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Semiosphäre, Übertragungschrakter, Dekonstruktion. Vladimír Macura und das Spätwerk Jurij Lotmans

Förster, Anna

Abstract

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Full text

Semiosphä e, Übe agungscha ak e , Dekons uk ion. Vladimí Macu a und das Spä we k Ju ij Lo mans1 Anna Fö s e – Uni e si ä E u ABSTRACT De Bei ag be ass sich mi de Beziehung zwischen de A bei des schechischen Li e a‑ u wissenscha le s Vladimí Macu a (1945–1999) und de jenigen Ju ijM. Lo mans und de Ta u ‑Moskaue ‑Schule. Im Mi elpunk s eh dabei Lo mans in den 1980e Jah en o mu‑ lie es Konzep de Semiosphä e. Ausgehend sowohl on Macu as publizie en A bei en als auch on seinem un e ö en lich en Nachlass un e such de Bei ag o allem dessen Rolle ü Macu as Idee eines ‚Übe se zungscha ak e s‘ [překlado os ] de schechischen Li e a u und Kul u des 19. Jh. Gleichzei ig zeig e , dass sich Macu as Auseinande se zung mi Lo mans Konzep nich in dessen Applika ion au das eigene Ma e ial e schöp , son‑ de n auch eine in ensi e heo iegeschich liche Re lexion um ass , die Ko espondenzen sowohl mi de En wicklung des schechischen S uk u alismus sei den 1960e Jah en als auch mi de wes eu opäischen bzw. no dame ikanischen Dekons uk ion au zeig . SCHLÜSSELWÖRTER Lo man– Semiosphä e– Kul u semio ik– Dekons uk ion– Übe se zungs heo ie– Li e‑ a u heo ie– schechische Kul u ABSTRACT Semiosphe e, cul u e as ansla ion, decons uc ion. Vladimí Macu a and Ju ij Lo man’sla e wo k The pape deals wi h he ela ionship be ween he wo k o Czech li e a y schola Vladimí Macu a (1945–1999) and ha o Yu iM. Lo man, ocusing on he concep o he semiosphe e o mula ed by Lo man in he 1980s. D awing on bo h Macu a’spublished wo ks as well as on his a chi al legacy, i s udies he concep ’s ole o Macu a’sidea o a‘ ansla ional cha ac e ’ [překlado os ] o Czech 19 h cen u y li e a u e and cul u e. A he same ime, i shows ha Macu a wen beyond applying Lo man’sconcep o his own ma e ial bu also engaged in an ex ensi e e lec ion on he his o y o li e a y heo y he eby e ealing pa allels wi h he de elopmen o Czech s uc u alism since he 1960sas well as wi h Wes e n Eu opean and No h Ame ican decons uc ion. 1 De Au sa z en s and mi Un e s ü zung du ch ein Zdeněk Peša ‑S ipendium des Ús a p o českou li e a u u [Ins i u ü schechische Li e a u ] de Tschechischen Akademie de Wissenscha en. Mein Dank geh übe dies an Naděžda Macu o á om Pamá ník ná odního písemnic í (P ag) ü die eund‑ liche Genehmigung, den Nachlass ih es e s o benen Mannes zu s udie en sowie an Pa el Janoušek, de mi den Zugang zu Macu as elek onischem A chi e möglich ha . 46 BRÜCKEN 28/1 KEY WORDS Lo man– semiosphe e– cul u al semio ics– decons uc ion– ansla ion heo y– li e a y heo y– Czech cul u e 1. „MEIN LOTMAN“ An ang de 1990e Jah e beginn Vladimí Macu a gemeinsam mi einigen F eunden ein kollek i es Memoi enp ojek . Jede soll– so die Idee– seine eigenen E inne‑ ungen niede sch eiben und diese dann bei egelmäßigen T e en kapi elweise mi den ande en eilen und disku ie en. Zusammengenommen sollen die Tex e eine A ‚Gene a ionengedäch nis‘ kons i uie en. Bis heu e un e ö en lich inden sich die in diesem Kon ex en s andenen Tex e in Macu as Nachlass. 2 In einem Ein ag om 25. Mä z 1992 e inne sich Macu a un e de Übe sch i „Můj Lo man“ [Mein Lo man] an eine Anekdo e aus dem Somme 1989, den e in Es land e b ach ha . Fü ihn, de sich sei Beginn de 1970e Jah e wissenscha lich, p i a und als Übe ‑ se ze in ensi mi Es land be ass 3, is es nich de e s e Au en hal . Diesmal abe is einiges ande s: das Land be inde sich inmi en de sog. ‚Singenden Re olu ion‘, die 2 Zu diesem un e dem A bei s i el Dopijem apůjdem [Lass uns aus inken und gehen] s ehenden P o‑ jek sch eib Janoušek: „Vzniklý ko pus by nepochybně s ál za společné ydání. T oří zajíma ý celek, jehož jedno li é ex y jsou spja y jak ema icky, ak izpůsobem zniku ap ní eřejné p ezen ace. […] [Macu a] [p]odal osobě kompak ní li e á ně s ylizo anou ain o mačně značně nasycenou memoá o ou ýpo ěď, jež ekapi uluje šechny pods a né kapi oly ži o a.“ [„Das en s andene Ko pus wä e zwei el‑ los eine gemeinsame Ve ö en lichung we . Es bilde ein in e essan es Ganzes, dessen einzelne Tex e sowohl hema isch als auch du ch ih e En s ehung und e s e ö en liche P äsen a ion e bunden sind. […] [Macu a] lie e dami einen kompak en, li e a isch s ilisie en und in o ma ionell e s aunlich gesä ig en Memoi en ex , de alle wesen lichen Kapi el seines Lebens ekapi ulie .“] (Janoušek 2014: 35). Janoušek is an diesem Un e nehmen zumindes zei weise selbs be eilig . 3 In seinen E inne ungen da ie Macu a den Beginn seine Es land ‑Begeis e ung au das Jah 1972, als e zu Au besse ung des Familienbudge s au eine on de Akademie de Wissenscha en e ans al e en Somme schule ü slawische S udien Tschechischun e ich ü ausländische S udie ende und Wissen‑ scha le gib . Eine seine Schüle is de es nische Dich e Leo Me sa . Am Beginn ih e langjäh igen F eundscha s eh ausge echne ein Gesp äch übe Lo man: „Me sa přišel do mého ku su oněco později, na chodbě před učebnou se mi předs a o al ařekl, že je zTa u. Já byl ehdy z o na če s ě posedlý Lo mano ou sémio ikou, a ak jsem ydechl:– Ju ij Lo man! To pana Me sa a elice po ěšilo, p ohlásil, že Ju ij Lo man je jeho dob ý známý. Tehdy jsem ješ ě ne ěděl, že Es ons ku se šichni na zájem znají amělo o p o mne éměř magický ýznam: člo ěk, k e ý se zná s elkým Lo manem.“ [„Me sa kam e was spä e in meinen Ku s, au dem Flu o dem Un e ich s aum s ell e e sich o und sag e, dass e aus Ta u käme. Ich wa ge ade isch on Lo mans Semio ik besessen und so ie ich:– Ju ij Lo man! Da eu e sich He Me sa seh und sag e, dass Ju ij Lo man ein gu e Bekann e on ihm sei. Damals wuss e ich noch nich , dass in Es land jede jeden kenn und so ha e das ü mich as magische Bedeu ung: ein Mann, de den g oßen Lo man kenn .“ (EA VM_PERSONAL_PAMETI_PA‑ METI2.602, 27 .) U.a. au g und des nu ku ze Zei spä e geg ünde en und .a. mi mys i ika o ischen Ak i i ä en be ass en ‚Bal ský s az‘ [Bal ischen Bunds] is Janoušek da on übe zeug , dass Macu as Es land ‑Begeis e ung zumindes in den An angsjah en übe wiegend eskapis ische Na u is (Janoušek 2014: 194–214). Dies ände sich spä es ens 1978, als e zum e s en Mal selbs ins Bal ikum eis . In den da au olgenden Jah en en wickel e sich zu einem de wich igs en Übe se ze und Ve mi le es nische Li e a u in de Tschechoslowakei ( ü eine Bibliog aphie de on ihm übe se z en Ti el siehe Janoušek (2014:520–529). Zu Beginn de 1990e Jah e wi d ihm soga de Pos en des schechischen Bo scha e s in Tallinn angebo en, den e jedoch aus gesundhei lichen G ünden ablehn . 47ANNA FÖRSTER ziemlich genau zwei Jah e spä e in die Unabhängigkei on de Sowje union üh en wi d. Und Macu a ha sich nach langem Zöge n endlich en schlossen, den sei Jah en bewunde en Ta ue Li e a u wissenscha le und Semio ike Ju ij Lo man pe sön‑ lich zu kon ak ie en. Als e abe dessen Ins i u an de Ta ue Uni e si ä au such , e äh e zu seinem Bedaue n, dass Lo man sich au eine Diens eise be inde . Die einzige Pe son, die e an i , is eine junge a menische Mi a bei e in on Lo mans semio ischem Labo . Die beiden kommen ins Gesp äch und sie zeig ihm Lo mans Bü o in de Uni e si ä sbiblio hek und die Symbol‑ und Emblemka aloge, mi denen e zu diese Zei a bei e . Und schließlich nimm sie ihn soga mi zu Lo man nach Hause, wo sie un e den wachsamen Augen on dessen Schwiege och e , abe dennoch in scheinba öllige Selbs e s ändlichkei , Lo mans A bei szimme nach einem Sch i s ück absuch , das sie Macu a mi geben möch e. Macu a kann– wie e nich uni onisch e inne – sein Glück kaum assen: [J]á ak mohl s oupi do legendá ní p aco ny, za alené h omadami knih, jako by je přímo dop os řed mís nos i na s ůl yklopil naklaďák. Zaznamenal jsem přes o  om ob o ském seskupení knih iřadu knih českých aslo enských: Če enka, Mukařo ský, Le ý, H abák, Miko aPopo ič […]. A…, slas ná ch íle… éž iMacu a: Znamení z odu. Vý isk, k e ý jsem panu p o eso o i před le y […] posílal. Apan p o eso jej nořil do oho o moře knih po bok Če enko i aPopo ičo i. (EA VM_ PERSONAL_PAMETI_PAMETI.602, 55 .)4 [Und so konn e ich das legendä e A bei szimme be e en, das übe schwemm wa on Büche s apeln, als hä e sie ein Las wagen übe dem inmi en des Raums s ehenden Tisch abgeladen. T o zdem mach e ich in diesem iesigen Büche be g auch eine Reihe schechische und slowakische Büche aus: Če enka, Mukařo ský, Le ý, H abák, Miko und Popo ič […]. Und… welch kos ba e Momen … auch Ma‑ cu a: Znamení z odu. Das Exempla , das ich dem He n P o esso o Jah en […] zugeschick ha e. Und e ha e es in dieses Büche mee an de Sei e on Če enka und Popo ič einge auch .] Diese Anekdo e is in gleich meh ache Hinsich in e essan : Zum einen nämlich mach sie deu lich, dass– ande s als gemeinhin angenommen– nich nu Macu a ein g oße Lo man ‑Ve eh e gewesen is , sonde n dass auch Lo man be ei s in den 1980e Jah en Macu as A bei gekann ode doch zumindes um sie gewuss haben muss. Pe sönlich begegnen we den sich die beiden Männe jedoch e s zwei Jah e nach diese Episode, als Lo man au Einladung Macu as und des Ús a p o českou li e a u u [Ins i u ü schechische Li e a u ] de Akademie de Wissenscha en im He bs 1991 zu einem meh ä igen Besuch nach P ag komm und– wie aus dem P og amm dieses Besuches zu e sehen is – dabei mi Macu a auch einige Auszüge aus dessen wenig spä e e scheinendem Buch Šťas ný ěk [Das glückliche Zei al e ] disku ie (Dok. 1). Zum ande en is die Anekdo e in e essan , weil sie beleg , dass un e den A bei en Macu as, die Lo man e hal en und mi einige Wah scheinlichkei gelesen ha , auch 4 Eine übe a bei e e Fassung dieses Memoi en ‑Kapi els is 1995 in de Zei sch i T a e schienen. Die hie zi ie e Passage is da in alle dings nu un olls ändig en hal en (Macu a 1995b). 48 BRÜCKEN 28/1 Znamení z odu [Das Zeichen de Gebu ] gewesen is – und dami ausge echne das‑ jenige Buch, in dem Macu a sein im Zen um des o liegenden He es s ehendes Konzep des ‚Übe se zungs‑‘ ode ‚Übe agungscha ak e s‘ [‚překlado os ‘] zwa nich zum alle e s en Mal e wähn 5, wohl abe e s mals aus üh lich ausgea bei e und disku ie ha . Und sie zeig , dass Lo man Macu as Buch nich nu neben ‚Klassike n‘ des P age S uk u alismus, sonde n mi Jiří Le ý, An on Popo ič und F an išek Miko o allem un e solchen Au o en einso ie ha , die du ch übe se zungs heo e ische A bei en bekann gewo den sind. Dass Macu a übe Jah zehn e hinweg ein o be on a ek i es Ve häl nis zu Kul u semio ik de Ta u ‑Moskaue Schule und .a. zum We k Ju ij Lo mans p leg e, komm nich nu in nachgelassenen Tex en wie diesen ode in In e iews (Lo man 1991; 1992) und Nach u en (Macu a 1993b; 1994b) zum Ausd uck, sonde n is längs kon en ionalisie e Bes and eil enzyklopädische Ein äge, biog aphische Me‑ daillons ode sich au seine We ke beziehende li e a u wissenscha liche wie ‑his o ische A bei en gewo den. Im Fokus s ehen dabei meis Aspek e wie Macu as disziplinä e Selbs de ini ion als Semio ike (Winne 2000; Wu sdo 2012), sein Li‑ e a u e s ändnis und sein Kul u beg i (Bugge 2010), ode auch me hodologische F agen (Glanc 1992). Bislang nich disku ie wo den is in diesem Zusammenhang hingegen seine in ensi e Auseinande se zung mi dem on Lo man Mi e de 1980e Jah e o mulie en Konzep de Semiosphä e. Diese Lee s elle is umso e s aun‑ liche , als Lo mans Konzep in den e gangenen Jah en zunehmend in den Fokus eine mi den Übe schneidungen on semio ischen und übe se zungswissenscha ‑ lichen F ages ellungen be ass en Fo schung ge ück is (To op 2002; F ank u.a. 2010; Osimo 2019)– und dami in ein Feld, in dem sich sei Mi e de 1970e auch Macu a imme wiede beweg .6 Besonde s naheliegend schein angesich s diese so ähnlich gelage en Fo schungsin e essen die F age, welche Rolle die Beschä igung mi dem Semiosphä en ‑Konzep ü die En wicklung de Idee eine ‚překlado os ‘, also eine ‚Übe se zungsha igkei ‘ ode auch eines ‚Übe agungscha ak e s‘ de schechischen Kul u spiel . Dies zu bean wo en is – das sei an diese S elle be ei s o weggenom‑ men– schwie ige , als es zunächs den Anschein ha . Eine sei s nämlich zeig sich, dass sich das Ve häl nis de beiden Konzep e zueinande nich im Sinne eine ein‑ achen heo iegeschich lichen Rezep ions‑ ode Ein lussbeziehung besch eiben läss . 5 Die meines Wissens ühes e Ve wendung des Beg i s äll in das Jah 1974. In einem gemeinsam mi seine damaligen F au Alena Macu o á au eine P age Kon e enz gehal enen Vo ag be ass e sich e s mals mi de Übe se zungs ä igkei Jose Jungmanns. Viele de dabei o mulie en Ideen inden spä e Eingang in das mi „Překlado os “ übe sch iebene Kapi el on Znamení z odu (Macu a 2015: 69–89). Den Beg i selbs alle dings e wende e in diesem ühen Vo ag noch nich im spä e en, au die gesam e schechische Kul u de Wiede gebu sepoche bezogenen Sinne, sonde n noch mi Blick au die Eigenscha einzelne Tex e, ‚übe se z zu sein‘ (Macu a/Macu o á 1974: 158). 6 Da on zeugen neben dem be ei s genann en Vo ag on 1974 wei e e S udien zu sp achwissenscha ‑ lichen A bei und zu Übe se zungs ä igkei Jungmanns und ande e Wiede gebu sak i is en (Macu a 1973a; 1975; 1979; 1980; 1982) sowie meh e e in e na ional e schienene Bei äge, die diese in einen g öße en, kul u his o ischen und übe se zungs heo e ischen Kon ex eino dnen (Macu a 1977; 1990). Die Übe schneidung on semio ischen mi übe se zungs heo e ischen und übe se zungsp ak ischen In e essen mani es ie sich jedoch auch in zahl eichen Rezensionen zu li e a ischen Übe se zungen sowie in einem Au sa z, de sich an eine ehe quan i izie enden Analyse de wel wei meh als 80 Übe se zungen on Julius Fučíks Repo áž psaná na op á ce [Repo age, un e dem S ang gesch ieben] e such (Macu a 1974). 49ANNA FÖRSTER Ande e sei s wi d die Bean wo ung diese F age abe auch dadu ch e schwe , dass Macu as Zug i au Lo mans Semiosphä en ‑Konzep ein keineswegs ein‑ sonde n mindes ens ein zwei ache is , e olg e doch nich nu im Kon ex seine S udien zu schechischen Kul u des 19. Jah hunde s und zu de en ‚Übe agungscha ak e ‘, sonde n beg ei Macu a das Semiosphä en ‑Konzep gleichzei ig auch als Symp om eines ü das Denken Lo mans und die Ta u ‑Moskaue Schule insgesam cha ak e‑ is ischen Ve zich s au konzep uelle wie beg i liche Schließungsbewegungen, und dami au e was, das in seinen Augen au allende Pa allelen zu wes eu opäischen und no dame ikanischen Dekons uk ion au weis . 2. ‚PŘEKLADOVOST‘ ODER: WIE MAN EINE SEMIOSPHÄRE MACHT Wann genau Macu a e s mals mi Lo mans Semiosphä en ‑Konzep in Be üh ung komm , läss sich nu nähe ungsweise ekons uie en. Wie zahl eiche, übe die Jah e hinweg e ö en lich e Rezensionen zeigen, ezipie e die A bei en Lo mans und auch ande e Wissenscha le Innen aus dem Um eld de Ta u ‑Moskaue Schule meis seh zei nah nach de en E scheinen (Macu a 1970; 1973b; 1973c). Ausge echne im Falle de Semiosphä e liegen jedoch zwischen Lo mans e s e diesbezügliche Ve ö en lichung– dem 1984 in de Ta ue Zei sch i T udy po znako ym sis emam [A bei en übe Zeichensys eme] e schienenen Au sa z „Osemios e e“ [Übe die Se‑ miosphä e] (Lo man 1984)7– und de en e s e explizi e Re e en ialisie ung in eine A bei Macu as as zehn Jah e. Es lohn deshalb ein Blick in Macu as Nachlass und insbesonde e in die zahllosen da in e hal enen Lek ü eno izen und Exze p e, die zwa nich imme eindeu ig zu da ie en sind 8 , de en Eingang in seine Publika ionen sich abe nich sel en e s aunlich genau nach ollziehen läss . Da un e inden sich auch eine No iz zu Lo mans oben e wähn em Semiosphä en ‑Au sa z (EA VM_KONS‑ PEKT_ODBORNY_ODBORNII.602, Dok. 2) sowie eine, die dessen Lek ü e e gänz und mi Publika ionen wei e e Au o Innen kons ellie (EA VM_KARTOTEK_TEORIE, Dok. 3). 9 Was sich in diesen No izen andeu e , is , dass Macu a Lo mans Konzep 7 Die Übe se zung de im Folgenden aus diesem Tex zi ie en Passagen s ammen aus de deu schen Fassung on Wol gang Eismann und Roland Posne ( gl. Lo man 1990). Fü die deu schen Fassungen de Zi a e aus Vnu i mysljaščich mi o [Die Innenwel des Denkens] g ei e ich au die Übe se zung on Gab iele Leupold und Olga Rade zkaja zu ück (Lo man 2010), die Übe se zung de zi ie en Passagen aus Macu as Tex en s amm on mi . 8 Dies is nich nu da au zu ückzu üh en, dass Macu a diese Ma e ialien nu in sel enen Fällen da‑ ie ha . Bis 1990 bewah e sie in No izhe en, Ka eien ode Losebla sammlungen au . Nachdem e sich um den Jah eswechsel 1990/91 einen pe sonal compu e einge ich e ha , beginn e jedoch, sie sys ema ische zu o ganisie en und leg zahl eiche sowohl nach Au o namen als auch hema isch e schlagwo e e Da eien an, denen e on nun an o lau end neue No izen hinzu üg . Dass e dabei g oße Teile seines be ei s exis ie enden A chi s ab ipp und sich de papie nen O iginale en ledig , e schwe die genaue Da ie ung de No izen zusä zlich (Janoušek 2014: 37). 9 Beme kenswe e weise inden sich wede in Macu as Publika ionen noch in seinem Nachlass Be‑ lege da ü , dass e auch Lo mans 1996 e schienenes Buch Vnu i mysljaščich mi o gelesen ha , in dem das Semiosphä en ‑Konzep ausgea bei e und in einen g öße en wissenscha s heo e ischen und geschich sphilosophischen Zusammenhang eingeo dne wi d. Dies is umso e wunde liche , als e sowohl 1996 als auch im da au olgenden Jah zwei le z e Reisen nach Es land un e nimm und in dabei en s andenen Tagebuchau zeichnungen auch den E we b einige pos hume Neue scheinungen Lo mans e me k ; au Vnu i mysljaščich mi o inden sich jedoch auch in diesem Kon ex keine lei Ve weise (EA VM_PERSONAL_PAEVIK96). 50 BRÜCKEN 28/1 be ei s zum Zei punk de e s en Be üh ung mi diesem nich nu im linguis ischen Sinne om Russischen ins Tschechische 10 , sonde n auch in den Kon ex seine da‑ maligen Fo schungsin e essen zu schechischen Kul u des 19. Jah hunde s übe ‑ se z . Dami abe komm es on Beginn an zu eine e heblichen Ve engung de ob ih es uni e salis ischen Ansp uchs zu eine no o ischen Unschä e endie enden Lo man’schen Konzep ion.11 Dies be i allem o an de en opologische Dimensio‑ nie ung. Die explizi e beg i liche Anlehnung an die on V. I. Ve nadskij gep äg e Idee eine ‚Biosphä e‘, „ aspoložennaja na po e chnos i našej plane y i ključajuščaja sebja sju so okupnos ’ ži ogo suščes a“ [die sich übe die Obe läche unse es Plane en e s eck [und] die Gesam hei de beleb en Ma e ie] um ass (Lo man 1984: 6), abe auch die wiede hol e Rede on einem „semio ičeskij uni e sum“ [„se‑ mio ischen Uni e sum“] (Lo man 1984: 7) legen eine buchs äblich allum assende Aus‑ dehnung de Semiosphä e nahe; in dem spä e en s ehenden Buch Vnu i mysljaščich mi o wi d dies soga noch um neu ophysiologische und geschich sphilosophische Analogien e wei e we den (Lo man 1996). Die In ‑sich ‑Geschlossenhei und Be‑ g enz hei , die Lo mans eigenen Aussagen zu olge seinen Gegens and g undsä zlich bedingen, implizie en hingegen das Vo handensein nich nu eine , sonde n iele , un e schiedlich semio isie e und mi els Umkodie ungs‑ und Übe se zungsp o‑ zessen mi einande kommunizie ende Semiosphä en. Eine e i o iale ode die Semiosphä e e hnisch ode na ionals aa lich iden i izie ende Lesa wi d zwa am Rande angedeu e ; wie die einzige, in diese Hinsich in e p e ie ba e Passage on Lo mans Au sa z zeig , angie sie abe allen alls als eine Möglichkei un e ielen: „Vslučajach, kogda kul’ u noe p os ans o nosi e i o ial’nyj cha ak e , g anica ob e ae p os ans ennyj smysl ėlemen a nom značenii“ [In den Fällen, in denen ein Kul u aum e i o ialen Cha ak e besi z , nimm die G enze eine äumliche Funk ion im elemen a en Sinne an.] (Lo man 1984:10) Wie seh be ei s Macu as E s ‑ lek ü e das Konzep in diese Hinsich e eng , zeig sich schon allein da in, dass e eben diese Passage als eine de ganz wenigen he ausg ei und di ek ins Tschechi‑ sche übe se zend in seinen Leseno izen es häl , wobei sich die Konk e isie ungs‑ bewegung bis in die seman ische Ebene hinein o se z : „Vpřípadech, kdy kul u ní p os o nese e i o iální cha ak e , nabý á h anice p os o o ého smyslu ob yklém ýznamu“ [In den Fällen, in denen ein Kul u aum e i o ialen Cha ak e besi z , 10 Dieses in allen Lek ü eno izen Macu as angewende e Ve ah en is an ande e S elle als „ ansla ing eading“ bezeichne und als exempla isch ü eine wissenscha sgeschich liche Si ua ion de inie wo ‑ den, die on eine ideologisch beg ünde en Besch änkung wissenscha liche Übe se zungs ä igkei gekennzeichne is : also ein Theo ie ‑Lesen, das un ennba e knüp is nich nu mi einem no ie‑ enden Sch eiben, sonde n auch einem in e lingualen Übe se zen, das die Abwesenhei publizie e Übe se zungen zu kompensie en e such (Fö s e 2021). P ägend is diese P axis auch ü das in den 1980e Jah en on Macu a anges oßene, aus poli ischen G ünden abe o iziell on seinem Kollegen Milan Zeman e an wo e e P ojek eines P ů odce po s ě o é li e á ní eo ii [e wa: Reise üh e du ch die in e na ionale Li e a u heo ie], das ausschließlich aus de aillie en Konspek en zu bis dahin nich übe se z en li e a u heo e ischen We ken bes eh , da un e auch Ju ij Lo mans S uk u a chudožes ‑ ennogo eks a (Macu a/Zeman 1988). 11 Sei ens de Lo man ‑Fo schung is imme wiede au die Mi e an wo lichkei diese Unschä e ü die disziplinä e Viel al de au sein Semiosphä en ‑Konzep e olgenden Zug i e e wiesen wo den (Bol on 2006: 324; F ank u. a. 2010: 393). Als Beispiel hie ü seien neben sp ach‑, li e a u ‑ und kul u wissenscha lichen e wa bio‑ ode ga zoosemio ische Diskussionszusammenhänge genann (Mandelke 1994; Kull 1998). 51ANNA FÖRSTER nimm die G enze eine äumliche Funk ion im üblichen Sinne an.] (Dok 2, He o h. Ve .). Noch deu liche wi d dies, wenn e diese Lesa in de zwei en No iz um olgenden ellip ischen Kommen a e gänz : „každý ná od idí jediné by í osobi é p ojekci a e s é kul uře y áří ‚ a ian s ě o ého in a ian u‘, ná odní celos nos “ [jede Na ion sieh ein alleiniges Sein in indi iduelle P ojek ion und scha in ih e Kul u eine ‚Va ian e de wel umspannenden In a ianz‘, ein na ionales Ganzes] (Dok. 3). Eine e gleichba e Ve engung e äh in Macu as e s e Lek ü e auch de s a k übe de e minie e Übe se zungsbeg i , den Lo man meh ode wenige pauschal au alle die G enzen de Semiosphä e anszendie enden Kommunika ions o gän‑ ge mi de en ande s kodie em Außen bezieh . Macu as Lek ü e ha hie eindeu ig en me apho isie enden Cha ak e . Wo bei Lo man on Semiosphä en ‑G enzen als „bloky pe e oda“ [Übe se zungs o ich ung[en]] (Lo man 1984: 10) die Rede is , e ‑ scheinen in Macu as Pa aph asen be ei s an diese S elle pe sonalisie e „biling í překlada elé“ [bilinguale Übe se ze ] (Dok. 2). Zu eine e s en konsequen en F uch ba machung eben diese Lek ü e im Rah‑ men on Macu as eigene li e a u ‑ und kul u wissenscha liche A bei komm es 1993, als e Masa yko y bo y [Masa yks Schuhe] publizie , eine Sammlung ku ze kul u semio ische Essays, die e zwischen Sep embe 1992 und Ap il 1993 ü eine wöchen lich in de Li e a u zei sch i T a e scheinende Kolumne e ass ha .12 1998 e schein mi Český sen [De schechische T aum] ein wei e es in diesem Zu‑ sammenhang ele an es Buch, das au g und on Macu as sich zu diesem Zei punk be ei s apide e schlech e ndem Gesundhei szus and alle dings nu einen Teil de hie ü u sp ünglich e ass en Tex e en häl ; die üb igen e scheinen pos hum e s 2015.13 Beide P ojek e e binde die Hinwendung zu essayis ischen Sch eib‑ und A gumen a ionsweisen sowie die Ta sache, dass sie eils jah zehn eal e A bei en wiede au g ei en und in neue Zusammenhänge übe üh en. Macu as Biog aph Pa el Janoušek sp ich deshalb mi Blick au Masa yko y bo y und Český sen e was despek ie lich on „sklon[] k ecyklaci ex ů“ [eine Neigung zum Tex ‑Recycling] (Janoušek 2014: 324). Dabei übe sieh e jedoch, dass Macu a hie ühe e Tex e und Fo schungsgegens ände nich ein ach wiede hol , sonde n sie eine ganz im Zeichen des Semiosphä en ‑Konzep s s ehenden Relek ü e un e zieh . Gleich de e s e in Masa yko y bo y en hal ene Essay s ell das Lo man’sche Konzep de gesam en Sammlung als Rahmung o an: 12 Wie aus de Ko espondenz Macu as he o geh , is die Kolumne an änglich ü einen wesen lich länge en Zei aum geplan . Die Idee, die Tex e auch als Buch he auszugeben, en s eh e s im F üh‑ jah 1993 (B ie an B. Hochel om 9.10.1992, EA VM_AGENDA_KORESP1_DOPIS92C.602; B ie an L. Me sa om 27.5.1993, EA VM_AGENDA_KORESP1_DOPIS93A.602) Es is also da on auszugehen, dass zumindes die ab Mä z e schienenen Essays be ei s mi Blick au einen g öße en, buch ö migen Publika ionszusammenhang en s anden sind. Dies gil insbesonde e ü den im Ve lau e dieses Ab‑ schni s zi ie en Tex „Český s ě “ [„Die schechische Wel “], de am 25.3.1993 und dami e s ku z o de Eins ellung de Kolumne e schienen is ; in Masa yko y bo y s eh de Tex jedoch an e s e S elle (Macu a 1993a). 13 Un e dem noch on Macu a selbs gewähl en Ti el „Český sen II“ e scheinen sie zusammen mi Český sen Iund Znamení z odu im 1. Band de Vyb ané spisy Vladimí a Macu y [Ausgewähl en Sch i en Vladimí Macu as]. Zwei in diese Sammlung au genommene Tex e sind zu o be ei s an ande e S elle e schienen, da un e auch de im wei e en Ve lau dieses Abschni s zi ie e und zu o nu au Polnisch publizie e Essay „Sen očeském s ě ě“. Vgl. hie zu die edi o ischen Anme kungen de He ausgebe innen (Pio ecká/Voj ko á 2015). 52 BRÜCKEN 28/1 Vobzo ech sémio ického u ažo ání se z odil e mín sémios é a jako opačný pól ýchozího, až přilíš a omá ního pojmu, jakým je znak. […] [T]e mín ‚sémios é a‘ usiluje přenés ěžiš ě pozo nos i od jedno li os í, od elemen á ních čás í kcelku, kuni e zali ě, ksloži ému sémio ickému s ě u, k e ý člo ěka obklopuje. […] (Macu a 1993c: 5) [Am Ho izon semio ische Übe legungen is als en gegengese z e Ausgangspunk zum allzu a oma en Beg i des Zeichens de Beg i de Semiosphä e au ge auch . […] De Te minus ‚Semiosphä e‘ bemüh sich da um, den Schwe punk de Au ‑ me ksamkei om Einzelnen, om elemen a en Teil zum Ganzen zu e lage n, zu Uni e sali ä , zu komplexen semio ischen Wel , die den Menschen umgib .] Gleich im Anschluss s ell de Tex de Lo man’schen Semiosphä e ein zwei es, diesmal genuin Macu a’sches Syn agma zu Sei e. Deu lich schein dabei die in den A chi ‑ no izen be ei s angedeu e e e i o iale Konk e isie ung on Lo mans Konzep du ch: Dnes je exis ence české kul u y p o našince zcela samozřejmým ak em. Obklopuje ho jako s éby né sémio ické p os ředí, egionálně isociálně di e enco aný celek, ni řně oz ůzněný, apři om ela i ně úplný, předs a ující úh nu celis ý ‚český s ě ‘. (Macu a 1993c: 5) [Heu e is die Exis enz eine schechischen Kul u ü uns eine ganz selbs e ‑ s ändliche Ta sache. Sie umgib uns als eigens ändige semio ische Umgebung, als ein egional und sozial di e enzie es Ganzes, im Inne n iel äl ig und dabei doch ela i olls ändig e gib sie in de Summe eine unge eil e ‚ schechische Wel ‘.] Was hie als mi de Semiosphä e zumindes eil ‑synonym einge üh wi d, is mi hin nich meh und nich wenige als die Idee, die schechische bzw. schechischsp achige Na ionalkul u als P oduk mul iple Umkodie ungs‑ und (Re)Semio isie ungsp o‑ zesse zu besch eiben. Die He ausbildung eben diese ‚ schechischen Wel ‘ in den e s en Jah zehn en des 19. Jah hunde s lasse sich, so Macu a wei e , mi hil e on Lo mans Konzep als die Scha ung eine neuen Semiosphä e besch eiben. Wie ein de a ige P ozess o zus ellen sei, e läu e Lo man in Vnu i mysljaščich mi o . Am An ang s ehe, so mein e , eine Si ua ion, in de die Pe iphe ie eine bes ehenden Semiosphä e einem plö zlich ges iegenen Zus om on Tex en ode ex ähnlichen Elemen en aus ande en S uk u en ausgese z sei. Die da au olgende „ė ap passi ‑ nogo nasyščenija“ [E appe de passi en An eiche ung] (Lo man 1996: 195) sei gekenn‑ zeichne on de E schließung und Aneigung des neuen Zeichenma e ials. Sobald ein gewisse Sä igungsg ad e eich sei, beginne die bis dahin lediglich au nehmend agie ende Pe iphe ie selbs ak i zu we den und dami eine Rolle zu übe nehmen, die gemeinhin dem Zen um eine Semiosphä e o behal en sei. „Mi Hochd uck“, so Lo man wei e , beginne die Pe iphe ie nun selbs Tex e zu p oduzie en und ande e– da un e auch die diese En wicklung u sp ünglich s imulie enden– S uk u en mi diesen zu „bomba die en“ (Lo man 1996: 195). Was sich be ei s in diese Wo wahl andeu e , s eich e gleich im Anschluss auch explizi he aus: Am Übe gang on de ezep i en zu p oduk i en Phase nämlich „p oischodi ėne ge ičeskoe oz as anie: 53ANNA FÖRSTER sis ema, p išedšaja sos ojanie ak i nos i, ydeljae ėne gii go azdo bol’še, čem eё ozbudi el’, i asp os anjae s oё ozdejs ie na znači el’no bolee obši nyj egion“ [komm es zu einem Ene giezuwachs: Das nunmeh in einen ak i en Zus and ein‑ ge e ene Sys em gib wesen lich meh Ene gie ab als das, das es s imulie ha , und seine Wi kung e s eck sich au ein bedeu end g öße es Gebie .] (Lo man 1996: 195). Un e dem Ein luss diese ges iegenen semio ischen Ene gie beginne die S uk u nich nu , sich im Inne n imme s ä ke auszudi e enzie en, sonde n lei e auch P ozesse de Selbs besch eibung und No mie ung ein, in de en Zuge sich die ehe ‑ malige Pe iphe ie als nunmeh neues Zen um s abilisie e. Masa yko y bo y und Český sen lesen sich s eckenweise wie eine dieses Szena io au den eigenen Gegens and übe agende und dabei die Lo man’sche Abs ak ion au die Ebene aumzei liche Konk e ion he un e b echende Pa aph ase– so wie hie , in eine Passage, in de Macu a au die Si ua ion de böhmischen Lände o dem Einse zen dieses P ozesses eingeh und in de e diese als Pe iphe ie eine im Ke n deu schsp achig kodie en ös e eichisch ‑unga ischen Semiosphä e besch eib : Český s ě , o byla podle obecného předpokladu [ aného 19. s ole í, Ve .] spíše ‚ne ‑kul u a‘, cosi ‚mimokul u ního‘, ‚předkul u ního‘, […] s ě pů odních hodno asocia i ně spja ý zejména sdě s ím, pří odou, olklo em. Na íc nebyla ehdy mysli elná žádná předs a a ‚z láš ní sémios é y‘ […], ázané na český jazyk, k e á by mohla plně obklopo a jedince auspokojo a jeho eške é sociální akul u ní po řeby […]. Musíme si u ědomi , že soudobá ěda, echnika, umění ali e a u a– o šechno bylo zp os ředko áno jiném komunikačním ok uhu, aos a ně aké jiném hodno o ém a ýznamo ém kon ex u zcela zdáleném komunikačním ok uhům, e k e ých adičně ungo al český jazyk. Neznamená o samozřejmě, že by dané egiony […] akouské mona chie byly y ázány zkul u y– při ozeně se na ní podílely. […] Jde ojinou ěc: kul u ní ak i i y spja é sčeským e nikem p os ě ne y ářely celis os , zůs á aly jen dílčími kul u ními podniky  ámci zcela jinak o ganizo aného kul u ního celku. (Macu a 2015: 515) [Un e den allgemeinen Bedingungen [des ühen 19. Jah hunde s, Ve .] wa die schechische Wel ehe eine ‚Nich ‑Kul u ‘, e was ‚Ex a‑‘ ode ‚P äkul u elles‘, […] eine Wel de u sp ünglichen und o allem mi Kindhei , Na u und Folklo e asso‑ ziie en We e. Die Idee eine mi de schechischen Sp ache e bundenen ‚eigenen Semiosphä e‘ […], die in de Lage gewesen wä e, das Indi iduum zu umgeben und all seine sozialen und kul u ellen Bedü nisse zu decken, wa öllig undenkba […]. Wi müssen uns die Si ua ion noch einmal o Augen üh en: Wissenscha , Technik, Kuns und Li e a u – das alles wa damals in einem We ‑ und Bedeu ungskon ex e o e , de seh wei en e n wa on dem adi ionell de schechischen Sp a‑ che o behal enen kommunika i en Um eld. Das bedeu e na ü lich nich , dass die en sp echenden Regionen […] de ös e eichischen Mona chie aus de Kul u ausgegliede gewesen wä en– sie nahmen ganz na ü lich an diese Teil. […] Es geh um e was ande es: die mi de schechischen E hnie e knüp en kul u ellen Ak i i ä en bilde en ein ach keine Gesam hei , sonde n blieben subkul u elle Un e nehmungen in einem gänzlich ande s o ganisie en kul u ellen Ganzen.] 60 BRÜCKEN 28/1 De ida, Jacques (1985): Des ou s de Babel.– In: G aham, Joseph F. 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Pa ia: Blonk, 2017] 62 BRÜCKEN 28/1 Pe říček j ., Mi osla (1993): Předmlu a, k e á nechce bý ná odem kč ení [Einlei ung, die keine Lek ü eanlei ung sein will].– In: De ida, Jacques: Tex y kdekons ukci. P áce zle 1967–72 [Tex e zu Dekons uk ion. A bei en aus den Jah en 1967–72]. B a isla a: A cha, 7–30. Pio ecká, Ka eřina/Voj ko á, Milena (2015): Ediční poznámky.– In: Macu a, Vladimí , Vyb ané spisy Vladimí a Macu y, s .1. Znamení z odu ačeské sny. P aha: Academia, 551–554. Sé io , Pa ick (2016): Ba hes And Lo man. Ideology s. Cul u e.– In: Sign Sys em S udies 44/3, 402–414. To op, Pee e (2002): T ansla ion as T ansla ing as Cul u e.– In: Sign Sys em S udies 30/3, 594‑605. Winne , Thomas G. (2000): Czech and Ta u ‑Moscow Semio ics. The Cul u al Semio ics o Vladimí Macu a (1945–1999). In Memo iam Vladimí Macu a.– In: Sign Sys em S udies 28/1, 158–180. 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Lo man: Kme odologii ýzkumu emblema iky na půdě Sémio ické labo a oře Ta u. Filozo ická akul a, I. Pa o, č.104. 5.11.1991 18:15 Přednáška Li e á ně ědné společnos i „Kak uálním p oblémům sémio iky kul u y II“. J. Palacha 2, III. p, č.300. 7.11.1991 14:30 Sla nos ní předání zla é medaile Českoslo enské akademie ěd J. Do‑ b o ského, Ná odní řída 3, č.115 DOKUMENT 2: EA VM_KONSPEKT_ODBORNY_ODBORNII.602., UNDATIERT. Ju ijM. Lo man, Osemios e e, in: S uk u a dialoga kak p incip abo y semio‑ ičeskogo mechanizma, Ta u Riikliku Ülikooli oime ised 641, T udy po znako ym sis emam XVII, Ta u, 1984, s. 5–23. Současná sémio ika e iduje základní pojmy: uzákladů obo u adice 1) Pie ce ‑Mo is“ od íjí se od znaku jako p oelemen u, 2) Saussu e: an inomie jazyka ařeči. Oba pos oje 63ANNA FÖRSTER jád u s ejně a omis ické: ycházejí od nejjednoduššího (znak, p omlu a), ale spja o snebezpečím, že o co je dik o áno analy ickou po řebou se začne níma jako k ali a jazyka 6. Nyní čas na jiný pohled: jedno li é p ky, celé sys émy neexis ují izolo aně, ale jen u či ém sémio ickém kon inuu 6. Analogicky kpojmu V.I.Ve nadského „bios é a“ ‑ „Lze nahlíže na sémio ický uni e zum jako na úh n jedno li ých ex ů a zájemně uza řených jazyků… Ale plodnější je opačný přís up: eške é sémio ické p os ans í lze po ažo a za za jediný mechanismus (ne ‑li o ganismus).“ Pak se ukazuje „sémios é a“ jako p io i ní 7. Složením bi eků ne znikne ele, ale po co‑ áním ele e lze dospě kbi ekům, podobě ani složením jedno li ých sémio ických ak ů nelze složi sémios é u, sémios é a šak y áří bázi p o ungo ání jedno li ých sémio ických ak ů 7. Příznaky: 1) oh aničenos , pojem h anice 8. Sémio ickou h anicí jsou biling ní překlada elé, il y lumočící še, co je za h anicí dané sémios é y, h anice je edy „biling ní mecha‑ nismus“ 9, sk ze ni se adap uje nesémio ický ijinosémio ický p os o 9. „Vpřípadech, kdy kul u ní p os o nese e i o iální cha ak e , nabý á h anice p os o o ého smyslu ob yklém ýznamu“ 10. H anice je aké oblas í „z ychlených sémio ických p ocesů“ 11. Kul u a o muje is ůj yp nější „dezo ganizace“ (an ičnos buduje s é ba ba s í 11) 2) sémio ická ne o nomě nos : jade né s uk u y ‑ pe i e ie, nehomogennos , což y áří eze y dynamického ý oje. Vědomí bez dialogu není možné, dialog předchází jazyk. Jazyk bez sémios é y neexis uje, podsys émy sémios é y zájemně sou isí 16. Palind omy 20. DOKUMENT 3: EA VM_KARTOTEK_TEORIE_SSS.602., UNDATIERT. • SÉMIOSFÉRA Ju ij Lo man, „Osemios e e“ [On Semiosphe e]. In: S uk u a dialoga kak p incip abo y semio ičeskogo mechanizma, Ta u Riikliku Ülikooli oime ised 641, T udy po znako ym sis emam XVII, (Ta u, 1984), pp. 5–23. AD: každý ná od idí jediné by í osobi é p ojekci a e s é kul uře y áří „ a ian s ě o ého in a ian u“, ná odní celos nos = „Kosmo ‑Psicho ‑Logos“. Gače , G.D.: Ame ika  osp ija ii sla janskich pisa elej. Vs eča nacionaľnych ob a‑ zo mi a. In: V. I. Zlydne (ed.): Sla janskije ibalkanskije kuľ u y XVIII– XIX . So e sko ‑ame ikanskij simpozium. Mosk a 1990. Rich e o á ‑ Běloh adský: ozho o . Lido é no iny 19.3.1992, č.11, s. 5. (s o . pojem „sémio ického esmí u“), o om, že jsou ěci, jež se sémio ickému esmí u ymykají Rich e o á, Syl ie: Semio ický esmí : cen a ape i e ie. Lis y 1988, June 104–106.