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Herbert Ernst Wiegand (8. 1. 1936 — 3. 1. 2018)

Vachková, Marie

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HERBERT ERNST WIEGAND (8.1.1936— 3.1.2018) Mit dem angebrochenen neuen Jahr 2018 hat uns eine traurige Nachricht erreicht. Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der gegenwärtigen Germanistik hat uns kurz vor ihrem 82. Geburtstag verlassen. Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Herbert Ernst Wiegand, Germanist und außerdem auch Philosoph, Historiker und Politikwissenschaftler, konzentrierte sich in seiner Forschungsund pädagogischen Praxis vor allem auf die Gebiete der lexikalischen Semantik, der Textlinguistik und der Wörterbuchforschung. Vor allem seine Tätigkeit auf dem letztgenannten Gebiet, die sich in zahlreichen Veröffentlichungen niedergeschlagen hat, hat der theoretischen Lexikographie zum Status einer etablierten Disziplin verholfen: Professor Wiegand wird schon seit Jahren als Begründer der Wörterbuchforschung angesehen. Gleichermaßen hat er zur Entfaltung der linguistischen Forschung im Bereich der lexikalischen Semantik und der Textlinguistik beigetragen. Die Verdienste des Verstorbenen um die germanistische Forschung, die in hunderte Publikationen eingegangen sind, sind in einem kurzen Text kaum unterzubringen. Deswegen sei hier nur auf die wichtigsten Veröffentlichungen hingewiesen, die auch seine bemerkenswerte wissenschaftliche Laufbahn markieren, die mit den Universitäten Düsseldorf, Marburg und vor allem Heidelberg verbunden ist. An erster Stelle sei hier die Begründung der inzwischen Dutzende von Bänden umfassenden und stets wachsenden HSK-Reihe (Handbücher zur Sprachund Kommunikationswissenschaft, de Gruyter) hervorgehoben. Seine Internationale Bibliographie zur germanistischen Lexikographie und Wörterbuchforschung. Mit Berücksichtigung anglistischer, nordistischer, romanistischer, slavistischer und weiterer metalexikographischer Forschungen. 3 Bde. Berlin: de Gruyter 2006–2007 stellt eine unentbehrliche und zuverlässige Nachschlagequelle dar. Weniger umfangreiche linguistische Schriften von H.E.Wiegand sind in dem Band Kleine Schriften. Eine Auswahl aus den Jahren 1970 bis 1999 in zwei Bänden. Bd. 1: 1970–1988; Bd. 2: 1988–1999. Hrsg. v. Matthias Kammerer und Werner Wolski. Berlin: de Gruyter 2000 zu finden. Aus auslandsgermanistischer Sicht ist an das rege Interesse Wiegands an der Wörterbuchlandschaft in den ehemaligen Ostblock-Staaten zu erinnern. Die von ihm herausgegebene Reihe Lexicographica. Ein internationales Handbuch für Lexikographie stellt für die Wörterbuchschreibung und -forschung eine Fundgrube von Ideen dar, die in internationaler Hinsicht diese Disziplin vorantreiben. Wiegands theoretische Werke zur Lexikographie sind keine einfache Lektüre, sie liefern jedoch eine Vielfalt an Anregungen für anstehende Diskussionen, die auf der metalexikographischen Ebene im Zeitalter der elektronischen Wörterbücher zu führen sind. Die Autorin dieses Nachrufs erinnert sich in Dankbarkeit an das kurze persönliche Gespräch mit diesem international bekannten Experten, in dem er die Notwendigkeit eines universitär verankerten Wörterbuchs mit Nachdruck formulierte. 112 LINGUISTICA PRAGENSIA 1/2018 H. E.Wiegand hat ein immenses Werk hinterlassen, das er mit bewundernswerter Schaffensfreude zustande gebracht hat. Im Namen der tschechischen Lexikographen und Lexikographinnen sei ihm an dieser Stelle gedankt: R.I.P. Marie Vachková Institut der Germanische Studien Philosophische Fakultät, Karls-Universität nám. J.Palacha 2, 116 38 Praha 1, Czech Republic [email protected]