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Syntaktische Musterreplikationen bei deutsch‑tschechischen Bilingualen: Ein gebrauchsbasierter Ansatz

Bučková, Aneta

Abstract

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Full text

Syn ak ische Mus e eplika ionen bei deu sch ‑ schechischen Bilingualen: Ein geb auchsbasie e Ansa z1 Ane a Bučko á– Uni e si ä Regensbu g ABSTRACT De A ikel beschä ig sich mi de Analyse syn ak ische Mus e eplika ionen bei deu sch- schechischen Bilingualen. Die G undlage bilden spon ansp achliche Da en aus na a i en In e iews mi zwei G uppen on Bilingualen, die um 1955 in de Tschechoslowakei gebo en wo den sind und Ende de 1960e Jah e nach Wes deu schland emig ie en. Diese we den in Bezug au den Sp ache we b und Sp acha i ion cha ak e isie . De Schwe punk dieses Tex es lieg au de A gumen a ion ü einen geeigne en In e p e a ions ahmen ü die Analyse de Mus e eplika ionen im Be eich de A gumen s uk u und de dami e bundenen Valenz. Fü diesen Zweck we den die adi ionelle Valenz heo ie und die ko- gni i e Kons uk ionsg amma ik mi einande kombinie . Au diese Weise können die ko- gni i en P ozesse hin e den kon ak induzie en Mus e n, die sich on de Heima a ie ä un e scheiden, e ass we den, was am Beispiel de Akkusa i -Kons uk ion gezeig wi d. SCHLÜSSELWÖRTER Sp achkon ak ; Mus e eplika ion; Valenz; Kons uk ionsg amma ik; A gumen s uk u ; Tschechisch; Deu sch ABSTRACT Syn ac ic pa e n eplica ions o Ge man ‑Czech bilinguals: Ausage ‑based app oach The a icle deals wi h he analysis o syn ac ic pa e n eplica ions o Czech -Ge man bi- linguals. The analysis d aws on spon aneous language da a om na a i e in e iews wi h wo g oups o bilinguals who we e bo n in Czechoslo akia a ound 1955 and emig a ed o Wes Ge many in he la e 1960s. These a e desc ibed in ega d o language acquisi ion and language a i ion. The s udy makes as ong case o he use ulness o an in e p e i e amewo k in he a ea o a gumen s uc u e and ela ed alency o he analysis o pa - e n eplica ions. Fo his pu pose, adi ional alency heo y and cogni i e cons uc ion g amma a e combined. In his way, he cogni i e p ocesses behind con ac -induced pa e ns di e ing om he homeland a ie y can be cap u ed, as shown by he example o he accusa i e cons uc ion. KEYWORDS language con ac ; pa e n eplica ion; alency; cons uc ion g amma ; a gumen s uc- u e; Czech; Ge man 1 Ich möch e mich bei P o esso Ma ek Nekula sowie bei den anonymen Re iewe n ü die hil eichen Hinweise beim En s ehen dieses Tex es he zlich bedanken. 84 BRÜCKEN 28/2 1. EINLEITUNG De o liegende Au sa z bie e einen Einblick in den heo e ischen In e p e a ions ah- men eines bohemis ischen Disse a ionsp ojek es, das sich mi deu sch - schechischem Sp achkon ak auseinande se z . Die Disse a ion en s eh im Rahmen des on de Deu schen Fo schungsgemeinscha (DFG) und dem polnischen Na ionalen Wissen- scha szen um (NCN) ge ö de en P ojek es Language ac oss gene a ions: con ac induced change in mo pho -syn ax in Ge man -Polish bilingual speech (LangGene ). Dieses be ass sich mi dem Sp achkon ak in gesp ochene Sp ache deu sch -polnische und deu sch - schechische Bilinguale , wobei sowohl linguis ische als auch sozio- linguis ische Aspek e einbezogen we den (Kościołek 2019). Diese Tex beschä ig sich lediglich mi dem deu sch - schechischen Teilp ojek . De Schwe punk des Disse a ionsp ojek es lieg in de Analyse on Sp achkon- ak e scheinungen im Be eich deu sche sowie schechische Mo phosyn ax. Das Ziel dieses Tex es is , die bei diese Analyse e wende e G amma ik heo ie– die kogni i e Kons uk ionsg amma ik (Cogni i e Cons uc ion G amma , CCxG)– o zus ellen und ih e Wahl zu beg ünden. Da bei de In e p e a ion de Da en inne halb des gewähl en Ansa zes de Bilinguali ä de un e such en Sp eche innen und Sp eche 2 Rechnung ge agen we den muss, we den gleichzei ig auch die heo e ischen G undlagen zu Zweisp achigkei besp ochen und au die P obandinnen und P obanden bezogen. 3 De Au sa z beginn mi Vo s ellung des deu sch - schechischen Teilp ojek es. Danach we den die un e such en Bilingualen in Bezug au ih en Sp ache we b und ih e Sp acha i ion behandel . Anschließend wi d de kons uk ionsg amma ische Ansa z e läu e , wobei die kogni i e Kons uk ionsg amma ik, ih Bezug zu Va- lenz heo ie und Sp achkon ak o schung im Fokus s ehen. Den Tex schließ eine Zusammen assung ab. 2. LANGGENER: PROJEKTSKIZZE Be o au die heo e ischen und me hodologischen Aspek e eingegangen wi d, die den Ke n dieses Au sa zes bilden, soll de deu sch - schechische Teil des LangGene - Rahmenp ojek es in Kü ze o ges ell we den. Dabei we den de Un e suchungs- gegens and, die P obanden und einige Aspek e des Fo schungsdesigns angesp ochen. Das Konzep des deu sch - schechischen Teilp ojek es wi d um assend in Bučko á/ Nekula (im E scheinen) o ges ell , das Konzep des LangGene -Rahmenp ojek es wi d in Hansen/Nekula (2022) skizzie . Den Un e suchungsgegens and s ellen sog. pa e n eplica ions (PAT) da , das heiß Replika ionen, bei denen kein konk e es phonologisches Ma e ial en lehn wi d. S a - dessen wi d „ he o ganiza ion, dis ibu ion and mapping o g amma ical o seman ic meaning“ eine Sp ache in eine ande e übe nommen (Sakel 2008: 15). Als Beispiel läss 2 In de S udie we den gemäß de Gewohnhei en de Zei sch i übe wiegend maskuline Plu al o men als gene ische Bezeichnungen ü Sp eche innen und Sp eche bzw. alle jeweils Gemein en e wende . 3 Wie eingangs e wähn , zeichne sich das LangGene -Rahmenp ojek du ch eine Ve bindung g amma ik- o ien ie e und soziolinguis ische Fo schung aus. Die Be ücksich igung soziolinguis ische Fak o en spiel auße dem in de In e p e a ion de Fo schungse gebnisse im deu sch - schechischen Teil eine bedeu ende Rolle. Sie we den aus Pla zg ünden in diesem Tex jedoch nich behandel . 85ANETA BUČKOVÁ sich (1a) nennen, wo das deu sche A gumen s uk u mus e in eine schechischen Klause e kennba wi d. In de Heima landbaseline wi d in diesem Kon ex nämlich kein Akkusa i -Objek , sonde n ein Da i -Objek e wende . Dies zeig sich in de Heima landbaseline -Kons uk ion in (1b). Da die Baseline -Äqui alen e zu de au hen- ischen „Bilingualen -Sp ache“ p imä kons uie und e s sekundä in den Ko po a und/ode du ch Baseline -Sp eche alidie we den, we den diese Äqui alen e in den Beispielen als „BaselinKa“ bezeichne (Bučko á/Nekula im E scheinen). Die Baseline o ien ie sich im Tschechischen an den Ko po a ü gesp ochene Sp ache (Kopři o áe al. 2017); ü das Deu sche wu de de Regiolek des Sp achgebie s, in dem die P obanden zum Un e suchungszei punk leben (Ehle s 2018) als Re e enz- a ie ä gewähl . (1) a. Bilingualen ‑Sp ache a e škole si o šimli4 und in Schule.loc e l.da dem.acc beme k.3 pl.p cp (NT_GAU_MI_CZ) b. BaselinKa a e škole si oho šimli und in Schule.loc e l.da dem.gen beme k.3 pl.p cp und in de Schule haben sie es beme k De a ige Sp achkon ak e scheinungen we den bei zwei G uppen on P obanden analysie : den sog. Spä aussiedle n (SP) und den Mig an en (MI). Fü beide G up- pen gil , dass sie um 1955 in de Tschechoslowakei gebo en wu den und im Zei aum zwischen 1964–1986 nach Wes deu schland emig ie sind. Die Spä aussiedle sind Angehö ige de deu schen Minde hei aus de ehemali- gen Tschechoslowakei, die on de Ve eibung de unmi elba en Nachk iegszei aus e schiedenen G ünden nich be o en wa en (K eisslo á 2014: 271). Ih Leben in de Tschechoslowakei wa in den 1950e Jah en du ch ein spezi isches Sp ach e- gime gekennzeichne : Das Deu sche wu de s igma isie und aus dem ö en lichen Leben ausgeschlossen (K eisslo á 2014: 276; K eisslo á/No o ný 2018: 126). Die Domänen, in denen das Deu sche als angemessen e schien und dahe e wende we den konn e, wu den demnach eingesch änk und in ielen Fällen au das Fami- lienleben eduzie . Deshalb sank die Sp achkompe enz de Nachk iegsgene a ion de deu schsp achigen Minde hei (K eisslo á/No o ný 2018: 127). Es bilde e sich ein Kon lik zwischen ih e P imä sozialisa ion in de deu schsp achigen Familie und de Sekundä sozialisa ion in de schechischsp achigen Gesellscha he aus, de bis zum Übe gang on de deu schen zu de schechischen e hnischen Iden i ä üh en konn e (K eisslo á 2014: 280). Die P obanden aus de G uppe de Spä aussiedle sind in deu schsp achigen ode deu sch - schechischen Familien au gewachsen und wu den auße halb de Familie übe wiegend schechisch sozialisie . Sie nahmen schechischsp achigen Schul- 4 Die Sp achbeispiele we den im Einklag mi den T ansk ip ionskon en ionen ange üh , die im LangGene -P ojek angewand wu den (Bučko á/P awdzic im E scheinen). Häsi a ionsge äusche we den in diesem Tex mi @ ma kie , * wi d bei abgeb ochenen Wö e n e wende und .. s ehen ü eine Pause. 86 BRÜCKEN 28/2 un e ich wah . Deu sch konn en nu einige on ihnen in einem Wahlku s in de Schule le nen (K eisslo á 2014: 277), de in de Regel einmal p o Woche nach dem Un e ich s a and. In den 1960e Jah en such en ih e Familien um Aussiedlung nach Wes deu schland an und e ließen anschließend nach de Bewilligung ih es An ags die Tschechoslowakei. Nach de Emig a ion sp achen die Spä aussiedle nu noch Deu sch, was auch den Vo s ellungen ih e El e n en sp ach. Die meis en on ihnen ha en nach dem Aus- siedeln keine Möglichkei , Tschechisch zu sp echen, auße e einzel und spo adisch mi ih en Geschwis e n. Dies ände e sich ü manche, nachdem sie die Gelegenhei bekamen, aus p i a en ode be u lichen G ünden in die Tschechoslowakei bzw. spä e in die Tschechische Republik zu eisen. Die zwei e G uppe s ellen dienen die sog. Mig an en da . Diese sind in Bezug au die Gebu s- und Mig a ionszei mi den Spä aussiedle n e gleichba , un e schei- den sich on ihnen jedoch dadu ch, dass sie keinen deu schen Familienhin e g und haben. Sie s ammen aus dem Gebie de heu igen Tschechischen Republik und leb en meis ens in P ag, sind monolingual in eine schechischsp achigen Umgebung au - gewachsen und ande en Sp achen in de Regel nu im Schulun e ich begegne . Do le n en sie als e s e F emdsp ache Russisch, spä e in einigen Fällen eben alls Deu sch. Sie emig ie en o allem aus poli ischen und wi scha lichen G ünden in de Zei nach de Bese zung de Tschechoslowakei du ch die T uppen des Wa schaue Pak es im Augus 1968 und wäh end de sog. No malisie ung in den 1970e und 1980e Jah en (Nešpo 2005: 266; Hämme le 2009: 320). Hämme le (2009: 324) mach au das Assimila ionsbes eben diese Pe sonen au me ksam, das dadu ch ges ä k wu de, dass die Möglichkei eine Remig a ion wegen de poli ischen Lage in de Tsche- choslowakei und de K iminalisie ung de Auswande ung als un ealis isch gal . In München haben diese Mig an en zwa schechische Ve eine geg ünde ode e neue (zum Beispiel Česká ka olická misie ode Sokol), insgesam wa jedoch die schechische Gemeinscha nich s a k e ne z (Hämme le 2009: 325). Man kann zwischen dem Sp achgeb auch diese G uppe und jenem de oben besch iebenen Spä aussiedle e hebliche Un e schiede es s ellen. So e wende en die Mig an en wei e hin Tschechisch im Kon ak mi F eunden und Bekann en, in de Familie und in ih en Paa beziehungen (so e n sie in eine endogamen Beziehung leb en). Sie blieben in Kon ak mi ih en Angehö igen im Heima land und nach dem E hal de deu schen S aa sbü ge scha ode spä es ens nach de Wende uh en sie diens lich ode p i a in die Tschechoslowakei bzw. nach Tschechien. In den meis en Fällen sp achen sie zumindes zu Hause auch mi ih en Kinde n Tschechisch und gaben die Sp ache so bewuss an die nächs e Gene a ion wei e . Die im Rahmen diese Un e suchung e wende en Sp achda en wu den in den Jah en 2018–2020 mi els sp achbiog aphische In e iews e hoben (Nek apil 2003). Diese wu den in beiden un e such en Sp achen du chge üh und se z en sich aus zwei Teilen zusammen, in denen jeweils mi de eien Na a ion de P obandin ode des P obanden begonnen wu de, wonach zu einem halbs uk u ie en Lei adenin e - iew übe gegangen wu de. Im e s en In e iew eil, de au Deu sch du chge üh wu de, wu de das Leben de P obandin ode des P obanden o de Auswande ung hema isie . Im zwei en In e iew eil wu de das Leben nach de Emig a ion au Tschechisch besp ochen. Im Lei adenin e iew wu den un e ande em In o ma io- 87ANETA BUČKOVÁ nen e ag , die ü die Sp achbiog aphie wich ig sind, zum Beispiel wann und wie das Tschechische und das Deu sche e wo ben und geb auch wu den. Insgesam wu den 35 In e iews ge üh , on denen zehn Spä aussiedle und zehn Mig anen in das analysie e Ko pus au genommen wu den. Die Au nahmen mi diesen P obanden wu den geschni en, ansk ibie und in Hinblick au sp ach- kon ak beding e sowie ande e sp ach o mbezogene Abweichungen on de jeweili- gen Baseline anno ie . Tabelle 1 zeig einen Übe blick des Um angs de e hobenen Sp achda en. Anzahl P obanden Daue de Au nahmen au Tschechisch Daue de Au nahmen au Deu sch Spä aussiedle (SP) 10 06:10:43 06:35:28 Mig an en (MI) 10 07:52:15 06:53:28 Tabelle 1: Um ang des Ko pus 3. DEUTSCH ‑TSCHECHISCHE BILINGUALE Diese Abschni beschä ig sich mi den heo e ischen Aspek en on Zweisp achigkei au de Ebene des Indi iduums. E konzen ie sich au die psycholinguis ischen Fak- o en, die als eine de Ein lussquellen in die Analyse on Sp achkon ak e scheinungen mi einbezogen we den. Au die No wendigkei de Ve bindung zwischen Sp achkon- ak und Zweisp achigkei s o schung e weisen zum Beispiel Romaine (2004: 49) und Bo /Bülow (2020: 168), das Plädoye geh abe be ei s au Wein eich (1967: 1) zu ück, de e klä e: „The language -using indi iduals a e hus he locus o he con ac .“ Im Folgenden we den de bilinguale Sp ache we b und Sp acha i ion disku ie . Dabei wi d bewuss au die Bezeichnung mul ilingual bzw. meh sp achig e zich e , da die deu sch - schechische Bilinguali ä bzw. Zweisp achigkei s e s im Fokus s eh . Danach wi d da au eingegangen, wie kogni i e Sp ach e a bei ung bei Bilingualen in de Fo schung in e p e ie wi d. 3.1. SPRACHERWERB In Bezug au die Di e enzie ung de oben besch iebenen G uppen on Bilingualen is zunächs die A ih es Sp ache we bs on Bedeu ung. De Beg i Sp ache we b bezeichne den P ozess, in dem sich die Sp eche unges eue , das heiß nich im o - malen Sp achun e ich , eine Sp ache aneignen (Riehl 2014: 76). Dabei wi d zwischen dem E s - und Zwei sp ache we b un e schieden. De E s sp ache we b (bis d ei Jah e) kann sowohl monolingual als auch bilingual sein. E s e es is bei den Mig an en bzw. bei den Spä aussiedle n aus endogamen Fa- milien de Fall, die in ih e Kindhei lediglich das Tschechische bzw. nu das Deu sche e wa ben. De zwei e Fall, de bilinguale E s sp ache we b i zum Beispiel bei Kin- de n au , de en El e n eile jeweils eine ande e E s sp ache (L1) haben und diese in de Kommunika ion mi dem Kind e wenden (Romaine 2009: 183 .). An den bilingualen E s sp ache we b is bei denjenigen Spä aussiedle n zu denken, die in sog. exogamen 88 BRÜCKEN 28/2 Familien au gewachsen sind, in denen ein El e n eil schechisch- und de ande e deu schsp achig wa . Häu ig üh e abe die S igma isie ung des Deu schen dazu, dass dessen Wei e gabe du ch den Ehepa ne e hinde wu de (K eisslo á 2014: 279). De P ozess des Zwei sp ache we bs wi d je nach dem Al e beim E we bsbeginn als kindlich ode e wachsen bezeichne (Mülle /Kupisch/Schmi z/Can one -Al in as 2011: 16). Diese Un e scheidung häng mi de Ta sache zusammen, dass de Sp ach- e we b bei Jugendlichen und E wachsenen nach dem E eichen eines gewissen Al e s ande s als bei Kinde n e läu (Hame s/Blanc 2005: 75, Riehl 2014: 79). De kindliche Zwei sp ache we b beginn im Al e on d ei Jah en (Ma as 2009: 62). Fü den e - wachsenen Zwei sp ache we b wi d g undsä zlich de Ein i in die Pube ä als G enze angenommen (Riehl 2014: 80), das heiß das Al e on zwöl Jah en (Hame s/ Blanc 2005: 74 .). Empi ische S udien in e schiedenen Be eichen de Sp achkompe- enz zeigen jedoch, dass in diese Hinsich di e enzie we den muss (Sax on 2010: 60). Meisel (2007: 104) sch eib e wa dem Al e zwischen d ei bis ie Jah en und jenem um sieben Jah e wich ige Rollen im E we b de Mo phosyn ax zu, au de de Fokus de Analyse on syn ak ischen Mus e eplika ionen lieg . De kindliche Zwei sp ache we b be i die Spä aussiedle , die aus endogamen deu schsp achigen Familien s ammen. Sie e wa ben das Tschechische e s mi dem Ein i in den Kinde ga en mi d ei Jah en. De e wachsene Zwei sp ache we b s eh haup sächlich bei de G uppe de Mig an en im Vo de g und. Bei ihnen begann de unges eue e E we b des Deu schen e s nach ih e Emig a ion nach Deu schland, die ühes ens ab ih em ün zehn en Lebensjah e olg e. Die Si ua ion de Spä aussiedle is au g und ih e ühkindlichen Bilinguali ä und des e wähn en Sp ach egimes in de Tschechoslowakei komplexe und wi d wei e un en e läu e . Die Zwei sp ache wi d gewöhnlich als du ch Fossilie ung gekennzeichne be- sch ieben. Diese on Selinke (1972: 215) einge üh e Beg i bezeichne ein daue - ha es Au e en de on de No m bzw. de jeweiligen Baseline abweichenden Regeln und Fo men, die o z aus eichende Gelegenhei zu Ve besse ung s ändig in de Sp achp oduk ion o kommen (Long 2003: 488). Long (2003: 490) mach jedoch au die Schwachs ellen dieses Konzep es au me ksam, das zum einen zugleich als Besch ei- bung und Beg ündung e wende wi d, zum ande en au g und de Vo ausse zung de Pe manenz schwe zu es en is . Dahe schläg e den Beg i de S abilisie ung o , de selbs de ( e mein lichen) Fossilie ung o ausgehen muss (Long 2003: 521). Die S abilisie ung on mo phosyn ak ischen Kons uk ionen kann als ein E - klä ungsansa z ü die Abweichungen in de deu schen Sp ache de Mig an en angenommen we den, die das Deu sche nich au L1-Ni eau e wa ben. Gleichzei ig spiel sie auch in Bezug au das Tschechische in beiden un e such en G uppen eine e hebliche Rolle. Das Tschechische wu de in beiden G uppen in de ühen Kindhei als E s sp ache bzw. eine de E s sp achen ode als Zwei sp ache e wo ben. Das Al e bei E we bs- beginn is , wie oben e wähn , ü das po enzielle E eichen eines mu e sp achlichen Ni eaus ausschlaggebend.5 Dies bedeu e abe nich , dass ein olls ändige L1-E we b ausschließlich dadu ch gesiche is . Auch das Mig a ionsal e , das heiß an diese 5 Als ein Mu e sp achle bzw. na i e speake wi d lau Cook (1999: 187) „amonolingual pe son who s ill speaks he language lea n in childhood“ e s anden. Cook (2016: 11) e weis da au , dass diese Beg i p oblema isch is , un e ande em weil e einen monolingualen Sp eche implizie , de eine S a us- 89ANETA BUČKOVÁ S elle de Zei punk de Auswande ung aus de Tschechoslowakei nach Wes deu sch- land, spiel eine e hebliche Rolle. De G und da ü is , dass das Deu sche nach de Auswande ung zu de P imä sp ache wi d, das heiß zu de Sp ache, die häu ige und in di e se en Kon ex en als das Tschechische e wende wi d (Mon ul 2016: 92). Dem Tschechischen kam hingegen die Funk ion eine Sekundä sp ache zu, es wu de dahe sel ene und nu in wenigen Kon ex en benu z (Mon ul 2016: 92). Bezüglich des Tschechischen s ell sich demnach die F age, ob es bis zu dem Zei - punk de Auswande ung komple e wo ben und s abilisie wu de. Mon ul (2008: 266 .) komm anhand de E gebnisse on empi ischen S udien mi bilingualen Kin- de n zu dem Schluss, dass das Al e on ach bis zehn Jah en die Zei spanne da s ell , in de sich die E s sp ache s abilisie . Nach diesem Al e geh sie dahe da on aus, dass ih Ve lus wenige wah scheinlich is . Die un e such en G uppen emig ie en du chschni lich in einem Al e , das den on Mon ul (2008) sowie Bylund (2019) genann en Schwellenwe übe sch ei e , weswegen sie g undsä zlich nich on un olls ändigem Sp ache we b des Tschechi- schen be o en sein soll en. Das Deu sche de Spä aussiedle s ell im Hinblick au den Sp ache we b einen be- sonde s komplexen Fall da . Es wu de zwa im Be eich de Familie e wo ben, abe die dominan e Umgebungssp ache wa Tschechisch. Aus de Sich de P obanden be and sich das Deu sche dahe in de Posi ion eine He kun ssp ache im Sinne on „ he home/ mino i y language o abilingual who is dominan in he main socie al language“ (Polins- ky 2018: 10). Nach de Auswande ung wu de es zu eine kla be o zug en P imä sp ache und es wu de in einigen Fällen auch du ch einen speziell au Spä aussiedle ausge ich- e en Sp achun e ich un e s ü z . Es wu de dahe nich wie bei den Mig an en nach de Auswande ung als Zwei sp ache im e wachsenen Al e e wo ben, sonde n als eine de E s sp achen, die o de Auswande ung die S ellung eine Sekundä sp ache ha e. Einen Spezial all s ellen diejenigen Spä aussiedle da , die behaup en, dass e wa ih e El e n und G oßel e n un e einande zwa Deu sch ede en, sie selbs diese Sp ache abe e s nach de Auswande ung le n en. Bei diesen P obanden kann zumindes on einem passi en Kon ak und eine ande en Eins ellung zu de deu schen Sp ache in ih e Kindhei ausgegangen we den, als es bei den Mig an en de Fall wa . Tabelle 2 bie e einen Übe blick übe den Sp ache we b de Spä aussiedle o de Emig a ion. Sie en häl die P obandenkü zel, die in diesem Tex eben alls als Ve weise au die Quelle de Sp achbeispiele e wende we den. Wei e wi d de Sp ache we b o de Auswande ung angegeben, indem die P obanden jeweils einem E we bs yp zuo dne we den. Ande e Fak o en, die den Sp ache we b p ägen konn en, beispiels- weise die Domänen, in denen die Spä aussiedle Deu sch e wende en, we den nich explizi angegeben. Zum Teil e geben sie sich aus dem E we bs yp, da beispielsweise anzunehmen is , dass ü die jeweilige L1 die Familie eine wich ige Sp achgeb auchs- domäne da s ell e, zum Teil wu den sie im Abschni 1 in Bezug au die ganze G uppe besch ieben.6 Da die G uppe de Mig an en in Bezug au den Sp ache we b o de Auswande ung e häl nismäßig einhei lich is (monolinguale L1-E we b des Tsche- a ie ä sp ich . Fü die Un e suchung on Bilingualen e weis sich dieses Konzep dahe gene ell als unpassend. 6 Eine de aillie e Behandlung alle Ein luss ak o en bei den jeweiligen P obanden wä e zwa au g und de sp achbiog aphischen Da en möglich, wü de abe den Rahmen dieses Au sa zes sp engen. 90 BRÜCKEN 28/2 chischen, ges eue e le n e F emdsp ache Russisch, in einigen Fällen Deu sch und Englisch), wu de au eine abella ische Da s ellung bei diese G uppe e zich e . Sp ache we b o de Auswande ung Anzahl P obandenkü zel bilinguale L1-E we b (Deu sch, Tschechisch) 4 BJ_MUN, IL_BLA, LS_ZEI, QC_WUN Deu sch: L1-E we b, Tschechisch: kindliche L2-E we b 4 CI_BUB, II_ROD, KL_HEI, TU_HAG L1: Tschechisch, Deu sch passi bei einigen Familienmi gliede n gehö 2 BL_BLA, IL_REG Tabelle 2: Übe blick zum Sp ache we b de Spä aussiedle o de Auswande ung 3.2. UMWELTBEDINGTE SPRACHATTRITION Au g und ih e Emig a ion sind beide G uppen auße dem on umwel beding e Sp acha i ion des Tschechischen be o en. Diese beglei e den Zwei sp ache we b, und so muss sie bei de E o schung de En wicklung indi iduelle Zweisp achigkei eben alls be ücksich ig we den (Schmid/Köpke 2019: 4). Sp acha i ion bedeu e eine nich empo ä e Zu ückbildung de Fähigkei , eine Sp ache zu e wenden (Hame s/Blanc 2005: 76). Sie kann en wede du ch Sp ach- kon ak ode pa hologisch bzw. al e sbeding sein und sowohl in de L1- als auch in de L2-Umgebung e olgen (Ans a 2012: 8, in Anlehnung an Köpke/Schmid 2004: 9). Bei de Un e suchung des Tschechischen de Spä aussiedle und Mig an en is die umwel beding e A i ion de L1 in eine L2-Umgebung ele an . Sp acha i ion wi d du ch eine Reihe ex alinguis ische Fak o en gep äg . Schmid/Che cio (2019: 270 .) eilen sie in Anlehnung an Schmid (2011: 70) in Fak o en, die mi dem pe sönlichen Hin e g und de un e such en Bilingualen e bunden sind, und Aspek e, die eine sei s au die Ve wendung on und den Kon ak zu de L1 und ande e sei s au indi iduelle psychologische Fak o en (wie Eins ellungen) bezogen sind. Die le z genann en psycholinguis ischen Fak o en, die un e ande em in eine Beziehung zu dem Konzep de Sp achideologien s ehen, we den in diesem Tex aus Pla zg ünden ausgeklamme (abe siehe Bučko á 2021). Als Va iablen aus dem Be eich des pe sönlichen Hin e g unds de Bilingualen schlagen Schmid/Che cio (2019: 270 .) Emig a ionsal e , Mig a ionsdaue , Bildung, Be u und sozioökonomischen S a us sowie Begabung o . Das Emig a ionsal e , das heiß im Falle beide un e such en G uppen das Al e , in dem die Sp acha i ion ein- se z , wu de be ei s im Abschni 3.1. im Kon ex de S abilisie ung de E s sp ache besp ochen. Im Folgenden wi d au die L1-Ve wendung und die Mig a ionsdaue in de L2-Umgebung eingegangen. Die in ui i e E wa ung, dass das Ausmaß de Sp acha i ion mi de Mig a ions- daue in de L2-Umgebung und mi de Reduk ion de F equenz de L1-Ve wendung ko elie , wu de empi isch nich bes ä ig (Schmid 2019: 291). Dies esul ie e in de No wendigkei eine Di e enzie ung hinsich lich de Sp ach e wendung, weshalb Schmid (2019: 292) die Un e scheidung on Sp ach e wendungskon ex en nach Sp achmodus (G osjean 2001, siehe Abschni 3.3.) und beha io ale Ökologie des Bilingualismus (G een 2011) o schläg . 91ANETA BUČKOVÁ Bezüglich de Mig a ionsdaue plädie Schmid (2011: 111) da ü , Bilinguale e s zehn bis ün zehn Jah e nach ih e Ankun in de L2-Umgebung zu un e suchen, sodass die E gebnisse nich du ch eine dynamische En wicklung de L2 in den e s en Jah en nach de Emig a ion e älsch we den. Nach einem mindes ens zehnjäh igen Au en hal soll e sich die L1 in de L2-Umgebung s abilisie haben (Schmid 2019: 291). Sowohl ü Ve wendung on L1 als auch Mig a ionsdaue gil , dass sie als Va iab- len sei den 1990e Jah en komplexe gewo den sind (Schmid 2019: 292). De G und da ü is die Gelegenhei zum g öße en und iel äl ige en Kon ak zum Heima land und dadu ch auch zu de do e wende en Sp ache. Dabei geh es nich nu um die wachsende physische Mobili ä , dank de Au en hal e im Heima land ein ache we den, sonde n auch um den Sp achinpu in olge neue Kon ak möglichkei en mi Familie und F eunden sowie du ch Medien aus dem Heima land (Keijze 2020: 221). Die in diesem Au sa z okussie en Bilingualen zeichnen sich du ch e gleichba e Mig a ionsdaue aus, die zum Zei punk de Da ene hebung bei du chschni lich ün - zig Jah en lag. Das Reisen in die Tschechoslowakei beziehungsweise nach Tschechien wa ü sie in einem g öße en Um ang e s nach dem Jah 1989 möglich, das heiß unge äh e s zwanzig Jah e nach de Auswande ung. Un e schiede de un e such en G uppen bezüglich ih e Sp ach e wendung wu den be ei s im Abschni 1 skizzie . Au die Aspek e de Sp ach e wendung und das ih zug undeliegende Sp achma- nagemen geh Bučko á (2021) de aillie anhand einzelne Sp achbiog aphien ein. 3.3. KOGNITIVE FAKTOREN IN ZWEISPRACHIGKEIT UND SPRACHKONTAKT Die kogni i en Aspek e de Zweisp achigkei sind ein wesen liches S andbein de A gumen a ion on geb auchsbasie en sp ach heo e ischen Ansä zen, das heiß mi un e auch de kogni i en Kons uk ionsg amma ik. Aus diesem G und soll an diese S elle ein ku ze Einblick da in gebo en we den, wie Zweisp achigkei aus kogni i e Sich beg i en wi d, weil dieses Ve s ändnis den In e p e a ionsansä zen on Sp achkon ak e scheinungen zum Teil zug unde lieg . Das Ve s ändnis on Zweisp achigkei kann du ch eine un e liegende No m eines monolingualen Mu e sp achle s gep äg sein (Bloom ield 1979: 55 .). Mi de Vo - s ellung on Bilingualen als Summe on zwei Monolingualen ko espondie auch die Vo s ellung, dass die on eine bilingualen Pe son behe sch en Sp achen zwei on- einande ge enn e Sys eme bilden. Bo /Bülow (2020: 170) zeigen, dass die Annahme ge enn e Sp achsys eme im kogni i en Sys em eines Indi iduums s uk u alis isch gep äg is und de ühe en Sp achkon ak o schung zug unde lieg (Wein eich 1967: 1). De Annahme ge enn e Sp achsys eme wide sp ich e wa Cook (1991, 2003, 2016). E üh das Konzep de mul i -compe ence ein, die e als „ he o e all sys em o amind o acommuni y ha uses mo e han one language“ de inie (Cook 2016: 2). Cook (2016: 3) e s eh Mul ikompe enz als einen Blickwinkel ü das Be ach en des E we bs und de Ve wendung meh e e Sp achen. Die möglichen Rela ionen zwischen den in eine Mul ikompe enz en hal enen Sp achen e anschaulich Cook (2003: 9) in einem In eg a ionskon inuum. Die Annahme de In eg a ion de on eine bilingualen Pe son behe sch en Sp a- chen eil auch G osjean (1998, 2001, 2008). E geh da on aus, dass Bilinguale sich in 98 BRÜCKEN 28/2 he able) beweg (Goldbe g 1995: 152). Die In e p e a ion des Sa zes se z sich aus de Bedeu ung des Ve bs und de Caused -Mo ion -Kons uk ion zusammen, die zusä z- liche A gumen e beis eue , die du ch die Fusion lizenzie , das heiß e laub we den (Goldbe g 1995: 10; Boas 2016: 236). Dabei e hinde n kons uk ionsspezi ische sowie gene elle Einsch änkungen, dass eine nich akzep able Kombina ion eines Ve bs und eine Kons uk ion zus ande komm (Boas 2016: 237). Bei de eben genann en Caused -Mo ion -Kons uk ion da zum Beispiel de Ve u sache X lau Goldbe g (1995: 165) ein Agens ode eine Na u gewal , abe kein Ins umen sein. Die P inzipien, die solchen Einsch änkungen zug unde liegen, we den un en o ges ell . Aus de T ennung on Ve b und Kons uk ionsbedeu ung olg , wie Smi no a/Mo elmans (2010: 141 .) be onen, dass Ve ben und A gumen s uk u kons uk ionen zwei on- einande unabhängige Kons uk ionsklassen da s ellen. Die Angaben, die das Ve b beis eue , bezeichne man als Pa izipan en ollen (Smi no a/Mo elmans 2010: 156). Lau Goldbe g (1995: 43) sind diese im seman i- schen Rahmen (seman ic ame) des Ve bs in eg ie . F ied (2015: 978) besch eib in Anlehnung an Fillmo e (1982) die seman ischen F ames als s uk u ie e Konzep ua- lisie ung de du ch die Sp eche wah genommenen Wel . Sie sind in G uppie ungen (Clus e ) o ganisie und en hal en In o ma ionen da übe , was eine lexikalische Einhei bedeu e und wie sie im Kon ex e wende we den kann (F ied 2015: 978). Einige de Pa izipan en ollen gel en als lexikalisch p o ilie . Das bedeu e , dass sie obliga o isch ausged ück we den (Goldbe g 1995: 44). Im Kon as zu den Pa izipan en ollen we den die A gumen ollen di ek mi de Kons uk ion assoziie (Goldbe g 1995: 43). O ko espondie en sie mi den adi ionellen hema ischen Rollen, zum Beispiel Agens, Pa iens, Ins umen usw. (Goldbe g 2006: 39). Ähnlich wie die Pa izipan en ollen können auch A gumen - ollen p o ilie sein. P o ilie e A gumen ollen sind lau Goldbe g (1995: 48) „linked o adi ec g amma ical ela ion (SUBJ, OBJ, o OBJ2)“. Die Kombina ion (Fusion) on Pa izipan en ollen und A gumen ollen eine Kons uk ion geschieh lau Goldbe g (2006: 39 .) du ch das Seman ic Cohe ence P inciple und das Co espondence P inciple. E s e es e siche die seman ische Kompa ibili ä de Pa izipan en olle mi de A gumen olle (Goldbe g 2006: 40). Dieses P inzip en sp ich gene ellen Ka e- go isie ungsp ozessen und wi d du ch E idenz aus dem Be eich des Sp ache we bs un e s ü z (Goldbe g 2006: 40). Genaue gesag sind Kinde sowie E wachsene in de Lage, die Seman ik eine A gumen s uk u -Kons uk ion aus ih en Ins anzen du ch konk e e Ve ben zu e le nen (Goldbe g 2006: 69 .). Le z e es be i die Ta sache, dass p o ilie e Pa izipan en ollen mi p o ilie - en A gumen ollen usionie en (Goldbe g 2006: 40). Smi no a/Mo elmans (2010: 147) e gleichen die Pa izipan en ollen mi de lexikalischen Valenz des Ve bs, die A gumen ollen assoziie en sie mi de syn ak ischen Valenz, das heiß mi de quan- i a i en und quali a i en Valenz im Sinne on He inge (1996: 63). He bs (2014: 256) weis auße dem da au hin, dass Valenz denselben Typ on Wissen wie Kolloka ionen ep äsen ie . Sowohl Kolloka ionen als häu ig zusammen o kommende Wo g uppie ungen als auch Valenz be e en spezi ische Kombina- ionen on Wö e n (He bs 2014: 254). Au g und de Nich -Vo he sagba kei diese Kombina ionen sowie de Rolle de F equenz, mi de sie mi einande au e en, kann man diese A en de Kookku enz de Lexeme als Kons uk ionen in de De ini ion 99ANETA BUČKOVÁ on Goldbe g (2006: 5, siehe Abschni 4.2.) iden i izie en. Aus diesem G und schläg He bs (2014: 257) eine Kombina ion des alenzg amma ischen Ansa zes mi de Kons uk ionsg amma ik o . Übe legungen zu eine Ve bindung beide Theo ien inden sich beispielsweise auch in Jacobs (2009), Welke (2011) ode Boas (2014). Lau He bs (2014: 258) sp ich ü eine Kombina ion beide Ansä ze u.a. die Ta sache, dass die Valenz heo ie mi einigen de g undlegenden Annahmen de kogni i en Linguis ik e einba is . Diese sind die Au assung on G amma ik als einem s uk u ie en In en a on Fo m -Bedeu ungspaa en, Sp ache we b als das E le nen on Kons uk ionen und die Ablehnung de De i a ionali ä im Sinne de T ans o ma ionsg amma ik (He bs 2014: 258). Eine „Ve söhnung“ de behandel en Theo ien is nach He bs (2014: 260) du ch eine Pos ulie ung on lexikalisch spezi ischen Valenzkons uk ionen möglich. Diese um- assen die adi ionell in de Valenzbesch eibung en hal enen In o ma ionen (siehe oben) und die Spezi ika ionen übe Kombinie ba kei de e laub en E gänzungen und Angaben (He bs 2014: 259 .). Du ch die wo spezi ischen Pa izipan en ollen un e scheide sich die Valenzkons uk ion on de oben e wähn en schema ische en A gumen s uk u kons uk ion, in de die A gumen ollen eingese z we den (siehe auch He bs 2011: 353). In eine Äuße ung komm es olglich zu de Fusion de Valenz- kons uk ion mi de A gumen s uk u kons uk ion. Als ein Beispiel ü eine Valenzkons uk ion kann das Ve b e s ehen in (3) da - ges ell we den, wie es in (4) ealisie wi d. Die Kons uk ion (3) is jedoch nich die einzige, die Valenzeigenscha en des Ve bs e s ehen p äsen ie . Ande e Mus e wü den ü (5) und (6) gel end gemach we den.9 Ein Bündel an Valenzkons uk io- nen s ell lau He bs (2014: 261) die Valenzme kmale eine lexikalischen Einhei da . (3) [[NPNom „Ve s ehe “] [ e s ehen] [NPAkk „Ve s andenes“]] (4) Und noch imme e s ehe ich ihn nich . (5) „Auch ich,“ sag e He Quichow, „ e s ehe on Gedich en leide nich s.“ (6) Kein Mensch e s eh un e einem Weilchen g oße Zei äume. Bei de Fusion on Valenzkons uk ionen mi den schema ische en A gumen s uk- u kons uk ionen echne He bs (2014: 273 .) mi den on Goldbe g (2006: 39 .) o ges ell en P inzipien de seman ischen Kohä enz und Ko espondenz (siehe oben). Zusä zlich pos ulie e das P inzip de Valenz ealisie ung (Valency Realisa ion P inciple): Wenn eine Valenzkons uk ion mi eine A gumen s uk u kons uk ion usionie und alle Pa izipan en ollen dabei zu A gumen ollen we den, dann muss die o male Realisie ung de A gumen ollen mi dem Valenzmus e de Valenzkons- uk ion zusammen allen (He bs 2014: 276). Wie oben gezeig wu de, e möglich die Kombina ion de Valenz heo ie mi de kogni i en Kons uk ionsg amma ik eine E klä ung on syn ak ischen Mus e n, ü die keine Valenzein äge kodi izie sind (He bs 2011: 354 in Anlehnung an Gold- be g 2006: 39 ., siehe (2)). Diese E klä ung be uh au de Fusion on spezi ischen Pa izipan en ollen und schema ischen A gumen ollen, die on k ea i em Sp ach- geb auch zeugen kann. Als k ea i können auch die in diesem Tex okussie en 9 Die Beispielsä ze (4–6) wu den dem DWDS -Ko pus en nommen. 100 BRÜCKEN 28/2 Bilingualen angesehen we den, die wäh end ih e Sp achp oduk ion s e s au ein mul ilinguales Repe oi e zug ei en können. Die du ch Sp achkon ak induzie en Abweichungen on de Heima landbaseline, die dabei im Be eich de A gumen - s uk u en s ehen, können dahe du ch die Fusion eine Valenzkons uk ion aus de einen Sp ache mi eine A gumen s uk u kons uk ion aus de ande en Sp ache e klä we den. Aus de Sich des E s sp ache we bs sowie des kindlichen Zwei sp ache we bs kann angenommen we den, dass sowohl die lexikalische Einhei einschließlich de en sp echenden Pa izipan en ollen als auch die dazu passende A gumen s uk u - kons uk ion e wo ben we den. Abhängig om Mig a ionsal e kann es abe bei einigen Bilingualen auch dazu kommen, dass sich die en sp echende Fusionie ung nich aus eichend kogni i e es igen kann. Dadu ch komm es zu Au lösung de Ve bindung und dami zu A i ion, die sich an syn ak ischen Mus e eplika ionen mani es ie en kann. Dies kann auch bei einem höhe en Mig a ionsal e im Zuge ande- e Ein luss ak o en, wie de In ensi ä des Sp achgeb auchs, au e en. Im Falle des e wachsenen Zwei sp ache we bs wi d zwa in de Zwei sp ache eine lexikalische Einhei sam ih e Seman ik e wo ben, diese abe au g und de ehlenden kogni i en Ve es igung mi eine nich passenden Kons uk ion usionie . Wie de a ige P o- zesse im Kon ex de Sp achkon ak o schung e klä und da ges ell we den können, wi d anhand konk e e Beispiele im nächs en Abschni gezeig . 4.5. KOGNITIVE KONSTRUKTIONSGRAMMATIK UND SPRACHKONTAKT Eines de au äligs en E gebnisse des Sp achkon ak s im Be eich de A gumen s uk- u s ell in dem hie behandel en P ojek die Akkusa i -Kons uk ion da . In den Nomina i -Akkusa i -Sp achen, zu denen sowohl das Deu sche als auch das Tsche- chische gehö en (Welke 2019: 124; D ořák 2021a), s ell sie die zen ale schema ische Kons uk ion da (7). Welke (2019: 153) gib zwa an, dass sie „seman isch ex em ausgedehn “ is , abe dennoch ließen sich als p o o ypische A gumen ollen Agens ü die E gänzung im Nomina i und Pa iens ü den Akkusa i e wähnen. E s e e bedeu e den U hebe eine Handlung (Ka líke al. 2012: 38), Le z e e das du ch eine Handlung be o ene Objek (Ka líke al. 2012: 39). (7) [[npnom] [ ] [npakk]] Die schema ische Akkusa i -Kons uk ion in (7) lieg de syn ak ischen Mus e epli- ka ion aus dem Deu schen im Tschechischen in (8a), (9a), (10a), (11a) und (12a) zug un- de. Diese un e scheiden sich on den g amma isch wohlge o m en Kons uk ionen aus de Heima landbaseline in (8b), (9b), (10b), (11b) und (12b). Im Folgenden we den die Sp achbeispiele (8a-12a) ausgehend on den Ein ägen in Valenzwö e büche n zunächs als Valenzkons uk ionen analysie und anschließend mi els CCxG be- sch ieben und in e p e ie . 101ANETA BUČKOVÁ (8) a. Bilingualen ‑Sp ache můj muž o ne ozumí 1sg.poss Mann dem.acc e s eh.3sg.neg (TU_HAG_SP_CZ) b. BaselinKa můj muž omu ne ozumí 1sg.poss Mann dem.da e s eh.3sg.neg mein Mann e s eh das nich (9) a. Bilingualen ‑Sp ache oni ozumí sko o šechno 3sg e s eh.3 pl as alles.acc (KC_ISM_MI_CZ) b. BaselinKa oni ozumí sko o šemu 3sg e s eh.3 pl as alles.da sie e s ehen as alles (10) a. Bilingualen ‑Sp ache no ak jasně že @ u dlouho člo ěk na so kla dass imme lange Mensch ne ozuměl nějaký ěci e s eh.3sg.p cp. neg einig.acc.pl Ding.acc.pl (HD_MUN_MI_CZ) b. BaselinKa no ak jasně že u dlouho člo ěk na so kla dass imme lange Mensch ne ozuměl nějakým ěcem e s eh.3sg.p cp. neg einig.da .pl Ding.da .pl na kla ha man imme lange einige Dinge nich e s anden (11) a. Bilingualen ‑Sp ache já jsem ozuměl .. nějakej no mální .. @ .. 1sg aux.1sg e s eh.3sg.p cp i gendein.m.acc no mal. m.acc ko bojskej * ilm Cowboy.adj m.acc Film.m.acc (KL_HEI_SP_CZ) b. BaselinKa já jsem ozuměl no málnímu 1sg aux.1sg e s eh.3sg.p cp no mal. m.da ko bojskýmu ilmu Cowboy.adj m.da Film.m.da ich habe einen no malen Wes e n ilm e s anden 102 BRÜCKEN 28/2 (12) a. Bilingualen ‑Sp ache když já se budu ba i cizí řečí wenn 1sg e l aux.1sg un e hal .in emd.ins Sp ache.ins k e ou oni ne ozuměj el. .acc 3 pl e s eh.3 pl.neg (KG_MUN_MI_CZ) b. BaselinKa když já se budu ba i cizí řečí wenn 1sg e l aux.1sg un e hal .in emd.ins Sp ache.ins k e é oni ne ozuměj el. .da 3 pl e s eh.3 pl.neg wenn ich mich in eine F emdsp ache un e hal en we de die sie nich e s ehen Bei den an diese S elle o ges ell en Beispielen handel es sich um das Ve b ozumě ‚ e s ehen‘. Es wi d in allen un e such en Klausen in dem Kon ex de Kenn nis eine Sp ache e wende , was au den sp achbiog aphischen Fokus de Da ene hebung zu ückzu üh en is (siehe Abschni 1). Rozumě bilde eine Ins anz de schema i- schen Kons uk ion (7), die im Kon as zu Heima landbaseline s eh . In ih sieh die schema ische Kons uk ion wie in (13) aus, was auch de Ein ag in Valenční slo ník českých slo es [Valenzwö e buch schechische Ve ben] Vallex (Lopa ko áe al. 2021) bes ä ig , siehe Abbildung 1. (13) [[npnom] [ ] [npda , zda, že, con ]] Abbildung 1: ozumě ‚ e s ehen‘ in allex 3.0 (Lopa ko áe al. 2021) In de Heima landbaseline wi d s a de Akkusa i -Kons uk ion die Da i -Kon- s uk ion e lang . In de Bohemis ik wi d Da i gene ell als seman ische Kasus cha- ak e isie (Běličo á 1982: 53; D ořák 2021b), de einen Rezipien en ode eine Rich ung kodie . Š íchae al. (2013: 305) wählen als die p o o ypische du ch Da i ausged ück e seman ische Rolle den Bene ak i , das heiß einen Nu znieße de du ch das Ve b be- zeichne en Handlung (G epl/Ka lík 1998: 39). Diese Au assung en sp ich auch das Ve b ozumě , das eine Handlung ausd ück , die jemandem ad essie wi d (D ořák 2021b). Gleichzei ig sind die analysie en Objek e jedoch unbeleb und sie bezeichnen keine Pe sonen, Tie e ode Ins i u ionen, was ü den Bene ak i un ypisch is (Ka - líke al. 2012: 385). Dahe könn e man die on ihnen du ch Da i kodie e Rolle auch als Pa iens bezeichnen, wie es in Lopa ko á (2021) de Fall is . Die wo spezi ischen Pa izipan en ollen können als Ve s ehe und Ve s andenes benann we den. In (8a–12a) komm ozumě mi eine E gänzung im Nomina i o , die sich in den posi i en Sä zen de A gumen olle des Agens zuo dnen läss , und mi einem Pa iens 103ANETA BUČKOVÁ im Akkusa i . Diese A gumen s uk u is im Einklang mi dem Sa zbauplan de zwei en Lesa des deu schen Ve bs e s ehen im Wö e buch zu Ve b alenz (Leibniz- Ins i u ü Deu sche Sp ache 2018), das deswegen als Mus e ü ozumě in den un e such en Beispielen angenommen wi d, siehe Abbildung 2. Im Un e schied zu Vallex (siehe Abbildung 1) we den im Wö e buch zu Ve b alenz keine seman ischen Rollen angegeben. De Beispielsa z in Abbildung 2 läss jedoch da au schließen, dass die Subjek -E gänzung eine Agens -ähnliche Rolle annimm und das Objek als Pa iens gil . Die mo phologische S uk u en sp ich de Kons uk ion in (7). Die Pa - izipan en ollen können ähnlich wie bei ozumě als Ve s ehe und Ve s andenes iden i izie we den. Abbildung 2: e s ehen im Wö e buch zu Ve b alenz (Leibniz ‑Ins i u ü Deu ‑ sche Sp ache 2018) Ähnlich wie es in de Besch eibung des Da i s im Tschechischen e wähn wu de, bezeichne Welke (2019: 154 .) auch in Bezug au das Deu sche Da i als einen lexika- lischen Kasus, ü den e als p o o ypische seman ische Rolle den Bene ak i wähl . Des Wei e en be on Welke (2019: 156), dass Da i p o o ypisch ü Pe sonen geb auch wi d, was im Kon as zum Akkusa i s eh , de ü Gegens ände e wende wi d. Diese Fes s ellung en sp ich allen in diesem Tex disku ie en Beispielen, in denen die syn ak ischen Objek e keine Pe sonen bezeichnen, sonde n unbeleb e Gegens ände. Die syn ak ische Abweichung, die sich du ch die Füllung de Akkusa i -Kons uk ion s a de Da i -Kons uk ion mani es ie , wi d dahe auch du ch die Seman ik de Akkusa i -Kons uk ion un e s ü z . In unge äh 13% de insgesam d eißig un e such en Vo komnisse on ozumě komm es in den analysie en Klausen zu eine Dis luency, genaue gesag zu einem Fehls a ode zu (pa iellen) Wiede holung eines Wo es (C ible 2018: 71 .), in e wa 17% de Fälle zöge n die P obanden, was aus Häsi a ionsge äuschen (@) zu schlie- ßen is . Bei unge äh 30% de Beispiele e en inne halb de Klausen Pausen au . Diese A en on Dis luencies können ein Signal da s ellen, dass sich die Akkusa i - Kons uk ion (noch) nich gänzlich kogni i e es ig ha und dass die P obanden bei ih e Ve wendung zwei eln, ob sie in de ak uellen Kommunika ionssi ua ion (sp ich bei eine Un e hal ung au Tschechisch) angemessen is (siehe Abschni 3.3.). Gleichzei ig muss jedoch angeme k we den, dass unkla is , ob sich die genann en 104 BRÜCKEN 28/2 Dis luencies au die Ve wendung de Akkusa i -Kons uk ion beziehen ode ob sie jeweils du ch ande e Ein luss ak o en ausgelös wu den, zum Beispiel du ch Wo - indungsschwie igkei en. Die Anzahl de Akkusa i -Kons uk ionen mi dem Ve b ozumě im Ko pus is zu nied ig, um die Signi ikanz de F equenz on Dis luencies zu übe p ü en. Dies wä e jedoch ü die Akkusa i -Kons uk ion insgesam , das heiß un e Be ücksich igung alle be eilig en Valenzkons uk ionen möglich, was als eine de nächs en Analysesch i e geplan wi d. Aus dem Ve gleich de un e such en P obanden -G uppen geh he o , dass die Spä aussiedle knapp zwei D i el de Ins anziie ungen de Akkusa i -Kons uk ion du ch ozumě p oduzie haben. Dieses Ve häl nis en sp ich dem allgemeinen T end, dass die Spä aussiedle -G uppe gene ell häu ige PAT p oduzie als die Mig an en- -G uppe (siehe Bučko á/Nekula im E scheinen). Die Anzahl de Valenzkons uk ionen, die mi de A gumen s uk u -Kons uk ion eine ande en Sp ache in (7) usionie we den, läss sich du ch wei e e Beispiele on pa e n eplica ions aus dem Ko pus e gänzen: (14) a. Bilingualen ‑Sp ache moje máma a aky mlu í en poss.1sg. .sg Mama dem auch sp ech.3sg dem.acc b oumo skej dialek B aunau.adj.acc Dialek .acc (KL_HEI_SP_CZ) b. BaselinKa moje máma a aky mlu í ím poss.1sg. .sg Mama dem auch sp ech.3sg dem.ins b oumo ským dialek em B aunau.adj.ins Dialek .ins meine Mu e sp ich auch den B aunaue Dialek (15) a. Bilingualen ‑Sp ache o jsem ale nechal dem.acc aux.1sg abe lass.3sg.ps (QC_WUN_SP_CZ) b. BaselinKa oho jsem ale nechal dem.gen aux.1sg abe lass.3sg.ps das habe ich abe gelassen Die oben o ges ell en Beispiele deu en die Type -P oduk i i ä de Akkusa i - Kons uk ion in den un e such en Da en an, die sich du ch die Analyse wei e e Ins anziie ungen bes ä igen läss . Man kann annehmen, dass auch ande e A gu- men s uk u kons uk ionen du ch Sp achkon ak beding e syn ak ische Mus e - eplika ionen au weisen we den. 105ANETA BUČKOVÁ Dis luencies au die Ve wendung de Akkusa i -Kons uk ion beziehen ode ob sie jeweils du ch ande e Ein luss ak o en ausgelös wu den, zum Beispiel du ch Wo - indungsschwie igkei en. Die Anzahl de Akkusa i -Kons uk ionen mi dem Ve b ozumě im Ko pus is zu nied ig, um die Signi ikanz de F equenz on Dis luencies zu übe p ü en. Dies wä e jedoch ü die Akkusa i -Kons uk ion insgesam , das heiß un e Be ücksich igung alle be eilig en Valenzkons uk ionen möglich, was als eine de nächs en Analysesch i e geplan wi d. Aus dem Ve gleich de un e such en P obanden -G uppen geh he o , dass die Spä aussiedle knapp zwei D i el de Ins anziie ungen de Akkusa i -Kons uk ion du ch ozumě p oduzie haben. Dieses Ve häl nis en sp ich dem allgemeinen T end, dass die Spä aussiedle -G uppe gene ell häu ige PAT p oduzie als die Mig an en- -G uppe (siehe Bučko á/Nekula im E scheinen). Die Anzahl de Valenzkons uk ionen, die mi de A gumen s uk u -Kons uk ion eine ande en Sp ache in (7) usionie we den, läss sich du ch wei e e Beispiele on pa e n eplica ions aus dem Ko pus e gänzen: (14) a. Bilingualen ‑Sp ache moje máma a aky mlu í en poss.1sg. .sg Mama dem auch sp ech.3sg dem.acc b oumo skej dialek B aunau.adj.acc Dialek .acc (KL_HEI_SP_CZ) b. BaselinKa moje máma a aky mlu í ím poss.1sg. .sg Mama dem auch sp ech.3sg dem.ins b oumo ským dialek em B aunau.adj.ins Dialek .ins meine Mu e sp ich auch den B aunaue Dialek (15) a. Bilingualen ‑Sp ache o jsem ale nechal dem.acc aux.1sg abe lass.3sg.ps (QC_WUN_SP_CZ) b. BaselinKa oho jsem ale nechal dem.gen aux.1sg abe lass.3sg.ps das habe ich abe gelassen Die oben o ges ell en Beispiele deu en die Type -P oduk i i ä de Akkusa i - Kons uk ion in den un e such en Da en an, die sich du ch die Analyse wei e e Ins anziie ungen bes ä igen läss . Man kann annehmen, dass auch ande e A gu- men s uk u kons uk ionen du ch Sp achkon ak beding e syn ak ische Mus e - eplika ionen au weisen we den. 5. ZUSAMMENFASSUNG Das deu sch - schechische Teilp ojek im Rahmen des LangGene -P ojek es konzen- ie sich au syn ak ische Mus e eplika ionen im Be eich de A gumen s uk u . Die analysie en Sp achda en s ammen on zwei G uppen deu sch - schechische Bilinguale , die als Spä aussiedle und Mig an en bezeichne we den. Sie wu den in den 1950e Jah en gebo en und sind zwischen 1964 und 1986 nach Wes deu schland ausgewande . Die E s genann en sind Angehö ige de deu schen Minde hei aus dem Gebie des heu igen Tschechiens, die Le z genann en haben keinen deu schsp achi- gen Familienhin e g und. Beide G uppen wu den sowohl au Deu sch als auch au Tschechisch in e iew und zu sp achbiog aphischen Da en be ag . Das Tschechische e wa ben die P obanden in ih e ühen Kindhei und bis zu ih e Emig a ion konn e sich die Sp ache s abilisie en. Das Deu sche wu de on den Spä aussiedle n be ei s o de Auswande ung als (eine de ) E s sp ache(n) e wo ben, wäh end de Sp ache we b des Deu schen bei den Mig an en e s nach ih e Ankun in Deu schland in einem ela i spä en Al e begann. Dahe kann es bei diese G uppe im Deu schen e meh zu eine S abilisie ung bzw. Fossilie ung on T ans e enze scheinungen kommen, bei de sich die „ alsche“ Fusion mi de „ schechischen“ A gumen s uk u kons uk ion e es ig . Das Tschechische is dann nach de Emig a ion zu eine Sekundä sp ache gewo den, was in Bezug da au zu eine pa iellen A i ion üh en kann. Dabei is un e ande em die F equenz des Sp achgeb auchs on Bedeu ung. Bei de Analyse bilinguale Sp achp oduk ion is mi eine s ändigen– wenn auch un e schiedlich s a ken– Ak i ie ung beide be eilig en Sp achen zu echnen. Diese Ta sache wi d in dem Konzep des Sp achmodus bzw. mul ilingualen Sp ach- epe oi es es gehal en und kann im Fo schungsdesign zum Zweck des Elizi ie ens on Sp achkon ak e scheinungen genu z we den. Solche Phänomene lassen sich mi de kogni i en Kons uk ionsg amma ik ana- lysie en, die als ein geb auchsbasie e Ansa z mi F equenz, de kogni i en Ve - es igung on Kons uk ionen und P oduk i i ä a bei e . Sie s eh in einem Wech- sel e häl nis zu Valenz heo ie, indem sie nich nu mi eine e bspezi ischen, sonde n auch mi eine kons uk ionsbezogenen Besch eibungsebene echne , was den k ea i en Umgang mi Sa zmus e n bei Bilingualen e klä en kann. So kön- nen syn ak ische Mus e eplika ionen bei deu sch - schechischen Bilingualen un e Be ücksich igung ih e Sp achbiog aphie– insbesonde e des Sp ache we bs und geb auchs– kons uk ionsg amma isch in e p e ie we den, was in diesem Tex anhand de Akkusa i -Kons uk ion exempli izie wu de. LITERATUR Ans a , Tanja (2012): Sp acha i ion: Abbau de E s sp ache bei ussisch -deu schen Jugendli- chen.– In: Kempgen, Sebas ian/Reu he , Tilmann (Hgg.), Sla is ische Linguis ik 2010 (= Wiene Slawis ische Almanach, 67/2011). F ank u a. M.: Pe e Lang, 7–33. Běličo á, Helena (1982): Séman ická s uk u a ě y aka ego ie pádu. Příspě ek kpo o ná ací syn axi uské ačeské jednoduché ě y [Seman ische Sa zs uk u und die Kasuska ego ie: Ein Bei ag 106 BRÜCKEN 28/2 zu e gleichenden Syn ax des schechischen und ussischen ein achen Sa zes] (= S udie ap áce ling is ické, 17). P aha: Academia. 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