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Die Realisierung der Plosive in den Nationalvarietäten des Deutschen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz

Solska, Tetiana

Abstract

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Full text

Die Realisie ung de Plosi e in den Na ional a ie ä en des Deu schen in Deu schland, Ös e eich und in de Schweiz Te iana Solska (Uni e si ä Winnyzja) ABSTRACT The ealiza ion o plosi es in he na ional a ie ies o Ge man in Ge many, Aus ia and Swi ze land The p esen pape deals wi h he synch onic a ia ion o plosi e phonemes in he na ional a ie ies o Ge man in Ge many, Aus ia and Swi ze land. Ou esea ch ask was o desc ibe he ull ange o modi ica ions o he plosi es in he na ional a ie ies unde in es iga ion and o de e mine wo con- di ional ac o s: 1) which modi ica ions a e due o posi ional and combina o ial condi ions o sound ealiza ion; 2) which modi ica ions can be aken o be ypical o hese na ional a ie ies o Ge man. The da a collec ed a e based on he acous ic analysis o ep oduc i e speech (a eading o awo d lis and sho s o ies by Leonha d Thoma) o 12 Ge man eache s (4 o each na ional a ie y) om No he n Ge many, om he Vienna a ea and om he can ons o Aa gau and Luce ne. Ou esul s showed ha na ional-speci ic modi ica ions o he plosi e phonemes a e he equen loss o one by he lax plosi es [b ], [d ], [g ] in he speech o he Ge man Swiss and Aus ians, and aweakening un il he comple e loss o aspi a ion by he plosi es [p] and [ ] in he speech o Aus ians. KEYWORDS dis inc i e ea u e, modi ica ion, na ional a ie y o Ge man, plosi e phoneme, oicing opposi ion ABSTRAKT In diesem A ikel handel es sich um die synch one Va ia ion de Plosi phoneme in den Na ional- a ie ä en des Deu schen in Deu schland, Ös e eich und in de Schweiz. Es wi d e mi el , welche Modi ika ionen de Plosi e allen d ei Na ional a ie ä en des Deu schen eigen sind und du ch die posi ionell-kombina o ischen Bedingungen de Lau ealisie ung he o ge u en sind, sowie wel- che Modi ika ionen sich ehe na ionalspezi isch in de Rede on Sp eche innen de be e enden Na ional a ie ä en au weisen lassen. Die e hobenen Da en be uhen au de akus ischen Analyse des ep oduzie enden Sp echens (Vo lesen eine Wo lis e und ku ze E zählungen on Leonha d Thoma) on 12 Deu schleh e innen (4 ü jede Na ional a ie ä ) aus No ddeu schland, aus dem Ge- bie Wien und aus den Kan onen Aa gau und Luze n. Als na ionalspezi ische Modi ika ionen de Plosi phoneme e weisen sich de häu ige Ve lus des S imm ons de ungespann en Plosi e [b ], [d ], [g ] in de Rede de Deu schschweize innen und de Ös e eiche innen sowie eine Abschwächung bis zum ollen Ve lus de Aspi a ion de Plosi e [p] und [ ] in de Rede de Ös e eiche innen. SCHLÜSSELWÖRTER dis ink i es Me kmal, Modi ika ion, Na ional a ie ä des Deu schen, Plosi phonem, S immha ig- kei sopposi ion DOI h ps://doi.o g/10.14712/18059635.2021.1.4 TETIANA SOLSKA 75 1 EINFÜHRUNG Die phonologische Opposi ion de s anda ddeu schen Plosi phoneme /b/, /d/, /g/— /p/, / /, /k/ be uh au de Ko ela ion de Me kmale „S immha igkei “, „Gespann - hei “ und „Aspi a ion“, lau de die s immlosen Plosi e /p/, / /, /k/ gespann sind und aspi ie sein können im Gegensa z zu den s immha en /b/, /d/, /g/, die un- gespann und unaspi ie sind. Diese Me kmalko ela ion könn e in Anlehnung an H.J.Hakka ainen ü die s anda ddeu schen Plosi phoneme olgende maßen da - ges ell we den (Hakka ainen 1995: 69): – s immha + s immha + gespann – gespann + aspi ie – aspi ie Alle dings bleib die S immha igkei sopposi ion de Plosi e im Deu schen bis heu e ein ums i enes Thema, da de Kon as „s immha “— „s immlos“ im Auslau neu- alisie wi d, abe auch in ande en Posi ionen sich nich du chgehend du chse zen kann und s a k on de Lau umgebung abhäng (S a eld 2010). Nach K.J. Kohle we den die ungespann en Plosi e /b/, /d/, /g/ „nu in e okalisch als olle S imm- ha igkei ealisie , ini ial o Vokalen und o Sono lau en se z die S immband- schwingung e s ku z o ode im Momen de Ve schlusslösung ein“ (Kohle 1995: 158). Ebenso kon ex abhängig e schein die Aspi a ion de gespann en Plosi e /p/, / /, /k/, die am An ang on be on en Silben am s ä ks en is , dagegen in Clus e n ode am Silbenende ge inge aus äll , ehl ode nu op ional au i (Wiese 2011: 117). Ande e sei s un e lieg die S immha igkei sopposi ion im deu schsp achigen Raum eine g oßen Va ia ion, wobei nach H.J. Hakka ainen die S immha igkei „im Obe deu schen, das heiß südlich de Mainlinie, als dis ink i es Me kmal nich o - komm . De phonologische Gegensa z s h / s l is phone isch zuguns en de S immlo- sigkei au gehoben“ (Hakka ainen 1995: 71). „Als dis ink i e Me kmale kenn die süd- deu sche Aussp ache olglich bei Klusilen [±gespann ] und ( on Süden nach No den zunehmend) eilweise [±aspi ie ]. … Vom phonologischen S andpunk aus sind die Me kmale [± s h] und [± aspi ie ], dieses nu eilweise, im Süddeu schen neu ali- sie . Die Unaspi ie hei gil im Süd- und soga im Mi eldeu schen ü /p/ und / /, nich ü /k/. Diese Phoneme we den also im genann en Gebie als [p kh] ealisie .“ (Hakka ainen 1995: 78). In de neue en Fo schung wi d das Deu sche als plu izen ische Sp ache au ge- ass , die die Na ional a ie ä in Deu schland (im Folgenden— NVD), die Na ional- a ie ä in Ös e eich (NVA) und die Na ional a ie ä in de Schweiz (NVCH) um ass (Ammon 1995; Clyne 1993). Die Na ional a ie ä en des Deu schen weisen spezi ische sp achliche Me kmale (Va ian en) au allen Sp achebenen au , auch au de Ebene de S anda daussp ache. Wenn die Kodi izie ung de S anda daussp ache in de NVD im „Duden-Aussp achewö e buch“ bzw. dem „Deu schen Aussp achewö e buch“ eine lange T adi ion ha , ehl ü die NVA und ü die NVCH eine allgemein gül ige 76 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021 ös e eichische bzw. deu schschweize ische Aussp acheno m (Eh lich 2009; Ch is- en 2001). Es s ell sich die F age, ob ähnliche Ve häl nisse bezüglich de S immha igkei s- ko ela ion auch ü den ös e eichischen und den deu schschweize ischen Sp ach- aum, und zwa ü die be e enden Na ional a ie ä en gül ig sind. In Anlehnung an das „Deu sche Aussp achewö e buch“ (K ech e al. 2009) we den die ungespann en Plosi e /b/, /d/, /g/ in de Rede on Ös e eiche innen als s imm- lose ungespann e [b ], [d ], [g ] ausgesp ochen. In de Rede on Deu schschweize in- nen weisen diese neben s immha en Allophonen [b], [d], [g] s immlose ungespann e Allophone [b ], [d ], [g ] au . Nach dem „Duden. Ös e eichisches Deu sch“ (Ebne 2011) is bei den Ve schluss- lau en [d] / [ ], [g] / [k], [b] / [p] „de Un e schied zwischen dem s immlosen ha en, scha en Lau (Fo is) und dem s immha en, weichen Lau (Lenis) wei gehend zu- guns en eines s immlosen weichen Lau es au gegeben. De Un e schied zwischen ös e eichische und deu sche Aussp ache lieg o allem in de s ä ke en ode schwäche en D ucks ä ke” (Ebne 2011: 42). Bei de Besch eibung de phone isch-phonologischen Me kmale des ös e eichi- schen S anda ds s ell R.Muh es , dass die Plosi e [b] / [p], [ ] / [d], [k] / [g] im Ös- e eichischen Deu sch „im Anlau allgemein s immlos und wenig aspi ie bis öllig unaspi ie “ ausgesp ochen we den. „Sie un e scheiden sich du ch die Realisie ung als Lenis ([b], [d], [g]) ode Fo is [ ], [p], [k]), d.h., dass nu de A ikula ionsd uck (schwach— s a k) e schieden is “ (Muh 2001: 798–799). Nach U.Hi sch eld und B.Siebenhaa wi d in Ös e eich und in de Schweiz de Un e schied de Lau klassen Fo es und Lenes „phone isch nich als S immha - s immlos-Opposi ion ealisie — /b d g zʒ/ sind imme s immlos [b d, g  z ʒ]—, sonde n als Längen- ode / und Gespann hei sopposi ion“. „Tendenziell we den in Ös e eich die Fo isplosi e [p ] auch iel wenige aspi ie als in Deu schland und in de Schweiz“ (Hi sch eld und Siebenhaa 2013: 133–134). In de IPA-Besch eibung de S anda d a ie ä in Ös e eich weisen S.Moosmül- le , C.Schmid und J.B ands ä e da au hin, dass im ös e eichischen S anda d- deu sch alle Obs uen en mi Ausnahme om labioden alen F ika i s immlos sind. Die Plosi e un e scheiden sich du ch Aspi a ion sowie die Daue de Ve schluss- phase. Le z e e Pa ame e kann abe in de Spon an ede und am An ang des Wo es bei den bilabialen und al eola en Plosi en neu alisie we den, was zu En s ehung on Homophonen wie z. B. packen und backen, die beide als [ˈbɑkŋ] ausgesp ochen we den, üh en kann. Alle dings e weisen die Au o innen da au , dass Lenisplosi e in de in e okalischen Posi ion als s immha e Ve schluss- ode Reibelau e ausge- sp ochen we den können, was ü die unbe on e Posi ion besonde s cha ak e is isch is . Nach Nasalen we den Lenisplosi e s immha a ikulie , z. B.Hunde [ˈhʊndɛ] (Moosmülle e al. 2015: 341). Au g und de empi ischen Analyse de Rede on ös e eichischen Leh am s- s udie enden ha K.Eh lich es ges ell , dass „die Lenisplosi e /b/, /d/, /g/ im An- lau und Inlau as ausschließlich s immha ealisie we den“ (Eh lich 2009: 101). Was die Aspi a ion angeh , s ell K.Eh lich es , „die bei den Fo isplosi en o gese- hene Aspi a ion äll in Ös e eich e wa ungsgemäß ehe schwach aus“. Dabei sei TETIANA SOLSKA 77 eine s a ke Aspi a ion im Anlau wah scheinliche als im Inlau (Eh lich 2009: 95). „Ebenso kann nich länge behaup e we den, die ehlende Auslau e hä ung sei ein Me kmal de ös e eichischen S anda daussp ache— de G oß eil de Be ag en aspi ie auslau ende Plosi e zumindes schwach“ (Eh lich 2009: 113). Au g und de audi i en Analyse de schweize ischen S anda daussp ache be- s imm I.Ho e die olgenden Me kmale de Fo is- und Lenisplosi e: „Die als <p>, < >, <k> gesch iebenen Lau e, die nich Teil eine Lau e bindung sind, we den as imme als Fo es ausgesp ochen“ (Ho e 2002: 77). „Die Lenes b, d, g (und z) können s immha ode s immlos ealisie we den. Allgemein läss sich sagen, dass die g oße Meh hei de Lenes b, d, g und zs immlos ausgesp ochen wi d“ (Ho e 2002: 81–82). Die oben da ges ell en Un e suchungse gebnisse zu de Realisie ung de Plosi e in den Na ional a ie ä en des Deu schen in Ös e eich und in de Schweiz zeigen deu lich, dass die phone ischen Me kmale de Plosi e in den be e enden Na ional- a ie ä en in un e schiedlichen posi ionellen und kombina o ischen Bedingungen zum Teil uneinhei lich de inie we den. Das Ziel de o liegenden Un e suchung is es zus ellen, welche Modi ika ionen de Plosi phoneme in de Rede on Deu schen, Ös e eiche innen und Deu sch- schweize innen ehe du ch die Lau umgebung beding sind sowie welche Modi i- ka ionen ü die Na ional a ie ä in Deu schland, die Na ional a ie ä in Ös e eich und die Na ional a ie ä in de Schweiz ehe na ionalspezi isch sind. Wei e hin on In e esse e schein die F age, ob und inwie e n neben de „Be eili- gung de S imme“ auch die ande en dis ink i en Me kmale de deu schen Plosi pho- neme wie „A ikula ionsa “ und „A ikula ionss elle“ in den d ei Na ional a ie ä en des Deu schen de Va iabili ä ausgese z sind. 2 DAS UNTERSUCHUNGSMATERIAL UND DIE METHODISCHEN ANSÄTZE DER ARBEIT Die Realisie ung de Ve schlussphoneme /b/, /d/, /g/, /p/, / /, /k/ wu de am Ma e ial des ep oduzie enden Sp echens on Deu schen, Ös e eiche innen und Deu sch- schweize innen un e such , das Vo lesen on isolie da ges ell en Wö e n und ku - zen E zählungen on Leonha d Thoma um ass . Die Wahl des ep oduzie enden Sp echens is du ch die No wendigkei beding , die Einhei en de segmen alen Ebene in iden ischen kon ex uellen Bedingungen zu analysie en, weil phone ische Cha ak e is ika de Vokale und Konsonan en nich nu on ih en inhä en en Eigenscha en, sonde n in bedeu endem Maße auch on de Lau umgebung (Machele 1994; Pompino-Ma schall 2003), den posi ionellen und unk ionals ilis ischen Bedingungen de Phonem ealisie ung (S e iopolo 1994; Rues e al. 2009) abhängig sind. Somi wi d das Benu zen des iden ischen Un e su- chungsma e ials nach Gen e, unk ionalem S il, emo ionale Fä bung und lexikali- schem Bes and, als ein wich ige me hodische Ansa z angesehen. Das Un e suchungsma e ial in de gesam en Daue on 4 S unden 42 Minu en wu de eilweise im Au nahme aum de Na ionalen Linguis ischen Uni e si ä Kyjiw so- wie mi dem digi alen Dik ie ge ä Olympus WS-760M im Fo ma PCM au genommen. 78 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021 Als Ve gleichscha ak e is ika de Konsonan enphonemallophone gil de en Lau- ung in de phone ischen Basis de IPA (Handbook o he In e na ional Phone ic Asso- cia ion: AGuide o he Use o he In e na ional Phone ic Alphabe (2007)) in isolie o - gelesenen Wö e n wie «apa», «aba» in de Umgebung on Tie zungen okalen. Als Ve suchspe sonen wu den zwöl Deu schleh e innen eingeladen, die aus No ddeu schland, aus dem Gebie Wien und aus den Kan onen Aa gau und Luze n kommen. Bei de Auswahl de Sp eche innen gingen wi da on aus, dass die S an- da d a ie ä en des Deu schen on ausgebilde en Sp eche innen mi akademischem Hin e g und gesp ochen we den (Moosmülle e al. 2015). Als Leh ende wi ken die Sp eche innen in gewissem Sinne als Vo bild, da de en Aussp ache on den Le nen- den als no mge ech akzep ie wi d. Dagegen is lau S.Moosmülle die in den gesp ochenen Medien e wende e Aus- sp ache aus me hodische Sich ungeeigne , um die S anda daussp ache in Ös e - eich zu de inie en, da die ös e eichischen Nach ich ensp eche innen nach den o hoepischen No men de NVD ausgebilde we den, was zum inkonsis en en Ge- b auch de Aussp acheme kmale on de NVD in ös e eichischen gesp ochenen Medien üh en könn e (Moosmülle e al. 2015). Auch die p o essionellen Sp eche- innen und Sp eche aus de deu schsp achigen Schweiz neigen dazu, sich an den o hoepischen No men de NVD zu o ien ie en (Ch is en 2001: 150). Ande e sei s wä e auch de mögliche Ein luss de Aussp acheno men de NVD, die im „Duden-Aussp achewö e buch“ bzw. im „Deu schen Aussp achewö e buch“ ko- di izie sind, au die Sp echweise de Ve suchspe sonen und somi au die E geb- nisse de o liegenden A bei nich auszuschließen, da sich die Sp eche innen als DaF-Leh k ä e bei mangelnden in e nen Kodi izie ungen de S anda daussp ache in Ös e eich (Eh lich 2009) und in de Schweiz (Ch is en 2001) an den Kodizes de NVD o ien ie en könn en. Was die egionale Ve eilung de P obandinnen angeh , wu den ü die NVD Sp eche innen aus No ddeu schland gewähl , de en Aussp ache adi ionell als de kodi izie en Aussp acheno m de NVD am meis en en sp echende gil und wo sich de S immha igkei skon as de Plosi e konsequen e du chse z (Hakka ainen 1995). Im Falle on de NVA wu de de Hinweis be ücksich ig , dass sich ös e eichi- sches S anda ddeu sch egional in den s äd ischen Zen en, besonde s in Wien und Salzbu g be inde (Moosmülle e al. 2015). Fü die NVCH, wie auch ü die ande en Na ional a ie ä en des Deu schen, wu - den Sp eche innen aus eine Region gewähl , um die mögliche egionale Va ia ion inne halb jede Na ional a ie ä zu e meiden, die eine Spezialun e suchung be- dü e und im Rahmen de o liegenden A bei nich hema isie we den soll e. Da- he könn en die E gebnisse de o liegenden A bei o allem als ü die be e enden Sp eche g uppen aus den genann en Regionen s ell e e end be ach e we den. Wie es du ch die Da en de Tabelle 1 illus ie wi d, bilden alle Sp eche innen nach ih em Al e und Bildungsni eau eine ela i homogene G uppe ab, was e mög- lich es zus ellen, zu welchem G ad die phone ische Realisie ung de deu schen Plo- si e du ch solche Va iable wie die Na ionaliden i ä des Sp eche s / de Sp eche in beding is . TETIANA SOLSKA 79 Name Geschlech Al e Gebu so Wohno Ausbildung NV in Deu schland R.-G. H. M 46 Zehdenick Be lin Humbold -Uni e si ä zu Be lin Ch. G. M 43 Winsen Be lin Uni e si ä F eibu g, Humbold -Uni e si ä zu Be lin F. A.-F. M 28 Flensbu g Hambu g Uni e si ä Hambu g A. S. W 32 Hanno e Hanno e Uni e si ä Leipzig NV in Ös e eich J. A. M 40 Himbe g Himbe g Uni e si ä Wien J. F.-B. M 46 Wien Wien Uni e si ä Wien Ch. Z. W 43 Weidling Wien Uni e si ä Wien Ch. Sch. M 31 Wien Wien Uni e si ä Wien NV in de Schweiz M. P. M 29 Luze n Aa au Uni e si ä Be n S. W. M 30 Wolhusen Luze n Uni e si ä Luze n A. B. M 33 Aa au Aa au Uni e si ä Zü ich R. V. W 39 Menziken Aa bu g Uni e si ä Zü ich Tabelle 1.In o ma ion übe die Ve suchspe sonen Bei de Un e suchung wu de sowohl die audi i e als auch die ins umen ale A de Analyse e wende . Im Rahmen de ins umen alen Analyse wu den anhand des P og amms PRAAT Ve sion 4.5.12 die objek i en spek alen Cha ak e is ika de Lau e e hal en und die wich igs en akus ischen Ko ela e ih e Modi ika ionen es ges ell . 3 DIE UNGESPANNTEN PLOSIVE /B/, /D/, /G/ Die Un e suchung de phone ischen Cha ak e is ika de ungespann en Plosi e /b/, /d/, /g/ sowohl in de be on en Posi ion des phone ischen Wo es als auch in unbe- on en Silben e möglich e es es zus ellen, dass de en Allophone in de Rede on al- len d ei Sp eche g uppen gleiche Modi ika ionsa en au weisen, und zwa den Ve - lus des S imm ons und die Modi izie ung des Plosi s in einen F ika i . Tabelle 2 en häl Da en zu de allophonischen Va iabili ä de Plosi e /b/, /d/, /g/ im Anlau des phone ischen Wo es nach eine Pause o Vokal, z. B. besse , o Vokal nach s immlosen Obs uen en, z. B. ich ˈbin, o Vokal nach Sono lau en, z. B.F eunde sowie in e okalisch, z. B. wiede . Aus de Tabelle geh deu lich he o , dass de Ve - lus de S immha igkei de be e enden Plosi e in allen d ei Na ional a ie ä en ziemlich s a k mi den posi ionell-kombina o ischen Bedingungen ko elie . Die Analyse des Un e suchungsma e ials ha gezeig , dass in allen d ei Na ional- a ie ä en des Deu schen s immloses Aussp echen de ungespann en Allophone als [b ], [d ], [g ] in as 100% de Fälle in zwei olgenden Posi ionen es zus ellen is : im absolu en Anlau des phone ischen Wo es wegen de gewissen T äghei de S imm- bände nach eine Pause sowie nach s immlosen Obs uen en in olge de p og essi- 80 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021 en S immlosigkei sassimila ion, z. B. [b ]is  man  alles  e ˈzähl  ha , [d ]as  e ˈsp eche  ich, [g]ib  es  nich  einmal ˈWi ze, au  [d ]as  [g]u e ˈSchwa z[b ] o . In e okalisch und nach Sono lau en übe wiegen dagegen s immha e Realisie- ungen de be e enden Plosi e. Und zwa ü das bilabiale /b/ schwank de An- eil de s immha en Allophone (inklusi e s immha e Realisie ungen als F ika i ) zwischen 87,2–97,1% in den Au nahmen de Deu schen, 73,7–89,1%— de Ös e eiche- innen und 74,2–78,6%— de Deu schschweize innen. De An eil on s immha en Realisie ungen des al eola en /d/ lieg bei 96,2–96,4% ü die NVD, 89,7–92,3%— ü die NVA, 76,7–81,8%— ü die NVCH. Das Au e en de s immha en Allophone des ela en /g/ is ebenso maximal in diese Posi ion und be äg 94,4%— 100% in de Rede de Deu schen, 85,7–94,4%— de Ös e eiche innen, 78,3–81,7%— de Deu sch- schweize innen. Die e hobenen Da en e deu lichen, dass die Rede de Deu schschweize innen du ch den höchs en Ve lus des S imm ons du ch Allophone de ungespann en Pho- neme /b/, /d/, /g/ in de in e okalischen Posi ion und nach Sono lau en im Ve - gleich zu den ande en Sp eche g uppen gekennzeichne is . In den Au nahmen de Deu schschweize innen be äg nämlich de An eil des s immlosen ungespann en Allophons [b ] des bilabialen /b/ in den be e enden Posi ionen 21,4–25,8%; des Allo- phons [d ] des al eola en /d/— 18,2–23,3%; de Allophone [g ]/[ɣ ] des ela en /g/— 18,3–21,7%. Die e mi el e Tendenz könn e mi de In e e enz des Zü iche Dialek s zu- sammenhängen. Das Konsonan ensys em des Zü iche Dialek s en häl keine s immha en Plosi e /b/, /d/, /g/, sonde n lediglich Paa e on s immlosen homo - ganen /b /— /p/, /d /— / /, /g /— /k/, welche nach den Me kmalen „Gespann hei / und Aspi a ion“ gegenübe ges ell sind (Fleische und Schmid 2006: 244). Folglich is in dem Konsonan ensys em des Zü iche Dialek s das dis ink i e Me kmal „Be- eiligung de S imme“ i ele an , was einen hohen P ozen sa z de s immlosen Realisie ungen de be e enden Phoneme in de Rede de Deu schschweize innen bedingen könn e. Das ep oduzie ende Sp echen de Ös e eiche innen nimm nach E scheinungs- häu igkei de s immlosen ungespann en Allophone [b ] (10,9–26,3%), [d ] (6,9–7,7%), [g ] (5,6–14,3%) ans elle on no mge ech en s immha en [b], [d], [g] eine Posi ion zwischen de Rede de Deu schschweize innen und de Deu schen ein, in de en Aus- sp ache de P ozen sa z de s immlosen ungespann en Allophone am ge ings en is ([b ]— 2,9–12,8%, [d ]— 3,6–3,8%, [g ]— 5,6%). Neben dem Ve lus de S immha igkei wu de bei de Analyse des Un e su- chungsma e ials eine wei e e Modi ika ion— die Modi izie ung de Plosi e zu F i- ka i en— in de Rede on allen d ei Sp eche g uppen es ges ell . Un e de genann en Modi ika ion wi d eine gewisse Abschwächung des Ve - schlusses gemein , welche o allem ü s immha e Plosi e ypisch is , de en Ve - schluss e was schwäche im Ve gleich zu den s immlosen Plosi en is . Beim ep odu- zie enden Sp echen alle d ei Sp eche g uppen we den Allophone des bilabialen /b/ und des ela en /g/ in ensi e e Modi izie ung ausgese z , was zum ollen Ve lus des Ve schlusses und als Folge zu E scheinung on F ika i en [ ], [ɣ] ans elle de Plosi e [b], [g] üh en kann. TETIANA SOLSKA 81 Phonem Na ional a- ie ä (NV) Posi ion Absolu e Anlau o Vokal Vo Vokal nach Konsonan en In e okalisch Nach s immlosen Obs uen en Nach Sono lau en Allo- phone n % n % n % n % /b/ D b— — — — 197 87,2 257 62,9 b 80 100 180 100 29 12,8 12 2,9 — — — — — — 139 34,2 A b— — 12 6,7 168 73,7 258 63,7 b 80 100 168 93,3 60 26,3 44 10,9 — — — — — — 103 25,4 CH b— — — — 176 78,6 195 48,4 b 80 100 180 100 48 21,4 104 25,8 —————— 104 25,8 /d/ D d14 5,9 — — 333 96,2 396 70,7 d 224 94,1 421 95,7 13 3,8 20 3,6 d —— — — — — 144 25,7 () —— 19 4,3 — — —— A d—— 21 4,8 312 89,7 422 75,4 d 240 100 419 95,2 24 6,9 43 7,7 d —————— 95 16,9 () ———— 12 3,4 —— CH d12 5 — — 267 76,7 382 68,2 d 228 95 426 96,8 81 23,3 102 18,2 d —————— 76 13,6 () — — 14 3,2 —— — — /g/ D g— — — — 252 100 300 69,4 g 60 100 216 100 —— 24 5,6 ɣ—————— 108 25 A g— — — — 216 85,7 312 72,2 g 60 100 216 100 36 14,3 12 2,8 ɣ—————— 96 22,2 ɣ —————— 12 2,8 CH g— — — — 199 78,3 250 57,9 g 60 100 216 100 55 21,7 57 13,2 ɣ—————— 103 23,8 ɣ —————— 22 5,1 Tabelle 2.Realisie ung de ungespann en Plosi e /b/, /d/, /g/ in de be on en und unbe on en Po- si ion des phone ischen Wo es in de Rede de Deu schen (D), Ös e eiche innen (A) und Deu sch- schweize innen (CH) (in P ozen zahlen %) 82 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2021 Den Allophonen des al eola en /d/ is jedoch ein gespann e e Ve schluss eigen, dahe wi d de Plosi [d] o wiegend nich du chgehend in einen F ika i modi i- zie , sonde n zum e was gesenk en Allophon [d ] abgeschwäch . Das E scheinen on F ika i en ans elle de Plosi e [b], [d], [g] is in de in e - okalischen Posi ion zu beobach en, o allem in hoch equen en synseman ischen Wö e n, abe auch in unbe on en Silben de Bedeu ungswö e : a[ ɐ]  wi  sind  ganz  ˈb aun  gewo den, ich  ha[ ]e nämlich  einmal  geˈ äum , ich ˈglau[ ]e, wie[d ɐ]  zu  ˈHause, ˈall[ɐd ]ings, o[d ɐ] ˈHimbee e, ha  di  doch ˈimm[ɐ]  [ɣ]eschmeck . Die Modi izie ung de Allophone des bilabialen /b/ und des al eola en /d/ zu den homo ganen F ika i en komm in den Au nahmen de Deu schen häu ige (/b/— 34,2%; /d/— 25,7%) im Ve gleich zu denen de Ös e eiche innen (/b/— 25,4%; /d/— 16,9%) und de Deu schschweize innen o (/b/— 25,8%; /d/— 13,6%). Modi izie e Allophone des ela en /g/ sind dagegen in allen d ei Na ional a ie ä- en des Deu schen ela i gleich e eil : 25%— in de Rede de Deu schen, 25%— de Ös e eiche innen, 28,9%— de Deu schschweize innen. Die oben ange üh en Modi ika ionen lassen sich du ch die Sonag amme des pho- ne ischen Wo es «zu  ˈbellen» und des Wo es «abe » in Abb. 1 illus ie en. Das Sonag amm links bilde die no ma i e Realisie ung des Phonems /b/ in de in e okalischen Posi ion als s immha e Plosi [b] ab, dessen akus isches Bild aus zwei Teilen bes eh : wäh end des s immha en Ve schlusses wi d die G und equenz e zeichne , die bei de Ve schlusslösung du ch Impulsge äusche e gänz wi d. De Konsonan au dem Sonag amm ech s is du ch ehlende Ve - schlussphase sowie du ch E scheinen on Hoch equenzge äuschen gekennzeich- ne , was zu gewisse Undeu lichkei des Lau spek ums üh . Die G und equenz und das Fehlen des Ve schlusses im akus ischen Bild bes ä igen, dass de Lau au dem Sonag amm ech s als s immha e labioden ale F ika i [ ] ausgesp ochen wi d. abb.1Sonag amme des phone ischen Wo es «zu ˈbellen» (links) und des Wo es «abe » ( ech s) in de Rede om Sp eche F.A.-F. (NVD). 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