Franz Bacher – Politiker und Journalist mit internationaler Ausstrahlung
Abstract
101
Full text
F anz Bache – Poli ike und Jou nalis mi
in e na ionale Auss ahlung
Hana Za řepálko á– Sozialwissenscha liche Fakul ä , Ka ls -Uni e si ä P ag
ABSTRACT
F anz Bache – Poli ician and Jou nalis wi h In e na ional Reach
F anz Bache was aCzechoslo ak Jewish poli ician and jou nalis o Ge man na ionali y
who wo ked in P ague du ing he in e wa pe iod. As a ep esen a i e o he Ge man
Democ a ic F eedom Pa y, he ad oca ed o libe al ideas and spoke ou agains wa . His
ac i i ies we e ocused on suppo ing he Ge man mino i y in Czechoslo akia and os e ing
coope a ion be ween Czechs and Ge mans. Du ing he 1930s, he se ed as amembe o
he Na ional Assembly. In addi ion o his poli ical wo k, he exp essed his iews h ough
a ious pe iodicals, bo h wi hin Czechoslo akia and ab oad.
KEYWORDS
F anz Bache , Deu sche Zei ung Bohemia, Die Wi scha", Neue F eie P esse, Deu sche
Demok a ische F eihei spa ei, Ge man -Czech ela ions, Czechoslo akia in he in e wa
pe iod, Reichsgewe kscha" de deu schen P esse
1. EINLEITUNG
Die Zei de schechoslowakischen E s en Republik nach dem Zusammenb uch de
ös e eichisch -unga ischen Mona chie wi d o" mi idealisie enden Vo s ellungen on
eine o sch i#lichen, mode nen und demok a ischen Gesellscha" in Ve bindung
geb ach , die als eine de wenigen in Mi#eleu opa alle poli ischen K isen übe s and
und ih demok a isches Wesen bis zum Vo abend des Zwei en Wel k iegs bewah e.
Fü die Tschechen und Slowaken wa es demnach eine Zei de Emanzipa ion und
Zu iedenhei nach langen Jah en de ös e eichisch -unga ischen He scha". Fü
die Deu schen in de Tschechoslowakei hingegen s ell e diese Zei eine neue He aus-
o de ung da . Sie angen um Selbs bes immung und e such en, ih e Rolle in eine
Gesellscha" zu de inie en, in de sie als Minde hei wah genommen wu den. Eine
he aus agende Pe sönlichkei des öffen lichen Lebens in jene Zei , die uns einen
Einblick in die P obleme und S immung de deu schen Minde hei in de Tschecho-
slowakei geben kann, is de deu sch -jüdische Redak eu und Poli ike F anz Bache
(1884–1945).
Be ei s 1914 übe nahm Bache die Lei ung des Wi scha"s eils des adi ions ei-
chen Deu schen Zei ung Bohemia (im Folgenden auch nu als Bohemia ge üh ); in de
Tschechoslowakei wa e an zahl eichen deu schsp achigen Zei sch i"en be eilig .
1919 g ünde e e gemeinsam mi F ied ich Weil die wi scha"liche Wochenzei ung
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Die Wi scha!. Zudem wa e egelmäßige Mi a bei e de libe alen Wiene Tages-
zei ung Neue F eie P esse, ü die e die poli ischen E eignisse und wi scha"liche Lage
de Tschechoslowakei kommen ie e und dadu ch das Bild des Landes in Ös e eich
mi p äg e. Besonde s bedeu end wa en seine Kommen a e in den ühen 1930e
Jah en, als e den Höhepunk seine poli ischen Ka ie e e eich e und Mi glied de
Na ional e sammlung wu de.
Diese A ikel s ell Bache als ielschich ige Pe sönlichkei da und als einen
Mann, de seine A bei und seinen Übe zeugungen als libe al gesinn e Poli ike eu
geblieben is . Die e s en Kapi el assen seine Biog a ie einschließlich seine poli ischen
Ka ie e und seine Be eiligung an e schiedenen nich poli ischen O ganisa ionen
zusammen. De abschließende Teil behandel den Jou nalis en F anz Bache und seine
zahl eichen Bei äge in den schechoslowakischen und ausländischen Zei sch i"en.
2. DIE LEBENSABSCHNITTE UND DIE LEBENSEINSTELLUNGEN
VON FRANZ BACHER
F anz Bache (manchmal auch F an išek Bache ) wu de am 16.Juni 1884 in P ag als
äl es e Sohn des P age jüdischen Kau manns Wilhelm1 und seine F au Luise (geb.
Reichens ein) Bache gebo en. Bache e inne sich spä e in de Bohemia mi eine
gewissen Nos algie an seine Kinde jah e in P ag:
P ag wa damals eine so gemächliche und uhige S ad , dass wi au dem Jose s-
pla z, dem je zigen Pla z de Republik, Räube und Polizei spiel en und au dem
Rossma k , de schon sei langem Wenzelspla z heiß , die e s en Übungen an Rad-
ah en mach en. (Bache 1932h: 14)
1890–1895 besuch e Bache die p i a e allgemeine Pia is enschule in de Panská -S a-
ße. Insgesam 50 deu sche und schechische Jungen besuch en seine Klasse, da un e
auch spä e e Pe sönlichkei en des öffen lichen Lebens wie Max B od, Felix Wel sch,
Max S eine sowie de e was wenige bekann e Bankbeam e E ns Si#ig
2
(Bache
1932h: 14; K olop 1967: 78). Mi Respek und Eh u ch e inne sich Bache auch an
seinen damaligen schechischen Leh e , Pa e Beda Wysoký:
Wenn P.Wysoký ein a , wu de es mäuschens ill in de Klasse, obwohl hie an die
ün zig Buben beisammen saßen. E wa schechischen He kun" und moch e sich
1 Wilhelm Bache wa ein in de P age Gesellscha" belieb e G oßhändle . Sein B ude , D .Edua d
Bache , wa langjäh ige He ausgebe de Wiene Tageszei ung Neue F eie P esse. Wilhelm e s a b
am 15.Dezembe 1921 im Al e on 72 Jah en nach eine ku zen K ankhei . Neben F anz ha#e e einen
wei e en Sohn namens Geo g, de als Rech sanwal ä ig wa (Anonym 1921: 2; Anonym 1908a: 1).
2 E ns Si#ig (1884–1937) wa Sohn on Hein ich Si#ig, dem Di ek o de Böhmischen Union Bank in
P ag. Im No embe 1908 p omo ie e e zum Dok o de Rech swissenscha"en an de Ka l -Fe dinand
Uni e si ä . In den 1920e Jah en a bei e e e als Anges ell e bei de Tschechoslowakischen Bank in
Be lin. Sein B ude O#o wa zu diese Zei auße o den liche P o esso an de Deu schen Uni e si-
ä in P ag. In den 1930e Jah en wa e Lei e de Ve kau sab eilung de Op ischen We ke Wilhelm
Ecks ein & Co. E e s a b An ang Dezembe 1937 in P ag an einem Magenleiden (Anonym 1937: 4b;
Anonym 1924: 3).
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auch zu schechischen Na ionali ä bekann haben; an de Schule abe gab es nu
Klassen mi deu sche Un e ich ssp ache. E wa ein gu e Mensch mi o en Wan-
gen und eundlichen Lächeln, de ein wenig hink e, weil e s ändig an de Gich li#.
[…] Mi den Schüle n schechische He kun" ausch e e bisweilen In imi ä en in
de gemeinsamen Mu#e sp ache, wie mi dem e was beg iffss u zigen B and ne ,
den e mi „Vo če pi omá“ zu apos ophie en p leg e. Abe das wa nie seh böse
gemein ; e wa ein o zügliche Leh e , und obwohl e g oße S a en gab, ha#en
wi ihn alle on He zen ge n. (Bache 1932h: 14)
Im Jah 1895 begann Bache seine Schulzei am Al s äd e Gymnasium im Kinský-
Palais.3 Wäh end Bache ehe nos algisch an die Pia is enschule zu ückdenk , be-
zeichne e die Zei am Gymnasium als eine de schwie igs en seines Lebens:
Die Hackspielzei 4 gehö zu den schlimms en E inne ungen meines Lebens. Ich
beme ke, dass ich ein sogenann e Vo zugsschüle wa , so das meine Klage on dem
Ve dach ei is , aus dem dunkeln Salon de Zu ückgewiesenen in die Obe wel
hinau zud ingen. (Bache 1928: 15)
Abe nich alles aus diese Zei wa so schlimm, und einige E inne ungen Bache s
allen– in deu liche euille onis ische S ilisie ung– „als b ei e Lich kegel in die
T übsal dieses Gymnasias endaseins und seine d ückende Une äglichkei milde en“
(Bache 1928: 15). Dazu gehö die E inne ung an eine aus üh liche Demons a ion
und P obe de Benu zung de Spül oile#e, die alle E s semes e un e de Au sich
on P o esso Hackenspiel du chlau en muss en,5 ode die Liebe de äl e en Jungen
zu sechzehnjäh igen Toch e eines P o esso s (Bache 1928: 15).
Nach dem Abi u 1903 imma ikulie e sich Bache an de Deu schen Uni e si-
ä in P ag, wo e 1909 seinen Dok o de Rech swissenscha"en e lang e (Kou ník
1936–1941:63). Wäh end seines S udiums wa e Mi glied de Bu schenscha" Os ma k
(Anonym 1908b: 2). Aus Bache s S udienjah en s amm eine E inne ung on E ns
Feigl, dem Redak eu des P age Tagbla"s. Bache , de wäh end seine S udienzei
o" knapp bei Kasse gewesen sei, soll demnach das häu ige Vo kommen bes imm e
jüdische Nachnamen wie Po ges, Roubíček ode Ka(a ausgenu z haben, um sich
au Emp änge nach jüdischen Hochzei en zu schleichen und do kos enlos zu essen:
3 Zu seinen Mi schüle n zähl en am Gymnasium auch Felix Wel sch, de eine Klasse höhe wa , sowie
F anz Ka(a und Paul Kisch, de B ude on Egon E win Kisch, die beide zwei Klassen höhe wa en
(Jah esbe ich e des S aa s -Gymnasiums, 1897).
4 Johann Kon ad Hackspiel, genann Be z, wa ein ge ü ch e e Physikp o esso : „[…] in dem [Gymna-
sium] de al e ‚Be z‘ sein eise nes Regimen üh e. Vo ihm zi#e en alle, bis ielleich au den idelen
Schuldiene Kle schka.“ (Bache 1928: 15)
5 „alle 52 [Schüle ], eine nach den ande en, a en o und jede ohne Ausnahme ha#e die P ü ung ab-
zulegen, wie e mi dem B e#, de unden Oeffnung und de ückschen Ke#e e ig zu we den gedenke.
De Be z s and dabei, mus e e jeden Zug, jede Bewegung, bald lobend, bald schel end, doch imme
oll inne e Teilnahme. De Klassen o s and, ein Phlegma ike ü klassische Sp achen und Li e a u ,
de eben e s seine S elle ange e en ha#e, s ich seinen ie schwa zen Ba und schwieg. Was soll e e
un? Ein sei lich hingewo ene Blick des Be z schien ihm die Unzu iedenhei des Vo gese z en übe
seine s ä liche Apa hie auszud ücken. Ach zehn Jah e da au begegne e ich mi dem Philologen ganz
zu ällig in einem Salzbu ge Weinkelle . An diesem Abend haben wi beide T änen gelach .“ (Bache
1928: 15)
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Bache schä z e zunächs aus einige En e nung die Si ua ion ab, und als die Gäs e
aus de Synagoge ins Res au an zu s ömen begannen, gab e sich einen Schubs
und schloß sich ihnen an, als gehö e e mi dazu. Am Eingang s and na ü lich ein
Au passe , mi de Au gabe, ungebe ene Gäs e e nzuhal en. „En schuldigen Sie“,
ag e e Bache mi e däch igem Blick, „abe wie is de He , bi#’schön, e -
wand ?“ „Du ch Po ges“, e klä e de hung ige S uden , und schlüp"e hinein zum
Buffe . (Rohan 1986: 54 .)
Nach S udienabschluss und eine ku zen Tä igkei am Wiene Landesge ich wu de
Bache 1910 an eine Filiale de C edi ans al ü Handel und Gewe be in P ag anges ell .
Do wa e bis 1914 ä ig und a bei e e anschließend als Redak eu Bohemia (Kou ník
1936–1941: 63). Zu Beginn des E s en Wel k iegs melde e e sich eiwillig zu A mee
und wu de 1915 dem 92.In an e ie egimen in Chomu o zuge eil . Lau seinem An-
ag au ein Duplika des En lassungsbe ich s zwecks eine Auslands eise wu de e
nach eigenen Angaben „p opuš ěn jako če ník6 lé ě oku 1916“ [„im Somme 1916
als Genda m en lassen“] (NACH, PŘ 1941–1951 a). 1920 wu de e olls ändig on de
Weh p lich be ei (No o ný 2016; NACH, PŘ 1941–1951 a). Nach dem Ende des E s en
Wel k iegs am 18.Ap il 1919 hei a e e Bache F ieda Lössel, gebo ene Spie hoff (An-
onym 1916: 5, NACH, PŘ II– EO a).7
In de Zwischenk iegszei eis e Bache häu ig ins Ausland, be u lich sowie p i a .
Auße Deu schland und Ös e eich besuch e e I alien, die Schweiz, Belgien, Holland,
Rumänien, England und F ank eich (Kou ník 1936–1941: 63; NACH, PŘ 1941–1951 a).
Neben Deu sch und Tschechisch behe sch e e auch F anzösisch.8
Zu Bache s In e essen gehö en Wi scha", +ea e und Musik. E engagie e
sich auch im Ausbau de deu schen Kul u und Bildung in de Tschechoslowakei,
wo on auch seine ä ige Mi gliedscha" in e schiedenen Kul u ins i u ionen zeug .9
Auße dem wa e s ändiges Mi glied des Leh kö pe s de S obodná škola poli ických
nauk [F eien Hochschule ü Poli ikwissenscha!], die sich im Ka olinum be and. Do
hiel e Vo lesungen ü deu schp achiges Publikum übe wi scha"liche und wi -
scha"sjou nalis ische F agen. (Anonym 1938b: 5; Šíma/Baxa 1938: 48, 69).
6 Das Wo če ník [Genda m] ähnel dem če ař [Zugs üh e ], ein mili ä ische Rang, den Bache wah -
scheinlich mein e.
7 F ieda wu de am 9.No embe 1889 in Düsseldo in de Familie des Redak eu s Gus a Spie -
hoff(1845A nsdo –1912 Jablonec) gebo en. Gus a Spie hoff begann im Al e on 20 Jah en seine
Lau-ahn als Redak eu des A nsdo e Bo en und wu de spä e Redak eu und Inhabe des Düsseldo e
Anzeige s. 1883 g ünde e e die G oßmach P esse in Be lin und a bei e e anschließend einige Jah e als
Che edak eu des B ombe ge Tagbla"s in B ombe g. 1892 zog e nach Jablonec, kau"e die Gablonze
Zei ung, die e bis zu seinem Tod am 16.Sep embe 1912 lei e e. Neben seine jou nalis ischen Tä igkei
wa e auch poli isch ak i und e a die libe ale Linie in Jablonec. F ieda, seine Toch e , hei a e e
zum e s en Mal am 10.Augus 1903 in eine Ki che in Li oměřice den Kau mann F i z Lössel aus Plzeň,
de am 17.No embe 1916 an de ussischen F on iel. Sie ha#en einen Sohn Hans (Anonym 1903: 3;
Anonym 1912: 6; Anonym 1916: 5; NACH, PŘ II – EO a, Anonym 1928a: 3).
8 Im Ok obe 1935 emp ing e als Ve e e de deu schen P esse in de Tschechoslowakei eine Delega ion
on Jou nalis en aus de Sowje union. Die Kommunika ion e olg e in anzösische Sp ache, und
e hiel eine ku ze Rede übe den Zus and de deu schen P esse in de Tschechoslowakei (Anonym
1935e: 3).
9 E wa Mi glied des Ku a o iums de Deu schen Akademie ü Musik, Vo s andsmi glied des Deu schen
'ea e s und des Volksbildungshauses U ania in P ag (Kou ník 1936–1941: 63).
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Be ei s die Tä igkei als Redak eu de Bohemia und als Mi beg ünde de Wochen-
sch i" Die Wi scha! belegen Bache s in ensi es jou nalis isches Engagemen . Zudem
wa e in jou nalis ischen Be u so ganisa ionen ak i , .a. de Reichsgewe kscha! de
deu schen P esse. Ande e sei s p äg e e das poli ische Leben de Tschechoslowakei
mi . Nach langjäh ige Tä igkei in de Deu sch - demok a ischen F eihei spa ei (DDFP)
wu de e 1931 Mi glied de Na ional e sammlung. An seinen Handlungen und Reden
in beiden Be eichen läss sich ein s a kes Ge ühl de Zugehö igkei zu deu schen
Na ionali ä ablesen.10 Gleichzei ig bezeug e e wiede hol seinen es en Glauben an
den Libe alismus und die Demok a ie. E ho e bis zule z au mögliche Zusammen-
a bei zwischen de schechisch- und deu schsp achigen Be ölke ung des Landes.
Insbesonde e seine poli ischen Reden aus den spä en 1930e Jah en (siehe Kapi el
„Poli ische We degang“) d ück en den Op imismus aus, dass demok a ische P inzi-
pien übe die Dik a u siegen wü den.
Das Münchne Abkommen esp. Dik a im Sep embe 1938 und die da aus esul ie-
enden Konsequenzen sam Reo ganisa ion de pe iodischen P esse, die le z endlich
zum Niede gang on Bache s S ammbla# Deu sche Zei ung Bohemia üh e, b achen
seinen Op imismus endgül ig. Dokumen e de P age Polizeidi ek ion om Dezembe
1938 bezeugen die Auswande ungs e suche on Bache und seine F au. In einem
seine An äge gab Bache eine de Kolonien ode Dominions G oßb i anniens als
Ziel an und e wähn e die Ticke s im We on 14.600 K onen nach Aus alien. Ande e
Dokumen e om Juni 1939 deu en au einen Ve such hin, nach London auszuwande n
(NACH, PŘ 1941–1951).
Le z endlich konn en Bache und seine F au jedoch nich aus eisen und am 17.Mä z
1939, wenige Tage nach de deu schen Bese zung de Tschechoslowakei, kamen zwei
Ges apo -Männe nach 21 Uh in Bache s Wohnung. Sie du chsuch en die gesam e
Wohnung, beschlagnahm en e schiedene Dokumen e und e bo en Bache , das
Haus ohne ausd ückliche E laubnis zu e lassen. Bache konn e die Si ua ion nich
e agen und beging einen Suizid e such.11 Im einschlägigen Polizeibe ich heiß es:
Vby ě Bache a na psacím s ole nalezena jedna lah ička od neznámého jedu, 2skle-
něné uby od e onalu ajedna zak ácená žile ka. Mimo o byl by ě na émže s ole
nalezen dopis užkou německé řeči psaný. (NACH, PŘ 1941–1951)
[Au einem Sch eib isch in Bache s Wohnung wu den ein Fläschchen on einem
unbekann en Gi", zwei Ve onal -Glas öh chen und eine blu ige Rasie klinge ge-
unden. Auße dem wu de au demselben Tisch ein mi Bleis i" gesch iebene B ie
in deu sche Sp ache ge unden.]
10 Dies beleg seine Un e sch i" un e den Appell de deu sch -jüdischen In eg a ionis en an die deu sch-
jüdische Be ölke ung in de Tschechoslowakei, sich bei de Volkszählung 1930 zu deu schen S aa s-
angehö igkei zu bekennen und sich dami nich „aus dem deu schen Kul u k eis“ auszuschließen
(Koel zsch 2012: 53).
11 Bache wa nich de einzige deu schsp achige Redak eu in P ag, de die Las de E eignisse nich
e agen konn e. Ku z nach Un e zeichnung des Münchne Abkommens, in de Nach om 8. au den
9.Ok obe 1938, nahmen auch Rudol +omas, Che edak eu des P age Tagbla"s, und seine F au
Ma ga e e Gi" und s a ben wenige Tage spä e (Ma eš 1999: 208; Köpplo á 2012: 32; Anonym 1938c:14;
Jesenská/Wagne 1998: 213).
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Bache wu de schwe e gi"e ins P i a sana o ium on P o .Ondřej Schneide
in P ag eingelie e , wo e meh e e Tage lang bewuss los lag (NACH, PŘ 1941–1951).
Zu diesem Zei punk wa seine poli ische und jou nalis ische Ka ie e jedoch be ei s
beende .
3. POLITISCHER WERDEGANG
F anz Bache spiel e in de Deu sch - demok a ischen F eihei spa ei (DDFP) eine üh ende
Rolle. Auch seine F au F ieda wa poli isch ak i und lei e e die F auen- und Mäd-
cheng uppe de DDFP (Anonym 1932: 5). Die DDFP wa p og amma isch mi de 1896
geg ünde en libe alen Deu schen Fo sch i"spa ei e bunden (Šebek 2005: 469). Sie
se z e sich o allem ü die Au onomie de deu schen Be ölke ung ein und k i isie e
die schechoslowakische Außenpoli ik, die nach Ansich de DDFP den In e essen de
Deu schen in de Tschechoslowakei wide sp ach. Die DDFP gehö e dennoch zu den
ak i is ischen Pa eien, die ü schechisch -deu sche Zusammena bei ein a en und
g undsä zlich be ei wa en, an de schechoslowakischen Regie ung eilzunehmen.
Obwohl die DDFP die kleins e deu sche Pa ei in de Tschechoslowakei wa , ha#e sie
Anhänge o allem un e ein luss eichen Uni e si ä sin ellek uellen und jüdischen
Indus iellen, u.a. zähl e de Cousin F anz Ka(as, P o esso B uno Ka(a, und ein
wei e e Ju ap o esso Ludwig Spiegel dazu. 1928 usionie e die DDFP mi de G up-
pe um Al ed Rosche und Gus a Pe e s zu Deu schen A bei s- und Wahlgemeinscha!
(DAWG). Diese Ve bindung wu de spä e e idie , da Rosches G uppe na ionalis ische
Ressen imen s und Sympa hien ü den An isemi ismus au wies und die Fö de ung
de DDFP sei ens jüdische Indus ielle missb auch e. Wegen de Annähe ung de
ande en DAWG -Mi gliede mi Kon ad Henlein enn e sich die DDFP im Jah 1933 on
de DAWG und kandidie e spä e mi ande en kleinen Pa eien. Schließlich wu de
die DDFP nach dem Münchne Dik a im He bs 1938 au gelös , nachdem sie sich als
einzige bü ge liche deu sche Pa ei nach dem „Anschluss“ Ös e eichs mi de Sude-
endeu schen Pa ei zu usionie en weige e (NACH, PZÚ 207a; Šebek 2005: 861–891).
Bache s poli ische Ka ie e in de DDFP en wickel e sich allmählich. Be ei s 1920
kandidie e e ü die Abgeo dne enkamme , wu de abe nich gewähl . E kämp"e
mi Wahl -Misse olgen au e schiedenen Ebenen,
12
bis e am 21.Ok obe 1931 als
Nach ücke ü den e s o benen B uno Ka(a in die Abgeo dne enkamme be u en
wu de. 1935 wu de e on de Regie ung zum Mi glied de Böhmischen Landes e e-
ung e nann (NACH, PZÚ 207b). Bache wa eine de üh enden Ve e e de DDFP
und nahm häu ig an Ve handlungen mi ande en Pa eien eil. Im Mä z 1936 anden
Wahlen ü den Regional o s and de Pa ei s a#, bei denen Bache eben alls gewähl
wu de (NACH, PZÚ 207a). An ang 1937 kam es jedoch zu einem Vo all, de Bache dazu
zwang, am 24.Feb ua 1937 on allen seinen Pa eiäm e n zu ückzu e en. Zu ällig
ge ie en seine poli ischen und edak ionellen Ak i i ä en aneinande , als e sich in
seinem A ikel Zagha!e An ang (Bache 1937a: 1) om 21.Feb ua 1937 k i isch übe
12 Bei den Wahlen zum Zen al a de Haup s ad P ag 1927 und 1928, als e ü die Deu sche A bei s- und
Wi scha!sgemeinscha! (DAWG) ü den Regional a in Böhmen kandidie e, blieb e e olglos. Ein Jah
spä e e such e e e neu , ü die DAWG ins Pa lamen einzuziehen. Obwohl die Pa ei einen Si z in
de Abgeo dne enkamme e ang, wa Bache nu E sa zmann und wu de e s 1931 Abgeo dne e . Zu
Beginn dieses Jah es kandidie e e e neu e olglos ü die DAWG im P age S ad a .
107HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
den Abschluss de Ve handlungen zwischen deu schen Ak i is en und de Regie ung
äuße e. Sein A ikel e u sach e eine scha e, gegen die gesam e DDFP ge ich e e
Reak ion in de Deu schen Landpos , dem offiziellen O gan des Bundes de Landwi e,
dessen Ve e e eben alls an den Ve handlungen eilgenommen ha#en. Bache an -
wo e e in de Bohemia am 24.Feb ua . Doch zu seine Übe aschung e öffen lich e
die Deu sche Landpos noch am selben Abend eine offizielle S ellungnahme de üh-
enden Ve e e de DDFP, Sena o Ka l Kos ka und P o esso D .Schmid , in de sie
sich on Bache s A ikel dis anzie en und e klä en, dass die Bohemia kein offizielles
Pa eio gan sei und ih e Ansich en zu den schechisch -deu schen Ve handlungen in
de Regie ung nich mi denen de Pa ei übe eins imm en. Bache e uh on diese
E klä ung e s im Nachhinein. Um sich in Zukun" ähnliche Übe aschungen zu e -
spa en und dami seine Ansich en nich meh als die Posi ion de DDFP in e p e ie
we den konn en, beschloss Bache , on seinem Pos en im Pa ei o s and zu ückzu-
e en. Sein Manda als Landes e e e (Anonym 1937: 4) und die Pa eimi gliedscha"
behiel e jedoch bei. Im A ikel In eigene Sache (Bache 1937b: 5) e klä e e seinen
S andpunk , dank e seinen Un e s ü ze n und äuße e die Hoffnung, dass sie de
DDFP als de „einzigen noch bes ehenden poli ischen O ganisa ion deu schen, demo-
k a ischen F eisinns auße halb de Schweiz“ eu bleiben wü den (Bache 1937b: 5).
In den 1930e Jah en wa Bache Haup edne bei meh e en öffen lichen Ve -
sammlungen de DDFP. Seh in e essan sind dabei Bache s Rak ionen au die ak uelle
innen- und außenpoli ische Si ua ion. Au eine „P o es kundgebung de P age
Deu schen“ am 27.Juni 1932, an de übe 130 Pe sonen eilnahmen, k i isie e e die
geplan en S eue e o men, die ückwi kend gel en soll en und sich seine Meinung
nach zu Un ech o allem gegen Ren ne , F auen und die deu sche Be ölke ung
ich e en (NACH, PZÚ 207c). Bache s Rede wu de auch in einem A ikel de Bohemia
ku z zusammenge ass :
Zu de Tageso dnung übe gehend, e klä e D .Bache , das, was die Vo lage übe
die neuen Einkommens eue zuschläge und de En wu übe die Einsch änkung
de Pensionen de öffen lichen Beam en und Leh e gemeinsam haben, sei die
ückwi kende K a", die die Gese ze, das eine o mell und ma e iell, das ande e
alle ding nu ma e iell zum Ausd uck b ingen. […]
Das Wö chen „social“ is wohl nu zu Ve höhnung de Be offenen in die
Vo lage ge a en. Man ha sich wiede einmal jene G uppe on S aa sbü ge n aus-
gesuch , on denen man den ge ings en Wide sp uch be ü ch e , nämlich die
S aa sbeam en und die noch wenigen wide s ands ähigen Pensionis en. Auch die
Einkommens eue zulage we den alle halbwegs besse ges ell en mi zu agen haben
und nun geh man so wei , dass man ihnen ein ach jede Redenbeschä"igung und
auch unen gel liche Redenbeschä"igung willkü lich e bie en lassen will. Das gib
zu Rankünen, besonde s gegen deu sche Beam e alle e denklichen Möglichkei en.
(Anonym 1932d: 2)
In seine Rede bes i# Bache nich , dass de S aa höhe e Einnahmen b auche, abe
es sei besse , sie du ch Einspa ungen im Mili ä haushal und bei den Mili ä a#achés
im Ausland zu e zielen ode du ch den Ve zich au kos spielige Baup ojek e wie den
um ang eichen Umbau und die Fe igs ellung des Cze nin -Palas es am Lo e apla z
108 BRÜCKEN 30/2
sowie du ch die Reo ganisa ion de S aa s e wal ung. E be on e, dass es auch a sam
wä e, s ä ke zu kon ollie en, wo das eingespa e Geld anschließend in es ie wi d.
Bei diese Gelegenhei ie e auch zu Einhei de Deu schen in de Tschechoslowakei
au (NACH, PZÚ 207c).
Einige Mona e spä e , am 11.Sep embe 1932, nahm Bache an eine Gene al e -
sammlung des Deu schen Böhme waldbundes in Pilsen eil, de en Ziel die Un e s ü -
zung de deu schsp achigen Be ölke ung im Böhme wald wa . Die Mona szei sch i"
Čechoslo ák sch ieb übe diese Gene al e sammlung:
Valná h omada měla áz sla nos ní, neboť osla eny současně i75.na ozeniny před-
sedy Jos. Taschka, někdy známého ge manizá o a Budějo icka, k e ý Böhme -
waldbundu p acuje od začá ku. Lesku dodali poslanci, přísedící zemského ýbo u,
zemské školní ady adelegá i ůzných německých ko po ací, peněžních ús a ů,
ihos é ze zah aničí, znichž zás upce spolku „Baye ische Wald e ein“ pozd a il
sh omáždění.(B.1932: 240)
[Die Mi gliede e sammlung wa es lich, denn sie eie e auch den 75.Gebu s ag
des Vo si zenden Jos. Taschek, des bekann en Ge manisie e s de Budweise Region,
de im Böhme waldbund on An ang an ä ig wa . Zum Glanz de Ve ans al ung
ugen Abgeo dne e des Land ages, Beisi zende des Landesausschusses, des Landes-
schul a es und Delegie e e schiedene deu sche Ko po a ionen, Geldins i u e
und ausländische Gäs e bei, un e denen ein Ve e e des Baye ischen Wald e eins
die Ve sammlung beg üß e.]
Die Haup punk e des Ve einsjah esbe ich s, den de Vo si zende Jose Taschek ü das
e gangene Jah zusammenges ell ha#e, wu den auch in de Bohemia e öffen lich .
Taschek schä z e ein, dass sich die Ak i i ä en des Ve eins in allen Be eichen e olg-
eich auswei e en, obwohl die inanziellen Mi#el imme knappe wu den, wo ü lau
Taschek (1932: 6) die Konku enz de schechischen Ná odní jedno a pošuma ská [Na-
ionale Böhme wald e einigung] e an wo lich wa . Bache un e s ü z e in seine
ku zen Rede au de Gene al e sammlung die Ak i i ä en des Ve eins und g enz e
sich gegen die P opaganda de Ná odní jedno a pošuma ská ab (NACH PZÚ 207d).
Am 1.Ok obe 1934 sp ach Bache au eine de nächs en öffen lichen Ve samm-
lungen de DDFP o 70 Zuhö e n. Im zweis ündigen Vo ag gab e zunächs einen
Übe blick übe die in e na ionale Lage und dann ging e au die F age de deu schen
Minde hei in de Tschechoslowakei ein. Die außenpoli ische Si ua ion, so Bache ,
könne du ch d ei wesen liche Momen e cha ak e isie we den: Den Aus i# Deu sch-
lands aus dem Völke bund, den Ein i# Sowje usslands und schließlich das Schei e n
de Ab üs ungskon e enzen. Bache wies au zwei gegensä zliche S ömungen in
de Außenpoli ik hin, nämlich die dynamische S ömung, e e en o allem du ch
Deu schland, Unga n und Bulga ien, die nich an den Bedingungen de Ve saille
F iedenskon e enz es hal en woll en, und die ‚s a ische‘ S ömung, e e en o
allem du ch F ank eich und die Ve agss aa en, die au de Un e le zlichkei de
F iedens e äge bes anden. Bache be ach e e die F age de Sude endeu schen als
ein innenpoli isches P oblem, das jedoch s a k on de Si ua ion im benachba en
Deu schland beein luss wu de. De Aus i# Deu schlands aus dem Völke bund im
109HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
Ok obe 1933 e schwe e demnach die Lage de deu schen Minde hei in de Tsche-
choslowakei zusä zlich. Zwa e s and Bache diesen Ak als be ech ig e Au lehnung
gegen die anzösische Hegemonie, doch de Aus i# wü de das allgemeine Miss-
auen gegenübe den Deu schen e s ä ken und auße dem be aub e sich Deu sch-
land selbs de Möglichkei , als Anwal deu sche Minde hei en im Ausland zu agie en.
Insgesam age die Si ua ion zu e heblichen Meinungs e schiedenhei en un e den
Deu schen in de Tschechoslowakei bei. Bache beme k e, dass die Eins ellung de
deu schen Minde hei zu den F iedens e ägen, wenn auch ande s als die de sche-
choslowakischen Regie ung, au de Ansich be uh e, dass Ve ände ungen nu „au
dem Wege de gü lichen Einigung“ e eich we den könn en. Bache ging schließlich
au die En wicklung de deu schen Poli ik sei 1918 ein, k i isie e Hi le s P ä e enz
des Mach p inzips o dem Rech sp inzip und be on e, dass Hi le s Me hoden, wie
die Einsch änkung de Ve sammlungs- ode P esse eihei , auch in demok a ische
S aa en eind angen (NACH, PZÚ 207c).
Eine de nächs en Vo äge Bache s and am 14.No embe 1935 au eine Ve samm-
lung de DDFP ü G oß -P ag s a#. Die Ve ans al ung, an de 60 Pe sonen eilnahmen,
s and un e dem Mo#o „Mu zum F eidenke um, Demok a ie und Libe alismus“.
Bache be on e, dass die Demok a ie (als S aa s o m) und de Libe alismus (als Denk-
ich ung) die G undp inzipien de DDFP seien. E behaup e e, dass selbs au o i ä e
Regime Elemen e des Libe alismus nich au geben wollen– auch Kon ad Henlein
habe ihm schließlich mi ge eil , dass e die libe alen G undsä ze aus de Ve assung
nich s eichen wolle. Des Wei e en üb e Bache K i ik am Sozialismus und ie dazu
au , libe ale We e zu un e s ü zen und öffen lich zu p opagie en (NACH, PZU 207c).
Eine seine le z en poli ischen Reden hiel Bache am 10.Juni 1938 au eine Ve -
sammlung de DDFP und de Jungdemok a en in Ve smečkách 22, P ag -Neus ad , an
de 45 Pe sonen eilnahmen. Bache äuße e sich op imis isch übe die allgemeine
poli ische Lage. E glaub e nich an den K iegsausb uch, da seine Meinung nach die
Dik a o en einen ungewissen Ausgang ü ch e en. De Bü ge k ieg in Spanien habe
ja auch nich au ande e Lände übe geg iffen. Bache schilde e das innenpoli ische
Geschehen mi de Übe zeugung, dass die Demok a ie in de schechischen und su-
de endeu schen Be ölke ung s a k e wu zel sei, obwohl sich du ch die deu sche
Geschich e wohl s a ke au o i ä e Tendenzen ziehen. Bache zu olge woll en die
Tschechen nach dem E s en Wel k ieg eine mode ne Demok a ie nach dem Vo bild
de Wes mäch e schaffen, abe die übe mäßige Flexibili ä de Ve assung gab ihnen
die Möglichkei , sie in einem „zen alis ischen Geis “ au Kos en de deu schen Min-
de hei zu nu zen. Dies habe le z lich dazu ge üh , dass man sich ( empo ä ) on
de Demok a ie en e n habe. Bache wa jedoch de Ansich , dass die Demok a ie
schließlich die Obe hand gewinnen wü de (NACH, PZÚ 207c).
4. FRANZ BACHERS AKTIVITÄTEN IN VERBÄNDEN UND VEREINEN
Sei de zwei en Häl"e des 19.Jah hunde s wu den in den Böhmischen Lände n
Jou nalis eno ganisa ionen geg ünde , um die soziale Absiche ung on Jou nalis en
und Redak eu en zu e besse n. Ih Haup anliegen wa meis die Ein ich ung eines
Pensions onds sowie geziel e D uck au die Ve lage und die Gese zgebe , um Maß-
nahmen zu ö de n, die die A bei s- und Lebensbedingungen on Jou nalis en e -
116 BRÜCKEN 30/2
Wesselski on einem Sokol -Anhänge wegen „ eindselige Äuße ungen übe den
S aa ss eich au Deu sch“ im Ca é O ien denunzie . Beide Jou nalis en wu den
e ha"e und zu e schiedenen Genda me iepos en in P ag geb ach ; au dem Weg
zwischen den S a ionen soga on Leu en aus de Menge angeg iffen. Bache e lo
dabei nu seinen Hu , abe Wesselski wu de mi de Faus au den Kop geschlagen.
Nach de Be ich -Niede sch i" im Polizeip äsidium wu den sie eigelassen. Da sich
de Sokol -Mann, o z seine Zusage, zwecks offizielle Anzeige nich meh melde e,
e olg e die Polizei den Fall nich wei e 32 (NACH, PŘ 1941–1951 a).
Die Reo ganisa ion de pe iodischen P esse, die nach de Un e zeichnung des
Münchne Abkommens esp. Dik a s im Sep embe 1938 s a# and, be a auch die
Bohemia. Obwohl es im No embe 1938 lau einem Be ich des P age Polizeip äsi-
den en so aussah, als wü de die Bohemia mi Wal e Wannnenmache
33
als neuem
Che edak eu zu zen alen Zei ung ü die e bliebene deu sche Minde hei in de
Tschechoslowakei we den, kam es nich dazu. Die Lese scha" de Bohemia leb e haup -
sächlich in den G enzgebie en, die nach dem Münchne Abkommen an Deu schland
angegliede wo den wa en und nun e s ä k eichsdeu sche Zei ungen lasen. Die
poli ische Aus ich ung de Bohemia -Lese scha" en sp ach jedoch o z ih e na iona-
lis ischen O ien ie ung nich den Bedü nissen de SdP und de NSDAP. De Ve lus
eines bedeu enden Teils de Lese scha" üh e schließlich dazu, dass die Bohemia
Ende 1938 ih E scheinen eins ell e (Köpplo á 2012: 32). Die le z e Ausgabe de Bohemia
e schien am 31.Dezembe 1938 (Höhne/Köpplo á 2017: 101 .). Die Redak ion, zu de
auch Bache 34 gehö e, e abschiede e sich on ih en Lese n mi olgenden Wo en:
Na ü lich bedeu e das Ende eine so al en Zei ung, de wei aus äl es en dieses S aa-
es, de zwei äl es en de ehemaligen Doppelmona chie und eine de alle äl es en
de deu schen Geis eswel übe haup , eine denkba au ige S unde ü unse e
We ks a# -Gemeinscha". Vom Sch i"lei e , D ucke lei e und Ve wal ungsbeam-
en bis zum Me#eu , Se ze und Maschinis en (und es sind solche da un e , die d ei-
ßig und as ün zig Jah e in ih em Be u , manche as ebensolang in diesem Be ieb
s anden) e lie heu e jede on uns nich e wa bloß seinen B o e we b, sonde n
ielmeh ein une se zliches S ück seines Lebensinhal es. (Anonym 1938d: 1)
5.2. DIE WOCHENZEITUNG DIE WIRTSCHAFT
Die e s e Ausgabe de P age Wochensch i" Die Wi scha! mi dem Un e i el Wochen-
zei sch i! ü Indus ie, Handel und Landwi scha! e schien am 14.Juni 1919. Bache
und Weil als Eigen üme , He ausgebe und Redak eu e zugleich s eue en auch
egelmäßig Bei äge bei, insbesonde e die Lei a ikel. Die Wi scha! wa unpoli isch
32 Bache ging einige Tage spä e zu Polizei, um sich nach den G ünden ü ih e Ve ha"ung zu e kun-
digen und ob ihnen e was zu Las geleg wu de. Ihm zu olge de Ve assung (NACH, PŘ 1941–1951).
33 Wal e Wannenmache (1902–?) a bei e e 1926–1935 im Wi scha"s eil des P age Tagbla"s. Am 1.Ok-
obe 1935 wu de e Redak eu und ab Janua 1936 Che edak eu de SdP -Zei ung Die Zei . Ab Ap il
1939 wa e Che edak eu de Zei ung De Neue Tag. Im Augus 1940 wu de e zum Che edak eu de
Wi scha! e nann . 1945 wu de e e ha"e und 1948 om Auße o den lichen Volksge ich zu 20 Jah en
Zwangsa bei e u eil . 1955 wu de e en lassen und depo ie . Spä e a bei e e e als Redak eu des
Wi scha"s eils de Zei ung Ch is und Wel in Hessen (Köpplo á 2012: 32).
34 Lau K olop (2015: 261) dü "e F anz Bache de Au o dieses Abschiedsa ikels sein.
117HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
und e sp ach be ei s in ih e e s en Ausgabe, „eine T ibüne de deu schen Indus ie,
dem Handel und de deu schen Landwi scha" in de Tschechoslowakei“ (Bache /
Weil 1919: 1) zu schaffen. Sie ha#e das Ziel, Expe en eine Pla# o m zu bie en, um die
wel wi scha"liche En wicklung zu e olgen, den F eihandel zu ö de n und die
Wi scha" om Geis des K ieges und om Geis des Völke hasses zu be eien.
Ve öffen lich wu den haup sächlich A ikel on deu schsp achigen Ökonomen
wie Al ed Amonn, Hugo Mülle und We ne Somba . Es gab auch Übe se zungen
on ande en Au o i ä en und Expe en wie Gus a Cassels, John Mayna d Keynes,
Hen y Fo d und Tomáš Ga igue Masa yk. Die Zei sch i" ha#e Ko esponden en in
Wien, Be lin, Pa is und in ande en ausländischen S äd en35 und be ich e e übe die
allgemeine Lage au den Wel mä k en, an de P age Bö se sowie übe Analysen des
Geldma k es und de jüngs en Regie ungs e o men.
Wäh end des E scheinens de Wi scha" wu den meh e e spezialisie e Beilagen
e öffen lich : Wa enma k , Chemikalienma k , Technik, S eue n und Gebüh en, Die
Indus ie in Böhmen und Mäh en ode Die Woche des Kau manns.
Die Au lage de Zei sch i" be ug in den 1920e Jah en übe 2.000 Exempla e und
s ieg in den 1930e Jah en au 4.000 Exempla e an (NACH PZÚ AMV 207b; NACH, PŘ–
ODD). Ged uck wu de die Zei sch i" zunächs on de D ucke ei A. Haase. Ab dem
30.No embe übe nahm die Deu sche Zei ungs -Ak ien - Gesellscha! (spä e Ro a) den
D uck. Ab Augus 1940 wu de die Zei sch i" on de Böhmisch - Mä ischen Ve lags- und
D ucke ei G.m.b.H. ged uck (NACH, PŘ II– ODD).
Den Pos en des e an wo lichen Redak eu s übe nahm zunächs Bache , de
jedoch 1921–1927 on Geo g Opla ka
36
abgelös wu de. Dann keh e Bache au den
Pos en zu ück, sein poli isches Engagemen und insbesonde e seine E nennung zum
Abgeo dne en üh en jedoch dazu, dass e die Wochenzei ung e ließ. Die Wi scha!
posi ionie e sich als übe pa eiliches Pe iodikum und Bache selbs beschloss, seine
Posi ion als Ve lege und e an wo liche Redak eu ü die Daue seines Manda s
uhen zu lassen (Anonym 1931d: 1). E e ließ die Wochenzei ung am 12.Sep embe
1931, e wa einen Mona be o e sein Abgeo dne enmanda e hiel , und keh e nich
meh zu ück. F ied ich Weil übe nahm da au6in die gesam e Lei ung des Bla#es
35 Das Ne z de Auslandsko esponden en de Zei sch i" Die Wi scha! wa um ang eich und p o i ie e
on den Ve bindungen ih e Ve lege im Ausland. Aus Bache s Ve bindung zu Neuen F eien P esse
dü "e de „Wiene Finanzb ie “ he o gegangen sein, de zunächs on Be nha d Neu eld und ab dem
5.Mai1921 on D .S e an Mülle , Wi scha"s edak eu und spä e em Che edak eu de Wiene Neuen
F eien P esse, e ass wu de. F ied ich Weil wiede um gelang es als Ko esponden des Be line Bö sen-
Cou ie s, dessen Redak eu Hans Hi schs ein ü die Rub ik „Be line Finanzb ie “ zu gewinnen. Beide
Rub iken ände en im d i#en Jah de Zei sch i" ih Fo ma , als ih e es en Namen du ch a iable
Ti el e se z wu den, die den Inhal besse wiede gaben. Die A ikel besch ieben die Si ua ion au den
Finanzmä k en und b ach en Bö sennach ich en de le z en Woche aus Wien, Be lin sowie e l. aus
ganz Ös e eich und Deu schland. Die Anzahl de In o ma ionen aus dem Ausland nahm o allem in
de zwei en Häl"e de 1920e Jah e zu. Hie sind insbesonde e F anz Picks Wi scha"snach ich en aus
Pa is, Julius Ehenha"s Bei äge aus Budapes , William G ego ys A ikel aus London sowie die B ie e
aus Zag eb zu e wähnen, die on einem egelmäßigen Ko esponden en un e dem Pseudonym Plu us
s amm en.
36 Geo g Opla ka (1898–1944) wa jüdische Anges ell e de schechischen Eskomp -Bank. Im Feb ua
1943 wu de e nach +e esiens ad und im Sep embe 1944 nach Auschwi z depo ie , wo e e mo de
wu de (Anonym 1922: 4; Anonym 1934: 227 ; He melin 2022; NACH PŘ – ODD).
118 BRÜCKEN 30/2
und wa bis zu seine Emig a ion im Feb ua 1939 dessen He ausgebe .
37
Im Mä z
1939 wu den alle jüdischen Mi a bei e de Wi scha! en lassen und He be Fasse 38
wu de He ausgebe und Che edak eu de Zei sch i". Im Augus 1940 übe nahm Die
Wi scha! Ve lagsgesellscha! m.b.H. die He ausgabe und Wal e Wannemache wu de
Che edak eu . Am 5.Mai 1945 s ell e die Wochenzei ung ih E scheinen ein (Kubíček
2004; NACH, PŘ II– ODD; NACH, PŘ– ODD).
5.3. KORRESPONDENT DER NEUEN FREIEN PRESSE
Bache s Engagemen ü ausländische deu schsp achige Pe iodika läss sich bis ins
Jah 1919 zu ück e olgen. E sch ieb egelmäßig ü die Wiene libe ale Tageszei ung
Neue F eie P esse
39
und die in B eslau e scheinenden B eslaue Neues e Nach ich en
(NACH, PZÚ 207b). Am 23.Mä z 1919 soll e Bache soga eine S elle als Redak eu bei
De Neue Tag in Wien an e en. De Ve ag wu de jedoch nu ele onisch o e ein-
ba , und Bache zog es offenba o , in P ag zu bleiben (NACH, PŘ 1941–1951 a). Seine
nach olgende A bei bei de Neuen F eien P esse wa jedoch o allem in den ühen
1930e Jah en ech in ensi , wie das Ausschni#a chi des Außenminis e iums aus
diese Zei beleg (NACH, MZV VA).
Die Neue F eie P esse e schien ab Sep embe 1864 und ih e Popula i ä wuchs asch.
1901 e eich e sie die Au lage on 55.000 Exempla en und bis 1930 s ieg sie an Wo-
chen agen soga au bis zu 78.000 Exempla e an. Sie wa eine de ein luss eichs en
Zei ungen in Ös e eich und wu de nich nu on Libe alen abonnie . Es gelang ih
mi üh enden libe al gesinn en Poli ike n, Sch i"s elle n und Wissenscha"le n
aus dem In- und Ausland zusammenzua bei en. Zu den belieb en Rub iken gehö en
zwei ellos Essays bekann e Sch i"s elle , poli ische Lei a ikel und de Wi scha"s-
eil „Economis “, zu dem Bache am häu igs en bei ug. De E olg de Neuen F eien
P esse wa maßgeblich das We k des Jou nalis en und Wi scha"s heo e ike s Mo i z
Benedik , de sei 1880 Mi he ausgebe und sei 1908 Che edak eu wa und nach
seinem Tod 1920 on seinem Sohn E ns Ma in Benedik abgelös wu de. 1932 wu de
S e an on Mülle 40 neue Che edak eu . Un e seine Lei ung wu de die Zei ung
sch i#weise an die ös e eichische Regie ung e kau". Die Neue F eie P esse e schien
37 Danach wechsel en meh e e Pe sonen au de Posi ion des e an wo lichen Redak eu s, ab Sep em-
be 1931 wa es Pa el F ankens ein (geb. 18.Ap il 1891 in P osiměřice), ab Dezembe 1934 Weil selbs ,
au g und eine Reise in die USA gab e am 20. Janua 1936 die Lei ung an Rol (Rudol ) Tschapp (geb.
12.Dezembe 1909 in P ag) ab. Tschapp ha#e bishe die Zei sch i" Die Woche des Kau manns gelei e ,
die jedoch Ende 1935 ih E scheinen eins ell e und de Wi scha! als Beilage beige üg wu de (NACH,
PŘ 1931–1940b; NACH, PZU AMV 207a; NACH, PŘ II – ODD; NACH, PŘ – ODD).
38 He be Fasse wu de am 20. No embe 1898 gebo en. Be ei s im Juni 1930, als e Hilda Raa e hei a e e,
wa e Redak eu de Wochenzei ung Die Wi scha!. E s a b am 26. Augus 1970 (Anonym 1930e:6;
Anonym 2015).
39 Eine Ve bindung zu Neuen F eien P esse ha#e auch F anz Bache s Onkel Edua d. Edua d Bache
(1846–1908) a 1872 als Pa lamen sbe ich e s a#e in die Redak ion de Neuen F eien P esse ein und
wa 1879–1908 ih Che edak eu . E wu de auch Ve lege und Mi besi ze des Un e nehmens (Jewish
Vi ual Lib a y).
40 S e an on Mülle (1877–1938) s udie e Rech swissenscha"en an de Uni e si ä Wien und a bei e e
iele Jah e als Wi scha"s edak eu . E wa auch Ko esponden de Wi scha!. Am 5.Mai 1938 beging
e Selbs mo d (Go#schalk 1975).
119HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
kon inuie lich bis zum 31.Janua 1939, als sie mi dem Neuen Wiene Jou nal zum Neuen
Wiene Tagbla" zusammengeleg wu de (Czeike 2004a: 373).
Zwischen No embe 1929 und Juli 1934, als die Wel on de Wel wi scha"sk ise
e ass wa , e öffen lich e die Neue F eie P esse mindes ens 39 A ikel F anz Bache s.
41
Obwohl e be ei s o dem Ausb uch de K ise als Ko esponden ü die Neue F eie
P esse ä ig wa und auch nach 1934 wei e hin A ikel ü sie sch ieb,42 e eich e die
Häu igkei seine Bei äge in jenen Jah en ih en Höchs s and. In de Tschechoslowakei
e lie die K ise ande s als in den wes lichen Lände n. Sie a schleichend und mi
Ve zöge ung au . De Bankensek o blieb ela i s abil, wäh end die Ag a k ise und
de Rückgang de Expo e zue s spü ba wa en. Ku z nach dem Schwa zen F ei ag
anden Pa lamen swahlen s a#, aus denen im Dezembe eine neue Regie ungskoali-
ion he o ging. Diese sogenann e Konzen a ionskoali ion um ass e alle Pa eien,
die die Republik un e s ü z en, einschließlich de DDFP, die als Kandida in de DAWG
an a (Ká ník 2017: 561). Die G oße Dep ession schien zunächs e mieden zu we den,
doch im Somme 1931 a die zwei e Welle de K ise ein, insbesonde e in de Indus ie,
und wi k e sich in de Tschechoslowakei ie e als in ande en Lände n aus (Ká ník
2018: 36). Die deu sche Minde hei wa s a k be offen, da die expo abhängige In-
dus ie o allem in den on Deu schen bewohn en G enzgebie en konzen ie wa .
De Ve gleich mi Deu schland, das be ei s 1933 aus de K ise he auskam, üh e zu
poli ische Radikalisie ung und e s ä k e na ionale Spannungen zwischen Tsche-
chen und Deu schen in de Tschechoslowakei (Balca o á 2015; Ká ník 2018: 48). Die
wi scha"liche No und die e schlech e en Beziehungen zwischen den schechi-
schen und deu schen Be ölke ungsg uppen spiegeln sich deu lich in Bache s A ikeln
ü die Neue F eie P esse aus diese Zei wide .
Je nach Inhal wa en Bache s Tex e en wede in de Wi scha"s ub ik „De Eco-
nomis “ zu inden, au de Ti elsei e als poli ische Lei a ikel ode au de zwei en
Sei e als A ikel übe die poli ische und wi scha"liche Si ua ion de ČSR im Allge-
meinen. Unabhängig on ih e Pla zie ung wa en seine Tex e as imme mi „Von
unse em Ko esponden en“ übe sch ieben und ende en mi Bache s Un e sch i". In
den wi scha"sbezogenen Bei ägen se z e e sich o" k i isch mi den Maßnahmen
de schechoslowakischen Regie ung zu Wi scha"sk ise auseinande : mi de de-
la ionä en Geldpoli ik (Bache 1933a: 9; Bache 1933b: 2; Bache 1933c: 11), de p o ek-
ionis ischen Poli ik und dem S eben nach Au a kie in de Landwi scha" au Kos en
de Bedü nisse de Indus ie (Bache 1933a: 9; Bache 1933d: 2; Bache 1933e: 9; Bache
1932b: 11). Eben alls sp ach e sich gegen den Rückg iff au S eue e höhungen und
die E hebung neue S eue n als Haup inanzie ungsquelle ü die s eigenden S aa s-
ausgaben zu Bekämp ung de A bei slosigkei aus und plädie e ü ech zei igen
Ve wal ungs e o m (Bache 1933a: 9; Bache 1930a: 11). Aus seinen Tex en läss sich
kla e Opposi ion gegen den Au s ieg de Rüs ungsindus ie he auslesen, die zwa in
den 1930e Jah en als eine de wenigen Lich blicke in de wi scha"lichen En wick-
lung e schien, an de abe „de Wi scha"spoli ike keine eine F eude emp inden
kann“ (Bache 1930a: 11). Noch in den ühen 1930e n sah Bache in de Kü zung de
41 Siehe Anhang 1 mi de Lis e de eche chie en A ikel.
42 De e s e ge undene A ikel s amm aus dem Jah 1923, die le z en A ikel sind on 1936.
120 BRÜCKEN 30/2
Mili ä ausgaben eine mögliche Lösung, um Einspa ungen bei den s aa lichen Haus-
hal sausgaben zu e zielen (Bache 1932c: 11).
Bache s zu ückhal ende Eins ellung läss sich auch zwischen den Zeilen in seinen
Bezugnahmen au den Ökonomen und Poli ike Ka el Engliš ablesen. Dies be i so-
wohl die Zei , als Engliš als Finanzminis e die Fusion kleine e Banken zu g öße en
Ins i u en be ü wo e e,43 was nach Bache s Ansich un e ande em zu Schwächung
de Ži nos enská Banka [Gewe bebank] hä#e üh en sollen (Bache 1930b: 12), als auch
Engliš’ spä e e Jah e als P o esso an de Masa yk -Uni e si ä , als e die Ein üh ung
on Impo zuschlägen o schlug, die als Expo sub en ionen e wende we den
soll en (Bache 1934: 12).44
Zwischen 1929 und 1932 ha#e Bache sieben A ikel au de Ti elsei e. Diese be-
schä"ig en sich mi den P oblemen de Bildung eine Regie ungsmeh hei nach
den o gezogenen Wahlen im He bs 1929 sowie den da auffolgenden schwie igen
Koali ions e handlungen (Bache 1929: 1; Bache 1930c: 1). Im Ap il 1930 be ich e
e au de Ti elsei e de Abendausgabe übe die Bemühungen on Ka l K amář um
In e en ion in Russland. Bache bezeichne dies als „das al e Lied mi de bekann en
Melodie“ und als Ve such, Eu opa in blu ige und unabsehba e Kämp e hineinzuziehen
(Bache 1930d: 1).
In den nächs en beiden A ikeln au de Ti elsei e kommen ie Bache die En -
wicklung de Wi scha"sk ise in de Tschechoslowakei (Bache 1931: 1 .) und die
Schwie igkei en beim Ve such, eine wi scha"lich koope a i e In eg a ion Mi#el-
eu opas in die Wege zu lei en (Bache 1932d: 1). Bache s le z e Lei a ikel, die im He bs
1932 in den Abendausgaben de Neuen F eien P esse abged uck wu den, be effen die
sich e schlech e nden Beziehungen zwischen de schechischen und deu schen Be-
ölke ung inne halb de Tschechoslowakei. In ihnen k i isie Bache den schechi-
schen Na ionalismus und weis au die allgegenwä ige Ausg enzung de Deu schen
hin, die die A bei de deu schen Ak i is en e schwe e und den na ionalis ischen
Pa eien in die Hände spiele. De Au s ieg de Na ionalis en we de auch du ch den
ielbeach e en P ozess gegen Mi gliede de Volksspo -G uppe in B ünn begüns ig .45
Die Wi scha"sk ise e schä "e das P oblem noch, da Tschechen und Deu sche um
jeden A bei spla z kämp"en. Als wei e es P oblem sieh Bache das Ve bo des P age
Bü ge meis e s Ka el Baxa, G abinsch i"en in deu sche Sp ache anzub ingen, und
e wähn , dass es in P ag be ei s als empö end gil , Deu sch au de S aße zu hö en.
Bache k i isie die s ändige Kampagne gegen den deu schen Rund unk und Film in
de Tschechoslowakei und s ell es , dass die offensi en Ang iffe des schechischen
Na ionalismus die A mosphä e de a e gi"en, dass an ein iedliches Zusammen-
leben on Tschechen und Deu schen in einem S aa ielleich nich meh zu denken
is ; es wachse „eine deu sche Jungend he an, die sich in ih en ie s en Ge ühlen
43 Z. B. Anglo - schechoslowakische Bank mi de P age K edi bank und de Böhmischen Komme zial-
bank.
44 Obwohl Bache Engels als ein luss eiche und cha isma ische Figu ane kenn und ihn nich di ek
k i isie , s ell e seinen Vo schlag mi eine Reihe on Fo de ungen in F age und bezeichne ihn als
Expe imen .
45 Au diesen P ozess komm Bache in einem wei e en A ikel übe die Au6ebung de Immuni ä on
ie deu schen na ionalsozialis ischen Abgeo dne en zu ück, de alle dings nich meh au de Ti el-
sei e e schein , wo e den P ozess als „B ünne Volkspo p ozess, de mi de Ve u eilung on sieben
jungen S uden en wegen angebliche s aa s eindliche Um iebe ende e“ bezeichne (Bache 1933 : 2).
121HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
e le z und eine hoffnungslosen Zukun" übe an wo e sieh “ (Bache 1932e: 1 .;
1932 : 1 .). In einem wei e en A ikel om No embe 1932 kommen ie Bache das
P og amm de neuen schechoslowakischen Regie ung und s ell es , dass de neue
Minis e p äsiden Jan Malype die Na ionali ä en age in seine An i#s ede öllig
ausklamme e, obwohl die Spannungen zunahmen und „einige e söhnende Sä ze,
eine Ve u eilung des schechischen Chau inismus siche seh gelegen gekommen“
(Bache 1932g:1) wä en.
Den Sieg des Na ionalsozialismus und die Mach übe nahme Hi le s in Deu schland
1933 kommen ie Bache nu am Rande in Bezug au die Tschechoslowakei (Bache
1933g: 2) und s ell es , dass diese Si ua ion den Rüs ungs eunden in die Hände spiele,
weil sie zu wei e e Diskussionen übe die No wendigkei de Au üs ung üh 46 (Ba-
che 1933h: 2). Die Re ision de F iedens e äge wi d eben alls zu einem neuen +ema,
wobei sich die schechischen und slowakischen47 Poli ike g undsä zlich dagegen
aussp echen (Bache 1933h: 2; Bache 1933i: 2). Bache beme k auch, dass anlässlich
de in e na ionalen Si ua ion e s mals in de Geschich e de Tschechoslowakei Mili-
ä pa aden abgehal en wu den– zu Feie de 15 Jah e Unabhängigkei – und dass die
Sude endeu schen, die no male weise an diesem Feie ag zu ückhal end wa en, sich
diesmal „in übe aschendem Maße“ be eilig en. „Das poli isch Beme kenswe e“ sei
nach Bache , „dass dami ein unzweideu iges Ab ücken de b ei en Massen on den
Ideen de beiden au gelös en adikalen Pa eien, den Deu schna ionalen und de Na-
ionalsozialis en, zum Ausd uck gekommen is “ (Bache 1933j: 2). Seine Übe zeugung,
dass das Sude endeu sch um du ch diese Eins ellung das Wissen ausd ück e, „dass
es seine Poli ik und sein na ionales Schicksal selbs ges al en muss und om Ausland
nich s zu e wa en ha “, bewah hei e e sich leide nich .
6. DER ZWEITE WELTKRIEG UND DAS ENDE VON FRANZ
BACHERS LEBENSGESCHICHTE
Wah scheinlich au g und de a ischen Abs ammung seine F au en ging Bache de
Depo a ion48 und e such e, sich ü die Daue des K ieges zu ückzuziehen. Die E -
46 „Wo ühe doch hin und wiede Bedenken übe die schwe en Las en du chklangen, die du ch Rüs un-
gen de Tschechoslowakei ause leg we den, sind diese sei dem Mä z dieses Jah en e s umm . Die
Rüs ungs eunde haben Obe wasse und spa en nich mi hämischen Beme kungen übe jene Gegne ,
die den F ieden Eu opas schon als gesiche ansahen.“ (Bache 1933h: 2) Auch hie kann man Bache s
dis anzie e Hal ung gegenübe den Rüs ungsausgaben e kennen, die ihn dazu b ach e, die Si ua ion
zu un e schä zen.
47 Bache sp ich abe nie übe die deu schen Poli ike und äuße seine Meinung nich offen: „So
schwe wiegend die Meinungs e schiedenhei en und die Reibungs lächen sind, die zwischen den
einzelnen schechischen Pa eien bes ehen, und so g oß auch die Gegne scha"en sein mögen, mi
denen D .Benesch in de Tschechoslowakei o z seinen E olgen noch imme zu kämp en ha , in
dem Punk ‚äuße s e Wide s and gegen jede Re ision‘, sind sich alle schechischen und slowakischen
Pa eien einig.“ (Bache 1933h: 2)
48 Ih e S aa sangehö igkei is in den Nachlassdokumen en als deu sch, ih e Religion als „ohne Glauben“
angegeben (A chi hla ního měs a P ahy, dědický spis F. Bache a). Die Depo a ion on Juden aus
Mischehen begann e s Ende Janua 1945 (Felge 2021: 39), als Bache be ei s gesundhei lich angeschla-
gen wa .
122 BRÜCKEN 30/2
eignisse, die ihm in diese Zei wide uh en, lassen jedoch eine gewisse Apa hie und
Resigna ion e mu en.
Am 28.Ok obe 1939 zog Bache mi seine F au on ih e Wohnung in de S aße
UVozo ky in Holešo ice in die Španělská S aße in K álo ské Vinoh ady um (NACH,
. PŘ II– EO). Am 15.Ok obe 1940 wu de Bache en wede zu eine Gelds a e on
3.000 K onen ode zu ün Tagen Ge ängnis e u eil , weil e am 12.Sep embe 1940
au de Pla# o m eines S aßenbahnwagens mi ge ah en wa , obwohl e als Nich -
a ie nu die hin e e Häl"e des Wagens benu zen du "e. Bache bean ag e zwa eine
S a-e eiung ode zumindes eine S a milde ung du ch Begnadigung, das Gesuch
wu de jedoch abgelehn mi de Beg ündung, dass seine Mi#el aus eichen müss en,
um die Gelds a e zu bezahlen (NACH, PŘ 1941–1951).
Im selben Jah , ku z o Weihnach en am 23.Dezembe 1940, be a F anz Bache
o z Wa nung eines Polizis en die Fah bahn de damaligen Richa d -Wagne -Allee49
und s ieß mi seinem Kö pe gegen die ech e F on sei e eine o bei ah enden
S aßenbahn. E wu de au die Fah bahn geschleude , blieb abe nach eigenen
Angaben un e le z . Ein he beieilende Polizis mach e Bache ü den Vo all e -
an wo lich (NACH, PŘ 1941–1951). Fü die olgenden ie Jah e e lie sich die Spu
Bache s– und auch e s ku z o K iegsende au . Ab dem 2.Janua 1945 be and sich
Bache lau Ein ag im Melde egis e im „Jüdischen K ankenhaus“ in P ag– Jose o
(NACH, . PŘ II– EO), Numme 14150 (A chi hla ního měs a P ahy, dědický spis F.Ba-
che a), wo e schließlich am 16.Mä z 1945 e s a b.51
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49 Die heu ige Wilsono a -S aße.
50 Heu e be inde sich an diese Ad esse die Biblio hek des Jüdischen Museums in P ag.
51 Übe den Todeso gib es un e schiedliche Angaben. In de Bachelo a bei on Pe a Bendlo á wi d
älschliche weise Auschwi z angegeben. Sie bezieh sich au das Kapi el „Poli ische Pa eien de
deu schen Minde hei “ on Ja osla Šebek, in dem jedoch +e esiens ad als O on Bache s Tod ge-
nann wi d. Nach den Un e lagen des Jüdischen Museums in P ag wu de F anz Bache jedoch nich
depo ie . Auße dem geh aus den A chi en he o , dass F anz Bache in Jose o in P ag ges o ben
is (NACH, . PŘ II– EO; NACH, PŘ 1941–1951, A chi hla ního měs a P ahy, dědický spis F. Bache a;
Šebek 2005: 889; Bendlo á 2011; Ba áko á 2017).
123HANA ZATŘEPÁLKOVÁ
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