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Kateřina Čapková/Hillel J. Kieval (Hrsg.): Zwischen Prag und Nikolsburg. Jüdisches Leben in den böhmischen Ländern. Veröffentlichungen des Collegium Carolinum Band 140. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2020, 425 S.

Csáky, Moritz

Abstract

159

Full text

Ka eřina Čapko á/Hillel J. Kie al (H sg.): Zwischen P ag und Nikolsbu g. Jüdisches Leben in den böhmischen Lände n. Ve ö en lichungen des Collegium Ca olinum Band 140. Gö ingen: Vandenhoeck & Rup ech 2020, 425 S. Mo i z Csáky– Uni e si ä G az I. Was bedeu e es, sich mi de Geschich e de Juden in Zen aleu opa, insbesonde e in den Böhmischen Lände n zu beschä igen? Diese F age s ell sich unwillkü lich wäh end de Lek ü e des o liegenden Bandes übe das Jüdische Leben in den Böh- mischen Lände n. Häl man sich die Ta sache o Augen, dass das Juden um jah hun- de elang ein zwa zumeis nu gedulde e , imme wiede e olg e , jedoch, o z allem, ein in eg ale Bes and eil de sozial -kul u ellen Plu ali ä beziehungsweise He e ogeni ä Zen aleu opas gewesen is , dann läss sich die Beschä igung mi dem Juden um in diese Region nich allein au diese gesellscha liche G uppe, au die Juden, eduzie en, sie inkludie ielmeh bei de Da s ellung on um assende en his o ischen beziehungsweise sozial -kul u ellen Zusammenhänge de he e ogenen zen aleu opäischen Region, un e einem he meneu ischen Aspek , noch wei e e Pe spek i en: Eine sei s spiegel sich im Juden um und in dessen iel äl igen Va ie- ä en die egionale Plu ali ä de zen aleu opäischen Region, ande e sei s wi d das Juden um als solches zu einem ak i en, kons i u i en Elemen un e de Viel al de Völke diese Region, eine gesam egionalen „meh sp achigen“ kul u ellen Reali ä , so dass sich aus de Analyse des kul u ellen Ve ass hei des Juden ums diese Region un e mi el eine Analyse de ealen kul u ellen Gegebenhei en de zen aleu opäi- schen Gesam egion e gib . Vielleich läss sich eine solche in ensi e In e ak ion beziehungsweise kul u elle Rezip ozi ä un e ande em am Beispiel de Komplexi ä on Sp ache e deu lichen. Hugo on Ho manns hal ha e 1914, in einem seine K iegs euille ons, in Bezug au die sp achlich -kul u elle Viel al des Viel ölke s aa es beziehungsweise de einzelnen ih e Sp achen gemein , selbs das ös e eichische Deu sch wä e „siche lich un e allen deu schen Sp achen die gemeng es e; denn es wa die Sp ache de kul u ell eichs en und e misch es en alle Wel en. […] In diesem unse em Sp achbesi z s eck ein ganze Wus on F emdwö e n, abe es sind unse e F emdwö e […].“ (Ho manns hal 1979: 363 .) Die Tendenzen, solche sp achlichen Synk e ismen aus- zume zen und sich de ielen F emdwö e zu en ledigen, ha mi ausd ücklichem Hinweis au Ho manns hals A gumen a ion de aus Wien gebü ige Sp achwissen- scha le Leo Spi ze als Ausd uck eines „F emd ölke hasses“ zu ückgewiesen (Spi - ze 1918). Analog zu de on Ho manns hal cha ak e isie en ös e eichischen wa und is auch die Wiene Umgangssp ache, de Wiene Dialek , eine k eolisie ende Sp ache, mi seinen zahl eichen Lehnwö e n nich zule z aus den Sp achen de Mona chie, un e and em auch aus dem Jiddischen: „So zahl eiche emdsp achige Ein lüsse“, mein e Ma ia Ho nung, „sind im Dialek keine ande en eu opäischen 160 BRÜCKEN 29/2 G oßs ad es zus ellen wie hie “ (Ho nung 1999: 85; zu Lehnwö e n aus dem Jiddi- schen bzw. Heb äischen s. Ho nung/Swossil 1998). Ähnlich wie Ho manns hal a gu- men ie e in e essan e weise auch F anz Ka ka 1912 in seine Rede übe den jüdischen „Ja gon“: Die Umgangssp ache de Juden, das Jiddische, be on e Ka ka, bes ünde „nu aus F emdwö e n. Diese be uhen abe nich in ihm, sonde n behal en die Eile und Lebha igkei , mi de sie genommen wu den. Völke wande ungen du chlau en den Ja gon on einem Ende bis zum ande en. Alles dieses Deu sche, Heb äische, F an- zösische, Englische, Slawische, Holländische, Rumänische und selbs La einische is inne halb des Ja gons on Neugie und Leich sinn e aß , es gehö schon K a dazu, die Sp achen in diesem Zus and zusammenzuhal en. Deshalb denk auch kein e nün ige Mensch da an, aus dem Ja gon eine Wel sp ache zu machen, so nahe dies eigen lich läge.“ (Ka ka 2002; 189; zu E ymologie jiddische Wö e Ros en 2003) F eilich gil dies nich nu ü die du ch eine eigene Sp ache kons i uie e jüdische Iden i ä , die du ch die josephinischen Re o men im 18. Jah hunde eingesch änk wu de (106 .), sonde n insgesam ü ein jüdisches kul u elles Selbs e s ändnis. Zum Beispiel e ä auch die „musikalische Sp ache“ de zen aleu opäischen jüdischen Kul u , die Klezme musik, eine ähnliche Viel al an emden „Vokabeln“ wie die gesp ochene Sp ache, nämlich eichliche musikalische Anleihen aus ih em jeweils konk e en sozial -kul u ellen Um eld. Ka ka wa sich diese Ta sache auch du chaus bewuss , wie seinen begeis e en Tagebuchein agungen übe das Jiddische Thea e beziehungsweise übe das galizische os jüdische Singspiel zu en nehmen is (Csáky 2018). Das heiß de musikalische ep äsen ie ebenso wie de gesp ochene „Ja gon“ sowohl die musikalisch -kul u elle als auch sp achliche Viel al eine konk e en sozial -kul u ellen Lebenswel , sie sind ein deu lich wah nehmba es und nachweis- ba es Indiz ü die egionale „Meh sp achigkei “ beziehungsweise ein Spiegelbild de ealen plu alis ischen Ve ass hei de zen aleu opäischen Region. F i z Mau hne zum Beispiel, in Ho schi z/Hořice gebo en und in P ag au gewachsen (Le Ride 2012; Mau hne 2012; Jičinská 2021), ha e sei seine Kindhei ein o enes Oh ü meh e e gesp ochene Sp achen, un e hiel man sich doch in seine Umgebung nich nu au Deu sch und Tschechisch ode ga au ‚Kuchelböhmisch‘, sonde n ebenso ein wenig au Heb äisch und ‚Mauscheldeu sch‘, das heiß au Jiddisch (Mau hne 1969: 30). Diese geleb e und e ah ene Meh sp achigkei wa nich die Ausnahme, sie wa o allem ü Juden, die im damaligen König eich Böhmen ode in Mäh en au wuchsen, as eine Selbs e s ändlichkei (Win e 2017). Sie blieb auch ü die P age Juden de Jah zehn e um 1900 symp oma isch, auch wenn, wie ganz konk e im Falle F anz Ka kas, das Jiddische und das Heb äische e s spä e als e le n e Zusa zsp achen das Deu sche und Tschechische e gänz en. Sp achliche, ode musikalische, In e - pola ionen, die Robe Musil im Mann ohne Eigenscha en de in de Umgebung on B ünn gesp ochenen „deu sch -slawischen Mischsp ache, die do zulande e s anden“ wu de (Musil 1983: 738), a es ie e, ba gen in eine Zei des Sp achna ionalismus, de aus den Sp achen die F emdwö e zu eliminie en e such e, ebenso eine Sp eng- k a wie die Exis enz on zwei ode meh e en konku ie enden Sp achen an einem beg enz en O , die on Sp achna ionalis en weidlich ausgenü z wu den. Musil kennzeichne e eine solche du ch den Sp achna ionalismus au geheiz e S immung in B ünn in den Jah en nach 1900 und bezeichne e dahe diese S ad als den eigen - lichen „U sp ungshe d des Wel k iegs“ (Musil 1983: 1439), − um ein wenig spä e au 161REZENSIONEN die Si ua ion in Kakanien, au die Mona chie übe zulei en und e was nachdenklich hinzuzu ügen: „Es gab do iele solche S äd e, und alle sahen sie auch ähnlich aus.“ (Musil 1983: 1444 .) II. Ge ade au solche on his o ischen ode li e a ischen Da s ellungen de Region e - nachlässig e, übe g ei ende Pe spek i en eine jüdisch -böhmischen Ve gangenhei möch e de Sammelband Zwischen P ag und Nikolsbu g. Jüdisches Leben in den böhmi‑ schen Lände n au me ksam machen, im Gegensa z zu solchen his o ischen Sich weisen, in denen Juden „in de Regel nich als in eg ale Bes and eil diese Na a i e e - s anden“ wu den (6). F eilich: Wenn man sich auch manchmal des Eind ucks nich e weh en kann, dass aus eine solchen beabsich igen Da s ellung eine „his oi e c oisée“ zuweilen doch wiede o nehmlich ein au einen einzelnen Teil, hie : eine au das Juden um okussie e his o ische E zählung gewo den is , muss dennoch nachd ücklich be on we den, dass es im Allgemeinen ein du chaus gelungene , ein- malige Ve such is , das Juden um beziehungsweise die jüdischen Gemeinscha en als einen in eg alen Bes and eil und nich bloß als ein „F emdelemen “ de his o ischen Böhmischen Lände zu beg ei en und da zus ellen (6 .) Unse e unwillkü lich und unbewuss doch noch imme einem na ionalhis o i- schen Na a i e p lich e e Geschich sbe ach ung endie auch bei de Da s ellung de Lände und P o inzen des habsbu gischen Viel ölke s aa es dazu, na ional- ideologischen Vo gaben olgend die Na ionali ä en als jeweils au onome En i ä en, möglichs unabhängig on den ande en, in das Blick eld zu ücken und den Viel ölke - s aa gleichsam als eine bloße Addi ion on unabhängigen, eigens ändigen Völke n zu beg ei en– eine Sich weise, die zum Beispiel dem meh bändigen We k Die Habsbu ge ‑ mona chie 1848–1918 (zehn Bände mi zahl eichen Teilbänden, e schienen 1975–2021 im Ve lag de Ös e eichischen Akademie de Wissenscha en) zug unde lieg –, s a die Nischenbe eiche de e hnisch -kul u ellen Ve lech ungen, Ve ne zungen und ezip- oken, gemeinsamen Abhängigkei en und in ensi en Wechselwi kungen, die on de na ionalen Geschich ssch eibung in de Regel ge lissen lich übe sehen, ma ginalisie beziehungsweise als e was zu Ve nachlässigendes angesehen wu den, zu be onen und als de en besonde en Meh we und Vo eil he o zuheben (es sei denn, e hnische F emdelemen e ließen sich pe inclusionem in ein eigenes „na ion building“ in eg- ie en). Es handel sich um eine zen aleu opäische „Semiosphä e“ (Ju ijM. Lo man), einen kul u ellen Kommunika ions aum, eine Symbiose de e hnisch -kul u ellen Viel al , das heiß es sind dies insgesam solche Gesich spunk e, au die be ei s zum Beispiel in einzelnen Bei ägen in dem 2017 e schienenen Handbuch de deu schen Li e a u P ags und de Böhmischen Lände als wesen liche, wegweisende Lei linien au me ksam gemach wu den (Beche /Höhne /K appmann/Weinbe g 2017; Fiala- Fü s 2017). F eilich wi d ausd ücklich da au e wiesen, dass zum Beispiel die 1918 neugeg ünde e „mul ie hnische“ Tschechoslowakei „ohne ih habsbu gisches E be nich denkba “ wä e (213), das heiß dass hie eine ähnliche Si ua ion o he sch e und ähnliche sozial -kul u elle P ozesse s a anden, die „Meh deu igkei en“ zu Folge ha en, wie im un e gegangenen Empi e beziehungsweise wie insgesam in de zen aleu opäischen Region. 162 BRÜCKEN 29/2 Die Bei äge des o liegenden Bandes olgen zumindes ansa zweise ge ade auch solchen übe g ei enden Pe spek i en. Ih g oßes Ve diens bes eh jedoch o allem da in, dass sie sich au die bislang wenige e o sch e und ak enhis o isch in einem um assende en Zusammenhang wenige geläu ige Geschich e de Juden in den Böhmi- schen Lände n konzen ie en, on de F ühen Neuzei bis in die Gegenwa , – gewiss auch eine Vo ausse zung ü die on mi ge o de e ansna ionale, anskul u elle beziehungsweise plu ikul u elle inno a i e he meneu ische Pe spek i e. Sechs on in e na ionalen Au o innen und Au o en e ass e Kapi el beschä igen sich ch ono- logisch und ehe desk ip i , nich zei übe g ei end schwe punk o ien ie , mi jeweils un e schiedlichen Epochen: Ve ena Kaspe -Ma ienbe g, Joshua Tepli sky: Juden in den Böhmischen Lände n de F ühen Neuzei (27–81); MichaelL. Mille : Absolu ismus und Kon olle. Juden in den böhmischen Lände n im 18. Jah hunde (83–113); Hillel J. Kie al: Un‑ gleiche Mobili ä . Die Juden, de S aa und die Gesellscha in eine Zei olle Wide sp üche, 1790–1860 (115–158); Michal F ankl, Ma ina Niedhamme , Ines Koel zsch: Ums i ene Gleichbe ech igung. Juden in den Böhmischen Lände n zwischen 1861 und 1917 (159–208); Ines Koel zsch, Michal F ankl, Niedhamme : Plö zlich Tschechoslowaken, 1917–1938 (209–264); Benjamin F omme : De Holocaus in Böhmen und Mäh en (265–318); Ka eřina Čapko á: Pe iphe ie und Zen um. Juden in den Böhmischen Lände n on 1945 bis in die Gegenwa (319–375). Abschließend e ass en Helena Klímo á und Lenka Ma ušíko á den Bei ag: Die demog aphische En wicklung jüdischen Lebens in ausgewähl en Gemeinden de Böhmischen Lände (377–410). Die jeweils in zahl eichen Fußno en e zeichne e Fachli e a u bie e die Möglichkei , sich wei e e In o ma ionen einzuholen, sie sind ebenso ein Beleg da ü , dass die Da s ellungen dem neues en S and de Fo schung en sp echen. Leide wu de es e absäum , was an sich als selbs e s ändlich o aus- gese z we den soll e, zumindes die wich igs e Li e a u in einem bibliog aphischen Gesam e zeichnis zusammenzu assen. So un e schiedlich diese u sp ünglich au Englisch e ass en Bei äge auch sein mögen, au die einzeln und aus üh lich einzugehen den Rahmen eine Rezension sp engen wü de, – sie be ücksich igen nich nu die übe aus eiche his o ische Li- e a u (wobei als s ö end emp unden we den könn e, dass manche We ke, die auch au Deu sch e schienen sind, in ih e englischen Ve sion zi ie we den), sie be uhen zum Teil auch au de Auswe ung on bislang un e ö en lich en A chi alien. Es is die Geschich e de Juden in den Böhmischen Lände n, die auch als ein Mik okosmos, s ell e e end ü die Geschich e de Juden im Mak okosmos de (eu opäischen) Diaspo a angesehen we den kann. Es is ein Ringen zwischen eligiös -kul u ellem Selbs e hal beziehungsweise Au oiden i ika ion und poli isch e o dne e (jose- phinische Re o men, jüdische Tole anzpa en e) ode selbs gewähl e (Haskala) As- simila ion (105–115; 122 .) beziehungsweise Emanzipa ion, was gleiche maßen eine kolonialen A i üde en sp ach und pos koloniale Be indlichkei en zu Folge ha e, ein g undsä zliches P oblem, mi dem üb igens nach dem Zeugnis de Bibel auch das his o ische Is ael zu kämp en ha e, einem o enen ode la en en Ungeho sam dem Gese z gegenübe . Fü die Juden de Böhmischen Lände gal eilich, dass das „Au kommen des agg essi en schechischen und deu schen Na ionalismus, das Um- sichg ei en on assis ischen Ideologien, und e s ä k e gesellscha liche Kon lik e in den le z en Jah zehn en des 19. Jah hunde s […] das S eben nach jüdische Inklusion und Akzep anz in den böhmischen Lände n auch in wei e e Zukun p oblema isch“ 163REZENSIONEN mach en (158). Da ü muss auch de sei dem ausgehenden 19. Jah hunde o allem mi Jan Ne uda einse zende, zunehmend ö en lichkei swi ksame „na ionalis ische“ An isemi ismus besonde s e an wo lich gemach we den (189 .). De kon inuie - liche, la en e An isemi ismus s ü z sich in de Regel au kleine sozial -kul u elle Un e schiede, die jedoch hype oph he o gehoben und gegeneinande ausgespiel we den, es is im F eud’schen Sinne die P ojek ions läche eines „Na zissmus de klei- nen Di e enzen“ (F eud 1978: 402 .),1 wenn auch mi schwe wiegenden Konsequenzen. An isemi ische Um iebe gab es nich nu unmi elba nach dem 1.Wel k ieg. Vo allem jedoch kam es nach de Fluch zahl eiche , o allem deu schsp achige Juden (aus den 1938 annek ie en sude endeu schen Gebie en) in das schechische Binnenland zu g öße en an isemi ischen Ressen imen s on Sei en de Tschechen (271 ., 299 .), doch e s die du ch die na ionalsozialis ischen Okkupan en be iebene Ve eibung beziehungsweise Ve nich ung üh e zu de as ölligen Auslöschung de jüdischen P äsenz in den Böhmischen Lände n. Ob die on Hanna A end behaup e e und on Ca l E. Scho ske au geg i ene Ansich , die Juden wä en die einzige Volksg uppe de Mona chie gewesen, die sich zum Gesam s aa und zu Dynas ie bekann hä en, e en uell auch au Juden in den Böhmischen Lände n zu a , bleib unkla (A end 2011: 112–115; Scho ske 1982: 122 .; Wis ich 1999: 226 .). Wäh end F anz Ka ka mi dem Gesam s aa nich iel anzu angen wuss e, 2 bezog sich bekann lich F anz We el explizi au den habsbu gischen Viel ölke s aa (We el 1975a und b). Ande e sei s mu ie en jedoch manche jüdischen Mi bü ge zu glühenden schechischen ode deu schen Na ionalis en, wie zum Beispiel de leide in keinem de Bei äge e wähn e Sch i s elle , Sp achphilosoph und glühende Bisma ck -Ve eh e F i z Mau hne (S achel 2004). Fü die Ambi alenz eine unk ionie enden „jüdischen In eg a ion“ mag die Reali ä eine hyb iden jüdischen All ags- beziehungsweise Populä kul u ypisch gewesen sein (184–189), die zum Beispiel, was die Essgewohnhei en be a , die jüdische mi schechischen T adi ionen zu e binden wuss e, wo on zahl eiche Kochbüche zeugen, in denen e such wu de, die lokale mi de jüdischen und die jüdische mi de böhmischen Küche anzu eiche n (182). Es mag bedaue lich sein, dass de Band e s mi de Da s ellung de F ühen Neuzei beginn und das zum Teil be ei s eiche jüdische Leben in den Böhmischen Lände n im Mi elal e , o allem in P ag, unbe ücksich ig läss (Seib 1983). Wenn ab 1918 e - s ändliche weise das gesam e Te i o ium de Tschechoslowakei, das heiß Böhmen, 1 F eud a gumen ie explizi übe die Juden, denen e in diesem Zusammenhang o allem zwei Eigen- scha en zusch eib : „E s ens, dass sie in manchen Hinsich en e schieden sind on ih en ‚Wi s ölke n‘. Nich g und e schieden, denn sie sind nich emd assige Asia en, wie die Feinde behaup en, sonde n zumeis aus Res en de medi e anen Völke zusammengese z und E ben de Mi elmee kul u . Abe sie sind doch ande s, o in unde inie ba e A ande s als zumal die no dischen Völke , und die In ole anz de Massen äuße sich me kwü dige weise gegen kleine Un e schiede s ä ke als gegen undamen ale Di e enzen. Noch s ä ke wi k de zwei e Punk , nämlich dass sie allen Bed ückungen o zen, dass es den g ausams en Ve olgungen nich gelungen is , sie auszu o en, ja, dass sie ielmeh die Fähigkei zeigen, sich im E we bsleben zu behaup en und, wo man sie zuläss , we olle Bei äge zu allen kul u ellen Leis ungen zu machen.“ (F eud 2010: 114). 2 „Ich bin nämlich nich ims ande mi ein im Geis e einhei liches Ös e eiche um kla zu machen und noch wenige alle dings mich einem solchen Geis igen ganz einge üg zu denken.“ F anz Ka ka an F i z Lampl, 8. Mä z 1917 (Ka ka 2005: 291 .). Vgl. dazu die ande s lau ende Ve sion des B ie konzep ): „[…] ich bin nämlich nich ims ande, mi ein im Geis e i gendwie einhei liches G oß ‑Ös e eich kla zu- machen“. (Ku si M. Cs.) (Ka ka 2002b: 336 .). 164 BRÜCKEN 29/2 Mäh en, inklusi e de Slowakei und de Ka pa o -Uk aine (mi 1930 jeweils ca. 80.000, 45.000, 136.000 und 100.000 jüdischen Bewohne n, gl. S. 232 . Dagegen leb en 1946, nach dem Holocaus , in Böhmen und in Mäh en nu meh 19.000 beziehungsweise 4.000 Juden, gl. S. 326) in den Fokus de Un e suchung ück , bes eh dadu ch alle - dings zwischen dem Ti el des Bandes, de explizi nu au die Böhmischen Lände zu eku ie en schein , und seinen inhal lichen Aspek en eine gewisse Inkonsequenz. Auch wä e eine konsequen e e, gleiche Ve wendung on O snamen wünschens- we gewesen. Es is zumindes ü mich e was i i ie end, dass im Gegensa z zum O snamen e zeichnis (S. 411–416) und wei en Teilen des Tex es z. B. im Holocaus - Kapi el neben de ausschließlichen Ve wendung schechische O snamen einzig die Haup s ad imme nu mi ih e deu schen Bezeichnung wiede gegeben wi d: „P ag (sic!) und B no“, „P ag (sic!) und Olomouc“ usw. Auch wi d de Ve o ung Böhmens im übe g ei enden Kon ex des Habsbu g Empi e beziehungsweise Zen aleu opas insgesam leide wenig Au me ksamkei geschenk . Wenn man jedoch bedenk , dass zum Beispiel das sozio -poli ische und sozio -kul u elle Ambien e Wiens de Jah - zehn e um 1900, abgesehen on den ökonomischen Ve lech ungen, sich o allem auch jüdischen Zuwande e n aus Böhmen und Mäh en e dank e, dass zum Bei- spiel zahl eiche Rep äsen an en de kul u ellen und poli ischen Wiene Mode ne aus diesem jüdischen Milieu s ammende Mig an en wa en, wie, um nu einige zu nennen: Vik o Adle , F anz We el, Ka l K aus, Sigmund F eud, Gus a Mahle , Jose Poppe -Lynkeus, Hans Kelsen, Guido Adle ode Paul Zi e e , de e im o liegenden Band, mi Ausnahme We els, übe haup nich gedach wi d, denen jedoch im Sinne Ju ijM. Lo mans ode , olg man de Hypo hese des „ma ginal man“ on Robe Ez a Pa k, ein besonde es k ea i es Po en ial zugesp ochen we den kann, weil sie sich im G enzbe eich on zwei ode meh e en Kul u en o anden (Pa k 1996; Mak opoulos 2004), wi d die Rele anz on kul u ellen T ans e p ozessen besonde s deu lich sich - ba . Üb igens bekann e Pa k, dass e zu de Einsich des „ma ginal man“ e s wäh end eine Reise du ch den habsbu gischen Viel ölke s aa gelang wä e (Pa k 1996: 50). In einem G enzbe eich be inde sich nämlich, so Lo man, „ein Bündel un o he sag- ba e Möglichkei en“, die eine „Explosion als Momen de Kollision einande emde Sp achen“ he o u (Lo man 2010: 172), das heiß un e ho beziehungsweise un- willkü lich un e schiedliche kul u elle Elemen e zu e was Neuem zu e sch änken weiß. Ähnliches gil üb igens auch ü die ös e eichische Au klä ung, man denke e wa nu an den bedeu enden, aus Nikolsbu g s ammenden Rech sphilosophen und ös e eichischen S aa sbeam en Joseph on Sonnen els, de eben alls nich e wähn wi d. Die Ta sache, dass eine Auswei ung au solche au die gesam e zen aleu o- päische Region okussie e Aspek e wenige be ücksich ig wu den e weis sich als ein Deside a , das leide nich eingelös wu de. Auch wenn sich Kul u keineswegs einzig au die li e a ische P oduk ion bezieh , zum Beispiel sind auch Kuns be eiche, die sich in e schiedenen B echungen und In e ak ionen mani es ie en, ebenso on Wich igkei , lassen sich kul u elle Phänomene dennoch ge ade anhand de P ozesse und Inhal e on Li e a u besonde s gu konk e isie en und e anschaulichen, was hie jedoch wei gehend ausgeblieben is . Es is bedaue lich, dass kul u ellen Ve lech- ungen und Ve ne zungen, die sich beispielsweise in eine ealen Meh sp achigkei (239) ode in de En scheidung ü eine de jeweiligen Sp achen, das heiß de Loyali ä gegenübe dem Tschechischen (u.a. 250 .) ode dem Deu schen, die sich ge ade in 165REZENSIONEN de li e a ischen P oduk ion in eine diese konk e en Sp achen mani es ie e, leide zum Teil nu am Rande Beach ung geschenk wu de. In den slowakischen S äd en wa zum Beispiel de synch one Geb auch on d ei Sp achen, on Slowakisch, Deu sch und Unga isch, bis wei ins 20. Jah hunde ü iele eine Selbs e s ändlichkei (Babejo á 2003: 38; Manno á 2000; Manno á/Tance 2016). Meine kommen ie enden, zuweilen ielleich allzu k i ischen subjek i en Be- me kungen e danken sich eilich de Lek ü e eines Buches, das nich nu au g und seines eichen Wissens aszinie , sonde n gleiche maßen zum Nachdenken und zu wei e üh enden Übe legungen an eg . We sich dahe übe die P äsenz de Juden und ih e Bedeu ung o allem im sozial -poli ischen Kon ex de Böhmischen Lände , de Tschechoslowakei und de Tschechischen Republik in o mie en will, sei die Kon- sul a ion des o liegenden auße o den lich ma e ial eichen Bandes nachd ücklich emp ohlen, handel es sich doch um ein Un e angen, das e mu lich ü lange Zei ein unabkömmliches, wenn nich das bislang bedeu ends e und wich igs e Re e enz- we k bleiben wi d. LITERATUR A end , Hannah (142011): Elemen e und U sp ünge o ale He scha . An isemi ismus, Impe ialismus, o ale He scha . München, Zü ich: Pipe . 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