Das Herrscherideal in Ottokars Österreichischer Reimchronik und Jansen Enikels Weltchronik:Zur Machtauffassung des Herrschers im Rahmender politischen Handlung
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Das Herrscherideal in Ottokars Österreichischer Reimchronik und Jansen Enikels Weltchronik: Zur Machtauffassung des Herrschers im Rahmen der politischen Handlung1 Anna Košátková Die Texte Hartmanns von Aue, Gottfrieds von Straßburg, Wolframs von Eschenbach oder Ulrichs von Etzenbach gelten sowohl für Zeitgenossen als auch für die Nachwelt als die berühmtesten Werke der epischen Literatur des 13. und frühen 14. Jahrhunderts. Zum mittelalterlichen weltlichen Schrifttum gehören auch, unter vielen anderen, die Verfasser Ottokar von Steiermark und Jansen Enikel, die in ihren Werken Geschichte thematisierten. Die Leser oder Zuhörer dieser Texte wurden dadurch nicht nur über die Geschichte informiert, sondern auch über die ritterlichen Tugenden oder verdorbenen Sitten der Herrscher, deren Schilderung mit den Epen oder höfischen Romanen stark übereinstimmte. In diesem Artikel werden zwei Chroniken des 13. (bzw. frühen 14.) Jahrhunderts behandelt: Ottokars Österreichische Reimchronik und Jansen Enikels Weltchronik.2 Beide Verfasser schrieben über unterschiedliche Themen, man kann in ihren Werken jedoch viele Ähnlichkeiten finden. Zunächst werden beide Quellen und ihre Verfasser kurz vorgestellt. Der Kern dieses Artikels besteht in der Textanalyse. Mittels einiger Beispiele werden nicht nur die Unterschiede, sondern auch charakteristische Merkmale dieser Texte besprochen. Forschungsfrage dieses Artikels ist vor allem, was die damaligen Zuhörer (oder Leser, Rezipienten, wegen der Reimform der beiden Quellentexte, die wahrscheinlich für das Vortragen geeignet waren, bleibe ich bei dem Terminus „Zuhörer“) dank dieser Quellen über die Geschichte erfahren konnten, und welche Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen beiden Chroniken bestehen. Eine weitere sehr wichtige Forschungsfrage lautet, welches Herrscherideal 1 Dieser Artikel wurde an der Karlsuniversität im Rahmen des Programms „PROGRES Q09: Historie— Klíč kpochopení globalizovaného světa / Geschichte— Der Schlüssel, um die globalisierte Welt zu verstehen“ verfasst. 2 Nicht nur meine Forschung, sondern auch die ganze europäische Fachliteratur des 20.und 21. Jahrhunderts basiert auf folgenden Ausgaben: J.SEEMÜLLER (Hrsg.), Ottokars Österreichische Reimchronik— Ottokars Österreichische Rheimchronik, MGH, Deutsche Chroniken 5/1–2, Hannover 1890. (weiter nur Ottokar). P. STRAUCH (Hrsg.), Jansen Enikels Weltchronik— Jansen Enikels Werke. Weltchronik, MGH, Deutsche Chroniken III., Hannover— Leipzig 1900. (weiter nur Weltchronik). Originalhandschriften beider Quellen sind heute nicht mehr bekannt, die ältesten Abschriften stammen aus dem 15. Jahrhundert.
8 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2017 diese Chroniken erschufen. Beide Chroniken entstanden in der Zeit des Interregnums im Römischen Reich. Die Wahl Rudolfs von Habsburg, Mitglieds einer alten adeligen Familie, fand im Jahr 1273 statt, und zwar ohne Teilnahme und auch gegen den Willen eines der damals mächtigsten Reichsfürsten, des Königs von Böhmen.3 OTTOKARS ÖSTERREICHISCHE REIMCHRONIK Dieses politische Spiel ist auch das Spitzenthema der Österreichischen Reimchronik, die von dem steirischen Ministerial Ottokar zwischen ca. 1290 und 1319 bzw. 1322 verfasst wurde.4 Die Sprache ist Mittelhochdeutsch im steirischen Dialekt, das Werk enthält rund 98500 Verse. In dieser Chronik wird die Geschichte des niederund oberösterreichischen, steirischen, kärntnerischen und bayerischen Gebietes, sowie des böhmischen Königtums erzählt. In kurzen Textabschnitten werden auch Frankreich, England, Italien (vor allem die Zeit und Ereignisse um den Fall der staufischen Macht betreffend), Polen (Herrschaft Wenzels II. und Geschichte Władysławs I.Ellenlang), und auch die Geschichte der Kreuzzüge, die mit dem Fall von Akkon im Jahre 1297 in Verbindung standen, erwähnt. Die Aufmerksamkeit wurde vor allem auf die damalige „Zeitgeschichte“ von 1246 bis 1309 gerichtet, das heißt auf die Regierungszeit von Ottokar II., des Herrschers von Böhmen, Belas IV. von Ungarn, und Rudolf I. von Habsburg. Diese Herrscher spielen in Ottokars Geschichte die Hauptrollen. Die— aus Ottokars Sicht— wichtigsten Ereignisse dieser Epoche wurden folgendermaßen nacheinander vorgestellt: Im Jahre 1246 starben die Babenberger aus. Der letzte Herzog dieser Dynastie, Friedrich II. der Streitbare, starb in der Schlacht gegen das ungarische Heer Belas IV. an der Leitha.5 Diese Episode ist in Ottokars Reimchronik nur kurz abgefasst, deutlicher klingt die Beschreibung der Wahl Ottokars von Böhmen zum Herzog von Österreich im Jahre 1251,6 weiter Schlacht bei Kressenbrunn im Jahre 1260, die nicht nur Niederlage des Heeres Belas IV. von Ungarn bedeutete, son3 M. BLÁHOVÁ, Böhmen in der Politik Rudolfs von Habsburg, F.R. ERKENS, Zwischen staufischer Tradition und dynastischer Orientierung: Das Königtum Rudolfs von Habsburg, Passauer historische Forschungen 7. Rudolf von Habsburg 1273–1291. Eine Königsherrschaft zwischen Tradition und Wandel, E.BOSHOF— F.R. ERKENS (Hrsg.), Köln— Weimar— Wien 1993; O.REDLICH, Rudolf von Habsburg. Das deutsche Reich nach dem Untergang des alten Kaisertums, Innsbruck 190, S.133 ff..; H.ROESSLER, Ein König für Deutschland. Die Krönung Rudolfs von Habsburg 1273, München— Wien 1960; Zum Herrscherideal z.B. R.ANTONÍN, Ideální panovník českého středověku: kulturně-historická skica zdějin středověkého myšlení, Praha 2013; V.KOFRÁNKOVÁ, Zlatý král achudý hrabě: Přemysl Otakar II. aRudolf Habsburský vhistorické tradici, Praha 2012. 4 H. PEZ, Scriptores rerum Austriacarum, Tom. III. Ottocari Horneckii chronicon Austriacum rhytmicum (1250–1309), Regensburg 1745; T.JACOBI, De Ottocari chronico austriaco, Vratislae 1839; O.LORENZ, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter. Seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Berlin 1876, S.200–201; T.SCHLACHT, Aus und über Ottokar’s von Horneck Reimchronik oder Denkwürdigkeiten seiner Zeit. Zur Geschichte, Literatur und Aufschauung des öffentlichen Lebens der Deutschen in dreizehnten Jahrhundert, Mainz 1821. 5 Ottokar, V. 975–992. 6 Ottokar, V. 1448–1600.
ANNA KOšáTKOvá 9 dern auch den großen Sieg Ottokars von Böhmen, der europaweite Bewunderung nach sich zog.7 An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass das oben kurz erwähnte Kapitel über die Schlacht bei Kressenbrunn als „Verifikation“ der Reimchronik Ottokars benutzt wurde. Viele der damaligen, nicht nur narrativen, sondern auch diplomatischen Quellen, informierten eindeutig darüber, und ihre Erzählung übereinstimmt stark mit Ottokars. Was die Verifikation Ottokars zudem bestätigen könnte, ist eine Briefurkunde für Papst Alexander IV., die die Kanzlei Ottokars II. von Böhmen ausstellte, und die eine Liste ungeheurer, nicht vertrauenswürdiger Völker umfasste.8 Was den Inhalt und die Hauptereignisse Ottokars Österreichischer Reimchronik weiter betrifft, muss man sicher die Königswahl Rudolfs von Habsburg im Jahr 1273 erwähnen, die laut Ottokars Erzählung nicht nur das seit 1255 bestehende Interregnum beendete, sondern auch den Beginn des Niedergangs der Macht Ottokars von Böhmen in österreichischen Ländern bedeutete.9 Ein paar hundert Verse später wird die Schlacht auf dem Marchfeld im Jahre 1278 zwischen Ottokar II. von Böhmen und Rudolf von Habsburg beschrieben. Der Verfasser beschreibt nicht nur ausführlich den Sieg Rudolfs, sondern auch die Klage und den Tod Ottokars.10 Bezüglich des Jahres 1297 schrieb Ottokar sehr deutlich über die Krönung Wenzels II. zum böhmischen König, er bemerkte jedoch auch die „neue Generation“ der böhmischen und österreichischen Herrscher— Wenzel II. von Böhmen wurde in der Reimchronik oft mit Albrecht I. von Habsburg konfrontiert.11 Die Klage über Ottokar von Böhmen12 wird in drei von acht erhaltenen Handschriften (meist aus dem 15. Jahrhundert) vermittelt. Ottokar verfasste sie vor 1308. Ottokars Österreichische Reimchronik wurde vom 14. bis ins 18. Jahrhundert als 7 Ottokar, V. 6692–7498. 8 Ottokar, V. 7389–7402: kunic Wêlân vor noch sider / nie gewan sô grôze maht. / in sînem dienst er dar brâht / liut von manigen sprâchen: / Zôkel und Walachen / die kômen allenthalben / gesamnet mit den Valben, / Sirven unde Niugære, / Turken unde Tâtrære, / Râzen, Pozzen und Krawâten, / ir hêrschaft die herren hâten / zUngern von dem kunic rîch, / darumb si rosten dienstlich / kunic Wêlân wesen undertân. J. EMLER (Hrsg.), Annales Ottakariani. Příběhy krále Přemysla Otakara II., FRB II., S.314–319: Quia pium pastorem suarum alupis liberatio ouium delectat, et benignum patrem iucundum reddit cum alute prosperitas filiorum, grauis belli, quod aduerses Belam et natum eiusdem Stephanum, Ungarie reges illustres, et Danielem, regem Russie, et filios eius, et ceteros Ruthenos, ac Thartaros, qui eidem in auxilium venerant, et Boleslaum Vracouiensem, et Lestkonem iuuenem Lansaciae duces, et innumeram multitudinem inhumanorum hominum Cumanorum, Ungarorum, et diuersorum Sclauorum, Siculorum quoque et Valachorum, Bezzniorum et Ismahelitarum, Scismaticorum etiam vtpote Grecorum, Bulgarorum, Rusciensium et Bosniensium hereticorum auctore deo gessimus, et victorie nobis date celitus, et post victoriam inter nos ex parte una, et doctos reges ex altera concordie reformate processum non ab re duximus P.V. preuia veritate presentibus declarandum. 9 Ottokar, V. 12433–12713, 13676–14994. 10 Ottokar, V. 15727–16570, 16735–17078. 11 Ottokar, V. 69033–69591 ff. 12 Ottokar, V. 15727–16570.
10 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2017 wichtige Primärquelle insbesondere für die österreichische Landesgeschichte und Habsburger Familienkunde verwendet. Auf diese Weise beeinflusste unter anderem ihre parteiische Ablehnung des böhmischen Königs Ottokar II., die gerade auch in der „Klage“ massiv zum Ausdruck kommt, entscheidend seine historische Bewertung im deutschen Sprachraum bis ins 19. Jahrhundert hinein.13 Die Struktur dieses Textabschnittes ähnelt den anderen berühmten mittelhochdeutschen Klagen. Hier werden nicht nur die guten Eigenschaften des Herrschers (wie z.B. rîch, muot, guote, sterke, kraft, êre usw.) beschrieben, sondern auch die verdorbenen Sitten (z.B. untugent, gîtikeit usw.), die bei einer Heldenbeschreibung selten auftreten. Über den Tod Ottokars II. und den Nachruf auf ihn kann man auch in der sog. Cantilena de rege Bohemiae aus Colmar lesen. Es handelt sich im Gegensatz zu Ottokars Chronik um eine lobende Dichtung, ohne jegliche Erwähnung der dunklen Seiten des Herrschers.14 Ein anderes Beispiel des Narrativ Ottokars ist auch die Thronbesteigung Wenzels II. von Böhmen, der im Jahre 1297 zum böhmischen König gekrönt wurde. Ottokar berichtet darüber sehr ausführlich. In dieser Passage lässt sich nicht nur über das Krönungsfest oder berühmte Gäste lesen, sondern auch über prachtvollen Schmuck wie Krone, Schild und Zepter, und Krönungsbekleidung des Königs.15 Eine ähnliche, aber nicht so detailliert aufgezeichnete, prachtvolle und suggestive Beschreibung der höfischen Feste gibt es zum Beispiel auch im Frauendienst Ulrichs von Liechtenstein, im Nibelungenlied oder im Alexander Ulrichs von Eschenbach, wo die Zuhörer zum Beispiel über Alexanders Ankunft (mit allem prachtvollen Schmuck, prächtiger Bekleidung oder Festessen) in Babylon ähnlich wie im Falle der Prager Krönung im Jahre 1297 informiert wurden.16 Die beiden genannten Passagen aus Ottokars Reimchronik sind literarisch gesehen am meisten erschlossen. Man muss aus der Sicht der Historiker damit rechnen, dass sie nicht gerade geschichtstreu sind, sondern dass es sich um Fiktion handelt, durch die die Attraktivität der Chronik bei den Rezipienten erhöht werden sollte. Es gibt natürlich ein wichtiges Thema, nämlich welche Quellen Ottokar benutzen konnte. Es handelt sich nicht um die Hauptfrage meines Textes, aber dennoch sollten wir laut Editor Seemüller vor allem die diplomatischen Quellen niederund oberösterreichischen Gebietes betonen.17 13 D. SCHÄFFER, Texte vom Tod. Zur Darstellung und Sinngebung des Todes im Spätmittelalter, U.MÜLLER— F.HUNDSNURSCHER— C.SOMMER (Hrsg.), Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Göppingen 1995, S.233. 14 J. EMLER (Hrsg.), Cantilena de rege Bohemiae, FRB III., Praha 1882, S.238; H.PERTZ (Hrsg.), Chronicon Colmariense, MGH XVII, Hannover 1851, S.251–252. 15 Ottokar, V. 69217–69218, 69260–69269, 69252–69255, 69240–69248. Ähnliche präzise Beschreibung auch in J.EMLER (Hrsg.), Chronicon Aulae Regiae, FRB IV., Praha 1884, S.77–78. 16 W. TOISCHER (Hrsg.), Ulrich von Eschenbach: Alexander, Stuttgart 1888, V. 23253–23254. 17 Ottokar, S.LIX.; auch M.HINTERBAUER, Die Reimchronik des Ottokar von Steiermark. Hausarbeit aus Germanistik bei Prof. Horacek, Wien 1979, S.22.: Ottokar, V. 6199–6204: sîn was reht nâch Krists geburt / zwelf hundert unde funfzic jâr / und niune, daz der kunic dar / zdem dritten mâkle liute sant / Philippen, dâmit er daz lant / dem goteshûse wüesten solde. Ann. Salisb.a.1259 (SS. IX, 795): Dux Austrie iam tercia vice misit armatos domino Phylippo ad destruendam terram (citra montes et ultra); T.JACOBI, De Ottacari chronico austriaco, Vratislavie 1839, S.18–19.
ANNA KOšáTKOvá 11 An dieser Stelle sei noch angemerkt, welche Komposition und welche Sprache Ottokars Österreichischer Reimchronik hat: Alle Textabschnitte bzw. Kapitel sind konzeptionell nicht untereinander verbunden. Wenn man über die Konzeption von Ottokars Reimchronik reden will, muss man betonen, dass die einzelnen Kapitel rund 150 Verse lang sind. Über Ottokar selbst können wir im Gegensatz zu seinen zeitgenössischen Verfassern ziemlich viel sagen. Er konnte Jura in Bologna studieren. Laut Matrikelbüchern der dortigen Universität wird unter der Nr. 3641 d. Odakar de Stiria erwähnt, mit einer Fuβnote, wonach im Jahr 1291 „d. Odaker de Stiria XX solidos“ bezahlte.18 Das heißt, dass er zumindest über Grundkenntnisse des Lateinischen verfügte, die er im Kloster Seckau erwarb. Otakar nahm auch an der Gesandschaft des Albrechts I. von Habsburg nach Katalonien teil. Unser Chronist war verheiratet, was aus dem Urkundenmaterial hervorgeht. Dem Necrologium des Seckauer Kloster zufolge starb er am 27. September.19 Geographische Orte, die mit Ottokar verbunden sind, kann man nicht hundertprozentig benennen. Die Fachliteratur führt dazu folgende Überlegungen an: Erstens die Benediktinerabtei Seckau, die als sog. Privatbistum des Erzbistums Salzburg fungierte und das Zentrum des Wissens im steirischen Murtal des 13. Jahrhunderts darstellte. Zweitens Gaal, heute eine kleine Gemeinde, ebenfalls im Murtal.20 Dort Weitere Möglichkeiten: Annales Vindobonensis, Annales Sancti Rudperti, Contiuatio Weichardi, Annales Matseens, Vita Geberhardi, Continuatio Ratisbonnessis, Eberhardi Ratisbonnensis, Annales Mellicenses, Continuotio Garstensis, Continuatio Claustroneoburgensis, Continuatio Admuntinenses, Continuatio Vindobenesis, Auctarium Vindobonensis, Historia annorum, Continuatio Florianensos, Continuatio Zwetlenses, Annales Colmariensis, Annales Basilensis, Chronicon Sampetrinum, Annales Ottacariani. 18 O. HAGENEDER, Über das fürstliche Gesetzbundrecht beim steirischen Reimchronisten, Festschrift Nikolaus Grass zum 60. Geburtstag dargebracht von Fachgenossen, Freunden und Schülern, L.CARLEN— F.STEINEGGER, I.Band: Abenländische und deutsche Rechtsgeschichte, Geschichte und Recht der Kirche und Recht Österreichs, Innsbruck— München 1974, S.462; G. C. KNOD (Hrsg.), Deutsche Studenten in Bologna (1289–1562). Biographischer Index zu den Acta nationis Germanicae universitatis Bononiensis. Im Auftraf der Königlichen Preuβischen Akademie der Wissenschaft, 1899, S.548; J.SCHMUTZ, Juristen für das Reich. Die deutsche Rechtsstudenten an der Universität Bologna 1265–1425, 2. Personalkatalog und Ortsregister, Basel 2002, S.651. 19 M. LOEHR, Der steirische Reimchronist: her Otacher ouz der Geul, MIÖG 51, Wien 1937, S.89–103.; M.LOEHR, Der Steirische Reimchronist— ein österreichischer Geschichtschreiber des Mittelalters, Der Binderschild, Darstellung aus dem Kulturund Geistleben Österreichs, Heft 2, Wien 1946, S.7–44; B.GEUNÉE, Historie et culture dans l’Occident medieval, Paris 1980, S.111; S.HERZBERG-FRÄNKEL (Hrsg.), Necrologia Germaniae, MGH, TomusII., Berlin 1904, S.424. Necrologien sind oft Jahrlos, darum wissen wir nicht das Jahr. Wir könnten dieses Ereignis laut anderen Quellen zwischen dem Jahren 1319 und 1322 rechnen. 20 T. SCHLACHT, Aus und über Ottokar’s von Horneck Reimchronik oder Denkwürdigkeiten seiner Zeit. Zur Geschichte, Literatur und Aufschauung des öffentlichen Lebens der Deutschen in dreizehnten Jahrhundert, Mainz 1821, S.14–15; M.HINTERBAUER, Die Reimchronik des Ottokars von Steiermark. Hausarbeit aus Germanistik bei Prof. Horacek, Wien 1979, S.5; E.KRANZMAYER, Die steirische Reimchronik Ottokars und ihre Sprache, Wien 1950, S.10.
12 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2017 befand sich damals die mittelalterliche Siedlung von Ottokars Vater Dietzman aus der Gaal. Darum ist es möglich, den Verfasser oft unter dem Namen „Ottokar aus der Gaal“ oder „ûz der geul“ zu finden.21 Wer der Primärrezipient von Ottokars Reimchronik war, kann heute unmöglich mit hundertprozentiger Sicherheit gesagt werden. Joachim Bumke denkt vor allem an den Hof der steirischen Liechtensteiner.22 Eine andere These, die schon erwähnt wurde, besagt hingegen, dass Ottokars Österreichische Reimchronik für die Habsburger bestimmt war, weil diese sie vom 14. bis ins 18. Jahrhundert als wichtige Primärquelle insbesondere für österreichische Landesgeschichte und die Habsburgerfamilie verwendeten.23 In dieser Diskussion neige ich zu der Liechtensteiner Interpretation. Dafür sprechen auch folgende Fakten: Erstens finden sich in den Versen von Ottokars Reimchronik keine deutlichen Erwähnungen bezüglich der Habsburger als Mäzene oder Herren des Verfassers. Liechtensteiner dagegen wurden oft als „gute […], nette […], meine […]“ Herren angepriesen.24 Zweitens galt der Hof der steirischen Liechtensteiner als literarisches Zentrum des Gebietes Anfang des 13. Jahrhunderts. Ein Zeugnis dafür kann auch das Epos Frauendienst von Ulrich von Liechtenstein sein.25 Drittens war es im Laufe des 13. Jahrhunderts zunehmend üblich, dass sich die Literaturoder Schriftproduktion an den fürstlichen Höfen etablierte. Als Beispiel könnten die Grafen von Montfort (Vorarlberger Gebiet) dienen, in deren Diensten der Verfasser Rudolf von Ems tätig war.26 21 E. KRANZMAYER, Die steirische Reimchronik Ottokars und ihre Sprache, Wien 1950, S.10. 22 J. BUMKE, Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150–1300, München 1979, S.202, 274. 23 H.-J. BEHR, Literatur als Machtlegitimation. Studien zur Funktion der deutschsprächigen Dichtung am böhmischen Königshof im 13. Jahrhundert, München 1989, S.41, s.87–88; D.SCHÄFFER, Texte vom Tod. Zur Darstellung und Sinngebung des Todes im Spätmittelalter, U.Müller— F.Hundsnurscher— C.Sommer (Hrsg.), Göppunger Arbeiten zur Germanistik, Göppingen 1995, S.233. 24 Ottokar, V. 8120–8123: mein herr Ott von Lichtenstein/ der tugendhaft und rein / den mit dienst main / und mit treuen bin hold; V. 1971–1975: von Liehtenstein her Uolrich, / witzic unde menlich / und volkomen an triwen / was er, er lie sich riwen /swas dem lande an lac; Ottokar, V. 5944–5947: von Uolrich von Liehtenstein / fuor und her Otte, sîn suon. /die sach man wîslichen tuon /beidiu wort und werc. 25 U. PETERS, Frauendienst. Untersuchungen zu Ulrich von Lichtenstein und zum Wirklichkeitsgehalt der Minnedichtung (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik Band 46), Göppingen 1971.; F.V. SPECHTLER (Hrsg.), Frauendienst. Ulrich von Liechtenstein. (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik; Band 485), Göppingen, 2003.; F.V. SPECHTLER, Ulrich von Liechtenstein. Literarische Themen und Formen um die Mitte des 13. Jahrhunderts in der Steiermark, in: Die mittelalterliche Literatur in der Steiremark. Akten des Internationalen Symposions Schloβ Seggau bei Leibnitz 1984, Hrsg. A.Ebenbauer— F.P. Knapp— A.Schwob, Bern— Frankfurt am Main— New York— Paris 1988, S.199–200; H.DOPSCH, Der Ulrich von Liechtenstein und die Herkunft seiner Familie, Festschrift Leopold Hausmann, Hrsg. H.Ebner, Graz 1977, S.94–96. 26 X. von ERTZDORFF, Rudolf von Ems. Untersuchungen zum höfischen Roman im 13. Jahrhundert, München 1967, S.50; P.PROHASEL, Über vier Bruchstücke aus der Weltchronik des Rudolf von Ems. Beilage zu den Jahresbericht des Königlichen Katholischen Gymnasium zu Glatz, Glatz 1895, S.3.
ANNA KOšáTKOvá 13 Ottokars Österreichische Reimchronik ist nicht nur im Hinblick auf die Geschichtserkenntnis eine wichtige Quelle, sondern auch bezogen auf das Thema des Herrscherideals und der Repräsentation der mittelalterlichen Herrscher. Die Geschichte des böhmischen Königs Ottokar II. (als kunic Ottacker von Bêheim oder der kunic Ottacker genannt) spiegelte sich bei Ottokar von Steirmark vor allem im Rahmen seiner Auslandspolitik wider. Die ersten Erwähnungen informieren über den zîten schône / der mehtic kunic Wenzlâ27 und über Ottokars mährische Markgrafschaft.28 Diese Erwähnungen sind frei von jeglicher Bewertung, es handelt sich um eine bloße Konstatierung. Mehrere wichtige Ereignisse der österreichischen Geschichte zwischen 1251 und 1260 finden Erwähnung. In rund 4000 Versen dichtete Ottokar von Steiermark über die Wahl Ottokars von Böhmen, die Hochzeit mit Margaret von Babenberg und den Kampf mit Bela von Ungarn. Bei dieser Gelegenheit wurde Ottokar von Böhmen vor allem als ritterlicher Herrscher, der gegen den Kumanen kämpfte, geschildert.29 Sein Feind, Bela IV. von Ungarn, wurde als geheimer und mysteriöser König dargestellt, dessen Eigenschaften in keiner Weise denen der christlichen Herrscher entsprachen.30 Eine andere Geschichte, die das Bild des ritterlichen Herrschers Ottokar unterstützte, ist der Kreuzzug Ottokars II. nach Preußen.31 Ohne Zweifel stellt Ottokar II. von Böhmen eine der Schlüsselfiguren für die Entwicklung im böhmischen Königtum im 13. Jahrhundert dar. Ottokar von Steiermark stellte ihn als einen „Zwischenherrscher“ in Österreich, der Steiermark und in Kärnten vor, damit er später über einen neuen Herrscher schreiben konnte, und den ersten österreichischen Herrscher der Habsburger Dynastie. Rudolf I. von Habsburg gehörte zweifellos zu den bekanntesten Königen des mitteleuropäischen Mittelalters.32 Sein traditionelles, sehr positiv gezeichnetes Bild korrespondiert stark mit der Schilderung Ottokars. Ein lobender Nachruf zum Jahr 1291 ist Bestandteil der Österreichischen Reimchronik Ottokars. Rudolf wird mit den biblischen Königen David und Salomon, Achilles aus der Antike und mit damaligen literarischen Helden wie Parzival und Lancelot verglichen.33 Nach Ottokars Schilderung war es nach dem Tod Rudolfs notwendig, „immer trûric wesen“34 und „alle wurden unfrô, / der kunic möht lenger niht leben“.35 An dieser Stelle ist gut zu erkennen, dass der Tod eines Herrschers in Ottokars Reimchronik eine Gelegenheit zur Schilderung seiner Tugenden beziehungsweise Verdorbenheit war. Der Nachruf auf Rudolf und die Klage Ottokars sind zwei gute Beispiele. 27 Ottokar, V. 1460–1461. 28 Ottokar, V. 1466–1470. 29 Ottokar, V. 1296–2697, weiter auch z.B. Ottokar, V. 6227–6233. 30 Ottokar, V. 6353–6588; dazu auch P.HLAVÁČEK (Hrsg.), Kde končí Evropa, Bruncvík avíla. Přemýšlení okulturní apolitické identitě Evropy, Praha 2010, S.23. 31 Ottokar, v. 9595–9600 ff. 32 F.-R. ERKENS, Zwischen staufischer Tradition und dynastischer Orientierung: Das Königtum Rudolfs von Habsburg, Passauer historische Forschungen 7. Rudolf von Habsburg 1273–1291. Eine Königsherrschaft zwischen Tradition und Wandel, E.BOSHOF— F.R. ERKENS (Hrsg.), Köln— Weimar— Wien 1993. 33 Ottokar, v. 38895–38899. 34 Ottokar, v. 38892. 35 Ottokar, v. 38907.
14 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2017 JANSEN ENIKELS WELTCHRONIK Der zweite Verfasser, der in diesem Text behandelt wird, ist als Jans oder Jansen Enikel bekannt. Im Gegensatz zu Ottokar können wir über ihn nur wenig sagen. Er lebte vermutlich in der Zeit von 1230–1302.36 Er verfasste zwei Chroniken— die Weltchronik und das Fürstenbuch, die heute als hochwertige Quellen benutzt werden können. Die ältere Quelle, die Weltchronik, die vor dem Jahre 1302 (höchstwahrscheinlich im Zeitraum 1272–1280) verfasst wurde, besteht aus ungefähr 30 000 Versen. Sie behandelt die Zeit von der Erschaffung der Welt bis zum Jahre 1250. Das Fürstenbuch entstand erst nach der Weltchronik, d.h. nach 1280. In ungefähr 4000 Versen wird darin die zeitgenössische Geschichte Niederösterreichs erzählt. Sprache der beiden Quellen Enikels ist— wie auch bei Ottokar— Mittelhochdeutsch. Beleg dafür, dass das Fürstenbuch später verfasst wurde, sind einige Anmerkungen über die Weltchronik im Text des Fürstenbuches. Alles, was wir über Enikel wissen, verrät er in seinen Texten.37 Im Fürstenbuch schrieb Enikel über sich selbst, dass er rehter Wiener38 sei und dass er in Wien ein Haus besitze.39 Er bezeichnete sich selbst als Jan oder Jans von Wien, Johans, oder auch her Jansen enichel.40 In den Wiener Stadtprivilegien findet sich Enikels Großvater, der als Kaufmann tätig war. Dank dieser Familienkonstellation war Enikel über bürgerliche und kaufmännische Beziehungen in Wien sehr gut informiert.41 Umfangreich und literarisch am meisten erarbeitet sind in Enikels Weltchronik folgende Passagen: die über den biblischen König David, über Alexander den Großen, und über Karl den Groβen.42 Jeder von diesen Herrschern ist mit anderem Fokus und auf Grundlage anderer Quellen geschildert. Darüber erzählte Enikel auch in seiner Vorrede, wo er betonte, dass die Bibel, verschiedene Erzählungen und andere Texte, 36 Lexikon des Mittelalters III., S.2012–2013; G.COMITIS— W.GESTENBERG (Hrsg.), Die Deutsche Literatur des Mittelalters Verfasserlexikon. Band 2., Berlin— New York 1980, S.565–569. 37 O. BRUNNER, Das Wiener Bürgertum in Jans Enikel Fürstenbuch, MIÖG 1950, S.550 ff.; J. SEEMÜLLER, Deutsche Poesie vom Ende des XIII. bis in den Beginn des XVI. Jahrhunderts, Sonderabdruck aus Band III. der „Geschichte der Stadt Wien“, Wien 1903. 38 P. STRAUCH (Hrsg.), Jansen Enikels Werke. Fürstenbuch, MGH, Deutsche Chroniken III., Hannover— Leipzig 1900, V. 26. (weiter nur Fürstenbuch) 39 Fürstenbuch, V. 84: der sitzt ze Wienn in der stat mit hûs. 40 Weltchronik, V. 21, 83–87: Der ditz gemachet hât, / der sitzt ze Wienn in der stat / mit hûs und ist Johans genant. / an der korôniken er ez vant. / der Jansen Enikel sô hiez er. / von dem buoch nam er die lêr. Fürstenbuch, V. 19–23: ich bin Jans genant, / daz getiht ich von mir selben vant. / hern Jansen enincheln heize ich; / des mac ich wol vermezzen mich, / daz ich ein rehter Wienner bin. 41 J. SEEMÜLLER, Deutsche Poesie vom Ende des XIII. bis in den Beginn des XVI. Jahrhunderts, Sonderabdruck aus Band III. der „Geschichte der Stadt Wien“, herausgegeben vom Altherthumsvereine zu Wien, Wien 1903; O.BRUNNER, Das Wiener Bürgertum in Jans Enikel Fürstenbuch, MIÖG 1950, s.550 ff. 42 David— Weltchronik, V. 9297–11942.; Alexander— Weltchronik, V. 18948–19658; Karl— Weltchronik, V. 25587–26550.
ANNA KOšáTKOvá 15 wie Nachrichten über die heidenischen und christlichen Herrscher, die Hauptquellen seiner Inspiration waren.43 Die oben erwähnten Regenten dienten Enikel nicht als Vorbild für bestimmte Herrschertypen. Die verschiedenen Motive seiner Geschichte wurden nicht auf andere Herrscher appliziert. Das gilt nicht nur für den Text der Weltchronik, sondern auch den des Fürstenbuches. Die Geschichte des biblischen Königs David wird in 2545 Versen erzählt und nach biblischer Vorlage zwischen die Geschichten Josephs, Abrahams, Moses und Salomons eingeordnet.44 Die Erzählung über David beginnt mit einer Bemerkung über Saul, beschreibt Davids Machtergreifung und den Beginn des Tempelbaus, die Begegnung mit Batseba und endet mit der Vorstellung von Davids Kindern Salomon, Samson und Absolon, mit besonderer Betonung des Letzten. Ein wichtiger Teil der Geschichte Davids ist der Kampf mit Goliath. Jans Enikel kombiniert wie auch andere zeitgenössische Verfasser mittelalterliche Realien— etwa Worte für ritterliche Tugenden oder soziale Schichten— mit altertümlichen Themen. Als gutes Beispiel kann die alttschechische Alexandreis dienen— die Ritter, die dort hervortreten, tragen typische alttschechische Namen wie Mladota, Radvan oder Jan, obwohl die Geschichte des Lebens Alexanders des Großen behandelt wird.45 König David werden viele ritterliche Charakterzüge zugeschrieben (z.B. triu, eide). Andere biblische Figuren verfügen über andere Tugenden, zum Beispiel „starc wie Sampsôn, wîse wie Salomôn, schoen wie Absalôn“. Dieser Vergleich findet sich im weiteren Text der Weltchronik (sowie auch im Fürstenbuch) nicht, die oben erwähnten Eigenschaften werden ohne biblische Archetypen erwähnt. Nach Enikel hêt [David] ouch herzogen, dienstman und ritter.46 Als herzoc wird auch Samson bezeichnet.47 Im Abschluss der Geschichte König Davids führt Enikel demonstrativ an, dass diser kneht besunder mehr erwähnt sein solle, und Enikel „personifiziert“ die Bibel und „fragt“ dieses Buch, was noch passend anzuführen wäre.48 In ähnlicher Art und Weise— verkürzt und mit Betonung der Leitmotive— werden in der Weltchronik fast alle biblischen Geschichten geschildert. Es gibt eine Diskussion in der deutschen bzw. europäischen historischen und literaturwissenschaftlichen Literatur, wie man diese Bestandteile der Weltchroniken nennen könnte. Es kommen zwei Termini vor, und zwar Historienbibel oder Reimbibel. Jansen Enikels Weltchronik ist natürlich kein solitäres Beispiel. Aus dem Kreis seiner Zeitgenossen sind die Weltchroniken Rudolfs von Ems oder Heinrichs von München zu nennen. Diese Wiedergaben der populären Geschichten (wie Adam und Eva, Babylon, David 43 Weltchronik, V. 1 ff. 44 Weltchronik, V. 9297–11942; Weltchronik, V. 9397–9400: Dar nâch den êrsten künic got hiez / werden den er den juden liez / zuo einem künig bekant, / der wart Saul genant. 45 Alexandreida, Hrsg. Václav Vážný, Praha 1963, S.75, V. 1390–1391. 46 Weltchronik, V. 11183, 11790. 47 Weltchronik, V. 12651, 12733. 48 Weltchronik, V. 11411–11418: Daz kint wuohs, biz im wart gezahlt, / er wær ahzehen jâr alt. / was daz niht ein wunder, / daz diser kneht besunder / was schoener dann ie man lebt? / ist ieman der dâ wider sterbt, / der frâg die korônik daz buoch hêr, / dar an ist sîn geschriben mêr.