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MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
„OBSIDIO VERONAE“ UND „PROELIUM APUD
TIBERIM“ - ZUM SELBSTVERSTÄNDNIS DES
SPÄTANTIKEN KAISERTUMS ANHAND DER
SCHLACHTENFRIESE DES ARCUS CONSTANTINI
MATTHIAS SANDBERG
Uni e si ä Po sdam
ZUSAMMENFASSUNG: De A cus Cons an ini gil bis heu e als eines de
he aus agends en Monumen e spä an ike He scha s ep äsen a ion.
An p ominen e S elle – die ia iumphalis übe spannend, gelegen
zwischen dem Amphi hea e , dem Pala in und dem Fo um Romanum
– e mi el de Eh enbogen seine ausgeklügel e und meh deu ige
poli ische Bo scha . Besonde s bei de Be ach ung de Da s ellung des
Kaise s au den cons an inischen Schlach en iesen äll die En ückung
des Impe a o s aus dem Kamp geschehen so o ins Auge. Zudem
zeig sich anhand eines Abgleiches de Schilde ungen de Panegy ike
mi den Kamp da s ellungen au dem Cons an insbogen eine
beme kenswe e Di e genz zwischen Bild- und Tex quellen hinsich lich
de Kamp besch eibungen. Die Ve schiedenhei de Be ich e sowie die
besonde e Da s ellung des Kaise s lassen sich anhand de T ans o ma ion
des spä an iken Kaise ums schlüssig e klä en; die Kamp da s ellungen
des Cons an insbogens e mi eln die Besonde hei en de spä an ik-
sak alisie en He scha sideologie au eind ucks olle A und Weise.
Schlüsselbeg iffe: Cons an insbogen, kaise liche Rep äsen a ion,
spä an ike He sche ideologie, Ch is ianisie ung, T iumphbogen.
ABSTRACT: Un il oday he A cus Cons an ini coun s as one o he mos
ou s anding monumen s o impe ial ep esen a ion o he la e an iqui y.
In a p ominen place – spanning o e he ia iumphalis, si ua ed
be ween he Amphi hea e, he Pala ine and he Fo um Romanum –
he a ch communica es i s elabo a e and ambiguous poli ical message.
Rega ding he modali ies o how he empe o is ep esen ed on he iezes
depic ing he ba le-scenes he displacemen o he Impe a o s igu e
becomes immedia ely no iceable. Fu he mo e, i is appa en ha he e
Recibido: 27-03-2015 / E aluado: 14-04-2015 / Ap obado: 20-04-2015
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
is a di e gence be ween he pic u e- and he ex -sou ces espec i ely
he commen a ies o he panegy is s conce ning he ba le- epo s. The
diffe ence be ween bo h can be explained wi h he ans o ma ion o
he la e an ique empi e. The ba le scenes o he a ch o Cons an ine
communica e he cha ac e is ics o impe ial ep esen a ion in la e
an iqui y in an imp essi e manne .
Keywo ds: A ch o Cons a ine, impe ial ep esen a ion, la e an ique
impe ial ideology, Ch is ianisa ion, iumphal a ch.
Ohne jeden Zwei el gehö Kaise Cons an in zu den he aus agenden
Augus i de Geschich e des spä an iken Impe ium Romanum. Sein
Name is wie kein ande e mi de Hinwendung des ömischen Impe iums
zum Go de Ch is en e bunden.1 Die Be ich e übe die Vision Cons an ins
o de Schlach am Tibe , namen lich on Lac anz, Eusebius und einem
heidnischen Panegy icus, belegen das Ve langen de Zei genossen, bei
de Hinwendung Cons an ins zum ch is lichen Go einen ma kan en
An angspunk auszumachen; de Höhe punk des cons an inischen Feldzuges
gegen Maxen ius, die olgen eiche Schlach an de Mil ischen B ücke, is als
jene Wendepunk in die Geschich e eingegangen.2 Dabei ha man on de
Ta sache auszugehen, dass de Ausgang de Schlach , als de Augus us des
Wes ens am 28. Ok obe 312 an dem pons Mil ius au seinen Wide sache a ,
keineswegs o he sehba wa . Le z endlich e lo Maxen ius Schlach und
Leben, Cons an ins gö liche Schlach enhel e , so die ch is liche Deu ung
des Vo ganges, ha e sich als p oba e Bei s and e wiesen.3 Zu Wü digung
des Sieges haben Sena und Volk on Rom, sowei die dedica io de Insch i ,
1. Zu Hinwendung Cons an ins zum Ch is en-Go , auch übe Sol-In ic us, siehe: EVA LEHMEIER;
GUNTHER GOTTLIEB: «Kaise Kons an in und die Ki che. Zu An änglichkei eines Ve häl nisses», in:
Hein ich Schlange-Schöningen (H sg.), Kons an in und das Ch is en um, NWdF, Da ms ad 2007, 150–
170; KLAUS ROSEN: «Cons an ins Weg zum Ch is en um und die Panegy ici La ini», in: Gio gio Bonamen e
(H sg.), Cos an ino il G ande. Dall’an ichi à all’umanesimo, Mace a a 1993, 853–863.
2. Lac . mo . pe s. 44, 5. Eus. his . eccl. 9, 9, 2; Eus. i a Cons . 1, 28; Paneg. La . 12 2, 4. Dazu: HARTWIN
BRANDT: «Die heidnische Vision Au elians (HA, A 24, 2–8) und die ch is liche Vision Kons an ins des
G oßen», in: Gio gio Bonamen e; Gian anco Paci (H sg.), His o iae Augus ae Colloquium Mace a ense,
Ba i 1995, 107–117; PETER WEISS: «Die Vision Cons an ins», in: Jochen Bleicken (H sg.), Colloquium zum
Anlaß des 80. Gebu s ags on Al ed Heuss, Kallmünz 1993, 143–169; neue dings auch: PEDRO BARCELÓ:
Das Römische Reich im eligiösen Wandel de Spä an ike. Kaise und Bischö e im Wide s ei , Regensbu g,
2013, 39–42.
3. Zu Bedeu ung de Schlach : WOLFGANG KUHOFF: «Die Schlach an de Mil ischen B ücke. Ein
E eignis on wel geschich liche T agwei e», in: G ego Webe ; Kay Ehling (H sg.): Kons an in de G oße.
Zwischen Sol und Ch is us. Mainz 2011, 10–20; zum Ve lau siehe: BRUNO BLECKMANN: Kons an in de
G oße, Reinbek bei Hambu g, 1996, 53–57; OLIVER SCHMITT: Cons an in de G oße, S u ga 2007, 150–
154.
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MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
dem Augus us, anlässlich seine im Jah 315 be o s ehenden Decennalien, ein
beeind uckendes Monumen gewidme ; noch heu e bezeug de d ei o ige
T iumph bogen des Cons an in an denkwü dige S elle – die ia iumphalis
übe spannend, gelegen zwischen dem Amphi hea e , dem Pala in und dem
Fo um Romanum – den Sieg des Fla ie s an de Mil ischen B ücke.4
De Cons an insbogen is ein ebenso he aus agendes, wie meh deu iges
Beispiel de Re p äsen a ionskuns de spä en ömischen Kaise zei .5 Nich
nu , dass on dem ch is lichen Go noch keine explizi e Rede is – einzig on
gö liche Eingebung sp ich die Insch i au Vo de - und Rücksei e de A ika
–, auch Zeugnisse de paganen Religion inden sich zu Genüge.6 Zudem wi d
nich ausschließlich au die Pe son Cons an ins Bezug genommen, sonde n
auch au die Ideale des ömischen Kaise ums ajanische , had ianische und
ma c-au elianische P ägung. Denn bei einem nich eben ge ingen Teil des
Bildschmucks am a cus Cons an ini handel es sich um Spolien; als genuin
spä an ike Schmuckelemen e bezeichnen lassen sich de umlau ende F ies
obe halb de beiden Sei endu chgänge, bes ehend aus sechs g öße en Relie s
und ie kleine en Eck elie s, die Medaillons an den beiden Schmalsei en,
die Pos amen elie s, die Bildelemen e an den Schlusss einen und in den
Bogenzwickeln übe den Haup - und Sei enbögen, sowie die Relie büs en
de Sei endu chgänge.7 Die F age, wa um ein Teil des Bildschmuckes nich
exklusi cons an inische P o enienz is , beschä ig die einschlägige Li e a u
bis zum heu igen Tag.8 De Au o de o liegenden S udie heg keinen
Zwei el da an, dass diese Ums and wede Ausd uck eines sinkenden Ni eaus
handwe klich-küns le ischen Ve mögens, noch unbewuss e Übe nahme
emde Elemen e sein kann; ielmeh ha man sich de Einsich zu öffnen,
dass ge ade ein solches Monumen dem Zweck dien , eine spezi ische
poli ische Bo scha zu e mi eln; dass die Ve wendung emde Elemen e
4. CIL VI (P , , , ) = CIL VI = ILS ): „IMP(ERATORI) CAES(ARI) FL(AVIO)
CONSTANTINO MAXIMO / P(IO) F(ELICI) AUGUSTO S(ENATUS) P(OPULUS)Q(UE) R(OMANUS) / QUOD
INSTINCTU DIVINITATIS MENTIS / MAGNITUDINE CUM EXERCITU SUO / TAM DE TYRANNO QUAM DE OMNI
EIUS / FACTIONE UNO TEMPORE IUSTIS / REM PUBLICAM ULTUS EST ARMIS / ARCUM TRIUMPHIS INSIGNEM
DICAVIT.“ Die Einweihung des Bogens da ie THEODORE VERN BUTTREY: «The Da es o he A ches o
„Diocle ian“ and Cons an ine», in: His o ia 32 (1983), 375–377 au den 25. Juli 312.
5. FILIPPO COARELLI: Rom. Ein a chäologische Füh e , F eibu g 1975, 165.
6. So inden sich beispielsweise in den Medaillons an den beiden Schmalsei en des Bogens Da s ellungen
on Sol und Luna und in den Bogenzwickeln sind Flussgo hei en da ges ell . Die beiden Schlach en iese
wa en mi Vic o ien in unmi elba e Nähe des Kaise s au . Vo diesem Kon ex is auch die F age nach dem
Op e gang Cons an ins au dem Capi ol zu e wähnen, dazu: JOHANNES STRAUB: «Kons an ins Ve zich au
den Gang zum Kapi ol», in: His o ia 4 (1955), 297–313. Den on FRANK KOLB: He sche ideologie in de
Spä an ike, Be lin 2001, 65 geäuße en Gedanken, de Wo lau „ins inc u di ini a e“ meine keine Go hei ,
sonde n Cons an ins, on eine Go hei einge löß es, inne es Numen häl de Au o diese Un e suchung
ü du chaus bedenkenswe .
7. Siehe zu Benennung de F iese: HANS PETER L’ORANGE; ARMIN VON GERKAN: De spä an ike
Bildschmuck des Kons an insbogens, S udien zu Spä an iken Kuns geschich e 10, Be lin 1939, VII; HELMUT
PRÜCKNER, «Kaise Kons an ins Bilde bogen ode : Die Bo scha de Spolien», in: The is 15 (2008), 59 mi
Anm. 2.
8. Siehe dazu PEDRO BARCELÓ: «T ajan, Maxen ius und Cons an in. Ein Bei ag zu Deu ung des Jah es
312», in: Bo eas 14/15 (1991/1992), 146–156, hie 147 mi Anm. 7.
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eine eben solche Bo scha da s ell , is kaum e ns lich in Zwei el zu ziehen.9
Die poli ische Bo scha , die sich dem Be ach e e s in de Gesam schau de
Bild- und Skulp u ensp ache des Monumen es mi eil , läss sich au keine
eindimensionale Fo mel eduzie en. Sie wi d nu als Ganzes oll e s ändlich,
e s ech o dem Hin e g und de Ta sache, dass die genuin cons an inischen
Bilde we ke nich bloß du ch Spolien de P incipes des bea issimum saeculum
lankie we den, auch die Gesich szüge de gu en Kaise ließ Cons an in
eilweise zu seinen uma bei en.10 Neben denen Cons an ins we den jedoch
auch die Züge des Licinius in die Spolien eingea bei e , ein Beleg eilich
ü die bis da o noch gül igen P inzipien de He scha s eilung, wie sie auch
de numisma ische Be und zuläss .11 Hie nun zeig sich jedoch abe mals
die ambi alen e Bo scha des Cons an ins bogens. Neben de da ges ell en
conco dia beide Augus i beleg die Insch i au de A ika, dass de Sena
Cons an in be ei s ku z nach de Schlach gegen Maxen ius zum Maximus
Augus us e hoben ha und dami eine Range höhung gegenübe seinen
Mi egen en Licinius und Maximinus Daia einhe ging.12 Cons an ins
Kaise um, wie es sich au dem Bogen p äsen ie e, gehö e o mal noch zum
Sys em de Te a chie, doch ließ es auch an de he aus gehobenen S ellung
des Maximus Augus us keinen Zwei el. Das cons an inische Bild p og amm
des Bogens g iff nich nu das E be de Kaise des zwei en Jah hunde s au ,
sonde n es sugge ie e Kompa a i i ä . Diese eind ucks olle Bo scha wa
nich g undlos gewähl : Die Ta sache, dass Cons an in du ch seine konsequen e
Missach ung de du ch Diocle ian geschaffenen O dnung maßgeblich an de
E osion des Te a cha es be eilig wa – imme hin ha e seine Usu pa ion
und de en nach ägliche Ane kennung du ch Gale ius den P äzedenz all
ü die Selbs e hebung des Maxen ius geschaffen – sowie de Ums and, dass
Cons an in nich übe einen äuße en Feind, sonde n in einem Bü ge k ieg ex
sanguine Romano gesieg ha e, lassen eine Ein eihung in die Linie de gu en
Kaise des zwei en Jah hunde s du chaus sinn ällig e scheinen.13 T ajan,
9. Ein g oße Teil de E gebnisse zu denen MARION ROEHMER: De Bogen als S aa smonumen . Zu
poli ischen Bedeu ung de ömischen Eh enbögen des 1. Jhs. n. Ch .. München, 1997 gelang is , ha auch im
3. und 4. Jah hunde du chaus noch Rele anz; eilich mi Cons an in in ch is liche Hinsich umgedeu e .
10. PRÜCKNER, Kons an ins Bilde bogen, 60. Die ajanischen Elemen e inden sich in den beiden
Relie s am Haup du chgang, an den Schmalsei en des A ikageschosses und ebenso sind die ach de A ika
o ges ell en S a uen ajanische He kun , sie s ammen wah scheinlich aus dem Ho des T ajans o ums.
Die ach Tondi übe den beiden kleine en Du chgängen zu beiden Sei en des Haup du chganges sind
als had ianisch anzusp echen und die ach Relie s au de Vo de - und au de Rücksei e de A ika sind
Ma c Au el zuzuo dnen. Aussagen übe die He kun de beiden le z genann en Bildkomplexe lassen sich
ungleich schwe e effen, die ma c-au elischen Spolien s ammen wohl on einem e lo enem Eh enbogen,
ü den U sp ung de had ianischen Tondi gib es keinen Anhal spunk . Dazu: PRÜCKNER, Kons an ins
Bilde bogen, 60.
11. Man bedenke die Conco dia-Münzp ägungen ü beide Augus i im Os en und Wes en des Reiches,
namen lich in T ie , Ticinum, Aquleia, Nicomedia, An iochia und Si mium aus den Jah en 320–322. KOLB,
He sche ideologie, 61–62.
12. Zum Wo lau de Insch i siehe Anm. 5. Dazu: KOLB, He sche ideologie, 61.
13. Vo diesem Hin e g und is auch die cons an inische P opaganda zu e wähnen – allem o an die
des Eusebius – wonach die He scha des Maxen ius ü Rom nich nu ep essi , sonde n ga äuße s
blu ig gewesen sei. Beispiele inden sich bei Eus. his . eccl. 8, 14 und Eus. i a Cons . 1, 33–36, die das
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Had ian und Ma c Au el wu den Cons an in zu Ga an en und Idealen seines
Kaise ums.14 Ge ade dies mach die Besonde hei und die poli ische B isanz
des Bildschmuckes des a cus Cons an ini aus.15 De Bogen is die baulich
mani es e Fo m des cons an inischen Kaise ums und eine Regie ungs-
e klä ung, eben nich bloße Memo ia anlässlich des Sieges übe Maxen ius.
Schließlich e inne de epig a ische Be und – an den beiden Sei en des
Haup du chgangs inden sich die au T ajan bezogenen Te mini Libe a o i
U bis und Funda o i Qie is – du chaus an augus eische He sche ideologie,
man denke e wa an das Bildp og amm de A a pacis Augus ae ode die
Aussagen de Res Ges ae Di i Augus i e wa au dem Monumen um Ancy anum.16
Diese ü His o ike wie A chäologen bis heu e eiz ollen Ta sachen lassen
eine Be schä igung mi dem Bildschmuck des Bogens als lohnendes In e esse
e scheinen.
1. DIE CONSTANTINISCHEN FRIESE AN DER SÜDSEITE
De eiche Relie -, Medaillon- und Skulp u enschmuck des a cus Cons an ini
bes eh sowohl aus cons an inischen Elemen en, als auch aus Spolien des
2. Jah hunde s. Fü die o liegende Un e suchung on he ausgehobene
Bedeu ung is de his o ische Zyklus de cons an inischen Relie s, die sich
übe den Rundbögen um den gesam en Eh enbogen e s ecken. Diese F iese
ma kie en den K is allisa ionspunk alle inhal lichen Aussagen des Bogens; sie
sind nich nu Reges des Ok obe s 312, sie bilden das Fundamen kaise liche
Selbs da s ellung am Cons an insbogen.
Bild eines mo denden, e gewal igenden und un ähigen Ty annen en we en. Dieses Bild is e s du ch die
mode ne Fo schung als unzu effend zu ückgewiesen wo den. Bei Lac . mo . pe s. 26–28 inde sich soga
eine o sich ig-wohlwollende Besch eibung de He scha des Maxen ius. Zu his o ischen Eino dnung
de He scha des Maxen ius und zu Nega i -P opaganda siehe: EDMUND GROAG: «Maxen ius», in:
RE XIV, 2, S u ga 1930, 2417–2484. – Aus üh lich zu Cons an ins Usu pa ion am 25. Juli 306 siehe:
KOLB, He sche ideologie, 59–60. Auße dem: TIMOTHY BARNES: «Ch is en um und dynas ische Poli ik
(300–325) », in: F ancois Paschoud; Joachim Szida (H sg.), Usu pa ionen in de Spä an ike, in: His o ia-
Einzelsch i en 111, S u ga 1997, 99–109; KLAUS BRINGMANN: «Die kons an inische Wende. Zum
Ve häl nis on poli ische und eligiöse Mo i a ion», in: HZ 260 (1995), 21–47.
14. PRÜCKNER, Kons an ins Bilde bogen, 60.
15. Die Ta sache, dass es sich beim cons an inischen Feldzug gegen Maxen ius um einen T iumphzug
handel e und es dahe keinen „ech en“ T iumph geben konn e, beleg abe mals ein Hinweis au die Insch i
die on „a cus umphis insignem“ sp ich . Die Ve wendung des Plu als e klä sich, lies man die Insch i
als Ve weis au die G öße de gesam en Ta en Cons an ins, sie wa en ganz ein ach iumphal. Auch die
Be onung de „ius is a mis“ beweis das Bewuss sein ü die delika e Si ua ion. Dazu: PRÜCKNER, Kons an ins
Bilde bogen, 63 mi Anm. 15; JOSEPH ENGEMANN: «De Kons an insbogen», in: Alexande Demand , Jose
Engemann (H sg.): Kons an in de G oße. Impe a o Caesa Fla ius Cons an inus, Auss ellungska alog,
Mainz 2007, 85–89, hie 86. Dass die Kamp elie s nach No den, also zu de S ad abgewand en Sei e
zeigen, könn e de Ta sache geschulde sein, dass es sich um die Eh ung eine ic o ia ci ilis handel .
16. Zum cons an inischen Kaise kul siehe: JOHANNES KARAYANNOPULOS: «Kons an in de G oße und
de Kaise kul », in: ANTONIE WLOSOK (H sg.), Römische Kaise kul , WdF 372, Da ms ad 1978, 485–508.
– Zu A a Pacis siehe: ALEXANDER MLASOWSKY: A a Pacis. Ein S aa smonumen des Augus us au dem
Ma s eld, Mainz 2010. – Zum Monumen um Ancy anum siehe: EKKEHARD WEBER (H sg.): Res Ges ae Di i
Augus i. Meine Ta en, Düsseldo 2004.
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Die Geschich e de F iese läss sich nich ausnahmslos ekons uie en;
dazu pass de Quellenbe und, wonach sich selbs ü das Al e um
kein sch i liche Beleg inden läss .17 Wie seine Geschich e is auch de
T iumphbogen selbs nich gänzlich lückenlos. Ve an wo lich da ü
zeichnen die Me alldiebe des Mi elal e s und de Renaissance. Sie haben,
indem sie sich du ch die Quade wände an das Me all de Klamme n und
Dübel he ana bei e en, den Relie s zum Teil e heblichen Schaden zuge üg ,
soga ganze Blöcke wu den he aus geb ochen; 1597 wu de die Wegnahme
eine de ach F on säulen du ch Paps Clemens VIII. e anlass .18 Zudem
wa de Bogen meh ach in ande e Bau en in eg ie wo den, so dien e e
als Weh u m ü einen üh mi elal e lichen Kon en , ha als Kas ell de
F angipani he hal en müssen und gehö e im Spä mi elal e womöglich
zu einem nach ihm benann en Ki chen bau.19 In de F ühen Neuzei is es
o allem dem päps lichen Engagemen geschulde , dass de Bogen –du ch
mu willige Beschädigungen sowie na ü liche E osion be ei s s a k in
Mi leidenscha gezogen – ins and gese z und on E d eich be ei wu de.20
Fü die als cons an inisch gel enden F iese haben on Ge kan und L’O ange
de en einhei liche En s ehungszei und küns le ische Zusammengehö igkei
– auch o dem Hin e g und ab weichende handwe kliche Techniken und
Diffe enzen hinsich lich de küns le ischen Ma nie – schlüssig beleg .21 Es
wu de de Boh e zu Ges al ung de Obe läche ebenso e wand wie de
Meißel.22 Die F iese sind un e Maßgabe eines lei enden Küns le s on eine
We ks a e e ig wo den, e mu lich un e Zei d uck, denn eingedenk de
un e schiedliche S ile und dem gele gen lich un e igen Cha ak e de Da -
s ellungen läss sich eine pa allele Bea bei ung de Ma mo quade du ch
meh e e Bildhaue ablei en;23 wohl zu selben Zei ha ein Küns le inne halb
de Spolien-Relie s die Gesich szüge de Kaise zu denen Cons an ins und
Licinius‘ um gea bei e .24 Die küns le isch- echnische Va ia ion de F iese
dü e sich aus zwei Ta sachen he aus e klä en lassen: E s ens bes immen
17. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 1.
18. Ebd. 1–2.
19. Von de Ve bauung des Bogens zeugen heu e noch die in die Relie s gehauenen Lage ü Balken:
Ebd.
20. Im ausgehenden 15. Jah hunde – genaue im Jah 1498 – sind den Skulp u en scheinba wiede
die O iginalköp e au gese z wo den. Paps Paul III. so g e, anlässlich des iumphalen Einzuges Kaise
Ka ls V. im Jah e 1536, ü das Ab agen des E d eiches, um einen g oßen Teil de Säulenpos amen e
wiede eizulegen. 1570 wi d au Geheiß Paps Pius V. eine Ausbesse ung de Beschädigungen du ch
P lanzenbewuchs und Me all aub o genommen. Eine um assende Ins andse zung e olg e 1733 du ch
Clemens XII. An ang des 19. Jah hunde anden abe malig Res au a ionsa bei en im Obe geschoss des
Bogens s a und 1938 wu den anlässlich des Besuches Adol Hi le s wei e e Ins an se zungsa bei en
o genommen. Dazu: L’ORANGE, De Spä an ike Bildschmuck, 2–3.
21. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 34.
22. Ein Beispiel ü die enge Ve mischung beide Techniken lie e n de Ing essus- und de O a io-F ies:
Ebd. 34, 35.
23. Die e schiedenen A bei smanie en – eine g ob-na u alis ische sowie eine plas isch-äs he ische
Da s ellungsweise – äuße n sich beispielsweise in den Vic o ien de Obsidio und des P oelium, jedoch bei
gleichbleibendem handwe klichen Ausd uck. Dazu: L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 32.
24. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 33.
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die un e schiedlichen Themen de F iese ih e spezi ische Da s ellungs o m
und zwei ens müssen die F iese als We ke e schiedene Bildhaue eine
We ks a angesehen we den, da nich nu Gewandungen, Gesich s züge und
Ideal isu en au den e schiedenen F ies-Abschni en bisweilen as iden isch
da ges ell we den, sonde n auch die A bei s echniken de Schulung eine
We ks a zuzuo dnen sind.25 Als ebenso einhei lich wie die U hebe scha de
F iese ha de en En s ehung szei zu gel en; sie is iden isch mi de Bauzei des
Bogens: De Te minus pos quem is de 28. Ok obe 312, de Te minus an e
wi d du ch die Vo i insch i en de Vo a Solu a und Vo a Suscep a obe halb
de beiden Sei en du chgänge (No dsei e: o is X o is XX; Südsei e: sic X
sic XX) und de en Bezug au die 316 ans ehenden Decennalien Cons an ins
beleg , de en Feie n im Vo - und im Jubiläumsjah selbs s a inden konn en.26
Übe eins immend mi Cons an ins Rom-Au en hal om 21. Juli bis zum 27.
Sep embe 315, dem numisma ischen Be und mi de Angabe ad en us Augus i
ü dieses Jah und in Kenn nis des 25. Juli 306, als Cons an in in Ebo acum
zum Augus us e hoben wu de, läss sich de Weihe ag des Monumen es au
den 25. Juli 315 da ie en.27
Neben de handwe klich-ges al lichen Uni o mi ä de F iese bie e
sich auch de en inhal liche Zusammengehö igkei als Beleg ü die exklusi
cons an inische P o enienz an. De umlau ende F ies – sechs g oße sowie ie
kleine e Eck elie s – s ell einen zusammen hängenden Zyklus da ; seine Zählung
beginn au de wes lichen Schmalsei e und e läu dann nach ech s um den
gesam en Bogen he um. Die Szene ie au dem Cons an insbogen beginn
au de wes lichen Schmalsei e mi de P o ec io, dem Au b uch des Hee es,
zu e kennen an dem Du chsch ei en eines Bogens, noch ohne den Kaise .28
Au de Südsei e des Bogens olgen die Belage ung eine be es ig en S ad –
namen lich Ve onas (Obsidio Ve onae) – mi de deu lichen He o hebung
de Figu des Kaise s und die Schlach an de Mil ischen B ücke (P oelium
apud Tibe im), die sich eben alls du ch die Be onung des Kaise s auszeichne .
Da au olgend wi d au de ös lichen Schmalsei e de Ad en us des Siege s
in Rom da ges ell (Ing essus), wobei de Kaise au dem on eine Vic o ia
ge üh en Wagen du ch die Po a Flaminia äh . Schließlich komple ie en
zwei F iedensszenen – die Rede des Siege s im Akklama ionsges us au dem
25. Vgl. zum Beispiel die Ausa bei ung des Felsens im Relie zyklus, die sich in iden ische Fo m in den
als cons an inisch beleg en Bogenzwickeln wiede inden läss ; ebenso e häl es sich mi den Da s ellungen
de Flussgö e . Einen wei e en Beleg lie e die Be ach ung des cha ak e is ischen Fal enwu es de
Tuniken de Ho nbläse au den cons an inischen Kamp da s ellungen. Dazu: L’ORANGE, De spä an ike
Bildschmuck, 36–37.
26. Die F age nach de En s ehungszei und Einhei lichkei des Bogens kann mi L’ORANGE, De
spä an ike Bildschmuck, 4–51 als abgeschlossen gel en. Zu Rech s ell diese A bei bis heu e das
deu schsp achige S anda dwe k zum Cons an insbogen da .
27. Siehe z.B.: THEODORE VERN BUTTREY: «The Da es o he A ches o „Diocle ian“ and Cons an ine»,
in: His o ia 32 (1983), 375–377; ebenso: L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 33.
28. Auch au de T ajanssäule i de Kaise e s au dem Höhepunk de Handlungen au , bei de
Da s ellung des ge üs e en und au b echenden K iegszuges ehl e , wie au dem Cons an insbogen. Die
Benennung de F iese inne halb de o liegenden Un e suchung olg de e ablie en Te minologie.
112
POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
Fo um Romanum und das kaise liche Dona i (O a io und Libe ali as Augus i)
– au de No dsei e des Bogens die E zählung.29 Die Bewegung de Kamp - und
P ozessionsda s ellungen e läu , beginnend au de wes lichen Schmalsei e,
s e s on links nach ech s in P o ilansich . Dabei e inne die kon inuie liche
Da s ellungs o m an die Relie bände de Säulen des Ma c Au el und des
T ajan, de en bildliche Da s ellungen sich in eine o gese z en Spi ale bis
au den – wö lichen – Höhepunk en wickeln.30 Einzig die beiden F iese
an de No dsei e des Bogens, die O a io und die Libe ali as konzen ie en
sich in ih e nahezu bewegungslosen Symme ie in F on alansich au
die zen ale Figu des Kaise s; die Komposi ion un e lieg eine ande en
Da s ellungsabsich : Die impe a o ische Gewal des Kaise s – deu lich au
den beiden Schlach enszenen au de Südsei e des Bogens zu e kennen – i
anlässlich de Wiede he s ellung de s aa lichen O dnung in den Hin e g und;
die kaise liche Am s ach anlässlich de Ansp ache au dem Fo um und die
Ve eilung on Geschenken du ch den in die Toga gewande en Kaise sind die
deu lichs en Signale ü die eins allie e No mali ä . Zusammen assend kann
es gehal en we den, dass de Relie -Zyklus am Cons an insbogen au g und
seines Au baus als ypische Ve e e eines kon inuie lichen his o ischen
T iumphal elie s gel en kann.31
2. ZUR BESCHREIBUNG DES KAMPFES AUF DEM FRIES „OBSIDIO VERONAE“
Au de Südsei e des Bogens e s eck sich obe halb des linken
Sei endu chganges de e gleichsweise gu e hal ene F ies mi de Da s ellung
de Belage ung eine S ad übe eine Länge on 5,39 m mi den Sei ens ei en
und eine F ieshöhe on 0,92 m; die g öß e Relie ausladung be äg 0,15 m
[Abb. 1, 2, und 3].32 De Relie block mi seine obe en Rahmenleis e is aus
zwei Reihen übe einande geleg e Blöcke gehauen, die d ei un e en Blöcke
sind 0,56 m hoch, die Höhe de ie obe en Blöcke be äg 0,46 m. De
F ies wi d nach un en du ch ein Gesims de un e dem Relie be indlichen
Blockschich beg enz ; nach oben wölb sich de G und 0,04 m he o .33 Nach
29. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 37. – Im Hin e g und de O a ions-Szene inden sich die
Basilica Iulia, das Te a chenmonumen , sowie die Bögen des Sep imius-Se e us und des Ti us. De Kaise
si z , lankie on Si zs a uen des Ma c Au el und des Had ian.
30. MARTIN BECKMANN: «The ‘Columnae Coc(h)lides’ o T ajan and Ma cus Au elius», in: Phoenix
56 N . 3/4 (2002), 348–357; RITCHIE POGORZELSKI: Die T aianssäule in Rom. Dokumen a ion eines
K ieges in Fa be, Mainz 2012; MARK WILSON JONES: «One Hund ed Fee and a Spi al S ai . The P oblem
o Designing T ajan’s Column», in: Jou nal o Roman A chaeology 6 (1993), 23–38; MAX WEGNER: «Die
kuns geschich liche S ellung de Ma cussäule», in: Jah buch des Deu schen A chäologischen Ins i u s 46
(1931), 61–174.
31. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 41.
32. GERHARD KOEPPEL: «Die his o ischen Relie s de ömischen Kaise zei VII. De Bogen des
Sep imius Se e us, die Decennalienbasis und de Kons an insbogen», in: Bonne Jah büche 190 (1990),
1–64, hie 43; L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 60; Abb. 10.
33. KOEPPEL, Die his o ischen Relie s, 43.
113
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
oben und nach ech s wi d die Relie schich on einem Ka nies beg enz ,
wobei die Figu a ion bisweilen den Relie and übe lage , so de Lo bee baum
au de linken und die S ad maue au de ech en Sei e. Au de linken Sei e
is de Rahmen zudem as gänzlich weggeb ochen.34 De G und des Relie s
34. KOEPPEL, Die his o ischen Relie s, 60.
Abb. 1. Rom, Cons an insbogen, Gesam ansich , aus: ANTONIO GIULIANO: A co di
Cons an ino, Mailand 1955, Abb. 1
Abb. 2. Rom, Cons an insbogen, Schlach en ies obe halb des linken Sei endu chganges an de
südlichen Schmalsei e, Obsidio Ve onae, aus: EMANUEL MAYER: Rom is do , wo de Kaise
is . Un e suchungen zu den S aa sdenkmäle n des dezen alisie en Reiches on Diocle ian bis
zu Theodosius II., Mainz 2002. Ta . 38–2
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
die Wei e des Schlach eldes im Blick; die B auen olgen in ih e Kon u dem
unden Lid.54 Die Haa e de im Vo de g und da ges ell en Spee äge sind
du ch ih e Helme e deck ; die Haa ach de P o ec o es eich ie in die
S i n und wi d du ch pa allele Linien angedeu e ; das Haa des bogen agenden
Sonde ypus zeichne sich du ch spi alig au agende Einzellocken aus.55
Die allesam ba losen Gesich e de Solda en igu en sind wenig scha
gezeichne und un e scheiden sich kaum in ih e Indi iduali ä ; ein e hnische
Un e schied zwischen Spee äge n und Bogenschü zen dü e jedoch auch
in den wenige deu lich p o ilie en Gesich szügen de Bogenschü zen
angedeu e sein. Wie die nahezu ausd uckslosen Züge de Köp e wi ken
auch die Kö pe wenig dynamisch und ih e Bewegungen scheinen ehe eine
mechanis ischen O dnung zu olgen als einem d ama isch-indi idualis ischen
Bewegungsablau ; die Solda en igu en e schwimmen in ih e Gesam hei
zu einem monoli hischen nach ech s gewand en Bewegungs appa a . Ein
nach ech s eilende Ang ei e bes imm das Geschehen o den Maue n de
belage en S ad und lie e die zwei e Kamp da s ellung des F ieses [Abb. 7]:
Abe mals handel es sich um einen Offizie de Co nu i mi Muskelpanze , de
bis au seine ged ungene Ges al de Rüs ung, Kleidung und Bewaffnung des
Offizie s ech s o de Kaise igu en sp ich .56 E is de einzige Ang ei e ,
de in de ech en Bildhäl e da ges ell wi d. De Co nu us p esch eilig in
54. L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 53, 60.
55. Zu Typisie ung de Solda en igu en s. u.
56. KOEPPEL, Die his o ischen Relie s, 46.
Abb. 9. Rom, Cons an insbogen, Relie , De ail Sagi a ii, P oelium apud Tibe im, aus:
MICHAEL PFANNER: Vom lau enden Boh e bis zum boh losen S il. Übe legungen zu
Boh echnik in de An ike, in: A chäologische Anzeige 1988, Abb. 10
121
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
Rich ung des ech en Bild andes, den Schild zum Schu z seine Flanke gegen
die Ang iffe du ch die Belage en in de e hobenen linken Hand hal end, ass
e mi de ech en den Spee .57 Die g oße Nähe zu den Feinden und wei e
En e nung zu den eigenen T uppen un e s eich die Dynamik de Si ua ion
und lie e in gewisse Weise eine P omachie.
Den zwei en Abschni des F ieses, de das ech e D i el des Relie s
ausmach , bilde die Da s ellung de in eine S ad eingeschlossenen neun nach
links bzw. nach o n-un en gewand en Ve eidige [Abb. 2]; eine on ihnen
s ü z unmi elba hin e dem o de s en Tu m kop übe on de S ad maue .
Die belage e S ad eich om Zen um des haup sächlichen Kamp geschehens
bis hin zum ech en Rand, au den die Maue übe g ei . Die b us weh - und
zinnenlose Maue bes eh – mi Ausnahme des o de s en Maue elemen es –
aus egelmäßig geschich e en Quade n. Insgesam sind ün zweigeschossige
he o s ehende Tü me zu e kennen, die eben alls die Quade s uk u de
Maue au weisen.58 Die Tü me e ügen übe ein bis zwei Fens e öffnungen,
en wede obe - ode obe - und un e halb des Gesimses, und haben Zinnen
au de höchs en Ebene. Die in de obe en Bildebene da ges ell en Ve eidige
agen die no male Kleidung, wobei nu die langä meligen Tunicae und de en
Gü ung zu e kennen sind, un e halb des Beckens e deck die Maue den Res
des Beines; alle agen das mi eine Fibel au de ech en Schul e geschlossenen
Sagum [Abb. 7].59 Zudem agen die ach au de Maue be indlichen Ve eidige
den Rundschild mi Umbo. Die Kleidung des s ü zenden Ve eidige s bes eh
aus eine langä meligen gegü e en Tunica, de B acae und lachen Schuhen;
als einzige is e unbewaffne .60 Alle ande en Ve eidige agen Helme und
Rundschilde mi Mi elbuckel; sie agen als Waffe en wede die Lanze de
den S ein in de ech e Hand. Besonde s die Fo m de Helme un e scheide
sie on den T uppen de Ang ei e ; es läss sich kein einhei liches Mus e
e kennen: De Helm de e s en beiden Ve eidige ha einen wei abs ehenden
Nackenschu z mi Wangenklappen und einen S i nbügel. De Helm de e s en
Figu on links is mi einem ku zen Schei elbusch e sehen, de Helm de
sieb en Figu on links zeichne sich du ch eine Schei elleis e om S i n- bis
zum Nacken schu z aus. Die Helme de üb igen Ve eidige sind mi einem
langen und hohen Helm busch geschmück .61
Auffällig is , dass die Ve eidige nich in de Uni o mi ä de ang ei enden
T uppen agie en [Abb. 7]. Ih e Ang iffe scheinen nich geo dne , da sie
e mein lich willkü lich mi S einen ode Spee en zum Wu anse zen,
wäh end die Waffenga ungen de Ang ei e sich ehe in zwei Reihen o dnen:
Die Bogenschü zen in de obe en, die spee we enden Co nu i in de un e en
57. Ebd.
58. Au die bei Teilen de Maue und de Tü me ehlende Quade s uk u als Zeichen de Un e igkei
wu de be ei s hingewiesen.
59. KOEPPEL, Die his o ischen Relie s, 46.
60. Ebd.
61. KOEPPEL, Die his o ischen Relie s, 46.
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
Reihe.62 Auch wi ken die T uppen wenige o ganisie ; einzig de auffallende
Helmschmuck und de Man el des zwei en Solda en on ech s könn en
mögliche weise ü die Anwesenhei eines Offizie s un e den Ve eidige n
sp echen. Un e den Ang ei e n dagegen sind zwei Offizie e und die mäch ige
Ges al des kaise lichen Be ehlshabe s auszumachen. Die Ang iffe de e s en
ie Ve eidige ich en sich au die Haup masse de ang ei enden T uppen,
wobei de nach ech s eilende Co nu us die Ang iffe de hin e en Ve eidige
au sich zieh ; einzig de Ve eidige des ech en Randes schein nich in das
Kamp geschehen e wickel zu sein. E s eh in wa ende Hal ung, und sein
Spee ag als einzige nich in Rich ung de Ang ei e , sonde n nach links oben.
Die Besch eibung des F ieses abschließend sei da au hingewiesen, dass die
bei eine Belage ung zu e wa ende Belage ungs echnik au dem F ies gänzlich
ehl . Au dem Sep imius-Se e us Bogen dagegen wi d bei de Da s ellung de
Belage ung eine S ad ein Rammbock (A ies) da ges ell .63 Auch zu Klä ung
de F age, wa um dies bei de obsidio des Cons an insbogens nich de Fall is ,
wolle die olgenden Aus üh ungen bei agen.
3. ZUR DEUTUNG DER KAMPFDARSTELLUNGEN AUF DEM OBSIDIO-FRIES
Als Cons an ius Chlo us am 25. Juli 306 in Ebo acum s a b, e hoben dessen
alamannische Auxilien seinen Sohn noch am selben Tag zum Augus us. Die
dynas isch mo i ie e Usu pa ion Fla ius Vale ius Cons an inus‘ ha e mi de
u sp ünglich on Diocle ian ins allie en Nach olge egelung de Te a chie
geb ochen; wiede exe ci us impe a o em eci .64 Die Ta sache, dass de Fla ie
dennoch, wenn auch nu als Caesa des ech mäßigen Augus us Se e us,
ane kann wu de, s ell e einen en scheidenden P äzedenz all und einen
wich igen Fak o zu E osion des diocle ianischen Te a cha es da : Maxen ius
– de Sohn des senio Augus us Maximianus He culius – e such e gleiches,
e uh jedoch keine Legi ima ion du ch die am ie enden Kaise .65 Kaum ein
Jah nach Diocle ians Abdika ion e gaben sich eine ganze Reihe hand es e
Auseinande se zungen, an de en Ende ein ausgedehn e Bü ge k ieg s and –
allein im Jah 310 beansp uch en sieben Augus i die Kaise wü de.66 Als eine
62. Die einzige Ausnahme s ell de Spee äge obe halb des Offizie s da .
63. Zu Da s ellung on Belage ungs echnik au dem Bogen des Sep imius-Se e us siehe: KOEPPEL, Die
his o ischen Relie s, 21 mi Abb. 3.
64. Epi ome de Caesa ibus 41, 2–3: „Cons an inus, Cons an ii impe a o is e Helenae ilius, impe a i
annos igin a. Hic dum in enculus a Gale io in u be Roma eligionis specie obses ene e u , ugam a ipiens
a que ad us andos insequen es publica iumen a, quaqua i e ege a , in e eci e ad pa em in B i anniam
pe eni ; e o e iisdem diebus ibidem Cons an ium pa en em a a ul ima pe u geban . Quo mo uo
cunc is, qui ade an , anni en ibus, sed p aecipue C oco, Alamanno um ege, auxilii g a ia Cons an ium
comi a o impe ium capi .“
65. Lac . mo . pe s. 26; 44, 4. ALEXANDER DEMANDT: Geschich e de Spä an ike. Das ömische Reich
on Diocle ian bis Cons an in 284–556 n. Ch ., München 1998, 34–35.
66. Maxen ius behe sch e Rom, Alexande A ica, Maximinus Daia Sy ien, Gale ius Th akien, Licinius
Pannonien und Cons an in und sein Schwiege a e Maximian he sch en übe Gallien.
123
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
E appe dieses bellum ci ile is de cons an inische Feldzug gegen Maxen ius zu
sehen; Cons an in s eb e nach de Allein he scha im Wes en des Reiches.67
Im Mä z ode Ap il 312 übe que e Cons an in mi seinen kamp e p ob en
Ve bänden aus de Gallia die Alpen beim heu igen Mon Genè e und iel in
Obe i alien ein.68 Dabei handel e es sich um die in den ge manischen P o inzen
ek u ie en T uppen, e gänz um b i annische und nach dem Anschluss
Hispaniens zu seinem He scha s be eich 309 auch ibe ische Solda en, on
denen jedoch ein G oß eil zu Siche ung de nach wie o un uhigen G enzen
B i anniens und Ge maniens zu ückblieb.69 Dass Cons an in sein Hee in den
zu ückliegenden Jah en e s ä k ha e, beleg de Hinweis Zosimos‘, dass
de Augus us „K iegs ge angene“ aus den Ge manenk iegen zu Ve s ä kung
seine A mee he anzog.70 Insgesam is die Zahl on 20–25.000 Solda en au
de Sei e des Fla ie s du chaus ealis isch; o allem ge manische Einhei en
wie die Co nu i bilde en den schlagk ä igen Ke n des Hee es.71
Dass Cons an in siegen wü de, wa keineswegs gewiss, die S äd e
Obe i aliens wa en du ch Maxen ius gu be es ig wo den und zahl eiche
T uppen s anden ihm zu Ve ügung.72 Zudem wa en be ei s die Augus i
Se e us und Gale ius bei dem Ve such geschei e , Maxen ius die He scha
übe I alien mi Gewal zu nehmen.73 Die Zahlenangaben de Ιστορία Νέα
Zosimos‘, wonach Cons an in e wa 100.000 Mann und Maxen ius soga die
doppel e Menge an T uppen ins Feld üh en konn en, sind, wie üblich bei
an iken Quellen, übe zogen;74 selbs de übe eibende Panegy icus des
Jah es 313 äum Maxen ius die Be ehlsgewal übe nich meh als 100.000
Solda en ein.75 Die S ei k ä e des Maxen ius bes anden zunächs aus de
P ä o iane ga de, den coho es u banae, de Rei e uppe de equi es singula es
Augus i sowie mögliche weise de Legio II Pa hica, insgesam also unge äh
23.000 Mann.76 Zu addie en wä en auße dem die T uppen des Se e us, die
nach dessen Niede lage zu Maxen ius übe ge e en wa en, hie bei handel e
es sich in e wa um 15.000 Solda en; un e ihnen auch a ikanische Auxilia.77
67. HARTWIN BRANDT: Kons an in de G oße. De e s e ch is liche Kaise . Eine Biog aphie, München
2006, 43.
68. Zos. his . 15, 1–2. Dazu: DEMANDT, Spä an ike, 39; OTTO SCHMITT: Cons an in de G oße. Leben
und He scha , S u ga 2007, 144.
69. DEMANDT, Spä an ike, 38.
70. Zos. his . 15, 1: „Ο δε Κωνσταντινος και προτερον υποπτος προς αυτον εγων, τοτε μαλλον εις την και
αυτου παρασκεθαζετο μαχην.“
71. SCHMITT, Leben und He scha , 141.
72. Paneg. La . 12 3, 3: „Vix enim qua a pa e exe ci us con a cen um milia a ma o um his ium Alpes
ansg essus es, […]“; 12 , 5, 2: „Tu e o e iam mino ibus copiis bellum mul o maius agg essus es, an o
scilice p op ia ua i u e po io quan o ille nume o ins uc io .“
73. Paneg. La . 12 3, 4: „Duxe a magnum Se e us exe ci um, e hos em suum pe idia dese us
a ma e a ; maio es pos ea copias Maximianus admo e a , e ipse ans ugis ci cumcisus ideba u p ospe e
e ugisse. Ipse denique qui pa e illius c edeba u discissam ab ume is pu pu am de ahe e cona us sense a
in illud dedecus sua a a ansisse.“
74. Zos. his . 15, 1–2; dazu: SCHMITT, Leben und He scha , 140–141.
75. Paneg. La . 12, 3, 3.
76. SCHMITT, Leben und He scha , 141.
77. Ebd.
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Neben de nume ischen Un e legenhei Cons an ins is noch de
Ums and in Be ach zu ziehen, dass die Ve so gung seine g oßen A mee au
i alischem Boden du chaus nich ein ach zu bewe ks elligen wa , dies ha e
be ei s de geschei e e I alien eldzug des Gale ius offenba .78 T o z seine
zahlenmäßigen Übe legenhei muss e de Schwiege a e des Maxen ius
seine Belage ung Roms auch wegen de schwie igen Ve so gungslage
au geben und un e ich e e Dinge abziehen.79 Dies bes imm e auch die
S a egie Cons an ins: Woll e e Rom e obe n, muss e e schnell und agg essi
o gehen – Maxen ius dagegen konn e abwa en, seine T uppen bese z en
die gu p o ian ie en und be es ig en S äd e No di aliens und schließlich
auch Rom. Dies wa die mili ä ische Ausgangslage zu Beginn de Kämp e
zwischen Cons an in und Maxen ius, de en E olg ü den Fla ie die F iese
des Cons an insbogens dokumen ie en.
Die Ta sache, dass au dem Bogen nu zwei unmi elba e Kamp da s ellungen
zu inden sind, lassen e mu en, dass es sich dabei um die zwei zen alen
Episoden aus Cons an ins I alien-Feldzug handeln dü e. Die Schlach an
de Mil ischen B ücke au dem Bogen da zus ellen, e gab sich aus ih em
En scheidungscha ak e , sie bo den eigen lichen Anlass zu E ich ung
des Eh enmonumen es.80 Da übe hinaus is anzunehmen, dass es sich bei
de zwei en Da s ellung, de Belage ung eine S ad , um den Kamp o
den Maue n Ve onas handeln dü e, denn de Sieg in Ve ona s ell e eine
s a egisch wich ige E appe da . Ta sächlich wa die Belage ung Ve onas nich
das e s e Au einande effen de Kon ahen en: Be ei s in Segusio (Susa) und
Augus a Tau ino um (Tu in) ha e Cons an in sich gegen seinen Kon ahen en
du chse zen können und ku ze Zei spä e Mailand dem Siege be ei willig
seine To e geöffne . Dami wa die e s e E appe des cons an inischen Feldzuges
abgeschlossen; Cons an in ha e sich in Obe i alien e olg eich e ablie .81
Abe e s nach de e olg eichen Einnahme Ve onas wa de Weg nach Rom
ei.82 Die S ad an de E sch (A hesis) wa on Maxen ius mi eine g oßen
Ga nison beleg wo den, be ehlig on dem ähigen p ae ec us p ae o io
Ru icius Pompeianus.83 Ein eindlich bese z es Ve ona hä e jedoch ü die
Flanken des cons an inischen Hee eszuges bei einem Vo s oß Rich ung Süden
78. SCHMITT, Leben und He scha , 144.
79. RICHARD KLEIN: «Gale ius. 305–311», in: Man ed Clauss (H sg.): Die ömischen Kaise . 55 Po ai s
on Caesa bis Ius inian, München 2005, 276–282, hie 279.
80. Siehe dazu wei e oben.
81. SCHMITT, Leben und He scha , 146.
82. Paneg. La . 12, 5, 4–6: „P oba i hoc p ima obs ina io eo um qui, sub ipsis Alpium iugis
muni issimum lice mu o ac si u enen es oppidum, ausi ue un e imminen e esis e e ac po as claude e;
non c eden es illi quidem, u audio, ipsum e adesse […]; Lue un igigu ilico demen iae suae poenas, cum
obla am sibi a clemen ia ua eniam ecusassen . Neque enim allo ossaque obsessio inchoa a es , nec
cuiniculis agendis nec machinis admo enis nec incu iendo a ie e emp a i quassa ique sun mu i, sed s a im
iniec ae aces po is, scalae p opugnaculis, nec solum undis eminus elisque missilibus sed has is gladiis. I a
es simul coep a e pa a a, iunc usque ebellibus ui conaa us e exi us.“ Fü die Besch eibung de offenen
Feldschlach um Augus a Tau ino um siehe: Paneg. La . 12 6, 2–5. Dazu: DEMANDT, Spä an ike, 39.
83. BRANDT, Kons an in de G oße, 43.
125
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
eine e hebliche Bed ohung da ges ell ; on de wich igen Ve so gungs age
und dem d ohenden Ab iss de Ve bindungen in die Gallia ganz abgesehen.
Cons an in muss e Ve ona e obe n, woll e e nach Rom ziehen. Im Augus des
Jah es 312 kam es nach einigen Vo geplänkeln zu Schlach um Ve ona, de en
Ve lau uns de Panegy icus aus dem Jah 313 wie olg schilde :
„Doch es wu de ja jenes leidgep ü e Ve ona, das schon o lange Zei besudel
wo den wa om Blu des Bü ge k iegs, om g öß en Hee de Feinde bese z
gehal en, den en schlossens en Füh e n und einem höchs ha näckigen
P ä ek en, offensich lich, dami die S äd e, die Cn. Pompeius eins als Kolonie
geg ünde ha e, Pompeianus de Ve nich ung p eisgeben konn e.[…] Denn
jene E sch, s a end o Felsen, an S udeln und an Wi beln eich und wild
in unges ümem Lau , mach e einen S u mang iff unmöglich und e lieh dem
ganzen Land dahin e gegen das Vo d ingen on T uppen Siche hei und Schu z.
Dass dies dem Feind o zdem länge is ig keinen Nu zen b ach e, is deine
Vo ausplanung zu e danken: denn an wei e obe halb gelegenen S ellen, wo
die S ömung des Flusses san e wa und die Feinde keine lei A gwohn heg en,
has du einen Teil des Hee es übe se zen lassen und in e doppel e Ge ah
die on de Blockade ingsum Eingeschlossenen gezwungen, die Hoffnung
au einen Au schub p eiszugeben und ih Glück im Kamp zu e p oben;
und alle, die den Ve such eines Ausb uchs un e nommen ha en, has du in
solch ein Geme zel e s ick , dass de Füh e selbs [Rau icius Pompeianus,
d.A.] mi einem Teil seine T uppen die S ad e lassen ha , um Hil s uppen
he beizuschaffen […] um mi g öße e Beglei mannscha in seine Niede lage
un e zugehen. Ge ade in diese Si ua ion wu den, Impe a o , deine So ge und
zugleich die G öße deines Mu es besonde s deu lich sich ba , da du gegen jene
bei seine Rückkeh liebe mi einem kleine en Hee kämp en als die Belage ung
un e b echen woll es , um nich den Eingeschlossenen Gelegenhei zu bie en,
A em zu schöp en ode die Fluch zu e g ei en ode deine Solda en im Rücken
zu bed ohen. Und zunächs ha es du ja, wie ich hö e, die Schlach eihe in
doppel e Linie au ges ell ; bald da au , als du die Zahl de Feinde o di
sahes , has du den Be ehl e eil , die Reihen soll en sogleich in F on s ellung
auseinande e en und die Waffenmach in b ei e e Linie ausgedehn we den
– dabei has du na ü lich den Mu all deine Leu e nach deinem eigenen
bemessen und wa s übe zeug , eine noch so übe legene Masse könne dann
du ch den Ans u m auch eine ela i ge ingen Zahl ze schlagen we den.“84
Mi den Wo en cons an inische P opaganda be ich e de unbekann e
Panegy ike on de Ausgangssi ua ion, wonach Ve ona on eine s a ken
Ga nison de T uppen des Maxen ius – ge üh on dem P ä o iane p ä ek en
Pompeianus – gehal en wu de.85 Fü den cons an inischen Feldzug gegen
Maxen ius kam Ve ona nich nu eine s a egisch äuße s hohe Bedeu samkei
84. Paneg. La . 12 8, 1 – 9, 1, (Übe s. Mülle -Re ig).
85. Zum Panegy icus des Jah es 313 siehe: BRIGITTE MÜLLER-RETTIG: Panegy ici La ini. Lob eden au
ömische Kaise . Bd. I. Von Diokle ian bis Cons an in, (=Mülle -Re ig Übe s. u. Komm.), Da ms ad 2008,
267–275.
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
zu, lag sie doch an wich igen No d-Süd- und Os -Wes -Ve bindungen,
namen lich de Via Gallica, de Via Claudia Augus a und de Via Pos umia.86
Auch de Ums and, dass sich die wich igen S äd e Auquileia und Mu ina
(Modena) nach dem Sieg in Ve ona sam ih en Ga nisonen Cons an in
un e wa en, wa ückblickend on eno me Wich igkei ü den e olg eichen
Vo ma sch au Rom.87
Wie oben be ei s ausge üh , zeig de F ies zwei Kamp da s ellungen:
Den Ans u m de Haup a mee au die S ad , sowie den schnellen Vo s oß
eines Vo ab -De achemen s – au dem F ies du ch den nach ech s eilenden
Co nu us da ges ell – übe die E sch und das dami e bundene ak isch
wich ige Schließen des Belage ungs inges.88 Da in ügen sich die Aussagen
des Panegy ike s, de on de Unmöglichkei be ich e , die du ch den Fluss
gedeck e S ad im S u m zu nehmen, weshalb sich Cons an in en schieden habe,
den Belage ungs ing um die S ad auch übe die E sch hinweg zu schließen,
um Ve ona on Nachschub und Ve s ä kungen abzuschneiden. Dies Vo gehen
e wies sich jedoch als seh schwie ig, denn bis wei nach No den muss en
die Um assungs uppen o s oßen, ehe sie die S ad übe die E sch hinweg
auch on No den und Os en ab iegeln konn en.89 Zudem sp ich die Quelle
auch on de Schlach eihe in doppel e Linie, die sich eben alls seh deu lich
au dem F ies wiede inden läss . Die Ta sache, dass die Haup -Kamp linie
des F ieses bis au wenige Sch i e o die Maue n Ve onas ge agen wu de,
sowie de Ums and, dass die Co nu i ge ade zum Wu ih e Spee e au die
Ve eidige anse zen, beleg , dass es sich um einen di ek en Ang iff au Ve ona
handel e. Da in üg sich auch de Ums and, dass die Ve eidige eben alls ih e
Fe nkamp waffen einse zen. Soga mi S einen e suchen sie, die Ang ei e
abzuweh en, die En e nung zu den Feinden schein denkba ge ing, handel
es sich bei diese A des Einsa zes um keine Waffen ü eine g öße e Dis anz.90
Eine de Ve eidige s ü z e mein lich ge offen on de Maue he ab, auch
dies beleg , dass es sich um einen zen alen Momen de Schlach handel .
86. SCHMITT, Leben und He scha , 138–140.
87. Paneg. La . 12 11, 1. – Die Ki chengeschich e des Eusebius s ell den cons an inischen Feldzug wie
olg da : Eus. his . eccl. 9: „Kons an in, de Obe s e im Reiche an Wü de und Rang, ha e Mi leid mi den
bed ück en Einwohne n Roms. Nachdem e Go , de im Himmel is , und sein Wo , den E löse alle , Jesus
Ch is us, im Gebe e zu Hil e ge u en, ück e e mi de ganzen S ei mach o , um den Röme n die on den
Ahnen e e b e F eihei wiede zugeben, Maxen ius, de meh au Zaube küns e als au die eue Gesinnung
seine Un e anen bau e, wag e es nich , auch nu den Fuß o die To e de Haup s ad zu se zen. Au
jeden Pla z und in jeden Flecken und jede S ad , die im Umk eis on Rom und in ganz I alien on ihm
un e joch wa en, ha e e eine ungezähl e Menge on Schwe bewaffne en und unendliche Ab eilungen on
Legionä en geleg . Im Ve auen au den gö lichen Beis and g iff de Kaise [Kons an in, d. A.] die e s e,
zwei e und d i e S ellung des Ty annen an, die e alle spielend nahm, ma schie e wei e im Inne en I aliens
o und kam bis in die Nähe Roms. Um Kons an in den Kamp mi den Röme n, de ihm des Ty annen
wegen be o s and, zu e spa en, zog Go selbe den Ty annen wie an Ke en wei aus den To en de S ad
he aus.“ Zi ie nach: EUSEBIUS. Ausgewähl e Sch i en Band II: Ki chengeschich e, (= Übe s. Philip Häuse ),
Biblio hek de Ki chen ä e , 2. Reihe, Band 1, München 1932, 422–423.
88. De Maue ing Ve onas e s eck e sich übe beide U e de E sch. Dazu: L’ORANGE, De spä an ike
Bildschmuck, 65 mi Anm. 2.
89. SCHMITT, Leben und He scha , 147.
90. Ande s e hiel e es sich mi Schleude e n, die jedoch au dem F ies nich da ges ell we den.
127
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
Auch die au dem F ies da ges ell en T uppen sind mi Hil e des Panegy icus
his o isch kon ex ualisie ba : Fü die Besonde hei de in de obe en Reihe
da ges ell en Bogenschü zen lie e uns de Panegy icus olgende E klä ung:
Es handel sich um mau ische Auxilia, die im Vo eld de Schlach um Ve ona
zu Cons an in gewechsel ha en.91 Diese a ikanischen T uppen wa en eins
mi Se e us, de auch He übe die Diözese A ica wa , im Jah 307 gegen
Maxen ius gezogen, doch wa en sie anschließend zu Maxen ius übe gelau en;
nun ha en sie sich Cons an in angeschlossen.92 Vo dem Hin e g und des
p o inzial ömischen Cha ak e s des cons an inischen Hee es wi d auch die
He kun de Co nu i e klä : De besonde e Helm schmuck diese Einhei en
beleg ih e gallische He kun ; Cons an ins T uppen ek u ie en sich aus
ge manischen, gallischen und b i annischen S ämmen.93 Ih e he ausgehobene
Bedeu ung au dem Obsidio-F ies wi d du ch ih e Posi ionie ung an den
en scheidenden S ellen des Kamp geschehens e eich . Diese Si ua ion bilde
den Ke n de Da s ellung de Belage ung Ve onas au dem Cons an insbogen.
An diese S elle jedoch geh die sch i liche Quelle noch übe die Aussagen
des F ieses hinaus: Sie un e s eich den E olg de cons an inischen Tak ik,
„ha die Belage ung du ch [Cons an in, d. A.] sie doch wenige in Bed ängnis
geb ach als de in e ne D uck sei ens de Spießgesellen!“94 De geschlossene
Belage ungs ing um Ve ona beding e, dass die Ga nison einen Aus all machen
muss e, um nich aus Mangel an Ve so gung und Nachschub die Hohei
übe die S ad zu e lie en; dabei sei es zu schwe en Kämp en gekommen.95
Anscheinend gelang es Pompeianus mi einem massie en Aus all den
Belage ungs ing zu du chb echen und En sa z uppen he an zu üh en,
wäh end die cons an inischen T uppen Ve ona wei e hin belage en.96 Die on
Pompeianus he ange üh e Ve s ä kung konn en du ch die cons an inischen
T uppen abgeweh we den und de P ä o iane p ä ek Pompeianus e lo
Schlach und Leben; Ve ona e gab sich dem sieg eichen Cons an in.97 Zudem
öffne en Auquileia und Mu ina (Modena) dem Fla ie ih e To e, dami wa
91. De Panegy ike be ich e uns in Paneg. La . 12 7, 1–4 om Übe i iele wich ige S äd e zu
Cons an in: „Quid ibi aliud spe a e po uis i, miles in elix, u pissimo illi unc de o e p odigio? Iam enim
non insul o sed doleo. Cons an ium u an um snguinis unde e coegis i, cui, quia salu em es am a obis
impe a e non licui , paene displicui ipsa ic o ia. A non Tau ina ibus neque ce e is I aliae ci i a ibus
idem animus ui , qui e, impe a o , exsul an es gaudio ce a im ad se oca e un . Missae ab omnibus
lega iones, obla i undique commea us, u appa e e quam diu deside assen cui se am p omp e bello adhuc
es an e commi e en .“ Alle Wah scheinlichkei nach e olg e de Übe i de mau ischen Auxilia nach
de Übe gabe Augus a Tau ino ums ode Mediolanums an Cons an in.
92. Paneg. La . 12 7, 1. Dazu: L’ORANGE, De spä an ike Bildschmuck, 50
93. Zos. his . 15, 1–2: „Ο δε Κωνσταντινος και προτερον υποπτος προς αυτον εγων, τοτε μαλλον εις
την και αυτου παρασκεθαζετο μαχην; και συναγαγον δυναμεις εκ τε ων ετυχεν εχων δορικτητων βαρβαρων
και Γερμανων και των αλλων Κελτικων εθνων, και τους απο της βρεταννιας συνειλεγμενους, εις εννεα
που μυπιαδας τεζων απαντας και οκτακισχιλιους ιππεας, ηλαυνεν εκ των Αλπεων επι την Ιταλιαν, τας
μην προσαγουσας εαυτας εκεχειρια πολεις αβλαβεις αφιεις, τας δε ες οπλα ιουσας καταστπεφομενος.
[He o hebung d. A.]“
94. Paneg. La . 12 8, 2, (Übe s. Mülle -Re ig).
95. SCHMITT, Leben und He scha , 148.
96. Ebd.
97. Ebd.
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
ganz I alien nö dlich des Po in seine Hand.98 Doch bei genaue e Be ach ung
e gib sich ein beme kenswe e Un e schied zwischen Bild- und Tex quelle,
de ü die o liegende Un e suchung on höchs em In e esse is , und zwa bei
de F age, wie sich die sch i lichen Belege zu de Da s ellung de Kaise igu
au dem Obsidio-F ies e hal en: Von einem dem Kamp geschehen en ück em
Kaise jeden alls weiß de Panegy icus nich s zu be ich en:
„Bald da au [nach dem Ein effen de Ve s ä kungen ü Pompeianus, d.A.],
als du die Zahl de Feinde o di sahes , has du den Be ehl e eil , die Reihen
soll en sogleich in F on s ellung auseinande e en und die Waffenmach
in b ei e e Linie ausgedehn we den […] Du ha es alle Dinge im Vo aus
bedach , die Gesam ein eilung o genommen, die Au gaben des obe s en
Be ehlshabe s e üll : Wa um has du selbs gekämp ? Wa um dich un e
die dich es en Hau en de Feinde gemisch ? Wa um das Wohl des S aa es in
so g oße Ge ah en geb ach ? Ode glaubs du, wi wüss en nich , dass du, als
dich allzu eu ige Leidenscha dahin iss, mi en un e die Waffen de Feinde
ge a en bis , und wenn du di nich du ch Mo d und Geme zel einen Weg
e öffne hä es , Hoffnung und Wünsche des gesam en Menschengeschlech es
be ogen hä es ?“99
Cons an in g iff pesönlich in die Schlach ein und Pompeianus a au
seine Sei e das gleiche.100 Im Be ich des Panegy ike s is dies de d ama ische
Höhepunk des Kamp es um Ve ona, wenn de Kaise selbs an o de s e
F on gegen seine Feinde kämp , wäh end die Kaise igu des Obidio-F ieses
wede in de e s en Reihe zu inden is , noch sein Schwe ass , geschweige
denn Feindbe üh ung ha . Einen deu lichen Beleg ü den ch onologischen
Un e schied zwischen de au dem F ies und de sch i lich Fixie en Szene ie
des Kamp es um Ve ona kann beispielsweise anhand de T uppen o ma ion
nach ollzogen we den. Sind die Ang ei e de Obsidio noch in de besag en
Doppel eihe ges affel , sch eib de Lob edne on de Au lösung diese
Fo ma ion zuguns en eine b ei au ges ell en F on in E wa ung des
Gegenang iffes de e s ä k en T uppen des Pompeianus bzw. des Maxen ius.
Dabei können wi da on ausgehen, dass de Be ich des Panegy icus on 313
zumindes den g oben Ve lau de Schlach ech wah hei s ge eu wiede gib .101
Beide Da s ellungen un e scheiden sich demnach in ih e Da s ellungs absich :
De Obsidio-F ies s ell nich den kämp e ischen Höhepunk des his o ischen
Gesche hens – den unmi elba en Sieg übe die aus allenden T uppen des
Maxen ius – da , sonde n demons ie die mili ä isch- ak ische Übe legenhei
98. Paneg. La . 12 8, 3.
99. Paneg. La . 12, 9, 1; 3–5 (Übe s. Mülle -Re ig).
100. Paneg. La . 12, 8, 3.
101. Imme hin häl de unbekann e Lob edne seinen Vo ag o Cons an in und dessen T ie e
Ho , was eine allzu phan asie olle E zählung de Schlach unwah scheinlich we den läss , dazu: BRIGITTE
MÜLLER-RETTIG: Panegy ici La ini. Lob eden au ömische Kaise . Bd. I. Von Diokle ian bis Cons an in,
(=Mülle -Re ig Übe s. u. Komm.), Da ms ad 2008, 267–275.
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MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
Cons an ins: Wie oben besch ieben e schein seine g oße Ges al mi de
e hobenen, geöffne en ech en Hand im Ges us de Sonnen kaise als alles
lenkende Figu , die das Kamp geschehen ul ima i s eue . Sol In ic us ge ie
dabei zum „besonde s sp echendem Symbol de kaise lichen Kosmok a ie“
(L’O ange), on de auch das Schlach eld keine Ausnahme mach e.102 Es wa
Cons an ins En schlossenhei , den Belage ungs ing gänzlich zu schließen,
auch au die Ge ah hin, dass die ausgedünn en Linien einem massie en
Aus all nich wü den s andhal en können, die die Schlach um Ve ona en -
schied.103 Dies beleg die he annahende Vic o ia, die in de ömischen
T iumphali konog aphie nich ü die Fähigkei des Siegens, sonde n ü den
Sieg selbs s eh : Sie schweb mi Lo bee und T opaion au die Kaise igu zu
und lie e den deu lichen Beleg ü das unmi elba e Be o s ehen des Sieges
qua übe legene Tak ik.104 Doch obgleich auch de Panegy icus den Kaise
als Schlach en lenke ü dessen Tak ik und Be ehle lob (summi impe a o is
officia comple e as), be on e o allem die kaise liche i us mili is als
Kämp ende , wenn e ande s als Xe xes bei Salamis ode Augus us bei Ac ium
selbs in den Kamp eing iff.105 Doch wa um a iie die Da s ellungsabsich
beide Quellen und welche In en ionen könn en ausschlaggebend gewesen
sein, nich den a sächlichen Höhepunk de Schlach um Ve ona, das
Au einande effen beide Hee e im Felde, sonde n die e olg eiche
eldhe liche Be ehlsgewal au dem cons an inischen F ies als G und ü den
Sieg anzugeben? Eingedenk de Ta sache, dass de Panegy icus on 313 in
T ie gehal en wu de, ließe sich die Ve mu ung ans ellen, das die d as ische
Schilde ung des Eing ei ens des Kaise s und des blu igen Geme zel un e den
besieg en ömischen Solda en de ges al nu nö dlich de Alpen e mi el
we den konn e. Doch wie de Redne in T ie 313, so be ich e auch Naza ius
im Jah 321 on dem pe sönlichen Eing ei en des Kaise s und dessen Tö ung
ömische Solda en. Dies a e o dem ömischen Sena , dem die E eignisse
noch bes ens bekann gewesen sein dü en.106 Die ideologische Umdeu ung
de ic o ia ci ilis wa also ein eichswei es Phänomen, das sich auch o
102. Zi ie nach: KURT ALAND: «Das Ve häl nis on Ki che und S aa in de F ühzei », in: Wol gang
Haase (H sg.): Au s ieg und Niede gang de ömischen Wel II, 23, Bd. 1, Be lin 1979, 60–246, hie 126.
103. Paneg. La . 12 8, 3: „Quod amen ne diu is hos em iu a e p o iden ia ua ac um es , cum
supe io ibus in locis, qua lenio amnis e igna i hos es e a , exe ci us pa e p oiec a, ancipi i p iculo
clausos obsessosque omissa spe mo ae expe i i a mis coegis i […].“ [ He o hebung d. A.]
104. DIETRICH WACHSMUTH: «Vic o ia», in: De Kleine Pauly Bd. V, Sp. 1262–1264.
105. Paneg. La . 9, 3, 10, 1: „Spec a i ex edi o mon e Xe ses na ale ce amen; Augus us aliud agens
ici apud Ac ium.“
106. Paneg. La . 4, 26: „O nox illa ae e nis saeculis monumen um isque mandanda! cum spissis eneb is
[de] cong essu Fo una e o um lice e ; u amen, impe a o , non in u io empo e quam deo ec io ,
sae issimo hos i mul us ins a es e libe a e caedis exul ans donum noc is duce es quod pugnan em nemo
se a e . Nihil enim e pe mo en uba um ac ae oces, ho endus mili ium clamo , pe missa casibus
ulne a, inlisi cominus gladii, caden um g a es gemi us, a ma la e s epen ia e in unum quendam soni um
di e si ago is ac a con usio, quod haec omnia au i us neglegi au i a non sen i . […] P oelio ix mul a
noc e con ec o essus caedibus, anhelus ex bello, c uo e obli us sed hos ili, ad obsidonis igilas ecu ebas.“
[He o hebung d. A.] Zi ie nach: CHARLES NIXON, BARBARA RODGERS (H sg.): In P aise o la e Roman
Empe o s. The Panegy ici La ini, Ox o d 1994, 620.
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POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
du chboh , daneben heb ein Co nu us zum Hieb gegen einen offensich lich
waffenlosen und du ch einen Spee e wunde en Solda en an, dessen Hände
um Gnade e suchen. Selbs den zu Fluch gewand en Feinden se zen die
Siege mi Waffengewal nach, und die Bogenschü zen sind dabei, gegen die
e inkenden Ve lie e ih e P eile abzu eue n [Abb. 3 und 14].128 Bedenk man,
dass es sich dabei um eine ic o ia ci ilis handel , wi k das Maß an Gewal ,
das hie on ömischen T uppen gegen Röme angewand wi d, e s aunlich;
diese Eind uck e s ä k sich noch, eingedenk de Ta sache, dass es sich bei
den sieg eichen T uppen auch um gallische und mau ische Ve bände handel ,
die übe die s ad ömischen Koho en und selbs die P ä o iane ga de siegen.
Auch diese Ums and wi d ü die olgenden Aus üh ungen on Bedeu ung
sein. Den Exku s abschließend bleib es zuhal en, dass wie bei dem Obsidio-
F ies auch die Da s ellung de P oelium-F ies die En ückung des Kaise s aus
dem Kamp geschehen zeig , doch noch wesen lich deu liche : De Kaise
s eh als einzige au dem Schiff, be ei au das gegenübe liegende U e
übe zuse zen, dabei is e umgeben on d ei Gö e igu en, die ihn gänzlich
on dem Kamp geschehen abschi men und eine äumliche T ennung zwischen
de solda isch-kämp e ischen Dimension de Szene ie und seine kaise lichen
E habenhei lie e n.
5. ZUR DEUTUNG DES FRIESES DER PROELIUM APUD TIBERIM
Um einen Ve gleich mi den Auffälligkei en hinsich lich de Va ia ion de
Da s ellung des Obsidio-F ieses mi dem Panegy icus des Jah es 313 ans ellen
zu können, soll zu o de s die Passage zum Kamp bei de Mil ischen B ücke
he angezogen we den; sie lau e wie olg :
„Doch de gö liche Geis und die un e gängliche Majes ä de S ad selbs
haben den Ve b eche seine Klughei be aub , so dass e aus jene al en
E s a ung und dem so schändlichen Schlup winkel un e sehens he o b ach
[…] Doch wie ha e sein Hee zu Schlach au ges ell , de Skla enwich , de so
iele Jah e schon den Pu pu ug? Ganz und ga so, dass niemand en kommen
konn e und niemand, de , wie es geschieh , om Pla z ged äng is , einen Sch i
zu ückse zen und den Kamp on neuem beginnen konn e, da e on o n
du ch deine K iegsmach bed äng , im Rücken du ch den Tibe es gehal en
wu de. […] Beim e s en Anblick deine Majes ä also und beim e s en Ang iff
deines so iele Male sieg eichen Hee es ge ie en die Feinde in Sch ecken und
wu den in die Fluch geschlagen und du ch die Engs elle des Pons Mul ius
on ih em Fluch weg abgeschni en: mi Ausnahme de e s en Ans i e jenes
Räube bandenk ieges, die, ohne Hoffnung au Gnade, den Pla z, den sie ü
den Kamp gewähl ha en, mi ih en Leibe n bedeck en, s ü z en sich die
üb igen alle jählings in den Fluss, so dass es schließlich zu eine Ve kü zung des
128. Ebd.
137
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
Geme zels ü die e schöp en Hände deine Solda en kam. Als de Tibe die
F e le e schlungen ha e, iss eben diese Tibe auch jenen selbs , au seinen
e geblichen Ve such hin, mi seinem Ross und seinen auffallenden Waffen übe
die S eilhänge des jensei igen U e s zu en kommen, in einen S udel und zog ihn
in die Tie e hinab.“129
Nach den E olgen de obe i alischen Kampagne und nach de logis ischen
Vo be ei ung zog Cons an in im He bs des Jah es 312 mi seinen T uppen
en lang de Via Flaminia nach Rom, um Maxen ius' He scha zu beenden.130
Vo den To en de S ad und nach einigen Ge ech en en lang de Ma sch ou e
kam es bei de Mil ischen B ücke zu En scheidungsschlach .131 Maxen ius
wa e e nich die Belage ung ab, sonde n s ell e sich dem He aus o de e
mi einem e wa gleichs a ken Hee au offenem Feld en gegen.132 Schließlich
e lo e Schlach und Leben, dies is die Si ua ion, die uns de F ies zeig .133
Die Schlach spiel e sich am ech en U e des Tibe s obe halb des ze s ö en
pons ab, nachdem eine Vo hu des maxen ianischen Hee es be ei s zu o –
mögliche weise bei Saxa Rub a – du ch Cons an ins T uppen au ge ieben
wo den wa .134 Sodann ück e das cons an inische Hee – allen o an die Rei e ei
– in b ei e Au s ellung au die S ellung des Maxen ius o , wobei o allem die
P ä o iane die wich igs e Ve eidigungslinie o dem Tibe da s ell en. Mi
dem Rücken zum Fluss gewand , zwangen die leich e ge üs e en T uppen
Cons an ins die gepanze en Feinde in die Flu en des Flusses; auch dies läss
de F ies e kennen. Lau unse en Quellen is es nich unwah scheinlich, dass
Maxen ius beim He annahen des Feindes die Mil ische B ücke abb echen
ließ – wie au dem F ies da ges ell –, um eine on ihm e ich e e hölze ne
Behel sb ücke zu seinem eigenem Vo eil zu nu zen. Da on könn e de P eile
ech s o dem kaise lichen Schiff zeugen. Zosimos be ich e uns da übe :
„Indem beide Gegne mi diese K iegsmach ge üs e wa en, schlug Maxen ius
eine B ücke übe den Tibe , welche jedoch nich on demjenigen U e , das
gegen die S ad lag, bis an das ande e unun e b ochen zusammenhing, sonde n
in zwei Teile de ges al ze enne wa , dass mi en au dem S om eise ne
Haken aneinande eingehäng wa en, die jedes Mal auseinande genommen
wu den, so o man die B ücke nich e einig haben woll e. Hie au be ahl
e den Bauleu en, sobald sie Kons an ins Hee au dem Ve einigungspunk e
de B ücke sähen, die Haken zu öffnen und die B ücke zu ennen, dami alle,
129. Paneg. La . 12, 16, 2–3; 17, 1–2. (Übe s. Mülle -Re ig).
130. SCHMITT, Leben und He scha , 150–151.
131. Lau Au elius Vic o , Caes. 40, 23 and die Schlach bei Saxa Rub a s a , einem Engpass de Via
Flaminia. Alle dings kann dies auch so zu e s ehen sein, dass de Kamp do begonnen ha e und sich
dann bis an dem Tibe e s eck e.
132. SCHMITT, Leben und He scha , 152–153.
133. Die F age, wa um Maxen ius die Siche hei de ömischen Maue n e lassen ha , ha die
cons an inische P opaganda mi dem Wi ken gö liche Mäch e und dem Wahnsinn des Usu pa o s
beg ünde : Paneg. La . 12, 14, 3; 16, 1–2; Eus. his . eccl. 9, 9, 1–4; Lac . mo . pe s. 44, 8–9; Zos. his . 2, 16, 1.
134. SCHMITT, Leben und He scha , 153.
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die au de selben s ünden, in den Fluss s ü z en. Diese Lis ha e Maxen ius
e sonnen!“135
G oße Teile de maxen ianischen T uppen wand en sich aus dem ak ischen
Rückzug he aus nun zu Fluch und dabei schein die Behel sb ücke ihnen
zum Ve hängnis gewo den zu sein.136 Maxen ius e ink beim Ve such des
Rückzuges ebenso wie ein g oße Teil de ihm e gebenen P ae o iani, und die
cons an inischen T uppen se zen den Besieg en mi alle Hä e nach – auch
da on zeug de F ies in alle Deu lichkei . Dami is die Schlach en schieden,
dies beleg die Vic o ia, die abe mals da an is , dem Kaise den Lo bee au
das Haup zu se zen; diese se z ob de ze s ö en B ücke mi dem Schiff
au das ande e U e übe . Bild- und Tex quelle sind diesmal e s aunlich dich
beieinande , auch bei de ü diese Un e suchung so wich igen F age, wie de
Kaise am Geschehen be eilig wi d: E inne n wi uns an den P oelium-F ies, so
iel au , dass die Gö e -Kaise -G uppe seh deu lich dem Schlach enge ümmel
en ück is . Dies inde sich ebenso im sch i lichen Be ich , wonach schon
das E scheinungsbild des Kaise s den Mu de Feinde bis zu Fluch sinken
ließ; on einem blu e schmie en, selbs in den Kamp eing ei enden Kaise
weiß de Panegy icus nich s zu be ich en. Einzig in Naza inus‘ Panegy icus
on 321 lies man on dem pe sönlichen Eing ei en des Kaise s, mi goldenem
Helm und Schild au seinem P e d; doch en sp äche dies den a sächlichen
Ums änden, dann hä e wohl auch de Lob edne on 313 ü die Schlach
an de Mil ischen B ücke ein solches Eing ei en be ich e , schließlich is de
Ve ona be effenden Passage o z alle Be onung de Ge ah ü Kaise und
Reich eine deu liche Bewunde ung des pe sönlichen Eing ei ens Cons an ins
zu en nehmen.137
Diese Passage abschließend läss mi einige Bes imm hei es hal en, dass
Cons an in an de Schlach bei pons Mil ius nich pe sönlich eingeg iffen ha
und de F ies den a sächlichen Höhepunk de Schlach angib .138 Aus dem
135. Zos. his . 15, 6–7, zi ie nach: Geschich e des Zosimus. E s e Band und zwei e Band. Aus
dem G iechischen zum E s enmale übe se z und mi Anme kungen beglei e on Seybold und Heyle .
(Sammlung de neues en Übe se zungen de G iechischen p osaischen Sch i s elle 10), F ank u am
Main 1802, 147.
136. Dazu be ich e uns Eus., i a Cons . 2, 15: „So lös en sich nach Go es Willen die Maschinen
de B ücke, die das Ve de ben ba gen, nich zu gehoff en Zei , es senk e sich die B ücke und die Schiffe
e sanken zumal sam de Mannscha in die Tie e, und zwa zu alle e s de unselige Ty ann selbe , dann
auch seine Leibwache und seine T aban en, wie es das Wo Go es o he e künde ha e: „Sie sanken
wie Blei in dem gewal igem Wasse “, zi ie nach: Des Eusebius on Cäsa ea ausgewähl e Sch i en. Aus
dem G iechischen übe se z on P. Johannes Ma ia P ä isch und D . And eas Bigelmai . (Biblio hek de
Ki chen ä e , 1. Reihe, Band 9) München 1913, 187.
137. Paneg. La . 4, 29, 5–6.
138. Bei Ammian lesen wi deu lich on de Posi ion des Be ehlshabe s bei eine Schlach , Amm. 31,
13, 8–9: „Dumque omnes dispe si pe igno os ami es cedun , impe a o di is pa o ibus ci cumsaep us
paula imque insiliens une um moles, ad Lancea ios con ugi e Ma ia ios: qui, dum mul i udo ole aba u
hos ilis, ixis co po ibus s e e an inconcussi. eoque iso T aianus exclama spem omnem absump am, ni
dese us ab a mige is p inceps sal im ad en icio ege e u auxilio. hocque audi o Vic o nomine comes
Ba a os in subsidiis loca os hau p ocul ad impe a o is p aesidium ap im coge e p ope ans cum in eni e
neminem posse , g adiens e o discessi , pa ique modo Richome es pe iculo seme exemi e Sa u ninus.“
139
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
Gesag en e gib sich die beme kenswe e Einsich , dass de ech gu übe das
Schlach geschehen in o mie e Küns le , de den Höhepunk de Schlach an
de Mil ischen B ücke eali ä snah aus dem Ma mo gea bei e ha , bei de
Da s ellung de Schlach um Ve ona – on de angenommen we den da , dass
e übe sie ebenso gu im Bilde wa – eine ganz ande en Da s ellungsabsich
un e lag. Diese Sach e hal bes ä k die F age nach den U sachen diese
En scheidung, die in Anbe ach de ausgeklügel en ideologischen Bo scha
des Bogens kaum willkü liche Na u sein dü e.
6. DIE DARSTELLUNG KAISER CONSTANTINS AUF DEM ARCUS CONSTANTINI
Bei de F age nach de Mo i a ion eine solchen Da s ellung, wie de
des Kaise s au dem Obsidio-F ies, bie e sich eine Reihe on möglichen
An wo en an, die wohl kaum oneinande zu ennen sind und dahe auch
zusammen assend behandel we den:
I. Es handel e sich bei dem Sieg übe Maxen ius um einen Sieg ex sanguine
omano und die Da s ellung eines Kaise s, de pe sönlich ömische
Bü ge e schläg , wä e ü einen Eh enbogen an solch exponie e
S elle äuße s agwü dig.
II. Die da ges ell e En ückung des Kaise s aus dem Kamp geschehen,
dessen Wohle gehen au das Engs e mi dem salus publicae e bunden
is , e gib sich aus den E ah ungen de Reichsk ise des 3. Jah hunde s.
E s zwei Gene a ionen zu o ha e Rom die demü igende
Ge angennahme Kaise Vale ians du ch den Sassaniden he sche
Shapu im Jah e 260 zu e k a en, wo on bis heu e das T iumph elie
im i anischen Naqsch-e Ros am zeug .
III. Die Kaise igu des Obsidio-F ieses eh die impe a o ische G öße
des Kaise s – auch dies kann die Eno mi ä de Figu anzeigen –,
au g und de e die Schlach um Ve ona en schieden wo den is : Nich
die Kamp handlungen selbs , sonde n die glückliche Tak ik ih es
Be ehlshabe s ha die cons an inischen T uppen o den Maue n
Ve onas siegen lassen.
IV. Cons an in konn e sich au den F iesen seines Eh enbogens
ausschließlich als übe legene Feldhe in Szene se zen lassen, da e
du ch die Übe nahme ajanische Spolien be ei die i us mili is ü
sich in Ansp uch nehmen konn e.
V. Die Da s ellung des Kaise s, en ück aus de Wel de S e blichen bzw.
des menschlichen in gö liche Sphä en, en sp ich de du ch Diocle ian
o genommenen Sak alisie ung des ömischen Kaise ums; o diesem
Hin e g und wi d auch die Kamp da s ellung des Kaise s au dem
Obsidio-F ies e klä ba : Ein gö lich be üh e Kaise konn e kaum
140
POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
wie seine Solda en an o de s e F on kämp en, sonde n muss e dem
Geschehen e n bleiben. Dies en sp ich de spä an ik-diocle ianisch-
cons an inischen Kaise ideologie.
De T iumph Cons an ins, den sowohl de Bogen als auch de Panegy icus
on 313 eh en, bes and in dem sieg eichen Feldzug gegen Maxen ius; dass
es sich dabei um einen Bü ge k ieg handel e, wa jedem Be ach e und
Hö e kla . Dass ein solche Sieg nich wie eine ic o ia übe emde Völke
e he lich we den konn e, lieg au de Hand. De Cons an insbogen is
das e s e Monumen in de Geschich e de ömischen Kaise zei , das in alle
Deu lichkei eine ic o ia ci ilis eh ; dass die s aa liche bzw. kaise liche
Rep äsen a ionskuns diese einmaligen Si ua ion Rechnung agen muss e,
is ebenso einleuch end.
Einlei end is be ei s au die Insch i und die In en ion des Eh enbogens
eingegangen wo den: De a cus Cons an ini bezeug die iumphalen Ta en des
Kaise s, sein iumphie endes Kaise um, nich jedoch einen explizi en Sieg.
Diese Ta sache en sp ich die Schilde ung des Panegy icus, de die clemen ia
des Kaise s wäh end seines Feldzuges lob ; so habe Cons an in den eindlichen
Solda en in Susa Amnes ie e sp ochen, soll en sie sich ihm un e we en,
und selbs als in Tu in die maxen ianischen Ve bände sich ihm aus Rache ü
seinen o he igen Sieg en gegenwa en, habe e nu die Solda en, nich jedoch
die incolae bes a .139 In Ve ona habe die eindliche A mee die S ad d ückend
bese z mi ace imi duces und pe inacissimus p ae ec us, doch Cons an ins
Quali ä als Feldhe und seine kluge Be echnung (animi magni udo) hä e
de zahlenmäßig un e legenen T uppe den Sieg besche und die S ad sowie
ih e Einwohne be ei .140 In de Ta wu de die Schlach um Ve ona nich mi
Waffen, sonde n mi eine gelungenen Tak ik en schieden; die magni udo
men is de Insch i könn e auch da au bezogen we den und sie lie e
gleiche maßen einen möglichen G und ü die zu ückgenommene Da s ellung
des Kaise s au dem Obsidio-F ies: Die unbeweg -passi e Da s ellung de
Kaise igu au den cons an inischen Schlach en iesen ließe sich zumindes
auch mi dem Hinweis au seine Geis esg öße als Be ehlshabe e klä en, de
sich nich , wie au den ajanischen F iesen, in den Kamp s ü z , sonde n
dessen T uppen seine Be ehle au g und seine auc o i as olle Übe zeugung
und En schlossenhei du chse zen.
Da übe hinaus is ein wei e e Fak o zu bedenken: Am Ende de
Schlach – so de Lob edne on 313 – hä en Cons an ins Offizie e ihn
mi blu igen Händen und auße A em o ge unden, wobei sich – auch dies
wu de gezeig – eine gewisse Bewunde ung de kaise lichen i us bei dessen
pe sönlichem Eing ei en in den Wo en des Lob edne s äuße .141 Doch
139. Paneg. La . 12, 2, 1; 5, 4–10, 5.
140. Paneg. La . 12, 8, 1–10, 5.
141. Paneg. La . 12, 9, 3–6.
141
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
wa de Ums and, dass ömische Solda en du ch die Hand cons an inische
T uppen – im sch i lichen Be ich soga du ch den Kaise selbs – ih Leben
e lo en, keineswegs unp oblema isch: De Lob edne kam nich umhin, den
e nich e en T uppen des Maxen ius ih e Romani as abzusp echen, wenn e
sch eib , sie seien eins Röme gewesen, doch mi de Ge olgscha ü den
Usu pa o hä en sie diese eingebüß .142 Maxen ius selbs sei ein mons um und
Schand leck (dedecus) gewesen, und hä e de supe s i io, de Gie sowie de
G ausamkei Tü und To geöffne ; nich zule z seien auch seine T uppen on
dessen Fehle n ko umpie gewesen, weshalb sie ü die on ihnen bese z en
S äd e eine bed ückende und habgie ige Las (a a i ia) bedeu e hä en.143
Nich die Usu pa ion bes imm e die Un ech mäßigkei de maxen ianischen
He scha – dies hä e Cons an in, de au die gleiche Weise nach dem Pu pu
g iff, wohl nu seh unge n gehö –, sonde n ih du ch und du ch en a e e
Cha ak e . Mi keinem Wo wi d e wähn , dass Maxen ius be ei s 308 in
Ca nun um zum hos is ei publicae e klä wo den wa ; dessen bedu e es
nich .144 Vo diesem Hin e g und muss auch die Insch i au de A ika gelesen
we den, die on ius is a mis sp ich , die on Cons an in gegen am de Ty anno
quam de omni eius ac ione eingese z we den muss en, um – gelei e on
gö liche Eingebung – das salus publicae wiede he zus ellen.145 Ebenso muss
an die Gesam schau de Spolien gedach we den: Die ajanischen S a uen
de ge angenen Dake au dem A ikageschoss beispielsweise, ode die beiden
Relie s im Haup du chgang, die den iumphie enden und den kämp enden
T ajan zeigen, s ellen die pe sönliche Siegha igkei des Kaise s übe emde
Völke da [Abb. 15, 16 und 17].146
Eingebe e in den spezi ischen Hin e g und des Bogens sind sie nich in
e s e Linie als F emde zu sehen, sonde n als Beg enzung ömische F eihei ;
in diesem Punk leg sich die Aussage de Spolien wie eine Schablone übe
die Inhal e des cons an inischen Bildwe kes. Dies wi d lankie du ch
die ma c-au elischen Relie s au de Südsei e übe den cons an inischen
Schlach en iesen: Die Spolien an de A ika zeigen au de linken Südsei e
– obe halb de Obsidio – die Au nahme ex e ne Feinde un e die ömischen
Bundesgenossen, wäh end wi au de ech en Sei e – übe dem P oelium
– die kaise liche clemen ia gegenübe den „ba ba ischen“ Ge angenen
e kennen können.147 Das Bildp og amm des Bogens un e s eich dami
nich nu die Rech mäßigkei des kaise lichen Handelns, sonde n zugleich
auch dessen Besonnenhei und Gnade gegenübe den Feinden. Abge unde
wi d dieses ideelle Kons uk du ch die Ti el de beiden ajanischen Relie s
im Haup du chgang, welche die Ke naussagen des Bogens zusammen assen:
142. WIENAND, Kaise als Siege , 241.
143. Paneg. La . 12, 14, 2, 5; 7, 1; 17, 2; 8, 1; 5, 6.
144. WIENAND, Kaise als Siege , 241.
145. CIL VI (p 3071, 3778, 4328, 4340) = CIL VI = ILS .
146. PRÜCKNER, Kons an ins Bilde bogen, 64.
147. PRÜCKNER, Kons an ins Bilde bogen, 71.
142
POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
Abb. 15. Rom, Cons an insbogen, Bauplas ik, ömisch, O iginal, Ma mo , Relie , in
si u, Schlach szene, T ajanische F ies im Haup du chgang, Libe a o i U bis, aus: PAUL
ZANKER: Das T ajans o um in Rom als Monumen impe ialis ische Selbs da s ellung, in:
A chäologische Anzeige 1970, Abb. 24
Abb. 16. Rom, Cons an insbogen, Bauplas ik, ömisch, O iginal, Ma mo , Relie ,
Schlach szene, in si u; Adlocu io, Funda o i Quie is; T ajanische F ies im Haup du chgang,
aus: ANTONIO GIULIANO: A co di Cons an ino, Mailand 1955, Abb. 8
143
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
LIBERATORI URBIS und FUNDATORI QUIETIS; die beiden Insch i en e inne n
nich g undlos an augus eische Panegy ik [Abb. 15 und 16].148 Hinzu komm ,
dass Cons an in die Gesich szüge de Kaise igu en de Spolien eilweise zu
den seinen uma bei en ließ, womi e sich nich nu wie ein no us T aianus
inszenie en, sonde n dessen i us auch ü ihn gal . Cons an in a ancie e
in de Sp ache de Spolien zum Ko ek i de zahl eichen Ve ehlungen des
Maxen ius, schließlich ha e diese sich noch als Conse a o U bis Suae eh en
lassen, als Eigen üme Roms also; de Gegensa z zu Cons an in als Libe a o
könn e g öße kaum sein.149 So wie zwei Jah hunde e zu o die aci eische
Ge manenbesch eibung dazu dien e, in de F emdhei die längs e gangene
Romani as zu beschwö en, dien die F emdhei de Feinde au den Spolien
des Cons an insbogens, um die He scha des Maxen ius als ganz und ga
un ömisch zu b andma ken; Maxen ius und seine Anhänge wu de in de
148. ILS – = CIL VI . WIENAND, Kaise als Siege , 242.
149. CHRISTIAN RONNING: He sche panegy ik un e T ajan und Kons an in, Tübingen 2007, 359 mi
Anm. 13.
Abb. 17. Rom, Cons an insbogen, Kolossal igu de A ika, sog. Dake ode Ba ba ,
Ge angenens a ue, No dsei e, A ika, links innen, in si u, aus: PENSABENE, P. / PANELLA, C.
(H sg.): A co di Cons an ino. T a a cheologia e a cheome ia, Rom 1998, Abb. 24
144
POTESTAS, No 8 2015 ISSN: 1888-9867 | DOI: h p://dx.doi.o g/10.6035/Po es as.2015.8.5 - pp. 105-147
Sp ache des Bogens zu einem äuße en Feind Roms. Cons an ins imi a io T aiani
e möglich e es ihm nich nu , an dessen Siege anzuknüp en, sonde n auch
dessen i us als selbs kämp ende K iege ü sich in Ansp uch zu nehmen.
In Ve bindung mi den beiden un e such en F iesen e gib sich die wich ige
Einsich , dass Cons an in dami die impe a o ische wie auch die solda ische
i us au sich e einen konn e: Seine eldhe lichen Quali ä en belegen seine
Da s ellungen au dem P oelium-F ies und besonde s au dem Obsidio-F ies,
e kennen wi doch bei de le z e en Kaise igu den Be ehlsges us in Rich ung
seine T uppen. Mi Cons an ins Gesich szügen au den ajanischen Spolien
dagegen konn e e sich selbs als K iege im Schlach ge ümmel inszenie en.
In Ve bindung mi den E o de nissen des so gsamen Umgangs mi de
Bü ge k iegsda s ellung konn e Cons an in somi beide He sche a ibu e –
des Be ehlshabe s und des K iege s – e e en, ohne jedoch selbs als Kaise
da ges ell zu we den, de ömische Solda en e schläg . Da aus e gib sich,
dass eine de a ige Da s ellung kaise liche i us dazu aug , die ic o ia ci ilis
zu ela i ie en und die Pa adoxie de Wü digung eines Sieges übe ömische
Solda en inmi en Roms zu en schä en. Hinzu komm , dass sich nach den
E ah ungen des 3. Jah hunde s mi seinen unzähligen inne en Kon lik en die
Inszenie ung on Bü ge k iegssiegen meh und meh de Seman ik äuße e
Siege anglich, wobei diese En wicklung mi dem Cons an insbogen siche lich
einen, wenn nich den Höhepunk e uh .150 Dahe wide sp ich es auch nich
de inne en Logik de Bildelemen e des Bogens, wenn de Kaise des Obsidio-
F ieses isolie om Kamp geschehen da ges ell wi d, wäh end au dem
P oelium-F ies die sieg eichen T uppen den hil losen, e inkenden ömischen
Solda en mi alle Hä e nachse zen. De Panegy ike des Jah es 313 be on
soga die i us des Kaise s, wenn e be ich e , Cons an in habe übe die bes en
Solda en des E dk eises gesieg – das gab de en e wi k e Romani as noch he
–, e sehen mi den bes en Rüs ungen und Waffen und es en schlossen, den
Kamp nich au zugeben.151 Auch können wi au den beiden Schlach en iesen
de Südsei e die he aus agende Quali ä de maxen ianischen T uppen
e kennen, die allesam in Schuppenpanze da ges ell wo den sind; au
de en mögliche Zugehö igkei zu den P ae o ii wu de be ei s hingewiesen.
P ägnan o mulie ließe sich sagen, dass Cons an ins Sieg im Angesich de
he aus agenden Quali ä seine ömischen Gegne soga noch au gewe e
wi d. Mi diese cons an inischen Siegesinszenie ung lassen sich zwei so
un e einba e Übe legungen, wie de bewuss en Zu ückhal ung de Kaise igu
de Obsidio und das blu ige Geme zel an ömischen Solda en – o allem du ch
gallische Ke n uppen und mau ische Auxilia (!) – au dem P oelium-F ies
schlüssig e klä en: Die Kamp da s ellungen des Cons an insbogens sind on
den Spolien nich zu ennen. Die F agwü digkei de Da s ellung besieg e
und s e bende ömische Solda en au den cons an inischen Schach iesen,
150. WIENAND, Kaise als Siege , 205–211.
151. Paneg. La . 12, 5, 3.
145
MATTHIAS SANDBERG „Obsidio Ve onae“ und „P oelium apud Tibe im“
noch dazu an dem he aus agenden S ando des Bogens, kann, eingebe e
in das bildlich-kommen ie ende P og amm des Bogens, a sächlich
abgemilde und soga posi i beladen we den. Dies zeig e die Be ach ung
de Kaise da s ellungen de beiden Schlach en iese an de Südsei e des
Bogens sowie de en Ve gleich mi den Schilde ungen des Panegy icus on
313. In de Gesam schau des Monumen es offenba sich schließlich eine
genuin cons an inische T iumphideologie, de es geling , die ic o ia ci ilis
als eh wü diges E eignis in Szene zu se zen, wenngleich nich un e hohlen als
eine solche, so doch in Äquidis anz zu ex e nen Siegen.
Schließlich muss ein wei e e Fak o in die Übe legungen einbezogen we den,
de eben alls eine schlüssige E klä ung ü die Passi i ä de Kaise igu au
den cons an inischen F ieses leis en kann: Die ömische Kaise ideologie ha e
sich im Lau e des d i en und ie en Jah hunde s g undlegend e ände .
Wäh end es ü den p imus in e pa es no wendig wa , den Anschein de
Gemeinsamkei zu wah en, wa das Gegen eil ü die spä an iken domines de
Fall; die epublikanische Rep äsen a ion des P inzipa es aug e nich meh ü
die mona chis ische Ve assung des spä an iken Impe ium Romanum. Diese
Wandel läss sich eben alls in den Aussagen des T ie e Lob edne s e kennen,
sie lau en olgende maßen:
„Was has denn du, Impe a o , mi dem Schicksal des ge inge en S andes zu
un? Fü diejenigen is es angemessen zu kämp en, die, wie es jedem einzelnen
om Geschick beschieden is , en wede siegen ode allen müssen: du, on
dessen Leben die Geschicke alle abhängen, soll es i gendein Risiko eingehen?
Dich inmi en so iele Geschosse und Schwe e bewegen? We e lang so
e was on di ? Ode we könn e es zulassen, dass den Wechsel ällen des K ieges
i gendein Zug iff au dich zus ünde? Schick es sich e wa ü dich, Impe a o ,
den Feind niede zus echen? Im Gegen eil, es schick sich nich einmal, dich
anzus engen.“152
Nich einmal ans engen soll sich de Kaise ; mi diesem Hinweis s eh de
Panegy ike ganz au dem Fundamen spä an iken Kaise ums, wie Diocle ian
und Cons an in es gep äg haben. Die Sak alisie ung des Kaise ums – die
e a chische Bezugnahme au Io ius und He culius bzw. mi Cons an in
au Sol und Ch is us – wa nach de eno men Zahl an Usu pa ionen des
3. Jah hunde s no wendig gewo den, um die dynas ische E b olge bzw.
einen zu leich en Zug iff au das Kaise um als K isen ak o endgül ig zu
disquali izie en. Nu die Zugehö igkei zu domus di ina, die ausd ücklich
nich dem dynas ischen P inzip un e lag, konn e die He scha als Caesa
und Augus us legi imie en.153 Auch de Wandel des hö ischen Ze emoniells
zuguns en de Übe nahme o ien alische Ri en, wie beispielsweise de
P oskynese in Fo m de ömischen ado a io, die An ede als dominus, die
152. Paneg. La . 12, 9, 6 (Übe s. Mülle -Re ig).
153. KOLB, He sche ideologie, 28.