scieee Open visual document viewer

Überlegungen zur semantischen Vagheit am Beispiel der Sorites-Paradoxie

Rodríguez Dorado, Jorge Alberto

Abstract

Ein Koncept wird für vage gehalten, wenn es unklar wird, was es genau bedeutet. Nehmen wir mal den Satz "Rembrandt ist alt" als Beispiel. Est ist unklar, welcher Wahrheitswert einem solchem Satz zuzuordnen ist. Ob Rembrandt alt mit 50, 40 oder 30 Jahren war, ist es persönlich zu entscheiden. Manche würden sagen, dass er z. B. mit 50 schon alt war, manche nicht. In dieser Arbeit ist aber die Beantwortung der Frage, ob er alt war oder nitch, eigentlich irrelevant, denn das Beispiel hat hier einfach als Auslöser für weitere Überlegungen zu gelten. Als interessant erweist sich hier aber die Unklarheit bezüglich der Grenze der Bedeutung vom Adjektiv "alt", insofern es je nach Kontext unterschiedliche Altersstufen bezeichnen kann, die wieder je nach Kontext in die Kategorie "alt" oder "nicht alt" zerfallen. Aus dem oben Genannten geht hervor, das eine pragmatische Herangeweise an das Phänomen der Vagheit durchaus unenbehrlich ist. Die Betrachung der Vagheit muss außerdem mit semantischen Parametern durchgeführt werden. Somit liegen heutzutage semantische Ansätze vor, die dafür Plädieren, eine praxisbezogene Analyse zur klarüng der Vagheit zu berücksichtigen. Darunter lassen sich Theorien wie die Superevaluation (Keefe gradualistische Theorien (Smith, 2008) u. a. nennen. Insgesamt befasst sich dann meine Arbeit mit dem Vagheitsbegriff am Beispiel der Sorites-Paradoxie sowie mit möglichen Ansätzen und Herangehensweisen an dieses Phänomen, wobei semantische und pragmatische Prinzipien zur Analyse herangezogen werde.

Full text

T aballo de Fin de G ao Übe legungen zu seman ischen Vaghei am Beispiel de So i es-Pa adoxie G ao en Linguas e Li e a u as Mode nas (alemán) Cu so 2018/2019 Ti o a: Ma ía José Domínguez Vázquez Au o : Jo ge Albe o Rod íguez Do ado 1 Inhal s e zeichnis 1. Ein üh ung ........................................................................................................................ 5 2. De Beg i „Vaghei “ aus sp achwissenscha liche Sich ................................................... 7 2.1. Ansä ze zum Vaghei sbeg i ...................................................................................... 9 2.2. Die So i es-Pa adoxie............................................................................................... 11 2.3. Das P oblem de De ini ion de Vaghei ................................................................... 15 3. Ve schiedene Ansä ze zum Vaghei sbeg i ..................................................................... 19 3.1. De g adualis ische Ansa z ....................................................................................... 19 3.2. De epis emische Ansa z .......................................................................................... 25 3.3. De supe alua ionis ische Ansa z ........................................................................... 31 4. Schluss olge ung ............................................................................................................. 37 5. Li e a u e zeichnis ......................................................................................................... 41 2 Abs ac Ein Konzep wi d ü age gehal en, wenn es unkla wi d, was es genau bedeu e . Nehmen wi mal den Sa z „Remb and is al “ als Beispiel. Es is unkla , welche Wah hei swe einem solchem Sa z zuzuo dnen is . Ob Remb and al mi 50, 40 ode 30 Jah en wa , is es pe sönlich zu en scheiden. Manche wü den sagen, dass e z.B. mi 50 schon al wa , manche nich . In diese A bei is abe die Bean wo ung de F age, ob e al wa ode nich , eigen lich i ele an , denn das Beispiel ha hie ein ach als Auslöse ü wei e e Übe legungen zu gel en. Als in e essan e weis sich hie abe die Unkla hei bezüglich de G enze de Bedeu ung om Adjek i „al “, inso e n es je nach Kon ex un e schiedliche Al e ss u en bezeichnen kann, die wiede je nach Kon ex in die Ka ego ie „al “ ode „nich al “ ze allen. Aus dem oben Genann en geh he o , dass eine p agma ische He angehensweise an das Phänomen de Vaghei du chaus unen beh lich is . Die Be ach ung de Vaghei muss auβe dem mi seman ischen Pa ame e n du chge üh we den. Somi liegen heu zu age seman ische Ansä ze o , die da ü plädie en, eine p axisbezogene Analyse zu Klä ung de Vaghei zu be ücksich igen. Da un e lassen sich Theo ien wie die Supe e alua ion (Kee e, 2000), die g adualis ischen Theo ien (Smi h, 2008) u.a. nennen. Insgesam be ass sich dann meine A bei mi dem Vaghei sbeg i in Bezug au die So i es-Pa adoxie sowie mi möglichen Ansä zen und He angehensweisen an dieses Phänomen, wobei seman ische und p agma ische P inzipien zu Analyse he angezogen we den. Schlüsselwö e : epis emische Theo ie, g adualis ische Theo ie, G enz all, So i es- Pa adoxie, supe alua ionis ische Theo ie, unscha e G enzen, age, Vaghei , Wah hei swe . 3 Resumo Un concep o considé ase ago cando non é cla o que signi ica exac amen e. Tomemos como exemplo a o ación „Remb and é ello“. Non é cla o que alo de e dade debe ía adxudica se a unha o ación coma a an e io . É máis ben unha decisión pe soal se Remb and é ello con 50, 40 ou con 30 anos. Algúns di ían que xa e a ello con 50 anos, ou os non. Non obs an e, a cues ión de se Remb and xa e a ello con eses anos ou non é nes e aballo i ele an e, senón que se e pa a da pé a pos e io es conside acións sob e casos simila es. Resul a de g ande in e ese a escasa cla idade nos lími es semán icos do adxec i o „ ello“ na medida en que a idade a pa i da cal alguén pode conside a se ello a ía segundo o con ex o no que un se a ope. Dis o úl imo pode ex ae se que unha o ma de análise p agmá ica pa a con o enómeno da aguidade é indispensable. A conside ación da aguidade debe, po supos o, le a se a cabo no ma co da semán ica. Hoxe en día exis en ap oximacións semán icas que a ogan po unha o ma de análise ligada á p ác ica co obxec o de escla ece a aguidade. En e elas poden nomea se eo ías como a da supe aluación (Kee e, 2000) e a da g adación (Smi h, 2008). En conxun o dedica ase o p esen e aballo ao concep o de Vaguidade en elación ao pa adoxo dos So i es e ás di e sas ap oximacións e en oques exis en es no seu análise. Pa a le a a cabo al análise eco e ase a p incipios da semán ica e da p agmá ica. Palab as cla e: caso on ei izo, on ei as di usas, pa adoxo dos So i es, eo ía da g adación, eo ía da supe aluación, eo ía epis émica, ago, aguidade, alo de e dade. 4 5 1. Ein üh ung Die logische Analyse de Sä ze olg einem ein achen und kla en P inzip: „x“ is wah genau dann, wenn „x“. Im Falle eines konk e en Sa zes sieh diese Fo mulie ung wie olg aus: „Hans is g oß“ is wah genau dann, wenn Hans g oß is . Obwohl es i ial o kommen mag, s ell sich diese P inzip als die G undlage de seman ischen-logischen Analyse de Sp ache he aus. Im Zusammenhang mi diesem Sa z s ell sich jedoch die olgende F age: wann genau is Hans g oß? Die An wo is komplizie e , als man denk . Wö e wie „g oß“, „hoch“, „al “ ode „dick“ sind age. Im Allgemeinen bedeu e dies, dass es Fälle gib , indem es nich kla is , ob e was z.B. g oß ode klein is . Sie be inden sich an einem Zwischenpunk . Manche wü den sagen, dass diese Fälle wede g oß noch klein is , abe e was muss es schon sein. In Bezug au das be ei s E wähn e e gib sich noch eine wei e e F age: wa um kann man in bes imm en Fällen zwischen g oß und nich -g oß nich kla un e scheiden? Die Bean wo ung diese F age is Un e suchungsgegens and de Sp achphilosophie und de Sp achwissenscha , im Konk e en handel es sich um die sogenann e seman ische Vaghei . Die Vaghei is kein Einzelphänomen, sonde n ein No mal all, de s ändig o komm . In diesem Zusammenhang s ebe ich in diese A bei an, mich mi un e schiedlichen bishe igen Aus üh ungen, Ansä zen und Lösungs o schlägen hinsich lich des Beg i s de seman ischen Vaghei auseinande zuse zen. Dadu ch e olge ich das Ziel, dieses sp achliche Phänomen nähe zu beleuch en. Eine analy ische Me hode wi d he angezogen. Da un e e s ehe ich die Be ücksich igung und Analyse on Ansä zen on meh e en Au o en —u. a. Smi h (2008), Williamson [1994] (1996) und Kee e (2000)—, um einen Übe blick übe dieses sp achliche Phänomen und übe die on Ihnen o geschlagenen Lösungen anzubie en. Die A bei gliede sich wie olg : Im Kapi el 2 we den de Beg i de Vaghei sowie die Ke neigenscha en zu ih e Beg i sbes immung —u.a. Ex ension und G enze— e klä . Dami ein Gesam übe blick übe die zen alen He angehensweisen an die seman ische Vaghei gewinnen wi d, we den in 2.1. die Haup ansä ze da ges ell . Diese Ansä ze sind die g adualis ische Theo ie, die epis emische Theo ie und de Supe alua ionismus. Im 2.2 wi d die So i es-Pa adoxie einge üh . Die Pa adoxie is ü 12 Die Gül igkei de bes ehenden Theo ien de Vaghei is eilweise on de Lösung abhängig, die jede Theo ie ü die Pa adoxie o schläg . Es sei hie auch zu e wähnen, dass die Anwendung de Logik de Pa adoxie zu Kon o e s ode Absu di ä üh en kann. Eine Zusammen assung de So i es-Pa adoxie und einige Beispiele zu ih e Anwendung we den zu E klä ung da ges ell . Die So i es-Pa adoxie —auch Pa adoxie des Hau ens genann — wu de on Eubulides on Mile zum e s en Mal im 4. Jah hunde o mulie , um die Tugende hik on A is o eles zu k i isie en. A is o eles besag e, dass die G oßzügigkei sich zwischen Ve schwendung und Geiz be inde . Die Fo mulie ung Eubulides s ell die Unbes ei ba kei on A is o eles Tugend in F age. So ensen (2005: 97) leg es wie olg da : «Suppose ha in he case o A is o le himsel , a dona ion o one hund ed d achmas o wa widows would be gene ous. Dona ing nine y-nine d achmas would s ill be gene ous. A one d achma di e ence canno make he c ucial di e ence a gene ous dona ion. Repea ed applica ions o he p inciple leads o he conclusion ha A is o le would be gene ous i he dona ed a single d achma». Das on Eubulides au gewo ene P oblem hin e ag das Ideal de Tugend on A is o eles, da es nich möglich is , eine kla e G enze zwischen G oßzügigkei und Ve schwendung ode Geiz zu zeigen. Die Pa adoxie geh dann on den olgenden P ämissen aus: a) Eine bes imm e Anzahl x on Sandkö ne bilde einen Hau en. b) Wenn x passend angeo dne und aus eichend is , um einen Hau en zu bilden, dann bilde x−1 einen Hau en. Diese P ämissen sind logisch. Wenn man dennoch die zwei e P ämisse meh mals anwende , kann eine im P inzip makellose Logik zu einem alschen Schluss üh en. Diese Induk ionssch i kann so lange wiede hol we den, bis man „beweis “, dass ein einziges Sandko n einen Hau en bilde . Zu Ve deu lichung dieses Phänomens wi d ein Beispiel ange üh : 13 a) 100 Sandkö ne bilden einen Hau en. b) Wenn 100 Sandkö ne einen Hau en bilden, dann bilden logische weise 99 Sandkö ne . c) Die wei e e Anwendung dieses logischen Ve ah ens üh le z endlich zum Schluss, dass ein Sandko n einen Hau en bilde . Die Gül igkei dieses P ozesses bleib in den Sch i en a und b unbes i en. Die Schluss olge ung, nämlich c), is dennoch absu d. Die Pa adoxie is nich au dieses Beispiel beg enz und kann in e schiedenen Kon ex en eine Anwendung inden. Un e ande en besag G. Keil, dass «beim so i ischen Schließen de Anwendungsbe eich eines P ädika s sch i weise on unkon o e sen Fällen übe kon o e se Fälle bis hin zu Absu di ä ausgedehn wi d» (Keil, 2017: 121). Ein Beispiel ü diese be ei s genann en kon o e sen Fälle —au Englisch slippe y slope genann — wi d on Kee e (2000: 8) o geschlagen: Wenn es Un ech is , jemanden an einem Zei punk nach de Emp ängnis umzub ingen, is es auch Un ech , jemanden an −1 Sekunde nach de Emp ängnis umzub ingen. Die P ämissen können am Ende zum Schluss üh en, dass Ab eibung ein Un ech is . Die Möglichkei , die Pa adoxie als G undlage de A gumen a ion in solchen Fällen zu nu zen, s eige lau Kee e (2000: 8) die No wendigkei , die Pa adoxie zu lösen: «The need o assess his kind o p ac ical a gumen a ion inc eases he u gency o examining easoning wi h ague p edica es» Bei de So i es-Pa adoxie läss sich auch beobach en, dass ge inge Ve ände ungen keinen Ein luss au den Wah hei swe eines agen Sa zes haben. C. W igh (1975) —ein Philosoph des Neu-Logizismus— nenn dieses Phänomen „Tole anz“. Demzu olge ha eine Di e enz um einen Millime e keine Wi kung au den Wah hei swe om P ädika „is g oß“. Das s eh im Zusammenhang mi dem Vo schlag on Mou e (1996), dass Vaghei aus de menschlichen Wah nehmung de Reali ä he s amm . Ve ände ungen, die so ge ing ügig sind, dass man sie nich e kennen kann, sind dann ein Teil de Vaghei . Zu Ve anschaulichung gil das olgende Beispiel: 14 a) Hein ich is 1,920 Me e g oß, deswegen is e g oß. b) Ein Millime e kann nich de en scheidende Un e schied zwischen g oß und nich g oß sein. Das P ädika is demzu olge ole an . c) Wegen de Tole anz wä e e auch g oß, wenn e 1,919 Me e g oß wä e. Tole anz is lau W igh (1975) ein Me kmal de Vaghei und deswegen auch ein Phänomen, das in de So i es-Pa adoxie beach e wi d. Es olg de nachs ehenden P ämisse: «I a and b a e e y close in F- ele an espec s, hen “Fa” and “Fb” a e iden ical in espec o u h» (Smi h, 2008: 160). Das P oblem diese Annahme lieg abe da in, dass die Tole anz keine An wo au die Vaghei anbie e und hinsich lich de Pa adoxie noch absu de e Schlüsse ziehen läss . Wei e e Anwendungen de Sch i en b und c üh en auch zum alschen Schluss, denn, wenn Hein ich 1,203 Me e g oß wä e, wä e e dann noch g oß. Smi h (2008) s imm W igh s Ansa z nich zu, denn lau e «…gi en some na u al, minimal assump ions, no p edica e can ac ually be ole an , on pain o con adic ion» (Smi h, 2008: 139). Ans elle on Tole anz schläg Smi h den Beg i Closeness o . Mi Closeness nimm e au die Fähigkei de Menschen Bezug, Nachba scha sbeziehungen zwischen A gumen en eines P ädika es zu e kennen. Dahin e s eh die olgende A gumen a ion: a) Hein ich is 80 Jah e al . E is al . b) Pe e is 79 Jah e al . E is auch al . c) Es bes eh dennoch einen seh kleinen Un e schied um ein Jah zwischen beiden Al e n. De Un e schied zwischen den Wah hei swe en on beiden Aussagen muss dann auch seh klein sein. d) Wenn de Sa z „Hein ich is al “ de Wah hei swe 1 (wah ) au weis , dann muss de Sa z „Pe e is al “ einen Wah hei swe on 0,99 (auch wah ) haben. Das be ei s E klä e bilde ein Beispiel ü die g adualis ische Au assung. Au g und des Closeness-P inzips sind die Wah hei swe e on Aussagen, in den die A gumen e nah sind, auch nah. Das wi d on Smi h wie olg e ass : «I a und b a e 15 e y close in F- ele an espec s, hen „Fa“ and „Fb“ a e e y close in espec o u h» (Smi h, 2008: 146). Mi hil e dieses Closeness-P inzips s eb Smi h an, die on ihm o geschlagene g adualis ische Au assung übe die Vaghei zu schilde n. Insgesam läss sich es hal en, dass die g adualis ischen Theo ien besagen, dass die Aussagen un e meh als zwei möglichen Wah hei swe en —1 ode 0— eingeo dne we den können. Dahe we den in ih e Analyse Dezimale e wende , um die Vaghei „p äzise “ zu machen. Wie es auch de Fall bei ande en Theo ien is , sieh sich die g adualis ische Au assung de Vaghei mi P oblemen in de Anwendung kon on ie . Das wi d in 3.1. nähe e läu e . 2.3. Das P oblem de De ini ion de Vaghei Wie es im 1.1. ange üh wu de, exis ie heu zu age eine signi ika i e Anzahl an Theo ien, die ans eben, den Vaghei sbeg i zu e klä en. Eine de bedeu ungs agenden F agen in Bezug au die Vaghei , die zwecks ih e Bes immung bean wo en we den müssen, is die Folgende: was is Vaghei ? Im Rahmen diese F age e such Smi h, den Weg zu eine g undlegenden E klä ung des Beg i s zu inden: «… he de ini ion should be a s a emen abou wha i is o be P ha is ue, use ul and undamen al. […] A de ini ion mus no be ci cula . […] A de ini ion mus be clea and igo ous. […] A de ini ion should no (unless his is shown o be una oidable) de ine some p oblema ic no ion in e ms o e en mo e p oblema ic no ions. Finally, a de ini ion o P mus link use ully wi h he p ojec o o e ing a subs an i e heo y o P: he de ini ion ells us wha a e he undamen al ac s abou P, and he heo y o P hen needs o accoun o hese ac s» (Smi h, 2008: 128-129). Du ch Smi hs Aussage «a undamen al de ini ion» weis e au einen Weg zu ich igen Theo ie hin. Au diese A und Weise müss en nu diejenigen, die anscheinend ich ig analysie we den sind. Die Suche nach eine solchen Beg i sde ini ion be ei e jedoch Schwie igkei en. Bishe wu den nu die Me kmale de Vaghei ange üh ( gl. 2.1.). Vaghei üh zu G enz ällen, ha unscha e G enze und ih lieg die So i es-Pa adoxie zug unde. Au 16 de Suche nach eine allgemein akzep ie en De ini ion de Vaghei nenn Smi h die Möglichkei , Vaghei du ch ih e Me kmale —die e als Cha ak e isie ungen au ass — zu de inie en. 2 Als e selbs dennoch diese Cha ak e isie ungen p ü , e wi e seinen eigenen Ausgangspunk . Eine au diese d ei Me kmale beg ünde e De ini ion de Vaghei sei nu eine obe lächliche Lösung des P oblems (Smi h, 2008: 127-128, 133). Mi hil e eine ku zen Zusammen assung seine Übe legungen da übe wi d seine Vo gehensweise e läu e : Zue s be ass e sich mi den G enz ällen als g undlegenden De ini ionsbes and eilen. De Ve such, die Vaghei als G enz all zu de inie en, be ei e abe Schwie igkei en, da diese Au assung wü de bedeu en, dass Vaghei deu liche G enze ha . Smi h e klä dies anhand eines Beispiels mi einem e undenen Wo : „scho “. a) I x is less han ou ee in heigh , hen „scho “ is ue. b) I x is mo e han six ee in heigh , hen „scho “ is alse. (The End) (Smi h, 2008: 133). Die Ta sache, dass „scho “ G enz älle zeig —Pe sonen, die zwischen ie Fuß und sechs Fuß g oß sind—, bedeu e nich , dass „scho “ ein ages P ädika is . De G und da ü is kla : obwohl es G enz älle gib , sind die G enze des P ädika es au jeden Fall p äzis. Da aus geh he o , dass eine Bes immung de Vaghei nich aus eine De ini ion de G enz älle bes ehen kann. Zwei ens be ücksich ig e die Be ach ung on unscha en G enzen als g undlegende De ini ion. Die Behandlung des P oblems du ch die unscha en G enzen is dennoch lau Smi h nich e hellend genug. Dazu äuße e sich wi olg : « his second idea also ails o yield an adequa e de ini ion, o i is no p ecise o pe spicuous enough o be eally use ul […]. The blu ed bounda ies me apho is oo slippe y o be o eal help» (Smi h, 2008: 136). 2 In meh e en Büche n übe Vaghei (Kee e, 2000; Williamson 1996) we den G enz älle, unscha e G enze und die So i es-Pa adoxie als ih e Me kmale genann . Es gib jedoch Fälle, bei denen sich die Au o en — wie Smi h— ü Cha ak e isie ungen ans a Me kmale en scheiden. De G und da ü is mi unbekann . In diesem Fall en schied ich mich aus Kohä enzg ünden ü „Me kmale“, da ich nich ans ebe, eine De ini ion de Vaghei du ch ih e Me kmale o zuschlagen, nu die Vaghei zu besch eiben. 17 Zule z se z e sich dami auseinande , die So i es-Pa adoxie als Vaghei sde ini ion zu behandeln. Das P oblem diese Lösung lieg da in, dass die Pa adoxie ein Symp om de Vaghei is . Meine Meinung nach b ing die Au assung de Pa adoxie als einem Phänomen de Vaghei Schwie igkei en mi sich, denn die sogenann e Annahme ließe schluss olge n, dass es keine Vaghei gab, be o die Pa adoxie exis ie e. Nach de Ablehnung seine eigenen Vo schläge en scheide sich Smi h ü die Analyse de Vaghei mi hil e des on ihm e undenen Beg i s de Closeness ( gl. 2.2.). Diese g adualis ischen Au assung, die on e e eidig wi d, un e läu abe auch Fehle : «De g öß e Nach eil diese Theo ien is , dass ein abges u e Wah hei swe zuweisungen eine Scheingenauigkei e zeugen, inso e n sie Un e schiede annehmen, zu denen es keine en sp echend ein indi iduie en Sp eche übe zeugungen und -absich en gib . Man ed Pinkal nenn dies das „P oblem de in ui i unhal ba en Übe p äzisie ung“» (Keil, 2017: 123). Wie Keil e läu e , die Übe genauigkei des g adualis ischen Ansa zes be ei e Schwie igkei en ü die Sp achanschauung. Was Pinkal ([1985] 1995: 162) «unhal ba e Übe p äzisie ung» nenn , geh aus den Zwei eln he o , ob ein bes imm e Ausd uck in de Ta einen ode einen ande en Wah hei swe ha . Wie soll man wissen, wann eine Aussage mi einem We wie 0,91 ode wie 0,87 wah is ? Die bishe ige genann en Schwie igkei en be e en die g adualis ische Au assung. Wie im nächs en Kapi el im Zusammenhang mi de Behandlung de So i es- Pa adoxie e klä wi d, be e en solche Schwie igkei en auch zahl eiche Theo ien. 18 19 3. Ve schiedene Ansä ze zum Vaghei sbeg i In de Sp achphilosophie liegen meh e e Ansä ze zum Beg i „Vaghei “ o . Am Beispiel de So i es-Pa adoxie we den hie diejenigen ausge üh , die eine bedeu ungs agende Rolle ü die Au assung de Vaghei spielen. Im Konk e en handel es sich hie um die g adualis ischen, die epis emischen und die supe alua ionis ischen Ansä ze. 3.1. De g adualis ische Ansa z De g adualis ische Ansa z s amm on de d eiwe igen Logik Łukasiewiczs aus den 1920e Jah e he . Zu diese Zei s ell Łukasiewicz die Hypo hese au , dass bei de Analyse de Aussagen meh als zwei Wah hei swe e be ücksich ig we den soll en. E zieh am An ang nu die Möglichkei on d ei Wah hei swe en in Be ach . Spä e üh es jedoch zu eine Au assung de Logik als unendlichwe ig. Fü diese Be ach ung haben Al ed Ta ski und Łukasiewicz (1930) plädie , sie ha e abe in diese Zei keine g oße Auswi kung in de Logik. De Ansa z on Łukasiewicz wa eigen lich nich neu. Schon im 4. Jah hunde . Ch . schlug A is o eles in De in e p e a ione (4. Jh. . Ch .) eine Analyse de Wah hei on meh als zwei Wah hei swe en o . Schon damals s ell e A is o eles olgendes P oblem da : was ü einen Wah hei swe soll e man dem Sa z „Mo gen wi d eine Seeschlach s a inden“ zuo dnen? Da die Aussagenlogik keine Aussage bewe en kann, die noch nich s a ge unden ha , kann man dem Sa z im P inzip keinen Wah hei swe zusch eiben. Ein Sa z ohne Wah hei swe is dennoch nach F ege [1891] (2008) bedeu ungslee und nach Wi gens ein ([1921] 1989: 28) kann nich e s anden we den. Die Bedeu ung om Sa z „Mo gen wi d eine Seeschlach s a inden“ is o zdem e s ändlich. A is o eles ha schon damals die Au assung e e en, dass de Sa z eine Bedeu ung bzw. einen Wah hei swe haben muss. 20 Zu E klä ung dieses P oblems schläg A is o eles eine d i e Ka ego ie in de logischen Analyse o , und zwa , die „unbes imm e“ We ung de Aussagen. 3 Im Falle des on A is o eles o geschlagenen Sa zes wi d jedoch nich on Vaghei gesp ochen. Die Absich A is o eles wa es nich , sich mi eine agen Sp ache zu be assen, sonde n Sä ze in Zukun s o m zu analysie en und mögliche weise den P inzip de Zweiwe igkei in F age zu s ellen. In Bezug au die Be ach ung de Wah hei als unendlichwe ig wu de im Jah 1965 on Lo i Aliaske Zadeh Fuzzy se s (1965) gesch ieben. Seine A bei wa da au ausge ich e , Anwendungen ü Compu e p obleme wie die Mus e e kennung zu en wickeln. Seine Absich s imm jedoch mi de de g adualis ischen Au assung übe ein, denn die Au gabe de Fes s ellung age Mus e ha g oße Ähnlichkei en mi de E kennung on g adualis ischen Wah hei swe en. Zu Ve deu lichung de Analogie beide He angehensweisen eigne sich olgendes Zi a Williamsons: «Conside , o ins ance, he ask o p og amming a compu e o ead handw i ing: a sc awled shape may i he pa e ns ‘m’, ‘n’ and ‘w’ o a ying deg ees. Again, i human o mula ed in o ma ion o ins uc ions (‘The s a ion is abou a kilome e u he on) […], he compu e needs a amewo k o handling agueness, and he heo y o uzzy se s has been p esen ed as a good candida e» (Williamson, [1994] 1996: 121). Eindeu ig basie de g adualis ische Ansa z au die Theo ie on Zadeh. Die on Zadeh o geschlagene Idee häng mi de Ausa bei ung eine Theo ie de Mengen zusammen. Wie Williamson jedoch da leg : «I is ne e heless na u al o suppose ha i membe ship o he se o heaps is a ma e o deg ee, hen so oo is he u h o „Tha is a heap“» (Williamson, [1994] 1996: 122). 4 Dahe kann man besagen, dass de G ad de Zugehö igkei eines Elemen es in Bezug au eine Menge äqui alen zum Wah hei swe eines beliebigen Sa zes is . Zu Ve deu lichung eigne sich olgendes Beispiel: a) Pe e is ein Elemen in de Menge de g oßen Sachen, abe nu zu 65%, da e nich kla e weise g oß is . 3 Diese Vo schlag gil als G undlage de d eiwe igen Logik. 4 Fü nähe e In o ma ion siehe Williamsons Vagueness ([1994] 1996: 120-123). 21 b) Gleiche maßen is de Sa z „Pe e is g oß“ 0.65 wah , da die beiden Au assungen äqui alen sind. In Anbe ach des Ange üh en is es zu agen, wo aus die Wah hei swe en s ammen, die die Ve e e des g adualis ischen Ansa zes behandeln. De g adualis ische Ansa z besag , dass es eine unendliche Anzahl an Wah hei swe en —so iele wie man p äzisie en will— gib . Nach den G adualis en kann ein beliebige Sa z einen Wah hei swe on z.B. 0.67, 0.331 ode 0.21578 haben. 5 Diesem Ansa z wi d es abe häu ig o gewo en, sich au schwache G undlagen zu s ü zen und seine Analyse de Wah hei swe en on Sä zen wu den im le z en Jah hunde on meh e en Au o en — Pinkal (1995), Williamson [1994] (1996), Bu ns (1991)— in F age ges ell . Es gib abe noch Au o en wie Smi h (2008) ode Sainsbu y (1991, 2010), die diese Theo ie e e en. Da au gehe ich je z ein. Bishe wu de die Au assung on Smi h und seinen Beg i de Closeness ( gl. 2.2.) da geleg . Die Ve e e des g adualis ischen Ansa zes sind jedoch iele. Un e ande en zeichne sich R.M. Sainsbu y mi seinem Bei ag Deg ees o Belie and Deg ees o T u h [1986] (2010) aus. Seine ausgehende P ämisse is die olgende: 6 «The cen al hough is ha a sen ence con aining a ague exp ession may ail o be comple ely ue and ail o be comple ely alse, ye no be wi hou u h alue. Such a sen ence ep esen s he wo ld as being a ce ain way, so he e mus be a ques ion o whe he i ep esen s i co ec ly o inco ec ly. Bu he e may be no de ini e answe : i is a pa ially co ec ep esen a ion» (Sainsbu y, [1986] 2010: 97). Lau Sainsbu y muss eine Theo ie An wo au das P oblem de Pa adoxie geben. Da de g adualis ische Ansa z diese An wo anbie e , s ell sich ü Sainsbu y ([1986] 2010: 98) diese Ansa z als gül ig he aus. 5 Diese Wah hei swe e wu den willkü lich ausgewähl . Da die Ve e e diese Theo ie sich mi unendlichen Wah hei swe en be assen, kann man eigen lich eine beliebige Zahl wählen. 6 Die Idee Sainsbu ys is komplexe als das, was im Zi a o komm . Eigen lich e such e , eine Ve bindung de g adualis ischen und de epis emischen Theo ien da zus ellen, indem e einen epis emischen Beg i —Deg ees o belie — im Kon ex eine g adualis ischen Au assung anwende . Diese Beg i is jedoch nich ele an ü diese Abschlussa bei . 28 a) Es gib ein Jah , on dem an ein Kind zum E wachsenen wi d. Man weiß jedoch nich welches. 8 b) Johann is ein kla e Fall on Kind —e is ein Jah al —. Dahe sagen alle, dass e ein Kind sei. Die Ve bindung zwischen Bedeu ung und Geb auch wi d au ech e hal en. c) Wal e is ein kla e Fall on nich Kind —e is 16 Jah e al —. Dahe sagen alle, dass e kein Kind sei. Die Ve bindung zwischen Bedeu ung und Geb auch wi d auch hie au ech e hal en. d) Maximilian is ein G enz all on Kind —e is 11 Jah e al —. E be inde sich in de G enze zwischen Kinde n und E wachsenen. Manchen wü den besagen, dass e noch ein Kind sei, ande e nich . Nach de Theo ie gib es abe eine scha e G enze zwischen Kinde n und E wachsenen, dahe muss Maximilian en wede ein Kind ode ein E wachsene sein. Deu lich is hie de Geb auch ande s als die Bedeu ung. Zum ähnlichen Schluss komm Smi h anhand seines eigenen Beispiels, und zwa , des G enz alles „gla zköp ig“. «Ye mos compe en speake s would nei he assen o no dissen om „x is bald“: we sh ug ou shoulde s, we say „he is and he isn’ ’ o ‘he’s so o bald“, we say no hing ei he way, e c. So wi hin he bo de line cases, he e is —gi en he epis emicis iew— a ailu e o ma ch-up be ween meaning and use» (Smi h, 2008: 37). Diese be ei s ange üh en Analysen e binden jedoch den Geb auch de Sp ache nich nu mi de Bedeu ung de P ädika e, sonde n auch mi ih en Wah hei sbedingungen. Die Wah hei sbedingungen sind die Bedingungen, die e üll we den müssen, um Aussagen als wah au assen zu können. Nach Wi gens ein kann man nu einen Sa z e s ehen, wenn man seine Wah hei sbedingungen e kennen kann: «Einen Sa z e s ehen, heiß , wissen was de Fall is , wenn e wah is » (Wi gens ein, [1921] 1989: 28). Nu so kann die Bedeu ung eine beliebigen Aussage mi ih en 8 „x is ein Kind“ is age. 29 Wah hei sbedingungen iden i izie we den. So was anzunehmen se z abe o aus, dass de Geb auch de Sp ache, de die Bedeu ung eines Wo es ode P ädika es beein lussen kann, auch die Wah hei sbedingungen dieses P ädika es modi izie en kann. Die Sache is seh komplex. Lau Williamson sei inkohä en zu e e en, dass de Geb auch de Sp ache allein die Wah hei sbedingungen eines P ädika es beein luss , da iele ande e Fak o en eine Rolle spielen. Dazu äuße sich Williamson wie olg : «The ba e complain is oo gene al o be con incing. En i onmen al ac o s beyond ou disposi ions o assen and dissen may play a ole in ixing u h-condi ions […]. T u h- condi ions canno be educed o he s a is ics o assen and dissen . In pa icula , he line be ween u h and alsi y is no o be equa ed wi h he line be ween unanimous and less han unanimous assen » (Williamson, [1994] 1996: 205-206). 9 Obwohl die epis emische Au assung Williamsons on aglichen P inzipien ausgeh , lieg e meine Meinung nach gu e A gumen e zug unde. Die So i es-Pa adoxie wi d na ü lich auch on den Ve e e n des epis emischen Ansa zes zu Klä ung de be ei s genann en Aspek en he angezogen. Eine de Vo eile de epis emischen Theo ie is nach Smi h, dass sie die So i es-Pa adoxie mi g oße Leich igkei lös , da die P ämisse de Pa adoxie, dass seh kleine Ve ände ungen keinen Un e schied ü den Wah hei swe bedeu en, ein ach als alsch au ge ass we den kann: «Thus he So i es pa adox is sol ed by denying he induc i e p emiss: he p emiss which says ha i any hing in he So i es se ies is a heap, hen so is he nex hing in he se ies. This p emiss is alse: he e is a pai o adjacen hings in he se ies such ha one is a heap and one is no » (Smi h, 2008: 35). Diese be ei s genann e Au assung de Pa adoxie is jedoch on Smi h bes i en. Das P oblem lieg lau Smi h nich da in, dass man nich weiß, ob die Pa adoxie wah ode alsch is . Es lieg jedoch an de Ta sache, dass, obwohl man e kenn , dass de Schluss alsch is , glaub man, dass die P ämissen akzep abel sind (Smi h, 2008: 35-36). Um dieses Phänomen e klä en zu können, muss man e s mal e läu e n, wa um diese 9 Das Thema de Bedeu ung im Zusammenhang mi dem Geb auch kann noch wei e un e such we den. Ein Konsensus wu de alle dings noch nich e eich . 30 P ämisse als akzep abel o kommen: «We ha e o explain why we hough hey we e accep able: we ha e o explain why we we e aken in. Only hen do we ha e a sa is ying solu ion o he pa adox» (Smi h, 2008: 36). Das läss sich anhand des on Williamson o geschlagenen Beg i es de Fehle g enze «ma gin o e o » (Williamson, [1994] 1996: 217) e klä en. Diese Beg i bezieh sich au die Ungenauigkei des Wissens de Menschen. Als Sp eche kennen wi de epis emischen Theo ie zu olge die genauen G enzen eines P ädika es nich . Wi können dennoch e mu en, wo sich diese G enzen be inden können. Man weiß nich ielleich , ob Pe e mi 60 Jah e al schon al is . Es bes eh jedoch keine Zwei el, wenn e 80 Jah e al wi d. Man weiß nu nich , wann man die G enze des P ädika es übe sch i en ha Weil das Wissen de Sp eche eine Sp ache ungenau is , e lang es Williamson zu olge eine Fehle g enze. Diese Fehle g enze e laub , wah e Aussagen ausd ücken zu können, auch wenn man unkundig de G enzen is . Williamson e klä es so: «Whe e ou knowledge is inexac , ou belie s a e eliable only i we lea e a ma gin o e o » (Williamson, [1994] 1996: 226). Die Idee de Fehle g enze wi d on R. So ensen mi seinem Beispiel ganz genau da ges ell : «I one knows ha an n day old human being is a child, hen ha human being mus also be a child when n + 1 days old. O he wise, one is igh by luck» (So ensen, 2018). 10 Die Logik de So i es-Pa adoxie schein un e den gleichen Bedingungen zu unk ionie en. De Induk ionssch i de Pa adoxie, de zum unakzep ablen Schluss üh , sieh plausibel aus, weil e sich de Fehle g enze bedien . Dies läss sich wie olg e anschaulichen: a) De Fehle g enzenp inzip besag , dass Pe e , de 1,86 m g oß is , eindeu ig g oß is , weil e eindeu ig g oß wä e, wenn e 1,85 m g oß wä e. b) Die Induk ionsp ämisse de Pa adoxie olg demselben P inzip: Wenn Pe e , de 1,86 m g oß is , g oß is , wä e e auch g oß, wenn e 1,85 m g oß wä e. 10 Zu Klä ung kann hie de on Smi h genann e P inzip de Fehle g enze e gänz we den: «(ME [Ma gin o E o ]) „S knows ha P“ is ue in a si ua ion T only i „P“ is ue in si ua ions ha a e su icien ly simila o T» (Smi h, 2008: 43). 31 Die Induk ionsp ämisse sieh in diesem Fall logisch aus, weil de Mangel an genauem Wissen, das wi als Sp eche eine Sp ache haben, die Exis enz diese Fehle g enze e laub . Folglich schein die Pa adoxie, plausibel zu sein, weil ih e Induk ionsp ämisse inne halb de G enzen unse e Fehle g enze unk ionie . Obwohl die epis emische Theo ie gu e Beg ündungen ü die Au assung de Vaghei als Unwissenhei sphänomen o b ing , lassen sich die Vo schläge on Williamson nich beweisen: a) Sie beziehen sich au das Vo handensein eine unsich ba en G enze, die niemand e kennen kann. b) Die ech e G enze eines agen P ädika es kann keineswegs gezeig we den und nu ein imaginä e allwissende Sp eche könn e diese G enze e kennen. 3.3. De supe alua ionis ische Ansa z De supe alua ionis ische Ansa z is im Zusammenhang mi de Wissenscha sphilosophie en s anden. In den 50e Jah en ass man die wissenscha liche Sp ache so au , dass sie sich in Beobach ungsausd ücken und heo e ischen Ausd ücken ein eilen läss . Beobach ungsausd ücke e hal en ih e Bedeu ung du ch ih e Ve bindungen mi de E ah ung. Theo e ische Ausd ücke e ügen übe ih e Bedeu ung mi els de Ve bindung zwischen Beobach ungsausd ücken und ande en heo e ischen Ausd ücken (Williamson, [1994] 1996: 143). 11 Die Beobach ungsausd ücke sind an ällig ü Vaghei , denn ih e Bedeu ung s amm aus de E ah ung he . Da die menschlichen E ah ungen beg enz sind, können die Beobach ungsausd ücke selbs nich p äzis sein. Dami die heo e ischen Ausd ücke die Vaghei de Beobach ungsausd ücke nich bekommen, muss man die zule z genann en p äzise machen. Nu so kann on eine p äzisen wissenscha lichen Sp ache die Rede sein. Zu E klä ung de Beobach ungsausd ücke und de heo e ischen Ausd ücke üh e ich olgendes Beispiel an: 11 Islas Mond agón (2016) e klä es wie olg : «En las discusiones ilosó icas sob e la me odología cien í ica, el lenguaje cien í ico suele se di idido en dos ipos, a sabe : el lenguaje obse acional, con el cual son designadas las elaciones y p opiedades de obje os, sucesos y p ocesos cien í icos obse ables, y el lenguaje eó ico con el cual los cien í icos se e ie en a las en idades y los e en os cien í icos inobse ables». 32 a) In einem Esszimme gib es ie Menschen. D ei on denen sind 30 Jah e al und ein on denen is 17 Jah e al . b) Ein Beispiel on einem Beobach ungsausd uck is : „Es gib d ei E wachsenen im Esszimme “. c) Weil i) „E wachsene“ age is und ii) de 17-jäh ige Menschen ein G enz all on „E wachsene“ is , is es nich eindeu ig, ob de Beobach ungsausd uck wah ode alsch is . d) Deswegen is de olgende heo e ische Ausd uck auch age: „Es is de Fall, dass es d ei Menschen im Esszimme gib , die nich nu die no wendigen psychischen und physischen Eigenscha en haben, sonde n auch die gesellscha liche Akzep anz, um als E wachsenen angesehen zu we den“. Die Wissenscha sphilosophie nimm zu E klä ung de Vaghei die sogenann en «admissible in e p e a ions» (Williamson, [1994] 1996: 144) zu Hil e. Diese zulässigen In e p e a ionen sind zusä zliche Angaben, die mi dem P ädika zusammenhangen, dami die P ädika e un e bes imm en Ums änden p äzis we den. In Bezug au das o he ige Beispiel is eine zulässige In e p e a ion, dass E wachsenen mindes ens 18 Jah e al sein müssen. In diesem Fall s ell sich de Sa z „Es gib d ei E wachsenen im Esszimme “ als wah he aus, da de 17-Jäh ige kein E wachsene wä e. Eben alls handel es sich um eine zulässige In e p e a ion, dass 13-jäh ige Menschen schon E wachsenen sind, da nach dem Judaismus 13-jäh ige Männe „Ba Mi zwa“ und 12-jäh ige F auen „Ba Mi zwa“ sind. 12 In diesem Fall is de Sa z abe alsch, weil sich ie E wachsenen und nich d ei im Esszimme be inden. Au dem Gebie de Wissenscha sphilosophie sch eib Hen y Mehlbe g sein Buch The Reach o Science (1958). Bas iaan an F aassen se z eine sys ema ische e Anwendung ü die Analyse de Vaghei in seine A ikel Singula Te ms, T u h-Value Gaps and F ee Logic in The Jou nal o Philosophy (1966) in den 60e Jah en um. 13 In den 70e Jah en spielen Michael Dumme mi Wang’s Pa adox in Syn hese (1975), Ki Fine mi Vagueness, T u h and Logic in Syn hese (1975) und Ma ian P zełęcki mi 12 „Ba Mi zwa“ und „Ba Mi zwa“ bezeichnen die Mündigkei im Judaismus. 13 In diese A ikel wu de den Beg i „Supe alua ionismus“ zum e s en Mal benu z . 33 Fuzziness as mul iplici y in E kenn nis (1976) eine Haup olle im Supe alua ionismus (Williamson, [1994] 1996: 146). Fü die Haup e e e in des Supe alua ionismus wi d Rosanna Kee e gehal en. De Supe alua ionismus wende P äzisie ungen auch an. Dabei un e scheide e jedoch zwischen supe wah en/supe alschen und wah en/ alschen Aussagen. Zu Ve anschaulichung diese beiden Wah hei swe ypen eignen sich die olgenden Beispiele: a) „To on o be inde sich in Kanada“ b) „Es gib eine unge ade Anzahl an Bäumen in To on o“ (Kee e, 2008: 160). 14 Obwohl beide Wö e —To on o und Kanada— im e s en Besipiel age sind, is de Sa z o z alle P äzisie ungen wah . Es is nich ele an , ob de Sa z mein , dass To on o sich im Jah 1793 ode im Jah 2018 in Kanada be inde . De Sa z wi d imme noch wah sein, da To on o sich imme in Kanada be and. Ein solche Sa z wi d on den Ve e e n des Supe alua ionismus als supe wah —«a ue simplici e » (Kee e, 2008: 160)— au ge ass . Im zwei en Fall is es jedoch ande s, denn es läss sich nich e e en, dass es in To on o imme eine unge ade Anzahl an Bäumen gab . Wah scheinlich wa die Anzahl de Bäume im Jah 1793 und im Jah 2018 nich diegleiche. Angenommen, dass es in To on o im Jah 1793 zwei Bäume und im Jah 2018 d ei Bäume gab, e weis sich de Sa z „Es gib eine unge ade Anzahl an Bäumen in To on o“ im Falle on 1793 als alsch und im Falle on 2018 als wah . In Bezug au die P äzisie ungen, die de Supe alua ionismus anwende , und au den Beg i de zulässigen In e p e a ionen e gib sich die olgende F age: Wann is eine In e p e a ion zulässig? Lau des Supe alua ionismus eignen sich die zulässigen In e p e a ionen da ü , gegebene Äuße ungen p äzise zu machen. Diese Au assung schein dennoch da au hinzudeu en, dass das P ädika „x is eine zulässige In e p e a ion“ nich age is . Das is abe alsch, denn de Ansa z de zulässigen In e p e a ionen geh da on aus, dass P ädika e scha e G enzen zwischen wah / alsch und den G enz ällen 14 To on o und Kanada sind age, da sie ü die So i es-Pa adoxie an ällig sind: Ein Millime e kann nich den Un e schied zwischen Kanada und den USA bedeu en, dann bedeu e 1+1 Millime e auch keinen Un e schied. Folglich kann Los Angeles nach diese Pa adoxie noch Kanada sein. 34 au weisen. Auße dem handel es sich bei de höhe s u igen Vaghei um eine Eigenscha de agen P ädika e und hie lieg keine scha e G enze zwischen wah / alsch und den G enz ällen gib ( gl. 3.1.). Dahe is de Sa z „x is eine zulässige In e p e a ion“ auch age. Williamson leg es wie olg da : «Supe alua ionis s o en ega d admissibili y as consis ency wi h he seman ic ules o he language. I he ules decide a case, hen an admissible in e p e a ion decides i in he same way […]. Since consis ency is a ma e o logic, admissibili y looks as hough i should be a p ecise concep . Highe -o de agueness shows his pic u e o be misleading» (Williamson, [1994] 1996: 158). Die Ta sache, dass diese Me hode de P äzisie ung selbs age is , s ell den Haup mechanismus des Supe alua ionismus zu Au assung on agen P ädika en in F age. Als An wo au diese K i ik e klä Kee e, dass es zu e wa en is , dass es Vaghei im Ke nbe eich de zulässigen In e p e a ion gib (Kee e, 2008: 202-203). Die Vaghei de zulässigen In e p e a ionen bedeu e lau Kee e nu , dass es G enz älle on zulässigen In e p e a ionen gib : «The no ion [admissible speci ica ion] co esponds o „accep able way o making all exp essions p ecise“, and i is na u al o expec agueness o e wha coun s as accep able he e. Fo example, i is accep able o make „ all“ p ecise by d awing a bounda y a 6 ee 0 inches bu no by d awing one a 5 ee 0 inches, and he e is no poin be ween hese wo heigh s which de e mina ely ma ks a poin o sudden change om being an accep able bounda y o an accep able one» (Kee e, 2008: 203). Obwohl die Vaghei de zulässigen In e p e a ionen das Vo handensein on G enz ällen e laub , liegen noch nach Kee e kla e Fälle on zulässige In e p e a ion o . Aus diesem G und kann man noch Sä ze wie „To on o be inde sich in Kanada“ als supe wah au assen, denn die Vaghei ha keine Wi kung au solche eindeu igen Fälle. Dazu äuße sich Kee e wie olg : «The agueness o he u h-condi ion does no , howe e , elimina e de ini e u hs, since he e will be clea cases o sen ences ue on all admissible speci ica ions, which will be de ini ely ue» (Kee e, 2008: 203). 35 Ein ande e K i ikpunk lieg da in, dass P äzisie ungen on agen P ädika en nich möglich sind, da sie in diesem Fall die wesen liche Bedeu ung des P ädika es e ände n. In Bezug au diese on Fodo und LePo e (1996) geäuße e K i ik e klä Kluck das Folgende: «Mi de P äzisie ung wi d e was ande es ausgesag als mi dem agen P ädika . Vo de P äzisie ung lieg demnach eine ande e P oposi ion o als danach; da diese de Wah hei swe äge is , is de Wah hei swe äge ü die gewöhnliche Auswe ung also ein ande e als ü die Supe alua ion» (Kluck, 2014: 35). Ob die wesen liche Bedeu ung eines P ädika es du ch die supe alua ionis ischen P äzisie ungen e ände wi d ode nich , is noch zen ale Gegens and de Vaghei sdeba e. Die eiz olls e Idee des Supe alua ionismus wa abe de Vo schlag, dass wah e/ alsche unkla e Fälle als kla e Fälle au ge ass we den könn en. Wegen de Vaghei de zulässigen In e p e a ionen is abe diese p äzise Analyse nich möglich, da G enz älle on zulässigen In e p e a ionen age P ädika e nich p äzisie en. Es gib doch noch supe wah e/- alsche Aussagen, die man als kla au assen kann. Sie s immen dennoch mi den kla en Fällen on wah / alsch de epis emologischen und g adualis ischen Au assungen übe ein. Sie we den ein ach ande s genann . Die F age, ob age Aussagen du ch age „P äzisie ungen“ p äzis we den kann, is noch on de Sp achwissenscha zu bean wo en. Die So i es-Pa adoxie wi d on den Supe alua ionis en mi hil e ih e o geschlagenen P äzisie ungen behandel . Läss sich ein P ädika wie „x is g oß“ p äzisie en, en s eh dann eine „scha e G enze“. Aus diesem G und wi d de Induk ionssch i de Pa adoxie abgelehn . Folgendes Beispiel dien de Ve anschaulichung: a) „x is g oß“ is age und deswegen ü die So i es-Pa adoxie an ällig. b) Eine zulässige In e p e a ion on g oß is nach dem Supe alua ionismus, dass jemand, de 1,80 g oß is , in Bezug au einen gegebenen Kon ex g oß is . 15 15 z.B. in Spanien im Jah 2019. 36 c) De Induk ionssch i de Pa adoxie ha dann keine Wi kung au dieses P ädika , da au g und de zulässigen In e p e a ion eine scha e G enze zwischen g oß und nich -g oß exis ie . Das be ei s Gezeig e läss sich wiede au g und de höhe s u igen Vaghei in F age s ellen. Die Vaghei de zulässigen In e p e a ion e möglich nich , age P ädika e als p äzis zu e s ehen, wie das olgende Beispiel zeig : a) Die zulässige In e p e a ion on g oß is selbs age und ü die So i es-Pa adoxie an ällig. b) Gegeben sei eine zulässige In e p e a ion on „x is g oß“, wie z. B: jemand, de 1,80 g oß is , is in Bezug au einen gegebenen Kon ex g oß. Dann is e /sie auch g oß in demselben Kon ex , wenn e /sie 1,79999 g oß wä e, weil die Vaghei on „zulässige In e p e a ion“ das e laub . c) Wei e e Anwendungen des Induk ionssch i es üh en zu dem alschen Schluss, da jemand in Bezug au denselben Kon ex g oß wä e, wenn e /sie 1,50 g oß wä e. Das P oblem mi de Analyse de Supe alua ionis en geh da au zu ück, dass man eine age Me asp ache e wende , um age Aussagen zu besch eiben 16 , d.h. wenn die Me asp ache age is , kann sie im P inzip bei de Analyse eine agen Äuße ung nich wei e hel en. Die supe alua ionis ische Au assung inde ich aglich, denn eine age Sp ache kann meine Meinung nach du ch „ age P äzisie ungen“ nich p äzis gemach we den. Dazu soll e eine ande e Au assung übe die P äzisie ungen und übe die Me asp ache o handen sein. 16 Die Me asp ache is die Sp ache übe die Sp ache. 37 4. Schluss olge ung In diese A bei wi d gezeig , dass die Fes legung eine allgemein akzep ie en Vaghei sde ini ion ein ielschich iges P oblem is . Aus de Analyse de d ei ausge üh en Theo ien läss sich de Schluss ziehen, dass es kein Konsens übe den Lösungsweg zu nähe en Bes immung de Vaghei gib : die g adualis ische Theo ie e i die Au assung, dass nu eine analy ische Übe p äzisie ungsme hode eine An wo au die Vaghei bie en kann. Dem epis emischen Ansa z zu olge handel es sich bei de Vaghei um ein Unwissenhei sphänomen und die Ve e e des Supe alua ionismus a gumen ie en, dass age Aussagen du ch zulässige In e p e a ionen p äzisie we den können. Keine de o geschlagenen Besch eibungswege de Vaghei schein zu iedens ellend zu sein. Im Folgenden möch e ich meine eigenen Schluss olge ungen ziehen: In 3.1. wu de die g adualis ische Theo ie on Smi h e klä . Seine Au assung de Vaghei in Ve bindung mi seinem selbs e undenen Beg i des Closeness is e wähnenswe . Die G aduie ba kei meh e e agen P ädika e leis e bei de Anwendung de Logik de Closeness auch Hil e, da es ein P äzisie ungsmus e anbie e . Mi Siche hei lös dieses Mus e die Induk ionsp ämisse de So i es-Pa adoxie bei de Vaghei e s e S u e. Diese Au assung s öß jedoch bei de Be ach ung de Vaghei höhe e S u e au Schwie igkei en. Das Phänomen de höhe s u igen Vaghei läss nich zu, kla e Fälle on g oß bzw. nich -g oß oneinande abzug enzen. Demzu olge kann man nu willkü lich den Punk es legen, de ein kla e Fall on g oß (1) on einem ge ing ügigen wenig kla en Fall on g oß (0.99) enn . Au g und de Unmöglichkei eine objek i en Zuo dnung de Wah hei swe en is es diese Analyseme hode aglich. Zu adäqua en Au assung de Vaghei muss man sich zunächs mi de Vaghei höhe e S u e be assen und einen Weg zu ih e Besch eibung zu inden. Obwohl die g adualis ische Theo ie on Smi h eine seh in e essan e Lösung ü die Vaghei anbie e , schei e meines E ach ens sein Vo schlag bezüglich dieses Phänomens. Aus diesem G und läss sich Smi hs Au assung nich au ech e hal en. Die epis emische Au assung on Williamson wu de in 3.2. analysie . Wie schon e läu e , besag die epis emische Theo ie, dass die Vaghei ein Unwissenhei sphänomen