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Stadtmuseum Franzensbad, Wilhelm‑Müller‑Gesellschaft e.V. (Hgg.): Wilhelm Müller, Lieder aus Franzensbad bei Eger / Písně z Františkových Lázní u Chebu. Franzensbad, 2020

Hudabiunigg, Ingrid

Abstract

201

Full text

201REZENSIONEN S ad museum F anzensbad, Wilhelm ‑Mülle ‑Gesellscha e.V. (Hgg.): Wilhelm Mülle , Liede aus F anzensbad bei Ege /Písně zF an iško ých Lázní uChebu. F anzensbad, 2020, 184 Sei en. Ing id Hudabiunigg– Uni e zi a Pa dubice, NJOP. Die Liede aus F anzensbad bei Ege des spä oman ischen deu schen Dich e s Wilhelm Mülle wu den om S ad museum F anzensbad in schechische und deu sche Sp ache im Jah e 2020 in Zusammena bei mi de In e na ionalen Wilhelm ‑Mülle ‑ Gesellscha e.V. im Selbs e lag des F anzensbade S ad museums publizie . Neben den Gedich en Mülle s und B ie en aus F anzensbad an seine F au Adelheid inden sich in dem Bändchen Ma ia ‑Ve ena Leis ne s his o isch ‑biog a ische Skizze De Dich e Wilhelm Mülle und F anzensbad und einen Essay on Tobias Ro h Wilhelm Mülle im Bade. Sil ie Jaško á, Radek Malý und Vlas a S řib ná übe ugen un e de edak ionellen Lei ung on Š ěpán Ka el Ods čil alle deu schen Tex e ins Tschechi‑ sche, sodass die Ausgabe in schechische und deu sche Sp ache o lieg . He o ‑ zuheben is o allem, dass Gedich e on Wilhelm Mülle hie zum e s en Mal au Tschechisch o liegen. We wa diese Dich e und wo in lieg die He ausgabe seine in F anzensbad en s andenen Gedich sammlung nach as zwei Jah hunde en beg ünde ? Wilhelm Mülle kam 1794 in Dessau im damaligen Fü s en um Anhal ‑Dessau zu Wel . Nach dem Gymnasialbesuch in seine Gebu ss ad besuch e e ab 1812 die neu geg ünde e Uni e si ä in Be lin und hö e Vo lesungen in Philosophie, Geschich e, Schöne Li‑ e a u und spä e auch in Ge manis ik. Als eiwillige Ga dejäge a e 1813 in das p eußische Hee ein, um gegen die napoleonische F emdhe scha mi zukämp en. Du ch einen länge en I alienau en hal in Beglei ung des Ba ons on Sack le n e e die i alienische Volkslied adi ion kennen. 1818 keh e e nach Dessau zu ück und wu de do Leh e ü Geschich e, G iechisch und La einisch und schon bald zum He zoglichen Biblio heka bes ell . E hei a e e Adelheid Basedow, die Enkelin des bekann en Philan h open Be nha d Basedow. Von Dessau aus un e nahm e wei e e Reisen, o allem um Dich e ‑Kollegen zu e en. Ein Ku au en hal au g und seines angeg i enen Gesundhei szus andes b ach e ihn im Somme 1826 gemeinsam mi einem F eund, dem Dessauischen Kamme he n Ul ich Hein ich Alexande Ba on on Simolin nach F anzensbad. Mülle und Simolin qua ie en sich in dem Ku o in de Kaise s aße 6 (heu e: Ná odní) im Ho el Zum Goldenen Engel ein. Die B ie e Mülle s an seine in Dessau zu ückgebliebene F au Adelheid be ich e en in un e hal samem Ton on de e o dne en T inkku , dem Badebe ieb, dem geselligen Leben und den Aus lügen in die Umgebung. Die 13 Gedich e, die e in diese Zei , ange eg on den Landscha seind ücken und pe sönlichen Begegnungen sch ieb, e ö en lich e e e s in Teilg uppen und schließlich 1827 un e dem Ti el Liede aus F anzensbad bei Ege in seinem Gedich band Ly ische Reisen und epig amma ische Spazie gänge. Nach eine wei e en Reise an den Rhein, diesmal in Beglei ung seine F au Adelheid, s a b Mül‑ le seh plö zlich an einem He zin a k , ku z o Vollendung seines 33. Lebensjah s. Wilhelm Mülle , de heu e o allem du ch seine on F anz Schube e on en Ge‑ dich zyklen Die schöne Mülle in und Die Win e eise bekann is , wa in dem Jah zehn 202 BRÜCKEN 29/1 zwischen 1817 und 1827 eine de wich igs en Li e a u ezensen en in‑ und ausländi‑ sche Li e a u . S a k e bunden wa e mi de g iechischen Be eiungsbewegung. Die Neug iechischen Volksliede , die om anzösischen Li e a his o ike Claude Fau iel übe agen wo den wa en, übe se z e e ins Deu sche. E selbs beglei e e wie ein Ch onis den g iechischen Be eiungskamp und e ö en lich e zahl eiche Gedich e zu diesem Thema, die ihm den Beinamen G iechen ‑Mülle einb ach en. Seine Bewun‑ de ung ü den legendenumwobenen Englände Lo d By on und dessen Teilnahme am g iechischen F eihei skamp wa en de Anlass ü sein G ablied By on und den Essay Lo d By on. In G iechenland selbs wu de das Engagemen Mülle s ü den g ie‑ chischen F eihei skamp un e ande em dadu ch gewü dig , dass ü das Dessaue Wilhelm ‑Mülle ‑Denkmal de Ma mo als Geschenk aus G iechenland kam. In A hen äg eine S aße seinen Namen. Die musikalischen Elemen e des um assenden ly i‑ schen We ks Wilhelm Mülle s inspi ie en 270 (!) in‑ und ausländische Komponis en bis zu heu igen Zei zu und 600 Ve onungen seine Gedich e. Die allgemeine Bekann hei de S uden enliede Wilhelm Mülle s im 19. Jah hun‑ de und o allem die in F anzensbad en s andene Gedich g uppe wa en de Anlass ü deu sche S uden en des Ku o s am Beginn des 20. Jah hunde s dem Dich e ein Denkmal an diesem O zu s i en. An den Fes lichkei en om 7.–9. Sep embe 1910 zu dessen En hüllung nahmen zahl eiche P ominen e de Region Ka lsbad eil. Das Fes bekam jedoch übe egionalen Cha ak e du ch Abgesand e on 44 akademischen Ve bindungen aus dem Deu schen Reich und Ös e eich. De Ege e Bildhaue und Ke amik ‑Küns le Adol Maye l ha e das Po ä elie in einen Sands einblock ein‑ gehauen. Da un e wa de e s e Ve s des Mülle schen Epig amms Va e landsliebe zu lesen: „Es is das kleins e Va e land de g öß en Liebe nich zu klein (…).“ Nach dem Ende des Zwei en Wel k iegs wu den Sp uch und Zusa zinsch i aus dem S ein he ausgemeißel . De Denkmals ‑Quade mi dem Mülle ‑Relie blieb e hal en, jedoch wa es namenlos und du ch die ielen Jah e im F anzensbade Ku pa k on Moos übe wachsen. Im Jah 2011 wu de dank de Ve mi lung du ch den F eundesk eis Deu sch ‑Tsche‑ chische Ve s ändigung e.V. bei de F anzensbade S ad e wal ung die Zus immung e wi k , das Denkmal zu es au ie en. Die Sanie ung des Sands einblocks wu de om S einme z Pa el M ázko du chge üh . Am 18. Mai 2013 lud die F anzensbade S ad ‑ e wal ung zu eie lichen En hüllung ein, bei de de Bü ge meis e I o Mlá ilik eine Ansp ache hiel und ein Cho einige de bekann es en Liede Wilhelm Mülle s sang. De Li e a u wissenscha le Be nd Leis ne hob in seine Rede he o , dass deu sch‑ na ionalis ische Töne im We k Wilhelm Mülle s öllig ehl en, da e die Poesie als ölke e bindendes Medium e s anden habe. Die Neubesch i ung des Denkmals in Tschechisch und Deu sch äg diese Hal ung Rechnung. Es is zu ho en, dass das übe aus so g äl ig edie e und gemeinsam mi den Gedich‑ en und B ie en Mülle s mi Bilde n und Fo og a ien liebe oll zusammenges ell e Buch in schechische und deu sche Sp ache mi seine Wü digung des Ku au en hal s des Dich e s gemeinsam mi dem e neue en Denkmal die E inne ung an G enzen übe windende kul u elle Nachba scha wachhal en kann.