i des schaue lichen Gewi e s wa somi de u sp ünglichen Funk ionali ä be aub , wu de abe als spek akulä es Kennzeichen und An eiz zu P o oka ion mi Vo eil beibehal en. Solche Ve i e lichung dulde e keine Fee als Quellenhe in meh : sie wi d zu Dame, und de Ve eidige de Quelle zu ih em Kämp e und amis“ (Ruh, 1977, S. 152). Dazu auch Ch is oph Co meau / Wilhelm S ö me (1993), S. 198. 148 He scha übe die Quelle ode de magische Ring356 au einem möglichen eenha en U sp ung diese Figu hinweisen. Die Kombina ion on A us i e um und Feenliebesgeschich e in Kon ads Roman und die Ve ände ungen, die die en lehn en Elemen e und besonde s die Behandlung de Zei e ah en, bewi ken, dass wie im Daniel die Iden i ä des Helden ande s als in Ha manns Roman da ges ell wi d. 2.1 In e ex uelle Bezüge zwischen dem Gau iel und dem Typus de Feenliebesgeschich e Die Fo schung ha die En lehnungen aus den Feenliebesgeschich en schon sei länge e Zei besch ieben.357 Diese Typus e zähl die Liebesgeschich e eines s e blichen Mannes und eine Fee. Die Fee is in de Regel diejenige, die in diese Beziehung die Ini ia i e e g ei .358 Dies wi d zum Beispiel im häu igen Mo i de En üh ung des Helden du ch die Fee e anschaulich .359 Auch wenn keine En üh ung s a inde , is die Fee diejenige, die den Helden au ssuch . Im Lai Lan al de Ma ie de F ance zum Beispiel sag sie zu ihm: „’Pu us inc jeo o s de ma e e:/ De luinz us sui enue que e!’“ (V. 111–112).360 S uk u ell gesehen s eh die Feenwel in Opposi ion zu menschlichen Wel .361 Die männliche Haup igu e häl dann die Rolle eines Ve mi le s zwischen zwei Wel en: E gehö zu menschlichen Wel und o zdem is seine Gelieb e eine Fee.362 Diese T ennung de beiden Wel en üh o zu einem Kon lik . Dies zeig sich in einem cha ak e is ischen Mo i de Feenliebesgeschich en: Die Fee s ell die 356 In Bezug au die Ähnlichkei en Laudines mi de Figu eine Fee siehe Pe a Kelle mann-Haa (1986), S. 46–47. Auch Ch is oph Co meau / Wilhelm S ö me (1993), S. 198. 357 Hans-Al ed Dem öde (1969), S. 10–129; Isolde Neuga (1992), S. 604–605. Auch Ral Simon (1990), S. 37–40. 358 Dazu siehe F ied ich Wol ze el (1984), Sp. 955–956. 359 Wol ze el zi ie als Beispiel da ü die i ischen Sagen „Oisin im Land ewige Jugend“ und „Connla mi dem o en Haa “ (Ebda., Sp. 955). 360 Ma ie de F ance (1980), S. 215. Übe se zung on Die ma Riege : „Eu e wegen kam ich aus meinem Land [he aus]: Von wei he bin ich gekommen, Euch au zusuchen!“ 361 Dazu B igi e Bu ich e (2003), S. 282. Bu ich e sieh in de Opposi ion zwischen de Feen- und de Menschenwel einen Un e schied zwischen A us oman und Lais: Wäh end die Feenwel in den Lais deu lich als Gegenpol zum A usho da ges ell wi d, is das im A us oman nich de Fall: Die Fee is nich meh Ve e e in eine ande en Wel , sonde n wi d in den A usho in eg ie . 362 Dazu Ral Simon (1990), S. 46. 149 Beziehung un e ein Tabu (es kann ein Rede-, F age- ode ein Seh e bo sein),363 das spä e om Mann geb ochen wi d. Man sp ich dahe om Schema de ‚ges ö en Mah enehe’, das wi aus eine G uppe on Lais, wie Lan al, abe auch aus deu schen Romanen wie Pa onopie und Meliu , F ied ich on Schwaben ode Mele anz kennen.364 Dieses Mus e is wie gesag auch im Gau iel p äsen . Am An ang des Tex es wi d uns de Ri e Gau iel o ges ell , de eine Beziehung zu eine Fee un e häl (V. 51– 56). Diese Beziehung is , wie in den be ei s e wähn en Feengeschich en, du ch ein Tabu gekennzeichne : E da nich übe seine Pa ne in sp echen. Diese A on Tabu is ziemlich geb äuchlich und auch aus ande en Tex en bekann , zum Beispiel aus dem Lai Lan al. Gau iel b ich dieses Tabu: E e klä eine F au, dass seine Dame die schöns e sei und dahe geh die Beziehung in die B üche. Auße dem wi d e on de Fee bes a : Sie e wandel ihn in einen hässlichen Menschen, dami e on keine ande en F au meh gelieb we den kann (V. 251 .). Nach seine Bes a ung bleib e ein halbes Jah un ä ig. Dann beschließ e , ein Jah lang Aben eue im Diens e de Dame zu bes ehen, um ih e hulde zu e langen. Die Fee schick ihm da au hin übe eine Bo in die Bedingungen, un e denen e ih e endgül ige Ve gebung e langen kann (V. 371 .): E muss die d ei bes en Ri e des A usho es besiegen und mi ihnen in ih Land Flu a one kommen. Dieses Ve hal en de Fee is häu ig in den Feenliebesgeschich en: Die Ini ia i e lieg bei ih , sie s ell dem Mann in de Beziehung die Bedingungen und bes a ihn ü seinen Ve s oß.365 Am Ende des Tex es e schein die Fee am A usho . Zunächs schick sie ih e Bo in o aus („dô kam ouwe Ele e/ ge i en zuo dem inge“, V. 5276–5277), die dem Ho bekann gib , dass ih e He in einige Tage spä e do ankommen wi d (V. 5281–5283). Sie s ell die Fee o : „ich sol iu sagen mê e genâde, lop und ê e on eine edeln künigin, de bo e ich zuo iu beiden bin [...] si is on F îâpola ûse 363 F ied ich Wol ze el (1984), Sp. 953–954. 364 F ied ich Panze (1902), S. LXXII–LXXIII. Dazu auch Ju a Eming (1999), S. 7 365 Ral Simon (1990), S. 48. 150 ein edeliu küniginne. du ch i we de minne hâ mîn he e he Gau iel, de edel wi on Mun abel, michel a bei e li en. nu hâ e z allez übe s i en.“ (V. 5361–5376) Meh e e Tage spä e komm die Fee, on wunde samen Dingen und E scheinungen ih es Landes beglei e : „daz nie kein k is enman/ g œze wunde e nam,/ dan mi de künigin da / kâmen in de selben scha “ (V. 5541–5544). Eine ähnliche Szene s eh am Schluss meh e e Feengeschich en.366 Im Lai on Lan al komm die Fee am Ende des Tex es zum A usho , um die Eh e ih es Gelieb en zu e en (V. 547–632).367 Vo he schick sie zwei Bo innen, um ih e Ankun e künden zu lassen (V. 533–537). Wi d die Fee im Gau iel on allen wunde samen Sachen ih es Landes beglei e , so wi d die Fee in Lan al selbs als ein wunde besch ieben. Sie wi d idealis isch da ges ell als die schöns e, zu o nie gesehene F au (V. 550–584). Es wi d explizi gesag , dass sie ein wunde is : „Li jugeü ki la eeien / A g an me eille le eneien :/ Il n’o un sul ki l’esga das / De d ei e joie n’eschau as !“ (V. 581–584).368 E was Ähnliches is im Lai on G aelen zu inden: Hie schick die Fee ie Bo innen, be o sie ankomm und wi d als die schöns e F au besch ieben.369 Kon ad besch änk sich abe nich nu da au , Mo i e aus den Feengeschich en zu en lehnen, sonde n e üh auch bes imm e Ve ände ungen ein. Das Schema diese Geschich en bes eh nach Ral Simon aus olgenden Momen en:370 1. De Held gelang zum Feen eich, o du ch Be echnung de Fee. 2. De Held bewäh sich du ch bes imm e P oben ü den Ein i ins Feen eich. 3. De Held begegne de Fee. Die Liebesbeziehung zwischen beiden beginn und eine Bedingung wi d ges ell . 4. De Held e üll nich die Bedingung. 5. De Held wi d aus dem Feen eich e s oßen. 6. K ise des Helden. 366 Völke Me ens (1998), S. 239. 367 Ma ie de F ance (1980), S. 208–249. 368 Übe se zung on Die ma Riege : „Die Rich e , die sie e blick en, hiel en es ü ein g oßes Wunde : Es gab keinen einzigen, de sie be ach e e, dem nich o wah e F eude wa m (ums He z) wu de!“ (Ma ie de F ance, 1980, S. 245). 369 G aelen and Guingamo (1985), S. 3–39; hie S. 30–33. 370 Ral Simon (1990), S. 37–40. 151 7. De Held e hol sich, meis du ch Hil e de Fee ode ih e Bo innen. 8. De Held e such , die Liebe de Fee zu ückzugewinnen. 9. De Held wi d wiede on de Fee au genommen. Wie Ral Simon gezeig ha , en häl de Gau iel wich ige Un e schiede im Ve häl nis zu diese S uk u .371 Kon ads Roman beginn e s mi dem Punk 4 (Gau iel sp ich übe die Fee). Die olgenden Teile on Simons Schema e scheinen im Gau iel in de selben O dnung, abe die Ankun Gau iels in Flu a one, die Punk 8 en sp ich , kann auch an Punk 2 e inne n: Gau iel bekomm dadu ch die Liebe de Fee zu ück, abe es is auch das e s e Mal, dass e Flu a one be i . Die Ankun de Fee am A usho am Ende des Romans e schein auße dem nich in Ve bindung mi de Ve gebung ü den Tabub uch, wie im Fall de Lais on Lan al und G aelen , weil diese schon in de Mi e des Romans s a ge unden ha . Obwohl das Schema on Simon keine es en S uk u de Feenliebesgeschich en en sp ich , beweisen die Ve ände ungen Kon ads sein In e esse ü die Ein üh ung on Neuigkei en in einen schon e ablie en Typus. 2.2 In e ex uelle Bezüge zwischen Gau iel und Iwein 2.2.1 Die Zei Das Thema ‚Zei ’ is im Gau iel (wie auch im Fall des Iwein) imme anwesend, obwohl seine Rolle inne halb de Handlung nich so wich ig is wie im Ha manns Tex . Im Iwein s ell Laudine dem Helden eine Jah es is , dami e wäh end diese Zei Tu nie e besuchen kann. Iwein e säum den Te min. Nach de K ise wi d in den beiden Ge ich skämp en wiede das Mo i de Te mine hema isie , de en Einhal ung Iwein Schwie igkei en e u sach .372 Im Gau iel e schein dieses Mo i wiede und zwa gib es zwei F is en, die on zwei e schiedenen F auen ges ell we den, A us’ F au und die Fee. Diese Te mine be ei en dem Helden o zdem keine Schwie igkei en: Gau iel begegne keinem Hinde nis, das ihm P obleme e u sach , sie zu e üllen. 371 Ebda., S. 42. 372 Siehe S. 34. 152 De e s e Te min wi d on de Königin ges ell . Nach dem Sieg übe die A us i e wi sie Gau iel o , dem Ho ein g oßes Leid be ei e zu haben (V. 2216–2221). Gau iel akzep ie eine S a e als Ausgleich ü sein Schuld: dô sp ach de i e guo ze de künigin wol gemuo : „ich suoche genâde ü daz ech . habe ich ode kein mîn kneh an iuwe meide misse a n, des ge ich nih lenge spa n, daz heize ich en hie zehan , des lîde ich buoze sunde p an .“ (V. 2224–2229) Die Königin e lang on ihm, dass e Aben eue im Diens de Ta el unde bes ehe und will ihn ein Jah lang dazu e p lich en: „’enp âhe nâch de bes en si e/ ein jâ ze de â el unde s a ,/ daz is des ich iuch ba ’“ (V. 2253–2255). Die on de Fee ges ell e F is is de Laudines ähnliche . Diese Episode im Gau iel bedeu e eine deu liche Kon a ak u de en sp echenden Episode des Iwein. Gawein e inne do Iwein an E ecs Fall: „’kê ez nih allez an gemach;/ als dem he n Ê ecke geschach,/ de sich ouch alsô manegen ac/ du ch ouwen Ênî en e lac’“ (V. 2791–2794). Dami will e ihn übe zeugen, ü einige Zei Laudine zu e lassen, um Tu nie e zu besuchen („’i sul mi uns on hinnen a n:/ wi suln u nie en als ê’“, V. 2802–2803). Iwein bi e Laudine um Zei und sie gewäh sie ihm: „sus wa dâ u loup genomen/ zeinem ganzen jâ e“ (V. 2924–2925). Ähnlich is es im Gau iel:373 Nach de Ehe mi de Fee sp ich E ec mi Gau iel und e inne ihn da an, dass ein Mann seine i e lichen P lich en nie e gessen soll, auch wenn e eine F au ha : „he , gedenke an i e s <leben>“, sp ach Ê ec, de i e guo , „und age noch i e lichen muo on lande du ch lan û â en iu e bekan . ein man sol einen umen lîp nih lâzen e de ben umb ein wîp noch du ch ein liebez anesehen.“ (V. 3276–3283) E ec zieh seine eigenen E ah ungen he an, um dies zu bes ä igen: 373 Hans-Al ed Dem öde (1964), S. 117; Wol gang Achni z (1997), S. 218. 153 „mi was il nâhe alsô geschehen in den selben zî en, dô ich ouwe Ênî en on ê s e ze hûse saz e, i liebe mich en saz e on manliche wi dichei .“ (V. 3284–3289) Dann bi e Gau iel die Fee um „u loup“ (V. 3325). Die E klä ung, die e de Fee gib , en sp ich abe nich den o he igen Wo en E ecs: E benö ig die Zei spanne eines Jah es, um die Bedingung Gino e s zu e üllen: „dô bô ich mîne siche hei de edeln künigin gemei : gewünne ich iuwe hulde, daz ich ü die schulde mich an wu e wide da und mi de ugen ha en scha ein jâ ze de a el unde sî.“ (V. 3335–3341) Ku z o Ablau de on de Fee ges ell en F is wi d die No wendigkei e wähn , üh genug nach Flu a one zu ückzukeh en, um o z de möglichen Hinde nisse das Land ech zei ig e eichen zu können: daz de he e Gau iel, gebo n on Mun abel, u loup nu næme. in dûh e daz e kæme heim [ ] ze jâ es zî , ob in keine slah e s î i e û de s âze. (V. 5237–5243) Diese is eine di ek e Re e enz au den Iwein, wo, wie im Daniel, de Held Aben eue e leb , die es ihm schwie ig machen, ech zei ig zu seinen Te minen zu kommen. In Gau iels Fall gib es abe keine Möglichkei , den Te min zu e säumen: Die Fee selbs komm zum A usho , um dies zu e meiden. In Bezug au Gau iels e s e F is (die mi de Königin) we den keine Zei p obleme e wähn . Im Gegensa z zum Iwein, in dem das P oblem de Zei nu in Ve bindung mi de Haup igu e schein , spiel in Kon ads Roman die Zei , und konk e die Exis enz eines bes imm en Te mins, auch eine wich ige Rolle in de E ec-Episode. Hie is