Zur (Re-)Präsentation der böhmischen Könige in der sakralen Kunst und Architektur in den Lausitzen
Abstract
29
Full text
Zu (Re-)P äsen a ion de böhmischen Könige in de
sak alen Kuns und A chi ek u in den Lausi zen*
Ma ius Winzele
(RE)PRESENTATION OF BOHEMIAN KINGS IN SACRAL ART
AND ARCHITECTURE IN UPPER AND LOWER LUSATIA
In he con ex o he Lands o he Bohemian C own i was only in Uppe Lusa ia, and speci ically in
Bau zen, ha medie al igu al po ai s o medie al and ea ly Mode n Age ule s su i ed, namely
Ma hias Co inus and Rudol II. Likewise, in di e en owns o he Lusa ian League Bohemian
kings’ coa s o a ms also su i ed o his day in di e se o ms. The ule s le hei ma ks on sac al
a chi ec u e, oo, which we can documen wi h bus s in Sain Nicolas Chu ch in he Lowe Lusa ian
own o Luckau o wi h keys ones o Gö li z chu ches, as well as he o e all building concep ion and
he indi idual a chi ec u al de ails o he buildings (po als, aul s, can ile e s, o namen al deco a-
ions). The isual he i age o he Bohemian uling powe is in bo h Lusa ias, and mo e pa icula ly
in Uppe Lusa ia, o en su p isingly ich.
KEYWORDS:
Lowe Lusa ia; Uppe Lusa ia; he ald y; ule ’s ep esen a ion; sac al a chi ec u e; Luckau;
S .Nicho las’ Chu ch; Oybin (Celes ine Monas e y); Gö li z (S . Pe e and S .Paul’s Chu ch); Zi au
(Chu ch o Ou Lady)
Als de böhmische König Fe dinandI. anlässlich eine Reise nach B eslau im Mai 1538
du ch die Obe lausi z und nach Gö li z kam, wu de ihm zu Eh en in de P a ki che
S .Pe e und Paul eine Fes messe ge eie . De mäch ige spä go ische Hallen aum
e üll e dami eine Funk ion, die in de langen En s ehungsgeschich e des Bauwe -
kes ein wich ige Bewegg und bei de Wahl on Raumdimensionen und Fo men wa :
Diese Ki che soll e ü die S ad , de en Ra und Bü ge scha den Bau ini iie en, lei-
e en und inanzie en, nich nu wich igs e Go esdiens o , sonde n auch bedeu-
ends e Emp angs- und Rep äsen a ions aum sein— Wah zeichen und Symbol de
eichen und ambi ionie en Handelss ad , die das g öß e Gemeinwesen des Obe lau-
si ze Sechss äd ebundes wa .1
Beim Besuch des Landeshe en 1538 inszenie e man im Ki chen aum jedoch
nich nu den eigenen bü ge lichen S olz und das poli ische Zugehö igkei s e häl -
* Diese Bei ag wu de ealisie im Rahmen des Fo schungsp ojek es de GAČR č.17-01205S:
K álo ská Ho ní Lužice. Pano nická ep ezen ace— mechanismy lády— symbolická komunika-
ce 1319/29–1635 [Die königliche Obe lausi z. He sche liche Rep äsen a ion— Regie ungsmecha-
nismen— Symbolische Kommunika ion 1319/29–1635].
1 Zu his o ischen Bedeu ung de Gö li ze P a ki che siehe Ch is ian SPEER, F ömmigkei
und Poli ik. S äd ische Eli en in Gö li z zwischen 1300 und 1550 (Hallische Bei äge zu Ge-
schich e des Mi elal e s und de F ühen Neuzei 8), Be lin 2011, passim; zu A chi ek u -
und Kuns geschich e des Baus siehe S e an BÜRGER— Ma ius WINZELER, Die e angeli-
sche S ad ki che S .Pe e und Paul. A chi ek u und Kuns , Dößel 2006.
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nis, sonde n man woll e dem hohen Besuche auch e mi eln, dass in Gö li z in kon-
essionelle Hinsich die al e O dnung beibehal en sei, obgleich sich sei 1525 meh
und meh die Re o ma ion du chgese z ha e. Wie Johannes Hass, de le z e am ka-
holischen Glauben es hal ende Bü ge meis e in seine Ch onik e me k e, wu -
den alle Al ä e geschmück „ nd die mons a ien mi dem sac amenn au den hoen
al a du ch die Lu e ischen gesa z “.2 Fes lich gekleide e Knaben und die gesam e
P ies e scha e wa e en den He sche mi O gelmusik und dem Te deum laudamus.
Zwa soll die au me ksame ka holische Geis lichkei im königlichen Ge olge diese
Inszenie ung mi Miss auen begegne sein, Fe dinandI. ging jedoch nich au ih e
Beschwe den ein und wünsch e sich ielmeh zu E inne ung an den p äch igen
Emp ang ein Bild de Pe e ski che, welches ihm de Ra dann auch sand e. Dieses
Bild konn e zwa bis anhin nich aus indig gemach we den, doch zeig die Begeben-
hei nich nu , wie wich ig de ki chliche Rahmen und Raum ü die he sche liche
Rep äsen a ion in de Obe lausi z wa , sonde n wie das Bild de Ki che dabei selbs
eine he aus agende Rolle spiel e (Abb. 1). Im Folgenden möch e ich da on ausgehend
de F age nachgehen, wie sich in de mi elal e lichen Sak ala chi ek u und in de
sak alen Kuns in de Obe lausi z he sche liche P äsenz und Bezugnahme zu Lan-
deshe scha spiegeln und wie du ch a chi ek onische Mo i e und Zi a e Zugehö-
igkei en und poli isch-hie a chische Ansp üche zum Ausd uck geb ach wu den.
LANDESHERRLICHE REPRÄSENTATION
IN FORM VON BILDNISSEN UND WAPPEN
Das Ma kg a um Obe lausi z is das einzige Nebenland de K one Böhmen, in dem
sich monumen ale Denkmäle ü die böhmischen Landeshe en im ö en lichen
s äd ischen Raum e hal en haben— so ü Ma hias Co inus in Bau zen3 sowie
Gö li z4 und ü Rudol II. in Bau zen.5 In besonde em Um ang— sowei es de heu-
ige ode dokumen ie e Bes and zu sagen e laub : meh als in den ande en Neben-
lände n de K one Böhmen— wu de hie de Rep äsen a ion des nich anwesenden
He sche s Raum gegeben und mi e heblichem küns le ischen Au wand akzen u-
ie .6 Wie Kai Wenzel da geleg ha , kann auch die spä go ische A chi ek u de lan-
2 Sc ip o es e um Lusa ica um NF 4, Mag. Johannes Hasse, Goe li ze Ra hsannalen, Gö li z
1870, S.378.
3 Szilá d PAPP, Aki ályi ud a épí kezéi Magya o szágon 1480–1515 [Die Bau ä igkei des kö-
niglichen Ho es in Unga n 1480–1515], Budapes 2005, S.111–125, 278–281; DERSELBE,
Das Denkmal des Königs Ma hias Co inus und die S .Geo gskapelle in de Bau zene O enbu g,
in: Tomasz To bus (ed.), Die Kuns im Ma kg a um Obe lausi z wäh end de Jagiellonen-
he scha (S udia Jagellonica Lipsiensia 3), Os ilde n 2006, S.103–114.
4 Siehe wei e un en.
5 Kai WENZEL, Rex sede in medio. Das Relie bildnis König Rudol s II. am Bau zene Reichen u m,
Neues Lausi zisches Magazin NF 11 (wei e nu NLM), 2008, S.27–56.
6 Kai WENZEL, Das Bild des abwesenden Königs: landeshe liche Po ä s in den S äd en de
Obe lausi z, in: Lenka Bobko á— Jana Kon ičná (edd.) Rezidence asp á ní sídla zemích
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MaRIuS WInZELER 31
deshe lichen O enbu g in Bau zen als Abbild de poli ischen Si ua ion des Landes
gelesen we den.7 Im inne en ö en lichen Raum, namen lich in den Ra häuse n, is
ü die Zei des 15.–17.Jah hunde s eben alls eine signi ikan e P äsenz de Landes-
he en in Bild und He aldik nachweisba — e s e es in Fo m on Ta elbilde n ode
Relie s sowie als O enkacheln.8 Bedeu ends es ühes Beispiel is das einziga ige
B us bildnis des Kaise s Sigismund, das in de Gö li ze Ra ss ube an dessen Ve -
leihung des Wappenb ie es an die S ad 1433 e inne e und den He sche in Ges al
eine an Reliquia e gemahnenden Büs e mi de cha ak e is ischen Bibe ellmü ze
zeig , die hie wohl als Hinweis au die im Ra haus in seinem Namen e olg e Rech s-
České ko uny e 14.–17.s ole í (Ko unní země dějinách českého s á u III— Ope a Facul-
a is Philosophicae Uni e si a is Ca olinae P agensis 4), P aha 2007, S.61–87.
7 Kai WENZEL, De spä go ische Neubau de Bau zene O enbu g, in: T.To bus (ed.), Die
Kuns im Ma kg a um Obe lausi z, S.85–102.
8 So aus Gö li z und Zi au; gl. Gun e OETTEL (ed.), Kachel, O en und Heizung. Beispiel des
Mi elal e s und de Neuzei aus dem Zi aue Land (Zi aue Geschich sblä e 35), Gö li z—
Zi au 2008.
Abb. 1.Gö li z, S ad ki che S .Pe e und Paul, Innen aum, Li hog a ie um 1850
(©Kul u his o isches Museum Gö li z).
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sp echung zu in e p e ie en is (Gö li z, Kul u his o isches Museum).9 He scha -
liche Wappen a eln an To en und Tü men se z en wei e e Zeichen he sche liche
P äsenz, wobei— wie das he aus agende he aldische Denkmal ü Ma hias Co i-
nus am Gö li ze Ra haus on 1488 zeig — neben de Funk ion eine Huldigungsge-
s e auch eine Legi imie ung und sub ile Inszenie ung s äd ische Rech e und F ei-
hei en dami e bunden sein konn e (Abb. 2).10
Eine ähnlich ambi alen e Fo m on Eh bezeugung und Selbs übe höhung kam
e einzel auch im Innen aum bü ge liche bzw. pa izische Häuse zum Ausd uck,
wie es die e s jüngs au ge undenen Wandmale eien im Haus des Hie onymus
Schneide in Gö li z belegen. Jene ha e wohl im zei lichen Um eld des sogenann en
Pön alls 1547 bzw. ku z danach om C anach-Schüle Paul Rys eine He sche gale ie
mi den wich igs en mi eleu opäischen Po en a en jene Zei an die Wand seines
9 Ma ius WINZELER, Bildnis Kaise Sigismunds, in: Jiří Faj (ed.), Ka l IV. Kaise on Go -
es Gnaden. Kuns und Rep äsen a ion des Hauses Luxembu g 1310–1437, München—
Be lin 2006, S.610 . Fü den Hinweis, dass de Hu Sigismunds hie an seine Funk ion
als Ge ich she gemahn , danke ich Milada S udničko á.
10 Ka ja MIETH— Ma ius WINZELER, Das Gö li ze Co inus-Wappen on 1488— Rep äsen-
a ionsmus e landeshe liche Mach , in: Ročenka Slo enskej Ná odnej Galé ie B a isla ě
2004–2005. Bei äge des in e na ionalen Kolloquiums „Go ik in de Slowakei und ih
eu opäische Kon ex “, ed. Dušan Bu an, B a isla a 2006, S.211–226; Ka ja MIETH—
Ma ius WINZELER, Das Wappen on König Ma hias Co inus am Gö li ze Ra haus. Sub i-
le Huldigungsges e und s äd ische Selbs da s ellung, NLM 11, 2008, S.7–26.
Abb. 2.Gö li z, Ra haus, Wappen a el
ü König Ma hias Co inus, 1488
(©Kul u his o isches Museum Gö li z).
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Emp angssaales malen lassen. Zusammen mi signi ikan en eligiös-my hologischen
Da s ellungen— Gese z und Gnade, neun Tugendenallego ien— e binde sich
do die ep äsen a i e Demons a ion gesellscha liche Un e o dnung mi dem
Ansp uch au Guns - und Ane kennungsbezeugung.11
Dagegen is im ki chlichen Um eld de in Po ä und He aldik wiede gegebene
He sche bezug wohl s ä ke ein Mo i , das au besonde e S i ungsums ände, au
P i ilegien und Fö de ungen du ch die Landeshe scha e weis und dami eine
en sp echende Nähe e deu lich . So kann man das Südpo al de P a ki che S .Ni-
kolai im niede lausi zischen Luckau mi eine Bauphase in Zusammenhang b ingen,
die nach de Schenkung des Haup eliquia s des hl. Paulinus aus Lucca du ch Ka lIV.
137512 zum Neubau des Umgangscho es und E wei e ung de Sei enschi e üh e
(1375–1387). Dass somi die beiden Po ä büs en sei lich des Po als als Bildnisse
Ka lsIV.— mi Hu als Rich e wiede gegeben— und seine d i en F au Elisabe h
11 Kai WENZEL, Exku s: Das Bild hema Gese z und Gnade in einem Gö li ze Bü ge haus, in: Sö-
en FISCHER (ed.), Gese z und Gnade. Wol gang K odel d. Ä., Lucas C anach d. Ä. und die
E lösung des Menschen im Bild de Re o ma ion, Kamenz 2017, S.107–117; Kai WENZEL,
Zwei aches Bekenn nis. Ein kon essionelle Bilddisku s in einem Gö li ze Bü ge haus des 16.Jah -
hunde s, in: Ma ia Dei e s— Ru h Slenczka (edd.), Häuslich— pe sönlich— inne lich.
Bild und F ömmigkei sp axis im Um eld de Re o ma ion, Be lin 2018 (im D uck).
12 Ma in BAUCH, Di ina a en e clemencia. Ause wählung, F ömmigkei und Heils e mi lung
in de He scha sp axis Kaise Ka ls IV. (Fo schungen zu Kaise - und Paps geschich e des
Mi elal e s 36), Köln— Weima — Wien 2015, S.411–416.
Abb. 3.Luckau, Südpo al mi den Büs en
des königlichen S i e s Ka lIV. als Rich e
und seine d i en Gemahlin Elisabe h
on Pomme n, Sands ein, um 1375/1380
(©Wikimedia commons, And eas P ae cke).
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on Pomme n— eindeu ig mi K one da ges ell — gedeu e we den, schein al e -
na i los (Abb. 3).13 Mi diesem Ge ich spo al wu de en sp echend an das Pa ona
des Landeshe n und seine di ek e Begüns igung de Luckaue Ki che angeknüp .
Wenn wi bei diesem He sche bleiben, ü den die kuns his o ische Fo schung
de le z en Jah e in besonde e P ägnanz und g oßem Um ang nachweisen konn e,
wie e Kuns und A chi ek u als He scha sins umen beansp uch e und nu z e,14
so kommen wi nich umhin, das wohl wich igs e und ambi ionie es e, di ek mi
ihm selbs e bundene P ojek in den Lausi zen ku z zu s ei en— die Bu g- und
Klos e anlage Oybin im Zi aue Gebi ge.15 Ka lIV. g ünde e am O eine be ei s
bes ehenden Höhenbu g 1366 ein dem Heiligen Geis geweih es Cöles ine klos e ,
dessen eilweise aus dem ans ehenden Fels he ausgehauene und in höchs e Eleganz
da aus ö mlich he ausgewachsene Klos e ki che bis 1384 ealisie wu de. Dabei
s and a chi ek onisch nich nu eine on Ka ls G ündungen in de P age Neus ad
Pa e— die 1362 eben alls au eine Anhöhe geg ünde e S i ski che S .Apollina is
au dem Vě o , de en G und- und Au iss wei gehend kopie wu den—, sonde n
es läss sich anhand de De ail o men und Schmuckmo i e auch nachweisen, dass
die Bauleu e di ek aus P ag kamen, aus de Dombauhü e on S .Vei und ih em
Um eld (Abb. 4).16 De in seine landscha lichen Si uie ung singulä e Bau au dem
Oybin e hiel dami eine Rückkoppelung in die Haup s ad , ep äsen ie e den könig-
lich-kaise lichen Ho s il nahezu mys isch e p lanz in die Abgeschiedenhei des
Gebi ges, wobei de My hos eines kaise lichen Rückzugso es im Sinne F ancesco
Pe a cas du chaus eal und konk e gemein gewesen sein könn e: „ac la e an-
quilla soli udine“ idealisie e de Humanis seinen ländlichen Wohnsi z.17 Dass sich
13 Di k SCHUMANN, Die neuen E gebnisse zu mi elal e lichen Baugeschich e de Luckaue Ni-
kolaiki che, in: Zwischen Himmel und E de. En deckungen in de Luckaue Nikolaiki -
che (A bei she e des B andenbu gischen Landesam es ü Denkmalp lege und A chäo-
logischen Landesmuseums 13), Be lin 2006, S.13–27; Di k SCHUMANN, Ka l IV. und die
A chi ek u in de Ma k, in: Jan Rich e — Pe e Knü ene — Ku Winkle (ed.), Ka lIV.
Ein Kaise in B andenbu g, Po sdam— Be lin 2016, S.116–123. Fü den Hinweis, dass
de He sche au g und seine Funk ion als Ge ich she an diesem Po al, das au g und
de deu lichen We z illen zwei ellos als Ge ich spla z dien e, mi dem cha ak e is ischen
Rich e hu und nich mi de K one e sehen is wie seine Gemahlin, danke ich Milada
S udničko á.
14 Vgl. J.FAJT (ed.), Ka l IV.; Jiří FAJT— And ea LANGER (edd.): Kuns als He scha sins u-
men . Böhmen und das Heilige Römische Reich un e den Luxembu ge n im eu opäischen Kon ex ,
Be lin— München 2009; Jiří FAJT— Ma kus HÖRSCH (edd.), Kaise Ka l IV. 1316–2016.
E s e Baye isch-Tschechische Landesauss ellung, P ag 2016.
15 Richa d NĚMEC, A chi ek u — He scha — Land. Die Residenzen Ka ls IV. in P ag und den
Lände n de Böhmischen K one (S udien zu in e na ionalen A chi ek u - und Kuns ge-
schich e 125), Pe e sbe g 2015, S.223–265.
16 R.NĚMEC, A chi ek u — He scha — Land, S.126–134, 250–252.
17 Sch eiben an Cola di Rienzo, Augus 1347, zi ie nach R.NĚMEC, A chi ek u — He -
scha — Land, S.248; Gun e OETTEL, De Oybin— on Ka l IV., Pe e Pa le , F ances-
co Pe a ca zu Caspa Da id F ied ich und Ca l Gus a Ca us, Gö li ze Magazin 13, 1999,
S.26–32.
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de S i e und He sche an seine G ündung selbs da s ellen ließ, wissen wi e s
sei Ku zem: Die 1997 au ge undenen F agmen e des zum wes lichen Haup po al
de Ki che gehö enden Tympanons dü en als eines de he aus agenden Beispiele
unmi elba e he sche liche Rep äsen a ion in den Lausi zen gel en. Im gespi z en
Bogen eld wa neben de zen alen Da s ellung des böhmischen Löwen de kniende
S i e da ges ell , dazu gesell en sich mögliche weise de Reichsadle sowie in de
Leibung T aban en igu en, kleine Schildhal e , Ri e in Rüs ungen.18
Keine de nach olgenden böhmischen He sche und Könige— He zog Johann
on Gö li z eingeschlossen— ha e sein In e esse an den Lausi zen in e gleichba-
en Denkmäle n mani es we den lassen. Wü de man dies insbesonde e on dem
mi beiden Nebenlände n besonde s eng e bundenen jüngs en Sohn Ka ls, dem
besag en He zog Johann, e wa en,19 so is es ielleich in seinem Fall auch eine ge-
18 Richa d NĚMEC, Handel— Te i o ium— A chi ek u . Die Bedeu ung de Handelswege im
Zi aue Gebi ge ü die Te i o ialpoli ik Ka ls IV. und den Au bau de Bu g- und Klos e anlage
Oybin, in: Ma ius Winzele — Uwe Kahl (edd.), Fü K one, Salz und Kelch. Wege on P ag
nach Zi au (Zi aue Geschich sblä e 45), Zi au— Gö li z 2011, S.50–57.
19 Vgl. Lenka BOBKOVÁ, Zhořelecké é ods í koncepci lucembu ské České ko uny [He zog um
Gö li z in de Konzep ion de Luxembu gischen Böhmischen K one], His o ie— O áz-
ky— P oblémy [wei e nu HOP] 7, 2015, 1, S.9–22; Lenka BOBKOVÁ, Tomáš VELIČKA in
Abb. 4.Oybin, ehem. Cöles ine ki che
Hl.Geis , um 1380, Blick du ch das Os ens e
Rich ung Wes en (© Michael Č e áček). OPEN
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wisse damna io memo iae, die zum Ve lus all ällige Spu en diese A ge üh ha ,
is doch ge ade aus Gö li z selbs übe lie e , dass de do ige Ra auch g öße e Kos-
en nich scheu e, wie sie insbesonde e zu Schlei ung de he zoglichen Residenz
nö ig wa en, um sich ba e Zeugnisse ü die Exis enz des ku zzei igen He zog ums
auszume zen.20
Umso beme kenswe e sind deshalb die jüngs en Fo schungse kenn nisse aus
dem Zis e ziense s i Neuzelle, wo Johann 1396 ges o ben is : Im Lau de jüngs en
um assenden bauhis o ischen Un e suchungen konn e Di k Schumann nachweisen,
dass de go ische Bau bzw. Ausbau de Zis e ziense ki che zei lich in Zusammen-
hang mi dem He scha sausbau He zogs Johann on Gö li z gesehen we den kann
und dami wohl eine g öße e Bedeu ung ü die landeshe liche Rep äsen a ion
ha e. Neben den Fo men de (bishe ande s da ie en) A chi ek u sind es auch bau-
plas ische De ails, die nun als Re lexe en sp echende Zusammenhänge be ach e
und in e p e ie we den können, neben einem po ä ha en bä igen Kop elie
in de Sak is ei (um 1400) gehö en dazu auch he aldische Zeichen, e wa ein alle -
dings bauhis o isch e s nach 1437 zu da ie ende böhmische Löwe im Süd lügel des
K euzganges.21
Einen beme kenswe en, weil singulä en, du ch sch i liche Quellen jedoch wei-
e nich e hä e en und dadu ch o läu ig noch hypo he ischen S i ungszusam-
menhang o enba en auch zwei Wappenschilde in de Ba ba akapelle de F anzis-
kane ki che (D ei al igkei ski che) in Gö li z:22 Das Ne zgewölbe des a chi ek onisch
ausgesp ochen ansp uchs oll konzipie en und edel p opo ionie en Ach eck au-
mes wi d on Konsolen mi Köp en und paa weise angeo dne en Musike da s el-
lungen ge agen, die au de Os sei e nö dlich den böhmischen Löwen und südlich
den ös e eichischen Bindenschild hal en. Da die En s ehung des Baues auch au -
Zusammena bei mi Mlada HOLÁ und Jan ZDICHYNEC, Jan Zhořelecký. Tře í syn Ka -
laIV. [Johann on Gö li z. De d i e Sohn Ka ls IV.] (Ko unní země dějinách českého s á-
u VII = K onlände in de Geschich e des böhmischen S aa es VII), P aha 2016.
20 Ma ius WINZELER, Gö li z als Residenzs ad des He zogs Johann on Luxembu g (1377–1396)—
eine Spu ensuche, in: Lenka Bobko á— Jana Kon ičná (edd.), Rezidence asp á ní sídla
zemích České ko uny e 14.–17.s ole í [Residenz- und Ve wal ungssi ze in den Lände n
de Böhmischen K one im 14.–17.Jah hunde (Ko unní země dějinách českého s á u III),
P aha 2007, S.415–433. Vgl. dazu auch Jana HUBKOVÁ, Jan Zhořelecký, zhořelecké é ods í
aposlední Lucembu ko é příleži os ných zhořeleckých iscích 17.s ole í [Johann on Gö li z,
He zog um Gö li z und die le z en Luxembu ge in den Gö li ze Gelegenhei ssch i en
des 17.Jah hunde s], HOP 7, 2015, N .1, S.46–61 und Jan ZDICHYNEC, D uhý ži o Jana
Zhořeleckého? Ob az é ody ajeho é ods í his o iog a ii 16.až 19.s ole í [Das zwei e Le-
ben Johanns on Gö li z? Das Bild des He zogs und seines He zog ums in de Geschich s-
sch eibung des 16.bis zum 19.Jah hunde s], in: ebd., S.62–75.
21 D.SCHUMANN, Ka l IV. und die A chi ek u in de Ma k, S.116–123, insb. 119–120. Fü die
Mi eilungen de jüngs en Fo schungse gebnisse aus den baua chäologischen Un e su-
chungen de le z en Jah e danke ich Di k Schumann, Be lin, de meh e e Publika ionen
zu diesem Thema angekündig ha .
22 Ma ius WINZELER, D ei al igkei ski che Gö li z (STEKO-Kuns üh e 41), he ausgegeben
on de E angelischen Innens ad gemeinde Gö li z, Dößel 2011.
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g und de Bauab olge und Einzel o men im mi le en 15.Jah hunde e olg sein
muss, kann man hie einen Ve weis au Alb ech on Habsbu g und seinen Sohn
Ladislaus Pos humus sehen, die 1437–1457 als Könige on Böhmen Landeshe en de
Obe lausi z wa en (Abb. 5).
Im Un e schied zu den beiden Wappenkonsolen de Ba ba akapelle weisen die
wei e en landeshe lich in e p e ie ba en Wappenda s ellungen des 15.Jah hun-
de s in den Gö li ze Ki chen keinen Bezug zum jeweils egie enden Geschlech
au . Sie s ehen demnach wenige ü eine di ek e und pe sönliche Un e s ü zung,
als ielmeh ü die Demons a ion selbs e s ändliche poli ische Zugehö igkei :
Dies gil ü den Wappenschlusss ein mi böhmischem Löwen und Reichsadle in
de Sak is ei de P a ki che S .Pe e und Paul (um 1470)23 wie auch ü die wenig
jünge en beiden Wappenschlusss einen in de Vo halle de F auenki che, wo die
beiden he aldischen Mo i e au ge eil sind.24 In beiden Fällen wu de bei diesen
Symbolen sowohl die Zugehö igkei zu König- und Kaise eich bildlich o Augen
ge üh , als auch au die S ad Gö li z als Bauhe in de jeweiligen Ki chen e wie-
sen: ih on Kaise Sigismund e liehenes S ad wappen se z sich aus den beiden
Komponen en des böhmischen Löwen und des Reichsadle s zusammen, bek ön on
eine Kaise k one.
23 S.BÜRGER— M.WINZELER, Die e angelische S ad ki che S .Pe e und Paul, S.69–71.
24 Ma ius WINZELER, E angelische F auenki che Gö li z (S eko-Kuns üh e 45), Dößel 2014,
S.23–25.
Abb. 5.Gö li z, Ba ba akapelle de F anziskane ki che, Kapi ellkonsole mi böhmischem Wappen
und Musikan en, um 1450 (© Kai Wenzel).
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44 HISTORIE — OTÁZKY — PROBLÉMY 2/2019
Bauleu e ä ig wa en.40 Die Bauplas ik sowohl de Konsolköp e im Cho als auch des
Wes po als und de Schlusss eine haben in beiden Sak albau en Äqui alen e. Da-
bei weisen die signi ikan e und inno a i e Konzep ion de F auenki che mi eine
ungewöhnlichen Wes pa ie und Wes empo e sowie in den De ails ih e Bauplas ik
au We kleu e hin, die mi de Wiene Dombauhü e in einem enge en Zusammen-
hang ges anden haben müssen, wobei en sp echende Ve bindungen in den Gö li ze
Ra sp o okollen und du ch konk e e Pe sonen in den Quellen beleg sind. Vo bild
ü die p äch ige Empo enschauwand im Inne en de Gö li ze F auenki che wa
zwei ellos die Wes empo e in S .S ephan in Wien on Lau enz Spenning (1456–1466),
die wenig spä e auch in S .Nikolaus im südmäh ischen Znaim/Znojmo einen Nach-
olge and (Abb. 8).41
Die an de Empo e und am Wes po al de Gö li ze F auenki che ä igen S ein-
me ze wiesen sich du ch ih e hohe o namen ale Fähigkei aus, die in Zusammen-
hang mi dem We k jene Bauleu e zu sehen is , die in Gö li z auch das Wappen-
elie des F auen o es on 1477 schu en (heu e am F auen u m) und am eichen
plas ischen Schmuck des B eslaue Ra hauses ode am Bau zene Ma hiasdenkmal
be eilig wa en. Sie wa en also ge ade mi Baumaßnahmen e au , in welchen
ein Bezug zu Landeshe scha besonde s wich ig wa . Neben diesen o malen
Ve bindungen spiegel de Bau de F auenki che konzep ionell eu opäische Ve -
bindungen, wie sie ü die Blü ezei de Handelss ad Gö li z im 15.und 16.Jah -
hunde cha ak e is isch sind. So kann man die G unddisposi ion de Ki che und
insbesonde e ih ungewöhnliche Wes bau mi ih e eich ges al e en Vo halle und
dem kleinen Gewölbe aum da übe mi de on Ka lIV. ges i e en F auenki che
in Nü nbe g in Beziehung se zen:42 Diese 1350–1365 e bau e kaise liche Kapelle
wa zunächs als Au bewah ungso ü die Reichskleinodien o gesehen; ih e
A chi ek u nimm die mi P unk o halle, Kaise empo e und Michaelschö lein,
abe auch de ku zen Halle und dem Cho polygon die Gö li ze Bauges al o weg.
Au g und de in ensi en Handelsbeziehungen on Gö li z nach Nü nbe g dü e
diese on den Zei genossen bewunde e Bau auch einigen de zu den üh enden
Kau leu en gehö enden P o agonis en in Ra und Bü ge b ude scha bekann ge-
wesen sein. Dass man sich ein kaise liches Vo bild wähl e, e weis au den hohen
Rang, den man in Gö li z ü den spä go ischen Bau de F auenki che beansp uch e
und dem auch die so g äl ige Aus üh ung en sp ach. Dabei o ien ie e man sich
abe wie im Fall de e wähn en Wiene Wes empo e an inno a i en Bauwe ken
de unmi elba en Gegenwa .
40 S.BÜRGER— M.WINZELER, Die e angelische S ad ki che S .Pe e und Paul, S.64–72.
41 Vgl. Johann Jose BÖKER, De Wiene S ephansdom. A chi ek u als Sinnbild ü das Haus Ös-
e eich, Salzbu g— Wien— München 2007, S.177–254.
42 Gün he BRÄUTIGAM, Die Nü nbe ge F auenki che. Idee und He kun ih e A chi ek u ,
in: U sula Schlegel— Claus Zoege on Man eu el (edd.), Fes sch i ü Pe e Me z, Be -
lin 1965, S.170–197; Robe LEYH, Die F auenki che zu Nü nbe g (G oße Kuns üh e 167),
München— Zü ich 1992; Jakub ADAMSKI, A chi ek u als Ins umen e i o iale Mach -
p opaganda. Übe die Wes assade und Vo halle des F auenbu ge Domes und ih e Beziehungen
zu Nü nbe g und P ag, Zei sch i ü Kuns geschich e 78, 2015, S.356–369.
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MaRIuS WInZELER 45
In de Zei de Landeshe scha des unga ischen Königs Ma hias Co inus und
seines ü die Lausi zen und Schlesien zus ändigen S a hal e s Geo g on S ein, de
selbs aus dem Bodenseegebie s amm e, misch en sich in de hiesigen A chi ek u
und Kuns iele lei Ein lüsse.43 Die Mobili ä on Bauleu en und Küns le n üh en
zu einem eu opawei en Aus ausch on Ideen, Mo i en und S ilelemen en. So inden
sich G und o m und De ails des Wes po als an de F auenki che auch am Wes po al
de ehemaligen Be nha dine ki che in B eslau/W ocław (um 1480) sowie in übe a-
schende Pa allele an de Wes assade de Ki che S .Oswald im schweize ischen Zug
(1492–1494); als spä e Nach olge is soga An on Pilg ams Po al des Al en Ra hau-
ses in B ünn/B no (um 1510) hie anzu ügen. Ebenso lassen sich Cha ak e züge und
Einzel o men des sowohl einglied ig wie auch au allend leischig e scheinenden
bauplas ischen Schmuckes an Bau en on Ulm bis in die Zips und nach Siebenbü gen
wiede inden.
HERRSCHERREPRÄSENTATION IM SPIEGEL DER
KÜNSTLERISCHEN AUSSTATTUNG— EIN AUSBLICK
Neben de A chi ek u selbs kam eins mals in de Auss a ung de Ki chen noch
s ä ke de Bezug zum Landeshe n zum T agen bzw. bezeug en in den Ki chen ie-
le lei De ails, Bildwe ke, kos ba e Kuns we ke on de Nähe und P äsenz bzw. de
Bezugnahme und Rep äsen a ion des Landeshe n. Ich e wähne an diese S elle nu
die he aldischen Glas ens e im K euzgang on S .Ma iens e n,44 die Wandmale-
eien in de S .Jus -Ki che in Kamenz,45 Goldschmiedea bei en und illuminie e
Handsch i en, einige wenige Denkmäle sowie das mi den Wappen on S ad Zi -
au und König eich Böhmen e sehene G oße Zi aue Fas en uch on 1472 (S äd i-
sche Museen Zi au— Museum Ki che zum Heiligen K euz).46
Die Kuns we ke, die ge ade aus und in den beiden Obe lausi ze Zis e ziense-
innenklös e n e hal en blieben, welche bis zu Re o ma ion mi de königlichen
43 S.PAPP, Das Denkmal des Königs Ma hias.
44 Zule z Ma kus Leo MOCK, Glasmale eien aus de Zis e ziense innenab ei S .Ma iens e n, in:
J.Faj — M.Hö sch (edd.), Kaise Ka l IV. 1316–2016, N .11.8, a–b (S.468–469).
45 2018 wi d die Res au ie ung de einziga igen Wandmale eien in S .Jus in Kamenz ab-
geschlossen; in diesem Zusammenhang e olg en neben kuns echnologischen Un e su-
chungen auch solche zu inhal lichen P og amm, zu Ikonog a ie und S il de Wandmale-
eien, die noch nich publizie sind.
46 Michael WOLFSON, Das Zi aue Fas en uch on 1472, in: Tüchleinmale eien in Zi au und
Riggisbe g (Riggisbe ge Be ich e 4), Riggisbe g 1996, S.38–69; F iedhelm MENNEKES (ed.),
Die Zi aue Bibel. Bilde und Tex e zum g oßen Zi aue Fas en uch on 1472, S u ga 32012;
Enno BÜNZ, Ein Zeugnis spä mi elal e liche F ömmigkei aus de Obe lausi z. Neue Fo schun-
gen zum G oßen Zi aue Fas en uch on 1472, in: Neues A chi ü sächsische Geschich e 72,
2001, S.255–273; Ma ius WINZELER, Die Fas en üche und ande e Auss a ungss ücke aus de
al en Zi aue Johanniski che. Ge e e und un e gegangene Kuns we ke aus ün Jah hunde en, in:
Sank Johannis Zi au. Eine kul u his o ische Dokumen a ion, hg. om F eundesk eis de
Johanniski che Zi au du ch Ge ha d G oße, Zi au 2016, S.47–59.
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46 HISTORIE — OTÁZKY — PROBLÉMY 2/2019
Landeshe scha in einem Ve häl nis besonde e Nähe und Abhängigkei s anden,
weisen o mals eine besonde s enge Nähe zu We ken aus unmi elba em, königlichen
Zusammenhang au — e wa die Skulp u en des Au e s ehungsch is us und eines
Bambino in S .Ma ien hal, die aus dem We ks a umk eis de Madonna on Michle
s ammen.47 An ihnen läss sich insbesonde e agen und un e suchen, wie wei und
mi welche A on Geschenken zu echnen is , wenn es da um ging, das eigene
Seelenheil auch hie zulande zu s ä ken und dami gleichzei ig Zeichen besonde e
Guns bezeugung und de Nähe zu He sche und Ho zu se zen, Kuns we ke als
Ins umen e de Mach poli ik einzuse zen und dami eine kul u elle Hegemonie zu
scha en, Bindungen und Ve bindlichkei en bis Abhängigkei en he zus ellen.48 Hy-
po he isch kann eine solche Au aggebe si ua ion ü die schon e wähn en S .Ma i-
ens e ne Glas ens e ebenso in E wägung gezogen we den wie ü das doppelsei ige
Ta elbild mi Th onende Madonna und ücksei igem Schme zensmann (Kul u his-
o isches Museum Gö li z).49 Eben alls als solche a mo i ie e Kuns we ke können
eine Kasel in Gö li z (aus S .Pe e und Paul; Leihgabe de E . Innens ad gemeinde im
Kul u his o ischen Museum Gö li z)50 und wei e e li u gische Tex ilien, u. a. aus und
in S .Ma iens e n beansp uch we den.51
Du ch die he aldische Auszeichnung— das Jagiellonen-Wappen WladislawsII.
au de P edella— wu de am Hochal a de Kamenze F anziskane obse an en-
ki che S .Annen au den S i ungszusammenhang dieses Klos e s, seines Baus und
seine Auss a ung e wiesen.52 Von WladislawII. 1493 geg ünde , s a e e Ludwig
47 I o HLOBIL, De Meis e de Madonna on Michle und de Segnende Au e s ehungsch is us in
S .Ma ien hal, in: M.Winzele — U.Kahl (edd.), Fü K one, Salz und Kelch, S.78–83; Ma-
ius WINZELER, Das äl es e e hal ene Ch is kind in den böhmischen Lände n? Ein neu en deck-
es We k des „Meis e s de Michle Madonna“ in S .Ma ien hal, Fon es Nissae XVII, 2016, 1,
S.102–103.
48 Fü die Zei um 1300 und das Klos e S .Ma iens e n dazu gl. Ma ius WINZELER,
S .Ma iens e n. De S i e , sein Klos e und die Kuns Mi eleu opas im 13.Jah hunde , Diss.
Be lin 2009, Dößel 2011. Vgl. auch de s., Zen um und Pe iphe ie: Das Klos e S .Ma ien-
s e n als Wall ah so und seine Ve bindungen nach P ag im 14.Jah hunde , in: Lenka BOB-
KOVÁ— Jana KONVIČNÁ (edd.), Náboženský ži o ací ke ní pomě y zemích Ko uny
české e 14.–17.s ole í [Das eligiöse Leben und ki chliche Ve häl nisse in den Lände n de
Böhmischen K one im 14.–17.Jah hunde ] (Ko unní zemĕ dĕjinách českého s á u IV),
P aha 2009, S.242–255.
49 Ma ius WINZELER, Th onende Madonna und Schme zensmann, in: J.Faj — M.Hö sch
(edd.), Kaise Ka l IV. 1316–2016, N .11.9.
50 Kai WENZEL, Gö li ze Kasel, in: J.Faj — M.Hö sch (edd.), Kaise Ka l IV. 1316–2016,
N .12.15 (S.505–508).
51 E elin WETTER, in: Judi h Oexle — Ma kus Baue — Ma ius Winzele (edd.), Zei und
Ewigkei . 128 Tage in S .Ma iens e n, Halle/S. 1998, N .2.125–2.128.
52 Thomas BINDER u. a., „Mi Gewal ha es ange angen, ohne Gewal is es e gangen“. 500Jah-
e Klos e ki che S .Annen— A chi unde (Kleine Sch i en de S äd ischen Sammlungen
Kamenz 1), Kamenz 2012; Jan RÜTTINGER, Camencia Jagellonica. Die G ündung des F an-
ziskane klos e s S .Annen in Kamenz (Kleine Sch i en de S äd ischen Sammlungen Ka-
menz2), Kamenz 2013.
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MaRIuS WInZELER 47
Jagiello das Klos e 1518 mi wich igen P i ilegien aus. Aus P ag gelang en Reliquien
de Pa onin nach Kamenz. Die le z e Klos e s i ung des Landes wa also eine be-
sonde s hoch angige, was du ch solche und eins mals gewiss auch wei e e Zeichen
akzen uie wo den is .53
Schließlich sei abe nochmals zu den S äd en zu ückgekeh , den wich igs en T ä-
ge n egionale und landeshe liche Mach in de Obe lausi z. Am Beispiel e wähn-
e Gö li ze Beispiele— dem monumen alen S ad wappen am sog. Dicken ode F au-
en u m (ehemals am F auen o ) on 1477 und de el Jah e jünge en Wappen a el ü
Ma hias Co inus am Ra haus— läss sich die ü das le z e D i el des 15.Jah hun-
de s cha ak e is ische Ve zahnung s äd ische und he sche liche Rep äsen a ion
mi els he aldische Ikonog a ie isuell anschaulich e schließen. Wie s a k das his o-
ische Selbs e s ändnis de Obe lausi ze S äd e nach de Re o ma ion wa und wie
in ensi die lokale His o iog a ie landesgeschich liche Zugehö igkei en in e p e a-
o isch au g i , übe lie e ein beme kenswe e Fall in Zi au. Am do igen s eine -
nen S andbild des hl. Wenzel, das eins übe dem südlichen Haup po al in die P a -
ki che S .Johannis s and, e olg e eine ch onikalisch-his o iog a ische In eg a ion
königliche Rep äsen a ion in die eigene Iden i ä und Selbs da s ellung (Abb.9).
Pe H acho ec ha dies e s mals es ges ell und he ausgea bei e :54 Diese Skulp-
u — no abene eine de übe haup ühes en e hal enen monumen alen Da s ellun-
gen des böhmischen Landesheiligen55— büß e nach de Re o ma ion ih e u sp üng-
liche Bedeu ung ein und wu de im 16./17.Jah hunde im humanis isch-his o ischen,
s a k au die lokale Geschich sdeu ung ixie en Sinn zum König WenzelII. s ilisie ,
dem Zi au wesen liche P i ilegien e dank e und de nach seinem Va e Přemysl
O aka II., de Zi au zu S ad e hoben ha e, als ein besonde e Fö de e he o -
gehoben wu de. De Zi aue Rek o und Sch i s elle Ch is ian Weise widme e ihm
au g und diese Iden i ika ion mi de go ischen Skulp u soga ein Schuld ama.56
53 Ma kus HÖRSCH, He sche ep äsen a ion de Jagiellonen in den böhmischen Nebenlän-
de n. Zu Auss a ung de ehemaligen F anziskane obse an enki che in Kamenz, in: T.To -
bus (ed.), Die Kuns im Ma kg a um Obe lausi z, S.187–216; Sylke KAUFMANN— Ka ja
M.MIETH — Jan RÜTTINGER — F ank SCHMIDT, Klos e ki che und Sak almuseum S .An-
nen Kamenz. Ein Füh e du ch die Auss ellung, Kamenz 2011.
54 Pe HRACHOVEC, Böhmische Themen in den E zählungen übe die G ündung und F ühgeschich-
e de S ad Zi au in Zi aue S ad ch onis ik des ühen 17.Jah hunde s, in: Lenka Bobko-
á— Jan Zdichynec (edd.), Geschich e— E inne ung— Selbs iden i ika ion. Diesch i li-
che Kul u in den Lände n de Böhmischen K one im 14.–18.Jah hunde (DieK onlände
in de Geschich e des böhmischen S aa es V), P aha 2011, S.374–402; de s., Böhmische The-
men in de Zi aue S ad ch onis ik des ühen 17.Jah hunde s, in: La s-A ne Dannenbe g—
Ma io Mülle (edd.), S udien zu neuzei lichen Geschich ssch eibung in den böhmischen
K onlände n Schlesien, Obe lausi z und Niede lausi z (Beihe e zum Neuen Lausi zi-
schen Magazin 11), Gö li z— Zi au 2013, S.251–318.
55 Vgl. Jan ROYT, S .Václa úc ě a umění [Heilige Wenzel in Ve eh ung und in Kuns ], in:
Dana S ehlíko á (ed.), S a ý Václa , och ánce České země, P aha 2008, S.9–28, insbes. 15
und ebd. S.91.
56 Ch is ian WEISE, Eine Misculance om König Wenzel, 1686 (he ausgegeben in Ch is ian Wei-
se, Säm liche We ke III: His o ische D amen III); gl. Ja osla BUŽGA, Einige Anme kun-
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48 HISTORIE — OTÁZKY — PROBLÉMY 2/2019
Abschließend läss sich kons a ie en, dass das hie nu ges ei e E be isuelle
Zeugenscha ü die landeshe liche Mach in den beiden Lausi zen, namen lich in
de Obe lausi z, iel äl ig und ielges al ig is . Anhand de hie e wähn en Beispiele
läss sich gu e deu lichen, dass die königliche P äsen a ion und Rep äsen a ion
eine bedeu ende Rolle gespiel ha , und zwa nich nu hinsich lich eine Akzen u-
ie ung de Hegemonie on Böhmens K on- und Nebenlände n, sonde n auch als de-
zidie e Ausd uck des Selbs e s ändnisses und Selbs bewuss seins de einzelnen
S äd e.
gen zu Ch is ian Weises his o ischem D ama übe König Wenzel, in: Pe e Hesse (ed.), Poe und
P aecep o . Ch is ian Weise (1642–1708) zum 300. Todes ag, D esden 2009, S.189–194.
Abb. 9.Hl. Wenzel, 1.Häl e 14.Jah hun-
de , Sands ein, on de Süd assade de
S ad ki che S .Johannis in Zi au; S äd i-
sche Museen Zi au (© Jü gen Ma schie).
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MaRIuS WInZELER 49
RÉSUMÉ:
In he con ex o he o me Lands o he Bohemian C own i was only in Uppe Lusa ia, and con-
c e ely in Bau zen, ha igu al po ai s o ule s om he Middle Ages and ea ly Mode n Age su -
i ed: Ma hias Co inus and Rudol II. Likewise, he oyal owns o Uppe Lusa ia also p ese ed
o his day Bohemian kings’ coa s o a ms. Less known is he ac ha he Bohemian kings also le
hei ma ks on sac al a chi ec u e.
The mos signi ican expo o a chi ec u e om he Bohemian me opolis o he Lusa ian (Zi -
au) moun ains is he Monas e y Chu ch o he Holy Spi i in Oybin, ounded by Cha lesIV. Also,
municipal cons uc ions in Bau zen, Kamenz, Gö li z and Zi au, da ing om he 13 h–16 h cen u y,
e lec iconic pa agons o P ague’s oyal a chi ec u e— Sain Agnes o Bohemia Monas e y and
S .Vi us’ Ca hed al o he Vladisla Hall. Some pa ish chu ches and bou geois chapels a e exam-
ples o wha a e o en sub le and sophis ica ed linkages be ween he bo de owns and he cen e o
he Kingdom o Bohemia. These ela ions also hold ue o some ex an in e io u nishings, such
as s ained-glass windows in he S .Ma iens e n Abbey, di ide o he main al a in he Obse an
F ia s chu ch in Kamenz, and he G ea Len en Veil in Zi au. In his con ex we should no igno e
wo ks o a ha we e likely oyal gi s, and a e s ill kep in Uppe Lusa ian Cis e cian nunne ies.
In summa y i can be said ha he isual he i age o he Bohemian uling powe is in bo h Lu-
sa ias, and mo e pa icula ly in Uppe Lusa ia, o en su p isingly ich. Royal p esen a ion played
asubs an ial ole no only in he in en ions o he Bohemian poli ical hegemony, as well as in he
sel -de e mina ion o he indi idual owns. This in e p e a ion applies o as a ue o S .Wenceslas
on he po al o he pa ish chu ch o Sain John in Zi au, which was e oneously iden i ied a e
he Re o ma ion as adepic ion o King Václa II o his suppo o he local municipal igh s and
libe ies.
D . Ma ius Winzele is zu zei Di ek o de Sammlung Al e Kuns de Na ionalgale ie P ag. E
konzipie e zahl eiche Auss ellungen in de Schweiz, Deu schland und in Tschechien und be ass
sich mi de mi eleu opäischen Kuns - und A chi ek u geschich e om Mi elal e bis zu Gegen-
wa . Seine Fo schungsschwe punk e liegen in de egionalen Kuns und Kul u de Obe lausi z,
Aspek en des in e na ionalen küns le ischen Aus ausches, de Klos e kul u und Sammlungsge-
schich e (ma ius.winzele @ngp ague.cz).
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